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APRIL 2011

STADT DER ZUKUNFT Ideen, Konzepte, Chancen Urbane Mobilität Die Zukunft des Automobils Seite 4 Das grüne Haus »Green Building« im Trend Seite 10 IT für die stadt Smartphone & Co Seite 12

»Stadt der Zukunft« ist eine unabhängige Publikation des in|pact media Verlags und liegt der Gesamtauflage des Handelsblatts bei.


GRUSSWORT

in|pact media Verlag

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

APRIL 2011

STADT DER ZUKUNFT

die Frage nach der »Stadt der Zukunft« betrifft einen immer größeren Teil der Menschheit. Während in den industrialisierten Staaten bereits heute ein Großteil der Bevölkerung in Städten zu Hause ist, wachsen in den kommenden Jahren insbesondere die Metropolen in Entwicklungsländern mit einer rasanten Geschwindigkeit. Mit dieser Entwicklung sind große Herausforderungen verbunden. Sowohl die großen Metropolen als auch kleinere Städte und Gemeinden im ländlichen Raum müssen hier Antworten finden. Stadt und Land sollten sich dabei als zukunftsfähige Einheit präsentieren. Eine Voraussetzung für die Zukunft unserer Städte und Regionen ist auch die Vernetzung durch gut ausgebaute DR. Peter Ramsauer , Infrastruktur. Bundesminister für Verkehr, Bau und StadtNeben Fragen der Mobilität, Energieversorgung und Klimaschutz stehen vor allem die sozioökonoentwicklung mischen Herausforderungen im Mittelpunkt. Stichworte sind der demographische Wandel, Integration, soziale Teilhabe und wirtschaftliche Innovation. Diese Entwicklungen sind in Stadt und Land gut ablesbar. Leerstehende Industriebrachen, neue Dienstleistungszentren, Seniorenwohnheime und Kindertagesstätten sind gebaute Zeichen von gesellschaftlichen Veränderungen. In manchen Orten lösen solche Umbrüche eine neue Dynamik aus, andernorts führen sie bis hin zur Gefährdung der Grundversorgung der Menschen. Das wollen wir verhindern - auch mit der »Initiative Ländliche Infrastruktur«. Hierzu haben wir einen Wettbewerb für zukunftsweisende Entwicklungen im Bereich der Daseinsvorsorge und Infrastruktur in ländlichen Regionen durchgeführt. Nachhaltigkeit ist für die »Stadt der Zukunft« ein weiteres zentrales Thema. EU-weit wollen wir ab 2050 nur noch soviel Energie verbrauchen, wie wir mit erneuerbaren Energien erzeugen können. Gebäude und Verkehr haben heute zusammen einen Anteil von rund 70 Prozent am gesamten Endenergieverbrauch. Hier liegt noch ein enormes Einsparpotenzial - wir arbeiten daran. Mit einem Mix aus Innovationen, ganzheitlicher Planung und modernen technischen und baulichen Komponenten lassen sich Gebäude errichten, die mehr Energie liefern, als sie verbrauchen. Ein Beispiel ist das »Energie-Plus-Haus«. Der Prototyp dieses nachhaltigen Gebäudes entsteht dieses Jahr in Berlin und wird zwei Jahre unter realen Bedingungen genutzt und wissenschaftlich getestet. Die gewonnenen überschüssigen Stromerträge können ins Netz eingespeist bzw. für Elektromobilität genutzt werden. Unter der Überschrift: »Mein Haus meine Tankstelle!« präsentiert es die nachhaltige Nutzung von Synergieeffekten zwischen dem Bau- und Verkehrsbereich in der Praxis.

Ideen, Konzepte, Chancen URbAne MobILItät Die Zukunft des Automobils Seite 4 DAs gRüne HAUs »Green Building« im Trend Seite 10 It füR DIe stADt Smartphone & Co Seite 12

»stadt der Zukunft« ist eine unabhängige Publikation des in|pact media Verlags und liegt der gesamtauflage des Handelsblatts bei.

Dr. Peter Ramsauer Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

INHALT

Seite 3 Das Jahrtausend der Städte

Seite 10 Das grüne Haus »Green Building« liegt im Trend

Seite 16 Viel Wind in Masdar City Ökostadt wächst nur langsam

Herausforderungen der Zukunft

Seite 16 Müll, Wasser, Energie

Seite 4 Der mobile Stadtbürger

Seite 12 Durchblick im Großstadtdschungel

Die Zukunft des Automobils

IT-Lösungen für Smartphone & Co

Seite 6 Virtuelle Kraftwerke

Seite 14 Antrag auf Knopfdruck

Seite 18 Stadt als Sehnsuchtsort

Energieversorgung mit Smart Grids

E-Government in Deutschland

Seite 8 Ideen gegen Energiefresser

Urbane Sicherheit

Prof. Philipp Oswalt (Stiftung Bauhaus Dessau) über die Potenziale der europäischen Stadt

Infrastrukturlösungen für die Städte

Herausforderungen der Digitalisierung

Effiziente Haushaltsgeräte

Standortfaktor Kreativität

Seite 15 Konzepte gegen den LKW-Infarkt

Freie Kultur fördert Innovation

Fokus: Güterverkehr

Hinweis: Alle nicht mit dem Zusatz »Redaktion« gekennzeichneten Beiträge sind Auftragspublikationen und damit Anzeigen.

Impressum in|pact media GmbH Torstr. 227 D-10115 Berlin T +49 (0) 30 250 40 -830 F +49 (0) 30 250 40 -839 E redaktion@inpactmedia.com www.inpactmedia.com

Anregungen und Fragen? Kontakt: redaktion@inpactmedia.com

Chefredaktion Mirko Heinemann (V.i.S.d.P) Art Direction & Layout Christian Schneider ANZEIGENVERKAUF Sara Habibi Isfahani

Autoren Martin Bernhard, Martin Hartwig, Jürgen W. Heidtmann, Mirko Heinemann, Kai Kolwitz, Axel Novak, Oliver Schonschek, Dirk Srocke

IllustrationEN Stefan Batsch www.skism.info Druck Axel Springer Druckhaus Essen-Kettwig

HERAUSGEBER Edi Karayusuf Geschäftsführung Sara Habibi Isfahani PROJEKTLEITUNG Edi Karayusuf


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STADT DER ZUKUNFT

Das Jahrtausend der Städte Die Weltbevölkerung zieht in die Metropolen. Um Lebensqualität zu sichern, muss sich die Stadt wandeln – vom Moloch zur grünen Oase mit kurzen Wegen und effizienten Strukturen

Mirko Heinemann / Redaktion

D

er 23. Mai 2007 markiert den Zeitpunkt für ein neues gesellschaftliches Kräfteverhältnis. Denn seit diesem Tag, so der US-amerikanische Soziologe Ron Wimberley, leben mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung in Städten. Das Datum hatte der Professor der North Carolina State University aus Bevölkerungsdaten der Vereinten Nationen errechnet. Interessanter als der Termin war jedoch der Umstand, dass Ron Wimberley die Meldung mit einer Warnung verknüpfte: Slums, Armut, Seuchen, Umweltverschmutzung nähmen ebenfalls zu. Die Botschaft ist klar: Die Städte wachsen und damit auch die Probleme. Und zwar exponentiell: Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass schon im Jahr 2050 rund zwei Drittel aller Menschen in Metropolen leben werden. Das Wachstum der Städte ausschließlich als Problem anzusehen, wäre indes zu kurz gegriffen. Vielmehr ist die Metropole ein treibender sozioökonomischer Faktor. Die US-amerikanische Soziologin Saskia Sassen prägte den Begriff der »Global City«, eines Ballungsraums, der beinahe schon supranationalen Charakter hat, indem er sich informell weniger auf sein Hinterland als auf andere »Global Cites« bezieht. Netzwerke in Kultur und Wirtschaft sind urban geworden, Städter verbindet ein Interesse an den Entwicklungen in anderen Städten. Von den auf der »Forbes«-Liste aufgeführten fünfhundert größten Weltkonzernen haben laut einer Erhebung des Beratungsunternehmens Ernst & Young ein Viertel als Hauptniederlassung die Städte Tokio, Paris, New York oder London gewählt, jeweils um die dreißig Unternehmen pro Stadt. Als erste deutsche Stadt ist Düsseldorf mit neun Niederlassungen in der Liste vertreten, immerhin auf dem achten Platz. Die Attraktivität des Standortes bemisst sich nach Infrastruktur, der Nähe zu Forschungseinrichtungen, Universitäten und demzufolge Fachkräften. Es entstehen Cluster von Unternehmen, deren Angebote sich

ergänzen. Attraktivität für Unternehmer und Mitarbeiter bedeutet jedoch auch: experimentierfreudige Kulturprogramme, gesellschaftliche Entwicklungen, Genuss für die Sinne. Das alles kann auf engem Raum nur die Metropole bieten. Die europäische Stadt hat sich aus diesem Geiste heraus entwickelt. Freiheit, Experimente, Interaktion, ein prosperierendes Umfeld – all dies war schon im mittelalterlichen Rechtsgrundsatz »Stadtluft macht frei« enthalten, der die Stadt als Zuflucht für Landlose und Leibeigene interessant machte. Wie aber wird die europäische Stadt in Zukunft aussehen? Wie historisch muss sie, wie modern darf sie sein? Wann etwa rechtfertigt die Errichtung von energiesparenden Neubauten den Abriss von Altbauten, deren Sanierung zu kostenintensiv wäre? Sollte ein alter, gewachsener Kopfbahnhof – wie in Stuttgart – durch einen modernen und viel effizienteren Durchgangsbahnhof ersetzt werden? Sollte – wie in Hamburg – ein Künstlerquartier einem Investor übereignet werden, der das Viertel modernisiert und besserverdienenden Zielgruppen erschließt? Oder sollte – wie in Berlin – ein alter, längst überholter Grundriss der Stadt wiederbelebt werden? In Asien sind solche Überlegungen kein Thema. Altes muss weichen, da werden selten Ausnahmen gemacht. Dort wachsen die Städte in den Himmel, nachhaltige Modellstädte werden geplant. Masdar City in Abu Dhabi etwa, eine Ökostadt in der Wüste oder Dongtan in China, eine autofreie Inselstadt nahe Shanghai. Die Fassade der europäischen Metropole der Zukunft hingegen trägt historische Züge. Während die Städte in Asien sich verdichten, wird hierzulande die Landschaft extensiv zur Bebauung freigegeben: Einfamilienhäuser, Gewerbegebiete, ausgelagerte Shopping Malls mit riesigen Parkplatzflächen prägen die Ränder der Stadt, wo Familien leben, die den Traum vom Leben im Grünen wahr machen. Doch seit rund einem Jahrzehnt kehrt sich

Kultur, Experimente, Genuss: Die europäische Stadt hat sich aus dem Geist der Freiheit heraus entwickelt.

dieser Trend um. Urbanisten verzeichnen eine Rückwanderungsbewegung: Familien kehren zurück in die Innenstadt. Sie schätzen die kurzen Anfahrtswege, gleichzeitig steigt die Lebensqualität in den Städten. Heute wird mancherorts die Stadt der Idee vom »Leben im Grünen« eher gerecht als die Vorstadt. Die Stadt wird lebenswerter Die Metropole ist längst nicht mehr der Moloch, als den ihn die Expressionisten sahen. Kein schwarzer Rauch dräut mehr über verrußten Industrieanlagen, im Gegenteil: In den Grünanlagen schlägt die Nachtigall, Füchse streunen durch die Parks, und so manche im ländlichen Raum ausgestorbene Tierart findet in der Stadt ihr Refugium. Saubere Industrien und Dienstleistungsbetriebe, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei schönem Wetter auch mit dem Fahrrad erreichbar, prägen die modernen Metropolen. Kultureinrichtungen, Theater, Kino, der nächste Konzertsaal, sind in fußläufiger Nähe. Die Stadt der Zukunft wird zur Region, sie wird grüner, sauberer und besser ausgestattet. Gleichzeitig birgt eine solche Aufwertung die Gefahr sozialer Ungleichheit, eine Teilung in arme und reiche Bezirke. Es entstehen Gettos, No-Go-Areas, die Kriminalität wächst. Hier zeigt sich, dass sich die Stadt nicht abgekoppelt vom Land betrachten lässt. Eine wachsende Schere zwischen den sozialen Verhältnissen auf dem Land und in der Stadt wird die Städte überfordern, wie internationale Beispiele zeigen: Die Infrastruktur in den schnellwachsenden Megastädten wie Delhi, Mexiko-Stadt, São Paulo oder Lagos hinkt dem Wachstum längst hoffnungslos hinterher. Konzepte sind gefragt, für Verwaltung, Verkehr, Versorgung, Bauen. Deshalb bedeutet Wohlstand und Fortschrittlichkeit für die Stadt am Ende auch Wohlstand und Fortschrittlichkeit für die Landbewohner. Die Stadt ist auf funktionierende ländliche Strukturen angewiesen: Von dort bezieht sie ihre Lebensmittel, Rohstoffe, Baustoffe, Energie, das Wasser. Ein gutes Gleichgewicht ist Voraussetzung für die Verbesserung von urbanen Strukturen. Nur so kann die Stadt ein prosperiender Ort werden, ein Leuchtturm für Ideen, KnowHow, Lebensqualität und ein soziales Miteinander, kurz gesagt: ein Ort für ein gutes Leben.


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in|pact media Verlag

Der mobile Stadtbürger Auch im Jahr 2050 wird es noch Autos in den Städten geben. Aber sie werden nur noch eine von vielen Möglichkeiten sein, um sich fortzubewegen

Kai Kolwitz / Redaktion

E

in bisschen exzentrisch ist das schon. Da nimmt man etwa anderthalb Tonnen Blech, mit Rädern untendran. Und dann fährt man los: 200 Meter bis zur ersten Ampel, 500 bis zur ersten Stelle, an der es nicht mehr weitergeht. Am Ende noch zehn Minuten Parkplatzsuche, vier Euro Parkgebühren. Und schließlich bleibt der Fußweg vom Auto bis dahin, wo man eigentlich hin wollte. Auch, wenn in diesem Jahr die großen Hersteller ihre ersten elektrisch angetriebenen Modelle auf dem Markt bringen wollen. Und auch, wenn Benziner und Diesel immer sparsamer und sauberer werden: In den großen Städten schwindet seit Jahren die Bedeutung des Autos für die Fortbewegung. In Berlin etwa ist sein Anteil am Stadtverkehr seit 1998 von 38 auf momentan 32 Prozent gesunken. 25 Prozent hat der Senat als Ziel ausgegeben. Ähnlich sieht die Entwicklung das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung: Im Leitbild »Vision für nachhaltigen Verkehr in Deutschland« hat man den Blick ins Jahr 2050 gewagt – und prognostiziert nur noch 250 Autos je 1000 Einwohner. Das wären weniger als halb so viele wie derzeit. Die Fraunhofer-Forscher haben für ihr Leitbild die aktuellen Rahmenbedingungen analysiert und versucht, sie in die Zukunft fortzuschreiben. Sie nennen mehrere Gründe dafür, dass das Auto aus ihrer Sicht in den kommenden Jahren stark an Bedeutung verlieren wird: weiter steigende Treibstoff- und Energiekosten, weniger Platz in den Städten, höheres Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein. Und daraus folgend ein Wertewandel: »Fahrräder und hocheffiziente, leichte Elektromobile sind die neuen Statussymbole der städtischen Bevölkerung«, so die Prognose der Wissenschaftler für 2050. »Sie symbolisieren

Weitere Informationen zum Thema eMobilität liefert Ihnen das BEM-Fachmagazin NEUE MOBILITÄT. www.bem-ev.de www.emobileticker.de

