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AUSGABE 01/13

Jade-Weser Port Konkurrent - Partner Alleinstellungsmerkmal?! Der neue Hafen in Wilhelmshaven

Neuer Landesvorstand! Alles, was du über den neuen Landesvorsitzenden, Landesgeschäftsführer und den Landesvorstand wissen musst!

Junge Transatlantiker

Gastbeitr äge Rainer Be von nsch, Dr. Thom as vom

Bruch un d Luisa Häsler!

Die versteckte Superuni Was und wer hinter den Zäunen der Jacobs University steckt!

www.junger-schluessel.de

Wer sie sind, was sie machen - und wie du mitmachen kannst!


Editorial

INHALTSVERZEICHNIS Deutsch-amerikanische Freundschaft

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Randale an der Uni

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Brementag 2013

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Landesparteitag der CDU vom 25.05.13

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Wir sind ein teAM!

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Großbritannien und die EU

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Interview mit Jacob Schrot, Vorsitzender Junge Transatlantiker

Port 14 Jade-Weser Ralf Behrend

Interviews mit Günther Beckstein und Stefan Luft zur Asyldebatte an der Uni Bremen

Die JU Bremen mischt den Laden auf!

Gruß des kernteAMs an Bremen

Wiebkepedia zur Sonderstellung der UK in der Europäischen Union

Mehr Geund32 heitspersonal für Bremen! Ein Gastbeitrag von Rainer Bensch, MdBB

Katastrophe Schule

34

RCDS Nordkonferenz

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Interview mit dem Bildungspolitischen Sprecher der CDU Bremen Dr. Thomas vom Bruch

Gastbeitrag von LuisaKatharina Häsler

Neuer Landesge- 40 schäftsführer Alexander Bauermann

Unser neuer Landesvorstand Wir stellen uns vor

41

Das Kartell

von 22 Kommentar Nils Janssen

University 26 Jacobs Eine eigene Welt?

Dear friends of the JU Bremen and the “Junger Schlüssel”! Liebe Freundinnen und Freunde der JU Bremen und des Jungen Schlüssels,

M

an darf niemals „zu spät“ sagen“ – das meinte zwar schon Konrad Adenauer, aber an dieser Stelle wollen wir uns trotzdem nochmal entschuldigen, dass ihr so lange auf diese Ausgabe warten musstet. Wir hatten leider ein paar Probleme mit dem Layout, die wir jetzt allerdings beheben konnten, und wollen euch nun wieder regelmäßig mit neuer JU-Bremen-Lektüre versorgen. Wie ihr vielleicht schon an der Begrüßung gemerkt habt, steht diese Ausgabe ganz im Zeichen der Internationalität. Ihr bekommt nicht nur Informationen über den neuen Jade-Weser-Port, die Organisation „Junge Transatlantiker“ und die Asyldebatte an der Uni Bremen, sondern auch eine einmalige Einsicht in die Welt der internationalen Jacobs University. Farzad Pouya, ein Student der Jacobs University aus Afghanistan, schildert euch seine Sicht auf Bremen und die Uni und die Artikel zu der „verborgenen“ Welt der Jacobs könnt ihr sogar auf Deutsch oder auf Englisch lesen. Auch Wiebkepedia befasst sich mit einem internationalen Thema – der britischen Sonderrolle in der EU. Internationalität ist natürlich nicht unser einziges Thema! Wir stellen euch ebenfalls unseren neuen Landesvorsitzenden Nils, unseren neuen Landesgeschäftsführer Alex und unseren neuen Landesvorstand vor, präsentieren euch die Meinungen von Rainer Bensch zum Gesundheitswesen und von Dr. Thomas vom Bruch zum Bildungswesen in Bremen und decken ein Geheimnis über die Energiesparlampe auf. Luisa, die mit dem RCDS gerade einen beeindruckenden Wahlkampf gemanagt hat, erzählt euch außerdem von der RCDS-Nordkonferenz. Und auch aus Berlin hat uns ein Gruß erreicht: Das kernteAM schwört uns schonmal ein bisschen auf den Wahlkampf in diesem Jahr ein! Also, viel Spaß beim Schmökern im neuen Jungen Schlüssel, und wie Farzad schreiben würde: „Cheers!“

Fotos: Jacobs University, Fotolia, iStockphoto

Anträge, Diskussionen, Wahlen!

Eure Wiebke und das Team des Jungen Schlüssels

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JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13


JU‘ler

Unser neuer Landesvorsitzender Liebe Mitglieder und Freunde der Jungen Union Bremen!

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eit dem 27.04.2013 bin ich nun in meinem neuen Amt als Landesvorsitzender für die Junge Union Bremen! Ich freue mich sehr über das Vertrauen, das ihr mir mit auf den Weg gegeben habt. Es ist mir eine Ehre, als neuer Landesvorsitzender die Nordkonferenz der Jungen Union Deutschlands in Bremen zusammen mit meinem Team auszurichten. Wir haben einen harten Wahlkampf vor uns. Wir kämpfen gemeinsam dafür, dass unsere Kanzlerin und unsere CDU wieder in Berlin die Regierung stellen. Wir kämpfen gemeinsam für ein starkes Deutschland in Europa und in der Welt.

An dieser Stelle möchte ich sagen, dass ich jetzt schon sehr stolz auf mein Team bin. Seit zwei Jahren arbeite ich schon mit einigen im Landes- und Kreisvorstand zusammen und bin mir sicher, dass wir zwei weitere, starke Jahre für Junge Union bestreiten werden: über den jetzigen Bundestagswahlkampf, den Europawahlkampf 2014 und die Landtagswahlen 2015. Der neue Landesvorstand hat sich viele Ziele für die nächsten zwei Jahre gesteckt und ich bin überzeugt, dass wir diese auch erreichen werden. Ansonsten möchte ich euch eigentlich nur mit auf dem Weg geben, das ich immer für alle Verbände und Mitglieder gern ein offenes Ohr habe.

ÜBER NILS Nils Janßen

geb. am 11.11.1985 in Bremen Master of Electrical Engineering / Unternehmer

Seit 2005 Mitglied der CDU und JU (Westen)

„Sei ehrlich, behalte „Engagement für die junge Generation in Person.“ Seit 2009 Mitglied im immer ein offenes Ohr, Bildungsausschuss Christine Deppe habe Spaß bei deiner ArSeit 2011 Mitglied im Beirat beit und ich wünsche viel Seit 2012 Kreisvorsitzender Erfolg für deine zukünftider JU Bremen-Stadt „Nils ist ein langjährigen Freund ge Zeit im Vorstand!“ Seit 2013 Landesvorsitzender und wichtiger Mitstreiter in der Nicole Höft der JU Bremen Partei für mich. Sein Engagement Mitglied der Bundeskommisin der Jungen Union auf Landession Energiepolitik und Bundesebene ist vorbildlich. Er genießt ein hohes Ansehen und ist die richtige Wahl für un„Viel Erfolg als Landesvorseren Landesvorsitz. Gemeinsam „Egal was passiert – imsitzender und als treibende mit dem neuen Landesvorstand mer Ruhe bewahren :)“ Kraft bei neuen Ideen“ werden wir viel erreichen.“ Luisa-Katharina Häsler Marcel Freihorst Ralf Behrend

Fotos: Nils Janßen

„Ich freue mich riesig auf die enge Zusammenarbeit auf Landesebene, nachdem wir bereits im Kreisverband bewiesen haben, dass wir ein super Team sind!“ Alexander Bauermann

„Nils ist nicht nur ein kompetenter Politiker, sondern auch für Spaß immer zu haben. Er wird die Junge Union Bremen sehr voranbringen.“ Wiebke Winter „Nils macht das schon ! :)“ Julia Weidlich

„Mehr politische Bildung und politische Diskussionsrunden. ;-)“ Maximilian Nesnidal

JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

„Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg bei deiner politischen Arbeit und jederzeit das richtige Gespür!“ Tobias Hentze

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Interview

Für eine starke deutsch-amerikanische Freundschaft

W

arum hat sich die Initiative junger Transatlantiker gegründet? Im Sommer 2011 hat sich ein Kreis junger Schüler und Studenten aus ganz Deutschland gebildet, der unter dem Namen Initiative junger Transatlantiker (IjT) die öffentliche Diskussion rund um die Zukunft der transatlantischen Beziehungen auf gesellschaftlicher Ebene anstoßen will und für eine stärkere deutsch-amerikanische Freundschaft in den jungen Generationen auf beiden Seiten des Atlantiks eintritt. Wir haben uns der Aufgabe verschrieben, unsere Generation an die historische Verbundenheit zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deutschland zu erinnern und daraus die Kraft zu entwickeln, auch in Zukunft eng zusammenzuarbeiten: politisch, gesellschaftlich, ökonomisch und kulturell. Dabei existiert kein einseitiges Abhängigkeitsverhältnis. Beide Nationen brauchen einander. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen 4

wollen wir unseren Teil zu dieser Völkerverständigung leisten. Junge Menschen werben bei jungen Menschen für eine stärkere Verankerung der transatlantischen Freundschaft. Das ist unser Herzblut, das ist unsere Aufgabe. Wenn heutzutage von den deutsch-amerikanischen Beziehungen gesprochen wird, dann geht es zum Großteil um die „guten alten Zeiten“. Doch wir müssen begreifen: Marshall-Plan, John-F. Kennedy vor dem Schöneberger Rathaus, der gemeinsam Kampf gegen den Kommunismus, Ronald Reagan vor dem Brandenburger Tor und George H.W. Bush‘s Einsatz für die Wiedervereinigung sind vorbei. Die historische Verbundenheit ist ein ganz wesentlicher Bestandteil unserer Initiative, aber wir müssen uns aus der Nostalgie befreien und eine Zukunftsvision entwickeln: Wie soll unsere gesellschaftliche, ökonomische, politische und kulturelle Partnerschaft im Jahr 2025 eigentlich aussehen? Welchen Stellenwert soll Deutsch als Fremdsprache noch in ameriJUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Fotos: Junge Transatlantiker

Ein Interview mit Jacob Schrot, Vorsitzender der Initiative junger Transatlantiker e.V. Er studiert American Politics und Foreign Policy an der American University in Washington, D.C. und arbeitet neben seinem Studium im USKongress. Jacob Schrot ist Mitglied der Jungen Union und wurde in Deutschland durch die ZDF-Sendung „Ich kann Kanzler!“ im Jahr 2009 bekannt.


Interview

kanischen Klassenzimmern haben? Brauchen wir eine transatlantische Freihandelszone? Wie wollen wir unsere deutsch-amerikanischen Austauschprogramme finanziell langfristig sichern? Diese Fragen müssen dringend geklärt werden. Was sind Eure Grundsätze? Der Einsatz für starke transatlantische Beziehungen ist immer auch ein Einsatz für Frieden, Freiheit und Wohlstand. Wir wollen zeigen, dass junge Menschen ihren Beitrag dazu leisten. Das verbindenste Merkmal zwischen unseren Nationen, nämlich der Einsatz für Demokratie und Freiheit, nimmt eine besondere Stellung in unserer Initiative ein. Diese Verbindung bildet den Grundsatz unseres Engagements für die amerikanisch-deutsche Freundschaft. Life, Liberty and the Pursuit of Happiness – wir teilen diesen Wertekodex. Die Initiative arbeitet nicht im luftleeren Raum, sondern auf der Basis dieses klaren Wertefundamentes. Seit langer Zeit existiert in der deutschen Gesellschaft eine teilweise tiefgreifende Abneigung gegen die amerikanische Kultur und das amerikanische Wertesystem. Deshalb haben wir es uns zum Ziel gesetzt, bestehende Vorurteile kritisch zu diskutieren und ihnen entschlossen entgegenzutreten. Wir verstehen uns dabei als ein Verein, der sich kritisch mit der transatlantischen Partnerschaft auseinandersetzt. Dabei sind kulturelle Toleranz, Offenheit und Verständigung ebenso wie die Fähigkeit zum kritischen Diskurs zentrale Elemente unserer Arbeit.

JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Wer steckt konkret hinter dem Verein? Unsere Mitglieder kommen aus ganz verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Richtungen mit unterschiedlichem persönlichen Hintergrund: Von CSU‘lern aus Niederbayern bis hin zu einem Landesvorsitzenden der Piratenpartei vereinigen wir junge Leute, deren Brennpunkt die Leidenschaft für die deutschamerikanische Kooperation ist. Wir sind explizit überparteilich organisiert, aber viele unserer Mitglieder übernehmen auch in anderen Bereichen schon Verantwortung: Ob in der Jungen Union, den Jusos, einer Gewerkschaft oder in ihrer Kirche. Das macht den Reiz der Initiative aus: Wir können zeigen, welch breiten Rückhalt unser Thema genießt, wenn wir es nur aktiv vorantreiben. Mittlerweile bewegen wir uns auf die Marke von 100 Mitgliedern zu. Das ist ein guter Anfang, aber wir sind auf mehr junge Leute angewiesen, die sich in unserem Verein für die deutsch-amerikanische Kooperation einsetzen wollen. Wir sind der einzige deutschamerikanische Verein, der wirklich transatlantisch organisiert ist: Derzeit institutionalisieren wir uns auch in den USA und haben hier großen Mitgliederzuwachs. Von Georgetown bis Santa Barbara, von Texas bis Detroit treten junge Menschen unserer Organisation bei.

VITA Jacob Schrot

Jacob Schrot (22) ist Vorsitzender der Initiative junger Transatlantiker (IjT) und Präsidiumsmitglied des Verbandes der Deutsch-Amerikanischen Clubs (VDAC). Er absolviert derzeit ein Forschungsjahr an der American University in Washington, DC, wo er “U.S. Foreign Policy” und “American Politics” studiert, als auch für den U.S.Kongress und den German Marshall Fund arbeitet. Ab Herbst studiert er “Transatlantic Relations” an der University of North Carolina at Chapel Hill (USA), der University of Bath (UK) und der Humboldt-Universität zu Berlin (Deutschland). Im Jahr 2009 gewann Jacob, der seit seinem 16. Lebensjahr Mitglied der JU und CDU ist, die ZDF-Sendung “Ich kann Kanzler”.

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Interview

Wer kann Mitglied werden? Jeder, der unsere Vereinsziele unterstützt!

Auswahl einiger Projekte der Initiative junger Transatlantiker

Warum sollte man Mitglied in der IjT werden? Unser Verein ist sehr basisnah organisiert: In einer mitgliederinternen Facebookgruppe werden alle Entscheidungen gemeinsam getroffen, Projekte geplant und alle 2 Wochen findet eine Telefonkonferenz statt, in der wir uns über Aktuelles austauschen. Neben unseren Mitgliederversammlungen treffen sich die Mitglieder regelmäßig auf Veranstaltungen rund um die transatlantischen Beziehungen. Jeder kann sich gleichberechtigt in den Verein einbringen – das ist unser Grundsatz. Wir sind immer auf der Suche nach jungen, klugen Köpfen, die sich für die transatlantische Sache starkmachen.

