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37 | JULI 2020

KONSTRUKTION-INDUSTRIE

INDUSTRIAL MARKET MAGAZINE

IIOT IN DER PRODUKTION: EUROPA FÜHRT

6

DREIMAL SCHNELLERE KABELKENNZEICHNUNG

48 COGNEX STELLT DIE WELTWEIT ERSTE INDUSTRIELLE SMARTKAMERA MIT DEEP-LEARNINGSOFTWARE VOR

13

SHERPA MOBILE ROBOTICS RÜSTET SEINE MOBILEN ROBOTER MIT EINEM GERÄT ZUR LUFTGETRAGENEN OBERFLÄCHENDESINFEKTION AUS

72


IN DIESEM HEFT...

6  IIoT IN DER PRODUKTION: EUROPA FÜHRT 13  Cognex stellt die weltweit erste industrielle Smart-Kamera mit Deep-LearningSoftware vor

14  Die luftgekühlten Schrauben-Flüssigkeitskühler Carrier AquaForce® mit fester Drehzahl sind jetzt mit PUREtec™-HFO-Kältemittel lieferbar

15  Cast Swiss Light Consulting und Verlinde geben ihre Partnerschaft in der Schweiz bekannt

16  eFuses erfüllen die Anforderungen an den Überstromschutz in Cloud-Anwendungen 20  Krankenhaus St. Joseph-Stift in Dresden setzt auf eine vernetzte Lösung zur Überwachung und Sicherung der Gebäudehülle und vielem mehr

24  Auf dem Weg zur autonomen Fertigung 28  Ermittlung der elektrischen Netzqualität einfach und zuverlässig 30  DIE MAXXTURN 45: Best Performance – Best Price 34  Geräuschreduzierter Direktantrieb für mobile Roboter 36  Feintool erschliesst asiatischen Markt von e-Motor-Komponenten 38  ULTRA 80: ein neues Stangenlademagazin der LNS-Gruppe 41  Neuer Vierteldreh-Verschluss Von Southco Zur Nutzung Auf Beschränktem Raum 42  Rohde & Schwarz und Decawave kooperieren bei der Entwicklung von Testfunktionalität für Ultra-Wideband-Technologien

44  Rückverfolgbarkeit in der Medizintechnik - eine besondere Herausforderung 48  Dreimal schnellere Kabelkennzeichnung 49  Mobile Schutzwände gegen Covid-19 50  Dyneo+, die neue Motorenreihe mit sehr hoher Energieeffizienz 52  Neue Modellreihe TBN/TRN-S4 mit SIL2 Zertifizierung 54  2D-Codeleser bringen Automatisierung ins Rollen 56  Innodisk unterstützt die Gesundheitsbranche mit seinen leistungsstarken medizinischen Lösungen

57  Die REDEX-Gruppe eröffnet ein Technisches Zentrum und bietet neue Lösungen für Senden Sie Ihre Pressetexte an: editor@ipmediaonline.com Bitte melden Sie sich online unter www.konstruktion-industrie.com an, um eine kostenlose Ausgabe der Zeitschrift Konstruktion und Industrie zu erhalten. Die Deutsche Zeitschrift Konstruktion und Industrie richtet sich an Ingenieure und wird von INDUPORTALS MEDIA PUBLISHING veröffentlicht. Sie enthält alle Produktneuheiten und Neuigkeiten zu Unternehmen der Industriebranche. Konstruktion und Industrie ediert seine Artikel, beraus sorgfältig. Dennoch können wir keinesfalls die Richtigkeit der beschriebenen Informationen gewährleisten. Unser Team haftet weder für den Inhalt dieses Mediums noch für die Art, in der es verwendet wird. www.ipmediaonline.com

Bandbehandlung in der metallurgischen Industrie

58  Digitale Produkte & Services: Mit mobilen Geräten die Digitalisierung vorantreiben 60  Red Lion präsentiert neue intelligente Edge-Automatisierungsplattform FlexEdge™ 62  Chain Condition Monitoring 65  Kollmorgens neues 2G Motion System 66  Referenzprojekt Remda – eine kommerzielle PV-Aufdachanlage 68  Auf dem ARC Industry Forum stellt Seeq neue R22-Funktionen und die Beta-Version des Seeq Data Lab vor

70  SOURIAU stimmt seine Verbundsteckverbinder für die Luftfahrt auf die Vorgaben der REACH-Verordnung ab

72  Sherpa Mobile Robotics rüstet seine mobilen Roboter mit einem Gerät zur luftgetragenen Oberflächendesinfektion aus

74  FPT Industrial Verzeichnet bei SFH in China Positive Ergebnisse 76  Die Groupe Latty feiert in diesem Jahr ihren 100. Jahrestag 78  FSK-Fachtagung Schaumkunststoffe und Polyurethane 2020 abgesagt 79  FAULHABER erweitert IE3 Encoder-Kompatibilität auf große ScheibenmagnetSchrittmotoren

INDUPORTALS

MEDIA PUBLISHING

ADVERTISERS: EMERSON 12 • MEPAX 40


Gerald SCHEFFELS

EDITORIAL

INDUSTRIAL IOT: DAS INTERNET DER DINGE FÜR DIE INDUSTRIE Genau genommen war das Internet der Dinge (IoT) ja bereits „industriell“ (IIoT), lange bevor es jemand als solches bezeichnete. Vor zwölf Jahren startete das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) eine Reihe von Konferenzen, die sich mit Studien und zukünftigen Trends zu diesem Thema befassen. Die Tagungen fanden in Frankreich statt, was nicht überrascht, da sich der Sitz des ETSI in Valbonne befin-det. Das ETSI zog Forscher an, die sich dem Projekt anschlossen, vor allem aber Un-ternehmen wie Orange (Telekommunikationsspezialist und Erfinder zahlreicher date-norientierter Technologien) und viele andere. An der Spitze der Liste standen große Unternehmen, die sich auf die industrielle Automatisierung spezialisiert haben: Schnei-der Electric, Siemens, ABB, usw. – zunächst ausschließlich europäische Unternehmen, da sie im ETSI organisiert waren). Letztlich ist es aber den Anwendungen für die Verbraucher zu verdanken, dass das IoT (Internet der Dinge) in den vergangenen Jahren schnell zum Alltag geworden ist. Diese Verbraucheranwendungen werden von B2C-Unternehmen vorangetrieben. Sie haben viel Intelligenz und finanzielle Mittel investiert, um entsprechende Lösungen zu ent-wickeln und im Markt durchzusetzen. Die USamerikanischen „Big Five“ GAFAM (Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft) sind dabei führend. Das Ergebnis: Diese Untermehmen können alles sehen – jeden einzelnen, die ganze Zeit. Ihr Ziel ist es, möglichst viele Daten zu erheben und sofort zu nutzen, um Infor-mationen – und dazu gehören auch „geldwerte“ Informationen , sprich Werbung – ge-nauer zu adressieren. Ein mögliches Ergebnis: Ihr Kühlschrank weiß in ZUkunft, welche Zutaten Sie für die Zubereitung des Rezepts benötigen, das Sie gestern morgen auf Ihrem Tablet angeschaut haben; und er wird Ihnen unaufgefordert die Einkaufsliste anzeigen, wenn Sie gerade im Supermarkt sind. Oder, um ein heikleres Beispiel zu nennen: Aus den Daten, die wir preisgeben (z.B. anhand von Online-Bestellungen und von besuchten Websites), können die „Big Five“ auch die sexuelle Orientierung der Nutzer herauslesen oder sehr frühzeitig erkennen, dass eine Frau schwanger ist. Worauf basiert das IoT tatsächlich? Hauptsächlich auf einer Reihe von Kommunika-tionstechnologien, die die neuesten Internet-Konzepte (insbesondere Ethernet und sein Adressierungssystem) nutzen, die es ermöglichen, von überall (oder fast überall) auf Daten zuzugreifen. Anders ausgedrückt: Es ist ein Kommunikationssystem (verkabelt oder per Funk), das es erlaubt, Daten vom Feld an ein zentrales System zu senden. Die Daten werden gesammelt und dann validiert, bevor sie verwendet, verarbeitet, analy-siert, korreliert, archiviert usw. werden. In der industriellen Welt besteht das primäre Ziel darin, auf die Steuerungssysteme einer Maschine oder einer Anlage oder sogar mehrerer Anlagen einwirken zu können. Es geht auch darum, den Einsatz des Produktionswerkzeugs zu optimieren (Wartung), die Produktionslast auf mehrere Standorte oder Maschinen zu verteilen (Produktions-planung) und Produktionslose zu verschiedenen Zeiten (z.B. je nach Dringlichkeit der Kundenwünsche) und in verschiedenen Räumen (z.B. je nach Verfügbarkeit von Mas-chinen und Werkstätten) zu planen.

Das ist alles schön und gut. Aber die Unternehmen erhoben solche Daten schon lange vor den 1980er Jahren und der weit verbreiteten Einführung des Internets. Erinnern wir uns nur an die „gute alte Zeit“ des „Computer Integrated Manufacturing“ (CIM), das sich nie wirklich durchsetzte. Warum? Weil es damals nicht so einfach war wie heute. Es war unflexibel und beschränkt auf einige wenige Anwendungen. Es war auch teuer, manchmal kompliziert, und es basierte hauptsächlich auf proprietären Lösungen. Heute hingegen unterstützen die Spezialisten für industrielle Automatisierung Stan-dardtechnologien. Allen voran internationale Marktführer, hier (und keineswegs vollständig) in alphabetischer Reihenfolge: ABB, Beckhoff, B+R, Endress+Hauser, Emerson, Kuka, Mitsubishi, Omron, Rockwell Automation, Schneider Electric, Sie-mens und Yokogawa. Das heißt: Die vernetzte Kommunikation ist heute viel kostengünstiger. Installation und Wartung erfordern weniger Fachwissen, die Offenheit und Aufrüstbarkeit der Anlagen ist leichter zu gewährleisten. Ein Sensor oder Aktor kann einfach irgendwo an einem entfernten Ort an ein komplexes Automatisierungssystem angeschlossen werden, die Kommunikation erfolgt über Standardprotokolle. Die Automatisierungstechniker übernehmen dabei häufig Technologien, die aus der Informationstechnologie stammen, und passen sie an die industriellen Anforderungen an. Und während sie diesen globalen Ansatz anwenden, sind Partnerschaften mit anderen führenden Unternehmen in ganz anderen Bereichen entstanden: Cisco, Microsoft, SAP, Stratus, um nur einige zu nennen. Immer mit den gleichen Beweggründen wie ihr Leitmotiv: Qualitätsverbesse-rung, Produktivität, Energieeffizienz, niedrigere Produktionskosten. Dabei stellen sich oft Fragen nach den Kommunikationsstandards. Zum Beispiel: Setzt sich OPC UA als „Weltsprache“ der Automatisierungstechnik durch? Oder: Muss das industrielle IoT ein LPWAN (Low Power Wide Area Network) implementieren, um I-IoT zertifiziert zu werden? Hier gibt es eine große Auswahl an Technologien: Sigfox, LoRa, LTE-M, NB-IoT, Objenious, Qowisio und sogar Sidewalk. Von 5G-Campus-Netzwerken gar nicht zu reden. Sie alle sind (oder behaupten, sie zu sein) die Lösung der Zukunft. Letztlich werden die Nutzer wohl von ihrem pragmatischen Instinkt Ge-brauch machen und sich fallweise für die jeweils beste Lösung entscheiden. Auch die Vielfalt der koexistierenden Feldbussysteme ist ja eine Antwort auf die unterschie-dlichen Anforderungen. Und da wir über Kommunikation sprechen: Es lohnt sich, das Thema I-IoT mit den Spezialisten für industrielle Datenübertragungen zu diskutieren: Advantech, Delta Elec-tronics, HMS, ProSoft Technology, Softing und viele mehr. Diese Unternehmen ha-ben eine Menge Informationen zum Thema I-IoT, die sie mit Ihnen teilen können! Das funktioniert, wie wir inzwischen wissen, auch zu Corona-Zeiten. Ohne Zweifel behin-dern der Lockdown und die Reisebeschränkungen, die Absage von Industriemessen und die Einschränkung von Außendienstbesuchen die direkte Kommunikation. Aber das World Wide Web und auch die Fachpresse – wie zum Beispiel Konstruktion In-dustrie – gewährleisten den ortsungebundenen Informationsaustausch.


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INDUSTRIAL MARKET MAGAZINE

MARKTÃœBERSICHT

COGNEX

6

13 CARRIER

14 VERLINDE

ONSEMI

15

16

ARC INFORMATIQUE

20

DATAPROPHET

CAMILLE BAUER

EMCO

24

28

30

NSK

FEINTOOL

LNS

34

36

38

SOUTHCO

41

www.konstruktion-industrie.com

ROHDE & SCHWARZ

42

SIC MARKING

44


BRADY

SCHMACHTL

48

49

LEROY-SOMER NIDEC

50 LEUZE SCHMACHTL

TWK

52

57

RED LION

60

58 IWIS

KOLLMORGEN

62

65 SOURIAU – SUNBANK CONNECTION TECHNOLOGIES

SEEQ

68

56

54 PEPPERL +FUCHS PROCESS AUTOMATION

REDEX

INNODISK

DELTA ELECTRONICS

66 SHERPA MOBILE ROBOTICS

72

70 FTP

LATTY

FSK

74

76

78

FAULHABER

79

INDUPORTALS

MEDIA PUBLISHING


MARKTÜBERSICHT

IIOT IN DER PRODUKTION: EUROPA FÜHRT Europa geht bei der Umsetzung von Industrie 4.0 – oder IIoT (Industrielles Internet der Dinge) – in Führung. Auch wenn der Begriff IoT aus den USA stammt: Die Unternehmen in Europa investieren mehr in IoT-Technologien als ihre Mitwettbewerber jenseits des Ozeans. Die aktu-elle Ausgabe des „Worldwide Semiannual Internet of Things Spending Guide“ der International Data Corporation (IDC) prognostiziert, dass die Gesamtausgaben für IoTLösungen in Eu-ropa jährlich um knapp 20% steigen. Im vergangenen Jahr beliefen sie sich schon auf umge-rechnet 171 Milliarden $. Davon entfallen rund 20 Milliarden $ auf die Produktion, d.h. auf IIoT-Lösungen. Autor: Gerald SCHEFFELS

L INFOS

aut Milan Kalal, Programm-Manager bei IDC, „stellen immer mehr Unternehmen fest, dass sie bei der Umsetzung von IoT nicht nur in Hard- und Software wie Edge-Infrastruktur, kabel-gebundene und drahtlose Vernetzung, Sicherheit und Edge-to-Cloud-Architekturen investieren müssen. Sie brauchen auch ´use cases´, die kurzfristig Ergebnisse liefern und die Umsetzung eines strategischen Fahrplans für weitere IoT-Innovationen vereinfachen.”

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IM ZENTRUM: PLATTFORMEN Eine zentrale Basis für die Einführung von IoT- oder Industrie 4.0-Lösungen sind Plattformen – zum Beispiel Ability™ von ABB. Das Unternehmen bietet 220 Lösungen für diverse Bran-chen und Marktsektoren an. Kürzlich hat ABB eine neue Website für diese Plattform freige-schaltet, die nach Kundenfunktionen organisiert ist und die Navigation erleichtert. Die Plattform besteht aus einem Katalog mit 220 Lösungen, die zum Ziel haben, die digitale Transformation bei den Anwendern vorantreiben. Dabei stehen – so Guido Jouret, Chief Di-gital Officer von ABB – die Anforderungen der Kunden an erster Stelle. Und ABB zeigt damit, wie das Unternehmen die digitale Zukunft seiner Kunden mitgestalten will. Zu den Partner von ABB gehören hier Microsoft, Hewlett Packard Enterprise (HPE), Dassault Systèmes und IBM.


MARKTÜBERSICHT E-Factory heißt die IIoT-Lösung von Mitsubishi Electric. (Mitsubishi Electric)

Guido Jouret Chief Digital Officer von ABB

Nathan Turner Director Integrated Architecture EMEA bei Rockwell Automation

INFOS

Noah Cole Director of Global Communications, Siemens Digital Industries Software

Piotr Siwek EMEA Product Marketing Team Leader bei Mitsubishi Electric Europe 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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NEUHEIT MARKTÜBERSICHT

Mit MindSphere hat Siemens eine Plattform etabliert, die als cloudbasiertes offenes ioT-Betriebssystem konzipiert ist. (Siemens)

Mitsubishi Electric – zugegebenermaßen ein japanisches Unternehmen, das aber ein starkes Standbein in Europa hat – investiert schon seit mehr als fünfzehn Jahren bedeutende Summen in die Forschung und Entwicklung neuer Technologien und deren Anwendung in Bereichen wie IIoT, Big Data, Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz. Hier heißt die Lösung zur Leistungssteigerung e-F@ctory. Ihr Ziel ist es, den Kunden zu geringeren Betriebskosten und höherer Produktivität zu verhelfen. Die Basisversion von e-F@ctory wurde schon 2003 vom Mutterunternehmen vorgestellt. Seitdem hat diese Plattform zahlreichen Unternehmen dabei geholfen, mithilfe des IoT „intelligente Fabriken“ auf der Grundlage von Big Data zu schaffen.

INFOS

Piotr Siwek, EMEA Product Marketing Team Leader bei Mitsubishi Electric Europe, be-schreibt die Zielgruppe und den Nutzen der Plattform„Am effektivsten ist die Umstellung in Richtung IIoT für solche Unternehmen, die bereits in Software und in die Automati-sierung investiert haben und mit den herkömmlichen Methoden an die Grenzen ihrer Produkti-vität gestoßen sind. Diese Unternehmen – so Siwek – ist bewusst, dass sie durch die Imple-mentierung von Technologien, die mit IIoT verbunden sind, zentrale KPIs verbessern können. Nach Einschätzung von Mitsubishi Electric geben hier Unternehmen aus drei Branchen die 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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Richtung vor: Konsumgüterproduktion, Getränke- und Lebensmittelindustrie und die Automo-bilindustrie. Laut Piotr Siwek besteht die beste Implementierungsstrategie darin, mit einem Pilotprojekt zu beginnen, das mit der Gewinnung, Verarbeitung und Analyse von Daten verbunden ist. Bei vielen neuen Investitionen wird das Thema IIoT von Anfang an berücksichtigt. EIN KONZEPT FÜR DIE INTELLIGENTE FERTIGUNG Rockwell Automation hat ebenfalls in ein neues Modell für die intelligente industrielle Ferti-gung investiert.„Connected Enterprise“ bringt Anlagen- und Unternehmensnetzwerke zusam-men und verbindet Menschen, Prozesse und Technologien auf sichere Weise miteinander. Nathan Turner, Direktor Integrated Architecture EMEA: „Die Bandbreite der Anwender in Europa reicht von Unternehmen, die sich bisher noch nicht um die Implementierung von digitalen Prozessen in ihre Anlagen gekümmert haben, bis zu Anwendern von hoch automatisierten Fertigungsanlagen.“ Das Unternehmen beobachtet, so Turner, aktuell eine spannende Entwicklung und treibt diese Entwicklung zugleich voran: „Die europäische Industrie ist auf breiter Ebene und auf nachhalti-ge Weise dabei, vernetzte


MARKTÜBERSICHT

Unternehmen einzuführen. Wir bieten ihnen skalierbare Lösungen an, die von einfachen Steuergeräten bis hin zum ´Machine Learning´ und zur Nutzung von Künstli-cher Intelligenz reichen.“ AUF DEM WEG ZUM INTERNET DER DINGE Noah Cole, Director of Global Communications, der die Anfrage des Autors dieses Artikels im Namen von Siemens Digital Industries Software beantwortet hat, zitierte einen Bericht von Forrester Consulting, den Siemens im Januar 2019 in Auftrag gegeben hatte. Der Report untersucht den Einsatz von IoTAnwendungsfällen in verschiedenen Branchen der Industrie. Er kommt u.a. zu folgenden Erkenntnissen: • Unternehmen investieren immer mehr in die vernetzte Produktion. Sie haben die Bedeu-tung von IoT für die Verbesserung ihrer Prozesse und Geschäftsmodelle erkannt. • Trotz dieses Enthusiasmus kämpfen viele Firmen damit, IoT in ihr Unternehmen zu in-tegrieren. Zu den größten Herausforderungen zählen die Vielzahl von Beteiligten, deren divergierende Interessen, die Netzwerkkonnektivität und die Datenverwaltung. • Den Plattform-Anbietern und anderen Partner wird eine entscheidende Rolle dabei zu-gewiesen, den Brückenschlag vom Enthusiasmus zur Umsetzung zu bewältigen. • Unternehmen schließen sich zusammen, um bestmöglich von ihren IoT-Investitionen zu profitieren. So entstehen auch neue Arten von Plattformen. BEREIT FÜR DEN WANDEL? Noah Cole beschreibt den Nutzen von IoT aus Anwendersicht: „Wenn Unternehmen IoT-Lösungen einsetzen, profitieren sie unter anderem von überproportional steigendem Wachstum (57%), von einer verbesserten Customer Experience (76 %) und einer beschleunigten Trans-formation zum digitalen Geschäft (48 %). Viele unserer Kunden nutzen IoT-Lösungen, um strategisches Wachstum voranzutreiben und ihre Geschäftsmodelle in ein ´As-a-Service´-Angebot umzuwandeln. Sie bilden die technologische Spitze der IoTNutzer. Andere, eher pragmatisch orientierte Unternehmen sehen in IT eher taktische als strategische Vorteile – zum Beispiel die höhere Produktivität oder die flexiblere und agilere Produktion.“ Siemens ist in diesem Bereich mit dem cloudbasierten offenen IoT-Betriebssystem MindSphe-re präsent. MindSphere kombiniert Datenanalysen und Konnektivitätsfunktionen, Tools für Entwickler, Anwendungen und diverse Dienste. Die Plattform gibt den Unternehmen Werk-zeuge an die Hand, um aus Daten wertvolle Einblicke zu gewinnen und diese in messbare Ge-schäftserfolge umzuwandeln.

Schneider hat hunderte von IIoT-Anwendungsfällen dokumentiert und messbare Vorteile in folgenden Branchen ermittelt: Öl und Gas, Zement- und Bergbauindustrie, Getränke- und Le-bensmittelindustrie, Prozesstechnik und Automobilindustrie. Die Anwendungsfälle beweisen: Zukunftstechnologien wie IIoT, Big Data, Augmented Reality, Künstliche Intelligenz und fort-geschrittene Simulationstechnik führen schon heute zu herausragenden Ergebnissen. Ein typisches Beispiel dafür ist der französische Konzern Saint-Gobain. Durch eine intelligente-re, IIoT-gestützte Energiebeschaffung und -nutzung hat das Unternehmen bereits viele Millio-nen eingespart. Viele Produkte von Saint-Gobain wie Baustoffe und Glas benötigen große Energiemengen bei der Herstellung. Deshalb zählt die Energie zu den fünf größten Kostenblö-cken. Mit Hilfe des EcoStruxure Resource Advisor und der Unterstützung von Schneider Electric hat Saint-Gobain die Energiebeschaffung zentralisiert. In den Prozess integriert wurden die Bereiche Strategischer Einkauf, Risikomanagement, Tarifanalyse und Rechnungsprüfung. Ein anderes Beispiel, diesmal von ABB: In der schwedischen Garpenberg-Mine sammelt ABB Echtzeitdaten von 400 Elektromotoren, 280 Frequenzumrichtern und zwei 1.200 m hohen Hub- und Fördereinrichtungen. Das Resultat: Im Sinne der vorausschauenden Wartung können die Ingenieure Maßnahmen veranlassen, bevor Komponenten ausfallen. Das führt zu geringeren Ausfallzeiten, verringertem Energieverbrauch, vermindertem Bedarf an Servicepersonal vor Ort und effizienterem Ressourceneinsatz. Gemäß dem bereits zitierten Bericht von Forrester profitieren Organisationen in hohem Maße vom Einsatz von IoTLösungen. Dass die europäische Industrie diese Möglichkeit nutzt und damit sehr gut für die digitale Transformation aufgestellt ist, hat Gründe. Piotr Siwek, Mitsub-ishi Electric: „Der Wettbewerb ist groß, die Investitionen relativ hoch. Das beflügelt die Innova-tionsbereitschaft. Außerdem macht man sich auf verschiedenen Ebenen, auch in der Regierung, aktiv Gedanken darüber, wie man die IT an die Automatisierung anpassen könnte, und fördert solche Konzepte – Stichwort Industrie 4.0.“ Nach Einschätzung von Mitsubishi Electric wird dieser Markt weiter wachsen – sowohl in der hoch flexiblen Automatisierung, die z.B. durch die Kombination von 3-D-Bildverarbeitungssystemen und intelligenter Sensorik vorangetrieben wird, als auch durch Verbindung von Datenwissenschaft mit Fertigungswissen. Dieses Feld wird von vielen Startup-Unternehmen besetzt.

INFOS

VERBINDUNG VON OT UND IT Schneider Electric nutzt die offene, interoperable und für IoT geeignete Plug-and-Play-Architektur EcoStruxure als Plattform für die digitale Transformation der Kunden. EcoStruxure macht Wohnhäuser, Gebäude, Datenzentren, Infrastruktur und Industrien „IoT ready“ und nutzt dabei innovative Produkte und Tools – von vernetzten Produkten über Edge Computing, Apps bis zur intelligenten Analyse.

EcoStruxure ist ein digitales „Backbone“, das OperationalTechnology-Lösungen (OT) mit modernster IT-Technologie verbindet und damit die ungenutzten Vorteile herkömmlicher Ver-fahren erschließt und das wahre Potenzial des IoT ausschöpft. Das Potenzial laut Schneider Electric: Die digitale Transformation kann EngineeringKosten und -Zeitaufwand um bis zu 80%, Wartungskosten um bis zu 75 % und CO2-Emissionen um etwa 50% senken.

