[nüüs] Kleinwalsertal Summer Magazine 2021

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[nüüs] NEUES AUS DEM KLEINWALSERTAL

BERGLAUF-ENTHUSIASTIN Sarina Berchtold

DAS MAGAZIN

Der „Einheizer“ aus dem Kleinwalsertal

DOMINIK BROMM IM INTERVIEW

MIT DEM ALPHORN GROSS GEWORDEN

Sommer 2021


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INHALT

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DER EINHEIZER DOMINIK BROMM AB IN DIE NATUR MIT BURMI UND BURMINA

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IMPRESSUM Kleinwalsertal Tourismus eGen A-6992 Hirschegg, Kleinwalsertal Telefon +43 (0)5517 5114-0 www.kleinwalsertal.com DVR: 4010249

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MIT DEM ALPHORN GROSS GEWORDEN BERGLAUF-ENTHUSIASTIN SARINA BERCHTOLD

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Alle Angaben und Daten wurden nach bestem Wissen zusammengestellt und sind ohne Gewähr. Aus eventuellen Fehlern können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Das Kleinwalsertal finden Sie auch auf:

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ICH BIN WIE DER BAUM . . . DETLEF WILLAND

FUTTERSCHUTZ

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WINTERVORSCHAU

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ID-Nr. 1984146

FÜNF FRAGEN AN . . . LISA GALKE

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Dominik Bromm

DER „EINHEIZER“ AUS DEM KLEINWALSERTAL 7.30 Uhr Antritt als Schmied in Riezlern, 22 Uhr Auftritt als DJ Craxx vor 1.200 Menschen. Und manchmal kommt er „um 5 Uhr morgens heim, dusche, spring in die Tracht und steh um 6 Uhr beim Weckruf mit der Trachtenkapelle“. Der Kleinwalsertaler Dominik Bromm hat’s eben „nicht gern langweilig“!

Von einem Schmied hätte man wahrlich etwas anderes erwartet! Metal. Heavy Metal. Das wäre doch angebracht gewesen. Aber nein, Dominik Bromm legt als DJ Craxx bevorzugt elektronische Musik auf. Immerhin passt die Instrumentenwahl des Kleinwalser-

talers zu seinem schlagkräftigen Beruf: Dominik ist Trommler in der Trachtenkapelle Riezlern – und das auch mal mit quietschgrün gefärbtem Bart. Dass der 43-Jährige es bunt, kreativ und vielfältig mag, das ist offensichtlich. Auch wenn die Zeiten der Haarver-

färbungen schon eine Weile vorbei sind. Mit Seepferdchen im Ohr, einer Schiebermütze auf dem Kopf, einer Holzbrille auf der Nase und einer Begeisterung in der Stimme sitzt er da und erzählt er von all seinen ‚Berufungen‘. Davon, wie er Feuer fing für das


„Ich habe gerne Menschen um mich, die genau das leben, auf was sie Bock haben.“ Dominik Bromm

Schmiede- und Schlosserhandwerk. Davon, wie er als Teenie die Musik im Jugendzentrum in die Hand nahm („weil es mich aufgeregt hat, dass zwischen den Liedern ständig Pausen waren“) und schon wenige Jahre später als gefragter DJ in Top-Clubs ge-

bucht wurde. Und auch von seiner Begeisterung für das Schlagzeug – die bis heute stark von der Kameradschaft in der Trachtenkapelle Riezlern geprägt ist.

Die Trachtenkapelle als Toleranzschule Wie geht all das zusammen? In der Nacht tanzen Drag Queens in Plateauschuhen zu seinen Beats, am Morgen schlüpft er in seine Haferlschuhe und trommelt bei einer Erstkommunion. Dominik zuckt mit den Achseln: „Wieso KLEINWALSERTAL DAS MAGAZIN //5


nicht?“ Er hat gerne Menschen um sich, „die genau das leben, auf was sie Bock haben. Und nicht so sind, wie es andere von ihnen erwarten. Und da ist es egal, was sie machen, wer sie sind oder woher sie kommen.“ Und dann sagt er einen Satz, der zunächst etwas verwundert: „Die Offenheit lernt man von klein auf in der Trachtenkapelle. Da wirst du nie darauf reduziert, wie du aussiehst. Da spielen Generationen keine Rolle, ob du Junge oder Mädl bist, ob du dein Instrument super beherrschst oder noch nicht so – du bist einfach Teil der Kapelle.“ Als bestes Beispiel führt er sich selbst an. Es gab Phasen im Leben des Dominik Bromm, da trug er den Bart lang und grün, hatte eine Glatze rasiert, auf der noch „zwei mit Draht verstärkte Zöpfe“ in den Himmel ragten. Ins Gruppenbild der Trachtenkapelle Riezlern passte er trotzdem. Um die 40 Musiker spielen hier neben- und miteinander. „Rechts von dir sitzt der 70-Jährige Tubist und links von dir der 17-Jährige an der kleinen Trommel – und alle haben wir den gleichen Spaß. Es geht uns darum, zusammen ein cooles Arrangement zu machen und das geht nur mit Akzeptanz und Respekt und einer tollen Kameradschaft.“ Aber musikalisch ist der Spagat doch riesig? Dominik winkt erneut ab. „Natürlich steck ich in einer komplett anderen Bekleidung und mache einen komplett anderen Sound. Den mag ich aber genauso. Der ist so ehrlich, der ist handmade. Außerdem haben wir in Riezlern schon seit Jahrzehnten ein

„Stillstand ist nicht so meins“ Dominik Bromm

wirklich breites Repertoire, von Märschen über Udo Jürgens bis hin zu Fluch der Karibik.“ Johannesburg - Hamburg - Wien Riezlern Als DJ besitzt er mit seinen 25.000 Alben sicherlich die größte Plattensammlung im Kleinwalsertal, der überwiegende Teil davon ist elektronische Musik. Jeden Tag geht er zwei Stunden „trainieren“ in den Keller. Er feilt an seinen Übergängen, sucht nach Neuem, kreiert Eigenes. „Wenn ich was mach, dann gscheit.“ Sicherlich ist das ein Grund, warum er seit Jahrzehnten als DJ Craxx so enorm erfolgreich ist. Jedes Wochenende ist er unterwegs. Am Freitag um 13 Uhr endet die 38,5 Stunden-Arbeitswoche als Schmied. Dominik schläft ein wenig vor, bevor er sich aufmacht zum Gig. Wo auch immer der sein mag. Er hat in Johannesburg aufgelegt und auf Ibiza (als „MiniMini-Name“ im legendären Pascha). Wien, Hamburg, Zürich. Kassel, Stuttgart, Salzburg. Er war jahrelang Stamm-DJ in Würzburg und ist es bis heute im Parktheater in Kempten. Dort treibt er die Studenten auch mit einem bunten Musik-Mix an. Seit 16 Jahren legt er hier mittwochs auf - „anfangs vor 50 Leuten, heute sind es bis zu 1.600“. Und dann kommt er am Donnerstag zur Morgenstund nach Hause und steht wenige Stunden später wieder auf der Arbeitsmatte?! „Klar, das geht manchmal schlechter, manchmal besser. Aber

wenn du es kontinuierlich machst, dann klappt das gut. Vor allem musst du richtig Arbeit haben und immer gefordert sein. Und manchmal habe ich sowieso das Gefühl, dass ich mich besser konzentrieren kann, wenn ich übernächtigt bin.“ Den Schlaf muss er allerdings nachholen. Die Regenerationszeit braucht er und so wird der Samstag schon auch mal verschlafen. Und natürlich auch entscheidend ist der gesunde Mix aus „kein Alkohol, viel Wasser und viel Obst bei den Gigs“. Trotzdem ist das Pensum enorm! Wie stemmt man das? „Keine Ahnung, ich kenne es nicht anders – und die anderen kennen mich nicht anders.“ Schon mit 16 bringt ihn sein Vater in Clubs, schon damals spielt er Schlagzeug in der Trachtenkapelle und macht zeitgleich seine Ausbildung zum Schmied, gefolgt von der zweiten Lehre zum Schlosser. Seit seiner Lehrzeit arbeitet er bei der Metallver-


arbeitung Fritz. „Mein Chef und ich, wir sind damals in die doppelte Sache zusammen reingewachsen. Und als es dann einen Wechsel gab, wurde ein Freund mein Chef, der mich schon mein Leben lang kennt – und er ist auch heute noch mein Freund…“ Metallhandwerker & Steuermann Und womöglich der entscheidende Punkt bei der Sache: Dominik geht gern zur Arbeit. „Die Faszination für den Werkstoff ist bei mir ungebrochen. Die Warmverformung des Metalls genauso wie das Schweißen und Schneiden.“ Er kommt ins Schwärmen, erzählt von spannenden Projekten, von der Glasfassade des Casinos, vom wuchtigen Kirchentor in Riezlern. Wieder ist es die Vielfalt und das Zusammenspiel unterschiedlicher Bereiche, die ihn besonders reizen: „Es gibt ganz viele Sparten, die du in meinem Job abdeckst. Du fertigst zum Beispiel

dein eigenes Werkzeug an, baust deine eigenen Schablonen. Und du musst genauso mit anderen Elementen arbeiten, integrierst Holz, Stein oder Glas. Auch bei der Veredelung gibt es viele Optionen. Das ist unglaublich spannend.“ Dann betont er einen weiteren Punkt, der bei Dominik offensichtlich in allen Bereichen eine grundlegende Rolle spielt: „Wir sind ein unheimlich cooles Team. Inzwischen bin ich schon der Älteste und es ist so lässig, wenn die Jungen mit diesem Funkeln in den Augen zur Arbeit kommen. Und sie bringen auch immer wieder frischen Wind rein und kommen mit neuen Ideen an. Das ist total bereichernd“, er lächelt und meint dann noch: „Stillstand ist nicht so meins.“ Das trifft sich gut, weil stillstehen schließlich auch auf der Tanzfläche tabu ist. Der Reiz am Auflegen kommt nicht nur durch die Musik. „Als DJ kannst du unheimlich die Emotionen steuern. Du kannst was Melancholisches auflegen oder was Trei-

bendes. Der Sound ist wie ein Meer, der dich mal mit starken Wellen, mal mit schwachen Wellen mitnimmt.“ Und Dominik ist der Steuermann, „aber es gibt durchaus auch Momente, wo die Leute mich total mitnehmen und die Richtung vorgeben.“ Kanzel nennt man das Podium auch, von dem die DJs ihre Crowd antreiben. Mit der hatte sein Großvater zwar nix zu tun, aber dafür mit der Kanzelwandbahn. An deren Bau war er nämlich als Metallarbeiter entscheidend mit beteiligt. „Er war schon auch einer, der gern unterhalten hat“, erzählt sein Enkel. Also womöglich einer wie er. Einer, der über sich selbst sagt: „Ich hab’s nicht gern langweilig!“ Aber bei so viel Buntheit und so viel Musik, braucht man keine Sorgen haben, dass das Leben eines Dominik Bromm eintönig wird. ■ Text: Sissi Pärsch Bilder: Frank Drechsel, alpin.photo