Unabhängigkeit, eine sportliche Lebensweise und Rücksichtnahme auf knappe Ressourcen.« Zwar geht die Studie davon aus, dass es auch in rund 40 Jahren in der Großstadt nicht ganz ohne Auto gehen wird. Aber die FraunhoferForscher sehen es nur noch als eine Möglichkeit von vielen, um von A nach B zu gelangen. Vor allem Fahrrad, Bahn oder Bus werden ernsthaft konkurrieren, so die Prognose. Das Auto kommt nur noch dann ins Spiel, wenn es die sinnvollste Option zu sein scheint. Zukunftsmusik? Die Hirngespinste ökologisch Verblendeter? Tatsache ist, dass sich die Autohersteller auf diese Zukunft einzustellen scheinen. Schon seit einiger Zeit erprobt Mercedes sein Car2Go-Konzept erfolgreich in Ulm und Austin/Texas, BMW will mit »DriveNow« in diesen Tagen nachziehen. Beide Angebote beinhalten: Autos am Straßenrand, frei zur Benutzung für jedermann, der sich einmal beim Anbieter registriert hat. Abgerechnet wird pro Minute. Mit Benzinkosten, Steuer oder Versicherung haben die Nutzer nichts mehr zu tun. Vernetzte Mobilität hat Potenzial Würde sich so etwas flächendeckend durchsetzen, würde es vielen Großstadtbewohnern sicher leichter fallen, den eigenen fahrbaren Untersatz abzuschaffen. »Tatsache ist: Es gibt eine Klientel, die kein eigenes Auto besitzen möchte«, erklärt BMW-Sprecher Frank Wienstroth das Engagement seines Unternehmens. Und: »Wir sehen uns nicht nur als Autohersteller, sondern als Anbieter von Mobilität.« »Wenn man sie wirklich effizient nutzt, dann würden vier Millionen Autos für ganz Deutschland ausreichen«, beschreibt Prof. Heiner Monheim die Möglichkeiten. Der Verkehrswissenschaftler war viele Jahre Referatsleiter im NRW-Verkehrsministerium sowie bei der Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung. Heute hat er eine Professur an der Universität Trier und entwickelt unter anderem Verkehrskonzepte für MegaCities wie Nairobi oder Kampala. Er geht davon aus, dass vernetzte Mobilität in den Städten ein riesiges Potential besitzt. Allerdings vor allem dann, wenn das Fahren mit anderen Verkehrsmitteln noch deutlich attraktiver wird. »Mehr Bus- und Radspuren wären das mindeste«, so Monheim. Aber auch ein öffentlicher Nahverkehr mit mehr Komfort, der sich individueller als heute nutzen lässt. Mo-

dellprojekte zeigen, wie eine mögliche Zukunft aussehen könnte: Mit »Touch and Travel« etwa können Testkunden der Bahn ihre Fahrscheine jetzt schon via Mobiltelefon kaufen – Ärger mit Kleingeld und Automaten wäre dann vergessen. Und das Center for Automotive Research der Universität Duisburg-Essen hat Konzepte entwickelt, um das Ruhrgebiet verkehrsmäßig zu vernetzen: Ebenfalls per Handy sollen Nutzer dann nicht nur Verbindungen recherchieren und Karten kaufen können, sondern auch gleich das Verkehrsmittel für die Weiterfahrt am Zielbahnhof oder der Zielhaltestelle buchen – ob CarsharingAuto oder Leih-Fahrrad. Und natürlich müssten in vielen Städten neue Nahverkehrs-Linien gebaut werden, um das Auto verzichtbar zu machen. Neue Stadtbahnen, Buslinien, neue Straßenbahnen, neue Fußwege. »In Frankreich hat man das gleich mit einer Stadterneuerung entlang der neuen Trassen verbunden«, beschreibt Monheim. »Vor allem mit Pflanzen, mit Bäumen, Bäumen, Bäumen«, die dann auch Fußgängern und Radfahrern neue Lebensqualität bringen würden. Außerdem blickt der Verkehrsforscher auf eine Option, die für Deutschland erst einmal sehr exotisch klingt; zumindest außerhalb der Alpen. »In Georgien zum Beispiel gibt es Seilbahn-Systeme, die ganze Städte erschließen. Auch in Nordafrika oder Lateinamerika benutzt man Seilbahnen für den Nahverkehr.« Technisch unterscheiden sich die Systeme kaum von denen, die Skifahrer auf die Berge transportieren, von der Idee ist Monheim begeistert: »Man muss nur Träger bauen, keine Trassen. Deshalb muss man viel weniger Grund erwerben. Eine Seilbahn könnte man in einem Jahr bauen. ie wrde nur etwa zehn Prozent von dem kosten, was der Bau einer Straßenbahn-Strecke verschlingt.« Zur Bundesgartenschau 2011 hat Koblenz hier die Vorreiterrolle übernommen. Die Seilbahn zum Buga-Gelände fährt mit Kabinen, in die 30 Menschen passen. Pro Stunde und Richtung schafft sie rund 7.000 Fahrgäste, was etwa auf dem Niveau einer Straßenbahnlinie liegt. Auch Städte wie Aachen, Köln oder Bonn interessieren sich nach Monheims Angaben für solche Ideen. Und sollte es so kommen, dann könnte vielleicht in der Zukunft sogar eine der liebsten Visionen des Forschers Wahrheit werden: »Auf die Fläche einer sechsspurigen Straße in der Innenstadt könnte man eine ganze Häuserzeile bauen.« Oder man könnte auf ihr einen Park anlegen, mit Strecke für die Radfahrer.


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STADT DER ZUKUNFT

— Unternehmensbeitrag ADAC —

ADAC EcoTest Für effiziente und umweltfreundliche Firmenfuhrparks Sowohl große Konzerne als auch Mittelständler können ihre Fahrzeugflotten noch effizienter ausrichten und damit Kosten reduzieren. Allerdings sind die Verbrauchsund Emissionsangaben der Fahrzeughersteller dabei keine zuverlässige Größe. Wie effizient und sauber ist ein Auto wirklich? Mit mehr als 1.100 untersuchten Automodellen ist der ADAC EcoTest seit 2002 Deutschlands umfassendstes und aussagekräftigstes Umweltranking für Autos.

Durch den Erfahrungsschatz der Spritsparexperten des Clubs und unabhängige Messungen dient der ADAC EcoTest schon jetzt europaweit vielen Verbrauchern als solide Entscheidungsgrundlage beim Kauf eines umweltfreundlichen

Fahrzeugs. Auch Flottenbetreiber nutzen dieses Wissen als Basis für ihre grüne Dienstwagenregelung. Sie reduzieren nachhaltig Emissionen, gewinnen dabei an Image und sparen Kosten. Die Umweltvisitenkarte für Fahrzeuge Wir machen Fuhrparks sparsamer und beraten bei der Neubeschaffung von Fahrzeugen, in Sachen Ausstattung oder in puncto Fahrertraining. Als Wegweiser und Qualitätsnachweis für umweltfreundliche Mobilität, aber auch für unternehmerische Verantwortung und nachhaltige Investitionen in Fahrzeuge, fungiert dabei das Flottensiegel des ADAC EcoTest, so Christof Gauss, Leiter Fahrzeugtest im ADAC Technik Zentrum. Das Siegel ist eine aussagekräftige Umweltvisitenkarte für Fahrzeuge, ergänzt Gauss. Der Club prüft vorhandene Dienst- und Betriebswagen auf deren Schadstoffausstoß und tatsächlichen Verbrauch. Für jedes freigegebene Fahrzeug erhält der Flottenbetreiber ein ADAC Siegel, das am Fahrzeug angebracht werden kann. Die Ergebnisse ADAC EcoTest werden in realitätsnahen Fahrzyklen ermittelt. Neben dem Zulassungstest NEFZ (Neuer

Europäischer Fahrzyklus) werden auch ein Autobahntest und Fahrten mit eingeschalteter Klimaanlage durchgeführt. Außerdem bewertet der ADAC die Fahrzeuge entsprechend dem Bedarf der Autofahrer in sieben Fahrzeugklassen. So können in jeder Fahrzeugklasse die effizientesten Fahrzeuge gewählt werden. Zudem hat sich in der Praxis bewährt, nicht nur die Fahrzeugflotte selbst zu optimieren, sondern auch den Faktor Mensch einzubinden. Aus diesem Grund werden auch Spritspartrainings angeboten. Auf diese Weise werden noch einmal bis zu 20 Prozent Einsparung aus den Autos geholt. Unternehmen und Umwelt profitieren

von diesem integrierten Vorgehen. Die Spritspartrainings werden bundesweit an Fahrsicherheitszentren des ADAC durchgeführt. Informationen zur richtigen Wahl der Fahrzeuge gibt es im ADAC Technik Zentrum. ADAC e.V. Technikzentrum Herr Dipl.-Ing. Christof Gauss Otto-Lilienthal-Straße 2 86899 Landsberg am Lech Telefon: +49 (0)8191 / 93 86 41 Email: testing@adac.de

www.adac.de

— Unternehmensbeitrag (((eTicket Deutschland —

Mobilität der Zukunft Anforderungen und Lösungen aus Sicht des ÖPV

Welche Bedeutung haben der demographische Wandel und die sich ändern­ den Mobilitätsansprüche für den ÖPNV?

Durch den Zustrom der Bevölkerung in die BalSjef Janssen, lungsgebiete steht Geschäftsführer VDV Kernapplikations GmbH der ÖPNV vor der und Co. KG großen Herausforderung wachsende Kundenzahlen zu bedienen und zugleich die Nutzung des Nahverkehrs komfortabler zu gestalten. Zukünftig wird die Bevölkerung älter und aktiver, was den Wunsch nach reibungsloser, einfacher Mobilität weiter erhöht. In ländlichen Gebieten hingegen sind wegen des Bewohnerrückgangs innovative Lösungen gefragt. Was bedeutet eMobilität für den ÖPNV der Zukunft?

Wegen den neuen und größer werdenden Anforderungen an die Mobilität und deren Dienstleistern, müssen vorhandene Dienstleistungen miteinander verknüpft werden und nahtlos ineinander übergehen. Letztendlich entscheidet der Kunde, welches Medium er dafür nutzen will: Chipkarte, Handy oder PDA. Der Kunde soll mit diesem Medium in ganz Deutschland bezahlen und fahren können, ohne sich Gedanken über Tarife oder Automatenbedienung machen zu müssen. Neben dem ÖPNV hat er auch Zugang zu vielen weiteren Angeboten wie z. B. P & R, Carsharing oder Rent a Bike. Wo steht Deutschland im europäischen Vergleich und wie sollte eMobilität im zusammenwachsenden Europa aussehen?

Vor wenigen Wochen hat die EU ihr Weißbuch zur europäischen Verkehrspolitik veröffentlicht. Darin wird u. a. das Ziel ausgegeben, die Verkehrsträger enger zu Vernetzen und den Marktanteil des

ÖPNV am Gesamtverkehr zu erhöhen. Das Ziel für die Gesamtmobilitätsanbieter lautet: »Informieren – Buchen – Zahlen: alles aus einer Hand«. Um dies zu erreichen müssen drei Anforderungen erfüllt werden: Die Vernetzung aller Verkehrsträger (Intermodalität), die Implementierung einer Schnittstelle zum Kunden (Interoperabilität) und die Integration der Reisekette (ein Fahrplan, ein Fahrschein, ein Fahrpreis). Dazu bedarf es u. a. eines ausgefeilten Informationsmanagements und einheitlichen bzw. kompatiblen Standards im elektronischen Fahrgeldmanagement (EFM): dem (((eTicket Deutschland. Dabei bleibt die Tarifhoheit und auch die Entscheidung zur Einführung eines EFM weiter bei den regionalen Verkehrsverbünden und -unternehmen.

Verkehrsmittel anzusehen ist es vielmehr so, dass der Kunde die zur Verfügung stehenden Optionen so nutzt, wie es für ihn die höchste Bequemlichkeit bietet: Heute mit dem Rad in die Stadt, morgen per Carsharing der Ausflug ins Grüne und nächste Woche mit der Bahn zum Flughafen und zum Kurztrip nach Madrid. Multimodalität ist das Schlüsselwort der Zukunft. Der Kunde soll auch ohne jegliche Tarifkenntnisse in jeder Region sein Ticket einfach und komfortabel lösen können. Dazu ist das (((eTicket Deutschland im Besonderen ausgelegt.

Wie kann man sich Mobilität anno 2025 vorstellen?

Die neue Generation denkt in völlig anderen Dimensionen über Mobilität. Statt Auto und ÖPNV als jeweils separate

www.eticket-deutschland.de


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in|pact media Verlag

Virtuelle Kraftwerke Energieversorgung über »Smart Grids« könnte den Netzausbau überflüssig machen

Dirk Srocke / Redaktion

I

n der »Modellstadt Mannheim« wird bereits die Zukunft der dezentralen Energieversorgung mittels Smart Grids erprobt. Ziel dieser »intelligenten Stromnetze« ist es, die Stromerzeugung besser an den Verbrauch anzupassen. Dies wird umso wichtiger, je mehr erneuerbare Energien wie Wind- und Sonnenenergie in die Netze eingespeist werden. Wenn nämlich in Bayern die Sonne scheint, könnten theoretisch drei AKW-Blöcke vom Netz genommen werden, erklärt Frank Schwammberger, Energieexperte bei der Unternehmensberatung der IBM. Die dann von Solarzellen auf bayerischen Hausdächern umgewandelte Sonnenenergie entspricht 3,5 Gigawatt. Trotz der beeindruckenden Solarrente gebraucht der Energieexperte den Konjunktiv mit Bedacht, denn: Es ist unmöglich, einmal laufende Kern- oder Kohlekraftwerke kurzfristig abzuschalten und bei bewölktem Himmel wieder hochzufahren. Das temporäre Überangebot an Energie kann derzeit zudem nur unzureichend gespeichert werden. Geologisch bedingt, gebe es hierzulande beispielsweise viel zu wenig Pumpspeicherwerke. Ernüchterndes Ergebnis: Auch wegen der zentralen Er-

zeugung und dem Transport in jeden Winkel der Republik werden zwischen 40 und 70 Prozent der insgesamt erzeugten Energie in klassischen Stromnetzen nicht genutzt. Ändern könnte das ein so genanntes »Smart Grid«. Darunter versteht man die intelligente Vernetzung von dezentralen Energiequellen und Verbrauchern. Ganz neu ist die Idee nicht. Schon bisher überwachen und steuern die Energieversorger Leistungsschalter, Transformatoren und andere Assets in ihren Netzen. Allerdings beschränkt sich dieses Monitoring auf die höchste Spannungsebene mit 380 kV – hier sind Großkraftwerke und länderübergreifende Überlandleitungen angesiedelt. Mit Smart Grids sollen ähnliche Mechanismen auch für niedrigere Spannungsebenen bis zum Hausanschluss genutzt werden. Dabei geht es laut Schwammberger nicht um eine komplette Überwachung und Steuerung aller Netzebenen. Stattdessen werden kritische Punkte im Netz gezielt überwacht. Vorstellbar ist beispielsweise, mehrere dezentrale Stromerzeuger zu einem virtuellen Kraftwerk zusammenzuschalten. Ein Mix aus Windkraft, Sonne und Biogasanlagen könnte dann für einen kontinuierlichen Stromfluss sorgen. Durch die Nähe zum Verbraucher fallen zudem lange und verlustreiche Übertragungswege weg. Schwammberger verdeutlicht: »Durch Transport

über Überlandleitungen und Umsetzung in den Transformatoren kommt bis zur Hälfte der zentral erzeugten Energie gar nicht erst beim Verbraucher an.« Auch auf Verbraucherseite können Smart Grids zum bewussten Umgang mit Energie beitragen. Beim Olympic Peninsula Project, einem in den USA durchgeführten Smart-Grid-Pilotversuch mit IBM-Beteiligung, wurden mehrere Haushalte mit überwachten Stromzählern und Thermostaten ausgestattet. Schwammberger berichtet: »Schon wenn man die Klimaanlagen zu Lastzeiten um ein bis zwei Grad herunterfährt, lässt sich Strom sparen und die Lastspitzen verlagern. Damit kann ein weiterer Netzausbau vermieden werden, ohne die Lebensqualität der Menschen spürbar einzuschränken.« Beim Smart Grid-Feldversuch in der »Modellstadt Mannheim« wird auf ähnliche Weise Energie konserviert: in großen Kühlhäusern. Liefert ein Smart Grid zuviel Energie, wird die Temperatur um einige Grad mehr gesenkt als es eigentlich nötig wäre. Zu Stoßzeiten kann man im Gegenzug die Kühlung kurz unterbrechen und aus den kalten Energiereserven schöpfen.

— Unternehmensbeitrag EnBW —

Smarte Energiewelt ist notwendig Interview mit Ralf Klöpfer, Sprecher der Geschäftsführung der EnBW Vertrieb GmbH

konzept der Bundesregierung, Klimaschutz- und Effizienzanforderungen oder die Förderung der Eigenerzeugung. Auch der Ausbau der erneuerbaren Energien und die zunehmende Nachfrage nach Elektromobilität stellen große Anforderungen. Was ändert sich durch den Boom der erneuerbaren Energien?

Bisher war die Stromproduktion verbrauchsorientiert. Das ändert sich durch den Boom der erneuerbaren Energien. Denn Windkraft- und Fotovoltaikanlagen speisen nur dann Energie in die Netze ein, wenn der Wind weht beziehungsweise die Sonne scheint. Sie lassen sich also nicht wie thermische Kraftwerke auf »Knopfdruck« betreiben. Der Verbrauch orientiert sich zukünftig am Angebot. Beide Seiten müssen besser verknüpft werden, dazu ist eine smarte Energiewelt notwendig.

