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Editorial

Liebe Freunde, mit großer Freude können wir Euch in diesem Jahr schon die zweite Ausgabe des JUNGEN SCHLÜSSEL präsentieren. Unsere Redaktion hat auch dieses Mal wieder ganze Arbeit geleistet, die mich mit Stolz erfüllt. Nach dem Rücktritt von Dr. Rita Mohr-Lüllmann als Landesvorsitzende der CDU Bremen und von Hartmut Perschau als stellvertretender Landesvorsitzender wurde Jörg Kastendiek mit gutem Ergebnis beim außerordentlichen Landesparteitag am 14.11.2012 zum neuen Vorsitzenden der Partei gewählt. Wir als Junge Union Bremen unterstützen die neue Parteiführung nach Kräften, damit die Partei endlich ihrem Ruf als starke Opposition gegenüber einer desolaten rot-grünen Regierung gerecht werden kann! Angriffsfläche bietet der rot-grüne Senat genug. Wir müssen gemeinsam mit allen Mitgliedern von Partei und Vereinigungen das Vertrauen unserer Wähler zurückgewinnen. In diesem Kontext möchte ich mich bei allen JU-Mitgliedern bedanken, die eine sehr gute Arbeit innerhalb der JU während der Krise der Mutterpartei möglich machten. Es war für uns als Jugendorganisation extrem wichtig, die Kämpfe der Partei nicht in unseren Verband zu tragen. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir unserem Auftrag als junge Opposition so erfolgreich gerecht geworden sind und das gute Klima innerhalb der JU ein tolles Arbeitsumfeld bietet, das neben der Politik Freundschaften wachsen ließ. Viel Spaß beim Lesen! Euer Daniel

Inhaltsverzeichnis

Junge Union und Europa 04 Die Energiewende 08 Die

2012 Ein besonderer Rückblick 14 Deutschlandtag

Die Talentschmiede

S. 03

Deutschland-Abitur

S. 26

NATO-Alarmrotte

S. 06

Krawalle statt Vernunft

S. 27

Kunst und Kultur

S. 10

Zehn verlorene Jahre?

S. 28

Gemeinsam frei

S. 12

Zeiten des Terrors

S. 30

Ronald Mike Neumeyer über die JU als Talentschmiede Der JU-KV Bremen besuchte die NATO-Alarmrotte Wittmund Ein Kurzportrait über Aufgaben und Perspektiven der Kulturpolitik Die bremische Identität und die Zukunft der Metropolregion

Dr. Denis Ugurcu zur Schulpolitik in Bremen und Deutschland Das Weserstadion im Ausnahmezustand Eine resignativ-optimistische Beschreibung Die JU zu Zeiten des RAF-Terrors

Happy Birthday to JU, Happy Birthday to JU! Meine lieben Freundinnen und Freunde der JU Bremen und Moin Moin! Das kommende Jahr wird ganz unter dem Stern unseres 65. Geburtstages stehen; dieses Magazin ist erst der Anfang! Wir beginnen unsere Party mit spannenden Interviews und Artikeln der letzten Landesvorsitzenden der JU Bremen! Im zweiten Jungen Schlüssel bieten wir euch außerdem ein exklusives, achtseitiges Deutschlandtagspecial! Wir zeigen euch die witzigsten und schönsten Fotos der Bremer Delegierten und präsentieren euch die Stimmen von Philipp Mißfelder, den im Amt bestätigten JU Bundesvorsitzenden, und Alexander Humbert, den JU Bundesgeschäftsführer! Außerdem waren wir sehr fleißig und haben für euch alle Landesvorsitzende Deutschlands interviewt. Der Deutschlandtag war aber natürlich nichts alles, was wir als JU Bremen in den letzten Monaten unternommen haben: wir haben uns im Rahmen „Der Lauf zur Venus“ sportlich betätigt und haben das Jagdgeschwader Wittmund besucht. Besonderes Aufsehen hat außerdem die Schüler Union mit ihrer Aktion „Da fehlt was“ erregt, mit der sie auf die unglaubliche Zahl an Ausfallstunden in Bremer Schulen aufmerksam machen! Aber wir wollen natürlich nicht zu viel vorweg nehmen. Lest es lieber selbst! Liebe Grüße von eurer Junger Schlüssel Redaktion PS: Friedrich Merz hat sich auch in diesem Magazin versteckt!

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JUnger Schlüssel | 02/12

Fotos: Junge Union Bremen, Fotolia

Vorwort des Landesvorsitzenden


Interview JU-Landesvorsitzender 1985 - 1989

Die JU als Schmiede junger Talente Ronald Mike Neumeyer ist heute Geschäftsführer des Elektronikunternehmens VENIOX, welches zur Nehlsen-Gruppe gehört und Ladestationen für Elektrofahrzeuge aller Art vertreibt.

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err Neumeyer, wie habe Sie die Zeit in der Jungen Union empfunden? Die Arbeit in der Jungen Union hat mich in jeder Hinsicht stark geprägt. Ohne die Grundlagenarbeit in der Jungen Union, die vielen Debatten und inhaltlichen Diskurse, wäre ich sicher bei meinen weitergehenden politischen Tätigkeiten nicht ausreichend vorbereitet gewesen. Nebenbei habe ich auch meine spätere Ehefrau in der Jungen Union kennengelernt und somit hatte die Junge Union auch mittelbar Einfluss auf meine Familienplanung.

Fotos: Ronald Mike Neumeyer

Für wie wichtig erachten Sie die Arbeit der Jungen Union auch gegenüber der Mutterpartei? Die Junge Union war und ist der wichtige Treiber neuer inhaltlicher Impulse für die CDU, ebenso ist die Junge Union der wesentliche Hort innerhalb der Gesamtpartei, in welchem sich politische Talente entwickeln. Daher halte ich die Junge Union für außerordentlich wichtig. Herr Neumeyer Sie sind Senator a.D. und jetzt schon seit einigen Jahren in der freien Wirtschaft. Wie haben Sie den Weg aus der Politik empfunden? Was hat sich positiv oder auch negativ bemerkbar gemacht? Ich habe schon immer den Standpunkt vertreten, dass es mehr Wechsel zwischen Politik und Wirtschaft geben sollte, und zwar in beide Richtungen. Ansonsten hätten wir dauerhaft nur Beamte im Parlament und dann fehlen wichtige Impulse. Politik ist immer ein Mandat auf Zeit, dessen sollte sich jeder bewusst sein. Ich selber bin mehrfach hin und her gewechselt und ich habe es als angenehm empfunden. Beide Welten haben Vor- und Nachteile und für beide Welten ist es wichtig zu wissen, wie die Abläufe auf der anderen Seite sind. In meinen beruflichen Tätigkeiten hat es mir immer sehr geholfen, dass ich die Prozessabläufe in Politik und Verwaltung kenne.

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Könnten Sie sich grundsätzlich noch einmal vorstellen, Politik zu machen oder ist dieser Weg für Sie völlig ausgeschlossen? Grundsätzlich kann ich mir alles Mögliche vorstellen, eine konkrete Planung für eine Rückkehr in die Politik verfolge ich allerdings nicht. Gibt es ein besonderes Erlebnis, was Sie während Ihrer Zeit in der Jungen Union erleben durften? Es gibt ganz viele besondere Erlebnisse, die ich in meiner Zeit bei der Jungen Union erleben durfte. Da fällt es schwer, Einzelne herauszuheben. In jedem Fall war es für mich sehr bewegend, auf Einladung von Bernd Neumann mit ihm und meiner späteren Frau Silvia ein kurzes Gespräch mit dem damaligen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl zu haben. Auch die Runden der JU-Landesvorsitzenden im Kanzleramt waren für mich etwas Herausragendes. Was würden Sie abschließend jungen Menschen zum Thema Politik mit auf dem Weg geben? Politik geht jeden etwas an. Wer sich über Politik und Politiker beklagt, sollte es besser machen und sich einmischen und die Erfahrungen, die man gerade in jungen Jahren in der Jungen Union sammelt, sind sehr wertvoll für das weitere Leben.

VITA Ronald Mike Neumeyer war von 1985 bis 1989 Landesvorsitzender der Jungen Union Bremen. Von 1991 bis 2003 war er Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. Bis 1999 war Ronald Mike Neumeyer Fraktionsvorsitzender Nach dem Rücktritt Jens Eckhoffs 2006 wird Ronald Mike Neumeyer sein Nachfolger als Senator für Bau, Umwelt und Verkehr. Nach der Wahl 2007 verzichtete Ronald Mike Neumeyer auf sein Mandat und zog sich aus der Politik zurück.

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Panorama

Europa ist mehr als eine Flagge

Friedrich Merz

Die Junge Union und Europa Die Europäische Union ist geprägt von der jungen Generation, jedoch nimmt das Interesse und die Begeisterung für unser heutiges Europa stetig ab! Die Junge Union kann dieses Desinteresse als Chance nutzen, das Thema Europa wieder ins Gespräch zu bringen.

Friedrich Merz

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Die Realität eines geeinten und freien Europas weckt keine Begeisterungsstürme mehr bei jungen Menschen. Es ist zum einen selbstverständlich geworden, dass die Grenzen nicht mehr bestehen, wir alle frei reisen können und Frieden herrscht; jedenfalls in unserem Teil des europäischen Kontinents. Zum anderen befremdet die junge Generation von heute der europäische Alltag mit seiner bürokratischen Dichte und zugleich fehlenden visionären Perspektive. Die

Konstruktionsfehler der Währungsunion und die andauernde Schuldenkrise in Europa wecken sogar antieuropäische Ressentiments. Plötzlich werden Zweifel am Erfolg des großen europäischen Projekts laut, die in dieser Form bisher nicht zu hören waren. Was ist zu tun? Und was kann die Junge Union leisten? Vielleicht hilft ein Blick in die Geschichte der europäischen Nachkriegspolitik. Die drei Gründungsverträge, die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, Euratom und Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die europäischen Gründungsverträge sind nur vordergründig Verträge über die wirtschaftliche Zusammenarbeit und Integration in Europa. Alle Texte dieser Verträge atmen den Geist der politischen Erfahrungen einer Generation, die nach den Verheerungen zweier Weltkriege den europäischen Kontinent endlich politisch einigen wollte. Die Gründungsdokumente verlieren sich auch JUnger Schlüssel | 02/12

Fotos: Fotolia, Friedrich Merz

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ie große europäische Bewegung zu Beginn der 1950er Jahre ging von der jungen Generation aus. Es waren junge Frauen und Männer, die die Schlagbäume in Europa zur Seite räumten und damit symbolisch für offene Grenzen in Europa demonstrierten. Sie waren begeistert von den Ideen, die vor allem europäische Christdemokraten in jener Zeit formulierten für ein offenes und friedliches Europa.


Panorama

nicht im Detail von Sachverhalten, die es nun endlich auf europäischer Ebene zu regeln gäbe. Die Zusammenarbeit im Bereich der damaligen Schlüsselindustrien diente einzig und allein dem Zweck, die Völker Europas politisch zu einigen und Meinungsunterschiede zwischen den Staaten nur noch mit friedlichen Mitteln zu lösen. Der Erfahrungshorizont der meisten handelnden Akteure reichte weit in vordemokratische Zeiten zurück und war bei vielen geprägt von den Folgen einer einzigartigen Gewaltherrschaft auf dem europäischen Kontinent. Im Verlauf der politischen Entwicklung hin zum Europäischen Binnenmarkt und zur Währungsunion wurden aber gleichwohl schleichende Veränderungen im Begründungskontext der europäischen Integration sichtbar, die vor allem die Währungsunion von den Gründungsverträgen bis heute unterscheiden: Die Gründungsverträge waren immer politische Projekte. Die ökonomische Integration stand eindeutig im Dienst einer europäischen politischen Friedens- und Freiheitsidee. Dagegen ist es nicht mehr gelungen, auch die Währungsunion in den größeren Zusammenhang einer politischen Einigung Europas zu stellen. Diesen Befund gilt es umzukehren. Alle Entscheidungen, die in Europa in den nächsten Jahren zu treffen sind, und es sind wichtige und weitreichende Entscheidungen, die notwendig JUnger Schlüssel | 02/12

sind, müssen in erstere Linie wieder politisch und nicht ökonomisch begründet werden. Diesen Paradigmenwechsel in der Fundierung Europas sollte gerade die junge Generation nicht den älteren Generationen überlassen. Das, was jetzt in Europa geschieht (oder vielleicht auch nicht geschieht), wird das Leben der jungen Generationen im 21. Jahrhundert prägen und zwar mehr als jede nationale Entscheidung in den einzelnen Mitgliedstaaten, sei sie auch noch so wichtig. Die Krise Europas muss die Stunde eines neuen politischen Engagements der jungen Generation sein. In Europa muss wieder über Politik diskutiert werden. Dabei muss eine Sprache gesprochen werden, die vor allem junge Menschen verstehen. Und welcher Teil der jungen Generation könnte diese Aufgabe besser leisten als die Junge Union in Deutschland? Und warum sucht die Junge Union in Deutschland nicht Gleichgesinnte in anderen Ländern Europas, vor allem in Frankreich, aber auch in Polen und anderen Nachbarstaaten, die diesen Weg mitgehen? Die Schlagbäume in Europa gibt es nicht mehr, aber es gibt viele Hindernisse und Grenzen, die einem politisch einigen Europa auch heute wieder im Weg stehen. Sie sind im besten Sinne des Wortes eine Provokation der Jugend.

