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Qualitätssiegel für Ausbildung

MuT-Preis 2017 Jetzt bewerben!

Jugend-Unternehmenswerkstätten

7–8 / 2017

17 IHK.Wehamherl.p2ar0lament Untern

Zeitschrift der Industrie- und Handelskammer Südthüringen

Prüfung im Traditionsberuf Spielzeughersteller

Südthüringen


EDITORIAL

In diesem Sommer fragen die Industrie- und Handelskammern unter Federführung des Deutschen Industrieund Handelskammertages (DIHK) bei Inhabern und Geschäftsführern von IHK-Mitgliedsunternehmen nach, wie zufrieden sie mit uns sind. Damit wollen wir herausfinden, wie unsere Leistungen bei den Mitgliedern wahrgenommen werden. Sind Ihnen die IHK-Aufgaben bekannt? Nutzt die Wirtschaft die IHK-Dienstleistungen? Wie zufrieden sind Sie als Unternehmer mit der Arbeit Ihrer IHK? Die Ergebnisse der anschließenden Analyse der Bewertungen nutzen wir gezielt als Brunnen der Erkenntnis im kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Der DIHK hat die Agentur forum! GmbH beauftragt, bundesweit per Telefoninterview 2 000 Unternehmen zu befragen. Firmen aus allen Regionen, Branchen und Betriebsgrößengruppen sind dabei repräsentativ vertreten. Etwas später werden noch einmal 500 Unternehmer in Thüringens Süden angerufen, um ein regionales Stimmungsbild einzufangen. Unsere Bitte an alle Unternehmer, Inhaber und Geschäftsführer lautet: Sollten Sie zu den Angerufenen gehören, geben Sie Ihre Beurteilung ab. Ihre Meinung ist uns wichtig und wird zur weiteren Verbesserung unserer Arbeit beitragen. Zufrieden oder nicht. Sie haben es über das Telefoninterview hinaus selbst in der Hand, Ausrichtung und Ressourcen der IHK Südthüringen zu beeinflussen. Genaueres zur diesjährigen Wahl der Vollversammlung lesen Sie auf den Seiten 12 und 13 dieses Heftes und alle Details erhalten Sie auf unserer Wahl-Website www.suhl.ihk.de/wahl2017. Eine gute Gelegenheit zum Gedankenaustausch bietet unser diesjähriges erstes Sommerfest am 31. August im Haus der Wirtschaft in Suhl. Motto des Tages: „Wirtschaft trifft Sport“. Sollten Sie gemeinsam mit uns feiern wollen und vor sportlicher Aktivität nicht zurückschrecken, jedoch noch keine Einladung erhalten haben, lassen Sie es uns wissen. Wir laden Sie gerne persönlich ein!

Dr. Ralf Pieterwas Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017

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ZUR AUSBILDUNG VON JAPAN NACH SÜDTHÜRINGEN Wie interessant eine Tätigkeit als ehrenamtlicher Prüfer in der IHK Südthüringen sein kann, zeigte eine praktische Prüfung kürzlich in Sonneberg. Die Japanerin Maho Miyai hat in einem Sonneberger Unternehmen eine dreijährige Ausbildung zur Spielzeugherstellerin absolviert und präsentiert hier dem Prüfungsausschuss ihr Prüfungsstück – einen Teddybären mit „traditioneller japanischer Note“. Dafür gab es vom Prüfungsausschuss ein „sehr gut“. Haben Sie Interesse an einer Tätigkeit im Prüferehrenamt der IHK Südthüringen, dann informieren Sie sich auf Seite 26. 1 EDITORIAL

n AUS- UND WEITERBILDUNG 26 Werden Sie ehrenamtlicher Prüfer in der IHK Südthüringen!

n STANDORTPOLITIK

27 Duale Ausbildung: Grundstein für eine Karriere bis zum Betriebswirt

3 Qualitätssiegel „Herausragende Ausbildungsqualität im Hotel- und Gaststättengewerbe im Thüringer Wald“ erstmals verliehen

n INNOVATION UND UMWELT

6 Gute Stimmung im Gastgewerbe in Südthüringen 8 MuT-Preis 2017: Jetzt bewerben oder Vorschläge einreichen!

29 Jugend-Unternehmenswerkstätten blicken erfolgreich auf erstes Schuljahr zurück 30 3. Industriedialog Ost – Innovationen als Chance für die ostdeutsche Industrie

n INTERNATIONAL 12 Interview mit dem Vorsitzenden des Wahlausschusses

IHK.Wahl.2017

Unternehmerparlament Südthüringen

32 Weltweit erfolgreich – Exportinitiative Maschinenbau gestartet 33 Das neue Luftsicherheitsgesetz – Fluch oder Segen?

n REGIONALMARKETING n EXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG

35 Countdown für Thüringer Wald Firmenlauf läuft

15 Neues Programm zur Innovationsförderung der KfW 15 Entgelttransparenzgesetz tritt in Kraft

© Petra Bork/pixelio.de

IHK SETZT SICH EIN

BEKANNTMACHUNGEN DER IHK SÜDTHÜRINGEN 24 Thüringer IHKs kritisieren Entwurf des Kriterienkatalogs für verkaufsoffene Sonn- und Feiertage

24 Auftragsvergabe entbürokra­tisieren 24 Geplanter Eingriff in Hochschulgesetz – Ausbildungsqualität nicht gefährden 25 Gebietsreform – Falsche Reihenfolge im notwendigen Reformprozess 25 Über das Ziel hinaus – Thüringer E-Government-Gesetz 2 Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017

37 Ausbildungsregelung zum Fachpraktiker für Lagerlogistik/ zur Fachpraktikerin für Lagerlogistik 39 Vertrag zwischen der IHK Südthüringen, der IHK Ostthüringen zu Gera und der IHK Erfurt zur Führung des amtlichen Verzeichnisses

n RECHT 44 Einigungsstelle für Wettbewerbsstreitigkeiten bei der IHK Südthüringen: Beisitzer gesucht 45 Impressum


STANDORTPOLITIK

Am 12. Juni 2017 trafen sich 40 Unternehmer und Interessierte zum 1. Branchentag Gastgewerbe im Haus der Wirtschaft in Suhl. Dr. Peter Traut, Präsident der IHK Südthüringen, eröffnete die Veranstaltung, sprach über seine eigenen Erfahrungen als Gastronom und präsentierte die Ergebnisse der aktuellen Saisonumfrage Tourismus. Prof. Dr. Gruner von der Fakultät Tourismus der Hochschule München war Hauptredner des Tages. Mit seinem Impulsvortrag „Leidenschaft Tourismus – Beruf & Berufung“ rief er die Unternehmer zu mehr Mut in der Profilierung und zu ungewöhnlichen Ideen auf, um im internationalen Markt die eigenen Angebote herauszustellen. Gleichzeitig stellte er die Bedeutung von Emotion und Erlebnis als Verkaufsfaktoren heraus. Wie wichtig Profilierung, Emotion und ungewöhnliche Vermarktung auch in der Mitarbeitergewinnung sind, war Thema seines

Nachmittagsvortrages „Talente gewinnen, loyalisieren und binden“. Wachsende Fachkräfteengpässe beschäftigen die Branche deutschlandweit und darüber hinaus. Um die guten Mitarbeiter ins eigene Unternehmen zu holen und sie zu binden, werden weiche Faktoren wie die Arbeitsatmosphäre, der Ruf als Arbeitgeber, Entscheidungsfreiheit, Freizeit- und Versorgungsangebote, Work-Life-Balance oder auch das Management zunehmend wichtiger. In den beiden Workshop-Runden konnten sich die Zuhörer aktiv einbringen, ihre Fragen stellen und eigene Erfahrungen an Branchenkollegen weitergeben. Ines Kellner (DEHOGA Betriebsberatung) stellte relevante Kennzahlen und deren Nutzung im Geschäftsbetrieb vor. Parallel widmeten sich Marco Röhl (Wirtschaft 4.0) und Detlef Schmidt (IHK Südthüringen) den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. In

Workshop 2 stellten Michael Klughardt (Thüringer Aufbaubank) und Detlef Schmidt Förder- und Finanzierungsprogramme für die Branche vor. Kristin Behlert (Thüringer Tourismus GmbH) moderierte den parallelen Workshop zum Thema regionale Produkte, unterstützt durch Karin Finger (Goethe Schokoladentaler Manufaktur) und Doreen Ballauf (Thüringer Ernährungsnetzwerk).

Ihr Ansprechpartner: Nadine Heusing S 03681 362-205 Y heusing@suhl.ihk.de

Für vier Unternehmer wurde der Besuch des Branchentages zu etwas ganz Besonderem. Ihnen wurde das Qualitätssiegel „Herausragende Ausbildungsqualität im Hotel- und Gaststättengewerbe im Thüringer Wald“ verliehen. (v. l. n. r. ) Dr. Ralf Pieterwas (Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen), Silvia und Bernhard Valland (Südtiroler Stubn), Peter Henzel (Romantikhotel Sächsischer Hof Henzel Hotelbetriebsgesellschaft mbH & Co. KG), Yvonne Wilhelm (Werrapark-Hotels Nitzling & Co. KG), Sebastian Rögner (Hotelpark Stadtbrauerei Arnstadt GmbH), Dr. Peter Traut (Präsident der IHK Südthüringen)

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Mit dem Qualitätssiegel „Herausragende Ausbildungsqualität im Hotel- und Gaststättengewerbe im Thüringer Wald“ wurden am Branchentag Gastgewerbe am 12. Juni 2017 vier Unternehmen ausgezeichnet. Welche Bedeutung die duale Ausbildung für sie hat, was sie anders machen und warum ihre Auszubildenden besonders zufrieden sind, haben sie nach der Preisverleihung noch einmal deutlich gemacht.

Romantikhotel Sächsischer Hof Für Peter Henzel, Geschäftsführer und Inhaber des Romantikhotels „Sächsischer Hof“ in Meiningen, spielt Ausbildung eine sehr wichtige Rolle. „Die duale Ausbildung ist die Basis für eine gute Zukunft! Das ist es, was unser Land, die Wirtschaft und das Handwerk über all die Jahre stark gemacht hat. Das duale Ausbildungssystem ist einmalig in der Welt, nicht umsonst wird es von anderen Ländern übernommen und wir werden darum beneidet“, führt er aus. Umso wichtiger ist es aus seiner Sicht, dass dieses System beibehalten und ausgebaut wird. „Bestehende Fachkräfteengpässe zwingen die Branche oft, Personal zu sparen und Prozesse zu verändern. Mögliche Lücken und Mängel müssen deshalb durch eine gute praktische Ausbildung in den Berufsschulen ausgeglichen werden“, fordert der Hotelbetreiber. Ramona Schmidt, Auszubildende zur Hotelfachfrau im 2. Lehrjahr, empfindet die Ausbildung im

Sächsischen Hof besonders gut. Sie hat bereits zu Schulzeiten einige Praktika absolviert, tauscht sich natürlich mit Schulkollegen aus und kommt dabei zu dem Schluss, mit Peter Henzel und seinem Team einen sehr guten Lehrbetrieb zu haben. „Die anderen Auszubildenden werden oft alleine gelassen. Wir arbeiten immer im Team und werden unterstützt, gerade wenn es eine große Gruppe Gäste zu betreuen gibt! Wir sind ein sehr gutes Team, das ist wichtig, weil das im Grunde unsere 2. Familie ist – unsere Arbeitsfamilie!“ Und mit der verbringt man viel Zeit, wenn man im Hotel- und Gaststättengewerbe lernt, auch und gerade an Wochenenden und Feiertagen. Dass es an diesen Tagen besonders wichtig ist, für Motivation zu sorgen, ist im Sächsischen Hof bekannt. „Peter Henzel lässt das Team an Feiertagen mit einem guten Menü versorgen, das ist wie unsere eigene kleine Feier. Das stimmt uns auch auf die Feste ein, und diese positive Stimmung vermittelt das Personal an die Gäste weiter“, so Ramona Schmidt. Die Branche bietet Jugendlichen zahlreiche Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Ramona Schmidt will evtl. noch eine Weiterbildung zur Hotelkauffrau absolvieren und Auslandserfahrungen sammeln. Peter Henzel unterstützt solche Bestrebungen seiner Lehrlinge. „In meinem Bekanntenkreis bin ich dafür bekannt, eine Art ‚Pflicht-Auslandsjahr‘ zu verlangen. Die Erfahrungen in der Welt, andere Sprachen und Systeme, das Erlebnis anderer Kulturen, die Art zu denken und das Empfinden, das man dabei hat, sind unbezahlbar. Diese Erfahrungen macht man nicht nur für sich, sondern die bringt man in den Beruf und in das Unternehmen ein. Und das kommt auch dem Gast zu Gute“, argumentiert Peter Henzel. Gerade in einer so internationalen Branche wie der HOGA-Branche sind solche Erfahrungen für die Fachkräfte wertvolles Kapital.

Werrapark Hotels Nitzling & Co. KG

Auszubildende Ramona Schmidt im Sächsischen Hof

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Das Werrapark Resort mit den beiden Hotels Frankenblick in Schnett und Heubacher Höhe in Heubach begrüßt in diesem Jahr fünf neue Auszubildende in den Berufen Restaurantfachfrau, Koch und Hotelfachfrau. Yvonne Wilhelm, Ausbildungsverantwortliche im Werrapark Ressort, ist der Auffassung, dass in der heutigen Situation am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt der Gastronomie alles dafür getan werden muss, um Auszubildende zu motivierten Nachwuchskräften werden zu lassen. Betriebe, die in der Ausbildung zu wenig Einsatz zeigen und sich nicht an die Anforderungen halten, schaden damit der ganzen Branche.

© Werrapark Hotels Nitzling & Co. KG

STANDORTPOLITIK

Auszubildende Selina Kleinschmidt

Das Werrapark Resort bezahlt schon in der Ausbildung nach Tarif, was grundlegend wichtig ist, um den Auszubildenden Freiraum zum Lernen zu geben. Yvonne Wilhelm bietet über die komplette Ausbildung hinweg eine sozialpädagogische Begleitung an. „Jeder kann mit seinen privaten oder beruflichen Problemen zu mir kommen. In Problemfächern bieten wir wöchentlichen Stützunterricht an und helfen bei den Hausaufgaben. Interessante Themen vertiefen wir im Betrieb intensiver“, erklärt Yvonne Wilhelm. Dieses Engagement wird von den Auszubildenden positiv aufgenommen, das bestätigt Selina Kleinschmidt, Auszubildende zur Hotelfachfrau im 1. Lehrjahr: „Als meine Ausbildung begann, fühlte ich mich gleich aufgenommen. Ich habe ein Zimmer im Hotel und an freien Tagen fahre ich nach Hause. Besonders gut finde ich die ständige Begleitung durch meine Ansprechpartnerin im Hotel und die Unterstützung bei allen Fragen, auch bei schulischen Fragen und Problemen.“ Auch Weiterbildungsangebote und Inhouse-Schulungen für die Mitarbeiter stehen den Azubis offen. Dieses Jahr gab es Seminare in Beschwerdemanagement und Verkaufsförderung. Ziel ist es, die Qualität und den Service zu verbessern, aber auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu erhöhen. Bei Selina Kleinschmidt hat das funktioniert: „Ich bereue meine Berufswahl nicht. Ab


STANDORTPOLITIK Juli bin ich an der Rezeption eingesetzt und werde wieder viel dazu lernen. Nach meiner Ausbildung habe ich die Möglichkeit, als Facharbeiter im Hotel zu bleiben.“ Auch auf die passenden Rahmenbedingungen legt das Werrapark Resort großen Wert, damit die Auszubildenden sich bestmöglich auf die Ausbildung konzentrieren können. „Sie können frei im Hotel essen und kostenfrei in unserem Azubi-Haus wohnen. Wunschtermine für dienstfreie Tage oder bestimmte Schichten werden weitestgehend erfüllt oder bei Überschneidungen abhängig von der Dringlichkeit umgesetzt.“ Selina Kleinschmidt weiß das zu schätzen. „Ich bekomme rechtzeitig meinen Dienstplan und kann Wünsche äußern, wenn ich etwas vorhabe. In Schulwochen habe ich das Wochenende danach frei.“

Hotelpark Stadtbrauerei Arnstadt

© Hotelpark Stadtbrauerei Arnstadt

„Eine Ausbildung in der wohl ältesten Weizenbierbrauerei Deutschlands. Das klingt schon mal super und macht auch richtig Spaß! Wir bieten unseren Auszubildenden ein außergewöhnliches Ambiente mit vielfältigen Arbeitsfeldern und sehr guten Arbeitsbedingungen“, argumentiert Liesa-Marie Fehrmann für den Hotelpark Stadtbrauerei Arnstadt. Das bestätigt auch der ehemalige KochAzubi des Hauses, Luis Francisco Martinez Lorenz. „Das Team während der Ausbildung war wirklich nett und der Zusammenhalt mit den Arbeitskollegen echt super.“ Mit der quirligen und lebendigen Stadt Erfurt vor der Haustür ist es nicht leicht, Jugendliche für eine Ausbildung in Arnstadt zu begeistern. Zugehörige Häuser in Berlin und Potsdam sind aber eine interessante Alternative, um bereits in der Lehre breitere Erfahrungen zu sammeln. „Es gibt bei uns die Besonderheit, dass wir unseren Azubis ermöglichen können, in unseren Schwesterhotels in Berlin und Potsdam über den Tellerrand zu

Liesa-Marie Fehrmann im Hotelpark Stadtbrauerei Arnstadt

blicken und dort mit zu arbeiten“, führt Liesa-Marie Fehrmann aus. Zur Teambildung tragen jedoch auch gemeinsame Aktivitäten bei: „Besonders cool waren die Mitarbeiterausflüge zum Oktoberfest und die Weihnachtsfeiern.“ Der Bereich Weiterbildung spielt ebenfalls eine Rolle. Auszubildende bekommen die Möglichkeit, ihre individuellen Interessen und Fähigkeiten zu entwickeln. „Der Hotelpark Stadtbrauerei Arnstadt bietet individuelle Qualifizierungsmöglichkeiten wie externe Weiterbildungen (z. B. Workshops, Studium etc.), interne Schulungen und attraktive Karrierechancen. Denn letzten Endes ist es unser Ziel, die Azubis zu übernehmen“, so Fehrmann weiter. Für die Auszubildenden aus dem Ausland ist es besonders wichtig, die Sprache schnell zu lernen. „Die Kenntnisse wurden mir während meiner Ausbildung in der Küche sehr gut vermittelt. Durch die Arbeit mit Gästen und die Betreuung von Buffets wurde ich gefördert, die Deutsche Sprache zu lernen“, so Luis Francisco Martinez Lorenz. Doch auch andere Dinge kommen nicht zu kurz. Beispielsweise wohnen die vietnamesischen Auszubildenden in einem eigens dafür angemieteten und hergerichteten Azubi-Mitarbeiterhaus. „Desweiteren genießen unsere Mitarbeiter Benefits, wie persönliche Betreuung und Vergünstigungen bei Übernachtungen in unseren Schwesterhotels“, erzählt Liesa-Marie Fehrmann.

Südtiroler Stubn Bernhard Valland, Inhaber der Südtiroler Stubn in Arnstadt, hat beide Berufe von der Pike auf gelernt, die er heute in seinem Haus ausbildet. Deshalb weiß er, was er von seinen Lehrlingen erwartet – und er weiß, wie er sie motivieren kann. „Unsere Auszubildenden bekommen auf Wunsch von uns einen Firmenwagen gestellt, einen Smart mit Werbung des Hauses. Wir zahlen auch den Führerschein, hoffen jedoch, dass die Auszubildenden dann nach ihrem Abschluss länger im Haus bleiben“, führt er aus. „Auch bei der Wohnungssuche sind wir behilflich und Engagement in der Schule belohnen wir nach einem festen Prämiensystem – ein guter Notendurchschnitt führt zu einer finanziellen Prämie!“ Durch die Nähe zum Industriegebiet Erfurter Kreuz empfangen sie viele internationale Business-Gäste, auch damit müssen seine Auszubildenden umgehen können. Die Speisekarte wird in fünf Sprachen angeboten und bald auch in Brailleschrift für Blinde, weil es in Arnstadt dafür einen Markt gibt. „Es ist ein Problem, dass beispielsweise der Englisch-Unterricht in der Berufsschule aufgrund des Lehrermangels oft ausfällt“, so Bernhard Valland. „Normalerweise würde ich meine Mitarbeiter mal eine oder zwei Saisons in Partnerhäuser ins Ausland schicken, um Erfahrungen zu sammeln. Aber aufgrund der Fachkräfteengpässe geht das momentan nicht.“ Um diesen Engpässen auch in der Ausbildung zu begegnen, arbeitet er auch mit

Auszubildende Maria Krieger in den Südtiroler Stubn, der Smart für die Mitarbeiter

der Justizvollzugsanstalt in Arnstadt eng zusammen, hat zwei Auszubildende übernommen, die dort die Fachkraft im Gastgewerbe abgeschlossen haben und nun in den Südtiroler Stubn die Ausbildung fortsetzen. „Diese Jugendlichen sind sehr dankbar, wenn man ihnen eine Chance gibt, und entwickeln sich bisher sehr gut im Unternehmen.“ Auch die übrigen Auszubildenden bestätigen das Engagement ihres Chefs und Ausbilders. „Ich mag das Familiäre in den Stubn, die Atmosphäre und die Zusammenarbeit ist sehr angenehm“, sagt Maria Krieger, Auszubildende zur Restaurantfachfrau im 2. Lehrjahr. Täglich sitzt das Team zusammen, resümiert den Tag und plant die Abläufe des nächsten Tages. Dabei werden die Auszubildenden voll einbezogen, gefördert und gefordert. „Wir sind vollwertiger Teil des Teams, nicht nur Auszubildende, jeder darf alles machen“, berichtet Maria Krieger, die bereits im 2. Lehrjahr eine eigene Station und Kasse bedient. Das Kaffeehaus, das in diesem Jahr neu dazugekommen ist, organisiert sie auch alleine. „Das ist eine schöne und verantwortungsvolle Aufgabe, an der man wächst“, freut sie sich. „Und es ist sehr schön, das Vertrauen zu spüren, das man das kann!“

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STANDORTPOLITIK

Mit fast einem Meter Schneehöhe und mehr als 50 Schneetagen bot der Winter 2016/2017 beste Wintersportbedingungen. Die Betriebe des Gastgewerbes in Südthüringen sind mit der Saison zufrieden. In den touristischen Unternehmen herrscht eine überwiegend gute Stimmung, der Sommersaison 2017 blickt die Branche positiv entgegen. Trotz der guten Bedingungen steht für die Unternehmen des Gastgewerbes nicht alles zum Besten. Ursächlich hierfür sind externe Faktoren wie steigende Beschaffungspreise, wachsende Fachkräfteengpässe und anhaltende Bürokratiebelastungen, aber auch zurückgehende Umsätze im 1. Quartal 2017.