Ein Vorbote der smarten Energiewelt: EnBW Intelligenter Stromzähler® (links)

In vielen Städten ist ein Trend erkennbar: Dächer erhalten Fotovoltaikanlagen und Gebäude werden aufwendig energetisch saniert. Welchen Herausforderungen leiten Sie daraus für die Stromwirtschaft ab?

Die gesamte Branche steht vor einem gewaltigen Umbruch. Treiber der Entwicklung sind vor allem die Kunden und gesetzliche Änderungen des Ordnungsrahmens, so zum Beispiel das neue Energie-

Sind diese intelligenten Netze noch Zukunftsmusik?

Momentan ja. Aber wir engagieren uns beispielsweise federführend im Forschungsvorhaben MeRegio (Minimum Emission Region), um entsprechende Ansätze zu entwickeln. Dabei vernetzen wir dezentrale Stromerzeuger, Verbraucher und intelligente Speicher über Datenleitungen miteinander. Rund 1.000 Privatund Gewerbekunden prüfen das Projekt auf Herz und Nieren. Viele Kunden suchen geeignete Lösungen, um nachhaltig Energie zu sparen. Wie gehen Sie auf diese Wünsche ein?

Indem wir uns seit geraumer Zeit vom reinen Stromlieferanten zum Energiedienstleister wandeln. Deshalb entwickeln wir Lösungen, die sowohl auf die Energieeffizienz als auch auf die Energieeffektivität abzielen. Dazu gehören Smart Home-Produkte, die die Energieeffizienz von Gebäuden und Anlagen erhöhen. Aber unser Ansatz greift noch weiter. Wir wollen unseren Kunden durch Verlagerung ihres Verbrauchs zusätzliche Ein-

sparpotenziale erschließen. So beispielsweise durch intelligente Steuergeräte, die auf dynamische Tarife reagieren und Haushaltsgeräte entsprechend ein- und ausschalten. Übrigens bieten wir bereits seit 2008 unseren Kunden den EnBW Intelligenten Stromzähler® an. Besonders städtische Ballungsräume benötigen für die Zukunft neue Verkehrskonzepte. Ist die Elektromobilität ein geeigneter Lösungsansatz?

Wir testen gerade im Großraum Stuttgart mit rund 600 E-Bikes, momentan Deutschlands größte Elektroflotte, das Mobilitätsverhalten der Zukunft. Dabei werden vielfältige Fragen untersucht, so unter anderem nach den Fahrgewohnheiten oder der notwendigen Ladeinfrastruktur. Elektrofahrzeuge sind auch als Stromspeicher interessant, diesen Aspekt haben wir ebenfalls im Fokus. Ich bin mir sicher, dass Elektrofahrzeuge das Bild der Stadt der Zukunft entscheidend prägen werden.

www.enbw.com


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STADT DER ZUKUNFT

— Unternehmensbeitrag VATTENFALL —

»Wir setzen auf den HD-ready-Effekt« Interview mit Hanno Balzer, Leiter des Bereichs Solutions der Vattenfall Europe Wärme AG, Berlin und Projektinitiator des Virtuellen Kraftwerkes

Herr Balzer, Vattenfall hat auf der Hannovermesse sein Virtuelles Kraftwerk vorgestellt. Warum präsentieren Sie etwas, was schon seit einem halben Jahr läuft?

Weil wir eine technische Innovation präsentieren konnten, die aus unserer Sicht ein Meilenstein in der Entwicklung der dezentralen Energieversorgung darstellt. Wir zeigen, wie sich unser Virtuelles Kraftwerk innerhalb weniger Jahre zu einer Leistungsgröße entwickelt, die sich mit konventionellen Großkraftwerken messen kann. Solche Großkraftwerke haben eine elektrische Leistung von mehreren hundert MW. Ihr Virtuelles Kraftwerk ist gerade mal bei 20 MW. Wie sollen Sie eine Verzehn- oder Verzwanzigfachung der Leistung in so kurzer Zeit hinbekommen ?

Die ersten hundert MW werden hauptsächlich dadurch erreicht, dass wir bereits laufende Anlagen aus unserem Bestand und von unseren Kooperationspartnern Stiebel Eltron, Senertec und SES einbinden. Damit wir zukünftig noch schneller wachsen können, haben wir unseren

neuen Standard »VHP-Ready« (»Virtual Heat and Power – Ready«) vorgestellt. Daran können sich alle Hersteller von Blockheizkraftwerken und Wärmepumpen orientieren, die Anlagen herstellen wollen, die sich in das Virtuelle Kraftwerk integrieren lassen. Bei der Namensgebung haben wir uns vom »HD-ready«-Label von TV-Geräten inspirieren lassen. Der Verbreitung der »High-Definition«-technologie schadet es jedenfalls nicht, dass Fernseher verkauft werden, die »HDReady« sind. Dieses Prinzip haben wir übernommen und setzen auf einen ähnlichen Effekt. Welchen Vorteil sollten denn die Anlagenhersteller haben? Hinter »HD-Ready« steckt immerhin ein komplexes technisches Konzept?

Hinter unserem Virtuellen Kraftwerk doch auch! Indem die Hersteller unsere Vorgaben für die technische Kommunikation in ihre Geräte integrieren, erzeugen sie ohne viel eigenen Entwicklungsaufwand ein zusätzliches Verkaufsargument für ihr Produkt. Die Anlage funktioniert wie bisher als Stand-alone-Lösung und es gibt darüber hinaus die Möglichkeit, Teil

eines technisch ausgereiften Virtuellen Kraftwerk zu sein. Mit der Einbindung bekommt der Kunde eine Sicherheit und Verlässlichkeit in seine Wärmeversorgung, die ein Stand-alone Gerät nicht bieten kann. Was heißt das konkret?

Nehmen sie den Fall, dass irgendetwas an dem Gerät nicht mehr funktioniert. Erst einmal muss einem auffallen, dass es eine Störung gibt und was die Ursache ist. So eine Fehlersuche kann ein paar Tage dauern. Dann muss man selbst dafür sorgen, dass jemand die Anlage repariert und natürlich auch die Kosten tragen. Im Virtuellen Kraftwerk muss ihnen die Anlage gar nicht gehören. Sie können auch nur das Produkt »Wärme« beziehen. Um alles andere kümmern wir uns. In der Steuerungszentrale unseres Virtuellen Kraftwerks werden Fehler unmittelbar nach ihrem Auftreten angezeigt. Dann wird ein Techniker, der wichtige Informationen über die defekte Anlage bereits erhalten hat, beauftragt, sich der Sache anzunehmen. Der Kunde zahlt weiterhin nur die Wärme, die so schnell wieder zur Verfügung steht.

Ab wann sind die ersten VHP-Ready Anlagen erhältlich?

Wir haben Signale aus der Herstellerbranche, dass das Interesse groß ist. Wahrscheinlich werden die ersten fernsteuerbaren Anlagen von Stiebel Eltron, Senertec und SES Anfang 2012 angeboten. Im Laufe des nächsten Jahres wird es dann auch sicher Wärmepumpen und BHKW anderer Hersteller geben, die »Virtual Heat and Power-Ready« sind.

www.vattenfall.de

Hanno Balzer, Leiter des Bereichs Solutions der Vattenfall Europe Wärme AG, Berlin

— Unternehmensbeitrag Thüga-Gruppe —

Thüga-Gruppe baut Erzeugungsposition im Bereich erneuerbare Energien aus 27 Unternehmen der Thüga-Gruppe haben eine Gesellschaft für Investitionen in erneuerbare Energien gegründet. Mit diesem Engagement wollen sie die umweltschonende und klimafreundliche Energieerzeugung ausbauen. Bis 2020 planen die kommunalen Gesellschafter, eine Milliarde Euro in erneuerbare Energien zu investieren. Weitere Unternehmen der Thüga-Gruppe haben Interesse an einer Beteiligung an der Gesellschaft signalisiert.

»Wir möchten den Menschen eine zukunftsfähige, umwelt- und klimagerechte Energieversorgung bieten und das zu marktgerechten Konditionen,« so Ewald Woste, Vorstandsvorsitzender der Thüga Aktiengesellschaft. »Der Weg in die energiewirtschaftliche Zukunft geht nur mit erneuerbaren Energien, hocheffi­ zienten Gaskraftwerken und einem Ausbau der Netze,« erklärt Woste. »Mit der Gründung der Thüga Erneuerbare Energien durch 27 Unternehmen der ThügaGruppe setzen wir ein klares Signal für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren.«

27 Unternehmer - eine Überzeugung: erneuerbare Energien ausbauen.

Operativer Start im April Am 5. April 2011 hat in München die erste Gesellschafterversammlung der Thüga Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG stattgefunden, an deren Anschluss sich der Aufsichtsrat konstituiert hat. Joachim Zientek, technischer Vorstand der Mainova, übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz. Im April 2011 startet die Gesellschaft von Hamburg aus ihr operatives Geschäft unter der Leitung von Dr. Kay Dahlke, vormals 8KU Renewables, und Michael Riechel,

seit 2006 Vorstand der Thüga Aktiengesellschaft. Kräfte bündeln Mit ihrem gemeinsamen Engagement wollen die Gesellschafter die umweltschonende Energieerzeugung ausbauen. Die Thüga Erneuerbare Energien bietet den Gesellschaften die Möglichkeit, sich auch an größeren Projekten zu beteiligen und ergänzt ihre regionalen ökologischen Projekte. Aufgrund des erforderlichen Kapitals

und Ressourcen wäre es vielen Unternehmen im Alleingang nicht möglich, solche Projekte zu realisieren. Die Thüga Erneuerbare Energien wird deutschlandweit in zu entwickelnde, entwickelte und bestehende Projekte regenerativer Energieerzeugung investieren. Der anfängliche Investitionsfokus liegt auf deutschen On- und Offshore Windenergieanlagen. Später kann das Portfolio durch Investitionen in andere regenerative Energieträger ergänzt werden. Bis 2020 wird die Thüga Erneuerbare Energien insgesamt circa eine Milliarde Euro investieren. Die Geschäftsführung geht davon aus, sich noch in diesem Jahr an Windparkprojekten zu beteiligen. Ziel des gemeinsamen Vorgehens ist die Bündelung von Know-how und Kapital. Die Verteilung der Investitionen auf mehrere Projekte minimiert die Risiken für die beteiligten Stadtwerke und Regionalversorger.

ee.thuega.de


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Ideen gegen Energiefresser Um den Stromverbrauch zu senken, werden moderne Haushaltsgeräte zu Computern mit Wasch- und Trockenfunktion

Oliver Schonschek / Redaktion

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s macht nicht nur für den Umweltschutz Sinn, nach Stromfressern im Haushalt zu fahnden. Laut Statistischem Bundesamt ist der Stromverbrauch für den Betrieb elektrischer Haushaltsgeräte zwischen 2005 und 2009 um sechs Prozent gewachsen, bei steigenden Strompreisen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ermittelte für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt eine Erhöhung der Stromkosten um 19,1 Prozent innerhalb von vier Jahren. Alleine der weit verbreitete Stand-by-Betrieb vieler Geräte verschlingt in Deutschland jährlich vier Milliarden Euro Energiekosten. Neue Geräte dürfen seit 2010 nicht mehr als ein Watt im Bereitschafts- und Schein-Aus-Zustand verbrauchen. Ab 2013 sinkt der erlaubte Grenzwert für Stand-by-Verluste bei Neugeräten auf ein halbes Watt. Es gibt noch weitere Gründe, warum es sich lohnen kann, ältere Stromfresser im Haushalt zu ersetzen, auch wenn sie noch funktionstüchtig sind. Moderne Haushaltsgeräte reduzieren den laufenden Stromverbrauch um bis zu 70 Prozent. Dazu setzen sie auf Chips, Sensoren und smarte Technologien. Moderne Geschirrspüler, etwa von BSH Bosch und Siemens Hausgeräte, setzen für

den Trocknungsvorgang auf das Material Zeolith. Diese Mineralien nehmen Feuchtigkeit auf und geben zusätzlich Wärme zur weiteren Trocknung an die Umgebung ab. Dadurch kann der Stromverbrauch bei Geschirrspülern um weitere 20 Prozent gegenüber den bislang sparsamsten Geräten reduziert werden. Die Funktion »Halbe Beladung« bei Geschirrspülern verhindert zudem, dass eine nur halb gefüllte Maschine mit vollem Wasser- und Energieeinsatz betrieben wird. Intelligente Wäschetrockner ermitteln selbst die richtige Laufzeit mit Hilfe eines Feuchtigkeitssensors und beenden ihre Arbeit, sobald die Wäsche den gewünschten Trockenzustand hat und arbeiten nicht mehr einfach solange, wie man es als Anwender voreinstellt. Wärmepumpentrockner verringern zusätzlich den Energieverlust durch Wärmerückgewinnung, ähnlich dem Prinzip einer Wärmepumpe als Heizung. Einen eigenen Zeitplan machen sich intelligente Waschmaschinen beispielsweise von Miele. Sie wählen in Zukunft automatisch die Betriebszeiten aus, in denen der Stromtarif besonders günstig ist, vorausgesetzt, der Nutzer hat einen zeitabhängigen Tarif. Die Energiekosten beim Wäschewaschen lassen sich auch mit Hilfe der Sonne reduzieren. Smarte Waschmaschinen haben einen Warmwasseranschluss und brauchen weniger Energie,

um das Wasser zu erhitzen. Das warme Wasser beziehen sie direkt von der Solaranlage auf dem Hausdach. Doch der Energieverbrauch neuer Haushaltsgeräte kann um bis zu 50 Prozent variieren. Wie es um die Energieeffizienz eines Neugerätes genau bestellt ist, erkennt man zum Beispiel an dem EU-Label, das seit Dezember 2010 auch den Energieverbrauch von Fernsehern transparenter machen kann. Als besonders sparsam gelten die TV-Geräte, die LEDs für die Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms nutzen. Bei einem 32-Zoll-Gerät kann dadurch der Energiebedarf um rund 30 Prozent gesenkt werden, allerdings variiert der Stromverbrauch bei den einzelnen Herstellern. Besonders sparsame TVGeräte haben die Energieeffizienzklasse A, während für Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler und Waschmaschinen inzwischen A+++ die Bestnote für Energieeffizienz darstellt. Wer sich einen Eindruck von der wachsenden Vielfalt energieeffizienter Lösungen im Haushalt verschaffen möchte, sollte der Webseite www.energiesparhaus-plus. de einen Besuch abstatten. Dort bietet die Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V. einen interaktiven Rundgang durch das sparsame Haus der Zukunft mit Tipps rund ums Stromsparen. Energiebewusste Nutzer werden gleich einziehen wollen.

Standortfaktor Kreativität Eine freie Kulturszene ist Voraussetzung für Innovation

Mirko Heinemann / Redaktion

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enn Unternehmen aus Berlin neue Mitarbeiter suchen, dann fehlt in der Stellenanzeige nur selten ein Hinweis auf das einzigartige Kulturangebot in der Hauptstadt. Kultur ist ein wichtiger Standortfaktor, und zwar nicht nur für Unternehmen aus verwandten Arbeitsgebieten wie etwa Medienkonzerne oder Plattenfirmen. Unternehmer und Personalchefs aus allen Branchen betonen gerne die starke Anziehungskraft der Kulturmetropole auf junge, gut ausgebildete »High Potentials«. Seit der Wiedervereinigung hat sich Berlin zu einem international führenden Standort der Kultur- und Kreativwirtschaft entwickelt. Dabei hat sich die deutsche Hauptstadt ein eigenständiges Image erworben; ihr werden Eigenschaften wie Innovation, Jugendlichkeit, Experimentierfreudigkeit und ein internationales Flair zugeschrieben. Dieser Umstand schlägt auch ökonomisch immer stärker durch: So ist der Umsatz in der Kreativ-

wirtschaft seit 2000 nach Angaben der Investitionsbank Berlin IBB um rund 25 Prozent gestiegen. Dies zeige, so die IBB, dass Berlin »auch von der wachsenden Anerkennung des ökonomischen Stellenwerts der Kreativen profitiert«. Kreativität, Innovationskraft, Erfindergeist – wie immer man man jenes schöpferische Potenzial nennen mag, aus dem heraus Neues entsteht: Es ist der Rohstoff der Zukunft. Im Zuge der Globalisierung haben sich die ökonomischen Rahmenbedingungen massiv verändert. Vor allem in den Industriestaaten spielt die Kreativität hinsichtlich der Ursachen wirtschaftlichen Wachstums und internationaler Wettbewerbsfähigkeit eine immer größere Rolle. Diese These vertritt unter anderem der USamerikanische Entwicklungsökonom Richard Florida in seinem Buch »The Rise of the Creative Class«. Darin analysiert er die Beziehung von Kultur, Kreativität und wirtschaftlichem Wachstum und weist nach, dass Kreativität als Standortfaktor entscheidend zu ökonomischem Erfolg beiträgt. Damit schließt er sich dem weit verbreiteten Standpunkt an, dass Wachstum in Industrieländern

vor allem durch kreatives Handeln generiert würde. Eine freie Kultur wäre damit Voraussetzung für die wirtschaftliche Entfaltung einer Gesellschaft. Florida weist an verschiedenen Beispielen aus den USA nach, dass Kultur mit ihrer positiven Wirkung auf Kreativität eine wichtige Determinante für wirtschaftlichen Erfolg ist. Denn durch die richtige Umsetzung von Kreativität werden Rendite und Arbeitsplätze geschaffen. Für die Entfaltung kreativer Fähigkeiten sind nach Florida kulturelle Umfeldbedingungen entscheidend. So geht er davon aus, dass Firmen ihren Standort nicht mehr nach traditionellen Standortfaktoren wie niedrige Steuersätze oder günstige Immobilienpreise aussuchen, sondern sich vielmehr nach der Ortswahl kreativer Köpfe richten. Standorte mit kulturellen Möglichkeiten gewinnen durch ihre große Anziehungskraft auf kreative Menschen an Bedeutung. Darauf aufbauend sind Milieu und Kultur also für wirtschaftliches Wachstum entscheidend. Umso mehr gilt: Kreative Freiräume, eine freie Kultur, gilt es zu erhalten und zu verteidigen, denn sie ist Voraussetzung für eine innovative Ökonomie.


