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Nr. 4 I 26. Jänner 2012 I Tel. 0732/76 10-39 44 I www.kirchenzeitung.at Einzelpreis: € 0,95 I 4020 Linz, Kapuzinerstraße 84 I Jg. 67

3 Im Gespräch. Wie geht es weiter mit dem „Diözesankonzil“? 4 Diözese. Ein Fest mit Bischof Maximilian Aichern. 6 Reportage. Beim Keimlingsbäcker. 9 Pfarren. Pfarrgemeinderäte beim Papst. 10 Thema. Vor der Seligsprechung Hildegard Burjans. 15 Reihe. Mitten drin. 28 Porträt. Helmut Schmidinger, Komponist.

Solidaritätspreis Nominieren Sie eine Person 2012: bzw. Gruppe für den Nennschluss am Solidaritätspreis 2012! 15. Februar 2012 An der Hand der Alten lernen die Jungen zu gehen.

BEGSTEIGER >> Informationen >> Online-Einreichung oder >> Formular zum Download unter

Von klein auf bis in späte Tage Für Solidarität zwischen den Generationen

www.solipreis.at

Ältere fürchten um ihren Platz in der Gesellschaft – und Jüngere, dass ihnen wegen der „Altlasten“ gegenwärtiger Entscheidungen für ihre eigene Zukunft wenig Spielraum bleibt. Ein gutes Miteinander der Generationen wird zum Schlüssel für ein tragfähiges Miteinander. In Wirklichkeit brauchen die Generationen einander: von klein auf und bis in die späten Tage. Das Europäische Jahr der Solidarität zwischen den Generationen soll Anstoß zu einem Mehr an Generationengerechtigkeit geben. Seite 18


2 Meinung KOMMENTAR

26. Jänner 2012

Das Glas im Keller

Auch Sparen hat moralische Grenzen

HANS BAUMGARTNER

Nur „menschliches Versagen“? Die Tragödie vor der italienischen Insel Giglio, wo am 13. Jänner das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia auf einen Felsen gelaufen ist, es in Folge bisher 13 Tote und 20 Vermisste gibt, zeigt auf dramatische Weise: Trotz bester Technik und höchster Sicherheitsstandards kann solch eine Katastrophe nie ausgeschlossen werden, wenn menschliches Versagen im Spiel ist. Es zeigt auch, dass ein Ernstfall nicht wirklich geübt werden kann. Ein gewagtes „Verbeugungsmanöver“, ein Kapitän, der das sinkende Schiff aus welchen Gründen auch immer verlassen hat, eine überforderte Crew, die nicht in der Lage war richtig zu reagieren und die Panik unter den Passagieren abzuwenden – wer hier wirklich verantwortlich ist, müssen nun die Gerichte klären. Tatsache aber ist auch, dass um des Geldes wegen immer größere Schiffe gebaut werden und dadurch Unglücke erst zu Katastrophen werden. SUSANNE HUBER

Das Glas ist leer. Also gehe ich in den Keller und hole ein frisches. Marmelade aus der Ernte des vorigen Jahres – wunderbar! Im Winter wächst nichts. Da muss man auf die Ernte vergangener Tage zurückgreifen. Mit der Zuversicht – auch in Bezug auf die Kirche – ist es bisweilen auch so. Das Glas ist leer. Die Gegenwart, sagen Menschen, biete keine Gründe zur Hoffnung. Wie soll man zu diesen Zeiten Zuversicht ernten, fragen sie. Also bleiben sie vor dem leeren Glas sitzen. Wie glücklich dürfen sich Menschen nennen, die nicht nur schätzen können, was die Gegenwart bietet. Sie vermögen auch von dem zu leben, was sich in der Vergangenheit an Hoffnung ernten ließ. Mehr noch: Sie sind sogar fähig, auf eine Zeit zu hoffen, da man Gläser neu füllen wird. Eigentlich müsste man Erntedankfeste im

tiefsten Winter feiern – zur Zeit des Mangels. Der Mensch lebt nicht nur aus seiner Gegenwart – beim Essen nicht, beim Hoffen und beim Lieben auch nicht. Er ist eingebettet in eine lange Geschichte seines Lebens , die ihn schwere Tage bestehen lässt. Es sind die Vorräte des schon Erlebten, und dessen, was die Zukunft bringen wird. Manchmal geht es eben ans Eingemachte. Wie gut, wann man noch ein Glas im Keller hat.

MATTHÄUS FELLINGER CHEFREDAKTEUR MATTHAEUS.FELLINGER@ KIRCHENZEITUNG.AT

KOPF DER WOCHE: KAMILLIANERPATER CHRISTIAN STEUNOU

Ein Pater mit Herz und Idealen Seit 40 Jahren ist Kamillianerpater Christian Steunou als Missionar im westafrikanischen Benin im Einsatz. Dort kümmert sich der gebürtige Franzose vor allem um Lepra- und Aidskranke, um jene, die an Buruli-Aussatz leiden, und um die Förderung der Frauen.

baute er gemeinsam mit Pater Bernard Moegele ein Krankenhaus mit 150 Betten auf. In dieser Zeit hat er die ersten Fälle von Lepra und Buruli-Aussatz gepflegt. Um sich den Kranken noch besser widmen zu können, absolvierte Pater Christian in Folge eine dreijährige Lepra-Spezialausbildung in Paris.

SUSANNE HUBER

Christian Steunou hat sich vollkommen dem Dienst an den Kranken verschrieben – ganz im Sinne des Kamillianerordens, in den der diplomierte Krankenpfleger 1961 in Frankreich eintrat. Als Missionar ging es für ihn 1972 nach Benin in Westafrika. Im Dorf Dogbo an der Grenze zu Togo KAMILLIANER

Noch hält die Regierung dicht, was die ins Auge gefassten Sparmaßnahmen angeht. Doch wenn man in die unmittel bare Vergangenheit blickt, ist zu befürchten, dass der Rot stift auch dort angesetzt wird, wo es nicht mehr um „Fülle“ geht, sondern um die Existenz. So ist es bereits jetzt in einzelnen Bundesländern zu Kürzungen bei der Wohnbeihilfe für Bezieher/innen der Mindestsicherung oder zu Einbußen bei Betreuungsangeboten für Behinderte gekommen. Auch die Notstandshilfe, die ohnedies in vielen Fällen weit unter der Armutsquote liegt, ist im Gespräch. Es gibt Grenzen, wo Sparen unmoralisch wird.

KirchenZeitung Diözese Linz

„Wichtigstes Ziel war, die Leprakranken aus ihrer Isolation zu holen, in die sie gezwungen wurden. So habe ich versucht, ihnen ihre Würde zurückzugeben.“ PATER CHRISTIAN STEUNOU

Weitsicht. Wieder in Benin, hat der Franzose 1987 die Leitung des Lepradorfs „St. Joseph von Davougon“ übernommen. Seither ist die Lepra dort stark zurückgegangen. „Pater Christians Station ist zum Pilotprojekt der Weltgesundheitsorganisation erklärt worden“, erzählt Enzo Caruso. Der Krankenpfleger aus Wien, der gemeinsam mit seiner Frau von 1991 bis 1994 in Benin war, hat Pater Christian Steunou vor Ort unterstützt. „Für mich ist er ein Missionar mit Herz, Idealen und Weitsicht. Er hat nicht nur Wunden geheilt, er hat alles getan, damit die Geschwüre erst gar nicht ausbrechen. Pater Christian ist es durch Aufklärungsarbeit gelungen, Aussätzige – egal ob sie an Lepra, Buruli-Aussatz oder Aids leiden – wieder in die Gesellschaft zu integrieren. So hat er ihnen ihre Würde zurückgegeben. Ich habe viel von ihm gelernt“, erinnert sich Caruso. Auch die Frauen hat Pater Christian bewusst gefördert und in der Nähe der Leprastation eine Ausbildungsstätte für sie errichtet. (Siehe auch Panorama)


KirchenZeitung Diözese Linz

Im Gespräch 3

26. Jänner 2012

PFARRE ST. PETER AM WIMBERG

Katholische Kirche will für alle Getauften am Gespräch über die Kirche beteiligen

Wider den Heimatverlust im Hause Gottes Mit dem Konzils-Jubiläum soll im Herbst 2012 ein breiter „Gesprächsprozess“ in der Diözese Linz starten. Am Ende könnte ein Kirchentag stehen. MATTHÄUS FELLINGER

Normalerweise sind es negative Schlagzeilen, die Reaktionen von Leuten hervorrufen: Missbrauch. Umstrittene Bischofsernennungen. Dass ein Vorschlag wie der nach einem „Diözesankonzil“ so viel Echo auslösen würde, hat selbst jene überrascht, die ihn gemacht haben. Allmählich gewinnt der Mitte Dezember geäußerte noch vage Vorschlag des KA-Präsidenten Bert Brandstetter nach einer „Art Diözesankonzil“ Konturen. „Konzil“ wird es nicht heißen, ein Gesprächsprozess mit breiter Beteiligung des Kirchenvolkes soll es werden. Die Katholische Frauenbewegung und die Männerbewegung ziehen mit dem Präsidenten mit. „Wir gehen diesen Weg mit, weil wir wissen, dass viele Frauen dahinterstehen“, erklärt Diözesanobfrau Erika Kirchweger. Viele Frauen – so Kirchweger – leiden unter einem zunehmenden Heimatverlust in ihrer Kirche – und sie wollen Veränderungen. Franz Gütlbauer erklärt es seitens der Männerbewegung: „Ich hoffe sehr, dass etwas in Gang kommt“, sagt er. Es müsse endlich geklärt werden, was in der Diözese als Antwort auf die dringenden pastoralen Probleme möglich ist – und was in der Verantwortung der Bischöfe und Roms liegt. Für Gütlbauer gilt es dies von dort auch einzufordern. Aufeinander zugehen. Die Katholische Jugend zieht ebenfalls mit. „Nicht nur Bischöfe, Kleriker und ausgewählte Gäste sollen beteiligt werden, sondern alle Menschen, die

Bert Brandstetter will ein Nachdenken über die innerkirchlichen Umgangsformen. KIZ/MF

Erika Kirchweger ortet einen Heimatverlust vieler Frauen in der Kirche. KIZ/MF

sich einbringen möchten“, erklärt Christoph Burgstaller. Wichtiger als ein Abschlussdokument ist ihm ein „Prozess des Aufeinanderzugehens“. Das ist auch für KA-Präsident Brandstetter die Hauptsache: „Unser Ziel ist nicht, die Kirche umzukrempeln“, betont er. Man müsse „lernen, sich wieder besser zu verstehen und aufeinander zu hören“. Die unterschiedlichsten Glaubensströmungen sollten in der Kirche Platz haben, und sie sollten einander akzeptieren. Trotzdem ist auch schon von konkreten Forderungen die Rede, etwa über eine verstärkte Beteiligung der Gläubigen bei der Ernennung von wichtigen Amtsträger/innen.

Was wollen die Getauften? Auf diese Frage will Brandstetter in einer Art „Volksbefragung“ Antworten finden – auch von Leuten, die nicht mehr in den Kirchen anzutreffen sind. Kirche sollte wieder zu einer Größe werden, die von den Menschen ernst genommen wird. „Wir starten einen Prozess und wissen nicht, was herauskommt“, vertraut Brandstetter auf die „Dynamik“, die ein solcher Prozess nach sich ziehen sollte.

Kommt Volksbefragung? In der Katholischen Aktion ist man nun dabei, dem Gesprächsprozess eine konkrete Gestalt zu geben. Da bietet sich das 50-Jahr-Jubiläum des Beginns des Zweiten Vatikanischen Konzils (11. Oktober 1962) an. Die Kernbotschaften des Konzils sollen in Erinnerung gerufen und weiter gedacht werden. Die „Zeichen der Zeit“ sollen für heute gedeutet werden.

Am Ende ein Kirchentag. Nach einer Phase der Gespräche – von Stammtischen bis zu Diskussionsveranstaltungen und „JugendParlamenten“ – sollten gemeinsame Positionen erarbeitet werden. Am Ende des Gesprächsprozesses könnte ein Katholikentag stehen – oder sogar ein Christ/innen-Tag aller christlichen Kirchen – falls diese dies wollen. Die „Kirche kann sich nicht in kuschelige Gruppen zurückziehen, sie will sich einbringen in die Gesellschaft“, sagt Erika Kirchweger. Damit das gelingen kann, muss sie sich für den Menschen von heute verständlich machen.


4 Oberösterreich

26. Jänner 2012

KirchenZeitung Diözese Linz

Diözese Linz feierte im Linzer Mariendom das 30-Jahr-Jubiläum der Bischofsweihe von Altbischof Dr. Maximilian Aichern

Ein Fest mit Bischof Aichern „Was wir sind und haben, kommt von dir.“ Die Worte aus dem Tagesgebet waren beim Festgottesdienst zum 30-Jahr-Jubiläum der Bischofsweihe von Altbischof Maximilian Aichern am Sonntag, 22. Jänner programmatisch. Er stand im Zeichen der Dankbarkeit – und die nach Mozarts Zauberflöte komponierte Messe eines unbekannten Meisters gab dem Gottesdienst ein heiteres Gepräge. Bischof Maximilian hielt selbst die Predigt. Auch sie stand im Zeichen der Dankbarkeit an Gott und die vielen Mitarbeiter/innen in der Diözese Linz. Besonders hob Aichern die mitfeiernden Altbischöfe Stecher von Innsbruck, Weber von Graz, Iby von Eisenstadt und den Nachbarbischof Padur aus Budweis hervor. Kirche soll Heimat bleiben. In der Predigt unterstrich Aichern aber auch seine großen Anliegen aus seiner Amtszeit: „Ich hoffe, dass der innerkirchliche Dialog bleibt, damit Vertrauen aufgebaut und die Kirche als geistliche Heimat erlebt werden kann.“ Er hob die Bedeutung der Ökumene hervor und regte einen neuen Zugang zur Ethik und Spiritualität an, „damit nicht Einzelinteressen, sondern der Mensch Mitte von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“ seien. Diözesanbischof Ludwig Schwarz konnte eine lange Liste von Vertreter/innen des öffentlichen und kirchlichen Lebens begrüßen, angeführt von Landeshauptmann Josef

Die Altbischöfe Reinhold Stecher, Johann Weber und Paul Iby konzelebrierten mit Jubilar Maximilian Aichern und Diözesanbischof Ludwig Schwarz sowie Jirí Padour (nicht im Bild) den Festgottesdienst. HAIJES

Die Festfreude ins Gesicht geschrieben: Bischof em. Maximilian Aichern. HAIJES

Pühringer. „Du bist ein sehr sympathischer Botschafter einer Kirche Jesu um der Menschen willen“, meinte dieser. Als Vertreterin der diözesanen Einrichtungen gratulierte die Vorsitzende des Pastoralrates Edeltraud Artner-Papelitzky. Aichern stehe für die Weite der Kirche. Besonders würdigte sie den Einsatz Aicherns für die Stellung der Frauen in der Kirche. Nach dem zweistündigen Gottsdienst blieben viele trotz eisigen Windes am Domplatz bei einer Agape, die Ehrengäste wurden im Bischofshof bewirtet. M. F.

Vortrag am Tag des Judentums über „Die Bandbreite des Judentums heute“

Wie Israel mit seinem Erbe zu kämpfen hat Der Kölner Professor für Judaistik Johann Maier gab am 17. Jänner 2012 – dem Tag des Judentums – in Linz Einblick in die unterschiedlichen Strömungen des Judentums und zeigte die politische Brisanz dieser Vielfalt für den Staat Israel auf. Schon ein oberflächlicher Blick in die Zeitungen genügt, um zu sehen, wie sehr in Israel die strenggläubigen Juden die Gesellschaft unter Druck setzen: Sie wollen die Trennung zwischen Männern und Frauen in den öffentlichen Bussen erzwingen, sie achten – mit Gewalt – auf die Einhaltung des Fahrverbots in immer mehr Stadtvierteln

Jerusalems am Sabbat. Die ultra-orthodoxen Juden haben großen Einfluss im Land: auf Politik und Gesellschaft – schon seit der Gründung des Staates 1948 an. Säkular und religiös. „Der Staat Israel hat einen zwiespältigen Charakter“, betonte Prof. Maier. „Er ist eine Mischung aus demokratischer Staatsordnung einerseits und jüdischem Staat auf Basis des jüdisch-orthodoxen Rechts andererseits.“ Obwohl die säkularen und liberalen Juden in Israel in der Überzahl sind, können sie ihre Forderungen gegen die straff organisierten orthodoxen Gruppen nicht durchsetzen.

Aufgespaltenes Judentum. Bis ins 18. Jahrhundert war das Judentum eine „kompakte Religion“, so Maier. Im Zuge der Aufklärung entstanden im 19. Jahrhundert verschiedene jüdische religiöse Richtungen. Das „Reformjudentum“ hat den Gottesdienst in der Landessprache eingeführt, rituelle Vorschriften gelockert und sich für Bürgerrechte eingesetzt. Das „konservative Judentum“ hat hingegen von der Tradition nur preisgeben wollen, was unter modernen Umständen nicht mehr praktikabel war. Heute stellen Reformjudentum und konservatives Judentum zwei Drittel der religiösen Juden insgesamt.


KirchenZeitung Diözese Linz

Oberösterreich 5

26. Jänner 2012

Mehr als 600 Mitarbeiter/innen bilden das Team des Diakonie Zentrums Spattstraße

Zufluchtsort für Kinder, Jugendliche und Eltern „Ich bin zuversichtlich, dass der Großteil der Kinder in einer guten Umgebung heranwächst. Aber die Belastungen in den Familien nehmen zu.“ – Das Diakonie Zentrum Spattstraße bietet hier Hilfestellungen an. ERNST GANSINGER

Im Gespräch mit der KirchenZeitung weist die neue Geschäftsführerin der Spattstraße, Mag. Andrea Boxhofer, auf das breit gefächerte Angebot ihrer Einrichtung hin. Dazu gehören das Sonderkrankenhaus für Kinder- und Jugendpsychiatrie, verschiedene Wohngruppen für Mädchen und Burschen in schwierigen Situationen, sozialpädagogische Einzelund Familienbegleitung, Familienberatung, logopädische und ergotherapeutische Behandlungen, integrative und heilpädagogische Maßnahmen sowie die Schulassistenz. Belastende Erfahrungen wirken fort. Gemeinsam mit Mag. Heinz Wieser leitet Boxhofer seit Anfang dieses Jahres das Zentrum Spattstraße, nachdem Gottfried Fux, der bisherige Geschäftsführer, nach 41 Jahren „Spatti“-Tätigkeit in Pension gegangen ist. Was sind die kommenden Herausforderungen? – „Es geht darum, trotz Einsparungen im Sozialbereich die Finanzierung der Angebote sicherzustellen und dazu auch noch passende Antworten auf sozial- und gesellschaftspolitsche Herausforderungen zu finden“, sagt Boxhofer. Es brauche zum Beispiel mehr flächendeckende Hilfen bei Ess-Störun-

gen und bei der Unterstützung junger Mütter, die selbst eine sehr belastende Kindheit und Jugendzeit durchgemacht haben. Schulassistenz. Zwei Drittel der in Oberösterreich geleisteten Schulassistenz stellt die Spattstraße bereit. 345 Assistentinnen und Assistenten kommen in ganz Oberösterreich in Klassen, in denen ein oder mehrere Schüler/innen mit besonderen Bedürfnissen sind. Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, Verhaltensauffälligkeit, Autismus, Lernbehinderung, Hör- und Sehbehinderung, Mehrfachbehinderung erhalten Hilfe zur Selbsthilfe – in einem Rahmen, in dem für das betreute Kind lernen möglich ist. Dabei ist die Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrer/innen und Mitschüler/innen wichtig. Die große Schwester begleitet. In der Wohngruppe Kaya, in der alle sieben Plätze vergeben sind, werden Mädchen ab zwölf Jahren und junge Frauen mit Ess-Störungen für eineinhalb bis zwei Jahren nach Klinikaufenthalten begleitet. Kaya ist ein indianisches Wort und bedeutet „große Schwester“, denn bei Kaya hat jede Mitbewohnerin eine eigene Ansprechperson. Die Vorsorge gegen Ess-Störungen, so gibt Andrea Boxhofer zu bedenken, fängt schon bei den ganz Kleinen an: dass sie zum Beispiel nicht zum Essen gezwungen werden oder im Kindergarten nicht jausnen müssen, weil gerade Pause ist, auch wenn die Kinder gerade erst von daheim vom Frühstück gekommen sind.

