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[nüüs] NEUES AUS DEM KLEINWALSERTAL

VON GANG ZU GANG

DIE BIENENFLÜSTERER

Kulinarisches Wandern

André und Flori

DAS MAGAZIN

Naturführerin

DIANA ECKHOFF IM INTERVIEW

Sommer 2020


SNOWCOMPANY VERLEIH · SERVICE · SHOP

6991 Riezlern Nähe der Kanzelwandbahn Telefon +43 5517/3685-40

·OUTDOOR- & FREIZEITMODE · E-BIKE & MOUNTAINBIKEVERLEIH ·KLETTERSTEIGAUSRÜSTUNG

6992 Hirschegg Neben dem Walserhaus Telefon +43 5517/5417

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6993 Mittelberg Gegenüber der Walmendingerhornbahn Telefon +43 5517/5590 www.snowcompany.at · Kleinwalsertal,Austria

© Cube: Pending System GmbH&Co. KG

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INHALT

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DIANA ECKHOFF

GENUSSREGION

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IMPRESSUM Kleinwalsertal Tourismus eGen A-6992 Hirschegg, Kleinwalsertal Telefon +43 (0)5517 5114-0 www.kleinwalsertal.com DVR: 4010249

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VON GANG ZU GANG

EMMA UND ELMI

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Alle Angaben und Daten wurden nach bestem Wissen zusammengestellt und sind ohne Gewähr. Aus eventuellen Fehlern können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Das Kleinwalsertal finden Sie auch auf:

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ALPHORNTAGE

DIE BIENENFLÜSTERER

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WINTERVORSCHAU

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ID-Nr. 1984146

PRIMA – PRIORITÄT MITARBEITER

KLEINWALSERTAL DAS MAGAZIN // 3


Finn . . .

. . . UND DIE VIELEN FRAGEN Eigentlich wollte Diana Eckhoff nur etwas für sich im Kleinen verändern. Doch dann schlugen ihre Ideen Wurzeln und ihr Engagement trägt inzwischen große Früchte – und das auf ganz natürliche Art und Weise.

Finn, sagt Diana, habe ihrem Leben eine ganz neue Richtung gegeben. Das ist zunächst einmal nichts Außergewöhnliches, schließlich verändert jedes Kind das Leben der Mutter nachhaltig. Doch Diana war bei der Geburt ihres Sohnes gerade volljährig und nach ihrem Schulabschluss noch sehr auf der Suche. Während die anderen ihre Lehre begannen, hing sie in der Luft. „Ich habe in nichts etwas gesehen, das ich für drei Jahre machen wollte“, sagt sie und schüttelt den Kopf. Und so

entschloss sie sich damals vor sieben Jahren, erst einmal durch Neuseeland zu reisen und dort zu arbeiten. Aber: „Neuseeland hat nicht sein sollen.“ Finn hat sein sollen. „Zwei Wochen nach meinem 18. Geburtstag, stellte sich heraus, dass ich schwanger bin.“ Diana kommt aus Hirschegg, Severin – Finns Vater – aus Riezlern. Seit sie 16 sind, sind sie ein Paar. Severin hatte gerade seine Lehre als Kunstschmied begonnen. Die Ausgangslage für eine Familiengründung „war jetzt nicht ge-

rade optimal, aber wir wussten immer: Das wird schon irgendwie.“ Diana zuckt mit den Achseln: „Wir konnten nie große Sprünge machen, aber es hat immer alles funktioniert. Wir wollten es selber schaffen und das haben wir. Es ist alles sehr gut so wie es ist.“ Von Pflanzengemeinschaften und der Gemeinschaft im Tal Mit Finn kamen zwar große Herausforderungen, aber vor allem auch große Freude – plus ein Bewusstseinswandel


und das, was Diana ihre „Findungsphase“ nennt: „Ich begann plötzlich, die Dinge zu hinterfragen“, erzählt sie. „Vor allem wollte ich wissen, wo das Essen herkommt, mit dem ich meinen Sohn füttere. Und da habe ich schnell festgestellt, dass ich ihm das gar nicht geben möchte. Vorher habe ich darüber nicht wirklich nachgedacht. Mit 15 bin ich noch mit dem Moped zum McDonalds nach Oberstdorf gefahren.“ Diana beginnt ihr Leben umzustellen, kauft bewusst ein, bezieht

Produkte regional und stellt Dinge selbst her – und das auch für sich und Severin. Und dann hört sie obendrein ein Gespräch zwischen ihrem Vater und Andi Haller, das den nächsten Anstoß liefert. Andi hat im Wildental bei Bödmen einen 7.000 Quadratmeter großen Permakultur-Garten aufgebaut. Permakultur gilt als eines der nachhaltigsten Garten- und Landwirtschafts- konzepte. „Man gestaltet eine Fläche nach

dem Kreislauf der Natur und schafft dadurch Lebensräume, die sich selbst erhalten“, erklärt Diana. Sie selbst hatte damals noch keine Ahnung davon, „welche Pflanzen zusammenpassen, sich gegenseitig schützen und fördern.“ Durch die richtige Anpflanzung unterschiedlichster Gemüsesorten, Sträucher und Kräuter, Blumen und Bäume wird das natürliche Gleichgewicht gehalten. Diana betont: „Und dann braucht es keinen Kunstdünger, kein Pflanzenschutzmittel, generell keinerlei

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Chemie mehr. Die Pflanzen, Insekten und Tiere regeln alles selbst.“ Das alles und noch viel mehr erfährt sie von Andi Haller und kurz darauf in einer Permakultur-Ausbildung, die sie im schweizerischen Brienz besucht. Anfangs geschieht das alles aus Eigeninteresse, doch Diana merkt bald, dass auch ihre neuen Einsichten umfassender gedacht werden könnten. Ihre Familie, reflektiert sie, war immer eng „und immer füreinander da“. Das Vertrauen in die Kraft der Gemeinschaft habe sie somit wohl in die Wiege gelegt bekommen. Die Zusammenhänge von Pflanzengemeinschaften, das gegenseitige Befruchten und Helfen überträgt sie inzwischen auf die Gemeinschaft im Tal. Unter anderem als stellvertretende Obfrau des frisch gegründeten Obst- und Gartenkulturvereins Kleinwalsertal. Einmal im Monat richtet der Verein einen Gartenstammtisch aus, zu dem jeder eingeladen ist. Und es kommen stets um die 20 bis 30 Leute. Es geht darum, Wissen auszutauschen, ein Netzwerk zu schaffen und sich zu unterstützen. Da kann es sein, dass jemand erkrankt ist

oder in den Urlaub fährt und Hilfe im Garten braucht. Der andere hat eine brach liegende Fläche, die er zur Verfügung stellen würde. Vom Lern- zum Lehreifer „Unsere Gesellschaft hat sich sehr von der Natur abgegrenzt“, meint Diana, „dabei sind wir ein Teil von ihr und sollten uns wieder mehr in das System einbringen.“ Sie wünsche sich, „dass wir die ökologischen Zusammenhänge irgendwann ganz selbstverständlich verinnerlicht haben. Und ich finde, dass sich da gerade eine starke Bewegung in diese Richtung aufbaut.“ Diana lacht. Sie ist Optimistin und führt sich als besten Beweis an – und man kann ihr nur recht geben. Die Ansätze, die bei ihr vor fast sieben Jahren begonnen haben zu keimen, sind inzwischen kraftvoll in viele Richtungen gewachsen. „Es verästelt sich bei mir“, sagt sie zu den diversen Projekten, die sich in ihrem Leben ergeben haben. Und immer wieder führt sie Finn als Auslöser an. Der Apfel fällt nämlich nicht weit vom Stamm: Kaum hat sie mit Finns Geburt

„Unsere Gesellschaft hat sich sehr von der Natur abgegrenzt – dabei sind wir ein Teil von ihr und sollten uns wieder mehr in das System einbringen.“ Diana Eckhoff


begonnen, die Welt zu hinterfragen, legt ihr Sohn mit kaum drei Jahren nach und durchlebt eine „sehr ausgeprägte Warum-Phase“. „Er wollte einfach alles wissen: Wieso steht der Baum da? Was ist das für einer? Was macht die Rinde? Wie heißt der Berg? Wie heißt der Käfer? Einfach alles. Und ich war schockiert, wie wenig ich wusste. Ich dachte, ich verstehe die Welt nicht.“ Diana weicht Finn nicht aus. Gemeinsam durchforsten sie Bücher, sie liest nach, recherchiert, wird selbst immer neugieriger und wissbegieriger – bis sie sich schließlich dazu entscheidet, die Ausbildung zur Naturführerin zu machen. Über drei Monate lässt sie sich in der Naturkundeinitiative inatura in Dornbirn im Auftrag des Landes Vorarlberg schulen. „Es ging um die unterschiedlichsten ökologischen Bereiche, von der Geologie bis zur Vogelkunde. Es ging darum, die Arten zu definieren, Zusammenhänge zu verstehen, aber auch das Wissen zu vermitteln.“ Seit 2019 begleitet Diana als Naturführerin das Projekt „Vielfalterschule“ an der Volksschule in

