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Titel

IHK-Umfrage

Außenwirtschaftsförderung

Sicherheit in der Wirtschaft

Mit Weiterbildung voran

Änderungen beachten

Südthüringische

Wirtschaft Zeitschrift der Industrie- und Handelskammer Südthüringen

4 / 2011

Industrie- und Handelskammer Südthüringen


IHK Die Weiterbildung 07.04.2011 08.04.2011 08.04.2011 11.04.2011 11.04.2011 11.04.2011 12.04.2011 12.04.2011 12.04.2011 21.04.2011 29.04.2011 30.04.2011 02.05.2011 02.05.2011 02.05.2011 02.05.2011 02.05.2011 04.05.2011 04.05.2011 04.05.2011 04.05.2011 04.05.2011 06.05.2011 09.05.2011 10.05.2011 10.05.2011 11.05.2011 12.05.2011 13.05.2011 14.05.2011 16.05.2011 16.05.2011 16.05.2011 18.05.2011 18.05.2011 24.05.2011 24.05.2011 26.05.2011 30.05.2011

Kalkulation in der Gastronomie Windows Server-Workshops Reklamationsbearbeitung am Telefon Forderungsmanagement - das finanzielle Rückgrat Ihres Betriebes IHK-Fachkraft Marketing und technischer Vertrieb von Solaranlagen Existenzgründerlehrgang - NL Existenzgründerlehrgang Der Ausbilder als Coach Anleiten - Führen - Beurteilen Arbeiten mit Auto-CAD 2008/2011 - Aufbaustufe Datenschutzbeauftragter (IHK) Windows Server 2008 R2 - Administration 2 Geprüfter Industriemeister Metall Prüferseminar Qualitätsbeauftragter (IHK) MS PowerPoint Ausbilderanpassung Grundlagen der Buchführung Geprüfter Industriemeister Elektrotechnik Geprüfter Industriemeister Papier- und Kunststoffverarbeitung Geprüfter Industriemeister Mechatronik Geprüfter Industriemeister Metall Web-Technologien mit PHP und Web-Server Controlling Workshop Unterrichtung für Bewachungspersonal Grundlagen der Mitarbeiterführung - Basiswissen für Führungskräfte in neuen Führungssituationen Existenzgründerlehrgang Telefontraining Englisch Problemschwerpunkte der Lohnsteuer und Sozialversicherung 2011 Sicher Kalkulieren Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe Social Media im Tourismusmarketing Ausbildung der Ausbilder Die steuerliche Betriebsprüfung Souveräne Rhetorik Vertriebs- und Marketinggrundlagen Messevorbereitung und Produktpräsentation in Englisch Lohn- und Gehaltsabrechnung mit Lexware Kosten- und Termindruck in Konstruktion und Entwicklung begegnen MS Access

Std. 8 14 8 8 240 24 24 8 80 40 36 1 100 8 40 16 16 32 1 100 1 100 1 100 1 100 48 8 40 16

Ort SHL SHL SHL SHL ARN ARN SHL SON SHL SHL SHL SON SHL SHL SHL SON SHL SHL SHL SHL SHL SHL SHL SHL SHL

24 8 8 8 20 8 96 8 16 8 16 24 16 40

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* Weitere Lehrgangsangebote regionaler Anbieter, die auf IHK-Prüfungen vorbereiten, finden Sie unter www.qualiservice-thueringen.de oder www.wis.ihk.de. Ihre Ansprechpartner im Bildungszentrum der IHK Südthüringen:

Suhl Suhl Suhl Suhl Sonneberg Arnstadt

Katrin Pertig Antje da Silva Santos Beate Rammelt Sandro Schilling Heidi Leistner Carmen Klotz

Tel. 03681 362-427 Tel. 03681 362-425 Tel. 03681 362-429 Tel. 03681 362-426 Tel. 03675 7506-255 Tel. 03628 6130-516


EDITORIAL

Die Welt ist seit der Katastrophe in Japan eine andere … Die Wirtschaft unserer Region nimmt Anteil an dem grenzenlosen Unglück tausender Menschen in den von Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe betroffenen Gebieten Japans. Bevor über wirtschaftliche Folgen nachgedacht wird, sind unsere Gedanken bei den Opfern und Überlebenden der Katastrophe. Beeindruckt bin ich von der Disziplin und Ruhe der japanischen Gesellschaft beim Umgang mit dem Inferno. Mit dieser Abgeklärtheit, Ruhe und Besonnenheit sollten wir nunmehr Schlussfolgerungen zur Zukunft der Energiesysteme in Deutschland ziehen. Die Welt der Energieerzeugung wird sich ändern – mit Augenmaß betrieben – zum Nutzen für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Das aktuelle Heft beschäftigt sich in seinem Sonderteil zudem mit Plagiaten in der Wirtschaft. Nach der Affäre des ehemaligen Ministers zu Guttenberg könnte man meinen, dass die Verletzung von Urheber-

