Empartolution Strom-stream-Magra catalog

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Strom stream Magra

EmpArtolution‘s artists in residence Projekt 2016 1


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Schirmherrschaft / patronage: Prof. Dr. Dieter Ronte Kunsthistoriker, ehem. Direktor des Kunstmuseum Bonn

Gefördert durch / funded by:

Unterstützt durch das Programm “Moving Mena”, gefördert durch das Auswärtige Amt.

gefördert aus Mitteln des Landes NRW

In Kooperation mit / in cooperation with:

Unterstützt durch / supported by:

Gruppe Bonn

...das Hotel an der Kennedybrücke

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Inhalt

EmpArtolution

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EmpArtolution arabic

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Strom – stream – Magra 10 Strom – stream – Magra arabic 13 Amado Alfadni 14 Hanaa el Degham / Mareike Drobny / Amanda KM

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Hanaa el Degham 23 Mareike Drobny 24 Amanda KM 25 Hagar Masoud 26 Julika Meyer 30 Roland Regner 34 Haitham el Seth / Twins Cartoon

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Sergej Vutuc 42 Angelika Wischermann 46 Hagar Masoud / Sergej Vutuc 50 Freiheit der Kunst? 52 Freiheit der Kunst? arabic 54 Symposium „Freiheit der Kunst“

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Rahmenprogramm 58 Englisch summary and artist statements

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Danke - Shukran - thank you

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Impressum 64

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EmpArtolution Strom – stream - Magra Kunst aus der sozial-empathischen Wundertüte Natürlich stand am Anfang die Idee zu einem multikulturellen Kunstprojekt, doch wenn sich Empathie mit Kunst und Evolution verbindet, es keine künstlerischen Vorgaben gibt, wird schnell klar, .dass man ein Experiment wagt. Nach zweijähriger Planung wurde im April 2016 in Bonn das ägyptisch-deutsche Artist-in-ResidenceProjekt verwirklicht: zehn Künstlerinnen und Künstler aus zwei Ursprungsländern lebten und arbeiteten gemeinsam sechzehn Tage lang ohne thematische oder künstlerische Vorgaben. Allein die Zeit begrenzte das Projekt. Die Idee zu EmpArtolution kam mir an einem dieser Kairo-Tage im Frühjahr 2013 zwischen Kunst und ägyptischem Bier, wahrscheinlich nach einem Gespräch über das Verhältnis von künstlerischer Freiheit, Finanzierungs- und Förderungsrichtlinien. Es war die Zeit, in der die zweijährige „Kunstanarchie“ Kairos langsam wieder an die Kandare genommen wurde, Freiräume geschlossen wurden und Gelder weniger flossen. Im Verlauf zahlreicher von mir geführter Künstlergespräche und Interviews, konkretisierte sich der experimentelle Rahmen des Konzepts. Es sollte Künstlerinnen und Künstlern aus Ägypten und Deutschland die Möglichkeit gegeben werden, sich kennen zu lernen und frei eine gemeinsame Ausstellung erarbeiten zu können.. Zurück in Deutschland entstand aus dieser Idee ein Konzept. Um die Unwägbarkeiten des sehr offenen Projektes etwas zu kanalisieren, wurden aus dem direkten Umfeld fünf Künstler angesprochen, mit deren Zusage zur Teilnahme das Projekt begann. Die UNESCO konnte als Schirmherrin gewonnen werden und mit privater finanzieller Unterstützung entstand eine Webseite. Antje Tumbusch, versiert in dem Umgang mit Förderanträgen, kam als wichtige Unterstützung zum Projektmanagement hinzu und wurde die zweite treibende Kraft. Nach einer öffentlichen Ausschreibung, wählte im November 2014 eine unabhängige Fachjury, bestehend aus der Fotokünstlerin Gudrun Kemsa, den Künstlern und Kuratoren Michael Kortländer (Große Kunstausstellung NRW/Düsseldorf),

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Klaus Richter (Kulturforum Alte Post, Neuss) und der Kunsthistorikerin Ilona Stüttgen fünf weitere Künstlerinnen und Künstler als Teilnehmer aus. Die Biografien und Werkbeispiele boten das Bild einer vielversprechenden Gruppe, doch für die geplante Realisierung im Frühjahr 2015 kam dies zu spät. Etliche Förderanträge und Sponsorenanfragen waren vom Winde verweht. Vielleicht war es ein wenig naiv, mit nur zwei Personen ein solches Projekt stemmen zu wollen? War die Zeit zu kurz? In das Gefühl des Versagens mischte sich Erleichterung, den Druck eines so umfangreichen Vorhabens nicht mehr auf den Schultern zu haben. Doch während das Gefühl des Versagens verging, erreichten uns viel Ermutigung und Zuspruch. Daraus erwuchs im April 2015 in kürzester Zeit EmpArtolutions meet to create als Testballon: vier Künstler - Michael Falkenbach, Menduri Melcher, Roland Regner und Jo Hempel - keine Vorgaben, eine Woche Vorbereitung, eine eintägige Ausstellung in der Fabrik45. Es war überschaubares, produktives Chaos und das Ergebnis überzeugte Künstler und Besucher. Das Konzept funktioniert also! So sahen Antje Tumbusch und ich das, so sah es auch Susanne Grube vom Künstlerforum Bonn. Zusammen begannen wir mit der Planung von EmpArtolutions Strom-stream-Magra für 2016. Neben der Fabrik45 war nun auch das Künstlerforum involviert, das als gemeinnütziger Verein neue Ressourcen einbrachte. Die UNESCO war weiterhin bereit die Schirmherrschaft zu übernehmen. Die Künstlerinnen und Künstler blieben ebenfalls in Warteposition dabei. Ready to go – an other long ride! Elf Monate später förderten uns das Kulturamt der Stadt Bonn, Engagement Global, die Stiftung Kunst der Sparkasse Bonn und das Goethe-Institut Cairo mit dem Moving Mena Programm. Doch trotz vielfachen Bemühungen hatten wir weder einen Sponsor für Material noch für Nahrungsmittel gefunden. Ägypten war nicht mehr positiv im Fokus der westlichen Öffentlichkeit. Die Verpflegung konnte durch die Kooperation mit Foodsharing Bonn gesichert werden, was für die meisten Teilnehmer neue Erfahrungen mit sich brachte, aber zunächst nicht bei allen auf Akzeptanz stieß. Gerade für die Ägypter war die Vorstellung merkwürdig “Abfall“ zu essen, öffnete dann jedoch neue Perspektiven auf den deutschen und europäischen Nahrungsmittelmarkt. Das eingeschränkte Materialgeld sollte im Laufe des Projektes noch einige Probleme bereiten.


Leicht erschöpft und doch euphorisch, erlebten wir am ersten April die Anreise von zehn Künstlern aus Köln, Wien, München, Paris, Kairo und Berlin. Krankheit, ein angemietetes, leider ausgebranntes Appartment und bürokratische Probleme der letzten Sekunde hatten zuvor noch die Kunst der Geduld und Empathie gefördert. Vom ersten Tag an fanden sich die zehn Teilnehmer, so unterschiedlich sie auch von Charakteren oder Herkunft waren, wie erhofft zu einer Gruppe zusammen, in der sie sich austauschten, kennenlernten und unterstützen. Erste Erkundungstouren durch Bonn, gemeinsame Unternehmungen und Mahlzeiten, sowie Treffen zur Vorstellung der individuellen Arbeitsweisen legten das Fundament für die Zusammenarbeit. Auch hatte unser Gefühl bei der Zusammenstellung der WGs uns nicht betrogen. Auf der dunklen Seite des Mondes bot sich folgendes Bild: Schon Artist-in-Residence Projekte mit klaren inhaltlichen Vorgaben bringen vielfache und unerwartete Aufgaben mit. Wir zu dritt, ein Hauptverantwortlicher und zwei noch anderweitig eingebundene Personen hätten schon damit am Rande der Belastbarkeit gestanden! Unser Projekt, bei dem die Künstler fast alles selbst entscheiden konnten, war sehr komplex im Findungsprozess und bedurfte viel Feingefühl von Seiten der Organisation. Jeder Tag brachte große und kleine Aufgaben und neue Fragen. Die Suche nach dem richtigen Platz für ein noch nicht entstandenes Werk war für manche anstrengend. Das knappe Materialgeld führte zu Irritationen und Ängsten. Die freie Entfaltung der kreativen Energie schien dadurch gehemmt, was wiederum die Erfindungsgabe des Organisationsteams forderte. Eine Gruppe von Helfern fehlte, um vor allem den ausländischen Gästen zur Seite zu stehen. Viel Energie floss in die einfache Frage: „Wo finde ich…?“ Ohne etliche Menschen aus dem persönlichen Umfeld, welche mit viel Geduld und Hingabe, zum Teil auch aus dem Stegreif die unzähligen und nicht vorhersehbaren Anforderungen angingen, wären diese nicht zu bewältigen gewesen. Doch so wuchs der Strom-stream-Magra stetig an, und innerhalb des so kurzen Zeitraums entwickelte sich das Projekt und seine Kunst. Am 16. April konnten wir zufrieden eine Ausstellung präsentieren, die der Seele des Projektes entsprach: Empathie, Art und Evolution. Die vielfältigen zu sehenden, zu hörenden und zu

fühlenden Werke waren die physische Seite. Hinter diesen materiellen Werken standen zahlreiche Fragen und Antworten, die den Entwicklungsprozess begleitet hatten: Woher das Material für die Kunst beziehen, wenn auch hier das Budget nicht reicht? Aus der Umgebung schöpfen und wie bei „free space“ aus einem Problem eine Chance machen! Was tun, wenn die Fabrik45 zwar der Ort zum Zusammenkommen und das benötigte wärmende Nest ist, die Künstler sich aber auf das Künstlerforum als Ausstellungsraum konzentrieren? Akzeptieren, weil es der Freiheit entspricht, die das Projekt ihnen zugesprochen hatte und verstehen, dass dieser Raum für viele Arbeiten eine optimale Umgebung bietet. Wie damit umgehen, dass es Ausreißer gibt, die sich nur schwer in das Gruppengefüge einbringen? Immer wieder Gespräche suchen! Wie reagieren, wenn nach etlichen Stunden Arbeit ein Werk kurz vor der Vernissage doch nicht gezeigt werden soll, da es nicht perfekt sei? Deutlich machen, dass Freiheit ebenso Verantwortung bedeutet, auch all denen gegenüber, die an dem Werk mitgearbeitet haben! Was tun, wenn wichtige Mitarbeiter krank werden und zeitweilig ausfallen? Ruhe bewahren und nicht aufgeben! Wie mit den ganzen eigenen Ecken, Kanten und Unzulänglichkeiten umgehen, die sich in solchen Situationen manifestieren? Erkennen, akzeptieren und hoffen, dass auch die anderen sie verzeihen und akzeptieren können! Alles entwickelt sich und wird zur Kunst des Lebens. So konnte dieses Projekt für alle Beteiligten Lernprozess und Entwicklung sein! Wir haben erfahren, dass auch Freiheit zunächst ein Hemmnis sein kann, dass aber Kunst Schranken überwinden kann und dass es egal ist, woher man kommt! Stattdessen zählt, wer man ist und wie man sich verhält. Solch ein Projekt schafft zwischenmenschliche Verbindungen, die darüber hinaus existieren. Und: Geld kann zwar ein Hemmnis der freien künstlerischen Entfaltung, sein, vielmehr zählt aber die Flexibilität, Kreativität und Bereitschaft bei der Entwicklung eines solchen Projektes. Dieser Katalog ist der Versuch, etwas von dem zu vermitteln, wie sich „Strom-stream-Magra“ für die Künstler und das Team anfühlte. Er ist eine Äußerung über das Menschliche und die daraus erwachsene Kunst, das Trennende und das über Kultur-, Sprach- und Lebensgrenzen hinweg Verbindende. Jo Hempel