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STADT DER ZUKUNFT

Weltneuheit. Siemens i-Dos. Das erste integrierte Präzisions-Dosiersystem von Siemens. Dosiert vollautomatisch und immer perfekt.

Dank der Weltneuheit i-Dos machen die neuen iQ 700 Waschmaschinen das Dosieren für Sie so einfach wie nie. Denn die erste integrierte Präzisions-Dosierautomatik für bis zu 20 Waschladungen von Siemens ermittelt genau, wie viel Waschmittel Ihre Wäsche braucht. Abhängig von so variablen Faktoren wie Textilart, Beladungsmenge, Wasserhärte und Verschmutzungsgrad dosiert sie effizient und millilitergenau – für ein perfektes Waschergebnis. Und spart dabei bis zu 7.062 Liter Wasser im Jahr.* Mehr Informationen beim Fachhändler oder unter www.siemens-home.de

Die Zukunft zieht ein. * Mögliches jährliches Einsparpotenzial bei Verwendung von i-Dos im Vergleich zum haushaltsüblichen Waschen mit manueller Dosierung in einem herkömmlichen Pflegeleichtprogramm bei durchschnittlich 220 Waschladungen im Jahr. Quelle: wfk, Institut für angewandte Forschung, Untersuchungsbericht WL 5132/10. Individuelle Ergebnisse können abweichen.

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29.03.2011 13:59:01 Uhr


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Das grüne Haus Ressourcenschonendes Bauen liegt im Trend. »Green Building« ist attraktiv für Bauherrn, Mieter und umweltbewusste Unternehmen

Axel Novak / Redaktion

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b der Neubau für Philipp Morris, die Solarfassade am WestEndgate-Tower oder das nagelneue 2-Scheiben-Haus: Diesen drei Gebäuden ist gemein, dass sie nicht nur neu errichtet wurden, sondern gleich noch mit dem Qualitätslabel »grün« werben dürfen. Es ist tatsächlich so. Die neuen Trendsetter sitzen in Gräfelfing, Ratingen und Frankfurt am Main. Quasi schleichend ist aus kleinen regionalen Strömungen ein Trend geworden, der mittlerweile den gesamten Immobilienmarkt erfasst. Die Rede ist vom »grünen« Bauen oder »Green Building«. »Die Frage, ob nachhaltig gebaut wird, muss inzwischen gar nicht mehr diskutiert werden«, sagte Hermann Horster in einem Interview mit der Tageszeitung »Die Welt«. Der Berater ist bei der BNP Paribas Real Estate für Nachhaltigkeit verantwortlich und hat festgestellt, dass immer mehr Investoren und Mieter Objekte nachfragen, die mit einem Gütesiegel für »grünes«, also nachhaltiges Bauen ausgezeichnet worden sind. Und das, obwohl die Mehrkosten für den Bau der nachhaltigen Häuser bei einem bis zwei Prozent lägen, inklusive Zertifizierung. Grund dafür sind neben einem gewachsenen Umweltbewusstsein die »Corporate Social Responsibility«-Richtlinien, mit denen Firmen ihr nachhaltiges Verhalten und Wirtschaften dokumentieren wollen. Unternehmen, die sich solch einem Verhaltenskodex unterwerfen, dürften nur Immobilien mieten, kaufen oder vermieten, die zertifiziert seien, so Professor Sven Bienert vom Institut für Immobilienwirtschaft an der Uni Regensburg. Dafür sind Bauherren, Investoren und Mieter auch bereit, mehr zu zahlen. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger sind mehr als 70 Prozent der Investoren und Bauherren bereit, für ein ressourcenschonendes Gebäude durchschnittlich neun Prozent zusätzlich zu zahlen. Das entspricht auf Deutschlands Immobilienmarkt immerhin

einem zusätzlichen Investitionsvolumen von rund 13 Milliarden Euro. »Ein Viertel der Studienteilnehmer wäre sogar dann bereit, mehr zu bezahlen, wenn der ,Nachhaltigkeitszuschlag’ höher wäre als die Einsparungen durch den niedrigeren Energiebedarf”, so Roland Berger-Principal Ralph Büchele. Der Grund ist einfach: »grüne« Häuser sind grundsätzlich leichter zu vermieten. Die grundsätzliche Frage allerdings ist so simpel wie ihre Antwort kompliziert: Was ist eigentlich »grünes Bauen«? »Grüne« Gebäude erfüllen hohe ökologische Standards, schonen die Umwelt, sparen Energie und Betriebskosten. Weil sie attraktiv sind, erwirtschaften sie eine höhere Rendite und erhöhen so das Vermietungspotenzial. So sagen es die einen. Für die anderen aber bedeutet »grünes« Bauen eine ganz neue Planungskultur, eine umfassende Vernetzung von Planern, Bauherren und Nutzern. »Dies ist eine ganzheitliche und anspruchsvolle Aufgabe«, stellte etwa Professor Manfred Hegger kürzlich in einem Interview fest. Der Lehrstuhlinhaber für »Entwerfen und Energieeffizientes Bauen« an der TU Darmstadt steht gleichzeitig als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) vor. Die hat sich seit ihrer Gründung zur wichtigsten Institution in Deutschland entwickelt, um »grüne« Gebäude zu zertifizieren. Heute zählt der Verein rund 900 Mitglieder, Architekten, Industrievertreter, Baustoffhersteller, Verbände, Investoren und Berater – wie zum Beispiel Hermann Horster von BNP Paribas Real Estate. Die DGNB hat erst 2009 sein erstes Gebäude zertifiziert. Bis vor wenigen Jahren führten »grüne« Bauherren in Deutschland ein Schattendasein. Anders in den USA. Dort gibt es seit 1998 das »Leadership in Energy and Environmental Design« (LEED), das als System zur Klassifizierung für ökologisches Bauen vom U.S. Green Building Council entwickelt wurde. Die LEED-Standards sind mittlerweile zur maßgeblichen Auszeichnung in den USA und vielen anderen Staaten der Erde geworden – und damit auch zum Vorbild für die deutschen Zertifizierer.

»Grüne« Gebäude schonen die Umwelt. Sie erwirtschaften eine höhere Rendite und erhöhen so das Vermietungspotenzial.

Doch auch die Zertifikate klären nicht alles in der Welt der grünen Bauherren und Investoren. Beim Neubau und bei der Sanierung steht die Frage der Baustoffe offen. Holz ist grundsätzlich für die einen der einzig wirklich nachhaltige Baustoff – weil es nachwächst. Andere akzeptieren auch Stahl, zum Beispiel weil er länger haltbar und belastbarer ist und zudem den Einsatz anderer Baumaterialien erspart. Gleichzeitig berücksichtigt die DGNB die ökologische Qualität der Baustoffe und fragt bei Rostschutzmitteln nach dem Lösemittelgehalt oder bei Farben oder Lacken nach den Schadstoffen. Ökologische Baustoffe vergleichen Auch lässt sich die ökologische Qualität eines Baustoffs nicht auf einen Blick erfassen. Da sollen Umweltproduktdeklarationen, so genannte EPDs mit wichtigen Angaben über das ökologische Verhalten von Produkten helfen. Sie werden in Deutschland vom Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) vergeben. Bis 2010 hatten etwa 50 Firmen rund 130 Produkte oder Produktgruppen untersuchen lassen, wie sie ökologisch im Alltag wirken und wie viel Energie zu ihrer Herstellung verwandt wurde, so IBU­Geschäftsführer Hans Peters. Allerdings seien solche Ergebnisse im Vergleich oft irreführend. So habe ein Einfachfenster aus Holz bei der Herstellung eine viel bessere Öko-Bilanz als ein Dreifachfenster aus Aluminium. Erst bei der Betrachtung des gesamten Lebenszyklus habe das Dreifachfenster bessere Werte. Während im Neubau Nachhaltigkeit eine Frage der Baustoffe und Planung ist, stellt sich im Altbaubestand das Problem eher finanziell. Denn die nachhaltige Sanierung von Gebäuden stellt Architekten und Bauherren vor immense technische Herausforderungen. Mithilfe intelligenter Energieerzeugung und Klimatechnik verwandeln sich auch alte Energieschleudern in hocheffiziente Green Buildings. Diese Technik allerdings kostet eine Menge Geld. Eine andere Möglichkeit deutet daher die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen Ende März diesen Jahres an. Mehr als jedes zehnte Wohnhaus in Deutschland sei nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren. Statt Umbau und Modernisierung plädiert sie für Abriss und anschließenden Neubau. Auch gern in »grün«.


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STADT DER ZUKUNFT

— Unternehmensbeitrag nora systems —

Wohngesund bauen Gute Raumluft ist auch eine Frage des Bodens

Nachhaltiges Planen, Bauen und Betreiben einer Immobilie bedeutet, vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden. Insbesondere für öffentliche Gebäude liegen die ökologischen, sozialen und kulturellen Maßstäbe hoch. Grundlage eines ökologischen und wohngesunden Gebäudes ist der Einsatz von emissionsarmen Materialien. Dies bildet die Basis für die Gesundheit der zukünftigen Nutzer und Mieter der Räumlichkeiten. Die Qualität der Raumluft ist ein Ergebnis eines Bauprozesses, der sich von der Planung über die Verarbeitung bis zur Fertigstellung des gesamten Gebäudes erstreckt. Dass Schadstoffe die Außenluft und die Gesundheit der Menschen belasten, ist be-

kannt. Deshalb wurden dafür Grenzwerte festgelegt, die es jedoch für Schadstoffe in der Innenraumluft nicht gibt. Dabei verbringen Menschen 80 bis 90 Prozent des Tages in geschlossenen Räumen und atmen die dortige Luft – und alle in ihr enthaltenen Schadstoffe – ein. »Die Innenraumlufthygiene spielt bei der Bauplanung oft eine untergeordnete Rolle«, stellt Alexander K. Althof, Geschäftsführer der nora systems GmbH, Hersteller von Kautschuk-Bodenbelägen aus Weinheim, fest. Niemand vermutet, dass die Luft in Räumen stark schadstoffbelastet sein kann – durch Materialien, die über Jahrzehnte hinweg Emissionen abgeben. Deshalb ist es wichtig, dass bei der Planung auf emissionsarme Materialien – bei-

spielsweise bei den Bodenbelägen – geachtet wird. Umweltsiegel, wie etwa »Blauer Engel … weil emissionsarm«, erleichtern die Wahl. Neben dem Belag sollten auch die Schichten zwischen Estrich und eigentlicher Fußbodenfläche den Anforderungen entsprechen. »Dafür haben wir nora systems blue, ein Gesamtsystem, entwickelt, in dem alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind«, erklärt Althof. »Damit diese richtig eingesetzt werden, arbeiten wir mit TÜV-zertifizierten Verarbeitern.« Darüber hinaus geht nora systems einen Schritt weiter und setzt neben Gütesiegeln und Zertifizierungen für seine Produkte und Systeme auf die Produkt-

partnerschaft mit dem Sentinel-Haus Institut. Entwickelt hat das Institut zusammen mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt einen Gesundheitspass, der wohngesunde Innenraumluft garantiert. »Wir setzen dabei auf wissenschaftlich begründete Empfehlungswerte«, erklärt Peter Bachmann, Geschäftsführer des Instituts. »Die verwendeten Materialien unserer Partner sind geprüft, schadstoffarm und wohngesund.« Dieses Bestreben unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit anerkannten Gebäudezertifizierungen.

www.nora.com/de

— Unternehmensbeitrag TÜV NORD —

Metropolitan Solutions Mobilität, Energiesicherheit, Lärmschutz, Gebäudeeffizienz – die TÜV NORD Gruppe ist seit Jahren im Einsatz, wo sich die Zukunft der Metropolen entscheidet. Volker Klosowski, TÜV NORD Vorstandsmitglied, über die erste CO2-freie Stadt und ein umweltfreundliches Fußball-Stadion. Was kann ein großer Prüfdienstleister wie TÜV NORD für die Städte der Zukunft beitragen?

Jede Woche ziehen weltweit über 1,2 Millionen Menschen vom Land in die Städte. Um diesen Ansturm zu bewältigen brauchen wir intelligente Konzepte für Infrastruktur, Mobilität und den Umweltschutz. Auf diesen Themenfeldern sind wir seit Jahrzehnten tätig. Urbanität ist faszinierend – sie verlangt aber nach im-

mer komplexeren Lösungen, nach Metropolitan Solutions. Da setzen wir an. Wie bringen Sie sich hier ein?

TÜV NORD steht auch hier für Sicherheit. Intelligente, sichere Stromnetze werden den Anteil erneuerbarer Energien für die Bewohner der Metropolen künftig erhöhen. Wir begleiten die Entwicklung zuverlässiger Ladestationen für Elektroautos, kümmern uns um die Qualität des Trinkwassers, den Lärmschutz und die in vielen Städten drängenden Entsorgungsprobleme. Wo sind denn die visionären Leuchtturmprojekte?

TÜV NORD ist an der Planung der weltweit ersten emissionsfreien Stadt in Abu Dhabi intensiv beteiligt. Masdar City

wird als abfall- und autofreie Stadt konzipiert. Die benötigte Energie wird ausschließlich aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen gespeist. In Rio de Janeiro wird das Maracanã-Stadion für die Fußball-WM 2014 umweltfreundlich um­ gebaut. An den Regeln arbeiten wir intensiv mit. Mindestens genauso spannend ist es, die alltäglichen Probleme in unseren Städten zu erkennen und Lösungen voranzutreiben.

Lösungen noch stärker unterstützen, damit die Metropolen noch lebenswerter und familienfreundlicher werden.

www.tuev-nord.de metropolitan-solutions@tuev-nord.de

Sind grüne und umweltfreundliche Städte nicht eine Utopie, die nie zu erreichen ist?