STENOGRAMM „„ Roma und Sinti. „Es ist schwierig, das Leben weiterzuführen ohne die Menschen“, sagte Rosa Gitta Martl beim Gespräch über das Leben der Roma und Sinti in Österreich. Dazu hatte am 16. Jänner 2012 die Katholische Hochschulgemeinde Linz eingeladen. Martl, eine Angehörige der Roma, berichtete, dass die NS-Zeit von den etwa 300 Verwandten mütterlicherseits nur drei überlebt haben. In Oberösterreich leben heute 800 bis 900 Roma und Sinti. „„ Bezirksgerichte. Eine Schließung des Ennser Bezirksgerichtes will die Stadt im Interesse der Bevölkerung verhindern. Vehement wehrt sich die Stadt in einer Aussendung gegen eine Absicht des neuen Präsidenten des Linzer Oberlandesgerichtes, Dr. Johannes Payrhuber. Dieser sprach sich für eine Schließung aller Bezirksgerichte außerhalb von Bezirkshauptstädten aus. „„ Volksschule. Alle der ÖVP zugehörigen Landesschulratspräsidenten Österreichs sprechen sich für eine „starke Volksschule“ aus. Diese soll es schaffen, den Kindern eine gefestigte Kompetenz in Lesen, Schreiben und Rechnen sowie die soziale Kompetenz mitzugeben. Dabei gelte: Weniger ist mehr. Eingefordert wird auch auch die Verantwortungsgemeinschaft Eltern – Schule – Gesellschaft. Das „Zentrum Spattstraße“ der Diakonie nimmt sich um Kinder und Familien mit Belastungen und Beeinträchtigungen an. Beispiele:

Wàki heißt der Zufluchtsort für Jugendliche in Krisen. Hier kümmern sich Sozi- Die neue Leitung: alarbeiter/innen, Sozialpädagog/innen und Psycholog/innen um Mädchen und Mag. Andrea Boxhofer Buben ab 13 Jahren. DIAKONIE ZENTRUM (3) und Mag. Heinz Wieser

„ Wàki ist ein Zufluchtsort für Jugendliche. Er ist rund um die Uhr erreichbar: Tel. 0732/60 93 48. „ Kaya heißt die Wohngruppe für Mädchen und junge Frauen mit Ess-Störungen. „ Familien- und Erziehungsberatung, mobile heilpädagogische Frühförderung und Familienbegleitung, frühe Kommunikationsförderung für nicht sprechende Kinder ... X Diakonie Zentrum Spattstraße, Mag. Andrea Boxhofer, Willingerstraße 21, 4030 Linz, Tel. 0732/34 92 71-43; E-Mail: boxhofer@spattstrasse.at www.spattstrasse.at


Fangen wir am Ende an: Das KirchenZeitungs-Team verzehrt frisches, herrlich knuspriges, gschmackiges Gebäck und Brot. Nicht irgendein Brot, sondern Keimlingsbrot aus Schardenberg vom Solidaritätspreisträger Karl Mayer. ERNST GANSINGER

Die Backöfen, den Semmelrüttler („Schneidund Schleifmaschine“), die Teigmischer hat Karl Mayer, als er sich 2003 selbstständig machte, aus Bäckereien gekauft, die das Alte nicht mehr brauchten. Eines aber ist neu in seiner Backstube: die Keimanlage. Er hat sie selbst geplant und bäckt nun Brot ohne Mehl und Hefe. Sein Brot besteht nur aus gehackten Keimlingen, Wasser und Gewürzen.

Die Kunst des ZeitIn der Natur beobachtete Karl Mayer, wie kleine Samen zu fruchtbarsten Keimlingen werden, aus denen später Pflanzen wachsen. So wurde ihm bewusst: In den Keimen liegt eine ungeheure Vitalität, die Natur hat eine hohe Gesundheitspotenz. Diese Erkenntnis setzt er nun als Bäcker um. Er keimt Samen. Vor allem Dinkel, aber auch Quinoa, Radieschen oder Bockshornklee lässt er drei Tage lang keimen. Dabei sorgt er 14 Mal für Besprühung und Wässerung und eine ausgetüftelte Zufuhr von Licht, Sauerstoff und Wärme. Künftig will er auch Hanf keimen. Keimlingsbäcker Karl Mayer an der Besprühungsvorrichtung der von ihm entwickelten Keimanlage.

Lange Teigruhe ist wichtig. Es ist Mittwoch Morgen. In Gattern 75, Schardenberg, duftet es nach frischem Gebäck. Das Ehepaar Karl und Maria Mayer steht seit drei Uhr früh in der Backstube. Die beiden tun, was früher alle Bäcker machten: kneten, rühren, würzen, formen, aufs Backblech bringen, einschießen, backen und dann aus dem Ofen nehmen. Mayer lässt den Teig lange rasten. „Durch den Keimvorgang“, erklärt er, „arbeitet der Teig weiter und bietet Ersatz für die Hefe. Daher ist eine lange Teigruhe wichtig.“ So lässt er dem Brotteig vier Stunden Ruhe. Es gibt ohnedies viel anderes zu tun. Etwa auf die richtige Dauer von langsamem und dann schnellem Rühren des Semmelteiges zu achten und nach vier Minuten Rapsöl unterzumengen. „Das ist fürs Volumen wichtig“, erläutert der Keimlingsbäcker. Zeit geben zum Keimen, zur Teiglockerung ohne Zusätze, zum Backen und dann zum Genießen und zum Nachdenken über die Zusammenhänge – das alles ist ins Brot eingebacken. Mehreres gleichzeitig. Gebäck formen, würzen und nach dem Backen mit Wasser besprühen, damit es einen Glanz bekommt. Die Salzstangerl vor dem Backen mit


KirchenZeitung Diözese Linz

Thema 7

26. Jänner 2012

Keimlinge, Salz und Wasser sind die Zutaten zum Keimlingsbrot. Nach etwa 85 Minuten Backzeit kann Karl Mayer eine knusprige Köstlichkeit präsentieren. KIZ/EG (3)

KirchenZeitungsSolidaritätspreis Die KirchenZeitung vergibt jährlich den Solidaritätspreis. Ein Beispiel dazu aus dem Jahr 2011 ist in der Reportage links vorgestellt. Durch diesen Preis ehren wir Personen, Gruppen und Jugendprojekte, die sich durch richtungsweisendes solidarisches Handeln auszeichnen. Soziale Initiativen sowie der Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sollen damit gefördert werden. Ausgezeichnet werden Personen und Projekte, die eher unbemerkt von der Öffentlichkeit arbeiten, Projekte, die Anregung sein und jederzeit nachgeahmt werden können.

18.000 Euro Preisgeld

Lassens einem kleinen Keil schlitzen. – Alles geschieht still und flink bei gleichzeitiger Aufmerksamkeit für mehrere Abläufe: Teig wiegen und in die Backformen betten, aus dem Backofen herausholen, was im Produktionsablauf schon voraus ist, Semmelteig machen ... Die Kraft des Keimes. Das ist ehrwürdiges Backen, aber nicht das Besondere am Keimlings-Backen. Damit hat sich Karl Mayer wissenschaftlich auseinandergesetzt. Er erzählt vom unerreichten Vitamingehalt des Keimlingsbrotes, vom schonenden (langsamen) Backverfahren, von biochemischen Vorgängen, von der optimalen Vitalität etwa der Dinkelkeimlinge, bei denen durch den Keimvorgang hochmolekulare Nährstoffe in niedermolekulare, leicht verdauliche Nährstoffe aufgespalten werden. Vitamine und Mineralstoffe werden frei verfügbar. Die Ballaststoffe und verdauungsfördernden Enzyme im Keimling tun dem Magen wohl ... „Jemand mit einer neuen

Idee ist ein Spinner ... bis er Erfolg hat“, steht an einem Deckenvorsprung in der Backstube. Nachhaltig solidarisch. Neben dieser „Spinnerei“ zeichnet Mayer noch etwas aus, das für die Zuerkennung des KirchenZeitungs-Solidaritätspreises 2011 wichtig war: Er denkt und handelt regional, nachhaltig und weltumspannend. So kauft er bei Produzenten aus der Region ausschließlich Bioware. Die Erhaltung der kleinstrukturierten Landwirtschaft ist ihm wichtig. Dafür ist er auch bereit, seinen Lieferanten (Biobauern) faire/gute Preise zu zahlen. Vom Erlös gibt er einen Teil an Projekte in armen Ländern. Zum Beispiel unterstützt er die „SEI-SO-FREI“-Projektpartnerin und Romero-Preisträgerin Saria Amillen Anderson in Tansania. So viel vernetztes Handeln schmeckt ausgezeichnet: Beim Brot-Verzehr hat die KirchenZeitungs-Runde daher viel Stoff zum Nachdenken und Reden. X www.keimbrot.at

Das Sozialressort des Landes OÖ – Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl – und die Diözese Linz sorgen mit 10.000 Euro bzw. 8.000 Euro für die Dotation, die gewöhnlich auf neun Preisträger/innen aufgeteilt wird. Zur Preisverleihung am 15. Mai lädt Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer ein, der mit LH-Stv. Josef Ackerl und Bischof Dr. Ludwig Schwarz auch die Preise verleiht. Der ORF Radio OÖ ist unser Medienpartner.

Jetzt einreichen! Bis 15. Februar 2012 sind Nominieren Sienoch eineEinreichunPerson gen für den heurigen Solidaritätspreis mögbzw. Gruppe füroder denonline lich. Reichen Sie per Brief, Fax (www.solipreis.at) ein. Sie können es formlos Solidaritätspreis 2012! tun oder unser Formular verwenden. Wichtig sind vollständige Adress-Angaben zur eingereichten Person bzw. Gruppe und zur einreichenden Person: Familien- und >> Informationen Vorname, Wohnadresse, Telefon und – wenn >> Online-Einreichung oder vorhanden – E-Mail-Adresse. Begründen Sie >> Formular zum Download unter bitte auf zumindest zehn Zeilen Ihren Vorschlag und legen Sie keine Dokumente (Fotos) bei, die Sie retourniert haben wollen.

www.solipreis.at

X Infos und Einreichadresse: KirchenZeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, Tel. 0732/76 10-39 46; E-Mail: solipreis@ kirchenzeitung.at; www.solipeis.at


8 Aus Oberösterreichs Pfarren

26. Jänner 2012

KirchenZeitung Diözese Linz

Ein Karmel auf dem Kapuzinerberg Ried/I. Am Sonntag, 29. Jänner, wird P. Jose Valiyamattam CMI von Dechant Mag. Franz Aumüller offiziell in sein Amt zum Kooperator für das Dekanat Ried mit Schwerpunkt Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern und Kloster am Kapuzinerberg in Ried eingeführt. Schon im Herbst war P. Jose vom Orden der indischen Karmeliten für sechs Wochen am Kapuzinerberg. Die Kirchengemeinde und besonders auch der Verein der Freunde des Kapuzinerklosters sind glücklich über diese Entwicklung. Nach dem Weggang der Kapuziner Ende Sommer 2010 hatte das Kloster ja eine unsichere Zukunft. In dieser Zeit haben sich viele Laien in den verschiedensten Aufgaben für das Kloster und eine funktionierende seelsorgliche Betreuung engagiert. Auf diese Laien-Mitarbeit kann sich P. Jose stützen. Er, der vorher 13 Jahre in Deutschland gewirkt hat, spricht sehr gut Deutsch und findet auch durch seinen menschlichen Umgang gute seelsorgliche Zugänge. Das Kapuzinerkloster soll jetzt renoviert werden – wie, da hat der DenkmalSchutz ein gewichtiges Wort mitzureden. In absehbarer Zukunft – so die Hoffnung von P. Jose – könnten drei Ordensmitglieder im Rieder Kloster eine Gemeinschaft bilden.

P. Jose Valiyamattam CMI ist Rieder Dekanatskooperator.

PRIVAT

Freistädter Schüler/innen veranstalten Literaturcafé

Junge Poeten im Café Die HLW & HLK Freistadt hat ein Literaturcafé veranstaltet. In Szene gesetzt wurde es ganz im Stile der historischen Wiener Kaffeehäuser, die als Treffpunkt für Poeten dienten. So präsentierten die Schüler/innen Maximilian Hofbauer, Nadja Niebauer, Oliver Hildner, Heidelinde Hutterer sowie Patricia Frie-

senecker ihre vielfältigen künstlerischen Talente. Teils mit eigenen Gedichten, teils mit musikalischen Einlagen auf ihrer Geige. Der Bogen der Texte reichte von heiteren Parodien und Satiren zum Schmunzeln bis zu stimmungsvoll-besinnlichen Gedichten zum Nachdenken.

PRIVAT

Aus Nebeneinander zum Miteinander St. Oswald bei Freistadt. Nach 43 Jahren hat Pfarrer Josef Friesenecker (im Bild) die 2870 Katholiken zählende Pfarre verlassen und ist in das Stift St. Florian zurückgekehrt. Es war ihm wichtig, die soziologischen Veränderungen in der Bevölkerung pastoral zu begleiten. Innerhalb von vier Jahrzehnten ist aus einer Pfarre mit vielen Bauern eine Gemeinde geworden, in der es

kaum mehr zehn Vollerwerbslandwirte gibt. 42 Herbergs-Runden sollen helfen, die Menschen zusammenzuführen, aus dem Neben- ein Miteinander zu machen, erklärt Altpfarrer Friesenecker. Er hat auch das Kirchenhäuslmuseum geründet, das das Wirken der Kirche für die Menschen zeigt: die Pfarrschule und das Pfarrarmeninstitut, das jährlich drei Jahreslöhne an die Armen ausbezahlte.

Orgel geht in Pension Ebensee. Die „alte“ Kirchenorgel in der Pfarrkirche Ebensee wird nach 88 Jahren Dienst in Pension geschickt. Am Sonntag, dem 5. Februar 2012 wird die Orgel ein letztes Mal feierlich erklingen. Noch im Februar wird die alte Orgel abgebaut und das Gehäuse – es steht unter Denkmalschutz – aufpoliert. Nach Ostern beginnt dann der Aufbau des neuen Instrumentes in der Pfarrkirche. Bei der feierlichen Einweihung am 6. Oktober 2012 wird sie zum ersten Mal erklingen.


KirchenZeitung Diözese Linz

Aus Oberösterreichs Pfarren 9

26. Jänner 2012

STENOGRAMM

Kathrin Schwaiger aus der Pfarre Kirchberg in Tirol (Erzdiözese Salzburg) und Stefan Lesjak aus der Pfarre Eberndorf (Diözese Gurk) überreichen Papst Benedikt XVI. die „Apostelgeschichten der Gegenwart“. OR

Pfarrgemeinderats-Delegierte aus Österreich in Rom

Kirche baut auf ihrer Arbeit an der Basis auf Als ermutigend erlebte die österreichische Pfarrgemeinderats-Delegation ihre Fahrt nach Rom: Pfarrgemeinderäte übergaben Papst Benedikt XVI. eine 1000-seitige Apostelgeschichte der Gegenwart, sie beteten an den Gräbern der Apostel und begegneten Mitarbeitern der römischen Kurie. KATHPRESS / JOSEF WALLNER

Bereits im Februar 2007 waren Pfarrgemeinderäte in Rom und überbrachten Papst Benedikt XVI. in vier Bänden 656 Berichte aus einzelnen Pfarren. Die Pfarren schrieben – so das Motto der Initiative – die Apostelgeschichte der Bibel weiter. Die Beiträge sollten verdeutlichen, dass der Alltag einer jeden Pfarre mit ihren Erfolgen und Freuden, aber auch Sorgen und Nöten Teil der Geschichte Gottes mit seiner Kirche ist. Der Papst bat bei seinem Besuch im September 2007 in Mariazell das Projekt weiterzuverfolgen, und so entstanden nun weitere 220 Beiträge aus den insgesamt 3032 Pfarren Österreichs. Der Papst ermunterte die Pfarrgemeinderäte, mit ihrem Leben die Bibel weiterzuschreiben. Pfarrgemeinderäte werden geschätzt. Der Leiter der deutschsprachigen Sektion im vatikanischen Staatssekretariat, Msgr. Winfried König, hob das gute vatikanische „Rating“ hervor, mit dem die Arbeit der Pfarren Österreichs im Vatikan bewertet wird: „Wir

schätzen den Dienst der Pfarrgemeinderäte sehr. Die Kirche baut auf ihrer Arbeit an der Basis auf. Es ist zudem wichtig, dass die österreichische kirchliche Basis nach Rom kommt, um hier über die Situation zu informieren“, sagte König beim Treffen mit der Delegation. Stefanie Hinterleitner, ehrenamtliche Vorsitzende der Katholischen Jugend OÖ, hofft, dass die Beiträge der Pfarren nicht verstauben, sondern deren Sorgen ernst genommen werden und auch zu Veränderungen in der Kirche führen. Für den PGR-Referenten von Oberösterreich, Hans Putz, war die Fahrt eine Ermutigung im Blick auf die Pfarrgemeinderats-Wahlen im März 2012.

Die Pfarrgemeinderats-Delegation aus Linz (von links): Beate Schlager-Stemmer, Hans Putz, Günther Mahringer (Linz), Stefanie Hinterleitner (Helfenberg) und Gabriele Kiesenhofer (Neufelden). PGR-REFERAT

„„ Schloss Haus (Wartberg). Im Landespflege- und Betreuungszentrum Schloss Haus wurde die neugotische Josefsstatue renoviert und fand danach einen Platz in der Kapelle. Eine Reihe von Bewohner/innen freut sich, dass der heilige Josef vom Gang in die Kirche übersiedelt ist, sagt Direktor Johann Hable. Das zeigt die besondere Verehrung des Heiligen. Die 157 Hausbewohner/innen haben täglich die Möglichkeit, eine Eucharistiefeier zu besuchen, da mit dem Mariannhiller Missionar P. Eugen Krismer ein Priester im Zentrum wohnt. „„ Aktion „Aufatmen“. 8500 Männer und Frauen erhielten in der Advent- und Weihnachtszeit (bis zum 6. Jänner 2012, zum Fest Erscheinung des Herrn) täglich ein Impuls-E-Mail mit biblischem Text, ansprechendem Bild und einer Anregung zur Meditation. Das Bibelwerk Linz hat die Aktion „Aufatmen“ bereits zum fünften Mal – in Kooperation mit zahlreichen Partnern in ganz Österreich – durchgeführt (die KirchenZeitung gehörte auch dazu). Aus einem kleinen Anfang mit 500 Abonnenten ist eine beachtenswerte Initiative gewachsen. Die Flut von positiven Rückmeldungen zeigt, dass die Impulse hilfreich sind, ein wenig Ruhe und Zeit zum Aufatmen zu finden.


Mit Spannungen leben Am Sonntag wird im Wiener Stephansdom Hildegard Burjan (1883–1933) seliggesprochen. Mit ihrem frauen- und sozialpolitischen Engagement ist sie auch heute über Parteigrenzen hinweg führenden Politiker/innen ein Vorbild. Tätige Sozialarbeit und die politische Gestaltung gerechter Strukturen waren für sie Ausdruck ihres Glaubens. Wie geht die von ihr gegründete Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis mit ihrem Erbe um? Sr. Karin Weiler steht Rede und Antwort. INTERVIEW: HANS BAUMGARTNER

Hildegard Burjan ist vor fast 80 Jahren gestorben. Wie lebendig ist sie heute (noch)?

Weiler: Die vielen Rückmeldungen auf ihre Seligsprechung zeigen uns: Hildegard Burjan ist keine Gestalt der Vergangenheit. Mit ihrem sozialen, politischen und gesellschaftlichen Engagement ist sie nicht nur für uns, der in der von ihr gegründeten Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis, ein sehr lebendiges Vorbild und ein ständiger Ansporn für unsere Arbeit. Ich glaube, dass auch viele Menschen in unserer heutigen Gesellschaft, aber auch in der Kirche, an ihr Mut fassen können und das auch tun.

damit sie selber ihr Schicksal in die Hand nehmen. Zutiefst überzeugt von der Würde jedes Menschen vermittelt sie den Frauen neues Selbstbewusstsein: Ihr seid etwas wert, ihr könnt etwas schaffen. Wehrt euch gegen ungerechte Löhne (gleicher Lohn für Frauen!) und gegen Arbeitsbedingungen, die euch zwingen, eure Kinder zu vernachlässigen. Hildegard Burjan hat Politik nicht nur von oben, als Abgeordnete des Nationalrates (Heimarbeiterinnengesetz etc.) gemacht, sie hat Politik mit den Betroffenen gemacht, sie zu Trägerinnen ihrer eigenen Anliegen gemacht – und damit die Gesellschaft verändert. Wenn das kein Beispiel für heute ist!

Können Sie dafür Beispiele nennen?

Weiler: Wenn ich daran denke, wie intensiv sie nach Gott gesucht hat; wie sie, die aus einem religiös eher uninteressierten jüdischen Haus gekommen ist, Gott angefleht hat, sich ihr zu zeigen, „wenn es dich gibt“, dann ist das für mich sehr aktuell. Es gibt heute viele, die auf der Suche sind nach Sinn, auf der Suche nach einer Kraft, die ihr Leben trägt. An Hildegard können sie Mut fassen: es lohnt sich, Gott zu suchen. An ihr, die sich erst als 26-Jährige taufen ließ, können wir lernen, wie sich unser Leben verändert, wenn wir uns auf Gott einlassen. Sie macht uns bewusst, was es heißt, der Taufe Gestalt zu geben, indem ich mich in der Welt engagiere, indem ich mich als Christ/in – und als Kirche – ganz auf die Hoffnungen und Sorgen der Menschen, vor allem der Bedrängten, einlasse. Sie sprechen hier das soziale Engagement von Burjan an. Worin kann sie da Vorbild sein?

Sr. Karin Weiler ist für die Öffentlichkeitsarbeit der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis verantwortlich und zuständig für die „Wertearbeit“, die Seelsorge und die Begleitung der Ehrenamtlichen in den Werken der Gemeinschaft. Hildegard Burjan ist für sie eine „Selige zum Angreifen“, die sie täglich ermutigt und herausfordert. KIZ/CS

Weiler: Sie sieht die Not der Menschen und handelt. Sie geht in die Wohnungen der Arbeiterinnen und organisiert ganz konkrete Hilfsaktionen. Mit einer beispielhaften Wachsamkeit aber erkennt sie auch, dass man auch die ungerechten, sündhaften Strukturen verändern muss, um den Frauen nachhaltig zu helfen. Das führt sie in die Politik, die für sie ein Akt gelebten Glaubens ist. Das bringt sie dazu, die Arbeiterinnen zu organisieren,

„Mit Spannungen leben“ – unter diesem Motto steht die Seligsprechung. Warum?