Hirschegg und geht dort mit den Kindern einmal im Monat raus, um gemeinsam die Natur zu erkunden. Radfahren statt fliegen Und Finn? Stelle noch immer gerne fragen und sei von Natur aus kritisch, sagt Diana. Sie ist sich manchmal aber auch unsicher in Sachen Erziehung. „Für mich selber kann ich Entscheidungen treffen, aber es ist schwer zu sagen, ob es auch immer die richtigen Entscheidungen für Finn sind. Ich versuche einen Punkt zu finden, wo es sich die Waage hält. Ab und zu darf man sich auch schon mal einen Schmarrn erlauben.“ Allerdings bekommt Finn eben keine Fruchtzwerge und das Meer hat er auch noch nicht gesehen. Als er sich vor kurzem einen neuen Ordner für die Schule aussuchen durfte, entschied er sich für den mit Strand-Motiv auf dem Umschlag und meinte dazu leicht vorwurfsvoll: „Weißt Mama, ich hab ja noch nie ein echtes Meer gesehen.“ Über den letzten Urlaub aber, lacht sie, hat er sich auf jeden Fall nicht beschwert. Statt einer Flugreise investier-

ten Severin und Diana in einen Fahrradanhänger und waren im Allgäu mit dem Zelt unterwegs. Finn radelte schon eifrig mit seinem kleinen Mountainbike nebenher. Im Anhänger saß seine kleine Schwester Milia, die im Januar 2018 zur Welt kam. Es rollt gut dahin bei der jungen Familie. Der Sinneswandel, der im Kleinen heranreifte, trägt inzwischen inspirierende Früchte. Und im Sommer 2019, ganz spontan nach neun Jahren Beziehung, haben Diana und Severin geheiratet. Im kleinen Kreis, „aber dafür richtig“. Sie schmunzelt und entschuldigt sich ein wenig: „Das klingt jetzt kitschig, aber wir sind wie frisch verliebt.“ Passt also alles? Diana schaut auf und nickt mit Nachdruck. „Auf jeden Fall. In vielen Punkten stecken wir noch in den Kinderschuhen, aber das macht’s auch total spannend. Wir sind auf dem richtigen Weg, das weiß ich, so fühlt es sich an.“ ■ Text: Sissi Pärsch Bilder: Frank Drechsel

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GenussRegion – schmecken wo’s herkommt

KLEINWALSERTALER WILD UND RIND

Regionale Produkte und Spezialitäten Hochwertige Produkte von Rind & Wild, aber auch die verschiedensten Käse, Alpbutter, Joghurt, Eis und frische Milch bekommen Sie auf den Alpen und in den Hofläden des Kleinwalsertals. • Bärgunthütte GenussHütte • Alpe Widderstein GenussHütte • Innerer Stierhof GenussHütte SENNALPEN am Walmendingerhorn • Obere Lüchlealpe • Alpsennerei Stutzalp im Gemsteltal · Bernhard's Gemstelalpe · Gemstel-Schönesboden GenussHütte im Wildental · Innere Wiesalpe · Untere Wiesalpe

im Schwarzwassertal · Alpe Melköde GenussHütte

• Walser Buura Verkaufsstand im Café Baad Grund in Baad

auf dem Oberwestegg • Mittelalp GenussHütte

• Walser Wochenmarkt in Hirschegg

HOFLÄDEN • Abler Spezialitätenverkauf im Stall in Mittelberg • Biohof Feurstein in Mittelberg-Höfle • Hoflaada in Mittelberg-Stütze • Käsestadl in Hirschegg • Räucherkammer in Riezlern • s’Hirscheck in Hirschegg

• Letzebuurhof in Riezlern-Zwerwald • Berchtold’s Bura Lädele in Riezlern • Xond in Riezlern • Miluh Gelato Naturale in Riezlern • Dies & Das und iKuh - schöne Ideen in Hirschegg-Dürenboden • Waldhaus in Riezlern • und bei vielen Bauern direkt ab Hof oder im Onlineshop unter: www.einfachgut.at


Genussvolle Lebenskunst und gesunde Vielfalt im Kleinwalsertal Genuss beginnt bei den Zutaten. Das Kleinwalsertal setzt dabei auf Regionalität, Saisonalität und eine enge Zusammenarbeit von Landwirten, Jägern, Produzenten und Gastronomen. Neben den regionalen Spezialitäten und Erzeugnissen der Walser Buura (Bauern) stehen in der GenussRegion vor allem zwei Leitprodukte im Vordergrund: Kleinwalsertaler Wild und Rind.

Genusswandern und Kochen auf der Alp Was passiert, wenn man einen Wanderführer und ehemaligen Haubenkoch in eine Alpküche steckt? Herbert Edlinger nimmt Sie mit auf eine spannende Wanderung, bei der Sie nicht nur das Netzwerk aus Landwirten und Gastwirten kennenlernen, sondern auch schmackhafte Kräuter von der Wiese sammeln. Auf geht es damit zur Unteren Wiesalpe – eine reine Ziegenalpe! Dort gibt es dann nicht nur die feine Kräuterbutter, denn das Alpleben hat kulinarisch viel mehr zu bieten. Milch, Käse und Landjäger sind nur wenige der vielfältigen Erzeugnisse von Kuh & Co.. Legen Sie mit Hand an und spüren Sie die Frische und Qualität unserer einfachen, dafür umso besseren regionalen Produkte. Jeden Donnerstag um 9.30 Uhr Dauer ca. 4,5 Stunden Teilnahme € 29,- inkl. Brotzeit und Gruß aus der Alpküche Geeignet für Kinder ab 7 Jahren in Begleitung Erwachsener (Kinder bis 14 Jahre frei) Von 4. Juni bis 24. September 2020

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Bleiben oder gehen? Eigentlich stehen die Zeichen auf Liegenbleiben. Spätsommerliche Sonnenstrahlen wärmen unsere Gesichter und nur ein ganz leises Plätschern ist vom Wasserbecken im Hintergrund zu hören. Wir haben es uns gemütlich gemacht auf den geschwungenen, fast schon ergonomisch geformten Ruheliegen am NaturErlebnisplatz in Oberhirschegg. Es ist einer der vielen Orte, die unsere kulinarische Talwanderung zu einer echten Genießertour machen.

Hirschegg liegt uns zu Füßen, im Hintergrund die Bergriesen Elfer, Zwölfer, Großer Widderstein und der Bärenkopf. Wir lassen die zurückgelegte Strecke Revue passieren und schwärmen noch vom ersten Gang. In Mittelberg wurde uns die Vorspeise serviert: Walser Tapas dazu ein Aperitif mit hausgemachtem Bergheusirup. Mitten im Ort ist die Terrasse der Neuen Krone ein richtiger Logenplatz. Ganz entspannt kann man sich von dem bunten Treiben unterhalten lassen. Um halb elf am Vormittag ist der Ort so bunt wie ein Wimmelbuch:

Wanderer mit großen und kleinen Rucksäcken eilen zur Walmendingerhornbahn, Biker mit und ohne E-Motor schwärmen in alle Richtungen aus, Schulkinder, die Ferien haben, auf dem Weg ins Freibad und hoch oben ziehen drei Gleitschirmflieger ihre Kreise. Katharina und ich haben uns von der allgemeinen Aufbruchsstimmung nicht mitreißen lassen. Wir freuen uns darauf, heute einen Gang zurückzuschalten, die GenussRegion des Jahres 2019 auf eigene Faust zu erkunden und vor allem auf viel Zeit zum Plaudern. Seit


Wander doch mal...