Podiumsdiskussion mit Bundesverteidigungsminister de Maiziere: „Braucht Deutschland einen Veteranentag?“

Weitere Informationen zu Projekten, Anliegen und der Mitgliedsantrag der Initiative junger Transatlantiker findet Ihr auf der Homepage des Vereins: www.junge-transatlantiker.de

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Dieser Vorschlag sorgte bereits für reichlich Wirbel: Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister der Verteidigung, möchte die gesellschaftliche Wertschätzung gegenüber der Leistung deutscher Soldaten verbessern und regt an, einen Veteranentag nach US-amerikanischem Vorbild einzuführen. „Eine Veteranenkultur kann man nicht verordnen“, sagte de Maizière am 5. Oktober 2012 bei der Veranstaltung der Initiative junger Transatlantiker (IjT) in Dresden. Bei der Diskussionsveranstaltung versprach der Verteidigungsminister: „Ich werde mich für eine höhere Wertschätzung der Soldatinnen und Soldaten einsetzen“. Die ursprüngliche Frage der Veranstaltung in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek,„Braucht Deutschland einen Veteranentag? Veteranenkultur im transatlantischen Vergleich“, nutzte der Minister als Sprungbrett für eine breitere Diskussion. An der Veranstaltungen nahmen auch eine deutsche Soldatin und ein amerikanischer Soldat teil, die beide einsatzerfahren ihre Sicht auf das Thema schilderten.

JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Fotos:Junge Transatlantiker

Im Gespräch mit Dr. Thomas de Maizière


Interview Essaywettbewerb „3 Jahre Obama – Change verpasst?“ Bei seinem Amtsantritt beschwor Barack Obama die Einigkeit des Landes. Die Spaltung der Gesellschaft überwinden, gemeinsam an der Zukunft Amerikas arbeiten – das waren seine Visionen. Drei Jahre später ist der Senat durch politische Grabenkämpfe lahmgelegt, die Popularität des Präsidenten erreicht ihren vorläufigen Tiefpunkt und alle Welt redet vom Abstieg der USA angesichts der neuen alten Stärke der Volksrepublik China. Hat Obama die geweckten Hoffnungen erfüllen können? Wie fällt seine Bilanz aus? Wie entwickeln sich die Beziehungen zu Europa – und insbesondere zur Bundesrepublik Deutschland? Diese Fragen standen im Zentrum unseres deutschlandweiten Essaywettbewerbes „3 Jahre Obama – Change verpasst?“ Mit freundlicher Unterstützung vieler deutscher Universitäten, deutsch-amerikanischen Insituten und US-Konsulaten ist unser Wettbewerb ein voller Erfolg geworden. Im Jahr 2013 wird er wieder aufgelegt werden: Unter dem Titel „Transatlantic Heroes“ sollen Studierende auf beiden Seiten des Atlantiks sich mit einer Persönlichkeit beschäftigen, die in besonderer Weise das jeweils andere Land prägte.

Rund 100 Besucher der Gedenkveranstaltung kamen auf dem Pariser Platz über ihre Erinnerungen an die Terroranschläge ins Gespräch. 2977 Kerzen – zum Teil ausgelegt, zum Teil gestapelt – veranschaulichten das Ausmaß der Katastrophe. Jedes der Lichter symbolisierte eines der Todesopfer. In einem ausliegenden Kondolenzbuch dokumentierten sie ihre Anteilnahme. Das Buch mit seinen 47 Einträgen hat die IjT an die Gedenkstätte am Ground Zero geschickt. Ein gutes Drittel der Trauerbekundungen wurde auf Englisch verfasst – auch vier Amerikaner zählten zu den Autoren. Ein weiteres Drittel der Einträge wurde auf Deutsch verfasst. Außerdem bekundeten Passanten ihre Anteilnahme auf Farsi, Italienisch, Spanisch, Schweizerdeutsch und Russisch.

Am 11. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 gedachte die Initiative junger Transatlantiker zusammen mit Berlinern und Besuchern der Stadt am Brandenburger Tor der Opfer.

JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

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Interview

RANDALE AN DER UNI Interviews mit Günther Beckstein und Stefan Luft nach den Ausschreitungen bei der Veranstaltung „20 Jahre Asyl- und Zuwanderungskompromiss - Bilanz und Perspektiven“ an der Uni Bremen

Marcel Freihorst

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und zwar mit einer 2/3 –Mehrheit im Bundestag und Bundesrat. Deswegen hat keine Seite ihre Ziele voll erreicht. Leider ist die Regelung auch recht kompliziert geworden. Die Asylanträge sind nach dem Beschluss eingebrochen.

Was hätten Sie aus heutiger Sicht anders gemacht? Es war ein äußerst mühsamer Kompromiss, da die SPD, FDP, CDU und CSU zustimmen mussten;

Kann es sich Deutschland in Anbetracht des demographischen Wandels leisten eine solche „Blockade“ aufzubauen? Es war das Ziel, die Anträge von Menschen zu vermindern, bei denen von vorneherein klar war, dass sie nicht verfolgt waren. Viele kamen nur, um während der langen Verfahrensdauer in Deutschland leben zu können und um in den meisten Fällen durch Sozialleistungen den Lebensunterhalt zu erhalten. Für deutsche Verhältnisse waren diese Leistungen nicht hoch, für Verhältnisse der 3. Welt und der allermeisten Herkunftsländern allerdings hoch attraktiv. Ich kann es auch heute nicht für sinnvoll halten,

ie waren am sogenannten Asylkompromiss maßgeblich beteiligt, welche Lehren ziehen Sie persönlich aus diesem Beschluss? Der Asylkompromiss hatte das Ziel, die wirklich Verfolgten weiter in Deutschland aufzunehmen, die Anerkennungsverfahren zu beschleunigen und den Verfolgten damit bald einen gesicherten Status mit voller sozialer Absicherung zu geben. Gleichzeitig sollte der Missbrauch des Asylrechts zum Zwecke der Einwanderung zum Sozialhilfebezug eingedämmt werden, ebenso zum Zwecke der Arbeitsaufnahme, bei sehr hoher Arbeitslosigkeit. Die Anwerbung von Gastarbeitern war von einer früheren SPD-Regierung beendet worden.

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JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Fotos: Günther Beckstein

Die Stimme von Günther Beckstein


Interview dass Menschen, die in ihren Herkunftsländern überwiegend besser gestellt waren als die Durchschnittsbevölkerung ohne die Not der Verfolgung ihr Land verlassen, um in Deutschland dann entweder ohne Arbeit oder allenfalls als Hilfsarbeiter tätig zu sein. Die ausländischen Abschlüsse werden in der Regel nicht anerkannt, ohne gute Sprachkenntnisse sind auch Berufsabschlüsse, die in aller Regel in Deutschland notwendig sind, nicht erreicht. Was macht es für einen Sinn, wenn der Arzt aus dem Iran in Deutschland als Taxifahrer lebt, ohne dass er gezwungen war, das Land aus Verfolgungsgründen zu verlassen. Wenn wir unter demografischen Gesichtspunkten Zuwanderung brauchen, dann gezielt gut ausgebildete Menschen, insbesondere aus technischen und IT-Berufen, sowie für Pflege. Aber gerade Menschen ohne bei uns anerkannte Ausbildung sind weit überdurchschnittlich arbeitslos. Und Zuwanderung in unsere Sozialsysteme verschärft unsere Probleme und löst sie nicht. Wie erklären Sie sich die Wut am 5. Dezember? Linksextreme sind intolerant, wie wir in Bremen wieder einmal gesehen haben. Und in diesem Fall leider auch schlecht informiert: denn die eigentliche Kritik richtet sich nicht gegen den Asylkompromiss in Deutschland, sondern gegen die EU-Regelung, die unter Dublin bekannt ist und dafür sorgt, dass nur in dem Staat, der zuerst in der EU betreten wird, das Asylverfahren durchgeführt wird und im übrigen wurden europarechtlich die deutschen Einschränkungen im wesentlichen übernommen. Insgesamt sind aber sowohl bei den Bundespolitikern der CDU/CSU wie der SPD die überwältigende Mehrheit Verfechter des damaligen Kompromisses. Schaden solche negativ Beispiele dem Ruf einer Universität? Solche Meldungen schaden natürlich dem Ruf einer Universität, zumal Bremen früher weniger durch wissenschaftliche Leistungen, sondern durch politisch-linke Profilierung der sogenannten „linke Kaderschmiede“ bekannt war. Das hat sich aber in den letzten Jahren in beiden Richtungen sehr gebessert. Und im übrigen darf nicht verkannt werden, dass die meisten Krawallmacher nicht Bremer Studenten waren. Wären Sie bereit, erneut für eine Diskussionsveranstaltung an der Uni Bremen teilzunehmen? Ja, aber nur wenn sichergestellt ist, dass die Veranstaltung durchgeführt werden kann, z.B. durch Zugangskontrollen, die nur Studenten Zutritt gewähren. Eine sehr lebhafte und auch heftig-kontroverse Diskussion wäre aber gut.

JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

VITA Asylkompromiss Der Asylkompromiss war eine Änderung des Grundgesetzes und des Asylverfahrengesetzes, wodurch die Möglichkeit von Asylbewerbern eingeschränkt wurde, sich erfolgreich auf das Grundrecht auf Asyl zu berufen.

Günther Beckstein geb. am 23.11.1943 in Hersbruck

Ab 1962 studierte Beckstein an den Universitäten in Erlangen und München Jura Von 1993 bis 2007 war Beckstein bayerischer Staatsminister des Innern unter Ministerpräsident Edmund Stoiber Von 2007 bis 2008 war er bayerischer Ministerpräsident Beckstein war der erste evangelische Ministerpräsident des Freistaats Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg 9


Interview

Marcel Freihorst

Die Stimme von Stefan Luft VITA Dr. phil. habil. Stefan Luft Privatdozent

geboren 1961 in Hannover Studium der Geschichte und Politischen Wissenschaft an der Ludwig-MaximiliansUniversität München 1992 bis 1995 Referent für Journalistische Nachwuchsförderung in der Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin Von 1995 bis 1999 Sprecher des Senators für Inneres der Freien Hansestadt Bremen bis Oktober 2004 stellvertretender Sprecher des Senats und Sprecher mehr erer Senatsressorts seit Oktober 2004 wissenschaftlicher Mitarbe iter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bremen

W

arum löst der Asylkompromiss noch heute so viel Wut bei der jungen Generation aus? Der 5. Dezember war geprägt von einer extremistisch geprägten Minderheit der linksautonomen Szene „rotlackierte Faschisten“, welche die Allgemeinheit nicht repräsentiert. Die Radikalen führen Bleiberechtskämpfe und plädieren für offene Grenzen. Demokratische Staaten müssen allerdings ihre Politik gegenüber dem Volk legitimieren. Wenn das Volk mehrheitlich für oder gegen bestimmte Aspekte der Migrationspolitik entscheidet können die Politiker nur darauf reagieren. Leider haben die circa 80 gewaltbereiten Studenten jede inhaltliche Auseinandersetzung unmöglich gemacht. War der Asylkompromiss unter damaligen Gesichtspunkten gerechtfertigt oder eine übereilte Notlösung auf den Andrang der Asylbewerbern? Die BRD hat rund zwei Drittel der Asylbewerber, die nach Europa gekommen sind, aufgenommen. Sie hat darüber hinaus noch den größten Teil der Bürgerkriegsflüchtlinge aus Bosnien und die Übersiedler der DDR aufgenommen. Diese Form der Lastenverteilung konnte nicht dauerhaft stattfinden. Die Erfahrung war das aus unterschiedlichsten Gründen abgelehnte Asylbewerber nicht das Territorium der Bundesrepublik verlassen haben. Schengen und Dublin haben versucht, ein Gleichgewicht in Europa wieder herzustellen. Der Erststaat muss das Asylverfahren durchführen. Die Lastenteilung war damals dringend notwendig, der Asylkompromiss hat dies zunächst einmal erreicht. Insgesamt ist der Asylkompromiss eine sinnvolle Sache gewesen, schließlich hat auch das Bundesverfassungsgericht den Beschluss als Gesetztes konform angesehen.

Wieso war Herr Beckstein das große Opfer der Veranstaltung obwohl es damals eine zweidrittel Mehrheit im Bundestag gab? (23.44) Die Gegner haben die Veranstaltung zur Beckstein Veranstaltung gemacht! Herr Beckstein ist der am längsten amtierende Innenminister eines Bundeslandes und der wohl am stärksten polarisierende. Er verkörpert für die Autonomen offensichtlich das Böse. Wie liberal ist die Universität? An der Uni Bremen gibt es einen großen Pluralismus. Man darf Liberalismus nicht mit Grundsatzlosigkeit verwechseln und die Grundsätze zu denen auch ein Liberaler stehen muss, nämlich dass die Grundrechte weder vom Staat noch von anderen außer Kraft gesetzt werden dürfen, sonst entfernen wir uns Schritt für Schritt von der Demokratie. Wieso ist die Polizei nicht eingeschritten? Ich habe die Polizei vorher informiert. Eine Woche vor der Veranstaltung gab es Ankündigungen zum Stören der Veranstaltung. Der Rektor hat angeregt die Veranstaltung in die Stadt zu verlegen, aber kneifen kommt nicht in Frage. Eine Universität darf sich nicht einschüchtern lassen und durch die Konstruktion der Hörsäle hätte ein „Rauswurf“ der Demonstranten unmöglich gemacht.