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NSEomUmer

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MIT DEM FORSCHERBUCH AUF EXPEDITION Das große Naturforscher-Abenteuer für Familien

Burmi und Burmina wandern vorsichtig durch den Wald, irgendwie wird es immer unheimlicher, bis sie ganz besondere Laute hören… Burmi flüstert: „Uiuiuiu das muss die Stimme vom Luchs sein, Burmina, lass uns abhauen!“ Da sagt der Luchs mit tiefer, furchterregender Stimme: „Das wäre jetzt sowieso zu spät, ich habe euch schon die ganze Zeit im Visier!“ Burmi gefriert das Blut in seinen Adern, als er die Stimme des Pinselohrs hört. Er bleibt wie angewurzelt stehen und kann sich nicht mehr bewegen. Burmina versucht derweil das Vertrauen des Luchses zu gewinnen, den sie immer noch nicht entdeckt hat: „Warum warst du denn so nett und hast uns noch nicht gefressen?“ „Ihr seid mir zu fett!“, entgegnet der Luchs. „Waaas! Unverschämtheit, ich bin nicht fett!“, empört sich Burmina. Und so versichert der Luchs glaubhaft, dass er mehr Interesse an Rehen als an Murmeltierjagd hat. Der neugierigen Burmina erklärt er seine Sicht auf den Kreislauf des Lebens und dem schüch-

ternen Burmi verrät er seinen Geheimtipp, wie er eine Luchsspur von anderen Tieren unterscheiden kann. Dann sieht man die beiden Murmeltiere förmlich vor sich, wie sie sich eilig aus dem Staub machen und im Unterholz verschwinden. Hören, gucken, staunen Die kurzen Hörspiel-Geschichten von Burmi und Burmina rufen Schmunzeln und viele Aha-Erlebnisse hervor. Hören kann man sie nicht einfach auf der Couch oder im Auto, sondern tatsächlich nur dort, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen: inmitten der Natur. Die Erlebnisse der Murmeltiere sind Teil des „großen Naturforscher-Abenteuers“ für Familien – und das ist eher eine Expedition in drei Etappen als eine normale Wanderung. Was das Expeditionsflair genau ausmacht? Nicht die Stationen auf dem Weg werden mit Informationen ausgestattet, sondern die Besucher. Forscherfamilien erhalten nämlich vor Expeditionsstart ein Forscherbuch mit kniffligen Aufgaben. Die lassen sich mithilfe der Stationen im Gelände und

dem Buch lösen. Über eine App gibt es dann noch die lustigen Hörspiele von Burmi und Burmina auf die Ohren – da kommen kleine wie große Naturforscher ins Schmunzeln und vor allem: Ins Nachbohren. Gut, dass man sich sogar an Ort und Stelle einen Experten an die Seite holen kann. In Kurzvideos bringen etwa Geologen und Jäger naturwissenschaftliche Hintergründe gezielt auf den Punkt und auf den Wanderweg. Losgeforscht wird ab Sommer 2021 Das Forscherbuch mit App für die drei Etappen ist ab Sommer 2021 erhältlich. Wichtig zu wissen: Richtig Spaß macht die Expedition Kindern ab 6 Jahren – und natürlich ihren Eltern. Nebenbei bemerkt, gehören die Routen zu den Highlights in der Wanderregion Kleinwalsertal. Unterwegs sind die Forscherstationen als Gucklöcher in die Naturräume zu verstehen. Denn was und wer sich wirklich hinter dem Waldvorhang, dem Felsvorsprung und unter der Wasseroberfläche verbirgt, wird oft der Fantasie überlassen – und das ist auch gut so.


WOHIN GEHEN DIE EXPEDITIONEN? Gewässerkunde am Schwarzwasserbach: Ein heißer Sommertag und Burmina will im Schwarzwasserbach baden. Nur ist das im Sommer nicht immer so einfach – manchmal muss man auf die Suche gehen. Burmi ist wie so oft etwas ängstlich und nicht so leicht vom Badeabenteuer zu überzeugen. Burmina verspricht ihm, auf Nummer sicher zu gehen. Und an der Stelle sind die jungen Forscher mit ihren Hilfsmitteln gefragt: Sie können den Murmeltieren helfen, den Schwarzwasserbach gründlichst nach Wassermonstern abzusuchen…

Geologie auf der Kanzelwand – eine Reise in die Erdgeschichte Burmi und Burmina sind auf der Suche nach einem Baugrundstück in bester Lage: zwischen Kanzelwand und Kuhgehrenspitze. Dafür sollte man sich allerdings mit Bodenbeschaffenheit und Gestein auskennen. Das muss dringend erforscht werden! So interviewen die Beiden die Berggipfel in der Umgebung und bekommen dabei steinalte Geschichten zu hören. Ob wohl auch die kleinen Forscher herausfinden, wo Ifen, Walmendingerhorn und Widderstein liegen?

Wildtiere im Gemsteltal Burmi und Burmina wollen ihre tierischen „Nachbarn“ besser kennenlernen. Wo wohnen Gämsen, wie leben Rehe und wie sind Schneehühner an Winter und Sommer angepasst? Mit manchen plaudern sie über deren Alltag im Gebirge. Burmi fürchtet aber, dass ihnen einige Tiere beim Kennenlernversuch gefährlich werden könnten. So beschließen die Beiden, entlang des Weges „Freundebuch“-Seiten zu verteilen, damit die Tiere Pfotenabdrücke als Erinnerung hinterlassen. Bestimmt können die Nachwuchsforscher das Freundebuch vervollständigen!

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Neben dem wรถchentlichen Programm "Burmis Abenteuerferien" laden wir Sie und Ihre Kinder ein, das Kleinwalsertal zu erkunden - denn in Burmis Abenteuerland gibt es viel zu entdecken!


BURMIS TIPPS 1

Burmi Weg Nur wenige Gehminuten von Hirschegg oder Riezlern entfernt, haben Kinder und oft auch Papa und Mama Mordsspaß am Miniseilgarten, beim Burmi-Zielwurf, in der Burmi-Höhle und an anderen Natur-Spielstationen.

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Burmi Wasser Rund ums kühle Nass dreht sich dieser Erlebnispfad für kleine Wassermänner und -frauen, der von der Bergstation der Kanzelwand zum beliebten Riezler Alpsee führt. An verschiedenen Stationen mit Gumpen, Wasserrädern und Schleusen können die Kinder nach Herzenslust mit Wasser experimentieren.

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SöllereckRodel Die Sommerrodelbahn verläuft auf 850m auf einer kurvigen Strecke mit eingebauten Wellen. Die 2-sitzigen Rodel erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 40km/h. Mittels Bremsen kann jedoch jeder sein Tempo selbst bestimmen.

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Kletterwald Söllereck Vom spielerischen Kinder Parcours bis zur sportlichen Erwachsenen Route - hier findet jeder seine Herausforderung. Selbstständig gesichert können alle Besucher ihre eigenen Aktivitäten frei wählen.

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Bolzplatz Mittelberg Dort macht das Kicken so richtig Spaß und man kann sich ordentlich austoben.

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Reiten Geführte Ausritte - auch für Anfänger gibt’s bei Pferdewirtin Jeanette Feurstein. Ponyreiten kann man beim Eberlehof in Riezlern. Dort gibts auch einen Kleintierstall mit Walliser Schwarznasen-Schafen, Hasen und Katzen, Ponys und den Hängebauchschweinen Rosalie und Rudi. Auch beim Gschtrüübelhof in Hirschegg kann man reiten.

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... noch mehr Freizeitspaß Minigolfplatz, Spielplätze, Pit Pat, viele Bäche zum Plantschen, Kugelbahn, Bertis Schatzsuche, Burmirätsel und anderes mehr. Alle Infos gibt es im Tourismusbüro in „Burmis Kinderzauber“.

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Burmis ABENTEUERFERIEN Spannende und echte Bergerlebnisse für Kinder und Familien 24.05.-03.09. und 04.10.-05.11.2021 Hier dreht sich alles um das Entdecken der einzigartigen Walser Bergwelt und die gemeinsame Zeit mit der Familie - betreut von professionellen Bergführern und Wildnispädagogen. MO Kletterabenteuer am Fels Ein cooles Erlebnis für Alpinzwerge! Klettern und Abseilen an der Felswand im Naturklettergarten - betreut und gesichert von professionellen Bergführern der Bergschule. Nervenkitzel garantiert! MO Sicher am Seil: Klettersteigschnupperkurs Hier geht es um die richtige Sicherungstechnik und das richtige Verhalten am Berg. Die optimale Vorbereitung für den Klettersteig. MO Natur Expedition: Wasserkraft erleben Auf Entdeckungstour mit Naturführerin Diana lernen die Kinder den verantwortungsvollen Umgang mit dem Walser-Wasser kennen. DI Großes Bergabenteuer für Familien Ein Tag voller Abenteuer: Klettern im Klettergarten, Bachüberquerung auf der Seilbrücke, Flying Fox und Abseilen aus schwindelerregenden 40 Metern Höhe. Ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst! DI Die Kräuterkobolde Kann man Brennesseln essen? Sind Gänseblümchen Medizin? Erlebt einen spannenden Nachmittag in der Wunderwelt der Kräuter mit unserer ausgebildeten Kräuterexpertin Susanne. MI & DO Wildnistag* Natürlich Spielen & Entdecken! In der Natur wird aus dem Schatz der Möglichkeiten, die bereit stehen, ausgewählt. So wird beispielsweise ein Lagerfeuer ohne Feuerzeug und Streichholz entzündet, werden Pfeile und Bögen gebaut, Stockbrot gebacken und vieles mehr. MI Ausflug auf die Alp für Familien Wie kommt die Milch ins Glas, wie die Löcher in den Käse? Erfahrt mehr über das Alpleben auf unserem Weg ins Bärgunttal.