. . . VON GANG ZU GANG Drei Gänge bei drei verschiedenen GenussWirten, zwischendurch gibt es neue Perspektiven und eindrucksvolle Naturschauplätze. Die kulinarische Talwanderung ist eine Entdeckungsreise für die Sinne. Alles was man braucht, ist ein bisschen Zeit, offene Augen und offene Ohren.

unserem letzten Wiedersehen ist eine Weile vergangen und es gibt viel zu erzählen. Während wir uns ein Genussmenü mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert entlang einer knapp zwölf Kilometer langen Strecke erwandern, sollten wir ausreichend Gelegenheit haben, um uns auf den neuesten Stand zu bringen. In der Neuen Krone wurden wir schon erwartet. Schnell füllte sich der Tisch vor uns mit zahlreichen Leckereien. Das Carpaccio vom Walser Rind mit Berg-

schnittlauchpesto und Parmesan schmiegt sich an knackigen Rucola, dazu gesellt sich eine Platte mit marinierten Tafelspitzscheiben vom Kalb an Kürbiskernöl und steirischem Kren. Für Vegetarier gibt es eine Auswahl verschiedener Käse auf frischem Baguette. Wir plaudern, schlemmen und staunen, dass Walser Tapas so viel mehr sind als ein bisschen Fingerfood. Und da kommt auch schon der Kellner mit einer weiteren Variation: Eine Walser-BuuraBratwurst dazu Erdäpfelsalat und als fleischlose Alternative gibt es KLEINWALSERTAL DAS MAGAZIN // 11


KULINARISCHE TALWANDERUNG Jeden Donnerstag – Sonntag 28. Mai -18. Oktober 2020 Startpunkt Hotel Neue Krone, Mittelberg Dauer ca. 5 Stunden Die kulinarische Talwanderung beinhaltet:

Spinatknödel mit Bergkäse überbacken. Ein Glück, dass wir das Frühstück ausgelassen haben... Satt und glücklich ziehen wir langsam weiter, denn bis zum nächsten Gang in der Birkenhöhe sind es ca. zwei Stunden Gehzeit. Aber wir sind ja bestens gestärkt und so meistern wir den Aufstieg zur Sonna-Alp, die auf 1420 m liegt, mit links. Wer mit dem Zaferna-Sessellift fährt, spart sich ca. eine halbe Stunde. Gegen den Strom Oben angekommen, lassen wir den Blick schweifen und haben unsere ganze Tour vor Augen. In der Ferne sieht man die Schwendebrücke, von dort ist es nicht mehr weit zur Nachspeise. Aber eins nach dem anderen, schließlich haben wir Zeit. Es dauert auch noch einen Moment bis wir uns am gegenüberliegenden Wildental mit den imposanten Schafalpköpfen satt gesehen haben. Dann wandern wir gemütlich auf mittlerer Höhenlage Tal auswärts, Richtung Hirschegg. Der breite Weg schlängelt sich durch Waldstücke und gewährt immer wieder grandiose Ausblicke. Es ist ein bisschen wie gegen den Strom schwimmen, denn die meisten Wanderer sind in entgegengesetzter Richtung unterwegs. Je näher wir Hirschegg kommen, desto ruhiger wird es. Bald sind wir weit und breit die Einzigen und finden, es ist Zeit für eine Verschnaufpause am NaturErlebnisplatz in Oberhirschegg. Klar, Gipfel zu erklimmen hat

• Ausführliche Beschreibung Ihrer Wanderroute • Ein dreigängiges Menü bei unseren GenussWirten: - Hotel Neue Krone - Hotel Birkenhöhe - Genuss- und Aktivhotel Sonnenburg Preis pro Person € 40,–

www.kleinwalsertal.com/travelshop

seinen Reiz, aber es kann auch befreiend sein, es mal lockerer anzugehen. So sind wir mit dieser Talwanderung auf dem besten Weg nicht nur kulinarisch verwöhnt zu werden, sondern machen ständig Neu- und Wiederentdeckungen am Fuße der hohen Berge. Wir kommen an Orte, denen wir schon lange keinen Besuch mehr abgestattet haben und sehen das Tal dabei immer wieder aus einem anderen Blickwinkel. Wir sind gespannt, was als Nächstes kommt. Langsam meldet sich auch der Magen zu Wort und wir wären bereit für den zweiten Gang. Es geht ein Stück bergab, ein stattlicher Bergahorn weist uns den Weg. Katharina ist begeistert von dem betagten Fotomotiv, das sich an einem besonders schönen Fleckchen niedergelassen hat. „Wusstest du, dass Bergahorne über 500 Jahre alt werden?“ Katharina hat die Beschreibung, die wir zur Buchung der kulinarischen Talwanderung bekommen haben, genau gelesen und hat immer wieder ein paar interessante und spannende Infos auf Lager. Eine kleine Herde Haflinger begrüßt uns freundlich, als wir zu einer Weggabelung an der Windegge kommen. Die Bank vor dem alten Stall ist zu einladend, um einfach vorbeizugehen. Wir nutzen die Gelegenheit für einen kleinen Routencheck, bevor wir uns auf den Panoramaweg, der seinem Namen voll und ganz gerecht wird, begeben. Er führt uns direkt zum Hotel Birkenhöhe, das an der Piste


der Parsennbahn liegt. Im Winter sind wir an dem Wellness-Hotel schon unzählige Male vorbeigesaust, auf der Terrasse haben wir noch nicht so oft Platz genommen. Ein Versäumnis müssen wir gestehen, denn die Kulisse ist filmreif. Dazu erwarten uns ein ganz in weiß gedeckter Tisch und ein leichter Sommerwein. Oh ja, das süße Leben. Und auch das Essen wird von uns einstimmig als Anwärter für einen Oscar in der Hauptrolle nominiert. Es gibt Schweinebäckchen dazu Stampf von der Petersilienwurzel. Als Vegetarier hat man das Glück, mehr von dem fein gewürzten Püree und saisonalen Gemüse genießen zu dürfen. Einfach treiben lassen Bis zur Birkenhöhe war die Tour von Wanderwegen mit Aussicht und viel Panorama geprägt, der zweite Teil hält vor allem Einblicke und Nahaufnahmen von Naturlandschaften bereit. Ein kurzes Stück folgen wir der Straße Richtung Fußballplatz, bevor wir rechts abzweigen und in ein Waldstück eintauchen. Die Führung übernimmt jetzt der Schwarzwasserbach. Am Vortag hat es geregnet und so hat er für diese Jahreszeit ziemlich viel Wasser. Wir steuern einem einzigartigen Genussort entgegen: der Naturbrücke. Fast schon ein Chamäleon, denn zu jeder Jahreszeit

und je nach Wetter und Wasserstand sieht es hier anders aus und hört es sich anders an. Die Sonne steht noch hoch und ihre Strahlen sorgen für faszinierende Lichtspiele mit dem Wald und dem heute smaragdgrünen Wasser. Ein idyllischer Platz, von dem wir uns nicht so schnell losreißen können. Wir verweilen auf der zum Teil mit Tannen und Moos bewachsenen Felsenbrücke, die einen flachen Bogen über den Schwarzwasserbach spannt. Weiter geht es auf dem Karolinenweg, vorbei an den Kessellöchern, die sich vor allem im Frühling durch das viele Schmelzwasser in tosende Strudellöcher verwandeln. Als der Weg uns kurzzeitig vom Schwarzwasserbach trennt, der an dieser Stelle durch ein Tobel verläuft, kommen wir zu einem kleinen Hochmoor, auf dem sich Hummeln und Schmetterlinge tummeln. Wir lesen die Tafeln am Wegesrand und erfahren so allerhand über die seltenen Pflanzen, die mitten im Kleinwalsertal ihr Zuhause haben. Wer genau schaut, entdeckt vielleicht den vom Aussterben bedrohten Tarant, besser bekannt als Moorenzian.

uns treiben und schauen dem Spiel der Wassermassen zu, die sich nochmal über einen Wasserfall stürzen und dann in einen immer sanfter dahin fließenden Bach übergehen. Auf der Zielgeraden zum Dessert finden wir, es ist nochmal Zeit für einer Abkühlung. Das Wasser ist allerdings viel kälter, als erwartet. Schon nach wenigen Sekunden fühlt es sich an wie tausend Nadelstiche auf der Haut. Oh ja, das bringt den Kreislauf auf Touren. Wir begleiten den Schwarzwasserbach noch bis er in die Breitach fließt. Über uns ist jetzt die große Schwendebrücke aufgetaucht. Mit unseren erfrischten Beinen geht es zügig bergauf, vielleicht auch weil wir die letzte Viertelstunde nur noch von Kaiserschmarrn geschwärmt haben: Die Kniffe für das luftig-leichteste Ergebnis und wo wir bisher die besten Varianten des österreichischen Nationalgerichts gegessen haben. Die letzte Kurve und wir können unser Ziel, das Genuss- und Aktivhotel Sonnenburg schon sehen. Wir nehmen in dem lauschigen Garten Platz und freuen uns auf ein neues Kapitel in unserer Serie der großartigsten Kaiserschmarrn-Erlebnisse!

An der gedeckten Höflerbrücke wechseln wir auf die andere Bachseite. Für einen guten Kilometer geht es jetzt ganz entspannt und angenehm schattig am Schwarzwasserbach entlang. Wir lassen

■ Text: Britta Maier Bilder: Frank Drechsel

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Emma und Elmi

OLDSTYLER & GENERATION Z Mittlerweile ist meine Tochter 13 Jahre alt und gemeinsame Wanderungen sind eher die Ausnahme. Heute ist es aber endlich mal wieder soweit. Wir haben uns auf einen aussichtsreichen Gipfel geeinigt. Natürlich mit einer bewirtschafteten Alpe auf dem Weg, denn was gibt es nach einem anstrengenden Aufstieg Feineres, als eine gute Hüttenbrotzeit?