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Fotos: Stefan Luft

Schreckt dieses Beispiel der Gewaltbereitschaft wohlmöglich andere Politiker ab, an die Uni Bremen zu kommen? Nein. Die Universität hat sich in den vergangenen Jahrzehnten äußerst stark gewandelt. Insgesamt wird es leider latent vorhandene Vorurteile gegen die Universität bestätigen. Die Gewalttäter haben zwei Grundrechte der Lehrveranstaltung außer Kraft gesetzt, das der Meinungsfreiheit und das Grundrecht auf die Forschung und Freiheit der Lehre. In ihrer Funktion als geschützten Raum für die Gesellschaft muss eine Universität offene und öffentliche Debatten unterstützen. Jegliche Absichten von Personen dies zu behindern muss verhindert werden. JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13


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Aktivitäten

Wiebke Winter

Brementag 2013

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ind wir hier richtig?“ – diese Frage mag vielen am Samstagmorgen gekommen sein, als sie das recht stille Gelände des Lloyd Caffees im Bremer Industriehafen betraten. Doch der stille äußere Schein durfte einen nicht trügen, denn so still die Umgebung war, so kam es doch im Inneren des Gebäudes, einem wunderschönen Saal mit Marmorsäulen, zu spannenden Wahlen und konstruktiven Debatten. Unter der Leitung von Malte Engelmann ging es um 11:30 mit den Grußwörtern der Spitzenkandidatin für den Bundestag, Elisabeth Motschmann, des Landesvorsitzenden Jörg Kastendiek und des Bürgerschaftsabgeordneten und „im Herzen noch JU-ler“ Claas Rohmeyer los. Es folgte eine große Abschiedszeremonie: die JU Bremen verabschiedete sich von ihrem langjährigen Landesvorsitzenden, Daniel Buljevic, Johannes Lihl und Marc Fehrling. An dieser Stelle soll nochmal allen dreien für ihr tolles Engagement in der Jungen Union Bremen gedankt sein. Nach einer sehr leckeren Stärkung, die vom Kreisvorsitzenden der JU Bremen Nord, Marcel Käthner, organisiert wurde, ging es mit den Wahlen des neuen Landesvorstands weiter. Zum neuen Landesvorsitzenden wurde Nils Janßen gewählt. Zu seinem ersten Stellvertreter wurde Maximilian Ernst Neumeyer gewählt, die weiteren Stellvertreter wurden Luisa-Katharina Häsler und Alexander Bauermann. Wiedergewählt wurde Ralf Behrend als Schatzmeister, als Referent für politische Bildung und Seminararbeit Tobias Hentze und als Referentin für Bildungspolitik Julia Jessica Weidlich auserkoren. Weiterhin unterstützt wird der Landesvorstand von den vier gewählten Beisitzern Marcel Freihorst, Nicole

Höft, Max Nesnidal und Wiebke Winter. Als neues Mitglied für den Deutschlandrat wurde Ralf Behrend gewählt, sein Stellvertreter wird Maximilian Ernst Neumeyer. Zum Deutschlandtag werden Nils Janßen, Luisa-Katharina Häsler und Alexander Bauermann als Delegierte fahren, Ersatzdelegierte sind Marcel Käthner, Wiebke Winter, Christine Deppe und Daniel Buljevic. Auf dem Brementag wurden auch viele Anträge beschlossen. So spricht sich die JU Bremen für die Sonntagsöffnung der Universitätsbibliothek, die Einführung eines „Tags der Kultur“ an bremischen Schulen, einer Widerspruchsregelung beim Transplantationsgesetz, die Einführung eines gesellschaftlichen Dienstjahres, die Umwandlung des Ehegattensplittings in ein am kindeswohl orientierten Familiensplittings, die weitere Förderung der Jacobs University Bremen, verbessertes Lehrmaterial, eine Vermarktungsinitiative für norddeutsche Seehäfen und gegen die Bachelor/Master Regelung im Lehrerstudium, die Zivilklausel der Bremer Hochschulen und die Citytax aus. Weiterhin soll ein sozialpolitisches Programm ausgearbeitet werden. Die am kontrovers geführteste Debatte ging um den Antrag, gleichgeschlechtliche Ehen rechtlich gleichzustellen und homosexuellen Ehepartnern das Adoptionsrecht zuzusprechen. Nach einer spannenden Auseinandersetzung mit dem Thema wurde der Antrag angenommen. Die JU Bremen durfte sich außerdem über den Besuch von anderen JU Landesverbänden freuen. Schön, dass ihr da wart! Wir freuen uns nun auf das nächste Jahr mit spannender Arbeit und einem noch spannenderen Wahlkampf!

Ohne Wirtschaft keine Steuereinnahmen, ohne Steuereinnahmen keine Sozialpolitik Dieser Satz klingt zugegebenermaßen polemisch. Bei genauerer Betrachtung stellt man allerdings fest, dass in dieser Floskel mehr Wahrheit steckt, als oft vermutet. Ich bin Alexander, 25 Jahre alt, und seit 2011 Mitglied der Jungen Union. Auf dem Brementag 2013 wurde ich als stellvertretender Landesvorsitzender gewählt und auf der konstituierenden Sitzung als Landesgeschäftsführer bestimmt. Ich stehe mit meiner Person eher für die sog. „trockenen“ Themen in der JU. Vor allem Wirtschafts- und Verkehrspolitik sind meine Spielwiesen. Ein Zusammenhang zwischen den Themen, die mich interessieren, und meinem erlernten Beruf kann ich als Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistung wohl nicht abstreiten. Besonders aus den gerade genannten Gründen ärgere ich mich Tag für Tag erneut über die Wirtschaftsverhinderungspolitik, welche die rot-grüne Koalition in unserem schönen Bundesland an den Tag legt. Umso mehr freut es mich, dass ich in der Jungen Union eine politische Heimat gefunden habe, in der alle zusammen bereit sind gegen diese Politik zu kämpfen. Wir dürfen besonders in Bremen nicht die wirtschaftlichen Ziele aus den Augen verlieren. Viele Firmen denken über eine Abwanderung nach Niedersachsen nach oder haben diese schon einmal in Erwägung gezogen. Bremen ist außerdem ein Logistikstandort, was allerdings von der Regierung in Bremen offenbar nicht wahrgenommen wird. Zuletzt bewiesen wurde dies durch den Anschluss Bremens an die Sammelklage mehrerer Bundesländer gegen den Einsatz von Gigalinern auf deutschen Autobahnen. Ich sehe die Aufgabe der Jungen Union darin, nicht bloß stumpfe Kritik zu üben, sondern Denkanstöße an die gesamte Politik und vor allem die CDU zu geben.

JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Fotos: JU Bremen, Alexander Bauermann

Von Alexander Bauermann


Banner des Landesparteitags am 25.05.2013

(Anträge der) Junge(n) Union Bremen dominiert(en) Landesparteitag der CDU

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Foto: facebookseite CDU Bremen

it vier Anträgen war die Junge Union Bremen am 25.05.2013 auf dem Landesparteitag der CDU-Bremen vertreten. Die Einführung eines „Tag der Kulturen“ und die Ablehnung der Zivilklausel wurde von den Delegierten mit eindeutiger Mehrheit angenommen. Der Antrag, der eine Änderung des Transplantationsgesetzes vorsieht und dieses mit einer Widerspruchsregelung versehen soll, wird zur weiteren Bearbeitung an die CDU-Fraktion weitergeleitet. Wir als Junge Union sind gespannt, wie sich die CDU-Fraktion mit unserem Antrag auseinandersetzen wird und wir erwarten konkrete Ergebnisse. Nach einer sachlichen und ausgewogenen Debatte, wurde der Antrag zur vollkommenen Gleichstellung der Homeehe nicht ganz, aber zu weiten Teilen angenommen. Das Ehegattensplitting soll beibehalten werden und Haushalte mit Kindern, gleichgeschlechtlich oder nicht, sollen gleichgefördert werden. Abgelehnt wurde der Vorschlag der Jungen Union Bremen sich für ein komplett gleichgestelltes Adoptionsrecht für Homosexuelle auszusprechen. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung und werden jetzt in den Wahlkampf starten!

JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13


Wirtschaft

Ralf Behrend

Der Jade-Weser Port in Wilhelmshaven

N

ach viereinhalb Jahren Bauzeit wurde am 21.09.2012 mit dem JadeWeser Port in Wilhelmshaven der erste tideunabhängige ContainerTiefwasserhafen Deutschlands in Betrieb genommen. Zum ersten Mal in der Hafengeschichte Deutschlands haben sich mit Niedersachen und Bremen zwei Bundesländer zusammengefunden, um gemeinsam ein Hafenprojekt zu realisieren. Die hohe Investitionssumme von ca. einer Milliarde Euro in Zeiten der internationalen Wirtschaftskrise unterstreicht die Wichtigkeit der maritimen Wirtschaft für den Standort Deutschland. Der Jade-Weser Port ist als reiner Container-Terminal konzipiert. Der Terminalbetreiber ist Eurogate, der hier mit der MaerskTochter APM-Terminal eine strategische Allianz eingegangen ist (ECTW = Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven).

14

Der Jade-Weser Port in Wilhelmshaven liegt in Niedersachen. Warum interessiert sich das Land Bremen dann für dieses Projekt? Wenn dieser Tage über aktuelle Entwicklungen in der Containerschifffahrt diskutiert wird, ist immer das Wort Krise zu hören. In Bremen scheint keine Spur davon zu sein, denn für die bremischen Häfen wird das Jahr 2012 ein neues Rekordjahr sein. Mit einem Wachstum von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr wurden an den Bremerhavener Terminals mehr als 6,3 Millionen TEU (Twenty Foot Equivalent Unit = 20 Fuß Containereinheit) umgeschlagen. Damit stößt Bremerhaven bereits jetzt an seine Kapazitätsgrenzen beim Containerumschlag. Mit dem Container-Terminal IV direkt vor Weddewarden hat Bremerhaven seine maximale Ausbaumöglichkeit nach Norden abgeschlossen. Nördlich befindet sich ein Naturschutzgebiet, nach Süden besteht keine Ausbaumöglichkeit. Die nächste JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Fotos: iStockphoto

Konkurrent - Partner - Alleinstellungsmerkmale?!


Wirtschaft

Ausbaustufe Containerterminal V ist damit Wilhelmshaven und auch vom gleichen Terminalbetreiber Eurogate betrieben. In der Zukunft ist mit einem jährlichen Umschlagswachstum von mindestens vier Prozent weltweit zu rechnen, so dass die Inbetriebnahme des Jade-Weser Ports für Niedersachsen und Bremen aus diesem Blickwinkel die konsequente Lösung ist. Der Jade-Weser Port in Wilhelmshaven soll somit intelligent für die gesamte Küstenregion genutzt werden, um Bremen/Bremerhaven und Hamburg zu entlasten. In der gemeinsamen Planung für den neuen Tiefwasserhafen war Wilhelmshaven jedoch nicht die einzige Option. Die Entscheidung für Wilhelmshaven als weiterer deutscher Containerhafen fiel nur knapp zu Lasten von Cuxhaven aus. Cuxhaven wäre mit 2,7 Millionen TEU an der absoluten Kapazitätsgrenze gewesen, bei erheblich besserer Lage zu Bremen, Bremerhaven und Hamburg. Aber Cuxhaven hat mit der Elbe relativ oft starke Strömung und benötigt Vollsperrung der Elbe bei Wendemanövern der Schiffe. Für den Jade-Weser Port sprachen u.a. die direkte Lage an der Fahrrinne, die Wassertiefe von 18 Metern, so dass große vollbeladene Containerschiffe tideunabhängig beim Anlauf bleiben, und die große verfügbare Fläche von JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

bis zu 160 Hektar für die Neuansiedlung von Unternehmen in der Logistikzone. Ein Alleinstellungsmerkmal hat Wilhelmshaven bei der Größe der acht neuen Containerbrücken. Bis zu 25 Containerreihen können nebeneinander an Bord des Schiffes be- und entladen werden. Die bisher größten Containerschiffe der Welt haben nur 23 Containerreihen. Die größte Containerreederei Maersk wird in Zukunft Schiffe dieser Kapazität als Vorteil nutzen. Um die steigenden Betriebskosten in den Griff zu bekommen, setzen viele Reedereien in der Containerschifffahrt auf immer größere Schiffe. Allein im Jahr 2012 sind mehr als 50 Containerschiffe mit einer Kapazität von mindestens 10000 Standardcontainern (TEU) in Fahrt gekommen.Mit 16000 TEU nimmt das Containerschiff „CMA CGM Marco Polo“ der französischen Reederei CMA CGM momentan eine Spitzenstellung ein, die jedoch in 2013/14 bereits von 18000-TEU-Schiffen der dänischen Reederei Maersk übernommen werden. Die Containerschifffahrt arbeitet auf Basis des Prinzips der Linienfahrt, d.h. die Linienschiffe laufen einkommend und ausgehend mehrere Häfen an einem Kontinent an wie beispielsweise alternativ Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam, Wilhelmshaven, Bremen/Bremerhaven und Hamburg. Die zu erwarteten Schiffe mit 18.000 TEU (= Twenty Foot 15


Wirtschaft Equivalent Unit / 20 Fuß-Einheit) mit ca. 16,50 Meter Tiefgang verkehren fast ausschließlich auf der Strecke Europa nach Fernost. Am europäischen Kontinent fahren die Schiffe also einkommend zuerst und ausgehend zuletzt beispielsweise an dem Tiefwasserhafen Rotterdam vorbei. Warum aber sollten die Schiffe dann bei besten logistischen Voraussetzungen Rotterdam meiden? Wenn diese Jumbo-Containerschiffe aber Rotterdam auf jeden Fall anlaufen, so ist die maximal mögliche Containermenge dieser Schiffe bei Erreichen deutscher Häfen als Endstationen der Linienfahrt so gut wie nie vorhanden. Das Problem ist also weniger der Tiefgang, sondern die zu erwartende Umschlagsmenge als Kapazitätsgrenze für Bremerhaven. Der Hafen von Rotterdam gilt als die verlängerte Kaimauer des Ruhrgebiets und ist für diese Region der wichtigste logistische Knotenpunkt. Rotterdam liegt am Rhein und ermöglicht einen hervorragenden Vor- und Nachtransport auf Binnenschiffen u.a. ins Ruhrgebiet. Zusätzlich ist durch eine neue Eisenbahnstrecke von Rotterdam zur deutschen Grenze (Betuwe) eine optimale Eisenbahnanbindung an Westdeutschland vorhanden. In Rotterdam hält sich die Angst vor Wilhelmshaven in Grenzen. Im Vergleich zum Jade-Weser Port mit 360 Hektar Logistikzone und einem gesamten Investitionsvolumen von ca. 1 Milliarde Euro, hat Rotterdam bereits 2000 Hektar neues Land für die Hafenerweiterung aufgespült (Maasvlakte II) und ein Investitionsvolumen von ca. 3 Milliarden Euro. Die Nähe zu den Unternehmen der Logistik, der Industrie und des Handels spielt bei der logistischen Planung der Häfen eine besondere Rolle. Die sogenannte Loco Quote bezeichnet den Anteil des Seehafenhinterlandverkehrs, der seinen Bestimmungsort in der Metropolregion hat und nicht in das Hinterland befördert wird. Neben Rotterdam können auch die Häfen Bremen/ Bremerhaven und Hamburg aufgrund ihrer Lage auf eine hohe Loco Quote verweisen. Bei der Neuansiedlung von Logistikfirmen in Wilhelmshaven wird bei den Verantwortlichen Fingerspitzengefühl notwendig sein. Mit Inbetriebnahme des Container-Terminals sei die Vermarktung der Flächen keineswegs abgeschlossen. Wichtig ist, was in dieser Region und an der ganzen deutschen Küste langfristig von Nutzen ist. Spätere Flächenumwidmung wird extrem teuer. Was bewegt sich eigentlich lokal und „umzu“? Eine Einschätzung kommt wohl ganz auf den Standpunkt und auf den Zeitpunkt der Betrachtung an. Zu den Interessengruppen gehören u.a. die Logistiker, die Reeder, die Verladerschaft, die Verbände aus Wirtschaft und Umwelt, die Wirtschaftsexperten aus Betriebs- und Volkswirtschaft und natürlich die Politiker je nach Partei und Nähe zum Wahltag. Die Grünen sprechen sich teilweise für den weiteren Ausbau des Jade-Weser Ports aus, weil dann die Elbe- und Weser-Vertiefungen angeblich zur Realisation eines höheren Tiefgangs der modernen Schiffe hinfällig würden und die Belastung 16