Natürlich gehören Geräusche, Staub und Gerüche zum urbanen Leben dazu. Durch verkehrsberuhigte Zonen, neue Grünanlagen sind viele unserer Städte heute attraktiver geworden. In Zukunft werden wir die Entwicklung intelligenter

Volker Klosowski, Vorstandsmitglied TÜV NORD

— Gastbeitrag B.A.U.M. e.V. —

Erfolgreich wirtschaften in der Stadt der Zukunft Investitionen in Technologien gegen den Klimawandel lohnen sich für die Umwelt und fürs Portemonnaie Anleger

Zukunftsfonds

Analyse, Konzeptdarstellung Controlling

Anteiliger Rückfluss aus den Einsparungen

Mittel für Investitionen

5% Zinsertrag

Energieberater

Kapital

Der Megatrend Urbanisierung bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich - vor allen eine gesteigerte Nachfrage nach Energie, Flächen und Ressourcen weltweit. Der Zustand des Gebäudebestandes spielt dabei eine wichtige Rolle. Schon heute werden 40 Prozent der Gesamtenergie Deutschlands im Gebäudebereich verbraucht. Die notwendigen Investitionen in eine zukunftsfähige Sanierung scheiterten bislang häufig am Kapitalmangel. Diese Lücke schließt die im Februar 2011 eingetragene Zukunftsfonds eG nach dem erstmals im Jahr 2008 im Buch Unterwegs zu einem ökologischen Wirtschaftswunder (Hamburg: EVA) vorgestellten Modell des Umweltökonom Prof. Dr. Maximilian Gege. Der Vorsitzende des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V. hat ein inno-

Öffentliche Einrichtungen Unternehmen

50% – 75% der Einsparungen dienen zur Rückführung der erhaltenen Mittel, 25% – 50% verbleiben beim Mittelnehmer

vatives Konzept entwickelt, mit dem Kommunen den Umbau zur Öko-Gemeinde finanzieren können. Der Fonds finanziert dabei alles, was Energie- und CO2 spart: Von der Gebäudedämmung, dem Einbau energiesparender Wärmeschutzfenster sowie neuester Heiztechnik in Kombination mit Erneuerbaren Energien und KraftWärmekopplung bis zum Austausch von energiefressenden Geräten. Da sich Investitionen in diesem Bereich häufig bereits nach wenigen Jahren amortisieren, kann der Fonds eine attraktive Verzinsung versprechen. Zahlreiche Erfolgsbeispiele aus der Praxis sind in Geges neuem Ratgeber »Erfolgsfaktor Energieeffizienz« zu fin-

den, der Ende Mai im oekom Verlag erscheint. Bereits umgesetzte Maßnahmen in den verschiedensten Branchen zeigen, wie einfach es funktioniert. Triple Win für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft Neben einer erheblichen CO2-Reduzierung sorgt der Fonds auch dafür, die fatale Abhängigkeit von fossilen Ressourcen abzubauen sowie durch zusätzliche Steuereinnahmen in Milliardenhöhe Investitionen in Bildung, Forschung und Infrastruktur ermöglichen – Faktoren, die für die Zukunftsfähigkeit von Städten von großer Bedeutung sind.

www.baum-zukunftsfonds.de


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Durchblick im Großstadtdschungel Intelligente IT-Lösungen sollen die Lebensqualität in Städten steigern

Oliver Schonschek / Redaktion

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ndlose Staus auf dem Weg zur Arbeit, kaum Aussichten auf einen Parkplatz, stets überfüllte UBahnen – diese Horrorszenarien der MetropolenBewohner sollen bald der Vergangenheit angehören. Ein Blick auf das Smartphone wird in naher Zukunft verraten, dass man an diesem Morgen besser eine andere U-BahnLinie nehmen sollte. Auch freie Parkplätze oder die besten Stauumfahrungen ins Zentrum werden automatisch und in Echtzeit über das mobile Endgerät gemeldet. Fahrgemeinschaften in die Innenstadt müssen auch nicht mehr im Voraus abgesprochen werden, sondern lassen sich spontan bilden. Möglich wird dies schon heute durch eine Kooperation des Start-Up-Unternehmens Flinc, dem Navigationsanbieter Navigon, dem IT-Dienstleister T-Systems und der Deutschen Telekom. Registrierte Fahrer erhalten den Mitfahrwunsch als Meldung auf ihrem Navigationsgerät und werden nach Zustimmung zu dem aktuellen Standort ihres Mitfahrers geleitet. Die Kostenbeteiligung kann der Mitfahrer bequem über digitale Bezahldienste wie PayPal oder die Mobilfunkrechnung begleichen. Bei hoher Verkehrsdichte in der Innenstadt kann sich der moderne Mitarbeiter auch dafür entscheiden, von daheim aus zu arbeiten. Die Büros in den Innenstädten dienen in Zeiten intelligenter IT-Lösungen eher als Treffpunkt und zentrale Anlaufstelle denn als Arbeitsplätze. Dank Cloud Computing, der Bereitstellung von IT-Ressourcen über das Internet, verfügt das Home Office über eine komplette, virtuelle Infrastruktur. Wer seiner Kollegin in der Zentrale einen Papierausdruck zukommen lassen will, muss nicht etwa zum Briefkasten, sondern sendet einfach vom Smartphone aus den Druckbefehl an einen Cloud-Dienst. Dieser sorgt für den passenden Ausdruck auf dem gewünschten Zieldrucker, ganz gleich, wo dieser steht. Die Vernetzung, die ursprünglich nur die Zusammenarbeit innerhalb einer Firma unterstützen sollte, verbindet inzwischen jeden internetfähigen Standort auf der Welt und durchzieht auch die Wohnungen und Städte. Die komplette Haushalts- und Unterhaltungselektronik kann mit nur einer Fernbedienung, dem Smartphone, gesteuert werden. Von unterwegs lässt sich die Heizung genauso regulieren wie der Backofen oder die Kaffeemaschine. Wasserschäden durch defekte Waschmaschinen werden ebenso per SMS oder E-Mail gemeldet wie ungebetene Besucher, die von der digitalen Videoanlage vor der Wohnungstür ausgemacht werden. Eine solch hochgradige Vernetzung der durchschnittlich 50 Geräte in einer Wohnung wünschen sich laut Hightech-Verband BITKOM rund 40 Pro-

zent der Deutschen. Was heute schon in Wohnung und Stadt durch vernetzte Systeme möglich ist, zeigt die »TCity Friedrichshafen«. Dort wird noch mindestens bis 2012 in vielfältigen Projekten untersucht, wie die Informations- und Kommunikationstechnologie die Städte in Zukunft noch lebenswerter machen kann. Dabei werden alle Lebensbereiche berücksichtigt, von Wirtschaft und Arbeit über Lernen und Forschen bis hin zu Mobilität, Tourismus, Kultur, Verwaltung, Gesundheit und Betreuung. Es wird also nicht nur an den mobilen Wissensarbeiter gedacht, der im T-City-Projekt MobileWorkerBundle mit speziellem Stift und Papier seine handschriftlichen Notizen direkt im Computer speichern kann und dessen iPhone dank HomeNetwork 2.0 zur Haussteuerung avanciert. Auch Patienten stehen im Fokus der T-City-Projekte. So wurde bis Juni 2010 eine »Mobile Visite« für Herzschwäche-Patienten getestet, die ihre Messwerte regelmäßig an das Klinikum Friedrichshafen übertragen und sich rund um die Uhr an einen Arzt wenden konnten. Für Diabetes-Patienten bietet das T-City-Projekt GlucoTel die automatische Online-Dokumentation und Überwachung ihrer Blutzuckerwerte. Bei starken Wertabweichungen werden Vertrauenspersonen der Patienten über SMS alarmiert.

hafter Schulbuchverlage und Medienzentren unterstützt Edunex ein individuelles und multimediales Lernen im Internet. Der Lernstoff kann dabei von den Lehrkräften auf die einzelnen Schülerinnen und Schüler zugeschnitten werden. Kranke Kinder können den Unterricht online verfolgen. Kinder mit Migrationshintergrund erhalten eine interaktive Übersetzungshilfe. Wie vielfältig die moderne IT das Leben in der Stadt beeinflussen kann, zeigte auch die Fraunhofer-Gesellschaft mit ihrer Ausstellung »Urban Living« auf der CeBIT 2011. In Zukunft kann man sich getrost den Weg zur Besprechung, zum Spiele-Treff oder ins Fitness-Studio sparen. Videokonferenzsysteme wie die Virtual Eye Contact Engine erzeugen in Echtzeit hochaufgelöste, künstlich berechnete 3D-Modelle der Konferenzteilnehmer und bringen auf Wunsch die virtuellen Gesprächspartner lebensecht ins Home Office. Auch in der Freizeit spielen Distanzen kaum noch eine Rolle. Projekte wie »Together Anywhere, Together Anytime« ermöglichen virtuellen Teams, gemeinsam am Wohnzimmertisch über das Internet zu spielen. Ein anderes Fraunhofer-Projekt macht den Fernsehbildschirm zu einem interaktiven Bewegungstrainer und bringt so das Fitness-Studio ins Wohnzimmer. Wer trotzdem die Wohnung verlässt, um in der Innenstadt einen Schaufenster-Bummel zu machen, kann an einem Interactive Shop Window berührungslos Produkte aus dem Angebot auswählen und gleich bestellen. Trotz aller Euphorie für die intelligente IT in der Stadt sollte eines nicht vergessen werden: Die Vernetzung von Wohnung, Büro und Innenstadt macht uns Menschen immer erreichbar und ständig verfügbar. Privates und öffentliches Leben können sich ebenso vermischen wie Freizeit und Arbeit. Gleichzeitig droht die Privatsphäre des einzelnen ins Abseits zu geraten. Bewegungen und Standorte könnten geortet und ausgewertet werden, die Nutzung von Diensten könnte die persönlichen Interessen verraten und die Daten, die aus dem Home Office über das Internet an den Arbeitgeber geschickt werden, könnten in falsche Hände geraten. Deshalb dürfen bei allen Projekten der Heimvernetzung und der intelligenten Dienste in der Stadt die Sicherheitskomponenten nicht fehlen. Nur wenn man sich in seiner Wohnung und in seiner Stadt sicher und geborgen fühlt, stimmt die Lebensqualität. Dafür kann und muss die intelligente IT einiges tun.

Rund 40 Prozent der Deutschen wünschen sich eine hochgradige Vernetzung der durchschnittlich 50 Geräte pro Wohnung.

Büro, Wohnung, Innenstadt Auch die ältere Generation findet in der Stadt der Zukunft nicht die gefürchtete Isolation und Einsamkeit, sondern wird bei einem selbstbestimmten Leben unterstützt. In dem T-City-Pilotprojekt in Friedrichshafen steht den Bewohnern eines Miethauses in jeder Wohnung ein Touchscreen-Terminal zur Verfügung, mit dem sich Komfort- und Pflegeleistungen im heimischen Umfeld auf Knopfdruck anfordern lassen. Eltern und Kinder erhalten ebenfalls sinnvolle Unterstützung durch die moderne IT in der Stadt. Wer in der T-City Friedrichshafen für seinen Nachwuchs einen Kindergartenplatz sucht, findet alle Informationen über Lage, Öffnungszeiten und Betreuungskonzepte der angeschlossenen 37 Kindergärten zentral in dem Webportal kindergarten.friedrichshafen.de. Passende Betreuungsangebote können gleich online angefragt werden. Für Schulkinder steht in der T-City mit Edunex eine Internet-Lernplattform zur Verfügung. Gefüllt mit Online-Wissen nam-


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STADT DER ZUKUNFT

— Unternehmensbeitrag hansecom —

Die Mobilität in Städten muss gezielt gesteuert werden! Schlangen an den Ticket­schaltern, überfüllte Bahnen und verstopfte Straßen – die mobile Stadtbevölkerung wächst und mit ihr das Verkehrschaos. Eine der wichtigsten Aufgaben der Städte ist es, den öffentlichen Trans­port effektiver zu organisieren, um mehr Lebensqualität zu schaffen und die Umwelt zu schonen. Herr Schmidt, wie können Städte den drohenden Mobilitätskollaps in den Griff bekommen und mehr Menschen für den ÖPNV begeistern?

Der Fokus muss darauf liegen, die wachsende Mobilität mit Blick auf städtische Zielsetzungen insgesamt besser zu steuern, etwa mit strategischen Verwaltungslösungen wie dem CityCockpit, einem ganzheitlichen Management-Informations- und Entscheidungsunterstüt-

zungs-System, das Themen wie Umwelt, Verkehr und Finanzen behörden­über­ greifend abbildet. Zudem gilt es, die Abläufe im öffentlichen Nahverkehr vom Ticketkauf bis zur Abrechung zu beschleunigen und zu optimieren. Das fängt bei der Verkürzung der täglichen Warteschlangen an den Automaten durch E-Ticketing an und geht bis zur elektronischen Navigation von Reisenden über die beste verkehrsmittel- und ortsübergreifende Verbindung. Für Städte ist das Herausforderung und Chance zugleich: Denn mit solchen Verbesserungen können sie sich langfristig Standortvorteile sichern, indem sie wirtschaftlicher, flexibler, grüner, kurz attraktiver werden. Stichwort E-Ticketing: Wo liegen hier die Potenziale?

Heute kaufen Sie Fahrkarten am Schalter, am Automaten oder via Internet. Das Potenzial liegt in Lösungen, über die sich Fahrgäste zukünftig beim Ein- und Aussteigen über eine Smartcard elektronisch identifizieren und am Ende des Monats automatisch der günstigste Preis abgerechnet wird. Dieses Szenario lässt sich auch auf Mautstellen oder Veranstaltungs-Tickets ausweiten. Natürlich müssen diese Lösungen höchsten Sicherheitsanforderungen genügen.

triebe ihre Einnahmen und die Studenten brauchen kein zusätzliches Papierticket. Zusammen mit Siemens wird HanseCom zukunftsweisende Szenarien wie automatischer Check-in, Check-out, Bestpreisermittlung und Ausweitung auf Veranstaltungs-Tickets weiter voranbringen. www.hansecom.com

Gibt es schon erste Schritte in diese Richtung?

Ein spannendes Projekt haben wir zum Beispiel gerade in Essen mit umgesetzt, wo Studierende ihren multifunktionalen Studentenausweis als Fahrkarte nutzen können. Die Smartcard mit integriertem Chip wird zur Einstiegskontrolle ausgelesen. So sichern die Verkehrsbe-

Interview mit Nils Schmidt, Mobility-Experte und Geschäftsführer der HanseCom GmbH, gesellschaftsrechtliche Beteiligung der Siemens IT Solutions and Services

— Gastbeitrag BITKOM —

Intelligente Netze Moderne IT und Telekommunikation machen aus vorhandenen Infrastrukturen denkende Systeme

Die Stadt der Zukunft wird vor allem eines sein: intelligent dank vernetzter IT. Moderne ITK macht aus den vorhandenen Infrastrukturen denkende Systeme – intelligente Netze. Sie Prof. Dr. Augustsind eine unverWilhelm Scheer, zichtbare VorausPräsident BITKOM setzung, um den Klimawandel zu stoppen, den demografischen Wandel zu gestalten, die Energieversorgung und Mobilität unserer Gesell-

schaft zu sichern, das Bildungs- und Gesundheitswesen zu modernisieren und den Bürokratieabbau zu beschleunigen. Was bedeutet der Aufbau intelligenter Netze konkret? Der weltweite Energie­ bedarf wird bis 2030 um fast 50 Prozent steigen. Den Energiebedarf müssen wir decken, ohne den Klimawandel weiter zu forcieren. Die Basis dafür sind erneuerbare Energien, die mittels intelligenter Energienetze, so genannten Smart Grids, den Verbrauchern bedarfsbezogen zur Verfügung gestellt werden. Das betrifft jeden einzelnen Haushalt: Mit intelligenten Stromzählern können Energienetze gesteuert und die Energieversor-

gung optimiert werden. Ähnliches können Breitband und IT im Verkehr und der Gesundheitsversorgung leisten. Eine intelligente Verkehrslenkung kann etwa Staus und Parksuchverkehr verringern. Nach EU-Prognosen wird der Güterverkehr bis 2020 um 50 Prozent steigen, der Personenverkehr um 35 Prozent. Nach einer BITKOM-Umfrage sind 60 Prozent der Bürger für eine Ausweitung der LkwMaut auf Landstraßen bzw. in Innenstädten. Und fast 40 Prozent der Autofahrer befürworten eine Pkw-Maut. Im Gesundheitswesen kann Telemedizin die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessern und helfen, Kosten zu reduzieren. Über

30 Prozent der Kosten im Gesundheitswesen sind nach WHO-Angaben Informations- und Kommunikationskosten. Für all diese intelligenten Netze ist eine Basis-Infrastruktur unabdingbar, über die mittlerweile alle größeren Städte Deutschlands und bald auch die ländlichen Regionen verfügen: ein schnelles, sicheres und allzeit verfügbares Kommunikationsnetz. Nun müssen wir die nächsten Schritte gehen.

www.bitkom.org

— Unternehmensbeitrag PTV —

Jede Stadt braucht ihre individuelle Lösung PTV entwickelt zukunftsorientierte Konzepte für Verkehrsplaner Welchen Herausforderungen müssen sich Verkehrsplaner in Deutschland stellen?

