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MAI 2009

Werte

im Wandel unserer zeit

Nachhaltigkeit Eine deutsche Erfindung? Seite 3 – MOTIVATION Mehrwert für die Mitarbeiter Seite 8 – Die Weltverbesserer Unternehmen für faire Arbeitsbedingungen Seite 10


V O RW O RT

Vor 60 Jahren wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Vor 20 Jahren fiel die Berliner Mauer; der Weg zur Wiedervereinigung wurde frei. Im Laufe dieser Jahre hat unsere Gesellschaft sich gewandelt. Sie hat viele Krisen durchlaufen, aber auch viele Erfolge feiern können. Die Kraft zur Veränderung, die derzeit in den USA, der größten Volkswirtschaft der Welt, so stark beschworen wird – sie ist eine Kernkompetenz im Zeitalter des raschen Wandels, den die Globalisierung mit sich bringt. Das heißt aber auch: Werte ändern sich. Unzeitgemäße Vorstellungen gehen über Bord, andere, womöglich verloren geglaubte, erfahren eine Renaissance. Derzeit ist es die alles bestimmende Finanz- und Wirtschaftskrise, die das Bedürfnis nach gesellschaftlichen Werten zu verstärken scheint. Laut hört man quer durch die Parteien den Ruf nach Stärkung der sozialen Prinzipien in der Marktwirtschaft. Doch auch die Unternehmen, die als Teil der Gesellschaft einen wichtigen Motor für den Wohlstand darstellen, stehen vor großen Herausforderungen. Sie möchten beweisen, dass ihnen Werte wie soziale Verantwortung, Transparenz, Nachhaltigkeit und Umweltschutz wichtig sind. In diesem Sinne ist auch die vorliegende Sonderbeilage zu sehen. Sie wurde von Unternehmen unterstützt, die hierin für Vertrauen werben. Gleichzeitig bieten sie uns ein redaktionelles Umfeld, in dem wir eine qualitätvolle journalistische Berichterstattung rund um das Thema Werte realisieren können. Wir freuen uns, Ihnen hiermit ein gleichermaßen informatives wie lesenswertes Magazin an die Hand geben zu können. Ihre Redaktion

I N H A LT

P A R T N E RS C H A F T E N

Vom Wert der Nachhaltigkeit Seite 3 – Corporate Governance Seite 4 – Nachhaltigkeit erzeugt Gewinn Seite 4

Die Weltverbesserer Seite 10 – Werte im Fußball Seite 12

Die Fabrik der Zukunft Seite 8 – Motivation für die Mitarbeiter Seite 9

»Gewinn ist nicht unmoralisch« Seite 14 – Die neuen Öko-Reichen Seite 15

Die Rückkehr der Familie Seite 12

I m p r e s s um

in|pact media GmbH Torstr. 227 D-10115 Berlin T +49 (0) 30 250 40 -830 F +49 (0) 30 250 40 -839 E redaktion@inpactmedia.com www.inpactmedia.com

Chefredaktion Mirko Heinemann Art Direction / Layout Christian Schneider Projektleitung Sara Habibi Isfahani sara.habibi@inpactmedia.com

Für Anregungen und bei Fragen schreiben Sie bitte an redaktion@inpactmedia.com

Autoren Martin Hartwig, Axel Novak, Lars Klaaßen, Verena Mörath, Mirko Heinemann, Gunnar Leue, Katharina Daniels (Public Relations)

Bildredaktion Sara Habibi Isfahani

Entwicklung Edi Karayusuf

Bilder fotolia.com, iStockphoto.com,

Schwerpunkte Christian Schillinger

V.i.S.d.P. Mirko Heinemann

Druck Druckhaus Spandau

Geschäftsführung Sara Habibi Isfahani


in|pact media Verlag · Seite 3

Vom Wert der Nachhaltigkeit Wenn es um Werte in Unternehmen geht, steht »Nachhaltigkeit« oft an erster Stelle. Aber wofür steht der Begriff eigentlich?

von Martin Hartwig / Redaktion

Nachhaltigkeit ist eine deutsche Erfindung – zumindest in der Waldwirtschaft

»Unternehmerisches Handeln heißt für die Hypo Real Estate Group, Verantwortung gegenüber der Gesellschaft zu übernehmen und eine nachhaltige und lebenswerte Umwelt zu fördern und zu erhalten.« (Hypo Real Estate) »Nachhaltigkeit«, so lautet das Schlagwort, mit dem sich die krisengeschüttelte Bank in ihrer Firmenpräsentation zum Engagement für die Gesellschaft verpflichtet. Die Geschäftspraxis lief, wie jeder weiß, auf das Gegenteil hinaus. Heute muss die Gesellschaft die Verantwortung für die Hypo Real Estate übernehmen. Die HRE ist nicht das einzige Unternehmen, dessen Bekenntnis zur Nachhaltigkeit im Nachhinein etwas schal wirkt. Noch im Oktober 2007 setzte die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers medienwirksam eine Direktorin für »Sustainability« – englisch für Nachhaltigkeit – ein. So wollte man dokumentieren, dass sich das Unternehmen langfristigen sozialen und ökologischen Zielen verpflichtet fühlt. Ist der Begriff »Nachhaltigkeit« etwa nur eine leere Worthülse? Augenwischerei? Die beiden Beispiele aus der Bankenwelt scheinen dies zu belegen. Andererseits: Über 2.600 deutsche Kommunen beschäftigen sich derzeit mit der Erarbeitung einer lokalen Agenda 21, der Umsetzung des UN-Handlungsprogramms, das eine nachhaltige, sozial- und umweltgerechte Entwicklung der Menschheit sicherstellen soll. Das heißt: In 2.600 Kommunen werden Umwelt- und Ressourcenfragen thematisiert, formulieren Bürger, Verbände und Unternehmen ihre Vorstellungen zur Zukunft der Gemeinde, werden konkrete Projekte beschlossen und umgesetzt. Das alles unter der Überschrift: »Nachhaltigkeit«. In den Protokollen des Deutschen Bundestages findet sich der Begriff zum ersten Mal 1989. Eine Gruppe von SPD-Abgeordneten bat die damalige Bundesregierung um Auskunft, inwieweit Nachhaltigkeit ein Kriterium ihrer Entwicklungshilfepolitik sei. Seitdem kann man einen exponentiellen Anstieg der Verwendung des Begriffes zählen. In der aktuellen Legislaturperiode gibt es praktisch keine Debatte mehr ohne »Nachhaltigkeit«. Der Begriff, der bis Mitte der 90er Jahre vor allem in entwicklungspolitisch und ökologischen interessierten Kreisen zu Hause war, ist heute in aller Munde: Angela Merkel sagt: »Nachhaltigkeit ist das Leitprinzip unserer Politik.« Die Globalisierungskritiker von Attac: »Das ökologische Nachhaltigkeitsprinzip muss Vorrang vor den Marktfreiheiten und der Profitlogik genießen.« Der Fastfood-Konzern McDonalds: »Wir haben

Forstwirtschaft war die Idee in den folgenden 270 Jahren in begriffen und widmen uns dem Thema Nachhaltigkeit.’ Deutschland genauso wenig populär wie im Rest der Welt. Es gibt Debatten über nachhaltige Bildung, eine GeNachhaltig ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit kam die sellschaft für nachhaltiges Bauen, nachhaltige InvestmentNachhaltigkeit 1987 - als »Sustainability«. fonds und eine kaum mehr überschaubare Zahl von Nach1983 hatten die Vereinten Nationen eine Sachverstänhaltigkeitspreisen. Unternehmen richten Stabsstellen für digenkommission gegründet. Der Auftrag der »Weltkom»Sustainability« ein, schicken Vertreter auf internationale mission für Umwelt und Entwicklung« lautete: Erstellung Konferenzen zum Thema und verpflichten sich und ihre eines Perspektivberichts zu langfristig tragfähiger, umweltZulieferer öffentlich zu nachhaltigem Wirtschaften. Das schonender Entwicklung im Weltmaßstab. Die Vorsitzende alles natürlich mit dem Versprechen nachhaltigen Wachsder Kommission war die damalige Ministerpräsidentin von tums und nachhaltig steigenden Kursen. Norwegen, Gro Harlem Brundtland. 1987 wurde der BeDas ist zwar ganz im der Sinne der Vereinten Nationen, richt »Unsere gemeinsame Zukunft« veröffentlicht, auch die 2005 die Dekade der »nachhaltigen Entwicklung« ausals »Brundtland-Report« bekannt. Dort hieß es: »Nachhalgerufen haben, wirft jedoch die Frage auf, wie trennscharf tig ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen der Begriff noch ist und wer oder was sich legitimer Weise Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger nachhaltig nennen kann. Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu beIn Deutschland beruft man sich, was Nachhaltigkeit friedigen und ihren Lebensstil zu wählen.« Das ist bis heute angeht, auf eine besonders lange Tradition und reklamiert die Minimaldefinition sogar Urheberrechte von Nachhaltigkeit, am Konzept. 1713 ver»Nachhaltig ist eine Entwicklung, die auf die sich alle eiöffentlichte der Bergnigen können - der hauptmann Hans Carl den Bedürfnissen der heutigen GeneraAppell an die gegenvon Carlowitz aus Freition entspricht, ohne die Möglichkeiten wärtige Generation, burg eine Schrift über nachfolgenden Mendie Forstwirtschaft. künftiger Generationen zu gefährden, schen eine intakte Darin bemängelte er Umwelt zu überlasdie Kurzsichtigkeit, mit ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen sen. der sich seine Zeitgenosund ihren Lebensstil zu wählen.« Seine Unversen in den umliegenden bindlichkeit macht Wäldern mit Bau und Brundtland-Report, UN es möglich, dass sich Brennholz versorgten. hinter der Flagge »Nachhaltigkeit« viele Gruppen sam»Es ist nicht ohne, daß man aus starcken Holz-Vertrieb meln können: Umweltaktivisten, Gewerkschafter und Soin 1. 2. Jahren und drüber ziemlich Geld heben kann; Alzialisten. Oder Konservative, die einen pfleglichen Umgang lein wenn die Holz- und Waldung ruiniert, so bleiben auch mit der Tradition anmahnen. Nachhaltigkeit ist somit kein die Einkünfte auf unendliche Jahre hinaus zurücke«. Es Konzept und keine Handlungsanweisung, sondern vielist bekannt, dass in jener Zeit um die Siedlungen herum mehr ein moralisches Prinzip, dem man sich verpflichtet. ganze Wälder einem willkürlichen und unstrukturierten Es ist das Versprechen, das Ganze im Auge zu behalten und Kahlschlag zum Opfer fielen. Gegen solchen Raubbau nicht nur die eigenen kurzfristigen Interessen - nicht mehr. empfahl Carlowitz »daß man mit dem schlagbaren Holz Aber auch nicht weniger. Denn diejenigen, die ein solches wohl, nützlich, und sparsam, als ein Pfleg-Vater umgehe« Versprechen geben, werden sich in der Zukunft daran mesund dass »man den Wiederwachs gebräuchlich, gewöhnlich sen lassen müssen. und Holz-gerechtmäßig befördern solle«. Obwohl der von Carlowitz geforderte pflegliche Umgang mit dem Holz ein Musterbeispiel für Nachhaltigkeit ist, darf man bezweifeln, dass die Deutschen wirklich die »Erfinder« der Nachhaltigkeit sind. Denn außerhalb der