DO Flying Fox Die Kinder „fliegen“ in rasanter Fahrt an Rollen auf einem Drahtseil durch eine Schlucht des Schwarzwasserbaches. Was sich so gefährlich anhört, wird durch die perfekte Sicherung von Profis mit Klettergurten zum risikofreien Abenteuerspaß. FR Burmi Treff - Tagesausklang am Lagerfeuer Lasst mit uns den Tag gemeinsam am Lagerfeuer ausklingen! Vom Walserhaus geht es zur Grillstelle am Burmiweg. Dort gibt es einen leckeren Burmitrunk und ein frisch gebackenes Stockbrot an selbst geschnitzten Stöcken. Augen auf: mit etwas Glück kommt ab und zu unser Murmeltier Burmi persönlich vorbei.

*ACHTUNG: Donnerstags gibt es den Wildnistag auch für die ganze Familie.

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WANDERBARES KLEINWALSERTAL Spazieren, Wandern, Bergsteigen, Klettern, Laufen, Canyoning . . . Außerordentlich vielseitig und abwechslungsreich ist sie, die Wanderregion Kleinwalsertal. An jeder Ecke gibt es ein anderes Tal zu erkunden, entdeckt man einen neuen Berg, der wenig weiter schon wieder ein völlig anderes Gesicht zeigt. Der Panoramablick ist gewaltig - und das nicht nur vom Gipfel aus. Schon von den Höhenwegen, die auf 1.300m bis 1.500m Höhe liegen, ist die Szenerie beeindruckend. Es spielt also keine Rolle, ob man sich für eine Genusswanderung entscheidet und „nur“ die bequemen Wege in die Seitentäler oder die Höhenwege erwandert - von denen auch viele mit Kinderwagen begehbar sind oder ob man die Bergstation oder gar den Gipfel erklimmt - hier sind keine Grenzen gesetzt. Kletterer kommen an unseren Kletterbergen, dem Kletter- und Hochseilgarten und auf den vier Klettersteigen auf ihre Kosten. Der Erlebnissteig an der Kanzelwand ist sogar für Kinder ab 8 Jahren geeignet.

Grenzenlos Wandern Buchen Sie die grenzenlose Vielfalt der Walser Bergwelt – ob im Frühjahr zur Alpenrosenblüte, zum Bergsommer oder im goldenen Herbst inklusive Ihrer Wunschunterkunft und Bergbahnticket für alle Bergbahnen und Sesselbahnen im Kleinwalsertal und in Oberstdorf.

Die Wege beginnen meist vor der Haustüre und der Walserbus, der mit Ihrer Gästekarte inklusive ist, verkürzt Ihnen bei Bedarf so manche Wegstrecke. An den Wegen laden über 40 Hütten, Sennalpen und Bergrestaurants und gut 300 “Bööchle” (Bänke) zum Einkehren, Verweilen und Genießen ein. Acht Berg- und Sesselbahnen erleichtern Ihnen den Aufstieg, gerne auch mit Kinderwagen. Ob Gipfelerlebnis, Sonnenaufgangstour oder ein Spaziergang am Wasser, das Kleinwalsertal hat mit einem Wanderwegenetz von circa 200 km - zusammen mit Oberstdorf sind es über 400 km - in drei Klimazonen und einer Höhenlage von 1.000m bis 2.536m viel zu bieten!

Das Angebot ist gültig von 1. Mai bis 7. November 2021 und beinhaltet: • Übernachtung in Ihrer WunschUnterkunft - Ferienwohnung, Gästehaus oder Hotel • Bergbahnticket für alle Bergund Sesselbahnen im Kleinwalsertal und Oberstdorf www.kleinwalsertal.com/travelshop

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MIT DEM ALPHORN GROSS GEWORDEN Ein Interview mit Max Holzinger, Leonhard Fontain, Lukas Haller und Colin Haller

Fast schon majestätisch sieht das Bild aus. Die mächtigen Alphörner vor der Walser Bergkulisse. Ein Bild vor über sieben Jahren noch abgerundet durch die vier musizierenden Kinder. Mittlerweile sind aus den Buben junge Erwachsene geworden. Ein Gespräch mit Leonhard Fontain (18), Lukas Haller (19), Collin Haller (16) und Max Holzinger (19) über die Faszination Alphorn, das Privileg es zu spielen und der Erkenntnis, dass Klarinettenspieler selten den Weg zum Alphorn finden.

Wie oft spielt ihr in dieser Kombination noch Alphorn zusammen?

Wann habt ihr mit dem Alphornspielen begonnen?

Leonhard: Eigentlich noch wöchentlich. Dienstags zum Proben und mittwochs zum Konzert.

Max: Wann wurde das Foto noch einmal gemacht?

Lukas: Im Sommer spielen wir zusammen die Platzkonzerte hier in Mittelberg.

Leonhard: 2013 glaube ich. Max: Da habe ich ja schon ein wenig gespielt. Begonnen haben müsste ich dann irgendwann zwischen Volksschule und Gymnasium. Lukas: Ich dürfte auch so mit zehn Jahren ungefähr angefangen haben.


Max: Bei dir war das dann schon früher oder? Colin: Ja. Ich bin ja jünger als ihr, habe aber mit euch gemeinsam angefangen. Wie seid ihr eigentlich damals zum Alphornspielen gekommen? Max: Man hat Nachwuchs gebraucht. Wenn man hier aufwächst und auch musiziert, dann lernt man das Alphorn als ein außergewöhnliches Instrument

kennen. Dementsprechend wurden wir gefragt, ob wir nicht selber mal spielen wollen. Lukas: Die Älteren haben gespielt und die waren eine Art Vorbild damals. Dann wollte man das auch ausprobieren. Wir spielen ja immer noch. Also war die Entscheidung eine gute. Was fasziniert euch bis heute noch an diesem Instrument? Max: Natürlich der Klang (lacht).

Lukas: Es ist einfach ein ganz besonderes Instrument. Max: Ja und es ist vor allem einzigartig. Es ist kein alltägliches Instrument. Es fasziniert die Menschen. Gerade dann, wenn sie es noch nie gesehen oder besser gesagt gehört haben. Leonhard: Wenn wir, wie jetzt für das Foto, uns irgendwo aufstellen und spielen, dann sind fast alle Menschen herum am Schauen und Staunen, was wir da spielen.

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Was waren denn eure Instrumente, über die ihr zum Alphorn gekommen seid? Colin: Bei mir war es die Trompete. Lukas: Ich glaube, dass wir alle mit der Trompete angefangen haben. Max: Ein Klarinettenspieler wird selten das Alphorn spielen (lacht). Was glaubt ihr, muss ein Alphornspieler richtig gut können? Was hilft einem Trompeter gegenüber einem Klarinettenspieler? Lukas: Du musst halt alles mit dem Mund machen. Es gibt schließlich keine Ventile. Das muss man erst lernen. Max: Es ist deshalb sicherlich schwerer als andere Instrumente.

Max: Die beiden Instrumente kann man gut kombinieren. Die Mundstücke sind sehr ähnlich. Viel, was man auf der Trompete gelernt hat, hilft beim Alphornspielen. Der Klarinettenspieler müsste sich erstmal an das neue Mundstück gewöhnen. Ist es immer noch etwas Besonderes, das Alphorn zu spielen? Seht ihr es möglicherweise als Privileg an? Max: Es ist schon etwas Besonderes. Es machen ja schließlich nicht so viele. Leonhard: Weil es ja dann doch nur wenige spielen, ist es eine große Freude und in gewisser Weise auch ein Privileg, dass wir das machen dürfen. ■ Text: Lukas Herr Bilder: Frank Drechsel, alpin.photo

Leonhard: Genau und hier hat man als Trompeter sicherlich einen Vorteil.

„Weil es ja dann doch nur wenige spielen, ist es eine große Freude und in gewisser Weise auch ein Privileg, dass wir das machen dürfen“. Leonhard Fontain


8. bis 12. September 2021

ALPHORNTAGE Kleinwalsertal Bisher hallten alle zwei Jahre die Alphörner durch die Täler oder von den Bergen herunter. Ursprünglich war das 10. Jubiläum des Alphornfestivals und der Alphorntage für das Jahr 2020 geplant. Dieses Jubiläum feiern wir nun in diesem Jahr. Vom 8. bis 12. September 2021 steht das ganze Kleinwalsertal wieder im Zeichen des Hirteninstrumentes – ein vielseitiges Programm wartet auf Sie (Änderungen vorbehalten): • Konzerte der Trachtenkapellen des Tales • Alphorn-Kurse (Anfänger und Fortgeschrittene) und Workshop (Fortgeschrittene) mit Berthold Schick • Alphornwanderung • Auftritte von Alphorngruppen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz • Alphorn-VIP Package • Traditionelle Alphorn-Serenade mit Festakt zum 10. Jubiläum • Alphorn-Festival mit Gesamtchor

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Sarina Berchtold

„IM KLEINWALSERTAL IST JEDER LAUF IRGENDWIE TRAILRUNNING“ Unsere Autorin und begeisterte Läuferin will das Trailrunning ausprobieren und trifft sich dafür mit der Walser Berglauf-Enthusiastin Sarina Berchtold. Ein Gespräch über Bergliebe und Laufleidenschaft und warum es sich immer lohnt von der Straße auf den Bergpfad zu wechseln

Ich treffe meine Lauf- und Gesprächspartnerin Sarina im Walserhaus in Hirschegg. Lange nach ihr suchen muss ich nicht, denn sie fällt auf, mit ihrer athletischen Statur, dem typischen Trailrunning-Rucksack und einem Strahlen im Gesicht, das sich automa-

tisch auf mich überträgt. Zweifel, ob ich diese Berglauf-Einheit mit ihr schaffen werde, sind im Nu verflogen. Stattdessen steigt meine Lust etwas Neues auszuprobieren. Hier muss ich kurz erklären, dass ich meine Interviewpartnerin für diese Geschichte auch ganz

profan im Kleinwalsertal bei Kaffee und Kuchen hätte treffen können. Aber mein sportlicher Ehrgeiz und vor allem meine Neugierde, das Trailrunning einmal selbst auszuprobieren überwiegen. Ich will wissen, was die Faszination dieser Laufdisziplin ausmacht. Und so begrü-