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‫ذلك يعيق االنطالق الحر لطاقات الخلق واإلبداع مما ش ّكل بدوره‬ ‫تحديا ً لبراعة الفريق المنظم‪ .‬افتقدنا لفريق من المتطوعين يقوم‬ ‫بالدرجة األولى بدعم الضيوف األجانب‪ .‬وتم هدر الكثير من‬ ‫الطاقة في سؤال بسيط‪« :‬أين يمكنني أن أجد ‪»...‬‬ ‫ولوال بعض األناس من البيئة الشخصية‪ ،‬التي اهتمت بالكثير من‬ ‫الصبر والتفاني وجزئيا ً حتى بصورة ارتجالية بالمتطلبات التي ال‬ ‫حصر لها وال يمكن التنبؤ بها فلما كان ممكنا ً انجاز كل ذلك‪.‬‬ ‫لكن هكذا نما «مجرى ‪ »Strom-Stream -‬بشكل مطرد‪،‬‬ ‫وخالل فترة زمنية قصيرة بهذا القدر فقد تطور فن ونما‪.‬‬ ‫وفي يوم ‪ 16‬نيسان‪ ،‬كنا سعداء لتقديم المعرض الذي انبثق عن‬ ‫روح المشروع‪ :‬التعاطف الوجداني‪ ،‬والفن والنشوء‪.‬‬ ‫وشكلت األعمال الفنية المتنوعة التي كان يمكن رؤيتها وسمعها‬ ‫واحساسها الجانب المادي للمشروع‪ .‬وخلف هذه األعمال المادية‬ ‫والمرئية كمنت العديد من األسئلة واألجوبة التي واكبت عملية‬ ‫التنمية‪:‬‬ ‫من أين نأخذ المواد للفن إن كانت الميزانية غير كافية هنا أيضا؟‬ ‫االستمداد من البيئة المحيطة والنهج مثل «الفضاء الحر» (فري‬ ‫سبيس) أي تحويل المشكلة إلى فرصة! ما العمل إن كان المصنع‬ ‫‪ 45‬في واقع الحال هو مكان االلتقاء والعش الدافئ الالزم ولكن‬ ‫الفنانين يركزون على منتدى الفن كمكان للعرض‪.‬‬ ‫الموافقة مطلوبة ألنها تتوافق مع الحرية التي وعدهم المشروع‬ ‫بها والتفهم بأن هذا المكان يوفر البيئة المثلى للعمل بالنسبة‬ ‫للكثيرين‪ .‬ما العمل عندما يكون هناك جامحون يصعب جداً‬ ‫إدماجهم في السرب؟ كيف على المرء التصرف إذا كان العمل‬ ‫الفني بعد ساعات عمل طويلة وقبيل االفتتاحية لم يجد االستحسان‬ ‫كعمل مثالي ولذلك هناك من اليرغب في عرضه؟‬ ‫التوضيح بأن الحرية تعني أيضا تحمل المسؤولية‪ ،‬وحتى تجاه‬ ‫كل أولئك الذين شاركوا في العمل! ماذا تفعل عندما يُصاب‬ ‫عاملون مهمون بالمرض ويعجزون عن العمل مؤقتاً؟ االلتزام‬ ‫بالهدوء وعدم االستسالم! وكيف يمكن التعامل مع جميع حدود‬ ‫التحمل ونقاط الضعف الشخصية التي تتجسد في مثل هذه‬ ‫الحاالت؟ ليس للمرء خيار سوى أن يدركها ويتقبلها ويأمل بتقبل‬ ‫اآلخرين لها والتسامح فيها!‬ ‫كل شيء يتطور ويتحول إلى فن الحياة‪.‬‬ ‫وهكذا غدا هذا المشروع بالنسبة لكافة األطراف المشاركة عملية‬ ‫ً‬ ‫بداية عقبة‬ ‫تعلم وتطور‪ .‬ولقد تعلمنا أن الحرية يمكن أن تكون‬ ‫للفن‪ ،‬وأن من شأن الفن أن يذلل العقبات وأن أصل اإلنسان بال‬ ‫أهمية وبدالً من ذلك فإن مايهم هو اإلنسان كما هو وكيف يسلك‪.‬‬ ‫يخلق مشروع كهذا عالقات شخصية تدوم حتى بعد انتهاء‬ ‫المشروع‪.‬‬ ‫وثمة شي ٌء آخر‪ :‬المال ليس أكبر عقبة أمام التطور الفني الحر‪،‬‬ ‫وإنما المرونة المحدودة واإلبداع المكبل وانعدام االستعداد‬ ‫للتطوير والتطور‪.‬‬ ‫إن هذا هذا الكتالوج هو بمثابة محاولة ُينقل من خاللها‬ ‫لآلخرين‪ ،‬كيف كان اختبار وإحساس الفنانين والفريق بمعرض‬ ‫مجرى ‪ . Strom - Stream -‬إنه تعبيرعن الذات اإلنسانية‬ ‫وخصائصها والفن المتمخض عنها وعن مايفرق وعن مايجمع‬ ‫وذلك بعيداً عن حدود الثقافة واللغة والحياة‪.‬‬ ‫جو هيمبل‬

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‫‪EmpArtolution‬‬ ‫‪ - stream - Strom‬مجرى‬ ‫فن من الجعبة السحرية للتعاطف الوجداني‬ ‫االجتماعي‬ ‫من البديهي أنّ في البدء كانت الفكرة‬ ‫لمشروع فن متعدد الثقافات‪.‬‬ ‫ولكن عندما يقترن التعاطف الوجداني بالفن‬ ‫والنشوء‪،‬‬ ‫وعند انعدام فرض الشروط الفنية‪،‬‬ ‫فسرعان مايتضح‬ ‫أن المرء مقدم على التجرؤ إلجراء تجربة‪.‬‬

‫بعد تخطيط دام سنتين فقد تم تحقيق مشروع إقامة خلق فني‬ ‫لفنانين مصريين وألمان‪ :‬عشرة فنانين وفنانات من بلدين عاشوا‬ ‫وعملوا سوية لمدة ‪ 16‬يوما ً دون أن ُتفرض عليهم أية مواضيع‬ ‫وشروط فنية‪ .‬كان عامل الزمن بمفرده المتحكم في العملية‪.‬‬

‫راودتني فكرة ‪ EmpArtolution‬في أحد أيام ربيع ‪ 2013‬في‬ ‫القاهرة مابين الفن والجعة المصرية ولربما بعد حديث يتناول‬ ‫العالقة مابين حرية الفن وأحكام التمويل والدعم المالي‪ .‬كان هذا‬ ‫في الوقت الذي بدأ فيه لجم فوضى الفن التي دامت سنتين وحيث‬ ‫أغلقت الفضاءات الحرة وبات دفق األموال ينضب‪ .‬وفي مسار‬ ‫العديد من األحاديث والمقابالت التي أجريتها مع فنانين فقد باتت‬ ‫مالح اإلطار التجريبي للخطة تبرز شيئا ً فشيئاً‪ .‬فنانات وفنانون‬ ‫من مصر وألمانيا سيُمنحون فرصة التعرف على بعضهم البعض‬ ‫وخلق معرض مشترك‪.‬‬ ‫وفي ألمانيا تمخض عن هذه الفكرة مشروعٌ‪ .‬وتذليالً لعقبات هذا‬ ‫المشروع بمعالمه غيرالمحددة إطالقا ً فقد تم االتصال بخمس‬ ‫فنانين من البيئة المباشرة وبموافقتهم على المشاركة‪ ،‬كانت‬ ‫بداية المشروع‪ .‬وتم التمكن من كسب منظمة اليونيسكو لتكون‬ ‫راعية للمشروع‪ ،‬وبفضل الدعم المالي الخاص فقد نشأ موقع في‬ ‫اإلنترنت‪ .‬وبانضمام انتييه تومبوش إلى المشروع‪ ،‬اكتسبت إدارة‬ ‫المشروع بدعم هام لكونها متمرسة في رفع طلبات للحصول‬ ‫على الدعم المالي وهذا بحكم عملها لدى كونست فونض‪ .‬وهكذا‬ ‫أصبحت القوة الدافعة الثانية‪ .‬وبعد مناقصة عامة‪ ،‬قامت لجنة‬ ‫أخصائيين مستقلة في نوفمبر ‪ 2014‬والمكونة من المصورة‬ ‫الفنانة جودرون كيمسا والفنانين األمناء ميخائيل كورت ليندر‬ ‫(معرض الفن الكبير والية نورد راين فيستفالن‪ ،‬دوسلدورف)‬ ‫وكالوس ريختر (منتدى الفن الته بوست‪ ،‬نويس) وأخصائية‬ ‫تاريخ الفن ايلونا شتوتجن باختيار خمس فنانات وفنانين آخرين‬ ‫للمشاركة في المشروع‪ .‬السير الذاتية ونماذج من أعمالهم‬ ‫شكلت صورة مجموعة واعدة غير أن ذلك جاء متأخراً لتحقيق‬ ‫المشروع في ربيع ‪ 2015‬وكانت العديد من طلبات الحصول‬ ‫على الدعم المادي والطلبات الموجهة إلى الممولين قد ذهبت‬ ‫أدراج الرياح‪ .‬لربما كانت الرغبة في تنفيذ المشروع من قبل‬ ‫شخصين فقط ساذجة بعض الشيء؟ وقت قصير جداً لتحقيق‬ ‫المشروع؟‬ ‫امتزج بشعور الفشل شعور ارتياح الكاهل من ضغط مشروع‬ ‫بهذه الضخامة‪ .‬وفي الوقت الذي تالشى فيه الشعور باإلخفاق فقد‬ ‫تلقينا الكثير من التشجيع واإلطراء‪ .‬ونشأ عن هذا في إبريل‬ ‫‪ 2015‬وفي وقت قصير للغاية فكرة‪ EmpArtolutions‬أي لقاء‬

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‫من أجل الخلق كبالون اختبار‪ :‬أربعة فنانين وهم ميخائيل فالكن‬ ‫باخ ومندوري ميلخر وروالند ريغنر وجو همبل التقوا بال أية‬ ‫معطيات وواجبات وفي إطار أسبوع تحضيري ومعرض ليوم‬ ‫واحد في مصنع ‪ .45‬وكان المشروع واضح المعالم في بيئة‬ ‫من الفوضى ومنتجاً‪ .‬اتضحت المسائل الشخصية دون انفجارات‬ ‫وجاءت النتيجة مقنعة للفنانين والزوار‪.‬‬ ‫الخطة كانت فاعلة إذاً! أنتييه تيمبوش وأنا تبنينا هذا الرأي‬ ‫وسوزانة جروبه من منتدى الفن بون تبنت هذه الرؤية أيضاً‪.‬‬ ‫فبدأنا سوية بالتخطيط لمشروع ‪ EmpArtolutions‬مجرى –‬ ‫‪ Strom – stream‬لعام ‪ 2016‬وهذا لموقعين فقط وهما‬ ‫مصنع ‪ 45‬و منتدى الفن الذي جلب موارد جديدة لكونه مؤسسة‬ ‫للمنفعة العامة‪ .‬وكانت منظمة اليونيسكو ماتزال مستعدة لتبنى‬ ‫رعاية المشروع‪ .‬وأما الفنانات والفنانون فقد بقيوا منتظرين على‬ ‫أهبة االستعداد‪.‬‬ ‫وبعد احد عشر شهراً تلقينا الدعم من قسم الثقافة لبلدية بون‬ ‫واينجيجمنت جلوبال ومؤسسة بنك شباركاسه للفنون والثقافة‬ ‫في بون ومعهد جوته في القاهرة مع برنامج «موفينج مينا» ‪.‬‬ ‫وبالرغم من كل هذه الجهود فلم نكن نتوفر على ممول للمواد‬ ‫وال للمواد الغذائية‪ ،‬فمصر لم تعد محظية عند الغالبية من الرأي‬ ‫العام‪ .‬تم التمكن من تموين المواد الغذائية من خالل التعاون مع‬ ‫«فود شيرينج» بون وهذا ماكان تجربة جديدة لغالبية المشاركين‪،‬‬ ‫ولم تحظ بداية بقبول من جانب الجميع‪ .‬وعلى وجه الخصوص‬ ‫كانت فكرة تناول «النفايات» غريبة بالنسبة للمصريين‪ .‬تسببت‬ ‫محدودية الموارد المالية المخصصة للمواد بعض المشاكل الحقاً‪.‬‬ ‫وفي حالة اجهاد بسيط ولكن وسط بهجة شديدة فقد شهدنا في‬ ‫األول من ابريل وصول عشرة فنانين من كولونيا وفيينا وميونيخ‬ ‫وباريس والقاهرة وبرلين‪ ،‬بعد أن كان في األسبوع األخير‬ ‫المرض‪ ،‬واحتراق والشقة المستأجرة والمشاكل اإلدارية في‬ ‫اللحظات األخيرة قد عززت فن الصبر والتعاطف الوجداني‪.‬‬ ‫وبدءا من اليوم األول تآلف المشاركون رغم شدة االختالف في‬ ‫أطباعهم والبلدان التي ينحدرون منها ليصبحوا تلك المجموعة‬ ‫المتآلفة والمرجوة من جانبنا والتي في وسطها جرى التبادل‬ ‫والتعارف والدعم المتبادل‪.‬‬ ‫وضعت أول رحالت استكشاف لبون والفعاليات المشتركة‬ ‫ووجبات الطعام المشتركة واللقاءات لعرض أساليب العمل‬ ‫الفردية حجر األساس للتعاون‪ .‬وحتى أن إحساسنا لم يخدعنا‬ ‫عند تحديد مجموعات السكن الذي جاء موفقاً‪ .‬ومع ذلك كان في‬ ‫المشروع ما يكفي من العقبات‪.‬‬ ‫وفي الجانب المظلم من القمر وجدنا المشهد التالي‪:‬‬ ‫مشاريع اإلقامات الفنية ذات المهام المحددة بوضوح تجلب معها‬ ‫مهاما ً وتحديات متعددة وغير منتظرة‪ .‬واجه ثالثتنا‪ ،‬مسؤول‬ ‫بصورة رئيسية وشخصان لهما التزامات عمل في مكان آخر‪،‬‬ ‫جهوداً وضغوطا ً ومشاكل أوصلتنا إلى حافة القدرة على التحمل!‬ ‫وكان مشروعنا‪ ،‬الذي يسمح للفنان أن يقرر كل شيء تقريبا ً‬ ‫بنفسه معقداً جداً في عملية اإليجاد وصنع القرار ومتطلبا ً للكثير‬ ‫من الحس المرهف من جانب المنظمين‪ .‬كان كل يوم يجلب‬ ‫معه مهاما ً صغيرة وكبيرة وأسئلة جديدة‪ .‬كان البحث عن المكان‬ ‫المناسب لعمل لم ينشأ بعد أمراً شاقا ً بالنسبة للبعض‪ .‬أثارت‬ ‫الموارد المالية القليلة المخصصة للمواد قلقا ً ومخاوف‪ .‬وبدا وكأن‬