der Deiche geringer wäre. Ist denen aber auch klar, was es bedeutet, wenn alle in Wilhelmshaven angelandeten und abgefahrenen Container im Vor- und Nachtransport über das Schienen- und Straßennetz gehen werden? 18000 TEU bedeuten theoretisch 18000 20 Fuß-Container pro Schiff. Auf einen LKW ohne Anhänger passen 2 TEU, auf einen Eisenbahnwaggon in der Regel 2-3 TEU. Die Autobahnen würden regelmäßig verstopft sein. An die Abgaswerte wollen wir lieber nicht denken. Bei 3-4 Schiffsabfahrten pro Woche und den großen Entfernungen zu den Industriestandorten wäre das Verkehrschaos perfekt. Die große Chance des Jade-Weser Ports besteht vor allem darin, den Ostseeraum und Skandinavien im seeseitigen Vor- und Nachtransport durch Zubringerschiffe (Feederschiffe) zu bedienen. Natürlich haben die Feederschiffe in der Regel nur eine Kapazität zwischen 500 und 2500 TEU. Die von Niedersachsen bereits jetzt geplante Ausbaustufe II des Container-Terminals des JadeWeser Ports in nördlicher Richtung könnte später notwendig werden, jedoch erst nach optimaler Auslastung der jetzigen Stufe I. Dieser Ausbau dient aber wieder nur dem Containerverkehr, während die großen Tiefgänge eigentlich für Massengutschiffe benötigt würden. Die Massengutschiffe mit Gütern wie Öl, Erzen, Kohle, Holz und Getreide für die Häfen Nordenham, Brake und den Industriehafen Bremen laufen meistens jeweils pro Fahrt nur einen Lade- und Löschhafen an. Diese Schiffe kommen bei den Löschhäfen in der Regel mit ihrem Maximaltiefgang an. Ohne Vertiefung der Unterweser wird der Massengutumschlag erheblich eingeschränkt. Die Tiefgangsspitzen (18 Meter) könnten theoretisch durch Teilentladungen im Tiefwasserhafen Jade-Weser Port verringert werden. Aber die vorhandene Infrastruktur, das Arbeitspotential und der Investitionsumfang sprechen dagegen. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen.

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Fotos: Bernd Neumann

Wirtschaft

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teAM

Du bist das teAM Deutschland!

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Zusammen schaffen wir es, mit jeder Menge Spaß und teAMgeist zahlreiche Bürgerinnen und Bürger für Angela Merkel und die CDU zu mobilisieren. Wir sind ein teAM! Wer sind meine Ansprechpartner? Das kernteAM im Konrad-Adenauer-Haus versteht sich selbst als Servicezentrale für die Kandidaten und alle Unterstützer – mit und ohne Parteimitgliedschaft. Dein teAMleiter vor Ort findet in der teAMzentrale jederzeit einen Ansprechpartner, der ihm mit Rat und Tat zur Seite steht. Mit Katharina Hecht gibt es in Berlin einen direkten Kontakt für Bremen. Sie steht bei Tipps, Fragen und Problemen jederzeit zur Verfügung. Katharina ist telefonisch unter 030 22070-396 oder per EMail katharina.hecht@cdu.de erreichbar. Jeder kann mitmachen! Einfach unter www.teAM. cdu.de registrieren und auf www.facebook.com/ teamdeutschland liken.

Fotos: teAM Deutschland

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ie Kandidaten sind nominiert. Der Wahlkampf steht vor der Tür. Das teAM Deutschland ist bereit. Mit etwa 28.000 Mitgliedern waren wir 2009 die größte und erfolgreichste politische Unterstützerkampagne im Bundestagswahlkampf. Auch 2013 heißt es wieder, alle Kräfte zu mobilisieren und gemeinsam für ein Ziel zu kämpfen: Angela Merkel muss Bundeskanzlerin bleiben! Deswegen braucht das teAM Deutschland Deine Unterstützung. Was bringt Dir das teAM? Über das teAMNETZ kann sich Dein Wahlkreisteam einfach und kostenlos organisieren. Der Kandidat und jeweilige teAMleiter erhalten einen Überblick, wer im Wahlkampf in welcher Form aktiv werden möchte. Diesmal kann jeder seine speziellen Einsatzgebiete angeben, sodass jedes teAMmitglied seine Fähigkeiten am besten einbringen kann. Während des Wahlkampfes werden vielfältige Kompetenzen gebraucht – ob direktes Bürgergespräch am Canvassing-Stand, Social Media Betreuung oder Kuchen backen. Wir freuen uns auf Deine Unterstützung! Im teAMNETZ erhälst Du schnelle, hilfreiche und umfassende Informationen, die Dir im Wahlkampf nützlich sind. Unter der Rubrik „Hinter den Kulissen“ gibt es exklusives Material aus der teAMzentrale für Euch. Und natürlich von Euch aus dem Wahlkampf vor Ort.

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teAM

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WIEBKEPEDIA

Wiebke Winter

England und die EU Die Briten sind für ihre Sonderkonditionen in der EU bekannt und auch ein Austritt wird im Vereinigten Königreich nicht ausgeschlossen. Welche Regelungen sind das genau? Was spricht für und was gegen einen EU-Austritt der Briten?

Die alte Kolonialmacht, das „Empire where the sun never sets“, hat mit seinen rund 63 Millionen Einwohnern das drittgrößte Bruttoinlandsprodukt in Europa und das sechstgrößte in der Welt. Das Vereinigte Königreich, zu dem neben England auch Wales, Schottland und Nordirland zählen, besitzt eine parlamentarischkonstitutionelle Monarchie und wird von seinem Premierminister David Cameron und seiner Conservative Party regiert und gilt als eines der dereguliertesten Länder der Welt. Es hat einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat und gehört 20

der NATO an. Das Staatsoberhaupt ist Queen Elizabeth II. Das Vereinigte Königreich (UK) ist 1973 der EU, bzw. dessen Vorläufer EG, beigetreten. Jedoch ist das Land kein gewöhnliches Mitglied der EU, es genießt einige Sonderrechte. So gehört die UK weder dem Euro-, noch dem Schengenraum an, sie werden die Unterschrift zum Fiskalpakt höchstwahrscheinlich verweigern, beteiligen sich nicht am EFSF oder ESM oder der Bankenunion und haben auch die Finanztransaktionssteuer nicht eingeführt. Außerdem genießt das Land mit der Hauptstadt London seit 1984 einen sogenannten „Britenrabatt“, eine Regelung, die besagt, dass Großbritannien 66% seiner Nettobeiträge für die EU zurückbekommt. Schließlich können die Briten aufgrund einer „Opt-out-Klausel“ auch noch entscheiden, an welche Gesetzesvorgaben für Inneres und Justiz der EU sie sich halten. Trotz all dieser Sonderregelungen für das Land von Kate und William ist nach einer EU-Grundsatzrede Camerons wieder eine neue Welle der Debatte über den Verbleib von Großbritannien*

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Fotos: Maike Kunert

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ie spinnen, die Briten“ – das erkennt Obelix aus dem bekannten Comic schnell, als er mit Asterix nach Großbritannien fährt. Und man muss ja ehrlich zugeben, auch viele von uns haben manchmal Schwierigkeiten, die Einstellungen, Sonderregelungen und Positionen der Briten zu verstehen. Schließlich fahren sie nicht nur auf der linken Straßenseite und lieben Bohnen auf Toast, sondern stemmen sich auch immer wieder gegen die EU. Warum haben die Briten ein Interesse daran und wie stehen sie überhaupt zu Europa?


WIEBKEPEDIA in der EU angestoßen worden. Das Hauptziel der EU, so Cameron, sei nicht mehr wie früher die Sicherung des Friedens, sondern in Anbetracht der erstarkenden, früheren Entwicklungsländern die Sicherung des Wohlstands und der Jobs der Länder Europas – jedoch müsste Europa sich dafür dringend verändern; es bräuchte nicht nur Verbesserungen in der Wettbewerbsfähigkeit der EU-Staaten, sondern die EU selbst müsse dem europäischen Volk näher gebracht werden. Er wolle gern in der EU bleiben, so Cameron, auch wenn sein Land als Insel immer eher unabhängig gewesen wäre, so seien sie doch Europäer und würden sich nicht isolieren wollen. Besonders der europäische Binnenmarkt und der freie Handel seien wichtig für Großbritannien. Jedoch plädiere er für weniger Bürokratie, mehr Flexibilität in der EU und mehr Offenheit der globalen Märkte, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Weiterhin rief er zur Akzeptanz der Unterschiede und zur Rückgabe von Eigenständigkeit und Macht zu den Parlamenten in den EU-Ländern auf. Besonderes Augenmerk legt Cameron immer wieder auf den Binnenmarkt der EU, der für ihn das wichtigste Merkmal der EU scheint und auf dem Fairness herrschen soll – allerdings sei es unter ökonomischen Gesichtspunkten egal, wer dafür wann wie lange arbeite – Großbritannien wäre in eine ökonomische, nicht politische Vereinigung eingetreten. Deshalb kündigte der Premier an, im Falle seiner Wiederwahl 2015 im Jahre 2017 ein Referendum über die Mitgliedschaft in der EU durchführen zu lassen. Davor sei allerdings eine kontroverse Debatte von Nöten, damit eine vernünftige Entscheidung getroffen werde – denn es gäbe im Falle des Austritts kein „return-ticket“. Großbritannien will ein flexibles, anpassungsfähiges Europa.

sich aufgrund seines ständigen Sitzes in der UN kaum verkleinern. Nach Berechnungen des UKIP MEP Gerard Batten würde das Land die ca. 65,7 Milliarden Pfund sparen, die sie jährlich in versteckten Steuern und Mitgliedsbeiträgen an die EU zahlen.

Nun lässt sich die EU natürlich keineswegs von seiner vorgelagerten Insel erpressen, deshalb muss Großbritannien die Folgen eines Austritts abgewogen haben. Inwieweit sehen die Briten also Vorteile in einem EU-Austritt? Der BBC zufolge könnte Großbritannien einen Sonderstatus, wie ihn z.B. Norwegen oder die Schweiz haben, anstreben. Dadurch hätten sie mehr Spielraum für den Handel und könnten so einfacher bilaterale Handelsverträge wie etwa mit China oder Brasilien abschließen. Europaskeptiker argumentieren weiterhin, dass ein Austritt aus der EU, jedoch Verbleib in der EWR, Großbritannien eine Million neuer Arbeitsplätze beschaffen könnte, da 90 Prozent der Arbeitenden in Großbritannien von den Restriktionen der EU betroffen sind, obwohl sie nicht von ihr abhängig sind. Das Vereinigte Königreich könnte seine Grenzen wieder frei kontrollieren, Zölle weiter senken (oder heben) und hätte doch aufgrund von Verträgen eine Chance auf visafreie Reisen. Die Macht Großbritannien würde

Essentiell für die Briten ist außerdem die durch die EU geschaffene Möglichkeit, in jedem EU Land arbeiten und wohnen zu können, sowie die Freiheit anderer EU-Bürger, in der UK zu arbeiten und somit ihre Steuern dort zu zahlen - ein Plus für den Inselstaat.

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Für Europa hätte ein Austritt Großbritanniens den Vorteil, dass sie sich nicht mehr mit den vielen Sonderwünschen und politischen Blockaden des Landes in der EU auseinandersetzen müssten. Deutschland könnte den wirtschaftlichen Nutzen des vereinfachten Handels mit Großbritannien durch die EU, der sich Netto auf circa 20 Milliarden Euro jährlich bezieht, auch durch Handelsverträge mit dem Land ersetzen. Jedoch hat natürlich jede Medaille zwei Seiten, so auch ein Austritt Großbritanniens aus der EU. So könnte nur ein klarer Bruch mit der EU Großbritannien von allen Regularien der EU befreien, was allerdings bedeuten würde, dass die Exportzölle für das Land deutlich steigen würden und somit die Wirtschaft und auch Arbeitsplätze gefährden könnte, da die EU der größte Handelspartner Großbritanniens ist. Allein könnte Großbritannien auf dem Weltmarkt untergehen. Die Kosten für die Sonderposition des Landes würden netto auch deutlich höher sein als die für die EU. Auch könnten sie durch einen Verbleib weiterhin die Ausrichtung der EU mitbestimmen und hätten somit mehr Macht in Europa. Trotz des ständigen Sitzes in der UN bleibt es nämlich unklar, ob Großbritannien seine Stellung in der Welt beibehalten könnte, wenn sie nicht mehr mit Deutschland oder Frankreich an einem Strang zögen. Auch die USA plädiert für einen Verbleib der Briten in der EU.

Quellen http://www.bbc.co.uk/ news/uk-politics-20448450 http://www.thenewfederalist.eu/Pros-andCons-Great-Britain-in-theEU,03604 http://www.telegraph. co.uk/news/worldnews/ europe/eu/9820230/David-Camerons-EU-speechin-full.html

EWR Europäischer Wirtschaftsraum, Freihandelszone, hauptsächlich für Waren-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr, zwischen der EU und der EFTA

ÜBER WIEBKE Mein Name ist Wiebke Winter und ich wurde am 17. März 1996 in Kiel geboren. Im Frühjahr 2013 habe ich mein Abitur am Gymnasium Vegesack absolviert und hoffe, ab Herbst Jura zu studieren.

Neben meiner Tätigkeit beim Jungen Schlüssel bin ich ebenfalls im Landesvorstand der JU Bremen vertreten.

Deutsche Politiker wollen Großbritannien in der EU halten, jedoch nicht „um jeden Preis“. Auch Bundespräsident Gauck plädiert für den Verbleib Großbritanniens in der EU. Ähnlich denken Politiker aus anderen EU-Staaten wie Frankreich oder Österreich. Doch was sagen die Briten? Wenn es zu einem Referendum kommt, wie werden sie entscheiden? Wenn Cameron 2015 wiedergewählt wird, werden wir es 2017 sehen. Die Briten ähneln ihren geliebten Knallbonbons – man kann gespannt sein, was rauskommt.

*Aufgrund der Eleganz der Ausdrucksweise wird hier mehrmals im Text das Synonym „Großbritannien“ , „England“ o.ä. für „das Vereinigte Königreich“ verwendet.

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Panorama

Das Kartell Energiewandel vs. Sparlampe?!

