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Nr. 48 I 29. November 2012 I Tel. 0732/76 10-39 44 I www.kirchenzeitung.at Einzelpreis: € 0,95 I 4020 Linz, Kapuzinerstraße 84 I Jg. 68

Den Bindfaden im Adventkranz sieht man nicht – und doch hält er alles zusammen.

FOTOLIA

3 Im Gespräch. Sr. Kunigunde Fürst.

Advent im Zeichen des Zusammenhaltens

Der Faden ist es, der hält

10 Thema. Freiwillige Sozialarbeit? 15 BibelZeit. Sonderseiteil.

Ohne ihn würde der Adventkranz in ein unansehnliches Durcheinander zerfallen. Der Faden ist es, der alles zusammenhält. Der Advent ist die Einladung, die „Bindekräfte“ zu stärken. Vom drohenden Auseinanderfallen ist viel die Rede: Europa droht auseinanderzubrechen – in ein Europa der gesicherten Verhältnisse und in Krisenregionen. Der soziale Zusammenhalt ist brüchig geworden, heißt es. Wirtschaftssysteme werden instabil. Der Friede ist immer wieder in Gefahr. Auch im persönlichen Leben tun sich Menschen schwer, ihre Beziehungen stabil zu halten. Neu zu knüpfen, was lose geworden ist, dazu ist der Advent eine gute Zeit. Wie der Faden, der den Adventkranz zusammenhält, ganz innen liegt, so muss man auch bei den Bindekräften des Lebens ganz nach innen gehen. Der Faden des Glaubens ist es, der das Leben hält.

6 Reportage. Weggeworfene Lebensmittel.

12 Panorama. Papst Benedikts Jesus-Buch. 25 Bewusst leben. AdventgeNÜSSE.

Mit Magazin inpuncto Advent.

32 Film. B. Alberts „Die Lebenden“. 28 Impressum.


2 Meinung Kommentar

29. November 2012

Das große Zutrauen

Neue Regeln für „gutes Geld“ Vor kurzem berichteten wir über die Benachteiligung von Menschen, die gemeinnützigen Hilfswerken wie Jugend Eine Welt zinsenlose Darlehen für ihre Arbeit überlassen. Vor wenigen Tagen ließ uns Staatssekretär Reinhold Lopatka wissen, dass er für eine gesetzliche Neuregelung für Finanzierungsbeteiligungen, denen ein karitativer Zweck zu Grunde liegt, eintreten will. Das Engagement von Unternehmen und Personen, die sich in den Dienst der Entwicklungshilfe stellen, müsse vom Staat – ähnlich wie bei der Spendenabsetzbarkeit – honoriert werden. Bleibt zu hoffen, dass die Regierung Lopatka nicht im Regen stehen lässt.

KirchenZeitung Diözese Linz

Wie damals ist es nicht mehr – als Sklavenhändler die „Ware“ Mensch mit groben Händen befühlten, ob sie für die vorgesehene Arbeit geeignet wären. Wissen wollen Dienstgeber auch heute, worauf sie sich einlassen, wenn sie jemanden engagieren. Vorstellungsgespräche, Hearings, bisweilen auch Casting-Shows sollen Sicherheit bringen. Zeugnisse. Auftreten. Können. Belastbarkeit. Man will darum wissen, ehe man jemanden engagiert. Auch heute. Mit dem ersten Adventsonntag beginnt der Weihnachtsfestkreis im Kirchenjahr. Eine völlige Umkehr ist damit verbunden: Dass Gott nicht auf Vorleistungen, Fähigkeiten, und schon gar nicht einfach auf Glück setzt, wird nun begangen – sehr festlich sogar. Die wichtigste Sache vertraut Gott einem Kind an – ganz ohne Hearing und ohne

Casting-Show. Ein großes Zutrauen ist das. Eine Frohbotschaft bahnt sich an – vor allem für jene, die auf den Menschenmärkten der heutigen Zeit übrig bleiben. Oft scheitern sie an Vertrauensschwäche der EntscheidungsElite. Glauben ist sehr konkret. Es heißt, auf Menschen bauen, die nichts vorweisen können – außer sich selbst. Wer mit großem Zutrauen Menschen begegnet, wird ihnen auch Großes zutrauen können.

Matthäus Fellinger Chefredakteur matthaeus.fellinger@ Kirchenzeitung.at

hans baumgartner

Kopf Der Woche: margit draxl, neue caritas-pressesprecherin

Brandschutz klein geschrieben

Eine ehrenvolle Aufgabe

susanne huber

Margit Draxl ist das neue Gesicht bei der Caritas Österreich. Die gebürtige Salzburgerin verstärkt seit 1. November als Pressesprecherin den Kommunikationsbereich der Hilfsorganisation. susanne huber

Aufregend und spannend – so beschreibt Margit Draxl ihren beruflichen Werdegang. Begonnen hat ihre „extrem glückliche“ journalistische Laufbahn 1990 beim Radio mit der Gestaltung verschiedener Sendungen für Ö3 („ZickZack), Ö1 und FM4. caritas

Schon wieder ist es passiert. Bei einem Großbrand in einer Textilfabrik in Bangladesch sind mehr als 100 Arbeiter/innen ums Leben gekommen. Im September starben in Pakistan bei einem Brand in einer Textilfabrik 259 Menschen. Immer wieder kommt es in diesen Regionen zu solch katastrophalen Unglücksfällen. Die Gründe dafür liegen in den miserablen Sicherheitsvorkehrungen der Betriebe in Billiglohnländern. Sie sparen auf Kosten ihrer Arbeiterinnen und Arbeiter, die vorwiegend Waren für die reichen Länder produzieren. Organisationen wie die Clean Clothes Kampagne werden nicht müde, immer wieder auf die Risiken von Bränden in der Textilbranche hinzuweisen. Sie fordern Unternehmen verstärkt auf, Brandschutzabkommen zu unterzeichnen, um so bessere Bedingungen für Textilarbeiter/ -innen in Fabriken zu erreichen. Derzeit sind dazu allerdings nur wenige Unternehmen bereit.

„Wichtige Themen wie Asyl oder Pflege auch dann unterzubringen, wenn sie nicht nur von den Medien vorgegeben werden – dafür werde ich meine Kraft bei der Caritas einsetzen.“ margit draxl

1995 ging es zum Fernsehen und es folgten unter anderem Beiträge für die „Mini-ZIB“, „Der Report“, „Am Schauplatz“ und „Sport am Sonntag“. Die vergangenen vier Jahre war die gebürtige Salzburgerin als Pressesprecherin für die Hilfsorganisation „Licht für die Welt“ tätig. „Es gab einen Punkt in meinem Leben, wo ich das Gefühl hatte, mit meinen journalistischen Fähigkeiten mehr bewirken zu wollen. Ich hatte das Bedürfnis, nicht mehr nur Sendungen zu gestalten, sondern mit meiner Arbeit auch Menschen zu unterstützen“, erklärt sie ihren Wandel. Während dieser Zeit hat sie im Zuge gemeinsamer Aktionen die Caritas kennengelernt. Eine Ehre. Für Margit Draxl ist die Caritas „extrem glaubwürdig und authentisch – in dem was sie fordert und auch tatsächlich tut. Hier mitzuarbeiten und dazuzugehören ist für mich eine Ehre und fast wie eine Auszeichnung“, so die Pressesprecherin. Dass sie bei der Caritas gelandet ist, zeige auch viel von ihrer persönlichen Entwicklung als Katholikin. „Da nehme ich einen sehr guten Teil der Kirche mit und freue mich sehr darüber.“ Privat läuft es bei Margit Draxl eher gemütlich ab. „Ich bin keine, die Risikosportarten wie Bungee Jumping ausübt oder die einen japanischen Fisch zubereiten kann. Ich lese lieber ein gutes Buch oder schau mir einen interessanten Film an.“


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Im Gespräch 3

29. November 2012

Querdenken ist eine Tugend Die ersten Schachteln sind gepackt. Jetzt kann Sr. Kunigunde Fürst nur noch warten – auf die Aufenthaltsgenehmigung für Kasachstan. Die ehemalige Generaloberin der Franziskanerinnen von Vöcklabruck wird in ein Dorf der weiten Steppe Nordkasachstans übersiedeln. Das Interview führte Josef Wallner

Was packt man für einen Umzug nach Kasachstan ein?

Sr. Kunigunde Fürst: Mich selbst vor allem und etwas Warmes zum Anziehen. Denn im Winter kann das Thermometer schon einmal auf –40 Grad fallen. Was haben Sie sonst noch in den Koffer gegeben?

Sr. Kunigunde: Natürlich die Bibel, dann das Konzilskompendium, eine Biografie des heiligen Franziskus und der heiligen Klara und das Ökumenische Sozialwort der christlichen Kirchen Österreichs – Sie wissen schon, dieses Buch mit dem blauen Umschlag. Das mag ich ganz besonders, weil es mir viele konkrete Handlungsanweisungen gibt. Und dazu kommen noch Putztücher und Teelichterl. Das haben mir meine beiden Mitschwestern, die in Tonkoschurowka leben, aufgetragen. Fällt das Abschiednehmen schwer?

Sr. Kunigunde: Nein, denn ich habe das Gefühl: Gut, dass ich einmal von hier wegkomme und Neues in den Blick nehmen kann. Zurzeit versuche ich Russisch zu lernen. Doch über die 14. Lektion bin ich nicht hinausgekommen. Das Warten auf die Aufenthaltsgenehmigung fällt mir schwer. Ich bin es nicht gewohnt, dass andere über mich bestimmen und ich Entscheidungen nicht in der Hand habe. Doch wenige Tage vor Adventbeginn sage ich mir: Ich will ein adventlicher Mensch sein und das Warten lernen.

Wörtlich Orden als Vorreiter Bei der Ordenstagung in der vergangenen Woche in Wien hat Sr. Kunigunde Fürst das Amt der Präsidentin der Frauenorden Österreichs abgegeben, das sie vier Jahre lang ausgeübt hat. Über die Bedeutung der Orden für die Kirche sagt sie: „Der Grazer Pastoraltheologe Rainer Bucher hat bei dieser Tagung in Lainz betont, dass Orden eine innerkirchliche Vorreiterrolle haben. Dem stimme ich voll und ganz zu. Wir sind nicht so belastet wie die Kirche als Ganzes, wir können leichter etwas ausprobieren und verändern. Konkret heißt das zum Beispiel: Orden können und sollen Menschen die in der Kirche nach Wegen der Veränderung und Erneuerung suchen, geschützte Räume biete,. Und wir können Räume der Ruhe jenen bieten, die aus dem Stress des Alltags aussteigen wollen.“ Zum gesellschaftlichen Platz der Orden sagt Sr. Kunigunde Fürst:

Sr. Dr. Kunigunde Fürst stammt aus Ried in der Riedmark. Sie studierte Theologie und Mathematik, war Lehrerin und Schuldirektorin. Bis zum Sommer 2012 – 18 Jahre lang – stand sie als Generaloberin den Franziskanerinnen von Vöcklabruck vor. kiz/jw

„Servi Jesu et Mariae“ führen, Deutsch unterrichten. Zu Beginn meines Aufenthalts kann ich P. Leo Kropfreiter auf seiner Pastoralreise durch die Region begleiten. Er besucht Gemeinschaften und Familien. Wir werden bei Familien wohnen und so den Leuten nahe sein können.

Was werden Sie in Kasachstan tun?

Sie gehen mit 68 Jahren nochmals als Lehrerin in die Schule …

Sr. Kunigunde: Es ist schön zu wissen, dass sich meine Mitschwestern, Sr. Agnes und Sr. Herma, schon auf meine Ankunft freuen. Ich werde in unserer kleinen Gemeinschaft mitleben und für die Leute des Dorfes da sein, mich womöglich auch um die Kinder annehmen. Dann werde ich auch am Schulzentrum St. Lorenz, das wir Franziskanerinnen mit dem in Blindenmarkt (NÖ) ansässigen Orden

Sr. Kunigunde: Ja, weil mir die Bildung ganz wichtig ist. In Kasachstan und genauso in Österreich. Denn Bildung macht die Menschen offen, macht sie großzügig im Urteil und gibt ihnen Weitblick. Die Bildung befähigt zum Querlesen und Querdenken – diese Tugenden sind für die Gesellschaft enorm wichtig. Dazu möchte ich beitragen – ganz im Geist unseres Ordens.

„Wir Ordensleute müssen ein Gespür für die sozialen und gesellschaftlichen Brennpunkte entwickeln und dorthin auch gehen. Um nur einige Initiativen herauszugreifen: Die Wernberger Schwestern sind in der Asylarbeit sehr aktiv, wir Franziskanerinnen haben das Haus Lea gegründet. Und im Oktober 2012 haben sechs Frauenorden in Wien eine Schutzwohnung für Prostituierte eingerichtet. Als Orden sollten wir auch den Mut haben, uns über unsere eigene Religion und Kultur hinaus mit anderen engagierten Menschen zu vernetzen.“

In Kasachstan wird Sr. Kunigunde der tiefste Winter erwarten. Privat


4 Oberösterreich

29. November 2012

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Stefan Schlager, Leiter des Referates Theologische Erwachsenenbildung, hat ein Buch über die Weltreligionen veröffentlicht

Ein neuer Blick auf das Eigene Ob Stadt oder Dorf, ob Kindergarten oder Seniorenheim: Die Begegnung mit anderen Religionen gehört zum Alltag – und verunsichert doch viele Menschen. Der Theologe Stefan Schlager hat eine einfache Einführungen in die Weltreligionen verfasst.

Stefan Schlager (von links) und eine Dolmetschein mit dem Lama Tenzin Sangpo vom buddhistischen Meditationszentrum Gomde in Scharnstein. Das Katholische Bildungswerk veranstaltete ein Treffen „Christentum und Buddhismus im Dialog: Gemeinsamkeiten und Unterschiede“. privat

Josef Wallner

Der 11. September 2001 stand am Beginn. Schlagartig erwachte nach dem Attentat auf die Twin Towers in New York weltweit das Interesse am Islam. So waren auch in Oberösterreich bald Informationen über den I­slam gefragt und Stefan Schlager als Leiter des Referats Theologische Erwachsenenbildung der Diözese Linz begann unzählige Vorträge zu halten. Aus dem Reden „über“ wurde aber bald das Reden „mit“. Heute spricht er über den Islam nur gemeinsam mit Muslimen: in Pfarren, vor jungen Polizisten, vor Krankenpfleger/innen oder vor Betriebsräten. „Je mehr ich mit Muslimen unterwegs bin, desto mehr wächst der Repekt vor dem Islam, aber auch die realistische Einschätzung“, betont Schlager. Vor allem bekommt er durch die Be-

schäftigung mit den anderen Religionen wieder neu einen Blick für den eigenen Glauben.

der buddhistischen Religionsgemeinschaft in Linz.

Interesse am Buddhismus. In letzter Zeit hat auch außerhalb von Wien das Interesse am Buddhismus stark zugenommen. Nicht wenige Christen haben Sympathien für den Buddhismus, weiß Schlager von seinen Vorträgen. Anziehend sind Atemtechniken zur Stress­ reduktion ebenso wie die Wiedergeburt. Er hält seit einem Jahr auch Kontakt mit

XX In seinem Buch „Die Weltreligionen. Ein Crash-Kurs“ stellt Schlager das Judentum, den Buddhismus (kurz den Hinduismus), den Daoismus, das Christentum und den Islam vor (Topos Taschenbuch Nr. 805, 205 seiten, 13,30 Euro). Siehe auch die Weltreligionen-CD des Linzer Bibelwerks auf Seite 27.

Biografie über George Wozasek

Die Anfänge der KAJ

Beseelen statt befehlen Vor rund 200 Gästen wurde am 14. November im Linzer ­Cardijn-Haus das Buch „... mehr wert als alles Gold der Erde“ über die Anfänge und Entwicklung der Katholischen Arbeiter- und Arbeiterinnenjugend in der Diözese Linz präsentiert. Im Buch kommen zahlreiche Pioniere und Pionierinnen der KAJ zu Wort: „Es ging uns von Anfang an nicht um eine nostalgische Verherrlichung der Vergangenheit, sondern um den Wert der Erinnerungen, um eine Besinnung auf unsere gemeinsamen Wurzeln und um deren Sicherung für heutige und kommende Generationen“, beto-

Bischof em. Maximilian Aichern bei der Buchpräsentation.

nen die Herausgeber Josef Mayr, Hans Riedler und Verleger Helmut Wagner. „Beseelen statt befehlen“ – so Kanonikus Josef Mayr, war damals das Motto der Arbeit. Bei der Veranstaltung wurde auch deutlich, dass – in anderer Form zwar, aber doch lebendig – die Grundideen der früheren Arbeiter/innen-Seelsorge

Mittermair

auch heute lebendig sind. Neun Jugendleiter/innen wirken in der Diözese in diesem Bereich. „ … mehr wert als alles Gold der Erde“, Wagner Verlag Linz, 244 Seiten, € 21,–. Erhältlich im Behelfsdienst des Pastoralamtes, in der Veritas und im Verlag, Tel. 0732/77 12 05-86 18, office@wagnerverlag.at

Am 15. November wurde in der Linzer Synagoge die Biografie über George Wozasek, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, vorgestellt. Sie wurde von Birgit Kirchmayr publiziert. Landeshauptmann Pühringer, Bürgermeister Dobusch, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg sowie die Bischöfe Schwarz und Aichern nahmen an der Präsentation teil. George Wozasek wurde 1925 in Wien geboren und verbrachte seine Kindheit in Amstetten. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1938 wurde seine Familie vertrieben. Nach prägenden Jugendjahren in den USA kehrte er 1951 nach Österreich zurück. Seit 1980 ist er Präsident der Kultusgemeinde Linz. Birgit Kirchmayr: George Wozasek. Eine biografische Spurensuche, Wagner Verlag, Linz, 156 Seiten., € 20,–.


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Oberösterreich 5

29. November 2012

Buchpräsentation: 50 Jahre Entwicklungshilfe. – Bischof Dr. Ludwig Schwarz, Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, HORIZONT-3000-Geschäftsführerin Mag. Gabriele Tebbich und Hofrat Mag. Hubert Huber von der Oö. Landesregierung. Rechts: Franziska Payrhuber, erste Entwicklungshelferin aus OÖ. Land OÖ/Kraml

Mehr als 400 Menschen aus Oberösterreich arbeiteten bisher in Projekten der Entwicklungs-Zusammenarbeit

Entwickelte Zusammenarbeit Franziska Payrhuber war die erste „Entwicklungshelferin“ aus Oberösterreich. Im September 1961 ging sie nach Südkorea und blieb dort etwas mehr als sechs Jahre. Bis heute sind diesem Ruf zur Entwicklungszusammenarbeit mehr als 400 Frauen und Männer aus Oberösterreich gefolgt. Ihnen widmete das Land OÖ nun ein dickes Buch . Ernst Gansinger

Anlässlich „50 Jahre Entwicklungshilfe“ gab Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer das umfangreiche Werk in Auftrag. Zur Buch-Präsentation am 20. November sind viele Gäste aus Kirche, EZA-Organisationen und Politik in die Linzer Redoutensäle gekommen. Die Gespräche, die Moderatorin Christine Haiden mit neun „Ehemaligen“ führte, gaben Einblick in die Geschichte der Entwicklungshilfe. Wenn sich auch Methoden änderten, der Geist der Entwicklungs-Zusammenarbeit blieb unverändert. Er heißt Partnerschaft. Die Motivation zum Einsatz ist und war eine Mischung aus Pioniergeist, Fernweh, Neugier, Freude am kirchlichen Engagement und sozialem Gefühl – „das ist wahrscheinlich bei manchen Menschen ganz arg“, sagte Marianne Koppelstätter aus Weilbach im Gespräch mit Christine Haiden. Einsatz-Gedanken. 100 der mehr als 400 oö. „Entwicklungshelfer/innen“ schildern im Buch, warum sie sich zum Einsatz entschlossen und was sie erlebt haben. Sie schreiben von Freude und Sorge, von Hindernissen und nie enttäuschtem Gottvertrauen sowie da-

von, wie sie selbst beschenkt aus dem Einsatz zurückgekommen sind. Erfolge. Landeshauptmann Dr. Josef Püh­ ringer wies gegen allen Pessimismus auf die Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit hin: So ist in den letzten 50 Jahren die Lebenserwartung für neugeborene Kinder in den Entwicklungsländern um 20 Jahre gestiegen. Auch bei der Alphabetisierung gebe es Fortschritte. Freilich sei noch viel zu tun. Pühringer bekam demonstrativ Applaus für seine Forderung, dass die Republik Österreich mehr Geld für die Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung stellen müsse. Buch über Mission könnte folgen. Am Buchende sind die Namen samt kurzen Steckbriefen von etwa 410 Oberösterreicher/innen aufgelistet, die in einem von etwa 80 Ländern im EZA-Einsatz waren. Das Buch erhalten alle oö. Entwicklungshelfer/innen, jede Bibliothek, jede Schule (ausgenommen Volksschulen) und jede Pfarre gratis, sagte der Landeshauptmann. Er lud die Diözese ein, mit dem Land an einem weiteren Buch zu arbeiten. Es sollte den Priestern und Ordensleuten gewidmet sein, die aus Oberösterreich in die Mission gegangen sind. Bischof Schwarz erinnerte in seiner Begrüßungs-Ansprache daran, dass es in der Blütezeit 120 oö. Missionare und Missionarinnen gab. Oberösterreich, das Land der Entwicklungs-Pioniere Bischof Alois Wagner und Edi Ploier, sei ein besonderes Land, meinte HORIZONT-3000- Geschäftsführerin Mag. Gabriele Tebbich.

Vorurteile „Gastarbeiter schicken unser Geld in ihre Heimat“. – Mit diesem und weiteren 51 Vorurteilen, die Medien und Stammtische nähren, räumt das „Handbuch gegen Vorurteile“ auf. Einer der beiden Autoren – Sebastian Wiese – stellte es am 21. November in Linz in den Räumen des Vereins Begegnung arcobaleno vor. Zum oben erwähnten Vorurteil leuchtet das Handbuch zunächst die Hintergründe aus, warum Menschen aus der Türkei vor 50, 40 Jahren zu uns arbeiten gekommen sind (schlechte Einkommens- und Arbeitsmöglichkeiten in der Türkei). Bei uns wollten sie durch viel Arbeit möglichst rasch das Geld verdienen, um sich zu Hause ein besseres Leben aufbauen zu können. Sie spar(t)en viel. Die Durchschnitts-Österreicher/innen spar(t)en weniger. Zumindest die Hälfte des verdienten Geldes geben Migrant/innen in Österreich aus (Miete, Konsum, Steuern). Vor allem ist das Geld aber nicht „unser Geld“, sondern verdientes Geld. XX Handbuch gegen Vorurteile, Nina Horaczek, Sebastian Wiese, Czernin Verlag, Wien.