Strom – stream – Magra Zu der Kunst Stimmen und das Aufklatschen von einem Ball sind in einer Sound-Installation der Künstlerin Amanda KM zu vernehmen, aufgenommen beim gemeinsamen Kicken aller Projektteilnehmer im Künstlerforum, zu dem auch Besucher eingeladen waren. Wie ein Nachklang der bereits wieder Abwesenden bespielte sie den ansonsten .leeren Eingangsraum der Fabrik 45 und verband zusätzlich beide Ausstellungsorte. Die Verwirklichung dieser Ausstellungen war das fassbarste gemeinsame Ziel von Strom – stream – Magra. Natürlich waren wir neugierig aufeinander. Zuvor waren viele Gedanken in die Projektvorbereitung geflossen. Das Nachdenken über Ägypten und Deutschland und die beiden Städte Kairo und Bonn gehörte genauso dazu wie der Entwurf von Besichtigungsplänen für die ersten Tage, wenn die Künstlerinnen und Künstler eingetroffen sein würden. Mit deren Ankunft entwickelte das Projekt sofort eine eigene Dynamik, die aus der Kommunikation, Verstehen und NichtVerstehen, bei gemeinsamen Unternehmungen, beim Essen, über die eigene Kunst erwuchs. Auch wenn dies keinesfalls reibungslos funktioniert, bewegen wir uns als Reisende zunehmend in einer globalisierten und vernetzten Welt. Dennoch bleibt der Blick des Neuankömmlings ein besonderer. Auf Streifzügen durch Bonn wurden die typischen Sehenswürdigkeiten genauso wie im Alltag Übersehenes erfasst. Der besseren Verortung diente die Recherche zur Geschichte mit der Suche in Archiven und Gesprächen im direkten Umfeld. Mit dem Moment der Begegnung trafen Individuen aufeinander und die Kommunikation selbst wurde zum Bestandteil der künstlerischen Arbeit. Der erweiterte Werkbegriff zeitgenössischer Kunst ließ einen offenen Dialog, der sich entwickeln konnte, zu. Sich überkreuzende Interessen konnten so den Prozess vorantreiben und beeinflussen, obwohl sie in ganz verschiedenen Medien zum Ausdruck kamen. Der Comic-Zeichner Twins Cartoon hielt in kurzer Zeit, unterwegs mit Zeichenstift und Skizzenbuch, seine persönlichen Eindrücke aus Bonn fest, so wie er dies zuhause in Kairo tut. Beide Städte kommentiert er in farbigen Comic-Bildern, in denen der Zeichner

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selbst mehrfach zu finden ist. Der Einsatz einfacher Zeichen, ein Fisch zu Bonn, eine Schlange zu Kairo, spannt den Bogen zu jahrtausendalter Bildsprache. An einem einzigen Tag portraitierte er außerdem die zahlreichen freiwilligen Helfer des Projekts. Julika Meyer aus München fiel die unterschiedliche Bewertung des Hochwassers von Nil und Rhein – Fruchtbarkeit und Bedrohung - auf. So entstand für den Eingangsraum des Künstlerforums in direkter Nachbarschaft zu dem Diptychon von Twins Cartoon eine Installation, bei der die Künstlerin Sandsäcke zum Hochwasserschutz jedoch mit Wasser gefüllt hat. Eine flüsternde Frauenstimme verkündet den Wasserpegel. Julika Meyer spielt hier mit den unterschwelligen Deutungen des Wassers und von ihm verbundenen sagenhaften Geschöpfen wie Sirenen und Nixen. Hagar Masoud aus Kairo, momentan mit einem Stipendium in Paris, arbeitet meist raumbezogen und multimedial. Auch sie bezieht sich auf Wasser, denn ihr sind die Regenrinnen an europäischen Gebäuden aufgefallen. Für das zweigeschossige Künstlerforum entwarf sie ein Regenrohr als Sound-Installation. In der nur leise vernehmbaren Collage verwendete sie akustische Aufnahmen von ägyptischen Fernsehzuschauern während eines Fußballspiels. Der Weg zum Stadtarchiv endet am Stadthaus, wohin Hagar Massoud und Sergej Vutuc zu einer gemeinsamen Performance mit Klavier an einem geschäftigen Vormittag aufgebrochen waren, die als Video aufgezeichnet wurde. Bauten und Wege in diesem öffentlichen Raum erscheinen aus einer sehr ungewohnten Perspektive. Spiegelnde Scheiben verstärken den Eindruck. An dem Verkehrsknotenpunkt entsteht ein Moment, der der Zeit entrückt scheint. Roland Regner setzte mehrfache Akzente mit Bildern und einer Installation, die vielschichtig Symbolik und Bedeutungen reflektieren und brechen können. Die vierteilige digitale Fotoreihe LINK, die in der Bedeutung des Wortes die Ausstellung kommentierte, zeigt Eichelhäher-Flügel in germanischer Runenschrift positioniert. So verweist sie auf alte okkulte Praktiken. Spannend ist die Verbindung zum Okkultismus auch wegen der Faszination, die von ägyptischen Mumien und Grabstätten bis heute ausgeht und immer wieder als Mode neu aufflammt. Ein Zusammenhang bestand außerdem zu der temporären begehbaren Installation in der großen


Halle des Künstlerforums. Denn diese war zunächst von Vogelhäusern im ländlichen Teil Ägyptens inspiriert. Die Bonner Südstadt regte außerdem das Interesse der Künstlerinnen an Architektur und unterschiedlichen Wohnformen an. Mit einfachen Baumaterialien, mit hiesigem Lehm, Stroh und Bonner Sperrmüll haben Amanda KM aus Kairo, Hanah el Degham, die zur Zeit in Berlin und Kairo lebt, sowie Mareike Drobny, ebenfalls aus Berlin, eine architektonische Struktur hergestellt, die die Werkgenese als kommunikativen Prozess festhielt. „Free space“ ließ mannigfaltigen Raum für Assoziationen und Geschichten, indem geschlossene und durchbrochene Flächen sowie formale und narrative Elemente die Balance hielten.

seum und wiederum dem Stadtarchiv und dort gelagerten Büchern. Was soll oder darf gezeigt werden, wer bestimmt darüber? Dieses sind Fragen, die der Künstler aufwirft und die er durchaus im politischen sowie historischen Kontext sieht.

Angelika Wischermann kam als Einzige bereits mit einer Idee nach Bonn. Sie wollte in einem Grasbett den Abdruck ihres liegenden Körpers hinterlassen. Die Vorgeschichte des Künstlerforums, das zeitweise als Großmarkthalle für Blumen genutzt wurde, wurde so zum Ausgangspunkt mehrerer künstlerischer Auseinandersetzungen. Angepasst an die Größe der Oberlichter baute die Künstlerin ein Beet mit Rasen. Jeden Tag lag sie dort für mehrere Stunden, allein oder im Trubel des allgemeinen Aufbaus, und brachte die Halme zum Vergilben. Nach der Vernissage begann der Abdruck, die persönliche Spur, langsam zu verschwinden. Die Künstlerin untergräbt so den Ereignis-Charakter von Performances. Der Körper selbst ist im Werk nicht mehr anwesend.

Die Werke, die für Empartolution entstanden sind, boten in ihrer Präsentation viele spannende Schnittstellen untereinander. Sie können sich genauso in anderen Kontexten behaupten.

Noch einmal kehren wir zur Fabrik 45 zurück, die wichtigster Anlaufpunkt für alle war. Sie bildete die Versorgungsstation und war ein Ort, an dem Ideen ausgetauscht und Pläne gemacht wurden. Roland Regner hat dort seine Installation „The Egg“ gezeigt: ein Ei, das in einem Aquarium ausgebrütet wird? Alle sind gespannt, doch niemand weiß, was daraus wird.

Die persönlichen Kontakte, die wir aufgebaut haben, beinhalten Chancen für Zukünftiges.

Susanne Grube

Zusammen mit Angelika Wischermann recherchierte Amado Alfadni, der in Kairo lebt, über die Blumenhalle. Die Zusammenhänge von Geschichte und Biografie, von Identität und Rassismus, interessieren den im Sudan geborenen Künstler. Aus unterschiedlichen Quellen trug er Bausteine und Erinnerungen an die Vergangenheit zusammen, suchte Zeitzeugen und befragte sie. Dem Künstlerforum hat er ein ungewöhnliches Archiv, das vor allem mündliche Überlieferung beinhaltet, zu dessen eigener vernachlässigter Geschichte geschenkt. Sergej Vutuc nimmt in seinen Fotografien und Fotokopien den Archiv-Gedanken auf. Bewusst gestaltete er deren Präsentation wenig museal. Die Bildausschnitte sind eng, die Motive nah am Kameraobjektiv. Der Betrachter kann eher erahnen, was er sieht. Wiederholungen tragen nicht zur Klärung bei. Es sind alles Aufnahmen aus Bonn, doch nicht aus dem Stadtbild, sondern von Orten der Aufbewahrung, aus dem ägyptischen Mu-

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‫نفسه لم يعد حاضراً في العمل‪.‬‬ ‫أجرى أمادو الفادني الذي يعيش في القاهرة سوية مع‬ ‫انجيليكا فيشرمان أبحاثا ً حول قاعة الزهور‪ .‬يهتم هذا الفنان‬ ‫المولود في السودان بالعالقات المتبادلة مابين التاريخ والسيرة‬ ‫الحياتية و الهوية والعنصرية‪ .‬جمع من مصادر مختلفة‬ ‫مكونات وذكريات من الماضي‪ ،‬وبحث عن شهود على‬ ‫ذلك العصر واستنطقهم‪ .‬وبذلك فقد أهدى منتدى الفن أرشيفا ً‬ ‫غير عادي يتضمن بالدرجة األولى أحاديث متوارثة شفويا ً‬ ‫وهذا عن التاريخ المهمل للمنتدى‪.‬‬ ‫ُضمّن سيرجي فوتوك في تصاويره واستنساخاته فكرة‬ ‫األرشيف ويتعمد في عرضها بصورة التشبه العرض المتحفي‪.‬‬ ‫قصائص الصور ضيقة والهدف المصور قريب من العدسة‬ ‫والمتأمل ليس له سوى أن يخمن ما يراه و التكرار اليساهم‬ ‫في توضيح األمر‪ .‬وكل التصاوير من بون ولكن ليست عن‬ ‫صورة المدينة وإنما عن أماكن الحفظ والمتحف المصري‬ ‫وأرشيف المدينة وكتب مخزنة هناك‪ .‬ماذا ينبغي أن يُعرض‬ ‫ومن يجوز له العرض ومن يُحدد ذلك؟ هذه هي األسئلة‬ ‫التي يثيرها الفنان ويراها بالشك في السياق السياسي والتاريخي‪.‬‬ ‫مرة أخرى نعود إلى المصنع ‪ ،45‬الذي كان أهم نقطة‬ ‫مرجعية للجميع‪ .‬ش ّكل المصنع مركز التزود وكان مكانا ً‬ ‫لتبادل األفكار ووضع الخطط‪ .‬عرض روالند ريجنر هناك‬ ‫تركيبته «البيضة»‪ ،‬بيضة يتم حضنها في حوض أسماك‬ ‫لتفقيسها‪.‬‬ ‫الجميع متشوق والأحد يعلم ماذا ستكون النتيجة‪.‬‬ ‫األعمال التي نشأت لـ ‪ ،EmpArtolution‬أبرزت خالل‬ ‫عرضها الكثير من أوجه التطابق مع بعضها البعض‪.‬‬ ‫ومن شأنها أن تفرض نفسها حتى في سياقات أخرى‪.‬‬ ‫وأما العالقات الشخصية التي أقمناها فهي تتضمن فرصاً‪.‬‬ ‫لمشاريع مستقبلية‬ ‫سوزانة جروبه‬