Bei Rockwell Automation verfolgt man, so Nathan Turner, einen ausgewogenen Ansatz. „Das Bild ist vielfältig. Es gibt immer noch Entscheidungsträger, die sich eher oberflächlich mit In-dustrie 4.0 auseinandergesetzt haben. Selbst Branchenführer sind teilweise überrascht, welche 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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MARKTÜBERSICHT

Vorteile das vernetzte Unternehmen ihrem Geschäft bieten kann. Es gibt aber auch Kunden, die ganz genaue und sehr realistische Vorstellungen von automatisierten Lösungen haben. Aus unserer Sicht bietet die Skalierbarkeit und Kompatibilität unserer IIoT-Angebote klaren Mehrwert, der von geringeren Ausfallzeiten und einer besseren Wartungsplanung bis hin zu höherer Produktivität und Flexibilität reicht.“ Die Konsequenz: Wir sehen, dass Unternehmen immer bereit sind, moderne Lösungen einzuführen, wenn sie gut beraten werden.“ HÜRDEN UND WEGBEREITER Wenn in neue Prozesse investiert wird, die zu einem Paradigmenwandel führen, sind häufig auch innerbetriebliche Hürden zu überwinden. Noah Cole von Siemens: „Die Implementierung von IoT-Lösungen umfasst viele Schritte und betrifft viele Bereiche im Unternehmen. Nach unseren Erfahrungen sind dabei durchschnittlich ´Stakeholder´ beteiligt – einschließlich CIOs, CEOs und Geschäftsbereichsleiter. Da jeder Stakeholder andere Ziele mit dem Projekt verfolgt, ist die Vorgehensweise oft nicht einfach.“

Nathan Turner von Rockwell beschreibt eine der häufigsten Hürden bei der Implementierung: „Viele Stakeholder misstrauen sehr modernen Technologien und wagen sich nicht allzu weit voraus. Ein Beispiel: Mit unserem Modul ´FactoryTalk Analytics LogixAI´ ist sowohl vorausschauende als auch präskriptive Wartung – d.h. Predictive und Prescriptive Maintenance – möglich. Die präskriptive Wartung ist eindeutig das Konzept mit den größeren Vorteilen. Trotzdem zieht die Mehrzahl der Kunden die ´kleinere´ Lösung vor. Das ist eine Hürde, die oft erst dann überwunden wird, wenn die Kunden erste Erfahrungen mit den wirklich innovativen Lösungen gesammelt haben.“ Bei Mitsubishi Electric Europe sieht man die Kombination aus Operational Technology (OT) und IT als einen Schlüsselfaktor bei der erfolgreichen Umsetzung von IoTProjekten. Piotr Siwek: „Auch Skalierbarkeit ist sehr wichtig. Sie hilft den Kunden dabei, Lösungen im ganzen Werk umzusetzen oder auch nur kleine, schnelle Verbesserungen vorzunehmen. Durch die In-stallation eines einzigen Roboters beispielsweise vereinfacht sich nicht nur der Montagevor-gang. Der Anwender kann auch eine große Menge digitaler Informationen über den Prozess gewinnen. Auf dieser Basis kann er den Produktionsprozess besser

Mit „Connected Enterprise“ bringt Rockwell Automation Ankagen- und Unternehmensnetzwr-ke zusammen. (Rockwell Automation)

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NEUHEIT MARKTÜBERSICHT

vernetzen und die Reakti-onsschnelligkeit optimieren. Das eröffnet zum Beispiel auch Möglichkeiten für prädiktiven Wartung und den Einsatzes von KI zur fortwährenden Optimierung der Produktion. OFFENE PLATTFORMEN - DER WEG IN DIE ZUKUNFT? Ob Ability™, e-F@ctory, MindSphere, EcoStruxure oder Connected Enterprise: Alle diese Plattformen zielen darauf ab, Lösungen für die bestehenden Engpässe in den aktuellen Syste-men auf verschiedenen Automatisierungsebenen zu liefern. Im Fokus steht dabei sehr häufig das Ziel, die Kleinserien- oder Einzelteilfertigung zu vereinfachen. Alle Anbieter dieser Platt-formen haben sich mit Partnern zusammengeschlossen, um eine nahtlose ´User Experience´ zu gewährleisten und eine möglichst umfassende Lösung zu bieten.

Open Industry 4.0 dafür sorgen, dass alle Bestandteile hoch automatisierter Fabriken – ein-schließlich Logistik und Dienstleistungen – miteinander kommunizieren. Zu den Gründungs-mitgliedern dieser Initiative gehören Beckhoff, Kuka, SAP und Endress+Hauser und es kom-men immer mehr Unternehmen dazu. Diese Beispiele zeigen: Wer IIoT einführen und nutzen will, ist gut beraten, partnerschaftlich zu denken. Denn zum Grundprinzip von Plattformen ge-hört es, dass sie aus mehreren (oder ganz vielen) Teilnehmern bestehen.

Darüber hinaus gibt es offene Plattformen ohne einen „Konsortialführer“. Sie wurden als stra-tegische Allianz von gleichberechtigten Partnern aus dem Maschinenbau initiiert und sind eben-so erfolgreich wie die Plattformen der großen „Automatisierer“. Bestes Beispiel ist ADAMOS: eine IIoT-Plattform, die auf Initiative von DMG Mori, Zeiss, ASM PT und der Software AG entstand. Sie wird kontinuierlich erweitert, neue Partner sind herzlich eingeladen.

INFOS

Um solche Entwicklungen noch einfacher zu gestalten, wurden Initiativen wie die Open Indust-ry 4.0 Alliance ins Leben gerufen. Ihr Ziel es ist, dass mindestens 80% der Maschinen in intel-ligenten Fabriken dieselbe „Sprache“ sprechen. Als offenes, standardisiertes Ökosystem soll

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Leckagen in meinem pneumatischen System “ verschwenden Energie und beeinträchtigen die Leistung meiner Maschine. Ich wünsche mir eine kontinuierliche Überwachung, die Leckagen schnell findet.”

YOU CAN DO THAT Emerson Smart Pneumatic Solutions helfen bei der digitalen Transformation von Betriebsabläufen durch die Nutzung verfügbarer Daten zur Leistungssteigerung der Maschine. Durch die Erfassung und Analyse des Luftdrucks und von Verbrauchsdaten in pneumatischen Systemen bieten wir Ihnen die Möglichkeit zur sofortigen Erkennung von Leckagen. So erhöhen Sie die Wartungseffizienz, vermeiden Maschinenstillstandszeiten und Energieverschwendungen und reduzieren Emissionen. Erfahren Sie mehr über unsere einfach zu implementierenden und skalierbaren Lösungsmöglichkeiten unter: Emerson.com/AVENTICS

Das Emerson Logo ist eine Marke und Dienstleistungsmarke von Emerson Electric. Co © 2020 Emerson Electric Co.


PRODUKT DES MONATS

SMART FACTORY

COGNEX STELLT DIE WELTWEIT ERSTE INDUSTRIELLE SMART-KAMERA MIT DEEP-LEARNING-SOFTWARE VOR

In-Sight® D900 bietet eine Komplettlösung für komplexe In-Line-Inspektionsaufgaben.

C

ognex Corporation hat das Bildverarbeitungssystem In-Sight® D900 auf den Markt gebracht. In-Sight D900 ist die erste Lösung dieser Art, die mit der Cognex ViDi Deep-Learning-Software in einer industrietauglichen In-Sight Smart-Kamera ausgestattet ist. Das in sich geschlossene System wurde entwickelt, um ein breites Spektrum komplexer In-Line-Inspektionsanwendungen zu lösen, einschließlich optischer Zeichenerkennung (OCR), Montageüberprüfung und Fehlererkennung.

Durch die Kombination der Selbstlernfähigkeit eines menschlichen Prüfers mit der Robustheit und Konsistenz eines Bildverarbeitungssystems erweitert In-Sight D900 die Grenzen dessen, was in der Fabrikautomatisierung geprüft werden kann. Das System, das anhand einer geringen Anzahl von Musterbildern eingerichtet werden kann, nutzt die vertraute und benutzerfreundliche SpreadsheetPlattform von Cognex und erfordert weder einen PC noch Deep-Learning-Kenntnisse.

„Moderne Fertigungsunternehmen wenden sich zunehmend der Deep-Learning-basierten Bildverarbeitung zu, um Prüfungen zu lösen, die zu kompliziert, zeitaufwändig oder kostspielig sind, um sie mit menschlichen Prüfern oder regelbasierter Bildverarbeitung zu programmieren“, so Jörg Küchen, Senior Vice President Vision Products bei Cognex. „Dank der Einbettung unserer ViDi Deep-Learning-Software in In-Sight Bildverarbeitungssysteme können Kunden selbst die komplexesten visuellen Inspektionen schnell, einfach und kosteneffektiv lösen“.

Das In-Sight D900 eignet sich ideal für die Automatisierung komplexer Prüfanwendungen in einer Reihe von Branchen, darunter Automobil, Unterhaltungselektronik, Konsumgüter, Verpackung, Lebensmittel und Getränke, medizinische Geräte und Logistik.

INFOS

www.cognex.com/In-Sight-ViDi

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HEIZUNG/ LÜFTUNG/ KLIMA

DIE LUFTGEKÜHLTEN SCHRAUBEN-FLÜSSIGKEITSKÜHLER CARRIER AQUAFORCE® MIT FESTER DREHZAHL SIND JETZT MIT PURETEC™-HFO-KÄLTEMITTEL LIEFERBAR

AquaForce® 30XBP-ZE

Carrier freut sich bekannt zu geben, dass die Baureihe AquaForce® 30XB/P-ZE jetzt mit HFO R-1234ze lieferbar ist. Dieses Kältemittel mit sehr niedrigem Treibhauspotenzial (GWP) ist Teil der PUREtec™-Familie zukunftssicherer Kältemittellösungen von Carrier.

D

ie Baureihe deckt Kühlleistungen von 200 kW bis 1200 kW ab und weist eine jahresbedingte Energieeffizienz (SEER) von bis zu 4,52 und eine Jahresarbeitszahl (SEPR) von bis zu 6,19 aus. Carrier, ein weltweit führender Hersteller hochmoderner Heiz-, Klimaund Kühllösungen, ist Teil von Carrier, einem weltweit führenden Anbieter innovativer Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK) sowie von Kälte-, Feuer-, Sicherheitsund Gebäudeautomatisierungstechnik.

INFOS

Nur wenige Monate nach der Einführung des AquaForce® Vision mit PUREtec-Kältemittel (30KAV/P-ZE) erweitert Carrier seine PUREtec-Familie durch die Einführung der Baureihe 30XB/P-ZE mit diesem Kältemittel. Carrier hat sich für das HFO R-1234ze mit einem GWP von weniger als 1 entschieden, um der Auslaufphase der europäischen F-Gas-Verordnung für HFC vorzugreifen und seinen Kunden langfristige Sicherheit zu bieten.

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Die Baureihe 30XB/P-ZE ist nicht nur umweltverantwortlich, sondern dank der bewährten und zuverlässigenTechnologien von Carrier auch äußerst zuverlässig. Die AquaForce® verfügen über Carrier 06T-Doppelschraubenverdichter und Novation®-Mikrokanal-Wärmetauscher aus Vollaluminium mit Super Enviro-shield-Beschichtung und gewährleisten damit dauerhaft eine optimale Leistung. „ Ü b e r d i e Ve r p f l i c h t u n g v o n C a r r i e r z u r Umweltverantwortung hinaus steht der 30XB/P-ZE auch für die gesamte industrielle Kompetenz des Unternehmens“, sagt Quentin Garcia San Mateo, Produktmanager bei Carrier. „Dieses Gerät ist mit spezifischen technischen Eigenschaften wie optimierten Kompressoren und speziellen Optionen genau auf den Bedarf der Industrie abgestimmt.“ www.carrier.de


INTRALOGISTIK

CAST SWISS LIGHT CONSULTING UND VERLINDE GEBEN IHRE PARTNERSCHAFT IN DER SCHWEIZ BEKANNT

Cast Swiss Light Consulting ist der Spezialist für den Vertrieb von Bühnenausstattung für Theater, Fernsehstudios, Kongresszentren und die Eventbranche in der Schweiz.

D

as Unternehmen bietet Beratung, führt Projektstudien durch und verkauft und installiert Hängestrukturen, Beleuchtungssysteme und Steuerungsanlagen. Cast ist exklusiver Vertreiber von rund fünfzehn Marken, deren Gemeinsamkeit laut Silvio Cibien, dem Gründer des Unternehmens, darin besteht, „hochwertige Produkte mit realem Mehrwert anzubieten“. Genau das hat ihn zur Vertriebspartnerschaft mit Verlinde bewogen, dessen Serie für Hebe- und Handhabungsvorrichtungen Stagemaker für ihre Qualität und Zuverlässigkeit bekannt ist.

Silvio Cibien erklärt, die Partnerschaft mit Verlinde sei „ein Beweis für unser seit 34 Jahren andauerndes Bestreben, unseren Kunden die besten Produkte anzubieten. Wir kennen den Ruf der Anlagen von Verlinde seit Langem und freuen uns über diese Gelegenheit zur Zusammenarbeit.“ www.verlinde.com

INFOS

Michael Ghesquière, technischer Vertriebsmitarbeiter bei Verlinde, erklärt: „Die Marke Verlinde ist durchaus in der Schweiz präsent, vor allem im Bereich von Hebevorrichtungen für die Industrie. Unsere StagemakerSerie für Bühnenausrüstung wird jedoch relativ wenig vertrieben, sodass der Schweizer Markt noch ausbaufähig für uns ist. Die Erfahrung und das Know-how von Cast werden uns dabei helfen.“

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IT

EFUSES ERFÜLLEN DIE ANFORDERUNGEN AN DEN ÜBERSTROMSCHUTZ IN CLOUD-ANWENDUNGEN

Vergleich einer eFuse mit einer herkömmlichen Sicherung.

Neue und komplexe Geschäftsmodelle vertrauen heute auf Cloud-basierte Plattformen, um die Effizienz zu verbessern sowie Investitionen (CAPEX) und Betriebsausgaben (OPEX) zu senken, indem interne Rechenzentren überflüssig werden.

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INFOS

ie Einführung von Cloud-Speicher und Cloudbasierten Diensten ist ein echter Megatrend und gewinnt nicht nur in großen Konzernen immer mehr an Beliebtheit, sondern auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs), in denen die Akzeptanz in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Dieser Trend wird sich für die meisten Unternehmen fortsetzen – mit einigen wenigen Ausnahmen, die aus Gründen der Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit oder der Cyber- und Datensicherheit interne Rechenzentren unterhalten müssen.

Der Markt für Cloud-Speicher soll bis 2022 ein durchschnittliches jährliches Wachstum (CAGR) von 23,7% verzeichnen und 88,91 Mrd. US-$ erreichen. Einer Schätzung zufolge verbrauchen Rechenzentren und Cloud-basierte Speicher heute etwa 3 % der weltweit erzeugten Energie. Da die Nachfrage nach Cloud-Speichern und Rechenzentren so schnell wächst, wird deren Energiebedarf in naher Zukunft erheblich steigen. Aufgrund der Auswirkungen des Energieverbrauchs auf die Umwelt und der Möglichkeit, Betriebskosten in Millionenhöhe einzusparen, stehen die Entwickler von Rechenzentren vor der Herausforderung, die Energieeffizienz durch fortschrittliche Energieverteilungsund Energiemanagement-Lösungen zu verbessern und gleichzeitig die Baugröße bzw. Formfaktoren beizubehalten oder zu reduzieren. In diesem Bereich können selbst kleinste Effizienzgewinne wertvolle Energie- und Kosteneinsparungen mit sich bringen. Ein Ziel ist, das PUE-Verhältnis (PUE; Power Usage Effectiveness) zu reduzieren und den Wirkungsgrad zu erhöhen. Dafür ist Technik erforderlich, die eine höhere Effizienz, Genauigkeit und Zuverlässigkeit erzielt. Dies gilt für Stromverteilungssysteme (PDUs; Power Distribution

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Leistungsmerkmale einer eFuse.

Systems), Busleitungen sowie für unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) und für die zu deren Schutz eingesetzten Bausteine und Schaltkreise. Aufgrund der ständig steigenden Leistungsdichte in Rechenzentren und Cloud-basierten Systemen sind die Anforderungen an den Überstromschutz anspruchsvoller als je zuvor und zu einem entscheidenden Bestandteil aller Schutzüberlegungen geworden. Die Forderung nach besserer Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit (z. B. zur Einhaltung der Norm IEC 62368) und schnellen Reaktionszeiten mit fortschrittlichen Diagnosefunktionen wird immer größer. Herkömmliche Sicherungen können diese Anforderungen aufgrund ihres trägen Ansprechens und der fehlenden Diagnose- oder Fehlerberichterstattung nicht bedienen.

Aus diesen Gründen und dem Aufkommen neuer Technologien in den letzten Jahren haben Entwickler, wo immer möglich, versucht, herkömmliche Sicherungen

Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Technologien besteht in der Fähigkeit von eFuses, die Temperatur und den Strom des integrierten MOSFETs in Echtzeit zu verfolgen und sehr schnell Korrekturmaßnahmen zu ergreifen. Dennoch werden Hot-Swap-Controller mit ihrer Fähigkeit, den Strom durch Skalieren des Haupt-MOSFETs zu erhöhen, für Hochstromanwendungen >100 A weiterhin bevorzugt. Es wird jedoch erwartet, dass eFuses mit ihrer Dauerstrombelastbarkeit von <1 bis 50 A (abhängig vom RDS(on), Gehäuse und Randbedingungen) in Servern und Cloud-Speichern weiterhin an Beliebtheit gewinnen.

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Ein Vergleich der Spezifikationen und der Leistungsfähigkeit von eFuses mit denen herkömmlicher Sicherungen wie Schmelz- und rücksetzbaren Sicherungen mit positivem Temperaturkoeffizienten (PPTC; Polymeric Positive Temperature Coefficient) zeigt, dass eFuses sehr kurze Reaktionszeiten und eine Einschaltstromregelung aufweisen, die Stromspitzen bei einem Kurzschluss erheblich reduzieren.

durch einen Hot-Swap-Controller plus externen FET oder durch eine eFuse zu ersetzen. Die eFuse besteht aus einem Leistungs-MOSFET mit integriertem Controller und zahlreichen Schutzfunktionen vor Überspannung, Überstrom, Kurzschluss und Überhitzung sowie Diagnosefunktionen wie Power Good, Stromüberwachung und Fault/Enable. Andererseits verwenden Hot-SwapController einen externen FET anstelle eines integrierten und kommen in Anwendungen mit höheren Strömen zum Einsatz.

eFuses kommen heute in verschiedenen CloudAnwendungen zum Einsatz, u.a. in Enterprise-HDDs und -SSDs, die als Massenspeicher verwendet werden; als Backplane-Schutz im Speichersystem; in Servern und Hot-Plug-fähigen Lüftern. Jede Anwendung stellt dabei unterschiedliche Herausforderungen. Elektrische 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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eFuse und Hot-Swap-Controller.

Spannungen, die bei der Ansteuerung induktiver und kapazitiver Lasten verursacht werden sowie Spannungen aufgrund von Hot-Plugging und Kurzschluss machen es schwierig, den Betrieb innerhalb des sicheren Betriebsbereichs (SOA; Safe Operating Area) zu gewährleisten, gleichzeitig funktionale Sicherheit zu erzielen und die strengen Anforderungen an die Energieeffizienz zu erfüllen. Zu den hauptsächlichen Anwendungen und den damit verbundenen Herausforderungen zählen: 1 - Schneller und präziser Überstromschutz für alle Anwendungen: Herkömmliche Lösungen wie Schmelzsicherungen sowie PPTCs haben eine sehr schlechte Toleranz. Die Reaktionsund Auslösezeiten variieren je nach Art des Kurzschlusses zwischen einigen 100 ms und Sekunden. Die meisten eFuses hingegen reagieren auf Kurzschlüsse in wenigen Mikrosekunden (<5 µs) – basierend auf dem eingestellten Strombegrenzungswert – und halten den Strom auf dem eingestellten Wert, bis die Chip-/Die-Temperatur die thermische Abschaltschwelle überschreitet.

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2 - Hot-Plug-fähige Lüfter und Massenspeicher: Aufgrund des mit diesen Anwendungen verbundenen Motors oder eines großen Ausgangskondensators ist beim Start ein hoher Einschaltstrom zu erwarten. eFuses mit kontrollierter und einstellbarer Anstiegsrate am Ausgang tragen dazu bei, große Einschaltströme zu reduzieren und somit das System zu schützen. Speziell bei Lüftern macht 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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der Betrieb mit und ohne eFuse einen großen Unterschied beim Einschaltstromstoß. Mit einer eFuse wird dieser erheblich reduziert, wodurch nachgeschaltete Schaltkreise geschützt sind. 3 - Überspannungsschutz für Stromversorgungen: Es besteht die Möglichkeit, dass aufgrund des Ausfalls von Stromversorgungen oder DC/DC-Wandlern, die an den Eingang des Überstromschutzes angeschlossen sind, eine Überspannungsbelastung für alle nachgeschalteten Schaltkreise auftritt, die möglicherweise nicht für solch hohe Spannungen ausgelegt sind. Da eFuses über einen eingebauten Überspannungsschutz verfügen, begrenzen sie den Ausgang des Geräts auf einen bestimmten sicheren Spannungspegel (Clamping) – selbst wenn die Eingangsspannung viel höher als die Betriebsspannung ist. Die nachgeschalteten Schaltkreise sind somit gegen eine Überspannungsbelastung geschützt. In vielen Fällen haben die zu schützenden Schaltkreise eine sehr geringe Toleranz gegenüber Überspannungsbelastungen. Daher muss der Überspannungsschutz nicht nur zuverlässig, sondern auch sehr schnell sein. Bei eFuses kann die Zeit zum Erkennen und Aktivieren der internen Klemme in der Größenordnung von <5 µs liegen. ON Semiconductor bietet eine Reihe von eFuses, die von 3 bis 12 V reichen und einen Dauerstrom von 1 bis 12 A unterstützen. Die neuesten Bausteine sind die 12 V-eFuseSerie NIS5232, NIS5820, NIS5020 und NIS5021, die 4 A,


eFuses in Cloud-Anwendungen.

8 A, 10 A bzw. 12 A für Anwendungen unterstützen, die Überstrom-, Übertemperatur-, Überspannungs- und Einschaltstromschutz erfordern, sowie die Möglichkeit bieten, Fehler zu melden und den Ausgang über GPIO zu deaktivieren. DFN10-Gehäuse (3 mm x 3 mm) und WDFN10Gehäuse (4 mm x 4 mm) tragen dazu bei, die geforderten kleineren Baugrößen und ein kompaktes LeiterplattenLayout zu unterstützen.

Autoren: Pramit Nandy, Product Marketing Manager; und Sudhama Shastri, Product Marketing Director, ON Semiconductor www.onsemi.com

Pramit Nandy

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Fazit Aufgrund der zunehmenden Forderung, die Energieeffizienz bzw. den PUE-Wert (Power Usage Efficiency) zu verbessern, der höheren Leistungsdichte in Rechenzentren und Cloud-Servern sowie der Einführung von Sicherheitsstandards verschärfen sich die Anforderungen an Überstromschutzvorrichtungen, die deshalb immer komplexer werden. eFuses mit ihrer hohen Genauigkeit, schnellen Reaktionszeit, Zuverlässigkeit, Fehlerberichterstattungs- und Diagnosefunktion helfen dabei, die Herausforderungen beim Überstromschutz nicht nur für Cloud-Anwendungen, sondern auch für die Bereiche Industrie, Automobilelektronik und Telekommunikation zu bewältigen. Sudhama Shastri

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IT

KRANKENHAUS ST. JOSEPH-STIFT IN DRESDEN SETZT AUF EINE VERNETZTE LÖSUNG ZUR ÜBERWACHUNG UND SICHERUNG DER GEBÄUDEHÜLLE UND VIELEM MEHR

Krankenhaus St. Joseph-Stift

Im Bestreben nach mehr Sicherheit vor unerlaubtem Zutritt sowie der automatisierten Überwachung und Steuerung des Gebäudeverschlusses setzt die Haustechnik des Krankenhaus St. Joseph-Stift in Dresden auf die bewährte Technologie des Gebäudeleittechnikherstellers PcVue und des Tür- und Fensterspezialisten GEZE. Die ursprünglich angedachte PcVue-Insellösung wird zum Allzweckwerkzeug der Haustechnik.

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ür die Tür- und Schleusenautomatisierung im Krankenhaus St. Joseph-Stift wird ursprünglich die Visualisierungs- und Steuerungsfunktion der vorhandenen Intercom-Anlage mitverwendet. Aufgrund weiterführender Anforderungen, insbesondere was die Möglichkeiten zeitbasierter Steuerung und der Vereinheitlichung des Datenaustauschs mit einer heterogenen Feldebene anbelangt, offenbart sich der Bedarf nach einer vollumfänglichen Leittechniklösung.

Diese besteht in Form von PcVue 12.0. Die Anbindung von Türen und Schleusen verschiedener Hersteller über die Kommunikationsprotokolle OPC, ICX und BACnet schafft eine unmittelbare Vereinheitlichung. Besonders elegant gelöst ist dabei die Anbindung von Türsystemen des Herstellers GEZE über BACnet/IP, da die PcVueSoftware über eine spezielle Bibliothek mit Symbolen und Funktionsbausteinen für verschiedene GEZE-Modultypen verfügt. Dank dieser einfachen Integration kann die Anbindung durch den Techniker vor Ort selbstständig durchgeführt werden.

INFOS

PcVue ermöglicht die Abbildung komplexer, gebäudespezifischer Logiken, welche aufgrund der vorliegenden Gebäudetopologie notwendig sind. Folgesteuerung und flexible Vernetzungsmöglichkeiten sind in derartigen Szenarien von grundlegender Bedeutung. Gleiches gilt für den speziellen Einsatzzweck eines Notschalters in der Notaufnahme. Weiterhin muss bei baulichen Veränderungen ein Umbau von Fluchtwegrouten jederzeit möglich sein. Dank der 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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NEUHEIT

Verwendung einer PcVue-Entwicklerlizenz sowie der intuitiven Konfigurationsoberfläche der PcVue Software und der intensiven Schulung des Personals vor Ort ist den Mitarbeitern der Haustechnik die Umkonfiguration des Systems jederzeit möglich. Vielfältige Vorteile für verschiedene Benutzerrollen Zu den Nutzern des Systems gehören darüber hinaus aber auch medizinisches Personal und Verwaltungspersonal. Über webbasierte Thin-Clients auf 32”-Flachbildschirmen an Pforte und Notaufnahme haben die Mitarbeiter beispielsweise den Status des Gebäudeverschlusses jederzeit im Blick. Zu Randzeiten sind das medizinische Personal der Notaufnahme sowie die Mitarbeiter an der Rezeption berechtigt, bestimmte Alarmierungen selbstständig zu quittieren. Torsten Klotzsche, Leiter der Haustechnikabteilung, beschreibt die Anforderung an das System unter anderem wie folgt: „Ziel ist es […] den Fachabteilungen die tägliche Arbeit zu erleichtern“. Dies ließe sich vor allen Dingen durch eine Entlastung bestimmter Funktionsbereiche erreichen.