Gastronomie In der Gastronomie berichten 37 Prozent der Unternehmen von einer guten und 36 Prozent von einer zufriedenstellenden Geschäftslage. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Lage zwar verbessert, sie ist jedoch deutlich schlechter als in der Sommersaison 2016. Für den laufenden Sommer erwarten 81 Prozent der Betriebe, dass sich die Lage verbessert oder zumindest stabil bleibt. Der Konjunkturklimaindikator der Gastronomie sinkt um 13 Punkte auf nun 105 Punkte, liegt damit

jedoch weit über dem Wert des letzten Winters. Der Anteil der Gastronomieunternehmen mit steigendem Umsatz ist weiter leicht gestiegen, 76 Prozent der Gastronomen berichten von steigenden oder stabilen Umsätzen. Auf die Investitionsneigung wirkt sich die leichte Umsatzsteigerung nicht aus. Lediglich 57 Prozent der Gastronomen verfolgen Investitionspläne. Für 57 Prozent der Betriebe bildet die Werterhaltung durch Modernisierung und Ersatzbeschaffung das Hauptinvestitionsmotiv, ihre Kosten wollen 17 Prozent durch Rationalisierung senken. Investitionen in Produktinnovationen und Angebotserweiterungen planen 9 Prozent der gastronomischen Unternehmen.

Beherbergungsbetriebe Auch bei den Beherbergungsbetrieben hat sich die Stimmung etwas eingetrübt, 35 Prozent

beurteilen ihre Geschäftslage als gut, 45 Prozent als saisonüblich. 77 Prozent rechnen damit, dass sich die aktuelle Lage fortsetzt oder verbessert. Für die Beherbergungsunternehmen ergibt sich ein Konjunkturklimaindikator von 107 Punkten, das ist ein Rückgang von 9 Punkten gegenüber der Sommersaison. Die Umsatzsituation hat sich leicht verschlechtert, steigende und stabile Umsätze erzielten in der Beherbergung 66 Prozent der Betriebe. Diese Entwicklung schlägt sich vor allem in der Investitionsplanung nieder. Nur noch 54 Prozent der Beherbergungsunternehmen planen Investitionen. Um den Kapitalwert zu erhalten, planen 54 Prozent der Betriebe Modernisierungsmaßnahmen und Ersatzbeschaffungen. Um steigenden Kosten zu begegnen, würden 10 Prozent der Unternehmen in Rationalisierung und Kostensenkung investieren. Vor allem die Gefahr wieder steigender Energiepreise betrachten die gastronomischen Unternehmen als Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. Für 55 Prozent der gastronomischen Unternehmen und 54 Prozent der Beherberger bildet dies das Hauptrisiko. In den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sehen 57 Prozent

Punkte

Konjunkturklimaindikatoren im Südthüringer Tourismus 140,0 130,0 120,0 110,0 100,0 90,0 80,0 70,0 60,0 50,0 40,0

116,2 115,5

107,3 104,8

Beherbergung

Gastronomie

Reisebüro

Bus

Geschäftslage Beherbergung

35

45

Geschäftserwartungen Beherbergung

20

23

54

23

gut (%)

Gastronomie Reisebüro

37

36

50

6 Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017

27

50

befriedigend (%) schlecht (%)

günstiger (%)

Gastronomie Reisebüro

19

10

62

70

19

20

gleich bleibend (%) ungünstiger (%)


STANDORTPOLITIK der Beherbergungsbetriebe und 54 Prozent der Gastronomen ein Risiko. Die anhaltenden Fachkräfteengpässe stellen für 53 Prozent der Gastronomen und 49 Prozent der Beherbergungsunternehmen eine erhebliche Gefährdung dar.

Reisebüros Mit leicht positiver Tendenz entwickelt sich die Stimmung in den Reisebüros. Die Reiselust der Kunden ist ungebrochen, trotz einer Verschiebung der Marktsegmente. 50 Prozent der Reisebüros berichten von guten Geschäften, die andere Hälfte

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee lobt den „Thüringer Tourismuspreis 2017“ aus. Der Preis wird – in Kooperation mit dem ADAC Hessen-Thüringen – für touristische Projekte vergeben, die sich durch besondere Originalität, herausragenden Service oder die Kooperation

Der diesjährige Thüringer Tourismustag findet am Montag, 24. November 2017, in der Multifunktionsarena in Erfurt statt. Unter dem Motto „Thüringen ist Tourismusland!“ wird die neue Tourismusstrategie für das Land Thüringen vorgestellt. In thematischen Blöcken werden die wesentlichen Inhalte der neuen Tourismuskonzeption praxisnah präsentiert, eine Interaktion mit dem Publikum macht die Produktmarken erlebbar. Weitere Informationen werden rechtzeitig bekanntgegeben.

betrachtet die Lage als saisonüblich. Für den Sommer rechnen 80 Prozent der Unternehmen mit einer weiteren Verbesserung oder zumindest mit unverändert guten Geschäften. Ihr Konjunkturklimaindikator steigt von knapp unter auf etwas über 116 Punkte. Die positive Entwicklung setzt sich in den Umsätzen fort, 77 Prozent der Reisebüros vermelden steigende oder stabile Umsätze. Die Investitionsneigung der Reisebüros ist im Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre mit 41 Prozent sehr gering, zur Wintersaison 2016/2017 melden 35 Prozent der Unternehmen Investitionspläne. Für 35 Prozent davon bildet Modernisierung oder

Ersatzbeschaffung das Motiv, 10 Prozent wollen in Produktinnovation und Angebotserweiterung investieren.

mehrerer Akteure auszeichnen. Der diesjährige Sonderpreis soll junge erfolgreiche Unternehmerkonzepte im Tourismus würdigen.

Die Preisverleihung findet im Rahmen des Thüringer Tourismustages am 27. November in der Arena Erfurt statt. Den Flyer mit den Wettbewerbsbedingungen, das Anmeldeformular und alle weiteren Informationen zum „Thüringer Tourismuspreis 2017“ finden Sie unter: www.thueringen.de

Einsendeschluss der Wettbewerbsbeiträge: 18. August 2017.

Die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewinnen im Rahmen der Fachkräftegewinnung zunehmend an Bedeutung. Doch wie groß ist das Potenzial an Arbeitskräften, die (zurück)gewonnen werden können, und mit welchen Maßnahmen kann man die Zuwanderung von Arbeits- und Fachkräften einschließlich ihrer Familien nach Thüringen fördern? Diesen und weiteren Fragen wollen wir gemeinsam mit Ihnen und Referenten/innen aus Unternehmen, Wissenschaft, Beratungseinrichtungen und Kommunen nachgehen. Wir versprechen Ihnen mit der Veranstaltung neue Sichtweisen und Impulse für die Personalarbeit. Bitte merken Sie sich daher unsere Veranstaltung vor: „Thüringer Allianz für Familie und Beruf trifft Forum F – Fachkräfte: (Rück-) Wanderung nach Thüringen nutzen“

Den ausführlichen Bericht finden Sie unter: www.suhl.ihk.de (Dok.-Nr. 33327). Ihr Ansprechpartner: Nadine Heusing S 03681 362-205 Y heusing@suhl.ihk.de

Termin: Ort:

26. September 2017, 15:00 bis 18:00 Uhr IHK Südthüringen, Bahnhofstr. 4 - 8, 98527 Suhl

Die Einladung erhalten Sie rechtzeitig per E-Mail. Die IHK Südthüringen gehört zu den Partnern der Thüringer Allianz für Familie und Beruf.

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STANDORTPOLITIK

Der Unternehmerpreis MuT ist eine Initiative der Industrie- und Handelskammer Südthüringen, der Handwerkskammer Südthüringen, der Tageszeitungen Freies Wort, Südthüringer Zeitung und FW Meininger Tageblatt sowie des Regionalmarketings Thüringer Wald. MuT steht für „Mittelstand und Thüringen“. Mit dem Unternehmerpreis MuT würdigen die Initiatoren Menschen und Firmen, die Südthüringens wirtschaftliche Zukunft sichern: mit ihrem unternehmerischen Engagement, mit herausragenden Leistungen und oft hohen persönlichen und wirtschaftlichen Risiken – mit Mut eben. Hat sich Ihr Unternehmen in den letzten Jahren insgesamt gut entwickelt, gehen Sie neue Wege in der Fachkräftegewinnung und Fachkräftesicherung oder haben Sie eine besondere Innovation auf den Markt gebracht, dann bewerben Sie sich für den MuT-Preis. Ausgelobt werden auch in diesem Jahr der MuT-Preis „Unternehmen des Jahres“ sowie zwei Sonderpreise in den Kategorien „Mitarbeiter sind Zukunft“ und „Aufstieg durch Innovation“. Die eingegangenen Bewerbungen werden durch eine fachkundige Jury bewertet. Am 9. November 2017 werden die Preisträger im Rahmen einer Festveranstaltung der IHK Südthüringen bekannt gegeben und geehrt.

Alle zwei Jahre müssen sich Unternehmen im Umgang mit gefährlichen Gütern auf Neuerungen im Gefahrgutrecht einstellen. Im Rahmen des 11. Thüringer Gefahrgutforums boten die Thüringer Industrie- und Handelskammern gemeinsam mit dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft am 1. Juni 2017 im Haus der Wirtschaft in Suhl die Möglichkeit, sich kostenfrei über die wichtigsten Änderungen der Gefahrgutvorschriften 2017 zu informieren. Die gemeinsame Veranstaltung richtete sich an Unternehmen, die Gefahrstoffe versenden, transportieren und empfangen sowie Institutionen, die besondere Verantwortung für die Sicherheit im Gefahrguttransport tragen. So bot das gut besuchte Forum den Teilnehmern auch die Gelegenheit zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch mit Kollegen und Experten. Mit dem Gefahrgutforum

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© Michael Reichel/arifoto.de

Es ist wieder soweit. Auch in diesem Jahr suchen wir herausragende Unternehmen aus Süd­ thüringen und vergeben bereits zum 13. Mal den MuT-Preis.

„Der Mittelstandspreis MuT hat unsere Unternehmen nach vorne gebracht.“ Das sagen drei Gewinner: Tommy Hehnke, Geschäftsführer Hehnke GmbH & Co. KG in Steinbach-Hallenberg und Unternehmen des Jahres 2013; Helmut Bechtold, Geschäftsführer der Profectus GmbH Elektronic Solutions in Suhl und Unternehmen des Jahres 2016 sowie Tino Beck, Metallbau Beck GmbH & Co. KG in Frankenheim/Rhön und Gewinner des Sonderpreises „Fachkräfte sind Zukunft“ 2016 (v. l. n. r.).

Bewerbungen/Nominierungen Die Unternehmen können sich selbst bewerben oder vorgeschlagen werden, z. B. durch Kommunen, Verwaltungen, Banken, Verbände, Mitarbeiter oder Kunden. Nominierungsschluss: 29. September 2017 Bewerbungsschluss: 10. Oktober 2017

Die Formulare finden Sie unter: www.suhl.ihk.de

wurden auch die neuen Broschüren „Gefahrgutbeförderung in Thüringen 2017“ mit interessanten Fachartikeln sowie einer umfassenden Übersicht zu Ansprechpartnern von Behörden, Institutionen und Schulungsstätten druckfrisch veröffentlicht. Die Broschüre ist über die Rubrik Downloads sowie als Printversion in der Geschäftsstelle der IHK Südthüringen verfügbar. Am 1. Juli 2017 sind die Änderungen des Gefahrgutrechts (ADR 2017) verbindlich anzuwenden. Im Zuge der Änderungen des ADR musste auch die nationalen Rechtsgrundlagen und Richtlinien, die GGVSEB und die RSEB, angepasst werden. Einen umfassenden Überblick zu den wichtigsten Änderungen im Gefahrgutrecht bot Jörg Holzhäuser in seinem Vortrag. Anschließend wurde der Fokus auf die praktische Umsetzung der Gefahrgutvorschriften gerichtet.

Jürgen Beck von der SCHENKER Deutschland AG sowie der Leiter der SCHENKER-Niederlassung in Arnstadt beschrieben das Gefahrgutmanagement in einem der größten Logistikunternehmen. Dabei wurde auch Kritik am immer komplexeren und unübersichtlichen Regelwerk im Gefahrgutrecht laut, das in der Praxis umgesetzt werden muss. Den Abschluss des Forums bildete der Vortrag von Ingo Nippe, Mitarbeiter der Kontrollgruppe der Thüringer Autobahnpolizei. Die Präsentationen der Referenten der Konferenz sind auf der Webseite der IHK Südthüringen unter www.suhl.ihk.de (Dok.-Nr. 40294) abrufbar.

Ihr Ansprechpartner: Birgit Hartwig S 03681 362-311 Y hartwig@suhl.ihk.de

Ihr Ansprechpartner: Mario Dammköhler S 03681 362-132  Y dammkoehler@suhl.ihk.de


© IHK Erfurt

STANDORTPOLITIK

(v. l. n. r.) Dirk Adams, Fraktionsvorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN; Matthias Hey, Fraktionsvorsitzender SPD; Dieter Bauhaus, Präsident IHK Erfurt; Bodo Ramelow, Ministerpräsident Thüringen; Dr. Peter Traut, Präsident IHK Südthüringen; Susanne Hennig-Wellsow, Fraktionsvorsitzende DIE LINKE.; Dr. Ralf-Uwe Bauer, Präsident IHK Ostthüringen zu Gera.

Die Landesregierung sollte zukünftig mehr Geschlossenheit zeigen und der Wirtschaft eine größere Wertschätzung entgegenbringen. Man hat in der ersten Hälfte der Legislaturperiode einiges auf den Weg gebracht. Aber die richtig großen Würfe für die Wirtschaft blieben bisher aus. Zwar konnte der geplante Wassercent gerade noch verhindert werden, aber beispielsweise beim Bürokratieabbau oder auch der Breitbandversorgung sind in den verbleibenden zweieinhalb Jahren noch

zahlreiche dicke Bretter zu bohren. So fällt das Fazit aus, das die drei IHK-Präsidenten am Ende einer Veranstaltung zur Halbzeit von Rot-Rot-Grün zogen. Eingeladen hatten die Präsidenten den Ministerpräsidenten und die Fraktionsvorsitzenden der Regierungsparteien. Ergänzt durch Befragungen des Publikums wurde über die Themen Haushalt, Fachkräfte sowie Thüringer Standortfaktoren diskutiert. Die Grundlage bildete eine ausführliche

Bilanz der Thüringer IHKs. Mittels Ampelfarben und Kommentaren wurden der Koalitionsvertrag und die Handlungen der Regierung den Forderungen der Wirtschaft gegenübergestellt. Die ausführliche Bewertung kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie die TED-Befragung des Publikums: Die Regierungsarbeit ist nicht überragend, das Glas ist halb gefüllt. Die Halbzeitbilanz der Thüringer IHKs ist auf der Homepage der IHK Südthüringen unter www.suhl.ihk.de (Dok.-Nr. 32394) abrufbar.

Am 24. September 2017 wird ein neuer Bundestag gewählt. Wir möchten Ihnen die Bewerber um das Direktmandat in Ihrem Wahlkreis und die Thüringer Spitzenkandidaten vorstellen. Hierzu haben wir drei Veranstaltungen für Sie organisiert:

Energiepolitik, Bürokratieabbau und Fachkräftesicherung. Moderation: Dr. Ralf Pieterwas (IHK Südthüringen) und Günther Richter (BVMW).

22. August 2017, 18:00 Uhr, IHK Südthüringen, Haus der Wirtschaft, Suhl Informationsveranstaltung für den Wahlkreis 196 Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg mit Torsten Ludwig (AFD), Roberto Kobelt (Bündnis 90/Die Grünen), Mark Hauptmann (CDU), Steffen Harzer (Die Linke), Gerald Ullrich (FDP) und Christoph Zimmermann (SPD) zu den Themen Finanzen/Steuern, Energiepolitik, Bürokratieabbau und Fachkräftesicherung.

19. September 2017, 17:00 Uhr, IHK Erfurt WIRtschaft für Thüringen – Diskussionsrunde der Wirtschaftskammern und -verbände mit den Spitzenkandidaten der Parteien Stephan Brandner (AFD), Roberto Kobelt (Bündnis 90/Die Grünen), Antje Tillmann (CDU), Martina Renner (Die Linke), Thomas Kemmerich (FDP) und Carsten Schneider (SPD) zu den Themen Arbeitsmarkt/Fachkräftesicherung, Steuern und Haushalt, Bürokratieabbau und Wertschätzung des Unternehmertums. Moderation: Johannes M. Fischer (Thüringer Allgemeine).

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Moderation: Dr. Ralf Pieterwas (IHK Südthüringen) und Günther Richter (BVMW). 24. August 2017, 18:00 Uhr, Stadtbrauerei Arnstadt Informationsveranstaltung für den Wahlkreis 192 Gotha – Ilm-Kreis mit Carsten Günther (AFD), Tankred Schipanski (CDU), Anke Hofmann-Domke (Die Linke), Martin Mölders (FDP) und Petra Heß (SPD) zu den Themen Finanzen/Steuern,


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Am 23. Mai 2017 trafen sich die Vertreter der Mitgliedsunternehmen zur halbjährlichen Mitgliederversammlung der Initiative Erfurter Kreuz. Der Vorstand des Vereins hatte dazu in die Aula der Staatlichen Regelschule „Wilhelm Hey“ in Ichtershausen eingeladen. Der Vorstandsvorsitzende Franz-Josef Willems eröffnete die Versammlung und gab in seinem Rechenschaftsbericht einen Überblick über die aktuellen Aktivitäten des Vereins und die nächsten Vorhaben. Die Mitglieder des Vorstandes berichteten über die Arbeit in den einzelnen Arbeitsgruppen und konnten ebenfalls auf zahlreiche von den Vereinsmitgliedern begleitete oder initiierte Vorhaben verweisen. Zudem war die aktuellen Entwicklungen zum Mitgliederstatus und die Struktur Thema der Mitgliederversammlung. Geprägt war der Abend auch durch die Verabschiedung von Josef Maier aus dem Vorstand. Josef Maier beendet seine jahrelange Tätigkeit und Dr. Daniel Bader (IHI Charging Systems International Germany GmbH) wurde zur Wahl

als neues Vorstandsmitglied vorgeschlagen. Dem alten Vorstand wurde von den Mitgliedern Entlastung erteilt und der neue Vorstand einstimmig gewählt. Zum Vorstand gehören jetzt: Franz-Josef Willems (Vorsitzender des Vorstandes) Ulrike Kücker (stellv. Vorsitzende des Vorstandes) Uwe Witt Dr. Daniel Bader Marco Jacob Peter Lischewski Nach der Wahl wurde durch Franz-Josef Willems der Budgetplan des Vereins für 2017 vorgestellt und die nächsten Vorhaben des Vereins erläutert. Die Initiative Erfurter Kreuz e. V. (IEK) ist ein Zusammenschluss von jetzt 92 Unternehmen, die sich am und um das Industriegebiet Erfurter Kreuz angesiedelt haben. Der eingetragene Verein repräsentiert ca. 11 000 Beschäftigte und 329 Auszubildende. Der Zweck des Vereins

ist die Förderung der Wirtschaft in der Region um das Erfurter Kreuz. Ziel ist es, die Region um das Erfurter Kreuz zu einer nationalen und international anerkannten Region der Thüringer Wirtschaft weiter zu entwickeln. Dabei soll auch die nachhaltige Sicherung der Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort – in Verbindung mit der Förderung der Region als Lebensmittelpunkt der Beschäftigten – in das Wirken eingeschlossen werden. Die Fachkräfteentwicklung und -sicherung ist eines der Top-Themen in der Initiative.

Weitere Informationen unter: www.initiative-erfurter-kreuz.de

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Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017 11


© Collage: Rudyanto Wijaya–Fotolia.com/IHK Südthüringen

IHK-WAHL

Herr Voigt, Sie haben bereits zum dritten Mal den Vorsitz des Wahlausschusses inne. Was reizt Sie an dieser ehrenamtlichen Tätigkeit? Ich war selbst langjährig Mitglied der Vollversammlung und bin mit der IHK Südthüringen als Ehrenmitglied der Vollversammlung weiterhin verbunden. Daher kenne ich die Aufgaben der Vollversammlung, habe aber auch Einblick in die Tätigkeit der hauptamtlichen Mitarbeiter der IHK Südthüringen. Ich freue mich die alle fünf Jahre stattfindende Wahl des Unternehmerparlaments der IHK Südthüringen betreuen und überwachen

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IHK.Wahl.2017 Unternehmerparlam ent Südthüringen

zu dürfen und ich denke, mit meiner Erfahrung zum ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl beitragen zu können. Was sind die Aufgaben des Wahlausschusses? Der Wahlausschuss ist dafür verantwortlich, dass die Wahl ordnungsgemäß durchgeführt wird. Er trifft alle wesentlichen Entscheidungen im Wahlverfahren. Er kann sich bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben jedoch der Unterstützung durch die Geschäftsführung der IHK Südthüringen bedienen. Die Mitglieder des Wahlausschusses treffen

sich in regelmäßigen Abständen und beschließen die nächsten Schritte des Verfahrens. Was bedeutet das konkret? Der Wahlausschuss bestimmt den zeitlichen Ablauf der Wahl und setzt den Terminplan anhand der Vorgaben der Wahlordnung fest. Die Termine wurden im Rahmen der 1. Wahlbekanntmachung veröffentlicht. Anschließend erfolgte die Aufstellung der Wählerlisten. Nach Ablauf der Kandidateneinreichungsfrist prüfte der Wahlausschuss die eingegangenen Wahlbewerbungen und setzte eine


IHK-WAHL Nachfrist in den Wahlgruppen und Wahlbezirken, in denen sich nicht ausreichend Kandidaten beworben hatten. Im September 2017 werden die Kandidatenlisten veröffentlicht. Nach dem Ende der Wahlfrist ist der Wahlausschuss für das Auszählen der Stimmzettel und die Bekanntgabe des Wahlergebnisses verantwortlich. Sollten Einsprüche gegen das Wahlergebnis erhoben werden, sind diese vom Wahlausschuss zu prüfen und darüber zu entscheiden.