VITA Friedrich Merz

war von 1994 bis 2009 Mitglied im Deutschen Bundestag. Von 1998 bis 2000 und 2002 bis 2004 war der stellvertretener Vorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion. Er war von 2000- 2002 Vorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion. Seit seinem Rückzug aus der Politik 2009 ist er Vorsitzender der Atlantikbrücke . 5


Aktivitäten

Von Ralf Behrend

Phantom F4F

Kreisverband Bremen unterwegs:

NATO-Alarmrotte Wittmund

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m 16.08.2012 besuchte der Kreisverband der Jungen Union Bremen zusammen mit Jugendoffizier Hauptmann Gümmer das Jagdgeschwader Richthofen in Wittmund. Das Tagesprogramm bestand aus einem Museumsbesuch im kaserneneigenen Museum, in dem die JU mehr zu der Historie des Standpunktes erfuhr. Der nächste Programmpunkt war ein Besuch im Hangar, bei dem den Mitgliedern der Jugendorganisation anhand einer Phantom F4F die Vorgänge der Wartung, Instandsetzung und Bewaffnung von der Bordkanone und über Lenkflugkörper erläutert wurden. Im Anschluss durfte die Gruppe direkt an der Start- und Landebahn den Take-off der NATO-Alarmrotte erleben. Nach einer Stärkung durch die gute Küche der Bundeswehr ging es weiter zu einer

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Besichtigung der Flughafenfeuerwehr, die extra für die Besucher ihre Technik im vollen Maße präsentierte und von einigen Einsätzen berichteten, die sie auf dem Flugfeld und bei der Unterstützung der zivilen Feuerwehr im Umland erlebt hatten. Zum Abschluss der Veranstaltung durfte die Gruppe noch die Landung der Alarmrotte miterleben, sowie die darauf folgende Betankung und Aufmunitionierung der Maschinen. Der krönende Abschluss war der erneute Take-off der Alarmrotte und die Flugmanöver, wie zum Beispiel auch das Durchstarten einer Maschine. Die Junge Union erhielt schon die Einladung für die Veranstaltung im nächsten Sommer, in der die Phantom außer Dienst gestellt wird und der Eurofighter eingeführt wird.

„Wer gegen Politik ist, ist für die Politik, die mit ihm gemacht wird.“ Hat Bert Brechts Aussage heute noch Gültigkeit? Um das beantworten zu können, müssen wir das Verhältnis zwischen Politikern und der Bevölkerung genauer unter die Lupe nehmen. Fakt ist, dass wir in einer Zeit der Politik- und Parteienverdrossenheit leben. Aber woher kommt das? Das ist gar nicht so einfach zu erklären. Im Alltag werden von den Politikern schnelle Antworten auf schwierige Fragen erwartet, obwohl teilweise langfristige Reformen vielleicht die bessere Lösung wären. Die fehlende Transparenz der Politik erzeugt den Eindruck der Unentschlossenheit der Politiker und fördert natürlich das Misstrauen in der Bevölkerung. Um zu verhindern, dass sich unsere Mitmenschen ganz von der Politik abwenden, müssen sie mehr in die politischen Prozesse eingebunden werden, um diese besser zu verstehen und mitgestalten zu wollen. Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Demokratie. In unserer Gesellschaft nehmen wir das Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrecht als zu selbstverständlich wahr. Mein Vater hat in jungen Jahren die DDR verlassen müssen, um in Freiheit leben zu können. Er hat mir immer vor Augen geführt, welches Privileg wir heutzutage genießen, unsere Vertreter frei wählen und unsere Meinung frei äußern zu dürfen. Mein Vater wird nie gegen demokratische Politik sein, weil in dem Regime der DDR mit der Bevölkerung Politik gemacht wurde. Man muss jedoch auch Bereitschaft zeigen, seinen Beitrag zu leisten. Es ist immer einfach, die Politik nur zu kommentieren, ohne sich zu engagieren. Daraus entsteht jedoch nichts Verbindliches, nichts Politisches. Ich sehe es auch als eine Aufgabe der Jungen Union, den jungen Menschen die Gelegenheit zu bieten, Politik aktiv mitzugestalten. Das ist ein kontinuierlicher Prozess, der Geduld und Ausdauer erfordert. Brecht hat immer noch Recht.

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JU Bremen immer in Bewegung

Schwitzen für einen guten Zweck

JU goes „Auf zur Venus 2012“ Am letzten Septembertag 2012 hieß es bei strahlendem Sonnenschein, aber niedrigen Temperaturen, im Bremer Bürgerpark nun schon zum dritten Mal JU goes „Auf zur Venus“. Insgesamt haben 2.369 Teilnehmer beim Solidaritätslauf der Bremer Krebsgesellschaft ganze 28.775 km erlaufen bzw. erradelt, und somit das Ergebnis von 2011 um 1000 km getoppt. Auch die Junge Union konnte mit zwölf Zweibeinern und einem Vierbeiner ihr Ergebnis vom letzten Jahr von 76,5 km auf unglaubliche 91,5 km ausbauen. Jeder Kilometer bedeutet einen Spendenbeitrag von externen Sponsoren zugunsten an Krebs erkrankten Menschen, um ihnen eine langfristige Genesung zu ermöglichen. Wie immer waren wir als einzige politische Jugendorganisation bei dieser tollen Veranstaltung vertreten und haben mit unseren erstmalig angefertigten Venusläufer-Polos für eine starke Präsenz gesorgt. Für 2013 steht deshalb jetzt schon fest: Wir knacken die 100 km-Marke!!! Doch der Lauf ist nicht die einzige Möglichkeit, die Bremer Krebsgesellschaft zu unterstützen: auch Du kannst spenden! Deine Unterstützung für die 1947 gegründete, nichtwirtschaftliche Organisation kannst Du an die folgenden Konten überweisen: Sparkasse Bremen (BLZ 290 501 01) Konto-Nr. 166 00 00 Commerzbank Bremen (BLZ 290 400 90)
 Konto-Nr. 282 83 09

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Panorama

JU-Landesvorsitzender 1989 - 1998

Energiewende ist notwendig, aber nicht kostenlos Jens Eckhoff

trat 1980 in die Junge Union ein. Seinen Beitritt zur CDU tätigte er 1982. Er war von 1984 bis 1989 Kreisvorsitzender der JU Bremen Stadt und von 1989 bis 1998 Landesvorsitzender der Jungen Union Bremen. Von 1991 bis 1993 war er Referent von Bernd Neumann.

Jens Eckhoff war von 1991 bis 2007 Mitglied der Bremischen Bürgerschaftund von 2003 bis 2006 Bausenator.

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N

achdem im japanischen Fukushima im März 2011 durch einen Tsunami eine verheerende nukleare Kettenreaktion ausgelöst wurde, hat die Bundesregierung eine klare Positionierung vorgenommen. Deutschland wird als führende Forschungsund Industrienation in Europa in den kommenden Jahren aus der Kernenergienutzung aussteigen. Fukushima hat gezeigt, dass die Kernenergie nicht ohne Restrisiken betrieben werden kann und Bundeskanzlerin Merkel als studierte Physikerin hat besser als die meisten Politiker Einblick in die

Fachmaterie. Daraus hat sie politische Konsequenzen gezogen, die uns in Deutschland in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen stellen werden: die Energiewende. Den Energiebedarf Deutschlands in den nächsten zehn Jahren aus fossilen und erneuerbaren Energien zu erfüllen, wird große Anstrengungen erfordern, ist aber möglich, wenn endlich die notwendigen Weichenstellungen vorgenommen werden. Wasserkraft und Photovoltaik sind für uns Norddeutsche hierbei nicht die wichtigste Energiequelle. Bei uns an der Küste weht eine JUnger Schlüssel | 02/12

Fotos: Fotolia

VITA

Deutschland als führende Forschungs- und Industrienation wird einen großen Nutzen und Wandel durch den Atomausstieg erleben.


Panorama

Fotos: Fotolia, Jens Eckhoff

steife Brise und diese Winde in Strom umzuwandeln, wird einen entscheidenden Anteil des Bedarfs erfüllen. Mit dem ersten Offshore-Feld Alpha Ventus, wenige Kilometer hinter Borkum gelegen, hat die Offshore-Industrie den Nachweis der Umsetzbarkeit schon lange geliefert. Weitere OffshoreFelder sind in Bau, geplant oder ausgewiesen. Ein großes Problem aber ist immer noch nicht gelöst: die Netzanbindung der Offshore-Felder an die Küste und von der Küste in die Regionen, wo der Strom gebraucht wird. In Bremen und Bremerhaven haben wir in den vergangenen 10 Jahren einen der wichtigsten europäischen Standorte für die Offshorewirtschaft aufgebaut. Nach dem Niedergang der AG Weser und des Bremer Vulkan sind die Kompetenzen der Schiffbauer mit dem Know-How aus der Forschung und Entwicklung gebündelt worden und haben nicht nur tausende neue Arbeitsplätze entstehen lassen, sondern auch einen großen Innovationsvorsprung. Dazu kommt die exzellente Lage Bremerhavens an der Außenweser, von wo aus künftig direkt aus der Produktion, Elemente neuer Anlagen auf die Aufbauschiffe verladen werden können. Die Energiewende ist aber eine Baustelle riesiger Dimension. Auch im Land Bremen sind noch Hausaufgaben zu erledigen. Zur Sicherung der

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entstandenen Arbeitsplätze muss die Infrastruktur bei uns vervollständigt werden. Das Offshore-Terminal in Bremerhaven muss rasch gebaut werden, sonst ist unser Vorsprung verloren und andere Hafenstandorte an der Nordsee werden uns überholen, was zum Abwandern von Firmen führen kann. Der Bund und die Länder müssen die Fragen des Netzausbaus und der dafür erforderlichen Planungsverfahren vereinfachen und beschleunigen. Das EEG bildet hierfür den Eckpfeiler und ist verantwortlich für den Vorsprung, den wir weltweit bei den Erneuerbaren Energien haben. Diese Basis muss erhalten und ggfs. weiterentwickelt werden. Das EEG liefert uns die Basis für langfristig kalkulierbare Preise. Wir kennen bereits den Preis für den Windstrom in 2022, aber keiner weiß, wo dann das Barrel Rohöl liegt. Wer grundsätzlich die Axt an das EEG legen will, ist ein energiepolitischer Geisterfahrer, der den Interessen des Nordens schadet.

Jens Eckhoff

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Artikel

Arbeitsplatz im Zentrum des politischen Geschehens

Kulturstaatsminister Bernd Neumann

Kunst und Kultur sind der Zukunftsmotor unserer Gesellschaft

Ein Kurzportrait über Aufgaben und Perspektiven der Kulturpolitik.

Wichtige kultur- und medienpolitische Aufgaben werden innerhalb der Bundesregierung vom Staatsminister als Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) verantwortet. Dazu gehören die Schaffung und Verbesserung von rechtlichen Rahmenbedingungen für Kunstund Kulturschaffende sowie die Förderung von 10

Kultureinrichtungen und Projekten von nationaler Bedeutung. Ein weiterer Schwerpunkt ist die kulturelle Repräsentation des Gesamtstaates in der Hauptstadt Berlin. Kulturausgaben sind wichtige Zukunftsinvestitionen. Der in den vergangenen Jahren stetig gestiegene Kulturetat trägt der großen Bedeutung Rechnung, die die Bundesregierung der Kultur beimisst. Dem BKM stehen 2012 für Kultur und Medien 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung, über 5 Prozent mehr als im letzten Jahr. Im Nachtragshaushalt, der im Juni 2012 verabschiedet wurde, hat der Deutsche Bundestag weitere 25 Millionen Euro für die Kultur bewilligt. Mit den zusätzlichen Mitteln wurde unter anderem das Denkmalschutzsonderprogramm um 13,5 Millionen Euro auf 43,5 Millionen Euro erhöht.

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Fotos: Bernd Neumann

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on 1967 bis 1973 war Bernd Neumann der Landesvorsitzende der JU Bremen, von 1971 – 1973 stellvertretender Bundesvorsitzender der JU. Heute hat er sein Büro, mit einem fantastischen Ausblick über die Bundeshauptstadt, in der achten Etage des Kanzleramts. In seiner zweiten Amtsperiode als Staatsminister für Kultur und Medien führt Bernd Neumann wohl eines der interessantesten Ministerien in der Runde seiner Kabinettskollegen aus der Bundesregierung.


Artikel

Besonders für Kinder und Jugendliche gehört Medienkompetenz zu den zentralen Kulturtechniken. Deshalb unterstützt der Bund Projekte, die die Fähigkeiten stärken, mit Medien sinnvoll umzugehen. Die Initiative „Ein Netz für Kinder“ fördert qualitativ hochwertige Internetangebote für 8 bis 12jährige. Bisher hat sie 76 Projekte mit 5,6 Millionen Euro unterstützt. „Vision Kino“ ist eine gemeinsame Initiative mit der Filmwirtschaft, um die Filmkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken. In Schulkinowochen werden anspruchsvolle Kinofilme, die zum Lehrplan passen, gemeinsam besucht und im Unterricht aufbereitet. Um junge Menschen für Zeitungen und Zeitschriften zu interessieren, wurde die „Nationale Initiative Printmedien – Zeitungen und Zeitschriften in der Demokratie“ ins Leben gerufen. Mit dem Deutschen Computerspielpreis sollen kulturell und pädagogisch wertvolle Spiele ausgezeichnet werden. Die Pflege der Vielfalt des herausragenden Erbes unserer Kulturnation ist ein zentrales Anliegen der Bundesregierung. Der Bund übernimmt Verantwortung für Kulturdenkmäler und Kultureinrichtungen von nationalem Rang in der Hauptstadt und in den Regionen.