Eine einheitliche Architektur und umfangreiche Vernetzungsmöglichkeiten Torsten Klotzsches Vision, „mit überschaubaren Investitionen eine intelligente Ansteuerung neuralgischer Informations- und Steuerungspunkte zu erreichen“, wird die Lösung insofern gerecht, als dass mit einer einfachen und doch flexiblen, zukunftssicheren Architektur die vier Hauptgebäude und vier Nebengebäude der Einrichtung verwaltet werden können. Das Leitsystem besteht aus einem PcVue-Leitrechner für bis zu 65.000 Datenpunkte, fünf Web-Clients und einer Entwicklungs- und Teststation. Alle Stationen sind untereinander vernetzt, wodurch neue Projektversionen jederzeit erstellt, bereitgestellt und verteilt werden können. Dies geschieht nahezu in Echtzeit, da PcVueProjekte vor der Bereitstellung nicht kompiliert werden müssen. Daten und Steuerungsbefehle werden aktuell über mehrere verschiedene Kommunikationsprotokolle ausgetauscht, darunter BACnet, OPC, Modbus, KNX und ICX. In die Weboberfläche des Projekts integriert ist auch der WebScheduler, die Lösung für PcVue-eigene und BACnetbasierende Zeitschaltprogramme. Mittlerweile zeigt PcVue auch Statusmeldungen der Intercom-Anlage durch die Verwendung des ICX-Protokolls an.

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Auch seine eigene Abteilung profitiert von den vielfältigen Funktionen des Systems. Dank der seit 2019 bestehenden 100%igen WLAN-Abdeckung des Gebäudekomplexes hat das technische Personal über Notebook und zukünftig Tablet überall und jederzeit Zugriff auf die PcVue-Web-Visualisierung (WebVue), was für mobile Wartungsmitarbeiter einen entscheidenden Vorteil darstellt.

Im Technikbereich steht ein weiterer Bildschirm bereit, welcher auch als Alarmmonitor für den Bereitschaftsdienst dient.

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NEUHEIT

Das Gewerk „Türen“ mit anzubinden bringt mehr Transparenz, Komfort und Sicherheit Das Verschließen der Türen am Abend mal vergessen ist Vergangenheit. Somit bleiben zum Beispiel unerwünschte Besucher draußen, die in so einer Liegenschaft einiges anrichten könnten. Neuerdings werden die Türen ab einer gewissen Zeit mittels Zeitschaltungsprogramm vom System her automatisch verschlossen. Der kontrollierte Einlass von Personen ist durch das Personal jederzeit einfach möglich.

Automatiktüren aufgeschaltet. Das Personal wird dabei auch entlastet, Türen müssen nicht mehr händisch abgeschlossen werden, unerwartete Besucher haben keinen Zutritt und der Techniker vor Ort hat es einfacher, das Gebäude zu bewirtschaften. Bei der nächsten Wartungsrunde der Türen wird geprüft, welche Tür-Systeme sich mit geringem Aufwand mittels BACnet auf das PcVue-System aufschalten lassen. Somit ist eine schrittweise Anbindung des Gewerks „Türen“ einfach möglich.

Weitere Funktionen, die im Rahmen der Integration nun geändert wurden, sind: - zeitweises „Dauer offen“ für Türen im Innenbereich, somit werden die Zyklen (Bewegung der Tür) verringert - Anbindung der Wetterstation mit ihren Wetterdaten ermöglicht, dass die Türen dann entsprechend (beispielsweise bei starkem Wind) zu gehen bzw. auf Automatik umschalten

Weiterer Systemausbau angestrebt Nach der geplanten Übergabe des Leitsystems an die ITAbteilung des Krankhauses und der damit verbundenen Virtualisierung des Systems, stehen in naher Zukunft die Aufschaltung von weiteren GEZE-Automatiktüren, die Anbindung von Jalousiesteuerungen, sowie AV- und SV-Beleuchtung über KNX an das System an. Auch eine Integration von Außenstellen über das IOT-Protokoll LoRa, sowie die Einbindung der Videoüberwachung in PcVue spielen in den Überlegungen der Haustechnik eine Rolle. Des Weiteren ist ein neuer Gebäudeteil geplant, wo ebenfalls die dort geplante Eingangstüre via BACnet mit auf das System aufgeschaltet werden soll. All das ist mit der vielseitigen PcVue-Lösung einfach zu realisieren. Somit steht den Technikern vor Ort ein richtiges Allzweckwerkzeug zur Verfügung.

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Die ersten GEZE Türen sind nun in das PcVue-System dank der einfachen Integration angebunden. Es schafft mehr Transparenz, bietet mehr Komfort und vor allem macht es das Gebäude sicherer. Die Umbaumaßnahmen wurden dank der Technik im laufenden Betrieb durchgeführt, ohne dass die Bewirtschaftung des Gebäudes darunter litt. Es war dem Techniker vor Ort mit überschaubaren Investitionen möglich, eine intelligente Türsteuerung herzustellen. In der ersten Ausbaustufe wurden drei Türzentralen, drei Schleusen, eine Karusselltüre sowie einige anderen 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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NEUHEIT

Schematische Darstellung Türsystem bis zum BMS System.

Härtetest Corona-Krise Im Zuge der Corona-Krise im Frühjahr 2020 muss das Krankenhaus sein Konzept zum Gebäudeverschluss zeitnah anpassen. Die PcVue-Lösung unterstützt die Techniker bei der Umsetzung der neuen Anforderungen ideal. www.pcvuesolutions.com

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IT

AUF DEM WEG ZUR AUTONOMEN FERTIGUNG

Viele Industrieunternehmen planen die Umstellung auf die vollständig autonome Fertigung. Denn die Digitalisierung einer Fertigung, so die Überzeugung, wird zu Produktivitätssteigerungen führen. Da die Daten immer leichter auch produktionsübergreifend erhoben und ausgewertet werden können, lässt sich das Ziel einer vollständig autonomen Fertigung vermutlich schon in fünf Jahren erreichen. Die vorliegenden Ausführungen befassen sich damit, wie der Weg zur autonomen Fertigung typischerweise aussieht und welche Methoden und Ansätze sich in der Praxis bereits bewährt haben.

Ein Überblick über die Produktionssysteme im Kontext von Industrie 4.0 Wenn man das Konzept Industrie 4.0 genau verstehen will, muss man sich zunächst fragen, wie die neuen Produktionssysteme eigentlich entstanden sind und was bisher unternommen wurde, um Durchsatz und Effizienz in einer Fertigung zu steigern.

INFOS

Ein erster Schritt in Richtung autonome Fertigung wurde mit der robotergestützten Prozessautomatisierung ( R PA ) u n t e r n o m m e n . D a b e i w e r d e n s i c h wiederholende Arbeitsschritte automatisiert, um die Durchsatzrate zu verbessern. Interessant ist, dass dieser Automatisierungsschritt keineswegs zu Qualitätssteigerungen, sondern lediglich zu einer Verfestigung bestehender Abläufe führt, denn schließlich werden dabei repetitive Vorgänge bis ins 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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letzte Detail wiederholt. Mit der robotergestützten Prozessautomatisierung werden folglich zwar einerseits zehnmal so viele gute Teile produziert, andererseits steigt jedoch gleichzeitig auch die Fehlerquote. Wurden bislang bei einem bestimmten Teilprozess derzeit beispielsweise 1.000 fehlerhafte Teile produziert, sind es mit der RPA 10.000. Mit anderen Worten: Die Durchsatzrate steigt, was sehr zu begrüßen ist, nicht aber die Produktqualität. Im nächsten Schritt rückten die Hersteller von diesem einfachen Automatisierungskonzept ab und bezogen alle Prozessdaten stärker in die Planung und Programmierung ihrer Produktionssysteme ein. So konnten Produktionsabläufe durch den Rückgriff auf gesammelte Datensätze, die Nutzung Speicherprogrammierbarer Steuerungen (SPS) usw. sehr viel genauer analysiert werden. Dies führt dazu, dass die Abläufe genauer


überwacht werden können, wodurch wiederum weniger unterschiedliche Fehler auftreten und die Anzahl der Fehler insgesamt sinkt. Die Arbeit des Maschinenbedieners wird dadurch jedoch sehr anspruchsvoll, da er immer noch die letzte Kontrollinstanz ist. Weitere Verbesserungen lassen sich durch eine Beschleunigung dieser Automatisierungsprozesse erreichen. Zwar setzt dies ein tiefes Verständnis der gesamten Produktionsabläufe voraus, doch kommt man damit dem Ziel der vollständig autonomen Fertigung deutlich näher. Produktionssysteme müssen so flexibel gestaltet sein, dass Änderungen an einzelnen Teilschritten vorgenommen werden können, ohne dass dies zu Lasten der Qualität des Endprodukts ginge.

Knopfdruck einschalten ließe. Wie oben bereits erläutert, muss das KI-System einen Überblick über den gesamten Produktionsprozess behalten und den Mitarbeitern einer Produktionsanlage Vorschläge unterbreiten können, wie sich die Qualität weiter verbessern ließe. Nur so kann bei unterschiedlichsten Ausgangswerkstoffen und Aufgaben ein qualitativ hochwertiges Ergebnis erreicht und damit das wirtschaftliche Risiko der Fertigung reduziert werden. Ein geringerer Ausschuss führt zu einer Vergrößerung der Produktionskapazitäten sowie zu einer Zunahme an qualitativ hochwertigen Teilen. Letztlich lässt sich durch den Einsatz von KI also die Effizienz ganzer Produktionssysteme steigern.

Aktueller Stand der autonomen Fertigung Das Ziel der vollständig autonomen Fertigung ist in der Regel nur über etliche Umwege zu erreichen. Denn schließlich ist die autonome Produktionsanlage keine einfache Maschine, die sich mit einem einzigen

Zudem wird die Analyse und Auswertung der erhobenen Daten häufig durch die Komplexität der Produktionssysteme erschwert. Mit den klassischen Arbeitsmethoden eines Ingenieurs lassen sich die technischen Vorgänge meist nicht genau abbilden. Ein Modell, mit dem sich ein Werkstoff vom

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Ohne Zweifel werden die Produktionssysteme im Kontext von Industrie 4.0 in Zukunft immer flexibler. Bereits jetzt ist die Künstliche Intelligenz (KI) so weit entwickelt, dass Daten auch ohne menschliches Eingreifen vorausschauend, also noch schneller als in Echtzeit, korrigiert werden können, damit in bester Qualität, aber gleichzeitig zu möglichst niedrigen Kosten produziert werden kann.

In den meisten Fertigungsstätten wird heute im Laufe des Produktionsvorgangs eine Fülle an Daten erhoben und an die Konstruktions- oder Produktionsteams übermittelt. Ob sich diese Daten für eine Optimierung und Verbesserung der Produktionssysteme nutzen lassen, hängt immer noch ganz wesentlich vom Forschergeist der zuständigen Mitarbeiter ab. Eine ganzheitliche Betrachtung oder Nutzung der Daten, die den gesamten Produktionsprozess im Blick hätte, erfolgt in der Regel nicht.

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Anfang einer Produktionskette bis hin zu dessen Ende genau verfolgen ließe, wäre so vielschichtig und umfangreich, dass die üblicherweise verwendeten Analysemethoden an ihre Grenzen stoßen würden. Auch die Rückverfolgbarkeit eines Bauteils ließe sich aufgrund der Komplexität der Produktionsvorgänge so kaum erreichen. Nur wenn ein Produktionssystem immer wieder Proben entnehmen und dadurch den Weg jeder einzelnen Komponente aufzeichnen würde, wären die komplexen Produktionsvorgänge für den Menschen noch in einzelnen Schritten nachvollziehbar. Die Lösung für dieses vielschichtige Problem ist ein spezielles Prozessleitsystem EES (Expert Execution System). Mit diesem haben Hersteller gleichzeitig den Anfang und das Ende eines Produktionsprozesses im Blick, ohne jeden Produktionsschritt einzeln nachverfolgen zu müssen. Auf diese Weise wird das Problem etwas anders angegangen: Wenn in jedem einzelnen Produktionsabschnitt verstanden wird, wie es zu einem qualitativ hochwertigen Ergebnis kommt, können schließlich auch Qualitätssteigerungen für die gesamte Produktionskette erreicht werden.

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Einbindung bestehender Systeme Eine vollständige Automatisierung einer Produktion setzt in der Regel bei der herkömmlichen Produktion an. Im Unterschied zur letzteren erfolgt die Steuerung der Produktionsprozesse bei der vollständig autonomen Fertigung jedoch verstärkt über die erhobenen Produktionsund Qualitätsdaten, denn nur so lassen sich die gewünschten 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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Qualitätssteigerungen erreichen. Ausgangspunkt für eine vollständig autonome Fertigung ist also meist eine traditionelle Produktion mit manuellen Teilschritten. Allerdings ist auch der Aufbau einer neuen Produktionsstätte denkbar, in der von Anfang an ausschließlich vollständig automatisierte Fertigungsprozesse zum Einsatz kommen. Schließlich setzt diese lediglich einen umfangreichen Datensatz voraus, mit dem sich alle Produktionsprozesse hinreichend genau beschreiben lassen. Von rein reaktiven KI-Systemen hin zu präskriptiven KI-Anwendungen Ein reaktives KI-System entdeckt einen Qualitätsfehler oft erst am Ende der gesamten Produktionskette. Anschließend reagieren die Produktionsmitarbeiter und nehmen eine Reihe von Änderungen am System vor, um den Fehler für folgende Produktionszyklen zu korrigieren. Dieser Ansatz ist aus zwei Gründen problematisch: Erstens können die Mitarbeiter erst aktiv werden, wenn ein Fehler aufgetreten ist. Zweitens werden solange Waren minderwertiger Qualität produziert, bis die Fehlerursache behoben wurde. Ein präskriptives KI-System funktioniert ganz anders: Hier geht es immer darum, jetzt eine kleine Änderung vorzunehmen, um in Zukunft Qualitätsmängel vermeiden zu können. Allein aufgrund der zu erwartenden Qualitätseinbußen werden also bereits einige Korrekturmaßnahmen angeordnet, um so die Kosten für Ausschuss, Umprogrammierung usw. zu reduzieren. Kommt ein reaktives KI-System zum Einsatz, wird hingegen abgewartet, bis ein Problem auftritt und


dadurch Kosten entstehen, bevor korrigierend eingegriffen wird. Bewährte Maßnahmen für die Umstellung auf die vollständig autonome Fertigung Folgende zwei Maßnahmen sollten Hersteller ergreifen, um ihr Unternehmen auf die Umstellung auf die vollständig autonome Produktion vorzubereiten: Produktionsdaten erheben und speichern. Sobald in einer Fertigung Produktionsdaten erhoben und gespeichert werden, können diese auch für Optimierungsprozesse genutzt werden. Das ist das Wichtigste, was Hersteller für die Umstellung auf die vollständig autonome Fertigung zum jetzigen Zeitpunkt tun können, wenn sie noch nicht damit begonnen haben.

INFOS

Das Qualitätssystem verbessern. Wenn die Qualität verbessert werden soll, müssen alle Daten etwaiger Fehler genau aufgezeichnet werden (Art, Entstehungsort und genaue Beschreibung). Die alleinige Feststellung, dass ein Fehler aufgetreten ist, reicht nicht aus. Nur so kann das KI-System die Problemursache selbstständig erkennen und entsprechende Anweisungen für die Maschine oder den Bediener daraus ableiten. Dies führt letztlich zu einer Qualitätssteigerung. https://dataprophet.com

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MECHANISCHE BAUELEMENTE

ERMITTLUNG DER ELEKTRISCHEN NETZQUALITÄT EINFACH UND ZUVERLÄSSIG

LINAX PQ5000-MOBILE in der Anwendung mit einem Tablet ohne zusätzliche Software (integrierter Web-Browser). Auch die Ein-Drucktasten-Bedienung überzeugt dabei.

Neue Eigenschaften zahlen sich in der zertifizierten Netzqualitätsanalyse aus.

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uch in Zeiten von COVID-19 verfolgt die Camille Bauer Metrawatt zielstrebig ihre Verbesserungen und Neuheiten, die aus plausiblen Marktfeedbacks und internationalen Trends resultieren. Gerade in der Versorgungssicherheit im Bereich der Energieerzeugung, der Energieverteilung als auch des elektrischen Konsums kommt dem Thema der Netzqualität eine immer grössere Bedeutung zu. Hierzu leistet die Camille Bauer Metrawatt einen Beitrag, die Versorgungssicherheit durch passende Messtechnik zu garantieren und stetig zu verbessern.

INFOS

Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) Speziell bei mobilen Messungen der Netzqualität kann es durchaus vorkommen, dass die Versorgungsspannung kurzzeitig unterbrochen wird. Dies oftmals aus Gründen, die keine grosse Ursache haben, das Messergebnis allerdings stark beeinflussen. So kann es z. B. geschehen, dass der Netzstecker aus der Steckdose fällt oder durch Unachtsamkeit aus der Steckdose gezogen wird. Geschieht dies während einer Messkampagne, z. B. nach EN50160, wo regulär mit 7 Tagen angesetzt ist, wird das Mess-Resultat unbrauchbar. Aus diesem Grund hält die neu eingebaute USV beim LINAX PQ5000-MOBILE einen Spannungsausfall von 5 x 3 Minuten locker durch. Während einem Unterbruch ist demzufolge genügend Zeit, den Netzstecker wieder in die Steckdose zu führen und das Messgerät zeichnet 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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inzwischen unterbrechungsfrei weiterhin auf. Und dies bei einer Akku-Lebensdauer von ca. 3-5 Jahren. Somit sind nun alle Netzqualitätsanalyse-Geräte der Serie LINAX PQ mit als Option mit einer USV ausgestattet. Fernzugriff über sichere Verbindung Vermehrt ist in Applikationen zu erkennen, dass auch mobile Messungen in einem Remote-Verfahren abgehalten werden. Dies bedeutet, dass eine fachkundige Person vor Ort zwar die elektrische Installation zur Messung durchführt, eine andere Person an einem beliebigen anderen Ort jedoch die Messreihe startet, beendet als auch die Messdaten via Internet irgendwo in der Welt speichert. Und genau dabei stellt sich die Frage, wie eine solche Anwendung sicher appliziert werden kann. Camille Bauer Metrawatt führt hierzu einen sicheren Gateway-Zugang mit SIM-Karte ein. Dieser ermöglicht, dass Messungen zu jeder Zeit und von einem beliebigen Ort aus der Distanz durchgeführt werden können. Zudem sind Echtzeitdaten, z. B. aus dem Ereignisschreiber, die Energieflussdaten, Zwischenberichte, Alarme usw., jederzeit sicher einsehbar und führen dadurch zur frühzeitigen Erkennung der Netzqualität. Darüber hinaus können die statistischen Berichte, z. B. nach EN50160 über den VPN-


NEUHEIT

Das webbasierte User-Interface ist einheitlich auf der GerätePlattform der Camille Bauer Metrawatt aufgebaut. Dies ermöglicht dem Anwender, unterschiedliche Applikationen mittels einem Bedienkonzept auf einfachste Weise durchzuführen.

Tunnel ohne externe Software erzeugt werden. Nicht zuletzt können mittels der VPN-Verbindung die Messdaten an einem anderen Ort problemlos gesichert werden.

Ereignisse unmittelbar im Webbrowser zoomen, um in einer höheren Auflösung relevante Werte noch besser ablesen zu können.

Programmierbare Aufzeichnungsdauer der Ereignisse Neben den bestehenden Normen ist vermehrt festzustellen, das individuelle Parameter und Ergebnisse zur Auswertung und Analyse der Netzqualitätsdaten gewünscht werden. Dazu führt die Camille Bauer Metrawatt AG mehre Funktionalitäten neu ein. Zum einen kann die zeitliche Betrachtung der statistischen Konformitätsbewertung, z. B. nach EN50160, IEC61000-2-2, GB/T, IEEE519, kundenspezifisch etc., jetzt bis auf eine 10-Minuten-Basis herunter parametriert werden. Dies ermöglicht auch eine Kurzzeitbetrachtung der Netzqualität auf Grundlage bestehender Standards.

Alle die oben genannten Eigenschaften lassen sich einfach und bequem direkt am Display des LINAX PQ-Gerätes eingeben (sofern Display vorhanden). Noch einfacher geht es direkt am integrierten Web-Browser mittels einem PC, Laptop, Tablet oder Smartphone. Und dies alles ohne aufwendige und kostspielige Zusatzsoftware.

Des Weiteren wird im Bereich der ITIC-Kennlinie ein so genannter „No-Damage“-Bereich eingeführt. Der Beginn des „No-Damage“-Bereich der ITIC-Kennlinie kann per Konfiguration eingestellt werden. Die Grenze wird dabei aus einer Dropdown-Liste mit zwei Werten ausgewählt oder als Zahl zwischen 5…500ms eingegeben. Die ITIC-Kennlinie wird zudem im statistischen Konformitätsbericht immer mit ausgegeben.

INFOS

Um noch bessere Ablesbarkeit der Ereignisse zu ermöglichen, können Anwender zukünftig die ausgegebenen Grafiken im Rahmen einer programmierbaren Aufzeichnungsdauer einstellen. Dies beinhaltet die Werte RMS ½ ≤0.1ms vor und ≤180s nach der Auslösung eines PQ-Events. Zudem können die Abtastwerte von ≤0.1s vor und ≤0.5s nach Auslösung parametriert werden. Aufgesetzt darauf lassen sich die

IT-Security durch spezifische Schutzmassnahmen Um Bedrohungen wie Datendiebstahl, Datenmanipulation als auch Fehlbedienung zu reduzieren, wurden neue Schutzmechanismen eingeführt. Dazu zählen rollenbasierte Zugriffsrechte, die einen ungewollten Zugriff auf verschiedene Funktionen, Ansichten als auch Daten verhindern. Somit erhält jeder Anwender nur die Rechte, die zur Ausführung seiner Tätigkeit notwendig sind. Durch die Funktion„Audit-Log“ werden weiter sicherheitsrelevante Vorgänge protokolliert und auf einem Systemlogger sicher verwahrt. Das eingebaute „Syslog“ fungiert zudem als zentrale Netzwerküberwachung und es können bis zu 10 zugriffsberechtigte Klienten verwaltet werden. Aufgrund der webbasierten Bedienung wurde die Website mit einer zertifizierten Verschlüsselung versehen (https). Das RootZertifikat kann dabei auch kundenseitig erstellt werden. Somit gewährleisten diese spezifischen Schutzmassnahmen trotz hoher Sicherheit eine allerhöchste Variabilität. www.camillebauer.com

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MECHANISCHE BAUELEMENTE

DIE MAXXTURN 45: BEST PERFORMANCE – BEST PRICE

Maxxturn 45 in neuem Design

Mit der High-Performance-Drehmaschine MAXXTURN 45 bietet EMCO die perfekte Lösung für die wirtschaftliche Komplettbearbeitung von der Stange, mit der sich erhebliche Produktivitätssteigerungen erzielen lassen. Dafür sorgen hochdynamische Antriebssysteme. Angenehmer Nebeneffekt: die nötige Präzision und Steifigkeit für die Produktion aufwendiger Dreh- und Frästeile ist auch gewährleistet.

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INFOS

ie MAXXTURN Familie besteht inzwischen aus fünf Mitgliedern: der MAXXTURN 25, 45, 65, 95 und 110. Während die kleineren drei High-PerformanceDrehzentren mit der Gegenspindel die perfekte Lösung für die wirtschaftliche Komplettbearbeitung von Stangen- und Futterteilen darstellen, konzentrieren sich die MAXXTURN 95 und 110 auf die Zerspanung von Wellen- und Flanschteilen. Ausgestattet mit einer Y-Achse, angetriebenen Werkzeugen, einer hochgenauen C-Achse und sehr schnellen Eilgängen hat die MAXXTURN-Serie alles, was der Kunde braucht, um komplexe Dreh-Frästeile perfekt herzustellen.

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Umfangreiches Teilespektrum Je nach Ausführung bietet die MAXXTURN 45 die Grundlage für eine rationelle Teilefertigung von Präzisions- und Drehfrästeilen. Die Bandbreite der gefertigten Werkstücke reicht von Hydraulik-/Pneumatik-Komponenten über Maschinen sowie Motoren- und Fahrzeugteilen hin zu Elementen der Medizintechnik oder der Befestigungs- und Fördertechnik. Auch Gleit- und Wälzlagerteile uvm. können produziert werden. Individuelle Automatisierung Für die automatische Be- und Entladung steht ein Schwenklader zur Verfügung. Diese äußerst kompakte und integrierte Beladeeinrichtung wird über die Maschinensteuerung angesteuert. Eine Schwenkbewegung und eine Linearbewegung angetrieben mit Servomotoren garantieren einfaches und schnelles Rüsten. Vorgeformte Rohteile lassen sich somit auch lageorientiert in die Spannmittel einsetzen. Die Fertigteile werden nach der Fertigbearbeitung über die Teileauffangvorrichtung aus der Maschine transportiert und abgelegt.


Kurzstangenlader SL1200

Für die Stangenbearbeitung bietet EMCO zwei verschiedene Lader: Der Schwenklader als eine universelle Beladeeinrichtung für vorgeformte Rohteile jeder Art und den Kurzstangenlader SL1200 als perfekte Lösung zum automatischen Nachschieben und Nachladen von abgelängtem Stangenmaterial. Die Highlights der MAXXTURN-Bauserie Die Y-Achse ist bei der gesamten MAXXTURN-Serie in den Maschinenaufbau integriert. Dies garantiert maximale Stabilität sowie höchste Präzision aller gefertigten Teile. Die extrem breiten Führungsabstände der Y-Achse bewirken ein stabiles Drehen und geben dem Anwender noch mehr Möglichkeiten zur Komplettbearbeitung. Ein weiteres Highlight ist die kompakte Gegenspindel, die Werkstücke lageorientiert und bei höchster Genauigkeit für die Rückseitenbearbeitung übernehmen kann. Eine zweite Aufspannung und damit verbundene Liegezeiten werden vermieden. Dadurch werden deutliche Produktivitätssteigerungen und kürzere Teilelieferzeiten erreicht.