Weiler: Weil Spannungen etwas sind, das gerade heute das Leben vieler Menschen prägt. Und weil Hildegard Burjan uns vorgelebt hat, dass sie sich von den vielfältigen Spannungen, in denen sie selber drinnenstand, nicht lähmen ließ: den Spannungen zwischen ihrem sozialen und beruflichen Engagement und den Erwartungen ihrer Familie, den Spannungen zwischen der extremen Armut, die sie hautnah erlebte, und der gehobenen Gesellschaft, die in ihrem Haus verkehrte; den Spannungen mit kirchlichen Würdenträgern, die ihr vorwarfen, sie unterstütze die Unzucht, weil sie ein Haus für ledige Mütter eröffnet hat, oder die es für untragbar hielten, dass sie als verheiratete Frau und Mutter gleichzeitig Vorsteherin einer Schwesterngemeinschaft war; die Spannungen mit der eigenen Partei, als sie gemeinsam mit Sozialistinnen das Heimarbeiterinnengesetz durchgesetzt hat, bis hin zu primitivsten antisemitischen Anwürfen. In all diesen Spannungen hat sie versucht, Brücken zwischen den gegensätzlichen Polen zu bauen und ganz der Sache, für die sie brannte, der Überwindung von Elend und Not, zu dienen. Als sie sich aus dem Nationalrat zurückzog, bedauerte ein Kollege, dass nun dem Parlament „das Gewissen“ fehlen werde.


KirchenZeitung Diözese Linz

26. Jänner 2012

Thema 11 „Alt trifft Jung“ – ein Pionier-Projekt des Sozialzentrums der Caritas Socialis in der Pramergasse in Wien, wo Kindergarten und Altenbetreuungseinrichtungen unter einem Dach sind. FJR.

u Seligsprechung von Hildegard Burjan am Sonntag, 29. Jänner: ORF 2: 12.30 Uhr: Orientierung; ORF III: 15 Uhr Seligsprechungsgottesdienst.

Wie versuchen Sie als Schwesterngemeinschaft die gesellschaftliche Wachsamkeit ihrer Gründerin heute zu leben?

Weiler: Die Caritas Socialis ist, wenn man so will, die andere Seite der Medaille des gesellschaftlichen Engagements von Hildegard Burjan – die tätige Hilfe inmitten der sozialen Brennpunkte der Zeit. Das hat natürlich etwas mit konkreter Nächstenliebe zu tun, aber im weiteren Sinn auch mit Politik, weil wir versuchen, mit unserer Arbeit und unseren Einrichtungen dort zu sein, wo Menschen heute in ihrer Würde und Existenz besonders gefährdet sind. Da bemühen wir uns beispielsweise Pilotprojekte zu entwickeln, von denen wir hoffen, dass sie durch die gute Zusammenarbeit mit öffentlichen Einrichtungen (Fonds Soziales Wien etc.) Schule machen. Können Sie dafür einige Beispiele nennen?

Weiler: Eine Art roter Faden für unsere Arbeit ist, dass heute der Mensch besonders am Beginn und am Ende seines Lebens besonderen Schutz, besondere Zuwendung braucht. Unser Mutter-Kind-Wohnheim ist da so ein Baustein, wo wir auch häufig Frauen mit Gewalterfahrungen Zuflucht und Beistand geben. Ein anderer Baustein sind unsere Wohngemeinschaften und Einrichtungen für demenzkranke Menschen. Dort versuchen wir, Menschen, denen man nichts mehr zutraut, wieder ihre Würde zu geben, indem sie, soweit das nur möglich ist, ihr Leben selbst gestalten, wo sie miteinander kochen, aufräumen oder ihre Freizeit gestalten. Dazu gehört

auch das Projekt „Alt trifft Jung“, wo Kinder- angebotes für Hospizbegleitung und Palliativgartenkinder mit Klient/innen unserer geriat- betreuung beteiligt. Dass Sterbebegleitung in rischen Pflegeeinrichtungen zusammenkom- Österreich etwas anders heißt als in manchen men und voneinander „Leben lernen“. Und anderen europäischen Ländern, hat auch etschließlich möchte ich noch unsere Hospiz- was mit der Schule der Wachsamkeit von Hileinrichtungen am Rennweg nennen, wo wir, degard Burjan und ihrem Pioniergeist zu tun. vor allem durch den Einsatz un- Wir bekommen derzeit viel Echo von Menschen, die sich freuen, dass serer Mitschwes- mit Hildegard Burjan eine „Frau zum Angreifen“ seliggesprochen wird. ter Hildegard Teuschl, eine Vorreiterrolle eingenommen Was tun Sie, damit „dieser Geist“ von Hildegard haben, die österreichweit ausgestrahlt hat. Burjan in der Caritas Socialis und in ihren Werken Sie war auch wesentlich an der Gründung gegenwärtig bleibt? des Dachverbandes Hospiz-Österreich und Weiler: Dazu gibt es verschiedene „Tank-Stader Entwicklung eines breiten Ausbildungs- tionen“. Eine ist die alle sechs Jahre stattfindende Generalversammlung der Schwesterngemeinschaft, bei der immer auch geschaut wird, wo unsere Aufgabe in der Gesellschaft von heute ist. Ein weiterer Schritt ist, dass wir alle unsere haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in eigenen Einführungstagen sehr praxisorientiert mit unseren Leitsätzen und der Frage, was Hildegard Burjan heute tun würde, konfrontieren. Das Befruchtende dabei ist, dass hier der Arzt, die Pflegekraft, der EDV-Mann oder die Reinigungsfrau nebeneinander sitzen und so die unterschiedlichen Herausforderungen und Fragen miteinander kommunizieren. Weiters gibt es für unsere 300 Ehrenamtlichen immer wieder Fortbildungsangebote, damit sie ihren Dienst gut und mit Erfüllung machen können. Und schließlich haben wir ein eigenes Ethik-Team, das versucht, den Mitarbeiter/inSozialpionierin, Politikerin und Gründerin nen in den oft heiklen Fragen an Lebensgrender Caritas Socialis – Dr. Hildegard Burjan zen Orientierung zu geben. wird am Sonntag seliggesprochen. KIZ/CS


12 Panorama STENOGRAMM n Pfarrer Müller verstorben. Der durch Fernsehen und Radio österreichweit bekannte ehemalige Pfarrer von Mödling und Wr. Neustadt, Wilhelm Müller (75), ist vergangene Woche nach längerer, schwerer Krank-

Pfarrer Wilhelm Müller war für viele die Stimme der Kirche. FJR

26. Jänner 2012

Plattform „Zukunft.Bildung“ gegründet

Jedes Haus braucht ein gutes Fundament Am vergangenen Montag stellte sich die neu gegründete überparteiliche Plattform „Zukunft.Bildung“ vor. Ihr erstes Ziel ist es, die elementare Bildung (Kindergarten, Volksschule) zu reformieren. Zu den Mitgliedern zählen u. a. die Caritas, die evangelische Diakonie, die Industriellenvereinigung, Pädagog/innen und Elternvertreter sowie weitere NGOs. „Wir wollen regelmäßig und laut für eine einzige Gruppe Partei ergreifen, nämlich für die Kinder, und damit unseren Beitrag leisten, dass jedes Kind in Österreich auf die

n Pfarrerinitiative global. Die österreichische Pfarrerinitiative will ihre KirchenreformBestrebungen „globalisieren“. Nach zahlreichen Rückmeldungen „aus aller Welt“ wolle man noch in diesem Jahr eine internationale Organisation gründen, kündigte Pfarrer Helmut Schüller an. Der Zusammenschluss solle auch deutlich machen, dass die Reformanliegen nicht ein österreichisches „Kuriosum“ seien.

Bildungsreise mitgenommen wird“, betonte Plattform-Sprecher Daniel Landau. Auf den Kindergarten- und Volksschulbereich, der in der derzeitigen Bildungsdiskussion vernachlässigt werde, wolle man sich deshalb konzentrieren, weil bereits in frühen Jahren entscheidende Weichen für den Bildungserfolg oder -misserfolg gelegt werden. Der elementare Wert der frühkindlichen Ausbildung werde öffentlich zu wenig wahrgenommen und wertgeschätzt. Jedes Haus aber brauche ein gutes Fundament, betonte Landau.

Seelsorge von „Angesicht zu Angesicht“

heit verstorben. Als Sprecher von „Christ in der Zeit“ oder „Einfach zum Nachdenken“ und als Kommentator hat er seit den späten 6oer-Jahren ein Stück „Mediengeschichte“ geschrieben. Zudem war Müller ein geschätzter Gesprächspartner für viele Medienschaffende. Bis zuletzt betreute Müller die Zeitschrift des Canisiuswerkes (miteinander) als Chefredakteur. n Bischofsjubiläum. Am vergangenen Dienstag jährte sichder 30. Jahrestag der Bischofsweihe des Grazer Oberhirten Egon Kapellari. Der ehemalige Grazer Studentenseelsorger war zunächst Bischof in Klagenfurt und versieht dieses Amt seit 2001 in Graz. Kapellari ist Bischofsweihe-Jahrgangskollege von Maximilian Aichern. Papst Benedikt XVI. hat die Amtszeit Kapellaris über die Erreichung der Altersgrenze von 75 Jahren (12. 1. 2011) hinaus um zwei Jahre verlängert.

KirchenZeitung Diözese Linz

Großes Interesse herrschte bei der Pastoraltagung am „Markt der Praxis“ der Jugendarbeit in Österreich. KIZ/HB

Margit Hauft, Vorsitzende der KFB-Ö, ruft Frauen auf, in die Pfarrgemeinderäte zu gehen und dort auch Aufgaben, die über das traditionelle „Frauenfeld“ hinausgehen, zu übernehmen. KIZ/A

Jugendpastoral braucht „Zeit, Engagement und eine ausreichende personelle und finanzielle Ausstattung“. Das hat die Katholische Jugend im Anschluss an die Österreichische Pastoraltagung „Jugend geht ab“ unterstrichen. Sie kritisiert die in manchen österreichischen Diözesen vorgenommenen und geplanten Einsparungen im Jugendbereich. Vielmehr sei es notwendig, in diese Arbeit zu investieren, damit die für die Jugend so wichtige Seelsorge von „Angesicht zu Angesicht“ möglich ist. Jugendbischof Stephan Turnovsky (Wien) sprach sich für eine „selbstlose Glaubensverkündigung an Jugendlichen“ aus. Es gehe zuerst um die Jugendlichen als Menschen und um ihr Leben und nicht darum, sie kirchlich zu binden.

KFB ermuntert Frauen, in die PGRs zu gehen

Caritas: Finger weg von der Notstandshilfe

Die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, Margit Hauft, ruft Frauen auf, sich für die Pfarrgemeinderatswahl am 18. März als Kandidatinnen zur Verfügung zu stellen. Dahinter stehe auch die Erfahrung in vielen Pfarren, dass es auf Grund der gestiegenen beruflichen und privaten Anforderungen schwieriger werde, Kandidat/innen zu finden. Hauft wies auch darauf hin, dass es dort, wo der Pfarrgemeinderat echte Gestaltungsmöglichkeiten und Leitungskompetenzen habe, leichter sei, Menschen zum Mittun zu bewegen. Mit 55 Prozent liegt derzeit der Frauenanteil in Pfarrgemeinderäten weit höher als in der Politik und Wirtschaft.

Vor den sozialen Folgen einer möglichen Kürzung der Notstandshilfe, die im Zuge des Sparpakets der Regierung diskutiert wird, hat Caritaspräsident Franz Küberl gewarnt. Eine derartige Maßnahme würde Menschen, die sich ohnehin schon in einer sehr schwierigen Lage befinden, „weiter weg vom Arbeitsmarkt und tiefer in die Armutsfalle stoßen. Das käme einem Armutsturbo gleich“, befürchtet Küberl. Statt der Kürzungen sollte Notstandshilfebeziehenden mehr Unterstützung für die Rückkehr in den Arbeitsmarkt angeboten werden. Notstandshilfe beziehen Langzeitarbeitslose nach Ende des Arbeitslosengeldanspruchs.


KirchenZeitung Diözese Linz

Panorama 13

26. Jänner 2012

Projekt der Kamillianer zum Weltlepratag

Leprahilfe in Benin Lepra ist heilbar. Trotzdem gibt es jährlich zwischen 220.000 und 260.000 Neuinfektionen. Derzeit leben etwa vier Millionen Menschen mit Behinderungen, die durch die Lepra verursacht wurden. Der Weltlepratag am 29. Jänner erinnert daran, dass in vielen Ländern der Welt Lepra zum Alltag gehört – etwa in Indien, in Brasilien und auch in Afrika. Der katholische Krankenpflegeorden der Kamillianer ist weltweit führend in der Leprabekämpfung, vor allem in Afrika und Asien. Im westafrikanischen Benin ist es durch den Kamillianerpater Christian Steunou mit Hilfe der „Kombinationstherapie“ gelungen, leprakranke Menschen zu heilen. Neben den Leprakranken kümmert sich Pater Steunou auch um Aidspatienten und jene, die an BuruliAussatz leiden, einem Geschwür, dass den Menschen nicht weniger verstümmelt und entstellt als die Lepra, das schwere Schmerzen verursacht und die Betroffenen schon wegen des nahezu unerträglichen Körpergeruchs in die Isolation treibt. (Siehe Kopf der Woche) u Spendenkonto Gesundheitsdienst der Die Kamillianer sind seit 40 Jahren in der Leprahilfe engagiert.

KAMILLIANER

Ausbildung islamischer Theologen startet

Hrant-Dink-Mord: Kritik an Einzeltäter-Urteil

Die Ausbildung islamischer Theologen in Deutschland hat begonnen. Die deutsche Wissenschaftsministerin Annette Schavan (CDU) eröffnete am 16. Jänner an der Universität Tübingen das landesweit erste Zentrum für Islamische Theologie. „Die Eröffnung bedeutet nicht nur einen wichtigen Schritt für den Forschungsstandort Deutschland, sondern ist auch Zeichen des Respekts vor dem Islam“, sagte die Ministerin. Zugleich werde deutlich, dass religiöse Vielfalt in Deutschland nicht als Bedrohung, sondern vielmehr als Bereicherung empfunden werde. Weitere Zentren entstehen in Osnabrück, Frankfurt und Erlangen.

Das Urteil gegen die Mörder des armenischstämmigen Journalisten Hrant Dink in der Türkei ist auf breite Kritik gestoßen. Dink war am 19. Jänner 2007 von dem damals minderjährigen Rechtsradikalen Ogün Samast in Istanbul erschossen worden. Ein Jugendgericht verurteilte ihn im Vorjahr zu rund 23 Jahren Haft. Sein Komplize, der Rechtsextremist Yasin Hayal, wurde vergangene Woche zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der zweite Komplize, Erhan Tuncel, ist wegen eines anderes Vergehens zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Vom Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung wurden sie aber freigesprochen.

Kamillianer: PSK Wien 2482.200, BLZ 60000, Kennwort: Lepra

WELTKIRCHE „„ Vatikanische Museen. Die Zahl der Besucher in den Vatikanischen Museen ist im Jahr 2011 deutlich gestiegen: Knapp 5,1 Millionen Personen verzeichneten die Museen des Kirchenstaates in den vergangenen zwölf Monaten, rund 500.000 mehr als im Vorjahr. „„ Pakistan. Nach dem offenbar widerrechtlichen Abriss eines Caritas-Zentrums, in dem obdachlose und benachteiligte Menschen, eine Mädchenschule und eine Kapelle untergebracht waren, halten die Proteste an. „„Zbignevs Stankevics, Erzbischof von Riga, ist von der „Europäischen Bewegung Lettland“ und der Europäischen Kommission zum „Europäer des Jahres 2011“ gewählt worden. Er verstehe es, Menschen zu ermutigen und Schritte der sozialen Veränderung zu setzen. KIZ/A


14 Zu Gast

26. Jänner 2012

KirchenZeitung Diözese Linz

Die Benediktiner lassen sich unter die Lupe nehmen. KIZ/JW

Soziologe Michael Hochschild aus Paris durchleuchtet Benediktinerklöster

Sympathisanten als Klosterschatz Wie müssen sich die Benediktinerklöster weiterentwickeln, dass sie ihrem Ursprung treu bleiben und gleichzeitig in den Zeiten des Umbruchs tragfähige Wege in die Zukunft finden? – Das Zauberwort heißt „Elastische Tradition“. JOSEF WALLNER

Die Ausgangslage ist so gut wie in allen Klöstern Mitteleuropas ähnlich: Überalterung der Mönche und keine Reduktion der Aufgaben, Nachwuchsmangel und gleichzeitig ist ein zunehmendes gesellschaftliches Interesse am Ordensleben festzustellen. Um Markierungen für einen Neuaufbruch zu finden, stellen sich die Benediktinerklöster Europas einer soziologischen Analyse. Der in Paris lehrende Michael Hochschild besucht acht Stifte – in Österreich sind das Kremsmünster, Melk, Gut Aich und St. Lambrecht. Gemeinsam mit P. Bern-

hard Eckerstorfer (Kremsmünster) als Begleiter führt er dort Erhebungen und eine Reihe von Gesprächen durch: mit Mönchen, Mitarbeiter/innen der Stiftsbetriebe, Personen, die mit den Klöstern verbunden sind. „Was sind die Themen und Arbeitsfelder der Zukunft?“ – Die Antwort kann nicht die soziologische Analyse liefern, aber sie kann Hilfen geben, damit jedes Kloster seinen Weg findet. Hochschild ermutigt, dass die Gemeinschaften in der Tradition ihres Ordens und ihres Hauses bleiben, aber sich für Veränderungen öffnen. Er nennt das „Elastische Tradition“. Ohne die Fähigkeit, seine Organisationsformen elastisch weiterzuentwickeln hätte das benediktinische Mönchtum schon bislang keine überdauernden Antworten auf den Ruf Gottes geben können. Er erinnert an die großen Reformbewegungen, die dem Orden neuen Schub gegeben haben. P. Bernhard Eckerstorfer macht aber klar, dass es kein Zurück in

Michael Hochschild (Mitte) lehrt in Paris. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Zeitdiagnostik an der Grande Ecole Sciences Po Paris. Susann Conrad (links) unterstützte ihn bei seinen Erhebungen im Stift Kremsmünster. P. Bernhard Eckerstorfer (rechts) begleitet für die Benediktiner das Forschungsprojekt. KIZ(JW

eine scheinbar heile Vergangenheit gibt: „Ich merke oft, dass wir uns am Ideal vergangener Jahrzehnte orientieren, wenn wir uns über die Zukunft des Klosters unterhalten.“ Die Zeit drängt. Zur Zeit ist der Soziologe Hochschild mitten in den Erhebungen, unterwegs von Kloster zu Kloster. Die Ergebnisse werden beim weltweiten Äbtekongress im September 2012 in Rom präsentiert. Aber es zeichnen sich bereits jetzt einige Schwerpunkte ab. „Aus dem Umbruch droht ein Abbruch zu werden“, so Hochschild. Die nächsten Jahre sind entscheidend, um das zu verhindern. Denn gibt es einmal eine Null-Generation in Kirche und Orden, so wie er das von Paris aus eigenem Erleben kennt, dann wird es sehr schwierig: „Es wird Erschütterungen geben, aber noch ist in den Benediktinerklöstern ein Warmstart möglich“. Von Passanten zum Sympathisanten. Eine Schlüsselfunktion werden die Sympathisanten der Klöster einnehmen. Hochschild stößt bei seinen Gesprächen auf viele „Unterstützungswillige“. Das Kloster muss Netzwerke von Sympathisanten aufbauen und sich um sie kümmern: angefangen von den Mitarbeiter/innen in den Stiftsbetrieben, den Lehrer/innen der Klosterschulen, den Mitbetenden beim Stundengebet, den Engagierten in den Stiftspfarren oder den Gästen. Es gilt aus Ungebundenen und Passanten Sympathisanten zu machen. Von diesen Menschen wird der Aufbruch in den Klöstern wesentlich mitgetragen, ist Hochschild überzeugt.