Seite 4 · in|pact media Verlag

Ein gutes Image ist der halbe Erfolg Der Deutsche Corporate Governance Kodex gibt Empfehlungen für ethisches Wirtschaften und möchte mehr Transparenz in Unternehmen schaffen. Das wird von den meisten Unternehmen begrüßt.

von Axel Novak / Redaktion

»Der gute Ruf eines Unternehmens ist Geld wert«, sagt Ulf Posé, Präsident des Ethikverbands der Deutschen Wirtschaft. Mitarbeiter seien lieber in einem gut beleumundeten Unternehmen tätig, Kunden kauften lieber saubere Produkte. Die Einhaltung ethischer Grundsätze ist Garant zumindest für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg. Gerade in jüngster Zeit häufen sich die Beispiele, in denen Managern durch ihr Verhalten und hohe Geldforderungen dem Ansehen des Unternehmens geschadet haben, das sie eigentlich aus der Wirtschaftskrise führen sollten. Wie gut der Ruf eines Unternehmens ist, hängt nicht nur vom Produkt, sondern vor allem von der Unternehmensführung ab. In Deutschland bemüht sich die Bundesregierung seit Jahren darum, Grundlagen für ethisches Handeln von Unternehmen zu regeln. 2002 legte die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance erstmals einen Kodex mit insgesamt 103 Empfehlungen und Anregungen vor. Sie sollen Unternehmen dazu bringen, nach ethischen Kriterien zu wirtschaften und sich korrekt nach Innen und Außen zu verhalten.

Ziel der Selbstverpflichtung ist es, mehr Transparenz in wirtschaftlichen Vorgängen und damit Vertrauen in die Unternehmen zu schaffen. Der Versuch war zum Teil erfolgreich. Gerade große Firmen, die international tätig sind, bemühen sich immer stärker darum, dem Kodex zu folgen. »Die Kodexbestimmungen stoßen in der Praxis auf eine insgesamt sehr positive Resonanz«, hat Professor Axel von Weber, Leiter des Berlin Center of Corporate Governance an der TU Berlin, festgestellt. Die großen deutschen Unternehmen, die im DAX vertreten sind, hätten keine einzige der Empfehlungen und Anregungen abgelehnt. Überraschend: »Das Akzeptanzniveau der Empfehlungen und Anregungen steigt mit der Unternehmensgröße«, so von Weber. Allerdings hat das Regelwerk seine Grenzen: Es ist nicht verpflichtend. Einige Regelungen, die Einfluss und vor die Bezahlung von Managern direkt berühren und sie sogar für die Entwicklung ihres Unternehmens persönlich verantwortlich machen, finden daher wenig Zustimmung. Nun will die Bundesregierung Druck machen, um Spitzengehälter von Manager zu senken, wenn Unterneh-

men in Schwierigkeiten geraten. Manager sollen sich stärker für das langfristige Wohl ihres Unternehmens engagieren, beschloss die Regierung mit ihrem Gesetzentwurf im März. »Der Handlungsbedarf ist unstrittig«, gibt der ehemalige Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller zu, der heute die Corporate Governance-Kommission leitet. Aber: »Gute Unternehmensführung ist nicht allein eine Frage der Vergütungsstruktur von Vorständen.« Unternehmen müssten selbst entscheiden dürfen, wie viel ihnen ein Vorstand wert oder auch nicht wert sei. Nun will die Kommission am 29. Mai in Frankfurt am Main zusammentreten und diskutieren, ob sie die bislang freiwilligen Regeln verschärft. Denn die Voraussetzung für das korrekte Verhalten von Managern ist simpel, sagt Professor von Weber: »Um eine gute Corporate Governance zu gewährleisten, kommt es entscheidend darauf an, dass dieses Leitbild in der Praxis auch tatsächlich gelebt wird.«

Infos: www.corporate-governance-code.de

Nachhaltigkeit erzeugt Gewinn Die »Nachhaltige Wertschöpfung« macht Unternehmen nicht nur sozialer und ökologischer, sondern auch rentabler.

von Lars KlaaSSen / Redaktion

Vor zwei Jahren stand die Leitung des Wuppertaler Kabelwerks Muckenhaupt & Nusselt vor einer gewichtigen Frage: Sollen neue Flechtmaschinen gekauft werden? Das Familienunternehmen ist auf technisch hochwertige Spezialkabel und Sonderleitungen spezialisiert. Flechtmaschinen sind wichtige Bestandteile bei deren Produktion. Für eine mittelständische Firma mit rund 120 Mitarbeitern sind solche Anschaffungen allerdings auch eine beträchtliche Investition. »Diese Entscheidung wollten wir auf einer berechenbaren Grundlage fällen«, erinnert sich Christian Lehmann, der Umweltmanagementbeauftragte des Unternehmens. »Und mit dem

Sustainable-Value-Ansatz hatten wir das richtige Instrument zur Hand.«Sustainable Value, also nachhaltige Wertschöpfung, bezieht in die betriebswirtschaftliche Investitionslogik nicht nur Kapitalwerte ein, sondern auch soziale und ökologische Ressourcen. Ein entsprechendes Rechenmodell wurde von Forschern des Berliner IZTInstitut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, der Queen’s University Belfast und der Euromed Management School Marseille entwickelt. »Mit diesem Ansatz lässt sich erstmals die Nachhaltigkeitsleistung eines Unternehmens in Euro ausdrücken«, erläutert Andrea Liesen, Expertin für nachhaltiges Wirtschaften beim IZT. »Dabei steht Umweltfreundlichkeit nicht als abstrahierter Wert im Vordergrund, sondern die Frage: Wie viel Wert wurde mit welchen Ressourcen geschaffen?« Auch Emissionshandel wird zum relevanten Kostenfaktor. Auf die Automobilbranche angewendet, kam der Ansatz zu folgendem Schluss: 2005 erwirtschaftete Toyota einen absoluten nachhaltigen Mehrwert von 6,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen hat also mit seinen Ressourcen 6,5 Milliarden Euro mehr Gewinn erzielt, als die Branche im Durchschnitt mit

diesen Ressourcen erwirtschaftet hätte. Auf Platz zwei folgte BMW mit 2,93 Milliarden. »Auch die Nachhaltigkeitseffizienz lässt sich mit diesem Modell berechnen«, so Liesen. »Dafür setzen wir den Sustainable Value eines Unternehmens zum Beispiel mit dem Umsatz ins Verhältnis, wodurch die Unternehmensgröße berücksichtigt wird.« Pro Euro Umsatz erzielte Toyota 5,9 Cent nachhaltige Wertschöpfung. BMW hatte hier mit 6,3 Cent die Nase vorn. »Diese Erweiterung des klassischen betriebswirtschaftlichen Rechnungswesens ist auch für ein kleines Unternehmen wie Muckenhaupt & Nusselt ein relevanter Gradmesser«, so Lehmann. Im Branchenvergleich lag der Kabelhersteller in Sachen effizienter Ressourcennutzung zwar vorn – aber der Vorsprung zur Konkurrenz schrumpfte von Jahr zu Jahr. »Um effizienter zu werden, haben wir uns unter anderem dafür entschieden, vier neue Flechtmaschinen zu kaufen«, sagt Lehmann. Der Nebeneffekt: Die Maschinen arbeiten leiser und ersparen aufwändige Lärmschutzmaßnahmen. Gespart werden kann eben auch beim Schall und nicht nur beim Rauch. Infos: www.sustainable-value-rechner.de


in|pact media Verlag · Seite 5 — Unternehmensbeitrag BSH —

Die BSH ist das nachhaltigste Unternehmen Deutschlands Die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH ist einer der führenden Hausgerätehersteller der Welt. Das Unternehmen entstand im Jahr 1967 aus einem Joint Venture zwischen der Robert Bosch GmbH (Stuttgart) und der Siemens AG (München). Zu unserem Produktportfolio gehören moderne Hausgeräte aus den Bereichen Kochen, Spülen, Waschen, Trocknen, Kühlen und Gefrieren genauso wie Bodenpflege und kleine Hausgeräte. 2008 wurden wir mit dem ersten Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Eine konsequente Innovations- und Qualitätspolitik bestimmt das Handeln unseres Unternehmens. Wir haben ein klares Ziel: Mit unseren Hausgeräten wollen wir den Konsumenten einen echten Mehrwert an Komfort, Bedienfreundlichkeit und Qualität bieten. Dies geschieht mit der Überzeugung, dass vom Vorantreiben neuer Technologien auch die Umwelt stets profitiert. Die BSH ist seit vielen Jahren Vorreiter bei der Entwicklung und Fertigung energieeffizienter Hausgeräte – und leistet somit einen maßgeblichen Beitrag zum Klimaschutz. Durch konsequente technische Weiterentwicklung konnten wir beispielsweise den Stromverbrauch unserer Kühl-Gefrier-Kombinationen in den vergangenen 15 Jahren um bis zu 66 Prozent reduzieren. Unsere effizientesten Geschirrspüler brauchen zur Reinigung von 13 Maßgedecken nur noch zehn Liter Wasser. Der Stromverbrauch unserer neuesten Wäschetrockner mit Wärmepumpentechnologie ist 40 Prozent geringer als die höchste Energieeffizienzklasse A. Die BSH bekennt sich zum Leitbild der Nachhaltigkeit und damit zum verantwortungsvollen Umgang mit Res-

sourcen. Die Verantwortung für Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft haben wir in unserem Leitbild festgeschrieben. 2004 haben wir uns den Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen verpflichtet, 2005 den Code of Conduct des europäischen Verbands der Hausgerätehersteller CECED mitgestaltet und auf dieser Basis 2006 einen konzernweit gültigen Verhaltenskodex für alle Mitarbeiter implementiert. Diese Werte bestimmen unser Handeln und sind ein stabiles Fundament, um langfristig erfolgreich zu sein. Für unsere Strategie und unser Engagement haben wir im Dezember 2008 den ersten Deutschen Nachhaltigkeitspreis erhalten. Weil wir »vorbildlich wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden und nachhaltiges Handeln zu weiterem Wachstum nutzen«, wurden wir als nachhaltigstes Unternehmen Deutschlands ausgezeichnet. Die BSH besitzt 44 Fabriken in 14 Ländern in Europa, USA, Lateinamerika und Asien. Zusammen mit einem