Fotos: Bernd Neumann

Auch Bremen und Bremerhaven wurden in der Amtszeit von Bernd Neumann rund 20 Projekten durch den Bund bedacht. Neben dem Ausbau der Kunsthalle als bekanntestes Projekt mit 10 Millionen Euro hat der Bund gerade jüngst auch den Erweiterungsbau des Auswandererhauses mit 2 Millionen Euro gefördert. Neu hinzugekommen ist eine Ausstellung zur Einwanderung nach Deutschland. Durch die Verbindung von historischer sowie aktueller Aus- und Einwanderung ist das Deutsche Auswandererhaus das bundesweit erste Migrationsmuseum. Die kulturelle Bildung ist ein weiterer Schwerpunkt der Politik von Bernd Neumann. Es ist erklärtes Ziel der Bundesregierung, den Zugang zu kulturellen Angeboten unabhängig von finanzieller Lage und sozialer Herkunft zu erleichtern. Die vom Bund geförderten Kultureinrichtungen haben den Auftrag, Aktivitäten zur kulturellen Vermittlung zu entwickeln und neue Zielgruppen anzusprechen. Zudem werden Initiativen gefördert, die als Modellprojekte bundesweite Bedeutung haben.

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Medien und Film Die Deutsche Welle vermittelt als Auslandsrundfunk das Bild Deutschlands in der Welt. Die Deutsche Welle hat ihr Informationsangebot von Grund auf überarbeitet. Sechs Fernsehkanäle in Nordamerika, Afrika, Asien und Australien senden 24 Stunden auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Arabisch. Hinzu kommt ein Internetangebot in 30 Sprachen und Hörfunkprogramme in Afrika und Teilen Asiens. Teil der Programmreform ist zudem eine verstärkte Kooperation zwischen ARD, ZDF und Deutschlandradio mit der Deutschen Welle. Um einer ihrer zentralen Aufgaben, die Verbreitung der deutschen Sprache zu fördern, auch künftig gerecht zu werden, hat die Deutsche Welle ebenfalls das deutschsprachige Programm in Fernsehen und Internet ausgeweitet. Insbesondere bietet sie interaktive Deutschkurse an. Der deutsche Film ist in deutschen Kinos wie auch international auf Erfolgskurs. Seit 2007 trägt der Deutsche Filmförderfonds zum Erfolg Deutschlands als Filmstandort bei. Er ist mit 60 Millionen Euro jährlich ausgestattet. Damit hat er bislang in Deutschland Investitionen in Kinoproduktion von insgesamt 1,5 Milliarden Euro ausgelöst. „Kunst und Kultur“ – so Bernd Neumann „sind ein Zukunftsmotor unser Gesellschaft“.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann

VITA Seit 2005 ist er Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien. Von 1991 bis 1998 war er Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Forschung und Technologie beziehungsweise ab 1994 beim Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie. eit 1962 ist Neumann Mitglied der CDU. Hier engagierte er sich zunächst in der Jungen Union, deren Landesvorsitzender in Bremen er von 1967 bis 1973 war. Von 1969 bis 1973 gehörte er auch dem JU-Bundesvorstand an, seit 1971 als stellvertretender Bundesvorsitzender. 1971 bis 1987 gehörte Neumann der Bremischen Bürgerschaft an. Seit 1987 ist Neumann Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1998 bis 2005 Obmann der CDU/CSUBundestagsfraktion im Ausschuss für Kultur und Medien. 11


Interview Politik muss die immer wieder aufkommenden Phantomdebatten aufgeben. Es ist vielmehr Zeit, sich Gedanken zu machen wie man Bremen und sein Umland enger verbinden kann. Hier kann man Synergien zwischen Bremen und seinen Nachbargemeinden schaffen. Bremische Verkehrspolitik endet nicht in Huchting, niedersächsische Bildungspolitik nicht in Lilienthal –von allen wichtigen Entscheidungen ist die gesamte Metropole betroffen. Politische Entscheidungen haben immer mehr länderübergreifende Bedeutung und hier müssen die politischen Entscheider noch enger zusammenrücken. Der Jade-Weser-Port ist ein richtiges Beispiel, aber in vielen anderen Fragen stehen sich Bremen und Niedersachsen zu oft gegenseitig im Weg. Anstatt sich gegenseitig zu blockieren oder ewig gestrige Debatten über den Zuschnitt der Bundesländer zu führen, gilt es zusammenzuarbeiten und gemeinsam mehr zu erreichen. Wenn sich jeder auf die eigenen Stärken konzentriert, den Ausgleich sucht und seinem Gegenüber mit Respekt begegnet, können Bremen und Niedersachsen gemeinsam die Zukunft zum Wohle der Menschen in der Metropolregion gestalten.

JU Landesvorsitzender 2009 - 2010

Gemeinsam frei Der ehemalige JU Landesvorsitzende Malte Engelmann zur bremischen Identität und der Zukunft der Metropolregion.

VITA Malte Engenmann 32 Jahre alt

Bachelor of Arts in Political Management und schreibt gerade seine Masterthesis über Wirtschaftsförderungspolitik in der Windkraftbranche. Er war unter anderem Landesvorsitzender der Schüler Union, des RCDS und zuletzt der Jungen Union.

Von 2007 - 2011 war er Deputierter der Bremischen Bürgerschaft. Seit April 2012 ist er Landesvorsitzender von Frischluft Bremen. 12

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n einer Welt, die immer schneller wird, in der Kommunikation immer einfacher wird und die Menschen immer enger zusammenwachsen lässt, stellt sich immer mehr die Frage nach unserer Identität. Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin wollen wir? Das föderale System unseres Vaterlandes hat Bremen in eine gleichzeitig schwierige, aber genauso spannende Rolle gesetzt. Als „Zwei-Städte-Staat“ sind wir in Deutschland einzigartig. Auch wenn Bremen aufgrund der ungerechten Steuerpolitik in einer schwierigen Situation ist, lohnt es sich, sich auch weiter für ein unabhängiges Bundesland Bremen zu engagieren. Bremen ist unsere Stadt, unsere Heimat, unsere Identität.

Zum 65 jährigen Jubiläum der JU Bremen eine kleine, dazu passende Anekdote zu meinem Wirken als Vorsitzender des wundervollsten JU Verbandes unter der Sonne: Im Sommerloch 2009 hat der damalige Landesvorsitzende der niedersächsischen SPD die Auflösung Bremens und die Eingliederung in Niedersachsen gefordert. Und da die JU natürlich auch Populismus besser kann als die SPD, haben wir postwendend die Eingemeindung der umliegenden Landeskreise ins Bundesland Bremen gefordert, um so den Abfluss der Steuern nach Niedersachsen zu verhindern. Das brachte uns nicht nur viel Aufmerksamkeit in den Nachrichtenblöcken von Rundfunk und Fernsehen, reichlich aufgeregte Anrufe der niedersächsischen Parteifreunde, sondern machte auch deutlich, wofür die JU steht: neue Ideen. Auf weitere 65 Jahre voller neuer Ideen und Wege!

Fotos: Malte Engelmann

Malte Engelmann

Die andauernde Diskussion über eine Neuordnung unserer Bundesländer ist ebenso unangebracht wie unnütz. Wir wollen und wir werden unsere Eigenständigkeit niemals aufgeben. Die JUnger Schlüssel | 02/12


Nebenan Metropolverband

JU Lilienthal

Neuer Verband - neues Glück

In unseren Metropolverband der Jungen Union wurde im Kreisverband Osterholz Scharmbeck ein neuer JU Gemeindeverband gegründet. Zur Vorsitzenden ist Katja Behrens gewählt worden, als Stellvertreter wird sie unterstützt von Vanessa Brüning, vom Geschäftsführer Marcel Habeck, Schatzmeister Carsten Ohlrogge, dem Schriftführer Oberleutnant zur See Etienne Pflücke und Gülistan Bilan und Thomas Brüning als Beisitzer. „Der neue Gemeindeverband freut sich auf die neuen Aufgaben und Herausforderungen und die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Bremen und Niedersachen. Gerade in wirtschaftlichen sowie verkehrspolitischen Bereichen besteht eine enge Verzweigung zwischen den beiden Bundesländern“, so die Vorsitzende Katja Behrens. Das länderübergreifende Denken muss in der Politik noch fester manifestiert werden und die Kooperation

noch stärker ausgebaut werden. Die Junge Union als Metropolverband setzt sich als Sprachrohr der beiden Regionen ein und ist zuversichtlich, dass beide Regionen in Zukunft noch enger zusammenarbeiten werden.

Weitere Information zur JU Lilienthal findet ihr unter: http://ju-osterholz.generation-ju.de oder tretet in Kontakt mit Marcel Habeck: Email: MarcelHabeck@gmx.de Mobilnummer: 0176/96104443

Gewinnspiel Unser Buchgewinnspiel

„Mehr Kapitalismus wagen“

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erade in Zeiten der Krise, die Europa momentan heimsucht, diskutieren viele über soziale Gerechtigkeit und über die perfekten Marktsysteme. Für Friedrich Merz und diejenigen, die mehr Demokratie wollen, gibt es nur eine Lösung: Kapitalismus! Der Rechtsanwalt und ehemalige Bundestagsabgeordnete beschreibt in seinem neuen Buch „Mehr Kapitalismus wagen“ die Vorteile des Kapitalismus, und wie andere Systeme den Markt als Ganzes und die Freiheit Einzelner einschränken.

Fotos: JU Lilienthal

Unter allen Teilnehmern verlosen wir fünfmal das Buch „Mehr Kapitalismus wagen“ mit persönlicher Signatur. Die Gewinner der fünf Bücher haben ebenfalls die Möglichkeit, eine

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Buchrezension zu schreiben und bei der Redaktion einzusenden. Die beste Rezension wird dann in der nächsten Ausgabe vom Jungen Schlüssel abgedruckt! Die Reaktion des Jungen Schlüssels wünscht allen Teilnehmern viel Glück und ist auf die eingesendeten Buchrezensionen gespannt.

Und so gehts

Schickt einfach eine E-Mail mit eurem vollen Namen und eurer vollständigen Anschrift sowie mit dem Betreff Gewinnspiel an redaktion@ju-bremen.de. Einsendeschluss: 31.12.2012

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Deutschlandtag

Deutschlandtag 2012 Liebe Leser, es freut mich ganz besonders, Euch an dieser Stelle erstmalig unser Deutschlandtag-Spezial 2012 vorzustellen zu dürfen. Nach dem letztjährigen Besuch des Deutschlandtages im Nachbarland Niedersachsen, genauer genommen in Braunschweig, ging es dieses mal nach Rostock in Mecklenburg-Vorpommern. Als Neuerung haben wir in Rostock erstmalig auch unsere fleißige Redaktion des JUNGEN SCHLÜSSELS mitgenommen, um Euch jetzt das DLT-Spezial vorstellen zu können! Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals ausgesprochen für die reibungslose Organisation und Gastfreundschaft in Mecklenburg-Vorpom-

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mern bedanken. Ferner freuen wir uns sehr, dass unser Bundesvorsitzender Philipp Mißfelder mit einem sehr guten Ergebnis von 86,5 % im Amt bestätigt werden konnte. Wir wünschen ihm und seinem Bundesvorstand-Team alles Gute und viel Erfolg in den kommenden zwei Jahren. Und wir wünschen Euch nun sehr viel Spaß beim Lesen des Deutschlandtag-Spezials und freuen uns jetzt schon auf ein baldiges Wiedersehen beim Deutschlandtag 2013 in Erfurt! Euer Daniel

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Deutschlandtag

Alexander Humbert JU-Bundesgeschäftsführer

Alexander, vielen Dank für diesen tollen Deutschlandtag. Wie hast du die Vorbereitungen erlebt? In den letzten Monaten lief die Bundesgeschäftsstelle auf Hochtouren, neben den Vorbereitungen des Deutschlandtages hatten wir nahezu wöchentlich andere Veranstaltungen zu bestreiten, z. B. die 65-Jahr-Feier in Königstein, den Deutschlandrat mit dem Auftritt von EU-Kommissionspräsident Barroso in Paderborn oder die abschließende Sitzung der Grundsatzprogrammkommission mit Edmund Stoiber in München. Wie gefällt dir denn der Deutschlandtag bis jetzt? Bis jetzt ist die Resonanz bei Delegierten, Gästen und Journalisten sehr positiv. Die Präsenz im Plenum ist gut und wir sehen spannende Diskussionen. Wir haben eine tolle Pressebegleitung der Tagung, z. B. in der Tagesschau und anderen wichtigen Nachrichtensendungen. Das zeigt die bundespolitische Bedeutung des Deutschlandtages. Gibt es etwas, was dich dieses Jahr besonders freut? Es freut mich, dass wir zum ersten Mal in MecklenburgVorpommern zu Gast sein dürfen. Der JU-Landesverband hat uns hier mit großer Gastfreundschaft empfangen! Auch die einstimmige Verabschiedung des neuen Grundsatzprogrammes macht diesen Deutschlandtag besonders. Wenn so lange gemeinsam an einem Papier gearbeitet wurde und es dann beschlossen wird, kann der Verband stolz darauf sein!

