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November 2013

...auch als APP für Smartphones & Tablets

Kinderwunsch Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt

Projekt Kind

Reproduktionsmedizin

SchwAngerschaft

Warum Paare immer länger warten Seite 3

Wann Mediziner eingreifen sollten Seite 6

Was, wenn es so weit ist? Seite 13

» k i n d e r w u n s c h « i s t e i n e u n a b h ä n g i g e P u b l i k a t i o n d e s i n|p a c t m e d i a V e r l a g s u n d e r s c h e i n t a l s B e i l a g e i n d e r Z EI T .


GRUSSWORT

in|pact media Verlag

Liebe Leserinnen, liebe Leser, spätestens ab dem 30. Geburtstag nimmt das Thema Familienplanung bei den meisten Frauen Gestalt an. Wer bis dahin daran dachte, „irgendwann“ gerne Kinder haben zu wollen, für den wird „irgendwann“ allmählich konkret. Kurzum: Die biologische Uhr beginnt immer lauter zu ticken. Nur allzu verständlich, dass viele den Gedanken vor sich herschieben: Zunächst gilt es die Ausbildung zu absolvieren und den Berufseinstieg zu meistern. Diese Lebensphase ist bei Männern wie Frauen oftmals mit unsicheren Verhältnissen, befristeten Verträgen, Arbeitsplatzwechsel, viel Arbeit und wenig Freizeit behaftet. Hier bleibt selten Zeit, den passenden Partner für die Familiengründung zu finden. Und selbst wenn es ihn bereits gibt, stehen vor allem berufstätige, erfolgreiche Frauen vor einem Dilemma: Soll ich jetzt, da ich mich langsam beruflich etabliert habe, einen Karriereknick riskieren? Oder sollte ich lieber noch einige Jahre warten, bis sich Karriere und finanzielle Sicherheit gefestigt haben? Viele von uns erreichen diesen Zeitpunkt aber sara Karayusuf isfahani Herausgeberin nicht vor Mitte, Ende Dreißig. Sollen wir so lange warten, obwohl wir wissen, dass die weibliche Fruchtbarkeit bereits deutlich abzunehmen beginnt? Sollten wir womöglich unsere Eizellen in jungen Jahren einfrieren lassen, um uns die Chance einer späteren Schwangerschaft zu bewahren? Oder sollten wir die gegebenen biologischen Grenzen akzeptieren und uns mutig in das Abenteuer Familienplanung stürzen? Was, wenn der Mut nicht belohnt wird und sich die ersehnte Schwangerschaft nicht einstellen möchte? Welche Ursachen können zugrunde liegen, ab wann ist der Gang zu einem Spezialisten ratsam? Welche anderen Optionen gibt es? In unserer Sonderpublikation „Kinderwunsch“ möchten wir Ihnen auf diese und viele andere Fragen Antworten geben, möchten aufklären und Lösungswege aufzeigen – nicht nur für die Familienplanung, sondern auch für die aufregende Zeit, wenn das Wunschkind unterwegs ist. Ganz gleich, in welcher Phase Sie sich gerade befinden: Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre und viel Glück und Erfolg beim Abenteuer Familie.

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Ihre Sara Karayusuf Isfahani, Herausgeberin INHALT

Seite 3 Projekt Kind

Seite 10 Forum der Akteure

Seite 16 Risikovermeidung

Wenn Paare das Wunschkind aufschieben

Jörg Puchta, Reproduktionsmediziner Gisela Meese (WHO/UNICEF) Uta Nennstiel-Ratzel, DGNS

Perinatale Diagnostik sichert die Gesundheit

Seite 12 Gesundheitscheck im Mutterleib

Wie Osteopathie bei Kleinkindern wirkt

Seite 4 Natürlich schwanger Welche Naturheilverfahren helfen?

Seite 6 Von IVF und ICSI

Methoden der Pränataldiagnostik

Kinderwunschbehandlungen

Seite 8 Galerie

Seite 13 Wenn die Hormone übernehmen

Künstliche Befruchtung

Was geschieht in der Schwangerschaft?

Seite 8 Gesünder leben

Seite 14 Hurra, das Kind ist da!

Umwelt und Fruchtbarkeit

Herausforderungen für junge Eltern

Seite 17 Keine Zauberei Seite 18 Lutschen, nuckeln, saugen Stillen & Folgeernährung

Hinweis: Alle nicht mit dem Zusatz

»Redaktion« gekennzeichneten Beiträge sind Auftragspublikationen und damit Anzeigen.

Impressum in|pact media GmbH Dircksenstraße 40 D-10178 Berlin T +49 (0) 30 80 20 86 – 530 F +49 (0) 30 80 20 86 – 539 E redaktion@inpactmedia.com www.inpactmedia.com

Chefredaktion Mirko Heinemann (V.i.S.d.P) Stellv. Chefredaktion Klaus Lüber Art DireKtion / Layout Denis Held PROJEKTLEITUNG Lilith Eitel

Autoren MarieFink, Mirko Heinemann, Jürgen W. Heidtmann, Christina Jäger, Klaus Lüber, Katharina Münster, Dr. Ulrike Schupp, Sabine Philipp, Yvonne Schuck LEKTORAT Jürgen W. Heidtmann

IllustrationEN Nele Rojek www.nelerojek.de Druck Axel Springer Druckhaus Berlin-Spandau

HERAUSGEBERIN Sara Karayusuf Isfahani Geschäftsführung Edi Karayusuf Sara Karayusuf Isfahani ANZEIGENVERKAUF Lilith Eitel


kinderwunsch

Seite 3

Projekt Kind

Immer mehr Paare zögern den richtigen Zeitpunkt für ein Wunschkind immer länger hinaus. Wenn es dann nicht mehr klappt, ist die Reproduktionsmedizin gefragt. Mirko Heinemann / Redaktion

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aria del Carmen Bousada Lara war nicht mehr jung, als sie sich endlich dazu entschied, Kinder zu bekommen. Nachdem die Mutter starb, die sie jahrelang aufopfernd gepflegt hatte, setzte die Spanierin ihren Lebenstraum in die Tat um. Sie reiste nach Los Angeles und checkte beim Pacific Fertility Center ein. Dort beantragte sie eine In-vitro-Fertilisation, abgekürzt IVF – eine künstliche Befruchtung im Reagenzglas. Als Vater wählte sie einen anonymen Samenspender aus, die Spermien erhielt sie bei eider Angst, sich Kinder schlichtweg nicht leisten zu ner Samenbank. können beziehungsweise den eigenen LebensstanLaut Gesetz beträgt das Höchstalter für eine dard einschränken zu müssen, vor allem die Sorge, Kinderwunschbehandlung in den USA 55 Jahre. Familie und Beruf nicht vereinbaren zu können Es war exakt das Alter, das Frau Bousada Lara angab. Es war gelogen. Als die Zwillinge Christian und die eigene Karriere zu vernachlässigen.“ Vor und Pau per Kaiserschnitt zur Welt kamen, war allem Frauen geraten unter zunehmenden Druck, die Mutter sage und schreibe 66 Jahre alt. Dem innerhalb ihrer Reproduktionszeit noch Kinder zu Guinness-Buch der Rekorde war dies einen Einbekommen. An verschiedenen Auffassungen zwitrag wert, Titel: „älteste Mutter der Welt“. schen Mann und Frau zerbricht häufig dann auch Ein extremes Beispiel, das zeigt, wozu die monoch die Beziehung. Folge: Männer wie Frauen derne Reproduktionsmedizin in der Lage ist. Aber Ende 30 stehen häufig nicht nur ohne Kinder da, das auch auf einen bedenklichen Trend hinweist: sondern auch noch ohne Partner. Eltern werden immer älter. Auch und vor allem Solche sich quer durch die Gesellschaft abzeichnende Entwicklungen tragen nach Ansicht von Exin Deutschland. Hierzulande hat sich das durchschnittliche Alter einer Mutter bei der Geburt perten maßgeblich dazu bei, dass die Geburtenrate ihrer Kinder seit Mitte der 70er-Jahre von 27 auf in Deutschland seit Jahrzehnten zurückgeht. Aktuell liegt sie in Deutschland bei 1,36 Kindern pro rund 32 Jahre verschoben. Im Schnitt noch älter als Frau. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland die Mütter sind die Väter, das war allerdings auch damit an zehntletzter Stelle. schon in den 70er-Jahren so: Island, Irland und die Türkei Bei nur jeder fünften Geburt führen mit knapp über zwei ist die Mutter älter als der »Immer mehr Deutsche Kindern pro Frau die StatiVater. Die Gründe für diese Enthaben Angst, sich Kinder stik an. Nach einer Unterwicklung sind vielschichtig. suchung des Bundesinstituts nicht leisten zu können.« für Bevölkerungsforschung Einerseits soll die Karriereplanung abgeschlossen sein, hat Deutschland außerdem bevor sich Paare dem Thema weltweit den höchsten Anteil Kind widmen. Im Wettbewerb um die besten Jobs dauerhaft kinderloser Frauen. Knapp ein Viertel zieht für Männer wie Frauen das Lebenstempo an. der Frauen der Geburtsjahrgänge 1964 bis 1968 hat Sind sie erstmal in ihren 30ern angekommen, in danach bewusst keine Kinder bekommen. Die höhere Geburtenziffer im Nachbarland Frankreich der so genannten „Rush Hour des Lebens“, fällt erklären die Autoren der Studie mit der besseren es zunehmend schwer, die Bremse zu ziehen und Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit. sich eine Auszeit zu verordnen. Ein eigenes Kind Und in den nordeuropäischen Ländern werde passt dann nicht mehr ins Konzept, zudem fürchten sich viele vor dem zusätzlichen Kostenfaktor. eine „Politik der Gleichstellung der Geschlechter Folge: Die Entscheidung wird immer weiter hibetrieben, die mit einem hohen Geburtenniveau nausgeschoben. einhergeht“. „Die Unsicherheit, ja fast schon Angst vor der Generell sei in Deutschland der Wunsch nach Familiengründung hält bei vielen Bundesbürgern einem Kind schwächer ausgeprägt als in anderen an“, konstatierte Ulrich Reinhardt, Wissenschafteuropäischen Ländern. In nur sechs weiteren Länlicher Leiter der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, dern möchte die Mehrheit der Befragten keine oder kürzlich bei der Vorstellung einer repräsentativen ausdrücklich weniger als zwei Kinder bekommen. Studie zum Kinderwunsch der Deutschen. „DieUnd kaum 50 Prozent der kinderlosen Deutschen se umfasst für zunehmend mehr Deutsche neben zwischen 18 und 50 Jahren glauben, dass sie im

Leben glücklicher seien, wenn sie in den nächsten drei Jahren ein Kind bekämen. Mit dem gesellschaftlichen Wandel ändert sich auch die Meinung der Bevölkerung zur medizinischen Unterstützung des Kinderwunsches. Nach einer Studie des Marktforschungsinstitutes YouGov würde nur jeder hunderste Deutsche schon mit 25 Jahren gerne die Familienplanung erledigt haben, 13 Prozent würden sich dies bis zum 30. Lebensjahr wünschen. Ein Drittel der Frauen möchte bis zum 35. Lebensjahr, ein weiteres Drittel bis zum 40. Lebensjahr Kinder bekommen. Und: Fast jede fünfte Frau würde auch im Alter von mehr als 40 Jahren noch ein Kind bekommen wollen. Flankiert wird dieser Trend laut YouGov von einer wachsenden gesellschaftlichen Akzeptanz der künstlichen Befruchtung. Nur zehn Prozent finden künstliche Befruchtung moralisch verwerflich, übrigens doppelt so viele Männer wie Frauen. Jede vierte Frau würde sich sogar ihre Eizellen einfrieren lassen, um auch im fortgeschrittenen Alter noch Kinder bekommen zu können. Diese „Social Freezing“ genannte Methode ist eine Art Versicherung für Frauen, auch in fortgeschrittenem Alter noch Kinder zu bekommen. Allgemein gilt: Ab dem 30. Lebensjahr lässt die Qualität der Eizellen nach, eine Schwangerschaft wird schwieriger und birgt höhere Risiken. Eingefrorene, aus jüngeren Lebensjahren stammende Eizellen werden dann im Reagenzglas befruchtet und in die Gebärmutter der Frau eingesetzt. Während für manche hier eine moralische Grenze überschritten ist, sehen andere in Social Freezing eine Errungenschaft der Medizin, mit der man dem demografischen Wandel begegnen könne. Auch Maria del Carmen Bousada Lara, die älteste Mutter der Welt, musste sich gegen Vorwürfe verteidigen, sie sei verantwortungslos und selbstsüchtig. Ihre Geschichte ging tragisch aus: Sie verstarb zweieinhalb Jahre nach der Geburt ihrer Kinder an Krebs. Als Vorreiterin und Verfechterin des Rechts auf Schwangerschaft ist ihr ein Platz in den Geschichtsbüchern gewiss.