KirchenZeitung Diözese Linz

Glaube 15

26. Jänner 2012

Wer Visionen hat, braucht einen Pfarrgemeinderat Wer Visionen hat, braucht keinen Arzt, sondern „nur“ Mitglied im Pfarrgemeinderat werden – und dann schauen, dass daraus Taten werden. So zumindest sieht es Herma Sutterlüty aus Egg im Bregenzerwald. WOLFGANG ÖLZ

Herma Sutterlüty schätzt es, wenn eine Pfarre eine umsichtige und klare Organisation hat. Mindestens so wichtig ist ihr, dass es hier „Menschen mit Visionen gibt“ und diese auch die Möglichkeit haben, ihre Vorstellung in die Tat umzusetzen. Genau aus diesem Grund habe sie sich entschlossen, im PGR mitzugestalten. Wer Visionen habe, der brauche keinen Arzt, wie ein österreichischer Bundeskanzler einmal meinte, sondern „nur Mitglied in unserem Pfarrgemeinderat zu werden“, meint Sutterlüty. Natürlich schaue die Realität oft etwas nüchterner aus, gesteht sie: „Wenngleich Visionen für uns richtungsweisend waren und sind, war es nicht immer ganz leicht, konkrete und realisierbare Schritte für die Umsetzung zu finden. Das Alltagsgeschäft des PGRs hat oft zu wenig Zeit dafür gelassen, Visionär/in zu bleiben!“ Wichtig ist dem Egger Pfarrgemeinderat, dass „das Entwickeln und Gestalten in den Ausschüssen und Arbeitskreisen durch regelmäßige Berichte in den PGR insgesamt einfließen kann.“ In all der Arbeit geht es Sutterlüty darum, „dass wir das zu tun versuchen, was wir im Pfarrgemeinderatsgebet beten: dem Evangelium Raum und Chance zu geben, dass es in unserer Pfarre leben und gelebt werden kann“. Stützen und fördern. Ein großes Anliegen in der Pfarre Egg ist die Liturgie. Dabei ist Herma Sutterlüty „sehr wichtig, dass wir als Pfarrgemeinderat kein Liturgiekreis sind, sondern dass wir viel mehr all jene Mitarbeiter/innen und Gruppen stützen und unterstützen, die im Bereich von Liturgie mitdenken und mitgestalten: Eben weil wir als PGR keine Liturgieexperten sind, gehört(e) es zu unserem Lernprozess zu sehen, dass genau aus den Fachausschüssen wesentliche Impulse zur liturgischen Entwicklung kamen, und dass wir diese Impulse gut durchdachten, besprachen und nötigenfalls auch klare Aufträge und Unterstützung aussprachen.“ Als konkretes Beispiel bringt Frau Sutterlüty das Thema WortGottes-Feier: „Vier ausgebildete, qualifizierte und sehr engagierte Wortgottesdienstleiter sind Fachleute dafür, was es an

Schatzsuche. Vier Schlüssel brachten die Erstkommunionkinder der Pfarre Egg im Advent in die Kirche mit und nahmen die Gemeinde auf ihre Suche nach dem „Schatz Jesu“ mit. KIZ/H. S.

Möglichkeiten der liturgischen Entwicklung gibt und was von alledem mit Sensibilität und Achtsamkeit in unserer Pfarre umgesetzt werden könnte. So macht(e) das Wortgottesdienstleitungsteam einerseits Vorschläge, die wir als Pfarrgemeinderat kennenlernten, uns damit auseinandersetzten und gegebenenfalls mit einem klaren Auftrag Rückendeckung ausdrückten.“ Bei all dem ist es wichtig, dass möglichst alle eingebunden und gehört werden: „Nur ein Beispiel: Nicht jeder im PGR kann gleich gut damit umgehen, Herma Sutterlüty ist Volksschuldirektorin und Gemeindebegleiterin. In der Pfarre Egg war sie Obfrau des Pfarrgemeinderates und ist jetzt im PGR-Vorstand.

Glaube Mitten drin Serie: Teil 4 von 4

dass Laien Gottesdienste leiten. So sind dazu notwendige bewusstseinsbildende Prozesse innerhalb des PGRs sehr wichtig.“ Tut gut. In Egg hat sich in den letzten 15 bis 20 Jahren eine liturgische Vielfalt entwickelt, „die dem Pfarrleben guttut“ – von Vespern über Kreuzweg- und Dankandachten bis zu Totenwachen und Wortgottesfeiern an Werktagen; von speziellen liturgischen Feiern zu Silvester, Mariä Lichtmess, Advent- oder Fastenzeit zu einer Vielfalt an kindergerechten Gottesdienstformen. Eine Erkenntnis des stark gewachsenen Kinderliturgieteams ist es, „dass Kinder nicht ,nur‘ die Zukunft sind, sondern Gegenwart sein müssen. Und dass sich das auch in der Feier unserer Gottesdienste ausdrücken muss. “ Verändern. Die Kraft für ihr pfarrliches Engagement bezieht Herma Sutterlüty aus dem Wort Gottes, als Religionslehrerin aber auch aus der Vertiefung mit den Schülern, wo sie erfahren darf, „dass Liturgie buchstäblich auch noch ein ,heiliges Spiel‘ sein kann, das den Menschen Gott erahnen lässt.“ Die „Liturgiefernen“ sieht sie als Chance, „unsere Feierkultur neu zu entdecken.“ Anfangen tut sie dafür bei sich selbst. Dazu zitiert sie Mahatma Gandhi: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünscht für diese Welt.“


SONNTAG

4. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr B, 29. Jänner 2012

Du machst mich groß Es ist wie ein Kampf – bei allen Heilungen durch Jesus – das fällt auf. Es kommt zu einer Konfrontation mit negativen Kräften. Heilungen brauchen ungeheure Anstrengungen, oft über längere Zeiten hin. Anstrengung ist auch notwendig, um alle anderen Besessenheiten zu heilen: vom unreinen Geist der Profitgier, der Menschen versklavt und die Welt auslaugt; vom Geist der Verlogenheit im öffentlichen Diskurs; vom Geist der Angst, der die Waffenindustrie anstatt die Armen nährt . . .

Evangelium

1. Lesung

Markus 1, 21–28

Deuteronomium 18, 15–20

Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der (Vollmacht) hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle, und einer fragte den anderen: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören. Der Herr wird ihn als Erfüllung von allem erstehen lassen, worum du am Horeb, am Tag der Versammlung, den Herrn, deinen Gott, gebeten hast, als du sagtest: Ich kann die donnernde Stimme des Herrn, meines Gottes, nicht noch einmal hören und dieses große Feuer nicht noch einmal sehen, ohne dass ich sterbe. Damals sagte der Herr zu mir: Was sie von dir verlangen, ist recht. Einen Propheten wie dich will ich ihnen mitten unter ihren Brüdern erstehen lassen. Ich will ihm meine Worte in den Mund legen, und er wird ihnen alles sagen, was ich ihnen auftrage.

2. Lesung 1 Korinther 7, 32–35 Ich wünschte aber, ihr wäret ohne Sorgen. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist. Die Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; sie will ihrem Mann gefallen. Das sage ich zu eurem Nutzen: nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr, damit ihr in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn dienen könnt.


WORT ZUM SONNTAG

Heilsame Begegnung

WALTER RETSCHITZEGGER

Den Unterschied erkennen Wenn wir auf Jesus schauen, werden wir an ihm den Unterschied erkennen zwischen Autorität und Macht. Es ging eine Kraft von ihm aus, heißt es in der Schrift. Autorität gibt, beschenkt, fördert. Im Gegensatz zur Macht, die die Menschen verkleinert, unfrei macht und abhängig.

Es steht nicht da, was Jesus predigte, sondern nur, dass seine Zuhörer außer sich gerieten – so im griechischen Original. Da besteht bei unseren heutigen Predigten keine Gefahr. Jesus war eben mehr als ein Schriftkundiger. „Den Armen verkündete er die Botschaft vom Heil“, beten wir im Vierten Hochgebet der Messe. Gleichsam als Erklärung, wie dieses Heil sein kann, folgt ein Zeichen. Wenn du glauben kannst, wirst du frei werden von der Besessenheit, vom Zwang, von Angst und Ohnmacht. Das Heil ist der freie Mensch aufgrund des Vertrauens auf Gott. Die Heilung am Sabbat zeigt außerdem ganz deutlich, was der Sinn von Religion ist – nicht die Religion, sondern der heile Mensch. Was bedeutet „besessen sein“ heute? Von einer fremden Macht besetzt sein und nicht zu sich selber kommen können. Es gibt menschenfeindliche, das Leben zerstörende Kräfte und Mächte, Zustände und Verhältnisse, wo ein Mensch nicht mehr voll und normal leben kann. Etwas oder jemand bringt ihn soweit, dass er sagt: ich bin kein Mensch mehr. Entfremdete Menschen, gestört im Verhalten, in der Kommunikation, unfähig zu einer normalen Begegnung. Bei allen Heilungen durch Jesus fällt auf, dass es wie ein Kampf ist. Es kommt zu einer Konfrontation mit negativen Kräften. Heilungen brauchen ungeheure Anstrengungen, oft über längere Zeiten hin. Anstrengung ist auch notwendig, um alle anderen Besessenheiten zu heilen: vom unreinen Geist der Profitgier, der Menschen versklavt und die Welt auslaugt; vom Geist der Verlogenheit im öffentlichen Diskurs; vom Geist der Angst, der die Waffenindustrie anstatt die Armen nährt. Zu oft schweigen oder verstummen wir Christen vor dem Ungeist. Nicht von ungefähr ist die Vollmacht, böse Geister zu vertreiben, ein wichtiges Element im Auftrag, den Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern gibt.

ZUM WEITERDENKEN Wie viele Gedanken gehen mir an einem einzigen Tag durch den Kopf? Welchen gebe ich Platz und von welchen Gedanken verabschiede ich mich, weil sie einem feindseligen Misstrauen, einer heranschleichenden Angst oder einer fixen Idee zu viel Raum geben?

HANS INNERLOHINGER (EHEMALIGER VÖESTPFARRER) CHRISTIAN ÖHLER ist Pfarrer in Bad Ischl – St. Nikolaus und Geistlicher Assistent der Katholischen Aktion OÖ. Den Autor erreichen Sie unter u sonntag@kirchenzeitung.at


18 Bewusst leben IN KÜRZE Schluss mit faulen Ausreden

26. Jänner 2012

Die Zahl der älteren Menschen in Europa steigt stetig an

Bereicherung, nicht Belastung

In der kalten Jahreszeit haben viele Menschen keine Lust auf Bewegung, schon gar nicht draußen. Sport im Freien ist auch im Winter kein Problem, solange man ein paar Regeln beachtet.

Mit dem „Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ legt die Europäische Kommission 2012 den Fokus auf mehr Lebensqualität für alte Menschen und auf ein konfliktfreies Miteinander von Alt und Jung.

„„ Nicht zu dick anziehen. Durch starkes Schwitzen kühlt der Körper leicht aus. Faustregel: Wer in den ersten Minuten des Trainings noch ein bisschen friert, ist richtig angezogen. Empfehlenswert ist atmungsaktive Funktionskleidung. Sie transportiert Nässe nach außen und trocknet schnell. Dazu Kopfbedeckung und Handschuhe.

BRIGITTA HASCH

„„ Ordentlich aufwärmen. Je kälter es ist, desto länger brauchen die Blutgefäße, um geweitet zu werden und die gesamte Muskulatur zu durchbluten.

„Politische Debatten und mediale Berichterstattungen konzentrieren sich zu stark auf die negativen Auswirkungen und die finanziellen Herausforderungen des Alterns“, kritisiert die Rektorin des Oö. Diakoniewerks Christa Schrauf. Das führe dazu, dass alte Menschen als Belastung und Kostenfaktor für die jüngeren Generationen dargestellt werden, was unnötige Konflikte provoziert. „Darum sind wir über dieses Schwerpunktjahr sehr glücklich. Endlich rücken damit die positiven Seiten des Alters und der Dialog in den Mittelpunkt“, so Schrauf weiter.

„„ Richtig atmen. Wenn es sehr frostig ist, werden Lungen vor der Kälte dadurch geschützt, dass man durch die Nase einund durch den Mund ausatmet. Darüber hinaus kann man den Mund mit einem Schal oder Tuch bedecken.

„„ Hautschutz. Schmieren Sie Lippen, Gesicht und Hände regelmäßig mit fetthaltigen Cremes bzw. Salben ein. „„ Richtige Ernährung. Wintergemüse, Salat und Obst liefern Vitamine und Mineralstoffe. „„ Alternativen. Schwimmbad, Fitnessclub und Tennishalle haben geöffnet.

zu Hause und Tageszentren über Wohn- und Pflegeheime bis zu den neuen Hausgemeinschaften. „Hier wird ein möglichst normales und angenehmes Leben wie zu Hause angeboten, allerdings unterstützt durch Pflegepersonal und sogenannte Alltagsmanager/innen“, erklärt Palk das Konzept. Besonders für demenzkranke Menschen bieten diese Hausgemeinschaften ein sicheres und dabei menschenwürdiges Leben. Umdenken notwendig. Die Tatsache, dass Menschen immer älter werden, hat Auswirkungen in allen Lebensbereichen und erfordert vielfach ein massives Umdenken. Die Arbeitswelt von heute etwa nimmt noch viel zu wenig Rücksicht auf ältere Menschen. Anstatt ihre Erfahrungen zu schätzen, werden höhere Lohnkosten vorgeschoben, um sie auf das Pensionsgleis zu drängen. Auch die Teilhabe an der politischen, sozialen und kulturellen Gestaltung der Gesellschaft ist für viele ältere Menschen unbefriedigend und nicht in dem Ausmaß möglich, wie sie es sich wünschen. Wo es allerdings um mögliche neue Kunden und Kundinnen geht, hat die Wirtschaft die Generation der Alten schon längst entdeckt. Hier gibt es neben anderen auch viele positive Entwicklungen. Die Telekommunikation, Stichwort Senioren-Handy, eigens entwickelte Computer-Software, oder der Fremdenverkehr sind nur Beispiele. Aktiv altern. Weit abseits vom Konsum sind ältere Menschen aber insbesonders im Bereich der Freiwilligenarbeit eine unverzichtbare Hilfe für viele Organisationen. Diese freiwillig engagiert Tätigen haben Bereiche gefunden, in denen sie in hohem Maß an der Gesellschaft teilnehmen und von ihr gebraucht werden. Viele von ihnen schenken ihre Zeit wiederum anderen Menschen im Alter und öffnen ihnen so „ein Fenster nach draußen“.

„„ Sicherheit. Gerade im Winter ist ein rutschfester Laufschuh mit einem guten Profil wichtig. Reflektoren und Leuchtbänder schützen in der Dunkelheit. Eisige oder morastige Routen sowie finstere Wege meiden. „„ Trinken. Auch wenn man bei Kälte weniger Durst hat, verliert der Körper beim Training Flüssigkeit.

KirchenZeitung Diözese Linz

Alt und Jung können voneinander lernen, einander zuhören und wertschätzen, helfen und beistehen. WALDHÄUSL

Sinnerfüllt alt werden. „Auch wenn es angenehm und schön ist, möglichst fit alt zu werden, stehen doch die inneren Werte, die Würde der Menschen und die aktive Teilhabe an der Gesellschaft im Mittelpunkt unserer Arbeit für alte Menschen“, betont Daniela Palk vom Kompetenzzentrum Altenhilfe der Diakonie. Auch bei pflegeabhängigen Menschen soll daher die aktive Lebensgestaltung den Alltag bestimmen, nicht der Pflegebedarf. Das Angebot dafür reicht von Unterstützung

Umfragen zeigen Solidarität: Eine im April 2009 veröffentlichte europäische Umfrage widerlegt die Befürchtungen über ein negatives Meinungsbild gegenüber älteren Menschen. Die Aussage: „Ältere Menschen sind eher eine Belastung für die Gesellschaft“, wird von 88 % massiv verneint. 82 % der Befragten bestätigten, dass ältere Menschen in ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten einen wesentlichen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Dass die Erzeugung von Produkten und das Erbringen von Leistungen, die den Bedürfnissen älterer Menschen entsprechen, zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor werden, bestätigten 71 %.


KirchenZeitung Diözese Linz

Bewusst leben 19

26. Jänner 2012

AUFGETISCHT Gemüselasagne

Grünpflanzen brauchen im Winter besondere Aufmerksamkeit. BEGSTEIGER

Winter-Wohlfühlprogramm für Zimmerlinde, Farne, Yucca und Co

Das lieben Zimmerpflanzen Um den Winter mit der trockenen Heizungsluft und wenig Tageslicht gesund und ohne Schädlinge zu überstehen, brauchen die Grünpflanzen in den Wohnzimmern jetzt besonders viel Pflege. BRIGITTA HASCH

Die meisten Zimmerpflanzen fühlen sich bei Temperaturen zwischen 18 und 24 °C wohl. Je wärmer der Raum ist, desto mehr und schneller verdunstet aber das Wasser. Blätter und Blattspitzen werden braun, Blütenknospen fallen ab und Schädlinge, vor allem Spinnmilben, befallen die Pflanzen. Mäßig Wasser, viel Feuchtigkeit. Wer anhand der trockenen Erde an der Oberfläche glaubt, gießen zu müssen, kann besonders im Winter irren – und damit die Pflanze regelrecht ertränken. Mit dem Finger oder einem Holzstäbchen sollte also geprüft werden, ob der Wurzelballen feucht ist. Für ein angenehmes Raumklima sorgen mit Wasser gefüllte Verdunstungsschalen oder Luftbefeuchter. Ebenso freuen sich die Pflanzen über einen feinen Sprühnebel, am besten mit abgestandenem, kalkarmen Wasser. Befindet sich unter der Blumenbank die Zentralheizung, hilft folgender Trick: Große Schalen mit Blähton befüllen, gerade so viel Wasser hineingeben, dass die obersten Kugeln noch

trocken sind, und die Blumentöpfe daraufstellen (nicht eintauchen!). Apropos Fensterbank: Auch die Kälte, die beim Lüften hereinkommt, kann die Pflanzen vergrämen. Also keine lange gekippten Fenster, sondern Stoßlüften und dabei die Pflanzen kurz zur Seite stellen. Unmittelbar auf der Fußbodenheizung stehen Pflanzen nicht günstig, hier helfen Rolluntersetzer, Kork oder Styropor. Für viele Pflanzen ist der Winter eine Ruhezeit und sie bevorzugen jetzt kühlere und trockene Räume, wie etwa das Schlafzimmer. Vorhang auf, Licht herein. Die Tage sind kurz, die Lichtintensität gering, also stagniert auch das Wachstum der Pflanzen. Darum sollte man den Pflanzen so viel Licht wie möglich gönnen, wenn nötig auch durch zusätzliche Lichtquellen. Wenn auch der Staub von den Blättern gewischt ist, kann die Pflanze das Licht noch besser aufnehmen. Quarantäne bei Schädlingen. Klebrige Blattbeläge oder fahle, gesprenkelte Blätter deuten auf Schildlausbefall oder Spinnmilben. Damit die Parasiten nicht auch andere Pflanzen befallen, sollten die Patienten isoliert werden. Während die Schildläuse nur vorsichtig mit öligen Produkten bekämpft werden können, ist eine kräftige Dusche, auch an der Unterseite der Blätter, bei Spinnmilben oft erfolgreich.

Zutaten: Olivenöl, 1,5 kg Gemüse (Zucchini, Kürbis, Karotten ...), 2 Knoblauchzehen, 1 Dose Tomaten, Salz, Pfeffer, 2 EL getrocknete Kräuter, 250 g fein geriebener Parmesan, 40 g Butter, 20 g Mehl, 1/2 l Milch, ger. Muskatnuss, 1 Pkg. Lasagneblätter. Zubereitung: Gemüse putzen und in Würfel schneiden, in Olivenöl anbraten, zerdrückten Knoblauch und Tomaten beimengen. Mit Salz, Pfeffer und Gewürzen abschmecken. Backofen auf 180° vorheizen. In einem Topf Butter zerlassen, Mehl dazufügen und anschwitzen, ohne dass es Farbe annimmt. In einem zweiten Topf Milch zum Kochen bringen. Heiße Milch langsam in die Mehlmischung rühren, 15 min kochen und mit Muskatnuss würzen (dies nennt man Bechamelsauce). Feuerfeste Form mit Öl ausstreichen und mit Lasagneblättern auslegen. Nun abwechselnd Gemüse, Bechamelsauce und Blätter schichten. Auf die letzte Bechamelschicht reichlich Parmesan streuen. Ca. 40 min backen.

X Das Keine-Panik-Kochbuch für Väter, Tatjana Novak, Gabi Weiss, Christian Brandstätter Verlag, Wien, ISBN 978-3-85033-232-3.

NOTIZZETTEL Beziehungsfallen Eine Vortragsreihe der Volkshochschule Linz zu Themen rund um Partnerschaft, Liebe, Sexualität. Sich Probleme, Ver-

haltensweisen und Fallen im Beziehungsleben bewusst zu machen, ist oft schon der erste Schritt für eine Lösung. Psychologische, soziologische und biologische Aspekte, aber auch ganz

konkreter Rat und Strategien in und für Beziehungen werden referiert und diskutiert. Die Themen reichen von Kommunikation, auch non-verbaler Art, bis zum „Neu-Erfinden“ der Liebe.

X Termine: Montag, 30. Jänner und Montag, 6. Februar, jeweils 19 Uhr, Festsaal Neues Rathaus, Urfahr. Informationen: Tel. 0732/70 70-0, www.vhs.linz.at


n„ Als die Drachenschiffe kamen. Ihr kennt sicher die Geschichte des Seefahrers Sindbad. Auf seinen Reisen begegnet er vielen Menschen und erlebt eine Menge Abenteuer. Das Figurentheater von Karin Schäfer erzählt von seinen Begegnungen im Kindertheaterstück Zheng He. Ab 7 Jahren.

KK

Lustige Faschingsfeste Planst du für die nächste Zeit ein Faschingsfest? Magst du gerne Piraten, Zirkusartisten, Ritter oder Prinzessinnen? Dann hat KIKI für dich tolle Tipps von der Gestaltung deiner Einladungen über lustige Party-Spiele bis hin zur passenden Jause.