Im Rahmen des modularen Aufbaus kann der Kunde zwischen einer SIEMENS- (inkl. ShopTurnDialogoberfläche) oder einer FANUC- (mit Manual-Guide-iProgrammieroberfläche) Steuerung wählen. Technische Details / Das Maschinenkonzept der MAXXTURN Maschinenbett: Den Kern der Maschine stellt das 72°-Schrägbett. Die sehr steife und kompakte Stahl-Schweißkonstruktion bildet eine extrem solide Grundlage für eine ebenso präzise wie wirtschaftliche Fertigung. Die Vorteile des Stahls im Vergleich zum Maschinenguss liegen zum einen in der höheren Steifigkeit, zum anderen in dem besseren thermischen Verhalten der Drehmaschinen während der Warmlaufphase. Für eine optimale Dämpfung der bei der Zerspanung auftretenden Schwingungen und Resonanzen, wird das Maschinenbett der MAXXTURN 45 mit schwingungsabsorbierenden Spezialmaterial gefüllt. Ein perfektes Drehbild und beste Rundheitswerte sind die Folge.

INFOS

Der Werkzeugrevolver mit Ein-Motoren-Technik hält Platz für 12 VDI25 Werkzeughalter bereit. Jede Station kann angetriebene Werkzeuge aufnehmen. Ein Servomotor treibt die angetriebenen Werkzeuge bzw. die Schwenkbewegung. Die Werkzeughalter ausgestattet mit EMCO Ausrichtplatte

ermöglichen das einfache, wiederholgenaue Einsetzen der Werkzeuge ohne zeittreibenden Justieraufwand.

Armierungen sorgen für zusätzliche Steifigkeit in höher beanspruchten Zonen. Ausgestattet ist die MAXXTURN 45 mit verschleiß- und spielfreien Rollenführungen. Diese 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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werden mit höchstmöglicher Vorspannung geliefert und auf hochpräzisen, geschliffenen Auflageflächen verschraubt. Perfekte Führungseigenschaften ohne Stick-Slipp-Effekt garantieren beste Oberflächenqualitäten am gefertigten Werkstück. Abdeckungen an den Führungsbahnen sowie zusätzliche Teleskopabdeckungen aus Niro erhöhen die Betriebssicherheit und Lebensdauer.

Gegenspindel Bei der MAXXTURN 45 S mit Gegenspindel sitzt der Gegenspindelstock auf einer eigenen Rollenführungsbahn und kann über eine Länge von 510 mm automatisch verfahren werden. Ein hubüberwachter Teile-Ausstoßer, mit Kühlmittel durchflutet, sorgt für einen sicheren Abtransport der Fertigteile.

Hauptspindel Die hohe Antriebsleistung der Spindel, verbunden mit optimalen Drehmomentverläufen, sichert die Wirtschaftlichkeit sowohl bei der Stahl-Zerspanung als auch bei der Hochgeschwindigkeitszerspanung von Aluminium. Die Hauptspindel gewährleistet einen Stangendurchlass von bis zu 45 mm und ist in extra groß dimensionierten Präzisionslagern gelagert. Diese ermöglichen einen besonders großen Drehzahlbereich verbunden mit extrem guten Rundlaufeigenschaften. Ein symmetrisch aufgebauter Spindelstock mit angebrachten Kühlrippen sorgt für eine optimale Thermostabilität.

Werkzeugträger Der Werkzeugträger besteht aus einem 12-fach VDI25 Radialrevolver mit Ein-Motoren-Technik und Schnellwechselsystem. Sämtliche 12 Stationen können angetriebene Werkzeughalter aufnehmen. Ein Servomotor treibt die angetriebenen Werkzeuge bzw. die Schwenkbewegung an. Mittels Vorschub-Override-Schalter kann der Maschinenbediener die Schwenkgeschwindigkeit zu jeder Zeit beeinflussen. Der Revolver ist an beiden Spindeln verwendbar und durchschaltend mit Richtungslogik, somit schwenkt er immer über den kürzesten Weg auf das nächste Werkzeug. Die Werkzeughalter, ausgestattet mit der EMCO Ausrichtplatte und DIN 5480 Kupplung, ermöglichen das einfache, wiederholgenaue Einsetzen der Werkzeuge ohne zeittreibenden Justieraufwand.

INFOS

Reitstock Bei der MAXXTURN 45 mit Reitstock wird dieser auf die Rollenführungsbahn aufgebaut und kann über eine Länge von 510 mm automatisch verfahren werden. Der Rollkörner mit MK4 Schaft wird direkt in den Reitstock eingesetzt und kann mittels eines Abdrückkeils entfernt werden.

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C-Achse / Hauptspindel (je nach Ausführung) Die C-Achse ist ein Bestandteil der Grundmaschinenausstattung. Sie erlaubt das Positionieren der Spindel innerhalb einer Auflösung von 0,001°. Ein direkt aufgesetzter, berührungsloser Drehgeber ohne Riementrieb


garantiert eine präzise C-Achse und gewährleistet konturgenaues Fräsen. Zusätzlich kann mit Hilfe einer Spindelbremse die Position der Hauptspindel für Bohr- und Fräsoperationen geklemmt werden. Y-Achse (je nach Ausführung) Die Y-Achse ist im Grundmaschinenaufbau integriert und 90° zur X-Achse angestellt. Extrem kurze Auskraglängen stellen die Basis für solide Dreh- und Bohroperationen sowie störkonturfreie Fräsoperationen dar. Vorschubantriebe Hochdynamische Drehstromantriebe in allen Linearachsen mit vorgespannten Kugelumlaufspindeln sorgen für hohe Vorschubkräfte und wiederholgenaues Positionieren. Messsystem Inkrementelle Messsysteme im Vorschubmotor sind in allen Linearachsen eingebaut. Spanneinrichtung Bei der Spanneinrichtung handelt es sich um ein hydraulisches Hohlspannsystem mit Stangendurchlass bis ø 45 mm inklusive programmierbarer Spannhubüberwachung und direktem Messsystem. Das zeitraubende Umstellen mit dem Werkzeug wird damit durch ein einfaches Anlernen im Teach-In-Mode ersetzt. Schmierung Die Schmierung der MAXXTURN 45 erfolgt über eine automatische Zentralschmiereinrichtung mit verbrauchsoptimierter Impulsschmierung dank der integrierten Druck- und Mengenüberwachung. Kühlmitteleinrichtung Eine zentrale Kühlmittelversorgung durch die VDISchnittstelle am Revolver und durch die Werkzeughalter garantiert die optimale Kühlung und Schmierung des Zerspanungsprozess. Zudem ist eine zusätzliche Kühlmittelleitung zum Reinigen der Spannmittel und des Arbeitsraumes eingebaut. Hydraulikeinrichtung Bei der Hydraulikeinrichtung handelt es sich um eine Hochdruck-Kompakthydraulik mit Pumpe und Feinfilterung in der Druckleitung, mit welcher der Spanndruck feinfühliger eingestellt werden kann. Dies bildet die Voraussetzung zur Spannung von filigranen Werkstücken auf der Haupt- und Gegenspindel. Dank ihrer kompakten Bauweise benötigt sie nur eine geringe Aufstellfläche. Maschinenabdeckung Die Abdeckung der Maschine beinhaltet eine geschlossene Maschinenverkleidung mit endlagenüberwachter Späneschutztür an der Bedienerseite und ein großzügig dimensioniertes Sichtfenster aus Verbundsicherheitsglas.

EMCONNECT EMCONNECT steht für Konnektivität und Vernetzung des Produktionsumfelds und ist ein digitaler ProzessAssistent für die umfassende Integration von kundenund systemspezifischen Applikationen rund um die

Mit EMCONNECT hat der Anwender Zugriff auf wichtige Zusatzfunktionen direkt am Bedienpult. Das heißt, der Zugang zu allen wichtigen Informationen, Daten und Systemen erfolgt direkt und zentral an der Maschine. Mit dem modularen System von EMCO lassen sich auch projektund kundenspezifische Applikationen besonders flexibel umsetzen. EMCONNECT ist somit der Schlüssel für optimale Arbeitsabläufe und erhöhte Produktivität. Die Auswahl der verfügbaren Apps wird laufend erweitert. So steht zum Beispiel ab sofort die Option Shopfloor Data für die Maschinen- und Betriebsdatenerfassung (MDE/BDE) zur Verfügung. Mit ihr ist die umfassende Überwachung aller Maschinen und Organisation der Abläufe im Produktionsbereich gegeben. Dieses Produkt zeichnet insbesondere auch die Maschinen- und Herstellerunabhängigkeit sowie der mobile Zugriff auf den Maschinenstatus per Smartphone oder Tablet aus. In Vorbereitung befindet sich der EMCONNECT Data Service für die gezielte, vorbeugende Wartung, um die Maschinenstillstandzeiten auf ein Minimum zu reduzieren. Auch diese Anwendung und die damit verbundenen neuen Möglichkeiten, um weiteres Optimierungspotential im Produktionsprozess zu heben, zeigen wir Ihnen gerne in einer ersten Version auf unserem Messestand. Technische Kerndaten: MAXXTURN 45 Max. Stangendurchlass [mm

Ø45 (Option: Ø 51)

Max. Drehzahl [U/min] Hauptspindel Gegenspindel angetriebene Werkzeuge

0 - 7000 0 - 7000 0 - 8000

Max. Antriebsleistung [kW] Hauptspindel / Gegenspindel (Siemens bzw. Fanuc)

15 / 15

Max. Verfahrweg [mm] X 160 Y +40 / -30 Z 510 Eilgangsgeschwindigkeit X/Y/Z [m/min] 24 / 10 / 30 Anzahl Werkzeugaufnahmen

12 x VDI 25

Anzahl der angetriebenen Positionen 12 Maschinenversionen: • Auswahl der Steuerung: Fanuc oder Siemens • M T 45 MY: Reitstockversion mit angetriebenen Werkzeugen und Y-Achse • MT 45 S: Gegenspindelversion ohne angetriebene Werkzeuge • MT 45 SM: Gegenspindelversion mit angetriebenen Werkzeugen • MT 45 SMY: Gegenspindelversion mit angetriebenen Werkzeugen und mit Y-Achse

INFOS

Fertigteilabholeinrichtung (Option) Zur Entsorgung der Fertigteile aus der Haupt- bzw. Gegenspindel dient die pneumatisch betätigte Abholeinrichtung. Die Teile gelangen schonend in eine Fertigteilbox außerhalb des Arbeitsraumes. Maximale Fertigteillänge 120 mm; max. ø 45 mm; max. Gewicht: 2 kg

Maschinensteuerung und den Produktionsablauf. Der Anwender und seine Anforderungen stehen im Mittelpunkt der Bedienabläufe: dabei sollen die Arbeitsvorgänge effizienter gestaltet und die gewohnt hohe Zuverlässigkeit der Maschinen in allen Betriebsarten beibehalten werden.

www.emco-world.com 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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MECHANISCHE BAUELEMENTE

GERÄUSCHREDUZIERTER DIREKTANTRIEB FÜR MOBILE ROBOTER

Autonomer Serviceroboter mit dem von NSK entwickelten Direktantrieb.

Mobile Roboter erobern immer mehr Einsatzbereiche – in der Industrie, aber auch bei Serviceaufgaben zum Beispiel in Krankenhäusern, Büros und Bibliotheken. Für Anwendungen, die einen geräuscharmen Betrieb bei Lasten bis zu 100 kg erfordern, hat NSK einen innovativen Direktantrieb für autonome Roboter entwickelt.

D

er Markt der mobilen Robotik wächst geradezu rasant. Die Entwicklungssprünge in Bereichen wie Umfelderkennung, Navigation und Künstlicher Intelligenz haben zur Folge, dass sich die mobilen Einheiten – als autonome oder kollaborative Roboter – immer häufiger in unmittelbarer Nähe von Menschen bewegen und aufhalten.

Bei solchen Einsätzen wird die Geräuschentwicklung der Fahrantriebe von mobilen Robotern oder Fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) oft als störend empfunden. In Büros, Dienstleistungsunternehmen und öffentliche Einrichtungen müssen die Fahrzeuge so leise sein, dass sie z.B. nicht die Konzentration von arbeitenden Menschen beeinträchtigen.

INFOS

Für exakt dieses Anforderungsprofil hat NSK ein neues Antriebssystem entwickelt. Basis der Entwicklung ist der Megatorque-Motor von NSK, der hier erstmals als Radantrieb zum Einsatz kommt und direkt, d.h. ohne Getriebe, das Rad antreibt. Die Steuereinheit wirkt dabei auf zwei Radeinheiten. Beide sind mit Sensoren ausgestattet, die u.a. die Drehzahl, Beschleunigung und die Lage erfassen. Die Signale der Sensoren können z.B. von einem On-BoardPC ausgewertet werden. Bei der Entwicklung des Systems konnten die NSKIngenieure auf eine breite Palette vorhandener Technologien und Systembausteine in den Bereichen Mechatronik, 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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Die neuen Direktantriebe sind deutlich leiser als ein konventioneller FTF-Antrieb.

Tandem-Einheit der neuen Direktantriebe mit zugehöriger Steuerung.

Steuerungstechnik und Software zurückgreifen. Außerdem hat NSK in der Vergangenheit bereits mehrere mobile Assistenzroboter entwickelt. Zur Arbeit der Ingenieure in diesem Projekt gehörte es auch, potenzielle Anwender z.B. in Krankenhäusern und Bibliotheken nach ihren Anforderungen an mobile Robotik zu befragen. Schließlich sollte das Ergebnis der Entwicklungsarbeit nicht nur die technischen Möglichkeiten der Antriebstechnik bestmöglich nutzen, sondern dem Anwender auch eine wirklich praxisgerechte Lösung von hohem Nutzwert bieten. Die Radeinheit ist nicht nur geräuscharm. Sie erfüllt auch alle einschlägigen Sicherheitsanforderungen für den Betrieb in der Nähe von Personen. Zu den Sicherheitsmerkmalen gehören das sichere Anhalten beim Erkennen eines Hindernisses und die Möglichkeit, den Antrieb bei Unregelmäßigkeiten einfach manuell rückwärts zu bewegen.

INFOS

Mit diesem Eigenschaftsprofil eignet sich die neue Antriebseinheit u.a. für den Einsatz in Servicerobotern, Power-Assist-Schubwagen und anderen kollaborativen Roboter-Anwendungen („Cobots“). www.nskeurope.de

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MECHANISCHE BAUELEMENTE

FEINTOOL ERSCHLIESST ASIATISCHEN MARKT VON E-MOTOR-KOMPONENTEN

Standort Taicang.

Neben Deutschland wird das Technologieunternehmen in 2020 auch im Zukunftsmarkt China ElektroblechKomponenten für e-Motoren anbieten. Am bestehenden Standort Taicang, nahe Shanghai, werden erste Produktionslinien aufgebaut.

D

er chinesische Automobilmarkt wird langfristig wachsen. Um dieser Entwicklung – insbesondere derjenigen der alternativen Antriebe – Rechnung zu tragen, verstärkt Feintool sein Engagement und etabliert die Technologie zur Herstellung von Rotoren und Statoren für e-Motoren in China. In einem ersten Schritt werden im bestehenden Produktionswerk in Taicang zwei Schnellläuferpressen aufgebaut, welche im Laufe des Jahres den Betrieb aufnehmen.

INFOS

„Wir verfolgen mit diesem Schritt die langfristige Strategie, das Know-how der Kernkompetenzen unserer Technologien Feinschneiden, Umformen und Elektroblechstanzen unseren Kunden weltweit anzubieten. Im Elektroblechstanzen sehen wir enormes Potenzial, insbesondere in China“, sagt Knut Zimmer, CEO der FeintoolGruppe. Marcel Pernici, Leiter Teilegeschäft Asien ergänzt: „Lokalisierungen von Technologien sind eine grosse Stärke von Feintool. Der Ausbau in China vereint die globale Ausrichtung und lokale Ver-ankerung von Feintool. Das Know-how stammt vom Standort System Parts Jessen, die 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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Werkzeuge werden künftig in Europa und Asien gefertigt und die Teile schliesslich in China produziert.“ Die Kompetenz im e-Mobilitätsbereich hat Feintool 2018 durch die Übernahme des deutschen Spezialisten für Stanzpaketieren von Elektroblechen strategisch erweitert. Eine modernisierte Infrastruktur, das langjährige Knowhow sowie die Internationalität haben dazu geführt, dass Feintool seit 2019 unter anderem einen Vorserienauftrag für den Hauptantrieb von e-Motoren mit einem namhaften europäischen OEM realisiert. www.feintool.com


Knut Zimmer

Marcel Pernici

Standort System Parts Jessen.

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MECHANISCHE BAUELEMENTE

ULTRA 80: EIN NEUES STANGENLADEMAGAZIN DER LNS-GRUPPE

Das neue Produkt des Schweizer Herstellers ist weit mehr als eine einfache Weiterentwicklung der SprintBaureihe. Vielmehr kommt das ULTRA 80 einer wahren Revolution im Bereich der Stangenladesysteme gleich.

INFOS

Ein besonders großer Basisträger LNS beschritt bei den Stangenladesystemen ganz neue Wege. Die LNS-Gruppe war das erste Unternehmen, das seine Stangenlademagazine mit einer äußerst starren, 700 kg schweren Unterkonstruktion aus Mineralguss ausstattete. Allein schon durch die große Masse kann das Gerät sehr gut in Position gehalten werden. Zudem werden die von der rotierenden Stange erzeugten Vibrationen so gut gedämpft, dass eine ausgezeichnete Bearbeitungsqualität sichergestellt werden kann. Der Basisträger wird nach einem von der LNS-Gruppe entwickelten, patentierten Verfahren hergestellt. Dabei werden die Metallplatten und zusätzlichen Anschlussteile so in der Form positioniert, dass sie nach dem Gießen exakt an der richtigen Stelle und präzise ausgerichtet sind. Alle wesentlichen Komponenten der Maschine sind so genau konstruiert, dass mit äußerster Präzision gedreht werden kann und keine Anschlussbearbeitung mehr erforderlich ist. Das Stangenlademagazin wiegt bis zu zwei Tonnen und läuft selbst dann äußerst ruhig, wenn Langstangen mit einem Durchmesser von 80 mm und einem Gewicht von über 160 kg zu bearbeiten sind.

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Die Frontauflage Einige Kunden hatten angemerkt, dass die Maschinenbediener häufig die Führungsschienen neu einstellen müssten. Vor diesem Hintergrund entwickelte die LNS-Gruppe ein hochflexibles Frontauflagesystem, das den Stangendurchmesser automatisch misst und Stangen mit einem beliebigen Durchmesser vor der Drehbearbeitung entsprechend den Messergebnissen genau zentriert. Dadurch müssen keine Führungselemente mehr ausgetauscht werden. Diese neuartige, patentierte Frontauflage stellt eine ideale Ergänzung zur Hydrobar-Technologie dar, mit der das ULTRA 80 selbstverständlich ebenfalls ausgestattet ist, um eine optimale Führung der Stangen gewährleisten zu können. Bei der Hydrobar-Technologie, mit der sich die LNS-Gruppe einen Ruf als führender Anbieter von Stangenladesystemen aufgebaut hat, wird in die Führungselemente ständig unter Druck Öl eingespeist. Der so entstehende Ölfilm trägt dazu bei, dass die zu bearbeitenden Stangen stets genau in der Mitte des Führungskanäle zentriert werden.


Zahlreiche weitere Neuerungen des ULTRA 80 Das Bedienpult des ULTRA 80 verfügt über einen großen Farb-Touchscreen und bietet eine nutzerfreundliche, intuitiv konzipierte Menüführung, in der sich der Bediener mühelos zurechtfindet. Alle Informationen werden auch grafisch dargestellt, etwaige Benachrichtigungen und Warnungen erfolgen nicht nur über eine Textnachricht, sondern werden zusätzlich auch optisch hervorgehoben. Auf diese Weise kann der Bediener gleich die entsprechenden Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität oder auch sinnvoll erscheinende Sicherheitsvorkehrungen treffen. Das ULTRA 80 ist in zwei Ausführungen erhältlich. Je nach den Gegebenheiten vor Ort kann der Kunde wählen zwischen einer Version mit integrierter Beladerampe oder einer Variante mit externem Lift. Das großzügig dimensionierte Be- und Entladesystem lässt sich an alle auf dem Markt erhältlichen Spannelemente anpassen.

INFOS

Dank der zahlreichen Innovationen des neuen Stangenlademagazins können die Kunden der LNSGruppe die Sicherheit in ihren Betrieben verbessern und Produktivitätssteigerungen erzielen. https://lns-europe.com

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OPTIMIEREN SIE IHRE INTERNATIONALE PR UND WERBUNG FÜR DEN INDUSTRIELLEN MARKT!

Internationalität Mehr als 100 Mitarbeiter in 35 Ländern die eine starke Beziehung zu lokalen Medien sichern. Mepax zeichnet sich durch sein umfangreiches Medienwissen und die Fähigkeit aus, die besten internationalen Online-/PrintWerbeoptionen auszuwählen. Die PR kann in 35 Sprachen übersetzt werden.

Hervorragende Ergebnisse 35.000 Artikel im Jahr 2019 veröffentlichte Artikel : EMEA: 48% - Asien: 31% - Amerika: 21%. Die meisten Artikel sind in den weltweiten Top 1000 Medien veröffentlicht.

Optimierte Prozesse Mit einem bewährten Verfahren für mehr als 120 aktive Kunden können wir uns auf alle spezifischen Kundenbedürfnisse mit höchster Zuverlässigkeit einstellen. Wir haben im Haus modernste, der PR gewidmete ERP entwickelt, wodurch die Transparenz des Online-Reports in Echtzeit gewährleistet wird. Internationales Medienmanagement wird dadurch einfach, schnell und effizient für optimale Ergebnisse.

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MECHANISCHE BAUELEMENTE

NEUER VIERTELDREH-VERSCHLUSS VON SOUTHCO ZUR NUTZUNG AUF BESCHRÄNKTEM RAUM

Southco hat sein Sortiment der DZUS® Vierteldreh-Verschlüsse um ein Produkt erweitert, das die Anwender mit einer schnellen Vierteldrehung auch auf beschränkten Raum schnell schließen und öffnen können. Southco’s DZUS® D9-52 Tech Line-Vierteldreh-Verschluss verfügt über einen reduzierten Kopfdurchmesser, der eine Installation auf engem Raum und einen schnellen Zugriff mit Hand- oder Werkzeugbetätigung ermöglicht.

S

„Mit seinem kompakten Design und der einfachen und schnellen Bedienung durch eine Vierteldrehung spart Southco's neuer DZUS® D9-52 Tech Line VierteldrehVerschluss Zeit und gewährleistet dem Endanwender eine effiziente Konnektivität in Serverschrank und Telekommunikationsanwendungen“, sagte Global Product Manager Jim Grady. www.southco.com

INFOS

outhco's DZUS® D9-52 Tech Line-VierteldrehVerschluss ist als unverlierbarer, mit Sprungfeder ausgestatteter Verschluss konzipiert, der präzises und sicheres Einrasten sowie Vibrationsbeständigkeit garantiert und Schäden durch Überdrehen des Verschlusses vermeidet. Die Verschlüsse der DZUS® D9 Tech Line sind für die Installation mit Einpresshülse und Niethülse erhältlich und verfügen über eine große Auswahl an Zapfenlängen und Gegenstücken für verschiedene Plattenstärken. Der DZUS® D9-52 Tech Line-Vierteldreh-Verschluss ist in korrsionsbeständigem Edelstahl und optional mit UVbeständigen Schutzkappen in Prismafarben erhältlich, die dem Anwender eine einfache Unterscheidung verschiedener Anwendungszonen ermöglichen.

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MESSTECHNIK

ROHDE & SCHWARZ UND DECAWAVE KOOPERIEREN BEI DER ENTWICKLUNG VON TESTFUNKTIONALITÄT FÜR ULTRA-WIDEBANDTECHNOLOGIEN

Rohde & Schwarz und Decawave demonstrieren Testlösungen für die neue Generation von Decawave Ultra-Wideband (UWB) Produkten in Kombination mit einem Radio Communication Tester der neuesten Generation, dem R&S CMP200. Mit der vorgestellten Lösung adressieren beide Unternehmen Hersteller, die Wireless-Produkte basierend auf der UWB-Technologie planen, welche präzise Standortbestimmungen (Location Based Services, LBS) ermöglichen.

D INFOS

er Messtechnikexperte Rohde & Schwarz und der UWB-Technologiespezialist Decawave haben gemeinsam Messtechnikfunktionen zum Testen von UWB-Funktionalität in Chipsets und Komplettgeräten für Fertigungslinien entwickelt. Dabei steuerte Decawave sein Know-How hinsichtlich der erforderlichen Teststrategie und Testverfahren bei, sowie den Decawave Chip DW3000 als Testobjekt. Rohde & Schwarz hat seinen R&S CMP200 Radio Communication Tester um UWB-Testfunktionalität erweitert. Damit ist der R&S CMP200 die einzige Testlösung auf dem Markt, die HF-Tests für die Entwicklung und Produktion sowohl für 5G FR2 als auch für UWB-Funktionen zur Verfügung stellt.

Die UWB-Technologie basiert auf den IEEE-Normen 802.15.4a und 802.15.4z und ermöglicht zentimetergenaue Standortmessungen bei Entfernungen bis zu 75 Metern. UWB bietet darüber hinaus eine sichere Datenkommunikation mit Übertragungsraten bis zu 27 Mbps bei sehr geringem Stromverbrauch. Die UWB-Technologie eignet sich damit ideal für die Implementierung latenzarmer, hochpräziser, zuverlässiger und sicherer Lokalisierungsdienste im näheren Umfeld. Sie eröffnet neue Möglichkeiten in den Bereichen Mobilfunk, Automotive, IoT- und Industry 4.0-Anwendungen. Dank ihrer sehr hohen Bandbreite und sehr niedrigen spektralen Leistungsdichte können UWBSignale das Spektrum zusammen mit anderen Schmalund Breitbandsystemen nutzen, ohne Störungen zu verursachen. Die Normen 802.15.4a/z decken mehrere Frequenzbänder ab. Decawave ist Gründungsmitglied der UWB Alliance und liefert bereits Produkte, die Frequenzen von 3,5 GHz bis 6,5 GHz nutzen. Mittlerweile konzentriert sich das

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Interesse jedoch auf das High-Band mit definierten Kanälen zwischen 5,8 GHz und 10,6 GHz. Das High-Band unterstützt die Übertragung höherer Leistungen und ermöglicht somit größere Reichweiten. Das Chipset DW3000 soll auf den UWB-Kanälen 5 und 9 im High-Band mit einer Bandbreite von 500 MHz arbeiten.

auch für 5G FR2-Technologien in einem einzigen Gerät zur Verfügung.