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‫‪ - stream - Strom‬مجرى‬ ‫مجرى إلى الفن‬ ‫أصوات بشرية وصوت ارتطام كرة يسمعها الحاضر‬ ‫في تركيب للفنانة اماندا ك‪.‬م‪ .‬والتي تم تسجيلها خالل‬ ‫الضرب المشترك للكرة من جانب جميع المشاركين‬ ‫في المشروع في منتدى الفنانين‪ .‬كان الجمهور الزائر‬ ‫قد ُدعي أيضا ً للمشاركة‪ ،‬وكصدى الحق لألشخاص‬ ‫الذي باتوا في تلك اللحظة قد اختفوا ثانية فقد ش ّغلت‬ ‫تسجيل األصوات في غرفة الدخول الفارغة لمصنع ‪45‬‬ ‫وربطت بذلك موقعي المعرض بصورة إضافية‪ .‬كان‬ ‫تحقيق هذا المعرض الهدف المشترك األكثر ملموسية لـ‬ ‫‪ - stream - Strom‬مجرى‬ ‫من البديهي أننا كنا متشوقين وفضوليين للتعرف على اآلخر‬ ‫وقبل ذلك كانت الكثير من األفكار قد ُ‬ ‫طرحت في مسار‬ ‫اإلعداد للمشروع‪ .‬وكان التفكير في مصر وألمانيا والمدينتين‬ ‫القاهرة وبون من ضمن األفكار التي دخلت هذا المجرى‬ ‫وكذلك تصميم خطط الزيارات لأليام األولى عندما يكون‬ ‫الفنانون والفنانات قد وصلوا‪ .‬وبوصولهم أخذ المشروع‬ ‫فوراً طابع ديناميكية ذاتية تمخضت عن التواصل والفهم‬ ‫وعدم الفهم في إطار فعاليات مشتركة وأثناء تناول الطعام‬ ‫وهذا عن الفن الذاتي‪.‬‬ ‫وحتى لو أن هذا يحدث ولكن ليس بسالسة إطالقاً‪ ،‬فإننا‬ ‫نتنقل كمسافرين وعلى نحو متزايد في عالم معولم ومتشابك‪.‬‬ ‫ومع ذلك‪ ،‬تبقى نظرة الوافد الجديد نظرة خاصة‪ .‬وخالل‬ ‫رحالت التجول في أنحاء بون فقد تم رصد المعالم السياحية‬ ‫وكذلك األشياء التي يسهو المرء عنها في حياته اليومية‪.‬‬ ‫وماخدم تحديد خصائص موقع التواجد بصورة أفضل كان‬ ‫البحث في التاريخ من خالل دراسة األرشيف والمحادثات‬ ‫في البيئة المباشرة‪ .‬وفي لحظة اللقاء تقابل أفراد‪ ،‬فإذ بالتواصل‬ ‫يغدو جزءا من العمل الفني‪.‬‬ ‫كان المفهوم الموسع لعمل الفن المعاصر قد سمح بحوار‬ ‫مفتوح تمكن من أن يتطور‪ ،‬فتمكنت المصالح المتقاطعة‬ ‫الملتقية من دفع العملية قدما ُ والتأثيرعليها بالرغم من أنها‬ ‫كانت تجد تعبيراً عنها في وسائل مختلفة‪.‬‬ ‫رسام الكاريكاتير توينز كرتون ّ‬ ‫وثق خالل توقفه لفترات‬ ‫قصيرة أثناء الرحالت ومعه قلمه وكراسته انطباعاته عن‬ ‫بون بالشكل الذي يوثق فيه انطباعاته الشخصية في القاهرة‪.‬‬ ‫علّق على المدينتين بصورة كاريكارترية ملونة يظهر فيها‬ ‫الفنان نفسه مراراً وتكراراً‪ .‬استخدام شارات بسيطة‪ ،‬سمكة‬ ‫لبون‪ ،‬وثعبان للقاهرة يربطان قوس لغة صورية تعود إلى‬ ‫آالف السنين‪ .‬وفي يوم واحد فقط‪ ،‬رسم صوراً شخصية‬ ‫للمتطوعين الكثر المشاركين في المشروع‪.‬‬ ‫لفت نظر يوليكا مايير من ميونيخ التقييم المختلف لفيضان‬ ‫نهري النيل والراين ‪ -‬الخصوبة والتهديد‪ .‬وبذلك نشأ في‬ ‫منطقة الدخول لمنتدى الفنانين وبالقرب المباشر من دبتك‬ ‫توينز كرتون تركيب وضعت فيه الفنانة أكياس رمل للحماية‬

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‫من مياه الفياضانات‪ ،‬غير أنها مألتها بالماء‪ .‬صوت نسائي‬ ‫يعلن هامسا ً منسوب المياه‪ .‬يوليكا مايير تتالعب هنا بالتفاسير‬ ‫المموهة للماء والكائنات األسطورية المرتبطة به مثل سرينات‬ ‫وحوريات البحر‪.‬‬ ‫هاجر مسعود من القاهرة والمقيمة حاليا ً في باريس في اطار‬ ‫منحة دراسية‪ ،‬تعمل في غالب الحاالت مكانيا ً وباستخدام‬ ‫الوسائط المتعددة‪ .‬وهي أيضا تستخدم الماء ألن المزاريب‬ ‫في المباني األوروبية قد لفتت انتباهها‪ .‬صممت لمنتدى‬ ‫الفنانين المكون من طابقين أنبوب مطر كتركيب صوتي‪.‬‬ ‫وفي كوالج يُسمع بصوت خافت تستخدم تسجيالت صوتية‬ ‫من مشاهدي تلفزيون مصري خالل مباراة كرة القدم‪.‬‬ ‫الطريق إلى أرشيف المدينة ينتهي عند مبنى البلدية إلى‬ ‫حيث توجه كل من هاجر مسعود وسيرجي فوتوك ألجل‬ ‫أداء مشترك مع البيانو قبل ظهيرة يوم تعج باالنشغال‪،‬‬ ‫والذي تم تسجيله بالفيديو‪ .‬تظهر المباني والطرق في هذا‬ ‫الفضاء العام من منظور غير عادي جداً‪ .‬لوحات زجاج‬ ‫عاكسة تعزز االنطباع‪ .‬وعند تقاطع مروري تنشأ لحظة‬ ‫تبدو وكأنها منفصلة عن الزمن‪.‬‬ ‫روالند بيرجر وضع عدة نقاط بارزة بالصور وبتركيب‬ ‫ومعان متعددة الطبقات‪.‬‬ ‫من شأنه أن يعكس ويكسر رمزية‬ ‫ٍ‬ ‫سلسلة الصور المكونة من أربعة أجزاء (لينك (وصلة) التي‬ ‫تعلق على المعرض من خالل معنى الكلمة) تظهر أجنحة‬ ‫طير أبو زريق المتمركزة في الكتابة الرونية الجرمانية‪.‬‬ ‫وبذلك فهي تشير إلى ممارسات السحر والتنجيم القديمة‪.‬‬ ‫الوصل بعالم الغيب أمر مثير بسبب سحر المومياوات والمقابر‬ ‫المصرية لغاية يومنا هذا والذي اليكف عن االنطالق كتقليعة‬ ‫موضة من جديد‪.‬‬ ‫وثمة عالقة لذلك أيضا بتركيب يسمح بالتمشي فيه مؤقتا ً‬ ‫وهذا في القاعة الكبرى لمنتدى الفنانين ألن هذا كان بداية‬ ‫مستلهما ً من بيوت الطيور في المناطق الريفية المصرية‪.‬‬ ‫كما أن الضاحية الجنوبية من مدينة بون قد حفزت أيضا‬ ‫اهتمام الفنانين في الهندسة المعمارية واألنواع المختلفة من‬ ‫المساكن‪ .‬وباستخدام مواد بسيطة من الطين المحلي والقش‬ ‫ومخلفات القمامة الضخمة في بون فقد صنعت أماندا ك‪.‬م‪.‬‬ ‫من القاهرة وهناء الدغام التي تعيش حاليا ً في برلين والقاهرة‬ ‫وكذلك مارايكه دروبني التي تعيش هي أيضا في برلين بنا ًء‬ ‫معماريا ً تم فيه تثبيت نشأة العمل كعملية تواصل‪« .‬فضاء حر»‬ ‫فسح المجال واسعا ً أمام اقترانات وحكايات من خالل خلق‬ ‫توازن عبر مساحات مغلقة ومخترقة وعناصر شكلية وسردية‪.‬‬ ‫انجيليكا فيشرمان كانت الوحيدة التي جاءت إلى بون وفي‬ ‫جعبتها فكرة‪ .‬أرادت أن تخلّف بصمة جسدها الراقد فوق‬ ‫سرير من العشب‪ .‬ماضي منتدى الفنانين الذي كان في وقت‬ ‫ما قاعة سوق الجملة للزهور بات نقطة انطالق للعديد من‬ ‫أعمال التعاطي مع الموضوع فنياً‪ .‬وتباعا ً للمنوار فقد بنت‬ ‫الفنانة حوضا ً عشبيا ً كانت ترقد فيه يوميا ً لعدة ساعات لوحدها‬ ‫أو وسط صخب اإلنشاءات العامة‪ ،‬وجعلت العشب يصفر‬ ‫وبعد االفتتاح‪ ،‬بدأت البصمة الشخصية باالختفاء ببطء‪.‬‬ ‫الفنانة تقوض بذلك طابع الحدث لألداءات الفنية‪ .‬الجسم‬


Amado Alfadni

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Blumenhalle Installation, Video, Sound 2016 15


*1976, lebt und arbeitet in Kairo Amado Alfadni ist ein in Ägypten geborener Künstler mit sudanesischen Wurzeln. Seine Kindheit wurde durch zwei Lebenswelten geprägt, die Kairoer Straßen und die sudanesische Heimat. Der Drang, einen Ausdruck für diese zwei Perspektiven zu finden, bildet den Ursprung für Amados künstlerisches Schaffen und beeinflusst seine Ar­beit bis heute. Alfadnis Werk wird durch den Charakter Kairos inspiriert. Er verarbeitet Motive und Texturen, die er auf Trödelmärkten, bei Antiquitätenhändlern, alten und neuen Werbungen und in alter Architektur findet. Seine Bilder sind im Raum, aber nicht in der Zeit verankert. Sie verbinden oft altertümliche, geschichtliche und mod­erne Elemente. Das Referendum im Südsudan und die ägyptische Revolution inspirierten ihn dazu vermehrt aktuelle Ereignisse in seine Arbeit einzubeziehen. Er fühlte den Drang die Galerien zu verlassen und auf der Straße mit der Öffentlichkeit zu ar­beiten. Der Fokus dieser Arbeiten liegt darin, einen Dialog mit der Umgebung zu beginnen und einer marginalisierten Gruppe von Menschen eine Stimme und ein Forum zu geben. Als Teil seiner Auseinandersetzung mit der Geschichte von Orten beschäftigte sich Alfadni mit der des Künstlerforums. Ursprünglich ein Blumengroßmarkt wandelte sich der Ort im Laufe der Zeit. Diese Veränderungen hatten Einfluss auf die lokale Bevölkerung. Die Installation lud die Besucher auf eine Entdeckungsreise in diese Geschichte der Blumenhalle ein. Dazu gehörte das Audio-Interview mit einem Architekten und einem Historiker zum Bau und der Entwicklung des Ortes. Ihre Ausführungen umfassen die Funktion der Halle und auf welche Weise die örtliche Gemeinschaft dabei involviert war. Ein einsehbares Mikrofilmarchiev aus dem Jahr 1986 dokumentierte zudem die Abfolge der baulichen und inhaltlichen Veränderungen. Der Einfluss dieser Entwicklungen auf die Bevölkerung wurde durch ein leeres Fotoregal visualisiert, dessen Fächer mit den Namen der Menschen und Orte betitelt waren, die im direkten Kontext mit der Geschichte des Blumenhofes stehen. Der zweite Teil der Installation bestand aus einem Video-Interview mit einer der letzten Zeitzeugen des alten Viertels. Durch die Verwendung der mündlichen Geschichte, wurde die örtliche Bevölkerung und ihre Geschichte selber Teil der Installation. Mikrofilmkopien, Tisch, Schrank, Stuhl, Mp3-Spieler, Fotodrucke, Fernseher, Archivalien, Bauplan

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Hanaa el Degham Mareike Drobny Amanda KM

Free Space Mixed Media, Installation, Zeichnung 2016 19


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Free space ist das Resultat des Dialoges zwischen drei Künstlerinnen zum Thema der Architektur in Ägypten und Deutschland, den Fragen nach den Resten des täglichen Lebens in den Städten und der Untersuchung „freier Orte“ in der Stadt. In finalen Stadium der Struktur vereinen sich benutzte, entsorgte und vorgerfertigte Materialien mit rohem Lehm; alles ist in Bonn gefunden und gesammelt worden. Bei seinem Entstehungsprozess erzeugte Free Space einen Austausch zwischen den Künstlerinnen und in seiner finalen Form lud es die Betrachter zum Betreten des Ortes, zur Begegnung und zum Austausch ein. Das Augenmerk der Künsterinnen lag auf der Frage, inwiefern diese Materialien genutzt werden können, um den eigenen als auch den kreativen Diskurs der Besucher voran zu treiben. Sperrmüll, Fundstücke, Lehm, Stroh, Schrauben, Kabelbinder, Draht, Fäden

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Hanaa el Degham

*1977, leb naa El Degham nutzt Malerei, Zeichnungen und mixed media, um Arbeiten zu produzieren und wieder neu zu erschaffen, in einer Abfolge von sammeln, finden, verwerfen und neu finden. Aus ihrer Umgebung lässt sie sich inspirieren, entwickelt aus ihr Bekanntem eigne Bildmotive, um diese dann in unerwartete, überbordene Collagen zu transformieren. Diese zeigen ein Bild, von dem was dem heutigen Ägypten fehlt. Ihre Arbeit sucht nach dem fehlenden Element des alltäglichen Lebens, durch welches die Individuen, insbesondere der Frauen in monumentaler Form sichtbar werden. In Ihren Zeichnungen sammelt sie kleinste Details und verbindet sie, um einen kurzen Zustand der Bewegung zu erzeugen. Hanaa wurde in Kairo/Ägypten geboren und wuchs in Kafr Shakur auf. An der Universität von Kairo studierte s ie Bildende Kunst und Kunstgeschichte. Sie stellte international in Dänemark, Schweden, Spanien, Ägypten, Deutschland und Amerika aus.