Ganze Ladungen noch verpackter Lebensmittel landen in den Müllcontainern. So erzählt einer, der regelmäßig zu noch nachtschlafener Zeit unterwegs ist und manches, was bei Tageslicht schon verschwunden ist, beobachtet. Ernst Gansinger

„Frische ist ein Muss und zwar bis Ladenschluss.“ Mit diesem Slogan wirbt Penny. Aber auch andere Lebensmittelmärkte handeln getreu diesem Motto. Was aber am Abend noch frisch ist, kann am Tag danach schon alt aussehen, zumindest in einer Gesellschaft, die die Mindesthaltbarkeit für das Ablaufdatum eines Lebensmittels hält. Was macht der Handel tatsächlich mit Lebensmitteln, die ein baldiges Ablaufdatum haben? Was, wenn Obst eine Druckstelle hat? Privathaushalte werfen am meisten weg. In Oberösterreich, darauf wies Landesrat Max Hiegelsberger hin,

Kauf drei, zahl zwei, landen jährlich 7000 Tonnen originalverpackte Lebensmittel im Müll. Der weitaus größte „Lebensmittel-Müll“ fällt in Privathaushalten an – 61 Prozent, wie eine deutsche Studie ausweist. Gaststätten, Schulen und Kantinen einerseits sowie die Industrie andererseits sind für jeweils 17 Prozent verantwortlich. Die restlichen 5 Prozent fallen im Einzelhandel an. Die Universität für Bodenkultur errechnete dagegen 20 Prozent Wegwerf-Lebensmittel im Einzelhandel. Der oö. Haushalt wirft im Jahr mindestens 30 Kilo Lebensmittel weg. Ein Grund sind Lockangebote: Kauf drei, zahl zwei! – In Wien landet täglich so viel Brot und Gebäck im Abfall wie Graz an einem Tag braucht.

Anteil der Produktgruppen an den im Müll landenden Lebensmitteln. Grafik: Sigi Hafner/KIZ

Mindesthaltbarkeit. Im Internet gibt es das Informationsangebot öko-fair (www.oeko-fair.de). Dort wird auch die Vernichtung von Lebensmitteln durch den Einzelhandel angesprochen. Wenn etwa Ware nicht deutlich vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verkauft werden könne, werde sie entsorgt. Dazu passt die Beobachtung eines KirchenZeitungs-


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Thema 7

29. November 2012

Ein Müllberg verrät einiges über die Lebens-Einstellung unserer Gesellschaft. Foto: Begsteiger

Bevor die Ware verdirbt Was tun die großen Handelsketten mit ­Lebensmitteln, die noch genießbar sind, aber aussortiert werden müssen, etwa um zu verhindern, dass sie weggeworfen werden (müssen)? „„ Nah & Frisch. Viele Händler geben Lebensmittel, sollten sie trotz frühzeitiger Preisreduktion ablaufen, an bestimmte Kunden stark verbilligt und teilweise auch kostenlos.

wirf eins weg Lesers vom letzten Samstag Nachmittag: Im Kühlregal eines Supermarktes lag viel Frischfleisch mit knappem Mindesthaltbarkeitsdatum. „Was werden die damit machen?“, fragte er sich. Achtsamkeit und Notwendigkeit. Die Antworten der großen Handelsketten dazu fallen ziemlich einheitlich aus: Sie trachten, möglichst wenig Lebensmittel aussortieren zu müssen! „Für uns“, so sagt etwa Mag. Alexandra Seyer vom Diskonter Hofer, „ist der sorgsame Umgang mit Waren und möglichen Überschussen auch ein Muss der Niedrigpreis-Geschäftspolitik.“ „Lediglich nicht mehr zum Verzehr fähige Ware müssen wir vernichten.“ Brot und Gebäck werde reduziert abverkauft. Unverpackte Ware ermögliche es den Kunden, die benötigte Menge selbst zu bestimmen. Die Geschäfte, die Pfeiffer beliefert (Nah & Frisch), reduzieren ab-

laufgefährdete Lebensmittel rechtzeitig, versichert Ernst Richtsfeld, Leiter Vertrieb und Marketing von Pfeiffer. Bei Obst und Gemüse mehr. Billa, so Vorstand Frank Hensel kürzlich, „wirft so wenig wie möglich weg. Über das gesamte Sortiment gesehen liegen wir im Handel bei zwei Prozent, in manchen Produktgruppen wie etwa bei Obst und Gemüse ist es mehr.“ „In Summe“, so nimmt die Sprecherin von SPAR, Mag. Nicole Berkmann, Stellung, „werden unter ein Prozent der Produkte tatsächlich weggeworfen.“ Bei Brot und Gebäck seien die Backstationen hilfreich. Bei Milch und Milchprodukten helfen die langen Haltbarkeitsfristen. Was bei Feinkost, Fleisch und Fisch übrig bleibe, müsse aus lebensmittelrechtlichen Bestimmungen teilweise entsorgt werden. Auch aussortiertes Obst und Gemüse sei nicht mehr zum Verzehr bestimmt.

„„ Hofer. Seltene Überschüsse bei Obst und Gemüse würden landwirtschaftlichen Betriebe, Energieerzeugern und karitativen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Hofer hat laut Mag. Alexandra Seyer zudem eine „intensive Zusammenarbeit mit pro mente OÖ, an die Lebensmitel und andere Produkte wie Bekleidung und technische Geräte kostenfrei abgegeben werden“. Dies bestätigt Dr. Günter Miniberger von der pro mente UserInnen-Organisation „Strada“, die die Läden in Linz und Wels betreibt, in denen pro menteKlient/innen einkaufen können: Die Läden erhalten von Hofer Warenmuster, der Linzer Markt wird auch mit Lebensmitteln – oft lange vor dem Erreichen des Mindeshaltbarkeitsdatums – versorgt. Die geschenkte Ware wird zweimal in der Woche in der HoferZentrale Sattledt abgeholt. „„ Billa. Billa sei bemüht, Lebensmittel, bevor sie verderben, an Bedürftige abzugeben, erklärte Vorstand Frank Hensel. „„ Spar. 119 von 121 Standorten in Ober­ österreich haben laut der Unternehmenssprecherin Mag. Nicole Berkmann, Verträge mit sozialen Einrichtungen. Berkmann nennt als Beipiele SOMA Gmunden, SOMA Linz, SOMA Mondseeland, Verein Lebensmittelladen Kirchdorf, Fürstenzeller Tafel e. V., Coop Hilfe Markt Traun, Arnsdorfer Tafel, verschiedene Rot-Kreuz-Stellen (Team Österreich-Tafel). Auf die Frage, ob solche Ware auch an Mitarbeiter/innen abgegeben werde, sagt man Nein und verweist auf schlechte Erfahrungen einer früheren Praxis, als man übrig gebliebene Lebensmittel an Mitarbeiter/innen abgab: „Es hat sich herausgestellt, dass die Mitarbeiter dann dazu neigen, zu viel zu bestellen oder herzustellen. Das ist menschlich und verständlich, aber betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll.“


8 Aus Oberösterreichs Pfarren

29. November 2012

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Besonderer Adventbrauch in Enns

Ennser öffnen im Advent ihre Fenster Enns. Bereits zum fünften Mal laden die Ennser Pfarren zum „Lebendigen Adventkalender“ ein. Bis Weihnachten findet jeden Dezember-Abend um 18.30 Uhr an verschiedenen Orten das „Fensteröffnen“ statt. Die Gastgebenden laden zu einer kurzen Besinnung vor dem Haus sowie zum anschließenden Verweilen bei Glühwein, Tee und Kekserln ein. „Wann und wo“ das „Fensteröffnen“ stattfindet, sehen die Passanten im Vorbeigehen an den Fensterlogos mit den Nummern. Außerdem sind die Termine auch auf der Homepage der Pfarren zu finden.

Veranstaltungen zum Jahr des Glaubens Gemeinde St. Nikola

Bischof spricht in Asten über Glaube Zu dem von Papst Benedikt XVI. ausgerufenen Jahr des Glaubens gibt es in der Pfarre Asten sechs Katechesen (Erklärungen) des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. Die erste im Oktober mit dem Südtiroler Theologen Peter Egger war mit 140 Teilnehmer/innen gut besucht. Beim zweiten Termin am 11. Dezember wird Bischof Ludwig Schwarz über den Teil des Glaubensbekenntnisses, der Jesus Christus behandelt, sprechen. Beginn ist um 18 Uhr mit Rosenkranz, um 18.30 Uhr ist die Messe und um 19.30 Uhr beginnt der Vortrag. Veranstalter der Reihe sind die Pfarre Asten und die Charismatische Erneuerung in der Diözese Linz.

Wenn der Nikolaus auf dem Schiff kommt

Bischof Ludwig referiert in Asten anlässlich des Jahrs des Glaubens. diözese linz

Ein besonderes Nikolausfest feiern die Bewohner/innen von St. Nikola. Tradition ist es in der Strudengau-Gemeinde, dass der Patron der Schiffer und Seeleute auf dem Wasser kommt, um dann die Kinder mit Süßigkeiten zu beschenken. Das Fest am 6. Dezember, zu dem Gäste willkommen sind, beginnt um 8 Uhr mit dem Gottesdienst, anschließend ist Prozession zur Donau.

Wie in Bethlehem

Online-Adventkalender

Aistersheim. Am ersten Advent-Wochenende findet in Aistersheim eine große Freiluftinszenierung des Weihnachtsevangeliums statt. Im ganzen Ortszentrum ist es während der Aufführung dunkel. Aistersheim ist dann ausschließlich mit natürlichen Lichtquellen – nur spärlich erhellt. Nur eines ist in dieser Dunkelheit weithin sichtbar: „Der Stern“. Auf ihn bewegt sich die ganze Handlung zu, wie damals in Bethlehem. Die Aufführungstermine sind am 1. und 2. Dezember, jeweils um 19 Uhr.

Linz. Die Pfarre Linz-St. Peter bietet einen virtuellen Adventkalender an. Diesen Service gibt es bereits seit zehn Jahren. Bei der erstmaligen Durchführung haben sich ca. 500 Menschen aus aller Welt dafür angemeldet – zuletzt waren es 3130. Der virtuelle A ­ dventkalender 2012 beginnt traditionsgemäß am 1. Adventsonntag, somit heuer am 2. Dezember 2012, und läuft bis zum Fest des heiligen Stephanus am 26. Dezember 2012. Anmeldung unter www. adventkalender.or.at


KirchenZeitung Diözese Linz

29. November 2012

Aus Oberösterreichs Pfarren 9 Stenogramm

Das Pfarrzentrum St. Anna in Kirchschlag macht Platz für die Gemeinschaft

Die Schlüssel-Frage ist eine Schlüsselfrage Die Pfarre Kirchschlag zählt 1150 Katholik/innen. Davon haben mehr als 80 einen Schlüssel zum Pfarrzentrum. Die hervorragende Auslastung zeigt, wie sehr die Leute das Pfarrzentrum zu ihrem Haus gemacht haben. Josef Wallner

Die Entscheidung für den Bau eines neuen Pfarrzentrums war überlegt, aber dennoch gewagt, erzählt Ferdinand Kaineder, bis Frühjahr 2012 Pfarrgemeinderats-Obmann von Kirchschlag. Von dem zwei-Millionen-Euro-Projekt waren trotz des Beitrags von Diözese und Land OÖ immer noch 350.000 Euro von der Pfarre aufzubringen. Doch Ausgangspunkt für die Beratungen war nicht das Geld, sondern die Frage: „Wie können wir den Menschen in Kirchschlag dienen?“ „Wir dienen als Pfarre der Gemeinschaft, wenn wir Räume für das Leben schaffen“, war die Antwort des Pfarrgemeinderats. Vier Jahre ist nun das Pfarrzentrum St. Anna in Betrieb und im Haus ist immer etwas los. Von Anfang an kam zum Begriff „Dienen“ das Wort „gemeinsam“, betont Kaineder: „Gemeinsam schaffen, gemeinsam nutzen, gemeinsam verantworten. Denn das Pfarrzentrum gehört nicht dem Bischof, nicht der Diözese, auch nicht dem Pfarrer, sondern den Ferdinand Kaineder war bis März 2012 PGRObmann in Kirchschlag. Beruflich ist er nun in Wien bei der Österr. Ordenskonferenz als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit tätig. privat

Leuten.“ Das zeigt sich auch in der Vergabe der Schlüssel. Sie ist für Kaineder eine SchlüsselFrage: „Wir haben – im übertragenen Sinn – einen barrierenfreien Zugang zum Pfarrzentrum geschaffen. Alle, die nur irgendwie dort tätig sind, sollen die Räume betreten können, ohne zuvor umständlich das Aufsperren organisieren zu müssen.“ Mehr als 80 Schlüssel sind in Kirchschlag unterwegs. Erklären, nicht Vorwürfe machen. Natürlich brennt die Frage auf der Zunge, wie das in der Praxis funktioniert. „Es hat noch nie etwas gegeben“, betont Kaineder, ohne die Situation zu verklären. Selbstverständlich herrschen unterschiedliche Auffassungen darüber, wann die Küche als zusammengeräumt gilt

In der Küche des Pfarrzentrums St. Anna.

Pfarre

und wann nicht. Hier ist dann für Kain­eder der Pfarrgemeinderat gefragt. Keine vorwurfsvolle, sondern einen erläuternde Kommunikation ist angebracht, die die Wertschätzung für das Engagement der jeweiligen Gruppe spüren lässt. Aber die Erfahrung bleibt: Wenn man den Leuten Verantwortung gibt, handeln sie auch verantwortlich. Nicht verschweigen möchte aber Kaineder, dass es trotz aller Absprachen gute Geister braucht. Die legen ohne viel Aufhebens Hand an und putzen fertig, wenn es notwendig ist. Keine Gemeinschaft kommt ohne diese meist stillen Menschen aus. Anregende Räume. Schlüsselträger tragen Leben ins Pfarrzentrum und schaffen Gemeinschaft – in Gemeinde und Pfarre, sagt die PGRObfrau Rosemarie Kaiser. Jene Gruppen, die im alten Pfarrheim beheimatet waren, fühlen sich im neuen sehr wohl. Gleichzeitig wurde Platz für Neues geschaffen. Die örtlichen Vereine nutzen das Zentrum mittlerweile ebenso wie die Volkshochschule. Dass in Kirchschlag mit rund 34 Jahren Durchschnittsalter einer der jüngsten Pfarrgemeinderäte der Diö­zese aktiv ist, hängt nicht ausschließlich am neuen Pfarrzentrum, aber mit dem Geist, der in St. Anna herrscht, hat es schon zu tun.

Ihre Schlüssel-Erlebnisse Teilen Sie mit den KiZ-Leser/innen Ihre Erfahrungen und schreiben Sie Ihre Vorstelleungen und Ideen: XX KirchenZeitung Diözese Linz, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, E-Mail: leserbriefe@kirchenzeitung.at

„„ Kölner Pfarre für Arme. In der deutschen Pfarre Köln-Vingst leben viele Menschen in Armut. Wie man als Seelsorger mit dieser Herausforderung umgehen kann, lebt der dortige Seelsorger Franz Meurer vor. So können etwa Jugendliche in seiner Pfarre den Gabelstapler-Führerschein erwerben, um ihre Chance auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen. Zu den Sonntagsmessen kommen bis zu 500 Personen, die anschließend zu einer kostenlosen Tafel im Kirchenraum geladen werden. Angetan von dieser Art der Seelsorge ist Caritas-Regionalkoordinator Mag. Wilfried Scheidl, der in der Welser Stadtpfarre am 21. November einem interessierten Publikum das Kölner Pfarrmodell vorstellte. Wilfried Scheidl ermutigte die Zuhörer/innen, dem nachzuspüren, was den Menschen im umfassenden Sinn zum Leben verhilft. „Für uns ist das eine Bestärkung“, erzählt Ernst Moritzer vom Caritas-Fachausschuss der Stadtpfarre Wels. Man wolle für alle offen sein. Besonders zeigt sich das in dem Engagement der Pfarre für Flüchtlinge. Der Fachausschuss hilft diesen finanziell und berät sie bei ihren Asylanträgen. „„ Humor in der Kirche. Johann Ruhsam, Kurat in Perg, schreibt humorvolle Texte und sammelt witzige Beiträge anderer Autoren. So viel Stoff hat er dabei schon, dass nach dem ersten Werk „Gaudium“, bereits das „Gaudium II“ erschienen ist. „Es darf gelacht werden, denn das Lachen oder Schmunzeln ist Balsam für die Seele und beugt depressiven Phasen vor“, schreibt Johann Ruhsam. Neben vielen Mundartgedichten bietet der Herausgeber eigene Betrachtungen über Zustände in der Gesellschaft im Allgemeinen und in der Kirche im Speziellen, die zum Schmunzeln anregen. Das 280 Seiten starke Buch ist um 21,90 Euro bei der Buchhandlung Frick in Perg, beim Veritas Verlag in Linz und bei der Bücherinsel Gallneukirchen erhältlich. Erschienen ist es im Eigenverlag.


10 Thema Zur sache „Sozialdienst“ – das Modell Mit der Abschaffung der Wehrpflicht würde auch der Zivildienst fallen. Die dadurch entstehende Versorgungslücke will

29. November 2012

„Bezahlte freiwillige Sozialarbeit“ – ein Widerspruch in sich

Soziales Grundwasser fördern Mit einem bezahlten freiwilligen Sozialjahr will Sozialminister Rudolf Hundstorfer die Lücke schließen, die durch den Wegfall der Zivildiener bei Abschaffung der Wehrpflicht entstehen würde. Mit einem echten „Freiwilligendienst“ hat das nichts zu tun. Damit kommen wichtige Bausteine einer solidarischen Gesellschaft massiv unter Druck. Hans Baumgartner

Minister Hundstorfer will 8000 Sozialdienstplätze schaffen. KIZ/A

Sozialminister Rudolf Hundstorfer mit seinem Modell eines „bezahlten freiwilligen Sozialjahres“ schließen. Die Dienstleistenden sollen dabei ein reguläres Gehalt von 1386 Euro (14 mal) erhalten. In der vergangenen Woche hat Hundstorfer eine Aufstockung der bisher geplanten Sozialjahrplätze von 6500 auf 8000 angekündigt. Damit soll der Bedarf in Sozial- und Gesundheitseinrichtungen gedeckt werden. Bisher haben die 13.500 Zivildiener auch in anderen Bereichen gearbeitet. Das soll wegfallen. Die Kosten beziffert Hundstorfer mit 211 Millionen Euro. Das sei kostenneutral, betont der Minister. Bisher wurden für den Zivildienst 141 Millionen Euro/Jahr aufgewendet. 66 Millionen sollen angeblich die entgangenen Sozial- und Steuerabgaben der Zivildiener ausmachen. Die Zuweisung der Sozialjahrleistenden soll nach dem bisherigen Zivildienstschlüssel der letzten fünf Jahre erfolgen. Einrichtungen, die bisher Freiwillige Sozialdienstleistende (FSJ u. a.) hatten, bekommen keinen Ersatz. Völlig in der Luft hängt derzeit, ob es für jene, die bisher einen Zivilersatzdienst im Ausland geleistet haben (Gedenk-, Friedens- und Sozialdienst), einen Ersatz gibt. Für die „echten Freiwilligendienste“ wird zwar eine „Nachbesserung“ in Aussicht gestellt. Wie sie aussehen soll und ob es sie gibt, steht in den Sternen.

KirchenZeitung Diözese Linz

Das von Minister Hundstorfer vorgelegte Konzept eines „bezahlten freiwilligen Sozialjahres“ – so wird es im Text der Volksbefragung bezeichnet – sei vieles, nur nicht das, was man bisher als freiwillig geleistetes Sozialjahr bezeichnet hat, meint Harald Fartacek. Er ist Geschäftsführer des 1968 von katholischen Jugendorganisationen gegründeten „Freiwilligen sozialen Jahres“ (FSJ). Und die Vorsitzende des Vereins, Judith Marte-Huainigg, meint, die vorgelegte Fragestellung „ist etwa so ehrlich, wie wenn man das Volk abstimmen ließe, ob es für einen neutralen Beitritt Österreichs zur NATO ist.“ Freiwillig. Das Hundstorfer-Modell (siehe Randspalte) sei ein durchaus interessantes arbeitsmarktpolitisches Programm, um Um- bzw. Wiedereinsteiger/innen eine neue Berufsperspektive zu öffnen, mein Fartacek. Und es ist im Vergleich zum Bundesfreiwilligendienst in Deutschland eine relativ luxuriöse Variante, um die fehlenden Zivildiener zu ersetzen. „Aber es ist kein Modell, um das freiwillige Engagement junger Leute, die sich aus humanistischen, religiösen oder gesellschaftspolitischen Gründen unentgeltlich für das Gemeinwohl einsetzen möchten, zu fördern.

Echte Freiwillige. 289 junge Erwachsen leisten derzeit ein freiwilliges soziales Jahr für ein bescheidenes Taschengeld. FSJ

Und es ist auch kein Ersatz für den inhaltlichen Mehrwert des Zivildienstes, der viele junge Männer in Kontakt mit dem eher weiblich dominierten Sozial-, Gesundheits- und Erziehungsbereich gebracht hat und der“, so Fartacek, „offenbar auch viele nachhaltig geprägt hat.“ Denn etwa die Hälfte der Zivildiener leiste im Anschluss in irgendeiner Form Freiwilligendienste. Ähnliches gelte in einem noch stärkeren Maß für die rund 4000 jungen Frauen und Männer, die in den vergangenen 44 Jahren ein freiwilliges Sozialjahr absolviert haben. „Für viele“, so Fartacek, „war das ein Motivationsschub, sich sozial und gesellschaftlich zu engagieren bzw. beruflich in diesen Bereich, etwa in die Arbeit mit behinderten Kindern, einzusteigen.“ Unter Druck. Freiwilligenarbeit sei ein wesentlicher Baustein einer solidarischen Gesellschaft, gerade in einer Zeit, in der so viele Lebensbereiche zunehmend von Ökonomie und Geld bestimmt würden, betont Judith Marte. Durch das Hundstorfer-Modell würde diese ohnedies heute nicht leicht vermittelbare Einsicht unterlaufen. Denn hier wird etwas als „freiwillig“ verkauft, was eigentlich ein regulärer Job ist. Fartacek befürchtet, „dass wir unsere bisherige Arbeit vermutlich nicht mehr fortsetzen können. Denn ehrlicherweise muss ich den jungen Interessent/ -innen sagen: Wenn ihr euch über den Bundesfreiwilligendienst um eine Stelle bewerbt, bekommt ihr ein reguläres Gehalt, bei uns nur ein Taschengeld (220 Euro) und die Familienbeihilfe. Und das, was bisher unser Bonus war, nämlich eine gute Einschulung und Begleitung, ist auch im neuen Modell geplant.“ Neue Wege. Auch wenn es möglich wäre, sich als Anbieter in das geplante neue System einzuklinken, sähe Fartacek keinen Sinn darin. „Denn unser Modell setzt ja ganz bewusst auf die Förderung des solidarischen freiwilligen Engagements.“ Fartacek weiß sich darin mit den großen Wohlfahrtsverbänden wie Caritas, Diakonie oder Lebenshilfe einig. Erst vor wenigen Tagen haben sich diese bei einem Gespräch im Sozialministerium dafür ausgesprochen, einen Teil der bisher für den Zivildienst eingesetzten Gelder (145 Mill.) in reguläre Jobs im Sozial- und Gesundheitsbereich zu investieren und mit dem anderen Teil die echten Freiwilligendienste breit zu fördern und attraktiver zu machen.“ Fartacek befürchtet auch, dass durch das HundstorferModell die Löhne in diesen Branchen, aber auch die tatsächliche Freiwilligenarbeit, etwa bei der Rettung, unter Druck geraten würden.