Anton Messmer, Leiter Fachgebiet Mobilfunk-Messtechnik bei Rohde & Schwarz, sagt: „Für die Fertigstellung ihrer UWB-Produkte erwarten OEM- und ODM-Kunden, dass auch entsprechende Messtechnik zur Verfügung steht, die ihre spezifischen Produktionsanforderungen erfüllt.“ Jeff Clancy, Vice President of Engineering bei Decawave, meint: „Die Kooperation unserer Unternehmen ermöglicht es unseren Kunden, Produkte in hohen Stückzahlen effizient und schneller auf den Markt zu bringen. Wir freuen uns, mit Rohde & Schwarz zusammenzuarbeiten und mit unserer Kompetenz dazu beizutragen, dass ihre Lösungen die Testanforderungen für UWB-Ökosysteme erfüllen.”

Für mehr Informationen zu Decawave besuchen Sie www.decawave.com

Weitere Informationen zum R&S CMP200 Radio Communication Tester unter: www.rohde-schwarz.com/product/cmp200

INFOS

Der R&S CMP200 Radio Communication Tester erfüllt im Standalone-Modus die HF-Testanforderungen für Geräte, die im Frequenzbereich von 6 GHz bis 20 GHz arbeiten. Zusammen mit dem R&S CMPHEAD30 Remote RadioHead erweitert sich der Einsatzbereich auf die wichtigen 5G FR2Bänder von 28 GHz bis 39 GHz. Der R&S CMP200 von Rohde & Schwarz stellt damit als einziges Messgerät auf dem Markt Tests für Entwicklung und Produktion sowohl für UWB- als 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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RÜCKVERFOLGBARKEIT

RÜCKVERFOLGBARKEIT IN DER MEDIZINTECHNIK - EINE BESONDERE HERAUSFORDERUNG

Genauigkeit, Effizienz und Sicherheit – Darum geht es heute in jedem modernen Technologieunternehmen. Insbesondere in der Medizintechnik wurden zahlreiche Normen eingeführt, die eine hohe Zuverlässigkeit aller verwendeten Komponenten gewährleisten sollen. In den letzten Jahren wurde daher unter anderem an einer Verbesserung der Rückverfolgbarkeit der Komponenten gearbeitet.

D

INFOS

ie Beschriftungen, die auf die verschiedenen Komponenten aufgebracht werden, geben zum einen Auskunft über den Hersteller, enthalten zum anderen aber auch weitere Informationen wie die Seriennummer oder das Verfallsdatum der Komponenten. Genaue Vorgaben für die Markierung von Medizinprodukten liefern das in den USA entwickelte UDI-System (UDI Unique Device Identification) sowie die EU-Verordnung über Medizinprodukte MDR (Medical Device Regulation). Nur Komponenten, die gemäß diesen Vorschriften gekennzeichnet sind, können in den USA und Europa vertrieben werden.

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So unterschiedlich die einzelnen medizinischen Fachgebiete sind, so zahlreich sind auch die zu kennzeichnenden Komponenten. So müssen beispielsweise chirurgische Instrumente wie Skalpelle oder Operationsmesser ebenso gekennzeichnet werden wie Prothesen oder Orthesen aus Stahl, Kobalt, Keramik oder Biomaterial. Auch Zahnimplantate, die häufig aus Titan bestehen, sowie Hörgeräte oder Herzschrittmacher sind nach strengen Vorgaben zu beschriften. Um die einzelnen Komponenten von der Produktion über den Vertrieb bis hin zu ihrem späteren Einsatzort genau identifizieren und nachverfolgen zu können, muss die Kennzeichnung aus zwei Teilen bestehen – einem maschinenlesbaren Barcode oder Datamatrix-Code und einer Kombination aus Zahlen und Buchstaben, die vom Menschen entziffert werden kann. Außerdem wird nicht selten auch ein Logo aufgebracht. Dies erfolgt allerdings eher aus ästhetischen Gründen als aus praktischen Erwägungen.


Aufgrund der Beschaffenheit der medizintechnischen Komponenten und der besonderen Anforderungen vor Ort erweist sich eine Kennzeichnung oft als äußerst anspruchsvoll. So bestehen medizinische Geräte häufig aus mehreren, noch dazu sehr unterschiedlichen Materialien, die bei der Markierung unterschiedlich behandelt werden müssen. (Stahl, Titan, Edelstahl, Keramik, verschiedenen Legierungen, Biomaterialien usw.) Zudem sind präzisionsgefertigte medizintechnische Produkte und medizinische Geräte oft klein und lassen daher nur sehr wenig Platz für eine Markierung. Doch selbst wenn die Markierfenster winzig sind, muss die Kennzeichnung kontrastreich und gut sichtbar sein, damit sie sowohl von einem Scanner als auch vom Menschen erkannt und gelesen werden kann.

Im Laufe seiner 30-jährigen Firmengeschichte hat SIC MARKING umfangreiches Fachwissen auf dem Gebiet der Lasermarkierung erworben. Kernstück der neuesten Lasertechnologie ist ein stark gebündelter, hochfrequenter Laserstrahl, der verstärkt und auf das zu markierende Teil fokussiert wird. Sobald der Laserstrahl auf das Werkstück trifft, kommt es zu einer chemischen Reaktion.

INFOS

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass bei der Kennzeichnung weder die Komponente als Ganzes zu stark belastet noch die Oberfläche im Besonderen verändert werden darf. Wichtig ist dies vor allem bei Knochenprothesen, die im Laufe ihres häufig langen Einsatzes stark beansprucht werden. Darüber hinaus sollte man auch nicht vergessen, dass medizinische Geräte verschiedenen Oberflächenbehandlungen unterzogen und immer wieder sterilisiert werden. Folglich muss deren Kennzeichnung besonders widerstandsfähig und dauerhaft sein.

Benoit Massel, zuständig für den Bereich Lasermarkiertechnik bei SIC MARKING, erklärt: „Eine dauerhafte Kennzeichnung von medizintechnischen Komponenten mittels Lasertechnologie ist insofern besonders anspruchsvoll, als einerseits eine kontrastreiche Markierung erzielt werden soll, andererseits aber die Oberflächenqualität der Teile nicht beeinträchtigt werden darf, da diese auch den nachfolgenden Passivierungsverfahren standhalten muss. Zudem sind die unterschiedlichsten Werkstoffe (Polymere, Metalle usw.) zu kennzeichnen.“   Lasermarkierung, die beste Lösung für den medizinischen Bereich Aus den oben genannten Gründen ist die Rückverfolgbarkeit von medizinischen Geräten technisch gesehen eine besondere Herausforderung. SIC MARKING, weltweit führend bei Markier- und Nachverfolgungslösungen, hat es sich daher zum Ziel gesetzt, Geräte zu entwickeln und anzubieten, die den komplexen Anforderungen in der Medizintechnik gerecht werden.

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Dank ihrer nicht zu unterschätzenden Vorteile finden Lasermarkierlösungen bei Herstellern medizintechnischer Produkte immer stärkere Verbreitung. Sie eignen sich für die Kennzeichnung von Objekten aus unterschiedlichsten Werkstoffen mit Barcodes, Datamatrix-Codes, alphanumerischen Zeichen und Logos. Jede Markierung ist so kontrastreich und dauerhaft, dass sie auch bei einer langen Einsatzdauer des Gerätes jederzeit mühelos gelesen werden kann. Eine optimale Rückverfolgbarkeit ist folglich gewährleistet. Zudem kann die Lasermarkierung auch als besonders sicheres Verfahren angesehen werden, da die Material- und Oberflächeneigenschaften des Werkstücks in keinster Weise beeinträchtigt werden, somit alle Hygienevorschriften eingehalten werden können. Und das ist im medizinischen Bereich von zentraler Bedeutung.

INFOS

Die Lasermarkiergeräte von SIC MARKING lassen sich mühelos an die jeweiligen Gegebenheiten und Anforderungen vor Ort anpassen, und das unabhängig davon, welche Kennzeichnung vorgenommen werden soll, welche Teile zu beschriften sind und wie viele Werkstücke markiert werden müssen. Alle Lasermarkiergeräte sind mit verschiedenen Funktionen erhältlich: - D ie integrierte 3D-Funktion eignet sich auch für die Markierung komplex geformter Teile. Etwaige Höhenunterschiede werden ausgeglichen. Auch gebogene oder geneigte Flächen lassen sich mühelos kennzeichnen. 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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- Durch das eingebaute optische System können Barcodes und Datamatrix-Codes schnell und zuverlässig ausgelesen werden. - Dank der integrierten Drehachse können auch zylindrische Werkstücke rundherum beschriftet werden. Zur Auswahl stehen unter anderem die folgenden drei Lasermarkiergeräte: L-Box, XL-Box und die neue XXL-Box. Tritt ein Kunde an das Unternehmen SIC MARKING heran, um sich ein Angebot für eine Markierlösung erstellen zu lassen, werden zunächst alle Anforderungen analysiert. Anschließend wird eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Nicolas Louison, zuständig für den technischen Vertrieb bei SIC-MARKING, dazu: „Im Bereich der Medizintechnik ist Rückverfolgbarkeit heute unerlässlich. Dank unserer umfangreichen Erfahrung in diesem Bereich können wir unseren Kunden die aus technischer und wirtschaftlicher Sicht jeweils interessantesten Kennzeichnungslösungen anbieten. Und dank der großen Auswahl an Lasermarkierlösungen werden wir den Anforderungen unserer Kunden immer gerecht. Stets können wir mit unseren Lösungen eine dauerhafte, zerstörungsfreie Markierung gewährleisten, die auch wiederholten Sterilisationsvorgängen und ähnlichen Verfahren standhält.“


Zahlreiche zufriedene Kunden Im medizintechnischen Bereich hat SIC MARKING bereits zahlreiche Unternehmen mit einem Lasermarkiersystem beliefert. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Partnerschaft ist das italienische Unternehmen MECTRON. Dieses hat sich vor über 40 Jahren auf die Herstellung von medizintechnischen Geräten und Implantaten spezialisiert und exportiert seine Produkte in mehr als 80 Länder.

Die Geräte von SIC MARKING eignen sich auch für die Kennzeichnung von Keramikprothesen, Titanimplantaten, Implantaten zur Knochenfixierung usw. www.sic-marking.de

Als bei Mectron Titaninstrumente für die Zahnchirurgie gekennzeichnet werden sollten, wandte man sich an SIC MARKING. Die Aufbringung des alphanumerischen Codes und des Logos war insofern überaus anspruchsvoll, als die Teile auf keinen Fall stark beansprucht werden durften, da sie im Einsatz auch einer Ultraschallbehandlung standhalten mussten. Eine weitere Herausforderung bestand darin, ein automatisches Lasermarkiergerät zu entwickeln, das zusammen mit den neuesten kollaborativen Robotern (COBOTs) eingesetzt werden kann.

INFOS

Einmal mehr war SIC MARKING in der Lage, die Kundenanforderungen genau zu analysieren und in die Auswahl des Markiergerätes einfließen zu lassen. Die Lösung, für die man sich letztlich entschied, bestand auch die per Elektronenmikroskop im Labor durchgeführten Tests. Dies ist ein weiterer Beweis für die hohe Kompetenz des Unternehmens im Bereich der Lasermarkierung.

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RÜCKVERFOLGBARKEIT

DREIMAL SCHNELLERE KABELKENNZEICHNUNG

Erfahrene Bediener können ein Fahnenetikett in 15 Sekunden drucken und manuell an einem Kabel anbringen. Mit dem neuen BradyPrinter A5500 Fahnen-Druckapplikator lässt sich die Produktionsleistung hingegen erheblich steigern, denn die Kabelkennzeichnung dauert hierbei nur noch 5 Sekunden. Produktionsleistung erhöhen und Geld sparen Der BradyPrinter A5500 trägt dazu bei, die Produktionsleistung und Kennzeichnungsqualität zu erhöhen, indem er Fahnenetiketten automatisch druckt und anbringt. Er kann Kabel in 5 Sekunden kennzeichnen, sodass es nicht mehr erforderlich ist, Etiketten vorab zu drucken und mühsam per Hand anzubringen. Damit lassen sich die Kosten erheblich senken. Der BradyPrinter A5500 unterstützt bei Barcodes, Logos und Diagrammen eine Druckqualität von 300 dpi und bringt zuverlässige Kabelfahnen an, die eine große Informationsfülle umfassen können.

INFOS

Eine Vielzahl von Kabeln Der BradyPrinter A5500 ist sehr flexibel und kann ohne Anpassung Kabel mit einem Durchmesser von 1,52 mm bis 15,24 mm kennzeichnen sowie Etiketten mit einer Breite bis 50,8 mm und einer Länge zwischen 19,05 mm und 76,20 mm anbringen. Der Farb-Touchscreen und die moderne Benutzeroberfläche tragen zusätzlich zur Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit bei.

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Einfach zu implementieren Dank USB-Anschlüssen und Ethernet-Verbindung lässt sich der BradyPrinter A5500 ganz praktisch in eine Vielzahl von Produktionsumgebungen eingliedern. In Kombination mit den Brady Workstation-Apps zur einfachen Gestaltung von Fahnenetiketten, Barcode-Erstellung und Serialisierung kann der BradyPrinter A5500 die Effizienz von betrieblichen Abläufen erheblich steigern. www.brady.de


SMART FACTORY

MOBILE SCHUTZWÄNDE GEGEN COVID-19

Entdecken Sie unser Sortiment an Schutzwänden aus Polycarbonat oder Blech, um Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Covid-19 zu schützen.

S

ichern Sie sich jetzt das Industrie-Schutzpaket gegen Covid-19 mit mobilen Schutzzäunen unseres Partners SATECH, um einer möglichen Ausbreitung in gefährdeten Bereichen aktiv entgegenzuwirken. Dauerhafter Schutz, einfach installiert! Warum werden mobile Trennwände eingesetzt? SATECH Schutzwände bieten eine gute räumliche Trennung und damit eine sehr gute Maßnahme, um Social Distancing im engen Produktionsumfeld sicher umzusetzen.

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DYNEO+, DIE NEUE MOTORENREIHE MIT SEHR HOHER ENERGIEEFFIZIENZ

Nidec Leroy-Somer kündigt seine neue Dyneo+-Reihe von Synchron-Reluktanzmotoren mit Permanentmagnetunterstützung ohne Seltene-Erden-Magnete an, die für drehzahlvariablen Betrieb optimiert wurden und die Anforderungen der höchsten Energieeffizienzklasse IE5 erfüllen. Die Dyneo+Motoren kombinieren die Leistung der permanentmagneterregten Synchrontechnologie mit der Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit von Asynchronmotoren und sind so konzipiert, dass sie die anspruchsvollsten Anforderungen industrieller Anwendungen erfüllen und diesen durch die Digitalisierung noch mehr Dienste bieten.

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it 15 Jahren Erfahrung und einer installierten Basis von mehr als 3 GW gilt Nidec Leroy-Somer als einer der führenden Hersteller von energieeffizienten Synchronmotorlösungen und Frequenzumrichtern.

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Auf der Grundlage dieses Know-hows hat Nidec Leroy-Somer Dyneo+ entwickelt, eine Reihe von permanentmagnetunterstützten SynchronReluktanzmotoren mit Super-Premium-Wirkungsgrad, die alle Vorteile der Asynchron- und Synchrontechnologie mit Permanentmagneten in sich vereinen und darüber hinaus bedeutende Fortschritte im Hinblick auf intelligente Antriebslösungen bieten.

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Erstklassige Energieeffizienz Mit einem Wirkungsgrad über IE5, der die höchsten Werte der Normen IEC 600034-30-2 und Nema Super Premium / Ultra Premium übertrifft, ermöglicht Dyneo+ erhebliche Energieeinsparungen im tatsächlichen Betrieb während des Betriebszyklus, bei variabler Drehzahl und Last. Als Ergebnis bietet die Baureihe eine der niedrigsten Gesamtbetriebskosten auf dem Markt. Der Dyneo+ Synchronmotor wurde in Verbindung mit den Umrichterreihen von Nidec Leroy-Somer, Powerdrive F300 und dem brandneuen Powerdrive MD Smart, entwickelt. Perfekt angepasst an die Optimierung der Dyneo+-Performance verfügt diese neueste Generation von Hochleistungsumrichtern über eine neue HMI und eine sichere Bluetooth-Verbindung, um das Benutzererlebnis


zu verbessern und die Funktionen der neuen Anwendung Systemiz voll auszuschöpfen. Einfacher und schneller Betrieb dank Digitalisierung Für seine Dyneo+-Motoren hat Nidec Leroy-Somer Systemiz entwickelt, eine einzigartige interaktive Anwendung, die eine Vielzahl von digitalen Diensten anbietet, um den Informationsaustausch zwischen den Systemen zu erleichtern und die daraus resultierenden Aktionen auszulösen. Neben der direkten Verfügbarkeit der gesamten produktbezogenen Dokumentation ermöglicht sie durch einfaches Scannen des QR-Codes auf dem Typenschild den Zugriff auf die Motordaten für eine vereinfachte und intuitive Parametrierung. Mit dem neuen, vollständig konfigurierbaren Powerdrive MD Smart InterfaceModul kann die vorbeugende Instandhaltung jetzt mit benutzerdefinierter Alarmgenerierung und innovativen Diagnosewerkzeugen implementiert werden. Die interaktive Konfiguration und die Schnelligkeit der Installation führen zu einer erheblichen Zeitersparnis für den Anwender, was ein entscheidender Vorteil ist. Leistungsstark bei Drehmoment- und Drehzahlregelung Diese neue, für variable Drehzahlen ausgelegte Baureihe bietet ein optimiertes Gesamtbetriebsverhalten für den Betrieb sowohl mit als auch ohne Lagegeber. Die Motor-Umrichter-Einheit Dyneo+ bietet eine präzise Regelung von Drehzahl und Drehmoment und liefert ein konstantes Drehmoment über einen großen Drehzahlbereich ohne Derating oder Fremdbelüftung. Sie stellt auch eine einfach zu implementierende und effektive Lösung für Anwendungen dar, die ein hohes Drehmoment bei hohen Drehzahlen erfordern. Ihre Anlaufleistung im geberlosen Modus macht die Installation eines Gebers überflüssig.

Dyneo+ wurde für eine schnelle Installation, einfache Parametrierung und problemlose Wartung konzipiert. Dieser Motor, der mit einem großen Klemmenkasten für eine einfache Verdrahtung ausgestattet ist, lässt sich so einfach montieren und demontieren wie ein Asynchronmotor. Dank seiner Technologie mit geringen Rotorverlusten senkt er die Wartungskosten durch deutlich längere Nachschmierintervalle. Sehr hohe Anpassungsfähigkeit Die Baureihe reicht von 11 bis 430 kW für Drehzahlen bis 6000 min-1 und ist in zwei Varianten erhältlich, die allen Arten von Konfigurationen gerecht wird: - Eine zu 100 % mit einem IEC-Normmotor austauschbare Version, die leicht in Maschinen, Anwendungen und Systeme integriert werden kann, ohne dass das bestehende Design geändert werden muss; - Eine äußerst kompakte Versionmit einem der höchsten Leistungsgewichte auf dem Markt für beengte Platzverhältnisse und optimierten Energieverbrauch. Zusätzlich zu den IP55-Versionen mit Aluminiumgehäuse (Serie LSHRM) und IP23-Stahlgehäuse (Serie PLSHRM) ist die Baureihe jetzt auch in Grauguss (Serie FLSHRM) erhältlich, und eignet sich damit perfekt für aggressive Umgebungen oder Anwendungen mit hoher mechanischer Beanspruchung. Diese Vorzüge machen Dyneo+ zu einer besonders vielseitigen Baureihe, die perfekt auf die Anforderungen der Märkte für Kühlen, Verdichten, Pumpen, Belüften, Extrudieren, Zerkleinern usw. abgestimmt ist. Dyneo+ eignet sich durch die Umsetzung der Forderungen nach Energieeinsparungen und Produktivitätssteigerungen optimal für Prozessanwendungen.

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Zuverlässig und einfach Leroy-Somer hat die Dyneo+-Reihe auf der mechanischen Plattform seiner IMfinity®-Asynchronmotoren entwickelt, die für ihre Robustheit und Zuverlässigkeit bekannt sind. Die Verwendung dieser bewährten Komponenten verleiht den neuen Motoren eine große Konstruktionsrobustheit und eine erhöhte Lebensdauer. Zu diesen konstruktiven Stärken gehören Lager, die für variable Drehzahlen geeignet

und so bemessen sind, dass sie hohe Wellenbelastungen aufnehmen können, eine Wicklung mit verstärkter Isolierung, ein Rotor mit Permanentmagneten ohne Seltene Erden und geringer Wärmeentwicklung sowie ausgezeichnetem Thermoschutz durch standardmäßig enthaltene PTC- und PT1000-Fühler.

www.leroy-somer.com

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NEUE MODELLREIHE TBN/TRN-S4 MIT SIL2 ZERTIFIZIERUNG

TBN58-S4

Die Modellreihe TBN/TRN-S4 hat das SIL2 Zertifikat vom TÜV erhalten, wodurch die Voraussetzungen für Anwendungen in sicherheitsrelevanten Anwendungsbereichen gegeben sind.

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ie bewährten Safety-Modellreihen der magnetischen Drehgeber von TWK werden durch die Modellreihe TBN/TRN-S4, welche sich durch eine erhöhte Auflösung im Singleturnbereich (Modell TBN) und vielfältige Applikationsanwendungen auszeichnet, erweitert. Die Auflösung des Sensorsystems kann dabei bis zu max. 16-Bit betragen. Die Erfassung des Multiturnteiles, also die Anzahl der Umdrehungen (max.12-Bit), erfolgt durch ein absolutes Multiturngetriebe (Modell TRN). Diese Modellreihe ist ein Allroundtalent. Sie deckt das gesamte Spektrum, von groß und robust bis hin zu Miniaturausführungen, welche in Bereichen, die keine extrem hohen Anforderungen an Umwelteinflüssen benötigen und kostengünstig sein müssen, ab.

Neben dem sicheren Positionswert wird ein sicheres Geschwindigkeitssignal generiert. Für die Erfassung des Geschwindigkeitswertes kann man die Torzeit variieren. Als Standard sind 100 ms vorgegeben. Anforderungsabhängig kann die Torzeit von 1 bis 1000 ms parametriert werden und ermöglicht so eine umfangreiche Nutzung des Geschwindigkeitssignales für zum Beispiel Drehkranzanwendungen oder zeitrelevante Erfordernisse. Aus dem umfangreichen Portfolio kann der Kunde verschiedene mechanische Varianten auswählen. Hierzu zählen: Klemmflansch mit Wellenausführung, Sacklochwelle für vorzugsweise Ø 12 mm, verschiedene Wellendurchmesser (Ø6, Ø10 oder Ø12 mm), wahlweise mit Abflachung oder Pass- oder Scheibenfeder. Auch kundenspezifische Erfordernisse können gemeinsam mit dem Kunden umgesetzt werden. Die radiale und axiale Wellenbelastung ist ≥ 250 N. Dieser sehr hohe Wert ermöglicht ebenso den Einsatz in rauen Umgebungen. Um besonderen Anforderungen gerecht zu werden sind Ausführungen mit einer Schockbelastung bis 500 g ±50 g in gesonderten Varianten für extreme Industriegegebenheiten umgesetzt. Das Gehäuse kann

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TRN58 mit CANopen Safety SIL2 und CANopen TRN42-S4

neben der Ausführung aus seewasserfestem Aluminium (AlMgSi1) für besondere Anforderungen wie beispielsweise Offshore-Anwendungen oder Anforderungen aus der Lebensmittelindustrie in einer Edelstahlausführung (1.4305 oder 1.4404) geliefert werden. Die Modellreihe TBN/TRN-S4 besitzt die Schutzart IP66 und kann in einem Temperaturbereich von –40 °C bis +85 °C eingesetzt werden. Insbesondere für extreme Anforderungen steht die Option zur Verfügung, das komplette Gehäuse zu vergießen, sodass die Anforderungen für IP69K-Applikationen erfüllt werden können. Die elektromechanische Schnittstelle kann als Kabelausgang bzw. Steckerausgang (M12-Sensorstecker) ausgeführt werden.

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Als Controllersystem bildet ein Cortex 32-Bit-Controller der neuesten Generation die entsprechende Hardwareplattform. Für die unterschiedlichsten Einsatzfälle stehen auch verschiedene Szenarien hinsichtlich Schirmanbindung, DC/DC-Konzepte für die Versorgungsspannung und die optionale galvanische Trennung der Ausgangssignale zur Auswahl. Weitere Informationen zur Modellreihe TBN/TRN-S4 mit SIL2 Zertifizierung finden Sie unter den passenden Artikeln: https://www.twk.de/news/presse/neue-modellreihe-tbn/ trn-s4-mit-sil2-zertifizierung 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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2D-CODELESER BRINGEN AUTOMATISIERUNG INS ROLLEN

Automatisierte Förderanwendung bei Tyre-Line – von der Baugruppenidentifikation bis hin zur Reifenbefüllung.

Autarky Automation ist einer der führenden britischen Entwickler und Hersteller von Automatisierungsund Fördersystemen. Um die anspruchsvollen Anforderungen an eine automatisierte Reifenanlage zu erfüllen, entschied sich Autarky für die neuesten 2D-Codeleser von Leuze (ÖV: Schmachtl). Die Auftraggeber: Autarky und Tyre-Line Einen wesentlichen Teil des Angebots von Autarky Automation bildet die modulare Fördertechnik. Autarky bietet hier ein breites Spektrum an standardisierten Komponenten und Zubehör. Damit trägt das Unternehmen dazu bei, Projektierungszeiten und Montagekosten zu minimieren. Ein gutes Beispiel dafür ist das Projekt für TyreLine: Das Unternehmen beliefert die Industrie seit 1984 mit Rad- und Reifenbaugruppen – von Schubkarren bis hin zu Hochleistungssportwagen.