© Michael Reichel/arifoto.de

Wolfgang Voigt Vorsitzender

Was sind Ihrer Ansicht nach wichtige Aufgaben der Vollversammlung und wie können die Unternehmerinnen und Unternehmer darauf Einfluss nehmen? Die neu gewählten Vollversammlungsmitglieder bestimmen die Schwerpunkte der Arbeit der IHK Südthüringen. Dazu gehören natürlich auch Beschlussfassungen zu den finanziellen und organisatorischen Grundlagen dieser Arbeit. Da alle Beschlüsse der Vollversammlung immer auch eine direkte oder indirekte Auswirkung auf jedes Mitgliedsunternehmen haben, wirken die Unternehmerinnen und Unternehmer mit ihrer Wahl auf diese mit ein. Was ist Ihre Botschaft an die Unternehmerinnen und Unternehmer? Ich wünsche mir, dass viele Unternehmerinnen und Unternehmer von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und damit die Zusammensetzung ihres Unternehmerparlaments aktiv mitgestalten. Mit ihrem Votum stärken sie die Selbstverwaltung der Wirtschaft und nehmen Einfluss auf die Entwicklung in der Region.

Herr Voigt, vielen Dank für das Gespräch.

© Michael Reichel/arifoto.de

Wie läuft die Wahl zur Vollversammlung ab? Die Wahl erfolgt ausschließlich schriftlich als Briefwahl. Voraussichtlich am 27. September 2017 erhalten die wahlberechtigten Mitgliedsunternehmen die Wahlunterlagen mit der Tagespost. Der darin enthaltene Wahlumschlag mit Stimmzettel sowie der Wahlschein sind im Rücksendeumschlag in der Zeit vom 29. September 2017 bis

Warum sollen die Unternehmerinnen und Unternehmer ihr Wahlrecht ausüben? Mit ihrer Stimme entscheiden die Unternehmerinnen und Unternehmer, wer in den nächsten fünf Jahren stellvertretend für alle Unternehmen der Region die Interessen der regionalen Wirtschaft wahrnehmen soll. Wirtschaftliche Selbstverwaltung funktioniert nur, wenn sich die Unternehmerinnen und Unternehmer beteiligen. Sie tragen mit ihrer Stimme dazu bei, dass die IHK Südthüringen weiterhin mit einem starken Unternehmerparlament gute Arbeit leisten kann. Gleichzeitig ist die Ausübung des Wahlrechts eine Referenz an die Kandidatinnen und Kandidaten, die sich um die 48 Sitze in der Vollversammlung bewerben und sich ehrenamtlich dem Unternehmerparlament der IHK Südthüringen zur Verfügung stellen.

© Michael Reichel/arifoto.de

Wie setzt sich der Wahlausschuss zusammen? Der Wahlausschuss besteht aus drei Mitgliedern; mir als Vorsitzendem und Cordula Dobrunz und Gerd Beck als weitere Mitglieder. Wir sind ehrenamtlich tätig und von der IHK Südthüringen unabhängig. Wir sind nur an die Regelungen des IHK-Gesetzes und der Wahlordnung der IHK Südthüringen gebunden und unterliegen keinerlei Weisungen der IHK.

27. Oktober 2017, 14:00 Uhr an den Wahlausschuss der IHK Südthüringen zurück zu senden. Nach Prüfung der Wahlberechtigung kommen die Wahlumschläge in die verschlossene Wahlurne. Am 2. November 2017 erfolgt öffentlich die Auszählung der abgegebenen Stimmen. Gewählt sind in den einzelnen Wahlgruppen und Wahlbezirken die Bewerber, welche die meisten Stimmen erhalten haben. Sollte einmal Stimmengleichheit in einer Wahlgruppe/einem Wahlbezirk bestehen, entscheidet der Wahlausschuss durch das Los.

Cordula Dobrunz Mitglied

Gerd Beck Mitglied

Die wichtigsten Termine zur Wahl: Versand der Wahlunterlagen

voraussichtlich 27. September 2017

Stimmabgabe per Briefwahl

29. September bis 27. Oktober 2017, 14:00 Uhr

öffentliche Stimmauszählung

2. November 2017

Ihre Ansprechpartner in der IHK Südthüringen: Kerstin Lippmann S 03681 362-171 Y lippmann@suhl.ihk.de Christoph Beer S 03681 362-321 Y beer@suhl.ihk.de

Weitere Informationen zur Wahl finden Sie unter: www.suhl.ihk.de/wahl2017

Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017 13


In unserer Serie „Gründer des Monats“ stellen wir Existenzgründer aus dem IHK-Bezirk Süd­ thüringen vor, die sich durch eine besondere Geschäftsidee auszeichnen. Für diese Ausgabe haben wir ein Interview mit Anja Fröbel geführt.

Kreativität und Innovation, denn Design ist mehr als das „Sahnehäubchen obendrauf“ Design wird oftmals nur als das schmückende Beiwerk angesehen? Anja Fröbel: Ein individuell und gut gestaltetes Produkt, welches sich aus der Masse der vergleichbaren Dinge abhebt und zu einem angemessenen Preis angeboten werden kann, verkauft sich gut. Meine Geschäftsidee beruht darauf, diese Lücke zu schließen. Ideen reifen zu lassen, sie mit Agenturen, Firmen und Künstlern so zu entwickeln, dass die Umsetzung mehr Innovation und Individualität beinhaltet. Design hat seinen Wert! Damit meine ich nicht nur den Preis, den der Kunde zahlt, sondern besonders den Mehrwert, den das Produkt durch gutes Design erhält. Wenn das, was der Kunde wahrnimmt, im ersten Moment ein gutes Gefühl, eine Neugierde erzeugt, dann war es mit hoher Wahrscheinlichkeit das Design oder ein toller Werbeauftritt, der das hervorgerufen hat. Beides funktioniert nur gut durchdacht und visuell überzeugend gestaltet. Design ist also nicht nur das Sahnehäubchen beim Erfolg eines Produktes oder einer Kampagne – es ist essentiell! Welche Erfahrungen haben Sie dabei im Vorfeld gemacht? Anja Fröbel: Ich habe in verschiedenen Industrieunternehmen gearbeitet und oft ähnliche Situationen vorgefunden. Aufgrund von Personalengpässen oder „eingespielten“ Vorgängen werden immer wieder die gleichen Wege beschritten, die zwar mit Sicherheit zu einem weiteren Produkt für die nächste Kollektion, aber selten zu einem wirklich innovativen Produkt führen. Individualität oder Innovation kann nicht stattfinden, weil im Alltagsgeschäft vermeintlich keine Zeit dafür ist. Gute Ideen verschwinden nicht selten in der Schublade … Dabei gibt es in fast jeder Firma innovative Ansätze, die mehr Potenzial für wirkliche Neuerungen in sich tragen. Allerdings bedürfen diese meistens eines Wechsels der Blickrichtung

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© Fabian Kirchner LOEFFLER & PARTNER Werbeagentur

© R_R/Fotolia.com

EXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG

Anja Fröbel im Gespräch mit einer Kundin.

oder der Suche nach neuen Möglichkeiten, sie umzusetzen. Das ist schwierig im Routinegeschäft und besonders, wenn eigene Entwicklungs-und Forschungsabteilungen nicht existieren. Was hat Sie motiviert, Ihren eigenen Weg zu gehen? Anja Fröbel: Sich nach so vielen Jahren im Angestelltenverhältnis nochmal auf ganz neue Wege zu begeben, war keine ganz leichte Entscheidung. Ein gutes Gefühl und Unterstützung sind ganz wichtig. Auch für den Weg in die Selbstständigkeit kann ich nur sagen, ein gutes Konzept, eine geplante Vorgehensweise und angemessen viel Zeit sollte man dem eigenen Projekt zugestehen. Selbst wenn man genau weiß, was man kann, ist anfangs doch oft ein flaues Gefühl im Magen. In der Zusammenarbeit mit meiner Gründungsberaterin von ThEx Enterprise haben sich viele Fragen im Vorfeld klären lassen. Mein Gedanke, etwas Entscheidendes in meinem Leben zu ändern, wurde u. a. durch den Spruch „Mut gehört auch zum Glücklichsein“, in Aktivität gewandelt. Anfang 2016 kündigte ich meinen gut bezahlten Job als Produktmanagerin in einer renommierten Porzellanfirma und Mitte Dezember war es dann so weit – meine Vision, ein eigenes Büro für Produkt- und Grafikdesign zu gründen, wurde Realität. Ein riesen Dank gilt dabei meiner Familie sowie meinen Unterstützern und Geschäftspartnern.

Wie wichtig sind Ihnen Netzwerke und Kontakte? Anja Fröbel: Ein wichtiges Standbein sind die vielen Kontakte und ein gutes Netzwerk, welches sich nicht zuletzt auch durch die Gründerszene ergibt und an dem man selbst immer weiter flechten sollte. So haben mir tolle Seminare der Thüringer Agentur für Kreativwirtschaft (ThAK) genau die richtige Plattform geboten, kreative Personen zu treffen die ebenfalls Visionen haben, die etwas bewegen wollen, von und mit denen man lernen kann. Egal ob Kreativtools vom Design-Coach oder der Erfahrungsaustausch mit Redakteuren, Modedesignern, Architekten, Seminare zur Preisgestaltung, Mentaltrainings sowie Workshops im 3D Druck – alle Erfahrungen waren wertvoll und hilfreich. Zweimal im halben Jahr kann man als Akteur der Thüringer Kreativwirtschaft kostenlos an Weiterbildungsangeboten der ThAK oder auch an Veranstaltungen, wie dem Branchentag der Thüringer Kreativwirtschaft am 31. August 2017, teilnehmen. Hier sind Entscheider aus Unternehmen aller Branchen eingeladen, sich von der Expertise und Innovationskraft der Thüringer Kreativwirtschaft zu überzeugen und gemeinsam kurze Wege zu finden (www.thueringen-kreativ.de).

www.froebel-design.de


EXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG

Die KfW ist am 1. Juli 2017 mit dem neuen ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit gestartet und möchte so innovativen, etablierten Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft eine zinsgünstige Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben sowie Investitionen und Betriebsmitteln in Deutschland ermöglichen.

Kreditbetrag bei Vorhaben mit Haftungsfreistellung beträgt je Vorhaben dann maximal 7,5 Mio. Euro (pro Gruppe max. 15 Mio. Euro). Der Zinssatz ist über die gesamte Laufzeit fest und wird unter Berücksichtigung der Bonität des Kreditnehmers und der Werthaltigkeit der gestellten Sicherheiten von der Hausbank im Rahmen des risikogerechten Zinssystems festgelegt. Das Programm wird in drei Laufzeitvarianten bis zu zehn Jahren angeboten bei bis zu zwei tilgungsfreien Anlaufjahren. Bei einer Betriebsmittelfinanzierung für innovative Unternehmen in Zusammenhang mit einer Haftungsfreistellung beträgt die Laufzeit maximal bis zu fünf Jahre bei einem tilgungsfreien Anlaufjahr. Wie schon erwähnt, gewährt die KfW den durchleitenden Kreditinstituten eine 70-prozentige Haftungsfreistellung. Die Sonderbedingungen für die Haftungsfreistellung sind im Merkblatt explizit aufgeführt. Die Antragstellung muss vor Beginn des Vorhabens über die Hausbank erfolgen. Für Rückfragen ist das Infocenter der KfW-Mittelstandsbank unter der kostenfreien Rufnummer 0800 539 9001 erreichbar. Die Formulare, das Merkblatt, die Konditionenübersicht sind unter http://www.kfw.de/380 zu finden.

Um den Zugang zur Finanzierung zu erleichtern, wird der Hausbank optional eine Haftungsfreistellung von sogar 70 Prozent angeboten, da der Europäische Fonds für strategische Investitionen („EFSI“) unterstützt. Die Konditionen bleiben trotz der Haftungsfreistellung für kleine und mittlere Unternehmen günstig. Auch dieses Programm unterliegt dem Hausbankprinzip. Gefördert wird der gesamte Finanzierungsbedarf innovativer Unternehmen, als auch der Finanzierungsbedarf im Zusammenhang mit Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben. Hierzu hat die KfW eine detaillierte Übersicht zu den förderfähigen Vorhaben bzw. Unternehmen auf ihrer Interseite mit dem Merkblatt Nummer 600 0000 4009 unter www.kfw.de veröffentlicht. Im Merkblatt sind die Kriterien für Innovationsvorhaben, die Kriterien für Digitalisierungsvorhaben und die Kriterien zur Einstufung als ein innovatives Unternehmen aufgeführt. Die Unternehmer müssen zum Antrag eine Eigenerklärung abgeben, welches Kriterium erfüllt ist. Im Rahmen der digitalen bzw. innovativen Vorhaben sind die vorhabenbezogenen Investitionen und Betriebsmittel zu finanzieren oder aus Vereinfachungsgründen können Kosten von

maximal 200 Prozent der vorhabenbezogenen Personalkosten als Alternative zu den konkreten Investitionskosten angesetzt werden. Bei den innovativen Unternehmen können alle Investitionen und Betriebsmittel (laufende Kosten, Warenlager) unabhängig von einem konkreten Innovations- und Digitalisierungsvorhaben einbezogen werden. Das Programm wendet sich an etablierte Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die seit mindestens zwei Jahren am Markt aktiv sind.

Finanziert werden können bis zu 100 Prozent der Investitionskosten und Betriebsmittel. Der Kredithöchstbetrag beträgt maximal 25 Mio. Euro pro Vorhaben und mindestens 25.000 Euro. Der

Ihr Ansprechpartner:

Im Durchschnitt verdienen Frauen weniger als Männer. Diese Aussage ergibt sich, wenn man die Bruttostundenverdienste von Frauen und Männern vergleicht. Hierfür gibt es vielfältige Ursachen. Frauen und Männer haben häufig unterschiedliche Erwerbsbiografien und unterscheiden sich außerdem in der Wahl der Berufsfelder. Daher sind die Karriereverläufe mitunter sehr verschieden. Rein statistisch betrachtet ergibt sich jedoch ein Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern von 23 Prozent in den alten und 8 Prozent in den neuen Bundesländern. Könnte diese sog. „Gender-Pay-Gap“ aber nicht vielleicht das Resultat einer systematischen Diskriminierung sein? Für Unternehmen mit 200 und mehr Beschäftigten bedeutet diese ideologisch aufgeheizte Fragestellung ab dem nächsten Jahr mehr Bürokratie, denn am 6. Juli 2017 ist das

neue Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen in Kraft getreten. Sechs Monate nach seiner Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt enden für Unternehmen mit 200 und mehr Beschäftigten bestehende Übergangsfristen. Die Beschäftigten erhalten dann einen individuellen Auskunftsanspruch zu Entgeltstrukturen. Er umfasst Kriterien zur Festlegung des eigenen Entgelts, Informationen über das Entgelt einer vergleichbaren Tätigkeit sowie auf Wunsch Informationen über das Medianeinkommen von mindestens sechs Beschäftigten des jeweils anderen Geschlechts in vergleichbarer Tätigkeit. Auf diese Weise soll es Beschäftigten erleichtert werden, Lohngleichheit zu einzufordern. Unternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten müssen überdies betriebliche Verfahren zur Überprüfung der Lohngleichheit einführen. Sie werden außerdem

verpflichtet, in ihren Lageberichten über den Stand der Gleichstellung zu berichten. Die IHK Südthüringen wird im Herbst dieses Jahres mit einer Informationsveranstaltung über das neue Gesetz und die Umsetzung im Unternehmen berichten. Eingeladen wird per E-Mail und über die Webseite. Wir werden alle Unternehmen mit 100 und mehr Beschäftigten kontaktieren. Darüber hinaus erstellt das Bundesfamilienministerium derzeit Leitfäden, Informationsmaterialien und Online-Tools zur Anwendung des Gesetzes für Unternehmen und Beschäftigte.

Antragsberechtigt sind: • Kleine und mittlere Unternehmen (weniger als 250 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. Euro oder einer Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. Euro) • Größere mittelständische Unternehmen, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden und mit einem Gruppenumsatz von max. 500 Mio. Euro und Freiberufler.

Annegret Klein S 03628 6130-513  Y klein@suhl.ihk.de

Ihr Ansprechpartner: Dr. Jan Pieter Schulz S 03681 362-406 Y schulz@suhl.ihk.de Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017 15


EXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG

Veranstaltungshinweise

Gründertreffen in der IHK Südthüringen, Niederlassung Sonneberg am 16.08.2017 ab 09:00 Uhr Existenzgründer haben vor und in der ersten Zeit nach der Gründung viele neue Aufgaben und suchen Antworten auf eine Vielzahl von Alltagsfragen. Ein Erfahrungsaustausch mit anderen Gründern und Tipps von erfahrenen Beratern bieten die Möglichkeit, unkompliziert und kostenfrei Lösungen für große und kleine Probleme zu finden und darüber hinaus neue Geschäftskontakte zu knüpfen. Im Rahmen des Beratersprechtages berichten Existenzgründer und junge Unternehmer aus Industrie, Handel, Dienstleistungen und Handwerk über ihre Erfahrungen „Vor und nach der Gründung“. Gründungsexperten stellen sich den individuellen Fragen und es gibt viel Zeit und Raum für Gespräche und zum Netzwerken.

Roadshow Unternehmensnachfolge in der IHK Südthüringen, Niederlassung Sonneberg am 14.09.2017 ab 16:00 Uhr Im Rahmen der Veranstaltung vermitteln unsere Berater und Experten wertvolle Informationen und hilfreiche Tipps rund um das Thema Unternehmensnachfolge. Der „Fahrplan für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge“ steht dabei ebenso auf der Tagesordnung wie Expertentipps rund um Steuern, Recht sowie Finanzierung und Förderung. Zudem berichten erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer von ihren praktischen Erfahrungen beim "Stabwechsel". Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.suhl.ihk.de/veranstaltungen

Ihr Ansprechpartner: Detlef Schmidt-Schoele S 03628 6130-515 Y dschmidt@suhl.ihk.de

16 Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017

Angeboten werden vielseitig nutzbare Gewerbe-/ Büro-/Praxis-/Kanzlei-/Schulungsräume in Untermaßfeld im Gewerbegebiet nahe BAB A 71. Gewerbeeinheiten im OG eines Bürogebäudes (BJ 1994) mit bis zu 10 Stellplätzen inklusive. Bürogrößen: Büro 1 – 26,57 m², Büro 2 – 20,64 m², Büro 3 – 25,09 m², Büro 4 – 12,16 m², Büro 5 – 7,91 m². 186-2015-06 Die Böhm Fertigungstechnik Suhl GmbH mit Sitz im Gewerbegebiet Zella-Mehlis stellt freie Räumlichkeiten zur Miete zur Verfügung: – Infrastruktur sowie Telefon und Strom vorhanden – Sozialräume, WC Damen/Herren zur Mitbenutzung – Besprechungsräume, Cafeteria nach Vereinbarung mitnutzbar – Raumgrößen: 4 x 96 m², 1 x 260 m² – separater Eingang Treppe/Aufzug 186-2016-09 Vermietung von Produktions-, Lager-/Logistikund Büroflächen im Gewerbegebiet „Erfurter Kreuz“, ca. 140 000 m², Teilflächen möglich. 186-2016-10 Wir bieten Ihnen Entwicklungsleistungen für Ihre Produkte. Bei Designentwicklung bis zum Prototypenbau unterstützen wir Sie. Unser patentierter Schichtholzwerkstoff ist für Designgehäuse von Technikgeräten bestens geeignet und hebt Ihre Produkte haptisch und optisch vom Standard ab. Auch Entwicklung von Fassadenverankerungen und Spezialmontagen von Naturwerkstein zählen zu unserem Portfolio. 186-2017-01

Die Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Süd­ thüringen bietet vielseitig nutzbare Büroflächen von 15 m² bis 500 m² in Suhl-Friedberg zur Miete, auf Wunsch teilmöbliert, sofort nutzbar. Besonders geeignet als Praxis-, Kanzlei- und Schulungsräume, Werkstattnutzung möglich. Gute Ausstattung, Fahrstuhl, behindertengerecht, WC Damen/Herren, Besprechungsräume. Ausreichend Parkflächen vorhanden. 186-2017-03 Hersteller und Großhändler von Verpackungsmittel sucht freie Außendienstmitarbeiter/in oder Handelsagenturen für das Gebiet Bayern/Franken, Hessen und Thüringen. Branchenkenntnisse von Vorteil (nicht Bedingung), Einarbeitung und Produktschulung wird gewährt. 186-2016-07 Wir bieten freie Kapazitäten in Teil- oder Komplettlösung! Für alle Branchen: Teil-/Endmontagen, Nacharbeiten, Kleinteilefertigung, Verpackung-, Versand-fertigstellung und Logistik. 186-2016-06 Vermietung ab 2018 – Lagerhalle ca. 2 500 m² IA Zustand in 98673 Eisfeld direkt an der A73 – 1 km ab Ausfahrt – stapelbare Höhe ca. 5,50 m Lkw u. Staplerbefahrbar Optional: – Personalbereitstellung, Konfektionierung, Verpackung, Versandleistung sowie Logistik kann übernommen werden 186-2017-04

Alle o. g. Angebote und Nachfragen werden von der IHK ohne Gewähr veröffentlicht! Gewerbe-/Laden-/Bürofläche, Praxis- oder Schulungsräume etc., insgesamt ca. 220 m², auch teilbar, in Bad Salzungen, Langenfeld, Hauptstraße, zu vermieten. Barrierefrei, Anlieferungsrampe, 10 Pkw Stellplätze. 186-2017-02

Ihr Ansprechpartner: Maike Voß S 03681 362-222 Y voss@suhl.ihk.de


EXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG

Detailinformationen zu den nachfolgend aufgeführten und weiteren Unternehmen finden Sie unter Angabe der Chiffre-Nr. in der Nachfolgebörse (www.nexxt-change.org) oder auf der Homepage der IHK Südthüringen (www.suhl.ihk.de, Dok.-Nr. 28918)

Folgende Unternehmen suchen einen Nachfolger: Chiffre

Ort/Lage

Geschäftszweck

HWK EF 016-15-1

Ilm-Kreis

Langjährig etablierte Tischlerei auf eigenem Grundstück 820 m², Werkstatt, Ausstellungs- und Lagerfläche

A-SHL_16-012

Naturpark Thüringer Wald am Rennsteig

Kleines Landhotel 20 EZ/DZ, Gastronomie 60 Pl., Grundstück 6 000 m² optional für alternative Nutzung

A-SHL_16-016

Suhl

Gut etabliertes Wäschemodengeschäft mit langjährigen Stammkunden – anspruchsvolles Sortiment für Sie und Ihn

A-SHL_16-019

Landkreis Schmalkalden-Meiningen

Exklusives Hotel garni, 8 DZ, 3 FeWo, Betreiberwhg, Grundst. ca. 4 000 m², TOP-Bewertung u. hohe Auslastung

A-SHL_16-022

Südthüringen

Erfolgreiches Metallbauunternehmen Bereich Leichtmetall, Brand- u. Rauchschutz, ca. 40 MA, mit Autobahnanschluss