„Ich bin ein Bergkind, war immer schon mit meinen Eltern viel auf den heimischen Gipfeln unterwegs". Sarina Berchtold

ßen wir uns mit gebundenen Laufschuhen und atmungsaktiven Shorts in der Walserhaus-Lobby und schlagen kurze Zeit später den steilen Zaferna-Weg hinterm Haus ein. Gott sei Dank im Spaziermodus, denn Fragen stellen wäre nicht möglich ge-

wesen. Denken wahrscheinlich auch nicht – und so bin ich dankbar um diesen gemütlichen Einstieg im Aufstieg – kupiertes Gelände im ständigen Wechsel zwischen Auf und Ab, finden wir ein Stück weiter oben noch zur Genüge …

Irgendwie ist im Kleinwalsertal alles ein bisschen Trailrunning Sarina plaudert auf dem Weg fröhlich und ohne ein Zeichen der Anstrengung bergwärts, ich hingegen bin froh, lediglich das Aufnahmegerät halten zu müssen. Zu mehr bin ich nicht in der KLEINWALSERTAL DAS MAGAZIN //19


Lage, der schmale Fußweg ist steil, aber wunderschön. Und während die Sonne den blauen Himmel schmückt, stimmen die Grillen im hohen Gras zu einem lauten Konzert an und erzählen von lauen Sommerabenden an diesem frühherbstlichen Tag. Mich interessiert in diese ganze Idylle hinein, wie man im Kleinwalsertal zur Läuferin wird. Die schönste Sackgasse der Welt steht ja nicht gerade für lange, ebene Strecken, eher für steiles Bergauf... Sarina fängt an zu erzählen, während ich mich auf meine Atmung konzentriere. „Ich bin ein Bergkind, war immer schon mit meinen Eltern viel auf den heimischen Gipfeln unterwegs, gejoggt bin ich zu dieser Zeit nicht.“ Den ersten Laufkontakt hatte sie dann während ihrer Studienzeit in Salzburg. „Aber gefallen hat es mir nicht“, erklärt Sarina. Ihr habe die Motivation dafür gefehlt, und irgendwie ein Lauf-Buddy, obwohl es an der Salzach lange ebene Strecken gibt – quasi Joggingparadies. Sarina hat es in Salzburg nicht gefunden, das Laufglück. Nach dem Studium zog die Vorarlbergerin bewusst wieder zurück ins Tal: „Ich hab sehr genau abgewogen, was für mich wichtig ist, für mein Leben und was mich glücklich macht.“ Klar, hatte sie in Salzburg und während ihrer vielen Auslandsaufenthalte wie beispielsweise Shanghai das pulsierende Leben der Metropolen begeistert, samt Café-, Kunst- und Kulturszene, aber eines fehlte: Die Natur, die Berge. Die Waagschale auf der Walser-Seite wiegt schwer, Sarina zieht zurück in die Heimat und bereut diese Entscheidung nie. „Coole Cafés haben wir ja mittler-

„Trailrunning wurde erst Jahre später populär, Bergläufer galten lange Zeit als spleenige Außenseiter, denen man gerne kopfschüttelnd begegnet ist“. Sarina Berchtold

weile selbst hier im Tal und was gibt es Schöneres als bis 17 Uhr zu arbeiten und anderthalb Stunden später schon auf dem Gipfel der Gehrenspitze zu sitzen, fast einem 2000er“, fragt sie mich. Ich bin ganz ihrer Meinung, das ist mit nichts zu toppen. Wir laufen derweil weiter, und weil Sarina ein Einsehen für Trailrunning-Novizen im Kleinwalsertal hat, nehmen wir für unser Gespräch auf einer Wiese Platz. Die Grillen im Gras freuts, sie legen gleich noch ein Scheibchen drauf, ich bin dankbar. Gelaufen wird später, sprich: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Trailrunning: Zwischen Bergintervall und Sonnenuntergang Unser Blick geht zur Gehrenspitze, Sarinas Hausberg. „Der Weg auf die Gehrenspitze ist steil, aber wenn man dann oben ankommt...“ schwärmt sie. Im Sommer kombiniert sie gerne Training mit Vergnügen, und verabredet sich zum Sonnenuntergang auf dem Gipfel mit Freundinnen – im Mini-Rucksack mit dabei: Eine Flasche Radler und eine Brotzeitbox. Da kann der ShanghaiTower nicht mithalten, überlege ich für mich und gucke noch ein bisschen in die Bergwelt. Von der Luft ganz abgesehen, denke ich mir noch so und komme beim Thema Atmen wieder zur Ausgangsfrage: Wie es denn mit der Lauferei jetzt angefangen hat. Sarina erzählt, dass sie Freundinnen zum Bregenzer Frauenlauf überredet hatten: Fünf Kilometer am See entlang. Die Stimmung war mitreißend und Sarina von der Sportart begeistert. Und weil

die fünf Kilometer so gut liefen, meldete sie sich mit ihrer Lauffreundin für einen Halbmarathon in München an – im selben Jahr, versteht sich. Sarina beginnt zu trainieren, gar nicht so einfach im Kleinwalsertal, wo es eigentlich immer ein bisschen nach oben geht. „Ich bin den Burmiweg gelaufen, der ist gut einen Kilometer lang und eine der wenigen Runden, die einigermaßen eben verlaufen.“ Aber ein paar Höhenmeter sind trotz allem in der Runde zu überwinden. Ansonsten lief Sarina stoisch auf der Bundesstraße: „Von der Haustür, wo ich damals gewohnt habe, bis nach Baad waren es 9 Kilometer. In Baad bin ich dann den Kreisverkehr ausgelaufen und wieder zurück“, lacht sie über ihre vergangenen Trainingseinheiten. Sarina erzählt weiter, dass sie nach dem ersten Halbmarathon in München einige Jahre an unterschiedlichen 21-Kilometer-Laufveranstaltungen teilnahm. Die Straßenmarathon-Karriere war programmiert, wäre da nicht Sarinas damaliger Ar-


beitskollege Ole gewesen. „Ole ist ein leidenschaftlicher Trailrunner, er hat mich immer wieder dazu animiert, es auch mal mit dem Berglaufen zu probieren.“ Er hatte mit seiner Motivation Erfolg und weil Sarina neue Herausforderungen liebt, bewarb sie sich für einen „RookiePlatz“ beim Widderstein-Trail. Leidenschaft Berglauf: Vom Rookie zur Enthusiastin Und was bedeutet es, ein WiddersteinTrail-Rookie zu sein, frage ich meine Wiesennachbarin, während zwei Zitronenfalter ihre Lebensfreude zum Ausdruck bringen und schwerverliebt turtelnd an uns vorbeiflattern. Rookies, erklärt mir Sarina, haben noch keine Trailrunning-Wettkampf-Erfahrung. Sie bekommen Berglauf-Knowhow samt Trainingsplänen für vier Monate von einem erfahrenen Laufsportler. Der erfahrene Sportler heißt Seppi Neuhauser und ist Gründungsmitglied des Tri-

Teams-Kleinwalsertal. Tri steht für Triathlon. Der Verein kümmert sich aber auch um alle weiteren Ausdauersportarten und hat sowohl den Widderstein- als auch den Kanzelwand-Berglauf und in jüngerer Zeit die Walser Trail Challenge aus der Taufe gehoben. Trailrunning wurde erst Jahre später populär, Bergläufer galten lange Zeit als spleenige Außenseiter, denen man gerne kopfschüttelnd begegnet ist. Ich weiß von was ich spreche, als Allgäuerin samt Schulfreundin, die in den späten 1980erJahren am liebsten im Laufschritt und mit Turnschuhen die Berge hinaufgerannt ist. Sarina sieht mir an, dass ich kurz in meiner eigenen Gedankenwelt abgetaucht bin und lässt ihrerseits den Blick ins gegenüberliegende Wildental schweifen. Eine tiefe Zufriedenheit macht sich in ihrem Gesicht breit, aber auch eine leichte Nervosität. „Lass uns fertig sprechen und dann laufen, Susa!“ Wir kommen beide wieder ins Hier und Jetzt, Sarina erzählt von der Vorberei-

tungszeit, die zuweilen sehr anstrengend ist, aber sehr kurzweilig, weil halt nach jedem Berg ein Gipfel samt Aussicht kommt, ein Plateau das zum Traben einlädt und ein Weg bergab, bei dem man kindliche Freude empfinden kann. Bergläufer, oder die große Lust wieder Kind sein zu können Ihr erster Widderstein-Trail verlief nicht so, wie sie wollte. Das Wetter war schwierig, es hatte die Tage zuvor geregnet, der Weg war aufgeweicht und glitschig, zusammen mit der Sonne kamen sich die Läufer wie in einem riesigen türkischen Hamam vor. Sie hatte sich ein Zeitlimit gesetzt, das sie nicht halten konnte, aber: „Spaß gemacht hat es schon, auch wenn ich etwas enttäuscht war über meine eigene Leistung.“ Vor allem ist ihr im Gedächtnis geblieben, dass die Wettkämpfer im Ziel nicht nach Zeiten fragen, sondern danach, wie es einem ging. Straßenläufe

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erschienen ab diesem Moment für Sarina monoton. „Man schaut die ganze Zeit auf die Uhr, ist bei einem Straßenmarathon nur damit beschäftigt, seine Zeit zu halten, nicht zu schnell und nicht zu langsam zu werden.“ Ganz anders beim Trailrunning: „Ich war schon als Kind mit meinen Eltern viel beim Wandern, wir waren immer zügig unterwegs, das kommt mir jetzt zugute.“ Denn beim Trailrunning gibt es immer Passagen, die zügig gegangen aber nicht gelaufen werden. Außerdem findet sie schön, dass man sich – auch bei Wettkämpfen – immer mal mit seinen Mitstreitern auf der Strecke unterhält. Sarinas Augen strahlen, die vielen schönen Erlebnisse sprudeln nur so aus ihr heraus. Ich frage kurz dazwischen, ob es so gar keine Quälerei ist? Die Sportlerin weicht aus, sagt schon, dass es Momente gibt, in denen es weh tut, in denen die Muskeln schmerzen und die Lunge brennt. Aber, dann ist da die Aussicht und die Natur, die einen so in ihren Bann zieht und die Kilometer und Höhenmeter zur Nebensache werden lassen. Das erzählt sie im Zusammenhang damit, dass Sarina nach dem Widderstein-Trail als Rookie sich gleich im Anschluss für die Walser Trail Challenge angemeldet hatte. Sprich: Anstatt 15 Kilometer und 980 Höhenmeter, 29 Kilometer und 1700 Höhenmeter – bähm!