Gestern Abend haben wir noch im Wohnzimmer diskutiert. Ich habe mich laut gefragt, ob es denn wirklich Verhaltensregeln für den Umgang mit beispielsweise Weidevieh oder der Natur braucht. Als Oldstyler bin ich da eher der Ansicht, dass wir es nicht brauchen. Sich mit Respekt gegenüber den Menschen, Tieren und der Natur im Tal zu verhalten ist doch selbstverständlich. Emma - Generation Z - hat da eine etwas andere Ansicht: „Na klar braucht es solche Regeln, woher sollen denn die Menschen wissen, wie sie sich verhalten sollen,

wenn es nicht irgendwo geschrieben steht?“ Einfach mal den Verstand einschalten, denke ich mir leise, aber im Gedanken merke ich auch, dass Emma mit ihrer Meinung wohl gar nicht so falsch liegt. Woher wissen Menschen, die vielleicht zum ersten Mal ihren Urlaub bei uns verbringen, wie man sich auf einer Alpweide richtig verhält? Die Diskussion von gestern Abend ist sofort wieder präsent, als mir beim Tourenstart das Schild mit den Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh ins Auge fällt. Und es dauert doch tat-

sächlich keine Viertelstunde bis eine Gruppe Jungkühe vor uns auf dem Wanderweg steht. Ich merke, dass sich Emma in meinen Windschatten begibt. „Was ist los, keine Luft mehr?“, frage ich sie neckisch. „Och, die Luft ist es nicht, eher der Respekt vor den Kühen da vorne. Geh du ruhig vor und mach den Weg frei“, fordert sie mich auf. Ich gehe weiter und bin guter Dinge, dass sich das Jungvieh vor mir aus dem Staub macht. Aber da liege ich wohl ziemlich falsch. In aller Ruhe genießen sie das Gras und die frischen Bergkräuter am


ich sie zu beruhigen. Mittlerweile haben die Hundehalter den Hund zurückgerufen und für den Rest der Tour bleibt er wohl an der Leine. Wir machen eine kleine Brotzeit und entdecken etwas unter uns in den Heidelbeerbüschen eine leere Plastikflasche. Ich hole sie hoch, stecke sie in den Rucksack und bevor meine Tochter zu Wort kommt bestätige ich sie. „Du hast Recht Emma, es ist wohl doch wichtig Verhaltensregeln für den Umgang in und mit der Natur auszugeben. Aber ich bin mir auch sicher, es ist noch wichtiger als gutes Beispiel voranzugehen und so den Leuten zu zeigen, wie man es richtig machen kann!“ ■ Text: Elmar Müller Bilder: Elmar Müller, Frank Drechsel

10 TIPPS FÜR SICHERE BEGEGNUNGEN MIT WEIDEVIEH Auf Wanderungen begegnen Sie immer wieder freilebenden Rindern, Schafen, Ziegen oder auch Wegesrand. „Klappt wohl nicht so gut was?“ Höre ich hinter mir mit einem spöttischen Unterton. Die jungen vierbeinigen Damen bewegen sich keinen Meter vom Fleck. Da sehe ich wie Emma mit etwas Abstand an den Kühen vorbei zieht. Ich folge ihr und frage sie, was denn das jetzt war. Sie lacht nur und sagt: „Bist du dir sicher, dass es keine Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh braucht? Ich habe gestern gelesen, dass Kühe schlecht nach vorne und hinten sehen können, ihre Augen sitzen mehr seitlich und so erkennen sie uns besser wenn wir mit Abstand an ihnen vorbei gehen. Bloß nicht zu nah ans Hinterteil, denn wenn du sie erschreckst kann es sein, dass sie einen Satz machen und dich mit den Hinterläufen treffen.“ Ganz schön schlau „Miss Generation Z“ schmunzele ich und folge ihr weiter. Über eine grasgrüne Ebene geht es nach weiteren zehn Minuten in den ersten richtigen Anstieg. Und ich traue meinen Augen kaum, die Wanderer, die ca. fünf Minuten vor uns sind, haben doch einfach das Weidegatter offen gelassen. Gott sei Dank ist das Vieh im unteren Teil der Weide und so können wir nach ein paar Minuten das offene Gatter wieder schließen. Ich mache meiner Verwunderung Luft und Emma grinst mich erneut an. „Nein, nein,

es braucht keine Verhaltensregeln, gell Papa! Wenn die Wanderer keine Kühe sehen, ist für sie einfach nicht klar, dass sie das Gatter wieder schließen müssen.“ Hmmmm, da muss ich meine Meinung wohl revidieren. Den ganzen Aufstieg bis zum Gipfelkreuz geht mir das Thema nicht aus dem Kopf. Doch der Ausblick über die anderen Gipfel und der Weitblick ins Tal lassen es mich dann doch vergessen. Ach, ist es wunderbar hier oben. Wir hören sogar ein Murmeltier unter uns im Talkessel pfeifen. Aber es ist zu weit weg, dass ich es sehen kann. „Schau mal, da unten kommen Zwei mit einem Hund,“ zeigt mir Emma, die mit meinem Fernglas Richtung Tal schaut. „Oh, ich glaube die haben die Verhaltensregeln auch nicht gelesen. Der Hund ist nicht an der Leine.“ Oh nein, hoffentlich geht der nicht auf Murmeltierjagd, denke ich mir. Noch nicht fertig gesprochen sehe ich sogar ohne Fernglas, wie der Hund wie von der Tarantel gestochen losrennt. Drei laute Pfiffe, kurz darauf bleibt der Hund stehen und steckt seinen Kopf in den Boden. „Jetzt fängt er an zu graben,“ erkennt Emma durch das Fernglas. „Oh je, das arme Murmeltier!“ „Ich bin mir sicher, er erwischt es nicht, aber der Murmeltierpuls ist sicher doppelt so hoch als normal,“ versuche

Pferden. Mit dem Alpauftrieb wahren die Landwirte eine jahrhundertealte Tradition und pflegen die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft des Kleinwalsertals. Damit Sie auch in Zukunft hier sicher wandern, setzen wir auf ein gutes Miteinander auf Alpen und Weiden. Um Missverständnisse zwischen Mensch und Herdentier zu vermeiden, finden Sie hier Tipps für die sichere Begegnung mit Weidevieh: www.kleinwalsertal.com/ sichere-alpen

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Neben dem wรถchentlichen Programm laden wir Sie und Ihre Kinder ein, das Kleinwalsertal zu erkunden - denn in Burmis Abenteuerland gibt es viel zu entdecken!


BURMIS TIPPS 1

Burmi Weg Nur wenige Gehminuten von Hirschegg oder Riezlern entfernt, haben Kinder und oft auch Papa und Mama Mordsspaß am Miniseilgarten, beim Burmi-Zielwurf, in der Burmi-Höhle und an anderen Natur-Spielstationen.

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Burmi Wasser Rund ums kühle Nass dreht sich dieser Erlebnispfad für kleine Wassermänner und frauen, der von der Bergstation der Kanzelwand zum beliebten Riezler Alpsee führt. An verschiedenen Stationen mit Gumpen, Wasserrädern und Schleusen können die Kinder nach Herzenslust mit Wasser experimentieren.

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SöllereckRodel Die Sommerrodelbahn verläuft auf 850m auf einer kurvigen Strecke mit eingebauten Wellen. Die 2-sitzigen Rodel erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 40km/h. Mittels Bremsen kann jedoch jeder sein Tempo selbst bestimmen.

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Kletterwald Söllereck Vom spielerischen Kinder Parcours bis zur sportlichen Erwachsenen Route - hier findet jeder seine Herausforderung. Selbstständig gesichert können alle Besucher ihre eigenen Aktivitäten frei wählen.

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Bolzplatz Mittelberg Dort macht das Kicken so richtig Spaß und man kann sich ordentlich austoben.

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Reiten Geführte Ausritte - auch für Anfänger gibt’s bei Pferdewirtin Jeanette Feurstein. Ponyreiten kann man beim Eberlehof in Riezlern. Dort gibts auch einen Kleintierstall mit Walliser Schwarznasen-Schafen, Hasen und Katzen, Ponys und den Hängebauchschweinen Rosalie und Rudi. Auch beim Gschtrüübelhof in Hirschegg kann man reiten.