X So., 29. 1., Stadtmuseum Nordico, Dametzstraße 23, Linz. Kosten: 6,– Euro. Die Sitzplätze sind begrenzt.

n„ Piratenparty. Deine Freunde und Freundinnen werden staunen, wenn sie die Einladung mit der Flaschenpost oder als gemalte Schatzkarte bekommen. Zu Beginn könnt ihr gemeinsam einen Piratenhut, eine Augenklappe oder ein Fernrohr basteln. Am Ende der Schatzsuche wird es spannend: Wer kommt auf einer schmalen Brücke (Seil) über den See (Teppich) zur Schatztruhe? Die Faschingskrapfen kannst du mit kleinen Piratenflaggen (gezeichnet und auf einen Zahnstocher geklebt) dekorieren.

n„ Die Tanzmaus. Der Original-Kasperl aus dem Fernsehen kommt im Februar ins Kuddelmuddel nach Linz. X Fr., 24. 2., Sa., 25. 2., So, 26. 2., Infos und Karten: Tel. 0732/60 04 44, E-Mail: kumu@liva. co.at, www.kuddelmuddel.at

LACH MIT PIEPMATZ

n„ Fasching im Zirkus. Clowns, Artisten, Löwen und natürlich auch Zirkusprinzessinnen sind herzlich eingeladen. Gestalte deine Einladung gleich mit entsprechenden Zeichnungen. Höhepunkt der Party ist die Vorstellung der Muskelmänner. Das sind beeindruckende Gestalten (unter den Leibchen werden Schwämme oder Stoffreste an den

n„ Fritzchen sitzt in der Schule und gähnt vor sich hin. „Ich weiß nicht, warum ich heute so müde bin“, sagt er, „ich bin letzte Nacht doch mindestens fünf Mal ins Bett gegangen!“

DEINE GITTI

BALDUIN BAUM

KIKI-KONTAKT

n Hast du Fragen an den Schlaukopf oder Wünsche an KIKI? Suchst du eine Brieffreundin oder einen Brieffreund? Ich freu mich auf deine Post! kiki@kirchenzeitung.at, KIKI, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz.

Oberarmen befestigt)! Als „schweres“ Gewicht dient ein Besenstiel, an dem links und rechts ein schwarzer aufgeblasener Luftballon befestigt ist. Schreibt mit einem Silberstift jeweils „100 kg“ drauf, das macht noch mehr Eindruck. Die Muskelmänner müssen sich natürlich tüchtig anstrengen, um diese Gewichte in die Höhe zu stemmen! Danach haben sich Artisten und Publikum eine Krapfenjause verdient. n„ Ritter und Prinzessinnen. Hier bittet eine Ritterburg-Einladung oder ein Brief der guten Fee die Gäste zur Party. Als Spiele eignen sich Ritter-Turniere (z.B beim Zweikampf gegenseitig die am Knöchel befestigten Ballons zertreten) und „Ringlein, Ringlein, du musst wandern ...“, ihr könnt gemeinsam einen Helm aus Pappstreifen und Krepppapier oder Ketten aus bunten Nudeln basteln. Nach dem großen Ritterschmaus (lustig belegte Mini-Pizzas und bunt dekorierte Muffins), werdet ihr zum Abschied vom Gastgeber zum Ritter geschlagen. n„ KIKI-Faschingsrätsel. Wer kann dem schlauen Fuchs helfen? Wenn ihr wisst, welches Tier sich hinter der Säule verbirgt, schreibt an kiki@kirchenzeitung.at oder KIKI, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz. Einsendeschluss: 1. Februar. Für 5 Gewinner/innen gibt es tolle Bücherpreise! DEIKEPRESS

n„ Die Mutter sieht, wie ihr Bub aus einer schmutzigen Pfütze trinkt. „Was machst du denn da? Da sind doch jede Menge Bakterien drin, von denen man krank wird!“ – „Keine Angst“, meint der Kleine, „die sind alle tot. Ich bin doch zuerst drei Mal mit dem Roller durch die Pfütze gedonnert!“

n„ Schick deine lustigsten Witze an: piepmatz@kirchenzeitung.at oder an PIEPMATZ, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz.

Die Kirchenzeitung für Kinder 26. Jänner 2012

BEGSTEIGER

DA GEH ICH HIN


26. Jänner 2012

Die 18-jährige Miriam Wurm trifft sich regelmäßig mit der Polin Ewa Gajewska, die nur knapp dem Tod in Ausschwitz entrinnen konnte.

MIRIAM WURM (3)

„Der Süden bedeutete den Tod“ Ewa ist vier Jahre alt, als sie die Erschießung einer jungen Frau miterlebt und acht Jahre, als sie mit ihrer Mutter in einem Güterwaggon Richtung Auschwitz geschoben wird. Mit elf Jahren kommt sie zurück in ihre Heimatstadt Warschau und mit 77 erzählt sie mir ihre Geschichte. MIRIAM WURM

Ewa Gajewska wird 1934 geboren und wächst in einer wohlhabenden Familie auf. Gemeinsam mit ihrem Vater und ihrer Mutter lebt sie in einer Eigentumswohnung in Warschau, spielt gerne Klavier und freut sich über echte Schokolade und das Spiegeln ihres Gesichtes im Silberbesteck. Doch solche unbeschwerten Kindheitserinnerungen hat sie nicht viele. Sie ist erst vier Jahre alt, als sie vom Balkon aus mitansehen muss, wie während des Warschauer Aufstands eine junge Frau erschossen wird. Das Arbeits- und Durchgangslager Pruszków setzte ihrer Kindheit ein schnelles Ende. Durch eine schwere Krankheit ihrer Mutter war sie gezwungen,

schnell die Kontrolle und die Führung zu übernehmen, denn davon hing das Überleben im Lager ab. Nach schrecklichen Monaten in der Gefangenschaft, in der das kleine Mädchen hart arbeiten musste, schien sich der Albtraum jedoch zu verfestigen: Der Zug nach Auschwitz stand auf dem Gleis. Im Todeszug nach Auschwitz. „Der Süden bedeutete den Tod“, meint sie heute nur dazu, denn jeder, der von Warschau Richtung Süden transportiert wurde, kam nicht mehr zurück. Je länger Ewa in dem Waggon stand, desto mehr schaukelte sich die Stimmung der Mitinsassen ins Tragische und Panik breitete sich aus. Die Situation eskalierte, als der Zug plötzlich zum Stehen kam. Unter panischem Geschrei, stechendem Uringeruch und dem Geräusch näherkommender, schwerer Soldatenstiefel nahmen die Gerüchte über die schrecklichen Konzentrationslager in den Gedanken der Eingesperrten plötzlich Gestalt an. Als die Soldaten die Waggons öffneten und: „Raus mit euch, ver-

Arbeiten für die Versöhnung Von September 2011 bis Mai 2012 lebt Miriam Wurm (18) aus Attersee in Warschau und arbeitet bei der Polnisch-Deutschen Aussöhnung. Sie beschäftigt sich mit den Überlebenden des Zweiten Weltkrieges. Ihr Aufenthalt läuft im Rahmen des Europäischer Freiwilligendienstes (EFD). Am 27. Januar ist der Holocaust-Gedenktag. An diesem Tag wurden 1945 die Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz befreit. u Europäischer Freiwilligendienst: www.4yougend.at u Polnisch-Deutsche Aussöhnung: www.fpnp.pl

Die 18-jährige Miriam Wurm aus Attersee über die Erfahrungen der polnischen KZÜberlebenden Ewa Gajewska.

schwindet – lauft!!“, brüllten, war die Verwunderung groß und Ewa erzählt: „Wir wussten nicht, was wir tun sollten. Ich dachte, sie wollten, dass wir rannten, damit sie schießen üben konnten.“ Aber sie lief. Sie packte ihre Mutter beim Arm und lief um ihr Leben. Die Flucht gelang. Ewa: „Der Krieg war schon fast vorbei. Ich glaube, die Deutschen ermöglichten uns die Flucht, weil sie sich mit den Polen gut stellen wollten“. Besuche bei der Überlebenden. Heute sitzt sie in ihrem abgewetzten Sessel, den Vogel Amik auf der Schulter und trinkt Instantkaffee, während sie eine Zigarette nach der anderen raucht. Etwa zweimal in der Woche sitze ich ihr dann gegenüber und höre mir die Geschichte gerne wieder an. Ich bin Freiwillige bei der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung in der Hauptstadt Polens und besuche Pani Ewa (zu deutsch: Frau Eva), wie ich sie nenne, im Zuge dessen regelmäßig. Ich helfe ihr bei den alltäglichen Besorgungen und bei allem, worum sie mich bittet. Einkaufen, Kochen, Putzen... das alles ist im

Leben der einst so selbstständigen Frau nicht mehr einfach. Schwer fiel es ihr, fremde Hilfe anzunehmen, da sie sich doch vornahm, nie wieder von jemandem abhängig zu sein. Bei all meiner Hilfe bin ich mir nicht sicher, wer mehr von unserer Zusammenarbeit profitiert. Alles was ich ihr anbieten kann, sind gesunde Füße und Arme, sie aber hat ein großes Repertoire an Lebenserfahrungen. Das ist es, was für mich als Freiwillige die größte Bezahlung ist: das Vertrauen, mit dem sie mir von ihren Erfahrungen, Erlebnissen und Enttäuschungen berichtet. Den Blick schärfen. Es gibt auch Momente, in denen es hart ist, mit ihren Erinnerungen umzugehen, doch ihre lebensbejahende Art verleiht unseren Gesprächen immer wieder viel Positives. Pani Ewa ist nicht auf den Mund gefallen und mit großem Eifer bespricht sie die alltäglichen Probleme mit mir und versucht, meinen Blick für das Wesentliche zu schärfen. Auch wenn sie nicht mit allem in ihrem Leben zufrieden ist, so ist sie doch stolz auf das, was sie aus den Gegebenheiten gemacht hat. Das ist eine der vielen Lebensweisheiten, die ich von ihr bis jetzt gelernt habe, und es werden mit Sicherheit noch viele folgen. Denn wenn ich wieder einmal staubsauge und dabei ein Foto unter dem Kasten hervorscheint, kann ich mir sicher sein, dass dahinter eine wundervolle Geschichte voll von echter Schokolade und glänzendem Besteck nur darauf wartet, erzählt zu werden.


22 Anzeigen, Hinweise KLEINANZEIGEN FA. WITTMANN, SCHARNSTEIN KIRCHENBÄNKE TISCHE + STÜHLE www.wittmann-gmbh.at Tel. 07615/22 91. VERSCHIEDENES Wer schenkt Behindertem kaputte Taschenuhren oder Armbanduhren zum Basteln? DANKE. Nur Briefsendungen bitte an Ramsauer, Postfach 111, A-4014 Linz, Portokosten sende ich Ihnen zu.

 Einem Teil dieser Ausgabe liegt ein interessanter Prospekt des Versandhauses WALBUSCH – Bequeme Herren-Mode bei. Sollte diese Beilage in Ihrer Ausgabe fehlen, können Sie diese selbstverständlich unter der Telefon-Nr. 05574/415 kostenlos anfordern.

IMPRESSUM KirchenZeitung Diözese Linz Medieninhaberin: Diözese Linz. Herausgeber: Willi Vieböck. Chefredakteur: Matthäus Fellinger. Redaktion: Ernst Gansinger, Christine Grüll, Brigitta Hasch, Paul Stütz, Josef Wallner. Verlagsleiterin: Ursula Schmidinger. Marketing: Monika Jellmair, Birgit Kubik. Anzeigen: Sigi Hafner. E-Mail: anzeigen@kirchenzeitung.at Sekretariat: Irmgard Draxler, Barbara Erber, Brigitta Fuchshuber, Kerstin Robitschko. Adresse: Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz. Tel. 0732/76 10-39 44, Fax: 0732/76 10-39 39. E-Mail: office@kirchenzeitung.at Leserbriefe an: leserbriefe@kirchenzeitung.at DVR: 0029874/10770 Kooperationsredaktion der Kirchenzeitungen OÖ, Tirol, Vorarlberg und Burgenland: Hans Baumgartner (Leiter), Susanne Huber, Brigitte Huemer. Werbung: Walter Achleitner, Thomas Hödl, Bergstraße 12, 5020 Salzburg, Tel. 0662/88 44 52, Fax: 88 44 52-4, E-Mail: koopred@kirchenzeitung.at Hersteller: OÖN Druckzentrum GesmbH & Co KG, Medienpark 1, 4061 Pasching. Verlagsort: Linz. Jahresabonnement: Inland: € 44,– (Abodauer mindestens ein Jahr und danach bis auf Widerruf, Kündigung zum Halbjahr, schriftlich mit 14-tägiger Kündigungsfrist). ART COPYRIGHT VBK WIEN Mitglied der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK)

 Anzeigenannahme unter: anzeigen@kirchenzeitung.at Jeweils bis Donnerstag vor Erscheinungsdatum

26. Jänner 2012

KirchenZeitung Diözese Linz

 ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Neue Einsatzklassen bei Zahlenlotto „1–90“

Mehr Gewinnchancen mit 4-Tipp-Schein Zahlenlotto „1–90“, Österreichs traditionellstes Glücksspiel, zeigt sich ab sofort in neuem Gewand: Die beiden unteren Einsatzklassen wurden auf 1 Euro bzw. 2 Euro verändert, und der 4-Tipp-Schein bietet mehr Gewinnchancen. Auch werden nun zwei Wochen lang alle Gewinne verdoppelt. Erstmals ab der Ziehung vom Dienstag, dem 24. Jänner 2012 präsentiert sich Zahlenlotto „1– 90“ leicht modifiziert. Auffälligstes Merkmal ist der neue 4-Tipp-Schein. Vier Tipps pro Wettschein, das heißt auch mehr Gewinnchancen. Darüber hinaus haben sich die © ÖSTERREICHISCHE LOTTERIEN beiden unteren Einsatzklassen verändert. Und zwar der Mindesteinsatz von 0,75 Euro auf 1 Euro, die bisherige 1,50-Euro-Einsatzklasse auf 2 Euro. Da die Gewinnfaktoren gleich bleiben, bedeutet dies im Gewinnfall dann auch höhere Gewinne. Zudem werden in den nächsten beiden Wochen, also bei den Ziehungen von Dienstag, dem 24. Jänner bis Samstag, dem 4. Februar 2012, die Gewinne aller Spielarten um 100 Prozent erhöht. 

TOTO

Ergebnisse 3. Runde 2012

21X 1X1 111 212 1: 1:+

2: 3:2

3: 0:0

4: 3:1

ANGABEN OHNE GEWÄHR

6 AUS 45

LOTTO

Mi., 18. 1. 12: 16 18 25 28 39 42 Zz: 7 J O K E R: 1 1 1 5 8 9 So., 22. 1. 12: 7 9 10 11 17 25 Zz: 45 J O K E R: 2 3 0 2 3 6

ANLIEGEN, HINWEISE UND TIPPS  Krank und keine Deutsch-Kenntnisse. Der Oö. Familienbund Integration „Dialog“ wendet sich dem Thema „Gesundheit von Migrant/innen“ zu. Migrant/innen haben höhere Gesundheitsrisiken, sind häufiger krank, werden früher chronisch krank. Sie haben eine niedrigere Lebenserwartung. In der migrantischen Bevölkerung kommt es zum Beispiel fast doppelt so oft wie bei der übrigen Bevölkerung zu Fehlgeburten. Die Ursachen dafür liegen sowohl im Gesundheitsverhalten wie auch in nicht entsprechenden Voraussetzungen des österreichischen Gesundheitssystems, heißt es in einer Information des Familienbundes. Gravierend sind sprachliche und kulturelle Barrieren (zwischen Arzt bzw. medizinischem Personal und den nicht deutschsprachigen Patient/innen). In Wien gaben zum Beispiel mehr als 90 Prozent der befragten Personen in medizinischen und pflegenden Berufen an, es mit Patient/innen zu tun zu haben, die sich nur schwer oder gar nicht auf Deutsch verständigen können. Der Einsatz von Dolmetscher/innen ist wichtig. Dabei will der Familienbund helfen.  Kontakt: Ivica Stojak, Tel. 0664/852 43 63.

 Steuerausgleich für 2011 beantragen! Die Arbeiterkammer OÖ informiert, dass es sich lohnen kann, einen Steuerausgleich – entweder auf FinanzOnline im Internet oder beim Wohnsitz-Finanzamt – zu beantragen. Es lohnt sich zum Beispiel, wenn die

Monats-Bezüge unterschiedlich hoch sind, wenn man nicht während des gesamten Jahres steuerpflichtig war (z.B. Karenz) oder wenn man aufgrund des geringen Einkommens keine Lohnsteuer, jedoch Sozialversicherungsbeiräge gezahlt hat ...

 Frühstück für Frauen. Sadika – der internationale Frauenclub von „arcobaleno“ – findet jeden ersten Samstag im Monat statt. Der nächste Termin ist am 4. Februar, ein Faschingsfrühstück von 10 bis 13 Uhr.

in Linz bietet auch in den kommenden Monaten wieder Deutschkurse – in drei Stufen – an. Die Alphabetisierungskurse gibt es in zwei Stufen. Beide Kurse haben 16 Termine. Anmeldung und Einstufung für den nächsten Kurs – vom 23. April bis 26. Juni 2012 – ist am Montag, 16. April, von 14 bis 16 Uhr. Dafür ist es wichtig, dass der/die Betreffende persönlich kommt. Angeboten wird zur gleichen Zeit ein Deutschkurs für Frauen. Persönliche Anmeldung: Donnerstag, 12. April, von 10 bis 12 Uhr. Am Dienstag, 17. April beginnt zudem ein Deutschkurs für Jugendliche, für den am Donnerstag, 10. April, von 10 bis 12 Uhr Anmeldetermin ist.

 Kochworkshop. „Arcobaleno“ veranstaltet am Fr., 17. Februar zur kurdischen Küche einen Kochworkshop (Anmeldung bis 10. Februar, 18 Euro Lebensmittelbeitrag).  Internationale Mütterrunde. Mütter kommen bei „arcobaleno“ in gemütlicher Atmosphäre zum Plaudern zusammen. Nächster Termin ist am 21. Februar. Weitere Termine sind jeden 3. Dienstag im Monat.  Deutschkurse und Alphabetisierung für Asylwerber. Der Verein „arcobaleno“

 Interkulturelles Begegnungszentrum arcobaleno, Friedhofstraße 6, 4020 Linz, Tel. 0732/60 58 97-20; www.arcobaleno.at


KirchenZeitung Diözese Linz

Ausblick 23

26. Jänner 2012

BILDUNG – SPIRITUALITÄT – KURS

Glauben und Lachen

Attnang, Maximilianhaus  07674/665 50 X Biblische Erzählfiguren, selber machen und ausprobieren, Fr., 10. 2., 16 Uhr bis So., 12. 2., 16 Uhr, Ltg.: Mag. Martha Leonhartsberger.

Stift Kremsmünster. Über den „Glauben als Ursprung des Humors“ spricht der evangelische Regionalbischof Christian Schmidt aus Würzburg. Bischof Schmidt schreibt selbst gerne Faschingspredigten, sodass auch die Praxis des Humors nicht zu kurz kommt. Mit dem Stift Kremsmünster ist der Bischof seit Jahren verbunden, das Benediktinerkloster wurde ihm zum Ort des Aufatmens und Auftankens.

PRIVAT

X Vortrag im Rahmen von „Mehrwert Glaube“ am Fr., 3. Februar 2012 um 20 Uhr im Wintersaal (davor um 19 Uhr hl. Messe in Michaelskapelle). X Vortrag im Rahmen „Treffpunkt Benedikt“ am Sa., 4. Februar 2012 um 17 Uhr im Wintersaal (anschließend Anbetung und hl. Messe, Agape).

Konzil und Kabarett Linz. Unter dem Titel „Dechant fordert Konzil!“ findet am Freitag, 27. Jänner, um 20 Uhr ein „Kabarett über die Kirche“ in der Pfarrkirche Linz-St. Michael statt. Unter anderem mit Franz Pamminger, Pfarrassistent in LinzHeiligste Dreifaltigkeit, und Martin Schrems, Pfarrmoderator in Linz-Marcel Callo, die Konzilstexte vortragen werden.

Lambach, Stift  07245/217 10 X Der Herr ist mein Hirte, Einkehrwochenende, Do., 9. 2., 18 Uhr bis Sa., 11. 2., 16 Uhr, Ltg.: Kaplan Mag. Norbert Purrer. Linz, Haus der Frau  0732/66 70 26 X Ich warte noch immer, Die Kinder von Etzelsdorf und andere Kinderschicksale der NS-Zeit, Konzert und Lesung, Fr., 10. 2., 19.30 bis 22 Uhr, mit Martin Kranzl-Greinecker, Margarita Fuchs, Katja Bielefeld, Christine Osterberger. Ried, Treffpunkt der Frau  07752/802 92 X Allerlei Lustiges zum Fasching, Frauenrunde „Wir über 50“, Do., 16. 2., 14 bis 17 Uhr, mit Karl Pumberger.

Dechant fordert Konzil! Ironisches Plakatfoto zum Kirchenkabarett in Linz.

„„ Braunau/Inn wird Fairtrade-Stadt. Zur Ernennungsveranstaltung am Do., 26. Jänner, um 19 Uhr im Veranstaltungszentrum Braunau laden die Stadt und Fairtrade Österreich ein. Bei der Veranstaltung referiert Andrea Schlehuber, die Geschäftsführerin EZA Fairer Handel. Der Abend klingt bei FAIRTRADE-Musik und -Imbiss aus.