rechten alleiniges Thema von Wissenschaft oder Politik sein könnte. Das ist mitnichten der Fall. Durch Wirtschaftsspionage, Produktpiraterie, Fälschung und Datenklau entstehen der Wirtschaft in Deutschland seit Jahren Schäden von mindestens 20 Milliarden Euro. Auch Unternehmen aus unserem IHK-Bezirk haben schon Produkte zur Reparatur erhalten, die den eigenen optisch bis zur letzten Schraube aufs Haar glichen, aber nicht vom heimischen Band gelaufen und vor allem nicht selbst fakturiert waren. Andere Unternehmen scheuen aus berechtigter Angst vor Know-how Abfluss den Sprung insbesondere auf den chinesischen Markt. Lesen Sie auch die Rubrik „IHK setzt sich ein“. Wir berichten, wie und in welchen Themenfeldern die IHK in der Landespolitik unterwegs ist. Anregungen dazu sind ausdrücklich erwünscht.

Dr. Peter Traut Präsident der IHK Südthüringen

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© fotolia.com

TITEL SICHERHEIT IN DER WIRTSCHAFT

EDITORIAL

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Neue Studie zur Fälschung und Piraterie

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Portal gegen Produkt- und Markenpiraterie

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Die Unternehmens-Website als Angriffsziel

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Wirtschafts- und Informationsschutz in der deutschen Wirtschaft

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Vorsicht vor „Datenklau“

■ AUS- UND WEITERBILDUNG 22 IHK-Umfrage – Mit Weiterbildung voran

■ STARTHILFE UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG 4

Neuerungen in der Gründer- und Unternehmensfinanzierung bei der KfW

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Krankenversicherung für Selbstständige

24 Ausgewählte Seminare und Lehrgänge

■ INNOVATION | UMWELT

REGIONALMARKETING THÜRINGER WALD 7

„Energieferien im Thüringer Wald"

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Thüringer Sternfahrt

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Kooperation Rennsteig Motorsport e. V.

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25 Thüringer Technologieförderung fördert Forschungsaufträge 25 Änderungen im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand 26 Elektromobilität – Chancen für Wirtschaft und Kommunen

IHK SETZT SICH EIN

27 Freistaat Thüringen startet Energieeffizienzoffensive

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Beschulung der Werkzeugmechaniker weiterhin in Hildburghausen

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Neue Agentur für Fachkräftegewinnung wird abgelehnt

■ INTERNATIONAL

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Wirtschaftsfreundliche Ausgestaltung der kommenden EU-Förderperiode

28 Hermesdeckungen – Exportkreditgarantien des Bundes

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Signale zur Wiedereinführung von GuW Plus verdichten sich

29 Außenwirtschaftsförderung 2011

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Kritik an Änderungen der Thüringer Außenwirtschaftsrichtlinie 30

NEUES AUS BERLIN UND BRÜSSEL

■ STANDORTPOLITIK ■ RECHT | FAIR PLAY 16

Thüringens Finanzminister Dr. Wolfgang Voß zu Gast bei der IHK-Vollversammlung

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Zahlen Sie Mitarbeitern den Sommerurlaub nicht aus

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Bei Unfall versichert

BEKANNTMACHUNGEN DER IHK SÜDTHÜRINGEN 32 Änderung der Satzung für die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe

20 Hohe Spritpreise belasten die Verkehrsbranche 21

Neue Marktchancen für Busunternehmen

33 Impressum


„Innovation und Fachkräfte“ Veranstaltungsreihe der IHK Südthüringen

Familienbewußtsein ein harter Standortfaktor „Eine familienfreundliche Arbeitswelt soll insbesondere auch als Wettbewerbsvorteil für die Thüringer Wirtschaft weiter ausgebaut werden. Für die Unternehmen gibt es neben den personalwirtschaftlichen Effekten vor allem sehr überzeugende ökonomische Gründe.“

politik in die Thüringer Unternehmen tragen. Familienfreundlichkeit bedeutet beispielsweise, Frauen eine Perspektive zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu geben und damit für den Arbeitsmarkt ein enormes fachliches Potenzial bereit zu halten. Auch die bessere Teilnahme älterer Erwerbstätiger am Arbeitsmarkt bedeutet erhebliche Chancen für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Thüringen.

Die zitierten Sätze stammen aus den überarbeiteten Leitlinien der Thüringer Allianz für Familie. Sie werden am 16. Mai 2011 am Rande einer Sozialpartnertagung (siehe Hinweis unten) von Vertretern der Thüringer Landesregierung, der Bundesagentur für Arbeit, des Verbands der Wirtschaft Thüringens e. V., des Deutschen Gewerkschaftsbunds, der Landesarbeitsgemeinschaft der Thüringer IHKs und der Landesarbeitsgemeinschaft der Thüringer Handwerkskammern unterzeichnet.

Die Allianzpartner wollen durch Öffentlichkeitsarbeit, Beratung und Veranstaltungen zu größerer Sensibilität für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen. Auch ein eigener Preis wurde geschaffen: Der Thüringer Staatspreis für Qualität wurde um die Kategorie „Familienfreundliche Personalpolitik und Unternehmenskultur“ erweitert.