ÜBERBLICK TRAILVERANSTALTUNGEN 2021 Walser Trail Challenge

Die Leichtigkeit des Berglaufens

24. und 25. Juli 2021 – www.trailchallenge.at

Ein bisschen Bammel hatte sie schon vor der nächsten Trailrunning-WettkampfHerausforderung. So viele Kilometer war sie noch nie am Stück gelaufen. Egal, wird schon klappen – und wie es geklappt hat. Die Kilometer waren zweitrangig, die Erlebnisse, die Natur und die Community standen im Vordergrund und verliehen Flügel. Beim Trailrunning, so Sarina, kann man richtig abschalten. Sie ist dann ganz bei sich selbst, ist fokussiert und gibt sich dabei vollkommen der Natur hin. Ein bisschen rau darfs gerne sein, wenn es regnet und windet, wenn es kälter wird und unwirtlicher. Überhaupt mag sie am liebsten leichten Nieselregen fürs Berglaufen.

Widderstein Trail: 15 Kilometer, 980 Höhenmeter Walser Trail: 29 Kilometer 1.700 Höhenmeter Walser Ultra: 69 Kilometer, 3.900 Höhenmeter Der DYNAFIT Transalpine Run: 4. September 2021 https://transalpine-run.com/ Der DYNAFIT Transalpine Run ist eines der spektakulärsten Trailrun-Events der Welt. Vom 4. – 11. September 2021 stellen sich 300 Teams den 264 Kilometern und 16.129 Höhenmetern auf der Route vom Kleinwalsertal (AUT) nach Sulden (ITA). Der Start der Auftaktetappe erfolgt am 4. September 2021 in Hirschegg.

Als sie an der Walser Trail Challenge teilnahm, herrschte quasi „Traumwetter“: Regen und Nebel. Aber, neben der Freude übers perfekte persönliche Berglaufwetter, bedauerte sie die anderen Athleten, die von weit her angereist waren. Denn: „Jetzt haben die gar nichts von der schönen Landschaft gesehen.

Aber besser wars schon, anstatt strahlendem Sonnenschein, der einem das Hirn weichkocht…“ Ich frage Sarina, wie es mit dem Bergab-Laufen aussieht, ob das nicht besonders anspruchsvoll sei. Ja, schon und man muss sich voll konzentrieren, dass man nicht stolpert. Andererseits darf man hier mal wieder Kind sein und über Steine und Wurzeln hüpfen und balancieren. „Susa, das probieren wir dann einfach aus, das geht gut.“ Man muss sich nur mit dem Oberkörper nach vorne lehnen und dabei vielleicht für eine Millisekunde die Augen schließen und dann sich selbst vertrauen. Ich erfahre, dass manche Sportler sich sogar mit einem Tier für die Bergab-Sequenz assoziieren, beispielsweise mit einem Eichhörnchen oder ähnlich kletterfreudigen Wald- und Bergbewohner. Sarina schlüpft im Übrigen in keine Tierrolle. Sie wird lieber wieder zum Kind, das leichtfüßig und dabei ganz bei sich selbst die Pfade nach unten trabt. Der erste fünf Kilometer-Frauenlauf liegt jetzt sechs Jahre zurück, in der Zwischenzeit hat sich viel verändert. Nicht nur, was die Laufdisziplin angeht, sondern auch beruflich hat sich einiges getan. Denn aus einer Lauf- und Trailrunning-Freundschaft mit Lena wurde mit „SariLe“ eine Geschäftspartnerschaft. Die beiden Frauen hatten sich zunächst im Sportverein bei der Nachwuchsarbeit engagiert, nach und nach wurden Trainer-Scheine und Fortbildungen absolviert. Im Jahr 2020 wagte Sarina dann den Schritt in die Selbständigkeit – quasi, wie bei ihrer Laufkarriere: von 5 auf 21 Kilometer mit ganz viel Spaß, Mut und dem Glauben an sich selbst. Mit was sie sich selbständig gemacht hat? Natürlich mit ihrem liebsten Hobby: Dem Sport im Allgemeinen und dem Laufen im Besonderen. Ihre geliebten Berge, die Natur und die Ruhe im Kleinwalsertal geben ihr beim „Wagnis Selbständigkeit“ die notwendige Gelassenheit und Kraft. Und sollte es doch mal turbulent werden, dann geht sie laufen, sehr gerne im Wildental – das ist anfangs steil und oben herrlich romantisch. Da, so Sarina, findet sie immer wieder zu sich selbst. Ihre Begeisterung ist ansteckend, so langsam werde auch ich hibbelig. Wir beenden unser Gespräch und wecken die Beine auf. Die Grillen stimmen zum Tusch an und wir laufen los.

DAS KLEINE


TRAILRUNNINGLATEIN Straßenläufer sollten die Laufuhr zuhause lassen, weg mit dem ganzen SchnickSchnack. Am besten auch mal auf Musik im Ohr verzichten und dafür mit allen Sinnen die Natur mit ihren Geräuschen wahrnehmen. Die Berglauf-Ziele eher klein halten und über jede erreichte Etappe freuen. Speedhiking lautet das Zauberwort. Der Puls kommt auch dabei in bis dato unerreichte Höhen, wer mag kann sich vorab beim Hausarzt „grünes Licht“ geben lassen oder im Kleinwalsertal einen Gesundheitscheck Lebensfeuer machen. Oben angekommen ist es wichtig, die Natur zu genießen, samt Aussicht und Brotzeit. Trailrunner sind nicht auf der Flucht.

Für wen ist Trailrunning geeignet? Jeder kann Trailrunning ausprobieren. Trailrunning bedeutet nicht zwingend, dass man gleich den Widderstein-Trail laufen muss. Trail bedeutet Querfeldein, wobei hier klar ist, dass Trailrunner nicht einfach irgendwo durch den Wald rennen, sondern immer auf gegebenen Wegen unterwegs sind, aber es muss nicht immer der breite Forstweg sein. Trailrunning bedeutet: einfach mal die Straße verlassen und stattdessen auf schmalen technisch anspruchsvolleren Wegen laufen.

Darauf ist zu achten Wichtige Voraussetzung für einen sicheren Trailrun ist passendes Schuhwerk, vor allem beim Bergablaufen, über Steine und Wurzeln muss die Sohle griffig sein und die Knöchel ausreichend Halt bekommen – gerade am Anfang einer Trail-Karriere. Außerdem wichtig: Vorab Streckenbeschaffenheit und -länge eruieren. Darüber hinaus ist es gut einen kleinen Rucksack mitzunehmen mit Trinkflasche, Energieriegel und Handy. Falls man sich doch mal verlaufen sollte …

Die größten Herausforderungen Wer vom Straßenlauf vielleicht vom Marathon kommt, wird zunächst am Berg seine Schwierigkeiten haben, denn die Belastungen sind ganz anders. Es werden andere Muskelgruppen beansprucht als in der Ebene. Trailrunning bedeutet auch, dass man sich als Läufer dem Untergrund anpassen muss, auch das macht zu Beginn etwas langsamer, mit der Erfahrung wird man schnell und schwebt irgendwann förmlich über Wurzeln und Steine. Trailrunning hat viel mit

Koordination und Konzentration zu tun und ist ein hervorragendes Ganzkörpertraining.

Auf die Berge – fertig, los Sarina Berchtold läuft im Schnitt jede Saison zwischen 30.000 und 40.000 Höhenmeter und legt zwischen 800 bis 1000 Kilometer zu Fuß zurück. 2021 ist ihr Ziel: die Walser Trail Challenge Classic: am 1. Tag Widderstein Trail und am 2. Tag der Walser Trail. Daneben bietet Sarina gemeinsam mit ihrer Freundin Lena verschiedene Kurse an – von Yoga über MamaFit bis hin zu Laufcamps oder -treffs ist für jede und jeden etwas dabei. Mehr Infos gibt es auf www.sarile.com.

■ Text: Susa Schreiner Bilder: Dominik Berchtold

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Vier Buchstaben haben sein Leben geprägt: HOLZ. Für Detlef Willand ist Holz die Basis für seine Kunstwerke. Es ist der Stoff, der ihm Inspiration für sein Buch „Ds Huus“ gab – die Geschichte seines Wohnortes, eines stattlichen Walserhauses in Hirschegg. Dort treffe ich den Künstler in seinem Arbeitszimmer. Der 85jährige Holzschneider, Schriftsteller, Heimatforscher, Hobbyarchäologe und Chronist erinnert mich an einen stolzen, alten Baum: Der Stamm vom Wind und Natur gezeichnet, aber die Krone voller

Kraft, die Äste in viele Richtungen verzweigt. Wenn Detlef Willand von seinen Werken, seinen Entdeckungen und Abenteuern erzählt, spürt man die Leidenschaft eines Menschen, der beharrlich hinterfragt, nicht aufgibt, sich immer wieder mit Neuem beschäftigt, dabei die bäuerliche Tradition seiner Heimat bewahren möchte. Man ist geneigt zu sagen: er ist ein waschechter Walser.

Jede Arbeit ein Abenteuer Seine Kunstwerke sind ein Ausflug in die Natur, in die Landschaft und die Kultur des Kleinwalsertals. Stimmungsvoll fängt der gelernte Holzschneider Wälder, Berge, Tiere und Menschen in seinen Holzschnitten ein. Eines seiner neueren Werke mit dem geheimnisvollen Titel „Suche IV“ fällt ins Auge. Es lehnt neben der Tür seines Arbeitszimmers. Der Wald als metaphysische Metapher, mystisch und geheimnisvoll, dem Menschen übergeordnet. Seine


Detlef Willand: Ein Walser Original

„ICH BIN WIE DER BAUM . . . …aus dem ich meine Holzschnitte mache - ein Teil steckt in der dunkelfeuchten Erde und fesselt mich, der andere schwingt im winddurchwehten Himmel ..." (Detlef Willand über sich).