A-SHL_16-023

Ilm-Kreis

Deutschland- und europaweite Möbelspedition, Umzüge und Transporte, Lagerhallen, Grundstück 9 500 m²

A-SHL_16-024

Südthüringen

KMU, Schwerpunkt 3D-Druck, Muster- u. Prototypenbau (Kunststoff & Metall) bietet (aktive) Beteiligung von ca. 20 %

A-SHL_16-025

Landkreis Schmalkalden-Meiningen

Handel und Werkstatt für Fahrzeug- und Forsttechnik, 5 100 m² Gewerbefl. mit mehreren Hallen, günstige Lage

A-SHL_16-026

Landkreis Schmalkalden-Meiningen

Traditionelle Lederverarbeitung, (Stanzen, Nähen Prägen) ca. 8 MA, am Standort erweiterbar

A-SHL_17-002

Südthüringer Kleinstadt

Fachgeschäft für Berufs- u. Arbeitsschutzbekleidung, sowie Wohnung mit 80 m², Grundstück 5 100 m², Nähe A 73

A-SHL_17-003

Südthüringer Kleinstadt

Betriebswirtschaftliches Beratungsbüro für KMU und Privatpersonen, Buchführung und Abrechnungen

A-SHL_17-004

Sonneberg

Fotofachgeschäft mit digit. Fotostudio in Fußgängerzone, moderne Ausstattung u. Studiotechnik, viele Stammkunden

A-SHL_17-005

Landkreis Schmalkalden-Meiningen

Buchhaltungsbüro: Betriebswirtschaftliche Beratung, Buchhaltung, Lohnrechnung für KMU

A-SHL_17-006

Meiningen

Bio-Reformhaus, Naturmedizin, Bioprodukte u. ergänzend Kunstgewerbe, Mietfläche gesamt ca. 100 m², 1b-Lage

A-SHL_17-007

Südthüringen

Hersteller und Großhändler für Reinigungsmittel und Zubehör, Grundstück 1 452 m², Nähe A 71

A-SHL_17-008

Landkreis Schmalkalden-Meiningen

25-Betten-Hotel im Biosphären-Reservat Rhön, EZ/DZ und App., Gastronomie 100 Pl., sep. Eingänge Hotel/Restaurant

A-SHL_17-010

Südthüringen

Sondermaschinenbaufirma mit Werkstattausrüstung, angemietete Halle 1 400 m²

A-SHL_17-011

Landkreis Hildburghausen

Ferienobjekt mit 2 FeWo incl. eigener Terrasse und 2 DZ mit Du/WC, Gastraum mit 45 Pl.,.Parkplatz am Haus

A-SHL_17-012

Südthüringen

Hotel und Restaurant (70 Pl.) im Zentrum einer Thüringer Kleinstadt, 6 DZ, 3 EZ, 2 WE, Terrasse, Sanierung 1992

A-SHL_17-013

Südthüringen

Tiefbauunternehmen – kommunaler Tief- u. Straßenbau, Rahmenverträge, Jahresumsatz ca. 1 Mio. Euro

G 170613

Landkreis Sonneberg

Industriegalvanik für Band und Einzelteile, Zulieferer für Automobil, Elektro- und Elektronikindustrie, 25 Mitarbeiter

A-SHL_17-015

Ilm-Kreis

Fachgeschäft für Raumausstattung Zentrumslage; Ladenfläche 160 m² zur Vermietung

Interessierte an einer Übernahme: Chiffre

Ort/Lage

Geschäftszweck

S-SHL_15-102

Südthüringen/Franken

Große Immobilienverwaltung sucht branchengleiches Unternehmen zw. Beteiligung/Übernahme

S-SHL_16_100

Südthüringen/Franken

Dienstleister im Gebäudemanagement sucht Beteiligung/Übernahme eines branchengleichen KMU

S-SHL_16-102

Thüringen

Karosseriebauer sucht Beteiligung/Übernahme im Bereich Blechbearbeitung/Blechdrücken

S-SHL_16-103

Südthüringen/Franken

Kfz-Technikermeister sucht zur Übernahme kleines Busunternehmen.

S-SHL_17-100

Südthüringen/Franken

Mittelständisches Unternehmen im Kunststoffspritzguss sucht Beteiligung/Übernahme eines branchengleichen KMU oder Werkzeugbau

S-SHL_17-101

Thüringen/Franken

Biete langjährige Führungs- und Vertriebserfahrung, suche Beteiligung/Übernahme im Dienstleistungs- oder Hotelgewerbe

S-SHL_17-102

Thüringen

BWin mit Führungs- und Personalerfahrung sucht Beteiligung/Übernahme in Handel, DL, verarb. Gewerbe

Alle o. g. Angebote und Nachfragen werden von der IHK Südthüringen ohne Gewähr veröffentlicht!  Ihr Ansprechpartner:  Detlef Schmidt-Schoele  S 03628 6130-515  Y d.schmidt@suhl.ihk.de

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© Petra Bork/pixelio.de

IHK SETZT SICH EIN

Die Thüringer IHKs haben in einer gemeinsamen Stellungnahme den Katalog des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF) kritisiert, auf dessen Basis die Zulassung von verkaufsoffenen Sonn- und Feiertagen zukünftig geregelt werden soll. Die bisher in Thüringen gelebte Praxis der guten Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Gewerbevereinen, Händlern und den zuständigen Landkreisen und kreisfreien Städten bei der Festlegung verkaufsoffener Sonn- und Feiertage wurde durch die aktuelle Rechtsprechung stark beeinträchtigt. Die Möglichkeit zur gesetzlich verankerten und insbesondere für die Wahrnehmung der Thüringer Innenstädte, als attraktive und lebendige Orte für Freizeitgestaltung und Einkaufserlebnis, wichtigen

verkaufsoffenen Sonn- und Feiertage wurden erheblich eingeschränkt oder ganz gestrichen. Den Thüringer Händlern droht damit nach der „Samstagsregelung“ ein weiterer schmerzlicher Eingriff in ihre unternehmerische Freiheit und ein zusätzlicher Wettbewerbsnachteil. Nicht zu vergessen der Image- und Attraktivitätsverlust für die Thüringer Innenstädte, für die verkaufsoffene Sonn- und Feiertage wesentliche Marketinginstrumente sind.

Die IHK Südthüringen sieht durch den vorliegenden Entwurf eines Thüringer Gesetzes zur Stärkung der Mitbestimmung an Hochschulen sowie zur Änderung hochschulrechtlicher Vorschriften die Reputation der Thüringer Hochschulen, welche im Wesentlichen auf das hohe Lehrniveau

und die daraus abgeleitete Absorptionsfähigkeit ihrer Absolventen durch die Wirtschaft begründet ist, gefährdet. So können bei nicht fachlich basierter Zusammensetzung der Hochschulgremien wegweisende Entscheidungen getroffen werden, die die Qualität der akademischen

Ihr Ansprechpartner: Mario Dammköhler S 03681 362-132 Y dammkoehler@suhl.ihk.de

Ihr Ansprechpartner:  Jan Scheftlein  S 03681 362-210  Y scheftlein@suhl.ihk.de

24 Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017

Die Vergabe öffentlicher Aufträge sollte entbürokratisiert werden. Diese Forderung durchzieht wie ein roter Faden die Stellungnahme der Thüringer IHKs zur Evaluierung des bestehenden Vergabegesetzes, die zum Abschluss einer Anhörung gegenüber dem Wirtschaftsministerium abgegeben wurde. Am einfachsten wäre die Entbürokratisierung sicherlich zu erreichen, wenn auf ein eigenständiges Thüringer Vergabegesetz verzichtet würde. Auch auf Bundesebene gibt es entsprechende rechtliche Regelungen, sodass ein bundeseinheitliches Vergaberecht im Interesse der Unternehmen wäre. Es erscheint jedoch denkbar, dass die Thüringer Landesregierung auf ein eigenes Vergabegesetz nicht verzichten will. Dann sollte sich jedoch die Auftragsvergabe am Prinzip der Wirtschaftlichkeit orientieren. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn der Gesetzgeber verlangte bislang auch die besondere Berücksichtigung ökologischer und sozialer Aspekte. Deren Einhaltung konnte häufig nicht einmal überprüft werden, doch es kam zu einer unnötigen Verteuerung und Bürokratisierung der Beschaffung. Darüber hinaus sprechen sich die Thüringer IHKs u. a. gegen vergabespezifische Mindestlöhne, für die Erhöhung der Auftragswerte für Direktaufträge und für eine zwingende Veröffentlichungspflicht aller Vergabestellen im Thüringer Vergabeportal aus. Ihr Ansprechpartner: Dr. Jan Pieter Schulz S 03681 362-406  Y schulz@suhl.ihk.de

Ausbildung der Studienabsolventen mindern können. Diese beziehen sich im Wesentlichen auf den Aufbau des Studiums und dessen Inhalte sowie Festlegungen, welche Prüfungsleistungen in den einzelnen Modulen zu erbringen sind. Aus Sicht der IHK Südthüringen erfüllt die aktuell geltende Gesetzgebung alle Anforderungen der Wirtschaft, wodurch sich kein Anpassungsbedürfnis ableitet.


IHK SETZT SICH EIN

und entsprechenden zeitlichen Überlappungen zur Gebietsreform begonnen werden sollte. Die Kostenminimierung durch Standardsenkung sollte dabei in Form eines Standardüberprüfungsgesetzes weiter verfolgt werden. In der Stellungnahme wurde weiterhin dargelegt, dass im Interesse der Unternehmen die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung in allen Ebenen während des gesamten Reformprozesses zu gewährleisten ist. Die IHK Südthüringen hat als Gesamtinteressenvertreter ihrer Mitgliedsunternehmen in Südthüringen auf eigene Vorschläge sowie konkrete Aussagen zur Neustrukturierung der Landkreise verzichtet. Unter den aktuellen

Die Landesverwaltung soll moderner werden. Das ist die Intention eines Entwurfs des Thüringer E-Government-Gesetzes, zu dem die Thüringer IHKs kürzlich Stellung genommen haben. Die Verwaltung soll u. a. den Zugang auch elektronisch ermöglichen und Online-Zahlungsmöglichkeiten anbieten. Darüber hinaus sollen die Landesbehörden binnen weniger Jahre auf eine elektronische Aktenführung umsteigen und zwischen den Behörden elektronischen Datenverkehr praktizieren. Vieles hiervon erscheint wünschenswert, doch in zwei Punkten ist Kritik geboten. Einerseits stellt die Digitalisierung eine große Herausforderung dar, wenn das Tagesgeschäft einfach weiterläuft. Daher sollte sich die Umstellung zunächst auf die unmittelbare Landesverwaltung konzentrieren. Zum anderen erscheint der Geltungsbereich des Gesetzes zu weitreichend. So soll das E-Government-Gesetz für die Landesverwaltung und die meisten Körperschaften öffentlichen Rechts unmittelbar und für die Kommunen freiwillig gelten. Auch die IHKs würden unter das Gesetz fallen, obwohl ihnen das Bundesrecht weitgehende Selbstverwaltung erlaubt. Die im Gesetzentwurf benannten Aufgaben wären mit Sicherheit mit erheblichem Organisationsaufwand und Mehrkosten verbunden. Angaben

zur finanziellen Kompensation fehlen jedoch im Entwurf. Die IHKs plädieren daher dafür, aus dem Geltungsbereich des E-Government-­ Gesetzes ausgenommen zu werden. Dies gilt umso mehr, als die IHKs in der Vergangenheit bereits selbstständig in Maßnahmen des E-Governments investiert haben. Diese Investitionen wären hinfällig, käme es jetzt zu einer Lösung auf Landesebene.

Voraussetzungen muss der Sinn einer Gebietsreform, die den Nutzen einer Funktional- und Verwaltungsreform verstärken und für die Zukunft verstetigen soll, allerdings deutlich hinterfragt werden.

Ihr Ansprechpartner: Jan Scheftlein S 03681 362-210 Y scheftlein@suhl.ihk.de

© Cristine Lietz/pixelio.de

Die IHK Südthüringen hat zum Referentenentwurf zur Durchführung der Gebietsreform in Thüringen Stellung genommen. Die für Thüringen prognostizierten demografischen Veränderungen erfordern dringend Anpassungen in den Verwaltungsstrukturen aller Ebenen, wobei die IHK Südthüringen, entsprechend den Wirtschaftspolitischen Grundpositionen 2017, die wesentlichen Einsparpotenziale in der Umsetzung einer Funktional- und Verwaltungsreform sieht. Im Gegensatz zur Landesregierung ist die IHK Südthüringen der Auffassung, dass der Reformprozess aus Funktional- und Gebietsreform sequentiell mit der Funktionalreform

Ihr Ansprechpartner: Dr. Jan Pieter Schulz S 03681 362-406 Y schulz@suhl.ihk.de

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AUS- UND WEITERBILDUNG

In regelmäßigen Abständen werden die Prüfer geschult und erhalten für ihre Teilnahme ein IHK-Zertifikat.

Die duale Berufsausbildung in Deutschland ist ein einzigartiges Qualitätsmerkmal weltweit. Die Grundlage dafür liegt in den vielfältigen Ausbildungsberufen sowie in den Fortbildungslehrgängen. Des Weiteren stützt sich dieses System auf kompetente Ausbilder in den unterschiedlichen Wirtschaftszweigen. Die qualitativ hochwertige Umsetzung der Prüfungshandlungen, die am Ende der IHK-Abschlüsse stehen, gewährleisten die ehrenamtlichen Fachkräfte und Berufsschullehrer, die gemeinsam als Prüfungsausschuss fungieren. Sie arbeiten kompetent, mit hohem Einfühlungsvermögen gegenüber den Prüflingen und sorgen so für einen reibungslosen Ablauf in den Zwischen-, Abschluss- und Fortbildungsprüfungen. Prüfer genießen im Rahmen ihrer Tätigkeit hohes Ansehen in der Gesellschaft. Außerdem ziehen sie großen Nutzen für ihren persönlichen Werdegang. Sie haben direkten Zugang zu den neuesten Entwicklungen und Änderungen in ihrem Beruf, sie sind stets „up to date“ für ihr eigenes Unternehmen und Teil eines erfolgreichen Netzwerkes. Die gesammelten Erfahrungen können sowohl für Ausbilder, als auch in der Personalführung von großer Bedeutung sein. Die IHK Südthüringen sucht kontinuierlich Unterstützung für die Umsetzung der hoheitlichen Aufgabe im Prüferehrenamt. Sei es zur Verstärkung der Prüfungsausschüsse oder in Vorbereitung auf mögliche Ausscheidungen nach der aktuellen Berufungsperiode, die vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2019 datiert ist.

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Gesucht werden engagierte Personen, die verantwortungsvoll und teamorientiert mit den Prüfungsverantwortlichen der IHK Südthüringen zusammenarbeiten möchten. Das Ehrenamt erfordert selbstverständlich Zeit, die die Prüfer in die Abnahme, Aufsicht und Korrektur der Prüfungen investieren. Dafür erhalten die Prüfer von der IHK Südthüringen eine Aufwandsentschädigung. Für nachfolgende Ausbildungsberufe suchen wir Sie: • Bauberufe • Baugeräteführer • Baustoffprüfer • Kaufmann für Spedition und Logistik • Lagerberufe • Land- und Baumaschinenmechatroniker • Metalltechnische Berufe • Mediengestalter Digital und Print • Medientechnologe Druck • Technischer Produktdesigner

Im April 2017 bekam Christopher Koch für den Fortbildungsabschluss Geprüfter Technischer Betriebswirt sein Zeugnis aus den Händen von Vizepräsidentin Marina Heller (r.) und der Abteilungsleiterin Aus- und Weiterbildung der IHK Südthüringen, Dr. Petra Kukuk. Gleichzeitig erhielt er die Berufungsurkunde als Prüfer für den Ausbildungsberuf Industriemechaniker sowie den Fortbildungsberuf Geprüfter Industriemeister Metall.

Prüferschulung In regelmäßigen Abständen führt die IHK Südthüringen Prüferschulungen durch, die als verbindliche Veranstaltung mit einem Teilnehmerzertifikat angeboten werden. Am 25. Oktober 2017 findet erneut für Mitglieder, die im Prüfungsausschuss AEVO (Ausbildereignung) tätig sind sowie für alle Mitglieder in den Prüfungsausschüssen der Gastronomie eine Prüferschulung statt. Ziel ist es zu sensibilisieren und persönliche Fragen der Beteiligten im Austausch mit der Gruppe und kompetenten Dozenten zu klären.

• Ausbildereignung (AEVO) • Bilanzbuchhalter • Technischer Fachwirt • Polier

Am 29. November 2017 ist eine Schulung für neu gewonnene Prüfer und Prüferinnen geplant. Sie erhalten einen umfassenden Überblick über die Strukturen einer IHK, die rechtlichen Grundlagen sowie einen konkreten Einblick in die unterschiedlichen Prüfungsverfahren. Es gibt einen direkten Bezug auf bestimmte Berufsgruppen.

Bei Interesse stehen Ihnen die Ansprechpartner im Prüfwesen jederzeit gern zur Verfügung.

Nähere Informationen und die Kontaktdaten finden Sie unter: www.suhl.ihk.de

Für nachfolgende Fortbildungsberufe suchen wir Sie:


AUS- UND WEITERBILDUNG

Absolventen aus kaufmännischen, Gastro- und Dienstleistungsberufen erhielten am 29. Juni 2017 ihre Zeugnisse.

Die feierliche Übergabe von Abschlusszeugnissen für Absolventen der dualen Ausbildung ist in der IHK Südthüringen zu einer guten und bedeutsamen Tradition geworden und das aus gutem Grund. Am 29. Juni 2017 wurden diesmal nicht nur stellvertretend für die Berufsgruppe in einem Beruf die Zeugnisse überreicht, sondern in 18 kaufmännischen, Gastro- und Dienstleistungsberufen mit insgesamt 79 Absolventen eine feierlichen Zeugnisübergabe im Suhler Haus der Wirtschaft durchgeführt. Insgesamt haben 152 Auszubildende in diesen Berufsfeldern ihre Prüfungen bestanden, es ist aber nicht ungewöhnlich, dass nicht alle Absolventen an der später folgenden Zeugnisübergabe teilnehmen können.

Die Bestehensquote in den Prüfungen der IHK Südthüringen lag bei 93 Prozent. In 10 der 18 geprüften Berufe haben sogar alle Teilnehmer die Prüfungen bestanden. In ihrer Festrede gratulierte die Abteilungsleiterin Aus- und Weiterbildung der IHK Südthüringen, Dr. Petra Kukuk, den Absolventen. Sie ermutigte die Jugendlichen, ihre Kenntnisse in den Unternehmen der Region einzusetzen und auch die Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen. Mit dem erfolgreichen Ausbildungsabschluss steht den jungen Fachkräften nun auch der Weg in die Aufstiegsfortbildung z. B. zum Geprüften Wirtschaftsfachwirt, zum Geprüften Fachwirt für Logistiksysteme und als Höhepunkt zum Geprüften Betriebswirt offen.

Diese bundesweit einheitlichen Abschlüsse sind durch die Einstufung im Deutschen Qualifizierungsrahmen (DQR) dem akademischen Bachelor gleichgestellt, der Betriebswirt entspricht sogar dem akademischen Master. Die Berufsausbildung kann so der Grundstein für eine Karriere sein, die der nach einem Universitätsstudium in nichts nachsteht. Im Gegensatz zu Studenten verdienen die Teilnehmer der Aufstiegsfortbildung in der Regel auch weiterhin Geld in ihrem bisherigen Beruf und sind nahtlos bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt. Attraktive Zuschüsse und Stipendien sprechen ebenfalls für diesen Bildungsweg.

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AUS- UND WEITERBILDUNG

Datum 08.08.2017 08.08.2017 14.08.2017 14.08.2017 14.08.2017 15.08.2017 16.08.2017 16.08.2017 21.08.2017 22.08.2017 23.08.2017 24.08.2017 25.08.2017 28.08.2017 01.09.2017 04.09.2017 04.09.2017 04.09.2017 04.09.2017 05.09.2017 05.09.2017 05.09.2017 06.09.2017 06.09.2017 06.09.2017 06.09.2017 06.09.2017 12.09.2017 12.09.2017 12.09.2017

Lehrgangsangebote regionaler Anbieter, die auf IHK-Prüfungen vorbereiten, finden Sie unter: www.suhl.ihk.de und www.wis.ihk.de Ihre Ansprechpartner im Bildungszentrum der IHK Südthüringen: Suhl Antje da Silva Santos Beate Rammelt Katrin Pertig Doris Kämpf Marian Göbel Sonneberg Heidi Leistner Arnstadt Carmen Klotz

S 03681 362-425 S 03681 362-429 S 03681 362-427 S 03681 362-116 S 03681 362-426 S 03675 7506-255 S 03628 6130-516

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12.09.2017 12.09.2017 13.09.2017 14.09.2017 14.09.2017 15.09.2017 18.09.2017 22.09.2017 26.09.2017 27.09.2017 28.09.2017 29.09.2017 06.10.2017 06.10.2017 09.10.2017 09.10.2017 09.10.2017 10.10.2017 11.10.2017 16.10.2017 16.10.2017 16.10.2017 17.10.2017 17.10.2017 17.10.2017 18.10.2017 18.10.2017 18.10.2017 19.10.2017 19.10.2017 20.10.2017 21.10.2017 23.10.2017

Bezeichnung Geprüfter Industriefachwirt Geprüfter Wirtschaftsfachwirt Ausbildung der Ausbilder Schluss mit dem 2-Finger-Suchsystem Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe Geprüfter Technischer Fachwirt Geprüfter Bilanzbuchhalter Brandschutzbeauftragter (IHK) Unterrichtung für Bewachungspersonal nach § 34a GewO Grundlagen der kaufmännischen Unternehmensführung Ausbildung der Ausbilder Facebook-Marketing für Fortgeschrittene Nützliche Online-Hilfsmittel für mehr Produktivität im Marketing Brandschutzhelfer (IHK) Microsoft Windows Server 2016 / 2012 R2 – Administration 2 Grundlagen der Buchführung Die optimale Präsentation mit MS PowerPoint – Aufbaukurs Geprüfter Industriemeister Metall – 8 Monate Vollzeitlehrgang Unterrichtung für Bewachungspersonal nach § 34a GewO Betriebswirtschaftliche Grundlagen für die technische Aufstiegsfortbildung Der Ausbilder – Führungskraft oder Coach? Ausbildung der Ausbilder Kompakttraining Stundensatzkalkulation Nachschulung für Thüringer Gastwirte in Gaststätten mit Glücksspielautomaten Englisch für Wirtschaft und Beruf – Grundstufe Was der Gastwirt wissen muss Mündliche Prüfungsvorbereitung –Ausbildung der Ausbilder Effizienzsteigerung durch optimiertes Lager- und Logistikmanagement Geprüfter Fachwirt für Logistiksysteme Überzeugende Mitarbeitergespräche - Konstruktiver Umgang mit Konflikten und anspruchsvollen Gesprächssituationen Rechtliche Besonderheiten beim Umgang mit erkrankten Arbeitnehmern Erfolgreiche Kommunikation im Büro Recht für Existenzgründer Grundlagen erfolgreicher Teamführung – Teamprozesse verstehen und lenken Aufbau und Anwendung des BGB im Vertragsrecht Geprüfter Industriemeister Metall Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe Das Recht der Produkthaftung Gefährdungsbeurteilungen im Brandschutz – Pflicht oder nur eine Option? MS Access Basis Französisch für Wirtschaft und Beruf – Grundstufe Professionell und motiviert - Vertriebstraining kompakt Geprüfter Industriefachwirt Geprüfter Wirtschaftsfachwirt Unterrichtung für Bewachungspersonal nach § 34a GewO Prüfungsvorbereitung für Industriekaufleute Klartext reden – souverän mit einer bewussten wertschätzenden und achtsamen Sprache Beendigung von Arbeitsverhältnissen – Kündigung und Aufhebungsvertrag Geprüfter Handelsfachwirt MS Excel Grundkurs Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe Aufbaukurs Buchführung Führen und Motivieren mit Zielen in der Ausbildung Mitarbeiter wirkungsvoll führen – auch aus der zweiten Reihe Geprüfter Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen Grundlagen MS Project Ausbildung der Ausbilder Englisch für Wirtschaft und Beruf – Aufbaustufe Verkaufspsychologie und -rhetorik – Erfolg im Verkauf ist kein Zufall IHK-Fachkraft für Personalwesen Professionell und motiviert – Vertriebstraining kompakt – Modul 2 Praxisworkshop Lean Management Qualitätsmanager (IHK)

Std 700 700 96 24 24 850 820 24 40 24 96 8 8 8 42 32 16 1100 40 40 16 96 8 10 40 4 16 16 620 16

Ort SHL SHL SHL SHL SHL SHL SHL SON SON SHL SON SHL SHL SON SHL SHL SHL SHL SHL SHL SON SHL SHL SHL SHL SHL SHL SHL ARN SHL

4 8 6 16 8 1100 24 4 4 16 40 18 700 700 40 40 8

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8 560 16 24 32 16 24 620 12 96 50 16 140 6 8 80

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INNOVATION UND UMWELT

Erster Erfahrungsaustausch der Jugend-Unternehmenswerkstätten

Mit dem Beginn der Sommerferien in Thüringen endet das erste Schuljahr in den Jugend-Unternehmenswerkstätten der IHK Südthüringen. In einem ersten Erfahrungsaustausch zogen die Unternehmen nun gemeinsam Bilanz.