Zielsetzung der Unterzeichner ist es, Thüringen attraktiv für Fachkräfte zu gestalten. Daher wollen sie die Erkenntnisse familienbewusster Personal-

Jan Pieter Schulz S 03681 362-406 Y schulz@suhl.ihk.de

Ihr Ansprechpartner:

Mediation im Wirtschaftsrecht Termin: 3. Mai 2011 Ort: IHK-Bildungszentrum, Suhl Weitere Informationsveranstaltungen zu folgenden Themen sind geplant: J Seminar zur Verpackungsrichtlinie J Informationen von Leistungsange boten von Leiharbeitsunternehmen und privaten Arbeitsvermittlern J Vergütungsmodelle – Die Bedeutung des Lohnes für die Fachkräftebindung

Tagung Familienfreundliche Arbeitswelt sichert Fachkräfte Fachvorträge zu „Europas Betriebe setzen auf Flexibilität“ von Dr. Oliver Stettes, Wirtschaftswissenschaftler und Projektleiter Institut der deutschen Wirtschaft Köln, und „Familienfreundlicher Betrieb – Einflussfaktoren aus Beschäftigtensicht“ von Anna Proske, Deutsches Jugendinstitut.

Podiumsdiskussion mit: Heike Taubert, Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Prof. Dr. Michael Behr, Abteilungsleiter Arbeitsmarktpolitik, Berufliche Bildung im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie

J Generationswechsel im Management Lutz Mania, Mitglied der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt/Thüringen der Bundesanstalt für Arbeit, Dr. Rolf Eberwein, Kaeser Kompressoren GmbH, Werk Gera, Stefan Körzell, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Bezirk Hessen-Thüringen, Dr. Oliver Stettes, Institut der deutschen Wirtschaft Köln und Anna Proske, Deutsches Jugendinstitut

J Höhere Umsatzrendite durch Inter-

Termin: 16. Mai 2011 Ort: Bildungszentrum der Handwerkskammer Erfurt, Alacher Chaussee 10, 99092 Erfurt

Über die konkreten Termine können Sie sich unter www.suhl.ihk.de informieren.

Kontakt: Verband der Wirtschaft Thüringens e. V. Kathrin Ruft Y kathrin.ruft@vwt.de

nationalisierung - Best Practice J Neue elektronische Medien De-Mail und Online-Brief J Innovationsmanagement J Arbeitsmarktpolitik: Transnationale Aktivitäten

Ihr Ansprechpartner: Volkmar Ludewig S 03681 362-223 Y ludewig@suhl.ihk.de Südthüringische Wirtschaft, 4/2011

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STARTHILFE UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG

Neuerungen in der Gründer- und Unternehmensfinanzierung bei der KfW Die KfW hat zum 1. April 2011 die Gründer- und Unternehmensförderung neu strukturiert. Dazu wurden die Fremdkapitalfinanzierungen für Existenzgründer im neuen „KfW-Gründerkredit“ und für etablierte Unternehmen weitgehend im „KfW-Unternehmerkredit“ zusammengefasst. Der KfW-Gründerkredit steht Gründern, Freiberuflern und kleinen Unternehmen bis zu drei Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit zur Verfügung. Dieser Förderkredit wird nunmehr in zwei Versionen angeboten, nämlich als KfWGründerkredit – StartGeld (Programmnummer 061) und als KfW-Gründerkredit – Universell (Programmnummer 066).

© Harald-Reiss / pixelio.de

Das bisherige KfW-Startgeld wurde somit ersetzt und lief zum 31. März 2011 aus. In der Version KfW-Gründerkredit – StartGeld werden alle Formen der Existenzgründung, auch der Nebenerwerb, der mittelfristig auf eine Vollexistenz ausgerichtet ist, gefördert. Das gilt ebenso für eine erneute Unternehmensgründung, wenn keine Verbindlichkeiten aus einer früheren Selbstständigkeit bestehen und Festigungsmaßnahmen innerhalb von drei Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit mitfinanziert werden. Der Finanzierungshöchstbetrag wurde von 50.000 Euro beim bisherigen KfW-Startgeld auf 100.000 Euro erhöht, bei einer Laufzeit von fünf bis zehn Jahren und bis zu zwei tilgungsfreien Anlaufjahren. Investitionen und Betriebsmittel können finanziert werden, wobei der Anteil der