Bilder regen die Fantasie an, zwingen zum Hinsehen. Nur einmal entfernt er sich in seinen Motiven vom Kleinwalsertal: in den 80er Jahren begibt sich Willand auf die Suche nach dem Großen und Ganzen. Heute würde man „Midlife-Krise“ dazu sagen, so Willand mit einem Augenzwinkern. Er ist dann mal weg – und pilgert in mehreren Etappen auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Aus dieser Zeit sind eindrucksvolle und farbgewaltige Holzschnitte wie der „Große Pilger“ entstanden. Markant: der Wanderer

sieht beim Gehen nicht nach vorne, sondern wirft den Blick zurück. „Nach hinten schauen erklärt Vergangenes und bringt Klarheit. Vieles liegt auf dem Weg, was man nicht erfasst, wenn man nur in eine Richtung blickt und denkt.“ Ein Holzschloss – Motiv für „Ds Huus – das Walserhaus“ Zurück in die Vergangenheit – nach hinten schauen… So entsteht auch das Buch „Ds Huus“. Es ist eine Geschichte über Willands Heimathaus in der Wäldelestraße in Hirschegg. AusschlaggeKLEINWALSERTAL DAS MAGAZIN //27


DETLEF WILLAND 1935 geboren, nach der Schule Ausbildung zum Holzbildhauer 1961

erste eigene Werkstatt im Kleinwalsertal

1965 Hinwendung zu Arbeiten auf Papier 1968 Erste Holzschnitte 1973 Mitglied der Künstlergruppe der Hans-Thoma-Gesellschaft 1977 Erste Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Albstadt Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland 1985 Oberallgäuer Kunstpreis 2001 Preisträger der Stiftung Bibel und Kultur 2003 Mitgestaltung Bergschau Walserhaus Hirschegg 2005 Johann Georg Grimm Preis des Kultur-Förderkreises Allgäu 2010 "Steinmänner-Brunnen" Gipfelstation Walmendingerhorn Kleinwalsertal 2010 Einzelausstellung von Detlef Willand im Kunsthaus Villa Jauss (Oberstdorf) 2012 Verleihung des BundesEhrenzeichens für ehrenamtliche Forschungsarbeiten 2015 "Zeichnen ist Fragen", Berglandschaften 2015 Altar für Berggottesdienst, Gipfelstation Walmendingerhorn 2015/ Einzelausstellung Schloss 2016 Immenstadt

Zahlreiche Buchveröffentlichungen, zuletzt: 2005 Holzschneiden 1970 - 2005 2006 Kleine Geschichte der Walser im Kleinen Walsertal 2008 Wort ond Bildr, gemeinsam mit Anton Amann 2009 Die Antworten der Rabenfrau 2015 Zeichnen ist Fragen

bend war das alte Holzschloss in der Kellertür. Wer waren die Frauen und Männer, die dieses Schloss in Händen hielten, die Türe tausende Male öffneten und schlossen? Willand beflügelt die Idee, sie ausfindig zu machen. Mit Hilfe eines Holzbiologen, der das Holz dendrochronologisch (wissenschaftliche Untersuchung des Holzes nach Alter) untersucht, wird der Bau des Hauses auf das Jahr 1584 datiert. Bei seiner Recherche nach den ehemaligen Besitzern kommt Willand auf ein Dutzend Frauen und Männer. Sie alle hinterließen Zeichen im Haus, Markierungen. Einige Spuren kann er anhand von Urkunden aus dem Walsermuseum erklären, andere entspringen seiner Fantasie, aber immer angelehnt an das Mögliche. So entstand eine Chronik mit Geschicken und Schicksalen und ein lesenswerter Roman über die Bewohner des Walserhauses.

Real ist, dass das Walserhaus bereits 1919 die ersten Touristen empfängt. Es gibt eine Toilette mit Wasser und Elektrizität, für damalige Verhältnisse fast revolutionär. 1922 wird das Walserhaus zum Kinderheim „Haldenhöhe“. Willands Mutter erwirbt es 1939. Und damit beginnt die andere Geschichte Als Willand 1935 geboren wird, ist es grimmig kalt. Selbst im April ist der Schnee noch so hoch, dass die Hebamme Mühe hat, in die Ortschaften des Tals zu gelangen. Ein befreundeter Arzt empfiehlt der werdenden Mutter, ihr Kind im Spital in Heidenheim an der Brenz auf die Welt zu bringen. Heidenheim liegt auf der Schwäbischen Alb und ist ein archäologisches Zentrum. Man sagt, jeder schwäbische Bauer hatte damals mindestens zwei Bücher im Regal: die Bibel und „Rulaman“.


Eine Abenteuergeschichte über die Höhlenmenschen „Aimats“, die europäischen Ureinwohner. Die Hauptfigur der Geschichte ist der jugendliche Rulaman, der mit seinem Vater durch die undurchdringlichen Wälder und Höhlen der Schwäbischen Alb zieht, immer auf der Suche nach Jagdbeute und Nahrung. Willands Patenonkel - selbst ein Hobbyarchäologe - schenkt dem Achtjährigen das Buch. Rulaman wird der Held seiner Jugend – und das Buch ist der Beginn seiner großen Leidenschaft für Steinzeitjäger und Höhlenmenschen, die ihn bis heute fesselt. Zurück in die Steinzeit Als er 1998 gleich zwei Mal kurz hintereinander von einem steinzeitlichen Höhenlager im Kleinwalsertal träumt, deutet er es als Zeichen auf eine bislang unbekannte archäologische Fundstelle. Er macht sich auf den Weg. Auf der Alpe Schneiderküren im Ifengebiet erkennt er den Ort seiner Träume: einen überhängenden Felsen, der vor etwa 10.000 Jahren als Jägerlager genutzt wurde. Willand findet ohne Mühen mehrere Artefakte aus der Mittelsteinzeit. Professor Walter Leitner aus Innsbruck, der damals zeitgleich einen Vortrag über Ötzi im Kleinwalsertal hält, bestätigt seine Vermutung: Es handelt sich tatsächlich um Funde aus der Mittelsteinzeit. Mit der für ihn typischen Walser Beharrlichkeit

erlangt Willand die Erlaubnis für selbst finanzierte Probegrabungen. Zusammen mit seiner Frau Hanne und drei Lehrern aus dem Kleinwalsertal liefern sie in kürzester Zeit 380 Funde nach Innsbruck und machen den Weg frei für weitere archäologische Ausgrabungen durch das Institut für Archäologien der Universität Innsbruck. Das war der Beginn einer intensiven Erforschung steinzeitlicher Hinterlassenschaften im Kleinwalsertal. Insgesamt wurden in elf Jahren fast 8000 Silexartefakte in diesem Höhenlager freigelegt. Willand war der Entdecker der frühen steinzeitliche Besiedlung des Kleinwalsertals und Motor für zahlreiche archäologische Arbeiten. Einige Fundstücke sind heute in der Bergschau im Walserhaus in Hirschegg ausgestellt und erklärt. Ein weiteres Werk über die Steinzeit erscheint 2009: Die Ausgrabungen auf der Alpe Schneiderküren hat der Schriftsteller Willand in dem Buch "Antworten der Rabenfrau" beschrieben. Und wer weiß – vielleicht wird Willands archäologische Hochgebirgsforschung auch noch mit einem eigenen Museum belohnt? Es wäre ihm zu wünschen. Nicht müde für ein weiteres Projekt Es gäbe noch viel zu erzählen über seine Kunstwerke, Bücher und Auszeichnungen. Detlef Willand ist ein vielseitiger Mensch, ein brillanter Künstler und ein

Kämpfer mit Visionen. Für ein entschleunigtes Kleinwalsertal, das sowohl den Bewohnern als auch den Gästen und vor allem der Natur zugutekommen soll. Für eine Heimat, in der Tradition wertgeschätzt wird und erhalten bleibt. So wird das nächste Projekt ein Alpabtrieb in Holzschnitten sein. Denn auch diese Tradition gehört zum Kleinwalsertal. Wie der magische Ifen, der Hausberg der Kleinwalsertaler. Wenn Detlef Willand vor die Haustüre seines Walserhauses tritt, fällt sein Blick auf den markanten Berg. „Jeden Tag erfreue ich mich am Anblick des Ifen, selbst nach 85 Jahren hat er seine Magie nicht verloren“. ■ Text: Doris Schober Bilder: Frank Drechsel, alpin.photo

Weitere Buchtipps über das Leben im Kleinwalsertal von D. Willand: „Wönsch Glück em Schtall – die Ställe der Walser“, „Alte Sprichwörter“, "Ein Leben lässt sich nicht erzählen. Geschichten aus achtzig Jahren" und weitere. www.detlefwilland.info

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Ich lauf doch auch nicht über deinen Salatteller!