Da ist zunächst der demografische Wandel. Insbesondere der Rückgang des Schülerverkehrs in den nächsten zehn Jahren wird sich auf den Öffentlichen Verkehr auswirken. Die dann über 70Jährigen kommen aus einer hoch motorisierten Generation und es wird mehr Autofahrer über 70 geben. Das muss man bei der Ausgestaltung des Öffentlichen Verkehrs berücksichtigen, damit das Angebot auch künftig attraktiv und stadtverträglich ist. Dazu kommen neue EU-Richtlinien, etwa zu NO2 und Lärm. Um sie einzuhalten, benötigt die städtische Verkehrsplanung eine detaillierte Datengrundlage und einen Maßnahmenkatalog. Die Pla-

nung muss Auswirkungen auf die Umwelt einbeziehen. Das betrifft auch den städtischen Liefer- und Güterverkehr. Und eine Kommune muss sich genau überlegen, wie sie investiert. Wichtig ist hier die Unterhaltung bestehender Infrastrukturen. Nur mit fundierter Planung lassen sich Fehlinvestitionen vermeiden. Gibt es Erfolgsrezepte?

Es gibt keine Lösung für alle Städte. Jede Stadt hat ihre eigene Zusammensetzung und Struktur, die bei der Planung bedacht werden muss. Eine zukunftsorientierte Verkehrsplanung darf sich nicht auf einzelne Verkehrsmittel konzentrieren, sondern muss alle relevanten Systeme in einem integrierten Konzept betrachten.

Dazu braucht es verlässliche Prognosemethoden, die alle Einflussfaktoren einbeziehen können. Wie können Lösungen für die Zukunft aussehen?

Auf jeden Fall individuell. Wir bieten dazu Verkehrsmodelle, Planungssoftware und Beratung und betrachten die komplexen Verflechtungen ganzheitlich. Dann kann man beispielsweise versuchen, die Kapazität der bestehenden Infrastruktur mit intelligenter Verkehrssteuerung zu erhöhen. Denn neu bauen und unterhalten kostet Geld. Mit Softwarelösungen unterstützen wir auch Logistikdienstleister, Wege zu optimieren und Transporte klimaneutral abzu-

wickeln. In der Forschung engagieren wir uns unter anderem bei Projekten, die nachhaltige Konzepte für den Lieferverkehr in Städten entwickeln. Aber wie gesagt: Jede Stadt braucht ihre individuelle Lösung. www.ptv.de

Dr.-Ing. Hans Hubschneider, Vorstandsvorsitzender der PTV AG


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Antrag auf Knopfdruck Deutschland kommt dem Ziel einer digitalen Verwaltung langsam näher

Oliver Schonschek / Redaktion

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n weniger als vier Jahren soll es soweit sein: Man wird nicht mehr Wartenummern ziehen oder sich in lange Warteschlangen einreihen müssen, um die Dienstleistung einer Behörde in Anspruch nehmen zu können. 2015 soll Deutschland im E-Government internationaler Maßstab für effektive und effiziente Verwaltung in föderalen Strukturen sein. So will es jedenfalls das Leitbild der »Nationalen E-Government-Strategie« (NEGS). Noch aber ist die Bundesrepublik ein gutes Stück davon entfernt: In dem unter 32 Ländern durchgeführten EGovernment-Benchmark 2010 der EU-Kommission erreichte Deutschland im so genannten »Online-Reifegrad« nur Platz Sechs. Der Online-Reifegrad gibt an, wie es um die Interaktion im E-Government zwischen Bürgern, Unternehmen und Behörden bestellt ist. In Sachen »Verfügbarkeit« erreichte das deutsche E-Government sogar nur Platz 12 von 20 untersuchten Basisdiensten. Einen weiteren Schub soll die erwähnte NEGS bringen, die den E-Government-Projekten seit September 2010 einen einheitlichen Zielrahmen steckt. Im Fokus

stehen die Orientierung am Nutzen für Bürger, Unternehmen und Verwaltung, die Erhöhung der Effizienz des Verwaltungshandelns, die Transparenz über Daten und Abläufe, der Datenschutz sowie die Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe über Internetangebote des Staates. Die Digitale Agenda der EU möchte zudem die Mobilität im Binnenmarkt durch nahtlose elektronische Behördendienste vereinfachen, um Unternehmensgründungen, das Studieren, Arbeiten, Wohnen und das Leben für Rentner in der Europäischen Union zu vereinfachen. Mindestens 50 Prozent der EU-Bürger sollen ab 2015 elektronische Behördendienste in Anspruch nehmen können, bei den Unternehmen sollen es 80 Prozent sein. Die gegenwärtigen Schwerpunkte im deutschen E-Government sind der einheitliche Behördenruf 115, De-Mail und der elektronische Personalausweis. Der Behördenruf 115 (www.d115.de) steht bereits 13 Millionen Deutschen zur Verfügung. Die zentralen Auskunftsangebote erstrecken sich von der Anmeldung eines Fahrzeugs bis zur Meldung von wildem Müll. Auch der elektronische Personalausweis (www.personalausweisportal.de) steht allen Bürgerinnen und Bürger bereits zur Verfügung. Für den Fortschritt des E-Governments entscheidend ist die Online-Ausweisfunktion. Damit soll in Kürze die Registrierung

eines Kindergeldberechtigten auf dem Portal arbeitsagentur.de genauso möglich sein wie die Registrierung am ElsterOnline-Portal für die Steuererklärung. Doch der neue Personalausweis wird teils kritisch gesehen, genauso wie der Versand, der Empfang und die Speicherung elektronischer Dokumente mit De-Mail (www.de-mail.de). Datenschützer sehen die Datensicherheit in Gefahr, wenn die Nachrichten nicht durchgehend verschlüsselt werden. Gegenwärtig sieht das De-MailKonzept eine temporäre Entschlüsselung vor, um dem Provider zu ermöglichen, Viren und Spam auszusortieren. Bei dem neuen Personalausweis zur Identifikation im E-Government sehen die Kritiker Gefahren durch unzureichend geschützte Kartenlesegeräte und PCs. Die Datenschutzbeauftragten der Länder und des Bundes raten deshalb zu einem vorsichtigen Einsatz oder sogar dazu, erst einmal die Kinderkrankheiten des neuen Personalausweises abzuwarten. Unberechtigt sind die Sicherheitswarnungen nicht, denn aktuelle Hackerangriffe auf Regierungscomputer zeigen deutlich, wie sehr die Daten der Bürgerinnen und Bürger bedroht sind. Einrichtungen wie das Nationale Cyber-Abwehrzentrum, das im April dieses Jahres erst seine Arbeit aufgenommen hat, sind deshalb entscheidende Voraussetzungen für ein vorbildliches E-Government in Deutschland, wie es für 2015 geplant ist.

Urbane Sicherheit Die Digitalisierung birgt neue Herausforderungen

Martin Hartwig / Redaktion

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tädte sind Zentren der Kriminalität. Dies zeigt auch die jüngste Statistik des Bundeskriminalamtes, die insgesamt das Bild eines sehr sicheren Landes zeichnet. Vor allem stark beachtete und gefürchtete Straftaten wie Mord und Körperverletzung kommen in großen Städten signifikant häufiger vor als auf dem Lande. Und das wird wohl auch in Zukunft so sein. Allerdings dürfte ein gesellschaftlicher Großtrend hier insgesamt dämpfend wirken. »Es sind in allen Gesellschaften vor allem die jüngeren Männer, die das Kriminalitätsgeschehen quantitativ dominieren«, erklärt Thomas Goergens, Professor für Kriminologie an der Deutschen Hochschule der Polizei: »Wenn innerhalb der nächsten zehn Jahre die Zahl der Jugendlichen um nahezu ein Fünftel zurückgeht, wird sich dies im Hinblick auf die Zahl der registrierten Straftaten zunächst einmal positiv auswirken.« Eine seit Jahren zu beobachtende Entwicklung wird sich, darin sind sich alle Experten einig, weiter verstärken: »Im Bereich der Kriminalität werden bereits heute die sich durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien eröffnenden Tatgelegenheiten zunehmend genutzt«, bemerkt Goergens. Dabei geht es nicht nur um »Cyberkriminalität« im engeren Sinn. Man kann die mo-

derne Technik auch für »klassische« Delikte nutzen. Wie das geht, zeigen die Betreiber der Internetseite »Please rob me« – Bitte beraube mich! Über die Verknüpfung der Informationen einer Onlineplattform, die den aktuellen Aufenthaltsort ihrer Nutzer angezeigt und der freigiebigen Twittermeldungen dieser Personen – etwa »Endlich wieder zu Hause« oder »Grüße aus Mallorca!« – gelang es ihnen, deren Wohnort und Informationen über deren Anund Abwesenheit herauszufiltern. Ein nützlicher Service für Einbrecher. Potenzial für solche Aktivitäten bieten auch die Handyfotos, die täglich millionenfach online gestellt werden. Die entsprechenden Dateien enthalten häufig Geodaten, also Informationen darüber, wo das Bild gemacht wurde, was nicht nur der Werbewirtschaft Informationen über die bevorzugten Aufenthaltsorte und die Vermögensverhältnisse möglicher Kunden gibt. All diese Techniken sind auch umgekehrt, bei der Verfolgung von Kriminalität, nutzbar. Ein Hehler, der seine Ware mit einem Bild im Internet anbietet, verrät so unter Umständen auch seinen Standort. Die so genannten Smartphones sind unter »Sicherheitsgesichtspunkten« ambivalent. Zum einen versprechen sie Schutz vor Dieben, etwa dadurch, dass man mit ihnen in Zukunft bezahlen wird, was Bargeld in der Tasche überflüssig macht. Zum anderen sind sie selbst mehr und mehr

das Ziel von Dieben, die wiederum mit den Informationen aus den Taschencomputern deutlich mehr Schaden anrichten können, als mit einem gestohlenen Portemonnaie. Eine Technik, in die immer wieder große Hoffnung zur Prävention von Kriminalität gesetzt wird, ist die Videoüberwachung. »Bei der Überwachung des privaten Raumes und den Einsatz durch private Firmen wird Videoüberwachung sicher weiter an Bedeutung zunehmen«, erklärt Thomas Goergens. »Bei der Überwachung öffentlicher Räume durch staatliche Akteure hängt die weitere Entwicklung jedoch von den zukünftigen politischen Schwerpunktsetzungen und Richtungsentscheidungen ab«. Und diese Akteure sind in den letzten Jahren etwas nachdenklicher geworden. Erfahrungen aus Großbritannien, wo die Polizei die Innenstädte seit Mitte der 90er Jahre umfassend filmt, haben gezeigt, dass Videoüberwachung Kriminalität nicht senkt, sondern meist nur an andere Orte verdrängt. Für einen einzelnen Händler oder einen Bahnhofsbetreiber ist das zwar durchaus wünschenswert, gesellschaftliche Kriminalprävention ist das jedoch nicht. Da das Aufstellen von Kameras jedoch billig ist und Interesse an der Sicherheit der Bevölkerung dokumentiert, ist die Verlockung dazu stets groß. Und der Hinweis darauf, dass unsere Städte eigentlich sehr sicher sind und es vermutlich auch in Zukunft sein werden, wirkt dagegen ja meist etwas schwach.


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STADT DER ZUKUNFT

— Unternehmensbeitrag DHL —

Urbane Logistik: Intelligente Abholung und Zustellung

Intelligentes Zustellfahrzeug Smart Truck spart Kilometer und CO2.

Immer mehr Menschen zieht es in die Städte. Nach aktuellen Prognosen wird der Anteil der Stadtbewohner bis 2030 auf über 60 Prozent steigen. Die Folgen für Verkehr und Logistik: stark wachsende Verkehrsströme und hohe Sendungsvolumina. Gleichzeitig erwarten die Kunden immer kürzere und genauere Zeitvorgaben. DHL hat mit dem SmartTruck ein »intelligentes« Abhol- und Zustellfahrzeug entwickelt, das diesen Anforderungen gerecht wird und jetzt auf dem Weg zur Serienreife ist.

Die Komplexität bei Planung und Ausführung von Abholung und Zustellung ist

in den Städten bereits jetzt sehr groß und wird in den kommenden Jahren stetig zunehmen. Verkehrsbeschränkungen, -dichte und -störungen sind die eine Seite, Anforderungen der Konsumenten an logistische Dienstleistungen die andere. Eine dritte Einflussgröße stellt der Klimaschutz dar. Zwischen diesen unterschiedlichen Faktoren einen Dreiklang herzustellen, darum geht es beim DHL Smart Truck. Der Fokus liegt dabei auf der sogenannten »ersten und letzten Meile«. Auf diesen beiden Abschnitten entstehen der größte Anteil der verkehrlichen Leistungen sowie zwei Drittel der gesamten Kosten. Entwickelt wurde das »intelligente« Fahrzeug von DHL So-

lutions & Innovations (DSI), dem zentralen Unternehmensbereich für die Entwicklung innovativer Lösungen beim Logistikspezialisten DHL. DSI-Projektpartner waren neben dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), der Telekommunikationsanbieter Motorola sowie die beiden Softwarefirmen Infoware und Quintiq. Der Smart Truck kombiniert verschiedene innovative Technologien. Kern des Abhol- und Zustellfahrzeugs, das von DHL Express in Deutschland eingesetzt wird, ist ein computergesteuerter, dynamischer Routenplaner. Für jede Tour errechnet er unter Berücksichtigung der Zustelltermine die optimale Reihenfolge, in der die Sendungen ausgeliefert werden sollen. Dies bedeutet für die Fahrer ein wertvolle Hilfe und ein deutliche Serviceverbesserung für die Empfänger. Jede Fahrzeugbewegung wird außerdem via GPS in Echtzeit verfolgt. Dadurch erzielt DHL eine höhere Genauigkeit bei der Abholung und Zustellung und kann auf Ad hoc-Aufträge besser reagieren.. »Durch den Einsatz des Smart Truck können wir Zustellungen und Abholungen ressourcenschonend abwickeln. Gleichzeitig verbessern wir unsere Services für unse-

re Kunden. Dank moderner Technik erfahren die Fahrer frühzeitig, wo beispielsweise gerade ein Stau ist und wie sie ihn am besten umfahren. Proaktiv können wir dann Kontakt zu unseren Kunden aufnehmen und sie über geänderte Zeiten informieren«, sagt Boris Paul, verantwortlicher Projektleiter bei DHL Solutions & Innovations. Der Smart Truck spart Zeit, Geld und senkt den Schadstoffausstoß. Während seiner anderthalbjährigen Pilotphase in Berlin haben die Fahrzeuge bis zu 15 Prozent weniger Kilometer zurückgelegt. Die Dauer einer Tour verkürzte sich um acht Prozent. Dadurch sanken Spritverbrauch und CO2Emissionen. Jetzt ist der Smart Truck zu Erprobungszwecken in der Region Köln/ Bonn unterwegs, weitere deutsche und internationale Städte sollen folgen. www.dhl-innovation.de

Konzepte gegen den LKW-Infarkt Gefordert ist ein dynamisches und systemübergreifendes Verkehrsmanagement für Güter

Martin Bernhard / Redaktion

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ie Deutschen werden zwar weniger, der Verkehr in den Ballungszentren soll dennoch zunehmen. Nach Prognosen werden dort mehr Arbeitsplätze entstehen. Deshalb rechnet man mit einer Zunahme von Berufspendlern und Lieferantenverkehr. Eine große Herausforderung für die Logistik. »Nach einer Studie haben von den 81 Großstädten in Deutschland nur 19 ein LkwFührungskonzept entwickelt oder in Planung«, sagt Professor Dr. Bert Leerkamp on der Bergischen Universität in Wuppertal. »Das Thema wird sehr stiefmütterlich behandelt«, stellt auch Manfred Wacker vom Lehrstuhl für Verkehrsplanung und Verkehrsleittechnik der Universität Stuttgart fest. »Ich kenne nur Einzeleinsätze.« Nach Informationen der Industrie- und Handelskammern des Rheinlands verliert Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2030 zwar 600.000 Einwohner, die Metropolregion Rheinland nimmt aber um mehr als 100.000 Menschen zu. Und damit auch der Verkehr. Der Güterverkehr auf den Straßen soll hier bis zum Jahr 2025 um 129 Prozent, der Güterverkehr auf der Schiene um mehr

als 20 Prozent steigen. Die Kammern empfehlen ein »dynamisches, system­ übergreifendes Verkehrsmanagement«, das an den Grenzen der Städte nicht haltmacht. Die Verantwortlichen wünschen sich unter anderem einen flexibleren Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), flexiblere Arbeitszeiten und gestaffelte Schulbeginnzeiten. Langfristig sollte man Stadt und Verkehr Hand in Hand planen und logistische Konzepte fördern. Professor Leerkamp von der Uni Wuppertal nennt Modelle, mit denen man den schweren Nutzverkehr, also LKW ab einem zuverlässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen, reduzieren könnte. So könnte man die Lieferungen an Gewerbetreibenden in den Innenstädten bündeln, indem man zentrale Sammelpunkte im Umland einrichtet. Von dort sollten die Waren dann konzentriert ausgeliefert werden. Die Umsetzung dieser Idee scheiterte bisher jedoch an der Vielzahl der Beteiligten und deshalb an ihrer hohen Komplexität. Die Stadt Dortmund versucht derzeit, dieses Konzept allein mit Kurier-, Express und Transportdiensten zu re-

alisieren. In der Regel dürfen die Innenstädte nur bis elf Uhr von Lieferanten angefahren werden. Viele Geschäfte öffnen allerdings erst um zehn Uhr. Deshalb müssen die Transportdienste derzeit ihre Pakete innerhalb einer Stunde loswerden. Danach müssen die Fahrer Umwege und mehrfache Anfahrten in Kauf nehmen mit all den unangenehmen Begleiterscheinungen: mehr Emissionen, mehr Lärm, mehr Energie- und Zeitverbrauch. Man denkt nun daran, die Stadt in Abschnitte aufzuteilen, die zu unterschiedlichen Zeiten angefahren werden dürfen. Außerdem will man die verschiedenen Kurierdienste für Kooperationen miteinander gewinnen. »Das ist aber schwierig«, sagt Leerkamp. »Denn je größer ein Dienstleister, desto kleiner ist der eigene Nachteil durch die bestehende Situation.« Eine Chance, den LKW-Verkehr zu steuern, sieht Leerkamp auch darin, Führungskonzepte in die Routing-Software von LKW-Navigationssysteme zu integrieren. »Doch viele LKW-Fahrer nutzen ein PKW-Navi. Die sind in der Anschaffung erheblich günstiger als die für LKW.«