Mehrwert für Beschäftigung und Gesellschaft. Nachhaltigkeit heißt für uns Zukunftsgestaltung in Verantwortung. Aus-, Fort- und Weiterbildung gehören zu unserer Unternehmenskultur ebenso wie Chancengleichheit, Integration und kulturübergreifende Partnerschaft.

Fraport. The Airport Managers.

Welt umspannenden Netz von Vertriebs- und Kundendienstgesellschaften sind heute rund 70 Gesellschaften in mehr als 40 Ländern mit über 40 000 Mitarbeitern für die BSH tätig – davon über 70 Prozent in Europa. 2008 erzielte der Konzern einen Jahresumsatz von rund 8,76 Milliarden Euro. Neben den Hauptmarken Bosch und Siemens gehören auch die Spezialmarken Neff und Gaggenau sowie weitere Spezial- und Regionalmarken zu unserem differenzierten Markenportfolio.


Seite 6 · in|pact media Verlag — Unternehmensbeitrag BSR —

CSR bei der BSR – ein ausgezeichnetes Unternehmen Ob in Sachen Umwelt, Wirtschaftlichkeit, gesellschaftlichem Engagement oder verantwortungsbewusster Personal- und Arbeitsmarktpolitik – die Berliner Stadtreinigung (BSR) mit rund 5.300 Beschäftigten gehört zu den Vorzeigeunternehmen der kommunalen Unternehmenslandschaft: Corporate Social Responsibility bestimmt ihr Handeln. bei uns gemacht hat, kann kaum bis 67 arbeiten. Dafür Für ihre Personalarbeit erhielt die BSR 2007 von IHK brauchen wir eine betriebliche Antwort, dann haben wir und Senat der Stadt Berlin das Lob »Beispielhaft«, die auch wieder Einstellungspotential. Hertie-Stiftung zeichnete das Unternehmen 2008 im Audit Beruf und Familie aus. Im Projekt »Länger arbeiten Sie haben ein Demographie-Paket geschnürt? in gesunden Organisationen« gemeinsam mit dem BMAS Wir sind dabei, einige Mosaiksteine gibt es schon, z. stellt sich die BSR der demographischen Entwicklung. B. unsere Lebensarbeitszeitkonten: Unsere Beschäftigten Zu ihrem 130. Geburtstag meistert die BSR die aksammeln Überstunden, nicht genutzte Urlaubstage oder tuellen Herausforderungen auch im ökonomischen und verzichten auf bestimmte Bestandteile ihres Lohns – alökologischen Kontext. Von 160 Mio. Euro für externe les fließt auf ein Konto mit drei Prozent Verzinsung. Mit Aufträge kurbelten 110 Mio. für Berliner und 21 Mio. für der angesparten Zeit können die Beschäftigten früher aus Brandenburger Unternehmen die regionale Wirtschaft dem Berufsleben ausscheiden. Und so gibt es noch Eian. Den deutschen Umweltpreis erhielt die Deponiegasniges, in der Gesundheitsförderung etwa sind wir nicht verwertung in Schwanebeck. Die Gewinnung von Strom nur in Berlin führend. und Fernwärme im Müllheizkraftwerk Ruhleben gilt Sie bilden junge Menschen über Betriebsbedarf hinaus aus. bundesweit als vorbildlich. Jüngst legte die BSR den erJa, wir wollen jungen Menschen eine Zukunftschance sten Bericht zu Nachhaltigkeit und Verantwortung vor geben. Bereits im vierten Jahr nehmen Jugendliche mit – von der Deutschen Umwelthilfe geprüft und gelobt. Lernbehinderungen und schwierigem sozialen Hintergrund an einem Projekt in der Kombination aus PraktiIhr Engagement gilt besonders der Jugend und den alternden kum und Schule teil, die Erfolgsquote ist sehr hoch. Ziel Beschäftigten. ist die Beschäftigungsfähigkeit, um nicht ein Leben lang Wie kommunizierende Röhren hängt beides zusam240x185_Tagesspiegel_Berlin:2009 05.05.2009 13:57 Uhr Seite 1 von Hartz IV abhängig zu sein. men. Wer über 20, 30 Jahre die körperlich harte Arbeit

Ein weiteres soziales Standbein ist die Integration Schwerbehinderter. Gesetzlich gefordert sind fünf, wir haben eine Quote von 14 Prozent. In Projekten wie Papierkorb-Werkstatt und BSR-Scouts bleiben die Beschäftigten an der Wertschöpfung der BSR für unsere Stadt beteiligt und erfahren eine Wertschätzung, die ihr Selbstbewusstsein stärkt, also etwas Gutes für alle Seiten.

Andreas Scholz-Fleischmann, Vorstand der BSR für Personal, soziale und technische Dienstleistungen.

Viele unserer herzlichen Filialleiter/-innen aus Berlin. Immer und überall für Sie da. Und ganz in Ihrer Nähe.

Unser Herz schlägt für Kaiser’s, weil wir ein tolles Team sind! +++ D. Berthold +++ E. Kowitz +++ U. Nietz +++ I. Schramm +++ F. Voigt +++ L. Rumann +++ M. Dohlen +++ A. Michaelis +++ U. Werne +++ C. Wagener +++ W. Wordelmann +++ N. Quade

Hier schlägt das Herz.


in|pact media Verlag · Seite 7 — Unternehmensbeitrag GASAG —

»Veränderung gehört zu unserer Kultur« Der Berliner Energieversorger GASAG steht vor einer expansiven Wachstumsphase. Führungskräfte werden dringend gesucht. Interview mit Dr. Eberhard M. Richter, Hauptabteilungsleiter Personal und Liegenschaften. Herr Dr. Richter, die GASAG hat eine harte Sanierungszeit hinter sich. Haben Sie die angepeilten Ziele erreicht? Auf jeden Fall, ja. Wir waren früher einer der teuersten Anbieter, jetzt gehört die GASAG zum günstigsten Drittel in der gesamten Bundesrepublik. Diese Entwicklung haben wir Dr. Eberhard M. Richter, Hauptabteilungsleiter Per- deshalb hinbekommen, weil wir Mitsonal und Liegenschaften arbeiter hatten, die bereit waren, alles in Frage zu stellen und sich immer wieder zu verändern. An welchem Punkt steht die GASAG jetzt? Die Sanierungsphase war eine große Belastung für unsere Belegschaft. Nun ist sie abgeschlossen, und wir sind in jeder Beziehung gut aufgestellt. Unsere jüngste Mitarbei-

terbefragung hat ergeben, dass im Rückblick die weitaus überwiegende Mehrheit unserer Mitarbeiter die Sanierungsmaßnahmen positiv beurteilt. Das schönste Ergebnis aber ist, dass die Mitarbeiter unisono sagen: Es ist eine besondere Stärke unserer GASAG, dass wir eine solche Herausforderung meistern können. Veränderung gehört also zu unserer Firmenkultur. Ein schöneres Lob seiner Mitarbeiter kann sich ein Unternehmen nicht vorstellen. Das Signal steht nun auf expansives Wachstum. Sie haben sich vorgenommen, bis zum Jahr 2013 ihre Mitarbeiterzahl um ein Viertel zu erhöhen. Welche Herausforderungen kommen auf Sie zu? Unsere Herausforderungen bestehen derzeit darin, trotz des aktuellen Fachkräftemangels gute Spezialisten zu finden: Gasingenieure, Anlageningenieure, Wärme- und Kältetechniker. Dazu kommt: Wir brauchen Führungskräfte,

die motivieren können. Gleichzeitig expandieren wir so stark, dass sich unsere Belegschaft um ihren Arbeitsplatz keine Sorgen machen braucht. Sie erwähnten bereits die besondere Unternehmenskultur der GASAG. Worauf kommt es bei künftigen Führungskräften an? Unternehmenskultur ist keine Sache, die man von einem Berater kaufen kann. Sie ist eine Summe vieler Mosaiksteine, die ein Unternehmen ausmachen. Bei uns zählen zur Firmenkultur ein respektvoller Umgang mit den Mitarbeitern, Hochachtung und ein persönliches Interesse. Eine Führungskraft, die nicht weiß, dass sein Mitarbeiter gerade eine persönliche Krise hat, hat ihren Horizont nicht weit genug aufgespannt. Unsere Mitarbeiter sollen unternehmerisch denken, neugierig und innovativ sein. Und sie sollen Verantwortung übernehmen.