WARUM WIESEN VON UNS MEHR GESCHÜTZT WERDEN MÜSSEN Es ist so verlockend: Mitten in der Blumenwiese bietet sich der Panoramablick auf den Widderstein. Im Vordergrund der alte Walser Stall – ein perfektes Fotomotiv! Außerdem sind da schon andere Spuren im Gras. Abgezäunt ist die Wiese auch nicht. Also nur kurz hinüberhuschen und über eine Abkürzung wieder zurück auf den Weg… Natürlich stecken keine bösen Gedanken dahinter. Für die Natur hat der Ausflug auf die Wiese aber ein böses Nachspiel. Denn wenn Alpenblumen mit Füßen getreten werden, nehmen sie das übel. Schon der erste Tritt ist für die sensiblen Alpenblumen ein Verwelk-Urteil. Wie bei einer Tulpe, die in der Blumenvase einmal umknickt. Schade um das eine Blümchen – aber… es gibt doch so viele davon, oder? Ja, die gibt es. Doch auf dem Weg zum perfekten Fotopunkt durchquert man gerne mal hundert Meter Wiese. Und je

länger die Schneise ist, desto mehr Gras wird unbrauchbar gemacht. Gras, von dem bei uns Rinder, Schafe und Ziegen leben. Doch die können leider nicht protestieren. Dabei hätten sie allen Grund dazu: Immerhin geht es um ihre Futterschüssel, die hier beschmutzt wird. Wenn man das Gras nicht mehr wachsen hört Aber auch ohne Fotoambition kann es fürs Gras brenzlig werden. Wo Mountainbiker auf Wanderer treffen, ist der erste Reflex: ausweichen. Entlang schmaler Pfade in höheren Alpgebieten, schlagen Biker kurzerhand einen Bogen durch die Wiese. Doch besonders bei nassen Böden wird die Grasnarbe dadurch mehr beschädigt als es auf den ersten Blick scheint: Die aufgeworfene Erde verschmutzt das Gras bei Nässe, das Gras wächst schwächer nach und schlussendlich muss es die

Kuh ausbaden: Die Ernte liefert weniger Futter. Und dann wäre da noch das Bodenleben: Es mag kleinlich klingen, aber Regenwürmer und andere Kleinstinsekten verkriechen sich, wenn sich der Boden verdichtet. Nicht unwahrscheinlich, dass solche Verletzungen im Gras auch noch im nächsten Jahr sichtbar sind. Was dem Feinschmecker den Appetit verdirbt Wer eine Kuh auf der Weide betrachtet, könnte meinen, dass sie eher unkritisch mal hier, mal da Gras herausrupft. Tatsächlich ist sie aber sehr heikel: Nur die schmackhaftesten, saftigsten, dichtesten Grasbüschel sucht sie aus – das minderwertige Grünzeug, was etwa über verletzte oder aufgeworfene Böden nachwächst, lässt sie links liegen. Das bedeutet am Ende der Weidezeit einen größeren Aufwand für den


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Und um noch etwas machen Kühe auf der Weide einen großen Bogen: Hundekot. Ihr Instinkt verbietet es ihnen, und das zu Recht: Ein Darmbakterium im Hundekot kann bei trächtigen Kühen Fehlgeburten auslösen. Heimtückisch wird es allerdings, wenn eine Wiese mit Hundekot gemäht wird. Im Heufutter ist es für die Kühe nämlich unmöglich, das saubere Gras vom verschmutzten zu unterscheiden. Für den Landwirt ist es immer tragisch, wenn die Mühe einer ganzen Sommersaison so zunichte gemacht wird und der Nachwuchs im Stall ausbleibt.

Wiesen werden mit Kuhdung gedüngt, Gras wächst

Gemeinsam für Nach-Wuchs sorgen

DIE HEUERNTE IM JAHRESLAUF APRIL Ab der Schneeschmelze ist der Boden empfindlich. Die Grasnarbe erholt sich von Nässe und Kälte.

HUNDEKOTSTATION HUNDEKACKIBOX Gesunde Kühe dank sauberer Wiesen „Wohin mit den gefüllten Hundekotbeuteln?“. An rund 50 Plätzen gibt es im Tal schon seit vielen Jahren Stationen, bei denen Hundekotbeutel mitgenommen und entsorgt werden können. Die grünen „Hunde Stationen“ sind nicht zu übersehen und entlang der Wanderrouten angebracht.

Was man sich im Kleinwalsertal wünscht, ist ein gutes Miteinander zwischen Landwirtschaft und Naturliebhabern – egal ob auf zwei Rädern oder zwei Beinen. Denn die meisten Landwirte sind Bauern aus Leidenschaft und pflegen gerne die Natur und die Tiere. Dabei nehmen sie auch gerne Rücksicht auf die freiluftliebenden Mitmenschen.

JUNI 1. Schnitt: Heu ist am nahrhaftesten ERSTE AUGUSTHÄLFTE 2. Schnitt: wird von Milchkühen am liebsten verzehrt AB SEPTEMBER Ab dem Alpabtrieb weiden die Rinder wieder auf den Wiesen im Tal

Landwirt und Vorstand der Walser Buura, Markus Fritz, formuliert es so: „Wenn man beim Zaunaufstellen, beim Ausmähen eines Bachlaufs oder bei der anstrengenden körperlichen Arbeit auch mal ein kurzes Lob oder anerkennendes Nicken bekommt – dann steht man auch am nächsten Tag wieder gerne auf der Wiese.“

MITTE OKTOBER BIS APRIL Keine Heuernte oder Weidenutzung. Das Vieh steht im Stall und das Heu aus der Sommerernte dient als Futter.

Landwirt: Was die Kuh verschmäht, mäht er ab. Denn die Wiese muss auf jeden Fall gepflegt in den siebenmonatigen Winterschlaf gehen.

Vielleicht erinnert man sich bei der nächsten Jagd auf den besten Fotospot daran: Am Ende hat man selbst in der Hand, was auf dem Teller landet: Auf dem der Kühe und auf dem eigenen. ■ Text: Carolin Schratt Bilder: Frank Drechsel, alpin.photo

DREI EINFACHE DO’S UND DON’TS FÜR GESUNDE WIESEN: SO NICHT:

WARUM ES SCHADET

SO BESSER

Einer vorhandenen Spur nachgehen, um z.B. abzukürzen

Mehr Personen bedeuten mehr Belastung für den Boden

Auf dem Weg bleiben

Wanderern mit dem Bike ausweichen

Mountainbikereifen werfen die Grasnarbe buchstäblich auf.

Absteigen und warten bis der Weg frei ist

Hundetoilette mitten auf der Wiese

Nach Heuernte gelangen Darmbakterien im Hundekot ins Kuhfutter

Hundekot aufsammeln und in einer der Hundekotstationen entsorgen

Und sollte mal längere Zeit keine Hundestation in Sicht sein, hilft die „Hundekackibox“ aus: Ein luft- und geruchsdichter kleiner Behälter, der mittels Gürtel am Körper oder Rucksack getragen werden kann. Mit Hundekot gefüllte Beutel nimmt er problemlos auf. Die Box gibt es für 10 Euro im Tourismusbüro in Hirschegg oder auf dem Gemeindeamt in Riezlern.

WALSER BUURA Die "Walser Buura" sind der Zusammenschluss von Landwirten, Erzeugern und Verarbeitern von Produkten, die im Kleinwalsertal ihren Ursprung haben. Sie bieten die gesamte Produktpalette der heimischen landwirtschaftlichen Betriebe an. Fleisch- & Wurstwaren, Käse & Milchprodukte, Honig sowie viele weitere selbsterzeugte Produkte aus dem Tal. Die Kleinwalsertaler Direktvermarktung ist das Bindeglied zwischen den Produzenten dieser naturnahen Lebensmittel und den Konsumenten. Kontrollierte Qualität, erstklassige Ökobilanz und fairer Umgang mit Tier und Natur garantieren höchsten Genuss. Achten Sie beim Einkauf im Hofladen darauf!

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Im Kleinwalsertal leben Menschen aus rund 50 Nationen. Es sind Geschichten von Menschen, die vielleicht nur für einen Sommer oder für einen Winter zum Arbeiten ins Kleinwalsertal gekommen sind. Aus einer Saison wurden oft mehrere Jahre. Für viele wurde das Kleinwalsertal zur neuen Heimat. Tourismus und Gastronomie bieten vielseitige und aussichtsreiche Perspektiven, um das Kleinwalsertal zum Arbeiten und zum Leben für sich zu entdecken.

PriMa – Priorität Mitarbeiter Kleinwalsertal ist eine Initiative, die zusammenzubringt, was zusammengehört: Menschen, die vom Leben in den Bergen träumen und Betriebe, die ihre Werte teilen. In unserer Serie „Fünf Fragen an“ stellen wir Ihnen Persönlichkeiten vor und wie sie im Kleinwalsertal die Balance zwischen Arbeit und Leben finden.

Willst Du auch arbeiten wo andere Urlaub machen? Infos und Jobbörse unter: prima.kleinwalsertal.com


GEKOMMEN, UM ZU BLEIBEN Fünf Fragen an . . . Lisa Galke ist Restaurantleiterin im Genuss- & Aktivhotel Sonnenburg. Service liegt ihr im Blut, das spürt man sofort. Mit einem breiten Lächeln empfängt sie mich an ihrem Arbeitsplatz und ich fühle mich direkt willkommen. Viel Zeit bleibt uns zwischen zwei Schichten nicht, denn es gibt viel zu tun – Nachbesprechung, Vorbereitungen für das Abendgeschäft und das sorgsame Eindecken der Tische. Also setzen wir uns in das stilvoll eingerichtete Restaurant und fangen an zu plaudern. Lisa, wie hat es dich ins Kleinwalsertal verschlagen? Gebürtig komme ich aus Willingen im Sauerland. Dort habe ich meine Ausbildung als Restaurantfachkraft gemacht und noch eineinhalb Jahre in meinem Lehrbetrieb gearbeitet. Auf das Kleinwalsertal wurde ich zufällig aufmerksam, als ich eine Freundin hier besucht habe. Da ich zu dieser Zeit Veränderung im Arbeitsleben wollte, habe ich mich spontan auf eine freie Stelle beworben und schnell eine Zusage erhalten. Daraufhin bin ich hergezogen. Mittlerweile lebe ich seit acht Jahren im Tal und bin angekommen. Wie war für dich die Anfangszeit, wenn du jetzt zurückblickst? Am Anfang war es etwas ungewohnt, da ich früh von zu Hause ausgezogen bin. Für mich war aber von Beginn an klar, dass ich etwas Langfristiges suche und es kein Saisonjob bleiben soll. Da ich gerne Menschen um mich herumhabe, war es mir wichtig, einen Freundeskreis aufzubauen. Durch die