Zeichnungen. Gesponnene Fäden überbrücken die räumliche Distanz der vergrößerten Kopien zu Free Space. Kopien von Tuschezeichnungen, Nägel, Fäden

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Mareike Drobny

*1983, lebt und arbeitet in Berlin und Bonn Im Dezember 2009 hat Mareike Drobny das Studium der Bildhauerei als Meisterschü­lerin an der Alanus Hochschule in Alfter/Bonn sowie an der Hiroshima City University abgeschlossen. Die aus Erlangen stammende Künstlerin hat Projekte sowie temporäre Aktionen in verschiedenen Ländern wie Japan, Ungarn, Afrika und Guatemala realisiert. Auch wenn Zeichnung und Zeichen Ausgangspunkt und Grundstruktur ihrer künstlerischen Arbeiten bilden, so hat die räumliche Vorstellungskraft einen entsprechend wichtigen Anteil am Ideenprozess. Dabei erweist sich Mareike Drobnys Zugang zur Kunst als lebendig, äußerst vielschichtig, spannungsreich, konzeptuell, kommunikativ, partizipatorisch, global, experimentell, interdisziplinär, interaktiv und vor allem: orts­bezogen, installativ und verräumlicht.

Wandzeichnung. Abstrahierte Darstellung der Entwicklung des Raumes Bonn. Teil von Free Space im Künstlerforum. Bleistift auf Wand

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Amanda KM

* 1982, lebt und arbeitet in Kairo Amanda KM ist eine ägyptisch-amerikanische Künstlerin, die Video, Installation und Performance nutzt, um die Verbindungen zwischen Objekt und Subjekt zu erforschen. In ihrer gesamten Kunst sammelt sie Objekte an, welche als wertlos eingestuft werden, um eine bestimmte Zeit oder ein bestimmtes Ereignis wiederzugeben. Sie studierte Photographie, Psychologie und erlangte 2013 ihren Master of fine arts. an der University of Plymouth, UK. Seit 2007 wohnt sie in Kairo und lehrt dort halbtags. Ihre aktuellen Arbeiten konzentieren sich auf die Zeugnisse und Hinterlassenschaften vertrauter Gespräche zwischen Frauen in Kairo. KM stellt international aus und erhielt 2014 ein Stipendium der Arab Fund for Arts and Culture für die Arbeit Filtered Conversations at Round Table. Sie hat eine natürliche Veranlagung zu sammeln. Mit Vorsatz hält sie ihren Aschenbecher gefüllt; sammelt Zigaretten Stummel und sammelt sich selbst, auf eine gewisse Art.

Soundinstallation in der Fabrik 45. Die Aufnahme eines gemeinschaftlichen Ballspiels von Künstlern und Besuchern. MP3 Spieler mit Stereobox

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Hagar Masoud

Untitled Sound-Installation, 6:03 min (Loop) 2016 27


* 1989, lebt und arbeitet in Kairo Masouds Arbeit erforscht die menschlichen Entscheidungen und ihre Auswirkungen anhand ihrer interdisziplinären Kunst-Installationen und Performances. Sie nutzt dafür Tonaufnahmen zur intensiven Beobachtung der sozialen, kulturellen, politischen und ökonomischen Bedingungen klar definierter Räume. Masoud ist Teil der Cairo Bats, einem Künstlerkollektiv und Mitglied der Egyptian Female Experimental Music Session. Masoud performte und zeigte ihre Arbeiten auf etlichen Festivals und in vielen Veranstaltungsorten in Europe, Nord Afrika und dem Nahen Osten.

Hagar Masoud sind die Regenrinnen an europäischen Gebäuden aufgefallen. Für das zweigeschossige Künstlerforum hat sie ein Regenrohr als Sound-Installation entworfen. In der akustischen Collage, die nur leise vernehmbar ist, verwendet sie unter anderem Aufnahmen, die sie von ägyptischen Fernsehzuschauern während eines Fußballspiels gemacht hat. Damit erschuf Sie eine Brücke zwischen Deutschland und Ägypten. Fallrohr (Regenrinne), Soundbox mit Geräuschelementen in Dauerschleife

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Julika Meyer

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Tilde Rheinwasser in Sandsäcken, Sound-Installation 2016 31


* 1982, lebt und arbeitet in München Eines der wichtigsten Elemente in Julika Meyers Arbeit ist die Demontage ihrer Heimat im Spannungsfeld zwischen Vorurteilen, Klischees und unbequemen Wahrheiten. Oft spielt hier die Frage einer geschaffenen oder erwünschten Identität eine Rolle sowie die Auseinandersetzung des Individuums mit seiner unmittelbaren und sozialen Umgebung. Diese Prinzipien gibt es bei ihr oft in Kombination mit einem universellen Raumerleben zu erfahren. Meyers Arbeiten beziehen sich in den meisten Fällen auf eine bereits vorhandene Situation. Dies kann eine spezielle Raumsituation sein, aber auch ein „Raum“ im weiteren Sinne, wie ein geschichtlich aufgeladener Ort. Seit einiger Zeit beschäftigt sie ein neues Thema, der urbane Raum. Ihr Anspruch ist dabei stets die Essenz des Ortes zu finden und diese durch ihre Arbeit in eine klare künstlerische Aussage zu verwandeln. Dabei arbeitet sie interdisziplinär. Im Laufe der letzen Jahre sind viele „gebaute Räume“ aber auch Fotoarbeiten, Videos und grafische Arbeiten entstanden. Meyer fiel die unterschiedliche Bewertung des Hochwassers von Nil und Rhein - Fruchtbarkeit und Bedrohung - auf. So entstand für den Eingangsraum des Künstlerforums in direkter Nachbarschaft zu dem Diptychon von Twins Cartoon die Installation Tilde. Ironischer Weise hatte die Künstlerin Sandsäcke zum Hochwasserschutz jedoch mit Wasser gefüllt. Wie in der realen Welt Bonns verkündete eine flüsternde Frauenstimme den Wasserpegel. Julika Meyer spielt hier mit den unterschwelligen Deutungen des Wassers und von ihm verbundenen sagenhaften Geschöpfen wie Sirenen und Nixen. Rheinwasser, Sandsäcke, Wasserschläuche, Fülltricher für Sandsäcke, Dauerschleife selbst eingesprochener Pegelstandsansage auf MP3-Spieler mit Mikrobox

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Roland Regner

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LINK digitale Fotografie, Lambdaprint 2016 35


*1978, lebt und arbeitet in Köln und Zürich Roland Regner arbeitet hauptsächlich mit dem Medium Fotografie. Sein künstlerisches Interesse liegt einerseits im medialen Verarbeiten eigener, persönlicher Erfahrungen und ist oft geprägt und durchdrungen von psychologische Fragestellun­gen. Andererseits in der Reflektion des Mediums Fotografie als ein Ort subjektiver und kollektiver Geschichtsschreibung. Dabei arbeitet er größtenteils mit großen archivarischen Bildermengen aus eigenen und gefundenen, appropriierten Fo­tografien. Die fotografische Befragung der Begriffe Identität, Medium, Archiv, Geschichtsschreibung und deren Zusammenhang stehen dabei im Mittelpunkt seines Schaffens.

Die Arbeit LINK zeigt vier großformatige Fotografien von Eichelhäherflügeln. Die Flügel sind auf jedem Bild so angeordnet, dass diese ein Schriftzeichen der alten germanischen Runenschrift zeigen. Übersetzt bilden sie zusammen das Wort LINK. Einerseits versuchte er durch die Eichelhäherflügel und deren Verwendung in Mystik und Okkultismus eine Pseudoaufladung des Bildes zu erreichen, andererseits das Wort LINK zu reflektieren. Lamba-prints, gerahmt, je 100 x 70 cm Saving the Skies Lamba print, gerahmt, 60 x40 The Egg ist eine Installation bestehend aus einem kubischen Aquarium, in dessen Mitte ein Ei in einem Eierbecher platziert ist. Das Aquarium ist ausgestattet mit einer Lichtquelle und einer Pumpe. Diese Arbeit soll den Schöpfungsmythos „Ei“ subversiv reflektieren und torpedieren. Installation, Aquarium, Licht, Pumpe, Sand, Eierbecher, Ei, 165 x 30 x 30 cm (mit Podest)

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Haitham el Seth Twins Cartoon

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Cairo - Bonn Zeichnung, Computergrafik 2016 39


* 1986, lebt und arbeitet in Kairo Twins Cartoon ist das Pseudonym des ägyptischen Künstlers Haitham el Seth und seines Zwillingsbruders Mohamed. Haitham ist der hauptsächlich zeichnende Teil des Duos, sowohl ein Comiczeichner, Kunstlehrer, als auch Konzept- und Kreativkünstler. Haitham graduierte an der Abteilung für Comic-Kunst der Fakultät für Bildende Kunst in Kairo. Seitdem arbeitete er für viele Medien, Werbe- und Zeichentrick-Firmen, für ausländische Comic-Magazine als auch NGO‘S. Bislang stellte er in Serbien, Italien und Tschechien aus. Auf der ersten Comic-Woche in Ägypten, der BECA (between cadres) war er Repräsentant seines Landes.

Der Comic-Zeichner Twins Cartoon steuerte drei Arbeiten zur Ausstellung bei. Im Triptychon Bonn-Cairo kommentiert er beide Städte in farbigen Comic-Bildern. Der Einsatz einfacher Zeichen, ein Fisch zu Bonn, eine Schlange zu Kairo, spannt den Bogen zu jahrtausendalter Bildsprache. Zeichnung/Computergraphik, Digitale Drucke, gerahmt Warum all der Lärm? betitelt er die, in einer Comic-Broschüre zusammenfassten, persönlichen Eindrücke aus Bonn. Unterwegs mit Zeichenstift und Skizzenbuch hielt er diese in kürzester Zeit fest, so wie er dies auch zuhause in Kairo tut. In den Zeichnungen ist er selbst mehrfach zu finden. Comic-Broschüre, 16 Seiten, 21x15 cm Mit den Portraits in der Fabrik45 gezeigten Reihe Wer uns geholfen hat..., gab El Seth den Menschen ein Gesicht, ohne die ein Projekt nicht auskommt. die jedoch meist nie in Erscheinung treten, den Helfern (S. 62/63). Vergrößerte Kopien von Fineliner-Zeichnungen, 30 x 45 cm

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Sergej Vutuc

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Turnover Fotografie, Fotokopie 2016 43


*1979, lebt und arbeitet in Berlin Der gebürtige Bosnier, dessen Lebensstil stark von Skateboarding, Punkrock und der DIY (Do-It-Yourself)-Kultur der späten 1980er Jahre geprägt ist, schickt uns mit seinem kreativen Schaffen Ansichtskarten von seinem Blickwinkel der Welt und zeigt uns seine Vision davon, was es heißen kann lebendig zu sein, ohne Allüren und ohne Rücksicht auf traditionelle, ästhetische Formen. Vutucs Kunst hat nicht unbedingt landläufig einen „Sinn“. Sie führt uns vielmehr in Fotografien und Installationen immer wieder radikal vor Augen, dass „Unsinn“, also das Nichtvorhandensein einer direkten inneren Beziehung zwischen dem Betrachter und dem Objekt seiner Betrachtung, der eigentliche Mutterboden jedes künstlerischen Ausdrucks ist oder sein sollte.

Sergej Vutuc verwebte unterschiedliche Zeiten und Räume in seiner Arbeit Turnover. Analoge Fotografien und kopierte Fotos, händisch bearbeitet, geschunden, verändert. Klarheit ist nicht das, was er sucht. Das rauhe, brutale, das ungeschminkte Bild der Geschichtschreibung, abseits des Offiziellen findet sich in seinen Arbeiten. Ein Gegenstück zur Hochglanzdokumentation der Jetztzeit und doch in seiner Grundlinie deutlich in der Aussage. Die Realität ist kein Paradies und die Historie keine magische Geschichte. Handabzüge von SW-Kleinbildfilm, chemisch alterniert, gerahmt, 20 x 30 cm, Kohle auf Wand / Kopien, 30 x45 cm / digitaler Ausdruck.