KirchenZeitung Diözese Linz

Thema 11

29. November 2012

Aids in Kambodscha

Die Sozialarbeiterin Vicheka Um Ken (rechts im Bild) besucht Yorn Ren und ihre Mutter.

ruth bourgeois (2)

Nur langsam erholt sich Kambodscha vom jahrzehntelangen Krieg. Doch nicht nur die Vergangenheit lastet schwer auf dem südostasiatischen Land. 2,5 % der Einwohner/innen sind HIV-positiv. In Küstenstädten wie Sihanoukville, wo Prostitution und Sextourismus zunehmen, sind es fast 20 %. Das Virus zerstört Familien und trifft damit Kinder besonders hart. Laut Hilfsorganisationen gibt es über 100.000 Aidswaisen im Land, jedes zehnte lebt im Heim. Aids ist stark tabuisiert. HIV-positive Menschen werden häufig diskriminiert. Viele Leute in den ländlichen Gebieten wissen bis heute nicht, wie das Virus übertragen wird. Nach wie vor beschränkt sich die Hilfe für HIV-Infizierte bzw. deren Angehörige auf den Großraum Phnom Penh.

Tödliches Tabu Über Sex, Familienplanung und Aids wird im Königreich Kambodscha nicht gesprochen. Zugleich hat das Land die höchste HIV-Infektionsrate in ganz Asien. Das Virus zerstört Familien und trifft damit Kinder besonders hart. Vicheka Um Ken, Sozialarbeiterin der Salesianer Don Boscos, besucht die Betroffenen in den Elendsvierteln von Phnom Penh, berät sie und versorgt sie mit Medikamenten. Peter beyer

Die holprige, staubumhüllte Lehmpiste ist mit Trümmern von Backsteinen, ausrangierten Gummilatschen und sonstigem Unrat übersät. Schwärme von Mücken kreisen über menschlichen und tierischen Exkrementen. Auf einem Stand am Wegesrand liegen Gemüse, Obst und auch rohes Fleisch in der prallen Hitze. Ein Dutzend Schmeißfliegen macht sich darüber her. Alltag in Loar Kom Bour, einem ärmlichen Viertel am Rande von Phnom Penh. Diagnose HIV-positiv. Alltag auch für Vicheka Um Ken. Zweimal in der Woche fährt die Sozialarbeiterin hierher, um Yorn Ren, eine ihrer Schützlinge, zu besuchen. Die Dreiundvierzigjährige lebt mit ihrer Mutter in einer Stelzenhütte, deren Boden aus vielfach gebrochenen Latten und Brettern zusammengeflickt ist und sich in höchst bedenklichem Zustand befindet. Nach der allgemeinen Begrüßung, bei der Yorns Mutter den Besuchern ein ebenso freundliches wie zahnloses Lächeln schenkt, erzählt Yorn

Tabu. HIV ist in Kambodscha ein schwer wiegendes Problem, das jedoch weitgehend totgeschwiegen wird. Offizielle Statistiken gibt es keine. Sexuelle Aufklärung findet nicht statt. „Die Menschen sind sehr konservativ, leben ganz nach den überlieferten Traditionen“, versucht sich Vicheka in einer Erklärung. „Die Alten haben einen enormen Einfluss auf die Jüngeren.“

Don Bosco hilft. Yorn geht, anders als die meisten hier, offen mit ihrem Problem um. Die Nachbarn wissen Bescheid und helfen, wo sie können. Yorns Mann arbeitet heute als Wachmann bei einer privaten Firma, Yorn selbst hat früher als Lotuspflückerin ihr Brot verdient. Aber seit das dafür notwendige Boot kaputtging, liegt es unnütz herum, und ein fremdes zu mieten wäre zu teuer. Nun sparen die beiden auf die Reparatur. Umso mehr freut sich Yorn über die Hilfe durch Don Bosco. Zum einen natürlich über die Dinge des täglichen Bedarfs: Seife gehört dazu, Zahncreme, Zucker, Öl, Mehl, Shampoo. Doch auch die Beratung durch Sozialarbeiterinnen wie Vicheka erweist sich als wichtig für ihre Gesundheit. „Erst durch Don Bosco und im Krankenhaus habe ich gelernt, wie wichtig Hygiene ist und dass eine vitaminreiche Ernährung mein Leben verlängern kann“, erklärt Yorn und wirft Vicheka einen dankbaren Blick zu.

Yorn Ren mit ihrem Sohn Oum.

Ahnungslos. Dank neuer Medikamente hat Yorn eine erheblich höhere Lebenserwartung, als es noch vor Jahren der Fall gewesen wäre. Entscheidend ist es aber, dass sie ihre Tabletten zweimal täglich einnimmt, immer zur gleichen Zeit. Ganz im Gegensatz zu Yorn müssen in Kambodscha Tausende HIV-Infizierte sterben, weil niemand ihnen hilft. Zumeist wissen ihre Kinder nichts von dem Virus, ahnen nicht, dass auch sie selbst ihn möglicherweise in sich tragen – und ihn eines Tages an ihre Partner/innen oder Kinder weitergeben werden.

Ren ihre Geschichte. Sie hat einen verheirateten Mann kennen gelernt, der aus erster Ehe zwei Kinder mitbrachte. Er war Soldat und hatte viele Frauen gehabt, berichtet sie heute freimütig. Yorn und ihr Mann bekamen miteinander ein Kind, den heute vier Jahre alten Oum Vanna. Bei seiner Geburt 2006 erlitt Yorn einen Schwächeanfall. Einer dunklen Ahnung nachgehend, ließ sie in der Klinik einen Test machen. Ergebnis: Sie selbst ist HIV-positiv, doch Oum erwies sich als kleiner Glückspilz, blieb von der tückischen Infektion verschont.


12 Panorama stenogramm Aufatmen – ein Begleiter durch den Advent Advent-Impulse. Einmal am Tag innehalten – nur kurz. Einmal am Tag durchatmen, aufatmen, sich beschenken lassen: von einem biblischen Wort, einem ansprechenden Bild und einem aktualisierenden Text, der die biblische Frohbotschaft im Hier und Heute erspüren lässt. All das bietet das tägliche adventliche Impulsmail, das vom Bibelwerk Linz in Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnern – unter anderen der KirchenZeitung – angeboten wird, an. Gerade in den Wochen vor Weihnachten tut eine tägliche Erinnerung gut, wenn die Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest nicht in Hektik untergehen soll. u www.dioezese-linz.at/aufatmen

29. November 2012

Für Sie gelesen: Der dritte Teil des Jesus-Buches von Papst Benedikt XVI.

Orientierung über Jesus und an Jesus Vergangene Woche wurde der dritte Band des Jesus-Buches von Papst Benedikt XVI. vorgestellt. Nach dem ersten Band 2007 („Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung“) folgte 2011 der zweite Teil „Vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung“. Nun kam der abschließende dritte Teil seines Werks „Jesus von Nazareth. Prolog und Kindheitsgeschichten“. Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. legt keine beschaulichen „Weihnachtsmeditationen“ vor, keine besinnlichen Zeilen zum Vorlesen bei Weihnachtsfeiern. Das Werk ist eine geistliche Betrachtung eines Theologen, der sich ein Leben lang mit biblischer Theologie beschäftigt hat, und im Literaturverzeichnis sieht man, dass er es auch als Papst immer noch tut. Er legt in einfacher und klarer Sprache – das ist sein Markenzeichen – die nicht nur gläubigen Menschen vertrauten Kind-

n Wohnungsnot. Bereits jede zweite Frau, die sich an die Hilfsorganisation „Aktion Leben“ wendet, hat ein Wohnungsproblem. Martina Kronthaler, die Generalsekretärin der Aktion Leben, schlägt Alarm: Betroffen davon seien nicht nur alleinstehende Schwangere und Mütter von Kleinkindern, sondern auch Familien. Immer mehr, so Kronthaler, können sich die deutlich über die Inflationsrate hinaus gestiegenen Preise für Mieten und Betriebskosten nicht mehr

heitsgeschichten Jesu aus dem Matthäus- und Lukasevangelium aus: von den Stammbäumen Jesu über die Verkündigung des Engels, ... die Flucht nach Ägypten bis zum zwölfjährigen Jesus im Tempel. Dabei lässt der Papst die Leser/innen an seinem persönlichen Gespräch mit dem Text Anteil nehmen und scheut sich nicht, „ich“ zu sagen: Ich sehe das so, ich bin für jene Auslegung. Das macht die Lektüre sympathisch. Bibelwissenschaftlich hat er – gegen den deutlichen Konsens der Exegeten – die Entscheidung getroffen, dass die Kindheitsgeschichten historische Tatsachen sind: Bethlehem als Geburtsort Jesu, die Jungfrauengeburt, die Huldigung der Sterndeuter, die Flucht nach Ägypten ... – „all das ist nicht eine in Geschichte gekleidete Meditation, sondern umgekehrt. Matthäus erzählt uns wirkliche Geschichte, die theologisch bedacht und gedeutet ist.“ (Seite 126) Über alle Fachdiskussion hinweg verliert der Papst aber die Frage nicht aus den Augen: „Wie betrifft das Gesagte mich?“ Und er sagt dazu: „Dabei bin ich mir bewusst, dass jede Auslegung hinter der Größe des biblisches Textes zurückbleibt.“ josef Wallner

Joseph Ratzinger/ Benedikt XVI., Jesus von Nazareth. Prolog. Die Kindheitsgeschichten, Herder 2012, 172 Seiten, 20,60 Euro.

Martina Kronthaler beklagt zunehmende Wohnungsnot. FJR/A

leisten. Sogar das Jugendamt schicke Betroffene wegen zunehmender Wohnungsprobleme zur Aktion Leben. Kronthaler fordert die Politik in Bund und Ländern auf, die steigende Wohnungsnot endlich ernst zu nehmen.

KirchenZeitung Diözese Linz

Dr. Theo Quendler, Präsident des Katholischen Laienrates, ist überzeugt: Das vielfältige Engagement der Laien „trägt wesentlich zum Erscheinungsbild der Kirche bei“. KIZ/A.

Die Arbeit der Laien mehr beachten

Umstrittenes DialogZentrum in Wien

Die Funktion und Bedeutung, die Laienchrist/innen in ihrem alltäglichen Leben innehaben, werde weitgehend unterschätzt. Zu diesem Schluss sind Vertreter des Katholischen Laienrates gekommen, die vergangene Woche ein Grundsatzpapier zu den Aufgaben der Laien vorgestellt haben. Als vorrangig im Weltdienst bezeichnet der Laienrat eine vom Evangelium beseelte Aufmerksamkeit gegenüber Mitmenschen in Notlagen. Innerhalb der Kirche sei es notwendig, rechtzeitig Modelle der Laienmitwirkung bei der Leitung der Pfarren zu entwickeln und die Laien entsprechend ihrer Begabungen auch mit Ämtern zu beauftragen.

Am Montag wurde in Wien von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon das „König-AbdullahZentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ eröffnet. Errichtet wurde das Zentrum auf Basis eines völkerrechtlichen Abkommens zwischen Saudi-Arabien, Spanien und Österreich. Im Direktorium des Zentrums sind die fünf großen Weltreligionen vertreten. Die Diskussion um die Glaubwürdigkeit und die Ziele dieser Dialoginitiative hält weiterhin an. Die einen sehen darin einen positiven Schritt zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses, andere bezweifeln das angesichts der restriktiven Religionspolitik Saudi-Arabiens.


KirchenZeitung Diözese Linz

Panorama 13

29. November 2012

Frauen dürfen nicht zu Bischöfinnen geweiht werden. Das hat die anglikanische Kirche in England entschieden. Die Pastorinnen Marie-Elsa Bragg (im Bild rechts) und Angie Nutt sind enttäuscht vom Abstimmungsergebnis. reuters

Zulassung von Bischöfinnen gescheitert Die anglikanische Kirche von England wird auch künftig keine Bischöfinnen haben. In der Generalsynode in London verfehlte der Antrag am Dienstagabend vergangener Woche knapp die nötige Mehrheit. Damit liegt die Frage für viele Jahre erneut auf Eis. Eine Änderung des Kirchenrechts in diesem Punkt hätten alle drei Abteilungen der Synode, die Bischöfe, die Kleriker und die Laien, jeweils mit Zweidrittelmehrheit billigen müssen. Bei den Laien fehlten jedoch sechs Stimmen: 132 waren dafür, 74 dagegen. Die Mehrheiten bei

Bischöfen und Geistlichen fielen hingegen deutlich aus. Die Abstimmung galt auch als Autoritätstest für den designierten künftigen Erzbischof von Canterbury und Primas von England, Justin Welby. Er hatte sich unmittelbar vor der Abstimmung für die Zulassung von Frauen zum Bischofsamt ausgesprochen, ebenso wie der scheidende Amtsinhaber, Erzbischof Rowan Williams. Schon im Vorfeld der Abstimmung waren die Wogen hochgegangen. Gegner wie Befürworter unterzeichneten Memoranden,

Schwerer Schlag für die Ökumene

Nahostkonflikt verhindert Friedenslicht-Reise

Der Ökumene in Südosteuropa ist durch die jüngsten Haager Freisprüche ein schwerer Schlag versetzt worden. Während die kroatische katholische Kirche den Freispruch der Generäle Ante Gotovina und Mladen Markac bejubelt, herrscht in Serbien auch kirchlicherseits Fassungslosigkeit. Die Generäle Gotovina und Markac waren im April 2011 vom Internationalen Gerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 24 und 18 Jahren Haft verurteilt worden. Die damalige Urteilsbegründung – „Verabredung zum Verbrechen“ – wurde am 16. November vom ICTY für nichtig erklärt.

Die traditionelle FriedenslichtReise des ORF-Landesstudios Oberösterreich kann heuer wegen der Kämpfe zwischen Israel und der palästinensischen Hamas nicht stattfinden. Die Auseinandersetzungen zwangen die Reiseveranstalter um Initiator Günther Hartl zur Absage. Im Rahmen der 1986 erstmals ins Leben gerufenen Friedenslicht-Aktion wird jährlich ein oberösterreichisches Kind ausgewählt, das sich durch soziales Engagement auszeichnet. Es darf das Licht als Weihnachtssymbol des Friedens in der Geburtsgrotte entzünden und nach Österreich bringen. Heuer wird das „Friedenslicht-Kind“ jedoch das Licht in Österreich entgegennehmen und dann weiterreichen.

gaben Interviews, beschworen die Kircheneinheit oder die Gefahr innerer Spaltung. Das Scheitern des Vorhabens dürfte der Startschuss für eine neue Welle der Diskussionen sein. Bereits die Zulassung des Frauenpriestertums durch die Kirche von England Anfang der 1990er-Jahre hatte die anglikanische Weltgemeinschaft an den Rand der Spaltung geführt. Damals entschied eine hauchdünne Mehrheit bei den Laien der Generalsyn­ode. Hätten nur drei Delegierte anders votiert, wäre der Antrag gescheitert.

weltkirche „„ Pakistan. Die junge Christin Rimsha Masih, die wegen Blasphemie angeklagt war, ist vergangene Woche in Islamabad freigesprochen worden. Ein Imam hatte das geistig behinderte Mädchen beschuldigt, Seiten des Korans verbrannt zu haben. Das ließ sich aber nicht beweisen. „„ Suizidbeihilfe. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat sich erneut dafür ausgesprochen, nicht nur die kommerzielle, sondern auch die organisierte Beihilfe zum Suizid unter Strafe zu stellen. n Der Athener orthodoxe Erzbischof Hieronymos II. hat vor dem Hintergrund der Schuldenkrise die EU aufgefordert, zu ihren Gründungsprinzipien wie Solidarität und Kooperation zurückzukehren. Die Union interessiere sich heute nur noch für Zahlen und Finanzen. kna


14 Glaube

29. November 2012

KirchenZeitung Diözese Linz

Waldhäusl

Spurensuche im Advent mit P. Bernhard Eckerstorfer OSB, Stift Kremsmünster

Ein anderes Abenteuer W

ie verbringt ihr im Kloster den Advent? Diese Frage wird uns öfters gestellt. Wir haben kein spezielles Zusatzprogramm, machen nicht mehr als sonst. Und doch ist der Advent für uns Benediktiner eine

besondere Zeit, auf die ich mich schon freue. Anders sind einmal die sechs täglichen Gebetszeiten: Die Hymnen, Antiphonen und Lesungen sprechen von Sehnsucht und Erwartung, von Umkehr und dem Kommen Gottes. Zur adventlichen Atmosphäre trägt der Adventkranz im Speisesaal bei. Manche schmücken ihr Zimmer, andere haben ein eigenes Ritual.

M

eine Art, den Advent bewusst zu gestalten: Ich mache mir am Nachmittag einen Tee. Dann trinke ich den Tee Schluck für Schluck. Dabei tue ich sonst nichts – ich nehme keine Zeitung zur Hand und

höre nicht Musik. Ich sitze einfach nur da. Diese Viertelstunde des täglichen Tee-Trinkens verhilft mir

P. Bernhard Eckerstorfer ist Novizenmeister und Lehrer im Stift Kremsmünster. Er wird am Sonntag in der Reihe CULTUS (ORF III, 11.45 und 18.35 Uhr) über seine Adventgedanken sprechen.

zu jener adventlichen Haltung, die aus dem Inneren des Herzens kommt. Ein Novize unseres Klosters hat sich im Advent einmal vorgenommen, sich jeden Tag eine Stunde hinzusetzen und zu warten. „Anfangs war das sehr schwer“, sagte er. „Doch in den Tagen meines ersten Advents im Kloster ist durch diese eine Stunde etwas ganz Tiefes gewachsen.“

E

s geht nicht um äußerlich Spektakuläres. Als gläubige Menschen sind wir Abenteurer der Innerlichkeit. Bezeichnenderweise haben „Advent“ und „Abenteuer“ die gleiche Wortwurzel. Im Englischen sehen wir

das noch deutlicher: „advent – adventure.“ Mein Advent – ein Abenteuer. Aber ein anderes Abenteuer.


Bibel Z eit Der Themenschwerpunkt zum Lukas-Jahr in Zusammenarbeit von KirchenZeitung und Bibelwerk der Diözese Linz

In ungeahnte Höhen und Weiten führt der Ruf Gottes.

ELISABETH ZEMSAUER/BIBELWERK LINZ

Du führst mich hinaus ins Weite Glaube engt das Leben ein – vermuten manche – und halten sich deshalb auf Distanz zu Kirche, Bibel und Glaube. Nur diesen Dingen nicht zu nahe kommen! Das ist ein großes Missverständnis. Wer die Bibel mit allen Sinnen wahrnimmt, wird eine andere Erfahrung machen: Glaube öffnet das Leben, weitet die Sicht. „Du führst mich hinaus ins Weite, du machst meine Finsternis hell“, heißt es in Psalm 18. Das Leben in seiner ganzen Tiefe und Schönheit erschließt sich Menschen oft erst dann, wenn sie Gottes Spuren wahrnehmen und ihnen folgen. Die Bibel erzählt davon. Aber auch davon, dass Menschen Schweres zugemutet wird – Lasten, die kaum zu tragen sind. Auch von diesen Erfahrungen weiß die Bibel. KirchenZeitung und Bibelwerk laden ein, diesen Spuren zu folgen.

Bibel entdecken – mit allen Sinnen Das Bibelwerk Linz ist – wie so viele biblische Aufbrüche – eine Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils. Zunächst stand die katholische Glaubensinformation im Mittelpunkt, dann folgten die ersten ökumenischen Bibelausstellungen und eine Reihe biblischer Fernkurse. Das Bibelwerk setzt um, was in der Apostelgeschichte zu lesen ist: „Wir können/wollen unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.“ (Apg 4,20)


16 BibelZeit IMPULS Angebote aus dem Bibelwerk An der Bibel Interessierte versorgt das Team des Bibelwerks mit Informationen, Veranstaltungstipps, Literaturhinweisen und spirituellen Impulsen:

29. November 2012

Zu Gast bei einem Bibelabend in Mondsee

Wenn Jesus auf seine Armbanduhr schaut Die Menschen ermutigen, die Botschaft der Bibel mit ihrem Leben zu verbinden – das ist das Ziel der Bibelabende, die das Bibelwerk Linz in den Pfarren der Diözese anbietet. Die KiZ begleitete Franz Kogler nach Mondsee. JOSEF WALLNER

Die Bibel muss man spüren, das Buch in der Hand haben, dann erst im Kopf. Franz Kogler hebt vor den etwa 40 Frauen und Männern,

 Website des Bibelwerks. Ein Besuch auf der Website des Bibelwerks lohnt sich immer: Hier findet man biblische Arbeitsmaterialien kostenlos zum Download, Veranstaltungstipps und die Termine stets auf dem neuesten Stand. Der Bibelshop bietet ein reichhaltiges Produktangebot mit Abbildungen, Kurzbeschreibungen, Preisangaben und – was für die Kaufentscheidung wichtig ist – Kommentaren und Bewertungen der angebotenen Arbeitsbücher, CDs ...  www.dioezese-linz.at/bibel  Bibelrunden. Das „Herzstück“ der Bibelarbeit in der Diözese Linz bilden die vielen Bibelrunden. Etwa 150 sind gemeldet – daneben treffen sich viele weitere Bibelinteressierte „in aller Stille“, um gemeinsam die Bibel zu entdecken. Das Bibelwerk unterstützt beim Aufbau und in der Begleitung von Bibelrunden.

die zum ersten von drei Bibelabenden in den Pfarrsaal Mondsee gekommen sind, seine Bibel in die Höhe. Der bestickte Stoffeinband ist abgegriffen, ein unübersehbares Zeichen dafür, dass diese Bibel zu seinem Buch geworden ist. Darauf kommt es dem Leiter des Linzer Bibelwerks an und dazu möchte er die Leute im Pfarrsaal motivieren: Die unzähligen vertrauten und kaum bekannten Geschichten von Gott und den Menschen, die sich in der Bibel finden, sollen zu ihren Geschichten werden. Die Bibel am Küchentisch. „Bei mir liegt die Bibel immer am Küchentisch, und zwar die Bibel in gerechter Sprache“, sagt eine Frau im Pensionsalter. In der Zeit ihrer schweren Krankheit sind ihr die Erzählungen von den Krankenheilungen Jesu zur Lebenshilfe geworden. „Ich mach die Augen zu und erspüre, was mich anspricht.“ Dann beginnt sie zu malen oder zu schreiben. Ihre Bilder und Texte hat sie manchmal zum Arzt mitgenommen. Das hat geholfen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Ansätze für die Therapie zu finden. „So ist mir die Bibel gegenwärtig. Heilung geschieht wirklich“, ist ihre Erfahrung. Mit dem Alten Testament tut sich so mancher Besucher des Bibelabends schwer. Als Kinder waren die blutrünstigen Geschichten

 Linzer Bibelsaat. Die „Bibelsaat” erscheint viermal jährlich und wird kostenlos zugesandt. Neben Artikeln zu biblischen Themen ist die Broschüre eine Fundgrube für neueste Literatur.  Bibel-Newsletter. Monatlich informiert der Newsletter über bibelpastorale Neuigkeiten und interessante Termine rund um die Bibel.