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as Thema Energiewandel hat einen wichtigen Stellenwert in den täglichen Medien. Viele Veränderungen stehen in Deutschland auf der Tagesordnung. Seit dem 1. September 2009 heißt es nun für die Bundesbürger nach und nach die Energiesparlampe verwenden zu müssen, und die Glühlampe zu verbannen. Die Frage die sich hierbei stellt ist allerdings ob wir uns mit diesem Gesetz einen Gefallen tun? Letztendlich ist es so, dass der Sinn hinter der Sparlampe einfaches Energiesparen sein soll. Dies kann man für den Endverbraucher vielleicht so im Raum stehen lassen, allerdings sieht es in der Realität nicht ansatzweise so aus. Die Herstellung einer Sparlampe verbraucht weitaus mehr Energie als die einer Glühlampe und besonders in Anbetracht der fachgerechten Entsorgung muss ein hoher Energieaufwand betrieben werden. Zusätzlich muss man sagen, dass die weltweite Beleuchtungstechnik nur etwa 2,5-3 Prozent des 22

gesamten elektrischen Energiebedarfes ausmacht. Ist der Energiewandel mit dieser Lösung das Risiko Wert für diesen relativ kleinen Posten die Gesundheit der weltweiten Bürger aufs Spiel zu setzen? Energielampen haben große Nachteile die sich auf die Gesundheit des Menschen auswirken können. Einer der gefährlichsten Stoffe in einer Leuchtstofflampe ist das Quecksilbersulfat. Quecksilber ist ansonsten aus der Elektrotechnik verbannt und verboten worden, da es in kleiner Menge schon ein starkes Nervengift ist. Des Weiteren strahlen die Leuchtmittel im Betrieb noch hochgradig Krebserregende Stoffe wie z.B. Phenol und Acrylbenzole aus, die auch die Nervenzellen beschädigen können. Nicht zu vergessen ist bei dieser Bilanz die enorme Entwicklung von Elektrosmog. In Deutschland darf laut Berufsgenossenschaft ein Computerarbeitsplatz ein Elektromagnetisches Feld von 1 Volt pro Meter erzeugen. Eine Sparlampe erzeugt ein elektromagnetisches Feld das zwischen 48 Volt JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Fotos: Fotolia

Ein Kommentar von Nils Janßen über die Energiewende


Energie und 64Volt pro Meter liegt. In der Dokumentation „Bulb Fiction“ hat die Recherche ergeben, dass es einen medizinischen Bericht aus Bayern gibt, bei dem sich leider erst nach einigen Jahren die schweren Folgen eines Unfalls mit einer Energiesparlampe nachweisen lassen konnten. Ein Kind spielte im Elternhaus, rannte eine Stehleuchte um, fiel mit der Leuchte, und die Sparlampe zerbrach neben seinem Kopf. Durch das einatmen des Quecksilberdampfes fielen dem Jungen die Haare aus und das Nachwachsen der Haare entstand erst wieder nach 7 Jahren und dies ist in diesem Fall inzwischen nachweislich ein Schaden der durch den Quecksilberdampf entstanden ist. Bei einem Laborversuch ist mir allerdings noch weitaus mehr aufgefallen. Ich zog einen Geigerzähler hinzu. Im ausgeschalten Zustand haben mich die Werte noch nicht beunruhigt. Als ich dann jedoch die Lampe einschaltete, wäre mir fast der Geigerzähler vor Schreck aus der Hand gefallen, es kam ein Messwert von 66,0 µSv in Worten: Sechsundsechzig Mikro-Sievert. * Die Energiesparlampe war vor dem Einschalten übrigens komplett erkaltet und ich konnte diese Beobachtung mehrfach reproduzieren, mit wechselhaftem Ergebnis zwischen rund 50,0 µSv bis hin zu rekordverdächtigen 121,0 µSv. Dies ist noch kein tödlicher Wert, die Todesgrenze in Sievert liegt bei 4 Sievert, allerdings nehmen wir mit dieser getesteten Sparlampe in 10 Stunden mehr Strahlung auf als ein Mensch eigentlich im Durchschnitt im Jahr durch die natürliche Umgebung aufnimmt und das sind meines Erachtens Werte, die mich erschrecken. Hierüber macht sich nur leider keiner Gedanken, wir „sparen“ ja schließlich Strom. In dieser Debatte darf man eines absolut nicht unterschlagen, die Lobby die hinter der Beleuchtungsindustrie steht stets einflussreich ist auch wenn kaum ein Bundesbürger davon weiß. Eine kurze Zeitreise: Im Jahre 1924 wurde in Genf von den internationalen führenden Glühlampenherstellern das Phoebuskartell gegründet. Die Aufgabe des Kartells war es beispielsweise die Lebensdauer einer Glühlampe auf 1000 Stunden zu begrenzen, obwohl es technisch möglich wäre Glühlampen herzustellen, die nicht auf eine Lebensdauer begrenzt sind. Ein interessanter Beweis ist die Glühlampe in der Feuerwache der Stadt Livermore, die seit dem Jahr 1901 ununterbrochen Tag und Nacht brennt. 112 Jahre mit einer Lebensdauer von ca. 1 Million Stunden. Das ist die tausendfache Lebensdauer heutiger Glühlampen! Des Weiteren war die Aufgabe des Kartells die Preise zu regulieren und die Absatzgebiete der Mitglieder zu verwalten und aufzuteilen. Hinzu kam noch uneingeschränkter Patentaustausch und Wissenstransfer zwischen den Mitgliedern. Firmen die nicht Mitglieder

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des Kartells werden wollten wurden vom Markt verdrängt. Unternehmen die Glühlampen herstellten, die eine längere Lebensdauer hatten, wurden mit hohen finanziellen Sanktionen an das Kartell bestraft. Nach Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg verschwand das Kartell im Jahre 1941 offiziell. Gerüchten zufolge existiert es aber immer noch und beeinflusst die Branche signifikant. Wir haben viele Möglichkeiten Energie zu sparen und die Beleuchtungstechnik effizienter zu gestalten. Hier gibt es beispielsweise die LEDTechnik die keinerlei Gefahren aufweist, die für den Menschen gefährlich sind, wie zum Beispiel bei der Sparlampe. Hier sollte man nicht überstürzt eine Technik gesetzlich verpflichtend machen, um den Energiewandel voranzutreiben. Hier sollte viel mehr Wissen und geistige Energie in die Ausarbeitung von Techniken wie die LED- Leuchte investiert werden. Die sogar noch weitaus weniger Energie verbrauchen wie die Sparlampe, und keinerlei Sondermüll sind sondern einfach wie die Glühlampe über den Hausmüll zu entsorgen sind. Meines Erachtens sollten wir zunächst weitere Wege erschaffen und Entwickeln ohne gesundheitliches Risiko bevor dafür Gesetze in Kraft treten. Wir sollten uns in dieser Debatte allerdings die Frage stellen, ob es sinnvoll ist solche Gesetze zu erschaffen bzw. erschaffen zu lassen in denen wir gezwungen werden einen Energiewandel zu bestreiten, der natürlich unbedingt weiter ins Rollen gebracht werden muss, allerdings sollten wir uns Fragen ob es richtig ist ihn genauso umzusetzen, mit den Folgen für Mensch und Umwelt.

SIEVERT Das Sievert (nach dem schwedischen Mediziner und Physiker Rolf Sievert) ist die Maßeinheit verschiedener gewichteter Strahlendosen. Sie dient zur Bestimmung der Strahlenbelastung biologischer Organismen und wird bei der Analyse des Strahlenrisikos verwendet.

Ein generelles Verbot der herkömmlichen Glühlampen ist meines Erachtens nicht gerechtfertigt und führt in vielen Fällen zur Energieverschwendung und Rohstoffvergeudung. Des Weiteren wäre es eine weitaus sinnvollere Art Energie zu sparen, wenn zum Beispiel durch Mittel der europäischen Union Subventionen gestellt werden, mit denen man vom Einfamilienhaus bis zum Großindustriegebäude mit einer intelligenten Steuerung den Energieverbrauch optimiert. Hier ist weitaus mehr Energie einzusparen, also beim Verbauen von einer Hand voll Energiesparlampe die auch noch mit den genannten Risiken verbunden sind.

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Universität

Wiebke Winter

Die verborgene Zauberwelt

INFO Jacobs University Eröffnet 2001

34 Hektar grüner Campus Leitbild & Zentrale Ziele Exzellenz

Internationalität und Interkulturalität Transdisziplinarität Interaktivität

Bereiche der Lehre:

School of Engineering and Science School of Humanities and Social Sciences

Jacobs Center on Lifelong Learning and Institutional Development

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s sei wie eine kleine Blase der verschiedenen Kulturen, so Daniela Kriegbaum, 21, aus der Nähe von Stuttgart. Es sei eigentlich nicht wirklich Deutschland, gibt auch Rachel Schauer, 20, aus Florida, US, zu. Beide sind Studentinnen an der Jacobs University Bremen, der renommierten Privatuni in Bremen-Nord. Daher kann man gut verstehen, dass es manchen Bremern so vorkommt, als gehöre die Jacobs University, die 2001 auf einem ehemaligen Kasernengelände entstand, nicht wirklich zu Bremen. Die Frage, warum Bremer Steuergelder in diese finanziell klamme Institution gesteckt werden sollen, besonders, wo die staatliche Universität auch dringend Geld gebrauchen könnte, stellt sich somit schnell. Diese Frage lässt sich jedoch ebenso schnell und leicht beantworten, wenn man sich ein wenig mit der Jacobs University beschäftigt. Zu allererst ist sie ein Aushängeschild für Bremen-Nord und Werbung für die Stadt. Studierende kommen nach Bremen und erzählen auch in anderen Städten von der Uni und Bremen. Gleichzeitig bringt sie Bremen auch mehr Einwohner, die hier leben und einkaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese gut ausgebildeten Studierenden irgendwann in Bremen arbeiten, ist ebenfalls durch die Universität

und ihren Campus erhöht. Natürlich braucht es für diese Anbindung ein positives Verhältnis zwischen den Bremer Bürgern, Bremen und den Studierenden der Jacobs University. Dies ist der vielleicht größte Beitrag der Jacobs University an Bremen: die Möglichkeit zum internationalen Austausch, die kulturelle Diversität und Internationalität. Natürlich ist die Jacobs eine eigene „mini-world“, wie es Varun Dadlani aus Chile, ebenfalls Student an der Jacobs University Bremen, treffend formuliert - jedoch ist diese kleine Welt nicht so abgeschottet und fern, wie vielleicht mancher denkt. „It’s just a lack of communication“ („Die Kommunikation reicht noch nicht aus“), denkt Sibulele Ngomane, auch Studentin, aus Südafrika: Sie wolle gern rausgehen und Leute kennenlernen, deshalb besuche sie auch Tanzveranstaltungen, die nicht auf dem Campus stattfinden. Von solchen Kontakten zwischen Studenten und Leuten „off-campus“ sollte es jedoch mehr geben, denn noch zu wenige von uns jungen Leuten haben Freunde, die an der Jacobs University studieren. Und so hoch wie sie scheinen, sind die Zäune um den Campus auch nicht. Es gibt viele Veranstaltungen an der Jacobs. Die Studenten erklären sich den ausbleibenden Gästestrom nur so, dass zum Beispiel Veranstaltungshinweise von der 02/12 JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Fotos: JU Bremen, Jacobs University Bremen

Die private Jacobs University wurde 1999 staatlich durch das Land Bremen anerkannt. Die internationale Universität in Bremen-Nord belegt regelmäßig Spitzenplätze der Uni-Rankings und ist das Zuhause für 1350 Studenten aus 107 Nationen. Doch wieso bekommen wir nur so wenig von ihnen mit?


Universität Universität

Öffentlichkeit leicht übersehen oder von den Medien nicht verbreitet werden und manche Menschen vielleicht ein wenig Scheu seien. Dass diese Scheu überwunden werden kann und es sich aufgrund der unglaublichen Freundlichkeit und den potentiellen Freundschaften zu den Studierenden lohnt, die Zeitung oder das Internet zu durchforsten, zeigt zum Beispiel das „Host Family Program“. Bei diesem Projekt bekommen die Studierenden eine sogenannte Gastfamilie, die ihnen bei Problemen oder Fragen zur Seite steht, sich um sie kümmert und die Stadt zeigt. Seit 2001 vermittelte das Student Service Center der Jacobs University 1230 solcher Patenschaften, im letzten halben Jahr wurden insgesamt 212 Studenten an Gastfamilien vermittelt. Rachel Schauer hat auch eine Gastfamilie und ist begeistert: „Sie waren so gastfreundlich, sogar meine ganze Familie konnte bei ihnen übernachten!“ Die Freundschaft zwischen den Familien und den Studierenden können sehr intensiv werden, manche von ihnen feiern sogar Weihnachten zusammen. Jeder, der sich für so eine Patenschaft interessiert, kann das ehrenamtlich arbeitende Host Family Team kontaktieren* - momentan warten noch acht Jacobs-Studenten auf eine neue Host Family! Wir von der JU Bremen-Nord sind überzeugt, dass Bremen von solchen Projekten nur profitieren kann. Sowohl wir als auch die Studierenden können nur voneinander lernen und unser kulturelles Verständnis erweitern. Die Jacobs University bietet uns Bremern und den Studierenden die Möglichkeit, zu erfahren, wie Menschen aus der ganzen Welt leben und internationale Freundschaften zu schließen. Deshalb wünschen wir, die JU Bremen-Nord und die Studierenden der Jacobs University, uns

noch mehr Kontakt zwischen den Studenten und den Bremer Bürgern. Dafür braucht es mehr interkulturelle Veranstaltungen. Ideen gibt es viele: so könnten wir uns zum Beispiel ein Tandem-Programm vorstellen, bei dem Bremer ihre Fremdsprachenkenntnisse und die Jacobs-Studierenden ihre Deutschkenntnisse verbessern könnten. Eine weitere Möglichkeiten böte die Etablierung eines internationalen Festes, ähnlich wie dem „Festival maritim“, das in Vegesack stattfindet. Ein guter Platz für regelmäßige und unverbindliche Treffen wäre ein „internationales Café“ - ein Platz, an dem Studenten und Bremer zusammen Kaffee und Kuchen genießen könnten, Tischkicker spielen, Fußball gucken oder einfach „klönen“ könnten. Dieser Raum könnte auch für abendliche Vorträge genutzt werden, bei denen die Studenten den Bremern aus ihrer Heimat oder von ihren neuesten Studienerfahrungen berichten könnten. Um diese Projekte realisieren zu können, braucht es die Unterstützung der Politik, die Universität aufrecht zu erhalten. Die JU Bremen-Nord befürwortet deshalb die finanzielle Unterstützung der Jacobs University Bremen. Wir fordern jedoch, die Universität nicht nur mit Forderungen nach weniger Professoren zu konfrontieren, sondern den Bürgern und Studierenden gleichzeitig weitere Möglichkeiten zum interkulturellen Austausch zu bieten. Denn wer einmal die Jacobs University besucht hat, wird wissen: es ist wie eine kleine „bubble“, ein Ort für Neues, Wertvolles, ein Ort, der einen in seinen Bann zieht. Jeder Bremer sollte die Chance bekommen und sie nutzen, diesen Zauber des freundschaftlichen Zusammenlebens der verschiedensten Kulturen zu erleben!