Ried, St. Franziskus  07752/827 42 X Zum Valentinstag: Beziehung braucht Blumen und mehr ..., ein Abend für Partner, die einander

wertschätzen, Mo., 13. 2., 19 Uhr, Ltg.: Mag. Franz Harant. Seitenstetten, St. Benedikt  07477/428 85 X Gordon Familientraining, mit Kindern reden, streiten, Konflikte lösen, Mo., 13. 2., 20. 2., 27. 2., 5. 3., 19 bis 22 Uhr, Ltg.: Monika Sturmair. Steyr, Dominikanerhaus  07477/428 85 X Konzert LÁLÁ, Fr., 3. 2., 19.30 Uhr, mit Ilia Vierlinger, Julia Kaineder, Peter Chalupar, Mathias Kaineder. Tragwein, Greisinghof  07263/860 11 X Carpe Diem, Aus-Zeit am Kraftort Greisinghof, Fr., 10. 2., 16 Uhr bis So., 12. 2., 12 Uhr, Ltg.: Andrea Maria Priller, Mag. Richard Gödl. Wels, Bildungshaus Puchberg  07242/475 35 X Die Bibel als spirituelle Quelle entdecken, Linzer Bibelkurs, Di., 14. 2., 19 bis 22 Uhr, Ref.: Walter Reiter, Ltg.: Adi Trawöger.

X Annahmeschluss Termine: Donnerstag vor Erscheinungsdatum.

„„ Preis für Betriebe. TRIGOS zeichnet in diesem Jahr erstmals in einer eigenen regionalen oberösterreichischen Kategorie Betriebe aus, die ihre gesellschaftliche Verantwortung vorbildhaft wahrnehmen. X Die Einreichfrist endet am 5. März: www.trigos.at

UNSER ANGEBOT

Pistenspaß am Hochficht Ausgezeichnete Pistenverhältnisse und ungetrübtes Skivergnügen bietet das Skigebiet Hochficht – in dieser Saison mit geänderten Betriebszeiten, von 8.30 bis 16 Uhr. Das Skigebiet, an dem das Stift Schlägl als Grundeigentümer und Gastronomiebetreiber beteiligt ist, liegt nahe den Zentralräumen in attraktiver Mittelgebirgslage und bietet 10 Aufstiegshilfen,

20 Pistenkilometer und eine Flutlichtanlage für Nachtskilauf (Mi. und Fr., 17 bis 20.30 Uhr) sowie moderne Beschneiungsanlagen. Familienfreundliche Tarife ermöglichen einen kostengünstigen Zugang zum Wintersport (ermäßigte Skipässe für Kinder bis zehn Jahren in Begleitung eines Erwachsenen um nur 1,– Euro, Jugendliche bis 19 Jahren fahren zum Kindertarif). Besondere Attraktionen: der Sunny Kids Park mit Oberösterreichs längstem überdachtem Förderband und die Cross-Strecke für Ski und Board.

CLUB

Die KirchenZeitung verlost zehn Tagesskipässe für das Skigebiet Hochficht.

X Schreiben Sie bis Fr., 3. 2. (KW: „Hochficht“): KirchenZeitung Diözese Linz, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, Fax: 0732/76 10-39 39, E-Mail: office@kirchenzeitung.at


24 Termine NAMENSTAG

Mag. Martina Pelz-Burger ist Mitarbeiterin im JONAPersonalservice. PRIVAT

Martina (30. Jänner) Der Überlieferung nach war Martina Tochter eines römischen Konsuls und bekennende Christin, was zu dieser Zeit viel Mut verlangte. Als sie gezwungen wurde, im Tempel ein Opfer darzubringen, bekreuzigte sie sich vor der Statue des Apoll. Daraufhin zerbarst die Statue. Martina wurde gefoltert und den Löwen vorgeworfen. Doch die Löwen legten sich Martina zu Füßen. Zornig wollte man Martina auf dem Scheiterhaufen verbrennen, aber ein Regen ließ das Feuer erlöschen. Schließlich wurde Martina enthauptet. Meine Namenspatronin ist Märtyrerin und Schutzheilige von Rom und von stillenden Müttern. Der Mut, mit dem sie sich zu ihrem Glauben, zu ihren Werten bekannte, ist für mich beeindruckend. Aufgrund der kirchlichen Trägerschaft von JONA Personalservice werde ich immer wieder mit kritischen kirchenpolitischen Fragestellungen konfrontiert, was manchmal herausfordernd ist und klare Aussagen von mir verlangt. Für mich sind christliche Werte ein wichtiger Wegweiser im Umgang mit unseren Mitarbeiter/innen und Kunden. MARTINA PELZ-BURGER

26. Jänner 2012

FREITAG, 27. 1. 2012 X Eberstalzell. Osthilfe-Rückblick, Pfarrsaal, 19.30 Uhr, mit Johann Pramhaas. X Fischlham. Aktion Schaf, Kabarett mit Lainer & Aigner, Gemeindezentrum, 20 Uhr. X Mitterkirchen. Die Waisenkinder von Tamale, Fotovortrag, Pfarrsaal, 19.45 Uhr, mit Gudrun Lichtenberger. X Linz. Afrikanische Küche, Kochworkshop, Arcobaleno, Verein Begegnung, Friedhofstraße 6, 18.30 Uhr. X Linz. Gebet für den Frieden im Heiligen Land des Ritterordens vom Heiligen Grab in Jerusalem, Karmelitenkirche, 17.30 Uhr, X Linz. „Ein Clown für Christus – die ganz andere Geschichte über Paulus und seine Zeit“, Autorenlesung, Kath.-Theol. Privatuniversität, Bibliothek, 18 Uhr, mit Prof. Dr. David Trobisch. X Vöcklabruck. „Essen – Begegnen – Musizieren“ von Frauen für Frauen aus aller Welt, Mutterhaus der Franziskanerinnen, 17 Uhr. SAMSTAG, 28. 1. 2012 X Braunau. Singworkshop, Treffpunkt mensch & arbeit, 14 Uhr, mit Andrea Danzer-Winterstätter. X Linz. Einkehrtag, Thema: „Gebet und Apostolat“, Karmelzentrum, Landstraße 35b, 14 Uhr, Begl.: P. Paul Weingartner. X Linz, St. Magdalena. Traditionelles Ständchen, Werke aus der Biedermeierzeit und Eigenkompositionen von R. Falk, Pfarrkirche, 19 Uhr, mit dem Molino-Trio. SONNTAG, 29. 1. 2012 X Kremsmünster. Missa brevis in G-Dur, KV 49, von W. A. Mozart, Stiftskirche, 10.15 Uhr. X Linz, Mariendom. Orgelimprovisationen zu den Perikopen des Sonntags, 10 Uhr, mit Heinrich Reknagel, Domorganist Wolfgang Kreuzhuber. X Treffling. Holz Flügel, Masterliches auf Holz, Konzert mit Studierenden der Klarinettenklasse Gerald Kraxberger, Kirche, 19 Uhr. X Wien. Seligsprechung Hildegard Burjan, Stephansdom, 15 Uhr, anschließend Agape am Stephansplatz.

MONTAG, 30. 1. 2012 X Linz. Zahlen bitte – Zahlen auf den Tisch, Sozialstaat doer Fairteilung nach (oder vor?) der Krise, 100. Sozial-Stammtisch, Cardijn-Haus, Kapuzinerstraße 49, 19 Uhr, Ref.: Dr. Markus Marterbauer. X Traun. Gottesbilder der Bibel – helle und dunkle, Pfarrheim Oedt-St. Josef, 19.30 Uhr, Begl.: Walter Reiter. DIENSTAG, 31. 1. 2012 X Bad Ischl. Der liturgische Raum im Sinne der nachkonziliaren Liturgie – Zeichen überirdischer Wirklichkeit(?), Pfarrheim, 19.30 Uhr, Ref.: Univ.Prof. Dr. Ewald Volgger. X Frankenburg. Generation Facebook – Chancen und Gefahren, Pfarrheim, 19.30 Uhr, Ref.: Mag. Martina Gaisch. X Kronstorf. Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen, Pfarrsaal, 19 Uhr, mit Ulrike Schnallinger. X Ottensheim. Benefizkonzert Initiative für eine gerechte Welt, Marktgemeindesaal, 20 Uhr, mit Jessi Ann de Angelo. X Perg. Kindern und Jugendlichen Mut zum Leben geben, Vortrag, Familien- und Sozialzentrum FAMOS, 19.30 Uhr.

Tarockieren lernen in Haibach am Mi., 1. 2. KBW X Pichl b. W. Almanya – Willkommen in Deutschland, Filmabend, Pfarrsaal, 19.30 Uhr. X Steyregg. Sinn – Grundlage für ein gelingendes Leben, Pfarrsaal, 19.30 Uhr, Ref.: Mag. Andreas Krenn. X Thalheim b. W. Tanzen ab der Lebensmitte. Die etwas andere Art zu tanzen!, Pfarrzentrum, 9 Uhr, mit Monika Decker. X Timelkam. Werteerziehung, Jour fixe, Kloster Oberthalheim, 19.30 Uhr.

KirchenZeitung Diözese Linz

MITTWOCH, 1. 2. 2012 X Haibach o. d. D. Tarockkurs für Anfänger, Pfarrheim, 19.30 Uhr, Ltg.: Ilse u. Lothar Huemer, Max u. Gerlinde Kaltseis, Christian Schönhuber. X Linz. Reis, Weizen, Mais ... Nahrung für die einen, Spekulationsobjekt für die anderen, Wissensturm, 19 Uhr, Ref.: Mag. Dr. Stephan Schulmeister. X Linz, St. Franziskus. Das Plakat kann allen auffallen, muss aber nicht allen gefallen, Seminar, Pfarrheim, 19 Uhr, mit Mag. Erich Aufreiter. X Perg. kfb-Frauenfasching, Pfarrheim, 20 Uhr. X Ried i. I. Treffpunkt für Trauernde, Pfarrzentrum Riedberg, 18 Uhr. X St. Georgen i. A. Miteinander von Christen und Muslimen im Orient, Theatersaal, 19 Uhr, mit Prof. Dr. Hans Hollerweger. X Scharnstein. Bibelabend, Pfarrheim, 20 Uhr, Begl.: Franz Kogler. X Traberg. Aquarellmalkurs für Einsteiger, Pfarrheim St. Josef, Seminarraum, 14 Uhr, mit Gerhard Hofer. DONNERSTAG, 2. 2. 2012 X Antiesenhofen. Erfolgreich streiten und Konflikte lösen, Workshop für Eltern mit 3- bis 6-jährigenKindern, Pfarrhof, Spielgruppenraum, 19 Uhr, Ref.: Monika Sturmair. X Nettingsdorf. Schreibwerkstatt, Treffpunkt mensch & arbeit, 19 Uhr, mit Ilse Lorenz. X Ried i. I. Allein zu Haus, Lesung mit Susanne Scholl, i brauch koa fremds i, Hans Kumpfmüller, Raiffeisenbank, Friedrich-Thurner-Str. 14, 20 Uhr. FREITAG, 3. 2. 2012 X Kremsmünster. Mehrwert Glaube, hl. Messe mit Predigt, Stift, 19 Uhr, Glaube – Ursprung des Humors, Vortrag, Stift, 20 Uhr, mit dem evang. Bischof Christian Schmidt. X Lacken. Von Menschen und Göttern, Bildungskino, Veranstaltungsraum der FF, 19.30 Uhr. X Linz. Mundartlesung der Hofschreiber, Oö. Kulturquartier, Gewölbesaal, 15 Uhr. X Linz, St. Markus. Tango de Salón, Konzert 5 Jahre Kulturkirche St. Markus, Pfarrsaal, 19.30 Uhr, mit Oscar Imhoff, Peter Gillmayr, Andrej Serkov u.a.

AUSSTELLUNGEN – FLOHMARKT – BALL X Ebensee. „Walpurgisnacht“, Unser 21. Ball, Faschingsball von No Limits für Menschen mit Behinderung, Rathausfestsaal, Fr., 3. 2., 19.30 Uhr, mit der Musikgruppe „Stoabeck“. X Freistadt. Tauschbasar für Erstkommunionbekleidung, Sa., 4. 2., 8 bis 10 Uhr, Mode Chalupar, Waaggasse 8, Annahme: Mo., 30. 1. bis Do., 2. 2., 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr. X Haibach i. M. Bücher- und Spieleflohmarkt, Veranstaltungszentrum, So., 5. 2., 13 bis 17 Uhr, Abgabe: So., 29. 1., 18 bis 22 Uhr, Sa., 4. 2., 10 bis 14 Uhr, bei Margit Ehrenmüller, Baumgarten 37.

X Linz. Ikonen, Dimitris Papaioannou, evang. Versöhnungskirche Dornach, Sa., 28. 1., 14 bis 16 Uhr, So., 29. 1., 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr. X Linz, Christkönig. Spanische Nacht, Pfarrball, Fr., 3. 2., 20 Uhr. X Seitenstetten. Rosemarie König, Ursprung Natur, Vernissage, Bildungshaus St. Benedikt, Fr., 3. 2., 19.30 Uhr. X Vorchdorf. Jugendball recycled, Trash we can!, Gasthaus Ziegelböck, Sa., 4. 2., 19.30 Uhr. X Wels, St. Franziskus. Flucht in die Karibik, Pfarrball, Fr., 27. 1., 20 Uhr.

Jetzt ist Hochsaison für Bälle und Faschingsfeiern in vielen Pfarren. PFARRE WELS ST. JOSEF


KirchenZeitung Diözese Linz

Termine 25

26. Jänner 2012

X Pregarten. Genial vital – regionale Wohlfühlküche aus der Pfanne/ dem Wok, Pfarrheim, 19 Uhr. X Schleißheim. Auf dem Franziskusweg nach Rom, Pfarrsaal, 20 Uhr, mit Gabi Niederschick. X Schwertberg. Ecuador – ein Land der Gegensätze (Patenschaft der Pfarre Schwertberg mit Sr. Klara-Maria Falzberger), Lichtbildvortrag, Pfarrsaal, 19.30 Uhr, mit Josef Hauser. SAMSTAG, 4. 2. 2012 X Haag a. H. Schweinehund, Kabarett, Pfarrheim, 20 Uhr, mit Mario Sacher. X Kremsmünster. Treffpunkt Benedikt für junge Erwachsene, Glaube – Ursprung des Humors, Vortrag, Stift, 16.30 Uhr, mit dem evang. Bischof Christian Schmidt. X Linz. Gesprächsrunden souverän leiten, Emotionen als Botschaften nutzen, Priesterseminar, 9 Uhr, Ltg.: Monika Plank, Gabriele Traxler.

X Linz, Guter Hirte. Geistliche Miniaturen und weltliche Romanzen, eine musikalische Einstimmung für den Valentinstag, Pfarre, 19 Uhr, mit dem Ensemble Lentia Nova. X Puchheim. Monatswallfahrt der Legion Mariens nach Maria Puchheim, Gestaltung: Passionisten aus Süddeutschland, Basilika, 14 Uhr, Autobus von Linz-Herz Jesu, 12.30 Uhr. X Wilhering. Taizé-Wochenende, Jugendzentrum Aufbruch, 14.30 Uhr mit Übernachtung bis So., 15.30 Uhr. X Zell a. d. P. MoZuluArt, Benefizkonzert Eine-Welt-Kreis, Schloss, 19.30 Uhr. SONNTAG, 5. 2. 2012 X Eferding. Literarisches Café: Karl Sibelius singt Georg Kreisler, Pfarrzentrum St. Hippolyt, 16 Uhr. X Linz. Espresso con Wolfgang Amadeus, Konzert, Landesgalerie, 11 Uhr.

X Linz, Mariendom. Missa „Ecce quam bonum“ von H. L. Hassler, 10 Uhr, mit dem Chor des Konservatoriums für Kirchenmusik der Diözese. X Linz, Ursulinenkirche. Messe des Forums St. Severin, 20 Uhr, mit Peter Paul Kaspar, Markus Schlagnitweit. X Schwanenstadt. Messe mit Übersetzung in Gebärde, 10 Uhr. X Steyr. Deutsche Ordinariumsgesänge, Lateinisches Proprium, Balduin Sulzer zum 80. Geburtstag, Michaelerkirche, 10 Uhr, mit der Kirchenmusikvereinigung Sancta Caecilia. X Wels, Hl. Familie. Messe mit Übersetzung in Gebärde, 10 Uhr. X Wels, St. Josef. Kinderfasching für Kinder von 3 bis 8 Jahren (mit Eltern), Pfarrsaal, 15 Uhr. X Windhaag b. F. Die verrückte Welt der Ute Bock, ein Film von Houchang Allahyari, Wanderkino, Mehrzwecksaal, 10.30 Uhr.

„„ Von der Pflegehilfe zum Fach-Sozialbetreuer. Die Schule für Sozialbetreuungsberufe/Altenarbeit in den LudwigSchwarz-Schulen des Diakoniewerks bietet für Pflegehelfer/innen die Qualifizierung zur Fach-Sozialbetreuerin bzw. zum Fach-Sozialbetreuer an. Die Ausbildung wird berufsbegleitend in zwei Semestern vermittelt. Weiterbildung für Pflegehelfer/innen.

DIAKONIEWERK

X Info: Schule für Sozialbetreuungsberufe / Altenarbeit, Diakoniewerk, Tel. 07235/63 251-261.

EHEVORBEREITUNG

Lesejahr B Lesereihe II SONNTAG, 29. JÄNNER 2012 4. Sonntag im Jahreskreis. L1: Dtn 18,15–20 L2: 1 Kor 7,32–35 Ev: Mk 1,21–28 MONTAG, 30. JÄNNER 2012 L: 2 Sam 15,13–14.30; 16,5–13a Ev: Mk 5,1–20 DIENSTAG, 31. JÄNNER 2012 Hl. Johannes Bosco, Priester, Ordensgründer. L: 2 Sam 18,6.9–10.14b. 24–25ab.30 – 19,3 Ev: Mk 5,21–43 oder L: Phil 4,4–9 Ev: Mt 18,1–5 MITTWOCH, 1. FEBRUAR 2012 L: 2 Sam 24,2.9–17 Ev: Mk 6,1b–6 DONNERSTAG, 2. FEBRUAR 2012 Darstellung des Herrn, Lichtmess. Tag des geweihten Lebens – Fürbitten! Monatlicher Gebetstag um geistliche Berufe. L: Mal 3,1–4 oder Hebr 2,11–12.13c–18 Ev: Lk 2,22–40 (oder 2,22–32) FREITAG, 3. FEBRUAR 2012 Hl. Ansgar, Bischof von HamburgBremen, Glaubensbote in Skandinavien. Hl. Blasius, Bischof von Sebaste in Armenien, Märtyrer. L: Jes 52,7–10 Ev: Mk 1,14–20 L: Röm 5,1–5 Ev: Mk 16,15–20 L: Sir 47,2–11 Ev: Mk 6,14–29

Ehe.wir.heiraten.aktiv X Attnang-Puchheim. Maximilianhaus, Sa., 11. 2., 9 bis 18 Uhr, Anmeldetel. 07674/665 50. X Freistadt. Pfarrhof, Sa., 11. 2., 9 bis 18 Uhr, Anmeldung unter E-Mail: beziehungleben@dioezeselinz.at, Fax: 0732/76 10-35 19. X Grieskirchen. Pfarrheim, Sa., 11. 2., 9 bis 18 Uhr, Anmeldetel. 07248/613 20. X Langenstein. Pfarrhof, Sa., 11. 2., 9 bis 18 Uhr, Anmeldung unter E-Mail: beziehungleben@dioezeselinz.at, Fax: 0732/76 10-35 19. X Linz, St. Markus. Pfarrheim, Sa., 11. 2., 9 bis 18 Uhr, Anmeldetel. 0732/76 10-31 51. X Ried i. I. Franziskushaus, Sa., 11. 2., 9 bis 18 Uhr, Anmeldetel. 07752/827 42. X Timelkam. Ökumenische Ehevorbereitung, evang. Pfarrheim, Sa., 11. 2., 9 bis 18 Uhr, Anmeldung unter E-Mail: beziehungleben@ dioezese-linz.at, Fax: 0732/76 1035 19. X Wels. Bildungshaus Schloss Puchberg, So., 12. 2., 9 bis 17.30 Uhr, Anmeldetel. 07242/475 37.

LITURGIE

„„ Schlittenhunderennen. Von Freitag, 27. bis Sonntag, 29. Jänner findet in Sandl das 8. Internationale Schlittenhunderennen, Staatsmeisterschaft und Qualifikation für Europameisterschaft, statt. Am Freitag ist Anreise und Renn-Vorbereitung. Am Samstag startet das Programm um 9 Uhr, wobei das Rennen um 9.45 Uhr eröffnet wird. Am Sonntag gilt der gleiche Zeitplan.

AUSSAATTAGE 30. 1.: 31. 1.: 1. 2.: 2. 2.: 3. 2.: 4. 2.: 5. 2.:

Blatt bis 5, ab 6 Frucht Frucht Frucht bis 6, ab 7 Wurzel Wurzel bis 18 -----------Wurzel ab 1 Wurzel bis 5, ab 6 Blüte Blüte

Aus: Aussaattage 2012, M. Thun.