maximal finanzierbaren Betriebsmittel von 20.000 Euro auf 30.000 Euro ausgedehnt wurde. Sondertilgungen sind nur gegen Vorfälligkeitsentschädigungen zulässig. Zinsen sind monatlich und Tilgung nach Ablauf der tilgungsfreien Jahre in gleich hohen monatlichen Raten zu leisten. Um den Zugang der kleinen Mittelständler zu Krediten zu erleichtern, gewährt die KfW dem durchleitenden Kreditinstitut auch weiterhin eine 80%ige Haftungsfreistellung. Bei der Version KfW-Gründerkredit – Universell sind die Antragsteller und die Zahlungsmodalitäten im Vergleich zum KfW-Gründerkredit – StartGeld identisch. Gründungsvorhaben einer größeren Ordnung (mehr als 100.000 Euro Fremdkapitalbedarf) können mit diesem zinsgünstigen Kreditprogramm finanziert werden. Maximal 10 Mio. Euro pro Vorhaben kann der Kredit betragen. Eine Haftungsfreistellung ist in diesem Programm nicht möglich. Eine staatliche Garantie kann aber erreicht werden, indem dieser Gründerkredit mit dem ERP-Kapital für Gründung kombiniert wird. Im ERP-Kapital für Gründung können die Eigenmittel um bis zu 50 Prozent der Investitionen aufgestockt werden. Das ERP-Kapital für Gründung ist ein Nachrangdarlehen, d.h. die durchleitende Hausbank ist für diesen Betrag von der Haftung freigestellt. Der KfW-Unternehmerkredit gliedert sich seit dem 1. April 2011 in den Programmteil A für Fremdkapitalfinanzierungen und einen Programmteil B für Nachrangkapital. Dieses Programm richtet sich an kleine, mittlere und größere Mittelständler, die mindestens seit drei Jahren am Markt aktiv sind. Für Gewerbetreibende und freiberuflich Tätige gilt dieses zinsverbilligte Darlehen, wobei in den Zinskonditionen nach KMU und größeren Mittelständlern unterschieden wird. Eine Ausnahme gibt es für

Ihr Ansprechpartner in der IHK Südthüringen:

Annegret Klein S 03628 6130-513 Y klein@suhl.ihk.de

mittelständische Unternehmer und Freiberufler, die bereits zwei Jahre tätig sind und für Investitionsfinanzierungen auch weiterhin eine 50 %ige Haftungsfreistellung beantragen können. Im Programmteil A wird, wie beim bisherigen Unternehmerkredit, weiterhin für den Erwerb von Investitionsgütern eine 50 %ige Haftungsfreistellung angeboten. Die Laufzeit beträgt 10 bis 20 Jahre bei zwei bzw. drei Tilgungsfreijahren. Neu ist die Haftungsfreistellung nunmehr auch für die Finanzierung von Betriebsmitteln. Dies gilt aber nur für KMU. Diese haftungsfreigestellte Variante der Betriebsmittelfinanzierung wird aber nur in einer endfälligen zweijährigen Laufzeitvariante angeboten. Für das antragstellende Unternehmen entstehen durch die Haftungsfreistellung keine Mehrkosten. Maximal 5 Mio. Euro und nicht mehr als 50 Prozent der letzten Bilanzsumme kann der Kreditbetrag sein. Natürlich kann der Programmteil A auch ohne Haftungsfreistellung zur Finanzierung von Betriebsmitteln genutzt werden. Der Maximalbetrag beträgt dann 10 Mio. Euro. Im Programmteil B wird Nachrangkapital für ausschließlich KMU bereitgestellt, d. h. die Variante A als klassisches Darlehen ohne Haftungsfreistellung (Fremdkapitaldarlehen) kann mit dem Nachrangdarlehen ergänzt werden. Das Fremdkapitaldarlehen und das Nachrangdarlehen sind obligatorisch gleich groß und können zusammen maximal 4 Mio. Euro betragen. Für das Nachrangdarlehen muss kein Eigenkapital zur Verfügung gestellt werden. (Für den KfW-Unternehmerkredit sind die Programmnummern 037, 047, 048, 049 anzuwenden.) Für Rückfragen ist das Infocenter der KfW-Mittelstandsbank zur Unternehmensfinanzierung unter S 01801 241124 erreichbar. Die aktuellen Programmmerkblätter (Programmnummern siehe vorheriger Text) sind unter www.kfw.de verfügbar und die Konditionen unter: www.kfw.de/konditionen

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STARTHILFE UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG

Krankenversicherung für Selbstständige Wer selbstständig ist, kann von vielen Chancen profitieren. Im Gegenzug haftet man, wenn ein Risiko real wird. Schwere Krankheiten oder Unfälle können jedermann treffen. Ist dagegen nicht vorgesorgt, läuft man Gefahr, zum Sozialfall zu werden. Daher hat der Gesetzgeber eine Krankenversicherungspflicht für die gesamte Wohnbevölkerung geschaffen. Selbstständige haben drei Versicherungsoptionen zur Auswahl: J ein Individualtarif einer privaten Krankenversicherung (PKV) J der Basistarif einer PKV J die freiwillige Versicherung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Privat Krankenversicherte sind selbstständige Vertragspartner der Ärzte und Krankenhäuser und können deren Leistungen im Anschluss an die Behandlung mit ihrer Versicherung abrechnen. Dafür zahlen sie an ihre Versicherung einen einkommensunabhängigen Beitrag, der sich nach individuellen Faktoren wie Alter, Berufsrisiko und Vorerkrankungen richtet. Versichert ist nur der Selbstständige. Seine Familienangehörigen sind gegebenenfalls zusätzlich zu versichern. Im Rahmen der PKV können Risiken entsprechend der individuellen Bedürfnisse abgesichert werden. Insbesondere für gesunde und ledige Personen ist dies gegenüber der GKV häufig billiger. Allerdings G o die l dEntscheidung b e c k _ S Ufür H 9die 3 _PKV 0 4gut . püberlegt df Se sollte