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Die Aufgabe: Fördersystem für Reifenfüllung Lange Zeit war die Reifen-Linie von Tyre-Line mit einem einfachen Reifenfüllgerät für Standard-Stahlradsätze in Betrieb. Die Reifen für High-End-Leichtmetallräder wurden manuell aufgefüllt. Aufgrund zunehmenden Auftragswachstums wurde eine HofmannReifenfüllmaschine angeschafft, die die gesamte Palette der Rad- und Reifenbaugruppen aufnehmen konnte. Der gesamte Prozess der Ein- und Auslagerung von Baugruppen in die Maschine sollte nun automatisiert 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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werden. Autarky gewann die Ausschreibung für ein geeignetes Fördersystem – und setzte auf Leuze. Die Herausforderung: Reifen sind rund Jede Rad- und Reifenbaugruppe bei Tyre-Line ist mit einem leichtklebenden Strichcode-Etikett versehen. Das Etikett auf jeder Baugruppe an immer genau der gleichen Stelle anzubringen, wäre Tyre-Line zu aufwändig gewesen. Deshalb wurde Autarky mit der Entwicklung einer Lösung beauftragt, die den Strichcode zuverlässig lesen konnte. Und zwar an jeder beliebigen Stelle und an jeder beliebigen Position über die gesamte Breite des Förderbandes. „Ein runder Gegenstand, der unabhängig von seiner Position immer gleich aussieht, ist eine echte Herausforderung für einen Codeleser.“ „Die korrekte Baugruppenidentifikation war für den Erfolg der Linie jedoch von entscheidender Bedeutung: Die Erfassung der Barcodeinformationen sollte der HofmannMaschine sagen, welche Baugruppe sich nähert und welcher Luftdruck demnach erforderlich ist. Deshalb war es so wichtig, den bestmöglichen Codeleser für diese Aufgabe


Baugruppenidentifikation mittels 2D-Barcodelesern von Leuze.

auszuwählen“, erklärt Brad North, Geschäftsführer von Autarky. Um dieses Problem zu lösen, wandte sich Autarky an die Sensor People von Leuze (ÖV: Schmachtl).

In der Edelstahl-Gehäuseausführung mit Schutzart IP69K/ IP67 ist beim DCR 200i eine problemlose Reinigung und auch der Einsatz in rauer Umgebung gewährleistet.

Die Lösung: Der DCR 200i von Leuze (ÖV: Schmachtl) „Nachdem wir die Anwendung mit den Leuze-Experten besprochen hatten, haben wir uns für den 2D-Codeleser DCR 200i entschieden“, erklärt North. Leuze, führender Hersteller von Barcodelesern mit über 50-jähriger Erfahrung, hat diese Variante speziell für schnelles und omnidirektionales Lesen von 1D- und 2D-Codes entwickelt.

Die Anwendung: Einfach, intuitiv und flexibel Durch seine kompakte Bauform, sein Befestigungskonzept und seine einfache Handhabung ist der DCR 200i leicht und schnell in unterschiedlichste Anwendungen integrierbar. Dies gilt für die mechanische Installation ebenso wie für die Inbetriebnahme und Parametrierung.

„Wir montierten drei Geräte auf einer Schlaufenanordnung in optimalem Winkel und Höhe, so dass der Barcode an jeder beliebigen Stelle auf der Baugruppe und dem Förderband erfasst werden konnte.“ „In Verbindung mit dem bestehenden PROFINETKommunikationsnetzwerk erfassen die 2D-Codeleser DCR 200i von Leuze Daten aus dem Barcode. Diese werden anschließend an die Hofmann-Maschine weitergeleitet.“ Autarky hat bereits Hunderte von Standard-Barcodelesern und fotoelektrischen Sensoren von Leuze eingesetzt. „Unsere langjährige Zusammenarbeit mit Leuze und der gute Service haben uns die Entscheidung leicht gemacht“, sagt Brad North.

Das Ergebnis: Mehr Durchlauf, höhere Genauigkeit „Alle sieben Sekunden durchläuft eine Rad- und Reifenbaugruppe heute die Füllmaschine. Zusätzlich zur reinen Geschwindigkeit profitiert Tyre-Line auch von einer gesteigerten Aufblasgenauigkeit und Wiederholgenauigkeit. Denn das automatisierte System hat jegliches Potenzial für menschliche Fehler eliminiert.“ Das Fazit von Autarky Geschäftsführer Brad North ist ganz und gar positiv: „Bei Tyre-Line arbeiten die Leuze 2D-Codeleser jetzt täglich von morgens bis abends und helfen dem Unternehmen dabei, deutlich höhere Durchsatzraten zu erreichen.“

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Der Codeleser DCR 200i: Schnell und zuverlässig Der kamerabasierte Codeleser DCR 200i dient zur Detektion und Identifikation von Strich-, Stapel- und DataMatrixCodes. Er zeichnet sich vor allem durch seine sehr schnelle Leseleistung aus. Der DCR 200i erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 6 m/s. Er liest zuverlässig 1D- und 2D-Codes omnidirektional. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie gedruckt oder direkt markiert, statisch oder in Bewegung, invers oder gespiegelt sind. Dafür sorgen der schnelle Imager, die leistungsstarke integrierte LED-Beleuchtung sowie die hohe Auflösung in Verbindung mit einer sehr hohen Tiefenschärfe.

Die Codeleser der Baureihe DCR 200i werden über die grafische Benutzeroberfläche des integrierten Leuze webConfig-Tools via Ethernet Schnittstelle bedient und konfiguriert. Ein externes Programm ist nicht notwendig. In nur drei Minuten kann der DCR 200i mit dem KonfigurationsWizard vom Anwender in Betrieb genommen werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit der Teach-Funktion. Diese läuft über die beiden Tasten am Bedienfeld des DCR 200i in Verbindung mit einer von Leuze entwickelten Smartphone-App zur Parametrierung.

Die automatisierte Förderanwendung bei Tyre-Line im Video: https://www.youtube.com/watch?v=ktwEvZqprKM

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INNODISK UNTERSTÜTZT DIE GESUNDHEITSBRANCHE MIT SEINEN LEISTUNGSSTARKEN MEDIZINISCHEN LÖSUNGEN Innodisk wird mit seinen DRAM-Modulen, Flash-Speichern und embedded Peripheriegeräten, die für den Einsatz im Medizinbereich optimiert wurden, dem wachsenden Bedarf des Gesundheitssektors gerecht.

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ie andauernde globale Gesundheitskrise stellt Dienstleister aus dem Gesundheitswesen weltweit vor enorme Probleme und hat den Bedarf an medizinischer Ausrüstung in ungeahnte Höhen schnellen lassen. Da viele Unternehmen aktuell um die Beschaffung der richtigen Komponenten ringen, bringt sich Innodisk nun seit Kurzem mit seiner technischen und medizinischen Expertise bei der Produktion von Beatmungsgeräten in China, Europa und Brasilien ein und setzt verstärkt auf den Einsatz für Innovationen im weltweiten Gesundheitswesen.

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Lösungen für einzigartige Herausforderungen: Datensicherheit, Endurance, Maßnahmen gegen elektrostatische Entladungen und vieles mehr medizinischen Anwendungen wie mechanischen Beatmungsgeräten, Ultraschallsystemen, medizinischen All-in-One und Panel-PCs, auf Stationszimmern und in MRIMaschinen bereitstellen zu können. Für diese medizinischen Anwendungen müssen die Komponenten sämtliche hohe Anforderungen von verschiedensten Geräten und Lösungen erfüllen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Sicherheit personenbezogener Daten sowie Zuverlässigkeit, Stabilität und Haltbarkeit. Branchenwissen und technische Kompetenz Die Flash-Speicherlösungen von Innodisk liefern mit den SLC- und iSLC-Speicherlösungen eine hohe Stabilität und außergewöhnliche Belastbarkeit und gelten aufgrund ihrer AES-256-Verschlüsselung und der Erfüllung von TCG37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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Opal-Standards als überaus sicher. Darüber hinaus erfüllen die DRAM-Module von Innodisk sämtliche Leistungs- und Formfaktoranforderungen und garantieren gleichzeitig eine lange Lebensdauer, da sie alle älteren Anwendungen wie SDRAM, DDR1 und DDR2-DRAM ebenso unterstützen wie modernste DDR3- und DDR4-Serien. Außerdem verfügen die embedded Peripheriegeräte von Innodisk, wie RAID-Karten, isolierte serielle Karten und USB-3.0Module, über Funktionen wie einen elektrostatischen Entladungsschutz (Luft 15 kV, Kontakt 8 kV) und sind für eine hohe Potenzialtrennung (2,5 kV) und den Einsatz in großen Temperaturbereichen konzipiert. Innodisk liefert auch maßgeschneiderte Lösungen für spezielle Anforderungen und entwirft so beispielsweise Komponenten, die extremen elektromagnetischen Interferenzen in Geräten zur medizinischen Bildgebung standhalten. Seine Lösungen, die für den medizinischen Einsatz optimiert wurden, reichen von DRAM- und Flash- Speichern bis hin zu embedded Peripherieproduktreihen. Innodisk wird mit seinem umfassenden Fachwissen im Bereich des Gesundheitswesens und modernsten Technologien sämtlichen Anforderungen des Medizinsektors gerecht. www.innodisk.com


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DIE REDEX-GRUPPE ERÖFFNET EIN TECHNISCHES ZENTRUM UND BIETET NEUE LÖSUNGEN FÜR BANDBEHANDLUNG IN DER METALLURGISCHEN INDUSTRIE

Nach der Übernahme der UNGERER GmbH hat die REDEX-Gruppe im Jahr 2020 strategische Patente von der BWG GmbH erworben, die es der Gruppe ermöglichen, das größte Portfolio für die Veredelung von Metallbändern von der Folie bis zu den dicksten Bändern anzubieten.

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it dem Ziel, neue Technologien zu entwickeln und die metallurgische Industrie im Bereich Stahl, Aluminium, Kupfer und Metalle weltweit zu unterstützen, hat die REDEX-Gruppe ihre F&E mit einem Ingenieurteam mit Sitz in Duisburg unter der Leitung von Herrn Guyon und Herrn Baukloh verstärkt. Moderne Produktions- und Montagestätten in Frankreich (Ferrieres) und Deutschland (Pforzheim) sowie Servicezentren in China (Shanghai) und den USA (New-Jersey) der REDEX-Gruppe bieten ein komplettes Portfolio aus Engineering, Schlüsselkomponenten aus dem Präzisionsmaschinenbau bis hin zu kompletten Bandveredelungsanlagen, mit Automatisierung und Messsystemen, Ersatzteilen und Schulungen.

Das Angebot der REDEX-Gruppe umfasst Beratung, Engineering und Anlagenmodernisierung, komplette Prozesslinien ( Wärmebehandlung, Beschichtung, Reinigung), Adjustageanlagen (Streckbiegerichten, Längsteilen, Querteilen), Inline-Planheitsmess- und Regelsysteme sowie Schlüsselkomponenten aus dem Präzisionsmaschinenbau (Dressiergerüste, Querteilscheren, Stapeleinheiten, Besäumscheren) und Werkzeuge (20-Rollen-Walzgerüste, Stützeinbauten, Richtkassetten und Arbeitswalzen). http://www.redex-group.com

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DIGITALE PRODUKTE & SERVICES: MIT MOBILEN GERÄTEN DIE DIGITALISIERUNG VORANTREIBEN

Die Pepperl+Fuchs Marke ecom präsentiert ihr Produktportfolio. Besonderer Schwerpunkt in diesem Jahr: die neue Produktsparte Digital Produkte & Services.

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ie Industrie der Zukunft basiert auf einer umfassenden Erhebung und Analyse von Produktionsdaten. Um IoT-Anwendungen und Machine Learning zu ermöglichen, müssen diese gesammelt, analysiert und verwaltet werden. Dies geschieht dezentral, vorrausschauend und zunehmend nahe am Prozess – möglichst in Echtzeit und mit geringer Latenz. Mit der Integration cyberphysischer Systeme in die Produktion verwischen die Grenzen zwischen klassischer IT und Operation Technology zunehmend – und diese Systeme sind derzeit trotz aller Ansätze zur Standardisierung noch immer weitgehend offen und inhomogen. Um Fertigungsund Produktionsprozesse wirklich optimieren zu können, sind Lösungen gefragt, die die Datenverarbeitung und -verwaltung dezentralisieren und erleichtern. Mobile Endgeräte eingebunden durch ein umfassendes Mobile Device Management fungieren nicht nur als digitale Gateways, sie unterstützen ebenso die Vernetzung zu einem zentralen System mittels spezieller Applikationen und verschiedenster Funktionen von der Kamera bis zum Mitarbeiterschutz. Letzterer ist vor allem wegen des gefährlichen Arbeitsumfelds und der regelmäßigen Alleinarbeit wichtig. Sie müssen daher nicht nur besonders robust sein, sondern auch wirksamen Schutz für den Mobile

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Worker gewährleisten – im Außeneinsatz ebenso wie in explosionsgefährdeten Umgebungen. Mobile, speziell konzipierte Endgeräte wie etwa ecoms Smartphone Smart-Ex® 02 bieten hier zahlreiche Vorteile: Neben Robustheit, hoher Ergonomie und leichter Bedienbarkeit garantieren Sensoren im Zusammenspiel mit entsprechender Software zum Beispiel einer umfassenden Lone-Worker-Protection nach BGR-139. Notrufe können nicht nur durch die Alleinarbeiter-Software ausgelöst werden, sondern auch über dedizierte Notruftasten. So werden Alleinarbeiter zuverlässig abgesichert. Mit speziell für den Ex-Bereich entwickelten BLE Beacons lassen sich Mitarbeiter sogar ohne GPS und in Innenräumen lokalisieren. Gleichzeitig steht das eigensichere AndroidSmartphone als mobiler Hub bereit: Es unterstützt 21 verschiedene LTE-Frequenzbänder und wird Simlock-frei ausgeliefert. Globale Ex- und Zulassungszertifizierungen ermöglichen den weltweiten Einsatz. Das eigensichere, für einen Temperaturbereich von -20 bis +60°C ausgelegte Smartphone ist damit für den weltweiten Einsatz auch unter extremsten Bedingungen ausgelegt. Zudem ist es das erste für die Zone 1/21 und Div. 1 zertifizierte Gerät, das die anspruchsvolle Android-Enterprise-Recommended-


Validierung von Google erhalten hat. Diese garantiert eine konsistente, einfache Bereitstellung und Verwaltung der mobilen Lösungen durch Hardware- und BetriebssystemSupport sowie garantierte Android-Upgrades und regelmäßige, zeitnahe Sicherheitspatches für ein äußerst sicheres Gerät. Anwender sparen so Zeit und Geld bei der Bereitstellung und Wartung der Geräte im Sinne der TotalCost-of-Ownership (TCO).

Dank spezieller für den Industrieeinsatz konzipierter Geräte und digitaler Services für Unternehmen werden mobile Endgeräte zu selbständigen Hubs, die die Digitalisierung wirksam unterstützen. Das Auswerten von Daten wird mit ihrem Einsatz schneller und einfacher. Unternehmen erhalten so einen umfassenden Einblick in Abläufe und Prozesse und erkennen, wo Verbesserungen ansetzen müssen. Gleichzeitig schützen mobile Endgeräte die Mitarbeiter – auch in explosionsgefährdeten Umgebungen – und erleichtern ihren Arbeitsalltag.

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Für eine möglichst unkomplizierte Übermittlung der Daten ist es wichtig, dass mobile Geräte direkt und problemlos mit EMM-Systemen kommunizieren. Für mobile Geräte bedeutet das umfassende Zertifizierungen für den Support der Hard- und Software von EMM-Systemen. Beides gewährleistet ecom durch Android Enterprise Zertifizierung, wie auch Zertifizierungen für die marktführenden DeviceManagement-Systeme. Mit passender Software und Apps sind Unternehmen umfassend vernetzt, ohne sich auf eine Technologie beschränken zu müssen. Eine solche Lösung ermöglicht die zentrale Verwaltung und Absicherung der Daten ebenso wie der Geräte und passt auf jede Infrastruktur. Mobile Device Management Software ermöglicht dabei ein schnelleres Rollout der Geräte ebenso wie eine sichere und rasche Verbindung mit den operativen Systemen. Apps und Betriebssysteme lassen sich automatisch installieren, aktualisieren und verwalten.

Echtzeitüberwachung mobiler Geräte wie dem Smart-Ex® 02. Sie verbindet eine automatisierte Vorkonfiguration, die bereits bei der Fertigung der Geräte erfolgt, mit einem umfassenden Mobile-Device-Management und Device Analytics. Mobile Geräte lassen sich somit nicht nur unkompliziert aufsetzen und managen, sondern jederzeit aktualisieren – auch over-the-air. Eine Analyse historischer Daten ist jederzeit möglich und macht sicherheitskritische Vorgänge sichtbar. Die Lösung kann auf Wunsch als vollwertiges Enterprise-Mobility-Management-System genutzt werden. Das entlastet IT-Abteilungen und bringt mehr Sicherheit im laufenden Betrieb.

www.pepperl-fuchs.com

Die neue Produktsparte Digital Products & Services von ecom ermöglicht das Staging, das Management und die 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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RED LION PRÄSENTIERT NEUE INTELLIGENTE EDGEAUTOMATISIERUNGSPLATTFORM FLEXEDGE™

Robuster und sicherer Einstieg in die Digitalisierung und Edge-Automatisierung.

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ed Lion Controls, ein internationaler Experte für Kommunikation, Überwachung und Steuerung für die industrielle Automatisierung und Vernetzung präsentiert die neue intelligente EdgeAutomatisierungsplattform FlexEdge, eine revolutionäre Gateway-Plattform für unübertroffene Vielseitig­keit im Edge-Computing. Die Lösungen der FlexEdge Plattform sind benutzerfreundliche Point-and-Click Anwendungen die Digitalisierungsinitiativen und damit einhergehende Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen unterstützen. Dank des hochmodularen Designs und einer intuitiven Software lassen sich die Komponenten der FlexEdge Plattform schnell und problemlos an die Applikation anpassen und ohne Störung des laufenden Betriebes einsetzen. Die Plattform-Lösungen sind mehrfach für unterschiedlichste Industrien zertifiziert, u. a. für Öl und Gas, Wasser & Abwasser, im maritimen Bereich, für explosionsgefährdete Umgebungen und für die Fabrikautomation.

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Mit seiner modularen Architektur wurde die Plattform FlexEdge für industrielle Kunden mit sehr unterschiedlichem Bedarf entwickelt. Sie bietet eine Vielzahl von drahtlosen als auch drahtgebundenen Kommunikationsoptionen als austauschbare Module an. Schwerpunkt ist dabei das problemlose Anschließen unterschiedlicher Systeme für einen reibungslosen Datenaustausch und intelligenter Datenverarbeitung. Durch das breite Spektrum an Funktionen und Optionen bietet FlexEdge leicht konfigurierbare Kommunikationsschnittstellen an, die sich unabhängig von Protokoll oder Hersteller mit jeder industriellen Kommunikationsanforderung verknüpfen lassen. FlexEdge ist eine zukunftssichere, modulare Plattform, die schnell an sich verändernde Applikationen angepasst werden kann. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber Geräten mit fix eingebauten Schnittstellen und dadurch benötigtem höherem Platzbedarf. D i e P l a t t fo r m i s t s owo h l m i t e r we i t e r t e r Netzwerkfunktionalität als auch mit erweiterten Automatisierungsfunktionen erhältlich, wie z.B. Protokollkonvertierung, virtuelle HMI, ein erweiterter Webserver mit Bootstrap, JavaScript und CSS, Datensicherheit und Ereignisprotokollierung sowie


„Der heutige Markt ist schnelllebig und wird mit Innovationen überschüttet. Dies macht es Kunden sehr schwer, Entscheidungen für die Zukunft bzw. für neue Projekte zu treffen. Nicht selten muss viel Kapital investiert und/oder Altanlagen stillgelegt werden. Die modulare Architektur von FlexEdge ist die richtige Antwort auf diese Herausforderungen. Die FlexEdge Plattform bietet ebenso schnell eine Anpassung, wie sich der Bedarf ändert. Egal wie der Stand der digitalen Transformation eines Unternehmens ist, FlexEdge holt das Unternehmen auf seinem aktuellen Automatisierungsstand ab und macht Optimierungspläne zukunftssicher,” erklärt Colin Geis, Data Acquisition und IIoT Product Manager. Als die Automatisierungsplattform FlexEdge auf den Markt gebracht wurde, wurde Craig Resnick, Vizepräsident der ARC-Beratungsgruppe, gleich darauf aufmerksam. „Bei der digitalen Transformation und der IT/OT-Konvergenz suchen heute alle Unternehmen nach einer intelligenten Automatisierungslösung, mit der sich neue wie ältere Geräte gleichermaßen einbinden lassen. Red Lion hat eine neue Plattform entwickelt, mit der die Anwender alle notwendigen Daten aus dem Bereich der Informationstechnologie (IT) sowie der Betriebstechnologie (OT) sammeln können. So sollen Entscheidungsfindungsprozesse und Investitionen in die Digitalisierung gefördert werden. Dank der Plug-andPlay-Konnektivität dieser skalierbaren Lösung lassen sich die verschiedensten Netzwerke, Anlagen, Geräte und Protokolle mühelos vernetzen“, erklärt Resnick.

Cloud-Anbindung per Point-and Click-Funktion dank vorkonfigurierter Provider. FlexEdge bietet den Kunden somit ein nahtloses Verbinden von neuen Geräten mit Altanlagen bei gleichzeitiger Absicherung der zukünftigen Erweiterung der Applikation. Die Plattform bietet Flexibilität, wie es sie im EdgeComputing noch nicht gab. Unternehmen erhöhen sofort und zukünftig Ihre Effizienz, da neue System-Anbindungen oder Kombinationen problemlos und flexibel durch die Plattform FlexEdge realisiert werden.

„Darüber hinaus haben Anwender stets die ganze Lieferkette im Blick. Dies kann einen enormen Wettbewerbsvorteil bedeuten. Denn auf diese Weise lassen sich die Flexibilität und die Produktivität eines Betriebs steigern und die Anlageneffizienz, die Laufzeiten und die Qualität erhöhen. Auch die Einführung vorausschauender Wartungsprogramme trägt zu einer Reduzierung von Betriebsrisiken und Sicherheitsbedenken, Gemeinkosten und Umrüstzeiten und somit zu einer Gewinnoptimierung bei“, schließt Resnick.

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Automatisierungsingenieuren wird mit FlexEdge von Red Lion eine Plattform bereitgestellt, die viele Herausforderungen löst. Die Anzahl der im Betrieb eingesetzten Geräte sinkt und damit auch die Komplexität der Anwendung selbst. Für Netzwerktechniker bietet FlexEdge eine drahtgebundene oder drahtlose Lösung, die verschiedene Netzwerke über eine leistungsstarke Netzwerkfunktion sicher verbindet. Mehrere isolierte serielle Schnittstellen, Ethernet, optionales Wi-Fi und Schnittstellen für Mobilfunk, sowie modulare E/A Erweiterungen für direkte Sensoranbindung, vereint in einem zertifizierten, robusten Gehäuse sichern den optimalen

„Doch die FlexEdge-Plattform erfüllt nicht nur alle oben genannten Forderungen, die jetzt und in Zukunft an solche Medien gestellt werden. Vielmehr hat sie auch den Vorteil, dass sie von neuen Mitarbeitern und wechselnden Belegschaften mühelos eingesetzt werden kann. Dadurch können in Unternehmen auch grundlegende Entscheidungen schnell getroffen und intelligente Lösungen gefunden werden. Dies wiederum trägt dazu bei, die Effizienz im Betrieb zu erhöhen. Durch die hohe Rechenleistung und die IT/OT-Konnektivität der FlexEdgePlattform reduzieren sich die ungeplanten Ausfallzeiten; die Produktivität, die Rentabilität und die Leistungskennzahlen (KPIs) des Unternehmens hingegen steigen. Außerdem stehen jederzeit alle wichtigen Daten zur Verfügung, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können“, führt Resnick weiter aus.

www.redlion.net/de/flexedge

Betrieb in nahezu allen industriellen Umgebungen, selbst bei anspruchsvollen Anforderungen.

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CHAIN CONDITION MONITORING

Das von iwis entwickelte Überwachungssystem CCM-S misst kontinuierlich die Verschleißlängung von Ketten im laufenden Betrieb und warnt das Instandhaltungspersonal frühzeitig, bevor eine Kette ausgetauscht werden muss.

Instandhaltung 4.0 – Intelligente Kettenüberwachung vermeidet Produktionsausfälle.

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redictive Maintenance ist ein Schlüsselthema der Industrie 4.0, wenn es darum geht, das Maximum an Leistung aus Maschinen und Anlagen herauszuholen. Ein neues, intelligentes System des Kettenherstellers iwis antriebssysteme verhindert Produktionsausfälle durch ungeplante Wartung und Reparatur: Es überwacht permanent die Kettenlängung und warnt frühzeitig, damit gehandelt werden kann.

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Wenn sich Ketten temperatur- und lastenbedingt dehnen und verschleißen oder sich parallellaufende Ketten ungleich längen, kann schon eine Abweichung von einem Prozent zur Ketten-Nennteilung Schwierigkeiten in einer Anlage verursachen. Bei der Produktion von Schokolade, die sehr hohe Anforderungen an Ketten und Kettensysteme stellt, kann dies beispielsweise dazu führen, dass sich die Lage der Schokoladenformen verändert.

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Denn dort, wo Schokoriegel, Pralinen oder Gebäck vom Band laufen, gelten immer sehr enge Längen- und Paarungstoleranzen für die eingesetzten Antriebsketten. Ein gleichmäßiger Parallellauf für die Formentransportketten ist notwendig – die exakte Positionierung ein Muss. Anlagen und Maschinenelemente müssen daher regelmäßig überwacht und überprüft werden. Allerdings ist es häufig schon zu spät, wenn Anlagen einen Hinweis auf eine notwendige Wartung oder Nachjustierung geben. Durch vorausschauende Instandhaltung können Maschinenbauer flexibler reagieren und wirtschaftlich handeln. CCM-S überwacht kontinuierlich im Betrieb Die smarte Lösung des internationalen Kettenherstellers aus München setzt genau hier an: Mit dem KettenlängungsÜberwachungssystem CCM-S (Chain Condition Monitoring – Smart) lässt sich die Längung an Kettentrieben permanent sensorbasiert überwachen, ohne dafür den Kompromiss einer Produktionsunterbrechung hinnehmen zu müssen.