SAMSTAG, 4. FEBRUAR 2012 Hl. Rabanus Maurus, Bischof von Mainz. Marien-Samstag. Monatlicher Gebetstag um geistliche Berufe – Priestersamstag. L: Weish 9,1–6.9–10.12a Ev: Mt 5,13–16 L: 1 Kön 3,4–13 Ev: Mk 6,30–34 SONNTAG, 5. FEBRUAR 2012 5. Sonntag im Jahreskreis. L1: Ijob 7,1–4.6–7 L2: 1 Kor 9,16–19.22–23 Ev: Mk 1,29–39

X Annahmeschluss Termine: Donnerstag vor Erscheinungsdatum.


teletipps SONNTAG, 29. JÄNNER 12.30 Uhr: Orientierung (Religion) Geplant: Zur Seligsprechung Hildegard Burjan; Wie Franz Grandits in Burkina Faso hilft; Heilige Messe neu denken? – Anregungen von Adolf Holl, Hermann Nitsch, Toni Faber u.a. (Wh So 18.40, ORF III). ORF 2 15.00 Uhr: Seligsprechung Hildegard Burjan aus dem Wiener Stephansdom (Religion). ORF III 18.25 Uhr: Österreich-Bild – Junge Ideen für alte Menschen (Reihe). ORF 2 20.15 Uhr: ORF 2/ARD Tatort (Krimireihe) ZDF Rosamunde Pilcher: Und plötzlich war es Liebe (Melodram) 21.35 Uhr: Valerie (Spielfilm, D 2006) Mit Agata Buzek, Devid Striesow u.a. – Regie: Birgit Möller – Ein wunderbar lakonisch inszenierter, in der Hauptrolle überzeugend gespielter Film, der ein entlarvendes Gesellschaftsbild skizziert. 3sat MONTAG, 30. JÄNNER 20.15 Uhr: ORF 2 Die Millionenshow 21.00 Uhr: L.A. Confidential (Spielfilm, USA 1997) Mit Kevin Spacey, Russell Crowe u.a. – Regie: Curtis Hanson – Handwerklich exzellent gestaltet und inhaltlich hochdifferenziert, ist der Film ein interessantes Kunstwerk. arte 22.45 Uhr: Die Story im Ersten – Irak: Das Erbe der Amerikaner (Bericht). ARD

29. 1. bis 4. 2. 2012 des Medienreferats der Österreichischen Bischofskonferenz

DIENSTAG, 31. JÄNNER

FREITAG, 3. FEBRUAR

20.15 Uhr: ORFeins Schnell ermittelt (Krimireihe) ORF 2 Bürgerforum: Zur Kassa, bitte – wer zahlt drauf? ZDF Der Spion, den ich liebte: Die unheimliche Macht der Geheimdienste (Doku) 21.45 Uhr: Des Hauses Hüterin (Spielfilm, GB 2007) Mit Penelope Wilton, Daniel Mays u.a. – Regie: Tim Fywell – Psychologisch ausgereifter, hintergründiger Psychothriller. BR 22.30 Uhr: kreuz & quer spezial – Lourdes (Spielfilm, A/F/D 2009) Mit Sylvie Testud, Léa Seydoux u.a. – Regie: Jessica Hausner – Streng komponiert, hervorragend gespielt, wirft der Film einen distanzierten Blick auf das Geschehen am Wallfahrtsort ohne Gefühle, Gläubigkeit der Menschen und die Ernsthaftigkeit der Sinn- und Heilssuche zu diskreditieren (Wh Mi 20.15, ORF III). ORF 2 MITTWOCH, 1. FEBRUAR 20.15 Uhr: Die Schatten, die dich holen (Fernsehfilm, A/D 2009) Mit Aglaia Szyszkowitz, Mavie Hörbiger, Bernhard Schir u.a. – Regie: Robert Dornhelm – Gut besetzter (Fernseh-)Thriller mit beinahe klassischer Figurenkonstellation. ARD 20.15 Uhr: Der Sturm (Spielfilm, D/DK/NL 2009) Mit Kerry Fox, Anamaria Marinca, Rolf Lassgård u.a. – Regie: HansChristian Schmid – Eindrucksvolle Hauptdarstellerinnen in einem um Authentizität bemühten Politthriller, für dessen überzeugende Inszenierung es schon Preise gab. arte

ORF/THALIA-FILM

Freitag, 3.2., 20.15 Uhr: Wohin und zurück (1): An uns glaubt Gott nicht mehr (Spielfilm, A/CH/D 1982) Mit Johannes Silberschneider, Armin Müller-Stahl u.a. – Unter dem Sammeltitel „Ausgestoßen“ steht die ganz ausgezeichnete, sehenswerte Emigrantentrilogie, in die Autor Georg S. Troller viel Autobiographisches einfließen lässt und die Axel Corti wunderbar umsetzt. ORF III 20.15 Uhr: ORF 2 Tsunami – Ein Leben danach (Spielfilm) ZDF Die Quizshow mit Jörg Pilawa DONNERSTAG, 2. FEBRUAR 20.15 Uhr: Insel aus einer anderen Zeit (Dokumentation) Der Film nimmt mit auf eine Reise durch Kuba und zeigt die Lebensrealität der Menschen dort. 3sat 20.15 Uhr: ORF 2 Der Bergdoktor (Serie) 21.40 Uhr: Im Brennpunkt – Das Erbe des Bürgerkrieges (Reportage) Die Sendung begleitet zwei junge Journalistinnen nach Osttimor und Guatemala, schaut ihnen bei ihrer Arbeit über die Schulter und lässt sie erzählen, wie sie die Situation vor Ort einschätzen. ORF III

20.15 Uhr: Auf Grund gelaufen (Fernsehfilm, F 2011) Mit Jean-François Stévenin, Héléna Noguerra u.a. – Regie: Jean-Christophe Delpias – Umwelt-Thriller um groß angelegte Ölschiebereien, der die Profitgier internationaler Konzerne mit Engagement anprangert. arte 20.15 Uhr: ORFeins Im Brautkleid durch Afrika (Spielfilm) ORF 2/ZDF Der Staatsanwalt (Krimireihe) ARD Zum Kuckuck mit der Liebe (Spielfilm) 21.00 Uhr: makro – Plan B für Europa (Magazin) 250.000 Pfund Preisgeld lobt ein britischer Lord für die beste Idee aus, wie Staaten aus dem Euro aussteigen können. In den Hauptstädten Europas dagegen feilt man an den Plänen zur Rettung des Euro. 3sat SAMSTAG, 4. FEBRUAR 20.15 Uhr: Trauzeuge gesucht (Spielfilm, USA 2009) Mit Paul Rudd, Jason Segel, u.a. – Regie: John Hamburg – Die Komödie begleitet ihre Hauptfigur durch einen amüsant inszenierten Parcours voller Fettnäpfchen und reflektiert am Rande männliche Rollenbilder. Pro7 20.15 Uhr: ARD Heimkehr mit Hindernissen (Spielfilm) ZDF Die Goldene Kamera (Preisverleihung) 21.40 Uhr: Iron Man (Spielfilm, USA 2008) Mit Robert Downey jr., Jeff Bridges, Gwyneth Paltrow u.a. – Regie: Jon Favreau – Unterhaltsamer Action-Film nach einem Marvel-Comic. ORFeins

radiophon

PRIVAT

Msgr. Dr. Ernst Pöschl Diözesanseelsorger der Katholischen Arbeiterjugend, Burgenland

So 6.05 Uhr, Mo–Sa 5.40 Uhr: Morgengedanken. „Seid immer fröhlich. Lasst im Beten nicht nach, dankt Gott in jeder Lebenslage“, diese Stelle im Thessalonicherbrief (5,16-18) ist Inspiration für die ‚Morgengedanken‘. ÖR

Zwischenruf ... von Superintendentin Luise Müller (Innsbruck). So 6.55, Ö1 Erfüllte Zeit. „Jesus in der Synagoge von Kafarnaum“ (Mk 1,21-28). So 7.05, Ö1 Motive – Glauben und Zweifeln. „Mit Spannung leben“ – Zur Seligsprechung Hildegard Burjans. So 19.04, Ö1 Einfach zum Nachdenken. So–Fr 21.57, Ö3 Gedanken für den Tag. „Die Überwindung der Ich-Einsamkeit“ – Gedanken zum 130. Geburtstag des Philosophen Ferdinand Ebner. Von Walter Methlagl. Mo–Sa 6.57, Ö1 Religion aktuell. Mo/Mi-Fr 18.55, Ö1 Praxis – Religion und Gesellschaft. Mi 16.00, Ö1

Logos – Theologie und Leben. „Gott 9.0“ – Wohin sich unsere Gesellschaft spirituell entwickeln könnte. Sa 19.04, Ö1 Radio Vatikan Täglich. 7.30 Lateinische Messe (KW: 5885, 7250, 9645 kHz, UKW: 93,3 MHz) 16.00 Treffpunkt Weltkirche (KW: 5885, 7250, 7320/DRM, 9645 kHz) 20.20 Abendmagazin (Wh. f. Tag 6.20/KW 4005, 5885, 7250, 9645 kHz): (So) Sie Fragen, wir antworten; (Mo) Weltkirchen-Magazin; (Di) Die Radioakademie (1); (Mi) Die Woche in Rom; (Do) Kreuzfeuer – Kirche, wo es kritisch wird; (Fr) Prisma-Magazin; (Sa) Unsere Woche, mit der Betrachtung zum Sonntag – 20.40 Lateinischer Rosenkranz (KW: Siehe Lateinische Messe)

COMMONS.WIKIMEDIA.ORG

So 10.00 Uhr: Katholischer Gottesdienst. Aus dem Dom zu Salzburg. – „Klar sein im Gedanken“ überschreibt Zelebrant Matthäus Appesbacher seine Predigt in der er dem Evangelium Markus (1,21-28) folgend meint: Wer sich auf Jesus einlässt, der wird befreit von den Kräften, die ihn hin und her zerren und an sich selbst binden. ÖR


KirchenZeitung Diözese Linz

Hinweise 27

26. Jänner 2012

KirchenZeitung als Brücke zwischen den Kontinenten

AUSZEICHNUNG

Oberösterreichs Missionare grüßen die KIZ-Leser/innen Zum Jahreswechsel haben zahlreiche Briefe von Oberösterreichs Missionar/innen die KIZ-Redaktion erreicht. Peru. Aus Peru schreibt Pfarrer Franz Windischhofer, dass ihm die Jugend in seiner Pfarre Hoffnung gibt. Sie sind offen und ehrlich bemüht. Darum ist ihm die Unterstützung der Kinder und Jugendlichen ein großes Anliegen. „Erfreulich ist, dass staatliche Stellen meine Arbeit anerkennen. So wurde ich vom Bürgermeister der Provinz Caylloma als ‚Hijo Ilustre‘, als ‚Berühmter Sohn der Provinz‘ ausgezeichnet; etwas übertrieben, aber letztlich kommt dieses Verdienst Ihnen allen zu, die sie mich schon so lange unterstützen.“ P. Lois Ortner SVD – Philippinen. P. Lois Ortner erzählt von der guten Zusammenarbeit mit den Schulen, Eltern und Kindern. „Unser Verhältnis ist wirklich sehr freundlich und hilfsbereit. Bei den Festtagen sind es ja hauptsächlich die Schüler/innen, die allem Glanz und sichtbare Freude verleihen.“ Ein Schwerpunkt in der Pfarre ist die Anbetung: „Für mich selber sind diese Anbetungsstunden die schönsten des Lebens. Nicht nur, weil sie stressfrei, sondern weil sie von so viel himmlischem Frieden umgeben sind.“

P. Günther Ecklbauer OMI – Pakistan. Auf ein Jahr mit viel Auf und Ab blickt P. Günther Ecklbauer zurück. Noch immer beansprucht ihn die Hilfe für die Opfer der Flut vom Sommer 2010. Dank der Wohltäter kann er Familien beim Bau von Häusern oder neuen Dächern unterstützen. Der Rechtsstreit um den Grund und Boden, auf dem mehrere Christendörfer der Pfarre von P. Günther

Pakistan: Eine junge Frau kocht Tee. Diese Aufnahme hat P. Günther Ecklbauer mitgeschickt. Das Bild strahlt für ihn viel Ruhe und Frieden aus – was er allen KIZ-Leser/innen wünscht.

stehen, ist eine unendliche Geschichte. Das Gericht gab den Christen recht, das Zentralgrundamt erkannte die Entscheidung nicht an und jetzt ist wieder das Gericht eingeschaltet. „Es ist gar nicht möglich zu bewerten, was gut war und was weniger. (...) Es ist genug, es anzunehmen und vetrauensvoll in Gottes Hand zu legen.“ Sr. Bertholde Polterauer – Simbabwe. Sr. Bertholde lebt in einem Waisenhaus in Simbabwe (Afrika). 50-mal hat sie schon Weihnachten in Afrika gefeiert. „Aber immer wieder werden liebe Erinnerungen an die Heimat wach.“ Kurz vor Weihnachten haben die Schwestern ein einjähriges Kind – ausgesetzt am Bahndamm – gefunden. „So ist das Christkind heuer schon früher zu uns gekommen.“ Barreiras (Brasilien) – Christian Mayr. „Nachdem ich von allen insgesamt 20 Priestern der Diözese am längsten (elf Jahre) in derselben Pfarre diene, werde ich versetzt. So wie es aussieht, komme ich nach Mimoso. Das ist das Zentrum des Soja- und Baumwollanbaus mit starken sozialen Kontrasten. Inzwischen ist die Stadt dreimal so groß (ca. 60.000 Einwohner) und hat drei Pfarren. Um den verstorbenen Bischof Richard Weberberger zu ehren, ließ sein Nachfolger eine Ausstellung über sein Leben zusammenstellen.“ Tansania – Hans Humer. Pfarrer Hans Humer dankt allen, die die Arbeit in Kayanga Unterstützen: im Gebet, im Aneinander-Denken, im Kontakt-Halten, finanziell und ideell.

„„ Landesauszeichnung für Helmut Obermayr. Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer verlieh am 19. Jänner 2011 dem ORF-Landesdirektor a.D. Dr. Helmut Obermayr das Goldene Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich. Obermayr war von 2002 bis 2011 Landesdirektor, seit 1994 war er für die Sparte Religion im Landesstudio Oberösterreich zuständig. Von 1999 bis 2002 leitete der Trauner die ORF-Radio-Hauptabteilung Religion in Wien. Er begründete die Ökumenische Sommerakademie im Stift Kremsmünster. Von Anbeginn an war die KirchenZeitung Mitveranstalter dieser bedeutenden ökumenischen Veranstaltung. FOTO: DENISE STINGLMAYR „„ Wirkte 52 Jahre als Organist in Rainbach: Josef Stumvoll. A. KOHLBERGER

„„ Rainbach. Mit Ende des Jahres 2011 hat Josef Stumvoll seine Tätigkeit als Chorleiter beendet. Mit großem Können, Geduld und einem hohen Maß an musikalischer und liturgischer Kompetenz hat er 52 Jahre gewirkt. Von der Diözese hat er für diese Dienste schon alle Auszeichnungen, die es dafür gibt, erhalten. Beim Festgottesdienst am 25. Dezember 2011wurde ihm von der Pfarre der Dank ausgesprochen.


28 Kunst & Kultur

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KirchenZeitung Diözese Linz

FÜR SIE GELESEN Internatsjahre „Tu es Petrus“. Karli ist noch keine zehn Jahre alt, als er an der Hand der Mutter Ende August 1956 das erste Mal die riesige Eingangshalle des Petrinums betritt, um als Priesterstudent (!) aufgenommen zu werden. Die Inschrift über der mächtigen schwarzen Statue liest er als Aufforderung – an Petrus oder an ihn, den kleinen Karli. So klar ist das nicht. Doch die Statue ist erst der Beginn von vielen neuen Erfahrungen, die groß, fremd und bedrohlich auf den Buben wirken. Angeregt durch die Diskussion um die Missbrauchsfälle in (kirchlichen) Internaten hat sich der mittlerweile pensionierte Gymnasiallehrer Karl Schmutzhard daran gemacht, seine eigene Internatsgeschichte niederzuschreiben. Das Ergebnis ist eine wohlwollend kritische, sehr persönliche und deshalb berührende Betrachtung von Zuund Umständen kirchlicher Erziehung der 1950er und 1960er Jahre, die sich vielleicht durch die strenge Zucht und Ordnung, kaum aber durch die Einstellung, was Erziehung ist und sein sollte, von anderen Schulen der damaligen Zeit unterschieden haben. Es ist keine Abrechnung, sondern eine sehr differenzierte Schilderung des Erlebten auf einem hohen Reflexionsniveau und in dem Bewusstsein, dass diese Schule eine der wenigen Chancen für damalige Landkinder war, zu einer höheren Bildung zu kommen. Da erzählt jemand – streckenweise sehr humorvoll –, der gelernt hat, gut mit dem umzugehen, was ihm widerfahren ist – im Guten wie im Schlechten. M.F.-H.

Jose Carreras, Elina Garanca und Jonas Kaufmann.

GRAUSTEIN EVENTS (2), GABO/DEUTSCHE GRAMMOPHON (MITTE)

Drei Stars auf dem Linzer Domplatz

Klassik am Dom Das Linzer Publikum dürfte ihr im vergangenen Jahr gefallen haben: Elina Garanca wird am 12. Juli zum zweiten Mal auf der Bühne vor dem Linzer Mariendom singen. Es ist einer der ersten Auftritte nach der Geburt ihrer Tochter. Begleitet wird sie von ihrem Mann Karel Mark Chichon, der das Symphonieorchester der Volksoper Wien dirigieren wird. Zwei Tenöre. Die Konzertreihe umfasst heuer drei Termine. Eingeleitet wird sie von Jose Carreras, der am 24. Juli nach Linz kommt, gemeinsam mit dem Symphonieorchester der Volksoper Wien unter der Leitung von David Gimenez. Das dritte Konzert am

14. Juli gibt der zurzeit bekannteste deutsche Tenor Jonas Kaufmann. Jochen Rieder wird an diesem Abend das Brucknerorchester Linz dirigieren. Jubiläumsjahr. „Klassik am Dom“ ist einer der Höhepunkte im Jubiläumsjahr des Domes. Sein Grundstein wurde am 1. Mai vor 150 Jahren gelegt. „Zwischen April und Oktober werden ausgewählte Veranstaltungen für die ganze Familie stattfinden“, verspricht Dommeister Clemens Pichler. CHRISTINE GRÜLL u Info & Karten: www.klassikamdom.at, www. oeticket.at oder in allen Linzer Kartenbüros.

Kunst für die Ewigkeit Schloss Puchberg. „Kirchenfenster zu gestalten ist für die Ewigkeit – oder zumindest bis die Kirche zusammenfällt“, sagte Heinz Göbel bei der Eröffnung der aktuellen Ausstellung in Schloss Puchberg am vergangenen Donnerstag. Der Maler erhielt den Landeskulturpreis 2011 für Bildende Kunst. Für die Pfarrkirche Hl. Michael in Schwanenstadt schuf er zwei Glasfenster, die nun mit zahlreichen anderen Kunstprojekten der Diözese in „Kunst und Kirche auf Augenhöhe“ bis 4. März auf Schautafeln vorgestellt werden. Zu sehen sind auch zwei weitere Fenster, die Heinz Göbels Frau, die Künstlerin Maria Moser, für die Pfarrkirche gestaltet hat. Pfarrer Gilbert Schandera, der das Kunstprojekt seit 2008 begleitet hat, lobte die mystische Kraft der Fenster: „Die Kirche ist ein Berührungspunkt zwischen Himmel und Erde geworden.“

Schmutzhard, Karl: Tu es. Internatsjahre 1956–1964 im Kollegium Petrinum Linz, IMT Verlag, Kufstein 2011, ISBN 978-3-950-2786-6-8, 193 S., € 19,90.

Glasfenster von Heinz Göbel in Schwanenstadt. ULRICH KEHRER

u Am Freitag, 27. Jänner, um 19.30 Uhr spricht Dr. Gustav Schörghofer SJ, Kunsthistoriker und Kirchenrektor der Jesuitenkirche in Wien, über zeitgenössische Kunst („Die Wahrheit muss sichtbar werden“). Zuvor gibt Dr. Martina Gelsinger vom Kunstreferat einen Überblick über die Ausstellung. Info & Anmeldung: Tel. 07242/475 37, www.bildungshaus-puchberg.at, Kursbeitrag: € 12,–.