67 Projekttage in Südthüringer Grundschulen Die Initiative verfolgt das Ziel, Schüler bereits ab dem Grundschulalter systematisch für zukunftsfähige, technische Berufe zu interessieren. Erreicht wird dies durch das aktiv entdeckende Lernen mit technischen Modellen und durch die selbstständige Erarbeitung von technischen Lösungen. Im ersten Projektschritt wurden deshalb in Kooperation mit dem Solar-Dorf Kettmannshausen Projekttage in 26 Grundschulen durchgeführt. Dieser Projekteinstieg dient dem Kennenlernen von Modellen der Energietechniken und informiert die Schüler über die Jugend-Unternehmenswerkstätten ihrer Region.

129 Schüler bereits begeistert Die Ausbilder in den Jugend-Unternehmenswerkstätten stimmen überein, dass die Resonanz der Jugendlichen auf das schulbegleitende Angebot überwältigend ist und haben mit einem solchen Ansturm von Schülern nicht gerechnet. Die Erfahrungen des ersten Schuljahres zeigen deutlich, dass der Bedarf nach technischer Bildung vorhanden ist. Die Bandbreite der Angebote der beteiligten Werkstätten ist vielfältig und reicht von Holzbearbeitung über Metall-und Elektroverarbeitung bis hin zum 3D-Druck. Die Werkstätten sind je nach Ausrichtung wöchentlich, teilweise an mehreren Tagen, für Schüler der Klassen vier bis acht geöffnet. Das zukunftsorientierte Gemeinschaftsprojekt der IHK Südthüringen, des Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft und der beteiligten Unternehmen dient zur frühzeitigen Förderung von technischem Interesses von Schülern. Damit sollen Schüler für technische Berufe begeistert und eine duale Ausbildung in

ihrem regionalen Umfeld systematisch gefördert werden. Bisher wurden sechs Jugend-Unternehmenswerkstätten in der Region Südthüringen installiert. Zwei weitere Eröffnungen sind in diesem Monat geplant. Bis Ende 2017 sollen zehn Jugend-Unternehmenswerkstätten regelmäßig ihre Türen für Schüler in Thüringens Süden öffnen. Jugend-Unternehmenswerkstätten der IHK Südthüringen: 1. AUMA-TEC Ausbau-, Umwelt-und Anlagen-Technik GmbH in Suhl 2. SolarWorld Industries Thüringen GmbH in Arnstadt 3. Rennsteig Werkzeuge GmbH in Viernau 4. Böhm Fertigungstechnik Suhl GmbH in Zella-Mehlis 5. Hehnke GmbH & Co. KG in Steinbach-Hallenberg 6. Elektronische Mess-und Gerätetechnik Thüringen (ELMUG) eG in Ilmenau 7. Robotics GmbH in Schmalkalden 8. Gelenkwellenwerk Stadtilm GmbH in Stadtilm

Ihr Ansprechpartner:  Hartmuth Röser  S 03681 362-223  Y roeser@suhl.ihk.de

Am 21.09.2017 findet von 09:00 bis 12:30 Uhr in der IHK Südthüringen, Haus der Wirtschaft, in Suhl die Veranstaltung „Energiekennzahlen in

der Unternehmenspraxis“ statt. Energiekennzahlen werden für ein wirkungsvolles Energiemanagement benötigt und sind insbesondere für Unternehmen

mit einer DIN EN ISO 50001-Zertifizierung relevant. Weitere Informationen sind unter www.suhl.ihk.de/Veranstaltungen zu finden.

Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017 29


INNOVATION UND UMWELT

Der Dialog zwischen der Parlamentarischen Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Beauftragten für die neuen Bundesländer, Iris Gleicke, und den ostdeutschen Industrie- und Handelskammern, die sich im „Heringsdorfer Kreis“ organisiert haben, ging am 3. Juli 2017 in die dritte Runde. Der Industriedialog Ost ist eine Konferenzreihe, die die Perspektiven und die besonderen Herausforderungen der Industrie in den neuen Bundesländern thematisiert.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion: (v. l. n. r.) Dr. Joachim Löffler, KUMATEC GmbH; Reinhard Jacob, Noblex GmbH; Markus Ermert, Freies Wort (Moderation); Hans-Jürgen Kern, Kern Technik GmbH & Co. KG sowie Martin Hirthammer, Feintechnik GmbH Eisfeld.

Unter dem Motto „Innovation – Herausforderungen der nächsten Jahre“ diskutierten Vertreter von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die Chancen und Herausforderungen, die sich insbesondere durch die Digitalisierung in der der ostdeutschen Industrie ergeben. Innovationen sind der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit der ostdeutschen Industrie und ihrer zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen. Einen rasanten innovativen Schub erfahren die Unternehmen gerade durch die Digitalisierung, die künftig nahezu alle Bereiche der Wirtschaft und der Wertschöpfung erfasst. Schlagworte, wie Industrie 4.0, stehen hier für die Verzahnung der industriellen Produktion mit modernsten Informations- und Kommunikationstechniken und darauf basierenden neuen Geschäftsmodellen. Die ostdeutsche Industrie hat sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten gut entwickelt. Angesichts ihrer besonderen Strukturmerkmale – die ostdeutsche Industrie ist vorwiegend kleinteilig und mittelständisch geprägt – sind diese Herausforderungen allerdings nicht leicht zu bewältigen. Doch gerade hier liegen auch die größten Entwicklung- und Wachstumschancen für die ostdeutschen Industrieunternehmen. Die Industrie ist der Wachstumsmotor und treibende

30 Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017

Kraft für den Aufschwung in Thüringens Süden. Der Landkreis Hildburghausen hat die höchste Beschäftigungsquote der Bundesrepublik, in Süd­ thüringen herrscht nahezu Vollbeschäftigung und das regionale Bruttoinlandsprodukt ist in diesem Jahr um 3,5 Prozent gewachsen und damit doppelt so stark wie im deutschen Durchschnitt. In einer Podiumsdiskussion „Südthüringer Unternehmer im Gespräch“ wurden best-practise Beispiele vorgestellt, Erfahrungen ausgetauscht und auch auf Probleme und Risiken der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung geschaut. Durch die Nutzung digital-vernetzter Technologien kann die ostdeutsche Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und ihre Innovationsfähigkeit weiter ausbauen. Denn letztlich sind Innovationen eine wesentliche Grundlage für mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit sowie die Entwicklung unserer Volkswirtschaft als Ganzes. Allerdings sind Fachkräfteengpässe insbesondere im gewerblich-technischen Bereich gegenwärtig die größte Sorge der Unternehmer. Ihr Ansprechpartner: Hartmuth Röser S 03681 362-223  Y roeser@suhl.ihk.de

wurden in einer Veranstaltung zu Abfallund Entsorgungsthemen diskutiert, die am 31. Mai 2017 in der IHK Südthüringen stattfand. Dabei wurde betont, dass Unternehmen sich selbst über Gesetzesänderungen und auch Änderungen der lokalen Abfallsatzungen informieren müssen. Gerade der Anzeigepflicht nach § 53 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) kommen nach Einschätzung der Referenten noch längst nicht alle Betroffenen nach. Dies betrifft auch „Abfallbeförderer“, die nur gelegentlich Abfälle von Kunden oder Baustellen mitnehmen. Beispiele sind Möbelspediteure, die Verpackungen oder beschädigte Möbel in ihrem Fahrzeug mitnehmen. Aber auch die Verpflichtung nach § 60 (3) KrWG i. V. m. § 55 (1) Bundesimmissionsschutzgesetz, dass Abfallbeauftragte bei der zuständigen Behörde angezeigt werden müssen, war nicht allen Teilnehmern bewusst. Mit der novellierten Gewerbeabfallverordnung, die seit Anfang 2017 in Kraft ist, wurde die Getrennthaltungspflicht für gewerbliche Siedlungsabfälle erweitert (s. Südthüringische Wirtschaft 6/2017 S. 25). In den Vorträgen wurde deutlich, dass der Dokumentation der Getrennthaltung bzw. der Gründe beim Abweichen von dieser Pflicht eine große Bedeutung zukommt. Denn Verstöße gegen die Getrenntsammlungspflicht bzw. ihrer Ausnahmetatbestände können zukünftig mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet und Verstöße gegen die Dokumentationspflichten mit bis zu 10.000 Euro sanktioniert werden. Es wurde auch deutlich, dass längst noch nicht alle Einzelfragen geklärt sind. Beispielsweise müssen die Ausnahmetatbestände „tatsächliche Unmöglichkeit“ und „wirtschaftliche Unzumutbarkeit“ noch konkretisiert werden. Die IHK Südthüringen wird deshalb die Abfallgesetzgebung weiter in Veranstaltungen diskutieren, u. a. anlässlich des Thüringer Umwelttages, der am 26. Oktober 2017 in Suhl stattfindet. Ihr Ansprechpartner: Dr. Janet Nußbicker-Lux S 03681 362-174 Y nussbicker-lux@suhl.ihk.de


EMAS bedeutet Eco-Management und Audit Scheme und ist ein europaweites Instrument für Unternehmen, die ihre Umweltleistung verbessern wollen. Aktuell sind 1 245 Organisationen deutschlandweit registriert, davon 49 Organisationen mit 78 Standorten in Thüringen. Die Zertifizierung nach EMAS ist anspruchsvoll, bietet aber zusätzlichen Nutzen gegenüber der DIN EN ISO 14001 u. a. durch eine höhere Transparenz. Des Weiteren wird die Einhaltung der Rechtsvorschriften durch einen Umweltgutachter bestätigt, was die Rechtssicherheit erhöht. Unternehmen, die eine Registrierung nach EMAS anstreben, ermitteln zunächst alle relevanten Umweltauswirkungen, analysieren und bewerten diese. Darauf aufbauend wird ein Umweltprogramm aufgestellt, in dem die eigene Umweltpolitik sowie konkrete Maßnahmen und Ziele festgeschrieben werden. Besonderes Augenmerk ist auf die Kernindikatoren Energie- und Materialeffizienz, Wasser, Abfall, Emissionen und biologische Vielfalt zu legen. Neben der internen Kontrolle durch Umweltbetriebsprüfungen wird durch die externe Kontrolle durch akkreditierte Umweltgutachter die Wirksamkeit des Systems geprüft und verifiziert. Mit einer vom Umweltgutachter validierten Umwelterklärung werden die Ziele und Maßnahmen für die Öffentlichkeit dokumentiert und transparent gemacht. Abschließend reicht das Unternehmen den Antrag auf Eintragung ins EMAS-Register bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer ein. Erfolgreich hat das Zertifizierungsverfahren die Lay Gewürze oHG Würz- &

Die Marktstammdatenregisterverordnung (MaStRV) ist am 1. Juli 2017 in Kraft getreten. Sie löst u. a. die Anlagenregisterverordnung ab und bündelt verschiedene energiewirtschaftliche Meldepflichten im Strom- und Gasbereich. Neben den bisher Meldepflichtigen müssen zukünftig weitere Stromlieferanten ihrer Meldepflicht nach § 3 i. V. m. § 5 MaStRV nachkommen. Insbesondere ist für kleine geförderte Anlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz der Eintrag ins Marktstammdatenregister Fördervoraussetzung.

© Dietrich Bechstein

INNOVATION UND UMWELT

Hartmuth Röser (m.) von der IHK Südthüringen überreichte das Zertifikat an Mareike Dittmer (2. v. l.), Geschäftsleitung Lay Gewürze oHG. Ebenfalls im Bild Michael Fischer (l.), Janine Ratzke (2. v. r.) und Jörg Gerstein (r.) von der Lay Gewürze oHG.

Lebensmitteltechnologie mit der erstmaligen EMAS-Registrierung am 23. Mai 2017 abgeschlossen. Dazu gratuliert die IHK Südthüringen und wünscht dem Unternehmen viel Erfolg bei den für die Zukunft geplanten Maßnahmen. Denn: EMAS zielt auf eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistungen ab. So nutzt das Unternehmen bereits seit 2014 ausschließlich Strom aus Erneuerbaren Energien und konnte eine erhebliche Steigerung der Materialeffizienz sowie eine Verringerung des Wasserverbrauchs erzielen.

Die Lay Gewürze oHG mit Sitz in Queienfeld ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen. Seit 1920 vertreibt das Unternehmen Gewürzmischungen und funktionelle Gütezusatzmischungen weltweit. Kundenservice, Geschmack und Qualität stehen für das Unternehmen an erster Stelle. Für ein Familienunternehmen typisch ist die enge Verbundenheit mit den Mitarbeitern und weiteren Interessengruppen, für die die Firma Verantwortung übernimmt. Insoweit ist das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit aus Sicht der Firmenleitung eher ein Bedürfnis, als eine Forderung.

Darüber hinaus sollten Unternehmen abklären, ob sie als Stromlieferant gelten, ohne dies zu wissen. Stromlieferant ist man nach Auffassung der Bundesnetzagentur, wenn Strom an Letztverbraucher geliefert wird; auch bei unentgeltlicher Lieferung. Es gibt drei Kriterien zur Entscheidung, ob es sich um einen Letztverbraucher handelt: Wer übt die tatsächliche Herrschaft über die Verbrauchsgeräte aus, wer bestimmt ihre Arbeitsweise eigenverantwortlich und wer trägt das wirtschaftliche Risiko? So kann z. B. eine ausgelagerte Kantine als Letztverbraucher gelten. Aber auch im Fall vorübergehender Tätigkeiten von Fremdfirmen (Bauarbeiten,

Reinigungsarbeiten) auf dem Betriebsgelände können Meldepflichten ausgelöst werden. Es ist zu empfehlen, im Zweifelsfall eine Meldung abzugeben, da das Fehlen selbiger eine Ordnungswidrigkeit darstellt und bußgeldbewehrt ist. Weitere Informationen und ein Merkblatt finden Sie unter www.suhl.ihk.de (Dok.-Nr. 40307). Ihr Ansprechpartner: Dr. Janet Nußbicker-Lux S 03681 362-174 Y nussbicker-lux@suhl.ihk.de Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017 31


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INTERNATIONAL

… zur Auszeichnung mit dem TOP 100-Siegel PROFECTUS GmbH Electronic Solutions

PROFECTUS-Geschäftsführer Helmut Bechtold wurde von Ranga Yogeshwar mit dem TOP 100-Siegel geehrt.

Die mit dem TOP 100-Siegel ausgezeichnete PROFECTUS GmbH aus Suhl entwickelt und baut elektronische Systeme. Schon mit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2010 erkannte das Management die wachsende Bedeutung der Automatisierung. In weiser Voraussicht richtete es frühzeitig eine eigens konzipierte Fertigungslinie ein, für die viel Geld in die Hand genommen wurde. „Die wichtigste Innovation der vergangenen drei Jahre ist die Ausrichtung auf den technologisch modernsten Stand gewesen“, sagt Geschäftsführer Hans Jürgen John. Parallel dazu wurden Abläufe und Strukturen optimiert. „Damit konnten wir die Kosten deutlich senken und zugleich die Qualität erhöhen“, unterstreicht Geschäftsführer Helmut Bechtold. Das Familienunternehmen orientiert sich dabei mit seinen 89 Beschäftigten nicht nur an eigenen Vorstellungen, sondern tauscht sich regelmäßig mit den Auftraggebern aus und kooperiert intensiv mit Hochschulen. Inzwischen nehmen Hersteller aus ganz Europa die Leistungen des Top-Innovators in Anspruch, selbst in China gibt es Abnehmer. „PROFECTUS“ bedeutet übrigens im Lateinischen so viel wie Fortschritt. Das gilt bei den Elektronik-Experten auch für den Umweltschutz: Die Thüringer durchleuchten gemeinsam mit externen Beratern den Energiebedarf, um den Betrieb auf den energetisch modernsten Stand zu bringen – was sich positiv auf die Stromrechnung des Unternehmens auswirkt.

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© LEG Thüringen

© compamedia GmbH

Die PROFECTUS GmbH Electronic Solutions gehört 2017 zu den Innovationsführern des deutschen Mittelstands. In dem unabhängigen Auswahlverfahren überzeugte das Unternehmen besonders mit seinen innovativen Prozessen und seiner Außenorientierung.

Am 8. Juni 2017 traf sich die Exportinitiative Maschinenbau zu ihrer Kick-off-Veranstaltung bei der KUMATEC Sondermaschinenbau & Kunststoffverarbeitung GmbH in Neuhaus-Schierschnitz. Dies war der Start für die neu gegründete Initiative rund um Maschinenbauer und Metallverarbeiter aus dem Thüringer Wald, die die Exporttätigkeit und Internationalisierung der Branchen diskutieren und fördern möchte. Partner der Initiative, die sich in das Projekte „Zukunft Thüringer Wald“ eingliedert, sind das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, die LEG Thüringen vertreten durch Thüringen International, die IHK Südthüringen sowie die Qualitätssicherer von RKW und Ellipsis. Ziel des ersten Treffens war der Austausch zwischen verschiedenen Playern der Thüringer Außenwirtschaftsförderung und Thüringer Maschinenbau- und Metallverarbeitungsunternehmen, die ihr Geschäft internationalisieren und ausbauen möchten. In anregenden Diskussionen wurden vorhandene Förderangebote für Thüringer KMU vorgestellt und hinterfragt. Die Initiative möchte es ermöglichen, die Außenwirtschaftsförderung künftig gezielt auf die Bedürfnisse der Thüringer Maschinenbauer auszurichten und diesen gleichzeitig eine Plattform für Erfahrungsaustausch und Vernetzung bieten. KUMATEC-Geschäftsführer und Gastgeber Dr. Joachim Löffler bot für dieses Vorhaben den passenden Rahmen. In der Lagerhalle des Unternehmens gab er Einblicke in die Geschichte und Diversifizierung seines Unternehmens, eigene Erfahrungen im internationalen Geschäft und

lud zu einer Unternehmensbesichtigung ein. Das Unternehmen baut Sondermaschinen, fertigt komplexe Hybrid- und Mechatronikbaugruppen und gewann für seine Entwicklungen in der Wasserstoffproduktion 2016 den IQ-Innovationspreis Mitteldeutschland. Der offene Dialog zwischen Vertretern aus Wirtschaft, Ministerium und den Außenwirtschaftsförderern wurde von allen Seiten sehr geschätzt und von den teilnehmenden KMU als seltene Möglichkeit genutzt, ihre Wünsche und Ansichten direkt anzubringen. Dabei erfolgte ein Austausch der Thüringer Unternehmen zu den Herausforderungen und Lösungsansätzen im Exportprozess – angefangen bei der Strategieentwicklung über die Markterkundung im Ausland bis hin zur Marktetablierung und Exportabwicklung. Bei der Folgeveranstaltung im September sollen diskutierte Themen wie „Internationale Messeangebote“ und „Europa als Exportmarkt“ weiter vertieft werden. Wenn Sie weitere Informationen zum Konzept wünschen oder Teil der Exportinitiative Maschinenbau werden möchten, melden Sie sich in Ihrer IHK Südthüringen. Ihr Ansprechpartner: Tilo Werner S 03681 362-203 Y werner@suhl.ihk.de


INTERNATIONAL

Im Vergleich zu sonst üblichen Gesetzgebungsverfahren, hat sich unsere Bundesregierung beim Luftsicherheitsgesetz, zumindest was den zeitlichen Aspekt betrifft, so richtig ins Zeug gelegt und ein ordentliches Tempo vorgegeben. Ob aber damit der große Wurf gelungen ist, bleibt abzuwarten. Dass es derzeit ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis gibt, liegt wohl auch nach Einschätzung der jüngsten Gefährdungslage klar auf der Hand. Flugplatzbetreiber und Luftfahrtunternehmen bewegen sich ohnehin schon seit Jahren auf einem hohen Sicherheitsniveau. Doch auch hier muss nachgebessert werden. Sitzen die reglementierten Beauftragten seit ca. 2006 und die bekannten Versender seit 2013 einigermaßen fest im Sattel, wird jetzt der Transporteur, der sich seither mittels sogenannter Transporteurserklärung zum Transport von Luftfracht und Luftpost qualifizierten konnte, als der „Bösewicht“ in der Lieferkette gebrandmarkt und zu einer entsprechenden Zertifizierung durch das LBA komplementiert. Gerade der Wegfall dieser Erleichterung, wird damit für den Einen oder Anderen mit Sicherheit zur Gretchenfrage. Die Verpflichtung sich entsprechend zertifizieren zu lassen, wird damit der eh schon gebeutelten Branche, das Leben nicht unbedingt leichter machen. Die Erweiterung, der behördlicherseits vorzunehmenden Zuverlässigkeitsüberprüfungen auf die Beschäftigten, für die bislang eine bloße beschäftigungsbezogene Überprüfung ausreichend war (vor allem im Fracht- und Postbereich), wird dem schnellen Reagieren in Bezug auf eine kurzfristig zu besetzende Stelle, definitiv ein Riegel vorgeschoben. Die Reihenfolge wird dabei vom Gesetzgeber vorgegeben und bedeutet zeitlichen und finanziellen Mehraufwand. Eine Zuverlässigkeitsüberprüfung liegt im Idealfall nach ca. drei bis vier Wochen vor. Erst dann darf geschult werden. Flexibilität im Entschleunigungsmodus. Interessant ist auf jeden Fall auch die geforderte Dokumentationspflicht des reglementierten Beauftragten bei der Anlieferung von Luftfracht. Das Erfassen und temporäre Vorhalten von personenbezogenen Daten, nämlich die des Anliefernden, werden mit Sicherheit einen Aufschrei von Datenschützern hervorrufen. Natürlich, hält die neue Version des Luftsicherheitsgesetzes auch noch andere Neuerungen bereit. Doch schon das Erwähnte reicht vollkommen aus, um in der Transportbranche ordentlich Unruhe zu stiften. Aus Sicht eines noch nicht zertifizierten Transporteurs könnten sich somit folgende Szenarien ergeben: 1. Man lässt sich wunschgemäß zertifizieren. Die mit Sicherheit entstehenden Mehrkosten werden

dann erwartungsgemäß an die Kunden weitergereicht und alles ist in bester Ordnung. oder 2. Man springt erst gar nicht auf den fahrenden Zug auf, lässt vielleicht schon sichere Luftfracht erneut für sicher erklären und trägt stattdessen die Mehrkosten beim reglementierten Beauftragten. oder 3. Je nach bisherigem Luftfrachtaufkommen, wendet man sich anderen Transportgütern zu und

entzieht sich somit dem Zertifizierungs- und Überwachungswahn. Letzten Endes werden die Zahlen ausschlaggebend dafür sein, inwieweit die Branche bereit ist, den Anforderungen durch den Gesetzgeber nachzukommen. Damit diesmal nicht der gleiche Fehler wie bei der Einführung der Zertifizierungspflicht für bekannte Versender gemacht wird, hat man es wenigstens nicht versäumt, mit der Novellierung des Luftsicherheitsgesetzes, auch zeitnah die Luftsicherheitsgebührenverordnung entsprechend anzupassen. Bitte beachten Sie dazu die themenbezogenen Seminarangebote in der folgenden Übersicht.