KirchenZeitung Diözese Linz

Dr. Franz Kogler, der Leiter des Linzer Bibelwerks. KIZ/JW

Die „Expedition Bibel“ ist nicht zu stoppen Wanderausstellung. Die Bibelschau „Expedition Bibel“ hat sich in den letzten zehn Jahren zum Aushängeschild des Bibelwerks Linz entwickelt. Insgesamt haben diese weit über Oberösterreich hinaus gezeigte Erlebnis-Ausstellung an die 700.000 Menschen besucht. Nach der Präsentation in etwa 100 Pfarren der Diözese Linz sowie in Regensburg, München, Wien, Zürich, Bozen und am Ölberg in Jerusalem wird derzeit das gesamte Material ins Weißrussische übersetzt, Tschechisch und Italienisch sind in Vorbereitung.  Informationen über die Präsentation der Ausstellung in Pfarren: Tel. 0732/76 10 - 32 31.


KirchenZeitung Diözese Linz

BibelZeit 17

29. November 2012

Hintergrund Der Geist des Bibelwerks Was die Mitarbeiter/innen und Freunde des Bibelwerks bewegt, haben sie in Leitsätzen zusammengefasst.

Die Bibel zur Hand nehmen wie die Teilnehmer/innen an den Bibelabenden in Mondsee: Das ist der erste wichtige Schritt zur Begegnung mit der Botschaft der Heiligen Schrift. Pfarre Mondsee

zwar spannender als die lieben Jesuserzählungen, aber nun ist es umgekehrt. „Jesus hat das Neue Testament nicht gekannt“, erinnert Franz Kogler. Jesu Bibel waren die Heiligen Schriften des jüdischen Volkes: die fünf Bücher Mose, die Propheten und Psalmen. Diese Schriften sind nur aus der Perspektive der christlichen Tradition Altes Testament, nicht für Jesus. Als Kogler einen Abschnitt aus dem Buch des Propheten Jesaja vorliest, könnte man eine Stecknadel fallen hören. „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir ...“ Die Worte treffen. Verflogen ist alle Skepsis gegenüber dem Alten Testament. Jesaja hilft. Jesus von Nazaret hat häufig auf die Botschaft des Propheten Jesaja zurückgegriffen, erklärt Kogler. Jesaja half Jesus, seinen Auftrag den Menschen verständlich zu

machen: dass das Reich Gottes gekommen ist und schon da ist, heute. Kogler versichert sich, ob er verstanden wurde. „Wenn Jesus auf die Uhr schauen würde, was würde sie anzeigen?“ – „Es ist auf seiner Uhr nicht fünf vor zwölf, die Zeiger stehen genau auf zwölf – das Reich Gottes ist da.“ Die Besucher/innen des Bibelabends erfahren auch eine Menge über das religiöse Leben zur Zeit Jesu, über die Pharisäer und Sadduzäer, Zeloten und die Essener. Sie lernen, wie man das Wort „selig“ ansprechend, pointiert, aber einprägsam übersetzen könnte: „Freut euch, super, Prost.“ So kommt auch das Bibelwissen nicht zu kurz. Aber das ist nicht entscheidend, sondern dass man vom Wort der Bibel getroffen wird, zählt. „Das Himmelreich, das Reich Gottes ist Gegenwart. Das nehme ich mit nach Hause“, sagt ein Besucher des Bibelabends.

Biblischer Impuls für die Arbeitswoche

Sich in die Bibel vertiefen

Gebet und Gottesdienst im Geist der Bibel

Biblisches Sonntagsblatt. Das Bibelwerk bietet wöchentliche Anstöße zu den Sonntagsevangelien (gedruckt oder digital) an. Für jeden Sonntag wurde ein farbig gestaltetes A4-Blatt (doppelseitig, gefaltet auf A5) mit dem Text des Evange­liums, ­einem Kurzkommentar sowie Impulsfragen und weiterführenden Gedanken für die Woche ausgearbeitet.

Grundkurs Bibel. Beim Grundkurs Bibel wird ein gutes Basiswissen und das persönliche Erleben im Umgang mit der Heilsbotschaft Gottes gestärkt sowie das Vertrauen in die eigene Kompetenz beim Bibellesen geweckt. Der nächste Grundkurs Bibel beginnt im Bildungszentrum St. Franziskus/Ried von 9. bis 10. März 2013 (insgesamt vier Wochenenden).

Fernkurse. Seit Jahren bietet das Bibelwerk Linz Fernkurse zu Bibel und Gebet an. Der aktuell neu erarbeitete Fernkurs „Gottesdienst“ will beitragen, die Schätze der liturgischen Feiern neu oder tiefer zu entdecken. Themen sind: „Eucharistie – verstehen, feiern und leben“ sowie „Die Heilige Schrift in der Liturgie: Gottes Wort in Gottes Dienst“.

XX Ein Musterblatt steht zum Download bereit unter www.dioezese-linz.at/bibel Das Einzelabo kostet € 28,50; ein 10er-Abo € 49,90.

XX Informationen zu Grundkursen im Bildungshaus Schloss Puchberg und am Greisinghof sowie zu biblischen Sommerwochen sind im Bibelwerk erhältlich.

XX Der Kurs besteht aus dem Studium schriftlicher Unterlagen und (wahlweise) einer schriftlichen Begleitung. Nähere Informationen im Bibelwerk.

„Gott führt uns hinaus ins Weite!“ (vgl. Ps 18,20). Grundlage unseres Tuns ist die Zusage des Wirkens Gottes. Wir wissen uns beschenkt und berufen, eine menschenfreundliche, geschwisterliche und offene Kirche zu sein. Wir sind lebendig, dynamisch und begeistert. Uns sind gelebter Glaube, Freude und Zuversicht besonders wichtig. Wir wollen unterstützen, begleiten und aufbauen sowie Impulse geben, Zugänge ermöglichen und Lebenswertes entdecken helfen. Wir bieten möglichst vielen Menschen Anregungen, um die Bibel selbst und miteinander zu öffnen und als spirituelle Quelle zu entdecken. Wir sind offen für die Zeichen der Zeit und deuten sie im Licht des Evangeliums. Das Hören auf die Erfahrungen der Menschen und die Analyse der gesellschaftlichen Entwicklungen leiten uns in unserem Denken und Handeln, Beten und Feiern. Mit unseren Publikationen und Veranstaltungen erschließen wir biblische Themen allgemein verständlich, fördern die Verbreitung der Heiligen Schrift und machen sie auf unterschiedlichste Weise zugänglich und sinnenhaft erlebbar. Wir unterstützen die bibelpastorale Arbeit der e­ hren- und hauptamtlichen Seelsorger/innen und Mitarbeiter/innen, stärken ihren Dialog untereinander und stellen unsere Dienstleistungen zur Verfügung.


Sonntag

1. Adventsonntag – Lesejahr C, 2. Dezember 2012

Für das Glück geschaffen Leben ist Wachheit, Aufmerksamkeit und In-Beziehung-Sein. Es ist so selbstverständlich – wie Atmen –, dass es einem oft gar nicht mehr bewusst ist. Advent ist eine „herzliche Einladung“ ins Leben für jede und jeden Einzelnen. Advent ist eine liebevolle Ermutigung, die Wirklichkeit wahrzunehmen, nach innen zu sehen und nach außen, und auf Gott hin zu wachsen. Wie gut, in Gottes Augen kostbar zu sein.

1. Lesung

Evangelium

Jeremia 33, 14–16

Lukas 21, 25–28. 34–36

Seht, es werden Tage kommen – Spruch des Herrn –, da erfülle ich das Heilswort, das ich über das Haus Israel und über das Haus Juda gesprochen habe. In jenen Tagen und zu jener Zeit werde ich für David einen gerechten Spross aufsprießen lassen. Er wird für Recht und Gerechtigkeit sorgen im Land. In jenen Tagen wird Juda gerettet werden. Jerusalem kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Gott ist unsere Gerechtigkeit.

Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. Wenn (all) das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe. [...] Nehmt euch in Acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, (so) wie (man in) eine Falle (gerät); denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen. Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.

2. Lesung 1 Thessalonicher 3, 12 – 4, 2 Euch aber lasse der Herr wachsen und reich werden in der Liebe zueinander und zu allen, wie auch wir euch lieben, damit euer Herz gefestigt wird und ihr ohne Tadel seid, geheiligt vor Gott, unserem Vater, wenn Jesus, unser Herr, mit allen seinen Heiligen kommt. Im Übrigen bitten und ermahnen wir euch im Namen Jesu, des Herrn: Ihr habt von uns gelernt, wie ihr leben müsst, um Gott zu gefallen, und ihr lebt auch so; werdet darin noch vollkommener! Ihr wisst ja, welche Ermahnungen wir euch im Auftrag Jesu, des Herrn, gegeben haben.


Wort zum Sonntag

aufmerksam & liebevoll Advent – Ankunft und Zukunft. Advent – ein neues Kirchenjahr, der Duft von Tannenreisig, Kerzen, Geschenke, Hektik. All dies verbinden wir mit der Vorbereitung auf Weihnachten, dem Fest der Geburt Jesu. „Seid wachsam und betet“ ist die Botschaft des Evangeliums für diese Zeit, in der Neues beginnt. Wachsam bleiben – offen sein für Neues, offen sein für meine Mitmenschen und für das Geschehen in der Welt. Offen sein für meine Mitmenschen! Dazu brauche ich Zeit, Zeit für eine gute Begegnung. Gerade in der Zeit des Advents warten Menschen auf ein gutes Gespräch, auf ein offenes Ohr ein bereites Herz. Wachsam sein bedeutet auch achtsam sein. Achtsam mit mir selbst sein, mit meinen Mitmenschen, mit der Umwelt. Einfach da sein mit einem bereiten Herzen für die Nöte und Anliegen meiner Mitmenschen in meiner Umgebung, für die Nöte in der Welt.

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Nur für heute werde ich ... (1) ... mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen. (3) ... in der Gewissheit glücklich sein, dass ich geschaffen bin, glücklich zu sein, nicht nur in der anderen Welt, sondern auch schon in dieser. (5) ... zehn Minuten meiner Zeit der Stille widmen und Gott zuhören. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, so ist das Horchen auf Gott in der Stille notwendig für das Leben der Seele.

Damit ich mich dabei nicht selbst verliere, gönne ich mir täglich eine Zeit der Stille, lese ein gutes Buch, mache einen Spaziergang, staune über die Natur. Papst Johannes XXIII. schreibt in seinen Zehn Geboten der Gelassenheit: „Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit der Stille widmen und Gott zuhören. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, so ist das Horchen auf Gott in der Stille notwendig für das Leben der Seele.“ Das Entzünden der Kerzen am Adventkranz, das Singen der Lieder, das Lesen in der Heiligen Schrift, das gemeinsame Musizieren sind für mich wichtige Elemente dieser Zeit. Das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit hilft mir täglich zu entdecken, wie achtsam ich mit mir und meinen Mitmenschen war.

Zum Weiterdenken Die Abendstunde ist für mich die Zeit des Gebets der liebenden Aufmerksamkeit. Zuerst schaue ich den gesamten Tag an, lasse alles an mir vorüberziehen, die einzelnen Ereignisse, die Gespräche mit den Menschen. Alles darf sein! Für die guten Begegnungen und Ereignisse danke ich Gott, für die bedrückenden Begegnungen bitte ich um Hilfe, Kraft oder um Verzeihung. Ich vertraue dem Leben. maria einetter Religionslehrerin, seit vielen Jahren

(6) ... eine gute Tat vollbringen. Und ich werde sie niemandem erzählen. (10) Nur für heute will ich keine Angst haben. Ganz besonders nicht davor, mich an allem zu freuen, was schön ist – und an die Liebe zu glauben.

in der Erwachsenenarbeit mit Glaubenskursen, Exerzitien im Alltag und Geistlicher Begleitung, wohnt in Dornbirn. Die Autorin erreichen Sie unter

papst johannes xxiii., zehn gebote der gelassenheit

u www.kirchenzeitung.at

u sonntag@kirchenzeitung.at


Der Evangelist Lukas. Darstellung von Cenni di Peppo (Cimabue) aus der FranziskusBasilika in Assisi (1280 bis 1283). Ökum. Heiligenlexikon

Dr. Johann Hintermaier ist Bischofsvikar für Erwachsenenbildung und Regens. Er lehrt Neues Testament in Linz. KIZ/Archiv

Eine Lesehilfe zum Lukasjahr

Mit Lukas durch das Kirchenjahr Von der Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen ließ sich das 2. Vatikanische Konzil leiten. Auf den Evangelisten Lukas trifft das genauso zu. Im Konzils-Jubiläumsjahr steht sein Evangelium im Zentrum der sonntäglichen Liturgie. Johann Hintermaier

„Das Lukasevangelium gehört zu meinen biblischen Lieblingstexten.“ Das höre ich oft, wenn über dieses Evangelium gesprochen wird. Warum wohl? Vielleicht weil Lukas es versteht, bei den Freuden und Sorgen, den Ängsten und Hoffnungen der Menschen anzusetzen. Was sind die großen Linien dieses Evangeliums? Heute ist Jesus da. Lukas redet von einem Gott, der als kleines Kind Mensch geworden ist – und der das Leben in all seinen Höhen und Tiefen kennt und mitfühlt. Die Kindheitsgeschichte nach Lukas bewegt uns jedes Jahr bei den stimmungsvollen Feiern vor der Krippe. Der lukanische Jesus ist nicht der große Lehrer, sondern vielmehr der sich sorgende Begleiter, der gekommen ist, um zu heilen und zu retten, was verwundet ist. Nicht irgendwann und irgendwo, in grauer Vorzeit oder ungewisser Zukunft, sondern im konkreten Leben, im „Heute“, wie es bei Lukas immer wieder heißt. Lukas erinnert an die

großen Verheißungen und schreibt in hymnischer Dichtung hohe Theologie, wie etwa im Magnifikat oder im Benediktus. Der Bezug zu Jerusalem, die Zeugen mit ihren Stärken und Schwächen – und schließlich der Heilige Geist sind tragende Elemente im Lukasevangelium. Lukas schreibt Heilsgeschichte. Lukas verknüpft das Kommen Jesu mit den Verheißungen des Alten Testaments. Die ersten beiden Kapitel – Johannes der Täufer und Jesus – sind mit den beiden Scheiben einer Kupplung vergleichbar. Vorsichtig führt Lukas die Zeit der Verheißung hinein in die „Mitte der Zeit“, in die Zeit Jesu. Dabei verliert kein Aspekt seinen Eigenwert und dennoch entsteht eine neue Dynamik und Kraftübertragung. Dieses „Neue“ wird nach der Zeit Jesu durch das Wirken der Apostel weitergeführt (vgl. besonders die Apostelgeschichte). Damit öffnet Lukas sein Werk für die Zukunft, die unsere Gegenwart ist. Er schreibt umfassende Heilsgeschichte mit aktuellem Gegenwartsbezug. Das Reich Gottes kommt nicht irgendwann, sondern ist mitten unter uns (vgl. Lk 17,20–21). Das Lukas­evangelium ist so etwas wie eine „Liebesgeschichte Gottes“ mit den Menschen und der ganzen Schöpfung. Höhepunkte davon sind das Gleichnis vom „verlorenen Sohn“ (besser: vom barmherzigen Vater) und das lebensspendende Wort Jesu am

Kreuz zum Verbrecher: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lk 23,43). Der Heilige Geist spendet Leben. Eine besondere Rolle nimmt bei Lukas der Heilige Geist ein. Er spendet Leben, befähigt zur Vergebung, bringt Frieden, führt Menschen in Gemeinschaft zusammen und leitet den Weg zum Heil. Diesen Weg sieht Lukas sehr realistisch – mit allen Gefahren und Bedrohungen des Lebens und des Glaubens. Lukas bricht aber nicht den Stab über die Menschen, sondern reicht den Stab zur Stütze. Er möchte den Menschen zu einer inneren Erkenntnis führen, aus der heraus er sich von lebensfeindlichen Wegen abwendet (Umkehr) und sich Gott und den Menschen zuwendet (Nachfolge). Jesus ist bei Lukas kein lieblicher Prediger, dem alles gleichgültig wäre, vielmehr ist er unterwegs, um zu suchen, zu sammeln, zu vergeben. Friede – ein Werk des Heiligen Geistes. Bei der Geburt Jesu wird bereits gesagt, dass der Retter der Welt geboren wurde, um Frieden zu bringen (Lk 2,14). Dieser Friede soll Kreise ziehen. Ihn sollen die Jünger in die Häuser und zu den Menschen tragen (Lk 10,5.6). Der Einzug Jesu nach Jerusalem löst wieder die Sehnsucht nach Frieden aus, der mehr ist als „Waffenstillstand“ (Lk 19,38). Wie stark der Friedensbringer aber auch


KirchenZeitung Diözese Linz

BibelZeit 21

29. November 2012

Linzer Bibelkurs 2013 Von Jänner bis April 2013 wird der Linzer Bibelkurs monatlich an 23 verschiedenen Orten angeboten. Neben Informationen und hilfreichen Anregungen werden an vier Abenden jeweils zwischen 19 und 22 Uhr Lebens- und Glaubenserfahrungen ausgetauscht und zentrale biblische Inhalte mit verschiedenen Methoden lebendig aufbereitet, damit die Bibeltexte als Gotteswort im Menschenwort erfahrbar werden: Lebendiges Wort Gottes! Der Linzer Bibelkurs ist besonders geeignet für pfarrlich Engagierte (Pfarrgemeinderäte, Lektor/innen, Leiter/innen von Wort-Gottes-Feiern und Andachten), aber auch für auf die Bibel Neugierige und eher Distanzierte. Bibelrunden-Teilnehmende sind ebenfalls willkommen!  Informationen. Fordern Sie das detaillierte Programmheft mit allen Orten und Terminen im Bibelwerk an: Tel. 0732/76 10-32 31, E-Mail: bibelwerk@dioezese-linz.at

Lukas würde sich freuen und verstanden wissen, wenn die Menschen aus der Begegnung mit dem Herrn heraus ihr Leben ordnen, einander von Gott erzählen, auf das Wirken des Heiligen Geistes vertrauen, Frieden geben und ermöglichen sowie das Evangelium in den Alltag hinein aufleuchten lassen.

1. Abend: Eine gute Nachricht bringen. Die Botschaft des Lukasevangeliums in der Welt von heute. 2. Abend: Gott an meiner Seite. Das Evangelium des Lukas – Leben in Umbrüchen. 3. Abend: Weg mit dem Lärm deiner Lieder. Die soziale Botschaft des Propheten Amos.

angefeindet wurde, zeigt sich in der Leidensgeschichte, wo alles andere regiert als Friede. Aber letztlich siegt der Friedensbringer, und der Auferstandene spricht seinen Jüngern erneut den Frieden zu (Lk 24,36). Einander zum Segen werden. Blicken wir auf unsere Eucharistiefeier, dann finden wir auch hier an den zentralen Punkten das Wort vom Frieden. Am Beginn der Bischofsliturgie begrüßt der Bischof das Volk mit: „Der Friede sei mit euch.“ Nach den Wandlungsworten sprechen wir uns gegenseitig den Frieden zu, ausgehend vom Herrn, der in unserer Mitte präsent ist. Mit dem Friedensgruß wird das Wort in die Tat umgesetzt. In dieser Linie ist das mit dem Segen verbundene Sendungswort am Ende der Eucharistie zu sehen: „Gehet hin in Frieden.“ Die Begegnung mit dem Herrn möge uns mit Frieden erfüllen und zum Frieden befähigen. Wir werden einander zum Segen, wenn wir diesen Frieden leben und über die Kirchenmauern hinaus in den Alltag mitnehmen.

Die Themen:

4. Abend: Trost in bedrängter Zeit. Offenbarung des Johannes – Zukunft?!

Bibelkurs auf www.kirchenzeitung.at Die KirchenZeitung begleitet den Linzer Bibelkurs auf ihrer Homepage www.kirchenzeitung.at/bibelkurs. Die aktuellen Beiträge zum Linzer Bibelkurs finden Sie monatlich in der Druckausgabe der KirchenZeitung. Auf www.kirchenzeitung.at haben Sie zusätzlich die Möglichkeit, sich aktiv am Bibelkurs zu beteiligen. Schicken Sie Ihre Fragen, Stellungnahmen und Kommentare einfach an bibelkurs@kirchenzeitung.at Sollten Sie Internet nicht benutzen: Sie können Ihre Beiträge auch an unsere Postadresse schicken: KirchenZeitung, Bibelkurs, Kapuzinerstraße 84, 4021 Linz

Impulse  Welcher Satz aus dem Lukasevangelium spricht Sie besonders an?  Was ich schon lange zur Bibel fragen wollte ...

Ihre Fragen werden von einer kompetenten Mitarbeiterin des Bibelwerks beantwortet. Sie können eigene Gedanken anderen Leser/innen zugänglich machen. Sie profitieren von den Erfahrungen anderer Bibelkurs-Teilnehmer/innen. Jede Woche bringt die KirchenZeitung die Lesungen und das Evangelium zum Sonntag – mit einem aktuellen Kommentar.


22 BibelZeit

29. November 2012

KirchenZeitung Diözese Linz

Bibelshop

Herders Neues Bibellexikon

Broschüre zur Bibel

CD-ROM Bibelspiele

Zu sämtlichen Themen der Bibel bietet dieses vom Bibelwerk Linz herausgegebene Werk auf 864 Seiten Informationen auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Über 5000 Artikel geben Auskunft über alle Orte, Personen und Begriffe, die in der Bibel eine Rolle spielen. Farbige Abbildungen illustrieren die gut verständlichen Texte. Die Karten veranschaulichen Ortslagen und geografische Gegebenheiten. Das Lexikon ist leserfreundlich und großformatig angelegt. Die mitgelieferte CD-ROM ermöglicht eine hilfreiche Volltextsuche. Bereits über 20.000 verkaufte Exemplare und Übersetzungen in Polnisch und Spanisch.

Der informative Bildband mit ansprechenden Farbfotos ist eine hervorragende Einführung in die Welt der Bibel.

Mit Quiz, Glücksrad, Memory, Puzzles und „Dalli Klick“ kann hier das biblische Wissen getestet werden. Zusätzlich gibt es bei jeder Frage die Möglichkeit, direkt digital in der mit auf der CDROM vorhandenen Einheitsübersetzung die Lösung zu suchen. Darüber hinaus lassen sich eine Fülle von Spielen zum Kirchenjahr entdecken. Ein ideales und passendes Geschenk für die eigenen Kinder, Erstkommunionkinder sowie deren Eltern, Firmlinge usw. (Übersetzung ins Tschechische in Arbeit).

 Jetzt zum Sonderpreis von € 45,– lieferbar.

Das Leben der Frauen in biblischer Zeit

 72 Seiten, Sonderpreis: € 2,–.

Shalom! Diese vierfarbige Broschüre will dazu beitragen, das Verständnis für das Judentum und die Achtung vor dieser Weltreligion zu fördern. Letztlich kann es so zu einer wertvollen Bereicherung und zu einem vertieften Verstehen der eigenen Glaubensinhalte kommen. Zahlreiche Illustrationen führen das Judentum ansprechend vor Augen und erleichtern wesentlich das Kennenlernen „unserer älteren Geschwister“.  108 Seiten, Sonderpreis: € 7,80.

Eine Einführung in die Alltagswelt der Frauen zur Zeit des Alten und Neuen Testaments: Stellung der Frau in der Familie, Stationen im Leben einer Frau, Tätigkeiten im Haus und außerhalb, Verhältnis Jesu zu Frauen.

Rose von Jericho

 44 Seiten, € 3,90.

 Mit Meditationstext, € 6,–.

Jahrzehnte kann sie im trockenen Sand überleben, um sich dann durch Wasser neu zu entfalten.