»Nur das Denken, das wir leben, hat einen Wert.« H e r mann H e s s e , D e m i a n

— Unternehmensbeitrag Kaiser’s —

Ein Herz für die Region Sein besonderes Augenmerk legt der Lebensmittelkonzern Kaiser’s Tengelmann auf die Verankerung in der Region. In den Großräumen Berlin/Brandenburg und München ist das Unternehmen Marktführer in der Branche. In Berlin gehört Kaiser’s zu den zehn größten Arbeitgebern. Tobias Tuchlenski, Regionsmanager Berlin, im Gespräch: Ihre Marke »Produkte von hier« bietet regionale Köstlichkeiten – von hausgemachter Leberwurst bis zum Imkerhonig. Wir legen großen Wert auf Nachhaltigkeit, dazu gehört die enge Zusammenarbeit mit hiesigen Erzeugern, die unsere Verwurzelung in der Region noch deutlicher macht. Die kurzen Wege zwischen Produktionsort und Händler kommen den Produzenten und der Umwelt zugute. Stichwort Umweltschutz: Frosch und Schildkröte als Markenzeichen sind fast schon historisch. Die Idee, den Umweltschutz in die Unternehmensstrategie zu integrieren, hatte unser Seniorchef Erivan Haub bereits in den 70ern. Wir waren die ersten in unserer Branche, wir haben Bioprodukte angeboten, da wussten andere noch gar nicht, was das ist. Ihre Verbundenheit mit der Region zeigt sich auch in Ihren Sponsoring-Projekten. Wir sind der Hauptsponsor für das Konzerthaus am Gendarmenmarkt und unterstützen die Gedächtniskirche. Da Lebensmittel unser Kerngeschäft sind, liegt uns die Unterstützung für die Berliner Tafel (Essensausgabe an Bedürftige) besonders am Herzen: Aus den Erlösen gespendeter Pfandbons in unseren Filialen konnte sich die soziale Organisation vier Mercedes-Transportfahrzeuge im Wert von 100 000 Euro kaufen – eine große Hilfe für dieses engagierte Projekt.

— Unternehmensbeitrag Victoria —

Victoria Lebensversicherung setzt auf Transparenz Ab sofort stellt sie die Höhe ihrer monatlichen Bewertungsreserven für jedermann sichtbar ins Internet von OLAF BLÄSER

Versicherer genießen bei ihren Kunden ein besonderes Vertrauen. Wer eine Lebensversicherung abschließt, muss sich darauf verlassen können, dass der Versicherer mit den Beiträgen seiner Kunden risikobewusst umgeht. Denn eine Lebensversicherung ist eine langfristige Investition – Verträge haben oft eine Laufzeit von Olaf Bläser ist Vorstandsmitgliedsmitglied der 30 Jahren und mehr. Eine VersicheVictoria Lebensversicherung AG rung zur Altersvorsorge darf kein Spekulationsobjekt sein, sie darf nicht kurzfristigen Erwägungen dienen. Eine Lebensversicherung muss, auch wenn es selbstverständlich klingen mag, vor allem eines sein: sicher. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat viel Vertrauen zerstört. Das Finanzsystem wurde in seinen Grundfesten erschüttert, hinzu kamen undurchsichtige Kapitalanlagekonstruktionen mancher Akteure. Bei vielen hat all dies auch zur Verunsicherung geführt und Fragen über die Sicherheit der Altersvorsorge aufkommen lassen. Wir haben uns entschlossen, auf der Victoria-Website unsere Bewertungsreserven zu veröffentlichen und diese monatlich zu aktualisieren. Mit dieser Initiative geht die zur ERGO Versicherungsgruppe gehörende Victoria als Vorreiter freiwillig über die gesetzlichen Vorgaben hinaus und setzt damit ein deutliches Signal in Richtung Transparenz und Kundenorientierung. Dies ist auch ganz im Sinne von Verbraucherschüt-

zern und allen, die eine verbesserte Transparenz bei Lebensversicherungen anmahnen. Bewertungsreserven – das sind die Überschüsse, die ein Versicherer für sein Versichertenkollektiv erwirtschaftet. Die so genannten »Sparanteile« der Beiträge, die Kunden beispielsweise in eine klassische Lebensversicherung einzahlen, werden in verschiedene Kapitalanlagen wie festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und Immobilien investiert. Liegt der aktuelle Marktwert der Kapitalanlagen (»Zeitwert«) über dem Wert, mit dem die Kapitalanlagen in der Bilanz ausgewiesen sind (»Buchwert«), entsteht eine Bewertungsreserve. Liegt der Zeitwert unter dem Buchwert, entstehen stille Lasten. Die Beteiligungen an den Bewertungsreserven erhalten die Versicherungskunden bei Ablauf ihres Vertrages oder wenn sie ihren Vertrag vorzeitig auflösen. Bewertungsreserven können eine Kenngröße dafür sein, wie gut der Versicherer die Kapitalanlage und damit auch die Gelder seiner Kunden managt. Die Victoria gehörte im vergangenen Jahr zu den Gesellschaften, die trotz Finanzmarktkrise Bewertungsreserven aufbauen konnte. Wir wollen in Zeiten der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise um zusätzliches Vertrauen in die Victoria Lebensversicherung und ihre Altersvorsorgeprodukte werben. Wir wollen für jeden nachvollziehbar aufzeigen, dass wir Stabilität und Nachhaltigkeit oberste Priorität einräumen. Darauf sollen sich unsere Kunden jederzeit verlassen können. Infos: www.victoria.de


Seite 8 · in|pact media Verlag

Die Fabrik der Zukunft Es gibt sie bereits: Produktionsstätten, die keine Emissionen verursachen und ihren eigenen Strom erzeugen.

von Lars KlaaSSen / Redaktion

Ein dynamisch wachsender Betrieb, der umweltschonend produziert? Nein, wir sind hier nicht bei ›Wünsch dir was‹ – sondern in Braunschweig. Die Solvis GmbH & Co KG macht dort vor, wie die vermeintlichen Gegensätze in Einklang gebracht werden können. 2002 ging mit der Fertigung von Sonnenkollektoren die größte »Nullemissionsfabrik« Europas in Betrieb. Das Unternehmen errichtete vor wenigen Monaten eine automatisierte Kollektorproduktion mit Robotertechnik, um seine Kapazitäten zu steigern. »Eine dritte Laserschweißanlage folgt noch in diesem Jahr«, sagt

Solvis-Geschäftsführer Helmut Jäger. »Diese Investitionen belaufen sich insgesamt auf rund zehn Millionen Euro.« Die »nachhaltige Fabrik« ist hier Wirklichkeit geworden. Die Solvis-Nullemissionsfabrik benötigt rund 75 Prozent weniger Energie als herkömmliche Industriebauten. Der Restenergiebedarf wird CO2-neutral durch Solarenergie und ein mit Rapsöl betriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) gedeckt. Zu den bestehenden 1.200 Quadratmetern Photovoltaik-Modulen werden derzeit weitere 2.000 installiert. Ein 100.000 Liter fassender Langzeitspeicher kommt hinzu, um den zusätzlichen Energiebedarf zu decken. So konnte auf den Ausbau des BHKWs verzichtet werden. »Mit der neuen automatisierten Fertigungsstraße, in der zukünftig auch die Kompaktkollektoren hergestellt werden, kann Solvis jährlich bis zu 300.000 Quadratmeter Kollektorfläche produzieren«, so Jäger. In der Fabrik, ausgerichtet für rund 150 Mitarbeiter, arbeiten heute 320 Personen. Für das Betriebsgebäude gab es bereits mehrere Auszeichnungen, darunter den Europäischen Solarpreis 2002 und den Energy Globe 2003, den Weltpreis für Nachhaltigkeit.

Dass nachhaltige Entwicklung zusätzliche Arbeitsplätze schafft, zeigt sich nicht allein bei Solvis. Im Bereich Erneuerbare Energien ist hierzulande die Zahl der Beschäftigten mittlerweile auf 278.000 gestiegen. »Wenn Unternehmen auf die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards bei ihren Zulieferern achten und selbst entsprechend produzieren, haben sie einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen«, sagt Thomas Haberland, Nachhaltigkeitsstratege beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). »Ökodesign, Energieund Ressourceneinsparung sowie eine verantwortungsvolle Unternehmensführung sind betriebswirtschaftliche Pluspunkte.« Aus Imagegründen wird aber auch Etikettenschwindel betrieben. »Viele Unternehmen veröffentlichen zwar inzwischen einen Nachhaltigkeitsbericht, in dem die Bemühungen für ein nachhaltigeres Produzieren dargestellt werden«, so Haberland. »Doch ihre Ziele sind meist nicht sehr ambitioniert, oft nicht quantifiziert oder ohne Zieljahr - und damit nicht überprüfbar.«

— Unternehmensbeitrag TÜV SÜD —

Nachhaltigkeit schafft Vorteile im Wettbewerb Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase hat weltweit die Finanzbranche in Bedrängnis gebracht und die gesamte Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Während zur Krisenbewältigung schnelle Maßnahmen wichtig sind, ist für die Gesundung der Weltwirtschaft eine grundsätzliche Neuausrichtung nötig.

Im Mittelpunkt der Neuausrichtung muss das Prinzip der Nachhaltigkeit stehen. Es basiert auf der Einsicht, dass die ungezügelte Ausbeutung der natürlichen Ressourcen den langfristigen Wohlstand einer Gesellschaft gefährdet. Übertragen auf das 21. Jahrhundert besteht nachhaltiges Wirtschaften darin, die BaDr. Manfred Bayerlein, Vorstand der TÜV SÜD AG lance zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielen zu finden und zu halten. »Mit unseren Lösungen und Konzepten helfen wir unsere Kunden dabei, den Nachhaltigkeitsanspruch umzusetzen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern«, sagt Dr. Manfred Bayerlein, Vorstand der TÜV SÜD AG. Mit einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro, 14.000 Mitarbeitern und über 600 Standorten in Europa, Asien und Amerika ist TÜV SÜD weltweit die Nummer 4 der Prüf- und Zertifizierungsdienstleister. »Wir sind davon überzeugt«, so Bayerlein, »dass sich wirtschaftliche Ziele im Einklang mit Umwelt und Gesellschaft verfolgen lassen und

dass Unternehmen mit einer nachhaltigen Ausrichtung als Gewinner aus der aktuellen Krise hervorgehen werden.« Dabei steht Nachhaltigkeit nicht in Widerspruch zum technischen Fortschritt. Um den Ansprüchen einer wachsenden Weltbevölkerung auf knapper werdende Ressourcen gerecht zu werden, sind intelligente technische Lösungen und optimale Prozesse erforderlich. »Alle Prognosen gehen beispielsweise davon aus, dass der weltweite Energiebedarf mittel- und langfristig wachsen wird«, erklärt der TÜV SÜD-Vorstand. »Damit wir diesen Bedarf decken können, brauchen wir deutliche Effizienzgewinne bei Energieerzeugung und Energienutzung sowie einen ausgewogenen und damit zukunftsfähigen Energiemix.« Mehr Effizienz bei der Energieerzeugung ist beispielsweise durch den vermehrten Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme und die umfassende Modernisierung des bestehenden Kraftwerkparks möglich. Bei bestehenden Kraftwerken kann mit sogenannten Retrofit-Maßnahmen der Wirkungsgrad deutlich erhöht werden. Fast noch einfacher lässt sich die Effizienz bei der Energienutzung verbessern. »Das Spektrum der