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in|pact media Verlag

Natürlich schwanger

Zahlreiche Naturheilverfahren versprechen Hilfe bei ungewollter Kinderlosigkeit. Wann helfen Traditionelle Chinesische Medizin, Phytotherapie oder Homöopathie?

Dr. Ulrike Schupp / Redaktion

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anchmal nimmt der Kinderwunsch eine so extreme Form an, dass die Fixierung auf das Wunschbaby viel Leid erzeugt“, sagt Rena Seemann. „Durch die psychische Anspannung, die damit einhergeht, wird eine Empfängnis erschwert.“ Die Heilpraktikerin hat sich nach mehreren Fortbildungen in China und in Europa auf TCM, auf Traditionelle Chinesische Medizin, spezialisiert. In ihrer Hamburger Praxis ist unerfüllter Kinderwunsch vor allem für Paare in den Dreißigern und darüber hinaus ein Thema. Ein Alter, in dem die Fruchtbarkeit bereits langsam nachlässt. „TCM kann dazu beitragen, dass eine künstliche Befruchtung leichter gelingt“, sagt die Heilpraktikerin. Methoden der alternativen Medizin sind für viele Paare oft die erste Hoffnung, wenn es mit dem Kinderkriegen nicht klappt. Viele Schulmediziner empfehlen ihren Patientinnen oft sogar eine begleitende alternative Behandlung, etwa nach TCM-Regeln. Darüber hinaus haben sich Homöopathie, Phytotherapie,

das Erlernen von Entspannungstechniken und Durch Akupunktur beispielsweise am Knöchel eine Umstellung des Lebensstils zumindest als Erund an den Füßen lässt sich die Durchblutung gänzung zur westlichen Schulmedizin bewährt. der Unterleibsorgane verbessern. Bei der Behandlung mit chinesischen Kräutern spielt Dang Gui, Die Traditionelle Chinesische Medizin setzt chinesische Angelika, oft eine wichtige Rolle. Die nach einer ausführlichen Puls- und Zungendiagnose auf eine ganzheitliche, individuell auf den Wurzel enthält Phyto-Östrogene, hilft bei unregelmäßiger Menstruation oder Krämpfen und fördert einzelnen Menschen abgestimmte Therapie. Zu die Stärkung und Erwärmung des Körpers. den Mitteln der Wahl zählen Akupunktur, chinesische Kräuter und eine Während die Traditionelle Chinesische spezielle Form der ErKinderwunsch: nährung, die mit dem Medizin unterschiedliche natürliche HeilverTCM-Spezialisten Auch diese Methoden können helfen fahren bündelt, haben ebenfalls individuell Yoga sich alternative Theraabgestimmt wird. BeYogaübungen helfen, den Stress abzubauen, der handeln lassen sich dapieansätze im Westen die Fruchtbarkeit durch Hormone wie Cortisol mit beispielsweise Unneben der klassischen negativ beeinflusst. Hatha Yoga ist auch für Anregelmäßigkeiten im Schulmedizin entwifänger relativ leicht zu lernen und schließt Atemckelt. Mehr als 3.000 weiblichen Zyklus, die übungen zum Entspannen mit ein. Hormonyoga Heilpflanzen sind in eine Schwangerschaft soll auch bei unerfüllten Kinderwunsch helfen. der europäischen Phyverhindern können totherapie bekannt. Bei oder die Qualität der Reflexzonentherapie Zyklusstörungen helfen Spermien. Sind diese Die Stimulation der Reflexzonen regt die DurchPflanzen, die den Horzu langsam, verformt blutung an und löst Verkrampfungen. Bei Frauen monspiegel harmonisieoder nicht in genüunter 35 mit unerfülltem Kinderwunsch ist die gender Anzahl vorhanren, beispielsweise Falpositive Wirkung auf die Fruchtbarkeit inzwischen den, lässt das Wunschsches Einkorn, Melisse, durch wissenschaftliche Studien belegt. baby ebenfalls auf sich Salbei oder Rosmarin Chakra-Arbeit warten. bei Östrogenmangel. Unter „Chakren“ verstehen Anhänger dieser LehDie Ursachen für Frauenmantel, Schafsre Energiezentren im Körper, die bestimmten garbe oder MönchspfefProbleme mit der Elementen, Körperbereichen und -funktionen fer kommen bei GelbFruchtbarkeit liegen zugeordnet und durch Energiebahnen verbunden körperschwäche zum aus chinesischer Sicht sind. Der Energiefluss soll durch Massagen, FarbEinsatz. Letzterer hilft fast immer in einer bestrahlung oder auch das Auflegen von Metallen auch Frauen, bei denen Störung des Energiegoder Edelsteinen harmonisiert werden. leichgewichts in Kördie Prolaktin-Ausschütper und Seele. Datung, meist unter DauFruchtbarkeitsmassagen nach kann das Qi, die erstress, gestiegen ist, Eine Fruchtbarkeitsmassage nach Joseph BestLebensenergie, nicht so dass sie eine Schwanford Stephenson und der Ärztin Gowri Motha dauert jeweils etwa 45 Minuten. Sie berücksichgerschaft verhindert. richtig fließen. Ist eine tigt Methoden der Reflexzonentherapie und der Seriöse Phytotherapie Frau nicht empfängLymphdrainage, soll Lymphansammlungen im nisbereit, ist das Qi zu wird ebenso wie hoBereich der Eileiter, Eierstöcke und Gebärmutter möopathische Behandschwach. Dem Körlösen und die Unterleibsorgane stärken. per fehlen die Enerlungen von Ärzten mit gie und die Substanz, Zusatzqualifikation in Bach-Blüten-Therapie um die Befruchtung Naturheilverfahren anBlütenessenzen sollen helfen, das seelische geboten, oder aber von zuzulassen und das Gleichgewicht herzustellen und mehr GelassenHeilpraktikern. Kind zu nähren. heit im Umgang mit Stress zu erlangen. Ingrid Gerhard, In allen Fällen Fachärztin für Gynäkosollte das Energieungleichgewicht ausgeglichen werlogie und Autorin, empfiehlt eine homöopathische den. Zum Auftakt erfolgt deshalb Behandlung unter anderem bei Zyklusstörungen eine drei- bis sechsmonatige Theraund Endometriose sowie bei Männern, um die pie des gesamten Organismus, zu Spermienqualität zu verbessern. Zu einer Veränderung des Lebensstils raten bei Kinderwunsch der auch eine Entgiftung des fast alle Experten. Männer und Frauen sollten aufKörpers gehört. Der Zyklus, hören zu rauchen. Sie sollten hohen Arbeitsstress der oft allein schon durch vermeiden und sich vor Umweltgiften schützen. Stress und Verkrampfung Hilfreich sind darüber hinaus Normalgewicht und gestört ist, kann sich normalisieren. Nicht selten Bewegung ohne Leistungsdruck. kommt es in dieser Zusätzlich können Mineralien und Vitamine Phase plötzlich zu eiwie Zink, Folsäure, Calcium, Selen und Vitamin ner Schwangerschaft. C positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben. „Der Druck, der Die meisten Nährstoffe kann man im Rahmen einer gesunden, ausgewogenen Ernährung zu sich auf den werdenden nehmen, beispielsweise bei ausreichendem Verzehr Eltern lastet, lässt von Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Obst. Der nach, weil es zunächst scheinbar Zink- und Folsäurehaushalt kann zusätzlich mit nur um die EntPräparaten aus der Apotheke optimiert werden, giftung geht“, sagt da diese Nährstoffe nicht in vielen Lebensmitteln Rena Seemann. vorkommen.


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kinderwunsch

— Beitrag ARISTO PHARMA —

»Mikronährstoffe: Die sanfte Art die Fertilität zu erhöhen.« Universitätsdozent Dr. Martin Imhof, Gründer des IMI Zentrums für Kinderwunschmedizin, zu den Vorzügen einer Nährstofftherapie bei ungewollter Kinderlosigkeit. Wenn Paare Probleme haben Kinder zu bekommen, spielt oft die Ernährung eine wichtige Rolle. Bitte erklären Sie uns, warum?

Derzeit beobachten wir Gründer des IMI Zentrums eine deutliche für Kinderwunschmedizin, Minderung der Chefarzt der gynäkoNahrungsqualogischen Abteilung des Landesklinikums lität durch MasKorneuburg senproduktion von Lebensmitteln. Solche, die in hoch industrialisierten Ländern wie den USA, Europa oder Japan verzehrt werden, enthalten immer weniger Nährstoffe, die für ein gutes Funktionieren des menschlichen Organismus notwendig sind – insbesondere was den Mechanismus der Reproduktion angeht. Gleichzeitig gibt es den dringenden BeUNIV.-DOZ. DR. MARTIN IMHOF

darf, gerade diese Mechanismen zu optimieren, da wir uns zunehmend in einem Alter fortpflanzen, das biologisch eigentlich nicht mehr optimal ist. Hinzu kommen auch Faktoren wie Übergewicht oder Rauchen, von denen bekannt ist, dass sie eine regelrecht fertilitätshemmende Wirkung haben.

bei Spermien um ein Lagerprodukt, das oftmals über Tage in den Nebenhoden gespeichert wird. Um sie in diesem Zustand vor schädlichen Stoffen schützen zu können, greift der Körper auf besondere Mikronährstoffe zurück, sogenannte Antioxidantien, die die Fähigkeit haben, Schadstoffe zu binden.

Welche Rolle spielen Mikronährstoffe bei der Erhöhung der Fertilität?

Auch Frauen profitieren von Mikronährstoffen. Inwiefern?

Unter Mikronährstoffen versteht man all jene Substanzen, die der Körper braucht, die er aber nicht selbst erzeugen kann und die wir in der Regel über die Nahrung aufnehmen, beispielsweise Vitamine. Für den menschlichen Reproduktionsmechanismus sind diese Stoffe jedoch sehr wichtig. Der Mann benötigt Mikronährstoffe für den Aufbau funktionstüchtiger Spermien, ein sehr energieintensiver Prozess, bei dem eine ganze Reihe von Substanzen benötigt werden. Zudem handelt es sich

Wir wissen, dass Mikronährstoffe maßgeblich daran beteiligt sind, ideale Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Schwangerschaft zu schaffen: zum Beispiel in Form einer Stabilisierung des Eisprunges oder der qualitativen Verbesserung der Gebärmutterschleimhaut. Auch zwischen der Reaktivität des Eierstocks und der Versorgung mit Mikronährstoffen besteht ein Zusammenhang. Deren antioxidative Kapazität, so vermuten wir, entlastet die Eierstockfunktion, erhöht damit die Wahr-

scheinlichkeit des Eisprunges und verbessert darüber hinaus die Selektion qualitativ hochwertiger Eizellen. Warum kann es sinnvoll sein, Mikronährstoffe in Form eines diätetischen Lebensmittels einzunehmen?

Es ist sehr schwer, einen Mangel über eine einfache Ernährungsumstellung auszugleichen. Meiner Meinung nach sollte jedes Paar, das Probleme hat Kinder zu bekommen, speziell auf die Kinderwunschphase zugeschnittene Mikronährstoffe zu sich nehmen. Schon allein deshalb, weil es eine gute Grundlage für weiterführende Behandlungen darstellt. Das gilt besonders für Paare ab 30, bei denen man bereits mit einem Rückgang der Fertilität um 50 Prozent rechnen muss. Egal, mit welcher Problematik man es im Einzelfall zu tun hat: Eine Nährstofftherapie ist in jedem Fall die gesündeste Art, die Fertilität des Mannes sowie auch der Frau zu erhöhen. ANZEIGE

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in|pact media Verlag

einer leichten Hormontherapie stimuliert. Damit stellen wir sicher, dass ein, zwei Eibläschen entstehen“, erläutert Schüring das Verfahren. Wie geht eine In-Vitro-Fertilisation vonstatten?

Von IVF und ICSI Ungewollte Kinderlosigkeit lässt sich mit medizinischen Mitteln gut behandeln.