Carsten Ovens Landesvorsitzender JU Hamburg

Carsten, was sind die Pläne der Hamburger für diesen DLT? Wir freuen uns sehr, dass wir mit Katharina Wolff wieder eine Hamburgerin im Bundesvorstand haben. Weiterhin haben wir einen Antrag für ein einheitliches Hafenkonzept ausgefeilt und natürlich wollen wir auch ganz viel Spaß und Freude am Deutschlandtag haben! Wo liegen momentan eure inhaltlichen Schwerpunkte in Hamburg? Wir kümmern uns momentan vor allen Dingen um unser Bildungssystem, den Wohnungsbau und die Infrastruktur Hamburgs. Im Herbst werden wir dann unseren Schwerpunkt auf Europa legen. Stichwort Europa: Wie glaubst du sieht die Zukunft Europas aus? Europa muss enger zusammenwachsen, sonst schaffen wir es nicht, die derzeitige Krise zu überwinden. Das kann zu einem föderalen System hinführen, jedoch mit mehr Autonomie für die einzelnen Staaten, als dies z. B. in den USA der Fall ist. Jetzt kommt für alle hanseatischen Fußballfans die Frage der Fragen: Wer steht am Ende der Saison vorne? Der HSV oder Werder Bremen? Was für eine Frage! Natürlich der HSV und das Rückspiel werden wir selbstverständlich auch gewinnen!

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Deutschlandtag

Sven Volmering Landessvorsitzender JU Nordrhein-Westfalen

Lieber Sven, gerade haben wir die Rede Altmaiers gehört, er ist der Nachfolger von Röttgen, der gegen Hannelore Kraft bei den Landtagswahlen verloren hat. Was hältst du von eurer „Mutti“? Hannelore Kraft ist zwar nett, aber sie hat keine politischen Inhalte. Sie ist die absolute Schuldenqueen. Wie würdest du deinen Landesverband charakterisieren? Was zeichnet euch aus? Wir in Nordrhein-Westfalen sind herzlich, fröhlich und vielleicht manchmal ein bisschen stur – aber nie bösartig! Was ist euer Ziel beim DLT? Wir wollen ein vernünftiges Grundsatzprogramm verabschieden, dass die politische Zukunft für die nächsten 10-15 Jahre skizziert. Besonders die Europa- und Bildungspolitik halte ich für wichtige Themenbereiche!

echner Sebastian L sen er JU Niedersach Landesvorsitzend

r a Mac“ macht ih r Kampagne „I’m re eu it um ss n, au ia ch st Seba n ihr es eu llister stark. Wen cA M n? d vi re ie Da al r ko fü euch Liebsten em würdet ihr am w it m , et zar rft dü hw chen hwarz-gelb; sc oalition wäre sc Meine Wunschk sachsen keine und die JU Nieder ich m r fü e e är w grün zu viele inhaltlich Parteien haben en id be e Di n. Optio Differenzen. pf in den Wahlkam en wollt ihr denn em Th en ch el w Mit starten? n die Bildungsgt uns momenta fti hä sc be s er n nd Beso nasien stärken. Ei len unsere Gym ol w ir w – ül ik m lit po die Atom ird Gorleben und w a em Th eine s r re fü te s wei ten wir un tellen. Dort setz rs da ng ru ge la lend ein. te, offene Suche deutschlandwei t eröffnet, jedoch r Jade-Weser-Por de de ur w de ra Ge d die Eröffgab es Spundwänden un n de it m e m le davor viele Prob rzögert! Erfolg nung hat sich ve dem als riesigen -Weser-Port trotz de Ja n rglide ve d he un se ze Ich beitsplät Er schafft neue Ar . en en wir rd ar No w n n de le r al fü er Konzerth od en äf gh Flu n chen mit andere pünktlich! doch noch echt

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Deutschlandtag

Stefan Gruhner Landesvorsitzender JU Thüringen

in Rostock dürfen wir Nach diesem tollen Deutschlandtag . Wie laufen die Plasein t nächstes Jahr in Thüringen zu Gas stes Jahr freuen? näch nungen und auf was dürfen wir uns Vorbereitunden in en Wir sind schon seit September mitt wir natürlich den wer t, gen. Was Euch nächstes Jahr erwarte dass es , sein er sich noch nicht verraten. Aber ihr könnt uns, die en freu Wir . eine tolle Veranstaltung werden wird ringen Thü in er wied JU Deutschlands erstmals seit 1999 begrüßen zu dürfen.

Alexander Dierks Landesvorsitzender JU Sachsen & Niederschlesien

beschäftigt sich die JU Mit welchen politischen Themen Thüringen momentan? a ist für uns eine moDas momentane Schwerpunktthem gibt es auch eine eben derne Medien- und Netzpolitik. Dan hung. Ständige erhö hren Kampagne gegen die GEMA-Gebü itik und das spol ung Themen sind darüber hinaus die Bild ren Finanzen. unse mit generationengerechte Wirtschaften rfassung esve Land der in Wir fordern eine Schuldenbremse elt. mm gesa en und haben dafür 5000 Unterschrift nders, was charakteriWas macht euer Bundesland so beso en am Schönsten? ring siert euch Thüringer und wo ist Thü sbewusst und ition trad Die Thüringer sind bodenständig, en. Neben eibiet zu s offen für Neues. Thüringen hat viele er Wald und ring Thü dem ner atemberaubenden Natur mit ich gibt es Hain k lpar iona dem UNESCO-Weltnaturerbe Nat mar und Wei rt, Erfu wie eine Vielzahl an schönen Städten Erfurter dem wie ten Eisenach mit ihren Sehenswürdigkei tausend gibt Es g. tbur War Dom, dem Goethehaus und der st! selb euch gt rzeu schöne Orte hier im Freistaat. Übe

Der Name eures Landesverbandes, Sachsen und Niederschlesien, erregt Aufmerksamkeit durch den Zusatz „Niederschlesien“. Wie kam es dazu? Der Name ist traditionell gewachsen. Gerade im heutigen Landkreis Görlitz fühlen sich noch heute viele Leute, neben ihrer sächsischen Identität, als Niederschlesier. Das ist Ausdruck unserer Geschichte und kulturellen Vielfalt. Mit welchen politischen Projekten befasst sich die JU Sachsen und Niederschlesien momentan? Unsere Schwerpunkte liegen in diesem Jahr v.a. im Bereich der Bildungspolitik, da uns ein Lehrermangel droht. Wir haben uns als JU intensiv in die öffentliche, aber auch die innerparteiliche Debatte eingebracht. Ansonsten haben wir uns mit Fragen der Nachhaltigkeit befasst und werden im November noch ein Seminar zu Familienpolitik durchführen. Sachsen steht immer als eines der Gewinnerländer in den PISA-Studien da. Wie macht ihr das? Sachsen hat seit 1990 sein Schulsystem kontinuierlich weiterentwickelt und keine unsinnigen Experimente auf dem Rücken der Schüler ausgetragen. Ich denke, dass das unser Erfolgsgeheimnis ist. Das ist auch ein Verdienst der CDU, die seit 1990 durchgehend die Kultusminister stellt.

Jochen Steinkamp Landesvorsitzender JU Oldenbur g

Jochen, knapp 2000 Mitglieder ist eine beeindruckende Zahl für einen so kleinen Landesve rband. Bremen hat deutlich weniger. Wie schafft ihr das? Woher nehmt ihr eure Motivation? Wir veranstalten viele Events in den Orts- und Stadtverbänden und sind in Vereinen und Schulen präsent. Wir möchten gern so viele junge Men schen wie möglich für die christlich-demokratischen Prinzipie n gewinnen! Was unterscheidet euch vom JU Land esverband Niedersachsen? Warum seid ihr ein eige nständiger Landesverband? Wir sind rustikal und bodenständ ig und feiern lieber auf dem Spaltenboden, als in eine m Club zu sitzen! Dazu kommt ein starker Lokalpatriotismu s und wir haben eine legendäre Kohltour! Was ist momentan eines eurer The men in Oldenburg? Wir müssen uns nun nach der Eröf fnung des Jade-WeserPorts besonders um die Infrastruktur , besonders im ländlichen Gebiet, kümmern. Wei terhin wollen wir die Tourismusbranche in Oldenburg stär ken, damit noch mehr Menschen uns besuchen! JUnger Schlüssel | 02/12

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Fotoseite

DLT 12 Im Oktober tagte der Deutschlandtag vom 05.10-07.10.2012 in Rostock und es versammelten sich Delegierte und Funktion辰re der Jungen Union und der CDU aus ganz Deutschland in Rostock und haben sich 端ber die weiteren Themenfelder der Politik beraten die sich die Junge Union Deutschland f端r die Zukunft auf die Fahne schreiben will. Auf dieser Bilderseite seht ihr nun einige Impressionen des Deutschlandtags 2012.

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Fotoseite

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Deutschlandtag

Katrin Albsteiger Landesvorsitzende JU Bayern

Liebe Katrin, toll, dass ihr den weiten Weg in den Norden auf euch genommen habt und es sogar anders als wir Bremer pünktlich zum Deutschlandtag geschafft habt! Wann musstet ihr losfahren, um das zu schaffen? Es war schon recht früh, ich bin heute um 3 Uhr morgens aufgestanden. Wie schaffst du es, dann trotzdem noch so fit zu sein? Wie viele Tassen Kaffee sind im Spiel? (lacht) Es waren vier Tassen. Aber so sind Deutschlandtage – man muss mit möglichst wenig Schlaf auskommen. Wichtig ist mir, immer pünktlich dabei zu sein und egal, wann man ins Bett gekommen ist, morgens um 9 Uhr wieder im Plenum zu sitzen. Ich bin von Anfang bis Ende beim Deutschlandtag voll dabei. Die CSU ist eine große Befürworterin des Betreuungsgeldes. Was hältst du von der Idee? Auch ich bin eine Befürworterin des Betreuungsgeldes – es gibt einem die Wahlfreiheit zu entscheiden, wie man sein Kind aufziehen möchte und es ist eine Anerkennung an die Leistung der Eltern. Würdest du das Betreuungsgeld selbst auch nutzen? Ja, aber mein Mann würde zu Hause bleiben!

Markus Uhl Landesvorsitzender JU Saarland

Markus, auf dem DLT wurde ein Antrag angenommen der besagt, dass die JU für eine Eingliederung der Stadtstaaten sowie des Saarlandes an die angrenzenden Bundesländer plädiert. Was hältst Du davon? Die Junge Union Saar kämpft für die Erhaltung der Eigenständigkeit des Saarlandes. Kleinheit ist ja nicht gleichbedeutend mit „schwach“ und nicht „leistungsfähig“. Wenn wir uns international umschauen, dann sehen wir, dass es z.B. in der Schweiz und den USA föderale Systeme gibt, wo sich keine Verbindung zwischen Größe und Erfolg der Gliedstaaten feststellen lässt. In der Wirtschaft gelten kleine und mittelständische Unternehmen sogar als besonders stark und innovationsfreundlich. Ich sehe eher die Chancen, die sich aus der Kleinheit ergeben, wie Beweglichkeit, Schnelligkeit und Innovationsdynamik. Was den konkreten Fall Saarland und Rheinland-Pfalz angeht, so kann ich nur feststellen, dass sich aus zwei „Kranken“ noch lange nicht ein „Gesunder“ machen lässt. Das Saarland ist auf einem guten Weg. In den letzten Jahren waren wir bei Rankings zur Wirtschaftsentwicklung immer oben mit dabei. Das Saarland hält die Schuldenbremse ein und der Stabilitätsrat bescheinigt uns eine vorbildliche Haushaltsentwicklung.

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Sven Schulze lt Landesvorsitzender JU Sachsen-Anha

tag haben wir den „EinLieber Sven, auf dem Deutschland Kannst Du dich noch an heitskanzler“ Helmut Kohl geehrt. existierte? die Zeit erinnern, als die DDR noch lution erst 10 bzw. Ich war zur Zeit der Friedlichen Revo n DDR-Bezirk Magde11 Jahre alt und habe im ehemalige daheim natürlich ein burg gelebt. Die Teilung war bei uns ichtig besprochen wurde. Thema, welches aber nur sehr vors ates durch offizielle und Schließlich war die Gefahr des Verr iums für Staatssicherinoffizielle Mitarbeiter des Minister der beiden deutschen heit allgegenwärtig. Die Trennung en, aber natürlich Staaten habe ich sicher wahrgenomm pektive, vor allem via vor allem aus einer kindlichen Pers Westfernsehen. Mit welchen politiWofür steht die JU Sachsen-Anhalt? eit? schen Themen befasst ihr Euch zurz Generationsgefür auch t steh alt Anh senDie JU Sach besonders von dem rechtigkeit in einem Land, welches n ist. In jüngster Vergandemografischen Wandel betroffe kommunalpolitischen genheit haben wir uns vor allem mir kommende Zeit haben Fragestellungen beschäftigt. Für die erne Netzpolitik und die wir uns die Debatten um die mod n auf die politische Zukunft Europas und seiner Regione Agenda gesetzt.