Optimierungsmöglichkeiten ist riesig«, betont Bayerlein. Es reiche von einer besseren Wärmedämmung von Gebäuden über die Optimierung von Produktionsprozessen bis zum Einsatz von so genannten intelligenten Stromnetzen. Alle Effizienzsteigerungen genügen allerdings nicht, um eine sichere und zuverlässige Energieversorgung zu gewährleisten. »Wir brauchen einen ausgewogenen Energiemix, der alle Energieträger umfasst«, so Bayerlein. »Das gilt auch für die Kernenergie, auf die wir mittelfristig nicht verzichten können.« Aufgrund der begrenzten Vorräte von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas und Kohle werde sich die Gewichtung der einzelnen Sektoren allerdings schrittweise verändern. Im Energiemix der Zukunft würden regenerative Energien weiter an Bedeutung gewinnen. In Deutschland sieht der TÜV SÜD-Vorstand beispielseise noch großes Potenzial bei der Windenergie im Offshore-Bereich.


in|pact media Verlag · Seite 9

Motivation für die Mitarbeiter Von der Kinderbetreuung bis zu den Kosten für die Brille – Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Anreize, um das Arbeitsklima zu verbessern.

von Verena Mörath / Redaktion

Die Firma Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG aus Berlin-Pankow hat umgesetzt, was in vielen Unternehmen noch nicht selbstverständlich ist: »Durch eine familienfreundliche Personalpolitik gewinnt das Unternehmen motivierte Mitarbeiter, die zudem ihre Erfahrung aus dem ‹Familien-Management› einbringen«, erklärt Susan Frenz, Teamleiterin Personalmanagement und selbst Mutter eines achtjährigen Sohns. »Die flexiblen Arbeitszeiten werden intensiver und zielorientierter genutzt.« Frenz, die als Führungskraft in Teilzeit arbeitet, glaubt, dass es sich auszahle, für jeden Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin individuelle Arbeitszeitregelungen zu fin-

den: »Die Fluktuation in der Belegschaft ist sehr gering.« Das Interesse an zufriedenen Mitarbeitern kommt nicht von ungefähr. Wie eine Studie des Arbeitsministeriums Ende 2007 zeigte, beeinflussen die Motivation und das Engagement der Belegschaft maßgeblich den finanziellen Erfolg eines Unternehmens. Gefragt ist also eine mitarbeiterorientierte Arbeitsplatzkultur, in der qualifizierte Beschäftigte gefördert, durch eine hohe Arbeitsplatzqualität motiviert und dauerhaft an das Unternehmen gebunden werden. Viele Unternehmen sind bereits aktiv. Sie richten firmeneigene Kinderbetreuungsplätze ein und gewähren Mitarbeitern flexible und damit familienfreundliche Arbeitszeiten. Sie führen firmeninterne Gesundheitsprogramme durch, beteiligen sich finanziell an Gesundheitskosten, zum Beispiel an Brillen und anderen Lesehilfen, und sie bezahlen ihren Angestellten die Teilnahme an einem Nichtraucherprogramm. Manche bieten sogar firmeninterne Freizeitaktivitäten an. Dass es noch Defizite gibt, zeigte im letzten Jahr eine Befragung der internationalen Beratung »Watson Wyatt Heissmann« unter rund 8.500 deutschen Arbeitnehmern. Untersucht wurde, welche zusätzlichen Leistungen Mit-

arbeiter von ihren Arbeitgebern wünschen. Ganz oben rangierten Fort- und Weiterbildungsangebote, flexible Arbeitszeitmodelle und Heimarbeitsplätze sowie regelmäßiges Feedback durch Mitarbeitergespräche und Karriereförderungsmaßnahmen. Die Studie brachte zutage, dass den Arbeitnehmern mehr an der Qualität der Arbeit liegt als an monetären Zusatzleistungen und dass sie sich mehr Zeit für Freizeit und Familie wünschen. Nur sechs Prozent der Befragten waren rundum mit den Angeboten ihres Arbeitgebers zufrieden, über 70 Prozent äußerten sich eher kritisch. So hat nun auch der Bundesarbeitsminister den Handlungsbedarf erkannt. »Es darf nicht sein, dass das Leben nur nach der Arbeit gut ist«, erklärte Olaf Scholz (SPD) jüngst zum Start der Initiative »Für eine neue Kultur der Arbeit«. Die Initiative, von Regierung, Gewerkschaften, Wirtschaft und Wissenschaft ins Leben gerufen, will bis zum Sommer konkrete Vorschläge erarbeiten, wie Betriebe ihre Mitarbeiter besser fördern können. Auch das Netzwerk »Erfolgsfaktor Familie« vom Bundesfamilienministerium und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag wirbt für eine familienfreundlichere Firmenpolitik. Bei Eckert & Ziegler AG ist der Umsatz trotz Wirtschaftskrise gestiegen. Gründet sich ein Stück weit der Erfolg – trotz allgemeiner Krise – auch auf die hier gelebte Unternehmenskultur? »Auf jeden Fall«, glaubt Susan Frenz. »In Zeiten der Krise bringen Mitarbeiter, die in einer Kultur des Vertrauens arbeiten, auch in schwierigen Phasen das nötige Engagement und positive Energien ein.«

Infos: www.erfolgsfaktor-familie.de

— Beitrag Transfair —

Produktsiegel Fairtrade: Entscheidung für mehr Gerechtigkeit Nur ein paar Cent mehr an der Kasse zahlen, kann einer Kleinbauernfamilie in Afrika, Asien oder Lateinamerika das Überleben sichern – und damit zur Stabilität der Märkte weltweit beitragen.

Die global verankerte, gemeinnützige Organisation Transfair garantiert mit dem Produktsiegel Fairtrade, dass Erzeuger bzw. Produzenten von Lebensmitteln und Waren in der sog. Dritten Welt zu fairen Konditionen in den Handelskreislauf eingebunden sind: Für die Menschen bedeutet dies Unabhängigkeit und damit Würde.

Der Finanzkrise mit ihren Kreditengpässen begegnet Fairtrade u.a. mit der Unterstützung von Kooperativen: Im Verbund bauen Produzenten Mikrofinanzfonds auf, können Handlungsspielräume und Produktpalette erweitern. Die Fairtrade-Preise garantieren ihnen ein Mindesteinkommen. Lokale Berater helfen den Erzeugern, die Qualitätsvorgaben für Fairtrade-Produkte zu erfüllen durch Nutzung alternativer Energien, schonenden Umgang mit Wasserressourcen und organischem Anbau von Nahrungsmitteln. Vor allem aber gilt es, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern: Aus- und Weiterbildung, Familienförderung und Gesundheitsvorsorge bedeuten ein starkes Fundament für gesunde soziale Strukturen und damit Handlungsfähigkeit im globa-

len Wettbewerb. Weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus, nimmt Transfair e. V. seine soziale Verantwortung (Corporate Social Responsibility) in Ökonomie, Ökologie und gesellschaftlicher Entwicklung wahr. In Deutschland führen über 30.000 Geschäfte und 10.000 gastronomische Betriebe Fairtrade-Produkte, das ISO 65 Zertifikat für Transparenz in Anbau und Verarbeitung verstärkt noch das Qualitätsversprechen des Fairtrade-Labels. Die Konsumenten ermöglichen den Produzenten in den Entwicklungsländern ein existenzsicherndes Einkommen und fördern funktionierende Wirtschaftskreisläufe: »Eine Entscheidung für mehr Gerechtigkeit«, sagt der Fairtrade-Botschafter und Schauspieler Hannes Jaenicke


Seite 10 · in|pact media Verlag

Die Weltverbesserer Unternehmen können mit internationalen Vereinbarungen über Sozialstandards Einfluss auf die Arbeitsbedingungen in armen Ländern nehmen.