Sabine Philipp / Redaktion

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Schlägt auch diese Behandlung fehl oder sind die Eileiter verschlossen, führen die Ärzte in der Folge eine In-Vitro-Fertilisation (IVF) durch, eine Befruchtung im Reagenzglas. „Da wir mit mehreren Eizellen arbeiten, erhält die Frau eine wirksamere Hormontherapie. Ziel ist es, auf jeder Seite etwa sechs Eibläschen zu erzeugen. Dann wird der Eisprung ausgelöst. „Exakt 36 Stunden später entnehmen wir mit einer kleinen Punktionsnadel über die Scheide Eizellen, die im Reagenzglas mit dem aufbereiteten Samen des Mannes zusammengebracht werden. Die befruchtete Eizelle entwickelt sich in zwei Tagen zum Embryo, der dann der Frau eingepflanzt wird.“ Ursachensuche beim Mann

Ursachenforschung

it dem Kinderwunsch auf natürlichen Wenn es mit der Befruchtung nicht klappt, Weg hat es nicht geklappt. Kinderwunschkann das an vielen Faktoren liegen. So kann etwa zentren sind oft die nächste Anlaufstelle. die Gebärmutterschleimhaut, beim AshermanDabei hapert es mitunter an kleinen Details, die oft Syndrom etwa, zerstört oder entzündet sein – mit einfachen Mitteln korrigiert werden können. meist bedingt durch eine vorangegangene AusIm Kinderwunschzentrum der Universitätsklischabung. Wird eine Endometriose festgestellt, nik Münster UKM geht man auf Ursachensuche: bedeuet dies, dass die Gebärmutterschleimhaut In der Gynäkologischen Abteilung nehmen die außerhalb der Gebärmutter angesiedelt ist. Laut Ärzte zunächst den weiblichen Zyklus unter die Schüring könne sie dann tumorähnlich wuchern, Lupe und prüfen, ob eine Eizelle heranreift und was eine Entzündung hervorrufen und die Eindie Gebärmutter bereit für die Schwangerschaft nistung behindern könne. Endometriose und das ist. „Beim Zyklusmonitoring beobachten wir die Asherman-Syndrom können operativ oder mit Eierstöcke per Ultraschall und messen den Gehalt Hormonen behandelt werden. In anderen Fällen verschiedener Hormone im Blut“, erklärt Andreas liegt das Problem beim Eileiter. „Eine Adnexitis, Schüring, gynäkologischer Leiter des UKM Kinalso eine Eileiterentzündung, wird sehr häufig derwunschzentrums. Unter Umständen wird der durch Chlamydien hervorgerufen, einer sexuell Eierstock mit kleinen Hormondosen stimuliert übertragbare Infektion. Die Krankheit wird mit(Stimulationstherapie). Sobald das Eibläschen eine tels Bauchspiegelung diagnostiziert“, so Schüring. bestimmte Größe erreicht hat und sich die GebärKonnten Ursachen wie die Endometriose ausmutterschleimhaut geschlossen und die aufbaut – in der die Eileiterdurchgä nSchwangerschaft hegigkeit nachgewieWeitergehende Informationen ranwächst – steht der sen werden, kommt Eisprung kurz bevor: im UKM KinderEine Datenbank mit SchwangerschaftsberaDie Eizelle wandert wunschzentrum oft tungsstellen nebst vielen Informationen gibt in den Eileiter und die Insemination es auf www.familienplanung.de. vereint sich dort mit zum Einsatz. „SoDer Verein Wunschkind e.V informiert auf dem Samen: Die Bebald wir einen nahen www.wunschkind.de über Kinderwunschfruchtung hat stattEisprung erkennen, behandlungen und listet lokale Selbsthilfegefunden. „Wir raten wird der gereinigte gruppen auf. dem Paar am Abend und aufbereite Savor und am Morgen men des Mannes in Das Kinderwunschspecial auf nach dem Eisprung www.eltern.de/kinderwunsch greift die Gebärmutter einVerkehr zu haben. verschiedene Facetten des Themas auf. gesetzt – ein weiteres Falls nötig, wird der einfaches Verfahren, Die Deutsche Gesellschaft für Urologie Eisprung mit einer das nicht zur Reainformiert über die Behandlung des Mannes: Hor mo n i nje kt io n genzglasbefruchtung www.urologenportal.de. ausgelöst“, so der Kinzählt. Meist wird die (weitere Adressen auf Seite 11) derwunschspezialist. Patientin zuvor mit

Bei der intracytoplasmatischen Spermien Injektion (ICSI) hingegen wird der Samenfaden direkt in eine Eizelle injiziert, weil nicht genügend Samenfäden vorhanden oder weil sie nicht beweglich genug sind. „In einem Spermiogramm untersuchen wir, ob die Zahl, Form und Geschwindigkeit der Spermien im Ejakulat eingeschränkt ist“, erklärt Sabine Kliesch, Chefärztin Andrologie am Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie am Uniklinikum Münster. Sehr häufig diagnostizieren die Mediziner Infektionen, die die Befruchtungsfähigkeit der Samenfäden stören. Manchmal finden sie Antikörper im Ejakulat. Sie können die Spermien in ihrer Vorwärtsbeweglichkeit stören. Oft leiden die Patienten aber auch an einer Hormonstörung, die den Hoden in seiner Funktion einschränkt. „Wir versuchen zunächst, die Ursache zu korrigieren, zum Beispiel mit einer Hormontherapie. Häufig verbessert sich die Samenqualität wieder“, so Kliesch. Als Ultima Ratio entnehmen die Mediziner Spermien aus dem Hoden (TESE). In seltenen Fällen auch aus den Nebenhoden (MESA). Die Spermien werden eingefroren und bei einer künstlichen Befruchtung eingesetzt. Was kostet eine Kinderwunschbehandlung? Die Kosten für eine IVF oder eine ICSI bewegen sich in der Regel im mittleren vierstelligen Bereich. Die gesetzliche Krankenkasse (GKV) übernimmt 50 Prozent für bis zu drei Versuche. Bedingung: Die Frau ist jünger als 40, der Mann jünger als 50. Das Paar muss verheiratet und älter als 25 Jahre sein. Bei der Insemination kann die GKV ebenfalls die Hälfte der Kosten übernehmen, die oft im mittleren dreistelligen Bereich liegen. Bei MESA und TESE können zusätzliche Kosten von etwa 500 bis 1000 Euro auf die Patienten zukommen, zuzüglich möglicher Lagerungsgebühren. Aktuell ändern sich die Kostenregelungen bei einigen Kassen, die teilweise bis zu 100 Prozent der Kosten übernehmen.


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kinderwunsch

— Beitrag Kinderwunschzentrum stuttgart —

Kompetenz und Erfahrung Ein Interview mit Dr. med. Friedrich Gagsteiger, Chefarzt der Kinderwunschzentren in Stuttgart, Ulm und Ravensburg. Kinderlosigkeit kann viele Gründe haben und ist nicht so selten, wie von vielen Paaren angenommen wird. Eine optimale medizinische Behandlung Dr. med. erfolgt heute in Friedrich Gagsteiger so genannten Chefarzt Kinderwunschzentren Stuttgart, Ulm „Kompetenzund Ravensburg Netzen“. Frauenärzte und Andrologen arbeiten hier Hand in Hand mit hochspezialisierten „Kinderwunsch-Zentren“. Dort sind die Ärzte ausschließlich auf die Behandlung von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch spezialisiert und verfügen über eine optimale medizinische Ausstattung.

Diese Störungen zu erkennen und Hindernisse für die ersehnte Schwangerschaft aus dem Weg zu räumen, ist unsere wichtigste Aufgabe. Es geht jedoch immer auch darum, hier sehr sanft und schonend vorzugehen. Es gilt stets das Motto, „so wenig wie möglich und doch so viel wie nötig zu tun“. Manchmal genügt für den Erfolg, das Ineinandergreifen der verschiedenen Abläufe im weiblichen Körper ausführlich zu erklären. In anderen Fällen muss die Eizellreifung hormonell unterstützt oder die Spermienqualität verbessert werden, um Erfolg zu haben. Und nur wenige Paare benötigen eine „Invitro-Fertilisation“ oder ähnliche Verfahren zu ihrem Glück.

Viele Paare wünschen sich eine Familie mit Kindern. Warum klappt das manchmal nicht?

Wie muss man sich einen Besuch in einem Kinderwunsch-Zentrum vorstellen?

Immer häufiger bekommen Paare ihren
 Herzenswunsch nach einem gemeinsamen Kind nicht erfüllt. In
 Deutschland ist bereits jedes siebte Paar betroffen und muss sich früher oder später an einen Spezialisten wenden. Kinder zu bekommen ist etwas sehr Natürliches. Gleichzeitig ist der Fortpflanzungsprozess aber auch sehr kompliziert, und der Erfolg hängt von sehr vielen wichtigen Details ab, die reibungslos ablaufen müssen. Schon kleine Störungen können den Erfolg verhindern.

Beim ersten Beratungsgespräch erfährt das Paar eine umfassende Aufklärung über alle für sie in Frage kommenden Behandlungsmethoden. Wichtig ist dabei, dass man von „seinem eigenen Arzt“ betreut wird. Mit ihm zusammen findet das Paar seinen individuellen Weg zum Wunschkind. Oft sind hier viele Gespräche notwendig.

Was können Sie tun, wenn solche „Störungen der Fruchtbarkeit“ vorliegen?

Und wenn es doch nicht so einfach ist?

Um alle relevanten Bereiche für eine präzise Diagnostik und erfolg-

versprechende Therapie anbieten zu können, arbeiten wir fachübergreifend mit Spezialisten für Andrologie, Genetik, Embryologie, Psychosomatik, traditionelle chinesische Medizin und Homöopathie zusammen. Selbstverständlich profitieren die Paare auch davon, dass das Zentrum über die modernste technische Ausstattung verfügt und die erfolgversprechendsten Verfahren der Reproduktionsmedizin jederzeit zur Verfügung stehen. Erfolgreiche Fortpflanzungsmedizin ist heute auch High Tech-Medizin, deren Anwendung ein komplexes Wissen und ständigen wissenschaftlichen Austausch voraussetzt. Unterstützt wird alles von einem professionellen Qualitätsmanagement, das alle technischen Prozesse optimiert und transparent darstellt. Das alles dient aber nur dazu, einen im Grunde natürlichen Prozess in Gang zu setzen. Mit seinem Wunsch nach einem Kind zu einem Spezialisten zu müssen: Ist das nicht sehr belastend?

Das seelische Wohlbefinden spielt in der Kinderwunsch-Behandlung eine große Rolle. Wir nehmen die Bedenken unserer Patienten ernst und schaffen die Voraussetzungen dafür, sich bei uns wohl zu fühlen. Eine angenehme Atmosphäre, Ruhe, Entspannung und vor allem das Vertrauen in den Arzt und die moderne Wissenschaft helfen dann, dass neues Leben entsteht.

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder. Dante Alighieri

Kinderwunsch-Zentrum Stuttgart

Telefon: 0711 997806-0 | Friedrichstr. 45 | www.kwz-stuttgart.de

Kinderwunsch-Zentrum Ulm

Telefon: 0731 15159-0 | Einsteinstr. 59 | www.kwz-ulm.de

Kinderwunsch-Zentrum Ravensburg - Dreiländerklinik

Telefon: 0751 3621467-0 | Wilhelm-Hauff-Str. 41 | www.kwz-ravensburg.de

Wie können sich interessierte Paare bei Ihnen informieren?

In Stuttgart, Ulm und Ravensburg bieten wir regelmäßig Informationsabende für Paare mit Kinderwunsch an. Diese Veranstaltungen können und wollen das persönliche Gespräch nicht ersetzen, sondern sollen Paaren helfen, die am Anfang der Diagnostik oder Behandlung stehen und sich orientieren wollen. In dem Vortrag wird ein ausführlicher Überblick über Gründe der Kinderlosigkeit und die entsprechenden Behandlungsmethoden vermittelt. Anschließend werden sorgfältig alle offenen Fragen besprochen. Die Informationsabende sind selbstverständlich unverbindlich und kostenlos. Die aktuellen Termine finden Sie auf den Internetseiten der Kinderwunsch-Zentren. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung sinnvoll. Noch eine persönliche Frage: Warum macht Ihnen Ihr Beruf so viel Freude?

Ich bin stolzer Vater von vier wunderbaren Kindern und sehe es als meine Lebensaufgabe an, anderen dabei zu helfen, selbst Eltern zu werden. Neues Leben entstehen zu sehen, ist immer wieder ein Wunder. Und gibt es etwas Schöneres, als täglich dieses Wunder und die Freude darüber miterleben zu dürfen?

www.kinderwunschzentrum-ulm.de


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in|pact media Verlag

Galerie

Gesünder leben

Künstliche Befruchtung Eizell-Entnahme

Seit Jahren sinkt offenbar die Fruchtbarkeit in Industrieländern. Die Ursachen sind vielfältig.

Jürgen W. Heidtmann / Redaktion

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Unter Ultraschallkontrolle werden die Eizellen mit einer Nadel aus den Eierstöcken abgesaugt.

Befruchtung

Die Befruchtung findet bei der IVF in der Petrischale statt (links). Bei der ICSI (rechts) werden die Samenfäden direkt in die Eizelle injiziert.