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Deutschlandtag

Johannes Steiniger

Marc Reinhardt

alz Landesvorsitzender JU Rheinland-Pf

Landesvorsitzender JU Mecklenburg-Vorpommern

jährigen DLT besonders Johannes, was hat dich beim dies dir am Besten gefallen? hat beeindruckt? Welcher Auftritt Altmaier haben mir r Der Auftritt und die Rede von Pete pragmatische Sicht auf die besonders gut gefallen. Sowohl Herausforderungen der n die umwelt- und energiepolitische seine Verbundenheit auch Zukunft, aber vor allen Dingen super Minister ist. ein zur Jungen Union zeigen, dass er

Lieber Marc, vielen Dank für diesen unglaublich tollen DLT 2012. Wie hast Du die letzten Tage vor diesem großen Ereignis erlebt? Es war für unseren kleinen Landesverband die bisher größte Herausforderung, den Deutschlandtag 2012 zu organisieren. Dank eines hervorragenden Organisationsteams um unseren LGF Wotan Drescher ist es ein unvergessliches Event geworden. Kurz waren die Nächte vor allem am Freitag und am Samstag.

beschäftigt sich die JU in Mit welchen politischen Themen Rheinland-Pfalz zur Zeit? Monaten hauptsächNachdem wir uns in den vergangenen res Bundeslandes unse lich mit der Verkehrsinfrastruktur rem Landestag unse an wir beschäftigt haben, diskutieren Europa!“ weidate „Up ma Anfang November unter dem The gen euroeini mit and desl tere Integrationsschritte. Als Bun dem mit in , and desl Bun als päischen Nachbarn, aber auch ist, war atet eim beh pas“ Euro Helmut Kohl der „Ehrenbürger tig. wich en Zeit en ierig uns dieses Thema gerade in schw ? and desl Bun em Was liebst du besonders an dein klimatischen BedinBesonders mag ich die angenehmen bte Gastfreundschaft, gele gungen in der Pfalz und die dort guter Weine und uss Gen Gemütlichkeit und Freude am leckerer Speisen.

Was war für Dich das schönste Erlebnis auf dem Deutschlandtag? Welche Resonanz habt ihr bekommen? Der Auftritt der Bundeskanzlerin stellt natürlich immer den Höhepunkt dar. Ich glaube, dass auch die Party am Samstagabend im Ostseestadion für viele einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Alle Resonanzen, die wir bisher bekommen haben, waren durchweg positiv. Dass wir als kleiner Verband solch eine Tagung fast reibungslos organisieren konnten, hat viele beeindruckt. Welche Gegend liebst du besonders in Mecklenburg-Vorpommern? Am Schönsten ist es natürlich immer zu Hause. Ich komme aus der Peenestadt Neukalen am Kummerower See, das ist mitten in Mecklenburg-Vorpommern in der Mecklenburgischen Schweiz und bei vielen Touristen ein Geheimtipp.

Philipp Mißfelder, MdB Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschlands Lieber Philipp, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Bestätigung im Amt als Bundesvorsitzender der Jungen Union und vielen Dank für diesen unglaublich tollen und erfolgreichen Deutschlandtag. Wie hast du ihn persönlich erlebt? Was war dein schönstes Erlebnis und worauf bist du besonders stolz? Vielen Dank! Dieser Deutschlandtag war auch für mich ein Höhepunkt in den zehn Jahren als Bundesvorsitzender der Jungen Union. Das tolle Ergebnis freut mich natürlich besonders, es stärkt mir den Rücken für die kommende Amtszeit. Diese Amtsperiode wird nun höchstwahrscheinlich auch leider deine letzte sein. Was planst du mit der JU für dein „Abschiedsjahr“? Wo möchtest du die Schwerpunkte setzen? Für die kommenden zwei Jahre liegt viel Arbeit vor uns. Die JU ist die wichtigste Unterstützung für CDU und CSU in den Landtags-und Bundestagswahlkämpfen; und das werden wir auch im nächsten Jahr wieder unter Beweis stellen. Wir werden diejenigen sein, die auf der Straße und im Netz die Trommel rühren und für eine zweite Amtszeit der christlichJUnger Schlüssel | 02/12

liberalen Koalition unter unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel kämpfen! Neulich hast du mit einigen Kollegen ein Papier zur Rente entwickelt, das jetzt heiß diskutiert wird. Denkst du schon daran, wie du für das Alter vorsorgen kannst? Und wenn ja, wie sorgst du vor und was könntest du uns raten zu tun? Es wird immer wichtiger für die junge Generation werden, auch privat fürs Alter vorzusorgen. Allein auf die gesetzliche Rente werden wir uns nicht mehr verlassen können. Es muss sich zukünftig allerdings auch für Geringverdiener lohnen, etwas für später zurückzulegen. Deshalb werbe ich, gemeinsam mit anderen jungen Abgeordneten der Koalition, für einen anrechnungsfreien Freibetrag auf private und betriebliche Vorsorge. In Syrien tobt ein grausamer Bürgerkrieg. Philipp, du bist Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU – Fraktion. Wie schätzt du die Lage und den Konflikt in Syrien und der arabischen Welt ein? Die westliche Welt kann nicht länger zusehen, wie in Syrien an Menschen Massaker begangen werden. Der Konflikt droht nun auch, auf die Nachbarländer überzugreifen. Leider kommt die UNO hier ihrer Verantwortung nicht im Geringsten nach. 21


Deutschlandtag

ezinski z r B h p Christo rlin nder JU Be rsitze Landesvo

Hans-Wilhelm Dünn urg Landesvorsitzender JU Brandenb

du die momentane Lage Lieber Hans-Wilhelm, wie schätzt urg ein? Wann wird er enb rand am neuen Flughafen Berlin-B nun wirklich eröffnet? en wir grundsätzlich daAls Junge Union Brandenburg geh so schnell wie möglich von aus, dass der Flughafenbetrieb wichtiges Strukturproein ist aufgenommen wird. Der BER Zukunftsfähigkeit des die ert sich jekt in unserem Land und . Wir gehen derzeit leiWirtschaftstandortes Brandenburg en 2013 eröffnet wird. haft Flug der der nicht davon aus, dass ptverantwortlicher für Wer ist Deiner Meinung nach Hau das Chaos? chichtig. Generell gehen Die Verantwortlichkeiten sind viels Aufsichtsrates den wir davon aus, dass der Ehrgeiz des berstand und die SPD enü geg re Bauplanungen der Ingenieu das letzte Wort hatten Regierungschefs in diesem Streit . igen und nicht die Sachverständ der Brandenburger JU Welche Themen stehen sonst auf Agenda? em Jahr den vor allem Die JU Brandenburg hat sich in dies und Innere Sicherheit e end giew den Themen Bildung, Ener en Fehlplanungen der gewidmet. Sollte es bei den derzeitig ma Inklusion und die Landesregierung bleiben, ist das The freie Schulen weiterhin Streichung von Zuwendungen an re Sicherheit bewegt ein Thema für uns. Das Thema Inne ion zunehmend. zreg Gren der gerade die Menschen in lhaushalt der Polizei ona Pers im en Durch Einsparmaßnahm ten. Dort werden wir fehlen hier die Beamtinnen und Beam onst musste der SPD nahe an den Bürgern sein. Nicht ums itschaftspolizeistaffeln in Innenminister zuletzt 3 der 4 Bere die Region verlegen.

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stoph, w Lieber Chri dte, die großen Stä ? n ie e d r ch fü re t sp it an Abschn . ssiert der eitsfragen Uns intere nd Sicherh u k ti li o sp n eiIntegratio über die st r Zeit viel te tz le in te man dien konn rlin lesen. in In den Me in Ostberl reise in Be sp g n u n h o besonders W d n n uch e si a d e t n is e tz g ietpre uns je mt, die M setzen wir im lb st a ein! s a n sh d e e , g D Ja Wohnun m 90%! u n , re n e a g lb ie h beza stark gest n Bau von verstärkte afür einen uen Flugh an den ne h ic lten le a g h e ch g le au 13 kann denken vie ktober 20 O im in Berlin, da Term st du, der t Mist fen. Glaub hat da ech it re e w o ? t. W geiswerden esagt nich ht mal be s ehrlich g er noch nic in rl e rsönB e p le Ich weiß e h r und ic s sind vie e n u e g te ri t b ch Ü e t ss, um gebaut. hafen, er is fahren mu euen Flug iel weiter v t tz je tert vom n h ass ic es doof, d (lacht) lich finde ommen... k zu n fe a h g hafteszum Flu t auch leb d vielleich n u o ist n te d ß grö aus un w st aus der cht Berlin a m s a Du komm W nds. Deutschla ten Stadt treffen so ? tz la chung, es is sp g M n e li ll b e to dein Li ander, da ch eine ren aufein man einfa u t lt a u h K a d d n , rlin ist hen u Berlin gsort in Be ne Mensc e n d li b ie e Li ch rs in e e viele v as los! M immer etw enburg. ist einfach in-Charlott rl e B in tz ypla der Savign

Frederik Heinz Landesvorsitzender JU Sch lesw

ig-Holstein

Lieber Frederik, welcher Antrag liegt der JU Schles wig-Holstein besonders am Herze n? Wir wollen uns für das Ad optionsrecht gleichgeschl echtlicher Partner einsetzen, das ist uns sehr wichtig, da eine Ungleichbehandlung orie ntiert an der sexuellen Au srichtung aus unserer Sicht ver fassungswidrig ist. (Ausga ng des Antrages s. Blog; Anm. d. Redaktion) Im Juni wurde in Schleswig -Holstein schwarz-gelb abg ewählt. Jetzt liebäugelt Ku bicki (FDP) mit einer Ampel koalition für die Bundestagswahl . Was hältst du davon? Eine angekündigte Ampel koalition wäre Selbstmo rd für die FDP, auch wenn ich die dahintersteckende Motiva tion natürlich verstehen kann – die FDP versucht eine Ma chtoption jenseits von schwarz-g elb zu finden und sucht sie nun bei den Grünen und der SPD. Einen Gefallen tun sich die Liberalen indes damit nic ht, da das konservativ gep rägte Bürgertum – und damit ein Großteil der FDP Wähler – von solchen Gedankenspiele n eher abgeschreckt werde n. Was macht Schleswig-Ho lstein als Bundesland so besonders? Zwischen den Meeren lieg end sind wir das Land der Horizonte – die Menschen hie r sind einfach weitblickend er als anderswo.

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Deutschlandtag Bericht

Deutschlandtag Ein Abriss von Wiebke Winter.

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s gibt zwar viele interessante und gute Artikel über den Deutschlandtag, jedoch ist wahrscheinlich keiner so persönlicher wie dieser hier. Hier möchte ich, Wiebke, euch zeigen, wie ich das Wochenende verlebt habe. Ich muss sagen: es war eines der besten Wochenenden meines Lebens! Danke an Mecklenburg-Vorpommern und alle anderen Organisatoren, es war großartig!

Freitag

12:40 – Völlig gehetzt jage ich mit einem 12,5 kg Koffer zum Auto! 13:00 – Abfahrt in Bremen (aber natürlich müssen sich Jungpolitiker 3min nach Abfahrt bei Macces stärken!) 18:00 – Nach drei Staus und fünf Stunden Autofahrt – endlich in Rostock! 18:45 – unser bestelltes Taxi lässt auf sich warten... und um 19 Uhr spricht die Bundeskanzlerin! 19:05 – Wir haben es geschafft! Nur 20 Meter vor mir steht Frau Dr. Angela Merkel; sie sieht eigentlich genauso aus wie im Fernsehen! Ihre Rede wird mit minutenlangen StandingOvations geehrt – Merkel referierte über die fehlende Sicherheit mancher Christen im Ausland, über den nun nötigen Zusammenhalt in der EU, trotz notwendigem Sparen, die neuen Rentenreformen und das Betreuungsgeld! 20:15 – Begrüßungsgang bei den Schaustellern 20:40 – Mein erstes Interview beginnt mit Katrin Albsteiger, der Landesvorsitzenden von Bayern! 22:30 – Ich trete der Schüler Union bei 23:30 – Nach der Wahl des Bundesvorstandes und der Bestätigung Philipp Mißfelders in seinem Amt geht es dann langsam wieder Richtung Hotel – wir sind doch alle schon ziemlich müde!

Samstag

9:00 – gemeinsames Frühstück im ibis Hotel – was für eine leckere Stärkung! 10:10 – Ankunft an der Stadthalle, Lorenz Caffier, Landesvorsitzender der CDU Mecklenburg-Vorpommern, hält ein Grußwort und wird von der JU mit einem supercoolen JU-Toaster beschenkt! 10:30 – Armin Laschet, Landesvorsitzender der CDU Nordrhein-Westfahlen 11:00 – Anfang der Antragsberatung! Was für eine Debatte um den Antrag zur Streichung der Passage, die besagt, dass die JU gegen das Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Ehepartner ist! Nach mehreren Wahlgängen wird der Antrag (leider) abgelehnt – es fehlen nur 4 Stimmen! 11:50 – Als ich mir auf der Damentoilette die Hände wasche, wen sehe ich dort im Spiegel JUnger Schlüssel | 02/12

durch die Eingangstür der Stadthalle kommen? Peter Altmaier! Sofort hinterher und ein Foto machen! 12:00 – Peter Altmaier stimmt uns auf den Wahlkampf und ein gemeinsames Europa ein („Wir lieben den Euro, wir lieben Europa!“)! Er plädiert für wirtschaftliches Wachstum und gleichzeitigen Umweltschutz! 13:00 – Erstmal Mittag essen, Kontakte knüpfen und siehe da – wir haben einen neuen Sponsor! Juhu! 14:00 – Antragsarbeit und Interviews! 15:00 – Die tagesschau interviewt mich über die Transparenzdebatte im Bundestag; was sind deren Fragen fies! 17:00 – Zurück ins Hotel, wir sind doch echt müde. Ich muss gestehen: einen ganzen Tag auf 8cm hohen Schuhen zu laufen, ist doch nicht so ohne... 19:00 – leckeres Abendbrot im ibis Hotel und fertig machen für die Party! 20:30 – Die „Hanseatische Nacht“ im Stadion von Hansa Rostock beginnt, wir geben den Bayern Kontra und singen „zieht den Bayern die Lederhosen aus!“ 21:00 – Mittlerweile habe ich mich mit den Bayern angefreundet und knüpfe „interföderale“ Kontakte – inklusive Flaggenaustausch zwischen Bremen und Bayern! (Aber nur, bis der erste mich anspricht, ob ich Bayerin sei – ab da kann ich ja nur noch Bremer Flagge zeigen!) 2:00 – Rückfahrt ins Hotel, wir haben superviel Spaß und tolle Gespräche gehabt und gezeigt, dass Bremen zwar klein, aber oho ist!