von Mirko Heinemann / Redaktion

welchen Bedingungen ihr Auto gefertigt wurde. Doch in Als »Meilenstein« wurde der Tag bejubelt, als VW anderen Branchen, zum Beispiel bei Textilien und Nahim Juni 2002 als erster Autokonzern der Welt soziale rungsmittel, spielt die Meinung der Kunden bereits eine Mindeststandards für alle Beschäftigten festlegte. Die wichtige Rolle. Ihnen geht es nicht mehr nur um GesundUnterzeichung der »Sozialcharta« des Unternehmens heit und Ökologie - immer mehr Konsumenten wollen im slowakischen Bratislawa wurde aufmerksam von der Produkte kaufen, die unter »fairen« Arbeitsbedingungen Weltpresse verfolgt. »Global tätige Konzerne können entstanden sind. Eine Studie des Meinungsforschungsinihre Belegschaft in Europa nicht anders behandeln als in stitutes Globe Scan vom Sommer 2005 ergab, dass 74 Proden USA oder Süd- und Mittelamerika«, erklärte der dazent aller Deutschen eine stärkere staatliche Regulierung malige VW-Personalvorstand Peter Hartz. zu Gunsten von Arbeitsnehmerrechten bei international In der Charta wurde unter anderem das Recht der Aroperierenden Konzernen wünschten. beitnehmer zur Bildung von Betriebsräten festgeschrieNoch gibt es solche internationale Regeln freilich nicht. ben sowie die Chancengleichheit der Beschäftigten unabWas immer geschieht, geschieht auf freiwilliger Basis. Ob hängig von Geschlecht, Religion und sozialer Herkunft ein Unternehmen betont. Als schlagkräfzum Beispiel dem tiges Argument für Verbindliche internationale Regeln gibt »Global Compact« die Charta betonte der der Vereinten NatioKonzern, dass Autoes nicht. Was immer geschieht, geschieht nen beitritt und sich käufer zunehmend soauf freiwilliger Basis. Dennoch geht so damit zur Einhaltung ziales Engagement der von Sozialstandards Unternehmen honomanches Unternehmen mit seinem Enverpflichtet. Oder rieren würden. Die Soob es den Leitsätzen zialcharta sei deshalb gagement über die Rahmenvereinbader »Organisation ein zusätzliches Arrungen hinaus und nimmt seine globale für wirtschaftliche gument für den Kauf Zusammenarbeit eines Volkswagens. soziale Verantwortung wahr. und Entwicklung« Sieben Jahre später (OECD) folgt, die 1998 erstmals Empfehlungen für inhat sich bei vielen Konzernen die Erkenntnis durchgeternational tätige Konzerne ausgesprochen hat. In ihrem setzt, dass soziale Verantwortung, gerne auch auf EngInhalt entsprechen die OECD-Richtlinien etwa den Rahlisch »Corporate Social Responsibility« oder kurz »CSR« menvereinbarungen und den »Global Compact«-Regeln. genannt, einen wichtigen Imagefaktor darstellt. So werDie Hauptpunkte: Einhaltung der Menschenrechte im ben im Rahmen des Netzwerks »CSR Germany« immer Betrieb, Ermöglichung von Mitbestimmung, die rechtzeimehr Unternehmen mit ihrem gesellschaftlichen Engatige Information der Arbeitnehmer vor einschneidenden gement. Wie ernst die Verbände das Thema inzwischen Veränderungen wie zum Beispiel Werkschließungen, nehmen, zeigt die Stellungnahme der Bundesvereinigung keine Duldung von Kinderarbeit. der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der BunKontrollorgane gibt es nicht, das Grundprinzip ist desverband der Deutschen Industrie (BDI), die hinter der die freiwillige Selbstkontrolle. Das kritisiert Jürgen PeInitiative stehen: »BDI und BDA betrachten Corporate ters, Präsident des Internationalen MetallgewerkschaftsSocial Responsibility als ein prioritäres Thema und sehen bundes (IMB). Zwar seien die Internationalen Rahmenin CSR den Beitrag der Unternehmen zur Verwirklivereinbarungen mit ihrer Verbindlichkeit ein »deutlicher chung des Konzeptes zur nachhaltigen Entwicklung.« Fortschritt zu freiwilligen Verhaltenskodizes der UnZwar sind es auch heute vermutlich immer noch recht ternehmen«, so Peters. Doch soziale Standards, die in wenige Autokäufer, die sich dafür interessieren, unter

Deutschland selbstverständlich sind, »wandern nicht mit den Arbeitsplätzen auf die andere Seite des Globus. Sie müssen immer wieder von den Arbeitnehmervertretern neu erkämpft werden«. Inzwischen haben beinahe alle Autofabrikanten und großen Zulieferer in Deutschland eine Internationale Rahmenvereinbarung unterzeichnet, neben Volkswagen auch Daimler, BMW, General Motors Europe, Ford Europa sowie die Zulieferer Bosch, Leoni und Prym. Fast 250 Unternehmen sind heute bereits Mitglied der Initiative Business Compliance Initiative (BSCI), die im März 2003 durch den europäischen Außenhandelsverband Foreign Trade Association (FTA) ins Leben gerufen wurde. Der BSCI ist ein Monitoring-System, dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen, um die Sozialstandards in den Lieferländern zu verbessern. Dazu hat die BSCI einen Verhaltenskodex entwickelt, den die Mitgliedsunternehmen bei mindestens zwei Dritteln ihrer Lieferanten einführen und kontrollieren. Im soeben erschienenen Jahresbericht 2008 zeigt die BSCI, dass sie Einfluss hat: So wurden bei einer erstmaliger Kontrolle von Zulieferern in nur 16,5 Prozent der Fälle die geforderten Sozialstandards erreicht. Bei nochmaliger Kontrolle jener Zulieferbetriebe konnte eine signifikante Verbesserung festgestellt werden. Die Zahl der Zulieferer, welche die geforderten Sozialstandards erfüllten, ist auf knapp 43 Prozent gestiegen. Über die Rahmenvereinbarungen hinaus geht das Engagement mancher Unternehmen, wenn es um Folgen für die Bevölkerung an den Standorten von Autofabriken geht. Da heißt es zum Beispiel bei VW, die globale soziale Verantwortung ende nicht an den Unternehmensgrenzen. Volkswagen verstehe sich »als Partner der Standorte und der Regionen.« So unterstütze und initiiere Volkswagen in Mittel- und Lateinamerika Gründerwettbewerbe, Bildungsinitiativen und Straßenkinderprojekte sowie in Südafrika und Brasilien Projekte zur Gesundheitsförderung. Die Erkenntnis setzt sich durch: Unternehmen tragen soziale Verantwortung, und das weltweit.


in|pact media Verlag · Seite 11 — Beitrag CARE —

WE CARE: Gemeinsam nachhaltig handeln Die internationale Hilfsorganisation CARE ist für viele Unternehmen Partner der Wahl bei der Entwicklung und Umsetzung erfolgreicher Corporate Social Responsibility Maßnahmen.

Im Zuge der Globalisierung rückt die Welt näher zusammen. Das birgt für Unternehmen neue Chancen, aber auch neue Herausforderungen: Wie sicher sind angesichts zunehmender Krisen und Katastrophen die weltweiten Märkte? Was können Unternehmen zu ihrer Stabilisierung beitragen? Wie entwickeln sich die Kundenerwartungen und wie kann man diesen erfolgreich begegnen? Effektive Maßnahmen für eine Förderung von nachhaltiger Entwicklung können auf diese Herausforderungen hilfreiche Antworten geben. Als eine der größten privaten internationalen Hilfsorganisationen verbindet CARE mit Unternehmen eine lange Tradition der Zusammenarbeit. CARE, das nach dem Krieg mehr als 10 Millionen CARE- Pakete nach Deutschland schickte, kann auf eine 60 jährige Erfahrung in der Nothilfe und Entwicklungsarbeit zurückblicken. Ob in den Bereichen Nothilfe, Armutsbekämpfung, Umweltschutz oder CO2Reduzierung, in 69 der ärmsten Länder öffnet CARE Menschen gemeinsam mit Unternehmen, Spendern und in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen Wege aus Not und Armut und initiiert mit den Menschen vor Ort nachhaltige soziale wie ökologische Entwicklungen.

CARE entwickelt mit Unternehmen Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung: Spenden– oder Charity-Aktionen, eine Marketing-Kampagne oder ein gemeinsames CSR-Hilfsprojekt. Zum Beispiel für Arbeiterinnen in Zulieferbetrieben in Kambodscha, für Kaffeebauern in Äthiopien, für Schulkinder in Nepal oder Kinderfußball-Clubs in den Slums Südafrikas. Bei der Projektumsetzung arbeitet CARE nach internationalen Qualitäts-, Berichts- und Prüf-Standards. Beispiele für die gemeinsame Förderung von nachhaltiger Entwicklung finden Sie in der Broschüre »Mit sozialem Engagement überzeugen«. Die Broschüre ist kostenlos als Download unter www.care.de/downloads. html erhältlich oder kann bei CARE angefordert werden. Bei Fragen zum Thema nachhaltige Entwicklung für eine Unternehmenskooperation geben wir Ihnen gerne weitere Informationen.

»Die Welt braucht uns nicht, wenn wir klein denken und nur einfache Ziele erreichen wollen. Sie braucht uns, um groß zu denken und um kontinuierlich Fortschritte und Entwicklung voranzutreiben. Dies setzt CARE mit seiner Arbeit um. Es ist keine Organisation, die sich damit zufrieden gibt, Einzelprobleme anzugehen. CARE arbeitet ganzheitlich mit dem Ziel, Armut zu beenden.«

Weitere Auskünfte gibt es unter www.care.de CARE Deutschland-Luxemburg e.V., Dreizehnmorgenweg 6, 53175 Bonn Oder auch telefonisch: 0228 / 97563-40, Ursula Kapp-Barutzki oder per E-Mail: info@care.de

Melinda French Gates, Vorsitzende der Bill und Melinda Gates Foundation, die CARE-Nothilfe und AIDS-Projekte finanziert.

»Was glänzt, ist für den Augenblick geboren, das Echte bleibt der Nachwelt unverloren.« G oethe inpact-090518-240,6x123,5-Armin 18.05.2009 13:37 Uhr Seite 1 C

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Seite 12 · in|pact media Verlag

Erfolg ist planbar Ein Fußballteam funktioniert wie ein Unternehmen. Welche Werte sind im Fußball wichtig?

von Gunnar Leue / Redaktion

Trotz der beeindruckenden Bundesligarückrunde müssen die Fans von Borussia Dortmund wohl noch etwas Geduld aufbringen, um wieder sportliche Erfolge wie in den neunziger Jahren bejubeln zu können. Damals gewann Dortmund den europäischen Spitzenwettbewerb, die »Champions League«. Aber auch die Aktionäre des einzigen deutschen börsennotierten Fußballklubs müssen geduldig sein. Dividende wird »erst bei nachhaltigem Erfolg gezahlt werden«, hat BVB-Geschäftsführer Thomas Treß kürzlich verkündet. Erst wenn zwei bis drei Mal in Folge die Champions-League-Qualifikation geschafft werde, könne man über eine Gewinnausschüttung reden. Fußball ist bekanntlich wie das wahre Leben. Können, Teamgeist, harte Arbeit – auch Glück – entscheiden über den Erfolg. Aber wie wichtig sind im Fußball Werte wie Transparenz oder Nachhaltigkeit, auf die Unternehmen zusehends setzen? Nachhaltiger Erfolg bedeutet im Fußball: anhaltender Erfolg. So wie ihn Bayern München hat, zumindest national. Während die Bayern in Deutschland als erfolgreichster Verein unangefochten sind, woran auch die derzeit schlechte Saison nichts ändert, gelten sie international als bedingt konkurrenzfähig. Mit Jürgen Klinsmann als Trainer sollte sich das nachhaltig ändern, bis Manager Uli Hoeneß im April sagte: »Das beste Konzept hilft nichts,

wenn die Ergebnisse nicht stimmen.« Ein offenbar sehr gutes Konzept hatte ihm Klinsmann einige Monate zuvor geliefert, die nicht stimmenden Ergebnisse danach leider auch. Deshalb wurde er als Coach kurz vor Ablauf der Saison entlassen. Mehr Scheitern geht nicht.