Embryo-Transfer

Die Einpflanzung vom maximal zwei Embryonen erfolgt nach zwei bis drei Tagen. (Copyright: Merck)

as Paar ist jung, möchte Kinder. Alle medizinischen Voraussetzungen scheinen gegeben. Aber es klappt nicht: Die Frau wird nicht schwanger. Diese subjektive Beobachtung bestätigen bei Umfrage im Bekanntenkreis viele Betroffene. Als Erklärung bemüht man oftmals Stress, schlechte Ernährung, Rauchen oder Alkohol. Was stimmt daran? Wissenschaftler untersuchen das Phänomen sinkender Fertilität ebenfalls. Das Problem ist, dass es angesichts der Vielzahl der Faktoren im Zusammenspiel schwer ist, klare Zusammenhänge herzustellen. Zudem wären umfangreiche Befragungen von Paaren nötig, um einen objektiven Trend zu belegen. Ansätze bieten Langzeituntersuchungen etwa der Spermienqualität von Männern. Bereits Mitte der 1990er Jahren konstatierten medizinische Studien eine sinkende Anzahl der Zellen in der Samenflüssigkeit. Danach gehe die Zahl männlicher Samen um rund zwei Prozent pro Jahr zurück. Die Methodik dieser Studien wurde kritisiert, zudem wurde nicht klar, ob das Phänomen globale Ausmaße hatte. Eine kürzlich ausgewertete Langzeitstudie französischer Forscher, die als methodisch korrekt gilt, bestätigte allerdings die nachlassende Spermienqualität. Ausgewertet wurden Daten von 26.000 Männern im Zeitraum von 1989 bis 2005. Im Durchschnitt sei demnach im Untersuchungszeitraum die Zahl der Spermien von rund 75 Millionen auf knapp 50 Millionen pro Milliliter gesunken. Auch die Zahl von knapp zwei Prozent pro Jahr wurde bestätigt. Auch der Anteil der normal geformten Spermien sank von 61 auf 39 Prozent. Einen Grund für den Spermienschwund können die Wissenschaftler aus dieser Untersuchung nicht ableiten. Stattdessen führen sie ihn auf Umwelteinflüsse zurück, vor allem auf hormonell aktive Chemikalien. Diese so genannten Endokrinen Disruptoren stecken in manchen Weichmachern und besitzen eine ähnliche Molekularstruktur wie menschliche Hormone. Ihre genauen Einflüsse sind noch nicht ausreichend erforscht. Offenbar sind die Wirkungen individuell auch unterschiedlich: Konzentrationen, die bei einem Mann zu Schädigungen im Hormonhaushalt führen, haben auf einen anderen Mann kaum Einfluss. Auch Stress kann Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit sein. Erwiesen ist, dass starker psychischer Stress sowohl bei Frauen als auch bei Männern Störungen des Hormonhaushaltes verursachen kann. Männer, die sich schlecht ernähren, etwa bestimmte Vitamine und wertvolle Fette nicht zu sich nehmen, können unter nachlassender Fruchtbarkeit leiden. Bei beiden Partnern können sowohl starkes Übergewicht, Untergewicht wie auch der Genuss von Alkohol und Zigaretten die Chancen auf Nachwuchs deutlich reduzieren. Männer, die das Rauchen aufgeben, können die Wahrscheinlichkeit für eine Befruchtung um 30 Prozent erhöhen. Auch wer regelmäßig viel Alkohol trinkt, senkt die Wahrscheinlichkeit, Kinder zu zeugen. Bei Frauen hat der Konsum von Zigaretten nachgewiesenermaßen einen negativen Einfluss auf das Wachstum der Eibläschen und damit der Eizellen. Außerdem nimmt die Konzentration der Hormone Östradiol und Progesteron ab, welche die Einnistung der Eizelle begünstigen. Dazu kommt, dass bei Raucherinnen die Menopause bis zu vier Jahre früher einsetzt. Ein weiterer Grund, warum Paare kinderlos bleiben, können extreme sportliche Aktivitäten sein. Vor allem Frauen, die Hochleistungssport treiben, gefährden ihre Fruchtbarkeit. Zwar ist schon länger bekannt, dass Spitzensportlerinnen häufig unfruchtbar sind. Eine vor fünf Jahren veröffentlichte Studie der Norwegischen Universität der Wissenschaft und Technologie unter 3.000 jungen norwegischen Frauen indes ergab, dass sogar jede vierte Frau, die bis zur Erschöpfung trainierte, unfruchtbar war. Zudem jede zehnte, die täglich Sport betrieb. Am häufigsten betroffen waren diejenigen, auf die beides zutraf. Besonders deutlich war der Effekt bei Sportlerinnen unter 30 Jahren. Allerdings war die negative Wirkung des Hochleistungstrainings vorübergehend. So bekamen die meisten Sportlerinnen, die an der Studie teilgenommen hatten, letztlich doch noch Kinder.


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kinderwunsch

— Beitrag der Kinderwunschzentren Düsseldorf, Wiesbaden und Berlin am Gendarmenmarkt (VivaNeo-Gruppe) —

Schwangerschaft mit ärztlicher Hilfe Wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt, steht ein Besuch im Kinderwunschzentrum an. Was dort auf Paare zukommt, erläutern die Reproduktionsmediziner Dr. Peter Sydow, Dr. Thomas Hahn und Prof. Dr. Stefan Kissler.

Wann sollten Paare ein Kinderwunschzentrum aufsuchen? Dr. Peter Sydow: Die klinische De-

finition besagt, dass nach einem Jahr ungeschützten Verkehrs eine ungewollte Kinderlosigkeit vorliegt. Diesen Zeitraum kann man abwarten, es sei denn, es liegen besondere Umstände vor. Aufgrund der abnehmenden Fruchtbarkeit sollten Frauen über 35 Jahre bereits nach sechs Monaten eine Diagnostik einleiten. Dr. Thomas Hahn: In meiner Praxis habe ich zunehmend das Problem, dass Patientinnen zu einem Zeitpunkt kommen, an dem ich ihnen nicht mehr helfen kann. Ab einem Alter von 30 Jahren geht die Fertilität bei Frauen zurück. Und auch wir Reproduktionsmediziner sind von den biologischen Rahmenbedingungen abhängig. Wenn die Frau ihre Fertilität schon verloren hat, kann niemand sie zurückholen. Können Frauen mit Hilfe von Social Freezing ihre biologische Uhr anhalten? Prof. Dr. Stefan Kissler: Zu uns

kommen fünf bis acht Patientinnen im Monat, die ihre Eizellen einfrieren lassen wollen, um sie für eine spätere Befruchtung zu konservieren. Das Problem ist, dass auch diese Frauen oft schon sehr spät kommen. Medizinisch ist eine Schwangerschaft auch für ältere Frauen kein Problem, aber die Erfolgschancen einer Befruchtung sinken mit dem hohen Alter der Eizelle. Deshalb gilt auch und gerade für das so genannte Social Freezing: Frauen sollten das in möglichst jungen Jahren machen. Worauf sollte man bei der Auswahl eines Kinderwunschzentrums achten? Dr. Sydow: Das Kinderwunschzen-

tren sollte das komplette Spektrum der modernen Reproduktionsmedizin anbieten. Dazu gehören die IVF und die ICSI. Neben der technischen Ausstattung ist es wichtig, dass die Patienten aber auch ein gutes Gefühl bei den Gesprächen mit Ärzten und Schwestern in der Praxis haben. Dr. Hahn: Erfahrung ist wichtig.

Man muss in der Lage sein Vertrauen aufzubauen. Ich sehe mich nicht als jemand, der nur eine Schwangerschaft produzieren soll, sondern als Coach, der seine Patienten durch die Prozedur hindurchführt. Prof. Kissler: Man sollte ruhig Freunde und Freundinnen fragen. Meine Sprechstunde füllt sich vor allem durch Mundpropaganda.

Dr. Peter Sydow

MVZ Praxisklinik Sydow am Gendarmenmarkt, Berlin

Wie läuft das erste Gespräch ab? Dr. Sydow: Im ersten

Gespräch versuchen wir durch Fragen an die Patienten die Situation zu erfassen. Dabei ist die Dauer des Kinderwunsches und das Alter der Patienten genauso wichtig wie mögliche Vorerkrankungen oder besondere Lebensumstände. Anschließend wird die Basisdiagnostik mit Ultraschall und Hormonuntersuchungen bei der Frau und Spermienanalyse beim Mann eingeleitet. Auf diese Weise können wir die Fruchtbarkeit des Paares relativ schnell einschätzen und Therapievorschläge machen.

Dr. Thomas Hahn

Kinderwunsch Zentrum Wiesbaden

Prof. Dr. Stefan Kissler

Kinderwunschzentrum Düsseldorf

Zu welcher Behandlung kommt es in der Regel und wie sind die Erfolgsquoten? Dr. Sydow: Wir bestimmen zuerst

die Ursache der Kinderlosigkeit und behandeln dann gezielt. Bei Eileiterproblemen oder Endometriose ist oft die In-vitro-Fertilisation (IVF) nötig. Die Erfolgsquote liegt in einem guten Zentrum bei 30 bis 40 Prozent pro Embryotransfer. Bei deutlicher Einschränkung der Spermienfunktion kommt die direkte Injektion des Spermiums in die Eizelle (ICSI) in

Frage. Die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit ist etwa genauso hoch. Dr. Hahn: Mit der Einschränkung, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit vom Alter abhängig ist. Bei sehr jungen Patientinnen liegt sie pro Zyklus bei über 50 Prozent, während ältere Patientinnen um die 40 Jahre nur unter 30 Prozent zu erwarten haben.

Kinderwunschtherapie nicht klappt? Prof. Kissler: Sicher kann es zu

Wie wählen Sie die richtige Eizelle aus? Dr. Sydow: Bisher

gen, aber bei männlicher Subfertilität sind wir heute in der Lage, eine Lösung beinahe zu garantieren. Wenn die Spermiogrammwerte eine kritische Grenze unterschreiten, werden die besten Spermien aus dem Ejakulat herausgeholt. Eine Befruchtung lässt sich per Mikroinjektion erzwingen. Bei Frauen ist das anders: Die Eizelle lässt sich nicht manipulieren.

erfolgte die Auswahl der Eizellen vor allem durch die mikroskopische Betrachtung. Neue technische Entwicklungen wie die Embryoskopie erlauben eine permanente Beobachtung des Entwicklungsverhaltens der Zellen. So können nicht geeignete Eizellen besser identifiziert und von der weiteren Kultur ausgeschlossen werden. Durch diese Methode konnte die Schwangerschaftsrate gesteigert werden. Wie belastend ist die Behandlung für die Paare?

Dr. Hahn: Frauen, die die Behandlung vor sich haben, überschätzen in der Regel die körperlichen Belastungen und unterschätzen die psychischen. Die allermeisten Probleme lassen sich in einer stabilen Partnerschaft gut auffangen. Aber wenn man das Gefühl hat, man ist seelisch nicht belastbar, ist man gut beraten, sich professionelle Unterstützung zu holen. Könnte Frust über misslungene Versuche auch dazu führen, dass die

schweren Enttäuschungen in der Behandlung kommen. Aber namhafte Psychologen bestreiten, dass psychologische Ursachen allein dafür ursächlich sein können, dass es mit dem Kinderwunsch nicht klappt. Das gilt sowohl beim klassischen Zeugungsvorgang als auch in der Kinderwunschbehandlung. Wir haben bisher immer von den Frauen gesprochen. Was wird bei Männern unternommen, deren Zeugungsfähigkeit eingeschränkt ist? Dr. Hahn: Das mag ungerecht klin-

Man hat gelegentlich gehört, dass Eizellen und Samenzellen verwechselt wurden... Dr. Sydow: Das ist ein schreckliches

Szenario, nicht nur für die Patienten, sondern auch für uns. Wir haben deshalb ein elektronisches Sicherheitssystem, englisch: Witness, eingeführt. Jeder Behälter, in dem sich Samen- und Eizellen befinden, wird in unserer Praxis mit einem RFIDTransponder ausgestattet. In dem geschlossenen System des Labors dürfen nur Proben des Paares zur gleichen Zeit bearbeitet werden. Wenn nicht autorisierte Proben versehentlich dort hineingelangen, wird – bereits bevor etwas passieren könnte – ein akustischer und visueller Alarm ausgelöst. Verwechslungen sind dadurch absolut ausgeschlossen.

www.praxisklinik-sydow.de www.kinderwunschzentrumwiesbaden.de www.ivf-duesseldorf.de


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Forum DER AKTEURE

Kinderwunsch & Medizin Die Redaktion befragt Akteure über aktuelle Entwicklungen.

Dr. Jörg Puchta

Gisela Meese M. A .

Dr.med. Uta Nennstiel-Ratzel

Reproduktionsmediziner, München

Geschäftsführerin der WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundlich“

Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Neugeborenenscreening (DGNS)

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ie Gesellschaft wird immer älter, und viele Frauen schieben ihren Kinderwunsch immer weiter auf. Sie wollen sich zunächst im Beruf etablieren. Das ist kein Egoismus, sondern eine Notwendigkeit, die sich aus den Bedingungen unserer Gesellschaft ergibt. Dabei liegt das medizinisch optimale Alter, Kinder zu bekommen, bei Mitte bis Ende Zwanzig. Die meisten Menschen werden frühzeitig absehen können, ob sie in diesem oder einem reiferen Alter Mutter oder Vater werden wollen.