Außenwirtschaftsseminare der IHK Südthüringen im August und September 2017 Thema Importgeschäfte sicher anbahnen und abwickeln

Datum

Das Ausfuhrverfahren ATLAS

18.08.2017

Das neue Luftsicherheitsgesetz und die Auswirkungen auf die sichere Lieferkette Die INCOTERMS® 2010 So wenden Sie die Lieferklausel richtig an! Richtig Tarifieren – Die Einreihung von Waren in den Zolltarif Praxisworkshop Zugelassener Transporteur

11.08.2017

29.08.2017 07.09.2017

Ort Bildungszentrum IHK Südthüringen Bildungszentrum IHK Südthüringen Bildungszentrum IHK Südthüringen Bildungszentrum IHK Südthüringen

Zeit 09:00 – 16:00 Uhr 09:00 – 16:00 Uhr 09:00 – 13:00 Uhr 09:00 – 16:00 Uhr

14.09.2017

Bildungszentrum IHK Südthüringen

09:00 – 16:00 Uhr

26.09.2017

Bildungszentrum IHK Südthüringen

09:00 – 16:00 Uhr

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie in der Veranstaltungsdatenbank unter: www.suhl.ihk.de/Veranstaltungen Ihr Ansprechpartner:  Tilo Werner  S 03681 362-203  Y werner@suhl.ihk.de Anzeige

Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017 33


INTERNATIONAL

Trotz der gegenwärtig sehr schwierigen wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen bleibt die wirtschaftliche Zusammenarbeit auch zukünftig ein wichtiger Bestandteil der außenwirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Für Thüringen haben sich die wirtschaftspolitischen Beziehungen zur Republik Tatarstan in den vergangenen drei Jahren sehr zum Positiven entwickelt. So wurden eine auf Regierungsebene fungierende „ Gemeinsamen Arbeitsgruppe Thüringen – Tatarstan“ gegründet und in einem Aktionsplan (Road Map) konkrete Projekte der Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Thüringen und der Republik Tatarstan vereinbart. Ein weiteres erfolgreiches Beispiel hierfür ist die Gründung des gemeinsamen Instituts für angewandte Hochtechnologien (GRIATwww.tu-ilmenau.de/tuiis/griat/) zwischen der Technischen Universität Kazan und deutscher Universitäten mit der Leadpartnerschaft der Technischen Universität Ilmenau im Jahre 2014. Dozenten der deutschen Universitäten fliegen pro Semester und Studiengang nach Kasan, um dort Blockseminare zu lehren (Flying Faculty). Das dritte Semester absolvieren die Studierenden in Ilmenau bzw. Magdeburg; im vierten Semester schreiben sie ihre Masterarbeiten. Nach erfolgreicher Verteidigung erhalten die GRIAT-Studierenden sowohl den Masterabschluss der TU Ilmenau/ OVGU als auch ein Masterzeugnis der Kazaner Staatliche Technische Forschungsuniversität , der nach dem russischen Flugzeugkonstrukteur A.N. Tupolev benannte Hochschule ( www.kai.ru/ en/), welche zu den renommiertesten Forschungsuniversitäten Russlands zählt. Anzeige

34 Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017

Die Ausbildung erfolgt in folgenden Studiengängen: • Master of Science in Research in Computer and Systems Engineering • Master of Science in Automotive Engineering • Master of Science in Communications and Signal Processing • Master of Science in Electrical Engineering and Information Technology • Master of Science in Systems Engineering and Engineering Cybernetics • Master of Science in Chemical and Energy Engineering • Master of Science in Embedded Computing Systems  Um die wirtschaftliche und wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Regionen zu befördern, gründeten die Technische Forschungsuniversität Kazan mit zwei weiteren lokalen Partnern und die LEG Thüringen im September 2015 ein gemeinsames Deutsch-Russisches Engineering-Zentrum für Maschinenbau. Das“ Thüringer Zentrum für Maschinenbau“ (ThZM) der TU Ilmenau übernahm dabei die Koordinierung zwischen interessierten Thüringer Unternehmen und Einrichtungen in den Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Werkzeug- und Formenbau, Metallbearbeitung zu lokalen Geschäftspartnern in Tatarstan aber auch umgekehrt, für die Suche tatarischer Bedarfsträger nach Technologie-Partnern aus Thüringen. Dazu gehört auch die Unterstützung Thüringer Unternehmen und Einrichtungen bei der Anbahnung von Kontakten zum GRIAT, welche in Russland aktiv sind oder werden möchten und für

Ihre Aktivtäten vor Ort künftig angehende Master in o. g .Fachgebieten benötigen. Da die Studierenden neben ihrer Muttersprache Russisch ihr zweijähriges Masterstudium komplett in Englisch absolvieren, viele von Ihnen als Drittsprache Deutsch beherrschen, sich durch die internationale Lehre und durchgehenden einsemestrigen Studienaufenthalt in Deutschland auch interkulturelle Kompetenzen aneignen, können diese bei zielgerichteter, längerfristiger, vorbereitender Bindung mit Thüringer Unternehmen die kompetenten, künftigen Vertreter „vor Ort“ werden. Derartige vorbereitende Maßnahmen könnten Praktika, der Firma nützliche oder technologiebezogene Projektarbeiten aber auch konkrete, interessierende Themen des Unternehmens für Masterarbeiten ausgerichtet auf geplante Aktivitäten für den Russischen Markt sein. Unternehmen der IHK Südthüringen melden sich bei Interesse an einer Kontaktaufnahme mit dem GRIAT bitte bei: Ulrich Zeiler Koordinierungsbeauftragter des THÜRINGER ZENTRUM FÜR MASCHINENBAU für das Firmennetzwerk Tatarstan Ehrenbergstraße 29 98693 Ilmenau S 03675 406929 Mobile: 0173 5737099 Y ulrich.zeiler@aol.de


Regionalmarketing

Das neue Veranstaltungsformat zur Fachkräftegewinnung und Imagepflege – Melden Sie Ihr Unternehmen jetzt an! Am 23. August 2017 pünktlich um 18:00 Uhr wird der Startschuss zum 8. Thüringer Wald Firmenlauf fallen. Die letzten Vorbereitungen für die sportlichste Netzwerkparty im Thüringer Wald laufen auf Hochtouren! Rund 6 500 Teilnehmer und Fans werden in der DKB-Ski-ARENA in Oberhof erwartet. Die Rekordzahl von 4 750 Läufer und Nordic Walker aus 266 Unternehmen werden auf die ca. 4,7 km lange Strecke gehen. Sie haben einen der limitierten Startplätze ergattern können. Am 15. August 2017 wird in Vorbereitung des Events erstmalig ein Teamcaptain-Meeting durchgeführt, zu dem Veranstalter und Ausrichter recht herzlich einladen. Neben wichtigen organisatorischen und sportlichen Hinweisen, besteht auch die Möglichkeit der Streckenbegehung. Als Höhepunkt des Treffens werden unter den anwesenden Teams die Paten für je ein Nordic Walker- und ein Läuferteam verlost. Die prominenten Ex-Spitzen­ athleten Katrin Apel und Jens Filbrich werden die Gewinnerteams am Veranstaltungstag als Paten begleiten, beim Lauf unterstützen und wertvolle Tipps geben. Um den begehrten Titel „ Die Kreativsten“ als Höhepunkt des Veranstaltungsabends ergattern zu

Das Event INDUSTRIE INTOUCH Thüringer Wald unterstützt die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften und bietet für alle Industrieunternehmen und industrienahen Dienstleister im Thür­ inger Wald die ideale Plattform, sich als zukunftsfähiges Unternehmen und attraktiver Arbeit­ geber zu präsentieren, die Bekanntheit in der Region Thüringer Wald zu erhöhen und sich mit anderen Unternehmen zu vernetzen. Begleitet von einer breit angelegten Marketingkampagne öffnen am 29. Oktober 2014 die teilnehmenden Firmen von 17:00 bis 22:00 Uhr ihre Türen und gewähren auf ganz individuelle Weise der Öffentlichkeit exklusive Einblicke hinter die Kulissen, die Produktion oder in verschiedenste Berufe. Die neue Veranstaltung INDUSTRIe INTOUCH • Attraktives Leistungspaket mit geringem Organisationsaufwand berücksichtigt die regionalen bedürfnisse • Starke öffentliche Wahrnehmung und hohe der Unternehmen im Thüringer Wald und Präsenz in den Medien bietet viele Vorteile: • Direkte Kontakte zu potenziellen Fach- und Nachwuchskräften Wenn Sie Ihr Unternehmen bis zum 15. Mai • Networking, Stakeholder-und Imagepflege 2014 anmelden, können Sie sich attraktive „Die beim Thüringer Wald Firmenlauf 2016 • Kreativsten“ Vertiefung von Kontakten, z. B. nach Konditionen sichern. Der endgültige Anmelde­ Berufsinformationsmessen schluss für Unternehmen ist der 30. Juni 2014. • Individuelle Gestaltungsfreiheit bei der JetztWeitere anmelden können, sind nun auch die letzten VorberichtigSie in den Fokus stelUnternehmenspräsentation Informationen finden unter: reitungen für eine besonders auffälliges len. Übrigens suchen wir • Koordinierung der Veranstaltung mit www.industrie-intouch.de. Teamcaptain-Meeting und originelles Lauf-Outfit treffen. in diesem Jahr auch „Die Ansprechpartnern vorzuOrt am 15. August 2017, Damit haben Sie die volle Aufmerksamkeit kreativste Fangruppe“. 18:00 Uhr in der auf ihrer Seite und können ihre Firma so Seien Sie dabei!

DKB-Ski-ARENA WirOberhof sind uns einerseits unserer Verantwortung zur in

WIR SIND DabeI:

und wir sind ständig auf der Suche nach engagierWeitere Informationen unter: www.thueringer-wald-firmenlauf.de ten Fachkräften. Zudem verfügt unser Unternehmen über eine Produktion, die nicht nur für unsere Region etwas ganz besonderes darstellt, denn hier HPT Hochwertige Pharmatechnik wird unter streng kontrollierten ReinraumbedinGmbH & Co. KG, Neuhaus/Rwg. gungen auf modernsten Anlagen und in einem hoch technisierten Umfeld gemäß den Grundsätzen einer „Die HPT Hochwertige Pharmatechnik GmbH & bis Anmeldungkonzernunabhän18.09. guten Herstellungspraxis (GMP) produziert. Uns ist Co. KG ist ein mittelständischer 201aus 7 sehr daran gelegen, unser außergewöhnliches Werk giger Systemlieferant für Primärpackmittel Anmelden zum Herbstcamp 2017 du dich mit beigefügter Postkarte auch in INDUSTRIE INTOUCH vorzustellen.“ Kunststoff,kannst der unter kontrollierten Reinraumbeüber das Anmeldeformular auf der Internetseite: dingungenoder Komplettverpackungen für Pharmazie, www.fas-e-v.de. Nach den erfolgreich durchgeführten Tech- für Weitere Infos: www.hpt.info Diagnostik sowie Einzelteile und Baugruppen MP TCA * Deine Daten sind bei uns sicher. Diese werden nicht an Dritte weiternik-Camps der vergangenen findet vomfür die BS gegeben. Deine personenbezogenenJahre Daten werden ausschließlich die Medizintechnik herstellt. Zwecke der Information, Beratung und Statistik genutzt. Du hast jederzeit t 8. bis 13. Oktober eine Neuauflage dessowiebeliebtriff das Recht auf2017 Auskunft über die bei uns gespeicherten Daten auf Tech ion Berichtigung, Sperrung oder Löschung. h g t c ten Feriencamps statt.Arbeitgeber Die Teilnehmer erwartetamein Hi &A Als einen der größten in Neuhaus SonnPlast Fun GmbH, Sonneberg abwechslungsreiches Programm aus Technik und 8 Rennweg ist INDUSTRIE INTOUCH Thüringer Wald e .b is 1 3 . O k t o b Freizeit. Programmieren, Tüfteln, Montieren – das ein ausgezeichnetes Format, um uns als attraktives „Die Sonnplast GmbH ist ein kunststoffverarbeitenist die limierte Anzahl von 15 im undfürinnovatives Unternehmen zu Schülern präsentieren. des Unternehmen in Sonneberg, das mit fast 300 Alter zwischen 13 und 17 Jahren ein besonderes Qualifizierte Mitarbeiter sind unser größtes Kapital Mitarbeitern durch technologische führende ProHighlight. Die jungen Leute, tauchen tief in die zesse Teile und Baugruppen für namhafte Kunden Welt der Robotik ein und erweiterten ihr Wissen der Automobilbranche produziert. Unser Unternehim Bereich der Naturwissenschaft und Technik. Ziel men ist sehr gut bei unseren Kunden platziert und Veranstaltungsort / Kontakt der Campwoche ist es, einen funktionsfähigen und wird diese erfolgreiche Position weiter ausbauen. speziell programmierten Roboter zu bauen, der Förderverein für Auszubildende komplexe vorgegebene Schmalkalden e. V.Aufgaben erfüllt. Nach Übernahme der insolventen NS-KunststoffBesondere Technik-Camp Erlebnisse der Woche sind die technik im März 2013, die seit ca. 20 Jahren am Feldstraße 14 Exkursionen98597 in regionale Unternehmen und Sie erhalten einenwar, intensiven die AusbilBreitungen/Werra Standort präsent möchtenEinblick wir dieinGelegenheit Einrichtungen. Hier erfahren die Jugendlichen viel dungsmöglichkeiten für technische Berufe. nutzen, unser „junges“ Unternehmen als wieder Ansprechpartner: Herr Rothamel, Herr Kettner Telefon: 036848 / 8370, Fax: 036848 / 83713 über hochmoderne Spitzentechnologien, neueste Hoch imund Kurspotenziellen stehen bei den Jugendlichen erstarkten Arbeitgeber in Südf.rothamel@fas-e-v.de Robotertechnik, Elektrotechnik und Mechatronik. die umfangreichen Freizeitaktivitäten, diehaben viele wir thüringen zu präsentieren. Im März 2014

Technik-Camp im Thüringer Wald

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Sicherung der Arbeitsplätze bewusst und andererseits haben wir erkannt, dass dies nur mit guten Fachleuten und Mitarbeitern gelingen kann. Ferner möchten wir über dieses Veranstaltungsformat natürlich auch unsere Nähe zur Region Sonneberg und ihren Menschen zeigen. Wir bieten sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Bereich über Aus- und Weiterbildung interessante Alternativen für potenzielle Interessenten.

Gelegenheiten bieten, uman sich kennenzulernen Für uns ist die Teilnahme diesem Projekt sehr und gemeinsam die Ferien zu genießen. Dieeinen wichtig und wir wünschen allen Beteiligten Technik-Camps im Thüringer Wald sollen junge erfolgreichen Verlauf. Wir freuen uns auf Ihr InterLeute für Technik begeistern und sie ermutigen, esse und einen interessanten Erfahrungsaustausch unkonventionelle Wege in Motto: der Berufswahl mit Ihnen getreu unserem Start yourzucareer gehen. Die Jugendlichen with plastics and more!“ entdecken so interessante und vielseitige Karrierechancen direkt vor ihrer „Haustür“. Weitere Infos: www.sonnplast.de Das „Technik-Camp im Thüringer Wald“ ist ein Projekt des forum Thüringer Wald e. V. und findet jährlich im Rahmen eines Herbst-Camps statt. Partner sind die IHK Südthüringen, die Agentur für Arbeit Suhl, die HWK Südthüringen und die Hochschule Schmalkalden. Gefördert wird das „Technik-Camp im Thüringer Wald“ durch die Agentur für Arbeit Suhl und den Europäischen Sozialfond. Verantwortlich für die Durchführung des Camps ist der Förderverein für Auszubildende Schmalkalden e. V.

unseren ersten Geburtstag feiern können. Geschäftsführer Karl-Heinz Sladek Geschäftsführer Christoph Müller Ihr Ansprechpartner: Cornelia Grimm, Regionalmanagerin  S 03681 362-231  Y grimm@forum-thueringer-wald.de

26 Südthüringische Wirtschaft 5/2014

Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017 35


WIRTSCHAFTSJUNIOREN

Die Wirtschaftsjunioren bieten regelmäßig eine Plattform für Austausch auf Augenhöhe, Netzwerken und die persönliche Weiterentwicklung. Junge Unternehmer, Führungskräfte und Interessierte sind herzlich eingeladen, im Rahmen der Akademie, der Veranstaltungen und unserer Workshops den Blick über den Tellerrand zu werfen. Wirtschaft, die mehr schafft. Weiterbildung, die mehr schafft. Das sind wir Wirtschaftsjunioren!

SCHMALKALDEN-MEININGEN

Wirtschaftsjunioren Schmalkalden-Meiningen

Wirtschaftsjunioren Thüringer Wald

13.07.2017

WJ im Gespräch mit Prof. Dr. Claus Hipp Ethik in der Wirtschaft – brauchen wir das überhaupt?

02./03.09.2017 4. WJ Familienwochenende im Thüringer Wald

10.08.2017

Sommerfest der Wirtschaftsjunioren Schmalkalden-Meiningen in der Abenteuerschule, Suhl

14.09.2017

Doppel-Betriebsbesichtigung bei der Venter-Glockenmanufaktur und Kükomo und der Werkstatt für gesunde Möbel

22.09.2017

Mitarbeitergespräche richtig führen (mit Videotraining)

12.10.2017

Workshop „Geschäftsmodell-Entwicklung „Das RICHTIGE gründen“ – was verkaufen wir dem Kunden wirklich?“

19.10.2017

Datenschutz im Unternehmen – grundlegender Einblick in die alltäglichen Datenschutzfallen

Theaterführung mit Blick hinter die Kulissen des Meininger Theaters

17.11.2017

Facebook für Unternehmen – DIE Social Media Plattform effizient und gewinnbringend einsetzen

Mitgliederversammlung mit anschließendem Weihnachtsevent

29.11.2017

Führungskräftetraining: Klar, direkt & motivierend

11.11.2017

07.12.2017

Infos und Anmeldung unter www.wj-sm.de und Facebook@wj.schmalkaldenmeiningen

30.09.2017

Netzwerken³ (u.a. Besichtigung Pumpspeicherwerk Goldisthal)

04.11.2017

Wir feiern - 27 Jahre Wirtschaftsjunioren im Thüringer Wald

Tagesworkshops der WJ Thüringer Wald Akademie

Infos und Anmeldung unter www.wj-thueringer-wald.de und www.facebook.com/wj.thueringer.wald

27.-29.04.2018 Mirko2018 – Mitteldeutsche Regionalkonferenz in Suhl „Innovation trifft Tradition“ – die Wirtschafts(Junioren)-Konferenz der besonderen Art

36 Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017

Authentisch, frischluftig, nachhaltig. Einfach einmal ganz anders! Auf die Teilnehmer der WJ Thüringer Wald Akademie wartete jüngst eine „exotische“ Begegnung am Ringberg Hotel Suhl: Trainerin Frauke Berbig hatte jede Menge tierische Unterstützung durch die Lamas Blade, Max und Moritz und den Alpakas Djego und Ramires mitgebracht, die die Teilnehmer bei den verschiedensten Übungen das eine und andere Mal ins Schwitzen brachten. Unter dem Motto „Raus aus Stress und Hektik“ gab es bei jeder Menge Spaß ein Führungskräftetraining der anderen Art.

© Wirtschaftsjunioren Thüringer Wald

Save the Date

Auch sportliches (Geschicklichkeits)Training gehörte zum Tagesworkshop „Führungskräftetraining einmal anders“.