Stetiger Erfolg auf jeder Ebene – so lautet der Anspruch beim FC Bayern. Um ihn mit Ergebnissen zu unterfüttern, durfte der engagierte Fußball-Visionär Klinsmann einiges im Verein umkrempeln. Wohl noch nie fiel im Klubdomizil so oft das Wort »langfristig«. Langfristig sollte der Trainer arbeiten können, um seine auf dauerhaften Erfolg ausgerichteten Konzepte umsetzen zu können, versprachen die Bayern-Vorständler. Klinsmann bedankte sich mit dem inzwischen

legendären Satz, die Spieler jeden Tag ein bisschen besser zu machen. Die Realität sah anders aus. Klinsmann beging Fehler, durch die er sich die Arbeit selbst erschwerte. Dass er Mark van Bommel erst zum Kapitän ernannte und dann auf die Bank setzte, sorgte in einem komplizierten Betrieb wie einer Mannschaft von Starfußballern natürlich für Unruhe. Auch sein abrupter Torwartaustausch ließ Zweifel an der Nachhaltigkeit seiner Entscheidungen aufkommen. Im Gegenzug zeigten sich Fans und Vereinsführung immer weniger bereit, auf den sofortigen Erfolg zu verzichten, je vager die Aussicht auf eine bessere Zukunft geriet. Hätten sie davon ausgehen können, dass sich Klinsmanns perspektivische Arbeit mit dem Gewinn der »Champions League« nach zwei oder drei Jahren rentieren würde, hätten sie die Geduld vermutlich aufgebracht. Leider gibt es so eine Garantie nicht. Nicht im wahren Leben. Und im Fußball eben auch nicht. Erfolg ist in gewissem Rahmen planbar, wenn zum Plan eine professionelle Strategie, genügend Geld und Geduld gehören. Doch Nachhaltigkeit ist schwierig im Fußballgeschäft: Spitzenleute werden von der Konkurrenz weggekauft, selbst etablierte Topteams müssen permanent personell erneuert werden, um Spitzenleistung dauerhaft zu reproduzieren.

Die Rückkehr der Familie Familiensinn steht hoch im Kurs. Trotzdem sinkt die Zahl der Kinder weiter.

von Verena Mörath / Redaktion

Ein Hausbesitzer vor hundert Jahren hätte sich das kaum vorstellen können: Unter seinem Dach leben Eltern mit drei Kindern, aber ohne Trauschein. Außerdem ein homosexuelles Paar sowie eine berufstätige Alleinerziehende – und jede Partei wird als Familie angesehen. Der Patriarch von damals hätte vermutlich kopfschüttelnd über solche gesellschaftlichen Zustände gewettert und den Untergang der Familie vorhergesagt. Weit gefehlt: Auch heute noch wird die Familie vom allergrößten Teil der Bevölkerung als Lebensumfeld wertgeschätzt, weit mehr als der Beruf und die Freizeitaktivitäten, so das Fazit des »Familienreports 2009«. Laut Eurobarometer 2008 nennen 90 Prozent der Deutschen die Familie als wichtigsten Bestimmungsfaktor für Glück, Zufriedenheit und persönliches Wohlbefinden. Zudem ist Familie für die meisten ein soziales Netz ganz besonderer Art und umfasst sogar drei oder vier Generationen, die sich gegenseitig unterstützen. Dies jedenfalls bilanziert der »Generationenbarometer 2009« des Instituts für Demoskopie Allensbach, den Bundesministerin Ursula von der Leyen Anfang April in Berlin vorgestellt hat. »Es bestätigt sich nun schon seit längerem der Trend, dass Familie beileibe kein krisengeschüttelter Sozialfall

ist. Die Lebensform Familie ist vielmehr nach Einschätzung der Bevölkerung vital und attraktiv«, betonte von der Leyen. Die Zahlen aber schüren Zweifel am Urteil der Familienministerin. Denn es gibt keinen rasanten Anstieg von Eheschließungen, die Scheidungsrate bleibt hoch und die Geburtenrate niedrig. 2008 ist trotz positiver Prognosen die Zahl der Geburten in Deutschland um 1,1 Prozent gesunken. Dennoch: Deutsche Männer und Frauen leben lieber in einer Partnerschaft als allein. Die Zahl der SingleHaushalte ist seit 2002 nicht angestiegen, ihr Anteil liegt bei sieben Prozent. Zudem wünschen sich die meisten Menschen hierzulande Kinder. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung möchten heute mehr als 90 Prozent der kinderlosen Männer zwischen 15 und 42 Jahren Kinder bekommen und auch die Zeit haben, sich um diese zu kümmern. Gleichzeitig aber schultern immer noch vorwiegend Frauen die Erziehung und die Betreuung ihrer Kinder. Während knapp 85

Prozent der Väter von unter Dreijährigen arbeiten, sind es nur 29,8 Prozent der Mütter – meist in Teilzeit. Hier mehren sich Appelle an die Wirtschaft, mit einer familienfreundlichen Personalpolitik ein Leben mit Babyflasche und Aktentasche für alle zu ermöglichen. 79 Prozent der Bevölkerung wünscht sich, dass Unternehmen mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun. »Für die Zeugung eines Kindes braucht es nur zwei, für die Aufzucht ein ganzes Dorf«, heißt es in einem afrikanischen Sprichwort. Noch immer fühlen sich Eltern hierzulande offenbar zu sehr allein gelassen und ins Abseits gestellt mit ihrem Nachwuchs. Wer daran zweifelt, dass sein mühsam errungener Berufszusammenhang auch mit Kindern erhalten bleibt, für den ist das Kinderkriegen nicht wirklich attraktiv. Das betrifft heute Männer wie Frauen. Kinder wollen, das ist eben noch lange nicht gleichzusetzen damit, Kinder auch zu bekommen.


in|pact media Verlag · Seite 13 — Unternehmensbeitrag O 2 —

O2: Wertvolle Zeichen der Wertschätzung für motivierte Mitarbeiter Die Erkenntnis, »wer gibt, dem wird gegeben« prägt das Handeln von Telefónica O2 Germany in Sachen Mitarbeiterbindung: Gesundheit, Familie, Soziales, Finanzen – auf diesen vier Säulen haben die Verantwortlichen ein ausgefeiltes, phantasievolles Konzept entwickelt.

Eine Investition, die sich bezahlt macht, denn zufriedene, ja glückliche Mitarbeiter tragen den Ruf des Unternehmens auch nach Außen. Für die Gesundheit und Fitness seiner Beschäftigten bundesweit nutzt der Telekommunikationskonzern das sportwissenschaftliche Know-how der Universität München. Am Hauptsitz in der bayerischen Landeshauptstadt befindet sich sogar das hauseigene Sport- und Gesundheitszentrum. Gesundheitstage mit Messung von Muskel- und Lungenfunktion, Blutzucker, Cholesterin und Body-Mass-Index motivieren zu einer gesunden Lebensweise, Kurse helfen bei der Umsetzung. Sport- und Familientage stärken das Wir-Gefühl. 2008 verlieh das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz das Zertifikat »Ganz-

heitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement« in der Qualitätsstufe Gold. Die Familie steht bei O2 hoch im Kurs. Das Programm »Working Moms und Dads« und der O2 Familienservice berücksichtigen alle Facetten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Elternzeit, Wiedereinstieg in den Job, Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen bis hin zum Finden von Tagesmüttern. In München gibt es sogar die eigene Kindertagesstätte O2 Bubble Bande für Kinder zwischen vier Monaten und drei Jahren. In München, Bremen, Köln, Nürnberg und Teltow stehen Kinderbüros zum Spielen und Lesen bereit sowie Back-Up-Center für kurzfristige flexible Betreuung des Nachwuchses. Bei beruflichen oder privaten Krisen bietet O2 Beratung, für Beschäftigte, die krankheitsbedingt unverschuldet in Not geraten sind, existiert ein Unterstützungsfond. Das soziale Engagement von O2 richtet sich aber auch auf Herausforderungen außerhalb des Konzerns. Private Spenden von Mitarbeitern erhöht O2 um weitere 20 Prozent. Über die Telefónica Stiftung unterstützt O2 das Projekt Proniño für eine bessere Zukunft und Schulbildung von Kindern in Südamerika. Mitarbeiter von O2 leisten dort in ihrem Urlaub und teils auch von der Arbeit freigestellt wichtige Sozialarbeit.

In Deutschland bieten O2 Mitarbeiter ihr Wissen und ihre Arbeitskraft in sozialen Teameinsätzen an und Führungskräfte gehen in Austausch mit Schulleitern zum Thema Wirtschaft und Führung. Für zwei Tage pro Jahr gewährt O2 seinen Angestellten eine Freistellung für soziales Engagement. Gesellschaftlich verantwortungsbewusstes Handeln belohnt O2 im Rahmen der »Spirit Awards«, gute Leistungen seiner Beschäftigten honoriert O2 in barer Münze aus dem hierfür vorgesehenen Budget: »Kleines Lob«. Dass die Mitarbeiter das im Gegenzug anerkennen, zeigte eine der renommiertesten Mitarbeiterbefragungen Deutschlands. Das »Great Place to work«-Institut Deutschland setzte O2 2009 auf Platz 3 bei Deutschlands besten Arbeitgebern mit mehr als 5000 Mitarbeitern.

— Unternehmensbeitrag Arcandor —

»Verantwortung tragen« – Kunden fragen, Karstadt antwortet Die Karstadt Warenhaus GmbH und die Arcandor AG haben in Kooperation mit den Glocalist Medien einen neuen öffentlichen Stakeholderdialog »Verantwortung tragen« gestartet.