Hotel- und Gastronomiebetriebe leben und arbeiten viele junge Menschen im Tal, die ähnliche Interessen haben. So fiel es mir leicht, neue Leute kennenzulernen. Konntest du dich im Job auch schnell einfinden und wo stehst du jetzt? Ich habe mich in der Sonnenburg schon immer wohlgefühlt und tue es heute umso mehr. Heike, unsere Chefin, hat mir viel beigebracht. Insbesondere Aufgaben, mit denen man sich als Lehrling noch nicht so intensiv auseinandersetzt. So habe ich über die Jahre immer mehr Aufgaben und Verantwortung übernommen und bin in die Führungsrolle gewachsen. Heute bin ich für die Restaurantleitung verantwortlich und das Bindeglied zwischen meinem Team und den Gästen. Ich gebe Wein- und Getränkeempfehlungen aus, was mir besonders Spaß macht. Ein guter Wein zu einem tollen Gericht - so macht man den Gästen eine Freude und bekommt das auch zurückgespiegelt. Zudem betreue ich unseren Stammkundenkreis, führe Dienstbesprechungen durch und schaue, dass alles funktioniert. Wie definierst du für dich wertschätzende Teamarbeit? Es ist ein großartiges Gefühl, jemanden hinter sich zu wissen, der einem den Rücken stärkt. Das gilt bei uns im Haus sowohl für die Hotelleitung als auch das gesamte Team. Jeder weiß

den anderen zu schätzen und leistet seinen Beitrag für ein gutes Miteinander. Wir machen gerne Teamaktivitäten, vor allem wenn wir Neuzugänge im Team haben. Jeder kann freiwillig teilnehmen, aber das lässt sich selten jemand entgehen. Das gibt einem die Möglichkeit, sich abseits des Arbeitsalltages kennenzulernen, denn wir möchten, dass sich neue Kollegen willkommen fühlen. Zudem stärken wir so unseren Zusammenhalt und dann funktioniert auch das Zusammenarbeiten sowie die Einarbeitung gut. Was machst du in deiner freien Zeit im Tal am liebsten? An freien Tagen gehe ich wandern oder joggen. Dabei darf Musik nicht fehlen, denn so bekomme ich den Kopf am besten frei. Am liebsten jogge ich den Burmi-Weg an der Breitach entlang. Das ist eine wunderbare Joggingstrecke, wenn man den Bach neben sich hat und von Bäumen umgeben ist. Zudem ist die Strecke nicht zu steil und für eine Feierabendrunde ideal. Auch an anstrengenden Arbeitstagen gehe ich oft noch in die Natur, da spielt die Uhrzeit keine Rolle. Manchmal spaziere ich auch einfach eine Runde durchs Tal. Die abendliche Stille genieße ich dann sehr, kann durchatmen und abschalten. ■ Text: Vanessa Freytag Bilder: Werner Krug

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Die Vitalwege –

WALSER OMGANG & NATURERLEBNIS-PLÄTZE Zu sich selbst finden, aus dem Gedankenkäfig ausbrechen und gestärkt aus dem Urlaub zurückkommen. Die acht Vitalwege des Walser Omgang und die NaturErlebnisplätze im Kleinwalsertal sind etwas für Körper und Geist.

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WER VIEL VORHAT, KOMMT ZU UNS. Damit es für Sie bei Ihrer Anlage eher bergauf als bergab geht, brauchen Sie mehr als nur Glück. Sie brauchen die exzellente Beratung der Hypo Vorarlberg, die genauso achtsam wie ambitioniert ist. Wie wir Vorarlberger eben so sind. Hypo Vorarlberg in Riezlern Walserstraße 31, T +43 50 414-8000 www.hypovbg.at/riezlern

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Das Kleinwalsertal sagt Danke!

PREMIUM EHRUNGEN Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

Karin van Oen e José Korndörffund er

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Winterwelt

KLEINWALSERTAL! Die Höhenlage der Orte (1.086 bis 1.244m) und die günstige Nordwest-Staulage am Nordrand der Alpen machen das Kleinwalsertal zu einem "Schneeloch". Als eine der niederschlagsreichsten Regionen der Alpen, fallen durchschnittlich über 9 m Schnee pro Saison.

Bergsilvester Kleinwalsertal

Unsere Tipps im Winter!

Ski-Aktionswochen

Bergsilvester im Kleinwalsertal. Das ist vor allem eines – anders. Wir verzichten zum Wohle von Natur und Tier auf Feuerwerk und machen Platz für besondere Erlebnisse zum Innehalten, Staunen und Mitmachen.

Freuen Sie sich auf besondere Erlebnisse in der Walser Bergwelt wie die Schneeschuhtour in die Schneedünen des Gottesackerplateaus, in die einsame Wildnis des Schwarzwassertals oder nehmen Sie an unserem Warm Up für Ski-Wiedereinsteiger teil...

Skivergnügen auf 130 km schneesicheren Pisten mit dem 2-Länderskipass Oberstdorf-Kleinwalsertal. Unterkunft buchen und vergünstigten Skipass sichern.

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Bei teilnehmenden Gastgebern können Sie den Skipass zu Exklusivpreisen vor Ort buchen.


Grenzenloses Skivergnügen finden Sie an unseren 47 Liften & Bahnen mit 130 Pistenkilometern! Eingebettet in die Skiberge Kanzelwand-Fellhorn, Ifen, Walmendingerhorn und Heuberg erstreckt sich das Skigebiet Kleinwalsertal über das ganze Tal. Weitere Skigebiete im Verbund OberstdorfKleinwalsertal sind Söllereck und Nebelhorn. Snowparks, Flutlichtfahren und ein tolles Freeride-Areal runden das Angebot ab.

Langlauf im Rhythmus Wer dem nordischen Skisport frönt und seiner Gesundheit etwas Gutes tun will, ist auf unseren drei Loipen mit knapp 50 km Länge bestens aufgehoben. Unsere Loipen sind in die Impulse Regeneration, Aktivierung & Balance eingeteilt.

Naturerlebnis Winterwandern Höhenwege, wie der zur Schwarzwasserhütte (1.620m), zum Söllereck (1.358m) und speziell der Rundwanderweg auf dem Gottesacker auf 2.000m Höhe bieten unvergleichliche Wintererlebnisse. Für Ihre Winterwanderungen steht Ihnen ein Netz mit über 50 km präparierten Wanderwegen, auch in Tallage, zur Verfügung.

Backcountry & Snowparks Freeriden, Schneeschuhtouren, Skitouren wer mit einem Guide auf Tour geht, ist auf der sicheren Seite. Sie kennen sich bestens im Gebiet aus, sind erfahren und gut ausgebildet. Bei unseren Snowparks "Crystal Family" im Gebiet Fellhorn/Kanzelwand und dem Minipark am Söllereck schlägt das Freeskier & Snowboarder Herz höher und ist für jedes Fahrkönnen und Alter geeignet.

Freizeit Erlebnisse Rodeln, Schneemann bauen, Snowbike fahren, Reiten, Tandem-Paragliden, Ausflüge mit dem Pferdeschlitten, Hundeschlittenfahrten mit Huskys, Eislaufplatz, Skisprungstadion AUDI Arena und Heini-Klopfer-Skiflugschanze, SöllereckRodel und vieles mehr im und ums Kleinwalsertal.

KLEINWALSERTAL DAS MAGAZIN //39


ANREISE MIT DEM AUTO Die meisten Anreisewege treffen in Ulm aufeinander und führen weiter auf der A7. Beim Autobahndreieck Allgäu über das Teilstück der A980 bis zur Anschlussstelle Waltenhofen und auf der 4-spurigen B19 über Sonthofen und Oberstdorf ins Kleinwalsertal. Für die Fahrt ins Tal benötigen Sie keine Autobahn-Vignette.

ANREISE MIT DEM FLUGZEUG Memmingen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .89 Friedrichshafen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .105 Zürich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .187 München . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .205 Stuttgart . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .224

ANREISE MIT DER BAHN Für Anreisende ist das 10 km entfernte Oberstdorf im Allgäu Zielbahnhof. Von da aus geht’s weiter mit Bus oder Taxi. Der Bus verkehrt zur Hochsaison zwischen ca. 7.00 und 21.00 Uhr. Die Fahrt ins Kleinwalsertal dauert ca. 25 Minuten. Taxis warten rund um die Uhr am Bahnhof. Fragen Sie bei Ihrem Gastgeber nach dem vergünstigten Anreiseticket.

- Taxi Beranek: Tel. +43 676 955 5995

Kleinwalsertal Tourismus eGen A-6992 Hirschegg · Walserstraße 264 Telefon +43 (0)5517 5114-0 www.kleinwalsertal.com

Das Kleinwalsertal finden Sie auch auf:

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FLUGHAFENTRANSFER - Walsertaxi: Tel. +43 5517 5460 oder 5464

- Allgäu Walser Express ab Friedrichshafen: www.allgaeu-walser-express.com

WALSERBUS - IHR PLUS Lassen Sie während Ihres Urlaubs das Auto doch einfach stehen. Der Walserbus bringt Sie schnell, sicher und bequem zu Ihrem Ziel. Und das Beste – mit Ihrer Vorteil mit Gästekarte ist die Nutzung Gästekarte im gesamten Tal kostenlos. Sogar das Ticket nach Oberstdorf (Deutschland) ist mit der Gästekarte reduziert. Genießen Sie jede Menge Vorteile: 1. Kurze Taktzeiten zwischen 10 und 20 Min. 2. Keine Parkplatzsuche oder Parkgebühren 3. Kein Stress 4. Weniger Verkehr 5. Mehr Ruhe und eine saubere Umwelt 6. Sonderbusse bei vielen Veranstaltungen Bitte beachten Sie, dass in der Nebensaison die Taktzeiten der Busse reduziert sind und die Nebenlinien 2 - 5 nur eingeschränkt fahren.


Deutschlands größte Schanze seit 1949

Bildnachweis: Eren Karaman

Faszination Skifliegen

Exklusive Einblicke & atemberaubende Ausblicke Barrierefreier Schrägaufzug|Turmaufzug| VirtualReality-Erlebnis|Erlebnisweg| Schanzen-Bistro & Terrasse|Picknick-Bereiche Öffnungszeiten täglich 09:30 bis 17:30 Uhr (April bis Oktober) 09:30 bis 16:30 Uhr (November bis März) Deutschlands größte Schanze bietet ein spannendes Erlebnis bei jeder Witterung! Skiflugschanze Oberstdorf Zimmeroy 1 D - 87561 Oberstdorf Tel. +49 (0) 8322 / 700 - 5201 info@skiflugschanze-oberstdorf.de www.skiflugschanze-oberstdorf.de Betreiber: Sportstätten Oberstdorf|Roßbichlstraße 2 - 6|87561 Oberstdorf

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