BEKANNTMACHUNGEN DER IHK SÜDTHÜRINGEN

Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen erlässt aufgrund des Beschlusses des Berufsbildungsausschusses vom 11.05.2017 als zuständige Stelle nach § 9 Berufsbildungsgesetz (BBiG) sowie nach § 66 Abs. 1 BBiG in Verbindung mit § 79 Abs. 4 BBiG vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931) folgende Ausbildungsregelung für die Ausbildung von behinderten Menschen zum/zur „Fachpraktiker/-in Lagerlogistik“: § 1 Ausbildungsberuf Die Berufsausbildung zum Fachpraktiker für Lagerlogistik/zur Fachpraktikerin für Lager­ logistik erfolgt nach dieser Ausbildungsregelung.

§ 2 Personenkreis (1) Diese Ausbildungsregelung regelt die Berufsausbildung gemäß § 66 BBiG für Personen im Sinne des § 2 SGB IX.

§ 3 Dauer der Berufsausbildung Die Ausbildung dauert drei Jahre.

§ 4 Ausbildungsstätten Die Ausbildung findet in ausbildungsrechtlich anerkannten Ausbildungsbetrieben und Ausbildungseinrichtungen statt.

§ 5 Eignung der Ausbildungsstätte (1) Behinderte Menschen dürfen nach dieser Ausbildungsregelung nur in dafür geeigneten anerkannten Betrieben und Ausbildungseinrichtungen ausgebildet werden. (2) Neben den in § 27 BBiG festgelegten Anforderungen muss die Ausbildungsstätte hinsichtlich der Räume, Ausstattung und Einrichtung den besonderen Erfordernissen der Ausbildung von behinderten Menschen gerecht werden. (3) Es müssen ausreichend Ausbilderinnen/Ausbilder zur Verfügung stehen. Die Anzahl der Ausbilderinnen/Ausbilder muss in einem angemessenen Verhältnis zur Anzahl der Auszubildenden stehen. Dabei ist ein Ausbilderschlüssel von in der Regel höchstens eins zu acht anzuwenden.

§ 6 Eignung der Ausbilder/Ausbilderinnen (1) Ausbilder/Ausbilderinnen, die im Rahmen einer Ausbildung nach § 66 BBiG erstmals tätig werden, müssen neben der persönlichen, berufsspezifisch fachlichen sowie der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung (AEVO u. a.) eine mehrjährige Erfahrung in der Ausbildung sowie zusätzliche behindertenspezifische Qualifikationen nachweisen. (2) Anforderungsprofil Ausbilder/Ausbilderinnen müssen eine rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation nachweisen und dabei folgende Kompetenzfelder abdecken: • Reflexion der betrieblichen Ausbildungspraxis, • Psychologie, • Pädagogik, Didaktik, • Rehabilitationskunde, • Interdisziplinäre Projektarbeit, • Arbeitskunde/Arbeitspädagogik, • Recht, • Medizin. Um die besonderen Anforderungen des § 66 BBiG zu erfüllen, soll ein Qualifizierungsumfang von 320 Stunden sichergestellt werden. (3) Von dem Erfordernis des Nachweises einer rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikation soll bei Betrieben abgesehen werden, wenn die Qualität der Ausbildung auf andere Weise sichergestellt ist. Die Qualität ist in der Regel sichergestellt, wenn eine Unterstützung durch eine geeignete Ausbildungseinrichtung erfolgt. (4) Ausbilder/Ausbilderinnen, die im Rahmen einer Ausbildung nach § 66 BBiG bereits tätig sind, haben innerhalb eines Zeitraumes von höchstens fünf Jahren die notwendigen Qualifikationen gemäß Absatz 2 nachzuweisen. Die Anforderungen an Ausbilder/ Ausbilderinnen gemäß Absatz 2 gelten als erfüllt, wenn die behindertenspezifischen Zusatzqualifikationen auf andere Weise glaubhaft gemacht werden können.

§ 7 Struktur der Berufsausbildung (1) Findet die Ausbildung in einer Ausbildungseinrichtung statt, sollen mindestens 20 Wochen außerhalb dieser Einrichtung in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb oder in mehreren anerkannten Ausbildungsbetrieben durchgeführt werden.

(2) Von der Dauer der betrieblichen Ausbildung nach Absatz 1 kann nur in besonders begründeten Einzelfällen abgewichen werden, wenn die jeweilige Behinderung oder betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern. (3) Die Berufsausbildung gliedert sich in • Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach § 8 Absatz 2 Abschnitt A und • integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach § 8 Absatz 2 Abschnitt B.

§ 8 Ausbildungsrahmenplan, Ausbildungsberufsbild (1) Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die im Ausbildungsrahmenplan (Anlage 1) aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit). Eine von dem Ausbildungsrahmenplan abweichende Organisation der Ausbildung ist insbesondere zulässig, soweit die jeweilige Behinderung der Auszubildenden oder betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern. (2) Die Berufsausbildung zum Fachpraktiker für Lagerlogistik/zur Fachpraktikerin für Lagerlogistik gliedert sich wie folgt (Ausbildungsberufsbild): ABSCHNITT A Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten: 1. Logistische Abläufe; qualitätssichernde Maßnahmen; 2. Einsatz von Arbeitsmitteln; 3. Annahme von Gütern; 4. Lagerung von Gütern; 5. Kommissionierung und Verpackung von Gütern; 6. Versand von Gütern. ABSCHNITT B Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten: 1. Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht; 2. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes; 3. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit; 4. Umweltschutz; 5. Arbeitsorganisation, Information und Kommunikation.

§ 9 Zielsetzung und Durchführung der Berufsausbildung (1) Die in dieser Ausbildungsregelung genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne von § 1 Abs. 3 BBiG befähigt werden, die selbstständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren (berufliche Handlungskompetenz) einschließt. Diese Befähigung ist auch in den Prüfungen nach dem § 10 für die Zwischenprüfung und den §§ 11 bis 13 für die Abschlussprüfung nachzuweisen. (2) Die Ausbildenden haben unter Zugrundelegung des Ausbildungsrahmenplanes für die Auszubildenden einen individuellen Ausbildungsplan zu erstellen. (3) Die Auszubildenden haben einen schriftlichen Ausbildungsnachweis zu führen. Ihnen ist Gelegenheit zu geben, den schriftlichen Ausbildungsnachweis während der Ausbildungszeit zu führen. Die Ausbildenden haben den schriftlichen Ausbildungsnachweis regelmäßig durchzusehen und abzuzeichnen. Der/die Auszubildende kann nach Maßgabe von Art und Schwere seiner/ihrer Behinderung von der Pflicht zur Führung eines schriftlichen Ausbildungsnachweises entbunden werden.

§ 10 Zwischenprüfung (1) Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes ist eine Zwischenprüfung durchzuführen. Sie soll vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden. (2) Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 2 für das erste Ausbildungsjahr und das 1. Halbjahr des zweiten Ausbildungsjahres aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend dem Rahmenlehrplan zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017 37


BEKANNTMACHUNGEN DER IHK SÜDTHÜRINGEN (3) Die Zwischenprüfung findet in dem Prüfungsbereich Annahme, Pflege und Lagerung von Gütern statt. (4) Für diesen Prüfungsbereich bestehen folgende Vorgaben: 1. Der Prüfling soll nachweisen, dass er a) Güter annehmen und entladen sowie Lieferungen kontrollieren, b) Güter pflegen und nach Güterarten einlagern, c) Arbeits- und Fördermittel auswählen und anwenden, d) Sicherheits- und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie den Umweltschutz berücksichtigen, e) berufsbezogene Berechnungen vornehmen kann; 2. der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten; 3. die Prüfungszeit beträgt insgesamt 120 Minuten, in dieser Zeit soll die Arbeitsaufgabe in 60 Minuten durchgeführt werden; der schriftliche Teil beträgt 60 Minuten.

§ 11 Abschlussprüfung (1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsregelung ist zugrunde zu legen. (2) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen: 1. Praktische logistische Aufgaben, 2. Lagerlogistische Abläufe, 3. Güterbewegung, 4. Wirtschafts- und Sozialkunde. (3) Für den Prüfungsbereich Praktische logistische Arbeitsaufgaben bestehen folgende Vorgaben: 1. Der Prüfling soll nachweisen, dass er a) Arbeitsschritte und Arbeitsmittel festlegen sowie Arbeitsergebnisse kontrollieren, b) Kooperative und kundenorientierte Aspekte, Sicherheits- und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz sowie qualitätssichernde Maßnahmen berücksichtigen und c) bei den Fachaufgaben betriebliche und rechtliche Vorschriften berücksichtigen kann; 2. für die Arbeitsaufgaben kommen insbesondere folgende Gebiete in Betracht: a) Annahme und Lagerung von Gütern, Güterkontrolle, b) Erfassen von Güterbewegungen unter Nutzung betrieblicher Informations- und Kommunikationsmittel, c) Kommissionierung und Versand; 3. der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen; 4. die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten; 5. innerhalb der Prüfungszeit wird ein bis zu 15-minütiges Fachgespräch über die Lösung der Arbeitsaufgaben geführt. (4) Für den Prüfungsbereich Lagerlogistische Abläufe bestehen folgende Vorgaben: 1. Der Prüfling soll nachweisen, dass er a) nach Vorgaben praxisbezogene Aufgaben oder Fälle aus den Gebieten – Annahme und Lagerung, – Kommissionierung und Verpackung sowie – Verladen und Versand selbstständig lösen, b) lagerlogistische Aufgaben unter Berücksichtigung der Gütereigenschaften und der rechtlichen Bestimmungen durchführen, c) informationstechnische, organisatorische, wirtschaftliche und ökologische Sachverhalte bei lagerlogistischen Abläufen berücksichtigen, d) berufsbezogene Berechnungen durchführen kann; 2. der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten; 3. die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten. (5) Für den Prüfungsbereich Güterbewegung bestehen folgende Vorgaben: 1. Der Prüfling soll nachweisen, dass er a) praxisbezogene Aufgaben oder Fälle aus den Gebieten – Einsatz von Arbeitsmitteln, – Erfassung und Kontrolle von Güterbewegungen, – Arbeitsabläufe und Organisation im Lager und von Transporten lösen, b) Arbeits- und Fördermittel unter wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten auswählen und anwenden,

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c) Verkehrsträger und –wege beim Transport sowie Kundenorientierung berücksichtigen, d) informationstechnische Anwendungen bei logistischen Aufgaben nutzen kann, 2. der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten; 3. die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten. (6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen folgende Vorgaben: 1. Der Prüfling soll nachweisen, dass er wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt beschreiben kann; 2. praxisbezogene Aufgaben oder Fälle bearbeiten kann; 3. der Prüfling soll die Aufgaben schriftlich bearbeiten; 4. die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

§ 12 Gewichtungsregelung Die Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten: 1. Prüfungsbereich Praktische logistische Aufgaben: 2. Prüfungsbereich Lagerlogistische Abläufe: 3. Prüfungsbereich Güterbewegung: 4. Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

50 Prozent, 25 Prozent, 15 Prozent. 10 Prozent.

§ 13 Bestehensregelung (1) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen 1. im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“, 2. im Prüfungsbereich Praktische logistische Aufgaben mit mindestens „ausreichend“, 3. in mindestens zwei von drei schriftlichen Prüfungsbereichen mit mindestens „ausreichend“ und 4. in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“ bewertet worden sind. (2) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.

§ 14 Übergang Ein Übergang von einer Berufsausbildung nach dieser Ausbildungsregelung in eine entsprechende Ausbildung nach § 4 BBiG ist von der/dem Auszubildenden und der/dem Ausbildenden kontinuierlich zu prüfen.

§ 15 Bestehende Berufsausbildungsverhältnisse Berufsausbildungsverhältnisse, die bei Inkrafttreten dieser Ausbildungsregelung bestehen, können unter Anrechnung der bisher zurückgelegten Ausbildungszeit nach den Vorschriften dieser Regelung fortgesetzt werden, wenn die Vertragsparteien dies vereinbaren.

§ 16 Prüfungsverfahren Für die Zulassung zur Abschlussprüfung und das Prüfungsverfahren gilt die Prüfungsordnung für die Durchführung von Abschluss- und Umschulungsprüfungen der IHK Südthüringen entsprechend.

§ 17 Abkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit Soweit die Dauer der Ausbildung abweichend von dieser Ausbildungsregelung verkürzt oder verlängert werden soll, ist § 8 Absatz 1 und 2 BBiG entsprechend anzuwenden.

§ 18 Inkrafttreten Diese Ausbildungsregelung tritt am 01.09.2017 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Ausbildungsregelung für die Berufsausbildung zum Lagerfachhelfer/zur Lagerfachhelferin nach § 66 Abs. 1 BBiG vom 20.04.2010 außer Kraft. Für die zum Zeitpunkt des Außerkrafttretens der in Satz 2 genannten Regelung bereits begonnenen Berufsausbildungsverhältnisse gelten die Vorschriften der Ausbildungsregelung für die Berufsausbildung zum Lagerfachhelfer/zur Lagerfachhelferin nach § 66 Abs. 1 BBiG vom 20.04.2010 fort soweit nicht nach § 15 etwas anderes vereinbart wurde. Ausgefertigt: Suhl, 11.05.2017 Industrie- und Handelskammer Südthüringen gez. Dr. Peter Traut gez. Dr. Ralf Pieterwas Präsident Hauptgeschäftsführer


BEKANNTMACHUNGEN DER IHK SÜDTHÜRINGEN

Abschnitt A: Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten gemäß § 8, Absatz 2 Lfd. Nr.

Teil des Ausbildungsberufsbildes

Zu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten

1.

Logistische Abläufe; qualitäts­ sichernde Maßnahmen (§ 8, Absatz 2, Abschnitt A, Nr. 1)

a) Güter nach Beschaffenheit und Verwendung unterscheiden und handhaben b) Normen, Maße, Mengen- und Gewichtseinheiten beachten c) gesetzliche und betriebliche Vorschriften bei der güterspezifischen Lagerung berücksichtigen d) Güter, insbesondere Gefahrgüter, gefährliche Arbeitsstoffe, Zollgut, verderbliche Ware entsprechend ihren Eigenschaften unter Beachtung von Kennzeichnungen und Symbolen handhaben e) gesetzliche und betriebliche Vorschriften bei Verpackung und Transport berücksichtigen f) Informations- und Materialfluss als Teil der logistischen Abläufe beschreiben g) bei logistischen Organisationsabläufen mitwirken h) Abweichungen in logistischen Abläufen feststellen und weiterleiten i) an qualitätssichernden Maßnahmen im eigenen Arbeitsreich mitwirken k) Mängelprotokoll nach Stichpunkten anfertigen; Art und Datum des Mangels nach Checkliste registrieren

2.

Einsatz von Arbeitsmitteln (§ 8, Absatz 2, Abschnitt A, Nr. 2)

a) Arbeitsmittel zum Wiegen, Messen und Zählen auswählen und nutzen b) sonstige Arbeitsmittel einsetzen c) Arbeitsmittel pflegen sowie deren Funktionsfähigkeit und Einsatzbereitschaft überwachen, Beseitigung von Beeinträchtigungen veranlassen

3.

Annahme von Gütern (§ 8, Absatz 2, Abschnitt A, Nr. 3)

a) Güter entladen b) quantitative und qualitative Güterkontrolle durchführen, Mängel feststellen und melden c) Eingangsdaten erfassen d) Rückgabe von Leergut, Verpackung und Ladehilfsmittel nach rechtlichen und betrieblichen Vorgaben durchführen und dokumentieren e) Güter dem Bestimmungsort zuleiten

4.

Lagerung von Gütern (§ 8, Absatz 2, Abschnitt A, Nr. 4)

a) Güter auszeichnen, sortieren, Lager- und Verkaufseinheiten bilden sowie Güter zur Lagerung vorbereiten b) Güter unter Beachtung von Einlagerungsvorschriften einlagern c) An Maßnahmen zur Qualitäts- und Werterhaltung mitwirken d) Lagerbestände kontrollieren und Abweichungen melden e) Lagerkennzahlen beschreiben

5.

Kommissionierung und Verpackung von Gütern (§ 8, Absatz 2, Abschnitt A, Nr. 5)

a) Auftragsunterlagen kontrollieren und Kommissionierung vorbereiten (Teilschritte) b) Güter unter Berücksichtigung der Auslagerungsprinzipien dem Lager entnehmen c) Transportverpackungen und Füllmaterialien hinsichtlich Güterart, Transportart, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit auswählen d) Güter zu Ladeeinheiten zusammenstellen und verpacken e) zusammengestellte Sendungen und Begleitpapiere auf Vollständigkeit prüfen, Transportgüter kennzeichnen, beschriften und sichern

6.

Versand von Gütern (§ 8, Absatz 2, Abschnitt A, Nr. 6)

a) Sendungen für vorgegebene Verkehrsmittel verladefertig bereitstellen b) Gewicht und Raumbedarf von Gütern ermitteln c) Sendungen entsprechend der Gütereigenschaften und der Verkehrsmittel verladen und verstauen d) Ladungen sichern und Verschlussvorschriften anwenden e) Versand- und Begleitpapiere mit Ladung vergleichen, Abweichungen weiterleiten

Abschnitt B: Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten Lfd. Nr.

Teil des Ausbildungsberufsbildes

Zu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten

1.

Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht (§ 8, Absatz 2, Abschnitt B, Nr. 1

a) Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluss, Dauer und Beendigung erklären b) gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag nennen c) wesentliche Teile des Arbeitsvertrages nennen d) wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Tarifverträge nennen e) Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen

2.

Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes (§ 8, Absatz 2, Abschnitt B, Nr. 2)

a) Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebes erläutern b) Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung erklären c) Beziehungen des ausbildenden Betriebes und seiner Beschäftigten zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften nennen d) Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der betriebsverfassungs- und personalvertretungsrechtlichen Organe des ausbildenden Betriebes beschreiben

3.

Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (§ 8, Absatz 2, Abschnitt B, Nr. 3)

a) Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz feststellen und Maßnahmen zu ihrer Vermeidung ergreifen b) berufsbezogene Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anwenden c) Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie erste Maßnahmen einleiten d) Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes anwenden; Verhaltensweisen bei Bränden sowie Maßnahmen zur Brandbekämpfung beschreiben

Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017 39


BEKANNTMACHUNGEN DER IHK SÜDTHÜRINGEN Lfd. Nr.

Teil des Ausbildungsberufsbildes

Zu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten

4.

Umweltschutz (§ 8, Absatz 2, Abschnitt B, Nr. 4)

Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere a) mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbildungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz an Beispielen erklären b) für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des Umweltschutzes anwenden c) Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzen d) Abfälle vermeiden; Stoffe und Materialien einer umweltschonenden Entsorgung zuführen

5.

Arbeitsorganisation; Information und Kommunikation (§ 8, Absatz 2, Abschnitt B, Nr. 5)

a) den Lager- und Transportbereich sowie den eigenen Arbeitsbereich in die betrieblichen Abläufe einordnen b) Arbeitsaufträge nach betrieblichen Vorgaben und kundenorientiert ausführen c) betriebliche Informations- und Kommunikationssysteme nutzen, dabei Vernetzung sowie Datensicherheit und Datenschutz berücksichtigen d) arbeitsplatzbezogene Software anwenden e) kennenlernen fremdsprachiger Fachausdrücke f) mit vorausgehenden und nachfolgenden Funktionsbereichen kommunizieren g) Auswirkungen von Informationen, Kommunikation und Kooperation auf Betriebsklima, Arbeitsleistung beachten h) Aufgaben im Team bearbeiten

A. Die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Berufsbildpositionen aus Abschnitt B Nr. 3. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit und Abschnitt B Nr. 4. Umweltschutz sind während der gesamten Ausbildungszeit insbesondere mit den Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten der Berufsbildpositionen aus Abschnitt A Nr. 2 bis 5 zu vermitteln.

B. 1. Ausbildungsjahr (1) In einem Zeitraum von insgesamt fünf bis sieben Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Berufsbildpositionen aus Abschnitt A Nr. 1. Logistische Abläufe; qualitätssichernde Maßnahmen, Lernziele a bis c, Abschnitt A Nr. 2. Einsatz von Arbeitsmitteln in Verbindung mit den Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten der Berufsbildpositionen aus Abschnitt B Nr. 1. Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht, Lernziele a bis d, Abschnitt B Nr. 2. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes, Abschnitt B Nr. 5. Arbeitsorganisation; Information und Kommunikation, Lernziele a bis d zu vermitteln. (2) In einem Zeitraum von insgesamt fünf bis sieben Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Berufsbildpositionen aus Abschnitt A Nr. 3. Annahme von Gütern, Abschnitt A Nr. 4. Lagerung von Gütern, Lernziele a und b zu vermitteln und im Zusammenhang damit die Vermittlung der Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Berufsbildpositionen aus Abschnitt A Nr. 1. Logistische Abläufe; qualitätssichernde Maßnahmen, Lernziele a bis c, Abschnitt A Nr. 2. Einsatz von Arbeitsmitteln, Abschnitt B Nr. 5. Arbeitsorganisation; Information und Kommunikation, Lernziele a bis d zu vertiefen.

2. Ausbildungsjahr (1) In einem Zeitraum von insgesamt zwei bis vier Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Berufsbildpositionen aus Abschnitt A Nr. 1. Logistische Abläufe; qualitätssichernde Maßnahmen, Lernziele e und i, Abschnitt A Nr. 4. Lagerung von Gütern, Lernziele c und d in Verbindung mit den Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten der Berufsbildposition aus Abschnitt B Nr. 5. Arbeitsorganisation; Information und Kommunikation, Lernziel g zu vermitteln.

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(2) In einem Zeitraum von insgesamt zwei bis vier Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Berufsbildposition aus Abschnitt A Nr. 5. Kommissionierung und Verpackung von Gütern, Lernziele a und b zu vermitteln und im Zusammenhang damit die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Berufsbildpositionen aus Abschnitt A Nr. 1. Logistische Abläufe; qualitätssichernde Maßnahmen, Lernziele e und i, Abschnitt B Nr. 5. Arbeitsorganisation; Information und Kommunikation, Lernziel g zu vertiefen. (3) In einem Zeitraum von insgesamt fünf bis sieben Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Berufsbildpositionen aus Abschnitt A Nr. 1. Logistische Abläufe; qualitätssichernde Maßnahmen, Lernziele d und k, Abschnitt A Nr. 5. Kommissionierung und Verpackung von Gütern, Lernziele c bis e, Abschnitt A Nr. 6. Versand von Gütern, Lernziele a, b, d und e in Verbindung mit den Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten der Berufsbildposition aus Abschnitt B Nr. 5. Arbeitsorganisation; Information und Kommunikation, Lernziele e, f und h zu vermitteln.