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Viel Wind in Masdar City Die Öko-Vorzeigestadt in Abu Dhabi nimmt erst allmählich Gestalt an

Axel Novak / Redaktion

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roßer Rummel am Persischen Golf: Ende April soll erstmals der »Market@Masdar City« stattfinden. Familien sind zu den Festivitäten geladen, die Nachbarn sollen vom nachhaltigen Leben in einer Stadt kosten, die bislang vor allem als Öko-Mythos durch die Medien strich. Bewohner Masdar Citys allerdings werden kaum vertreten sein; es gibt sie nur in Ansätzen. Etwa ein Zehntel der geplanten Gebäude stehen. Allein die Universität, das »Masdar Institute« am zentralen Stadtplatz gibt eine vage Vorstellung davon, wie sich Planer und Architekten eine ökonomisch nachhaltige Stadt des 21. Jahrhunderts vorstellen. Der Reichtum an Öl und Gas hat den arabischen Staaten am Persischen Golf die Mittel gegeben, um alle Aspekte der Nachhaltigkeit zu planen und zu realisieren. Das klingt zunächst paradox. Doch die Golfstaaten wollen auch nach Ende des Ölzeitalters Einfluss auf die globalen Energieströme behalten. Daher hat das Emirat Abu Dhabi eine Stadt geplant, die als Mutter aller Ökostädte das Ende der Ölwirtschaft einläuten soll. Die CO2-neutrale Stadt soll schon in wenigen Jahren 40.000 Menschen Arbeit wie Wohnraum bieten. Dazu

kommen 50.000 Pendler, die sich täglich in eines der 1.500 Unternehmen aufmachen, um Wert zu schöpfen. Ein symbolischer Coup gelang schon im Vorfeld. Der Sitz der im Jahr 2009 gegründeten »International Renewable Energy Agency« (Irena) wurde nach Masdar City verlegt und nicht ins europäische Bonn. Vor zwei Wochen bestätigten die Delegierten aus 150 Nationen diese Wahl. Masdar baut gleich in drei Bereichen auf klimafreundliche Innovationen. Die Stadt schöpft die modernsten

Techniken der Energiegewinnung aus. Photovoltaik steht im sonnenreichen Emirat natürlich an der Spitze. Auch wenn die extremen Klimabedingungen das Material über Gebühr belasten – schon heute versorgt eine gigantische Anlage die Baustellen mit Strom. Geothermie soll die Gebäude kühlen. Windkraft und so genannte Windtürme liefern zusätzliche Energie. Höchstens 200 Meter sollen Masdars Bewohner laufen müssen, um ein öffentliches Verkehrsmittel nutzen zu können. Autos sind nur dann in Masdar City zugelassen, wenn sie elektrisch angetrieben werden. Noch grundlegender sind die architektonischen Konzepte der Stadt, die traditionelle Architektur mit modernen Baustoffen vereint. So verlaufen die Straßen in Südost-Nordwest-Ausrichtung, um Sonnenlicht abzuhalten. Die Gebäudehöhe ist auf sechs Stockwerke begrenzt, Balkone beschatten und kühlen die Fenster. Stolze 18 Mrd US-Dollar will Abu Dhabi in das Projekt stecken; die Finanzkrise hatte die ehrgeizigen Pläne vorerst gebremst. 2015 sollen die ersten Gebäude bezugsfertig sein. »Wir setzen darauf, dass sich diese unglaubliche Investition auszahlt«, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton nach ihrem Besuch in Masdar City im Januar. »Denn das bedeutet nicht nur ein besseres Leben für die Bevölkerung dieses Landes und dieser Region, sondern für die ganze Welt.«

Müll, Wasser, Energie Rekommunalisierung von Versorgern liegt im Trend, ist aber kein Allheilmittel

Jürgen W. Heidtmann / Redaktion

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asser ist in Potsdam ein teures Gut. 2008 zahlte eine vierköpfige Familie im Durchschnitt 786 Euro, mehr als drei Mal so viel wie eine Familie in Karlsruhe. Damit lag Brandenburgs Kapitale in einer bundesweiten Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft an der Spitze. 1997 hatte Potsdam seine Wasserbetriebe in eine Public Private Partnership überführt und 49 Prozent an das Unternehmen Eurawasser, einer Tochter der französischen Suez Ondeo, verkauft. Der Vertrag sollte 20 Jahre laufen.

Als wenig später Eurawasser eine Verdoppelung der Wasserpreise ankündigte, ließ die Stadt das Vertragswerk prüfen und fand eine Ausstiegsmöglichkeit. Die Hoffnung der Bürger auf sinkende Preise erfüllte sich aber nicht. Die Wasserbetriebe Potsdam gelten heute vielen als schlechtes Vorbild für eine womöglich zu teuer erkaufte Rekommunalisierung. Dennoch wird Rekommunalisierung derzeit heiß diskutiert. In Berlin gab es zum Thema Wasser im vergangenen Herbst ein erfolgreiches Volksbegehren. Die Berliner fordern damit die Offenlegung der Verträge zwischen der öffentlichen Hand und den Konzernen Veolia und RWE, die 49 Prozent am Berliner Wasser halten. Das Land hatte sich 1999 durch eine Privatisierung schlankere Strukturen und damit sinkende Wasserpreise erhofft. Das Gegenteil trat ein, so Thomas Rudek vom »Berliner Wassertisch«. Die Wasserpreise seien seit 2001 um 35 Prozent gestiegen. »Wir zahlen im internationalen Städtevergleich in Berlin mit die höchsten Preise.« Ziel der Bürgerinitiative ist die Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe. In Stuttgart ist es bereits entschieden: Aufgrund eines Bürgerbegehrens wird die Wasserversorgung bis 2014 vollständig rekommunalisiert. Kommunale Unternehmen mögen transparent

sein und politisch kontrollierbar; ein Allheilmittel gegen steigende Preise ist die Rekommunalisierung allerdings nicht, wie das Beispiel Potsdam zeigt. Auch Bernhard Taschner warnt vor solchen Schlüssen. Er arbeitet als Kampagnenleiter bei der bundesweit tätigen Nichtregierungsorganisation »BürgerBegehren Klimaschutz« (BBK). Der gemeinnützige Verein informiert über auslaufende Konzessionsvertäge und berät Kommunen und Bürgerinitiativen bei der Neuausschreibung von Verträgen, vermittelt Juristen und macht Informationsarbeit. Für Taschner ist nicht die Gesellschaftsform entscheidend, wichtiger seien die Transparenz des Unternehmens sowie ökologische und soziale Kriterien. »Paradebeispiel« für einen gut funktionierenden Versorger in privater Hand sei die Stadt Schönau im Schwarzwald, so Taschner. Bürger hatten in den 90er Jahren von einem Atomkraftwerksbetreiber das Stromnetz zurückgekauft und eine Betreibergesellschaft gegründet. Heute seien die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) »einer der vier echten Ökostromanbieter in Deutschland«, so Taschner. Die Firma arbeitet mit maximaler Transparenz und wirtschaftlich erfolgreich. Ihren Strom bezieht sie ausschließlich aus erneuerbaren Quellen wie Sonne, Wind und Wasser. Und ist damit erfolgreich.


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STADT DER ZUKUNFT

— Unternehmensbeitrag Siemens-Electrogeräte GmbH —

Komfort mit Verantwortung Intelligente Innovationen für Leistungsfähigkeit und Effizienz von Hausgeräten

Die Weltbevölkerung wächst. Die Ressourcen leider nicht. So sollen es 2050 laut Prognose der Vereinten Nationen fast 9,2 Mrd. Menschen sein. Der Weltstromverbrauch steigt von 18.000 Mrd. kWh in 2005 auf 35.000 kWh in 2030.1 Der globale Wasserverbrauch klettert in den Jahren 2009 bis 2025 von 4.300 Mrd. Kubikmeter auf 5.200 Mrd.2 Die Ressourcen werden knapper. Fortschritt statt Rückschritt »Wir können die Uhr nicht zurückdrehen und auf Computer, Kühlschrank und Auto verzichten«, sagt Roland Hagenbucher, Geschäftsführer der SiemensElectrogeräte GmbH. »Daher kann die Antwort auf diese Herausforderungen nur ›Innovation für mehr Effizienz und Komfort‹ heißen.« Den Erfindungsreichtum der Marke Siemens verdeutlicht das aktuelle Patent­ ranking des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA). Hier belegt die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, deren Technologie die Marke nutzt, Platz sechs und liegt damit weit vor den Wettbewerbern. Europas führender Hausgeräte-

hersteller hatte 2010 insgesamt 931 Patentanmeldungen beim DPMA eingereicht. Innovationen im Dienste des Menschen Diese Innovationsstärke setzt Siemens seit über 150 Jahren gezielt ein, um bei seinen Hausgeräten mehr Komfort, hervorragende Ergebnisse, große Leistungsfähigkeit sowie effiziente Nutzung von Wasser und Energie zu erzielen – kurz: einen echten Nutzen für den Menschen zu kreieren. Beispiele für richtungsweisende Ideen gibt es viele: So präsentierte Siemens unter anderem 1906 den ersten Staubsauger, 1964 den ersten Geschirrspüler, 1970/71 den ersten Backofen mit Backwagen und automatischer Selbstreinigung (Pyrolyse) und das Sicherheitssystem Aqua-Stop®, das seit 1985 Wasserschäden bei Waschund Spülmaschinen verhindert. Ressourceneffizienz als Trend Heute ist – neben einer Erleichterung des Alltags – bestmögliche Ressourcen-

effizienz eine wichtige Triebfeder für Innovationen geworden. Aktuelle Beispiele sind hier der blueTherm Trockner mit selbstreinigendem Kondensator, der dauerhaft die optimale Energieeffizienz garantiert und lästiges Reinigen erspart sowie die ecoStar Spülmaschine mit intelligentem Wassermanagement und der mehrfach ausgezeichneten ZeolithTrocknung®, die den weltweit niedrigsten Wasser- und Stromverbrauch hat und sogar Teile aus Kunststoff fleckenfrei trocknen kann. Und das in den neuen Siemens Waschmaschinen eingesetzte PräzisionsDosiersystem i-Dos setzt dank ausgeklügelter Sensorik immer exakt die richtige Menge Flüssigwaschmittel ein und spart so bis zu 7.062 Liter Wasser pro Jahr.3 Gleichzeitig wird das Waschen so bequem wie nie, da die – in das Gerät integrierten – Waschmitteltanks nur noch einmal für etwa 20 Wäschen befüllt werden müssen. Auch in Zukunft wird Siemens neue Technologien gezielt einsetzen um das Alltagsleben vieler Menschen nachhaltig zu verbessern – und damit auch immer wieder neue Trends setzen. www.siemens-home.de

1 Quelle: Siemens AG 2 Quelle: www.umweltbundesamt.de 3 Mögliches jährliches Einsparpotential bei Verwendung von i-Dos im Vergleich zum haushaltsüblichen Waschen mit manueller Dosierung in einem herkömmlichen Pflegeleichtprogramm bei durchschnittlich 220 Waschladungen im Jahr. Quelle wfk, Institut für angewandte Forschung, Untersuchungsbericht WL 5132/10. Individuelle Ergebnisse können abweichen.

Roland Hagenbucher, Geschäftsführer der Siemens-Electrogeräte GmbH

— Unternehmensbeitrag EMSCHERGENOSSENSCHAFT —

Das Neue Emschertal 2020

Fotos: Emschergenossenschaft

Die Wiedergeburt eines Flusses als Motor des Wandels zur Metropolregion

Der bereits renaturierte Borbecker Mühlenbach, ein Nebenfluss der Emscher: das Betonkorsett ist einem naturnahen Bachlauf gewichen.

Das Bild des »Kohlenpotts« wird in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch von Zechen und rauchenden Schornsteinen bestimmt. Kaum bekannt ist, dass mitten durch diesen größten Industrie- und Ballungsraum Europas ein Fluss namens Emscher fließt. Schweigend kam sie über 100 Jahre lang ihrer Funktion nach, das Abwasser von drei Millionen Menschen und der Industrie zügig abzuleiten. Die Funktion einer lebendigen Entwicklungsachse konnte die alte »schwatte« Emscher nicht übernehmen. Das wird sich schon in naher Zukunft mit der »Neuen Emscher«

ändern. Am Beispiel des größten Renaturierungsprojekts in Europa lässt sich die Wechselwirkung zwischen Gewässerumgestaltung und Strukturwandel anschaulich belegen. Den Ausgangspunkt bildet dabei ein eigenwilliger Fluss: Durch nur 122 Meter Gefälle von der Emscher-Quelle bis zum Rhein gehörten Überschwemmungen zum Alltag. Mit dem Beginn des Bergbaus und der Montanindustrie in der Mitte des 19. Jahrhunderts verlor die Region ihren ländlichen Charakter. Die Bevölkerungszahl verzehnfachte sich; immer mehr Zechen und Industriebetriebe siedelten sich an und leiteten ihre Abwässer in die Emscher ein. Nun musste endlich eine Lösung für die Regulierung der Emscher gefunden werden. Plattform hierfür war die 1899 gegründete Emschergenossenschaft. 1904 wurde mit der Arbeit begonnen – die Emscher erhielt ihr zweites Gesicht. Sie wurde begradigt, vertieft und eingedeicht, von ursprünglich 109 Kilometern auf 81 Kilometer verkürzt. Auch die Seitenläufe wurden in die Umbaumaßnahmen einbezogen – es entstand ein System von rund 350 Kilometer

offenen Schmutzwasserläufen. Eine unterirdische Kanalisation konnte nicht gebaut werden, denn durch die häufigen Bergsenkungen wären die Rohre immer wieder zerstört worden. Nach der Nordwanderung des Bergbaus verändert die Emscher ihr Gesicht nun aber erneut. Da keine gravierenden Bergsenkungen mehr zu erwarten sind, kann das Abwasser jetzt in unterirdischen Kanälen geführt werden. Die Emscher erhält ein drittes Gesicht. Der erneute Umbau des Emschersystems ist ein Projekt, dessen Dimensionen auch im internationalen Maßstab einzigartig sind. Vom Startschuss 1992 bis zur vollständigen Umgestaltung der Wasserläufe werden rund drei Jahrzehnte vergehen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 4,5 Milliarden Euro. Inzwischen sind mehr als zwei Milliarden Euro investiert, neue, große Kläranlagen nach dem Stand der Technik errichtet, mehr als 200 Kilometer an Abwasserkanälen gebaut und 70 Kilometer Flussläufe in saubere Gewässer verwandelt. Bis zum Jahr 2017 soll der Bau der Abwasserkanäle abgeschlossen sein, rund drei Jahre später dann, die gesamte Gewässerumgestaltung

mit der neuen »blauen« Emscher der Zukunft. 2020 wird die Region mit dem Neuen Emschertal nicht nur eine moderne wasserwirtschaftliche Infrastruktur erhalten, sondern auch ein völlig neues Profil, dass einmal mehr den Strukturwandel im Revier anschaulich verdeutlicht – mit der Wiedergeburt des Flusses Emscher als Motor dieses Wandels zur Metropolregion.

www.eglv.de

Dr. J. Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft


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Die Stadt als Sehnsuchtsort Interview mit Professor Philipp Oswalt, Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, über den Bauboom in Asien, die Kurzsichtigkeit am Bau und die Qualitäten der europäischen Stadt

Interview: Mirko Heinemann / Redaktion

Herr Oswalt, hat die europäische Stadt eine Chance, gegen ihre Herausforderer in Asien und anderswo zu bestehen?