Solar

Gebäude und aus einer Hand

sein, weil ein Wechsel in die GKV weitgehend ausgeschlossen ist. Lediglich bei längerer Arbeitslosigkeit gibt es hierzu die Möglichkeit. Der Basistarif einer PKV ist nur für Selbstständige zu empfehlen, die sich nicht in der GKV versichern können und die aufgrund von Erkrankungen oder gesundheitlichen Risiken nur zu erheblichen Kosten in einer PKV versichert werden. Das Leistungsspektrum und der Höchstbeitrag des Basistarifs orientieren sich an der freiwilligen Versicherung im Rahmen der GKV. Allerdings ist der Beitrag einkommensunabhängig und richtet sich nach dem Alter und bislang nach dem Geschlecht des Versicherten (letzteres ist nach einem Entscheid des Europäischen Gerichtshofs vom 1. März 2011 nicht mehr zulässig). Auch beim Basistarif müssen Familienangehörige gegebenenfalls zusätzlich versichert werden. Die freiwillige Versicherung im Rahmen der GKV beinhaltet ein geringeres Leistungsspektrum als die PKV. Dafür sind die Beiträge nur vom Einkommen abhängig, individuelle gesundheitliche Risiken fließen nicht in die Beitragsberechnung ein. Es ist ein Beitragssatz von 15,5 Prozent auf das Gesamteinkommen zu entrichten. Für Selbstständige wird ein Mindesteinkommen von monatlich 1.916,25 Euro unterstellt, aus dem sich ein monatlicher Beitrag von 285,52 Euro ergibt. Ermäßigungen gibt es für Existenzgründer und nachweislich Bedürftige, ideren t e Beitrag 2 0 8bei. 190,35 0 3 . 1 Euro 1 , liegt. 1 8 :Der 0 5Beitrag

© Rainer-Sturm / pixelio.de

steigt mit dem Einkommen, bis die monatliche Beitragsbemessungsgrenze von 3.712,50 Euro erreicht wird. Dann und auch bei allen höheren Einkommen sind monatlich 575,44 Euro Beitrag zu entrichten. Die Versicherung in der GKV ist insbesondere für Selbstständige mit Kindern und moderaten Einkommen lohnend, weil Familienangehörige ohne zusätzlichen Beitrag mitversichert sind. Auch Personen, die am Beginn ihrer Selbstständigkeit stehen, ist ein Verbleib in der GKV zu empfehlen, weil in späteren Lebensphasen ein Versicherungswechsel schwer fällt. Selbstständige mit hohen Einkommen profitieren dagegen häufig durch den Wechsel in die PKV.

Ihr Ansprechpartner: Jan Pieter Schulz S 03681 362-406 Y schulz@suhl.ihk.de

Gewerbebau mit System: wirtschaftlich, schnell und nachhaltig konzipieren bauen betreuen. www.goldbeck.de

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STARTHILFE UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG

Worauf sollten Unternehmen bei der Beraterauswahl achten? Für zahlreiche Fragestellungen im Unternehmen gibt es spezialisierte Unternehmensberater. Vielfach ist es sinnvoll, diesen externen Sachverstand in die Entscheidungsprozesse mit einfließen zu lassen. Allerdings gibt es auch bei dieser Dienstleistung Unterschiede in Qualität und Leistung. Unternehmensberater unterliegen keiner gesetzlich fixierten Berufsordnung und keinem Berufsbezeichnungsschutz. Unabhängig von der Qualifikation und den vorhandenen Erfahrungen kann sich jeder Unternehmensberater nennen. Für den Erfolg einer Beratung ist es jedoch wichtig, dass Sie den für Ihre Zwecke richtigen Unternehmensberater finden. Bei dieser Auswahl ist es wichtig, sich nicht nur auf die üblichen Adressverzeichnisse zu verlassen, sondern auch auf Empfehlungen und Erfahrungen von anderer Seite wie Branchenkollegen, Verbände und Banken zu achten.

Beraterbörse der KfW Bankengruppe Die Beraterbörse der KfW Bankengruppe bietet mit derzeit ca. 25 000 Eintragungen einen guten Überblick über den „Beratermarkt“. Nehmen Sie mehrere Beratungsunternehmen in die engere Wahl

und lassen Sie sich Informationen und Referenzen zusenden. Identifizieren Sie Ihren Beratungsbedarf und entwickeln Sie zunächst eigene klare Vorstellungen über die Aufgabenstellung und Zielsetzung einer Beratung. In dem ersten, meist honorarfreien Kontaktgespräch müssen Sie sich einen persönlichen Eindruck von dem Berater machen und prüfen, ob die „Chemie“ stimmt. Achten Sie auf die Qualifikation, die fachliche Kompetenz und den Erfahrungshintergrund des Unternehmensberaters. Holen Sie sich unverbindlich und kostenlos von den verschiedenen Beratern schriftliche Angebote zum Vergleich ein. Darin sollten das Arbeitsprogramm mit Zeitrahmen und ein Kostenvoranschlag enthalten sein. Bei Vertragsabschluss ist darauf zu achten, dass die Formulierung von Aufgabenstellung und Vorgehensweise exakt ist und Ihren Vorstellungen entspricht. Vereinbaren Sie regelmäßige Gespräche