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Angelika Wischermann

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recht schรถn gelegen Installation mit Gras und Erde 2016 47


*1983, lebt und arbeitet in Wien und Wuppertal Kunst ist für Wischermann etwas kindlich-verspieltes, das dem Betrachter Freude bereiten und die Dinge hinterfragen lassen sollte. Sie bietet die Möglichkeit die Welt wieder so zu sehen, wie man es als Kind getan hat, als es noch nicht so viele, durch Wissen und Erinnerungen generierte, Erklärungen gab. Kann Kunst die Möglichkeit bieten, eine so seltsame und ungewöhnliche Situation zu schaffen, dass der nunmehr erwachsene Betrachter verwundert ist? Wenn keine direkt abrufbare Erinnerung für das Geschehen in seinem Kopf vorhanden ist, wird er dann dadurch gezwungen – wie in Kindheitstagen – seine eigenen Erklärungen und Geschichten aus dem Vorgegebe­nen zu kreieren? Wischermanns Wunsch ist es, gegen das Verstehen und gegen die Sinnhaftigkeit vorzugehen. Der Betrachter soll auf sich selbst zurückgeworfen werden, soll seine eigenen Gedankenspiele und Erklärungsansätze zu dem Gesehenen entwick­eln. Es ist das Absurde und Paradoxe, das sie so sehr liebt und zeigen möchte. Während des Aubautrubels der letzten Tage vor der Vernissage lag Angelika ausgestreckt auf dem Rücken in ihrem Grasbeet. Manchmal wurde ihre Anwesenheit völlig vergessen, manchmal war dieser Ruhepol auch Anlaufpunkt für kurze Pausen und Gespräche. Gut gelegen, ein Ruhepol im Trubel, ein langsam vergehender Abdruck der Teilnahme. Präsente Vergänglichkeit. Rollrasen, Mutterboden, Holzrahmen, UV-Lampe, menschlicher Körper

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Hagar Masoud Sergej Vutuc

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Untitled (Stadtarchiv) Video, 13:39 min (Loop) 2016


Hagar Massoud und Sergej Vutuc fanden ihren musikalischen Schmelzpunkt an einem kühlen Abend in der Fabrik45. Geboren aus dem Moment trugen sie diesen in die Freiheit des öffentlichen Raums und brachen zu einer gemeinsamen Performance mit Klavier auf. Am Stadthaus, dem Verwaltungsmittelpunkt Bonns, spielten sie an eines regulären Morgens oberhalb der Stadtbahnhaltestelle an einem ganz normalen Werktag. Die expressive Performance fand sich in einer Videoaufzeichnung im Rahmen der Ausstellung wieder. Bauten und Wege in diesem öffentlichen Raum erscheinen aus einer sehr ungewohnten Perspektive. An dem Verkehrsknotenpunkt entsteht ein Moment, der der Zeit entrückt ist. Statisch aufgenommenes Video, 13,39 min, Dauerschleife, Stereo-Sound, mit schwarzem Molton verkleideter Raum

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Freiheit der Kunst? Ein paar Gedanken zu einem komplexen Thema Freiheit, die ich meine, die mein Herz erfüllt, komm mit deinem Scheine, süßes Engelsbild! Magst du nie dich zeigen der bedrängten Welt? Führest deinen Reigen nur am Sternenzelt? Lied von Max von Schenkendorf (1783-1817)

Die Freiheit wurde besungen, für die Freiheit gingen Menschen auf die Barrikaden, für die Freiheit gaben Menschen ihr Leben, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die Ideale der französischen Revolution, zählen wir zu den Grundrechten, Freiheit gilt uns als höchstes Gut. Was aber verstehen wir unter Freiheit? Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass der Begriff Freiheit zahlreiche, komplexe Aspekte beinhaltet und keine eindeutige Definition zulässt. Im Laufe der Jahrhunderte ist der Freiheitsbegriff je nach Kontext – im politischen Kontext, innerhalb der Rechtstradition oder aus philosophischer Sicht – unterschiedlich gedeutet worden. Freiheit, Merkmal des Selbstbewußtseins und der Menschenwürde; besteht in Unabhängigkeit von Knechtschaft und Zwang; beruht auf innerer Freiheit und dem Recht, das Leben innerhalb der sittlichen und gemeinschaftsbedingten Ordnung zu gestalten, heißt es im Lingen Universal Lexikon von 1979. Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) definiert Freiheit als Phase ohne Zwang. Immanuel Kant (1724-1804) sieht den Menschen als frei an, der sich pflichtgemäß, also moralisch verhält. Für Martin Luther (1483-1546) sind alle Menschen frei, aber diese Freiheit ist durch die Liebe bzw. die Verantwortung für den Mitmenschen gebunden. Würde man fortfahren, einen Streifzug durch die Geschichte des Wandels und der Auslegung des Freiheitsbegriffs zu unternehmen, würde dabei klar, dass mit ihm weitere Begriffe einhergehen, nämlich die des Rechts und der Verantwortung. Freiheit kann danach nicht unbegrenzt ausgeübt werden, denn die Rechte des anderen müssen beachtet werden. Mit anderen Worten, der Freiheit sind Grenzen gesetzt. Wenn bestimmte Formen überschritten werden, wird es grenzwertig mit der

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Freiheit. Das gilt in allen Bereichen, im Persönlichen, im Zusammenleben mit anderen und innerhalb der Gesellschaft, wie in der Kunst. Die Frage nach der Gewichtung stellt sich wiederholt. Was zum Beispiel steht höher: die freie Meinungsäußerung oder die Gefühle des anderen? Und wo wiederum sind die Grenzen für den gesetzt, der sich in seinen Gefühlen, in seiner Würde verletzt fühlt und sein Recht einfordert? In jüngster Zeit gab es drastische Reaktionen auf das, was als Grenzüberschreitung freiheitlicher Kunstausübung empfunden wurde. Im aktuellen Fall von Jan Böhmermann fühlte sich der türkische Präsident Recip Tayyip Erdogan vom Gedicht des Satirikers in seinen Gefühlen verletzt und klagte ihn unter Berufung auf den Paragraphen 103 wegen „Majestätsbeleidigung“ an, auch wenn dieses Vorgehen den Beigeschmack eines Kalküls von einem Staatsmann hat, der ansonsten gerade wegen der Beschränkung der Meinungsund Pressefreiheit in seinem eigenen Land in der Kritik der Weltöffentlichkeit steht. Im Fall des saudischen Dichters Ashraf Fayadh, der 2013 den saudischen Pavillon auf der Biennale in Venedig kuratierte, wurden von ihm verfasste Gedichte als Blasphemie und Beleidigung des saudischen Königreichs ausgelegt und brachte ihm die Todesstrafe ein. Durch Intervention internationaler Menschenrechtler wurde dieses Urteil vorläufig in eine Haftstrafe von 8 Jahren und 800 Peitschenhiebe umgewandelt. Die Karikaturen vom Propheten Mohamed dänischer Karikaturisten brachten hunderte von Muslimen auf den Plan, die sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlten. Die Empörung reichte bis hin zu gewalttätigen Aktionen. Die Ausübung der Satirefreiheit Charlie Hebdos kostete den Zeichnern das Leben. Die Kunst war aber stets ein Mittel, um auf Missstände aufmerksam zu machen, politisches oder soziales Unrecht anzuprangern, zu provozieren. Dabei hat sie immer wieder Grenzen überschritten, stieß auf Unverständnis, auf heftigen Protest oder wurde von Zeitgenossen erst gar nicht verstanden. Kritische Kunst war insbesondere für Machthaber totalitärer Staatssysteme unbequem. Sie fühlten sich von ihr bedroht und reagierten mit Restriktionen unterschiedlicher Art. Bis heute geschah es im Laufe der Geschichte wiederholt, dass Bilder, Bücher, Filme verboten, zensiert, beschlagnahmt,


verbrannt oder als entartet bezeichnet wurden, Künstler eingesperrt oder drangsaliert wurden oder sogar ins Exil gehen mussten, weil ihr Leben in Gefahr war.

Kultur aus arabischen Ländern muss ich immer wieder erleben, dass hartnäckig an Vorurteilen und Klischees festgehalten wird, wenn es um das Thema Freiheit geht.

Meinungsfreiheit, Handlungsfreiheit, Pressefreiheit, Glaubens- und Gewissensfreiheit, Reisefreiheit, die Freiheit der Kunst, sich selbst verwirklichen, das eigene Leben bestimmen zu können, und anderes sind für uns in der westlichen Welt Errungenschaften, die wir uns quasi erkämpft haben. Nach dem Horror des Dritten Reichs und dem Desaster des 2. Weltkriegs war nichts wichtiger als die Freiheit des Menschen zu garantieren. Als Symbol für die Unverbrüchlichkeit der Freiheit erhielt Berlin 1950 für den Turm des Schöneberger Rathauses eine Glocke, die Freiheitsglocke. Daran geknüpft war der Satz: Ich glaube an die Unantastbarkeit und an die Würde des einzelnen Menschen. Ich glaube, dass allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde. Dies ist ein Leitsatz unserer Demokratie, den wir mehr oder weniger verinnerlicht haben. Dennoch kann Ausübung von Freiheit zu weit gehen. Nur ist es oftmals schwierig auszuloten, wie weit Freiheit gehen darf.

Man sollte nicht vergessen, dass sich unser Verständnis von Freiheit wie wir sie heute begreifen erst nach Ende des 2. Weltkriegs, in einer relativ kurzen Zeit, gewandelt hat. Die Grenzen von dem, was gezeigt, geschrieben oder gesagt werden kann, haben sich verschoben, viele Tabus sind gebrochen worden. Was in den 1950er Jahren noch unmöglich war, ist heute selbstverständlich. Am Beispiel vom Film kann dies verdeutlicht werden. Was inzwischen an Gewalt- oder erotischen Szenen im Film gezeigt werden kann, wäre in den 1950er Jahren undenkbar gewesen (Ingmar Bergmanns Film Das Schweigen war 1963 ein Skandal und löste eine heftige Kontroverse aus wegen der aus damaliger Sicht freizügigen Sexszenen, Szenen, die wir heute als völlig harmlos ansehen. In Frankreich war der Film sogar lange Zeit verboten.)

Der Freiheitsbegriff wie die westliche Welt ihn nach einem langen Prozess der Entwicklung heute definiert, ist nicht unbedingt der gleiche in anderen Kulturen wie man am Beispiel des Karikaturenstreits sehen konnte. Auch wenn Gewalt als Reaktion wie im Fall Charlie Hebdo nicht tolerierbar ist, so sollte dennoch in Betracht gezogen werden, dass andere Völker sich an anderer Stelle in ihren Gefühlen und in ihrer Würde verletzt fühlen können. Was religiöse Gefühle angeht, so ist es in einer weitgehend säkularisierten Gesellschaft eher schwer nachvollziehbar, dass die Religion in anderen Gesellschaften einen bedeutenden Stellenwert im alltäglichen Leben hat und dass es damit verbunden Dinge gibt, die ihnen heilig sind. Wir neigen vielfach dazu, unser Freiheitsverständnis als Maßstab zu setzen, wenn es darum geht, zu beurteilen wie frei zum Beispiel arabische Länder oder Iran sind. In Zeitungsberichten geht es gerne darum, die nach unserem Verständnis bestehenden Unfreiheiten herauszustreichen, wobei vielfach die Differenzierung fehlt, d.h. Umstände wie geographische oder klimatische Verhältnisse, gesellschaftliche Sitten und Gebräuche, geschichtliche und kulturelle Zusammenhänge nicht in Betracht gezogen werden. Aus eigener Erfahrung im Umgang mit Kunst und

Vielfach muss respektiert werden, dass Gesellschaften aus anderen Kulturen ihren Freiheitsbegriff anders definieren und ihre Grenzen anders setzen und vielleicht versucht werden, die Gründe dafür zu sehen. Vielleicht ist es ab und an auch gut, den eigenen Freiheitsbegriff zu hinterfragen und zu überlegen, ob die Freiheit, wie wir sie erleben, nicht auch manchmal zu weit geht. Strom - stream - Marga ist ein Projekt von EMPARTOLUTION im Künstlerforum Bonn und der Fabrik 45, bei dem fünf ägyptische und fünf deutsche Künstler aufeinandertreffen mit der Intention, etwas voneinander zu erfahren, gemeinsam etwas zu entwickeln, in ihrer künstlerischen Zusammenarbeit Grenzen auszuloten. Eine solche Begegnung kann im besten Fall auf beiden Seiten zu einem Perspektivwechsel führen und zu einem neuen Verständnis der anderen Kultur. Es ist noch nicht lange her, im Jahr 2011, dass Tausende Menschen, darunter viele Künstler, in Kairo auf dem Tahrir Platz für mehr Freiheit demonstrierten. Im Kontext dieser Debatte zum Thema Freiheit, ist es auch interessant zu hinterfragen, was es heißt für mehr Freiheit auf die Straße zu gehen, für etwas, was für uns selbstverständlich geworden ist. Karin Adrian von Roques

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‫األخرى وهذا كما رأيناه على سبيل المثال في سياق أزمة‬ ‫الرسوم الكاريكاترية‪ .‬وحتى إن كان العنف ليس مقبوالً‬ ‫كرد فعل على شارلي إبدو‪ ،‬فينبغي األخذ بعين االعتبار‬ ‫بأن شعوبا ً أخرى يمكن أن ترى بأن مشاعرها قد جُرحت‬ ‫أو أن كرامتها قد أُهينت‪ .‬وأما بالنسبة للمشاعر الدينية‪ ،‬فمن‬ ‫الصعب نوعا ً ما في مجتمع يطغي عليه الطابع العلماني‬ ‫إلى حد كبير أن يتفهم بأن للدين في مجتمعات أخرى مكانة‬ ‫هامة في الحياة اليومية وبأن هناك أشياء مرتبطة به تعتبرها‬ ‫هذه الشعوب من المقدسات والتابوهات‪ .‬ونحن نميل غالبا ً‬ ‫إلى رفع فهمنا للحرية كمعيار عندما يتعلق األمر بتقييم‬ ‫مدى الحرية السائدة في الدول العربية وإيران‪ .‬وكم هي‬ ‫كثيرة التقارير الصحافية التي تشغف في التنويه إلى الحريات‬ ‫المفقودة حسب مفهومنا مع أنها غالبا ً ماتفتقد ألي نوع من‬ ‫التمييز‪ ،‬أي عدم أخذ عوامل وظروف مثل الظروف الجغرافية‬ ‫أو المناخية والعادات والتقاليد االجتماعية والتاريخية‬ ‫والسياقات الثقافية بعين االعتبار‪ .‬ومن تجربتي الخاصة‬ ‫في التعامل مع الفن والثقافة من الدول العربية فثمة شيء‬ ‫اختبره بصورة متكررة وعلى الدوام أال وهو التمسك العنيد‬ ‫باألحكام المسبقة والصور النمطية عندما يتعلق األمر‬ ‫بموضوع الحرية‪.‬‬