Das ist keine Existenzfrage, sondern die Frage, wie sich die Städte den neuen Anforderungen anpassen werden und welche Bedeutung sie im globalen Zusammenhang erlangen. Berlin war Anfang des 20. Jahrhunderts die drittgrößte Metropole der Welt und in der Dynamik durchaus vergleichbar mit den chinesischen Städten heute. Insofern kennen wir solche Phänomene bereits aus unserer Geschichte. Auch die Probleme des schnellen Wachstums sind uns bekannt: katastrophale Wohnverhältnisse, Überbelegung, Umweltprobleme. Es ist nicht so, dass sich unsere Geschichte in Asien, Afrika oder Lateinamerika wiederholt, aber in den Grundzügen können wir Vergleiche anstellen. Heute soll in Berlin das historische Stadtschloss wiederaufgebaut werden, in Stuttgart wollen die Bürger ihren alten Bahnhof behalten - verweigert sich Deutschland der Modernisierung?

zehnten 50 Prozent seiner Einwohner verloren, in Siena und San Gimignano ist es nicht anders. Es sind Touristenstädte; die Leute gehen morgens hinein, konsumieren die Stadt und fahren abends wieder weg.

sche Regulierungswut, aber wir haben einen gesellschaftlichen Konsens erzielt, der eine hohe Lebensqualität in der Breite garantiert. Das ist auch eine Qualität der deutschen Stadt.

Sie erleben dort immerhin eine grandiose Architektur. Heute hat man das Gefühl, grandiose Architektur wird nicht in Europa, sondern in Asien realisiert. Warum?

Studien, etwa vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung DIW, besagen, dass die Ungleichheiten in deutschen Städten zunehmen. Man befürchtet sogar die Entstehung von Armenvierteln.

In Asien wird gegenwärtig einfach wesentlich mehr gebaut, aber nicht hochwertiger. Gegenwärtig ist Baukultur dadurch gefährdet, dass Bauten mehr und mehr nur als Kapitalanlage betrachtet werden und die Geldgeber keinen Bezug haben zum Ort oder den Nutzern. Es gibt eine Entkopplung des Bauens von den Geldgebern, den Nutzern und den städtischen Eingriffsmöglichkeiten. Die Finanzierungsmodelle sind über Derivate und Geldmarktpapiere so komplex geworden, dass kaum ein Investor mehr bewerten kann, welche Immobilen dahinterstehen. Gebäude werden dann oft nur noch aus kurzfristigen monetären Aspekten hochgezogen. Fragen wie Langfristigkeit oder Sozialverträglichkeit spielen keine Rolle. Das Gegenbeispiel wäre der Investor, der das Gebäude selber nutzen will und sich damit in eine Stadtgesellschaft einbringt. Der hat eher den Anspruch, sich mit einer guten Architektur zu präsentieren.

»In der Stadtentwicklung der Zukunft wird es mehr um die Akteure und deren Vernetzung gehen als um das Baugeschehen.«

Es gibt keine einheitliche Linie. In Leipzig und Magdeburg etwa hat sich eine Mehrheit der Ist Architektur in totalitären Bevölkerung gegen den WiederStaaten deshalb mutiger und aufbau von Kirchen ausgesproanspruchsvoller? Prof. Philipp Oswalt chen. In den politischen Eliten Nein, natürlich kann auch die hat die Historisierung von InnenDemokratie ein guter Bauherr städten offenbar derzeit Vorrang. sein. Denken Sie an München Dort herrscht eine Sehnsucht nach der Simulation von 1972, an das Olympiagelände, da hat sich die westdeutsche Geschichte. In der Praxis aber wird eine andere Form von Demokratie einen Ausdruck gegeben. Private Gebäude, Stadt gelebt. Ein Beispiel ist der Wiederaufbau des histoauch Firmenbauten können richtungsweisende Architekrischen Frankfurter Römerbergviertels, der mit immensen tur aufweisen. Nehmen Sie etwa die BMW-Gebäude in Kostenproblemen einhergeht. Dort wurde bereits in den München. Nehmen Sie das GSW-Haus, die DG-Bank von 1980er Jahren die Vorderfront der Randbebauung des RöFrank Gehry am Brandenburger Tor oder die Botschaft merbergs rekonstruiert. Es entstand aber keine historische der Niederlanden. Oder – ein Beispiel, weil wir über ihn Stadt, sondern das Sehnsuchtsbild einer historischen Stadt in Dessau ein Kolleg abhalten – den tschechischen Schuhin ihrem symbolischen Zentrum. fabrikanten Thomas Bata. Er hat mit den Bata Cities weltweit Ikonen der Moderne geschaffen. Es herrscht demnach eine Diskrepanz zwischen unserer Vorstellung, wie Stadt aussehen und wie sie funktionieren soll?

Ja, ein gutes Beispiel dafür sind die norditalienischen Städte, etwa Venedig, Siena oder San Gimignano - die Ikonen des historischen Städtebaus. Für viele sind sie ein Schönheitsideal. Aber diese Städte sind leer. Dort wohnt kaum jemand mehr. Venedig hat in den letzten Jahr-

Trotzdem redet die Welt nicht über Berlin, Frankfurt, München, sondern über Dubai, Masdar City, Chongqing, Shanghai, Guangzhou.

Natürlich wird in den schnellwachsenden Städten mehr gebaut als hier, zudem viel enthemmter und deregulierter, aber das ist eben auch nicht unproblematisch. Wir stöhnen gern und oft auch zu Recht über die deut-

Die Ungleichheiten haben zugenommen, in der Tat. Das zeichnet sich auch im Baugeschehen ab: Der soziale Wohnungsbau ist abgeschafft, die Kommunen haben in den vergangenen 15 Jahren ihre Besitztümer aus Geldnot versilbert und sich damit die Möglichkeit genommen, Stadtplanung vernünftig betreiben zu können. Nun zeichnen sich Probleme mit der Versorgung von Wohnungen für Schlechterverdienende ab, aber auch mit Räumen für soziale und kulturelle Zwecke. Ist dies ein Problem der ehemaligen Industriezentren?

Es betrifft alle, aber sicherlich in besonderem Maße die so genannten Schrumpfenden Städte, worunter Orte in Ostdeutschland, aber auch Teile des Ruhrgebiets fallen. Hier Stadtplanung zu betreiben, wenn der Eigentümer nicht will oder nicht kann, ist sehr schwer. Dies sind Städte im Wandel, deren Industrie oft massiv Arbeitsplätze abgebaut hat. Wir haben derzeit den Trend zu einer Konzentration in den großen Agglomerationsräumen und eine Ausdünnung der peripheren Regionen. Ist demnach die europäische Stadt der Zukunft eine Metropole der Dienstleistungen?

In den Ballungsräumen erstarkt der tertiäre Sektor, sicher. Aber es ist auch abzusehen, dass die Industrieruine des 20. Jahrhunderts von der Dienstleistungsruine des 21. Jahrhunderts abgelöst wird. Natürlich werden wir auch in Zukunft Dienstleistungen haben, aber sie werden sich räumlich anders formieren, als wir es bisher kennen. Die Bürogebäude, die alten Shopping Center werden zusehends leerstehen. In Frankfurts Bürostadt herrscht heute 40 Prozent Leerstand. In den USA und Japan ist dieser Strukturwandel jetzt schon deutlich zu spüren. Was bedeutet das für die Stadtplanung?

Wir werden auch in Zukunft bauen, das ist sicher. Aber in Zukunft werden andere Fragen wichtiger: Wie geht man mit dem Bestand um, wie bringt man leerstehende Gebäude wieder in Nutzung? Ich habe mit Bankern gesprochen, die gesagt haben: Mich interessiert nicht der Haufen Steine, sondern die Menschen, die dahinterstehen. In der Stadtplanung der Zukunft wird es mehr um die Akteure und deren Vernetzung gehen als um das Baugeschehen selbst.


ist wieder attraktiv Hannover als internationaler Messe-, Wirtschafts- und STADT DER ZUKUNFT Wissenschaftsstandort arbeitet an Konzepten für die Stadt der Zukunft. Stadtleben wird wieder zunehmend attraktiv, und deshalb ist es auch eine Aufgabe der Stadtplanung, mit innovativen Ideen und Projekten die richtigen Antworten auf Fragen des zukünftigen Stadtlebens zu geben. Immer mehr wird auf Qualität beim Wohnen, auf innovative Mobilitätsangebote und auf eine nachhaltige Stadtstruktur Wert gelegt.

Innenstadtkonzept Hannover City 2020+ Neue Projekte für Wohnen, Arbeiten und Handel in der Innenstadt — Beitrag der Stadt HANNOVER — Einzelhandels- und Zentrenkonzept Erhalt und Entwicklung einer ausgewogenen Zentrenstruktur und eines optimalen Einzelhandelsangebotes Masterplan Mobilität 2025 Der neue Verkehrsentwicklungsplan setzt auf ein modernes Mobilitätsmanagement und Mobilitätschancen für alle.

Hannover investiert Konzepte für die Stadt der Zukunft

HANNOVERCITY 2020 Neue Wohn- und Lebensqualität

Auswahl aktueller Planungen und Projekte

Auswahl aktueller Planungen und Projekte

In Hannover entstehen zahlreiche Wohnquartiere mit Angeboten für alle Generationen. Ob Single, Familie, Baugemeinschaft oder Generation 60+. Die Stadt bietet Wohnchancen für jeden Anspruch. In jedem Fall müssen Qualität und Nachhaltigkeit gewährleistet sein. Diesem Anspruch wird die neue Siedlung zero:e park im südwestlichen Stadtgebiet gerecht. Der zero:e park ist mit rund Uwe Bodemann, Stadtbaurat 300 Eigenheimen in Passivhausbauweise der größte seiner Art Deutschland und dieistgrößte Null-Emissionssiedlung Die in Innenstadt von Hannover ein in ganz Europa. Hier wird die Vision vom zukunftsorienMagnet von überregionaler Bedeutung. tierten und verantwortungsvollen Als Standort für Wohnen, Einzelhandel Bauen Wirklichkeit. und Kultur befindet sich die City seit der www.zero-e-park.de Weltausstellung EXPO 2000 in einem kontinuierlichen Erneuerungsprozess mit öffentlichen und privaten Investitionen in enormen Umfang. Damit sich diese Dynamik fortsetzt, wurde mit dem Planungsund Beteiligungsprozess Hannover City 2020+ ein zukunftsweisendes Innenstadtkonzept auf den Weg gebracht. Innovative Projekte, die die City als Standort für Wohnen, Handel und Kultur stärken, werden in den nächsten Jahren umgesetzt. Chancen für privates Engagement entstehen. Öffentliche Investitionen schaffen attraktive Stadträume. Der Wohlfühlfaktor in der Stadt wird gesteigert. Mobilitätschancen für alle werden verwirklicht. Investieren in Hannover – das lohnt sich.

Landeshauptstadt Hannover Baudezernat Rudolf-Hillebrecht-Platz 1 30159 Hannover Telefon 0511 168-43130 dezernatVI@hannover-stadt.de www.hannover.de

Führend ist Hannover auch bei Energie- un Seite 19 gen. Die Stadt hat sehr gute Ausgangsbed einen erfolgreichen Klimaschutz. Eine nach entwicklung wird schon seit Jahren erfol Hannover ist die setzt. Mit der zukunftsweisenden Klima-Allia ideale KombinatiHannover in der ersten Reihe der Klimaschu on von Wirtschaft Deutschland. und Umwelt! Ein attraktive Wirtschaftsstand­ ort, der hervorragend ver­kehr­lich angebunden ist. Diverse HochschuHans Mönninghoff, Wirtschafts- und Umweltlen garantieren ein dezernent großes Potenzial an gut ausgebildeten Fachkräften. Hannover ist aber auch die Großstadt mit dem meisten öffentlichen Grün pro EinwohnerIn in Deutschland, eine Stadt mit hoher Lebensqualität (und traumhaft günstigen Baugrundstücken)!

Landeshauptstadt Hannover Wirtschaftsund Umweltdezernat Stadtbaurat Uwe Bodemann Trammplatz 2 30159 Hannover von Hannover ist ein Magnet v Die Innenstadt Telefon 0511 168-45039 naler Bedeutung. Als Standort für Wohnen dezernatV@hannover-stadt.de und Kultur befindet sich die City seit der W EXPO 2000 in einem kontinuierlichen Erneue mit öffentlichen und privaten Investitionen Umfang. Damit sich diese Dynamik fortset dem Planungs- und Beteiligungsprozess H Das Leben in der Stadt ist 2020+ ein zukunftsweisendes Innenstadtko wieder attraktiv Weg gebracht. Innovative Projekte, die die C ortHannover für Wohnen, Handel und Kultur stärken, w als internationaler Messe-, nächsten Jahren Chancen für pri Wirtschaftsund umgesetzt. Wissenschaftsstandort ment entstehen. Öffentliche Investitionen sc arbeitet an Konzepten für die Stadt der Zukunft. Stadtleben wirdDer wieder zunehmend in de tive Stadträume. Wohlfühlfaktor attraktiv, undMobilitätschancen deshalb ist es auch eine gesteigert. fürAufalle werde gabe der Stadtplanung, mit– innovativen Investieren in Hannover das lohnt sich. Ideen und Projekten die richtigen Antworten auf Fragen des zukünftigen Stadtlebens Landeshauptstadt Hannover zu geben. Immer mehr wird auf Qualität Baudezernat beim Wohnen, auf innovative MobilitätsRudolf-Hillebrecht-Platz 1 angebote und auf eine nachhaltige Stadt30159 Hannover struktur Wert gelegt.

Telefon 0511 168-43130 dezernatVI@hannover-stadt.de Nachhaltige Stadtentwicklung

Führend ist Hannover auch bei Energie- und Umweltfragen. Die Stadt hat sehr gute Ausgangsbedingungen für einen erfolgreichen Klimaschutz. Eine nachhaltige Stadtentwicklung wird schon seit Jahren erfolgreich umgesetzt. Mit der zukunftsweisenden Klima-Allianz 2020 steht Hannover in der ersten Reihe der Klimaschutzregionen in Deutschland. Planen für die Stadt von Morgen

Hans Mönninghoff Wirtschafts- und Umweltdez

n Realisierung/Neubau

n Projekt/Planung

Realisierung/Neubau

Projekt/Planung

Neue Wohn- und Lebensqualität

In Hannover entstehen zahlreiche Wohnquartiere mit Angeboten für alle Generationen. Ob Single, Familie, Baugemeinschaft oder Generation 60+. Die Stadt bietet Wohnchancen für jeden Anspruch.

In jedem Fall müssen Qualität und Nachhaltigkeit gewährleistet sein. Diesem Anspruch wird die neue Siedlung zero:e park im südwestlichen Stadtgebiet gerecht. Der zero:e park ist mit rund 300 Eigenheimen in Passivhausbauweise der größte seiner Art in Deutschland und die größte NullEmissionssiedlung in ganz Europa. Hier wird die Vision vom zukunftsorientierten und verantwortungsvollen Bauen Wirklichkeit. www.zero-e-park.de

Innenstadtkonzept Hannover City 2020+ Neue Projekte für Wohnen, Arbeiten und Handel in der Innenstadt Hannover ist dieund idealeZentrenkonzept Kombination von W EinzelhandelsUmwelt! Ein attraktiver Wirtschaftsstandort, Erhalt und Entwicklung einer ausgewogend verkehrlich angebunden ist. Diverse Ho genen Zentrenstruktur und eines optimarantieren ein großes Potenzial an gut ausgeb len Einzelhandelsangebotes Masterplan Mobilität 2025 kräften. Hannover ist aber auch die Großs Der neue Verkehrsentwicklungsplan setzt meisten öffentlichen Grün pro EinwohnerI auf ein modernes Mobilitätsmanagement land, eine Stadt mit hoher Lebensqualität (u und Mobilitätschancen für alle. günstigen Baugrundstücken)!

Landeshauptstadt Hannover Wirtschafts- und Umweltdezernat Trammplatz 2 30159 Hannover Telefon 0511 168-45039 dezernatV@hannover-stadt.de


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STADT DER ZUKUNFT: Ideen, Konzepte, Chancen  

Die Frage nach der „Stadt der Zukunft“ betrifft einen immer größeren Teil der Menschheit. Während in den industrialisierten Staaten bereits...

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