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... noch mehr Freizeitspaß Minigolfplatz, Spielplätze, Pit Pat, viele Bäche zum Plantschen, Kugelbahn, Bertis Schatzsuche, Burmirätsel und anderes mehr. Alle Infos gibt es im Tourismusbüro in „Burmis Kinderzauber“

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Burmis ABENTEUERFERIEN Spannende und echte Bergerlebnisse für Kinder und Familien 08.06.-04.09. und 05.10.- 06.11.2020 Hier dreht sich alles um das Entdecken der einzigartigen Walser Bergwelt und die gemeinsame Zeit mit der Familie - betreut von professionellen Bergführern und Wildnispädagogen. MO Kletterabenteuer am Fels Ein cooles Erlebnis für Alpinzwerge! Klettern und Abseilen an der Felswand im Naturklettergarten - betreut und gesichert von professionellen Bergführern der Bergschule. Nervenkitzel garantiert! MO Sicher am Seil: Klettersteigschnupperkurs Hier geht es um die richtige Sicherungstechnik und das richtige Verhalten am Berg. Die optimale Vorbereitung für den Klettersteig. DI Großes Bergabenteuer für Familien Ein Tag voller Abenteuer: Klettern im Klettergarten, Bachüberquerung auf der Seilbrücke, Flying Fox und Abseilen aus schwindelerregenden 40 Metern Höhe. Ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst! DI Die Kräuterkobolde Kann man Brennesseln essen? Sind Gänseblümchen Medizin? Erlebt einen spannenden Nachmittag in der Wunderwelt der Kräuter mit unserer ausgebildeten Kräuterexpertin Susanne. MI & DO Wildnistag* Natürlich Spielen und Entdecken! In der Natur wird aus dem Schatz der Möglichkeiten, die bereit stehen, ausgewählt. So wird beispielsweise eine Schutzhütte gebaut, ein Lagerfeuer ohne Feuerzeug und Streichhölzer entzündet, Werkzeug hergestellt oder Spurenlesen geübt. MI Ausflug auf die Alp für Familien Wie kommt die Milch ins Glas, wie die Löcher in den Käse? Erfahrt mehr über das Alpleben auf unserem Weg ins Bärgunttal. DO Flying Fox Die Kinder „fliegen“ in rasanter Fahrt an Rollen auf einem Drahtseil durch eine Schlucht des Schwarzwasserbaches. Was sich so gefährlich anhört, wird durch die perfekte Sicherung von Profis mit Klettergurten zum risikofreien Abenteuerspaß.

FR Mit allen Sinnen durch den Wald Gemeinsam mit Naturführerin Diana entdeckt Ihr die Geheimnisse des Waldes und seiner Bewohner. Mit etwas Glück findet ihr Spuren, die den Weg kreuzen. Sie stammen von Tieren, die hier leben. Ihre Abdrücke verraten, wer sie sind. Erfahrt mehr über die spannende Welt der Bäume, Pflanzen und Wildtiere und freut Euch auf eine tolle Entdeckungsreise durch den Wald. FR Burmi Treff - Tagesausklang am Lagerfeuer Lasst mit uns den Tag gemeinsam am Lagerfeuer ausklingen! Vom Walserhaus geht es zur Grillstelle am Burmiweg. Dort gibt es einen leckeren Burmitrunk und ein frisch gebackenes Stockbrot an selbst geschnitzten Stöcken. Augen auf: mit etwas Glück kommt ab und zu unser Murmeltier Burmi persönlich vorbei. www.kleinwalsertal.com/travelshop *ACHTUNG: Donnerstags gibt es den Wildnistag auch für die ganze Familie.


WANDERBARES KLEINWALSERTAL Spazieren, Wandern, Bergsteigen, Klettern, Laufen, Canyoning . . . Außerordentlich vielseitig und abwechslungsreich ist sie, die Wanderregion Kleinwalsertal. An jeder Ecke gibt es ein anderes Tal zu erkunden, entdeckt man einen neuen Berg, der wenig weiter schon wieder ein völlig anderes Gesicht zeigt. Der Panoramablick ist gewaltig - und das nicht nur vom Gipfel aus. Schon von den Höhenwegen, die auf 1.300m bis 1.500m Höhe liegen, ist die Szenerie beeindruckend. Es spielt also keine Rolle, ob man sich für eine Genusswanderung entscheidet und „nur“ die bequemen Wege in die Seitentäler oder die Höhenwege erwandert - von denen auch viele mit Kinderwagen begehbar sind oder ob man die Bergstation oder gar den Gipfel erklimmt - hier sind keine Grenzen gesetzt. Kletterer kommen an unseren Kletterbergen, dem Kletter- und Hochseilgarten und auf den vier Klettersteigen auf ihre Kosten. Der Erlebnissteig an der Kanzelwand ist sogar für Kinder ab 8 Jahren geeignet.

Grenzenlos Wandern Buchen Sie die grenzenlose Vielfalt der Walser Bergwelt – ob im Frühjahr zur Alpenrosenblüte, zum Bergsommer oder im goldenen Herbst inklusive Ihrer Wunschunterkunft und Bergbahnticket für alle Bergbahnen und Sesselbahnen im Kleinwalsertal und in Oberstdorf.

Die Wege beginnen meist vor der Haustüre und der Walserbus, der mit Ihrer Gästekarte inklusive ist, verkürzt Ihnen bei Bedarf so manche Wegstrecke. An den Wegen laden über 40 Hütten, Sennalpen und Bergrestaurants und gut 300 “Bööchle” - Bänke zum Einkehren, Verweilen und Genießen ein. Acht Berg- und Sesselbahnen erleichtern Ihnen den Aufstieg, gerne auch mit Kinderwagen. Ob Gipfelerlebnis, Sonnenaufgangstour oder ein Spaziergang am Wasser, das Kleinwalsertal hat mit einem Wanderwegenetz von circa 200 km - zusammen mit Oberstdorf sind es über 400 km - in drei Klimazonen und einer Höhenlage von 1.000m bis 2.536m viel zu bieten!

Das Angebot ist gültig von 16. Mai bis 31. Okt. 2020 und beinhaltet: • Übernachtung in Ihrer WunschUnterkunft - Ferienwohnung, Gästehaus oder Hotel • Bergbahnticket für alle Bergund Sesselbahnen im Kleinwalsertal und Oberstdorf www.kleinwalsertal.com/travelshop

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9. bis 13. September 2020

ALPHORNTAGE 2020 Hast du Töne? Für einen Alphornspieler leichter gesagt als getan. Das Alphorn hat keine Ventile oder Grifflöcher, um den Klang zu beeinflussen. Nur mit der richtigen Lippentechnik lassen sich Töne erzeugen. Auch wenn ganz schön viel Physik im Alphorn steckt, für die Spieler ist es ein vor allem ein Lebensgefühl.

Dem Naturton auf der Spur Beim Alphorn dreht sich alles um die Schwingung der Luftsäule in seinem Inneren. Je nachdem wie stark man die Lippen vibrieren lässt, entstehen hohe oder tiefe Töne. Man kann also nicht die gesamte Tonleiter spielen, sondern nur die sogenannte „Naturtonreihe“. Bei einem geübten Spieler sind das ca. elf Töne, die sich durch die unterschiedlichen Schallwellen im Horn ergeben. Je höher die Tonlage, umso enger liegen die Naturtöne nebeneinander. Es braucht schon etwas Übung, um diese Töne zu treffen, aber es sind wunderbare Melodien möglich.

Instrument der Hirten Oft wird das Alphorn als Handy der Hirten betitelt. Es heißt, es wurde verwendet, um das Vieh von der Weide zu rufen, um Hilfe herbeizuholen oder um die Nachbarn zu einem Fest einzuladen. Allerdings war das Alphorn im Laufe des 18. Jahrhunderts nahezu in Vergessenheit geraten. Erst durch die Romantik, ein Aufblühen der Folklore und erste Touristen in den Alpen vor allem aus England im 19. Jahrhundert wurde es langsam wiederentdeckt und fasziniert seitdem mit seinem Klang.


DER KLANG DER BERGE Natürlich normiert Typisch für das Alphorn ist am unteren Ende der sogenannte „Schallbecher“. Die Krümmung rührt daher, dass ursprünglich an steilen Hängen aufwärts wachsende Kiefern oder Fichten verwendet wurden. Die Stämme werden halbiert und auf eine Wanddicke von fünf bis sieben Millimeter ausgehöhlt. Später werden die Hälften meist mit Ringen zusammengehalten. Heute hängt die Form des „Bechers“ nicht mehr von der natürlichen Krümmung ab, sondern sie ist standardisiert und sorgt unter anderem für eine harmonisch klingende Naturtonreihe.

Auf die Länge kommt es an Je länger das Alphorn, desto tiefer ist der Grundton und desto mehr Töne sind spielbar. Gängig ist eine Länge von 3,60 m, besser bekannt als F-Horn, denn der Grundton ist das „F“. In der Schweiz hat das „Ges-“ oder auch „Fis-Horn“ mit einer Länge von 3,40 m Tradition.

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Kleinwalsertaler

ALPHORNTAGE 2020

ALPHORNTAGE 9. BIS 13. SEPTEMBER 2020

erklärt Berthold Schick, der die Workshops leiten wird.

Das Alphorn braucht frische Luft und Berge, dann kann sich sein Klang richtig entfalten. Die Alphorntage im Kleinwalsertal sind eine einmalige Gelegenheit, um in einzigartige Klangwelten an unterschiedlichsten Schauplätzen in der freien Natur einzutauchen. Unter die Haut geht das große Finale auf der Naturbühne in Baad am Sonntag, den 13. September.

Berthold Schick ist in vielen Musikrichtungen zuhause. Mit dem Alphorn verbindet ihn eine besondere Liebe, denn es ist für ihn ein wunderbarer Ausgleich im manchmal so hektischen Alltag. Mit seinem Ensemble „Berthold Schick und seine Alphornbläser“ gelingt es ihm, die Wandlungsfähigkeit des Alphorns zu zeigen, ohne die Tradition zu vernachlässigen. Freuen Sie sich auf spannende Workshops mit einem echten Meister seines Fachs.