Bis heute erreicht die Arcandor AG und ihre Unternehmen eine Vielzahl von Anfragen von Kunden, NGOs und Aktionären zu den Themen Soziales und Ökologie. Diese wurden von den Glocalist Medien kritisch und strukturierend aufbereitet. Es ist die wohl bisher umfangreichste Stellungnahme des Unternehmens zu kritischen Stakeholderfragen. Die Fragestellungen

wurden jeweils mit einem Sachbeitrag zur jeweiligen Thematik von den Glocalist Medien eingeleitet. Abgerundet wird die vorliegende Sonderausgabe mit einer statistischen Auswertung der eingegangen Anschreiben und einem Glossar der wichtigsten Begriffe. Darüber hinaus findet sich ein Vorwort von Stefan W. Herzberg (Vorsitzender der Geschäftsführung der Karstadt Warenhaus GmbH und Arcandor-Vorstandsmitglied). Zu seinem nachhaltigen Geschäftsmodell einer sozialen Marktwirtschaft gehört vor allem ein glaubwürdiges und verantwortungsvolles Verhältnis zur Belegschaft: »Wertschöpfung ist ohne Wertschätzung nicht möglich. Ich nehme mir Zeit für Gespräche mit Mitarbeitern, Betriebsräten, Filialgeschäftsführerin und Kunden. Am wichtigsten ist, dass sich die Mitarbeiter ernst genommen fühlen und dass ein barrierefreies Klima geschaffen wird, so dass zum Beispiel operative Verbesserungsvorschläge benannt und umgesetzt werden können. Gerade in diesen turbulenten Zeiten heißt

Verantwortung zu tragen auch Mut, Zuversicht zu geben und Krisen als Chance zu nutzen! Dabei kommt es auch auf die richtige Zusammensetzung der Führungsspitze an. Wenn sich ein Team versteht, dann ist das schon die halbe Miete. Ich kann versichern, dass wir ein sehr gutes Team sind, eng zusammen arbeiten und die Zukunft des Warenhauses glauben. Wir sehen diese herausfordernden Zeiten als eine mögliche Chance für Karstadt.« Alle angesprochenen Stakeholder werden diese Sonderausgabe erhalten und zur Stellungnahme resp. Nachfrage eingeladen. Die daraus resultierenden Antworten der Stakeholder sollen dann die Grundlage für einen Round Table sein, der im Herbst stattfinden soll und von den Glocalist Medien dokumentiert und publiziert wird.

Bestellung über Arcandor: Arcandor AG, Dr. Alexandra Hildebrandt, Leiterin Gesellschaftspolitik, Theodor-Althoff-Straße 2, 45133 Essen alexandra.hildebrandt@arcandor.com

Stefan W. Herzberg, Vorsitzender der Geschäftsführung der Karstadt Warenhaus GmbH und Arcandor-Vorstandsmitglied


Seite 14 · in|pact media Verlag

»Gewinn ist nicht unmoralisch« Der Wirtschaftsethiker Abt Gregor Henckel Donnersmarck über Werte in der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Interview: Mirko Heinemann / Redaktion

Abt Gregor, warum ist Wirtschaftsethik derzeit so gefragt? Man spürt, das Teile der Ursachen für die jetzige Wirtschaftskrise in einer Nichtbeachtung von ethischen Prinzipien liegen. Die Bankenkrise begann mit Immobilienkrediten für jedermann – eigentlich ein ethisches Anliegen. Ist dies ein Beispiel dafür, wie gute Absichten zum Schlechten führen können? Ich stimme darin überein, dass für eine Familie, die ein Haus kaufen will, es gut ist Kredit zu erhalten. Das Problem liegt in den beiden Fragen: Ist der Kredit in der Immobilie gedeckt? Und kann der Kreditnehmer mit seinen Mitteln den Kredit tatsächlich zurückzahlen? Beides scheint mir nicht ausreichend bedacht worden zu sein. Die zweite Stufe war, dass in einem komplizierten Umschichtungsvorgang zwischen amerikanischen und internationalen Banken diese Kredite rückverkauft und derivativ woanders hinverlagert wurden. Spätestens dort beginnt das Ganze problematisch zu werden. Das gute Prinzip lief schief. Die Transparenz ging verloren.

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Motiv war die Profitmaximierung. Inwiefern ist sie ethisch vertretbar? Bei einem Unternehmen, das Aufwand und Ertrag gegenüberstellt, ist der Gewinn nichts Unmoralisches. Es ist schlicht die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Damit die Wirtschaft weiter läuft, ist ein Gewinn sogar notwendig. Die erzielten Gewinne aber müssen von zwei Gesichtspunkten aus betrachtet werden, nämlich: Wie wurden sie erwirtschaftet? Ist das Unternehmen selbst sozial, nachhaltig ökologisch, verletzt es die Menschenrechte? Ist also das Zustandekommen der Gewinne aus ethischen Gesichtspunkten korrekt erfolgt? Die zweite Frage richtet sich an den Eigentümer oder den, der die Gewinne bezieht. Verwendet er die Gewinne auch ethisch korrekt? Was sollten Anleger bei Investitionen beachten? Man sollte nicht auf kurzfristigen Gewinn spekulieren, sondern nachhaltig investieren. Man sollte sein Geld nicht aus kurzfristigen Spekulationsgründen, sondern aus Interesse am Unternehmen anlegen. Wer sich das nicht zutraut, sollte lieber bei der Anleihe oder bei

Bankschuldverschreibungen bleiben, dem Sparbuch oder ähnlichem. Wir sollten diese Krise nutzen, um wieder das Schwergewicht auf die Unternehmenswirtschaft zu lenken, also auf Betriebe, die etwas produzieren – Waren oder Dienstleistungen. Wir sollten weg vom Finanzdienstleistungsbereich der Spekulation und der Finanztechniken. Finanzdienstleistungen muss es geben, sie sollen aber den Unternehmen dienen und sich nicht um sich selbst drehen.

Gregor Ulrich Henckel Donnersmarck, 65, ist Wirtschaftswissenschaftler und hält seit 25 Jahren Vorträge über Wirtschaftsethik. Er war als Kaufmann tätig, bevor er ins Zisterzienserkloster Stift Heiligenkreuz bei Wien eintrat, wo er heute Abt ist.

18.05.09 11:57


in|pact media Verlag · Seite 15

Die neuen Öko-Reichen »Lohas« werden die neuen, finanzstarken Konsumenten genannt. Sie kaufen vorwiegend fair gehandelte und ökologisch hergestellte Produkte.

von Mirko Heinemann / Redaktion

wohl schnell verlieren; kaum ein Marktsegment wächst Sie sind modisch gekleidet, weltoffen und gebildet. so schnell wie das der Bio-Produkte. Studien schätzen Sie wissen, was in New York gerade angesagt ist und wo das Marktpotenzial auf rund 500 Milliarden Euro in den man in Singapur gut isst. Sie haben Geld, Geschmack – westlichen Industrienationen und versprechen mittelfriund ein soziales und ökologisches Bewusstsein. Die neue stig Marktanteile von zehn bis zu 30 Prozent. Rund 2.500 Generation umweltbewusster Menschen hat mit den fusFachgeschäfte für Naturkost gibt es in Deutschland bereits, selbärtigen Müslifans von einst wenig gemeinsam. Hochdarunter 300 Biosupermärkte. Dazu kommen immer gröglanzmagazine und Marketing-Spezialisten in den USA ßere Bio-Abteilungen in den klassischen Supermärkten nennen sie »Lohas« – abgeleitet von »Lifestyle of Health und Discountern. Bio-Regale gibt es bei Discountern wie and Sustainability«, zu Deutsch »nachhaltiger und geAldi und Lidl, ökologisch produzierte Kleidung führen sunder Lebensstil«. Otto-Versand wie auch H&M, und Bio-Kosmetika gibt es Für Lohas sind Werte wie Gesundheit und Nachhaltiginzwischen in jeder Apotheke zu kaufen. keit wichtig, gleichzeitig sind sie äußerst konsumfreudig. Längst führen auch klassische Bioläden mehr als nur Lohas wollen ein angenehmes Leben, Genuss auf hohem Lebensmittel. Hier gibt es Reinigungsmittel, Spielwaren, Niveau – aber ohne schlechtes Gewissen. HollywoodSchreibwaren, Kleidung, Hundefutter, Blumenerde soStars machen den neuen Lebensstil vor: Julia Roberts lässt wie Kosmetik für Mann und Frau, vom Bio-Rasierwasser sich mit Biomarkt-Tüten fotografieren, George Clooney bis zur Fußcreme. So vielfältig die Produkte sind, so solfährt mit dem Hybridauto zur Oscar-Verleihung – und len sie doch alle hohen Ansprüchen genügen. Die Lebensdie Deutschen ziehen nach. mittel stammen aus ökologischem Anbau, die Kleider Ein Berliner Loha-Paradies liegt in Prenzlauer Berg. sind ohne chemische Zusatzstoffe hergestellt, dazu sind Auf zwei Etagen präsentiert hier einer der größten Biosie in Uhr der Regel fair2gehandelt und produziert. märkte Europas seine Produkte. Den Superlativ wird er 13:58 240x185_Tagesspiegel_Berlin:2009 05.05.2009 Seite

Das Segment der Lohas erweist sich allerdings bei näherem Hinsehen keineswegs als homogen. Auch wenn sie guten Willens sind, haben die Konsumenten sehr unterschiedliche Vorstellungen von ökologisch und ethisch korrektem Einkaufen. Die einen sagen »Hauptsache Bio«, lange Transportwege sind ihnen aber egal, wenn sie im Dezember Erdbeeren essen möchten. Die anderen schwören auf saisonale Produkte, die aus dem Berliner Umland stammen. Und wenn sie sich schon mal einen Kaffee gönnen, dann ist er nicht nur ökologisch angebaut, sondern auch fair produziert und gehandelt. Viele beziehen Öko-Strom, aber sie kümmern sich nicht um den Stromverbrauch ihres Fernsehers oder Computers. Andere schaffen das Auto ab und spenden für jede Flugmeile, die sie zurücklegen, Geld zur Wiederaufforstung des Regenwaldes. Eines jedoch liegt auf der Hand: Die Lohas bilden die Speerspitze eines Trends, der langfristig das Konsumverhalten in der gesamten westlichen Welt verändern könnte – hin zum ökologischen, sozial und ethisch bewussten Konsum.

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