Für weitere Informationen: www.jacobs-university.de

Die JU Bremen-Nord im Interview mit Daniela Kriegbaum, Rachel Schauer, Sibulele Ngomani und Varun Dadlani an der Jacobs University Bremen JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

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University

Wiebke Winter

Jacobs - a place to discover

INFO Jacobs University Opened in 2001

34 hectares green campus Guiding principles: Excellence

Internationality and Interculturality Transdisclipinarity Interactivity

Fields of studies:

School of Engineering and Science School of Humanities and Social Sciences

Jacobs Center on Lifelong Learning and Institutional Development 26

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t is like a little bubble of different cultures“, states Daniel Kriegbaum, 21, from the area of Stuttgart. „It is not really Germany“, admits Rachel Schauer, 20, from Florida, US. Both are students of the Jacobs University Bremen, the prestigious private university located in BremenNord. Therefore it is highly intelligible that some Bremer do not regocnize Jacobs University, which was built on a former military base, as a part of Bremen. The question why Bremen’s tax money should benefit this financially stricken institution, especially given the situation that Bremen’s state university needs money desperately, arises quickly. However this question can be answered just as quickly and easily if one deals with the Jacobs University for only a short time. First, it is a flagship for our borough as well as a great advertisement. Students from everywhere come to Bremen and tell their friends in other cities about the university and Bremen. Second, the number of people living and buying things in Bremen increases. Third, the probability that highly educated people stay and work

in Bremen for good increases also. However, to achieve these goals, a friendly and loving relationship has to be established between Bremen and Jacobs’ students. This might be the greatest advantage of the Jacobs University: the chance to experience intercultural exchange, cultural diversity and internationality. Thus of course Jacobs is a “mini-world”, as Varun Dadlani, Chile, observes pertinently. However, this little world is not as isolated and distant as one might think. “It’s just a lack of communication”, thinks Sibulele Ngomane, from South Africa, she would like to extend activities like going out and meeting new people. So why has not anything happened yet? There are activities at Jacobs in which everybody can participate. However, there are only a few people from outside of Jacobs taking part. The interviewed students suspect the people’s timidity towards the different world as well as the media and the publicly overlooked advertisement reasons for this phenomenon. At least the timidity can be and is overcome easily because of the immense kindness of the students. Proof is given by the “Host Family 02/12 JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Fotos: Jacobs University Bremen

Jacobs University Bremen was accredited by the Free Hanseatic City of Bremen in 1999. Located in Bremen-Nord, the prestiguous private University accomodates 1,350 students, representing 107 nations. But why do we see them so seldomly?


Interview Interview Program”, a program in which a student is mediated to a host family which takes care of the student, shows him/her the area and helps him/her arranging him-/herself in the new environment. Since 2001 Jacobs’ Student Service Center mediated 1230 Students to Host Families, 212 alone in the past six months. Rachel Schauer is a participant of this program and excited: “My family was so hospitable, even my whole family could stay with them!” The friendship established between the family and the student can become very intensive, some of them even celebrate Christmas together. Everybody who is interested in the program, can contact the voluntarily working Host Family Team. We, as the JU Bremen-Nord, are convinced that Bremen can only benefit from such projects. Not only the city but also the students can only learn from each other and broaden their cultural appreciation. Jacobs University gives the inhabitants of Bremen and the students the chance to experience how people from the whole world or Germany live, and to establish new friendships. Therefore we, the JU Bremen-Nord, and the students of Jacobs would appreciate more contact between the students and Bremen’s inhabitants. In order to achieve this goal, we need more of these intercultural events.

There are many ideas: for example a Tandem Program could be started in which Germans could enhance their foreign language abilities and the students their German abilities. Another opportunity to meet would be an international festival, similar to the “Festival maritime” taking place in Vegesack. Another great option would be the founding of an “International Café” – a place to enjoy coffee and cake, watch football, play games or just talk (“klönen”) for both, students and non-Jacobs. This would also offer space for presentations, such as presentations about the students’ native countries or their newest projects. To realize these plans Jacobs University has to be helped by the Bremer Bürgerschaft and the politics. Therefore the JU Bremen-Nord advocates the financial help for the Jacobs University Bremen. However we postulate to confront the university not only with demands for financial shortcuts, but also to give the citizens and the students the chance for intercultural exchange. Because if one has once visited Jacobs, he will know, that it is a precious little “bubble”, a place to experience the new, a place, which is enchanting. Every Bremen citizen should get the opportunity (and also use it!) to witness this magical place of communal life of the most diverse cultures!

Fotos: Jacobs University Bremen

For further information: www.jacobs-university.de

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Interview

Wiebke Winter

Glancing into a Jacobs‘ student‘s life

Jacobs University‘s student Farzad Pouya from Afghanistan talks about his life, home country, future plans, and Jacobs University

What would you like to do after graduating from Jacobs? My original plan was to go back to Afghanistan. Actually my whole idea of coming here was to get a university degree and then get involved in politics back home, like I had been before coming to Germany. However, now I also have to consider the situation back home: security is very fragile and nobody knows what is going to happen around the presidential elections in early 2014. It raises a lot of concern, especially with the international forces pulling out, which will leave Afghanistan with a power and security vacuum. So in case I cannot go back home I will continue with my master’s degree. Plan A: going back home, taking part in the upcoming election, but if the situation is not that good I will continue with my master’s degree directly. 28

Where are you from exactly, how were you brought up? I’m coming from northwest of the country, the City of Herat, one of the major cities in Afghanistan. I was brought up and went to school there. After graduating from school, I took the national exam, which decides which university one is allowed to attend. I scored the highest results in my province and ranked in the top ten students of Afghanistan. However, due to a miscommunication between my city and the capital, I couldn’t enroll in the Australian university I had gotten a scholarship for. So I went to Kabul and attended the American University, where I also started a very intensive English program to groove my English skills. Aged 19, I started working for the UN. Then I got another offer from the office of the president and started working for the media group of Karzai. Why did you decide to go to Germany? I always wanted to go abroad, so I applied to many American and European universities with Germany as my first option. A huge factor for this decision was that I wanted to learn a new 12 JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Fotos:Farzad Pouya

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ello Farzad. When did you come to Germany and when are you going to graduate? I arrived here in October 2010 and I’ll be graduating in spring 2014.


Interview language - English I already knew! I wanted to get familiar with a new culture, too. Plus, Jacobs advertised with the slogan “We teach or train the leaders of tomorrow” – so I assumed the students coming here wanted to make a difference in their societies - that I thought very attractive about Jacobs. Judging also on the distance that Germany is closest to Afghanistan and my liking of this country, I decided to come here. And I am very happy to have enrolled at Jacobs. I think it is also great for Bremen to have such a prestigious university; I think it is unique to the country. How well did you cope with the new culture and the different religion? I’m coming from a muslim family like almost 99.9 percent from Afghanistan, but I’m not very religious, so that wasn’t a concern. As I had experienced being in an international environment by working in the UN and going to this American University, it was a smooth transition and I luckily had no culture shock. What do you like about Germany? I like that the system works very well. If you expect something it works, for example public transportation. Also the system of the society works very well and it is reliable. It is a welldeveloped country and you can get first hand information how living in a modern society is like. Plus, the knowledge mediated here at Jacobs is useful in any environment and makes you successful. Actually, I think there is nothing specific I don’t like about Germany, I feel very comfortable living here. Also, contrary to most of the people I don’t have problems with the weather. My hometown has a very extreme climate, cold winters and hot summers, so I assume I can adjust to any weather (laughs).

Have you actually been in contact with Germans or do you mainly stay on campus? Most of my friends are Germans or Americans. Off-campus I also have two or three friends in Bremen and others from other cities, I mostly got to know them through friends or social gatherings. I went to Berlin a few times and Köln – and you always get to know new people! Would you like to go off-campus more often? I’d really like to get to know the German culture better and also more people from off-campus. I think it is almost kind of a shame to be here for a few years and not to know much of the people. So if there’d be an opportunity to meet new people and to get to know German culture I would definitely take it! I already take part in a German class, but you don’t get much practice on campus as everything is taught in English. So what I would definitely like is to communicate with native speakers, like for example in a tandem program and share my background and knowledge of English with German natives who would like to improve their English. I would also appreciate social gatherings, something connected with fun, because I think you learn best when having fun at the same time. Joint events with other people from Bremen would be great! Why don’t Jacobs’ students go off-campus more often? I assume for those of us who do not speak the language very well, it is kind of a barrier: “Where should I go? I don’t understand anything!” Also there are a lot of convenient things to do at Jacobs – however, if there were things outside as convenient, where you could meet more Bremen people, students would definitely go off-campus more!

Students from anywhere of the world enroll at Jacobs University

VITA Farzad Pouya

Birthday: 29.09.1990 (22)

Field of Study: International Politics and History

Farzad was the top student of Herat Province, Afghanistan

From June 2009 to March 2010 Farzad worked for the UN in the United Nations Population Fund (UNFPA) as a Consultant and from April to October 2010 he worked for the Government Media and Information Center (GMIC) as the Senior Interpreter and a member of the Presidential Media Team in Kabul. Farzad speaks 5 languages including Persian (Dari), English, German, Pashto and Arabic.

He likes sports and rowed for Jacobs University Rowing Team in all races the team had last year; and this year I rowed for the team in Hansa Boat Race.

Foto: Jacobs University Bremen

Also he participated in Jacobs University Student Parliament.

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Gesundheit

Die bestausgebildetesten Ärzte und Krankenpflegekräfte für Bremen gewinnen!

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ie kein anderes Politikfeld berührt uns alle die Gesundheitspolitik. Vom Beginn bis ans Ende unseres Lebens. Schon während wir im Mutterleib heranwachsen und nicht ahnen, was uns draußen in der Welt erwartet, sind wir auf eine bestmögliche medizinische Versorgung angewiesen. Komplikationen während der Schwangerschaft? Komplikationen während der Geburt? – Wir alle erwarten, dass gut ausgebildete und hoch motivierte Ärzte und Pflegekräfte uns helfen. Leben retten und Leben sichern. Zeitsprung. Wir sind jung, gesund, voller Vitalität. Wir sind in der Ausbildung oder im Studium und wollen Beruf und Familie vereinbaren.Dann passiert es: Der Druck in der Arbeitswelt macht uns fertig. Burn-out, Depression. Schon das Ende eines Lebenstraumes?- Wir erwarten auch hier bestmögliche und schnelle Hilfe von fürsorglichen Ärzten und Pflgekräften. Psychiatrische Erkrankungen nehmen rapide zu - ein Indiz für 30

eine prekäre Arbeitswelt? Zeitsprung. Beruf, Familienleben, Ehrenämter und Sport erfüllen unser Leben. Doch dann passiert es: Schwere Schicksalsschläge wie Lungenentzündung, ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall verändern unser Leben. Wir erwarten logischerweise schnelle Hilfe durch passgenaue Diagnostik und zielführende Therapien, die uns wieder fit machen. Zeitsprung. Der medizinische Fortschritt macht uns älter. 80 Jahre, 90 Jahre oder gar 100 Jahre alt werden wir. Pflegebedürftigkeit und Demenz drohen. Wie muss eine Gesundheitspolitik aus Sicht der CDU also aussehen? Wie viele Kliniken mit welchen Fachrichtungen brauchen wir wirklich in Bremerhaven und Bremen? Sind unsere Ärzte, Krankenschwestern und Krankenpfleger gut qualifiziert? Sind wir als Bürgergesellschaft auf den demografischen Wandel vorbereitet? Sind die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung von Ärzten und Pflegekräften so attraktiv, dass wir JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Fotos: Fotolia

Diplom-Pflegewirt (FH) Rainer Bensch MdBB, Gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion.


Fotos: CDU-Fraktion Bremen

Gesundheit auch tatsächlich gut versorgt werden? Und was darf das alles kosten? Die CDU versteht sich als Anwalt für ein Gesundheitssystem, wo es die bestmögliche medizinische Versorgung gibt. Nicht die Trägerschaft eines Krankenhauses ist das Entscheidende sondern ein vernünftiges Miteinander. „Wettbewerb und Kooperation“ sind die passenden Stichworte: Wo Ärzte und Kliniken im Wettbewerb stehen, dort steigt die Qualität, dort sind Kundenzufriedenheit und messbare medizinischeVersorgungsdaten auf gutem Weg. Dort gibt es weniger Komplikationen und weniger Wundinfektionen. Im Mittelpunkt steht dabei eine flächendeckende Patientenversorgung, die mindestens zwei „medizinische Angebote“ für nahezu jedes Patientenproblem vorhalten soll. Ob Geburt, Wechseln eines Kniegelenks oder Legen eines Herzkatheters: Mindestens zwei Angebote sollten dem mündigen Patienten zur Auswahl zur Verfügung stehen. Wahlfreiheit und Qualität für den Patienten- das wollen wir als CDU! Zugleich ist es für uns als CDU von hoher Bedeutung, dass mit dem im Gesundheitssystem zur Verfügung gestellten Geld wirtschaftlich umgegangen wird. Aktuell ist bundesweit zu beobachten, dass selbst Kliniken, die über Jahre Überschüsse erwirtschaftet haben,an die Grenzen stoßen. Warum?- Erstens:In den letzten Jahren sind die laufenden Kosten erheblich gestiegen ( vor allem durch Lohnzuwächse in geringen Maße bei den Pflegekräften sowie durch Lohnzuwächse in erheblichem Maße bei den Ärzten). Zweitens: Die Erlöse steigen zwar auch durch kontinuierliche Verbesserungsprozesse (höhere Auslastung von Operationssälen, kürzere Verweildauer im Klinikum), können aber die entstandenen Mehrkosten nicht kompensieren. Die einzige Lösung: Mit weniger Personal mehr Patienten versorgenklingt doch einfach. Aber: Dieser betriebswirtschaftliche Grundsatz nach dem Motto „Mit weniger Ressourcen (mehr) Gewinn erzielen“ stößt bei der Versorgung von Menschen irgendwann an seine Grenzen. In ganz Deutschland ist zu beobachten, dass immer mehr Kliniken die „Pleite“ droht. Aber nicht nur die grundsätzlichen betriebswirtschaftlichen Schwierigkeiten bereiten den Kliniken Sorge. Viel mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit wird die Personnallage rücken: „Die richtigen Ärzte am richtigen Ort“ und das dazugehörige Fachpersonal an Krankenpflegekräften vorzuhalten ist eine immer größer werdende Herausforderung. Vielerorts können lukrative und hochbezahlte Chefärzte-Stellen nicht besetzt werden. Die Folge neben dem Ausfall an Operationen und somit der Wegfall an Einnahmen: Wo keine Chefärzte mehr sind, dort findet keine Weiterbildung statt. Was droht?- Immer mehr Oberärzte und Stationsärzte bleiben weg. Meine Prognose: Der „Markt“ mit derzeit eher zu vielen Krankenhäusern wird dadurch geregelt, wo die best ausgebildeten Ärzte und Krankenpflegekräfte sich niederlassen! Für JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Bremen heißt dies auf absehbare Zeit: In Qualität investieren, um eben „die Besten“ zu halten oder zu gewinnen! In der Metropolregion Oldenburg-Bremen gibt es viele Herausforderungen, die mit erheblichen Risiken einhergehen. Aber es gibt auch zahlreiche Chancen. In Oldenburg gibt es seit kurzem einen Medizin-Studiengang, was eine Bereicherung für die gesamte nordwestdeutsche Region bedeutet! Die dortigen Studierenden müssen später als gut ausgebildete Ärzte „eine erste Heimat“ finden- genau hier liegt Bremen’s Chance! Für die CDU heißt dies: In die Kliniken Bremens investieren! Aber eben nicht nur in die kommunalen sondern im Rahmen eines fairen Wettbewerbs ebenso in die freien und gemeinnützigen Kliniken. Wenn dabei herauskommt, dass Bremen vielleicht ein oder zwei Kliniken weniger aber von der Qualität her bessere Kliniken mit best ausgebildeten und hoch motivierten Ärzten und Krankenpflegepersonal hat, dann müssen wir uns um die Gesundheitsversorgungin einer immer älter werdenden und schrumpfenden Bevölkerung, wo Fachkräftemangel herrscht, keine Sorgen machen!“