Neben Auftritten verschiedener Gruppen aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und darüber hinaus, gibt es Alphorn-Wanderungen und verschiedene Workshops für Anfänger aber

auch für erfahrene Spieler. „Jeder kann lernen, das Alphorn zu spielen. Alles, was man braucht ist gute Puste, Geduld und vor allem Liebe zur Musik“,

WORKSHOPS: 9. bis 12. September 2020

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Flori und André

DIE BIENENFLÜSTERER AUS DEM KLEINWALSERTAL Die Bauhof-Gärtner Flori und André sorgen mit einer großen Portion Leidenschaft jedes Jahr dafür, dass es im ganzen Tal während der Sommermonate prächtig blüht. Ein Portrait über Blumenpracht und Bienenfleiß, über Magerwiesen und fette Artenvielfalt.

Ich habe mich mit den Gärtnern am Bauhof zu einem Gespräch über Blumen und die Arbeit, die mit deren Pracht verbunden ist, verabredet. Im Anschluss, hieß es bei der Terminvereinbarung, würden wir dann ein bisschen durchs Tal fahren, die Gärtner und ich.

Ich bin dabei und erwähne, dass mich vor allem die 2018 angelegten Blühgärten interessieren, die speziell für die Bienen, aber auch alle anderen Insekten ins Leben gerufen wurden. Die, wie ich gerade so für mich denke, immer so karg aussehen, im Gegensatz zu den

üppigen Blumenkästen… Ich vermerke diesen Gedanken als Frage, weil jetzt kommt das Bauhof-Fahrzeug samt Anhänger laut klappernd ums Eck – drin sitzen Flori und André.


„Der Flori freut sich immer und ich bin für die Kritik zuständig.“ André Gaidosch

Teamwork im Tal: Der Flori freut sich, der André übernimmt das Kritisieren Die Begrüßung ist herzlich. Wir verstehen uns auf Anhieb und ich werde ins Heiligste, sprich den Bauhof-Aufenthaltsraum, geführt. Flori fängt gleich an, zu erzählen. Darüber wie sehr er

seine Arbeit schätzt und wie sehr er sich immer darüber freut, wenn die Blumen blühen oder ein Rasen gemäht ist. Kollege André ergänzt das Gespräch indem er sonor erklärt: „Der Flori freut sich immer und ich bin für die Kritik zuständig.“ Sprich, während der Eine

über das frisch-getrimmte Grün frohlockt, bemängelt der Andere derweil die schlecht bearbeiteten Rasenkanten. So läuft das und zwar seit die Beiden zusammenarbeiten. Flori ist seit 2006 dabei – zunächst auf Basis einer halben Stelle. Auf die Frage, ob er das KLEINWALSERTAL DAS MAGAZIN // 27


Gärtnerhandwerk gelernt habe, verneint er. Der Walser ist gelernter Schreiner. Als er arbeitslos wurde, hat er sich auf die Stelle beworben und viel über Blumen und die Gärtnerarbeit von seinem damaligen Kollegen gelernt. Ah, dann war der also Gärtner, nein, der war Konditor mit einer großen Leidenschaft für Blumen… Kollege André, der im feinsten Ruhrpott-Slang spricht, erklärt dass er 2015 dazu gekommen wäre, quasi zur Unterstützung von Flori. Beide hätten jetzt eine Vollzeitstelle, worüber sie sich sehr freuen. André ist übrigens gelernter Landschaftsgärtner. Er hat sogar Landschaftsarchitektur studiert, für den offiziellen Titel fehlen ihm allerdings drei Scheine und eine Diplomarbeit. Das Surfen war ihm dann doch wichtiger als das Studieren, erklärt der NordrheinWestfale – Schwamm drüber. „Der André kümmert sich immer um den Pflanzenplan“, erklärt Flori stolz. Der Plan, dahinter versteckt sich eine ausgeklügelte Excelliste, die der gebürtige Dortmunder akribisch jede Saison beund überarbeitet. Dieses Jahr beispielsweise düngen sie jede Woche, das habe sich in der Saison zuvor als positiv herausgestellt. Außerdem wird genau hingeschaut, wo sich welche Pflanzensorten besonders wohl fühlen und wo eher nicht. Per Excelliste zur Blütenpracht Blumen pflanzen im Kleinwalsertal ist ohnehin anders als in Dortmund oder am Bodensee, nur mal so zum Vergleich, denn: „Das Frühjahr fällt hier

„Flori fängt gleich an zu erzählen, darüber wie sehr er seine Arbeit schätzt und wie sehr er sich immer darüber freut, wenn die Blumen blühen oder ein Rasen gemäht ist.“

oben auf 1200 Metern blumentechnisch, bis auf die Osterbepflanzung, aus. Der Schnee liegt zu lange und die Gefahr von Frost ist zu hoch,“ erklärt André. Überhaupt warten die Beiden Gärtner bis die Eisheiligen Mitte Mai aufgehört haben, ihr Unwesen zu treiben – in Form von frostigen Nächten, Schneetreiben und Temperaturstürzen. Mitte bis Ende Mai werden dann in Windeseile 700 Pflanzen in Beete, Tröge, Kästen und Rabatten von den beiden Gärtnern arrangiert. Das Pflanzen dauert eine Woche, allerdings könnte man es auch in zwei Tagen schaffen, wäre da nicht die Mäharbeit, die vor allem im Frühsommer viel Zeit in Anspruch nimmt, erklären mir die Beiden. Bevor ich auf das Mähen näher eingehe, interessiert mich dann doch das Pflanzen anhand einer Excelliste, wie soll das denn bitteschön gehen? André erklärt, dass bei jeder Pflanze wichtige Informationen vermerkt seien über Wuchshöhe, Farbe, Blühzeit etc. Auf Basis dieser Informationen werden dann die Beete, Tröge und Kästen bestückt. Immer so, dass für den Betrachter eine spannende Abwechslung entsteht. Und dann wird das Ganze immer auch nach Möglichkeit so auf den Standort abgestimmt, dass es perfekt zu den Blumen passt, was Schatten, Sonne, Wärme und Regen angeht. André ist ganz in seinem Element, quasi Gärtnerlatinum – das Große. Mein Hirn schaltet ab und erst wieder bei „mehrjähriger Bepflanzung“ ein. Soll heißen, die Gärtner setzen seit einiger Zeit verstärkt auf robuste, mehrjährige

Pflanzen: Diese müssen dann nicht im Herbst herausgenommen und im Grünabfall entsorgt werden. Das ist nachhaltiger, macht weniger Arbeit und ist kostengünstiger. Und der Flori freut sich dann immer so, wenn aus einem dürren Stängel wieder eine prächtige Pflanze entsteht – sagt es und strahlt über beide Backen. Außerdem muss er dann nicht mehr so viele Pflanzen wegwerfen, das tut ihm in der Seele weh. So weh, dass er in früheren Jahren häufig, aus seiner Sicht, achtlos entsorgte Pflanzen aus dem Friedhofskompost gerettet und im eigenen Garten wieder aufgepäppelt hat. Dafür habe er jetzt aber nicht mehr so viel Zeit, allein schon wegen der Arbeit und dann noch die beiden Kinder, erklärt der stolze Familienvater weiter. Ich höre gespannt zu und lasse mich bei so viel Glückseligkeit zu einer eher femininen


Frage hinreißen: „Was sind denn eure Lieblingsblumen?“ Flori erklärt, er habe alle Blumen gern, aber die Dahlien und das „Mädchenauge“ seien schon besonders hübsch. André hingegen mag eigentlich lieber Sträucher und Bäume. „So eine Eiche samt ihrem malerischen Wuchs...,“ schwärmt der Landschaftsgärtner, da gehe ihm das Herz auf. Die Blumen hat das Ruhrpott-Urgestein erst im Kleinwalsertal so richtig zu schätzen gelernt. Wie ein Dortmunder Surfer im Walsertal zum Snowboarder wurde Ich frage wie man aus NRW ins Kleinwalsertal kommt: „Über die Liebe“, die mit Namen Rebecca heißt und eine waschechte Walserin ist. Nach einigen gemeinsamen Jahren in Dortmund haben sich die beiden für ein Leben im Walser-

tal entschieden. André hat sich die erste Zeit mit allerhand Jobs durchgeschlagen, um dann 2015 seine persönliche „Traumanstellung“ als Bauhof-Gärtner zu ergattern. Und so sind seither Flori und André als Team unterwegs. Auch im Winter sind die Gärtner ganz zum Wohle der Walser und ihren Gästen unterwegs, dann schaufeln sie Straßen und Winterwanderwege frei und helfen, wenn die Schneehäufen weggefräst werden müssen. Mir kommt beim Fräsen das Surfen in den Sinn – warum auch immer – und ich frage, ob Letzteres denn fehlen würde. „Ja,“ schwelgt der große Mann in Erinnerungen an den letzten Borkumaufenthalt samt Surfeinheiten in der kalten Nordsee. Allerdings, räumt der Sportler gleich ein, hätte er hier im Kleinwalsertal dann aber schnell einen guten Ausgleich gefunden. Der Ausgleich lautet Snow-

boarden. Sein Lieblingsrevier ist das Walmendinger- Horn. Und so zieht der Surfer aus NRW im Winter mit seinem Splitboard los und surft, wenn man so will, den Tiefschnee. So langsam ist die Mittagspause vorbei. Flori verabschiedet sich von uns – er hat ab sofort eine Woche Urlaub und klar, er freut sich tierisch. Der Rest der Truppe, sprich André, fährt mit mir zum Pavillon in Mittelberg. „Heute Abend ist dort Alpenzauber und da will ich, dass es ordentlich aussieht,“ erklärt der Gärtner. Und mit ordentlich meint er einen gemähten Rasen. Im Kleinwalsertal summt und brummt es Gesagt, gemäht – wir fahren los mit dem orangefarbenen Bauhoffahrzeug. André wuchtet die beiden Rasenmäher vom Hänger und startet mit der Arbeit. Für die