‫المزيد من الحرية‪ .‬وفي سياق هذا الجدل الدائر حول الحرية‬ ‫فإنه أمر يستحق الخوض فيه وسبر أغوار معنى التظاهر‬ ‫في الشوارع من أجل الحرية‪...‬من أجل شيء بات أمراً‬ ‫بديهيا ً بالنسبة لنا‪.‬‬ ‫حقوق النشر محفوظة ‪ :2016‬كارين ادريان فون روك‬

‫ينبغي أن ال ننسى أن فهمنا للحرية كما هو عليه حاليا ً قد‬ ‫شهد تحوالً بعد نهاية الحرب العالمية الثانية خالل مدة‬ ‫زمنية وجيزة نسبياً‪.‬‬ ‫وقد تحولت حدود مايمكن أن يُعرض أو يُكتب أو يُقال‪،‬‬ ‫وتم خرق العديد من المحرمات‪ .‬وما كان مستحيالً في‬ ‫الخمسينات فقد بات بديهيا ً في يومنا هذا‪ .‬ويمكن استعراض‬ ‫ذلك بوضوح في األفالم فمايمكن عرضه في األفالم‬ ‫من مشاهد عنف وجنس مثير كأمر بديهي اليوم كان في‬ ‫الخمسينات أمراً مستحيالً (فلم انجمار بيرجمانس الصمت‬ ‫من عام ‪ 1963‬كان فضيحة وأثار جدالً ساخنا ً لسبب المشاهدة‬ ‫الجنسية الفاضحة من وجهة النظر السائدة آنذاك والتي نعتبرها‬ ‫اليوم عادية كلياً‪ .‬وفي فرنسا بقي الفلم محظوراً لفترة‬ ‫طويلة جداً)‪.‬‬ ‫في كثير من الحاالت يجب أن نحترم مجتمعات من ثقافات‬ ‫أخرى تفسر مفهوم الحرية بشكل مختلف وترسم حدوده‬ ‫بشكل مختلف‪ ،‬وربما يتعين محاولة معرفة األسباب الكامنة‬ ‫وراء ذلك‪ .‬وربما هو أمر حسن لو راجع المرء من حين‬ ‫إلى آخر مفهومه للحرية والنظر في ما إذا كانت الحرية‬ ‫التي نعيشها تتمادى أحياناً‪.‬‬ ‫‪ - stream - Strom‬مجرى‬ ‫هو مشروع نفذته ‪ EmpArtolution‬في منتدى‬ ‫الفنانين ومصنع ‪)45Fabrik ,Künstlerforum( ،5‬‬ ‫والتقى فيه خمسة فنانين مصريين وخمسة فنانين ألمان بنية‬ ‫تعلم شيء من بعضهم البعض‪ ،‬والعمل معا ً لتطوير شيء‪،‬‬ ‫واستكشاف حدود في تعاونهما الفني‪ .‬ومثل هذه اللقاءات‬ ‫من شأنها أن تؤدي‪ ،‬إن توافرت الظروف المثلى‪ ،‬إلى تغيير‬ ‫المنظور وإلى فهم جديد لثقافة اآلخر‪ .‬وقبل زمن ليس‬ ‫بالطويل فقد تظاهر في عام ‪ 2011‬اآلالف من الناس‪،‬‬ ‫بما في ذلك العديد من الفنانين في ساحة التحرير من أجل‬

‫‪54‬‬


‫حرية الفن؟‬ ‫بعض الخواطر حول موضوع معقد‬ ‫الحرية التي أعنيها‪،‬‬ ‫الحرية التي تمأل قلبي‪،‬‬ ‫تعالي بنورك الساطع‬ ‫بحلة المالك الجميلة!‬ ‫أال تريدين أن ُتظهري نفسك‬ ‫لهذا العالم المقهور؟‬ ‫أيعقل أن تنشدي أناشيد البهجة‬ ‫في األعالي فحسب؟‬ ‫أغنية من تأليف ماكس فون شينكندورف‬ ‫‪1817 - 1783‬‬ ‫ما أكثر األغاني واألناشيد التي ألفت عن الحرية التي طالما‬ ‫تظاهر من أجلها البشر وضحوا بحياتهم من أجلها‪ .‬الحرية‬ ‫والمساواة واألخوة‪ .‬شعار الثورة الفرنسية والمثل العليا‬ ‫التي نادت بها والتي نعتبرها من الحقوق األساسية‪ .‬ونحن‬ ‫نرى في الحرية أرفع الحقوق واسماها‪.‬‬ ‫ولكن ماهو مفهومنا عن الحرية؟ نظرة واحدة نلقيها على‬ ‫التاريخ ترينا بأن مصطلح الحرية يتضمن العديد من‬ ‫الجوانب المعقدة واليسمح بتفسير واضح له‪ .‬وعلى مرور‬ ‫القرون فقد تم تفسير مصطلح الحرية بصورة مختلفة تباعا ً‬ ‫للسياق المعني‪ ،‬وهذا سياسيا ً وفي اطار التقليد القانوني أو‬ ‫من وجهة النظر الفلسفية‪ .‬الحرية هي سمة الثقة بالنفس‬ ‫وكرامة اإلنسان وهي موجودة إن كان المرء حراً من‬ ‫العبودية واإلكراه‪ ،‬وهي تقوم على الحرية الداخلية وحق‬ ‫خلق الحياة ضمن إطار النظام األخالقي والمجتمعي وهذا‬ ‫حسب تفسير القاموس الشامل لينجن من عام ‪.1979‬‬ ‫وأما الفيلسوف األلماني جيورج فيلهيلم فريدريخ هيجل‬ ‫(‪ )1831-1770‬فهو يفسر الحرية بأنها مرحلة دون إكراه‪.‬‬ ‫وأما الفيلسوف األخالقي ايمانويل كانط (‪)1804-1724‬‬ ‫فهو يرى اإلنسان حراً إن كان سلوكه ملتزما ً بأداء الواجبات‪،‬‬ ‫أي إن كان سلوكه أخالقياً‪ .‬وأما بالنسبة للمصلح الديني‬ ‫مارتين لوثر (‪ )1546-1483‬فإن كل البشر أحرا ٌر ولكن‬ ‫هذه الحرية مرتبطة بالمحبة أو باألحرى بالمسؤولية عن‬ ‫القريب أي إخوانه في اإلنسانية‪.‬‬ ‫وإن استمرينا في رحلة التجوال عبر تاريخ التحول والتفسير‬ ‫لمصطلح الحرية فسيتضح لنا بأن المزيد من المصطلحات‬ ‫مرتبطة به وتحديداً بمصطلح الحقوق والمسؤولية‪ .‬وبالتالي‬ ‫فإن ممارسة الحرية بال حدود أمر غير ممكن إذ البد من‬ ‫مراعاة حقوق اآلخرين‪ ،‬وبعبارة أخرى إن للحرية حدود‪.‬‬ ‫وإن تم تجاوز أشكاالً معينة فيكون األمر قد وصل الخطوط‬ ‫الحدية الحمراء وهذا ينطبق على جميع المجاالت‪ ،‬أي في‬ ‫الحياة الشخصية مع اآلخرين‪ ،‬وداخل المجتمع والفن‪.‬‬ ‫ومسألة الترجيح تطرح نفسها مراراً وتكراراً‪ ،‬فماهو األهم‬ ‫على سبيل المثال‪ :‬حرية التعبير عن الرأي أم مشاعر‬ ‫اآلخرين؟ وأين هي الحدود لذلك الذي يرى مشاعره قد‬ ‫جُرحت وكرامته قد أُهينت ويطالب بحقوقه؟ في اآلونة‬ ‫األخيرة‪ ،‬كانت هناك ردود فعل حادة للغاية على ماتم اعتباره‬

‫‪55‬‬

‫تجاوزاً من جانب ممارسة الفنون القائمة على الحرية‪.‬‬ ‫في الحالة الراهنة المتعلقة بالكوميدي الساخر األلماني‬ ‫بومرمان ‪ Böhmermann‬فقد اعتبر الرئيس التركي‬ ‫رجب طيب أردوغان قصيدة الهجاء التي ألفها بومرمان‬ ‫جارحة لمشاعره ورفع قضية استناداً إلى المادة ‪103‬‬ ‫«إهانة الذات الملكية»‪ ،‬حتى لو أن هذا التصرف ينم عن‬ ‫حسابات رجل دولة يجد نفسه محط انتقادات من المجتمع‬ ‫الدولي بسبب القيود المفروضة على حرية التعبير والصحافة‬ ‫في بلده‪.‬‬ ‫في حالة الشاعر السعودي أشرف فياض منسق الجناح‬ ‫السعودي في عام ‪ 2013‬في بينالي البندقية‪ ،‬فقد اعتبرت‬ ‫قصيدة له تشكيكا ً في الذات اإللهية وهجاء للمملكة السعودية‬ ‫وجلبت له حكم اإلعدام‪ .‬ومن خالل تدخل دولي من جانب‬ ‫مؤسسات للدفاع عن حقوق اإلنسان فقد تم تحويل العقوبة‬ ‫مؤقتا ً إلى عقوبة سجن لمدة ‪ 8‬سنوات و‪ 800‬جلدة‪.‬‬ ‫أثارت الرسوم المسيئة للنبي محمد لرسامي الكاريكاتير‬ ‫الدنماركيين حفيظة مئات المسلمين‪ ،‬الذين اعتبروها إساءة‬ ‫مؤذية لمشاعرهم الدينية‪ .‬وأخذ الغضب حتى أشكاالً عنيفة‪.‬‬ ‫وكلفت ممارسة حرية نشر الرسوم الساخرة في جريدة تشارلي‬ ‫ايبدو الرسامين حياتهم‪.‬‬ ‫ولطالما كان الفن وسيلة للفت األنظار إلى سوء األحوال‬ ‫تنديداً بالظلم والقهر السياسي أو االجتماعي‪ ،‬أو لالستفزاز‪.‬‬ ‫وفي ذلك تجاوز الفن الحدود مراراً وتكراراً وواجه االستياء‬ ‫واالحتجاج العنيف أو حتى حفيظة المعاصرين‪ .‬ولطالما‬ ‫كان الفن المنتقد وبوجه خاص بالنسبة لحكام أنظمة الدول‬ ‫الشمولية أمراً مزعجاً‪ ،‬فهم يشعرون أنفسهم مهددين بالفن‬ ‫فجاء رد فعلهم بفرض قيود أخذت شتى األشكال وعلى مدى‬ ‫التاريخ وحتى يومنا هذا وبنحو متكرر ومن بينها حظر‬ ‫الصور والكتب واألفالم أو فرض الرقابة عليها أو مصادرتها‬ ‫أو حرقها أو اإلعالن بأنها منحطة‪ ،‬وتم زج الفنانين في‬ ‫السجون ومضايقتهم واضطر األمر بهم حتى اللجوء إلى‬ ‫المنفى ألن حياتهم كانت مهددة بالخطر‪.‬‬ ‫حرية التعبير وحرية التصرف‪ ،‬وحرية الصحافة‪ ،‬وحرية‬ ‫الضمير والمعتقد‪ ،‬وحرية التنقل‪ ،‬وحرية الفن‪ ،‬وتحقيق الذات‬ ‫وحرية تقرير المصير الذاتي وغير ذلك‪ ،‬هي أمور نعتبرها‬ ‫في الغرب إنجازات كافحنا من أجل تحقيقها‪ .‬وبعد رعب‬ ‫الرايخ الثالث (النظام النازي) وكارثة الحرب العالمية الثانية‬ ‫فلم يعد هناك شيء أكثر أهمية من ضمان حرية اإلنسان‪.‬‬ ‫وكرمز لحرمة الحرية فقد مُنحت برلين في عام ‪1950‬‬ ‫ناقوسا ً لبرج مبنى البلدية (السراي) في شونبيرج وهو الناقوس‬ ‫المعروف بناقوس الحرية‪ .‬ويحمل الناقوس الجملة‪ :‬أؤمن‬ ‫بقدسية وكرامة الفرد‪ .‬وأعتقد أن هللا قد منح كل شعب نفس‬ ‫الحق في الحرية‪ .‬هذا هو المبدأ التوجيهي لنظامنا الديمقراطي‬ ‫الذي تشربناه وبات جزءًا اليتجزأ منا‪ .‬ومع ذلك فإن ممارسة‬ ‫الحرية يمكن أن تتجاوز حدوداً ولكن كما هو الحال في كثير‬ ‫من األحيان فمن الصعب تحديد حدود الحرية‪.‬‬ ‫مصطلح الحرية الذي يفسره الغرب بعد عملية طويلة من‬ ‫النمو والتطور ليس بالضرورة نفس المفهوم في الثقافات‬


Symposium „Freiheit der Kunst“, Künstlerforum -------Sonntag 17.4. 2016

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‫منتدى حرية الفن‬


Freiheit ist ein Thema, das immer wieder auftaucht und welches im Rahmen des Projektes EmpArtolution Strom-stream-Magra eine wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Rolle spielte. Am Sonntag nach der Vernissage zur Ausstellung trafen sich im Künstlerforum Bonn Frau Roques, Herr Ronte, Frau Hasnaoui und Herr Hempel mit einem an diesem Thema interessiertem Publikum und den Künstlern des Projektes. Im Rahmen dieser Podiumsdiskussion/ Gesprächsrunde konnten viele gute Punkte, Argumente, Erklärungen zum Thema KunstFreiheit vernommen werden. Gleichzeitig wurde ebenfalls wieder klar; dieses Thema ist unerschöpflich und undefinierbar. Wo hört meine eigene Freiheit auf, wo die des anderen? Ist Geld/ Budget für die Entfaltung meiner Kunst/Kultur wichtig oder gar auch manchmal ein Hemmnis? Sind Regeln Freiheitsberaubung oder notwendig für die grundlegende Freiheit in der Gesellschaft? Freiheit ist ein fließender Begriff, dessen zu starke Einforderung oftmals auf Kosten der Freiheit anderer geschieht. Über die Freiheit, ihre Möglichkeiten und Grenzen zu sprechen (zu dürfen), ist trotz aller oftmals Definitions-Unmöglichkeiten, die einzige Möglichkeit nicht einige der wichtigsten Punkte seiner persönlichen Freiheit zu verlieren; zwischenmenschlichen Austausch, kritisches Nachdenken, Toleranz und Träume.