»Aufklärung über Social Freezing tut not.« Social Freezing kann dabei den Erfolgsdruck nehmen. Mit dieser Methode ist es nicht nur möglich, in späterem Alter relativ sicher Kinder zu bekommen, sondern auch die Rate an Risikoschwangerschaften und damit das Risiko von Fehlbildungen zu reduzieren. Es handelt sich ja um eine vitalere Eizelle aus jüngeren Lebensjahren. Das ist kein Eingriff in die Schöpfung, wie manche glauben mögen, sondern eine Technik, die dem Menschen zum Wohle dient. Sonst müsste man über jeden, der sich in ein Flugzeug setzt, sagen, er habe die Schöpfung überlistet. Weil Gott ihm ja keine Flügel verliehen habe. Und: Bei Patienten, die vor einer Chemo- oder Strahlentherapie stehen, ist die Kryokonservierung von Eizellen schon seit Jahren etabliert. Im Fall des Social Freezings handelt es sich um die Anlage einer Fruchtbarkeitsreserve sowohl für Frauen als auch für Männer aus einer nicht-medizinischen Indikation. Sozusagen eine Art persönliche Versicherung der Fortpflanzungsfähigkeit für spätere Jahre durch das Tiefgefrieren der eigenen Ei- oder Samenzellen. Mit dieser Methode können wir als geburtenschwaches Land einen Teil unserer demografischen Probleme lösen. Wer spontan schwanger wird – perfekt. Wer nicht, hat die eigenen jungen Zellen. Das kann tiefe Frustrationen vermeiden. Aufklärung über Social Freezing zu befürworten, bedeutet nicht, den Paaren ihre Fortpflanzung wegzunehmen, sondern ihnen den Weg zu erleichtern. www.kinderwunschzentrum-an-der-oper.de

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as Wort „stark“ wird oft verwendet, um die Persönlichkeit eines Menschen zu beschreiben. Eine „starke Persönlichkeit“ verbinden wir mit Charakter, Intelligenz, Teamfähigkeit, Souveränität und Vertrauen. „Stark werden“, das ist eine Entwicklung, die in der Kindheit beginnt. Kinder brauchen dafür eine belastbare Bindung, zu ihren Eltern oder Bezugspersonen. Das Entstehen dieser Bindung bezeichnen Fachleute als „Bonding“. Babyfreundliche Geburtsund Kinderkliniken berücksichtigen und fördern das Bonding, wo immer es geht. Eine gelungene Eltern-Kind-Bindung macht das Baby stark für seinen weiteren Lebensweg. Bei „Babyfreundlich“ steht die Eltern-Kind-Bindung im Mittelpunkt. Babyfreundliche Einrichtungen ermöglichen Eltern und Neugeborenen das behutsame gegenseitige Kennenlernen. Dazu gehört der Haut-zu-Haut-Kontakt ab der Geburt, der einen nachweislich positiven Effekt auf das Entstehen der Bindung hat. Auch nach einem Kaiserschnitt wird Hautkontakt ermöglicht. Wenn die Mutter noch nicht dazu in der Lage ist, ist es der Vater, der das Kleine zuerst in die Arme schließt und ihm ein gutes Gefühl von Nähe und Geborgenheit gibt. Auch Frühchen wachsen und gedeihen nachweislich besser, wenn sie Hautkontakt und die liebevolle Pflege der Eltern erleben. Babyfreundliche Geburts- und Kinderkliniken fördern das Stillen.

»Eine gelungene Eltern-KindBindung macht das Baby stark.« Das Stillen trägt ebenfalls dazu bei, Kinder stark zu machen: Es gibt dem Kind Sicherheit und Geborgenheit am vertrauten Körper der Mutter, es programmiert die Organfunktionen und den Immunschutz des Säuglings. Das Fachpersonal der babyfreundlichen Geburtshilfe und Kinderheilkunde wurde speziell für die Stillberatung geschult. Zertifizierte „Babyfreundliche“ Einrichtungen sind an der Auszeichnungsurkunde von WHO und UNICEF mit dem Picasso-Motiv „Maternité“ zu erkennen. Für werdende Eltern ist dies eine wertvolle Orientierungshilfe bei der Auswahl einer geeigneten Klinik. www.babyfreundlich.org

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ie meisten Kinder kommen gesund zur Welt und bleiben es auch. Es gibt jedoch seltene angeborene Stoffwechselerkrankungen und Hormonstörungen, die bei Neugeborenen noch nicht durch äußere Zeichen erkennbar sind und unbehandelt zu Organschäden, geistigen und körperlichen Behinderungen oder gar Todesfällen führen können. Dies kann bereits in den ersten Lebenswochen geschehen. Erkennt und behandelt man diese Erkrankungen frühzeitig, so können diese Folgen in den meisten Fällen vermieden oder zumindest gemindert werden. Damit verbessert sich die Chance, dass diese Kinder, trotz ihrer Krankheit, ein normales Leben führen können.

»Neugeborenenscreening: ein segensreicher Pieks.« Mit dem Ziel diese Krankheiten sehr früh zu erkennen, wird Neugeborenen in Deutschland am dritten Lebenstag ein Blutstropfen aus der Ferse abgenommen und im Labor auf angeborene Stoffwechselerkrankungen und schwerwiegende hormonelle Störungen untersucht. Die Teilnahme an diesem Neugeborenenscreening ist freiwillig und setzt die Einwilligung der Eltern des Neugeborenen voraus. Das Neugeborenenscreening ist eine seit den 1960er Jahren etablierte bevölkerungsmedizinische Vorsorgemaßnahme, zunächst für eine, dann für mehrere Krankheiten. Sein Nutzen ist unbestritten und seit vielen Jahren belegt, über 99 Prozent der Eltern lassen ihr Kind screenen. Seit 2005 wird es deutschlandweit allen Neugeborenen gleichermaßen für 12 Stoffwechsel- und zwei Hormonstörungen angeboten und von den Krankenkassen bezahlt. Zirka eines von 1.200 Neugeborenen ist von einer dieser Krankheiten betroffen, das sind in Deutschland ungefähr 500 Kinder im Jahr. Allerdings gibt es auch Eltern, die die Untersuchung ablehnen, um dem Neugeborenen den „Pieks“ zu ersparen. Obwohl das nur sehr wenige sind (0,1 Prozent), waren unter den nicht gescreenten Babys auch von einer der Krankheiten betroffene Kinder.

www.screening-dgns.de


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kinderwunsch

Adressen & Anlaufstellen

FertiPROTEKT

Betroffene einer Chemo- oder Strahlentherapie könne sich hier nach nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen hinsichtlich ihrer Fruchtbarkeit beraten lassen – auch über weitergehende Maßnahmen. www.fertiprotekt.de

Hebammensuche

Informationsportale und Beratungsstellen rund um Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt

Mit dieser Suchmaschine können Hebammen in der Nähe oder mit speziellem Anforderungsprofil gefunden werden. Sowohl nach Sprachkenntnissen als auch nach Spezialisierung kann gesucht werden. Links verweisen auf Geburtshäuser und Hebammen im Ausland. www.hebammensuche.de

Netzwerk Geburtshäuser Pro Familia

Der Verband betreibt mit 1.600 Mitarbeitern das größte Beratungsnetz zum Thema Familienplanung in der Bundesrepublik. 180 Beratungsstellen bieten Sexual-, Schwangerschafts-, und Paarberatung, außerdem leistet der Verband Informationsarbeit in Schulen. www.profamilia.de

Wer sich mit Alternativen zur Geburtsklinik befassen möchte, kann sich hier über Geburtshäuser und die Arbeit der Hebammen informieren. Zahlreiche Links verweisen auf Organisationen, Medien und Partner. www.netzwerk-geburtshaeuser.de

DGPFG Beratungsnetzwerk Kinderwunsch

Hier haben sich professionelle Berater mit Erfahrung in der psychosozialen Beratung bei Kinderwunsch und ungewollter Kinderlosigkeit zusammengeschlossen. Das Netzwerk bietet Hilfe bei der Vermittlung von Ansprechpartnern in der Nähe. www.bkid.de

Die Deutsche Gesellschaft für psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe widmet sich der gynäkologischen Psychosomatik. Hier werden Wechselwirkungen von Körper und Psyche unter die Lupe genommen. Aspekte wie Selbstbild, Sexualität sowie Paarbeziehung fließen in die Diagnose mit ein. www.dgpfg.de

Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren

PCOS-Selbsthilfe Deutschland

Der Bundesverband informiert hier über die Grundlagen der Reproduktionsmedizin. Er ist weniger eine Informationsstelle als ein Interessenverband für die Belange der in diesem Gebiet Tätigen. ww.repromed.de

Das PCO-Syndrom ist mit etwa einer Million betroffenen Frauen eine der häufigsten endokrinen Erkrankungen. Die Selbsthilfegruppen vor Ort bieten Austausch und Information. www.pcos-selbsthilfe.org

Kinderwunschzentrum Darmstadt

Ungewollt kinderlos?

Unsere 25jährige Erfahrung auf dem Gebiet der Kinderwunsch-behandlung macht uns zum kompetenten Partner für Ihre Familienplanung. Bei den ersten Terminen gehen wir erst einmal auf die Suche nach den Ursachen Ihrer Kinderlosigkeit. Erst dann entwickeln wir mit Ihnen ein individuelles, zeitlich gut planbares Behandlungsschema. Wir führen regelmäßig Patienteninformationsabende durch. Termine finden Sie auf unserer Homepage: www.kinderwunschzentrum-da.de

Unser Leistungsspektrum - Spermiogramme - Inseminationen - IVF/ ICSI Behandlungen - IMSI/ High-Power-Spermiogramme - Blastozystentransfer - Vitrifikation - Psychologische Begleitung während der Kinderwunschbehandlung - Endokrinologische Sprechstunde - Endometriosezentrum - Durchführung ambulanter und stationärer Operationen - Betreuung in den Sprachen: türkisch, arabisch, englisch und französisch

Wir sind Mitglied in folgenden Fachgesellschaften: BRZ

Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands e.V.

Stiftung EndometrioseForschung

Kinderwunschzentrum Darmstadt · Europaarkaden · Bratustraße 9 · 64293 Darmstadt Tel: +49 6151 50098-0 · Fax: +49 6151 50098-500 · www.kinderwunschzentrum-da.de

Brandschoen.com

Sie wünschen sich ein Kind, doch leider ist der Wunsch bisher noch nicht in Erfüllung gegangen? Sie fühlen sich mit dem Wunsch nach einem Baby allein?


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Gesundheitscheck im Mutterleib Mit neuen Verfahren der Pränataldiagnostik kann man Fehlbildungen und Erkrankungen früh erkennen.

Yvonne Schuck / Redaktion

E

in gesundes Kind – das ist der Wunsch aller werdenden Eltern. Um während der Schwangerschaft möglichst viel über den Gesundheitszustand des Ungeborenen zu erfahren, nehmen Schwangere Verfahren der pränatalen Diagnostik in Anspruch. Fallen bei den routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen Unregelmäßigkeiten auf oder haben Schwangere wegen ihres Alters oder aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko, wenden sie sich an Gynäkologen, die sich auf Pränataldiagnostik spezialisiert haben. „Etwa 70 Prozent unserer Patientinnen kommen auf Empfehlung ihres Frauenarztes zu uns. Die übrigen kommen von sich aus. Sie möchten eine zusätzliche Sicherheit, dass es ihrem Kind gut geht“, berichtet Emine Çetin, Gynäkologin im Pränatalzentrum Hamburg. „In den letzten Jahren lassen sich Schwangere etwa vermehrt auf Cytomegalie untersuchen. Diese Viruserkrankung ist für gesunde Erwachsene ungefährlich, kann beim Ungeborenen aber schwere Fehlbildungen verursachen“, so Çetin. Pränatale Untersuchungen ermöglichen es, manche Fehlbildungen sowie Chromosomen- und Entwicklungsstörungen frühzeitig zu erkennen.

Als Basis empfiehlt Dr. Çetin ihren Patientinnen einen Ultraschall in der 12. bis 14. Schwangerschaftswoche. Dieser kann Hinweise auf eine Chromosomenstörung geben, etwa eine Trisomie 21 (Down-Syndrom). Dann zeigt sich im Ultraschall eine erweiterte Nackentransparenz. „Inzwischen geht das Ersttrimester-Screening (ETS) über die Messung der Nackentransparenz hinaus, und das ganze Kind wird untersucht“, so Çetin. Zeigt der Ultraschall Auffälligkeiten, kommen weitergehende Untersuchungen in Frage. Seit August 2012 können aus dem Blut der Mutter DNA-Bruchstücke des Kindes gewonnen werden. „Diese Methode birgt keine Risiken für das Kind, ist allerdings auch nicht hundertprozentig verlässlich“, erklärt Wolf-Henning Becker, Pränatalmediziner in der Spezialpraxis für Pränatalmedizin im Perinatalzentrum Altona und Leiter der Sektion Pränatalmedizin der Asklepiosklinik Altona in Hamburg. „Ganz sicher lassen sich Chromosomenstörungen nur durch eine Fruchtwasser- oder Plazenta-Punktion ausschließen.“ Diese sind aber mit einem Fehlgeburtsrisiko von bis zu einem Prozent verbunden. Die werdenden Eltern müssen sich dann entscheiden, ob sie mit der Ungewissheit umgehen können oder eine Punktion vornehmen lassen möchten.