Sonntag

6:00 – Mein Gott, ich bin immer noch so aufgeregt und beeindruckt von den ganzen Impressionen, dass ich nicht mehr schlafen kann! 8:30 – Katerfrühstück mit Nils, Marcel und Aspirin 9:45 – Ankunft beim DLT – die Tagung fängt eine Stunde verspätet an, die Nacht war wohl für viele noch lang! 11:00 – Das JU Grundsatzprogramm wird verabschiedet! Juhu! 11:30 – Wir warten und hoffen auf ein Interview mit Philipp Mißfelder! 12:00 – Eine interessante Diskussion um Helmut Kohl, am 30. Jubiläum seines Wahlsieges und bewegenden Bildern 13:00 – Abschluss eines wundervollen Deutschlandtages mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne! Und wie unsere bayrischen Freunde sagen würden: Schee war’s

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WiebkePedia „Konstruktion EU Institutionen“ ein bisschen aufzudröseln...

Europäischer Rat

Struktur der EU Wiebke erklärt euch die wichtigsten Organe der EU und deren Aufgaben. Stukturiert und verständlich - das neue Wiebkepedia.

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uropäischer Rat, Barroso, Rat der Europäischen Union, EU – Ratspräsidentschaft, Präsident des Europäischen Rates, van Rompuy, Europäische Kommission, Europäischer Rechnungshof, Martin Schulz, Europäische Zentralbank, Europäisches Parlament, Zypern... Na, verwirrt? So geht es vielen Menschen, wenn sie die Nachrichten verfolgen und von den einzelnen europäischen Institutionen und ihren Präsidenten hören. Wer weiß denn bitte schön, was jetzt eigentlich der Unterschied ist zwischen dem europäischen Rat und dem Rat der Europäischen Union? Und ist Herman van Rompuy nun der Präsident vom europäischen Parlament, Rat der europäischen Union oder doch dem Europäischen Rat? Klar, man kennt die Namen, aber welche Institution was entscheidet, wen wir wählen und welcher Präsident zu welcher Institution hört – das kriege ich zumindest manchmal nicht mehr auf die Reihe. Und diese ganzen langen Internetseiten durchzulesen ist echt nervig. Das will ich euch ersparen, deshalb versuche ich hier mal, diese

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Rat der Europäischen Union

Der Rat der Europäischen Union, oder kurz „der Rat“ oder auch „Ministerrat“, hat keine festen Mitglieder, sondern jedes der 27 EU-Länder schickt zu der jeweiligen Sitzung den Minister, der sich um den zu diskutierenden Politikbereich kümmert. So würde zum Beispiel Ursula von der Leyen zu Beschlüssen über Arbeit und Soziales von Deutschland zu den Tagungen geschickt werden, von den anderen 26 Ländern jeweils ihr entsprechender Kollege.Den ständigen Vorsitz im Rat der Außenminister hat die Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik, sonst ist jeweils der Minister aus dem Land, das den EU-Ratsvorsitz innehat, das also die Ratspräsidentschaft hat (noch einer dieser Begriffe!), Vorsitzender. Momentan wäre das dann der jeweilige Minister aus Zypern. Der Rat hat mehrere Aufgaben. Er und das Europäische Parlament entscheiden über die Verabschiedung von EU-Rechtsvorschriften und nehmen jährlich den EU-Haushalt an. Außer-dem ist der Rat für die Koordinierung der Wirtschaftspolitik der EU zuständig, er unterzeichnet für die EU internationale Übereinkünfte in den verschiedensten Bereichen, entwickelt mit den Regierungen der EU-Länder eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, ohne dabei allerdings ihre Kompetenzen in diesen Bereichen nach Brüssel abzugeben, und kümmert sich darum, dass Gerichtsurteile aus einem EU-Mitgliedsstaat auch in den anderen EU-Mitgliedsstaaten anerkannt werden. Die Beschlüsse des Rates müssen mit einer qualifizierten Mehrheit gefasst werden. Die JUnger Schlüssel | 02/12

Fotos: Fotolia

Wie funktioniert eigentlich?

Der Europäische Rat besteht aus den 27 Staatsund Regierungschefs der EU-Länder, wie z.B. Angela Merkel, dem Präsidenten der Europäischen Kommission, der Hohen Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik und dem ständigen Präsident des Europäischen Rates. Dieser wird alle zweieinhalb Jahre neu gewählt. Der momentane Präsident ist der (Achtung, hier wird der erste Name zugeordnet!) ehemalige belgische Ministerpräsident Herman van Rompuy, der sein Amt in seiner zweiten Amtsperiode seit dem 1. Dezember 2009 inne hat. Er leitet die normalerweise viermal im Jahr statt findenden Gipfeltreffen der Regierungschefs in Brüssel. Der Europäische Rat hat die Aufgabe, sich mit aktuellen internationalen Problemen und Konflikten zu befassen. Die Hauptaufgabe des Europäischen Rates ist es,die politischen Zielvorstellungen und Prioritäten der EU festzulegen. Somit beeinflusst er zwar die Agenda der EU, jedoch kann er keine Gesetzte oder Vorschriften erlassen.


WiebkePedia Stimmen im Rat der europäischen Union sind von der Einwohnerzahl eines Landes abhängig. In manchen Bereichen, die besonders sensibel sind, wie z.B. der Steuerpolitik, muss jedes Land für einen Beschluss stimmen, damit er angenommen wird. Ab 2014 gibt es ein neues System für die Verabschiedung von Beschlüssen, nämlich die „doppelte Mehrheit“. Die ist erreicht, wenn mindestens 15 EU-Länder und mindestens 65% der vertretenen EU-Bevölkerung zustimmen.

Europäisches Parlament

Das Europäische Parlament besteht aus den Vertretern der EU-Bevölkerung. Das europäische Volk wählt alle 5 Jahre in direkten Wahlen ihre Abgeordneten. Die Anzahl der Abgeordneten für jedes Land richtet sich ungefähr nach der Bevölkerungsanzahl des jeweiligen Landes, sie beträgt nach dem Vertrag von Lissabon ab der nächsten Legislaturperiode mindestens 6 und höchstens 96. Im Parlament sind die Abgeordneten übrigens nicht nach Ländern, sondern nach Fraktionen gruppiert! Die Plenartagungen werden in Brüssel und Straßburg abgehalten, die Verwaltungsstellen des Parlaments, das Generalsekretariat, hat seinen Sitz in Luxemburg. Der Präsident des Europäischen Parlaments wird alle 2,5 Jahre vom Parlament selbst gewählt, momentan ist es der deutsche Sozialdemokrat Martin Schulz. Die Aufgabe des Europäischen Parlaments ist es, gemeinsam mit dem Rat der Europäischen Union, die Verabschiedung von Rechtsvorschriften und des EU-Haushalts. Das Parlament kontrolliert des Weiteren andere EU-Konstitutionen, besonders die Europäische Kommission. Das Parlament muss nämlich erst die Kommissare/ innen bestätigen, bevor diese ihr Amt antreten können und kann sie auch durch einen Misstrauensantrag wieder entlassen. Das Parlament bestimmt ebenfalls den Präsidenten der Europäischen Kommission. In groben Zügen ähnelt das Europäische Parlament, es kann allerdings keine Rechtsvorschriften vorschlagen und initiieren.

Fotos: Junge Union Bremen

Europäische Kommission

Die Europäische Kommission bildet die Exekutive der EU. Sie besteht aus 27 Kommissaren, jeweils einer pro EU-Mitgliedsland, die die politische Leitung der Kommission für 5 Jahre übernehmen. Diese 27 Kommissare werden vom Europäischen Rat vorgeschlagen und vom Europäischen Parlament bestätigt und sind dem Parlament rechenschaftspflichtig. Der Präsident der Kommission, José Manuel Barroso, übergibt jedem Kommissar die Verantwortung für einen bestimmten Politikbereich. Die Kommissare werden von ihren Angestellten im Tagesgeschäft unterstützt. Die Hauptsitze der Europäischen Kommission befinden sich in JUnger Schlüssel | 02/12

Brüssel und Luxemburg. Die Europäische Kommission ist die einzige Institution der EU, die das „Initiativrecht“ besitzt, also das Recht, Rechtsvorschriften vorzuschlagen. Diese Vorschläge zielen darauf ab, möglichst vielen Interessen gerecht zu werden und dürfen nicht lokale, regionale oder nationale Angelegenheiten, die auch dort wirksam geregelt werden könnten, betreffen. Wenn eine einfache Mehrheit der Kommissare einer Rechtsvorschrift zustimmt, wird sie an das Europäische Parlament weitergeleitet. Die Kommission erarbeitet jedes Jahr einen Haushaltsplan und verwaltet die Finanzierung von politischen Maßnahmen und Programmen der EU, wie z.B. Austauschprogrammen für Studenten, vertritt die EU aus internationaler Ebene, wie z.B. in der Welthandelsorganisation, und handelt Verträge für die EU aus. Die Europäische Kommission wird auch als „Hüterin der Verträge“ bezeichnet, da sie überwacht, dass die EU-Länder das EU-Recht ordnungsgemäß ausführen; sonst kann sie als letz-tes Mittel sogar Mitgliedsstaaten am Europäischen Gerichtshof verklagen.

Europäischer Gerichtshof

Der Gerichtshof der Europäischen Union hat seinen Sitz in Luxemburg und besteht aus drei eigenständigen Gerichten. Der wohl den meisten bekannte Europäische Gerichtshof (EuGH) ist die oberste dieser drei Instanzen des Gerichtssystems der EU. Die Hauptaufgabe des Gerichtshofes der Europäisches Union ist die „Wahrung des Rechts bei der Auslegung und Anwendung der Verträge“ (Art. 19 EU-Vertrag). Er urteilt unter anderem bei Rechtsstreitigkeiten zwischen Regierungen von EU-Staaten oder Privatpersonen und EU-Organen. Der Gerichtshof gewährleistet die gleiche Auslegung der EU-Gesetze für alle EU-Mitgliedsstaaten. Seine Entscheidungen können nicht von nationalen Gerichten angefochten werden. Im EuGH sitzen 27 Richter, einer pro EUMitgliedsstaat, denen acht „Generalanwälte“ zur Seite stehen. Die „Generalanwälte“ haben die Aufgabe, unparteiisch und öffentlich zu den Rechtssachen Stellung zu beziehen.

Weitere InfoS Falls Du mehr Details über die EU und ihren Aufbau erfahren möchtest, kann ich Dir die Seite http://europa.eu/about-eu/institutions-bodies/index_de.htm empfehlen.

WiebkePedia Über die Autorin Hey, mein Name ist Wiebke Winter und gehöre zum KV Bremen-Nord. Ich besuche die 12. Klasse des Gymnasium Vegesack mit den Leistungskursen Deutsch, Englisch und Musik.

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Interview JU Landesvorsitzender 2006 - 2009

nicht sicher sein kann, ob die guten Gymnasien, die wir haben, in Zukunft noch Bestand haben. In Bremerhaven schwebt über das Lloydgymnasium, welches einen guten Ruf besitzt, immer das rot-grüne Damoklesschwert.

Wiebke Winter sprach mit dem ehemaligen Landesvorsitzenden Dr. Denis Ugurcu über die Schulpolitik in Bremen und Deutschland.

Das Bremer Abitur gilt als weniger anspruchsvoll als das anderer Bundesländer. Ist es dadurch weniger Wert und wird es von den Universitäten wirklich abgestuft? Was hältst du von einem bundesweiten Zentralabitur? Ich finde die Idee des Deutschland-Abiturs vom niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister ziemlich gut. Deutschlandweite Standards sind wichtig. Die allgemeine Hochschulreife sollte ja deutschlandweit gelten. Die Probleme, die Bremer Schulabsolventen haben, liegen vor allem im methodischen Bereich. Bestimmte Kompetenzen sind nicht gefragt und müssen deshalb während des Studiums nachgeholt werden.

DeutschlandAbitur

VITA Dr. Denis Ugurcu

war von 2000 bis 2011 Vorsitzender der JU Bremerhaven Von 2006 - 2009 war er Landesvorsitzender der JU Bremen. Er war von 2003 - 2005 Mitglied der Bundeskommission Bildung. Seit 2004 ist er CDUStadtverordneter. von 2005 bis 2007 Fraktionsschriftführer und 2003- 2007 Mitglied in den Ausschüssen Schule und Kultur und Gesundheit. sowie 2007- 2011 Mitglied im Aufsichtrat Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide.