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nächsten Stunden kehrt eine geschäftige Ruhe ein, die vom sonoren Rasenmäher schnurren untermalt wird. Der Gärtner mäht, der Hund genießt. „Ja, grüaß di Andrè, gaid’s dr guat?“, schallt es immer wieder vom Gehweg. Der Gegrüßte, hebt in regelmäßigen Abständen die Hand zum Gruß und ist ansonsten fokussiert auf seine Arbeit. Ich falle derweil in eine Art Mäh-Trance bewundere mit leicht abgeklärtem Blick die Blumenpracht in den Kästen und bewege mich von Strauch zu Strauch. Irgendwie summt und brummt, flattert und schwirrt es hier mehr als in anderen Regionen. Der Gärtner leert gerade das gemähte Gras in den Hänger und klärt mich auf: „Wir setzen hier seit einigen Jahren verstärkt auf Pflanzen und Sträucher, die den Insekten viel Nahrung bieten, wie beispielsweise der Fünffingerstrauch, auf den André auch just hindeutet. In der Tat: auf fast jeder der leuchtend gelben Strauchblüten hat es sich eine Biene oder ein anderes Insekt gemütlich gemacht.

FÜR BIENENUND HUMMELFANS Wenn Sie jetzt Lust auf Bienen bekommen haben: Der hier beschriebene Blühgarten befindet sich vis-a-vis vom Walserhaus in Hirschegg. Auf einer Informationstafel erfährt man allerhand über die Magerwiese, den Blühgarten und das angrenzende Insektenhotel. Wenn Sie in aller Ruhe Hummeln beobachten möchten, empfiehlt sich die Pfarrkirche in Hirschegg. An der Kirchenmauer beim Pfarrhaus stehen die üppig bepflanzten Tröge auf die die Hummeln nur so fliegen. Für Blumen-Interessierte: Der Flora Blumen- und Gartenwettbewerb fand im Jahr 2018 zum 40. Mal statt. Jedes Jahr Anfang August fährt eine Fachjury fünf Tage durch Vorarlberg und besucht die Wettbewerbsteilnehmer. Unter anderem kann man den Titel „Schönste Blumengemeinde“ abräumen. Mehr über das BE(E) KleinwalsertalProjekt finden Sie unter: www.kleinwalsertal.com/bee viele weitere Informationen.

Auch an der Pfarrkirche haben die beiden Gärtner spezielle Blüher in Kübeln gepflanzt, ich könnte ja mal rüber schauen. Da lass ich mich nicht zweimal bitten, der Weg – einmal über die Straße – ist nicht weit. Der Anblick von den dicken Hummeln auf den hübschen Blumen lässt mein Herz ein wenig höher schlagen. Diese freundlichen Brummerchen gehören zum Sommer wie eine Portion Erdbeereis mit Sahne. Herrlich. Ich nehme auf einer Parkbank Platz und gucke noch eine Weile dem Insektentreiben zu, um dann genau zur rechten Zeit zum Pavillon zurückzukehren. André ist mit seiner Arbeit durch, der Rasen tiptop geschnitten. Dem Alpenzauber steht nichts mehr im Weg. Gießrunden, Mäheinsätze und ein Blumen-Wettbewerb Insgesamt zählt Rasenmähen während der Sommermonate zu den Hauptaufgaben der Gärtner, gilt es doch sämtliche Grünflächen auf Bestformat zu trimmen und dazu zählen bei Weitem nicht nur die Örtlichkeiten für Veranstaltungen, sondern auch die Kindergärten und Schulen, sowie weitere öffentliche Plätze im ganzen Tal. Die Quadratmeter kann mir André nicht beziffern, nur dass es die meiste Zeit in Anspruch nimmt. Bis vor wenigen Jahren waren die BauhofGärtner auch noch für den Fußballplatz

und den Friedhof zuständig, sprich beim Sportplatz mithilfe eines Handvertikutierers den Platz beackern, was in Summe 12 Kilometer Handarbeit bedeutete. Und auf dem Friedhof mussten die Beiden regelmäßig das Unkraut abbrennen. Im Walsertal wird seit einigen Jahren auf Unkrautvernichter verzichtet, also war auch hier Handarbeit angesagt. André erklärt, dass er für sich und Flori sprechen kann, wenn er sagt, dass sie froh sind, diese beiden Einsatzbereiche nicht mehr machen zu müssen. Denn schließlich wollen im Sommer die 700 Blumenpflanzen auch fleißig gegossen werden. „Eine Gießrunde dauert vier Stunden“, erklärt André. Ein zeitintensives Unterfangen, vor allem wenn die Gewitter wie im Sommer 2018 ausbleiben und sich stattdessen eine bleierne Hitze über das Tal ausbreitet. Überhaupt war der Sommer 2018 ein ganz verrückter, wollte der Flori doch auch noch unbedingt beim Vorarlberger „Flora-Blumenwettbewerb“ teilnehmen. Und weil sich der Flori halt so schön freuen kann, hat ihm der André diesen Wunsch quasi erfüllt. Sprich: Das Kleinwalsertal wurde für den Wettbewerb vorgeschlagen und dann auch prompt ausgewählt. Weil am jährlichen Contest immer nur drei Regionen aus Vorarlberg teilnehmen dürfen. Sie hatten dann zwei Monate Zeit um alles zum Blühen zu bringen, bevor die Jury zur Besichtigung kam. Am Ende wurde es der zweite Platz, der Flori hat sich riesig darüber gefreut, was wiederum den André dann doch auch zum Strahlen bringt, wenn er so davon erzählt. Das alles erfahre ich auf der Fahrt talauswärts nach Hirschegg. Ein Prozess, der übrigens wieder mit viel Grüßen abläuft – der Gärtner ist bekannt wie ein bunter Hund. Kurze Zeit später parken wir das orangefarbene Gartenmobil beim Walserhaus, denn hier ist 2018 der erste Blühgarten entstanden. Den wollen wir uns jetzt genauer ansehen. Und da wabert mein Gedanke von heute Vormittag wieder durchs Hirn: „Schön, sind diese Blühgärten ja nicht,“ denke ich und kommuniziere es auch gleich – ungefiltert. André kennt diese Reaktion schon und erwähnt, dass es deswegen anfangs zu allerhand Irritationen kam. So ein Blühgarten braucht halt seine Jahre, bis er sich voll entfaltet hat und bis dahin muss man beim Bewundern ein paar Abstriche machen… Ich wundere mich derweil, dass hier überhaupt etwas wachsen kann, wo es doch so steinig ist.