VITA Rainer Bensch

ist 48 Jahre jung, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Neben seinem Abgeordnetenmandat in der Bremischen Bürgerschaft versorgt der examinierte Altenpfleger und DiplomPflegewirt im Rahmen einer Halbtagsbeschäftigung ältere Menschen mit schwerster Demenz sowie junge Menschen mit Multipler Sklerose. Zudem berät Rainer Bensch kleinere Unternehmen aus der Medizin- und Pflegebranche und hält öffentliche Vorträge zu den Themen Burn-out und Demenz. Politisch ist Rainer Bensch seit 1991 in der CDU aktiv. Aktuelle Parteiämter: Mitglied im Bundesvorstand der CDU-Sozialausschüsse (CDA),Beisitzer im CDULandesvorstand, Beisitzer im Landesvorstand des Evangelischen Arbeitskreises der CDU (EAK). Stellvertretender Vorsitzender CDU Bremen-Nord, Vorsitzender des CDUStadtbezirksverbandes Blumenthal. Rainer Bensch, MdBB

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Bildung

Katastrophale Bildungspolitik Wiebke Winter im Interview mit dem bildungspolitischen Sprecher der CDU

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ie erklären Sie das schlechte Abschneiden Bremens im PISATest? Leider beschränkt sich das schlechte Abschneiden Bremens in überregionalen Bildungsvergleichen nicht auf den PISA-Test. Bremen belegt hier fast durchgängig die letzten Plätze, zuletzt im Oktober des vergangenen Jahres in der IQB-Studie im Grundschulbereich. Sicher spielen die soziodemographischen Besonderheiten eines Stadtstaates eine Rolle. Sie sind es aber nicht allein, wie es uns die rot-grüne Koalition gern und wiederholt weiß machen will, frei nach dem Motto: Da kann man nichts machen, weil wir die Verhältnisse nicht ändern können. Eine solche resignierende und passive Politik haben Bremens Schülerinnen und Schüler aber nicht verdient. Gerade die letzte Studie im Grundschulbereich hat gezeigt, dass die Ursachen ganz überwiegend hausgemacht sind. Eine Ursache wird ganz konkret genannt: Der fachfremd erteilte Unterricht. Unterrichtsausfall und vielleicht auch gelegentlich fehlende Leistungsorientierung könnten weitere Ursachen sein. Wir brauchen eine verbesserte Ausstattung unserer Schulen, wir brauchen aber auch eine andere Politik. 32

Was halten Sie vom Prinzip der neuen Oberschule – sind die Lehrer dafür qualifiziert, halten Sie es für gesichert, dass wirklich alle Schüler von diesem Prinzip profitieren? Ich unterstütze die Entwicklung der Oberschulen nachdrücklich. Sie sind ja auch die zweite der beiden Säulen, neben den Gymnasien, die im Bildungskonsens festgeschrieben sind. Wir brauchen ein vielfältiges und differenzierendes Bildungssystem, weil dieses am besten der Vielfalt der Begabungen und Neigungen unserer Schülerinnen und Schüler entspricht und sie entsprechend fördert und fordert. Beide Schularten brauchen dazu ein spezifisches Profil: Das Gymnasium soll über ein 12-jähriges Abitur insbesondere auf ein Studium vorbereiten. Die Oberschule soll hauptsächlich für eine berufliche Ausbildung qualifizieren, aber auch ein Abitur nach 13 Jahren ermöglichen. Beide Bildungsgänge stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich. Wenn ja, was würden Sie in der Bremer Schulpolitik verändern, wenn Sie Bildungssenator wären? Was halten Sie von der Bildungspolitik des rot-grünen Senats und was erwarten Sie von der neuen Bildungssenatorin? Ein wesentliches Problem Bremer Bildungspolitik ist die Kommunikation. In der Vergangenheit ist da vieles schief gegangen, von KommunikaJUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Fotos: CDU-Fraktion Bremen

Dr. Thomas vom Bruch, MdBB

Wo sehen Sie die größten Defizite im Bremer Schulsystem? Wo sind die größten Lücken in der Finanzierung? Bremens Schulsystem wird gerade gegenwärtig in vielfältiger Hinsicht verändert. Inklusion, Ganztagsschule und Oberschule sind die wichtigsten Stichworte. Grundsätzlich sind die Ziele dieser Reformen gar nicht strittig. Ein Fehler liegt in der Politik „Alles gleichzeitig“ und „Alles ganz schnell“. Das entscheidende Problem ist: Die Reformen sind nicht ausreichend mit Ressourcen unterlegt. Hier wiederum ist das Fehlen von Lehrerinnen und Lehrern, also die Unterrichtsversorgung das Hauptproblem. Zweimal haben wir kurz vor den Sommerferien ein Desaster um fehlende Lehrerstunden erlebt. Haben erlebt, dass die Reformvorhaben, hauptsächlich die Inklusion, nur durch Kürzungen in anderen Bereichen, insbesondere in den gymnasialen Oberstufen und den Berufsschulen, vorläufig sichergestellt werden konnten. Dieses ist nicht nur in der Sache falsch und ungerecht für die betroffenen Schulen. Es bringt auch die Reformen in Misskredit, es treibt Schulen und Schularten auseinander, es gefährdet den Erfolg der Reformen und beeinträchtigt die Qualität an den Schulen, an denen gekürzt wird. Eine solche Politik der Flickschusterei hilft am Ende niemandem und gefährdet das Ziel des Bildungskonsenses, nämlich Schulfrieden zu halten und „gute Schule“ vor Ort zu ermöglichen..


Bildung tion auf Augenhöhe kann wohl nicht die Rede sein. Wer erinnert sich nicht an die fast skurrilen Bilder einer Bildungssenatorin, die im Polizeiwagen vor Schülerinnen und Schülern fast zu flüchten scheint. Diese Senatorin ist inzwischen zurückgetreten, übrigens unter Protest, weil sie die notwendigen Voraussetzungen für gute Bildung in Bremen in Gefahr sieht. Sie hat viele Baustellen hinterlassen. Für die neue Bildungssenatorin kommt es darauf an, neben einer offenen Gesprächskultur mit den Beteiligten, die notwendigen Rahmenbedingungen für „gute Schule“ sicherzustellen. Dazu gehört eine bedarfsgerechte Ausstattung, die transparent und berechenbar gesteuert wird. Dazu gehört aber auch, wieder Vertrauen in die Bildungspolitik herzustellen. Wir brauchen eine Bildungspolitik hin zu mehr Qualität und zu mehr Chancengerechtigkeit. Die Unterbrechung der Ganztagsschulentwicklung und der Wortbruch z.B. gegenüber der Schule am Pfälzer Weg ist hier genau die falsche Botschaft. Meine Erwartung an die neue Senatorin ist, dass sie gerade in diesem Bereich wieder schnell Klarheit und Zuverlässigkeit garantiert. Ihre Meinung: Sollte Schulpolitik weiter Sache der Länder bleiben oder bundesweit geregelt werden? Da sprechen Sie eine der zentralen Fragen der Bildungspolitik an. Man muss dazu sagen, dass es innerhalb der Union hierzu sehr unterschiedliche Meinungen gibt. Ich für meine Person beobachte, dass die Menschen immer weniger einsehen, dass sich ein Land wie Deutschland 16 unterschiedliche Systeme leistet, dass ein Umzug von Lilienthal nach Borgfeld bildungspolitisch eine halbe Weltreise ist. Die Mobilität in unserem Lande wird dadurch jedenfalls nicht gerade gestärkt. Mit noch größerer Sorge beobachte ich aber, dass die Ausstattung der Schulen entsprechend der finanziellen Leistungsfähigkeit der einzelnen Bundesländer immer unterschiedlicher zu werden droht. Man kann auch hier sagen, wo die CDU/CSU regiert oder lange regiert hat, sind die Verhältnisse besser. Unsere Kinder, die ja nicht weniger begabt sind als die Schülerinnen und Schüler z.B. im Süden unserer Republik, haben einen Anspruch auf gleichwertige Bildungs- und Lebenschancen. Auch vor diesem Hintergrund haben wir uns für eine Veränderung des sogenannten „Kooperationsverbotes“ ausgesprochen, das den Bund im Moment an mehr Engagement in der schulischen Bildung hindert. Wissenschaft und Forschung profitieren schon von der Unterstützung des Bundes. Ich denke, dieses sollte auch für den Bildungsbereich gelten, ohne das die grundsätzliche Zuständigkeit der Länder für Bildung aufzugeben. Über gemeinsame Standards bei Inhalten und Leistungsanforderungen und über Staatsverträge zu vergleichbaren Strukturen JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

sollte aber mehr Transparenz und Einheitlichkeit organisiert werden. Was halten Sie von Studiengebühren? Ich bin nie für Studiengebühren gewesen, zumindest nicht, bis der erste berufsqualifizierende Abschluss im Studium erreicht ist. Das hat übrigens auch Eingang in das Grundsatzprogramm der Bremer CDU gefunden. Gerade unter dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit finde ich Studiengebühren schwierig, sollen doch Bildungschancen und die Möglichkeiten des sozialen und beruflichen Aufstiegs unabhängig von den finanziellen Voraussetzungen z.B. des Elternhauses sein. Außerdem brauchen wir als Land, wo Bildung, das Wissen und das Können der Menschen die wichtigste Ressource sind, mehr akademische Bildungsbeteiligung und können uns keine vermeidbaren Zugangshürden leisten. Wir wollen und wir brauchen jedes Talent. Angenommen, Sie müssten jetzt für Ihr Kind entscheiden: Auf welche Schule würden Sie es schicken? Ich habe zwei Kinder und habe gemeinsam mit meiner Familie diesbezüglich schon häufiger entscheiden müssen. Nicht jede Schule passt zu jedem Schüler und umgekehrt, dafür sind wir alle zu individuell. Unser Angebot in Bremen lässt deshalb ja zu Recht eine große Bandbreite möglicher Bildungsgänge zu. Diese Vielfalt ist gerade deshalb wichtig und insofern haben wir mit und für unsere Kinder, die auch verschiedene Stärken und Interessen haben, unterschiedliche Schulen ausgesucht. Hier haben wir immer sehr engagierte Lehrerinnen und Lehrer vorgefunden, sodass ich keinen bestimmten „Tipp“ geben kann. Was raten Sie Schülern zu tun, um etwas in der Schulpolitik zu verändern? Ich denke, dass die wichtigste Voraussetzung ist, sich zu informieren. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Wichtig ist, sich einzumischen, gerade Bildungspolitik in Bremen muss kritisch begleitet und verändert werden. Demokratie ist ja eine Mitmachveranstaltung. Insbesondere auch von denjenigen, die Hauptbetroffene dieser Politik und ihrer Ergebnisse an den Schulen sind. Dazu gibt es viele Möglichkeiten: Als Klassensprecher oder als Mitglied in schulischen Gremien zum Beispiel. Oder auch in unserer Partei und ihren Gliederungen und Vereinigungen. Gerade das Engagement der jungen Union und der SchülerUnion hat in der Vergangenheit vieles verbessern helfen. Publikationen wie diese Zeitung sind dabei ganz wichtige Möglichkeiten, Missstände aufzudecken, Ideen zu entwickeln, bekannt zu machen und zu diskutieren und so Veränderungsprozesse in Gang zu setzen. Deshalb kann ich nur mit Nachdruck sagen: Weiter so!

VITA Dr. Thomas vom Bruch geb. am 26.06.1961 in Bremen

Er studierte Pädagogik, Politikwissenschaften und Personalwesen bei der Bundeswehr und war dort 12 Jahre als Offizier.