über die Beratungsfortschritte und Regelungen zur vorzeitigen Beendigung. Bestimmen Sie die genaue Beratungszeit mit Anfangs- und Endtermin und legen Sie die Honorarhöhe (Pauschal- oder Tageshonorar, Nebenkosten) sowie unmissverständliche Zahlungsbedingungen fest. Die Beratungsleistung sollte in einem schriftlichen Beratungsbericht dokumentiert werden. Musterverträge können hierbei eine Hilfe für Sie darstellen. Zahlreiche Förderprogramme unterstützen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen durch Zuschüsse zu Beratungskosten bei der Inanspruchnahme von Beratungen. Die IHK Südthüringen ist Ihnen gern bei der Auswahl der passenden Fördermöglichkeit behilflich.

Ihr Ansprechpartner in der IHK Südthüringen: Thomas Kemmerzehl S 03681 362-174 Y kemmerzehl@suhl.ihk.de

Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand Bundesregierung fördert Lösungsansätze für nachhaltige Unternehmensführung Die Bundesregierung hat am 24. März 2011 ein Förderprogramm „Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“ aufgelegt, mit dem kleine und mittlere Unternehmen bei der Erstellung von Konzepten für eine nachhaltige Unternehmensführung unterstützt werden. Dazu wurde die Nationale Strategie zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen („Aktionsplan CSR“ – Corporate Social Responsibility) für ein besseres unternehmerisches Engagement zum Wohle aller entwickelt. Dieses mit einem Gesamtvolumen von 26 Mio. Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierte Programm hat eine Laufzeit von drei Jahren. Mit dem Aktionsplan CSR will die Bundesregierung J gesellschaftliche Verantwortung in Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen besser verankern, J verstärkt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) für CSR gewinnen, sowie J die Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit von CSR erhöhen Im Programm „Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“ werden CSR-Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Geschäftsführungen und Beschäftigte

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in den Aktionsfeldern Arbeitsplatz, Umwelt, Markt und Gemeinwesen gefördert und umfassen Inhalte, wie nachhaltige Personalpolitik, Umweltbewusstsein, Transparenz in der Unternehmensführung bis hin zum ehrenamtlichen Engagement. Bewerben können sich sowohl KMU für die Erstellung und Umsetzung von CSR-Konzepten sowie auch Bildungsträger und Beratungsunternehmen, wenn diese den KMU entsprechende Beratungsund Qualifizierungsleistungen anbieten. Gerade der Vielzahl regional agierender Unternehmen in Südthüringen ist es bewusst, dass sozial und ökologisch verantwortungsbewusstes Handeln nicht nur zum Gemeinwohl beiträgt, sondern sich langfristig als Wettbewerbsfaktor erweist. Sie haben erkannt, dass verantwortliches Handeln nicht allein eine Frage der Überzeugung ist, sondern zum unternehmerischen Erfolg beiträgt. Sei es, indem sie mittels einer mitarbeiterorientierten Personalpolitik die Motivation und Produktivität der Belegschaft erhöhen; über Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Förderung älterer Beschäftigter den Fachkräftebedarf sichern oder durch einen schonenden und effizienten Umgang mit natürlichen Ressourcen Produktionskosten senken.

Nicht zuletzt ist es das ehrenamtliche Engagement in lokalen oder regionalen Projekten, was diese mitunter überhaupt erst ermöglicht. „Es dauert zehn Jahre, einem Unternehmen ein positives Image zu verleihen, aber nur zehn Sekunden, um dieses zu verlieren“. Mit diesem Bezug auf den amerikanischen Investor Warren Buffet unterstreicht DIHK-Präsident Prof. Dr. Hans-Heinrich Driftmann, dass „verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln im Wirtschaftsleben“ als Synonym für den Begriff des „Ehrbaren Kaufmanns“, nach wie vor Gültigkeit hat. „Es steht für ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für das Unternehmen, aber auch für die Gesellschaft und Umwelt“. Weitere Informationen zum Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und zum Bewerbungsverfahren finden Sie im Internet unter: www.esf.de

Ihr Ansprechpartner in der IHK Südthüringen: Detlef Schmidt S 03628 6130-515 Y schmidtd@suhl.ihk.de


© Franz Metelec / panthermedia.net

REGIONALMARKETING THÜRINGER WALD

Sommercamp „Energieferien im Thüringer Wald“ das Sprungbrett zu einer Ausbildung mit Perspektive in unserer Region

Das Auto einfach mal stehen lassen und gemeinsam mit der Familie und Freunden die wunderschöne Natur auf sechs verschiedenen Strecken zwischen Rhön und Thüringer Wald mit dem Fahrrad genießen. Unter dieser Prämisse veranstaltet die vr-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eG den Thüringer Radsonntag.