Magere Wiesen für fette Artenvielfalt Der Landschaftsgärtner weiß es besser: „Wir haben es hier mit einer sogenannten Magerwiese zu tun. Um diese zu kultivieren, muss Humus abgetragen und dafür Kies aufgeschüttet werden. Dann werden die Blühsamen verteilt, die auf die Klimaregion und den Standort abgestimmt zusammengestellt werden. Der Clou an den nährstoffarmen Wiesen: Die Lebensbedingungen für Pflanzen sind hier nicht einfacher, weswegen es einzelne Arten schwerer haben sich massenhaft zu vermehren und damit andere zu verdrängen. Genau dieses Phänomen ermöglicht eine Biodiversität, also eine Artenvielfalt, die um ein Vielfaches höher ist als auf einer Fettwiese. „Die Wildrosen werden wie wild angeflogen,“ erklärt der Gärtner und inspiziert seine Pflanzenschützlinge gleich mal. Insgesamt dauert es gut fünf Jahre, bis ein Blühgarten nicht nur ein Schlaraffenland für Bienen sondern auch eine Augenweide für die Menschen darstellt. Bis dahin sorgt eine Informationstafel für Aufklärung. Fettwiesen, erfahre ich, sehen hübsch aus, sind grün und mit allerhand Blumen versehen, wie Klee, bieten aber weniger Nahrung und Artenvielfalt beispielsweise für Wildbienen oder andere Insekten. Das Gleiche gilt auch für Geranien, klärt mich der Blühbotschafter auf. „Allerdings“ findet André, „muss man deswegen nicht auf den Blumenschmuck verzichten, sondern aus seiner Sicht

gehe es mehr darum einen guten Mix hinzubekommen.“ Ein ausgewogenes Landschaftsbild, in dem die traditionellen Geranien ebenso ihre Berechtigung behalten sollen, wie Blühgärten auf mageren, steinigen Böden. André begrüßt Sabine, die Kellnerin vom Café neben der Blühwiese, man kennt sich. Die beiden halten ein kurzes Schwätzchen, ich staune derweil über die Wildrosen, die sich da mit aller Gewalt einen Platz erobert haben. Kurze Zeit später gehen André und ich zum Insektenhotel, in dem mittlerweile schon einige Bienen eingezogen sind, wie der Gärtner erklärt. Man erkenne das daran, dass die wabenförmigen Öffnungen verschlossen sind. Praktisch wie in einem großen Apartmentgebäude, wo man nach dem Einzug auch seine Haustür erst mal zumacht um es sich drinnen gemütlich zu machen, denke ich mir so und freue mich. BE(E) Kleinwalsertal Das „BE(E) Kleinwalsertal-“Projekt zur Rettung der Bienen und Insekten wurde 2018 ins Leben gerufen und wird seither sukzessive ausgeweitet, erfahre ich. Elmar Müller von Kleinwalsertal Tourismus sowie Andi Haller, Permakulturgärtner

aus dem Kleinwalsertal, haben die Initiative federführend vorangetrieben. Auch André haben die beiden Projektleiter mit ins Boot geholt und sein Wissen nach den passenden Standorten für Blühgärten praktisch angezapft. Was mich wieder zum Blühbotschafter bringt, den hatte André vorhin in einem Nebensatz erwähnt. Ich will mehr wissen und erfahre, dass es sich hierbei um eine Zusatzausbildung handelt, bei der André als ausgebildeter Landschaftsgärtner zwar bereits viel an Wissen mitbringt, aber die Exkursionen zu anderen Blühgärten, die haben es ihm schon angetan. Genauso wie die Magerwiesen, die man nur einmal im Jahr mähen muss und die sich mit der richtigen Samenmischung selbst entfalten und nur wenig Hilfestellung von den Gärtnern benötigen. Das ist gut so, denn dann bleibt dem illustren GartenDuo mehr Zeit für die Pflege von Pfarrgarten, Kurpark und Co. mit fetten Wiesen und vielen Blumenbeeten – die Mischung macht‘s. ■ Text: Susa Schreiner Bilder: André Tappe

KLEINWALSERTAL DAS MAGAZIN // 31


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WIR HABEN DA EINE IDEE! Glückliche Gäste sind die besten Botschafter ten. Getragen wird die Initiative auch von einer Reihe von Betrieben. Sie wissen, dass ihr Erfolg im Team entsteht und dass ein wertschätzender Umgang miteinander der Schlüssel für mehr Spaß und Leichtigkeit in der Arbeit ist. Genauso stellen sie mit frühzeitig veröffentlichten Dienst- und Urlaubspläne sicher, dass man Freizeit mit Familie und Freunden verlässlich planen kann.

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Winterwelt

KLEINWALSERTAL! Die Höhenlage der Orte (1.086 bis 1.244m) und die günstige Nordwest-Staulage am Nordrand der Alpen machen das Kleinwalsertal zu einem "Schneeloch". Als eine der niederschlagsreichsten Regionen der Alpen, fallen durchschnittlich über 9 m Schnee pro Saison.

Wir haben doch keinen Knall! Zumindest nicht an Silvester. Das Silvesterfeuerwerk verursacht jedes Jahr Unmengen an Müll, Feinstaub und Lärm. Trotz des unermüdlichen Einsatzes unserer Bauhofmitarbeiter und zahlreichen Privatpersonen bleibt ein Großteil des Mülls leider in der Natur liegen. Gerade für ganz junge oder ältere Menschen ist die Silvesternacht eine große Belastung, Tiere geraten durch Raketen und Knaller in großen Stress. Aus Respekt vor Mensch, Tier und Natur möchten wir ein Zeichen setzen und rufen an Silvester zum freiwilligen Verzicht auf das Feuerwerk auf. Machen Sie mit und genießen Sie künftig im Kleinwalsertal einen Jahreswechsel im Einklang mit der Natur!

Unsere Tipps im Winter!

Ski-Aktionswochen

Freuen Sie sich auf besondere Erlebnisse in der Walser Bergwelt wie die Schneeschuhtour in die Schneedünen des Gottesackerplateaus, in die einsame Wildnis des Schwarzwassertals oder nehmen Sie an unserem Warm Up für Ski-Wiedereinsteiger teil ...

Skivergnügen auf 130 km schneesicheren Pisten mit dem 2-Länderskipass Oberstdorf-Kleinwalsertal. Unterkunft buchen und vergünstigten Skipass sichern. Bei teilnehmenden Gastgebern können Sie den Skipass zu Exklusivpreisen vor Ort buchen.


Grenzenloses Skivergnügen finden Sie an unseren 47 Liften & Bahnen mit 130 Pistenkilometern! Eingebettet in die Skiberge Kanzelwand-Fellhorn, Ifen, Walmendingerhorn und Heuberg erstreckt sich das Skigebiet Kleinwalsertal über das ganze Tal. Weitere Skigebiete im Verbund OberstdorfKleinwalsertal sind Söllereck und Nebelhorn. Snowparks, Flutlichtfahren und ein tolles Freeride-Areal runden das Angebot ab.

Langlauf im Rhythmus Wer dem nordischen Skisport frönt und seiner Gesundheit etwas Gutes tun will, ist auf unseren drei Loipen mit knapp 50 km Länge bestens aufgehoben. Unsere Loipen sind in die Impulse der HRV-Messung - Regeneration, Aktivierung & Balance eingeteilt.

Naturerlebnis Winterwandern Höhenwege, wie der zur Schwarzwasserhütte (1.620m), zum Söllereck (1.358m) und speziell der Rundwanderweg auf dem Gottesacker auf 2.000m Höhe bieten unvergleichliche Wintererlebnisse. Für Ihre Winterwanderungen steht Ihnen ein Netz mit über 50 km präparierten Wanderwegen, auch in Tallage, zur Verfügung.

Backcountry & Snowparks Freeriden, Schneeschuhtouren, Skitouren wer mit einem Guide auf Tour geht, ist auf der sicheren Seite. Sie kennen sich bestens im Gebiet aus, sind erfahren und gut ausgebildet. Bei unseren Funparks "Crystal Family" im Gebiet Fellhorn/Kanzelwand und dem Minipark am Söllereck schlägt das Freeskier & Snowboarder Herz höher und ist für jedes Fahrkönnen und Alter geeignet.

Freizeit Erlebnisse Rodeln, Schneemann bauen, Snowbike fahren, Reiten, Tandem-Paragliden, Ausflüge mit dem Pferdeschlitten, Hundeschlittenfahrten mit Huskys, Eislaufplatz, Skisprungstadion AUDI Arena und HeiniKlopfer-Skiflugschanze, SöllereckRodel und vieles mehr im und ums Kleinwalsertal.

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ANREISE MIT DEM AUTO Die meisten Anreisewege treffen in Ulm aufeinander und führen weiter auf der A7. Beim Autobahndreieck Allgäu über das Teilstück der A980 bis zur Anschlussstelle Waltenhofen und auf der 4-spurigen B19 über Sonthofen und Oberstdorf ins Kleinwalsertal. Für die Fahrt ins Tal benötigen Sie keine Autobahn-Vignette. ANREISE MIT DER BAHN Für Anreisende ist das 10 km entfernte Oberstdorf im Allgäu Zielbahnhof. Von da aus geht’s weiter mit Bus oder Taxi. Der Bus verkehrt zur Hochsaison zwischen ca. 7.00 und 21.00 Uhr. Die Fahrt ins Kleinwalsertal dauert ca. 25 Minuten. Taxis warten rund um die Uhr am Bahnhof.

Kleinwalsertal Tourismus eGen A-6992 Hirschegg · Walserstraße 264 Telefon +43 (0)5517 5114-0 www.kleinwalsertal.com

ANREISE MIT DEM FLUGZEUG Memmingen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .89 Friedrichshafen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .105 Augsburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .167 Zürich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .187 München . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .205 Stuttgart . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .224

km km km km km km

FLUGHAFENTRANSFER - Walsertaxi: Tel. +43 5517 5460 oder 5464 - Taxi Beranek: Tel. +43 676 955 5995 - Allgäu Walser Express ab Friedrichshafen: www.allgaeu-walser-express.com

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Photo: Zach Doleac

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[nüüs] Kleinwalsertal Sommer Magazin 2020  

[nüüs] Kleinwalsertal Sommer Magazin 2020