3. Ausbildungsjahr (1) In einem Zeitraum von insgesamt ein bis drei Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Berufsbildposition aus Abschnitt A Nr. 6. Versand von Gütern, Lernziele c, f und g zu vermitteln. (2) In einem Zeitraum von insgesamt vier bis sechs Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Berufsbildpositionen aus Abschnitt A Nr. 1. Logistische Abläufe; qualitätssichernde Maßnahmen, Lernziele f, g und h, Abschnitt A Nr. 4. Lagerung von Gütern, Lernziele zu vermitteln und im Zusammenhang damit die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Berufsbildposition aus Abschnitt B Nr. 5. Arbeitsorganisation; Information und Kommunikation, Lernziele c und f zu vertiefen. (3) In einem Zeitraum von insgesamt vier bis sechs Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Berufsbildposition aus Abschnitt B Nr. 1. Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht, Lernziele zu vermitteln und im Zusammenhang damit die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Berufsbildpositionen aus Abschnitt A Nr. 3. Annahme von Gütern, Abschnitt A Nr. 4. Lagerung von Gütern, Abschnitt A Nr. 5. Kommissionierung und Verpackung von Gütern, Abschnitt A Nr. 6. Versand von Gütern zu vertiefen.


BEKANNTMACHUNGEN DER IHK SÜDTHÜRINGEN

§ 1 Allgemeines Unternehmen, die sich um öffentliche Aufträge bewerben, müssen jeweils auftragsbezogen aktuell und vollständig ihre Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit nachweisen. Prinzipiell erfolgt dies durch die Vorlage von einzelnen Dokumenten bei dem öffentlichen Auftraggeber. Dies kann allerdings mit einem enormen Zeitaufwand verbunden sein. Abhilfe schafft hier die Vorabprüfung wiederkehrender Nachweise durch die IHKs. Im Rahmen dieser so genannten Präqualifizierung wird dem Unternehmen ein Zertifikat für jeweils 12 Monate ausgestellt, das der Vorlage bei öffentlichen Ausschreibungen dient. Um diese Dienstleistung für die Unternehmen, aber auch für die öffentlichen Auftraggeber transparent zu gestalten, listet eine bundesweite Datenbank (www.pq-vol.de) alle im VOL-Bereich präqualifizierten Unternehmen auf. Eine Weiterentwicklung dieser Präqualifizierung stellt das amtliche Verzeichnis für ausschreibungsinteressierte Unternehmen dar, das in diesem Jahr auf Grund der EU-Vergaberechtsnovellierung zu einer neuen hoheitlichen Aufgabe der Industrie- und Handelskammern gem. § 48 Abs. 8 Vergabeverordnung (VgV) geworden ist. Für die Eintragung in das amtliche Verzeichnis müssen die IHKs neben der Präqualifizierung eine Plausibilitätsprüfung von zusätzlichen ausschreibungsrelevanten Nachweisen vornehmen. Diese neue hoheitliche Aufgabe soll in Thüringen durch die IHK Erfurt als Federführer für das öffentliche Auftragswesen übernommen werden. Die Vorschrift des § 10 Abs. 1 des Gesetzes zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern (IHKG) ermöglicht es einer IHK, hoheitliche Aufgaben durch öffentlich-rechtlichen Vertrag von einer anderen IHK zu übernehmen. Damit entfällt die Zuständigkeit bei der übergebenden IHK für diese hoheitliche Aufgabe und es entsteht die entsprechende Zuständigkeit auch für deren Kammerbezirk bei der übernehmenden IHK. Wegen der Bedeutung dieser Aufgabenübertragung für die Arbeit der beteiligten Kammern schreibt das Gesetz vor, dass es dazu eines Beschlusses der jeweiligen Vollversammlungen bedarf (§ 4 Nr. 6 IHKG) und eine aufsichtsbehördliche Genehmigung (§ 11 Abs. 2 Nr. 4 IHKG) notwendig ist.

§ 2 Regelungsbedarf Die Vollversammlung der IHK Erfurt hat beschlossen, dass die IHK Erfurt die hoheitliche Aufgabe zur Führung eines amtlichen Verzeichnisses gem. § 48 Abs. 8 VgV von der IHK Südthüringen und der IHK Ostthüringen zu Gera übernimmt. Die IHK Erfurt erhebt dabei die Gebühren auch für die Unternehmen aus den IHK-Bezirken Südthüringen und Ostthüringen, die sich in das amtliche Verzeichnis eintragen lassen.

§ 3 Verfahren Die IHK Erfurt übernimmt für die dem Verantwortungsbereich des Auftraggebers zugehörigen Unternehmen die einzelnen Prozesse für die Eintragung in das amtliche Verzeichnis. Hierzu gehört eine Plausibilitätskontrolle und ggf. eine Ergänzung der eingetragenen Datensätze der zugrundeliegenden Präqualifizierung. Nach einer erfolgreichen Prüfung der Daten wird das Zertifikat über die Eintragung in das amtliche Verzeichnis und der dazugehörige Gebührenbescheid an das antragsstellende Unternehmen verschickt.

§ 4 Kosten Zwischen den Vertragspartnern werden durch die Vereinbarung keine finanziellen Verpflichtungen begründet. Das antragsstellende Unternehmen entrichtet für die Eintragung in das amtliche Verzeichnis eine Gebühr an die IHK Erfurt.

§ 5 Zusammenarbeit Die Vertragsparteien vereinbaren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sie wirken darauf hin, dass die einzelnen Eintragungen in das amtliche Verzeichnis qualifiziert durchgeführt werden.

§ 6 Inkrafttreten und Kündigung Grundlage des Vertrages sind die jeweiligen Vollversammlungsbeschlüsse der IHK Erfurt vom 16.05.2017, der IHK Südthüringen vom 06.12.2016 und der IHK Ostthüringen zu Gera vom 06.12.2016. Diese Vereinbarung tritt mit Vertragsunterzeichnung in Kraft. Sie gilt unbefristet und kann unter Einhaltung einer sechsmonatigen Frist zum Jahresende gekündigt werden. Die Kündigung bedarf der Schriftform und setzt einen Beschluss der Vollversammlung über die Beendigung der übertragenen bzw. der übernommenen Aufgabe oder die Rücknahme/den Widerruf der aufsichtsbehördlichen Genehmigung voraus.

§ 7 Salvatorische Klausel Sollte eine Bestimmung dieses Vertrages unwirksam sein, so werden die übrigen Bestimmungen davon nicht erfasst. Die Parteien sind verpflichtet, sich auf eine Regelung zu einigen, die wirksam und dem Gewollten am nächsten kommt. gez. Prof. Gerald Grusser Hauptgeschäftsführer IHK Erfurt

Erfurt, 30.05.2017

gez. Dr. Ralf Pieterwas Hauptgeschäftsführer IHK Südthüringen

Suhl, 30.05.2017

gez. Peter Höhne Hauptgeschäftsführer IHK Ostthüringen zu Gera

Gera, 30.05.2017

Genehmigungsvermerk des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft vom 19.06.2017, Az.: 3404/6-9-7. Ausgefertigt: 03.07.2017

gez. Dr. Peter Traut gez. Dr. Ralf Pieterwas Präsident Hauptgeschäftsführer

Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017 41


RECHT

Auf europäischer Ebene gilt seit dem 7. November 2011 eine Verordnung zur Textilkennzeichnung (Verordnung EU Nr. 1007/2011), welche zur Kennzeichnung von Textilfasern genaue Vorgaben macht. Am 24. Februar 2016 trat das nationale Textilkennzeichnungsgesetz (TextilKennzG) in Kraft. Dieses konkretisiert die Vorgaben der zugrundeliegenden europäischen Verordnung. Die Verordnung regelt insbesondere die Art und Weise der Etikettierung und Kennzeichnung von Textilerzeugnissen, die in den Anwendungsbereich dieser Verordnung fallen. Sie trifft ferner Vorschriften für die Verwendung von Bezeichnungen von Textilfasern sowie über die Kennzeichnung nicht textiler Teile tierischen Ursprungs (z. B. Fell oder Leder). Darüber hinaus enthält sie Regelungen über die Bestimmung der Faserzusammensetzung durch quantitative Analyse. Die Verordnung hat zum Ziel, das Funktionieren des Binnenmarktes zu verbessern und dient dem Schutz des Verbrauchers, der sich vor dem Kauf eines Textilerzeugnisses insbesondere über dessen Faserzusammensetzung sowie das Vorhandensein nichttextiler Teile tierischen Ursprungs informieren können soll. Die Verordnung gilt unmittelbar in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und bedarf hinsichtlich ihrer materiellen Vorschriften keiner Umsetzung in nationales Recht. Das Textilkennzeichnungsgesetz schafft die erforderlichen Voraussetzungen für einen effektiven Vollzug der Verordnung und trifft insbesondere Regelungen zu Zuständigkeiten und den Befugnissen der beteiligten Behörden bei der Marktüberwachung und zu Ordnungswidrigkeiten. Marktaufsichtsbehörden (Gewerbeämter) sind angehalten, anhand von Stichproben verstärkt die Etikettierung und Kennzeichnung von Textilien zu kontrollieren. Werden die Anforderungen an die vorgeschriebene Etikettierung oder Kennzeichnung nicht erfüllt, können die Behörden beispielsweise das Anbieten des Textilerzeugnisses auf dem Markt untersagen. Zudem haben sich die Bußgelder für Ordnungswidrigkeiten erhöht. Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Vorschriften zur Etikettierung oder Kennzeichnung verstößt (§ 12 Abs. 1 TextilKennzG). Seit Inkrafttreten des Gesetzes kann ein solcher Verstoß mit einer saftigen Geldbuße von bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Der Höchstrahmen der Geldbuße hat sich damit im Vergleich zur alten Rechtslage verdoppelt.

42 Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017

Was Händler beachten müssen Neben der verstärkten Marktüberwachung und den erhöhten Bußgeldern werden grundsätzlich die inhaltlichen Standards der bereits geltenden Verordnung von 2011 übernommen. Die wichtigsten Vorgaben, was Händler beachten müssen, sind nachfolgend aufgeführt: Die Kennzeichnung muss im Etikett, beim Onlinehandel zwingend in der Produktbeschreibung, in aller Deutlichkeit lesbar sein. Das Gesetz umfasst Produkte, die zu mindestens 80 Prozent des Gewichts aus textilen Rohstoffen bestehen. Die Sprache der Kennzeichnung ist stets Deutsch. Die alleinige Verwendung englischer Bezeichnungen ist nicht gestattet. Beispiel: Es muss „100 Prozent SEIDE“ heißen. Die alleinige Aufschrift „100 Prozent SILK“ stellt einen Verstoß dar,

wenn die deutsche Bezeichnung nicht aufgeführt ist. Die Art der Fasern und ihre Zusammensetzung müssen gekennzeichnet werden – in absteigender Reihenfolge der Gewichtsanteile. Händler sind verpflichtet anzugeben, wenn die Kleidung oder auch nur kleine Teile davon tierischen Ursprungs sind. Das gilt insbesondere für Leder, Fell, Federn, Horn, Perlmutt oder ähnliches. „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ als Hinweis auf dem Etikett ist ausreichend. Die Etikettierung oder Kennzeichnung muss dauerhaft, leicht lesbar, sichtbar und zugänglich sein. Das Etikett muss fest angebracht sein. Für Verkäufer, die ihre Waren aus dem Ausland importieren, könnte das zu Schwierigkeiten führen. Das Gesetz legt fest, dass auch diese Händler die Einhaltung der Vorgaben der Etikettierung sicherzustellen haben. Sie können folglich verantwortlich gemacht werden (Bußgeld), wenn beim Verkauf in Deutschland die Angaben auf dem Etikett ausschließlich in englischer Sprache gehalten sind. Der Verkäufer müsste dann selbst Hand anlegen und die Angaben auf Deutsch ergänzen. Selbstverständlich gelten die Pflichten auch für den Verkauf über das Internet. Eine Ausnahme besteht für den Hinweis, dass nichttextile Teile tierischen Ursprungs im Textilerzeugnis vorhanden sind. Die gesetzlich vorgegebene Formulierung ist im Webshop nicht zwingend erforderlich. Das ändert jedoch nichts an der Kennzeichnungspflicht am Textilerzeugnis selbst. An der gelieferten Ware muss sich die Angabe folglich durchaus finden. Der Verbraucher muss die gesetzlich erforderlichen Informationen vor dem Kauf erhalten. Berücksichtigt man ein Urteil des Landgerichts Arnsberg zu den wesentlichen Merkmalen einer Ware (wozu z. B. das Material von Kleidung zählt), wird die Angabe allein in der Produktbeschreibung nicht genügen. Sie muss zusätzlich auf der Bestellübersicht erfolgen, also unmittelbar, bevor der Verbraucher den „Kaufen“-Button betätigt (LG Arnsberg, Urteil vom 14. Januar 2016, Az.: I-8 O 119/154).

Ihr Ansprechpartner: Holger Fischer S 03681 362-114 Y fischerh@suhl.ihk.de


RECHT

In der Bauwirtschaft dienen Sozialkassenverfahren der Sicherung von Urlaubsansprüchen, der Förderung der Berufsausbildung und der Altersversorgung. Alle Arbeitgeber in diesem Wirtschaftsbereich sind verpflichtet, an Sozialkassenverfahren teilzunehmen. Sozialkassen sind gemeinsame Einrichtungen von Tarifvertragsparteien, die auf allgemeinverbindlichen Tarifverträgen beruhen. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer dieses Wirtschaftszweiges erhalten die nach den Sozialkassen-Tarifverträgen vorgesehenen Leistungen. Die Arbeitgeber haben außerdem die festgesetzten Beiträge abzuführen. Die bekannteste Sozialkasse im Baubereich ist dabei die SOKA-BAU Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft (ULAK) mit Sitz in Wiesbaden. Am 25. Mai 2017 ist das Gesetz zur Sicherung der Sozialkassenverfahren im Baugewerbe

(Sozialkassenverfahrensicherungsgesetz – SokaSiG), BGBl. I S. 1210, in Kraft getreten. Damit gelten die Sozialkassen-Tarifverträge rückwirkend zum 1. Januar 2006 für alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Baubranche, unabhängig von ihrer Tarifbindung. Die eigenständige Rechtsgrundlage sichert den Fortbestand des Sozialkassenverfahrens. Zudem stützt es die Tarifautonomie in der Bauwirtschaft. Hintergrund der neuen gesetzlichen Regelung im Bereich der Sozial­kassen sind diverse Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts (BAG) über die Unwirksamkeit der Allgemeinverbindlicherklärungen für die Jahre 2008, 2010, 2012, 2013 und 2014. Diese vom BAG erkannte Unwirksamkeit sei geeignet, den weiteren Bestand der Sozialkassen zu gefährden und damit Nachteile sowohl für Betriebe als auch Beschäftigte mit sich zu bringen, erklärten nach den Entscheidungen die

Koalitionsfraktionen im Deutschen Bundestag. Denn die Kassen müssten damit rechnen, mit hohen Beitragsrückzahlungen konfrontiert zu werden. Um dies abzuwenden sollten die dem Sozialkassenverfahren zugrunde liegenden Tarifverträge, beginnend mit dem 1. Januar 2006 „kraft Gesetzes mittels statischer Verweisung für alle Arbeitgeber verbindlich angeordnet werden“. Das neue Gesetz schafft damit eine eigenständige Rechtsgrundlage für die Sozialkassenverfahren im Baugewerbe. Die Kassen werden nunmehr ausstehende Beiträge wieder einziehen, die Risiken aufgrund ausstehender Rückforderungsansprüche wurden abgewendet. Ihr Ansprechpartner: Holger Fischer S 03681 362-114  Y fischerh@suhl.ihk.de

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RECHT

Bei den Industrie- und Handelskammern Erfurt, Ostthüringen zu Gera und Südthüringen wurden für deren Bezirke Einigungsstellen zur Beilegung von bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, in denen ein Anspruch auf Grund des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) geltend gemacht wird, errichtet. Die Einigungsstelle hat die Aufgabe, in Wettbewerbsstreitigkeiten eine gütliche Einigung anzustreben. Sie soll es ermöglichen, ohne Inanspruchnahme der Gerichte Wettbewerbsstreitigkeiten einfach und kostensparend beizulegen. Das Verfahren vor der Einigungsstelle ist anders als ein Gerichtsverfahren, das Gebühren auslöst, kostenfrei. Ein Anwalt ist nicht erforderlich.

Die IHK Südthüringen führt monatlich eine Beratung zu Fragen des gewerblichen Rechtsschutzes durch. Hier erhalten interessierte IHK-Mitglieder eine kostenfreie Erstberatung zu Fragen in Verbindung mit Marken, Patenten, Gebrauchs- und Geschmacksmustern, zum Verfahren und zu Kosten einschließlich Fördermöglichkeiten. Die Termine werden in der IHK-Zeitschrift „Südthüringische Wirtschaft“ und in der IHK-Veranstaltungsdatenbank unter www.suhl.ihk.de jeweils rechtzeitig bekannt gegeben. Im IHK-Bezirk ansässige Patent- bzw. Rechtsanwälte stellen sich dankenswerterweise für diese Tätigkeit zur Verfügung.

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Die Industrie- und Handelskammer führt die Geschäfte der bei ihr errichteten Einigungsstelle. Die Aufsicht über die Einigungsstellen übt das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft aus. Die Einigungsstelle wird mit einem Vorsitzenden und zwei Beisitzern tätig. Zum Vorsitzenden kann nur benannt werden, wer die Befähigung zum Richteramt hat. Beisitzer sind im Bezirk der Einigungsstelle tätige angesehene Gewerbetreibende und Verbraucher, die das Wissen und die Erfahrung der Kaufleute vor Ort in die Erörterung der Sachverhalte einfließen lassen.

Haben Sie Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit als Beisitzer bei der Einigungsstelle für Wettbewerbsstreitigkeiten der IHK Südthüringen? Dann melden Sie sich bitte bis zum 31. August 2017, damit wir Ihnen die notwendigen Unterlagen übersenden können. Ihre Ansprechpartner: Kerstin Lippmann S 03681 362-171  Y lippmann@suhl.ihk.de Christine Zohles S 03681 362-412  Y zohles@suhl.ihk.de

Die Termine für 2017 sind wie folgt geplant: 17.08. Rechtsanwalt Dr. Frank Weihrauch 21.09. Patentanwalt Dr. Hans-Dieter Schmalz 19.10. Rechtsanwalt Dr. Frank Weihrauch 16.11. Patentanwalt Dr. Hans-Dieter Schmalz 14.12. Rechtsanwalt Dr. Frank Weihrauch Die Anmeldung zu den einzelnen Beratungsterminen ist erforderlich. Ihr Ansprechpartner:  Cindy Funk  S 03681 362-202  Y funk@suhl.ihk.de


RECHT

Südthüringische Wirtschaft Herausgeber:

In der Ausgabe 6/2017 der Zeitschrift „Südthüringische Wirtschaft“ wurde ausführlich über die Thematik Mischbetrieb, Nebenbetrieb und unerheblicher Nebenbetrieb berichtet. In den vorgenannten Betrieben werden regelmäßig Leistungen für Dritte erbracht, unabhängig davon ob es einer Eintragung in der Handwerksrolle bedarf oder nicht. Handwerkliche Leistungen die einer Meisterqualifikation unterliegen, können allerdings auch im Rahmen eines Hilfsbetriebes erbracht werden, ohne dass es einer Eintragung in der Handwerksrolle bedarf. Eine Meisterqualifikation ist für den Hilfsbetrieb nicht erforderlich. Der Hilfsbetrieb ist ebenfalls mit einem Hauptunternehmen verbunden. Fachliche Beziehungen zwischen Haupt- und Hilfsbetrieb sind jedoch im Gegensatz zum Nebenbetrieb kein zwingendes Erfordernis. Wesentlicher Unterschied zum Nebenbetrieb ist, dass der Hilfsbetrieb seine Leistungen regelmäßig nicht für Dritte, sondern für das Hauptunternehmen erbringt und dass ein Leistungsaustausch mit Dritten nur in den Grenzen des § 3 Abs. 3 Nr. 2 Handwerksordnung (HwO) stattfindet. Ein Hilfsbetrieb muss aber der wirtschaftlichen Zweckbestimmung des Hauptbetriebes dienen. Ein nicht handwerksrollenpflichtiger Hilfsbetrieb liegt nach der Rechtsprechung z. B. vor, wenn ein Autovermieter seine Fahrzeugflotte durch eine eigene Reparaturwerkstatt in Ordnung hält. Es dürfen dann allerdings keine Fremdfahrzeuge repariert werden. Der Hilfsbetrieb darf keinen unmittelbaren Zugang zum Markt haben und nur den Hauptbetrieb beliefern. Ein Hilfsbetrieb liegt danach auch vor, wenn alternativ Leistungen für Dritte erbracht

werden, wenn sie zur gebrauchsfertigen Überlassung üblich sind, in unentgeltlichen Pflege-, Installations-, Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten bestehen, in entgeltlichen Pflege-, Installations-, Instandhaltungsund Instandsetzungsarbeiten an solchen Gegenständen bestehen, die in dem Hauptbetrieb selbst hergestellt worden sind oder für die der Hauptbetrieb als Hersteller im Sinne des Produkthaftungsgesetzes gilt. Kundendienstleistungen im Sinne von umfassenden Dienstleistungen rund um den eigentlichen Verkauf eines Produkts sollen nach dem Willen des Gesetzgebers von der Handwerksordnung nicht nur dann freigestellt bleiben, wenn sie auch auf einer vertraglichen oder gesetzlichen Gewährleistungspflicht beruhen oder wenn die Übernahme dieser Dienstleistungen bei der Lieferung vereinbart worden ist. Vielmehr sollen solche Tätigkeiten, die der Produktpflege dienen können, generell vom Erfordernis der Meisterprüfung freigestellt werden. Wie bei einem unerheblichen Nebenbetrieb ist auch in einem Hilfsbetrieb eine Meisterprüfung nicht erforderlich. Eine Handwerksrolleneintragung erübrigt sich. Anders als im unerheblichen Nebenbetrieb gibt es hier keine quantitative Beschränkung nach der Arbeitszeit.

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Diese Ausgabe enthält einen Beilage der Fa. WORTMANN AG.

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WIR GRATULIEREN … zum 70. Geburtstag Gisela Reinhardt, Vorsitzende des Handelsausschusses der IHK Südthüringen. Gisela Reinhardt ist bereits seit 1990 sehr engagiert im Ehrenamt der IHK Südthüringen, auch in der Vollversammlung war sie viele Jahre Mitglied.

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Südthüringische Wirtschaft 7–8/2017 45


Südthüringische Wirtschaft - Ausgabe 5/2017  
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