Das patentierte System misst die Längung von Ketten im laufenden Betrieb. Es ermöglicht Unternehmen vo ra u s s c h a u e n d e s H a n d e l n , i n d e m e s d a s Instandhaltungspersonal rechtzeitig darüber informiert, wann welche Maßnahmen getroffen werden müssen und ob eine Kette nachgespannt oder ausgetauscht werden muss. Durch die intelligenten Datenanalysen des Systems kann das Servicepersonal frühzeitig Inspektionen und Einsatzbedarfe einplanen. Höhere Maschinenauslastung „Für unsere Kunden hat die kontinuierliche Kettenlängungsmessung einige entscheidende Vorteile“, betont Florian Wimmer, Value Engineer bei iwis.„Dazu zählen etwa weniger Stillstandzeiten und Produktionsausfälle von Maschinen und Anlagen, welche die Einhaltung von zugesagten Lieferterminen gefährden können. Bei einer planbaren Instandhaltung kann das Wartungspersonal mithilfe unseres Systems rechtzeitig reagieren“, erklärt der Wirtschaftsingenieur weiter.

IO-Link sofort mit der Auswertung der Daten über den Verschleiß im Kettentrieb beginnen. Kontaktlos und ohne Eingriff in den Kettenantrieb Ist das Überwachungssystem einmal in Betrieb, verrichtet es seine Arbeit diskret im Hintergrund: „Da es die präzisen Messungen der Kettenlängen kontaktlos vornimmt, greift das CCM-System nicht aktiv in den Kettenantrieb ein“, erklärt Florian Madlener, Director R & D bei iwis, die Technik hinter der Innovation, an deren Entwicklung er maßgeblich beteiligt war. Das System kann die Messungen zudem unabhängig von der Geschwindigkeit vornehmen. Es zeichnet immer zwei Messwerte an zwei unterschiedlichen Sensorstellen auf, wobei beide gemessenen Werte zum selben Zeitpunkt aufgenommen werden.

Auch der Aufwand für die Instandhaltung wird geringer, da das CCM-S dem Techniker schon vor dem Öffnen der Anlage mitteilt, welche Antriebskette ausgetauscht werden muss. „Mit diesen Vorteilen können unsere Kunden das Beste aus ihrer Anlage herausholen und damit die Maschinenauslastung und -produktivität steigern“, ergänzt Florian Wimmer. Das CCM-S misst die Kettenlängung kontaktlos und greift nicht aktiv in den Kettenantrieb ein. Das Modul kann ohne viel Aufwand in verschiedenen Kettenanwendungen nachgerüstet werden. 1) Anschraubpunkt Kunde (2x M6) 2) USB-Anschluss 3) Gehäuse 4) Gleitschuh 5) IO-Link-Anschluss

Ist das Modul in bestehenden Kettenantrieben verbaut, können Anwender entweder per iwis-Software oder über

Die gemessene Kettenlängung ist die Differenz zwischen dem definierten Abstand der Sensoren (d) und dem Nennmaß der Kette (n*p). Das CCM-S gibt dabei das Verhältnis zwischen der gemessenen Kettenlänge und der theoretischen Nulllänge einer neuen Kette aus. Dieser Wert ergibt die Kettenlängung in Prozent.

INFOS

Einfach installierbar dank Plug & Play Das CCM-S-Modul funktioniert nach dem Prinzip Plug & Play. Es ist sehr einfach zu installieren und in der Anwendung müssen keine Voreinstellungen und Kalibrierungsmaßnahmen mehr vorgenommen werden. Das Modul wird einfach in der Anlage montiert, das Kabel angesteckt und schon ist das System einsatzbereit.

d = Definierter Abstand zwischen Sensor A und B n = Anzahl Kettenglieder zwischen Sensor A und B p = Kettenteilung v = Versatz durch Kettenlängung

Mit dem CCM-S hat iwis ein Überwachungssystem entwickelt, das sich das physikalische Prinzip der Induktion zunutze macht: Die Kettenrollen gleiten an den Sensorspulen vorbei und können so als metallische Einheit erfasst werden. 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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NEUHEIT

Das CCM-S-System kann auch die individuelle Längung einzelner Kettensegmente messen und stellt die Ergebnisse übersichtlich dar.

Unkompliziert nachträglich einzubauen Die Entwickler bei iwis wollten ihre smarte Lösung möglichst breit einsetzbar machen und haben das Überwachungssystem gleich für verschiedene Kettengrößen entwickelt. „Da das CCM-S jeweils nur einen Strang der Kette detektiert, kann es auch Duplex- und Triplexketten überwachen“, sagt Florian Madlener. Zudem könne die Lösung auch nachträglich schnell und einfach – ohne den Einsatz von Sonderanbauteilen an den Ketten – in verschiedene Anwendungen integriert werden. Dank einer SLE-Funktion (Segment Link Elongation) erfasst das System aber nicht nur die Kettenlängung des gesamten Kettenstrangs in der Anlage. Mit Unterstützung der SLEFunktion wird die gesamte Kette in einzelne Segmente aufgelöst. Diese werden individuell gemessen und auf Abweichungen zur durchschnittlichen Ketten¬längung hin ausgewertet. Dafür müssen an den Außenlaschen des Kettenstrangs beidseitig Magneten angebracht werden, um einen Start- bzw. Endpunkt zu definieren. So generiert das System ein Balkendiagramm, das die Längung einzelner Kettensegmente anzeigt. Technische Eigenschaften • Das CCM-S misst die Längung folgender Kettenteilungsgrößen: - British-Standard: Teilungsgrößen 08B bis 32B - ANSI-Standard: Teilungsgrößen 40 bis 160 • Umgebungstemperatur: 0°C bis 70°C • Minimal zulässige Geschwindigkeit: << 0,1 m/s • Maximal zulässige Geschwindigkeit: 5 m/s • Kettenwerkstofftypen: Carbonstahl und rostfreier Stahl • Schutzklasse: IP67 • Schnittstellen: IO-Link und USB

Die Idee „Mit der zunehmenden Digitalisierung im Maschinenbau und der wachsenden Bedeutung der Themen Industrie 4.0, Smart Factory, Predictive Maintenance und Condition Monitoring steigen die Ansprüche unserer Kunden. Sie wünschen sich IIoT-Produkte, intelligente Lösungen zur Zustandsüberwachung und eine höhere Anlagensicherheit. Diese Bedürfnisse zu erfüllen, war für uns Motivation und die treibende Kraft, eine zukunftsweisende Überwachung von Kettenantrieben zu entwickeln.“ Florian Wimmer ist Value Engineer bei iwis und arbeitet an der Entwicklung des CCM-S-Systems. Das steckt noch im CCM-S • Temperaturüberwachung Per Sensor misst das System die Temperatur am Gleitschuh an der Oberfläche der Kettenrollen. Mangelschmierung kann etwa ein Indikator für zu hohe Temperaturen am Kettenstrang sein. Zudem misst ein weiterer Sensor die Temperatur der CPU innerhalb des CCM-S. • Schocksensor Schlägt der Kettenstrang gegen den Gleitschuh des CCM-S, wird der Stoß über einen Schocksensor im CCM-S gemessen. Das kann beispielsweise durch steife Glieder infolge von Mangelschmierung hervorgerufen werden. • Multi-CCM-S Für Kettenteilungen ab 50,8 mm können zwei CCM-SModule miteinander verbunden und hintereinander auf einen Kettenstrang gesetzt werden. Jedes CCM-S fungiert dann als einzelner Sensor. Autoren: Florian Madlener, Director Development and Testing bei iwis antriebssysteme Florian Wimmer, Value Engineer bei iwis antriebssysteme

INFOS

www.iwis.com

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SMART FACTORY

KOLLMORGENS NEUES 2G MOTION SYSTEM Zeigt die Vorteile von Single-Source-Lösungen mit einem systembasiertem Design.

Kollmorgens nächste Generation des AKD2G-Servoantrieb und des AKM2G-Servomotor sind optimal aufeinander abgestimmt, um höchstmögliche Leistung ohne Kompromisse zu erreichen.

K

ollmorgen gibt die Einführung des 2G Motion Systems bekannt, einer Single-Source-Lösung der nächsten Generation. Das 2G Motion System wurde speziell entwickelt, um die Leistungspotenziale des AKD2G Servoverstärkers und AKM2G Servomotors von Kollmorgen zu realisieren. Alle Elemente des Motors und Servoverstärkers (z. B. Schaltfrequenz des Antriebs, Kommutierungsalgorithmen, Motormagneten) sind präzise aufeinander abgestimmt. Dadurch werden Mikro-Inkompatibilitäten aufgrund der Verwendung von Komponenten verschiedener Hersteller vermieden. Das Ergebnis ist ein System, das maximale Leistung, Effizienz und Effektivität auch in den anspruchsvollsten Applikationen bietet, darunter: industrieller Druck, Laserschneiden, Verpackung, Robotertechnik, Prüf- und Messtechnik, Werkzeugmaschinen, Wickelmaschinen und Lebensmittelverarbeitung.

• Schnellere Entwicklung und Inbetriebnahme: Das 2G Motion System verbessert die Leistung in nahezu jeder Systemkonfiguration und erspart Maschinenentwicklern die Zeit und den Aufwand für die Beurteilung von Kombinationen verschiedener Hersteller und Komponenten. • Einsparungen bei den Maschinenkosten: Einkabelausführung, zweiachsige Servoverstärker und Co-Engineering-Optionen senken die Material- und Montagekosten für die Maschine. Eine verbesserte Motorund Verstärkereffizienz reduziert den Energieverbrauch und senkt die Betriebskosten. • S pezielle Funktionen: Kollmorgen Ser vo on a ChipTM, SafeMotion Monitor, WorkBenchBenutzeroberfläche, Variante mit erweiterten E/A, umfangreiche Rückführungsoptionen, Ein- und Zweikabel-Ausführungen, Wellen-, Befestigungs- und Steckeroptionen, eine Haltebremsenoption und vieles mehr.

INFOS

Zu den Hauptvorteilen des 2G Motion Systems zählen: • Reduzierter Platzbedarf: Für neue Maschinendesigns ermöglicht der AKM2G Entwicklern, die Größe, Komplexität und Stellfläche der Maschine zu reduzieren und dennoch die benötigte Kraft und Leistung für ihre Anwendungen zu erzielen. Der AKM2G kann auch direkt in vorhandene Maschinendesigns integriert werden, um die Leistung gegenüber vergleichbaren Motoren zu steigern, ohne einen größeren Motor zu verwenden. Der AKD2G bietet SafeMotion-Optionen, erweiterbare Ein-/Ausgänge und zweiachsige Modelle bei gleicher Antriebsgröße.

• Höhere Dynamik: Der AKM2G kann durch höheres Drehmoment und mehr Leistung die Indexierungs-, Bewegungs- und Einschwingzeiten bei gleicher oder kleinerer Baugröße deutlich reduzieren.

www.kollmorgen.com 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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REFERENZPROJEKT REMDA – EINE KOMMERZIELLE PVAUFDACHANLAGE

Effizienz der Solar-Wechselrichter entscheidend für GreenRock Energy.

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rojektierer GreenRock Energy hat auf den Dachflächen dreier landwirtschaftlich genutzter Gebäude eines Bauernhofes in Remda, zwischen Jena und Weimar in Thüringen gelegen, insgesamt rund zwei Megawatt PV-Leistung installiert. Mit der Solarstromanlage will der Landwirt des Hofes seinen hohen Stromverbrauch und damit die Betriebskosten der Schweinezucht senken. Seit Ende 2019 sind die drei Anlagen in Betrieb. Zwei der Anlagen mit jeweils 750 Kilowatt Leistung speisen zu einem vertraglich fixierten Preis in das Netz ein. Die dritte Anlage mit 500 kW dient dem Eigenverbrauch des den landwirtschaftlichen Betriebs.

INFOS

Vor der Installation der PV-Anlagen waren an den Dächern umfangreiche Vorbereitungsarbeiten notwendig: 6.000 Quadratmeter Dachfläche mussten komplett saniert und von Asbest befreit werden. Nach der Dachsanierung wurden noch Sandwichpaneele zur Wärmedämmung verbaut. Erst als diese Arbeiten abgeschlossen waren, begann die Installation der Solaranlage. Eine besondere Herausforderung war die Verschattung durch die vielen Schornsteine auf den Dächern, wodurch einiges an Fläche für Solarmodule verloren ging. Die Schornsteine zu entfernen, war nicht möglich. 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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In nur sechs Wochen wurden die drei Agrarhallen mit einer Dachfläche von insgesamt 15.000 Quadratmetern mit 7.500 Solarmodulen bestückt, die direkt von der Firmentochter Greenrock Trina GmbH kamen. Jedes der polykristallinen Honey-Module liefert 275 Watt aus 60 Zellen. Die deutsche Firma Saytec lieferte das Montagesystem für die Solarmodule, bestehend aus Trapezblechen und einer Unterkonstruktion aus 180-mm-Aluminiumschienen. Zur PV-Anlage gehören zudem 32 String-Wechselrichter von Delta Electronics. Installiert sind drei Leistungsklassen: der M88H, der M50A sowie der M30A. Die Verwendung unterschiedlich großer Wechselrichter trägt den Besonderheiten jedes Dachs Rechnung und garantiert die optimale Ausnutzung der Dachfläche. Wettbewerb und Kostendruck haben in der Solarbranche in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Jeder Zehntelprozentpunkt an Effizienz zählt. Der Kostendruck gilt nicht nur für die Solarmodule, sondern für die anderen Komponenten wie die Wechselrichter. Der M88H ist für den Einsatz in großen Solarparks ausgelegt und in zwei Anschlussvarianten erhältlich. Der EU-Wirkungsgrad liegt bei 98,5 Prozent. „Der M88H ist einer der größten und effizientesten String-Wechselrichter auf dem Markt und


ideal für große PV-Anlagen“, sagt Martin Kofler, CEO von GreenRock Energy. Das Unternehmen entwickelt für seine Kunden individuelle Lösungen und auch schon in anderen Projekten gute Erfahrungen mit Delta-Wechselrichtern gesammelt. Der M88H wiegt nur 84 Kilogramm. Transport und Handling am Installationsort benötigen also kein spezielles und teures Equipment. Zusätzlich punktet er durch sein Designkonzept: Der Anschlusskasten mit AC- und DCseitigen Überspannungsableitern, Anschlussklemmen und DC-Trennschaltern ist in das Gerät integriert und lässt sich einfach vom Leistungsmodul trennen. Bei einem Austausch des Leistungsmoduls verbleibt der Anschlusskasten mit der gesamten Verkabelung am Installationsort. Das spart Arbeitszeit und senkt die Wartungs- und Instandhaltungskosten.

Der Besitzer der Anlage erhält den Strom zu einem festen Preis, der zehn Prozent unter dem Tarif liegt, den der Besitzer zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses an seinen Energieversorger bezahlt hat. Die Preisbindung gilt für 20 Jahre. Das Remda-Projekt ist das erste Referenzprojekt für Greenrock Energy, das ein Mietstrommodell inklusive eines relativ großen Batteriespeicher mit 225 Kilowatt Leistung realisiert. Die Greenrock Energy AG nennt dieses Modell s-plus.„Unsere Vorstellung ist es, dass möglichst viele Menschen von den Vorteilen einer Photovoltaikanlage profitieren können, ohne Investitionen leisten zu müssen,“ sagt CEO Martin Kofler. Die Preiskopplung gilt für 20 Jahre. Ab dem 21. Jahr sind die Kunden auch an den Einnahmen beteiligt, die mit der Anlage generiert werden. Im Rahmen des Programms Avalanche können sie durch eine Weiterempfehlung auch an den Einnahmen anderer Anlagen beteiligt werden. Ziel dieses Programms ist, Anreize zu schaffen, Photovoltaikanlagen unabhängig von den Vorgaben des EEG in Deutschland im verstärkten Maße flächendeckend zu bauen.

INFOS

Während zwei Anlagen den produzierten Strom in das Netz speisen, entschied sich der Eigentümer bei der dritten Anlage für eine Eigennutzung. Die dabei entstehenden 500.000 Kilowattstunden Energie werden in Lithium-Akkus mit rund 242 Kilowattstunden Kapazität gepuffert. Diese wurde unter Berücksichtigung des landwirtschaftlichen Umfelds sowie der klimatischen Bedingungen ausgewählt und installiert. Der Lithium-Eisenphosphat-Speicher von Soltaro nutzt eine effiziente Hochspannung von 1.000 Volt DC und wird über das Energiemanagementsystem aus dem

Hause Smart 1 Solutions gesteuert. Das System optimiert die Energieverteilung für Eigenverbrauch und Netzeinspeisung.

https://solarsolutions.delta-emea.com

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AUF DEM ARC INDUSTRY FORUM STELLT SEEQ NEUE R22FUNKTIONEN UND DIE BETA-VERSION DES SEEQ DATA LAB VOR

Auf dem Forum werden einige neue R22-Funktionen vorgestellt. Diese sollen die Einbindung von Seeq in die Unternehmensstrukturen sowie das maschinelle Lernen fördern.

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INFOS

ie Seeq Corporation, ein führender Anbieter von Softwareanwendungen für die Fertigungsindustrie und das Industrielle Internet der Dinge (IIoT), stellte auf dem ARC Industry Forum 2020 seine neuesten R22-Funktionen sowie die Beta-Version von Seeq Data Lab vor. Zu den Seeq-Anwendungen gehören die Workbench für fortschrittliche und einfach zu nutzende Analysefunktionen, der Organizer für die Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse in Berichten und Dashboards und nun auch das Seeq Data Lab für den Zugriff auf PythonProgrammbibliotheken.

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Mit den genannten Anwendungen können in der Prozessindustrie tätige Ingenieure und Wissenschaftler die Abläufe in ihren Unternehmen schnell analysieren, genaue Vorhersagen treffen, besser zusammenarbeiten und sich leicht untereinander austauschen, um so ihre Geschäftsergebnisse zu optimieren. Durch die neuen R22-Funktionen wird die Verwaltung von unternehmenseigenen Daten verbessert und damit auch die Implementierung der Seeq-Anwendungen in großen Unternehmen unterstützt. So wird über die integrierten Sicherheitsfunktionen in Seeq gewährleistet, dass nur berechtigte Personen Zugriff auf die PI-Daten der OSIsoftSoftware erhalten und Administratoren Berechtigungen für gespeicherte Datensätze und andere Laufzeitbibliotheken erteilen können. Somit hat jeder Nutzer lediglich Zugriff auf die Daten, die er tatsächlich benötigt. Dies trägt dazu bei, dass die Datenzugriffsregeln leichter eingehalten werden können.


NEUHEIT

Weitere R22-Funktionen, die von Seeq-Benutzern angefragt wurden, sind: - Verbesserte Streudiagramme (Scatterplots) in der Workbench: Durch verschiedene Filtermöglichkeiten und erweiterte Anzeigeoptionen verstehen Anwender schneller, welche Beziehungen zwischen den einzelnen Signalen bestehen. - N OAA Weather Service Connector: Daten aus der Programmierschnittstelle des US-amerikanischen nationalen Wetterdienstes NWS (National Weather Service) können leicht in die Analyse der Seeq-Software einbezogen werden. - Multi-User-Awareness: Jetzt ist leicht zu erkennen, ob andere Benutzer gerade dasselbe Arbeitsblatt oder Thema geöffnet haben, bearbeiten oder präsentieren. Verantwortlich für die Entwicklung der Softwareanwendung Seeq Data Lab, von der jetzt die Beta-Version vorgestellt wurde, ist Mark Derbecker, Leiter des Entwicklungsabteilung bei Seeq. Mit dem neuen Produkt wurde auf Anfragen von Seeq-Anwendern reagiert, die Zugang zu den in den Python-Bibliotheken hinterlegten Algorithmen erhalten wollten. Auch die Forderung nach bestimmten neuen Funktionen wurde berücksichtigt. „Unser Ziel ist es, jegliche Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen, mit denen sich Prozessingenieure konfrontiert sehen, sobald sie die verschiedenen Python-Programmbibliotheken mit in die Analysen der Seeq-Software einbeziehen wollen“, erklärt Derbecker. „Gleichzeitig können Datenwissenschaftler dank Data-Lab direkt an der Analyse der Prozessdaten teilhaben.“ Die Anwendung Seeq Lab baut auf der der webbasierten Lösung Jupyter-Notebooks und einer Seeq-PythonProgrammbibliothek namens Spy auf, stellt verschiedene Funktionen zur Verfügung und wird ähnlich wie andere Seeq-Anwendungen verwaltet. Prozessingenieure, die Zeitreihendaten analysieren und dafür zum Beispiel auf Daten im Seeq Organizer, in der Seeq Workbench oder den Python-Bibliotheken im Seeq Data Lab zurückgreifen, erhalten so umfassende Ergebnisse. Außerdem können Datenwissenschaftler dank der in Seeq Data Lab hinterlegten Algorithmen und Bibliotheken auch bestimmte Erkenntnisse über das maschinelle Lernen gewinnen. Systemintegratoren ihrerseits erhalten die Möglichkeit, maßgeschneiderte Analysen für ihre Kunden zu erstellen. Anlagenhersteller schließlich sind dank der neuen Software in der Lage, ihren Kunden eine verbesserte Fernüberwachung und vorausschauende Fehleranalyse zu bieten.

Seeq-Anwendungen verwendet werden. Interessant ist ein Einsatz der Softwareanwendung Seeq Data Lab zum Beispiel, wenn Prozessingenieure und Datenwissenschaftler folgende Funktionen nutzen möchten: - Erweiterte Modelle: Python-Bibliotheken werden zur Einbeziehung von Neuronalen Netzwerken, Random Forest, K-Mitteln und anderen Algorithmen genutzt. - Kundenspezifische Visualisierungen: Python-Bibliotheken werden zur Anzeige bestimmter Datentypen und Berechnungen verwendet und können in die Data LabAnalysen eingebunden werden. - Analysen, die über die Zeitreihendaten hinausgehen: Python-Bibliotheken ermöglichen auch das Erstellen von Bevölkerungsstatistiken, das Nachschlagen von Daten und die Darstellung mehrdimensionaler Daten. Das ARC-Forum, das nun zum 24. Mal stattfindet, zieht führende Hersteller, Kunden und andere Geschäftspartner aus dem Bereich Industrieautomatisierung an. In den letzten Jahren war das ARC-Industry Forum eine wichtige Veranstaltung für Seeq. Ebenso wie in den vier vergangenen Jahren werden einige Seeq-Kunden auch dieses Mal darüber berichten, wie sich durch den Einsatz von Seeq in ihrem Unternehmen bessere Produktionsergebnisse erzielen ließen. Doch die Vorstellung der neuen R22-Funktionen ist nicht die einzige Neuigkeit: Wie Seeq im Dezember verlauten ließ, hat das Unternehmen mit seiner Software das Industrial Software Competency-Programm von Amazon Web Services (AWS) erfolgreich durchlaufen und wurde daher in den Stand eines kompetenten Technologiepartners des AWS Partner Network (APN) erhoben. Seither kann die fortschrittliche Software über den AWS-Marktplatz bezogen werden. Als Software-as-a-Service (SaaS)-Anwendung steht Seeq zudem auf den Marktplätzen Microsoft Azure und Azure zur Verfügung. Darüber hinaus arbeitet Seeq mit vielen Anbietern aus dem Bereich der Prozessautomation zusammen, um eine erfolgreiche Einbindung der Software in bestehende Systeme von OSIsoft, Siemens, GE, ABB, Honeywell, Inductive Automation, AVEVA, AspenTech, Schneider Electric und anderen Herstellen zu gewährleisten. www.seeq.com/whats-new-r22

INFOS

Alle browserbasierten Seeq-Anwendungen - Organizer, Workbench und Data Lab - sind über einen gemeinsamen Seeq-Server miteinander verbunden. Auf diese Weise können alle berechtigten Mitarbeiter gut zusammenarbeiten und auf verschiedene Datenquellen zugreifen. Dabei bleiben alle Vorgänge transparent. Beispielsweise können in Data Lab erstellte Grafiken im Organizer angezeigt werden, in Workbench erhobene und ausgewertete Daten können von Data Lab-Benutzern abgerufen werden, die Ergebnisse des Data Lab-Algorithmus können in anderen 37 | Konstruktion-Industrie | Juli 2020

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SOURIAU STIMMT SEINE VERBUNDSTECKVERBINDER FÜR DIE LUFTFAHRT AUF DIE VORGABEN DER REACHVERORDNUNG AB

Die Bestimmungen der europäischen Chemikalienverordnung REACH dienen dem umfassenden Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt. So wurden bestimmte, als besonders gefährlich eingestufte chemische Verbindungen, die sogenannten SVHC (Substances of Very High Concern) verboten.

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INFOS

benso wie bei den meisten anderen Herstellern von Steckverbindern, kommt auch bei SOURIAU sechswertiges Chrom für die Oberflächenbehandlung zum Einsatz. Allerdings kann dieser chemische Stoff schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen oder die Umwelt haben und soll daher ersetzt werden. Zwar gewährt die Europäische Chemikalienagentur je nach Anwendung eine Übergangsfrist von bis zu 12 Jahren, um die Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie in der europäischen Union zu erhalten. Doch SOURIAU wollte in der Produktion einiger wichtiger Baugruppen bereits vor Ablauf der Frist auf alternative Mittel zur Oberflächenbeschichtung umstellen.

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Seit mehreren Jahren suchte die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von SOURIAU nach einer Möglichkeit, bei der Produktion und der Beschichtung von Verbundsteckverbindern auf gefährliche Chemikalien zu verzichten. Die ersten REACH-konformen Verbundsteckverbinder der Baureihe D38999 wurden zunächst vom Europäischen Verband der Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie (AECMA – European Association of Aerospace Industries) und dann von der Zulassungsstelle des US-Verteidigungsministeriums (DLA – Defense Logistics Agency) zertifiziert. Anschließend wurden sie von Airbus und Boeing geprüft und abgenommen, bevor sie 2019 nach und nach an einigen zentralen Stellen in der zivilen Luftfahrt und in vielen militärischen Flugzeugprogrammen eingesetzt wurden. Seit Dezember 2019 werden alleVerbundsteckverbinder ohne sechswertiges Chrom hergestellt. Immer mehr Modelle der D38999Baureihe von SOURIAU werden mit Verbundwerkstoffen mit oder ohne Nickelbeschichtung hauptsächlich für zivile und militärische Luftfahrtanwendungen ausgeliefert. Der verwendete kohlenfaserverstärkte PEEK-Verbundwerkstoff widersteht auch hohen mechanischen Belastungen, ist korrosionsbeständig und leichter als Aluminium.