 € 15,–.

Liturgische Schreibtischauflage Auf dem Arbeitsplatz liegend wird täglich ein biblischer Satz aus einer der liturgischen Tageslesungen angeboten. Auch zur Vorbereitung von liturgischen Feiern ist sie eine wertvolle Hilfe beim Auffinden der vorgesehenen Texte.  15 Blätter, Format 47,5 x 33 cm, € 7,90, ab 3 Stück + 1 gratis.

DAS TEAM Die Mitarbeiter/innen des Bibelwerkes Linz präsentieren sich im „Bibelgarten“ am Greisinghof: Von links: Renate Leidinger, Waltraud Lang, Michaela Helletzgruber, Hans Hauer, Gabi Bumberger, Ingrid Penner, Gerlinde Peterseil, Franz Kogler (Leiter). Nicht im Bild: Veronika Schopper und Herbert Mühringer. Kontakt: Bibelwerk Linz Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz Telefon: 0732/76 10 - 32 31 Fax: 0732/76 10 - 32 39 E-Mail: bibelwerk@dioezese-linz.at


teletipps Sonntag, 2. dezember 9.30 Uhr: Katholischer Gottesdienst (Religion) Aus Oelde/Westfalen, mit Weihbischof Stefan Zekorn. ZDF 12.30 Uhr: Orientierung (Religion) Geplant: „König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen Dialog in Wien eröffnet“; „Machtvolle Bewegung? Die Rolle der Muslim-Brüder in Syrien“; „Materialismus statt Verzichtsethik – der Philosoph Robert Pfaller“. ORF 2 16.35 Uhr: Erlebnis Österreich: Das Südburgenland (Film). ORF 2 17.30 Uhr: Gott und die Welt: Knoten in der Seele – Wenn die Arbeit zur Gewissensqual wird (Religion). ARD 20.15 Uhr: Ein russischer Sommer (Spielfilm, D/SU/GB 2009) Mit Helen Mirren, Christopher Plummer u.a. – Regie: Michael Hoffman – Hervorragend gespielt, sorgfältig ausgestattet und fotografiert, porträtiert die Filmbiografie Tolstoi nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als geistige Führungsfigur. arte 20.15 Uhr: ORFeins (20.25) Riesenslalom/Herren (2) / oder: (20.15) Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 (Spielfilm) ORF 2/ARD Tatort (Krimireihe) ZDF Menschen 2012 Montag, 3. dezember 20.15 Uhr: Favelas im Aufbruch (Dokumentation) Rios Armenviertel verändern sich: Die Stadt macht Ernst im Kampf gegen Gewalt und Kriminalität. 3sat

2. 12. bis 8. 12. 2012 des Medienreferats der Österreichischen Bischofskonferenz

20.15 Uhr: ORF 2 Die Millionenshow ARD Erlebnis Erde: Der Regenwald der Geisterbären (Doku-Reihe) ZDF In den besten Familien (Spielfilm)

20.15 Uhr: ORFeins FB/EL/Rapid Wien : Metalist Kharkiv ORF 2/ARD Alles außer Liebe (Spielfilm) ZDF Die schönsten Weihnachts-Hits

21.00 Uhr: Duell am Missouri (Spielfilm, USA 1976) Mit Marlon Brando, Jack Nicholson u.a. – Regie: Arthur Penn – Eigenwilliger, psychologisch differenzierter Edelwestern. arte

21.00 Uhr: scobel: „Schöner Sterben“ (Diskussion) Gespräch über die Notwendigkeit einer neuen Sterbekultur. 3sat

dienstag, 4. dezember 20.15 Uhr: Vom Ende der Liebe (Fernsehfilm, D 2010) Mit Anja Kling, Bernhard Schir, Jule Ronstedt u.a. – Regie: Till Endemann – Leise entwickeltes Fernsehdrama, das zeigt, welche Auswirkungen das Ende einer Liebe auf die gesamte Familie hat. 3sat 20.15 Uhr: ORFeins Soko Kitzbühel (Krimireihe) ORF 2 Universum: Balu, der Bär aus dem Dschungelbuch (Doku-Reihe) ZDF Geheimnisse des Zweiten Weltkriegs (4/Doku-Reihe)

ORF

Samstag, 8.12., 19.52 Uhr: Ein Leben für die Kinder (Religion) Sie hat selbst keine Kinder und ist dennoch so etwas wie eine Mutter hunderter Kinder: Ruth Zenkert. Gemeinsam mit dem Jesuiten-Pater Georg Sporschill hat sie zahlreiche Straßenkinderprojekte in Rumänien aufgebaut. ORF 2 machende Fernsehfilm thematisiert das Schicksal eines „Problemkinds“ und einer jungen Frau vor dem Hintergrund einer von Leistungsdruck geprägten Gesellschaft. ARD

22.15 Uhr: 37°: Beste Freunde – Was im Leben wirklich zählt (Religion) Humorvoller Film, der Mut macht, Kraft und Energie gibt. ZDF

20.15 Uhr: Armadillo (Dokumentarfilm) Mehrfach ausgezeichnet, begleitet der eindrucksvolle Film drei dänische Soldaten, die sich aufmachen, in Afghanistan für die Demokratie zu kämpfen … arte

22.30 Uhr: kreuz & quer (Religion) „Die Papstmacher“ / (23.25 Uhr) „Die Anfänger“. ORF 2

20.15 Uhr: ORFeins Soko Donau (Krimireihe) ZDF (20.25) FB/UEFA-CL/ FC Bayern München : FC BATE Borisov

Mittwoch, 5. dezember 20.15 Uhr: Zappelphilipp (Fernsehfilm, D 2012) Mit Bibiana Beglau, Anton Wemper, Andrea Wenzl u.a. – Regie: Connie Walther – Der ruhige, nachdenklich

donnerstag, 6. dezember 18.00 Uhr: Quilombolas in Brasilien (Dokumentation) Der Film stellt die Nachfahren afrikanischer Sklaven in Brasilien und ihren Kampf für mehr Rechte vor. 3sat

freitag, 7. dezember 20.15 Uhr: ORFeins Lukas Resetarits & Friends (Kabarett) ORF 2/ZDF Ein Fall für zwei (Krimireihe) ARD Weihnachten ... ohne mich, mein Schatz! (Spielfilm) 21.00 Uhr: makro: Aufsteiger Brasilien (Magazin). 3sat 22.25 Uhr: Mammut (Spielfilm, SW/DK/D 2009) Mit Gael García Bernal, Michelle Williams, Marife Necesito u.a. – Regie: Lukas Moodysson – Differenziert und berührend, wenngleich in einigen Bildmetaphern plakativsymbolisch, erzählt der Film vom dramatischen Scheitern entgegengesetzter Lebensentwürfe. 3sat samstag, 8. dezember 16.05 Uhr: Bregenzer Advent (Musik/Unterhaltung). ORF 2 20.15 Uhr: Die Zürcher Verlobung (Spielfilm, D 1957) Mit Liselotte Pulver, Bernhard Wicki u.a. – Regie: Helmut Käutner – Geistvoll-amüsante Unterhaltung. BR 20.15 Uhr: ORFeins/ZDF Wetten, dass ...? (Wettshow) ORF 2/ARD Der Chinese (Spielfilm)

radiophon Zwischenruf ... von Pfarrer Michael Chalupka (Wien). So 6.55, Ö1

Marco Christian Krenn

Mag. Christian Herret Pressereferent der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar

So/Sa 6.04 Uhr, Mo–Fr 5.40 Uhr: Morgengedanken. Besinnliches und Profanes zur Einstimmung in die „Stille Zeit“, von persönlichen Glaubenserfahrungen bis zu Gedanken zu gesellschaftspolitischen Tagesthemen. ÖR

Erfüllte Zeit. (So) U.a.: Bibelkommentar: Jutta Henner. – (Sa) „Die Verheißung der Geburt Jesu“ (Lk 1,26-38). Bibelkommentar: Michaela Richter. So 7.05/Sa 7.33, Ö1 Motive – Glauben und Zweifeln. „Helfen mit Herz und Hirn oder: Zeitgemäße Nächstenliebe“ – 10 Jahre Diakoniewerk Gallneukirchen in Wien. So 19.04, Ö1 Einfach zum Nachdenken. So–Fr 21.57, Ö3 Gedanken für den Tag. „Augen offen halten und warten“. Von Cornelius Hell. Mo–Fr 6.56, Ö1 Religion aktuell. Mo–Fr 18.55, Ö1

Praxis. Mi 16.00, Ö1 Logos – Theologie und Leben. „Was macht krank und was gibt Hoffnung“ – Eugen Drewermann im Gespräch. Sa 19.04, Ö1 Radio Vatikan Täglich. 7.30 Lat. Messe (KW: 5885, 7250, 9645 kHz, UKW: 93,3 MHz) 16.00 Treffpunkt Weltkirche 19.20/20.20 Abendmagazin (Wh. f. Tag 6.20): (So) Aktenzeichen; (Mo) Weltkirchen-Magazin; (Di) Die Radioakademie (1): Der dritte Mann; (Mi) Die Woche in Rom; (Do) Kreuzfeuer – Kirche, wo es kritisch wird; (Fr) Prisma-Magazin; (Sa) Die Betrachtung zum Advent 20.40 Lat. Rosenkranz (KW: Siehe Lat. Messe)

markus langer

So 10.00 Uhr: Katholischer Gottesdienst. Aus St. Ursula/Wien 1 (Foto). Mit Pater Christophe Holzer. ÖR Sa 10.00 Uhr: Katholischer Gottesdienst. Aus Grafenegg/Reitschule/NÖ. Mit Prälat Maximilian Fürnsinn. ÖR


24 Bewusst leben

29. November 2012

KirchenZeitung Diözese Linz

advent Ein etwas anderer Adventkalender Ich gäb' dir gerne einen Kalender, einen Kalender zum ersten Advent, in dem, versteckt hinter kleinen Türchen, etwas ist, was jeder Mensch braucht und kennt. Am 1. wäre hinter dem Türchen Verständnis, hinterm 2. Türchen ist Fantasie, hinterm 3. Humor, und dann kommt am 4. eine Portion ­Euphorie. Hinterm 5. Türchen findest du Hoffnung, hinter dem 6. eine Menge Zeit, und öffnest du dann das 7. Türchen, entdeckst du dahinter Geborgenheit. Im 8. Türchen sind Spaß und Freude, im 9., da ist die Zuversicht, hinterm 10. verborgen sind Kraft und Stärke, im 11. ist Glück und im 12. ist Licht. Hinterm 13. Türchen, da ist der Glaube, am 14. findest du Menschlichkeit, am 15. Trost und am 16. Frieden, hinterm 17. Türchen die Zweisamkeit. Am 18. findest du gute Gedanken, am 19. Achtung vor Mensch und Tier, am 20. Hilfe. Fast ist alles offen, zu öffnende Türchen gibt's nur noch vier. Hinterm 21. kommt die Freundschaft und am 22. die Toleranz, am 23. die innere Ruhe – am 24. strahlt der Christbaum in seinem Glanz. Hinter dem Türchen am Heiligen Abend sind keine Geschenke, nicht Reichtum und Geld, hinter diesem Türchen, da ist die Liebe, das größte und wichtigste auf dieser Welt. Ich gäb' dir so gerne diesen Kalender, diesen Kalender zum ersten Advent, doch musst du sie alle selbst dir suchen, die Dinge, die jeder Mensch braucht und kennt. (verfasser unbekannt).

Augenhöhe ist relativ. Kinder sehen oft kaum über die Motorhaube eines Autos.

öamtc

Es gibt viele Gründe, warum Kinder im Straßenverkehr besonders gefährdet sind

Kindersicher am Steuer Eltern sind die wichtigsten Verkehrserzieher der Kinder. Darum ist es für Erwachsene unumgänglich zu wissen, wie die Straße, der Verkehr und die Autos von den Kindern wahrgenommen werden. brigitta Hasch

Jährlich verunglücken in Österreich beinahe 3600 Kinder im Straßenverkehr, als Mitfahrer im Auto, als Radfahrer oder als Fußgänger. Dämmerung, Regen und winterliche Fahrverhältnisse erhöhen das Unfallrisiko erheblich. Fehlt bei Autolenker/innen auch das Verständnis dafür, wie sich Kinder im Verkehr bewegen, was sie wahrnehmen und wie sie reagieren können, wird es noch gefährlicher. Keine kleinen Erwachsenen. Kinder bis zum 14. Lebensjahr sind vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen. „Auf die Frage, warum dies so sei, antworten die meisten Erwachsenen mit einem Schulterzucken oder einem ,Weil sie halt klein sind‘“, erklärt Harald Köpplmayr, Leiter der Verkehrserziehung und -sicherheit des ÖAMTC in Oberösterreich. Der wahre Grund: Kinder erleben ihre Umwelt völlig anders als Erwachsene. Sie sehen, hören, denken und bewegen sich anders. Das gilt besonders für den Straßenverkehr. Kinder haben entwicklungsbedingt Nachteile, die man sich als Autofahrer/in bewusst machen sollte. Der Experte erklärt dies im Detail: „Je nach Alter machen Kinder kleinere Schritte und haben ein engeres Sichtfeld als Erwachsene. Außerdem haben sie noch kein ausgebildetes Richtungshören und können Geschwindigkeiten überhaupt nicht einschätzen. Überhaupt fehlen ihnen noch viele

Erfahrungswerte im Straßenverkehr und sie haben daher kein ausgeprägtes Gefahrenbewusstsein.“ Vorbildwirkung. Harald Köpplmayr weiß aus der Praxis: „Erwachsene sind im Straßenverkehr ein Vorbild für die Kinder. Daher ist das richtige Verhalten hier doppelt wichtig.“ Wenn zum Beispiel die Regel „Wir bleiben vor jeder Fahrbahnüberquerung immer stehen“ vorgelebt und praktiziert wird, hat dies Auswirkungen auf das Verhalten des Kindes. Testen Sie Ihre Kindersicherheit! Können Sie die folgenden Punkte mit „Ja“ beantworten, gratulieren wir Ihnen zu Ihrem kinder­ sicheren Wissen als Autolenker/in.

Wussten Sie, dass ... „„ für Kinder immer und überall der „unsichtbare Schutzweg“ gilt? Sobald Kinder erkennbar queren wollen, haben Sie ihnen das ungehinderte Überqueren, gegebenenfalls auch durch Anhalten, zu ermöglichen.

’’˛’‘

„„ Kinder ein deutlich engeres Sichtfeld haben? Sie nehmen von der Seite kommende Fahrzeuge viel später wahr. „„ Kinder denken: „Da ich das Auto sehe, sieht mich das Auto auch.“ Es schließt von sich auf andere und weiß nicht, dass es möglicherweise vom Autofahrer nicht gesehen wird. „„ Kinder begonnene Bewegungen nur schwer abbrechen können? Wenn sie einmal dem Ball nachlaufen, können sie kaum eine Gefahr wahrnehmen und abrupt stoppen.


KirchenZeitung Diözese Linz

Bewusst leben 25

29. November 2012

aufgetischt

Harte Schale und harter Kern – es lohnt sich trotzdem, sie zu knacken

Adventliche GeNÜSSE Warum wohl bringt der Nikolaus immer einen Sack voll Nüsse? Und warum sammeln Eichhörnchen ausgerechnet Nüsse als Wintervorrat? Wer Nüsse nur als Kalorienbomben betrachtet, hat ihren wahren Kern noch nicht gefunden. brigitta hasch

Nüsse haben jetzt Saison – ob im Nikolosack, den Weihnachtsbäckereien oder gemeinsam mit Trockenfrüchten im Studentenfutter. Auch ohne medizinische Forschung wussten unsere Vorfahren, dass Nüsse in der kalten Jahreszeit dem menschlichen Körper gut tun. Und heute ist es wissenschaftlich belegt, dass Nüsse viele Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe und mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, die Herz, Kreislauf, Nerven, Muskeln und Gehirntätigkeit stärken. Wärmendes Nahrungsmittel. Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) kennt seit über 3000 Jahren die thermische Qualität von Lebensmitteln. Nüsse zählen, wie etwa auch Dinkel, Reis, Kraut, Kohl, Linsen und Trockenfrüchte, zu den wärmenden Lebensmitteln. Wir spüren also nicht von ungefähr nach dem Verzehr von Nüssen, dass sich der Körper erwärmt. Der Gusto auf mehr Eintopf statt kalten Speisen im Winter ist damit ebenso leicht zu erklären.

Tiroler Adventstrudel

Nüsse knacken. „Eine Nuss knacken“ kann zweierlei bedeuten, hat aber denselben Ursprung. Denn eine gefinkelte Denksportaufgabe ist ebenso schwer zu lösen, wie den Nusskern aus der Schale zu bringen. Hilft dem Rätselrater das Lexikon, so haben Kuchenbäcker/innen und Schleckermäulchen eine Vielzahl von Nussknackern zur Auswahl. Viele schwören allerdings auf eine scharfe Messerspitze beim Teilen der Walnüsse. Und ein absoluter Geheimtipp ist ein kurzer Abstecher ins Gefrierfach: Die Kälte verändert die Struktur der Schalen, sodass sie sich leichter knacken lassen.

Teig: 1/8 l lauwarmes Wasser, 1

Birgit Brandlhuber Fotolia.com

Die kalorienarme Nuss. Weniger bekannt ist, dass auch die Maroni zu den Nüssen gehört. Sie hat deutlich weniger Kalorien als die anderen (196 kcal auf 100 g). Dafür ist die Maroni reich an Proteinen und Vitaminen. Besonders die C- und E-Vitamine sorgen für eine Stärkung der Immunkräfte. Vorsicht für Allergiker. Was die einen genießen, kann für die anderen zum Allergie­ risiko werden. Vor allem Hasel-, Erd- und Walnuss haben ein hohes Allergie-Potenzial. XX Weihnachtliche Nuss-Rezepte finden Sie auf www.kirchenzeitung.at

Prise Salz, 1 EL Öl, 1 Eidotter, 250 g Mehl, Öl zum Bestreichen. Wasser, Salz, Öl und Eidotter vermischen, Mehl dazugeben und zu einem glatten Teig kneten. Zu einer Kugel formen, mit Öl bestreichen und 30 Minuten rasten lassen. Den Strudelteig auf einem mit Mehl bestäubten Küchentuch ausrollen, mit Öl bestreichen und dünn ausziehen. Fülle: 100 g Butter, 100 g Zucker, 2 Eidotter, 1/4 l Sauerrahm, 1 TL abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone, 200 g geriebener Lebkuchen, 1/2 TL Zimt, 1/2 TL Nelkenpulver, 150 g geriebene Nüsse, 100 g eingeweichte Rosinen, 5 getrocknete, fein geschnittene Feigen. Butter, Zucker, Eidotter, Rahm und Zitronenschale schaumig rühren, die anderen Zutaten nach und nach beimengen. Die Masse auf dem Strudelteig auftragen. Den Teig einrollen und bei 150 °C ca. 50 Minuten backen. Dabei gelegentlich mit zerlassener Butter bestreichen XX Himmlische Strudel, Renate Rothbauer, Welt der Frau Verlag, Linz 2010, ISBN 978-3-200-01924-9.

Nuss-Klassiker stärken Herz und Hirn „„ Walnüsse enthalten B-Vi­­ tamine, die gegen Stress abhärten und die Konzentrationsfähigkeit stärken. Eine günstige Fettsäure-Zusammensetzung senkt den Cholesterinspiegel und hält die Arterien elastisch. Allerdings: 100 g Walnüsse liefern 700 Kalorien, das entspricht einer kompletten DiätMahlzeit! „„ Haselnüsse gedeihen in feuchtem, gemäßigtem Klima also auch in Österreich. Sie werden geschält, ungeschält, ganz, gemahlen, natur und geröstet angeboten. Enthalten sind Magnesium, Vitamin B, Ballaststoffe und ungesättigte Fettsäuren

„„ Mandeln sind die Steinfrüchte des Mandelbaums. Das enthaltene Fett besteht zu 86 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren. Im Mandelkern stecken außerdem: Magnesium, Kalium, Phosphor, Vitamin B2, Folsäure, Eisen, Kalzium und Vitamin B1. Zugeschriebene Heilkräfte: reduziert das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen, insbesondere von Arteriosklerose, und senkt Cholesterinwerte.

Markus Mainka – Fotolia.com

„„ Erdnüsse sind eigentlich proteinreiche Hülsenfrüchte. Sie enthalten Ballaststoffe, Magnesium und Kalium. Sie können pur, geröstet, gesalzen oder karamellisiert gegessen werden.


„„ Der Nebel. Grau und düster zieht er dahin, was hat er denn bloß im Sinn? Er bedeckt das ganze Land mit seiner dicken Nebelwand. Der Nebel reist von Ort zu Ort, geht er jemals wieder fort? Doch da, was ist denn das, was da hinter dem Nebel lacht? Es ist die Sonne, unsere leuchtende Kraft! Ein Kampf beginnt, und die Sonne gewinnt!

KK

Sehet, die erste Kerze brennt Am Sonntag zünden wir schon das erste Licht am Adventkranz an. Weißt du ­eigentlich, wer den Adventkranz erfunden hat und wie lange es diesen Brauch schon gibt? Der evangelische Pfarrer Johann Hinrich Wi­ chern hatte vor fast 180 Jahren die Idee, dass man besonders für Kinder und Jugendliche die Zeit des Advent und des Wartens leich­ ter erfahrbar machen sollte. Er ließ einen gro­ ßen Holzreifen herstellen und darauf wur­ den 24 Kerzen befestigt. Rund um diesen Reifen, der im Gebetssaal des „Rauhen Hau­ ses“ stand, versammelten sich der Pfarrer und seine Zöglinge und zündeten jeden Tag eine Kerze mehr an. Später wurde der Reifen auch mit immer­ grünen Zweigen geschmückt. Tannen- oder Fichtenzweige gehören nämlich schon seit Jahrhunderten zu den Festen um die Win­ tersonnenwende und gelten als Zeichen des ­Lebens. 1925 hing zum ersten Mal in einer katholi­ schen Kirche, und zwar in Köln in Deutsch­ land, ein Adventkranz. Er hatte vier Kerzen. Von da an verbreitete sich der Brauch. Bald wurden auch in den Haushalten kirchlich ge­ weihte Adventkränze aufgestellt.