eine wertvolle Hilfe bei der Entscheidung für eine zukünftige Ausbildung oder ein Studium auf dem Gebiet der regenerativen Energien und des alternativen Bauens ist. Das dort vergebene Zertifikat kann ein Sprungbrett für eine Ausbildung mit Perspektive in unserer Region sein. Das Projekt „Energieferien im Thüringer Wald“ wurde im Jahr 2008 durch das Regionalmarketing Thüringer Wald initiiert und wird im Rahmen von Sommer- und Herbstcamps durchgeführt. Projektpartner sind neben dem BTZ Rohr-Kloster das Schullandheim Heubach als durchführende Partner, die IHK Südthüringen, die HWK Südthüringen sowie der Verein Solardorf Kettmannshausen e.V. Das Projekt wird aus Mitteln der Agentur für Arbeit Suhl und der GFAW gefördert. Ihr Ansprechpartner:

Rund 20 Studenten der Fachhochschule Schmalkalden arbeiten intensiv daran, einen Elektrorennwagen zu konstruieren und zu erbauen, um sich damit bei der Formula Student, die 2011 z. B. in Deutschland auf dem Hockenheimring sowie in Italien und Österreich stattfindet, dem internationalen Wettbewerb zu stellen. Obwohl z. B. Rahmen und Radaufhängung des zukünftigen Formelrennwagens bereits fertig sind, ist es bis zur Fertigstellung des konkurrenzfähigen Elektrorennwagens noch ein Stück Arbeit für das junge Team. Hierfür benötigen die Studenten auch das Know-how und die Unterstützung der regionalen Wirtschaft. Das Team sucht derzeit beispielsweise noch regionale Spezialisten/ Anbieter für den Elektroantrieb und den Akku, um dieses Jahr noch an einem der Rennen starten zu können und dabei die Region zu vertreten. Der forum Thüringer Wald e. V. kooperiert mit dem Rennsteig Motorsport e. V. und sieht darin gute Ansätze für den Technologietransfer Wirtschaft/ Hochschule im Zukunftsmarkt Elektromobilität und zur Präsentation der Kompetenz der Industrie- und Technologieregion Thüringer Wald. Das Projekt fand bereits große Beachtung. So wurden die Studenten z. B. im Rahmen der Kunstausstellung des Netzwerkes „Pro Gründen Thüringen“ am 18. November 2010 mit einem Team-Portrait einer jungen russischen Künstlerin gewürdigt (siehe Bild).

Sindy Menz S 03681 362-161 Y menz@suhl.ihk.de

Insgesamt sechs Touren – von kinderfreundlich (10 km) bis sportlich ambitioniert – 142 km / 3 Rennsteigüberquerungen mit 2 800 Höhenmetern - stehen zur Auswahl. Neben Schmalkalden werden die Städte Brotterode, Vacha und Bad Salzungen zu den Startorten zählen, Zielort aller Touren ist der Altmarkt in Schmalkalden. Ein attraktives Rahmenprogramm in der Zeit von 14:00 bis 20:00 Uhr auf dem Altmarkt Schmalkalden rundet den Thüringer Radsonntag ab. Alle Familien, Vereine, Unternehmen, Schulen und Institutionen sind zu dem gemeinsamen Thüringer Radsonntag 2011 eingeladen. Informationen und Anmeldung unter: www.sternfahrt-thüringen.de

© Rennsteig Motorsport e. V.

In den Sommerferien findet vom 11. bis 16. Juli 2011 für Schüler ab der 8. Klasse eine Neuauflage des Projektes „Energieferien im Thüringer Wald“ statt. Im BTZ Rohr-Kloster bei Meiningen werden die Jugendlichen während ihres einwöchigen Aufenthaltes speziell an die Bereiche Solartechnik und alternatives Bauen herangeführt. Neben Spiel, Spaß und Erholung steht die praxisnahe Vermittlung von technischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten im Bereich der erneuerbaren Energien im Vordergrund. Unter fachlicher Anleitung installieren die Jugendlichen beispielsweise eine Solaranlage und bauen einen Solarofen, den sie mit nach Hause nehmen können. Auch Wissen über nachhaltiges Bauen wird theoretisch und praktisch vermittelt. Spannende Exkursionen, wie in den Windpark Neukirchen, zum Wasserkraftwerk Mihla oder die Besichtigung der Holzschnitzelanlage des Schwimmbades in Brotterode runden das Programm ab. Die sehr guten Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen, dass die Teilnahme am Sommercamp

Know-how der regionalen Wirtschaft gefragt

Unternehmen, die das Projekt unterstützen möchten, wenden sich bitte an: Thomas Kemmerzehl S 03681 362-174 Y kemmerzehl@suhl.ihk.de Südthüringische Wirtschaft, 4/2011