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ft hört man, dass Bremer Schulen sehr schlecht seien, besonders bei den PISA-Tests belegt Bremen oft einen der hintersten Plätze. Was sagst du dazu, wie bewertest du die momentane Schulpolitik in Bremen? Bei den Tests darf man einerseits nicht vergessen, dass die Stadtstaaten u. a. deshalb so schlecht abschneiden, weil wir eine andere soziale Schichtung haben als in Flächenländern. Andererseits ist aber auch das Problem hausgemacht. Die rote Bildungspolitik, die stets ideologisch motiviert war, hat letztendlich den Schulbereich gegen die Wand gefahren. Es wird versucht, unterschiedliche Menschen in ein ideologisches Korsett zu drücken. Die Gesamtschule hat als eine Schulform unter anderen Schulformen seine Berechtigung, aber eben nicht als Einheitsschule für alle. Die Folge ist sonst, dass die guten Schüler, sofern das Elternhaus die Ressourcen hat, das staatliche, bremische Schulsystem verlassen. Gegen eine gute gymnasiale Ausbildung kann doch nichts einzuwenden sein!

Bitte vervollständige diesen Satz: Wenn ich Bildungssenator wäre, würde ich... ...nur eine, aber dann richtige Reform machen. Kernpunkt wäre eine ideologiefreie und schülerorientierte Reform, die das Fördern und Fordern gleichermaßen beinhaltet und keinen Einheitsbrei! Außerdem würde ich die Lehrkräfte mit dieser Reform dann auch in Ruhe arbeiten lassen!

Dr. Denis Ugurcu

2010 wurde die neue Oberschule eingeführt. Was haltest du vom neuen Prinzip des „gemeinsamen Lernens bis zum Abitur“? Ich persönlich halte nichts davon, dass das dreigliedrige Schulsystem abgeschafft worden ist. Besser ist es, wenn man jeden nach seinen Fähigkeiten fordert und fördert. Das geht mit einer Einheitsschule oder Schule für ALLE nicht!

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Fotos: JU Bremerhaven

Auf welche Schule würdest du, wenn du jetzt eine Entscheidung treffen müsstest, dein Kind schicken - auf ein Gymnasium, eine Privatschule oder eine Oberschule? Warum? Ich würde es auf jeden Fall auf ein Gymnasium in Niedersachsen schicken - eine Schule in Bremerhaven oder Bremen käme für mich nicht infrage. Das liegt zum einen am Niveau und zum anderen daran, dass ich mir bei dieser ideologischen Bildungspolitik der rotgrünen Landesregierung

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Interview

JU-Landesvorsitzender 1980-1985

Krawalle statt Vernunft Dieter Focke im Interview mit Ralf Behrend zu seinen Erfahrungen im Mai 1980. Herr Focke, wie haben Sie Ihre aktive Zeit in der Jungen Union empfunden? Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach die Arbeit der Jungen Union für die CDU?

VITA Dieter Focke

trat 1972 in die JU und CDU ein. Er war von 1979 bis 1980 Kreisvorsitzender der JU-Bremen Stadt und von 1980-1985 JU Landesvorsitzender. Dieter Focke war von 19831987 und von 1990- 2011 Mitglied der Bremischen Bürgerschaft.

JUnger Schlüssel | 02/12

Die Arbeit der Jungen Union ist für die CDU, wenn Sie richtig gemacht wird, sehr wichtig. Es muss eine Mischung aus politischen Themen für Junge Leute und gesellschaftlichen Ereignissen geben. Ein reiner „Saufverein“ allerdings ist kontraproduktiv und schreckt die Jugend eher ab. Herr Focke, während Ihrer Zeit als Landesvorsitzender der Jungen Union existierte die akute Bedrohung durch RAF Terroristen der 3. Generation in ganz Deutschland. Welchen Stellenwert hatte diese Bedrohung für Sie als damaliger Jungpolitiker?

Erfahrung und hat unsere politische Arbeit sehr geprägt. Wie würden Sie die aktuelle Entwicklung der Jungen Union auf Bundesebene im Verhältnis zu Ihrer Zeit beschreiben?? Ich glaube, dass die aktuelle Entwicklung durchaus mit der damaligen Zeit verglichen werden kann. Allerdings dürfte der Einfluss in der Mutterpartei etwas größer gewesen sein, da durch den Generationenwechsel jüngere Leute gebraucht wurden. Zum Beispiel wurden die JU Mitglieder Matthias Wissmann, Jürgen Rüttgers oder auch andere Bundes- bzw. Landesminister. Was würden Sie abschließend den jungen angehenden Politikern mit auf den Weg geben? Das, was wir jetzt in der Bremer CDU erleben, ist sicherlich kein gutes Beispiel, junge Leute für die Politik zu begeistern. Auch ich selbst bin angewidert von den Intrigen, die gegen unsere ehemalige Landesvorsitzende Dr. Rita Mohr-Lüllmann, die ja von den Mitgliedern und nicht von einigen Funktionären gewählt wurde, angezettelt wurden. Hier wurde eine honorige Persönlichkeit von Politfunktionären, die nur an sich selbst und Ihr Wohl denken, fertiggemacht. So werden wir niemanden für die Politik begeistern können, schon gar nicht die Jugend.

Ich habe als frischer Landesvorsitzender der JU Bremen am 6. Mai 1980 die Krawalle am WeserStadion anlässlich der Rekrutenvereidigung mit dem damaligen Bundespräsidenten Karl Carstens miterlebt. Das war eine furchtbare 27


Artikel

JU-Landesvorsitzender 2000 - 2006

Zehn verlorene Jahre? Bremen ist weiter Schlusslicht in der Bildung. Eine resignativ-optimistische Beschreibung von Claas Rohmeyer MdBB.

In Bremen brach erneut eine Debatte um das Schulsystem los. Henning Scherf, damals Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen, fasste seine Sicht der Dinge in die Worte, dass PISA die Quittung für die SPD-Bildungspolitik sei. Also konnte man erwarten, dass ein entschiedenes Umsteuern beginnen würde. 2002 regierte in Bremen eine große Koalition von SPD und CDU. Bildungssenator war 1999 der vormalige Manager von Werder Bremen, Willi Lemke, geworden. Der sprach bis dato nicht nur ständig von Sozialdemokraten selten gehörten Worten wie „Leistung“, sondern hatte auch schon im Privaten demonstriert, dass er der von 28

der SPD präferierten Gesamtschule kein großes Vertrauen entgegenbrachte. Im Juni 2002 waren also beste Voraussetzungen gegeben, aus den Ergebnissen des ersten Bildungsvergleichs der Bundesländer Schlussfolgerungen zu ziehen und Konsequenzen folgen zu lassen. Da die SPD zunächst wie in einer Schockstarre lag, gelang es der CDU im Senat und in der Bürgerschaft in den folgenden Monaten auch, ein Symbol der bremischen Gleichmacherei in der Schule abzuschaffen. Rasch wurde die Ära der Orientierungsstufe beendet. 25 Jahre verbrachten Schülerinnen und Schüler die fünfte und die sechste Klasse nach der Grundschulzeit nochmals gemeinsam, um erst ab der siebten Klasse nach Schularten ihrem Abschluss zuzustreben. Diese Zeit in der Orientierungsstufe wurde als verschwendete Zeit von einer großen Mehrheit gesehen, denn zunächst einmal mussten ja alle Schüler aus verschiedenen Grundschulen JUnger Schlüssel | 02/12

Fotos: Fotolia

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m Sommer 2002 wurden die Vergleiche der Bundesländer im OECD-Schulvergleichstest „Programme for International Student Assessment“, die im Jahr 2000 unter 15-jährigen Schülerinnen und Schülern erhoben worden waren, veröffentlicht. Die Fakten sind bekannt, Bremen lag hinten im Ranking.


Artikel stammend auf ein gleiches Lernniveau gebracht werden. Weitere strukturelle Reformen wurden begonnen, nicht nur im Sinne der CDU. Die SPD setzte unter dem Motto einer längeren gemeinsamen Schulzeit den Modellversuch der sechsjährigen Grundschule durch. Allgemein schauten sowohl Sozialdemokraten wie auch Grüne zu der Zeit nicht auf die eigenen Probleme vor Ort, sondern hatten insbesondere Finnland als leuchtendes Beispiel auserkoren, dem man nachzueifern habe. Gemeinsam begannen die Koalitionsparteien den Einstieg in die Ganztagsschulen, ein bis heute geltender Konsens. Mit der Ganztagsschulentwicklung und der folgenden Rhythmisierung des Schultages wurde zumindest in der äußeren Form der Schulgestaltung eine richtige, eine wichtige Lehre aus PISA gezogen. Eine Lösung zum ewigen Streit um die Schulstruktur hingegen konnte nicht erreicht werden. Wie so oft gab es einen Kompromiss, den beide Parteien zu ihren Gunsten auszulegen versuchten. Das bis dato viergliedrige Schulsystem Bremens aus Gymnasien, Gesamtschulen, Haupt- und Realschulen wurde dreigliedrig und aus der Haupt- und Realschule entstand die Sekundarschule. Aus heutiger Sicht eine von vornherein chancenlose Schulform, die im damaligen Stufenschulsystem keine Durchlässigkeit und Perspektive bieten konnte. Erst 2008 gelang dann mit dem Schulkonsens eine tragfähige neue Schulstruktur.

Fotos: CDU-Fraktion Bremen

Inhaltliche Veränderung des Unterrichts in der Koalition zu vereinbaren, gestalteten sich allerdings zunehmend schwieriger. Nach der Wahl 2003 stieg innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion zunehmend der Unwille gegen die Union, aber auch gegen die Bildungspolitik die Lemke und Scherf vertraten. Scherf kündigte zur Mitte der Legislatur seinen Rücktritt an und Lemke wurde in einem SPD-internen Machtkampf vom damaligen Fraktionsvorsitzenden Böhrnsen besiegt. In den beiden letzten Jahren der Großen Koalition bewegte sich die Debatte in der Schulpolitik im zähen Ringen um kleine Kompromisse. Am Ende, im Sommer 2007, hatte Bremen zwar zentrale Abschlüsse in allen Schularten beschlossen, überarbeitete Lehrpläne und die Reform der Gymnasien (G8), die Umsetzung aber ließ uns Christdemokraten hadern. Es lag an der Umsetzung in der Bildungsbehörde und den Schulen, die rasche Reformbeschlüsse zu quälenden jahrelangen Debatten werden ließen. Das seit 1946 SPD-geführte Bildungsressort hatte sich zunehmend den politischen Beschlüssen widersetzt und auch dem damaligen Senator Lemke in Teilen geistig die Gefolgschaft verweigert.

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Das Ausscheiden der CDU aus dem Senat und die neue rot-grüne Koalition mit der neuen Senatorin Renate Jürgens-Pieper an der Spitze der Behörde beflügelten die Fantasien zu einer Schulreform nach skandinavischem Vorbild und der Schaffung einer Einheitsschule. Die CDU setzte in der Opposition im Herbst 2007 ein Zeichen und forderte einen Schulkonsens um die seit Jahrzehnten lähmende Strukturdebatte endlich zu beenden. Um Rot-Grün auch gleich ein Zeichen der Entschlossenheit zu geben, führte die Union die Kampagne „Bremen. Gymnasienschutzgebiet“ durch. Unter dem Druck der CDU begann ein Reformprozess mit langen Ausschussberatungen an dessen Ende im Dezember 2008 der Bremer Schulkonsens stand, den die Regierungsparteien SPD und Grüne und die CDU am Ende unterzeichneten. Das zerfaserte Bremer Schulsystem wurde klar strukturiert. Nach der vierjährigen Grundschule folgten das achtjährige Gymnasium und die bis zu neunjährige Oberschule als durchgängige Systeme.

Claas Rohmeyer, MdBB

Inhaltlich höhlt Rot-Grün das Schulsystem aber immer weiter aus. Jüngst lag der erste Grundschulvergleichstest der Kultusministerkonferenz vor und erneut lagen die Bremer Schüler abgeschlagen in zwei Kategorien auf dem Letzten, einmal auf dem vorletzten Platz. Viele Gründe sind unstrittig und mit den besonderen Großstadtproblemen erklärbar. Aber die Bremer Probleme sind zum großen Anteil hausgemacht und könnten bei entsprechendem Willen auch gelöst werden: Nirgendwo sonst unterrichten so viele fachfremde Lehrer, in keinem anderen Bundesland wird der Leistungsgedanke so konsequent aus dem Unterricht herausgehalten. Notengebung und Versetzung wurden von der Rot-Grünen Koalition teilweise abgeschafft. Bremer Kinder bekommen weniger Unterricht in Deutsch und Mathematik als Kinder in anderen Bundesländern. Zehn Jahre nach den ersten Bremer Ergebnissen im PISA-Test sind unendliche viele Debatten geführt und Beschlüsse getroffen worden. Andere Bundesländer haben dies aber auch erlebt und nirgendwo ist die Zeit stehen geblieben. 2012 ist Bremen weiterhin das Schlusslicht der bundesweiten Bildungsvergleiche. Bremen braucht endlich einen nachhaltigen Aufbruch in der Schule, im Unterricht. Bremer Schüler werden nicht dümmer geboren als Kinder in Bayern oder Sachsen, Bremer Schüler können mehr – man muss ihnen nur die Chance geben!

VITA Claas Rohmeyer ist Mitglied der Bremischen Bürgerschaft seit 1999. Mitglied der Bildungsdeputation 1995 – 2011. Bildungspolitischer Sprecher der CDU 2001 - 2011.