XX Danke für das Gedicht an Chiara Unzeitig und Magdalena Kreil.

lach mit piepmatz „„ „Na, Frau Schmid, welche Ein­ drücke hat denn ihre Evi vom Zeltlager mitgebracht?“, will die Nachbarin wissen. „Eindrücke sind mir nicht bekannt“, meint die Mutter, „aber die Ausdrücke sind entsetzlich!“

Drei und eine. Vier Kerzen zeigen die Ad­ ventwochen an. Ist dir schon einmal aufge­ fallen, dass auf manchen Adventkränzen eine Kerze eine andere Farbe hat? Ganz nach der Tradition sind es drei violette und eine rosa Kerze – aber warum? Violett ist die liturgische Farbe im Advent, das heißt der Priester trägt in dieser Zeit ein violettes Messgewand. Der dritte Advent­ sonntag wird „Gaudete“ genannt, das heißt „Freut euch“. Da wird auch das feierliche

„„ Auf einem langen Marsch durch die Wüste trifft ein Elefant eine Heuschrecke. „Ach“, klagt er, „ich bin ja so furchtbar müde und die Beine tun mir so weh!“ – „Na komm“, meint die Heu­ schrecke voll Mitleid, „ich trag dich ein Stück. Aber du darfst die Beine nicht schleifen lassen!“

Schlaukopf oder Wün­sche an KiKi? Suchst du eine Brieffreun­

din oder einen Brief­freund? Ich freu mich auf deine Post! kiki@kirchenzeitung.at, KiKi, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz. Deine gitti

balduin baum

kiki-kontakt „„ Schick deine lustigsten Witze an: piepmatz@kirchenzeitung.at oder an PIEPMATZ, Kapuziner­ straße 84, 4020 Linz. „„ Hast du Fragen an den

Die Kirchenzeitung für Kinder 29. November 2012

Violett in der ­Kirche aufgehellt und durch Rosa ersetzt. Auch in Ir­ land wird ein Adventkranz aufgestellt, aller­ dings hat dieser fünf Kerzen: Drei sind lila, eine ist rosa und die letzte ist weiß. In den meisten anderen Ländern Europas gibt es aber in der vorweihnachtlichen Zeit weder Adventkranz noch Adventkalender. Glaube, Liebe, Frieden, Hoffnung. Weißt du, dass sich die vier Kerzen einmal Namen gaben? Die erste hieß Glaube. Ihr Licht ging aus, weil immer mehr Menschen nichts von Gott wissen wollten. Auch die Kerze namens Liebe verlosch, weil sich keiner mehr um den anderen kümmerte. Und weil es keinen Frie­ den mehr gab, verlor auch die dritte Kerze ihr Licht. Doch die Hoffnung brannte noch im­ mer und konnte so die Flammen der anderen Kerzen wieder entzünden.

Das Licht einer Kerze Das Licht einer Kerze ist im Advent erwacht. Eine kleine Kerze leuchtet durch die Nacht. Alle Menschen warten hier und überall, warten voller Hoffnung auf das Kind im Stall.

waldhäusl

Das find ich toll


29. November 2012 KITTIPAK - FOTOLIA.

Streifzüge durch die Weltreligionen Die Achtung vor den anderen Weltreligionen sollte für Katholik/innen spätestens seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960ern selbstverständlich sein. Ein paar Fakten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. PAUL STÜTZ

1. Beschneidung bei Buben. Juden lassen ihre Babys schon kurz nach der Geburt beschneiden. Auch im Islam gibt es Beschneidungen. Als ein Zeichen der Religionszugehörigkeit wird sie im Islam üblicherweise später durchgeführt als bei den Juden – bis ins Alter von 13 Jahren. Sowohl im Islam als auch im Judentum wird aus diesem Anlass ein großes Familienfest gefeiert. Von Männern, die zum Judentum oder Islam konvertieren, wird erwartet, dass sie sich beschneiden lassen. Im Übrigen ist die Beschneidung auch bei ein paar wenigen christlichen Kirchen, wie den Kopten

cd-tipp

und den Äthiopisch-Orthodoxen, Vorschrift. 2. Zur Religion kommen. Christ/in wird Mann oder Frau durch die Taufe. Muslim oder Muslima wird man mit dem Aussprechen des Glaubensbekenntnisses. Hindu ist, wer in eine Hindu-Familie hineingeboren wird. Buddhist oder Buddhistin können wiederum alle werden. Allerdings kann man nicht als Buddhist geboren werden. 3. Alter der Weltreligionen. Der Hinduismus ist die älteste der großen Weltreligionen. An zweiter Stelle kommt das Judentum das ca. 2000 vor Christus beginnt. Der Buddhismus geht auf etwa 500 vor Christus zurück. Das Christentum stammt aus dem ersten Jahrhundert, der Islam ist die jüngste Weltreligion. (7. Jahrhundert nach Christus). 4. Größe der Weltreligionen. Hier liegt das Christentum (mehr

aufgeschnappt

Weltreligionen spielerisch kennenlernen Das Bibelwerk Linz hat eine neue CD-ROM „Weltreligionen – Weltanschauungen“ präsentiert. Die Spiele-CD-ROM des Bibelwerks Linz zum Thema „Weltreligionen – Weltanschauungen“ wurde von Religionslehrer Gerhard Angleitner entwickelt. Es ist ein hochwertiger und interessanter Beitrag zum Thema „Weltreligionen – Weltanschauungen“. Erstellt wurde diese CD-ROM unter Mitarbeit der Arbeitsgemeinschaft der Referate für Weltanschauungsfragen in Österreich und zahlreicher ReligionslehrerInnen. Sie enthält zehn verschiedene

szene

als 2 Milliarden) vor dem Islam (ca. 1,3 Milliarden) und dem Hinduismus (850 Millionen). 5. Rolle der Frauen. Ein ausuferndes Kapitel. Beobachter von außen blicken hier wohl am genauesten auf den Islam. „Frauen haben gleiche Rechte und Pflichten wie Männer“, steht im Koran eigentlich sehr fortschrittlich geschrieben. Bei den Hindus ist es so, dass viele Gläubige – auch Frauen – finden, dass Männer mehr wert sind als Frauen. Liberale jüdische Glaubensgemeinschaften meinen, Frauen sollen gleichberechtigt mit Männern sein. Bei den streng orthodox-jüdischen ist das jedoch anders. Frauen dürfen da zum Beispiel nicht aus der Thora vorlesen. 6. Schiiten und Sunniten. Der Unterschied zwischen Schiiten und Sunniten ist Grundlage von vielen Konflikten im Na-

hen Osten, auch im Syrienkrieg. Schiiten und Sunniten sind verschiedener Meinungen über den Koran. Das begann kurz nach dem Tod Mohammeds, als seine Anhänger über die Nachfolge des Propheten stritten. Die Schiiten glaubten, dass Mohammeds Cousin und Schwiegersohn Ali der rechtmäßige Nachfolger Mohammeds sei. Für die Sunniten ist für den Nachfolger Mohammeds nicht die Abstammung, sondern die Fähigkeit ausschlaggebend. 7. Bar Mitzwa und Bat Mitzwa. Die Bar Mizwa ist auch Nicht-Juden aus vielen Hollywood-Filmen bekannt. Es ist ein großes Fest für jüdische Buben im Alter von 13 Jahren. Weniger geläufig ist, dass die religiöse Mündigkeit im Judentum auch bei Mädchen gefeiert wird (mit 12 Jahren).  Bericht über das neue Weltreligionen-Buch von Stefan Schlager auf Seite 4.

xx

CD-ROM „WeltreligioSpielvarianten zu Judentum, nen Weltanschauungen“, Christentum, Islam, HinduisLinz (Bibelwerk) 2012, € mus und Buddhismus. 24,90, Staffelpreise auf „Insgesamt habe ich etwa 700 Anfrage. Quizfragen und Rätselaufgalte eitner erstel Gerhard Angl Bestelladresse: www. ben erstellt sowie rund 300 Fo/PS KIZ n. eltreligione Quiz zu den W dioezese-linz/bibel tos eingearbeitet, ebenso viele Puzzles ausgearbeitet und 160 Suchbilder gestaltet“, so Autor Gerhard Angleitner, der an der Neuen MittelWeihnachtsfeier der KJ OÖ schule in Laakirchen Religion unterrichtet. Diese Spiele-CD-ROM mit unterschiedlichen Die Weihnachtsfeier der Katholischen Jugend Schwierigkeitsstufen richtet sich an RätselfreuOberösterreich (KJOÖ), zu der alle ehren- und dige ab zwölf Jahren. Die CD-ROM ist so prohauptamtlich Engagierten aus der ganzen Diözegrammiert, dass ein Spielen auf allen Winse herzlich eingeladen sind, findet am 7. Dezemdows-Computern möglich ist. ber ab 18.30 Uhr auf der Burg Altpernstein statt.


28 Anzeigen, Hinweise

29. November 2012

KirchenZeitung Diözese Linz

ANLIEGEN UND HINWEISE  Angehörige von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. SLI SelbstbestimmtLeben-Initiative OÖ lädt zur nächsten PeerGruppe für Angehörige von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung ein. Der Abend steht unter dem Thema „Recht“.  Di., 4. Dezember, 19 bis 21 Uhr, SLI, Bethlehemstraße 3/2. Stock, 4020 Linz (Eingang in der Marienstraße). Anmelden bis 30. Nov.: Tel. 0732/89 00 46.

 Volkshilfe Integrationsball. Zur Nacht der Vielfalt lädt die Volkshilfe am Fr., 8. Dezember um 20 Uhr ins Design Center Linz ein. Unter den Künstler/innen des Abends sind Harri Stojka, Ras Mc Bean, La Cherga und Roj de Roj.  Bio im Advent, Bio-Christbäume. Auf einer Reihe von Bio-Bauernhöfen gibt es im Advent vorweihnachtliche Angebote. Etwa am Pankrazhof in Vorchdorf, am Malzner-Hof in Wallern, am Biohof Pevny in Niederneukirchen, bei Familie Mayr-Lamm in Allhaming. Das Internet-Portal von Bio-Austria informiert über weitere adventlich-weihnachtliche BioAngebote, so auch über Bio-Christbäume  www.malznerhof.at, www.pankrazhof.at, www.fairleben.at, www.bio-pevny.at, www.bio-austria.at

 Finanzierung durch direkte Darlehen. Da die Finanzmarktaufsicht ein Auge auf Kreditmodelle für innovative Unternehmen und Initiativen geworfen hat (etwa EZA – Fairer Handel, Jugend Eine Welt, Biohof Achleitner, Waldviertler Schuhwerkstatt/GEA), wollen engagierte Menschen eine Gesetzesänderung – Bürger/innen-Beteiligungsmodelle, bei denen Bürger/innen Betrieben und Initiativen ihres Vertrauens im Wege direkter Darlehen Geld zur Verfügung stellen. Dazu wurde eine Unterschriften-Aktion gestartet. Welthaus sammelt solche Unterstützungs-Erklärungen. Sie sollten aber noch im November übermittelt werden.  www.welthaus.at

 Info: Romana Sadravetz, Regionalmanagerin für Grenzraumentwicklung, RMOÖGeschäftsstelle Mühlviertel, Tel. 07942/77 188-257; E-Mail: romana.sadravetz@rmooe.at

Schüler/innen der Hauptschule Aigen und der Grundschule Prachatice am SchwarzenbergSchwemmkanal. RMOÖ  ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

EHRUNG  Elfriede-Grünberg-Preis. Am 26. November wurde Margit Hauft, langjährige Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, geschäftsführende Vorsitzende des Pastoralrates, Präsidentin der Katholischen Aktion OÖ und Obfrau von „Land der Menschen“, mit dem ElfriedeGrünberg-Preis ausgezeichnet. Diesen Preis, der an ein jüdisches Welser Mädchen erinnert, das in der NS-Zeit deportiert und ermordet wurde, vergibt die Welser Initiative gegen Faschismus. Mit Hauft wurden heuer auch Dr. Karin Wagner, Peter Weidner und Christian Schörkhuber ausgezeichnet.

 EU-Kleinprojektefonds KPF. Bis zum Frühjahr 2015 stehen noch rund 365.000 Euro für grenzüberschreitende Kleinprojekte zur Verfügung. Aus dem Topf werden „people to people“-Projekte gefördert. Kennenlernen und Zusammenarbeit zwischen Oberösterreich und Südböhmen sind deren Ziele. Bewerben können sich Gemeinden, Verbände und Schulen. Der Fonds wird in Oberösterreich von der Regionalmanagement OÖ GmbH (RMOÖ) verwaltet

Jetzt wieder Adventkalender zum Rubbeln

75.000 Euro hinter 24 Keksen Traditionelle weihnachtliche Symbole stehen im Mittelpunkt des Adventkalender-Rubbelloses 2012. Diese Symbole befinden sich unter den von 1 bis 24 nummerierten Rubbelfeldern. Für die Höhe des Gewinns ist ausschlaggebend, wie viele gleiche Symbole aufgerubbelt werden. Gewinne bis zu 75.000 Euro sind möglich.

IMPRESSUM KirchenZeitung Diözese Linz Medieninhaberin: Diözese Linz. Herausgeber: Willi Vieböck. Chefredakteur: Matthäus Fellinger. Redaktion: Ernst Gansinger, Christine Grüll, Brigitta Hasch, Paul Stütz, Josef Wallner. Praktikum: Gerald Hötzeneder. Verlagsleiterin: Ursula Schmidinger. Marketing: Monika Jellmair, Birgit Kubik. Anzeigen: Sigi Hafner. E-Mail: anzeigen@kirchenzeitung.at Sekretariat: Irmgard Draxler, Barbara Erber, Kerstin Robitschko, Regina Spiegel. Adresse: Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz. Tel. 0732/76 10-39 44, Fax: 0732/76 10-39 39. E-Mail: office@kirchenzeitung.at Leserbriefe an: leserbriefe@kirchenzeitung.at DVR: 0029874/10770 Kooperationsredaktion der Kirchenzeitungen OÖ, Tirol, Vorarlberg und Burgenland: Hans Baumgartner (Leiter), Susanne Huber, Brigitte Huemer. Werbung: Walter Achleitner, Thomas Hödl, Bergstraße 12, 5020 Salzburg, Tel. 0662/88 44 52, Fax: 88 44 52-4, E-Mail: koopred@kirchenzeitung.at Hersteller: OÖN Druckzentrum GesmbH & Co KG, Medienpark 1, 4061 Pasching. Verlagsort: Linz. Jahresabonnement: Inland: € 44,– (Abodauer mindestens ein Jahr und danach bis Widerruf, Kündigung zum Halbjahr, schriftlich mit 14-tägiger Kündigungsfrist). ART COPYRIGHT VBK WIEN Mitglied der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK)

Der Adventkalender zum Rubbeln hat bereits Tradition, und jetzt gibt es ihn wieder. Das Tolle an diesem Rubbellos: Jedes Los, also jeder Kalender gewinnt, und daher eignet er sich besonders gut als Geschenk. Die Adventkalender-Serie besteht aus 1,2 Million Losen mit Gewinnen von 2 Euro bis 75.000 Euro. Den Höchstgewinn gibt es dreimal. Der Adventkalender zum Rubbeln ist in allen Vertriebsstellen der Österreichischen Lotterien zum Preis von 5 Euro erhältlich. 

TOTO Ergebnisse 47. Runde 2012

6 AUS 45

1: 0:2

Mi., 21. 11. 12: 10 12 16 20 30 33 Zz: 43 J O K E R: 3 2 6 4 5 8

211 21X 2XX 12X 2: 3:1

3: 3:1

ANGABEN OHNE GEWÄHR

4: 4:+

LOTTO

So., 25. 11. 12: 5 7 16 21 24 28 Zz: 2 J O K E R: 8 7 1 2 1 1


KirchenZeitung Diözese Linz

Ausblick 29

29. November 2012

Caritas-Reise nach Sibirien Linz. In den Osterferien 2013 lädt die Caritas OÖ zu einer begleiteten Reise über St. Petersburg nach Sibirien ein. ­Ostern wird die Gruppe am Ufer des gefrorenen Baikalsees mit Pfarrer Hans Wührer feiern. In St. Petersburg wie in Sibirien stehen Besuche von Caritasprojekten auf dem Prog­ ramm. Die Teilnehmer/innen werden Kontakt zu kirchlich engagierten Menschen in dieser fernen Region bekommen. Die Reise dauert von 23. März bis 6. April 2013 – Lehrer /innen tauglich ist die Kurzvariante bis Osterdienstag, 2. April. XX Dr. Christoph Mülleder, Caritas Auslandshilfe; Tel. 0676/ 87 76-21 63; www.auslandshilfe.at; www.caritas-linz.at;

Tag der spirituellen Lieder Bad Mühllacken. Einen „langen Tag der spirituellen Lieder“ gibt es am Freitag, 30. November, 14 bis 22Uhr, bei den Marienschwestern in Bad Mühllacken. Verschiedene Chöre, Ensembles, Sänger und Musiker gestalten ein abwechslungsreiches Programm in der Kapelle des Kneipp Traditionshauses Bad Mühllacken. Zu Beginn – um14 Uhr – wird die restaurierte Orges geweiht. XX Fr., 30. November, 14 bis 22 Uhr, Kneipphaus Bad Mühllacken.

„„ Adventmarkt im Bischofshof. Bereits zum 30. Mal findet auch heuer am 30. November und 1. Dezember 2012 (jeweils von 10.00 bis 18.30 Uhr) der traditionelle Adventmarkt im Linzer Bischofshof statt. Auch das Domcenter und Klöster bieten Produkte an. Der Erlös kommt karitativen Projekten zugute.

„„ Sterbe- und Trauerbegleitung. Einen Grundkurs für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung bietet die Caritas an. Er entspricht den Empfehlungen des Dachverbandes Hospiz Österreich. zur Qualifizierung ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen. Es geht um die Begleitung Schwerkranker und Sterbender.

u Fr. 30. November und Sa. 1. Dezember, 10 bis 18.30 Uhr, Bischofshof, Herrenstraße 19.

u Kontakt: Mobiles Hospiz Palliative Care. Tel. 0732/78 63 60 - 79 14, bildungsreferat.hospiz@caritas-linz.at

bildung – spiritualität – kurs Attnang, Maximilianhaus  07674/665 50 XX Richtet euch auf, der Herr ist nahe, Tage im Schweigen – unterwegs nach Weihnachten, Fr., 14. 12., 18 Uhr bis So., 16. 12., 16 Uhr, Ref.: P. Alois Parzmair. Bad Dachsberg, Bildungshaus  0732/76 10-34 43 XX Du führst mich zum Ruheplatz am Wasser, Meditationsabend, Mo., 10. 12., 20 bis 21.15 Uhr, mit Ulrike Giglleitner. Grünau, Marienheim  07616/82 58 XX Vor Weihnachten Atem holen, Fr., 14. 12., 16 Uhr bis So., 16. 12., 13 Uhr, Ltg.: Sr. Huberta Rohrmoser. Linz, Haus der Frau  0732/66 70 26 XX Kekserlbacken, Kurs für alleinerziehende Mütter/Väter und deren Kinder, Sa., 15. 12., 14 bis 18 Uhr, mit Brigitte Reisetbauer, Karin Penn. Michaelbeuern, Bildungshaus  06274/81 16-30 34 XX Einkehrtage für ­Erwachsene, Thema: Gott ist als Kind geboren, um seine Liebe in unsere Herzen zu pflanzen, Fr., 14. 12., 18 Uhr bis So., 16. 12., 12.30 Uhr, Ltg.: Mag. Renate Schmölzer, Abt Nicolaus Wagner OSB, P. Mag. Michael Eppenschwandtner OSB. Ried, Treffpunkt der Frau  07752/802 92 XX Adventnachmittag für ­Kinder

von fünf bis acht Jahren mit Begleitperson, Do., 29. 11., 14.30 bis 16.30 Uhr, Ltg.: Birgit Dick. Ried, St. Franziskus  07752/827 42 XX Meine Wurzeln entdecken, Familienaufstellung, Fr., 14. 12., 16 Uhr bis Sa., 15. 12., 16 Uhr, Ltg.: P. Georg Dinauer. Seitenstetten, St. Benedikt  07477/428 85 XX Adventkonzert im Stift, Fr., 14. 12., 19.30 Uhr, mit Franz Küberl und zwo3wir. Steyr, Dominikanerhaus  07252/454 00 XX Schneeschuhwandern in der Umgebung, Zeit zum Genießen – Zeit zum Staunen, Sa., 15. 12., Treffpunkt: Parkplatz Eybl, 8 Uhr, mit Maria Felbauer. Tragwein, Greisinghof  07263/860 11 XX Langsam gehen, Die Zeichen seiner Nähe sehen, Fr., 14. 12., 18 Uhr bis So., 16. 12., 12 Uhr, Ltg.: Bischofsvikar Franz Haidinger. Wels, Bildungshaus Puchberg  07242/475 37 XX Die Liebe gestalten, Beziehungstag für Paare im zweiten Ehejahrzehnt, Sa., 15. 12., 9 bis 17.30 Uhr, Ref.: Mag. Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer.

„„ Adventmärkte. Siehe www.kirchenzeitung.at/ tipps-termine/adventweihnachtsmaerkte/

Angebot der woche

PanflötenWeihnacht Die „Königin der Panflöte“, Grand-Prix-Gewinnerin Daniela de Santos, lädt am Sonntag, 16. Dezember, um 15 Uhr zum Konzertabend in den Linzer Mariendom. Der Klang ihrer mit 5000 Swarovski-Kristallen veredelten Kristallpanflöte ist eingetaucht in

­ rchestrale Hintergrundmusik. Der musikalische o Streifzug führt über weihnachtliche Lieder wie „The first noël“ oder „Es ist ein Ros entsprungen“ hin zu Weltmelodien wie „Candle in the Wind“, „Time To Say Goodbye“ oder „Conquest of Paradise“. Größte Hits der Oper wie „Nessun dorma“ oder „Caruso“ und Panflötenklassiker wie „Der einsame Hirte“ oder „El Condor Pasa“ lassen keine musikalischen Wünsche offen.

Die KirchenZeitung verlost 3 x 2 Karten für das Panflöten-Konzert mit Daniela de Santos.

Dezente Lichteffekte tauchen den Linzer Mariendom in eine einzigartige Atmosphäre. Ein wunderbarer Adventsonntag für die ganze ­Familie.