Welche pränatalen Untersuchungen zum Einsatz kommen, ist individuell sehr unterschiedlich und bedarf im Vorfeld einer eingehenden Beratung. „Es ist immer nur ein Angebot. Jede Patientin muss für sich entscheiden, wie viel sie wissen möchte“, so Becker. Dabei gilt es zu bedenken, dass auch pränatale Diagnostik keine Garantie für ein gesundes Kind geben kann. Generell können werdende Eltern aber guter Hoffnung sein, denn 95 bis 97 Prozent aller Kinder kommen gesund zur Welt.

— Beitrag MVZ Humane Genetik München GmbH —

Trophektoderm-Diagnostik lässt Märchen wahr werden In Grimm‘s Märchen Daumesdick heißt es „wie ists so traurig, daß wir keine Kinder haben! (…) wenns nur ein einziges wäre, (…) so wollt ich schon zufrieden sein.“ Ein gesundes Kind zum gewünschten Zeitpunkt ist keine Selbstverständlichkeit. Unerfüllter Kinderwunsch und wiederholte Fehlgeburten drohen älteren Müttern. In anderen Fällen sind die Ursachen erbliche Veränderungen, die Humangenetiker diagnostizieren können. Sind die ersten Hürden genommen, und ein Paar erwartet ein Kind, besteht die Möglichkeit der

Pränataldiagnostik. Hierfür wird Chorion, die spätere Plazenta, biopsiert oder Fruchtwasser entnommen. Damit ist genetische Diagnostik am ungeborenen Kind möglich. Meist sucht man mit Chromosomenanalysen nach einer kindlichen Trisomie 21. Selten werden andere, zum Teil unbalancierte Chromosomenveränderungen erkannt. Eltern stehen nach Pränataldiagnostik mit auffälligem Befund vor schwierigen Entscheidungen: Fortführung der Schwangerschaft oder bewusste Tötung des gewünschten Kindes. Neuerdings kann genetische Diagnostik auch an Trophektodermzel-

len der Blastozyste (Vorläuferzellen der späteren Plazenta) im Rahmen einer künstlichen Befruchtung vor Einnistung in die Gebärmutter am 5. Entwicklungstag durchgeführt werden. Im Gegensatz zur Pränataldiagnostik wird sie also nicht während, sondern vor Eintreten einer Schwangerschaft durchgeführt. Oft ermöglicht sie sogar erst eine intakte Schwangerschaft. Sie minimiert die Zahl der für viele Frauen belastenden Fehl- oder Totgeburten von gewünschten Kindern, da nur Blastozysten mit Entwicklungspotential in die Gebärmutter transferiert werden. Bei auffälligem genetischen

Befund kann auf den Transfer der Blastozyste verzichtet werden. Für viele Paare erfüllt sich mit Hilfe der Trophektoderm-Diagnostik der sehnlichste Wunsch, nämlich die Geburt eines eigenen Kindes. Dann wird auch ein Märchen wahr.

MVZ Humane Genetik Lindwurmstr. 23 80337 München Tel.: 089-548629-0 info@Humane-Genetik.de

www.Humane-Genetik.de


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Wenn die Hormone übernehmen... Während der Schwangerschaft verändert sich der Körper der Frau. Was geschieht? Christina Jäger / Redaktion

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it dem Start der Schwangerschaft beginnt für die werdende Mutter eine Zeit voller Veränderungen. Hormone übernehmen das Regiment über ihren Körper. Auch die oft auftretende morgendliche Übelkeit schreiben Wissenschaftler einem Hormon zu, dem hCG, das für den Erhalt der Schwangerschaft nötig ist. In

kleinen Schritten schafft der Körper Platz für das heranwachsende Kind. Damit dies unter optimalen Bedingungen geschehen kann, sollte die Ernährung angepasst werden: Mehr Obst, mehr Gemüse, leicht verdauliche Proteine und Vollkonprodukte werden benötigt. Der Kalorienbedarf steigt zwar erst ab etwa dem vierten Monat um 250 bis 300 Kilokalorien. Doch der Embryo braucht besonders viele Vitamine, Eisen, Jod, Magnesium, Kalzium und Folsäure. Diese bezieht er aus den Nährstoffreserven der Mutter. Leeren die sich übermäßig, kontert der Körper manchmal mit den viel belächelten Heißhungerattacken. Auch der Flüssigkeitsbedarf ist höher als sonst, da das Fruchtwasser regelmäßig ausgetauscht wird. Die ersten zwölf Wochen sind kritisch, danach nimmt das Risiko einer Fehlgeburt stark ab. Der Embryo hat sich sicher in der Gebärmutter eingenistet. Um sicherzugehen, dass es Mutter und Kind gut geht, können Frauen die ganze Schwangerschaft hindurch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Diese finden zunächst monatlich, ab der 32. Woche alle zwei Wochen und kurz vor der Geburt noch häufiger statt. Sowohl Frauenärzte als auch Hebammen dürfen die Schwangere untersuchen. Die Kassen übernehmen zudem mindestens drei Ultraschalluntersuchungen, bei denen die Entwicklung des Kindes genauer beobachtet werden kann.

Mit herannahendem Geburtstermin gilt es zu entscheiden, wo das Baby zur Welt kommen soll. Die allermeisten Frauen in Deutschland entscheiden sich für eine Geburt im Krankenhaus. Sie fühlen sich durch die anwesenden Ärzte und die medizinische Ausstattung sicherer. Zudem sind nur hier Kaiserschnitte möglich – diese machen mittlerweile fast ein Drittel der Geburten aus. Zwei Prozent der Kinder kommen zu Hause in der vertrauten Umgebung der Gebärenden zur Welt. Geburtshäuser mit ihrer vergleichsweise entspannten Atmosphäre, von denen es deutschlandweit etwa 100 gibt, werden nur von drei Prozent der werdenden Eltern gewählt. Nach der Geburt haben die Mütter ein Anrecht darauf, von einer Hebamme zur Nachsorge besucht zu werden. Diese beobachtet, wie sich das Neugeborene entwickelt, gibt hilfreiche Tipps zur Babypflege und hat ein Auge darauf, dass die Rückbildung bei der Mutter gut verläuft. Manche Schwangere entscheiden sich dafür, auch während der Geburt eine vertraute Hebamme an ihrer Seite zu haben. So genannte Beleghebammen betreuen ihre Schützlinge bereits lange vor dem Stichtag, während der Stunden im Krankenhaus und übernehmen anschließend auch die Wochenbettbetreuung. Weil mancherorts ein regelrechter Mangel an Hebammen herrscht, macht es Sinn, sich frühzeitig eine solche Helferin zu suchen.

— Beitrag Initiative zur Prävention Konnataler Cytomegalieinfektionen —

Cytomegalie: Mehr Aufklärung dringend nötig Es sind die häufigsten Virusinfektionen in der Schwangerschaft – mit schwerwiegenden Folgen für die Neugeborenen. Dennoch kennen noch immer zu wenige Frauen den Cytomegalie-Virus (CMV). Herr Prof. Friese, wenn Infektionen mit CMV so häufig sind, wie kommt es, dass die Öffentlichkeit so wenig darüber weiß?

Das liegt zum einen daProf. Dr.med. ran, dass CytoKlaus Friese megalie-Viren Direktor der UniversitätsFrauenklinken, Campus in der Regel keiInnenstadt und Campus Großhadern, München; ne oder nur sehr Past-Präsident der schwache SymDeutschen Gesellschaft für Gynäkologie und ptome hervorruGeburtshilfe e.V. fen. Oft macht man eine Erstinfektion im Kindesalter durch, ohne es überhaupt zu merken. Zum anderen werden viele Erkrankungen nicht unbedingt mit dem Virus in Verbindung gebracht – meist dann, wenn die Symptome erst etwas später auftreten. So haben neueste Studien zum Beispiel gezeigt, dass 25 Prozent der Schwerhörigkeit bei Kindern CMV-induziert ist.

Dennoch ist eine Infektion mit CMV während der Schwangerschaft äußerst gefährlich?

Absolut. CMV wird über die so genannte Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen – also über Körperflüssigkeiten. Somit besteht eine Ansteckungsgefahr bereits für das ungeborene Kind, aber auch für Neugeborene, etwa beim Stillen. Von den im Mutterleib infizierten Kindern kommen circa 30 Prozent bereits krank zur Welt – etwa mit zu geringem Gewicht, Vergrößerungen von Leber und Milz, Lungenentzündungen und sogar mit neurologischen Störungen. Und noch heute sterben jedes Jahr rund 40 Kinder in Deutschland an den Folgen einer CMV-Infektion. Welche Frauen sind besonders gefährdet?

Besonders gefährdet sind die rund 50 Prozent der Frauen, die noch keine CMV-Infektion durchgemacht haben. Vor allem, wenn sie

bereits ein Kind haben. Im Kindergarten ist die Gefahr sehr groß, dass sich Kinder mit CMV anstecken. Bei gesunden Kindern ist das nicht weiter gefährlich, für ihre schwangeren Mütter jedoch schon. Wie kann man sich in einer solchen Situation schützen?

Erst einmal ist es wichtig zu wissen, ob man bereits mit CMV infiziert ist. Das lässt sich mit einem einfachen Labortest feststellen, den der Gynäkologe durchführen kann. Hat man sich einmal angesteckt, bleibt der Virus meist ohne gesundheitliche Folgen im Körper. Dann ist das Risiko, sein Kind während der Schwangerschaft oder beim Stillen ebenfalls zu infizieren, äußerst gering. Trägt man den Virus noch nicht in sich, heißt der wirksamste Schutz Hygiene – vor allem mit kleinen Kindern im Haushalt. Nach dem Windelwechsel sehr gründlich die Hände waschen, nicht das selbe Geschirr verwenden wie die Kinder, Gegen-

stände und Oberflächen gründlich reinigen, wenn sie mit Speichel oder Urin der Kinder in Kontakt gekommen sind, sind nur einige Beispiele. Und medizinischen Schutz gibt es keinen?

Es ist der Forschung bisher noch nicht gelungen, einen wirksamen Impfstoff herzustellen, und ich glaube auch nicht, dass man hier in den kommenden fünf bis zehn Jahren mit einem Durchbruch rechnen kann. Aktuell wird untersucht, ob das so genannte Hyperimmunglobulin bei einer Infektion der Mutter helfen kann, das Kind zu schützen. Dabei handelt es sich um eine Art Antikörper, der das Virus unschädlich machen soll. Aber wirklich verlässlich ist derzeit nur die Vorsorge, die die Mütter selbst treffen können. Deshalb ist es auch so wichtig, deutlich mehr Aufklärung zu betreiben, um Neuinfektionen zu vermeiden. www.icon-cmv.de