KirchenZeitung Diözese Linz

Kultur 29

26. Jänner 2012

Helmut Schmidinger: Ein Komponist im Porträt

„Ich würde ein Cello heiraten“ Können Komponisten von ihrer Arbeit leben? Diese Frage wird Helmut Schmidinger oft gestellt. Zwischen Terminen in Wien, Reutlingen, Wels, Linz und Riga sprach er mit der KIZ über seinen Beruf. CHRISTINE GRÜLL

„Man schreibt um sein Leben“, sagt Helmut Schmidinger und lacht. Sein Beruf sollte im Musikland Österreich selbstverständlich sein. Doch in einem Land, das so gut von seiner musikalischen Tradition leben kann, werden lebende Komponisten oft noch als brotlose Künstler gesehen. Umso erfreulicher ist es, dass der 1969 geborene Welser regelmäßig neue Aufträge – meist von Orchestern – erhält. Drei bis vier Stücke sind es im Jahr, und er trifft die Auftraggebenden gerne persönlich. Wie jene Geigerin, die von Tokio nach Wien kam, um ihn kennenzulernen. Musik von Kindheit an. Musiziert wurde viel in Helmut Schmidingers Familie. Schon in sehr jungen Jahren hat er Musikstücke bearbeitet und selbst komponiert. Musik ist Kindern wichtig, das weiß der zweifache Vater auch aus seinen Erfahrungen an der Musikschule, in der er bis vor drei Jahren Komposition unterrichtete. An ein junges Publikum richtet sich sein soeben fertig geschriebenes Stück mit dem Titel „Ein Bleistiftspitzer packt aus“, das im April von Volksschüler/innen in Wels aufgeführt wird. Welcher Generation das Publikum auch angehört – seine Musik soll die Menschen berühren, wünscht sich Helmut Schmidinger, im Positiven wie im Negativen. „Ich möchte nicht, dass sie den Zuhörenden egal ist.“ Wortspiele. Aufmerksamkeit im Konzertsaal erreicht er allein schon durch die hin-

Zur Person Der Komponist Helmut Schmidinger, geboren 1969 in Wels, studierte Klavier und Oboe und absolvierte das Kompositionsstudium am Mozarteum in Salzburg. Er ist auch Intendant der Welser Abonnementkonzerte, Leiter der Jeunesse Geschäftsstelle Wels und gestaltet in Zusammenarbeit mit dem ORF die Konzertreihe „Treffpunkt Neue Musik“. Er erhielt u.a. den Oö. Landeskulturpreis für Musik und das Staatsstipendium für Komposition. u www.litmus.at

tergründigen und witzigen Titel seiner Kompositionen. „Wo der Bartl den Most herholt“ heißt zum Beispiel eine, in der er das Rezept einer Mostsuppe vertont hat. Ein Klavierstück nannte er „... schickt sich wahrscheinlich nicht in einem so ernsten Konzert“, und einer seiner letzten Aufträge für die Württembergische Philharmonie Reutlingen trägt den Titel „... between thin slices ...“ – „zwischen dünnen Scheiben“, entnommen einem Sandwichrezept aus dem 18. Jahrhundert.

KULTURLAND n Ausstellung in Ried im Innkreis. Bis 24. März ist im Innviertler Volkskundehaus eine Ausstellung der Künstlerin Elisabeth Wimmer-Röck gewidmet. Unter dem Titel „Lebendig“ sind Bilder zu sehen, in denen sie Begriffe aus der Mythologie und religiöse Symbole in Acrylfarben umgesetzt hat. Die Eröffnung ist am Do., 2. Februar, um 19 Uhr. n Tango in Linz-Grünberg. Der Verein KulturKirche St. Markus feiert sein fünfjähriges Bestehen mit einer Reihe von Konzerten und Lesungen. Am Freitag, 3. Februar, um 19.30 Uhr spielt das österreichisch-ungarische „Ensemble Tango de Salón“ um Peter Gillmayr im Pfarrsaal, mit einem Auftritt des argentinischen Tenors Oscar Immhoff. u Info: www.kulturkirche.at

Der Komponist im Spiegel der Öffentlichkeit: Helmut Schmidinger macht bewusst, dass es neben Mozart und Haydn auch lebende Komponisten in Österreich gibt. RENATE KATTENEDER

Was Musik und Kirche verbindet. Dem allen ist die Lust anzumerken, mit der der Cello-Liebhaber seinen Klangvorstellungen nachgeht. Ein Cello würde er sogar heiraten, meint er. Ob in der „Komponierstube“, beim Wandern oder auf seinem Rennrad, allein muss er dabei sein. Denn Komponieren ist etwas Intimes. „Musik kümmert sich um die Seele der Menschen, wie auch die Kirche“, sagt Helmut Schmidinger, der das Kammermusikstück „Zum Beispiel Franz“ über Franz von Assisi vertont hat (die KIZ berichtete). Er ist überzeugt, das beide miteinander verbunden sind. Denn schon in der Bibel kann die Sprache zu Pfingsten, die alle Jünger verstehen, nur Musik gewesen sein. Helmut Schmidinger trinkt seinen Espresso aus und entschwindet zum nächsten Termin. Komponisten sind doch begehrt. u Konzert des Orchesters der Württembergischen Philharmonie Reutlingen, Mi., 1. Februar, 19.30 Uhr, Stadttheater Wels. Karten: Tel. 01/880 88. u „Treffpunkt Neue Musik“, Do., 2. Februar, 19 Uhr, Cocktail um 18.30 Uhr. Programm & Anmeldung unter Tel. 0732/66 69 52.

n Konzert in Steyr. Der A-cappella-Chor LALA tritt am Freitag, 3. Februar, um 19.30 Uhr im Dominikanerhaus auf. Ilia Viereder (Sopran), Julia Kaineder (Alt), Peter Chalupar (Tenor) und Mathias Kaineder (Bass) singen klassische Werke, Kirchenmusik und Volkslieder bis hin zu zeitgenössischen Popsongs.

LALA

n Messe im Linzer Dom. Organist Heinrich Reknagel und der Chor des Konservatoriums für Kirchenmusik bringen unter der Leitung von Josef Habringer am So., 5. Februar, um 10 Uhr die Missa „Ecce Quam Bonum“ des frühbarocken Komponisten Hans Leo Hassler zu Gehör. n Arien im Alten Dom. Am So., 5. Februar, um 10.30 Uhr singen Birgit Heindler (Sopran) und Barbara Wolfmayr (Alt) barocke und romantische Arien, gemeinsam mit Bernhard Prammer an der Orgel.


30 Personen

26. Jänner 2012

Braucht es ein Diözesankonzil?

DANK n Pfandl. Es liegt zwar schon einige Zeit zurück, das Ereignis soll aber nicht unerwähnt bleiben: Franz Streibl erhielt in Würdigung seines langjährigen ehrenamtlichen Wirkens in der Pfarre Pfandl die Verdienstmedaille des Landes OÖ. Von 1972 bis 2007 war er stellvertretender Leiter des Pfarrgemein-

derates, um nur eine herausragende Aktivität zu nennen. 1968 gründete er gemeinsam mit Monsignore Johannes Schlosser die Diözesansportgemeinschaft Pfandl. Aus den damals vier Tischtennisspielern ist heute einer der größten Bad Ischler Vereine mit fünf Sektionen und ca. 340 Mitgliedern geworden. n Linz, Spattstraße. Direktor Gottfried Fux war – bis Jahresende – 41 Jahren im Diakonie-Zentrum Spattstraße tätig. Das Land Oberösterreich verlieh ihm für seinen Einsatz den Ehrentitel „Konsulent für Soziales“. n Marienschwestern. Im Jahr 2011, im Jubiläumsjahr „100 Jahre Kneippen bei den Marienschwestern“, ging ein Preisregen über die Kneipp-Häuser in Aspach, Bad Kreuzen und Bad Mühllacken nieder: mehrere Auszeichnungen in betrieblicher Gesundheitsförderung, Preis für Unternehmensführung (Staatspreis Tourismus), Innovationspreis „Brilliance“ und Regionalitätspreis. n Lacken. Die Pfarrleitung von Lacken dankte Josef Mörzinger für seine Tätigkeit

als engagierter Kirchenchor-Leiter und Organist. Mörzinger musste sein Ehrenamt mit Jahresende aus gesundheitlichen Gründen zurücklegen. Der letzte Höhepunkt war die Aufführung der „Pastoralmesse in C“. n Kath. Männerbewegung (KMB). Die KMB trauert um ihren ehemaligen Dekanatsobmann Karl Gsöllpointner aus Losenstein, der zu Jahresende seiner Krebserkrankung erlegen ist. n Antiesenhofen. Das Katholische Bildungswerk Antiesenhofen veranstaltet seit 1978 Bildungsreisen. Konsulent Herbert Bitter, langjähriger KBW-Leiter, plant und begleitet diese Reisen. Obwohl er aus Altersgründen – er ist 80 – in seine alte Heimat ins Mühlviertel übersiedelte, führt er die „Innviertler KBW-Reise-Abteilung“ weiter. Die 50. Bildungsreise nach Armenien war also nicht die letzte. Heuer geht es nach Thüringen und Frankreich. „Biblisch gesprochen sind wir dabei ,Volk Gottes unterwegs‘. Man sagt, jede Medaille hat zwei Seiten, auch unsere Kirche mit vielen positiven Angeboten, die wir nicht übersehen sollten“, schreibt Johanna Bittner an die KIZ. n Pennewang. Zum 60-Jahr-Jubiläum der Katholischen Frauenbewegung (kfb) Pennewang dankte die KFB-Leiterin a.D. Karoline Ortner allen Frauen, die die vielfältige Arbeit der kfb mittrugen und -tragen. Beim Festakt waren 65 Frauen anwesend. n Bad Wimsbach. Anstelle von Kundenweihnachtsgeschenken unterstützte das Autohaus Müller aus Bad Wimsbach wieder ein Hilfsprojekt der MIVA. Mit einer Spende von € 1.200 können zwölf Fahrräder für Katechisten im Sudan gekauft werden.

GEBURTSTAG n Am 27. Jänner 2012 vollendet KonsR Alois Leopoldseder sein 75. Lebensjahr. Er stammt aus Liebenau und empfing 1962 die Priesterweihe. Ab 1972 war er Seelsorger in Roßbach, ab 1979 dort Pfarrer, ebenso ab 1979 Pfarrer von Treubach. Von 1993 bis 1996 war Leopoldseder Pfarrer in St. Veit im Mühlkreis, seither ist er Pfarrer in Niederkappel.

KirchenZeitung Diözese Linz

WEIHEJUBILÄUM n Am 27. Jänner 2012 wird Heinz Weißenböck, Ständiger Diakon (geweiht 2000) in Rainbach im Mühlkreis, 60 Jahre alt. Er stammt aus Grünbach bei Freistadt und ist Hauptschullehrer in Rainbach im Mühlkreis. Seine Aufgaben als Diakon sind u.a. in der Ministrantenarbeit, bei der Firmvorbereitung und im Krankenbesuchsdienst. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

n Am 31. Jänner 2012 begeht Mag. Marian Tatura, Pfarradministrator in Losenstein und Reichraming, das 25-Jahr-Jubiläum seiner Priesterweihe.

Zum Vorschlag der Katholischen Aktion eines „Diözesankonzils“

Ich bin von der Idee eines „Diözesankonzils“ begeistert! Ich finde es gut und wichtig, dass die Christen miteinander reden und miteinander nach Problemlösungen suchen. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto mehr wird Kirche wieder als das erfahrbar, was sie eigentlich immer sein sollte: eine Gemeinschaft von gleichberechtigten und verantwortungsbewussten Christen und Christinnen, die keine Teilung zulässt in eine Gruppe (Klerus), die selbstherrlich über alle bestimmt, was gut und böse ist, und in eine zweite Gruppe, die sich nur als Zuschauer versteht und sich innerlich immer mehr von der Kirche entfernt. Das Diözesankonzil möge zur Geschwisterlichkeit innerhalb der Kirche beitragen und ein Hoffnungsfunke für die Gesamtkirche werden. DR. FRITZ BREITWIESER, THALHEIM

Wert der Tradition Laut KirchenZeitung soll ein allfälliges Diözesankonzil eventuell auch mit einer umfassenden Kirchenvolksbefragung verbunden werden, die dann aber auch Konsequenzen haben müsse. Also wieder einmal innerkirchliche Demokratie in Reinkultur. Ohne dazu selbst etwas zu äußern, zitiere ich hiezu bloß aus dem Buch „Orthodoxie – Eine Handreichung für Ungläubige“, IV. Kapitel, des englischen Autors Gilbert Keith Chesterton, 1874–1936, folgende Sätze: „Es liegt doch auf der Hand, daß Tradition nichts weiter ist als Demokratie in zeitlicher Erstreckung. [...] Tradition läßt sich als erweitertes Stimmrecht fassen. Tradition bedeutet, daß man der am meisten im Schatten stehenden Klasse, unseren Vorfahren, Stimmrecht verleiht. Tradition ist Demokratie für die Toten. Sie ist die Weigerung, der kleinen, anmaßenden Oligarchie derer, die zufällig gerade auf der Erde wandeln, das Feld zu überlassen.“ Eine höchst bemerkenswerte Meinung, finde ich. Sie sollte nicht nur in der Kirche Berücksichtigung finden. DR. JOHANN HAHN, PERG


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26. Jänner 2012

Ich halte viel von der Idee der Katholischen Aktion, ein Diözesankonzil einzuberufen, und ich ergänze, „solange Menschen die Kirche noch bewegt“! Ich möchte nicht länger zuschauen und zuwarten müssen, bis sich immer mehr Menschen enttäuscht von der Kirche abwenden, bei der großen Not an Seelsorgern! Ich möchte unterstreichen, was Dr. Severin Renoldner sagt: „Die Kirche sollte sich liebevoll (!!) mit ihrer Zeit, mit den jetzt lebenden Menschen und ihren Sorgen befassen!“, und nicht nur an Altem festhalten, das ist nicht ihre eigentliche Aufgabe! PAULA WINTEREDER, NEUKIRCHEN/W.

Nicht nur Hosianna singen Jesus würde sich der PfarrerInitiative (...) mit Sicherheit anschließen und so manchen Eiferer aus dem Tempel jagen. Neuer Mut tut gut und kann zu einer Begeisterung führen, die den christlichen Kirchen in Europa abhandengekommen ist. Beten und Hosianna singen ist zu wenig, um junge Menschen für die Botschaft Christi zu gewinnen. An den Taten und an der gegenseitigen Liebe sollt ihr sie erkennen. Die Priester sind vom Aussterben bedroht. Da ist es doch recht, sichtbare Zeichen und Taten zu setzen, damit die Frohe Botschaft nicht verkommt. WALTER PLÖDERL, ST. FLORIAN

Beteiligte sollen auch entscheiden Leider gehöre ich ja nicht der Diözese Linz an. Zu engagierten Laien braucht es wohl auch mutige Bischöfe. In meinen jungen Jahren gab es noch Diözesansynoden. „Was alle angeht, sollen auch alle beschließen.“ Wie nötig wären neuerlich solche Vorgänge! Zuletzt brachte der „Dialog für Österreich“ ja erstaunliche Ergebnisse, aber die wurden nicht umgesetzt. Sinn macht ein solcher Vorgang nur, wenn es auf Diözesanebene verbindliche Beschlüsse gibt, anderes wird zur dringlichen Behandlung weiterverwiesen werden

müssen. In einem „Diözesankonzil“ sollten gewählte Vertreter aus allen Pfarren und allen kirchlichen Gemeinschaften vertreten sein. Wenn möglichst viele Diözesen einen synodalen Vorgang durchführen, könnten diözesane Delegiertengruppen die Ergebnisse österreichweit koordinieren und in einer nächsten Stufe europaweit. Die Verhältnisse in Kirche und Welt haben sich seit dem Konzil stark verändert, es braucht eine neue, große Anstrengung. (...) KARL HELMREICH, BENEDIKTINER, MELK

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Solange Kirche noch bewegt

T H C E R E G N E H C S N it mit ME Fastenze

Am Klavier des Herrn Wir nennen uns Christen, sind auf den Tod und die Auferstehung Jesu Christi getauft, aber leben wir auch danach? Sind wir tatsächlich in der Lage, uns hier ein Urteil zu bilden, wie es in Seiner Kirche – „Wir sind Kirche“ – aussehen soll? Wie steht es mit unserem Glauben im täglichen Leben? Welchen Stellenwert hat Gott? Die Lehre Jesu Christi – was wissen wir darüber? Lesen wir in der Hl. Schrift? (...) Sind wir ein Segen für andere? (...) Ist uns wichtig, was der Herr über uns denkt, oder zählt nur die Meinung der Menschen, der Applaus der Welt? (...) Habe ich wirklich Weitsicht, Weisheit und Erkenntnis, die Demut und Liebe, das „Klavier des Herrn“ neu zu stimmen? Und muss ich damit nicht bei mir selber anfangen? Mehr als an Predigern fehlt es uns in den heutigen Tagen an Betern. CHRISTINE MERZENDORFER, MEHRNBACH

Es besteht höchste Dringlichkeitsstufe für zahlreiche kirchliche Baustellen. Und es gibt genügend kluge Architekt/innen, Baumeister/innen, Polier/innen, Maurer/innen, Zureicher/ innen etc. Sie alle sind eingeladen, mitzubauen an der vielfältigen Architektur der Kirche als Haus Gottes, als Haus des Gottesvolkes, als „Zentralbahnhof“, „PRAY-STATION“. FAMILIE EDER-WIESMAYR, BAD ZELL

Veröffentlichungen bedeuten keine Zustimmung der Redaktion. Zuschriften an: KirchenZeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz; leserbriefe@kirchenzeitung.at

Erwin r Kräutlchet,

ere Schöpfungsg recht und e g n mensche leben. gottgerecht er, Erwin Kräutl mazonas, Bischof am A . gibt Anstöße

Ab 23. Februar in der

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Einsenden an: KirchenZeitung Diözese Linz, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz

ich möchte die Serie MENSCHENGERECHT lesen und erhalte die KirchenZeitung ab 23. Februar 7 Wochen lang um 5 Euro. Danach endet das Abo automatisch.

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UNTER UNS Die Sache mit der Wahrheit Nach dem ersten Schock über den Untergang des Kreuzfahrtsschiffes „Costa Concordia“ kamen die Erklärungen. Die waren und sind abenteuerlich. Das Riff war auf der Karte nicht eingezeichnet, behauptete der Kapitän, der zufällig ins Rettungsboot gefallen war. Die junge blonde Moldawierin auf der Brücke war – so ihre Aussage – seine Dolmetscherin. Die Reederei schwört Stein und Bein von der riskanten Fahrweise ihres Kapitäns nichts gewusst zu haben und übrigens waren die Mikrofone kaputt, mit denen die Gespräche auf der Kommandobrücke hätten aufgenommen und in der „black box“ gespeichert werden müssen. Ausreden, Halbwahrheiten und Erklärungen, die an Kuriosität nicht zu überbieten sind, wohin man blickt.

DENK MAL

Einsilbig ist zu wenig Schnee deckt nun das Feld Gespannt harrt dort die Katze Grau erstarrt die Maus.

Im Schnee spielt die Katze Katz und Maus. BEGSTEIGER

ERNST GANSINGER

ser zu einer persönlichen Deutung verleiten. Darum: Verspieltes Dichten / schaltet den Fernseher aus / und zählt die Silben. Machen Sie mit und schicken Sie uns bis 3. Februar Ihre Silben-Akrobatik, Ihre Haiku-Dichtung. Wir verlosen ein Buch. X Adresse: KirchenZeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, E-Mail: office@kirchenzeitung.at X Beim Denk Mal Nr. 2 hat Hermine Plasser aus Linz gewonnen (Elfchen-Gedicht). Beim Denk Mal Nr. 3 sind zwei Zitate nicht ganz korrekt gewesen. Im Titel hätte es „denkt sich sein Theil“ (nicht: seinen Theil) heißen müssen, Die zweite Zeile im Eingangs-Zitat heißt richtig: „dass sich ein Fürst sein unterwinde!“ (nicht: „dass sich sein Fürst unterwinde!“)

JOSEF WALLNER JOSEF.WALLNER@KIRCHENZEITUNG.AT

DOMSPATZ

MERK-WÜRDIG

Tausende sind gekommen. Kitzbühel und Schladming beweisen, dass es den wahren Sportsgeist noch gibt: Dabei sein ist alles.

„Was man früher für den lieben Gott tat – wallfahren, fasten, gute Werke – tut man heute für die Gesundheit.“ MANFRED LÜTZ, THEOLOGE UND ARZT, KRITISIERTE IM MAGAZIN „FOCUS“ DIE „REAL EXISTIERENDE GESUNDHEITSRELIGION“.

P.b.b. Verlagspostamt 4020 Linz, GZ 022031277 W

Nachdem die „Elfchen“-Übung der Nummer 2 vielen Ansporn zum lustvollen Dichten war, reduzieren wir dieses Mal das Dichten noch mehr: „Haiku“ heißt eine alte japanische Gedichtform, bei der – in seiner traditionellen Gestalt – ein Dreizeiler mit exakter Silben-Zahl getextet wird: erste Zeile fünf Silben, zweite Zeile sieben Silben und dritte Zeile wieder fünf Silben. Moderne Haiku-Poeten halten sich nicht so streng an die 5-7-5-Regel, aber an Knappheit und drei Zeilen. Es gäbe viel Theoretisches über das Haiku zu sagen. Zu viel Theorie aber verdirbt die Freude. Daher nur drei knappe Spiel- oder Textregeln: 1) Das Haiku nimmt in einer konkreten Zeit (Winter zum Beispiel) etwas wahr. 2) Es ist wie eine Fotografie, erfasst ein Motiv. 3) Diese „Text-Fotografie“ soll überraschen, den Le-

Warum fällt es Menschen so schwer die Wahrheit zu sagen? Einfach und schlicht die Wahrheit – auch aus Respekt vor den Toten der Katastrophe. Natürlich geht es um viel Geld, wenn Schadenerstzansprüche gestellt werden. Aber der Kapitän hat in diesem Fall nichts mehr zu verlieren. Denn der Schaden übersteigt in jedem Fall seine finanziellen Möglichkeiten – selbst wenn er arbeiten würde, bis er hundert Jahre alt ist. Wahrheit hat mit Würde zu tun, mit der eigenen und der der Opfer.


KirchenZeitung 04/2012