XX Schreiben Sie bis Fr., 7. 12. (KW: „Panflöte“) an: KirchenZeitung der Diözese Linz, Kapuziner­ straße 84, 4020 Linz, Fax: 0732/76 10-39 39, E-Mail: office@kirchenzeitung.at


30 Termine namenstag

Mag. Andrea Reinthaler-Stütz ist Kinderpsychologin, verheiratet mit KiZ-Redakteur Paul Stütz. KIZ/PS

Andrea (30. November) Auf den ersten Blick ist mein Name recht uninteressant. Auf Andrea reimt sich wenig und es gibt kaum Möglichkeiten der Verballhornung. Von uns gibt es viele, in den 1960er und 1970er Jahren war Andrea einer der beliebtesten weiblichen Vornamen im deutschsprachigen Raum. Wir sind die Leonies und Annas der Disco-Generation. Spannend wird es, wenn man nachliest, was der Name eigentlich bedeutet. Andreas heißt übersetzt der Mannhafte, Andrea – in einigen Ländern auch ein Männername – bezeichnet demnach „die Mannhafte“. Da spüre ich schon, wie mir ein Damenbart wächst. Im deutschen Sprachraum ist Andrea als weibliche Form erst seit dem 18. Jahrhundert üblich. In den drei Jahrhunderten der Existenz des Namens hat es noch keine Andrea zu höheren kirchlichen Ehren geschafft, weshalb mein Namenspatron der heilige Apostel Andreas ist. Er war ­einer der ersten Jünger und wurde an einem Kreuz mit schrägen Balken gekreuzigt, dem „Andreaskreuz“, das wir heute an vielen Bahnübergängen finden. Im Religionsunterricht in der Volksschule habe ich mich immer ein bisschen geschämt dafür, dass mein Namenspatron ein Mann ist. Was wahrscheinlich auch verhindert hat, dass ich mich intensiver mit dem Apostel Andreas auseinandergesetzt oder eine starke Identifikation aufgebaut hätte. Aber wir Andreas sind jetzt in unseren besten Jahren und im Heiligenkalender ist ja noch Platz, das wird schon noch. Andrea Reinthaler-Stütz

29. November 2012

freitag, 30. 11. 2012 XX Bad Mühllacken. Langer Tag der spirituellen Lieder, Kapelle des Kneipp-Traditionshauses, 14 bis 22 Uhr. XX Kremsmünster. Ars moriendi, die Kunst des Sterbens, geistlicher Abend „Mehrwert-Glaube“, Vortrag, Stift, 20 Uhr, hl. Messe, 19 Uhr, Ref.: Abt Ambros Ebhart OSB. XX Lacken. Atmen, Bildungskino mit anschließender Diskussion, FF-Haus, 19.30 Uhr. XX Linz. kirschrot & safrangelb, Kultur-Sozial-Stammtisch, Cardijn-Haus, Kapuzinerstraße 49, 19 Uhr, mit dem Vokal- und ­Instrumentalensemble mira. XX Niederwaldkirchen. Strömen, Workshop, Pfarrhof, Pfarrergwölb, 13.30 Uhr, mit Susanne Jarolim. XX Peuerbach. Daheim beim Obermitteregger, Lesung, Pfarrheim, 20 Uhr, mit RR Erwin Hölzl. XX Puchenau. S‘Mühlviertla Christkindl, Pfarrsaal, 15 Uhr, mit Ulrich Sulzner, Rosalia Sieghart. XX Rohrbach. Bei den Kindern im Slum von Nairobi, Pfarrzentrum St. Jakobus, 19 Uhr, mit Bernadette Fessler. XX Roitham. Nachtwächterwanderung in Wels, Treffpunkt Stadtturm, 19 Uhr. XX St. Willibald. Mundart und Volksmusik, Pfarrsaal, 20 Uhr. XX Steyr. Wirtschaft und/oder Sozialstaat, Generationen-UNI, Vorlesung, Museum Arbeitswelt, 15 Uhr, mit Univ.Prof. Dr. Alexander van der Bellen. XX Treffling. Nacht der Lichter, Start in den Advent, Pfarrkirche, 18 Uhr, mit Jugendlichen aus dem Dekanat Gallneukirchen-Ost. XX Waldburg. Meine Erfahrungen aus dem Leben in Ecuador und Äthio­pien, Pfarrsaal, 19.30 Uhr. samstag, 1. 12. 2012 XX Altheim. Weihnachtskonzert, Pfarrkirche, 20 Uhr, mit dem Vienna Vocal Consort. XX Freistadt. Quattro, Tanzperformance, Stadtpfarrkirche, 20 Uhr, mit Tänzerinnen der Landesmusikschule. XX Geretsberg. Adventsingen, Pfarrkirche, 19.30 Uhr, mit OSR Norbert Nowy, Dir. Hermann Hofstätter.

XX Kremsmünster. Gottes schönstes Wort, Treffpunkt Benedikt für junge Erwachsene, Stift, 16.30 Uhr, hl. Messe, 19 Uhr, Ref.: P. Franz Ackerl OSB. XX Linz. Kontemplation, Zen, Übungstag, Zentrum der Theologiestudierenden, Dametzstraße 29, 9 bis 17 Uhr, mit Karl Trenda. XX Linz, Marcel Callo. Die schönsten Weihnachtslieder der Welt, Acappella-Konzert, Pfarrkirche, 20 Uhr, mit The Alpine Carolers. XX Linz, St. Konrad. Konzert zur Einstimmung in die Advent- und Weihnachtszeit, Pfarrkirche, 19 Uhr, mit dem Vokalensemble Lalá. XX Linz, Stadtpfarrkirche Urfahr. Adventkranzweihe, Messe mit Übersetzung in Gebärde, 18 Uhr. XX Linz, Ursulinenkirche. Musik zum Adventbeginn, AdventkranzSegnung, 20 Uhr, mit dem Vokal­ ensemble Voices. XX Puchheim. Monatswallfahrt der Legion Mariens nach Maria Puchheim, Gestaltung: Samaritanische Bewegung Mariens, Basilika, 14 Uhr, Autobus von Linz-Herz Jesu, 12.30 Uhr. XX Schärding. Kinder, Keks und Kabarett, Kubinsaal, 14 Uhr, Die drei ­Innviertler Tenöre, Adventkonzert, Kubinsaal, 19.30 Uhr. XX Vöcklamarkt. Motetten und Lieder zur Adventzeit, Adventkranzweihe, Pfarrkirche, 19 Uhr, mit dem Kirchenchor. XX Wels. Zauberton, Oberton-Konzert mit Percussion, Bildungshaus Schloss Puchberg, 20 Uhr, mit ­Julia Renöckl, Gernhard Narbeshuber, Laurenz Schiffermüller. XX Wels, Hl. Familie. Kontemplation, Kurzkonzert, Turmkapelle, 20 Uhr, mit Hans Trummer, Harfe. sonntag, 2. 12. 2012 XX Bad Zell. Kinder brauchen Zeit, Orientierung und Liebe, FamilienOase, Pfarrkirche und Pfarrheim, 9.15 Uhr, Ref.: P. Felix Strässle, Simone und Stephan Gaisbauer. XX Bad Zell. Adventkonzert, Pfarrkirche, 16 Uhr, mit Maria Riegler, Gerhard Ziegler. XX Dorf a. d. P. Adventsingen, Pfarrkirche, 19.30 Uhr, mit dem Kirchenchor. XX Ebensee. Rorateamt mit Werken von F. Schubert, W. A. Mozart, F. X. Witt, Pfarrkirche, 7 Uhr, mit dem Kirchenchor.

KirchenZeitung Diözese Linz

XX Enns. Musik im Advent, Werke von J. S. Bach, J. Haydn, C. B ­ albastre, A. Corelli, Basilika St. Laurenz, 16 Uhr, mit dem Chor der Musikhauptschule, Ennser Kammerorchester. XX Kirchheim i. I. Der Weg in die Stille, familiäre Adventwanderung, Treffpunkt: Pfarrkirche, 18.30 Uhr. XX Kremsmünster. Missa secunda von H. L. Hassler, Stiftskirche, 10.15 Uhr, mit dem Kirchenchor. XX Linz, Hl. Dreifaltigkeit. Adventsingen, Pfarrkirche, 17 Uhr. XX Linz, Mariendom. Motetten der Romantik zum Advent, 10 Uhr, mit dem Collegium Vocale, Domorganist Wolfgang Kreuzhuber. XX Linz, Pöstlingberg. Adventsingen für die Aktion „Rettet das Kind“, Pöstlingbergkirche, 18 Uhr, mit dem Chor Chemiepark Linz. XX Linz, St. Michael. Barbarafeier, Totengedenken der voestalpine und der Betriebe am Industriestandort voestalpine, Pfarrkirche, 11 Uhr. XX Linz, Minoritenkirche. Werke von J. S. Bach, Dieterich Buxtehude, 17 Uhr, mit E medio canto. XX Linz, Ursulinenkirche. Messe des Forums St. Severin, 20 Uhr. XX Molln. Ihr werdet ein Kind finden, Adventkonzert, Wallfahrtskirche Frauenstein, 15.30 Uhr, mit dem Chor „pro cantare“. XX Neumarkt a. H. Adventkonzert, Pfarrkirche, 18 Uhr, mit der Neumarkter Stubenmusi, Bläsergruppe der Marktmusik, Spielmannszug des NTV, GLES-Ensemble, Kirchenchor Neumarkt und Kallham. XX Ried i. I. Adventsingen mit Chorgesängen, Instrumentalmusik, Bläserweisen, Pfarrkirche, 17 Uhr, mit Renate Pumberger, Bernhard Schneider. XX Schlägl. Choralamt, Stiftskirche, 10 Uhr, Turmblasen, 17.30 Uhr. XX Schwanenstadt. Messe mit Übersetzung in Gebärde, Pfarrkirche, 10 Uhr. XX Steinbach a. A. Besinnlicher Advent-Kirtag, Pfarrhof, ab 9 Uhr, mit Adventgottesdienst, Adventmarkt, Kinderprogramm, abendliche Adventfeier. XX Steyr. Musikalische Adventmeditationen, Werke von J. S. Bach u.a., Marienkirche, 19.20 Uhr, mit Klaus Oberleitner, Günter Hagauer. XX Steyregg. Wo Himmel und Erde sich berühren ..., Wanderung im Advent, Treffpunkt: Karbrunnen, 17 Uhr, mit Margarete Mayr.

ausstellungen – märkte – adventangebote XX Altmünster. Missionsbasar, Pfarrsaal, Sa., 1. 12., 8 bis 19 Uhr, So., 2. 12., 8 bis 16 Uhr. XX Frankenmarkt. Krippenausstellung anlässlich 40 Jahre Barockkrippe, Pfarrsaal, Fr., 30. 11. bis So., 9. 12., täglich 14 bis 17 Uhr, Sa., So., zusätzlich 10 bis 12 Uhr. XX Hirschbach. Krippen fürs Volk, Georg Rath­wall­ner, Eröffnung, So., 2. 12., 15 Uhr, Ausstellung bis 6. 1. 2013, Sa., 13 bis 17 Uhr, So., Feiertag, 10 bis 12, 13 bis 17 Uhr. XX Lambach. Bücherflohmarkt, Pfarramt/Stift, Sa., 1. 12., So., 2. 12., ab 13 Uhr. XX Linz. Stein und Satin, Steinskulpturen von Susanne Hennerbichler, Siebdruck von Rosel Postuvanschitz,

­ ädagogische Hochschule der Diözese, 2. 12. 2012 bis P 7. 1. 2013. XX Linz. Weihnachts- und Infostand der Amnesty-Gruppe 68, Diözesanhaus, Foyer, 9 bis 17 Uhr, Gottesdienst zum Thema „Christen-Verfolgung“, Kapelle des Diöze­ sanhauses, Do., 6. 12., 12.05 Uhr. XX Linz. Advent am Dom mit Kreativprogramm, Beratungsangebot, Meditation u.a., Container am Domplatz, Sa., 1. 12. bis Sa., 8. 12., Infos: www.urbiorbi.at. XX St. Georgen i. A. Floh- und Bastelmarkt, Klosteranbau, Fr., 30. 11., 14 bis 18 Uhr, Sa., 1. 12., 9 bis 17 Uhr, So., 2. 12., 8.30 bis 11 Uhr.


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Termine 31

29. November 2012

XX Traberg. Adventkranzweihe, Pfarrkirche, 17 Uhr, mit P. Meinrad Brandstätter. XX Ulrichsberg. Bratwürstelsonntag, Pfarrzentrum, 8.30 Uhr, mit dem Pfarrcaritas-Kindergarten. XX Waizenkirchen. Adventkonzert mit traditionellen und klassischen Liedern, Pfarrkirche, 19 Uhr, mit Birgit Eizenberger, Josef Krennmair, Siegfried Doppler u.a. XX Wendling. Adventkonzert zugunsten der Kirchenrenovierung, Pfarrkirche, 19 Uhr. montag, 3. 12. 2012 XX Pregarten. Trapezmützen stricken, Pfarrheim, 18.30 Uhr, mit Eva Ehrenmüller. XX Schlägl. Gespräche am Jakobsbrunnen, Bibelabend, Stift, Seminarzentrum, 19.30 Uhr, Begl.: Lukas Dikany. XX Schönering. Orgelkonzert und Literatur, Pfarrkirche, 19 Uhr, mit Prof. Rudolf Jungwirth, Pfarrer Johann Kaserer. XX Wartberg o. d. K. Weihnachtsmusik, Pfarrsaal, 18 Uhr, mit Schüler/innen der Landesmusikschule. dienstag, 4. 12. 2012 XX Bad Ischl. Der rostige Ritter, eine klangvolle Weihnachtsgeschichte, Pfarrheim, 19.30 Uhr, mit Cornelia Kirsch, Gerhard Schilcher.

Der rostige Ritter am Di., 4. 12. in Bad Ischl. Pfarre XX Linz. Saiten, Stimmen, Orgelpfeifen, Abendstunde im Advent, Kirche der Landes-Nervenklinik, 18 Uhr, mit dem Lehrerchor Linz-Land. XX Linz. „sperrige nächte“, Buchpräsentation mit Gedichten und Musik, Kapelle der Pädagogischen Hochschule der Diözese, 18.30 Uhr, mit Thomas Schlager-Weidinger, Albin Waid. XX Linz. Gute Hoffnung, jähes Ende, Trauergruppe bei Verlust ­eines Kindes, ZOE Beratung, Gruberstraße 15/1, 19 Uhr, Begl.: Michaela Kaiser. XX Linz. Kammermusik mit Werken von J. Haydn, Landesgalerie, 20 Uhr, mit dem Hugo-Wolf-Quartett. XX Pinsdorf. Messe mit Übersetzung in Gebärde, Lebenswelt, 14 Uhr. XX Ried i. T. Weihnachtsmusik, Vortragssaal der LMS, 18 Uhr, mit Schüler/innen der Landesmusikschule. XX Steyr. Alt werden in der Fremde, Vorlesung, Arbeiterkammer, 14 Uhr, mit Christoph Reinprecht, Borko Ivankovic.

Liturgie

XX Wels. Verschnaufpausen im Arbeitsalltag – zuversichtlich leben, Treffpunkt mensch & arbeit, 19.30 Uhr, mit Eveline Lanzersdorfer, Brigitte Wimmer. mittwoch, 5. 12. 2012 XX Ebensee. Stubenadvent, Pfarrnachmittag mit Nikolausbesuch und Lesung, Pfarrsaal, 14.30 Uhr, mit der Ofnbankmusi. XX Linz. Engel sind wir selber, eine weihnachtliche Entdeckungsreise durch das Universum, Brucknerhaus, 19.30 Uhr, mit dem Spring String Quartet. XX Pollham. Äthiopien-Abend, Gäste aus Äthiopien, Pfarrheim, 18.30 Uhr, mit Gerti Eilmannsberger. XX Ried i. I. Treffpunkt für Trauernde, Pfarrzentrum Riedberg, 18 Uhr. XX Steyregg. Meditation im Advent. Gönn dir Zeit. Es ist dein Leben, Pfarrsaal, 19.30 Uhr, mit Margarete Mayr. donnerstag, 6. 12. 2012 XX Haslach. Verlorene Böhmerwaldheimat, Pfarrsaal, 19.30 Uhr, mit Fritz Bertlwieser, Böhmerwald Duo. XX Linz. Lukas entdecken, Bibelgespräch, Treffpunkt mensch & arbeit, Standort voestalpine, 18 Uhr, Begl.: Walter Reiter. XX Linz. Menschenrechte in der Praxis zum Tag der Menschenrechte, Internet, Medien und Menschenrechte: Zwischen Zugang und Zensur, Wissensturm, 19 Uhr, mit Mag. Matthias Kettemann. XX Linz, Hl. Geist. Adventfeier der Pfarre, vorweihnachtliche Musik und Texte, Pfarrzentrum, 17 Uhr. XX St. Nikola. Nikolausfest mit Sonderpostamt, Nikolaus-Festgottes­ dienst, Pfarrkirche, 8 Uhr, anschließend Festzug zur Donau, Schmankerlmarkt, Festprogramm auf Schiffen. XX Treffling. Die Liebe und die Mädchen, Pfarrsaal, 20 Uhr, mit Julia Ribbeck, Christiane Schulz, Martin Kiener. XX Vöcklabruck. Abend im Advent, Mutterhaus der Franziskanerinnen, 18 Uhr, mit dem Verein „No Limits“ der Sportunion. freitag, 7. 12. 2012 XX Linz, St. Franziskus. Adventnachmittag, Pfarrsaal, 14.30 Uhr, mit dem Singkreis Ansfelden. XX Linz, Ursulinenkirche. O Magnum Mysterium, Advent- und Weihnachtskonzert, 19.30 Uhr, mit der Leonfeldner Kantorei, Blechbläser­ ensemble der Anton Bruckner Privat­ universität. XX Vöcklamarkt. Afghanistan – Pulverfass am Hindukusch, Pfarrsaal, 19.30 Uhr. samstag, 8. 12. 2012 XX Bad Leonfelden. O Magnum Mysterium, Advent- und Weihnachtskonzert, Stadtpfarrkirche, 19.30 Uhr, mit der Leonfeldner Kantorei, Blechbläserensemble der Anton Bruckner Privatuniversität.

XX Weihnachtsmärkte finden Sie unter www.kirchenzeitung.at XX Götzendorf. Besinnlicher Advent im Schloss, Arkadenblasen, 19.30 Uhr, Konzert mit Weihnachtsliedern, Pfarrkirche, 20 Uhr, mit den Chorreichen-Sieben, Daniela Jungreuthmayer. XX Linz. Das Adventsingen, Brucknerhaus, 15 Uhr und 19.30 Uhr, mit dem Bachl-Chor. XX Linz, Ursulinenkirche. Orgelmusik des Barock, Orgelstationen im Advent, 17 Uhr, mit Peter Paul Kaspar. XX Losenstein. Besinnliche Stunde im Advent, Pfarrkirche, 18 Uhr. XX Mining. Der Weg zum Licht, Kirchenvorplatz, 18 Uhr. XX Peuerbach. Deutsche Singmesse von E. Tittel, Pfarrkirche, 8.30 Uhr. XX Schwertberg. A stille Stund' im Advent, Pfarrkirche, 16 Uhr, mit Dr. Franz Gumpenberger, Vokalensemble Quartabile u.a. XX Steinbach a. d. S. Ihr werdet ein Kind finden, Adventkonzert, Pfarrkirche, 15 Uhr, mit dem Chor „pro cantare“. XX Wels, St. Josef. Die stillste Zeit, Konzertabend, Pfarrsaal, 20 Uhr, mit Harald Baumgartner. sonntag, 9. 12. 2012 XX Kremsmünster. Hochamt mit Predigt über das Zweite Vatikanische Konzil im Rahmen der Reihe „Mehrwert Glaube“, 10.15 Uhr, Abendmesse mit „Mehrwert Glaube“, 19 Uhr. XX Schärding. Adventkonzert, Stadtpfarrkirche, 17 Uhr, mit den St. Florianer Sängerknaben. XX Steyregg. ... Gestillt_12, Konzert, Stadtsaal, 18 Uhr, mit Mag. ­Andreas Krenn. XX Traberg. O Magnum Mysterium, Advent- und Weihnachtskonzert, Pfarrkirche, 16 Uhr, mit der Leonfeldner Kantorei, Blechbläserensemble der Anton Bruckner Privatuniversität. XX Traunkirchen. Orgelkonzert, farrkirche, 19.30 Uhr, mit MMag. DDr. Rupert Frieberger. XX Waldzell. Vorweihnachts-Benefizkonzert, Schwanthalerkirche, 19.30 Uhr, mit den Bolschoi Don Kosaken.

aussaattage

3. 12.: Blatt 4. 12.: Blatt bis 14, ab 15 Frucht 5. 12.: Frucht 6. 12.: Frucht 7. 12.: Frucht bis 7, ab 8 Wurzel 8. 12.: Wurzel 9. 12.: Wurzel

Aus: Aussaattage 2012, M. Thun.

Lesejahr C Lesereihe III Sonntag, 2. Dezember 2012 1. Adventsonntag. L1: Jer 33,14–16 L2: 1 Thess 3,12 – 4,2 Ev: Lk 21,25–28.34–36 Montag, 3. Dezember 2012 Hl. Franz Xaver, Ordenspriester, Glaubensbote in Indien und Ostasien. L: Jes 2,1–5 Ev: Mt 8,5–11 oder L: 1 Kor 9,16–19.22–23 Ev: Mk 16,15–20 Dienstag, 4. Dezember 2012 Hl. Barbara, Märtyrin in Nikomedien. Hl. Johannes von Damaskus, Priester, Kirchenlehrer. L: Röm 8,31b–39 Ev: 10,34–39 L: 2 Tim 1,13–14; 2,1–3 Ev: Mt 25,14–30 L: Jes 11,1–10 Ev: Lk 10,21–24 Mittwoch, 5. Dezember 2012 Hl. Anno, Bischof von Köln, Reichskanzler. L: Eph 4,1–7.11–13 Ev: Mt 23,8–12 L: Jes 25,6–10a Ev: Mt 15,29–37 Donnerstag, 6. Dez. 2012 Hl. Nikolaus, Bischof von Myra. Monatlicher Gebetstag um geistliche Berufe. L: Jes 6,1–8 Ev: Lk 10,1–9 L: Jes 26,1–6 Ev: Mt 7,21.24–27 Freitag, 7. Dezember 2012 Hl. Ambrosius, Bischof von Mailand, Kirchenlehrer. Herz-Jesu-Freitag. L: Jes 29,17–24 Ev: Mt 9,27–31oder L: Eph 3,8–12 Ev: Joh 10,11–16 Samstag, 8. Dezember 2012 Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Monatlicher Gebetstag um geistliche Berufe. Priestersamstag. L1: Gen 3,9–15.20 L2: Eph 1,3–6.11–12 Ev: Lk 1,26–38 Sonntag, 9. Dezember 2012 2. Adventsonntag. L1: Bar 5,1–9 L2: Phil 1,4–6.8–11 Ev: Lk 3,1–6


32 Kultur für sie Gelesen Reise durch Linz Bescheiden als „Reiseführer“ betitelt der Autor, ­Kunsthistoriker am Oö. Landesmuseum, sein Linz-Buch: In neun Routen – fünf durch die Innenstadt, je eine durch das „grüne Linz“, entlang der Donau, durch Urfahr und vom Europaplatz nach Ebelsberg – lernt auch der Kenner viel Interessantes dazu. „Gesichter einer Stadt“ bezieht sich einerseits auf die Bauwerke, die Schultes historisch und kunstgeschichtlich beschreibt und in ansprechenden Fotos dokumentiert, andererseits auf die Menschen, die hier lebten und wirkten. Eine Einleitung zur Geschichte sowie ausführliche Ortsund Personenregister machen dieses Buch zu einem Nachschlagewerk. Dem Autor ist zu diesem Kompendium zu gratulieren und dem Verlag für die Qualität der Gestaltung zu danken.

29. November 2012

Film: Barbara Alberts „Die Lebenden“ ist eine autobiografisch geprägte Spurensuche

„Wir haben genug gebüßt“ markus vorauer

Es ist die Scharnierstelle in diesem Film: Sita (Anna Fischer), die Protagonistin in B ­ arbara Alberts neuem Film, sitzt vor dem Fernseher und sieht sich das Interview an, das ihr Onkel mit ihrem Großvater gemacht hat. Es ist ein Videobild in niedriger Auflösung, aber das, was der alte Mann von sich gibt, ist von hoher Brisanz. Er erzählt von seinen Erlebnissen als SS-Wachmann in Auschwitz. Der Großvater gleitet immer wieder ab in poetische Umschreibungen des Grauens. Sita wird

Michael Zugmann

Lothar Schultes, Linz, Gesichter einer Stadt, Reiseführer, Bibliothek der Provinz, Weitra 2011, 432 S., € 34.

Exodus Nach 16 Jahren, in denen er vor allem für das Theater gearbeitet hat, hat Friedrich Ch. Zauner sich wieder an ein Prosawerk gewagt und die Gestalt des Moses' in einen Roman „gegossen“. Wie Moses von der Tochter des Pharao gefunden wurde, vom Aufbruch des Volkes aus Ägypten bis zum Tod Moses' versucht Zauner die „Lebensbedingungen“ nachzuzeichnen. Ein recht mürrischer und oft unsicherer Moses wird da geschildert mit vielen Schwächen. Trotzdem führt er sein schwieriges Volk durch die Wüste. Ob allerdings der Versuch, die „Geschichtlichkeit“ an der Mosesgeschichte plausibel zu machen, ausreicht, um der Mosesgestalt in seiner ganzen Bedeutung gerecht zu werden, bleibt eine Frage an die Theologie. Friedrich Ch. Zauner. Exodus. Ein Moses-Roman, morgenroth media, München 2012, 172 Seiten, € 12,80.