1995 bis 1997 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bremer CDU-Bürgerschaftsfraktion 2001-2007 Staatsrat der CDU Bremen

Seit 2012 Stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU Bremen

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RCDS

Luisa-Katharina Häsler

RCDS meets (65 Jahre) JU Bremen

R

CDS und JU? Das passt in manchen Bundesländern so gut zusammen wie Peer Steinbrück und das Amt des Bundeskanzlers... nämlich gar nicht. Leider vertragen sich unsere Freunde vom RCDS und der JU aus anderen Bundesländern nicht immer so gut miteinander, sodass sogar eigenständige JU-Hochschulgruppen existieren. In der Bremer Familie der Christdemokraten halten die beiden Organisationen jedoch fest zusammen und unterstützen sich gegenseitig bei sämtlichen großen Veranstaltungen. Mehr noch, wenn ein großes Event wie „65 Jahre JU Bremen“ ansteht, wird dieses Highlight einfach, wenn im selben Jahr die RCDS-Nordkonferenz von Bremen ausgerichtet wird, in das RCDS-Tagungsprogramm ein-gearbeitet. Vom 26.Oktober bis 28.Oktober 2012 fand in unserem schönen Bundesland nämlich die RCDS 34

Nordkonferenz unter dem von dem Bremer RCDS gewählten Thema: „Zukunftsfähigkeit des deutschen Hochschulsystems in Hinsicht auf die gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“, statt. Wir konnten zeitweise 50 Teilnehmer aus ganz Deutschland bei uns begrüßen. Gestartet haben wir am Freitagnachmittag in der Bremischen Bürgerschaft mit dem ehemaligen stellv. Fraktionsvorsitzenden Heiko Strohmann und einer Führung durch unseren Landtag. Danach ging es bereits an den feuchtfröhlichen Teil des ersten Tages und zwar mit vier Kleingruppen zu einer „Foto-Stadterkundungsrallye“ mit Werder-Schluck und Schlagsahne. An markanten Bremer Sightseeing-Points mussten die Gruppen kreative Fotoaufgaben erledigen, damit am Sonntag die kreativste Gruppe einen unglaublich großartigen Gewinn abräumen konnte (Grünkohlschnaps JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Fotos: RCDS

RCDS Nordkonferenz 2012 in Bremen


Fotos RCDS

RCDS und –dosen mit sofortiger Verzehr-pflicht). Zum Ausklang des Abends ging es schließlich ins Schüttinger zum selbst gebrauten Bier und Bremer Backfisch schlemmen. Die nächsten zwei Tage begannen mit einem Extraklasse-Frühstück à la RCDS Bremen im CDU-Haus, das höchstpersönlich vom RCDSLavo und unseren JU Mitglieder Luisa, Annika und Christine und von unserem JU Landesvorsitzenden Daniel (der durch beziehungstechnische Verpflichtungen fest ins Organisationsteam eingebunden gewesen ist) kredenzt wurde. Anschließend folgte zu dem Thema der Nordkonferenz ein straffes Tagungsprogramm mit spannenden Repräsentanten der Handelskammer, der Wissenschaft, der Politik und der Wirtschaft, u.a. mit Hartmut Perschau, Bürgermeister a.D. und Dr. Josef Lange, niedersächsischer Staatssekretär für Wissenschaft a.D. Nahezu einmalig für die regionalen Konferenzen des RCDS war allerdings die Einbindung der JU in das inhaltliche Tagungsprogramm. Mit dem Landesvorsitzenden der JU Hamburg Carsten Ovens und unserem Bremer JU Landesvorsitzenden Daniel Buljevic, natürlich auch selbst langjähriges RCDS Mitglieder, konnten wir die zukünftigen Herausforderungen für das deutsche Hochschulsystem von der Perspektive der jungen Generation beleuchten und eine kontroverse Diskussion über die Bundes-JU.Forderung über die Abschaffung der verfassten Studierendenschaften führen. Highlight der Nordkonferenz war allerdings der Besuch der Almhütte auf dem Bremer Freimarkt, wo 40 durstige RCDSler aus ganz Deutschland auf 40 durstige JUler aus „Bremen und umzu“ trafen und gemeinsam bei bester Stimmung, viel Bier und deftigem deutschem Essen bis in die Morgenstunden „65-Jahre JU Bremen“ gefeiert haben. Über diesen grandiosen Abend wird selbst heute noch gesprochen, an dem viele schöne Fotos und legendäre Videos entstanden sind. Insgesamt konnten wir Bremer, auch durch die große Hilfe vieler JU und gleichzeitiger RCDS Mitglieder, mit einer perfekten Zeitplanung, spannenden Inhalten und Referenten, mit viel Liebe zum Detail, mit voller Aufopferungsbereitschaft des RCDS Lavos und unseres JU Landesvorsitzenden bei der Betreuung, Vorbereitung und Durchführung der Konferenz und mit unglaublich viel Spaß eine legendäre RCDSNordkonferenz hinlegen, die die Messlatte für zukünftige RCDS-Konferenzen sehr hoch gelegt hat. Wie so oft haben wir mal wieder gemeinsam gezeigt, was unsere kleine christdemokratische Bremer Jugend so alles kann und darauf können wir verdammt stolz sein. Unsere Zusammenarbeit ist unvergleichbar und die JU für einen erfolgreichen RCDS in Bremen unverzichtbar. Wir profitieren nicht nur inhaltlich, sondern auch mitgliedertechnisch voneinander. Dadurch, dass wir an einem Strang ziehen JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

und wir uns gegenseitig, trotz aller Querelen der letzten 2 Jahre innerhalb der CDU, unterstützen, können wir so erfolgreich sein, sodass uns nicht nur verbands- und vereinsübergreifend, sondern auch bundesweit hoher Respekt gezollt wird. Ich danke besonders Daniel für die große Unterstützung in der Durchführung, Gestaltung, Betreuung und Nachbereitung der Konferenz, unserem JU-Kreisvorsitzenden Nils (Bremen-Stadt) für die gute Zusammenarbeit und Abstimmung in der Organisation des gemeinsamen Abends in der Almhütte (Reserviert für Junge und John), Carsten für die Bereitschaft als Referent mit Daniel an der Konferenz teilzunehmen und allen JU’lern, die an der Konferenz teilgenommen haben, besonders denen, die den RCDS Lavo beim Aufbau/Abbau etc. unterstützt haben – ihr habt die RCDS Nordkonferenz unvergesslich gemacht! Natürlich kann auch die Bremer JU fest mit der Unterstützung des RCDS Bremen bei der Ausrichtung der JU Nordkonferenz im Sommer 2013 rechnen! Vielleicht können wir 2012 ja sogar noch toppen. Vielen herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit, auf ein erfolgreiches politisches Jahr 2013 und eine weitere Amtszeit unserer Kanzlerin, Eure Luisa Landesvorsitzende RCDS Bremen und stellv. JU Landesvorsitzende

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FOTOS!

JU

Fotos: CDU Bremen

u h in Sp c

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FOTOS!

FOTOS!

U in Aktion!

u.a. mit Hermann Grรถhe, beim Osterbrunch n Bremen-Nord, beim pendenlauf, an der Jacobs University und in Berlin!

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JU‘ler

Unser neuer LGF

Alexander Bauermann

Auf dem Brementag haben wir ihn zum stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt und schließlich wurde er auch zum neuen LGF bestimmt. Hier stellt sich Alex vor!

ich bin Alexander Zoran Bauermann, 25 Jahre alt, und beruflich als Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistung tätig. Am 27.04. wurde ich auf unserem diesjährigen Brementag als stellv. Landesvorsitzender gewählt und in der konstituierenden Sitzung am 08.05. auch als Landesgeschäftsführer bestimmt. An dieser Stelle möchte ich mich für das geschenkte Vertrauen bedanken. Ich sehe dies vor allem als Bestätigung meiner Arbeit in den letzten 12 Monaten, worauf ich mich allerdings keineswegs ausruhen möchte. Wer glaubt, dass nun im neuen Landesvorstand ein neues Team zusammen arbeitet, der hat sich getäuscht. Die meisten von uns haben bereits ein Jahr im Kreisvorstand Bremen erfolgreich zusammen gearbeitet. Besonders die positive Zusammenarbeit zwischen Nils und mir möchte ich hier hervorheben. Dies soll nicht als Eigenlob, sondern als Teamlob verstanden werden. Aus beruflicher Erfahrung weiß ich sehr genau, dass es alles andere als selbstverständlich ist, so gut „Hand-in-Hand“ mit jemandem zusammen arbeiten zu können. Vor uns steht ein aufregendes, aber sicher auch anstrengendes Jahr. Nachdem wir im Jahr 2012 sehr erfolgreich die Basisarbeit im Kreisverband 38

wieder aufgenommen haben und dadurch viele neue Mitglieder werben konnten, steht in der zweiten Jahreshälfte 2013 unbestritten der Wahlkampf im Vordergrund. Für einige von uns ist es der erste Wahlkampf überhaupt, für manche nicht. Wichtig ist vor allem, dass, egal welchen Alters, egal aus welcher politischen Richtung innerhalb der JU und CDU, wir immer unser gemeinsames Ziel vor Augen haben müssen und uns in der Erreichung jederzeit gegenseitig unterstützen. Dabei darf unsere politische Arbeit auch nicht immer zu ernst genommen werden. Eine politische Jugendorganisation zeichnet sich auch dadurch aus, dass man ausgiebig zusammen feiert, und das muss auch so sein! Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich in der Jungen Union mehr Freunde gefunden habe als ich jemals gedacht hätte. Die Zusammenarbeit macht mir daher mit jedem Tag mehr Freude, und ich bin stolz darauf, dass es so ist. Kämpfen wir gemeinsam für gemeinsame Ziele, haben wir zusammen viel Spaß! Ich freue mich auf die gemeinsame Zukunft mit Euch! Euer Alex

Fotos: Alexander Bauermann

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iebe Freundinnen und Freunde der JUBremen,

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Takin‘ Shotz

So hast du deine Stadt noch nie gesehen

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LaVo

LaVo

Euer neuer Landesvorstand

Unseren neuen Landesvorsitzenden Nils Janßen und Landesgeschäftsführer Alexander Bauermannkennt ihr jetzt ja bereits. Hier stellen sich nun die anderen Mitglieder des neuen Landesvorstandes der JU Bremen vor! Name: Funktion: Geburtstag: Sonstige Tätigkeit: Ein Satz über mich:

Maximilian Neumeyer 1. Stv. Landesvorsitzender 26.07.1989 (23) Maschinenbauingenieur bei der ThyssenKrupp System Engineering Ich bin das liberale Gewissen der JU Bremen ;) Name: Funktion: Geburtstag: Sonstige Tätigkeit: Ein Satz über mich:

Name: Funktion: Geburtstag: Sonstige Tätigkeit: Ein Satz über mich:

Marcel Freihorst Pressesprecher Redaktion Junger Schlüssel 30.05.1991 (22) Student der Politikwissenschaften Mit engagiertem Engagement dabei!

Name: Funktion: Geburtstag: Sonstige Tätigkeit: Ein Satz über mich:

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JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13

Luisa-Katharina Häsler Svt. Landesvorsitzende 21.11.1989 (23) Studentin der Politik – und Rechtswissenschaft Abgeordnete der CDU Fraktion Mein Lieblingshobby: Sozis, Grüne und Kommunisten mit junger, pragmatischer, vielfältiger , christlich-demokratischer Politik ärgern – am liebsten mit der JU oder dem RCDS

Wiebke Winter Beisitzerin 17.03.1996 (17) Angehende Studentin Redakteurin Junger Schlüssel Ich bin das Küken im Landesvorstand, lollisüchtig, reiselustig und diejenige, die immer alle mit Interviewanfragen nervt!

Ralf Behrend Landesschatzmeister 20.04.1981 (32) Geschäftsführer von Teleo-Logistics gmbH Landesvorsitzender Junge CDA CDU-Stadtbezirksverbandsvorsitzender Wümme Wenn ihr mich sucht - ich bin am Buffet! ;-)

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Intern Name: Funktion: Geburtstag: Sonstige Tätigkeit: Ein Satz über mich: Name: Funktion: Geburtstag: Sonstige Tätigkeit: Ein Satz über mich:

Nicole Höft Beisitzerin 21.07.1990 (22) Studentin Risiko- und Sicherheitsmanagement “Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.“ (Oscar Wilde)

Marcel Käthner Kreisvorsitzender JU Bremen Nord 13.09.1990 (22) Fleischer Ich komme aus dem schönem Grohn und bin politisch aktiv, weil mir die Zukunft unser Stadt sehr am Herzen liegt und durch eigene Ideen etwas ändern kann.

Name: Funktion: Geburtstag: Sonstige Tätigkeit: Ein Satz über mich: Name: Funktion: Geburtstag: Sonstige Tätigkeit: Ein Satz über mich:

Tobias Hentze Referent für politische Bildung 23.09.1991 (21) Student der Politikwissenschaften Ich finde es immer wieder spannend in Satiresendungen die Politik von einer anderen Seite zu sehen und am Ende auch ein Stück über sich selbst lachen zu können. Name: Funktion: Geburtstag: Sonstige Tätigkeit: Ein Satz über mich:

Name: Funktion: Geburtstag: Sonstige Tätigkeit: Ein Satz über mich:

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Christine Deppe Stv. Kreisvorsitzende Bremen-Stadt 28.04.1988 (25) Studentin (M.Sc. BWL - Marketing) Politik für unsere Generation macht man NICHT mit LINKS!

Julia Weidlich Referentin für Bildungspolitik 04.06.1987 (26) Lehramtsstudentin (Deutsch/ Politik) Frech kommt weiter

Maximilian Nesnidal Beisitzer 14.01.1981 (32) Diplom-Biologe, Promotion Biologie, selbstständig An der Politik aktiv teilzunehmen, bedeutet für mich, sich für und mit der Gemeinschaft stark zu machen für positive Veränderungen.

JUNGER SCHLÜSSEL | 01/13


BEITRITTSERKLÄRUNG

Landesverband Bremen Landesverband Landesverband Landesverband Bremen Bremen Bremen Landesverband Bremen

Die Zeiten müssen sich ändern! Helft uns, Bremen zu verändern.

Landesverband Bremen

Du bist 14 – 35 Jahre alt? Du hast Lust, dich ehrenamtlich zu engagieren und viele neue, interessante Leute kennenzulernen? Du interessierst dich für das, was in Bremen passiert und willst endlich was verändern? Und du möchtest dabei auch noch Riesenspaß haben? Dann schau mal vorbei! Wir freuen uns auf dich!

Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur Jungen Union Bremen und verpflichte mich zur Zahlung des für mich geltenden Jahresbeitrages.

Name

Vorname

Straße, Hausnummer

PLZ, Ort

Geboren am

Religionszugehörigkeit

Telefon

Handy

E-Mail

Aufnahme im Bezirk

Datum / Unterschrift

Hiermit ermächtige ich die Junge Union Bremen widerruflich Beitragszahlungen zu Lasten meines Girokontos einzuziehen. Da sich der Beitrag nach dem Alter richtet, kann sich dieser im Laufe der Mitgliedschaft ändern. Diese Einzugsermächtigung gilt – bis auf Widerruf – auch für einen durch o.g. Möglichkeit erhöhten Beitrag. Wenn das Konto nicht die erforderliche Deckung aufweist, besteht seitens des kontoführenden Geldinstitutes keine Verpflichtung zur Einlösung.

Name des Kontoinhabers

BLZ / Geldinstitut

Kontonummer

Datum / Unterschrift des Mitgliedes (wenn abweichend vom Kontoinhaber)

Datum / Unterschrift des Kontoinhabers

Die jährlich zu zahlende Beitrag beträgt

für alle Mitglieder 24 € (2,– € / Monat)

BITTE SENDE DIESES FORMULAR AUSGEFÜLLT UND UNTERSCHRIEBEN PER POST ODER FAX AN DIE:

Junge Union Bremen Am Wall 135 28195 Bremen

Telefon: 0421/517 025 40 Fax: 0421/517 025 41 E-Mail: info@ju-bremen.de

www.ju-bremen.de


Bei uns geht Ihre Spende garantiert nicht unter.

Impressum Redaktion: Wiebke Winter, Nils JanĂ&#x;en, Ralf Behrend, Marcel Freihorst Layout: Auflage: Kontakt:

www.seenotretter.de

Wiebke Winter 7500

redaktion@ju-bremen.de

Danke.


Junger Schlüssel - Ausgabe 3