Die Beschichtung von PEEK – eine weltweit einzigartige Lösung SOURIAUs besondere Leistung bestand darin, eine Beschichtung für PEEK-Verbundwerkstoffe zu entwickeln. Seit vielen Jahren werden unsere Verbundsteckverbinder beschichtet, doch bislang kam dabei immer sechswertiges Chrom zum Einsatz, das nun durch die REACH-Verordnung verboten wurde. Die weltweit einzigartige, von SOURIAU entwickelte Lösung ist gemäß der amerikanischen Norm MIL- DTL-38999 QPL- und entsprechend der europäischen Norm EN3645 EN-zertifiziert. Doch die neue Beschichtung wurde nicht nur von den beiden genannten Zertifizierungsbehörden zugelassen, sondern auch von namhaften Luftfahrtunternehmen geprüft und für gut befunden.

www.souriau.com

INFOS

Die Herausforderung für SOURIAU bestand darin, für die Oberflächenbeschichtung der Steckverbinder eine REACH-konforme Alternative zum sechswertigen Chrom zu finden. Thomas Pichot, Leiter Forschung und Entwicklung bei SOURIAU, erklärt: „Heute verwenden wir überhaupt kein sechswertiges Chrom mehr bei der Herstellung von Steckverbindern mit Verbundwerkstoff. Früher benutzten wir diesen chemischen Stoff, um die Haftung der Beschichtung zu verbessern. Die ersten Alternativ-Beschichtungen ohne sechswertiges Chrom haben wir für den Motorsport entwickelt. Heute kommt diese in allen für die Luft- und Raumfahrt sowie den Verteidigungssektor bestimmten Anwendungen zum Einsatz, die eine gleichwertige Haftung wie die bisherigen Metallbeschichtungen ermöglicht, jedoch ohne gefährliche Substanzen auskommt. Hier konnten wir auf unsere Erfahrungen zurückgreifen, die wir bei der Beschichtung unserer Aluminiumsteckverbinder gesammelt haben. Bei letzteren folgt auf die Beschichtung mit Zink-Nickel ebenfalls keine Passivierung mit sechswertigem Chrom mehr. Alle neu entwickelten und probeweise eingesetzten Ersatzprodukte wurden jetzt als ungefährlich eingestuft und erfüllen die verschiedenen Umweltvorschriften, darunter auch die REACH-Verordnung. Zwar war es technisch gesehen nicht ganz einfach, eine Alternative zu sechswertigem Chrom zu finden. Aber der Nutzen für die Umwelt ist enorm, denn durch die Umstellung konnten wir den Bedarf an sechswertigem Chrom in unserer Produktionsstätte in Champagné bereits um die Hälfte reduzieren.“

Sobald die europäische REACH-Verordnung in Kraft trat, erkannten die F&E-Teams bei SOURIAU, dass alle zur Oberflächenbehandlung verwendeten Techniken auf den Prüfstand mussten, wollte man die Produktionsstandorte in Frankreich erhalten. Die Entscheidung, Innovationen zu tätigen und nach nachhaltigen Lösungen zu suchen, hat wieder einmal bewiesen, wie zukunftsorientiert und kompetent das Unternehmen SOURIAU ist. Nicolas Paumier, Produktmanager für den Verbundwerkstoff D38999, erklärt: „Der konstruktive Ansatz, den SOURIAU als Reaktion auf die REACH-Verordnung entwickelte, zeigt, dass das Unternehmen grundsätzlich den Kunden in den Mittelpunkt seiner Überlegungen stellt. Denn schließlich müssen diese dieselben Herausforderungen meistern. Auch sie müssen die Umwelt, die Gesundheit und die Sicherheit der Menschen im Blick behalten und entsprechend innovativ tätig werden. Die Nachfrage nach unseren REACH-konformen Steckverbindern wird sicherlich steigen, weil diese nicht nur den europäischen Bestimmungen entsprechen, sondern auch die Anforderungen unserer Auftraggeber innerhalb und außerhalb Europas erfüllen.“

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MESSTECHNIK

SHERPA MOBILE ROBOTICS RÜSTET SEINE MOBILEN ROBOTER MIT EINEM GERÄT ZUR LUFTGETRAGENEN OBERFLÄCHENDESINFEKTION AUS

Durch die COVID-19-Epidemie suchen viele Unternehmen mit großen Anlagen nun nach effektiven Desinfektionslösungen, um den Schutz und die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten. Die meisten verfügbaren Desinfektionslösungen mit Begasung, die zur Behandlung aller typischen Oberflächen eingesetzt werden, sind statisch und erfordern einen Bediener, dessen Schutz sichergestellt werden muss. Sie funktionieren darüber hinaus mit einem Nassspritzverfahren, das potenziellen Schaden anrichten kann und somit die Anwendungsbereiche einschränkt.

U INFOS

m eine Lösung für die genannten Probleme zu finden, hat Sherpa Mobile Robotics (SMR), ein Unternehmen der Innovationssparte von NORCAN, sich jetzt mit Devea zusammengeschlossen, um ein mobiles, autonomes Desinfektionssystem in Form eines Sherpa-Roboters zu entwickeln. Dieser ist mit einer innovativen, aber dennoch bewährten Sprühvorrichtung ausgestattet, die einen trockenen Sprühnebel erzeugt. Das Gerät zur luftgetragenen Oberflächendesinfektion erfüllt die Norm NFT 27-281/Version 2014. Das Viruzid auf Basis von Wasserstoffperoxid hat ebenfalls eine Marktzulassung erhalten, welche die Wirksamkeit des Systems bei 99,99 % der Viren garantiert. Aktuell ist es branchenweit das einzige zertifizierte Gerät seiner Art.

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Mobile und kollaborative Roboter Sherpa Mobile Robotics entwickelt, produziert und vermarktet mobile Roboter, die auch als AMR (autonome mobile Roboter) bezeichnet werden. Im Gegensatz zu vollautomatisierten Containertransportfahrzeugen suchen sie sich ihre Wege selbstständig. Sie können an ihre Umgebung und an spezifische Funktionen angepasst und entsprechend programmiert werden. Die Roboter werden in der Industrie, insbesondere in der Logistik und Produktion, beim Transport von Bauteilen, bei der Abfertigung, der Beschickung von Produktionslinien sowie beim Sortieren und Kommissionieren von Waren im elektronischen Handel eingesetzt. Auch in anderen Bereichen wie im Vertrieb, in der Medizinbranche, an Flughäfen und im Transport werden derzeit neue Möglichkeiten eruiert.


Im Zuge der Covid-19-Pandemie kam den EntwicklungsTeams von SMR die Idee, ihre Abfertigungsroboter in mobile Desinfektionsgeräte umzufunktionieren. Zur Erledigung ihrer Aufgaben fahren die Sherpa-Geräte mit kontrollierter Geschwindigkeit oder ferngesteuert so dicht wie möglich an die Bereiche, die desinfiziert werden sollen. Durch ihre Mobilität können sie große Flächen oder mehrere Oberflächen behandeln, die in Teilbereiche unterteilt sind. Da ihre Autonomie und ihre Beweglichkeit nicht von einem Bediener gesteuert werden muss, können die Roboter in sämtlichen Umgebungen (Flure, Büros, Werkstätten, Umkleideräume) betrieben werden. Das Desinfektionssystem von Devea, einem anerkannten Unternehmen im Bereich der luftgetragenen Desinfektion, wird in zahlreichen pharmazeutischen und lebensmittelverarbeitenden Unternehmen eingesetzt und ergänzt das Produkt in perfekter Weise. Wir sorgen für sichere Umgebungen: Vollständige Desinfektion ohne Rückstände und ohne Giftstoffe Das unter dem Markennamen Phileas bekannte System von DEVEA versprüht das Desinfektionsmittel mit seiner Zentrifugationstechnologie in perfekt kalibrierten Mikrotröpfchen mit einer Größe von 5 bis 10 µm. „Wir wollten keine Düsen, die schon beim geringsten Schmutz verstopfen“, erklärt Stéphane Fauth, CEO von Norcan und SMR. Der so generierte trockene Sprühnebel erreicht alle Arten von Oberflächen, selbst vermeintlich unzugängliche Bereiche wie die Innenflächen von Schubladen, und sorgt so für eine optimale Desinfektion. Das System ist überaus effizient, einfach und sicher. Am Ende des Prozesses können die Mitarbeiter bereits nach wenigen Stunden (Verbreitung, Kontaktzeit und Lüftung) wieder sicher an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Da es sich um ein trockenes Viruzid handelt, hinterlässt es keine Rückstände und birgt keinerlei Korrosions- oder Beschädidungsrisiken für Oberflächen und Geräte.

Norcan beweist mit SMR in seiner Innovationssparte, dass es ihm dank seiner Agilität und Anpassungsfähigkeit gelungen ist, nach zwei für alle Unternehmen schwierigen Monaten wieder ins Geschäft zu kommen. Diese Eigenschaften sind unerlässlich, um in unserer zunehmend instabilen und unsicheren Welt zu überleben. Video des Roboters im Betrieb: https://youtu.be/UIS3-952qig www.sherpa-mr.com

INFOS

Das einzige zertifizierte viruzide Verfahren der Branche Das verwendete viruzide Verfahren ist das einzige, das nach NF T 72-281 zertifiziert wurde. Diese Norm dient Herstellern dieser Geräteart als Referenz, um zu überprüfen, ob bestimmte Geräte und Produkte in Kombination wirksam arbeiten. Das verwendete Produkt auf der Basis von Wasserstoffperoxid hat ebenfalls bereits eine Marktzulassung erhalten, die die Wirksamkeit des Phileas®Systems auf 99,99 % der Viren garantiert.

Das Sherpha-Desinfektionsgerät wurde bereits bei einem Kunden von SMR implementiert: „Unser Kunde und wir alle sind sehr zufrieden über die starke und wertbringende Zusammenarbeit mit Devea, die dieses einzigartige Produkt gewissermaßen wissenschaftlich absichert“, sagt Stéphane FAUTH. „Vor Ort werden noch Tests unter realen Bedingungen durchgeführt, um die endgültigen Einstellungen mithilfe von Messungen der Prozesseffizienz festzulegen.“

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SONSTIGES

FPT INDUSTRIAL VERZEICHET BEI SFH IN CHINA POSITIVE ERGEBNISSE

Die COVID-19-Pandemie zieht nach wie vor Gesellschaften und Unternehmen weltweit in Mitleidenschaft. FPT, CNH Industrials globale Motorenmarke, bemüht sich, die Auswirkungen innerhalb seines gesamten Produktions- und Vertriebsnetzwerks durch die Einhaltung der Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften zu minimieren, die in den verschiedenen internationalen Märkten gelten, auf denen das Unternehmen agiert. Da die Welt weiterhin mit entscheidenden Geräten versorgt werden muss, besteht nach wie vor eine starke Nachfrage nach industriellen Antrieben.

I INFOS

n dieser schwierigen Zeit zeichnen sich nun endlich in China, dem ersten von der Pandemie gebeutelten Land, Anzeichen einer Erholung ab. Während die Arbeit schrittweise wieder aufgenommen und die Industrie langsam hochgefahren wird, gewinnen die globalen Akteure durch die erfreuliche Geschäftsentwicklung nun wieder an Zuversicht. Bei SFH, FPT Industrials Joint Venture in der chinesischen Stadt Chongqing, wurden im April wieder ermutigende Resultate erzielt.

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Nachdem die Wirtschaft durch den Ausbruch von COVID-19 Ende Januar einige Wochen lang zum Erliegen gekommen war, nahm das Werk schließlich Anfang Februar unter strikten Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit seiner Mitarbeiter wieder die Produktion auf. Mit einem sorgfältig entwickelten Konzept setzte das Werk seine Tätigkeit mit einer verringerten Kapazität wieder in Gang und wird allmählich auf den Vollbetrieb umstellen. Aufgrund der steigenden Nachfrage auf dem Markt der Schwerlastkraftwagen in China hat SFH im April innerhalb eines Monats mehr Cursor-Motoren hergestellt als je zuvor. Im Vergleich zu den letzten Rekordzahlen aus dem Jahr 2018, als die Produktion in Chinas Schwerlastkraftwagenindustrie einen beispiellosen Höchststand erreicht hatte, wurde nun ein Anstieg von 6 % verzeichnet.


NEUHEIT

Als führender Motorenlieferant von Nutzfahrzeugherstellern verfügt SFH über vier Fertigungslinien für Zylinder und Zylinderköpfe und zwei Montagelinien. Die Zylinderund Zylinderkopf-Fertigungslinien sind mit vierzig Großrechnern ausgestattet. Das Werk ist 24 Stunden am Tag mit Sonderschichten im Betrieb, um die Lieferungen an seine Kunden, darunter CNH Industrials Joint Venture SIH für Schwerlastwagen in Chongqing, sicherzustellen und der starken Nachfrage des Marktes gerecht zu werden, der durch den angeordneten Lockdown eingebrochen war.

INFOS

SFH wurde 2007 von FPT Industrial, SAIC Motor und Chongqing Machine Equipment gegründet. Das Unternehmen zählt zu den bedeutendsten Motorenherstellern in China und gilt im Bereich fortschrittlicher emissionsarmer Industriemotoren als Vorreiter. Mit etwa 700 Mitarbeitern stellt das Joint Venture in seiner Produktionsanlage in Chongqing CursorMotoren für Schwerlastkraftwagen und Baufahrzeuge für den On- und Off-Road-Einsatz sowie Stromerzeugungsund Schifffahrtsanwendungen her. Einen Teil seiner Produktion exportiert das Unternehmen auf den weltweiten Markt. Es beliefert Nordamerika mit Motoren gemäß den Anforderungen von Stage V und Europa mit Antrieben, die Euro VI erfüllen. www.fptindustrial.com

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SONSTIGES

DIE GROUPE LATTY FEIERT IN DIESEM JAHR IHREN 100. JAHRESTAG

Hundert Jahre Forschung und Innovation. Das 1920 gegründete Unternehmen, jetzt geführt von ChristianXavier Latty, dem Enkel des Firmengründers, gilt nun ein Jahrhundert später als französischer Marktführer im Bereich der industriellen Dichtungen. Die Produkte von Latty stellen sicher, dass industrielle Verfahren perfekt abgedichtet bleiben. Heute sind sie aus vielen Sektoren wie der Lebensmittelverarbeitung, dem Petrochemiesektor, dem Bergbau und der Nuklearindustrie nicht mehr wegzudenken.

D INFOS

ie Groupe Latty hat sich damit einen Namen gemacht, die strengsten Qualitäts- und Sicherheitsvorschriften einzuhalten, um die Produktzuverlässigkeit zu gewährleisten. Auch aufgrund ihres fundierten Fachwissens in der Erstellung, Erforschung und Entwicklung von Dichtungslösungen und der kontinuierlichen Weiterentwicklung ihrer Herstellungsprozesse genießt sie einen hervorragenden Ruf. In dieser hart umkämpften Branche sticht die Groupe Latty besonders dadurch hervor, dass sie den Fokus auf ihre Dienstleistungen setzt und stets ein offenes Ohr für seine Kunden hat, wie es nur ein mittelständisches Unternehmen kann. Gleichzeitig investiert sie jährlich 5 % ihres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über ein eigenes Prüflabor, um die Produkte vor der Markteinführung unter optimalen Nutzungsbedingungen prüfen zu können oder sie in den Geräten der Kunden für die Zulassung und Genehmigung zu testen.

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Die französische Groupe Latty setzt sich aus der Firmenzentrale in Orsay in der Region Paris sowie einer Produktionsanlage und einem F&D-Labor in Brou im Departement Eure-et-Loir zusammen. Neben dem Verkaufsteam aus technischen Vertriebsingenieuren und Verkaufsleitern arbeiten täglich weitere 160 Mitarbeiter bei Latty in der Betreuung der Kunden. Außerdem steht ein erstklassiges lokales Netzwerk aus etwa hundert Händlern, Fräsunternehmen und Multi-Service-Kompetenzzentren zur Verfügung. Die Groupe Latty erzielt einen Großteil ihres Umsatzes durch die Exporte ihrer zehn Niederlassungen, von denen manche über eigene Produktionsanlagen oder MultiserviceKompetenzzentren verfügen. Das mittelfristige Ziel besteht darin, insbesondere durch die Gründung neuer Niederlassungen den Marktanteil auf den Exportmärkten zu erhöhen und gleichzeitig die rege Geschäftstätigkeit in Frankreich aufrechtzuerhalten. Vor diesem Hintergrund hat


NEUHEIT

Imprägnierungsarten sowie 120 Garnarten (Aramid, PTFE, Graphit, Kohlenstoff usw.) anbieten, die allen Anwendungen unserer Kunden gerecht werden. Auf einer 500 m² großen Plattform mit mehr als 15 Prüfzellen mit Präzisionsmessgeräten (Drücke von Vakuum bis 650 bar, Temperaturen von -200°C bis 650°C, HeliumMassenspektrometer, eine 5.500-kN-Presse usw.) kann Latty Geräte aller Größen unterbringen und so die Anforderungen seiner Kunden und der vielen Herstellern erfüllen, mit denen das Unternehmen Partnerschaften pflegt. Die in den Prüfzellen genehmigten Geräte können direkt in bestimmten Anwendungen eingesetzt oder von den Herstellern in die Produktion von industriellen Pumpen oder Ventilen integriert werden. Bis jetzt wurden über hundert Prüfberichte ausgegeben, in denen die Zulassung nach Normen bestätigt wurde. Empfindliche Sensoren Industrielle Dichtungen sind zwar in allen Industriesektoren von Belang, doch nicht alle Undichtigkeiten ziehen dieselben Konsequenzen nach sich. Die Groupe Latty ist in allen Industrien tätig, deckt aber insbesondere die Bedürfnisse von Branchen, bei denen die Reduzierung von Treibhausgasen (ISO 15848) und die Sicherheit von Geräten und Industriestandorten eine wichtige Rolle spielt.

die Gruppe die Eröffnung zweier neuer Niederlassungen in Indien und Brasilien angekündigt. Herr Latty berichtet von den Stärken seines Unternehmens: „Eine der Stärken der Groupe Latty besteht definitiv darin, dass sie ihren Kunden zuhören kann. Jedes Unternehmen und jeder Kunde ist anders und muss bestimmte Hindernisse bewältigen, die mit der Umgebung, dem Projektumfang oder der Lieferfrist verbunden sein können. Die technischen Teams und Vertriebsmitarbeiter sorgen bei der individuellen Konzipierung der verschiedenen Lösungen dafür, dass die Kunden angemessen von unserer hundertjährigen Erfahrung im Bereich der industriellen Abdichtung profitieren. Das vorgeschlagene Produkt muss die Anforderungen des Kunden in jeder Hinsicht erfüllen.“ Verbundene Dienstleistungen: Forschung, Entwicklung und Prüfungen Eine andere Stärke von Latty ist seine eigene Entwicklungsund Prüfabteilung, die sich im Werk von Brou befindet. Hier können wir Hersteller bei der Genehmigung ihrer Geräte unterstützen, wobei alle relevanten Normen und Vorschriften, besonders bei Ventilen und Anschlüssen, eingehalten werden.

Im Nuklearsektor wiederum haben die Reaktionen auf Fukushima zu strengeren Auflagen bei allen in den Werken verwendeten Materialien geführt. Um diese Anforderungen zu erfüllen, hat die Groupe Latty neue Produkte für industrielle Ventile, rotierende Maschinen, Druckbehälter und Rohre entwickelt, darunter auch für Störbedingungen geeignete Verpackungen mit einer Strahlenbeständigkeit von bis zu 4000 kGy und Elastomere auf EPDM-Basis mit bis zu 1700 kGy. Auch mechanische Dichtungen wurden entwickelt und in neuen Werken zugelassen, welche die nach Fukushima erforderlichen Bestimmungen erfüllen. Herr Latty meint abschließend: „Die heutigen Anforderungen unterscheiden sich erheblich von denen aus dem Jahr 1920. Im Laufe eines Jahrhunderts hat Groupe Latty die industrielle Revolutions des 20. Jahrhunderts miterlebt und dabei stets Qualitätsprodukte entwickelt, die immer innovativer und effizienter wurden. Ursprünglich wurden die Flechtpackungen von Latty erfunden, um die Propellerventile beim Schiffsbau abzudichten. Heute findet man die Dichtungen von Latty in Geräten sämtlicher Industriesektoren. Sie entsprechen den sich ständig weiterentwickelnden Anforderungen der Industrie und zielen darauf ab, unsere Umgebung besser zu schützen.“

INFOS

Latty ist für die Qualität und Leistung seiner Flechtpackungen und Dichtungsringe und insbesondere auch für seine FILCOAT-Verfahren (Doppelimprägnierung der Garne) bekannt. Durch unsere gesamte Forschungsarbeit im Bereich der Faser- und Schmiermittelentwicklung können wir ein breites Sortiment aus Flechtpackungen in etwa 50 verschiedenen Klassen und mehr als 70

Im Bereich der industriellen Ventile zum Beispiel ist es nun durch neu entwickelte Verpackungen möglich, die Leckrate flüchtiger organischer Verbindungen aus flüchtigen Emissionen um einen Faktor von mehr als 10.000 zu reduzieren.

www.latty.com

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SONSTIGES

FSK-FACHTAGUNG SCHAUMKUNSTSTOFFE UND POLYURETHANE 2020 ABGESAGT Die Corona-Pandemie zwingt auch den Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. (FSK) einen Großteil seiner geplanten Veranstaltungen für 2020 abzusagen. So auch die jährliche Internationale Fachtagung Schaumkunststoffe und Polyurethane 2020. Hiervon betroffen sind auch die, im Rahmen der Tagung angesetzte Mitgliederversammlung und die Verleihung des FSK-Innovationspreises 2020.

D

er globale Ausbruch des Corona-Virus (COVID-19) beschäftigt uns inzwischen seit Monaten. Im privaten, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben müssen Anpassungen und enorme Abstriche aufgrund der derzeitigen Gegebenheiten gemacht werden. Neue Hygienevorschriften, Abstandsregelungen, die Einschränkung sozialer Kontakte und die Regelungen zu Veranstaltungen betreffen alle, auch den FSK. Sicherheit und Gesundheit stehen für den FSK an erster Stelle. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen, der ungewissen Zukunftslage und im Hinblick auf die Gesundheit seiner Mitglieder, Freunde und Gönner sagt der FSK daher einen Großteil der geplanten Veranstaltungen in 2020 ab. Der überwiegende Teil wird in das kommende Jahr verschoben, einige Events müssen bedauerlicherweise ganz abgesagt werden. Darunter fällt die jährlich stattfindende Internationale FSK-Fachtagung Schaumkunststoffe und Polyurethane 2020. Geplant war das Event mit interessanten Vorträgen aus der Welt der Schaumkunststoffe und Polyurethane sowie dem traditionellen Rahmenprogramm für den 25. und 26. November 2020 in Dortmund. Der Fachverband bedauert die Absage der Veranstaltung sehr. „Es ist sehr schade, dass wir in diesem Jahr unsere Internationale FSK-Fachtagung nicht veranstalten können. Das Event bietet Mitgliedern und Interessierten jährlich eine Plattform zum Wissenstransfer und Networking. Neben den spannenden Fachvorträgen zu Themen aus den Werkstoffbereichen Schaumkunststoffe und Polyurethane, bietet das Rahmenprogramm die Möglichkeit in gemütlicher Atmosphäre Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Wir hoffen jetzt bereits, dass sich die Lage bald verbessert und wir in 2021 wieder eine tolle Fachtagung mit allem Drum und Dran abhalten können“, so Klaus Junginger, Geschäftsführer des FSK e.V.

Wichtiger Bestandteil der FSK-Fachtagung ist die jährliche Verleihung des FSK-Innovationspreises Schaumkunststoffe und Polyurethane. Traditionell wird dieser in feierlichem Rahmen auf der Fachtagung verliehen. Hier haben Nachwuchskräfte und Unternehmen der Branche in den Kategorien „Design und Gestaltung“ sowie „Technologie/ Verfahrens- und Chemietechnik“ die Möglichkeit, Innovationen aus den Bereichen Schaumkunststoffe und Polyurethane einzureichen und die Jury von Ihren Projekten zu überzeugen. Aufgrund der fehlenden Planungssicherheit in diesem Jahr entfällt die Ausschreibung und Verleihung des FSK-Innovationspreises 2020. In 2021 haben Interessierte wieder die Möglichkeit sich um den Innovationspreis Schaumkunststoffe und Polyurethane zu bewerben. Als Auftakt zur Fachtagung veranstaltet der Fachverband seine jährliche Mitgliederversammlung. Aufgrund der Pandemie wird auch die Jahresvollversammlung in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden. Der FSK informiert seine Mitglieder hierzu separat.

INFOS

www.fsk-vsv.de

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SMART FACTORY

FAULHABER ERWEITERT IE3 ENCODER-KOMPATIBILITÄT AUF GROSSE SCHEIBENMAGNET-SCHRITTMOTOREN

FAULHABER erweitert IE3 Encoder-Kompatibilität auf große Scheibenmagnet-Schrittmotoren.

Hohe Auflösung trifft überwältigende Beschleunigung!

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ie extrem hohe Dynamik großer ScheibenmagnetenSchrittmotoren ist oft auch auf einen geschlossenen Regelkreis angewiesen, um möglichst hohe Leistungen bei gleichzeitiger Begrenzung der im Motor abgegebenen Kraft zu erzielen. Der IE3 Encoder ist ein qualitativ hochwertiger magnetischer Encoder der mit einer großen Vielzahl an FAULHABER Produkten ab einem Durchmesser von 22mm kombiniert werden kann. Der Encoder ist jetzt auch mit den Serien DM40110R, DM52100N und DM52100R verfügbar. Mit einer erweiterten Länge von etwa 13mm bietet diese neue Kombinationsmöglichkeit eine hohe Positionierungsauflösung von bis zu 1024 Impulsen pro Umdrehung, sowie extrem schnelle Beschleunigungsfähigkeiten in kompakter und leichter Bauform! Der Encoder wird mit einem Flachbandkabel angeschlossen, passende Stecker sind verfügbar.

Typische Anwendungen reichen von der Textil- und Halbleiterindustrie bis hin zur Medizintechnik. Die Vorteile auf einen Blick: • Ideal geeignet für den Betrieb im Boost-Modus mit hoher Positionierungsauflösung • Mit einer Auflösung von 32 bis 1024 Impulsen pro Umdrehung programmierbar • Kompakte und leichte Bauform in robustem Gehäuse www.faulhaber.com

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Konstruktion-Industrie | 37 - Juli 2020  

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