KirchenZeitung Diözese Linz

Wider die Verdrängung: Gegen den Willen ihres Vater beginnt Sita (Anna Fischer) in der Vergangenheit des Großvaters nachzuforschen. Moviemento

Zeugin einer Verdrängung. Der Erzähler korrigiert seine Erinnerungen so lange, bis er eine ihn zufriedenstellende Fassung gefunden hat: „In Auschwitz war ich ein anderer Mensch, das war ein Traum, darum plädiere ich auf nicht schuldig. Wir haben genug gebüßt.“ Großvater in SS-Uniform. Die 25-jährige Sita studiert und arbeitet in Berlin. Das abrupte Ende einer Beziehung zu einem Ar-

beitskollegen löst eine Krise aus, die sie in die Arme von Jocquin, einem israelischen Fotokünstler, führt. Bei einem Aufenthalt in Wien, wo der 95. Geburtstag ihres Groß­ vaters gefeiert wird, entdeckt sie ein Foto, das ihren Großvater in SS-Uniform zeigt. Nun beginnt die eigentliche Reise der Protagonistin, die Parallelen mit der Familiengeschichte von Barbara Albert aufweist. Sita beginnt, in der Vergangenheit des Großvaters nachzuforschen. Die Recherche führt sie von Wien nach Warschau bis zu einem Cousin ihres Vaters, der als schwarzes Schaf der Familie gilt, weil er einen Roman über die Vergangenheit des Großvaters geschrieben hat. Zur Vorbereitung hat er ihn interviewt. Die Videobänder bekommt nun Sita zur Ansicht. Verdrängung. Albert gelingt mit ihrem neuen Film die Studie einer jungen Frau, die verzweifelt versucht, ihren Ort in der Welt zu finden. Die Reise der Heldin verändert ihre Sichtweise auf die Gegenwart. Die Rastlosigkeit der Protagonistin trifft sehr gut das Lebensgefühl einer jungen, intellektuellen Generation, die in ihrer Ungebundenheit plötzlich mit etwas konfrontiert wird, das sie mit der alten Generation verbindet – mit der Verdrängung. Wie immer gelingen Barbara Albert die schönsten Sequenzen, wenn sie ihre Heldinnen beim Tanzen filmt. Wie immer ist die Musikauswahl von erlesener Qualität. Beim Abspann hört man eine elektronische Bearbeitung von Purcells King Arthur-Arie: Die Vergangenheit geht so eine Symbiose mit der Gegenwart ein. (Langversion unter www.kirchenzeitung.at/kultur) u Einführung und Diskussion am Freitag, 30. November, 21 Uhr, im Linzer Moviemento.

Liederabend in Rot und Safrangelb Linz/Cardijn Haus. Mit lustund kraftvollen Liedern aus Lateinamerika und Afrika tritt das Vokal- und Instrumental­ ensemble Mira aus Vöcklabruck am Freitag, 30. November, um 19 Uhr in der K ­ apuzinerstraße 49 auf. Rund 30 Sänger/­ ­­ innen und Musiker/innen ­erzählen temperamentvoll und

Mira

berührend von Menschen auf der Suche nach Heimat, von Fluchtwegen, Menschenwürde und Lebensfreude. Das Konzert „kirschrot & safrangelb“ unter der Leitung von Heidi Hurch-Idl findet im Rahmen des SozialStammtisches statt. Einladende sind u.a. die Katholische Arbeitnehmer/innen Bewegung OÖ.


KirchenZeitung Diözese Linz

Kunst & Kultur 33

29. November 2012

Kulturland

Ausstellung in der Kirche Marcel Callo in Linz-Auwiesen

Kunstvolle Kreuze im Gang

Madagaskar im Film Zwischen 30. November und 5. Dezember finden die Entwicklungspolitischen Filmtage mit Schwerpunkt Madagaskar in Linz, Altmünster und Gramastetten statt. Auf dem Programm stehen Filme und Diskussionsveranstaltungen. Die beiden Musiker Dama und Charle von „Mahaleo“, der populärsten madagassischen Band, geben auf Einladung von Welthaus Linz Konzerte.

Elf Künstler/innen zeigen in der Ausstellung „Kreuz“ bis 6. Dezember ihren persönlichen Zugang zum Thema. Christine Grüll

Das Kreuz ist kein harmloses abendländisches Kultursymbol, schreibt der deutsche Journalist Jan Ross: „Es steht für die Bereitschaft, das Negative auszuhalten, statt davor zu fliehen.“ Das Leidvolle und das Scheitern im Kreuz haben bildende Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten in ihren Arbeiten ausgedrückt. Zeitgenössische Positionen sind bis 6. Dezember in der Kirche in der Tuchfabrik in Linz zu sehen. Ein Kreuz-Gang im wahrsten Sinne des Wortes umschließt hier den Kirchenraum: Kreuze aus Stein, Holz und Kunstharz, auf Ölbildern, Videos und Fotografien reihen sich aneinander. Sie zeigen, wie vielfältig es in Erscheinung treten kann, nicht nur als christliches Symbol. Konstrukte aus waagrechten und senkrechten Linien oder ein zufälliges Zeichen im Alltag erweitern das Thema.

Brennendes Kreuz auf einem schwarzen Bildschirm (Video von Martin Egger). Egger

Christliches Symbol. „Christus in der ­Mauer“ ist eine der ersten Skulpturen im Ausstellungsraum. Das Gesicht des Gekreuzigten ist starr, Augen und Wangen vom Leid gezeichnet. Sein Körper bildet ein Kreuz. Es fügt sich in einen steinernen Block und zertrennt ihn zugleich. Der Bildhauer Gerhard Wünsche, Schüler von Fritz Wotruba und Herbert Böckl, hat nach der sogenannten „Wende“ in Leipzig gearbeitet. Im Umfeld der Nikolaikirche begannen 1989 die friedlichen Demonstrationen, die zum politischen Ende der DDR geführt haben. „Gott hat die Mauern gesprengt“, sagt Gerhard Wünsche in Erinnerung an diese Zeit. In seinem Christus will er die Kraft spürbar machen.

Balance halten. Der Mann stürzt und breitet im Fallen die Arme aus, um Halt zu finden. Andreas Eggers Ölbild zeigt nicht den Gekreuzigten, sondern einen Schwebenden. „Vertikale und horizontale Linie vereinen sich zu einem Balanceakt“, sagt der Linzer Medienkünstler. Weitere Arbeiten stammen von Matthias C. Aigner, Gerald Egger, Martin Egger, Günter Hartl, Helmut Kepplinger, Werner Kramer, Walter Retschitzegger, Thomas Stadler und Johanna Wünsche. Sie laden ein, das Kreuz neu zu entdecken – als Summe seiner Einzelteile oder als Zeichen der Verbundenheit zwischen Gott und Mensch.

u Termine: Linz/Moviemento: Freitag, 30. November bis Sonntag, 2. Dezember, jeweils 19 Uhr. Altmünster/ABZ, Montag 3. Dezember, 19 Uhr. Gramastetten/Gramaphon, Mittwoch, 5. Dezember, 19.15 Uhr, www.filmtagelinz.at.tf

n Adventkonzert in Altheim. Am Samstag, 1. Dezember, um 20 Uhr singt das Vokalensemble Vienna Vocal Consort in der Pfarrkirche St. Laurentius selten gehörte Advent- und Weihnachtsmusik aus dem 15. bis 17. Jahrhundert sowie Stücke des oö. Komponisten Leonhard Paminger aus dem 16. Jahrhundert. n Adventmusik in Haag, NÖ. Am Sonntag, 2. Dezember, 18 Uhr bringen in der Stadtpfarrkirche die Ensembles Chor Haag, Vocale Mostviertel, Nö. Lehrerquartett und Viertelmusik mit Organistin Margarete Pernkopf und unter der Leitung von Edgar Wolf weihnachtliche Chorwerke zur Aufführung. Der Reinerlös geht an die Lebenshilfe Haag.

König Salomon auf der Bühne

Heinz Ferlesch widmet sich mit großem Engagement der Musik des 18. Jahrhunderts. Michael Inmann

Linz/Brucknerhaus. Er ließ den ersten Tempel in Jerusalem zu Ehren Gottes errichten, rettete mit seinem „salomonischen Urteil“ das Leben eines Kindes und beeindruckte die sagenumwobene Königin von Saba mit seiner Weisheit: Salomon, der gerechte Herrscher aus dem Buch der Könige, steht im Mittelpunkt

von „Solomon“ von Georg Friedrich Händel. Dirigent und Chorleiter Heinz Ferlesch, Leiter der Wiener Singakademie, bringt das selten gespielte Oratorium aus dem Jahr 1748 zur Aufführung. Ausführende sind der St. Valentiner Chor Ad Libitum, das Originalklangensemble Barucco sowie namhafte Solistinnen und

Solisten: der junge Countertenor Rupert Enticknap singt die Rolle des Solomon, Andrea Lauren Brown (Sopran) seine Frau und die Sopranistin Cornelia Horak die Königin von Saba. u Samstag, 1. Dezember, 18 Uhr, Großer Saal, Karten: Tel. 0732/77 52 30, E-Mail: kassa@liva.at


34 Personen, Dank & Ehrung

29. November 2012

KirchenZeitung Diözese Linz

geburtstag

Ehrungen

n Am 3. Dezember 2012 vollendet KonsR Mag. Nikola Prskalo, Pfarrer in der Stadtpfarre Wels, das 60. Lebensjahr. Er stammt aus Bosnien-Herzegowina und wurde 1982 zum Priester geweiht. Nikola Prskalo war Spiritual und Professor am Bischöflichen Gymnasium Petrinum in Linz und Pfarradministrator in Linz-St. Theresia. Seit 2000 ist er Pfarrer in der Stadtpfarre Wels.

reischl

n Verleihung der Florian- und Severinmedaillen. Am 22. November 2012 zeichnete Diözesan­ bischof Dr. Ludwig Schwarz 15 Frauen und Männer, die sich seit Jahrzehnten in ihren Pfarren engagieren, mit der Severinmedaille aus. Sr. Dr. Kunigunde Fürst (Vöcklabruck), Franz Xaver Kumpfmüller (Stadl-Paura) und Konsulent OSR Hans Samhaber (St. Marienkirchen am Hausruck) wurden für ihren diözesanweit herausragenden Einsatz mit der Florianmedaille geehrt. Die Severinmedaille ging an: Edith Bauer (Schwertberg), Josef Bauer (Hofkirchen im Mühlkreis), OSR Anna Dobretzberger (Hofkirchen im Mühlkreis), Rosemarie Eberhardt (Eggerding), Brigitte Hasenleitner (Eggelsberg), Alois Haslinger (Eggerding), Wilhelm Kernecker (Alberndorf), Josef Lauß (Oberkappel), Heinrich Leitner (Pierbach), Friedrich Nöbauer (Pichl bei Wels), OSR Norbert Nowy (Geretsberg), Hannelore Reitböck (Zipf), Antonia Renzl (Franking), Franz Schmalzer (Schönau im Mühlkreis), Alois Weberberger (Gaspoltshofen).

Auszeichnungen n Linz – Hagenberg. Wirtschaftskammerpräsident Dr, Christoph Leitl (rechts) zeichnete Univ.Prof. Dr. Bruno Buchberger, Professor für Computer-Mathematik an der Johannes Kepler Universität und Gesellschafter der Hagenberg Software GmbH, zu seinem 70. Geburtstag mit der Goldenen Ehrennadel der Wirtschaftskammer Österreichs aus. „Bruno Buchberger hat mit Hagenberg das Silicon Valley Europas gegründet!“, betonte Leitl.

dergartens Mauerkirchen, wurde das Bundesehrenzeichen verliehen.

wurde von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer der Funktionstitel „Konsulentin für Musikerziehung“ verliehen. Mit der Auszeichnung wurden ihre Tätigkeiten im Vorstand des Linzer Konzertvereins, der Oö. Streichervereinigung sowie als Musikpädagogin in der BAKIB Linz gewürdigt.

n Hofkirchen/Tkr. Propst Johann Holzinger überreichte im Auftrag der Diözese Rotraud Arbeithuber (links) und Hermann Saleschak eine Auszeichnung. Arbeithuber leitet seit mehr als 25 Jahren einen Singkreis und ist seit 1994 Organistin. Saleschak trägt und prägt seit 25 Jahren in vielfältiger Form das Pfarr­ leben mit. Auf seine Initiative gehen unter anderem die jährliche Bergmesse, der Schülerlotsendienst sowie der Schneeräumdienst der KMB zurück.

WKO

n Linz-St. Magdalena. Der Kirchenchorleiterin von Linz St. Magdalena, StR Prof. Maria Mair,

n Mauerkirchen. BerufsschulOberlehrer Ing. Bernhard Bogenhuber, dem ehrenamtlichen Verwalter des Pfarr-Caritas-Kin-

privat

Mit Kons. Maria Mair (links) freut sich Elisabeth Freundlinger, Präsidentin der Oö. Streichervereinigung. Mair

Auszeichnungen n Elisabethmedaillen. Für ihr besonderes soziales Engagement ehrte die Caritas OÖ ehrenamtlich Engagierte sowie ­einen Kooperationspartner aus der Wirtschaft mit der Elisabethmedaille. Für die Kooperation mit der Caritas OÖ ausgezeichnet wurde Ing. Johann Springer, MSc, Leiter der Bauabteilung der „Neuen Heimat Wohnungsgesellschaft“. In seiner Funktion als Leiter der Bauabteilung arbeitet er mit der Caritas für Betreuung und Pflege seit etwa sieben Jahre zusammen und sorgte mit großem Engagement, dass alle Hürden bestens gemeistert werden konnten. Sein Einsatz für die Caritas ist ihm ein Herzensanliegen und reicht weit über das beruflich erforderliche Maß hinaus. Für ihr soziales Engagement erhielten die Elisabethmedaille weiters Juliane Schild, ehemalige Leiterin der Pfarrcaritas der Pfarre Wesenufer, Dir. Georg Heidlmair, ehrenamtlich Engagierter aus der Pfarre Weichstetten, Dr. Walter Bostl, ärztlicher Leiter der Station für Langzeitbeatmung im Seniorenwohnhaus Karl Borromäus, Wolf-Dieter Pichler, ehrenamtlich Engagierter aus Steyr, Johann Pramhaas, ehrenamtlich Engagierter aus der Pfarre Eberstalzell, Ingrid und Karl Glanzegg, ehrenamtlich Engagierte für die Caritas-Einrichtung St. Elisabeth, sowie Dietmar Köck, ehrenamtlich Engagierter der Pfarre Hinterstoder.


KirchenZeitung Diözese Linz

29. November 2012

Energiewende – wie? Wie ist es möglich, dass man in Oberösterreich als Privatperson größte Probleme hat, wenn man eine Fotovoltaikanlage auf die Wiese stellen möchte, während die Energie AG neben der Autobahn und neben vielen nutzenswerten Fabriksflachdächern mehr als ein Fußballfeld besten Ackerlandes verbaut? Wie ist es möglich, dass es für Privatpersonen extrem schwer ist, größere Fotovoltaikanlagen mit Bürgerbeteiligung zu errichten, während die Energie AG ein solches Bürgerbeteiligungskraftwerk in Timelkam aufstellt? Die Energie AG gehört mehrheitlich dem Land und landesnahen Unternehmen. Ist es möglich, dass es die Landespolitik alles andere als eilig mit der Energiewende hat, weil sonst zu viele kleine, dezentrale, autonome Betreiber das große Geschäft zerstören und weil dann bei Sonne und Wind CO2-Schleudern wie Timelkam und Riedersbach nicht ausgelastet sind? KLAUS THALER, KREMSMÜNSTER

Reform anliegen Der KiZ entnehme ich, dass die neue Präsidentin der KA, Frau Schaffelhofer, der Pfarrerinitiative eine Vereinnahmung der Laien in der Kirche vorwirft. Das kann ich nicht nachvollziehen. Die Reformanliegen der Pfarrerinitiative sind wesentlich dieselben, die Jahre zuvor schon von „Wir sind Kirche“ , „Laieninitiative“ und vielen nicht organisierten Katholiken vertreten wurden. Allen geht es um das Überleben der Pfarrgemeinden und des Christlichen in der Gesellschaft und die dazu notwendigen Strukturanpassungen. Oder hat Frau Schaffelhofer noch weiter reichende Reformanliegen für die Kirche parat? (...)MEINRAD SCHNECKENLEITHNER, LINZ

Agrar-Diskussion (...) Die gerade jetzt so nötige gesamtgesellschaftliche Diskussion zu den schwierigen, ja undurchschaubaren Fragen der Agrarpolitik findet nicht statt (...). Ja, man redet großmaulig-verlogen vom Biomusterland oder von den klei-

nen Strukturen („bäuerliche Familienbetriebe“), die wir angeblich fördern! Der Zug der österreichischen Agrarpolitik fährt mit Höllentempo in die andere Richtung: Österreich nützt seinen Gestaltungsspielraum weiterhin im Sinne von „Wachsen oder Weichen“. Die Förderpolitik bevorzugt den wachstumswilligen Hof, der Kleine bekommt Prügel. Ständig werden die tollen Großbetriebe, die schlagkräftige Technik, der Melkroboter propagiert und belohnt. Werden die Agrarpolitiker mit „Small is beautifull“ konfrontiert, werden sie emotional, zornig, kreischen vom Bauernauseinander-Dividieren. FERDINAND SEYRL-BERGTHALER, GMUNDEN

Abhängig vom Auto Zu „Fahrverhältnisse“ und „Wie viel Auto braucht der Mensch?“, Nr. 46.

(...) Dass das Wachstum in der Autobranche einbricht, kann ich nur mit großer Beruhigung zur Kenntnis nehmen, auch wenn es Arbeitsplätze kostet. Eine kürzlich erstellte Prognose, dass wir im Jahr 2030 weltweit trotzdem um ca. 60 % mehr Autos haben werden, beunruhigt mich allerdings weiterhin. (...) Auch wenn sich die Branche notwendigerweise darum bemüht, klimafreundlichere Autos zu produzieren, diese Dinger brauchen auf der Straße und den Parkplätzen immer mehr Platz, der dafür asphaltiert und der Natur abgerungen werden muss. Das Auto hat doch viele Menschen in eine oft nicht hinterfragte Abhängigkeit getrieben. (...) Mein täglicher Weg zur Arbeit sind knappe zwei Kilometer, die ich fast immer zu Fuß gehe (...). Innerhalb dieser 15 Minuten treffe ich meistens einen Menschen auf zwei Beinen, während im selben Zeitraum 30 Autos, oft mit nur einem Menschen darin, lautstark an mir vorbeifahren. (...) MAG. RENATE SONNLEITNER, ROHRBACH

 Veröffentlichungen bedeuten keine Zustimmung der Redaktion. Kürzungen vorbehalten. Zuschriften an: KirchenZeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz; E-Mail: leserbriefe@kirchenzeitung.at

Leserforum 35


unter uns Auto-Didaktisches

Denk mal

Wartehäuschen An der Bushaltestelle. Menschen warten, der Bus hat Verspätung. Nervös steigen die einen von einem auf den anderen Fuß. Andere blicken leer nach Irgendwo. Oder spielen mit dem Handy ...

Wartezimmer der abgekapselten Zeit-Überbrückung. Klaus Rose/OKAPIA

ernst gansinger

Doch niemand spricht mit dem Menschen neben sich. Modernes Warten heißt, in der eigenen Kapsel die Zeit überbrücken. Solche Haltestellen-Szenen sind täglich auch in Liften des Landes und in den Wartezimmern der Ärzte zu beobachten. Dort greift jemand nach einer Zeitschrift, blättert sie durch, legt sie weg, fingert nach einer anderen, blättert wieder, verweilt auch dieses Mal auf keiner Seite. Er überbrückt nur abgekapselt die Zeit, bis sie reif ist, dass er vom Arzt gerufen wird.

Adresse: KirchenZeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, E-Mail: office@kirchenzeitung.at Beim Denk Mal Nr. 46 (wir stellten zur Wahl, zu schreiben, was Volkskultur ist oder eine kleine Hommage an Hans Samhaber zu verfassen oder die nicht vollständige Liste der zum Forum Volkskultur gehörenden Vereine zu ergänzen) hat Kons. Ing. Alfred Hermüller aus Krenglbach gewonnen. (Er hat die Liste mit 15 weiteren Vereinen ergänzt.)

Ernst Gansinger ernst.gansinger@kirchenzeitung.at

Domspatz

merk-würdig

Manche Politiker halten sich mehr im Gerichts- als im Plenarsaal auf.

„Der Kirche schadet die Passivität der Gläubigen im Bereich der Massenmedien mehr als die Aktivität der Gegner.“ Kardinal Bea vor 50 Jahren bei der 26. Generalkongregation des II. Vatikanischen Konzils

P.b.b. Verlagspostamt 4020 Linz, GZ 02Z031277 W

Wir sind nun im großen Warteraum angelangt – im Advent, dem Wartehäuschen von Weihnachten. Ob wir uns auch hier abkapseln und immer mehr das individuelle Glück ersehnen und nicht das gemeinschaftliche?

Machen Sie mit. Welche Hoffnungen, Erfahrungen, Erwartungen, Erfüllungen oder auch Enttäuschungen verbinden Sie mit „Warten“? Schicken Sie uns bis 7. Dezember Ihre Antwort. Wir verlosen zwei besinnliche Bücher.

Das alte Auto hat mich vier Jahre lang gequält. Sein Kraftstoff-Verlangen war enorm, eine Reparatur jagte die andere, jedes Mal mit Aufschlag auf die vorigen Kosten. Das war schon fast so wie in der Fabel, die davon erzählt, dass der Erfinder des Schachspiels – vom Herrscher eingeladen, sich eine Belohnung auszudenken, – folgendes ersann: Ein Reiskorn aufs erste Feld, aufs zweite die doppelte Menge – zwei Reiskörner – aufs dritte wieder eine Verdoppelung, also vier, dann acht, sechzehn und so weiter. Der Herrscher ahnte nicht, was das bei 64 Feldern heißt: mehr als 18 Trilliarden Reiskörner! Ich gab am fünften ReparaturFeld auf. Genug gezahlt! Ein anderes Auto musste mich aus der Schachbrett-Falle befreien. Ich wurde fündig und froh. Die Freude trübte sich bald, denn das Auto ließ sich nur schwer starten. Es bockte wie ein Esel, starten konnte Minuten dauern. Die letzten vier Jahre hatten mich aber zu einem Auto-Didakten der Geduld gemacht. Schicksalsergeben halte ich Auto und Probleme für eng miteinander verbunden. Als mir aber jemand geraten hat, beim Starten die Kupplung ganz durchzutreten, ist der Esel zum Reitpferd geworden. So kam ich zu einem weiteren auto-didaktischen Wissen: Geduld wird belohnt. – Eine adventliche Hoffnung!

KiZ-ePaper 48/2012  

Kirchenzeitung Diözese Linz

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