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in den ersten anstrengenden Wochen ein Mittagessen vorbeizua hat man sich bringen. nun mvonatelang Eine extrem einvorbereitet, Kurse schneidende Veränbesucht, Bücher gelesen, derung mit Baby ist befreundete Eltern befragt sicher der unregelmäund eine riesige Checklißige Schlafrhythmus. ste an noch zu erledigten Zwar schlafen kleine Dingen abgearbeitet. Und Babys bis zu 20 Stundann ist das Baby nun tatden am Stück, wachen sächlich da. Und alles ist jedoch alle zwei bis anders. Zumindest anders, drei Stunden auf, egal als man es sich nach seiob Tag oder Nacht, ner vermeintlich perfekten haben Hunger oder Vorbereitung dachte. suchen Nähe. Wer Auch wenn gesunde hier versucht, seinen Kinder sich im Großen bisherigen Rhythund Ganzen ähnlich entmus beizubehalten, wickeln, weiß Heidemarie bringt sich schnell Arnhold, Vorsitzende des an seine körperlichen Arbeitskreis Neue ErzieBelastungsgrenzen. hung e.V. (Ane) – die indiAm sinnvollsten und viduellen Anforderungen stressfreiesten ist es, an die Eltern gerade in den wenn sich die Eltern ersten Wochen und Monadem Rhythmus des ten nach der Geburt könKindes anpassen und nen doch sehr verschieden nicht das Neugebosein. „Vor allem Paare mit rene zwingen, sich dem ersten Kind unterErwachsenengewohnschätzen oft die Dramatik, heiten anzueignen. mit der sich ihr Leben nach Das bedeutet: schlader Geburt verändert.“ fen, wenn das Kind Zu einer der ersten Heschläft. rausforderungen gehört das Zu einem harmoStillen. Muttermilch gilt als nischen Zeitmanageideale Nahrung für Neugement gehört übrigens borene. Sie bietet, vor allem auch, sich als dauerin der ersten Zeit, einen geforderte Mama bewirksamen Immunschutz. Die Zeit nach der Geburt des Kindes ist eine wusst Freiräume vom Wer seinem Baby die Brust 24-Stunden-Job Baby gibt, intensiviert darüber Herausforderung für junge Eltern. zu schaffen. Sei es für hinaus die so wichtige emoeinen kurzen Spationale Bindung: Schließziergang oder einen lich handelt es sich um die Ausstellungsbesuch. Erfahrene Hebammen empnatürliche, intuitive Art und Weise, für sein Baby Stoffe enthalten, zum Beispiel sogenannte Weichfehlen, sich rechtzeitig mit dem Partner zu bespremacher (Phalatate). Bisweilen werden sogar gezu sorgen. Doch leider heißt das nicht, dass das chen, wie sich solche Auszeiten realisieren lassen. sundheitsgefährdende Schwermetalle freigesetzt. Stillen immer auch auf Anhieb gut gelingt. Das hat auch den Vorteil, dem Partner VerantworSelbst Holzspielzeug kann Schadstoffe enthalten. Besonders kritisch sind die ersten sechs Wotung übertragen zu können und ihm zu helfen, chen nach der Geburt. In dieser Zeit stellt sich Es gilt die Regel: Lieber zu Vollholz als zu gesich in seine neue Rolle als Vater einzufinden. klebtem Holz aus Pressspan oder Sperrholz greidie Milchproduktion auf den Bedarf des SäugAuch auf den sogenannten Baby-Blues sollten lings ein. Oft ist es sinnvoll, eine Stillberatung in fen, das ebenfalls Schadstoffe enthalten kann. junge Paare vorbereitet sein. Etwa eine Woche Anspruch zu nehmen, beispielsweise über die La Vorsicht ist auch angebracht, sollte man sich nach der Geburt kann es passieren, dass die HorLeche Liga Deutschland e.V., die Arbeitsgemeinentschließen, ein Babyphone anzuschaffen. Da mone der jungen Mutter verrückt spielen. Das schaft freier Stillgruppen sowie die Deutschen die Geräte oftmals nahe am Kopf des Säuglings kleinste Problem kann dazu führen, dass sie plötzLiga für das Kind e.V. und die nationalen Stillpostiert werden, wird das Baby unmittelbar eleklich in Tränen ausbricht. Obwohl man sich körtromagnetischen Feldern ausgesetzt. Obwohl die kommission. perlich vielleicht jeden Tag kräftiger fühlt und die Gesundheitsgefahr von sogenanntem ElektroEine wichtige Voraussetzung ist, für das Stilanstrengende Geburt gut überstanden hat, ist es len wie auch für andere Handgriffe, die es in den smog unter Experten umstritten ist, ist dennoch wichtig, sich ausreichend Ruhe zu gönnen. Wenn ersten Wochen zu erlernen Vorsicht angebracht. Hier das Tief nicht verschwindet oder zu einer dauergilt, die entsprechende Auskann man durch die Wahl haften Belastung wird, kann es auch sinnvoll sein, stattung. Zu den Standards eines strahlungsarmen Ge»Babys wachen alle zwei rätes vorbeugen. das Gespräch mit der Hebamme oder der Fraugehören sicher Kinderwaenärztin zu suchen. gen, Babykleidung, KinMindestens genauso wichbis drei Stunden auf, egal, Bei allen Unwägbarkeiten und Herausfordederbett, Wickeltisch mit tig wie die richtige Ausstatrungen: Was am Ende zählt, da ist sich Expertin ob Tag oder Nacht.« tung und das bewusste EinWärmelampe, Badewanne. Heidemarie Arnold vom Ane sicher, ist die emoüben von Handgriffen ist es, Nicht zu vergessen ein Autionale Bindung zu seinem Kind. Einem Kind, tositz (Größe 0), um das sich auf die grundsätzliche das vielleicht viel schreit, vielleicht wenig, mit elf Kleine auch sicher vom Krankenhaus nach Hause Organisation des Baby-Alltags einzustellen. Viele Monaten schon laufen kann oder mit zwölf immer transportieren zu können. Die Anschaffung ist in erfahrene Hebammen empfehlen, sich möglichst noch krabbelt, die Eltern entspannt einen Kaffee der Regel problemlos, entweder über Babyfachschon vor der Geburt des Kindes zu besprechen, trinken lässt oder nach wenigen Minuten so laut geschäfte oder befreundete Eltern, deren Kinder wer sich wie um den Nachwuchs kümmert und brüllt, dass man das Lokal verlassen muss. „Sodem Babyalter schon entwachsen sind. was man sich von dem anderen wünscht. So ist es bald sich die Bindung zum Kind ausgeprägt hat, Etwas umsichtiger sollte man beispielsweise durchaus sinnvoll, schon während der Schwangermachen Mütter und Väter die wichtigsten Dinge schaft zu klären, ob und wie Großeltern oder beim Kauf von Kinderspielzeug vorgehen. Ist intuitiv richtig.” Freunde Unterstützung bieten können. Und sei es, es aus Plastik, kann es gesundheitsgefährdende Klaus Lüber / Redaktion

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Hurra, das Kind ist da!


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kinderwunsch

— Beitrag MOLTEX Baby-Hygiene GmbH —

MOLTEX nature no.1 für die neue Generation umweltbewusster Eltern Umweltverträgliches Handeln für eine funktionale Ökowindel mit Spaßfaktor. Das Mayener Unternehmen MOLTEX Baby-Hygiene GmbH hat auf Grund der ökologischen Ausrichtung und dem Einsatz ökologischer Rohstoffe eine Nische im hart umkämpften Wettbewerbsumfeld der Babywindeln besetzt. Bereits 1991 wird die weltweit erste ungebleichte Höschenwindel der Marke „MOLTEX ÖKO“ produziert. MOLTEX ist somit ein Pionier der Branche. Bei der Windelwahl hat in den letzten Jahren ein spürbarer Wertewandel eingesetzt. Eltern handeln zunehmend umweltbewusster, auch bei der Auswahl der Produkte. Konsequent und kontinuierlich hat MOLTEX seit der Produktion der 1. Ökowindel durch eine Vielzahl von Maßnahmen die Optimierungspotentiale nachhaltig ausgeschöpft. So wird die MOLTEX nature no.1 aus 40 bis 50 Prozent nachwachsender Rohstoffe produziert und hat einen 100 Prozent chlorfreien Saugkern. Damit hebt sich die MOLTEX nature no.1 deutlich vom allgemeinen Trend ab, Babywindeln möglichst zu 100 Prozent aus erdöl-

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basierten Rohstoffen herzustellen. Der in der MOLTEX nature no.1 verwendete Zellstoff wird aus Holz gewonnen. Das Holz stammt aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft. Gekennzeichnet wird dies durch das FSC Siegel (Forest Stewardship Councel), ein weltweit anerkanntes Waldzertifizierungssystem. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der weltweit 1. Ökowindel ist im August gelungen. MOLTEX hat das Gütesiegel GREEN BRANDS, in der Kategorie Produkte, für die MOLTEX nature no.1 erhalten. Unternehmen, Produkte oder Dienstleistungen, die das GREEN BRANDS Siegel tragen, zeichnen sich durch einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur aus. Bewertet werden „grüne Marken“ des täglichen Lebens. Durch das Gütesiegel erhält der Verbraucher einen sicheren Anhaltspunkt zur Arbeits- und Vorgehensweise eines Unternehmens und somit einen verlässlichen Maßstab und eine Orientierungshilfe bei der Produktauswahl.

Gut für Ihr Kind. Gut für die Umwelt.

Ökobewusstsein von Anfang bis Ende der Windel-Karriere MOLTEX nature no.1 gibt es in allen Größen von der Newborn für zarte zwei Kilo schwere Neugeborene bis hin zur Größe XL für Kindergartenkinder mit bis zu 25 Kilo. Damit ist die MOLTEX nature no.1 in der Windelzeit der sichere, zuverlässige und auch nachhaltige Begleiter. Im Laufe seiner Windel-Karriere verbraucht ein Kind ca. 4.500 bis 5.000 der Hightech-Höschen, die

höchsten Ansprüchen genügen müssen. Windeln sollen saugfähig, sicher, bequem und auch ökologisch sein. An den Spaßfaktor hat MOLTEX aber auch gedacht: denn die bekannten PEANUTS Figuren auf den Windeln regen Eltern und auch Kinder zum Schmunzeln an. Charly Brown, Snoopy und Co sind zeitlose, liebenswerte Anti-Helden. Die Geschichten betreffen die kleinen und großen Alltagssorgen, mit denen Eltern und Kinder sich leicht identifizieren können. www.moltex.de

04.11.13 12:20


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Risikovermeidung Perinatale Diagnostik: Regelmäßige Kontrollen sichern Gesundheit von Mutter und Kind.

den Geburtskanal mithilfe einer Geburtszange oder Saugglocke zu erleichtern. „Wenn es dazu kommt, dass wir vaginal-operativ entbinden müssen, maine Frau kommt mit Wehen ins Krankenchen wir in der Regel einen Dammschnitt“, sagt der haus. Das bedeutet in der Regel: direkter Gynäkologe. Weg in den Kreißsaal. Dort führen HebDirekt nach der Geburt wird das Kind auf die ammen oder Ärzte eine vaginale Untersuchung Brust der Mutter gelegt. Das ist wichtig für die Binsowie häufig einen Ultraschall durch. Dabei köndung. Währenddessen findet die erste nachgeburtnen sie beispielsweise erkennen, wie das Kind in liche Untersuchung statt, der sogenannte APGARder Gebärmutter liegt. „Einen guten Eindruck Test. „Dabei schauen Ärzte die Kinder genau an von dem Zustand des Kindes vermittelt uns eine und hören das Herz ab“, sagt Wiegel. Schreien sie, Kardiotokografie, kurz CTG“, sagt Uwe Wiegel, ist die Haut gut durchblutet gynäkologischer und geburtsund sind sie lebhaft, bleiben hilf licher Belegarzt am die Kinder erst mal bei der Marienkrankenhaus Lübeck. »Direkt nach der Geburt Mutter. Zudem schauen „Hiermit werden die Herzsich Ärzte die Plazenta, das töne des Kindes überwacht.“ findet die erste Versorgungszentrum des Weist das CTG UnregelmäKindes im Mutterleib, an. ßigkeiten auf, gibt es die MögUntersuchung statt.« Bei starken Raucherinnen lichkeit einer Mikroblutunbeispielsweise weist sie häutersuchung. Dabei wird dem fig Anzeichen von VerkalBaby im Mutterleib ein Tropkungen auf. „Schließlich entnehmen wir Nabelfen Blut abgenommen. Dies geschieht vaginal über schnurblut und bestimmen den pH-Wert. Das gibt einen kleinen Schnitt am Kopf. „Wir bestimmen so Aufschluss darüber, wie die Sauerstoffversorgung den Sauerstoffgehalt im Blut. Das ist in der Regel des Kindes während der Geburt war.“ komplikationslos“, sagt Wiegel. „Leidet die Mutter Aus dem Nabelschnurblut können Eltern zujedoch an Infektionen, kommt diese Untersuchung dem die Stammzellen ihres Kindes einfrieren lasnicht infrage.“ Sind die Sauerstoffwerte besorgnissen. Wiegel empfiehlt dies. „Diese Stammzellen erregend, können Ärzte einen Kaiserschnitt durchkönnen den Kindern bei eventuell später auftreführen. tenden Erkrankungen helfen.“ Um die StammUm den Geburtsverlauf zu kontrollieren, unterzellen etwa 20 Jahre aufzubewahren, entstehen suchen Hebammen und Gynäkologen regelmäßig den Eltern jedoch Kosten bis zu 2.000 Euro – je den Muttermund und die Herztöne des Kindes. nach Anbieter. Schließlich erfolgt die U1 – die „Auch hier kommt wieder das CTG zum Einsatz. erste Vorsorgeuntersuchung des Kindes. Diese Es zeigt, wie es dem Baby während der für ihn findet wenige Stunden nach der Geburt statt. stressigen letzten Geburtsphase geht“, erklärt Wie„Wir schauen uns die Extremitäten an, hören die gel. „So können wir schnell handeln, wenn zum Lunge ab und halten Größe und Gewicht fest“, Beispiel die Herztöne sich verschlechtern.“ Dann erklärt der Gynäkologe. ist es häufig notwendig, dem Kind den Weg durch Katharina Münster / Redaktion

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Ab dem dritten Lebenstag führen in der Regel Kinderärzte ein Neugeborenen-Screening anhand einer Fersenblut-Untersuchung durch. Dies ist Teil der U2. Dafür werden aus der Ferse des Babys einige Tropfen Blut auf eine spezielle, saugfähige Karte gegeben. „So können eventuelle Stoffwechselerkrankungen diagnostiziert werden“, sagt Wiegel. Ärzte stellen damit auch Schilddrüsen-, Nebennieren- und Bluterkrankungen, wie die Sichelzellenkrankheit, fest. Das ist eine erbliche Blutarmut. Zwar sind die getesteten Krankheiten nicht heilbar, werden sie jedoch frühzeitig erkannt, können die Symptome gut behandelt und so gelindert werden. Restblutproben können Eltern der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung stellen.