ً‫الحرية التي هي موضوع اليكف عن طرح نفسه مرارا‬ EmpArtolution ‫ لعب دوراً هاما ً في مشروع‬،ً‫وتكرارا‬ .‫ مجر ولربما قد لعب حتى أهم دور‬- stream - Strom ‫في يوم األحد التقى بعد افتتاح المعرض في منتدى الفن ببون‬ ‫السيدة روك والسيد رونته والسيدة رسناوي والسيد هيمبل‬ ‫بجمهور مهتم بهذا الموضوع ومع الفنانين المشاركين في‬ .‫المشروع‬ ‫وفي إطار النقاش بالمنتدى وحلقات النقاش المختلفة فقد تم‬ ‫رصد العديد من أوجه النظر والحجج واإليضاحات القيمة حول‬ ‫ وفي الوقت ذاته اتضح أيضا ً من جديد‬.‫موضوع حرية الفن‬ ‫بأن تداول الموضوع ال «ينضب» وأن هذا المصطلح صعب‬ ‫ أين تنتهي حريتي الشخصية وأين تنتهي حرية اآلخر؟‬.‫تفسيره‬ ‫ثقافتي‬/‫ الميزانيات المرصودة أمور هامة لفني‬/‫هل أن توفر المال‬ ‫أم أنها تشكل حتى في بعض األحيان عائقا ً في طريقي؟ وهل أن‬ ‫القواعد والضوابط سلب للحرية أم أنها ضرورية لضمان الحرية‬ ‫األساسية في المجتمع؟‬ ‫ليس للمصطلح «الحرية» حدود ثابتة المعالم والتشديد في‬ ‫المطالبة بالحرية يحصل في الكثير من األحيان على حساب‬ .‫الغير‬ ‫والتحدث عن الحرية وإمكانياتها وحدودها (أو الحرية بأن‬ ‫تتحدث عنها) هو في غالب األحيان الفرصة الوحيدة لعدم فقدان‬ ‫وهذا بالرغم من استحالة تفسير‬- ‫أهم مكونات الحرية الشخصية‬ ‫ أال وهي تبادل اآلراء مابين البشر‬-‫المصطلح في غالب األحيان‬ .‫والتفكير النقدي والتسامح والتطلعات واألحالم‬

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Rahmenprogramm

Filmabend „the thread and the wall“ von Mohamed Khaled/2015, Fabrik45. Junge ägyptische Frauen in einer Dokumentation über sexuelle Übergriffe, Genitalbeschneidung und Kunst. Amado Alfadni begeleitete den Film inhaltlich und beantwortete Fragen.

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‫ «الخيط والحيط» لمحمد خالد‬45Fabrik ‫أمسية سينمائية في‬ ‫ نساء شابات مصريات في فلم وثائقي عن االعتداءات‬.2015 / ‫ رافق امادو الفادني الفلم من حيث‬.‫الجنسية وختان النساء والفن‬ .‫المضمون ورد على األسئلة‬


‫برنامج إطاري‬

Open Jam Session, Fabrik45. Musiker aus mehr als 10 Nationen und unterschiedlichster Stile fanden sich für einen Abend zusammen, um ohne Vorgaben zusammen einen umfassenden Klangteppich zu weben. Amado Alfadni begleitete dies mit einem Monoprintworkshop.

‫ موسيقيون من مايزيد عن‬.45 Fabrik ،‫جلسة موسيقية مفتوحة‬ ‫ دول ومن مختلف األلوان الموسيقية التقوا في أمسية بدون‬10 ‫ رافق امادو الفادني هذا من‬.‫أية معطيات لحياكة سجادة موسيقية‬ .‫خالل ورشة طباعة أحادية‬

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Englisch summary and artist statements EmpArtolutions „Strom-stream-Magra“ is an artistin-residency project that evolved from Jo Hempel’s experiences and encounters with artists and the art scene in Cairo/Egypt in 2013. At a time when the post-Mubarak art anarchy and freedom was already in decline, EmpArtolution brought together artists from Egypt and Germany on a level playing field and allowed them to decide as freely as possible on the themes, materials and styles to work on for a given amount of days. The objective was to create an exhibition together. After two years of preparation, overcoming various hazards such as lack of financial support, „Strom-stream-Magra“ took place in April 2016. For 16 days, five Egyptian and five German artists came together in Bonn/Germany. They had never worked together and a lot of them had never even met before. No artwork was prepared in advance and most of the created work had not even been conceived before the project started. While getting to know each other, exchanging their work experiences and cultural differences as well as similarities, the artists developed ideas for single and/or group projects leading to the two week long exhibition. Two venues hosted the project, the Fabrik45 and the Kuenstlerforum-Bonn, both located in the multicultural neighborhood of the Bonner Altstadt, only 500m apart from each other. The freedom that was granted to the artists to decide nearly everything concerning the artwork and exhibition did not only bring benefits. Moreover, this freedom provoked moments of uncertainty and stress for both, the artists and the organizing team as a natural result. This comes as no surprise ten different minds and characters working together. Nevertheless, it sometimes brought each and everyone of us to the brink of acceptance, tolerance and energy at least once. In retrospect, these moments are the ones that turn such projects into a valuable experience for all participants – at least if the outcome is satisfying in the end. The exhibition that was set up was more than satisfying to us and the audience. Everybody involved evolved a lot while working on and with art when Empathy met Art and brought Evolution. Some connections which were made during „Strom-stream-Magra“ do continue to grow leading to future collaborations and projects.

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Roland Regner

It was a good experience to be part of this project. For me it was very important to do a new artwork in collaboration with different artists and to get to know each other and our works during the process. What comes from our visions and discussions added new ideas and different techniques to the installation. Working together as a team, trying to match our differences was not easy, but we were flexible to hear from the others and try to figure out how we can get to the heart of it, what we all agree with... What comes out in the end was not that important, our focus was on the whole process and to keep it alive. Hanaa el Degham


Despite the time being short and everybody being under pressure, I had the pleasure of exchanging thoughts, ideas, and playfulness with the participants. In the end, a collaboration between me and two women emerged. This playful collaboration in constructing a three meter structure made of found materials and clay was something I needed to shake up my current practice. Over the last two years, I have been consumed with a project that has narrowed the playfulness of experimentation in my practice. Being in Bonn for EmpArtolution allowed me to make something completely different from what I had been doing, and making something in a short time with two others was an important shift in my creative practice. Moreover,me and the two other women I collaborated with enjoyed our collaborative process so much that we are planning to collaborate again in Cairo at the end of the year. The artistic exchange between artists was the most potent takeaway from the residence. Amanda KM

First of all, “Art residence“ is the most important idiom to show how cultural exchange can be effective, with collaboration and cooperation. I can say as a comic artist who took part in the EmpArtolution project, it was a big chance for me to see many other art sectors, such as installation or photography, which gave me new visions through the art point of view on different cultures. During my stay in the small city of Bonn, I recognized every single detail of difference compared to Cairo. With the support of EmpArtolution, I had printed a small comic publication at the end of the project. The most important parts in comics is storytelling, acting, and facial expressions. So my participation at the EmpArtolution project gave me the chance to be more open to new cultures, discover new worlds. I have grown up with French, American and Japanese comics. So for me being on the look out for new comics schools and as co-founder of the Cairo Comix International Festival, I had to widen my vision. This project gave me the chance to know more about German comic practices and German art in general.

Time is passing quickly and all projects are fixed. Finally, some relaxation is going to be happening, because I decided to lie in the grass for a week: The grass is wet, I am lying, motionless, staring at the window above me, observing the shadows that are slowly passing the window - at least when the sun is shining. Sometimes, I turn the head to watch the others working. Every morning, I come here and before I lie down, I wonder how fast the grass is growing. It took some days until a slight mold of my body was visible and now, it is becoming visible more and more until it was strikingly visible on the opening evening. Now, the grass will be growing again and the mold will slowly disappear.

Angelika Wischermann

My involvement with EmpArtolution project generally was a success. The interaction with Egyptian and German artists improved my artistic methods, especially working with artists who work in different mediums expanded my personal work. Meeting Bonn’s local community with the help of the project organizers introduced me to the concept of my project which is based on the oral history of the neighborhood. The cooperation with German artists helped me in doing research for my installation about the history of Blumenhof, nowadays called Künstlerforum gallery, and in setting up the installation (video and audio interviews). There will probably bee cooperation with the other artists in the future.

Amado Alfadni

Haitham El Seth

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Danke - Shukran - thank you

Mit diesen in der Fabrik 45 gezeigten Zeichnungen gab El Seth den Menschen ein Gesicht, oh

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Jo Hempel und die Idee EmpArtolution bedanken sich besonders bei / Jo Hempel and B&R Hempel - Amado Alfadni - Ilona Stüttgen - Antje Tumbusch - Claudia Olejniczak u Wir danken / we do thank: Alex Plachner- Andre und allen Foodsharern die uns mit wunderb Felix Kopinski - Franco Westmeyer - Frau Hasnaoui - Frauke Schröder - Frede Boell - Funs Ku Aigner/Hotel Aigner - Herr Pieck - Herr Prof. Dr. Ronte - Herr Weber - Huda Lutfi - Jamele Yah na Schmidt-Rossleben - Niklas Kögler - Maja Wadin - Maria Bent - Menduri Melcher - Meryem Ost e.V. - Mirjam Siebenlist - Mohamed Khaled - Sami Berhane - Stefan Weicht -Stefan Winkle


Twins Cartoon

Wer uns geholfen hat... Portraits, s/w-Kopien 2016

hne die ein Projekt nicht auskommt, die jedoch meist nie in Erscheinung treten, den Helfern.

the idea EmpArtolution do especially thank: und Manfred Uhde - Natascia Cuscie - Susanne Grube - Salah Nassan - the artists baren Essen versorgt haben - Ariane Fuenf - Athina Thrakas - Christoph Domrowe - Dr. Will urtjens - Foto Georg - Gregor Doroszenko - Gudrun Kemsa - Hajo Over - Haval Haddad - Herr hkup - Jonathan Sauvant- Klaas Kleinschmidt - Klaus Richter - Lea Carstens - Lena Sorge - Leom Atam - Michael Falkenbach - Michael Kortländer - Michael Schlösser/Hotel Rheinland - Mid er - Talar Acemyan - Thorsten Ulke - Werner Götzinger - den Förderern - allen Unterstützern

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Impressum Dieser Katalog erscheint als visuelles Relikt und Zusammenfassung des Projektes. This catalog is published as a visual relict and summary of the project. EmpArtolution „Strom - stream – Magra“ April 2016 Projektkonzept/Project concept Jo Hempel Antje Tumbusch Herausgeber/Publishing editor Jo Hempel Susanne Grube Projektkoordination/Project coordination: Jo Hempel Antje Tumbusch Susanne Grube Katalogredaktion/Catalogue editor Jo Hempel Susanne Grube Jana Kipsieker Gestaltung/Graphic design Jo Hempel Fotografie/Photography Jo Hempel Amanda KM (Seite/page 25 - portrait, 56/57) Lena Rett (Seite/page 65 - group portrait) Roland Regner (Seite/page 37 - the egg) Übersetzung/Translation Arabisch: Jamele Yahkup (lingua arabica/Bonn) Englisch: Jo Hempel/Daniela Erler Copyright Für alle Texte und Inhalte liegt das copyright bei den Autoren. The copyright for all text and content is hold by the authors. Druck/Print DCM Druck Center / Meckenheim 1. Auflage 150 Kontakt/ Contact info@empartolution.org

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nothing can stop the evolution we can only try to flow with it

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Strom stream Magra

EmpArtolution‘s artists in residence project 2016 68


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