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Interview

JU-Landesvorsitzender 1973-1977

Die Junge Union zu Zeiten des Terrors

Heute wieder aktuell: Ende der 60er Jahre wurden die Aufgaben von Partei und Fraktion neu definiert. Es war nicht immer einfach, die Delegierten von der Richtigkeit dieser Forderungen zu überzeugen. Aber schließlich gelang es und die CDU begann, sich zu einer modernen Großstadtpartei zu entwickeln. Es was wirklich eine spannende Zeit, in der wir viel Zeit, Idealismus und Arbeit investiert haben. Sie waren von 1973-1977 Landesvorsitzender der Jungen Union Bremen, die 70er Jahre waren auch besonders geprägt durch die Rote Armee Fraktion. Wie haben Sie als damaliger Jungpolitiker diese Gewalt im Lande verspürt? 30

Die RAF wurde zwar 1970 gegründet, hatte aber in den ersten Jahren nicht die Bedeutung, die sie leider später erlangte. Vielmehr war es die Zeit der APO (außerparlamentarische Opposition), die immer wieder mit Demonstrationen und anderen teilweise gewalttätigen Aktionen auf vermeintliche Probleme und Gesetzesinitiativen (z. B. die Notstandsgesetze) protestierte. Damals begann auch die Bewegung „Atomkraft Nein danke“. Das Kernkraftwerk Brokdorf war ein beliebtes Ziel in Norddeutschland. Die RAF erlangte ihren traurigen Höhepunkt im Jahre 1977 mit einem Mordanschlag auf den Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Bei einem misslungenen Entführungsversuch im Juli erschießen die Terroristen Dresdner Bank Chef Jürgen und Ponto und Anfang September entführen RAF Mitglieder den Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer. Diese Morde werden zur größten innenpolitischen Herausforderung in der Geschichte der alten Bundesrepublik. Hat man in Bremen auch Auswirkungen durch diesen Terrorismus bemerkt? Wenn ja, wie stark? Direkte Anschläge größeren Ausmaßes hat es nach meiner Erinnerung in Bremen nicht gegeben. Vielmehr taten sich SPD Politiker mit verbalen Aussagen hervor, die eine geistige Nähe zu Terroristen erahnen

ließen. Sie sprachen z. B. nicht von der Baader Meynhoff Bande, sondern wählten die verharmlosendere Bezeichnung Gruppe. Was war ihr bestes Erlebnis in ihrer Zeit in der Jungen Union? Es gab viele interessante und schöne Erlebnisse, deshalb möchte ich mich nicht auf eines festlegen. Die große Geschlossenheit und Freundschaft in der JU war prägend für meine politische Arbeit. Integrieren statt intrigieren waren unsere Leitlinien und damit haben wir den Zusammenhalt in der Jungen Union immer aufrechterhalten. Es wäre gut, wenn jetziges Führungspersonal in der Bremer CDU auch heute danach handeln würde, dann wäre uns wahrscheinlich viel innerparteilicher Ärger erspart geblieben. Was würden Sie in der heutigen Zeit jungen Menschen in Bezug auf die Politik empfehlen? Junge Leute sollen sich aktiv in die Politik einmischen und aktiv werden. Es ist wichtig, am politischen Leben teilzunehmen und die eigene Zukunft mit zu gestalten. Ich unterstütze jeden jungen Menschen, in einer demokratischen Partei Mitglied zu werden, am liebsten ist es mir natürlich, wenn sie sich in der Jungen Union oder CDU engagieren.

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Fotos: CDU Bremen

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err von der Schulenburg, wie habe Sie die Zeit in der Jungen Union empfunden? Als ich im Herbst 1966 in die Junge Union eingetreten bin, war diese eine kleine und fast unbedeutende Vereinigung der CDU Bremen. Das wurde erst anders, als im Frühjahr 1967 Bernd Neumann zum neuen Landesvorsitzenden gewählt wurde. Monat für Monat bekam die JU immer mehr Einfluss auf die CDU. Anträge der CDU auf den CDU-Parteitagen waren von dem damaligen Vorsitzenden gefürchtet. Beinhalteten sie doch die Forderung nach einer straffen Führung der Partei, die bis dahin mehr ein Wahlverein von verdienten Kaufleuten war.

Wedige von der Schulenburg im Interview mit Nils Janßen über seine Zeit in der JU.


JU‘ler Während meines Abiturs habe ich mich bei der Deutschen Lufthansa auf eine Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer beworben. So musste ich nach Hamburg zum DLR, um dort die Berufsgrunduntersuchung zu durchlaufen. Bei diesem Test wird die generelle Eignung zum Piloten getestet. Neben Grundlagenkenntnissen in Mathe, Physik und Englisch wurden zudem das Konzentrationsvermögen, die Merkfähigkeit, die Mehrfachbelastbarkeit, die optische Wahrnehmung und das räumliche Vorstellungsvermögen getestet. Nach erfolgreichem Durchlaufen dieser Prüfung durfte ich ein zweites Mal nach Hamburg fahren, zur Firmenqualifikation. Hier wird getestet, ob der Bewerber zur Lufthansa passt. Es gibt Gruppendiskussionen, ein Streitgespräch, einen Simulatorflug und ein Einzelgespräch. Ist auch dieser Teil erfolgreich durchlaufen, steht die letzte Hürde auf dem Plan: die medizinische Eignungsuntersuchung. Am 14.06.2011 hatte ich alle Tests erfolgreich durchlaufen und die Schulungsvereinbarung bei der Lufthansa unterzeichnet.

Faszination Luftfahrt

Ein Traum, ein Lebensgefühl, eine Berufung. Der JU‘ler Marcel Hobbensiefken stellt seinen Beruf vor.

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chon als kleiner Junge war ich oft auf dem Flugplatz. Mein Vater war Fallschirmspringer, jedoch interessierte mich das wenig. Viel interessanter fand ich die Flugzeuge! Ein prägender Moment für mich war der erste Flug mit einem Passagierflugzeug, den ich zum Teil vorn im Cockpit verbringen durfte. Seit diesem Tag – ich war damals elf Jahre – stand für mich fest, dass ich Pilot werden möchte. Mit 15 Jahren habe ich dann das Segelfliegen begonnen, das wohl einzig wahre Fliegen. Motorlos nur mit der Kraft der Natur fliegen, das Gefühl von Freiheit genießen, alle Sorgen und den stressigen Alltag hinter sich lassen – ja das Segelfliegen ist für mich eine Leidenschaft, eine Passion. Jetzt studiere ich im dritten Semester Luftfahrtsystemtechnik und –management an der Hochschule Bremen. Sie werden sich jetzt sicherlich fragen, warum ich keine Ausbildung zum Piloten mache? Das mache ich! Aber von vorne:

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So hat man am Ende einen Bachelorabschluss und eine Verkehrsflugzeugführerlizenz. Mein Wunsch ist es, später die fliegerische Tätigkeit mit einer Tätigkeit im operativen Management zu verbinden. Für mich ist es mein Traumberuf, den ich ergreifen durfte!

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Fotos: Macel Hobbensiefken

JU‘ler mit interessanten Berufen:

Und warum studiere ich dann jetzt? Lufthansa bietet 30 Flugschülern jährlich die Möglichkeit, ein duales Studium an der Hochschule Bremen durchzuführen. Ich habe von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Die ersten drei Semester wird „nur“ studiert, ehe in der vorlesungsfreien Zeit, zwischen dem dritten und vierten Semester, das Abenteuer an der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa (LFT) beginnt. In den vorlesungsfreien Zeiten stehen nun fünf Tage Theorieunterricht an der LFT auf dem Plan. Während der Vorlesungen besucht man drei Tage die Hochschule und zwei Tage die LFT. Nach dem fünften Semester geht es endlich an die Praxis. Diese findet für fünf Monate in Goodyear, Arizona, statt, denn hier sind optimale Wetterbedingungen für Anfänger vorzufinden. Auch das siebte Semester ist für die Flugschule reserviert. In Bremen werden die letzten theoretischen Grundlagen gelernt, ehe der Theorieteil mit der amtlichen Theorieprüfung beim Luftfahrtbundesamt in Braunschweig abgeschlossen wird. Im achten Semester kommt man noch einmal zurück an die Hochschule, um die Bachelorarbeit zu schreiben.


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Intern Neumitglied

Isabeau Lueddecke jungen Menschen direkt betrifft. Die Jugend fühlt sich meist nicht angesprochen oder mitgenommen, was eine geringere Bereitschaft zur Teilnahme an politische Themen nach sich zieht. Der dadurch resultierende Mangel an Nachwuchs betrifft die gesamte Parteienlandschaft und wird alle Parteien zwangsläufig vor schwierige Aufgaben stellen.

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erade in unserer jungen Generation steigt das Desinteresse an politischem Engagement, obwohl die Politik auch die

Ich bin der Jungen Union beigetreten, weil ich mich außerschulisch vor allem politisch engagieren und einbringen möchte. Mir ist es wichtig, nicht nur Mitglied und Beitragszahlerin zu sein, sondern aktiv zu werden, und so politische Ideen mitzugestalten und zu entwickeln. Die Junge Union schafft einen guten Ausgleich zwischen aktiver Arbeit und Spaß durch spannende politische Veranstaltungen und Feiern in geselligen Runden. Ich interessiere mich besonders für die Wirtschafts- und Gesundheitspolitik, weil gerade diese Themen eine bedeutende Rolle für Bremen spielen und ich mir vorstellen kann, in einem dieser Bereiche später einmal zu arbeiten.

Marcel Freihorst

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Daniel Buljevic Landesvorsitzender Johannes Lihl 1. stellvertretender Landesvorsitzender Maximilian Neumeyer Stellvertretender Landesvorsitzender Luisa-Katharina Häsler Stellvertretender Landesvorsitzender Marc Fehrling Landesgeschäftsführer Nils Janssen Pressesprecher Ralf Behrend Landesschatzmeister Jessica Ewert Referent für Bildungspolitik Hendrik Köstens Referent für politische Bildung Philipp Kunitz Beisitzer

Neumitglied

ein politisches Interesse wurde während meines Abiturs durch eine sehr engagierte Politiklehrerin geweckt. Ganz im Gegenteil zum klassischen Frontalunterricht haben wir sehr viele Projekte erarbeitet und so konnte ich feststellen, dass Politik mehr als nur auswendig lernen ist. Unter anderem habe ich die Jugendwahlkampagne der Europawahl 2009 mitentwickelt, Wahlreden verfasst und bei der Klimawandel- Kampagne der Zeitschrift Focus mitgewirkt. Mein bisheriger Höhepunkt war die Podiumsdiskussion mit Horst Seehofer im Jahr 2011 anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit 2011 in Bonn. Dass Politik mehr als nur ein Gang zur Urne ist, möchte ich vor allem jungen Menschen verdeutlichen. Politik muss gerade für die junge Generation zugänglicher gemacht werden um der Politikverdrossenheit entgegenzuwirken, dafür setzt sich die Junge Union Bremen mit ihren vielen Projekten und Veranstaltungen vorbildlich ein. Jeder kann sich mit

Eure Ansprechpartner des Landesverbands Bremen

kreativen Ideen einbringen und so etwas für die Gesellschaft beisteuern. Jetzt studiere ich Politik- und Wirtschaftswissenschaft an der Uni Bremen im dritten Semester. Diesen Sommer habe ich ein Praktikum bei der CDU Fraktion Bremen absolviert und kann jedem Politikinteressierten nur empfehlen den Weg in die Praxis zu gehen! Ich freue mich sehr auf meine Arbeit als neues Redaktionsmitglied und hoffe den Erwartungen der Leser gerecht zu werden.

Heinrich Kordy Beisitzer Jana Maria Christians Beisitzer Nils Janssen Kreisverband Bremen Marcel Käthner Kreisverband Bremen-Nord Hagen Berkahn Kreisverband Bremerhaven Janis Ukena Landesvorsitzender Schüler Union

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Beitrittserklärung

Landesverband Bremen Landesverband Landesverband Landesverband Bremen Bremen Bremen Landesverband Bremen

Die Zeiten müssen sich ändern! Helft uns, Bremen zu verändern.

Landesverband Bremen

Du bist 14 – 35 Jahre alt? Du hast Lust, dich ehrenamtlich zu engagieren und viele neue, interessante Leute kennenzulernen? Du interessierst dich für das, was in Bremen passiert und willst endlich was verändern? Und du möchtest dabei auch noch Riesenspaß haben? Dann schau mal vorbei! Wir freuen uns auf dich!

Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur Jungen Union Bremen und verpflichte mich zur Zahlung des für mich geltenden Jahresbeitrages.

Name

Vorname

Straße, Hausnummer

PLZ, Ort

Geboren am

Religionszugehörigkeit

Telefon

Handy

E-Mail

Aufnahme im Bezirk

Datum / Unterschrift

Hiermit ermächtige ich die Junge Union Bremen widerruflich Beitragszahlungen zu Lasten meines Girokontos einzuziehen. Da sich der Beitrag nach dem Alter richtet, kann sich dieser im Laufe der Mitgliedschaft ändern. Diese Einzugsermächtigung gilt – bis auf Widerruf – auch für einen durch o.g. Möglichkeit erhöhten Beitrag. Wenn das Konto nicht die erforderliche Deckung aufweist, besteht seitens des kontoführenden Geldinstitutes keine Verpflichtung zur Einlösung.

Name des Kontoinhabers

BLZ / Geldinstitut

Kontonummer

Datum / Unterschrift des Mitgliedes (wenn abweichend vom Kontoinhaber)

Datum / Unterschrift des Kontoinhabers

Die jährlich zu zahlende Beitrag beträgt

für alle Mitglieder 24 € (2,– € / Monat)

Bitte sende dieses Formular ausgefüllt und unterschrieben per Post oder Fax an die:

Junge Union Bremen Am Wall 135 28195 Bremen

Telefon: 0421/517 025 40 Fax: 0421/517 025 41 E-Mail: info@ju-bremen.de

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Junger Schlüssel - Ausgabe 2/2012