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kinderwunsch

Keine Zauberei Manche Beschwerden kann Osteopathie lindern. Bei Kindern ist die alternative Behandlungsmethode besonders wirksam.

Christina Jäger / Redaktion

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ür die Eltern kommt es manchmal Zauberei gleich, wie mit zwei, drei Sitzungen beim Osteopathen aus einem Schreibaby ein deutlich entspannteres Kind wird, offenbar nur durch Handauflegen. Dabei ist gar nichts Mystisches an dieser Therapieform, betont Kilian Dräger, Arzt und Osteopath aus Hamburg: „Osteopathie ist keine Wundermedizin, sondern basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen.“ Wissenschaft kann auch erklären, was manchen Säugling zum Schreibaby macht. Während der Geburt wirken enorme Kräfte auf Kopf und Hals des Babys. Knochen und Wirbel werden verschoben, Nervenbahnen gequetscht. In den Tagen nach der Geburt sollte der Körper sich wieder zu seiner normalen Stellung entfalten. Doch

nicht immer gelingtdas. In manchen Fällen kann es zu einem so genannten Atlassyndrom kommen: der „Atlas“ genannte oberste Halswirbel ist dann in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Mit den daraus resultierenden Beschwerden bringen Eltern ihren Nachwuchs heute immer häufiger zum Osteopathen. Entwickelt von dem US-Amerikaner Andrew Taylor Still, geht diese medizinische Fachrichtung davon aus, dass alle Abläufe im menschlichen Körper mit Bewegungen einhergehen. Bewegungen, die zum Teil so winzig sind, dass Laien sie gar nicht bemerken. Doch fehlen diese Bewegungen, etwa weil ein Nerv eingeklemmt ist, kommt es zu Ungleichgewichten, die sich in Schmerzen oder Erkrankungen ausdrücken. „Man muss die normalen Bewegungen im Körper kennen, um zu erkennen, was verschoben ist“, erläutert der Mediziner Dräger. Entsprechend qualitativ hochwertig sollte die Ausbildung zum Osteopathen sein. Bisher ist der Beruf nicht geschützt, Osteopath kann sich nach einem kurzen Kursus fast jeder nennen. Die Kosten übernehmen Krankenkassen – wenn überhaupt – aber nur bei ausgewählten Behandelnden. Wer eine Praxis aufsucht, sollte sich daher genau nach der Ausbildung erkunden. Auch Berufsvereinigungen wie der VOD, der Verband der Osteopathen Deutschlands e.V., können weiterhelfen. Dräger etwa ist Arzt und Physiotherapeut, hat eine fünfjährige Ausbildung zum Osteopathen absolviert und praktiziert seit mittlerweile 23 Jahren als solcher – reichlich Erfahrung, die ihm und

Osteopathie entstresst. Kleine & Große.

Für osteopathische Behandlungen zahlt die BKK vor Ort bis zu 360 Euro pro Jahr und Nase.

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seinen Patienten aller Altersstufen zugute kommt. Von Vorsorge über Gesundheitschecks bis zur Behandlung schwerer physischer Probleme reicht das Spektrum der Osteopathen. Dabei wird eng mit den verschiedenen Disziplinen der klassischen Medizin zusammengearbeitet. Dräger berichtet von einem Fall aus seiner Praxis: ein Frühchen mit Sauerstoffmangelversorgung während der Geburt, Darmverschluss und Lungenentzündung – einem denkbar schlechten Start ins Leben. „Die Kinderklinik sorgte dafür, dass das Kind überlebte, wir dafür, dass es eine gute Entwicklung nahm.“ Nicht alle Patienten haben es so schwer. Häufig sind bei den minderjährigen Patienten Asymmetrien in der Haltung oder in der Entwicklung, dass das Kind etwa weniger spricht als Gleichaltrige oder ein Baby wenig an Gewicht zulegt, weil es eine Trinkschwäche hat. Auch Schreikinder werden oft zum Osteopathen gebracht: „Asymmetrien, Verdauungs- und Entwicklungsstörungen sind insbesondere am Anfang ein großes Thema“, so Dräger. Mit geschulten Händen sucht er nach der Ursprungsblockade, ertastet die Spannung in Muskeln, Knochen und Gelenken, um dann die Selbstheilungskräfte des Körpers mit sanften Berührungen anzuregen. Dabei wendet der Osteopath die gleichen Herangehensweisen an wie bei Erwachsenen. Aber die Erfolge sind oft weitaus schneller sichtbar, sagt der Arzt: „Kinder reagieren sehr sensibel und effektiv auf osteopathische Behandlungen. Entwicklungsdefizite werden oft schnell aufgeholt, denn das kindliche System ist sehr dynamisch.“ Davon lässt sich bereits direkt nach der Geburt profitieren, noch bevor das Kind Symptome aufweist: So ist es in Großbritannien weit verbreitet, dass Neugeborene von Osteopathen etwa auf Fehlstellungen des Hüftgelenks durchgecheckt werden. Die Behandlung kann noch früher ansetzen – mit entsprechend noch früheren positiven Ergebnissen.


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KOLUMNE

Mein Name ist... Unsere Autorin Marie Fink begibt sich auf das Feld der Onomastik. Das Kind ist da. Noch schwerer als die Niederkunft ist allerdings die Geburt des Vornamens. Mit der Namensfindung geht man mehr als neun Monate schwanger. Und dann ist Vorsicht geboten. Am Arbeitsplatz, im Hörsaal oder im Wartezimmer, selbst auf Partys bei den besten Freunden: Ist der Name erst einmal ausgesprochen, fangen die Zuhörer an zu fantasieren. Heimlich. Aha, eure Lieblings-TV-Soap ist Sex and the City Oh, dein Fußballgott heißt Mario - Ne, Justin ist also der Traum-Popsänger. Das ist ja alles noch nachvollziehbar. Aber was geht in Eltern vor, die ihren Kindern einen BuchstabierNamen geben? Komm, wir geben ihm einen richtig komplizierten Namen, denken sie sich. Den muss es immer erklären und ist damit gleich im Gespräch? Dass es sich womöglich ein Leben lang schämen muss, weil seine Eltern den Namen aus dem Abspann ihres Kinohits entlehnt haben, darüber wird nicht nachgedacht. Tatsache ist: Eine Aufzählung von Vornamen, die in deutschen Standesämtern beurkundet wurden, liest sich wie eine Figurenliste aus einer Fantasy-Story. Die soziale Wahrnehmung beim Hören eines Vornamens ist wesentlich. Nach einer Studie des Psychologie-Instituts der TU Chemnitz sagt der Name mehr als tausend Worte: Hören wir einen Vornamen, ziehen wir unbewusst Schlüsse und sogar Schlussfolgerungen über Menschen, die wir nicht kennen. Wir leiten das Alter der betreffenden Person und darüber hinaus deren Attraktivität und Intelligenz daraus ab, fanden die Wissenschaftler heraus. Moderne Vornamen erhalten hohen Zuspruch – Zeitgeistkinder müssen aber oft unter der Schnelllebigkeit des Namensgeschmacks leiden. Lehrer meinen sogar, dass manche Namen einer Diagnose des sozialen Umfelds gleichkommen. Gut zu wissen: Die Universität Leipzig hat eine Namensberatungsstelle eingerichtet. Fachleute erstellen hier Gutachten zu Vornamen, mit Hilfe modernster IT und einer umfangreichen Sammlung namenkundlicher Fachliteratur. In Köln kreist der Witz über eine Mutter, die ihr Kind mit dem Namen „Üffes“ vom Spielplatz gerufen hatte. Dass im Pass Yves steht, konnte ja keiner wissen. „Worte können die Freude über neues Leben nicht ausdrücken“, sagt Hermann Hesse. Der Name sollte es schon.

Lutschen, nuckeln, saugen Stillende Mütter fördern die Gesundheit ihres Babys – und ihre eigene.

Dr. Ulrike Schupp / Redaktion

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estillte Babys werden nicht so schnell krank. Ihr Immunsystem ist durch die Antikörper in der Muttermilch gestärkt. Sie neigen später seltener zu Allergien oder Asthma als „Flaschenkinder“, und auch als Erwachsene profitieren sie noch. Beispielsweise kämpfen sie weniger oft mit Übergewicht, weil das Stillen ihre Stoffwechselfunktionen entsprechend beeinflusst hat. Sie bekommen nicht so schnell Karies, haben einen niedrigeren Cholesterinspiegel, gesündere Herzen und angeblich sogar einen höheren IQ. Angesichts dieser Vorteile, die durch unterschiedliche Studien belegt wurden, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO, Babys vier bis sechs Monate lang zu stillen. Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Es verstärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind und unterstützt die Rückbildung nach der Schwangerschaft. Die Produktion von Prolaktin sorgt für Gelassenheit im Alltag. Stillende Frauen sollen ein geringeres Risiko haben, an Brust- oder Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Und nicht zuletzt zählen praktische Vorteile: Viele Mütter empfinden es vor allem nachts als angenehm, kein Fläschchen zubereiten zu müssen. Hebammen und Stillberaterinnen zeigen Müttern oft schon gleich nach der Geburt, wie sie ihren Säugling richtig anlegen. WHO und UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, entwickelten darüber hinaus ein Programm rund um die „Zehn Schritte erfolgreichen Stillens“. Krankenhäuser, die sich daran orientieren und zugleich keine Werbeprodukte für Ersatznahrung annehmen, werden als „Stillfreundliche Krankenhäuser“ ausgezeichnet. Das Pflegepersonal hält sich an schriftliche Richtlinien zur Stillförderung und wird entsprechend geschult. Mütter können ihr Kind schon eine halbe Stunde nach der Geburt anlegen und bleiben mit ihm zusammen im gleichen Raum. Sie erhalten Informationen zum Stillen und Kontakte zu Stillgruppen. Ihre Babys bekommen

weder Schnuller noch Zusatznahrung, es sei denn dies ist aus gesundheitlichen Gründen notwendig. Doch das Mutter-Kind-Team muss sich oft erst noch einspielen. Produziert die Frau zu viel Milch, kommt es zu einer schmerzhaften Verhärtung der Brust, einem Milchstau. Wird das Baby nicht richtig angelegt, werden die Brustwarzen wund. In beiden Fällen kann die Hebamme oft helfen, indem sie die Stillposition korrigiert. Schmerzt die Brust stark, schwillt an und wird rot, handelt es sich eventuell um eine Mastitis, eine bakterielle Brustentzündung, die ärztlich, durch ein stillfreundliches Antibiotikum, behandelt werden muss. Zu den Symptomen zählen Fieber, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Viele Mütter geben ihrem Baby trotzdem weiter die Brust. Doch auch wenn eine Frau nicht stillen kann, muss sie nicht gleich befürchten, ihrem Kind zu schaden. Der Aufbau des Immunsystems ist an das Zusammenspiel vieler Faktoren gebunden. Zur Prävention bei einer erblich bedingter Allergieneigung gehören beispielsweise auch ein rauchfreies Umfeld, ohne Tierhaare, Staub, Schimmel oder Pollen ebenso wie der Verzicht auf parfümierte Kosmetik. Eltern haben heute die Möglichkeit, mehrfach kontrollierte hypoallergene Säuglingsersatznahrung zu füttern. Die Hersteller müssen weitestgehend auf Werbung verzichten. Zu den Vorteilen der Ernährung mit dem Fläschchen zählt, dass die Väter hier intensiver eingebunden werden können und oft eine innigere Bindung zum Baby entwickeln. Nach etwa sechs Monaten beginnt ein Baby oft, sich dafür zu interessieren, was die Mutter isst. Es kann seinen Kopf allein halten und es kann sitzen. Zeit für einen gesunden Brei, der püriertes Gemüse, magere Fleischsorten oder Obst enthält. Wer im ersten Jahr keine Kuhmilch geben möchte, kann auf eine große Angebotspalette von Folgemilch zurückgreifen. Glutenhaltige Lebensmittel oder solche, die häufig Allergien auslösen wie Fisch, Zitrusfrüchte, Sellerie oder Soja gehören im ersten Jahr allerdings noch nicht auf den Speiseplan.


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kinderwunsch

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