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IHK SETZT SICH EIN

Beschulung der Werkzeugmechaniker weiterhin in Hildburghausen Mit der Zielstellung, mittelfristig ein an die demografischen Veränderungen abgestimmtes tragfähiges Berufsschulnetz zu entwickeln, wurde den kommunalen Verbänden sowie den Thüringer Kammern Ende 2010 vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ein Entwurf mit weitreichenden Veränderungen vorgelegt. Die bei der Erarbeitung des Entwurfes gesetzten Prämissen, durchgängige Beschulung am Schulstandort, Unterstützung der Profilbildung von Schulstandorten und möglichst auch in Berufen mit geringer Auszubildendenzahl in jedem Kammerbezirk mindestens einen Schulstandort aufrecht zu erhalten, sind aus Sicht der IHK Südthüringen nachvollziehbar und folgerichtig. Dennoch müssen regionale Besonderheiten Berücksichtigung finden. Aus Sicht der IHK Südthüringen wurde aber gerade die regionale Bedeutung der Metallindustrie bei der vorgesehenen Verlagerung der Beschulung der Werkzeugmechaniker von Hildburghausen nach Zella-Mehlis nicht ausreichend hinterfragt. Die Region Hildburghausen verfügt über eine 150jährige Metalltradition,

© SBSZ Hildburghausen

Staatliches Berufsbildendes Schulzentrum Hildburghausen

die erst im vergangenen Jahr gefeiert wurde. Eine Vielzahl metallverarbeitender Betriebe ist hier ansässig und bietet einen Großteil der Arbeits- und Ausbildungsplätze. Das Ausbildungsengagement der ansässigen Unternehmen ist beispielhaft, wie der Bau des Ausbildungszentrums Eisfeld eindrucksvoll demonstriert.

Diese Argumente für den Schulstandort griff die IHK Südthüringen in ihrer Stellungnahme auf. Unterstützt wurde sie dabei von Unternehmerbriefen. Das Ergebnis lässt sich sehen. Wie Vertreter des Kultusministeriums zwischenzeitlich signalisierten, wird die Beschulung der Werkzeugmechaniker auch in Zukunft am Staatlichen

Berufsbildenden Schulzentrum Hildburghausen erfolgen. Ihr Ansprechpartner: Kersten Mey S 03681 362-151 Y mey@suhl.ihk.de

Neue Agentur für Fachkräftegewinnung wird abgelehnt Redundanzen zum Aufgabengebiet der Agentur zu den Fachabteilungen Arbeitgeberservice der Arbeitsagenturen und den am Arbeitsmarkt agierenden privaten Arbeitsvermittlern.

Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung der Thüringer Landesregierung forderte die IHK Südthüringen bereits im Jahr 2010 den Abbau von Doppelstrukturen, wie die Auflösung der Agentur zum Unternehmer- und Fachkräfteservice (UFaS). Es bestanden erhebliche

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Mit 127 000 Auspendlern aus Thüringen in andere Bundesländer besteht zwar ein großes Potenzial zur Vermittlung von Fachkräften zur Deckung des ständig steigenden Bedarfes infolge des Einsetzens des demografischen Wandels. Aber die Gewinnung von Fachkräften aus diesem Potenzial ist in erster Linie Sache der Unternehmen selbst. Nach Auflösung der UFaS hat jetzt das Wirtschaftsministerium eine neue Agentur unter anderem Namen jedoch

mit gleichen Inhalten und mit erheblichen finanziellen Mitteln in Höhe von 1,6 Mio. Euro gegründet. Die IHK Südthüringen lehnte in ihrer Stellungnahme am 10. März 2011 eine Errichtung der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung (ThAFF) entschieden ab. In der Ablehnung begründete die IHK Südthüringen vor dem Hintergrund der weiterhin angespannten Haushaltslage ihre Sichtweise. Seit dem Ende der Wirtschafts- und Finanzkrise vollzieht sich ein Wandel am Arbeitsmarkt hin zum Verkäufermarkt für qualifizierte Arbeit. Diesen Anpassungsprozess bewältigen die Thüringer Unternehmen sehr erfolgreich und bedienen sich zunehmend der Dienstleistung privater Personalvermittler.

Auch das Argument des Wirtschaftsministeriums, die Agentur werde sich vordringlich nicht mit Vermittlungsaufgaben, sondern stärker mit Standortmarketing des Freistaates Thüringen beschäftigen, greift ins Leere. Diese Aufgabe obliegt bereits der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). Auch hier werden Doppelstrukturen und Redundanzen aufgebaut, statt Dienstleistungsunternehmen aus der Privaten Wirtschaft für diese Aufgabe effizienter einzusetzen und Steuermittel zu sparen. Ihr Ansprechpartner: Volkmar Ludewig S 03681 362-223 Y ludewig@suhl.ihk.de


IHK SETZT SICH EIN

Wirtschaftsfreundliche Ausgestaltung der kommenden EU-Förderperiode Die IHK-Organisation setzt sich auf europäischer Ebene fortlaufend für einen dezentralen, territorialen Politikansatz ein, der alle Regionen auch zukünftig in die Kohäsionspolitik einbindet. Gegner dieser Strategie befürworten einen sektoralen Ansatz, der eine Aufwertung fachpolitischer Förderinstrumentarien vorsieht. Zudem propagiert die IHK Südthürin-

gen auch auf europäischer Ebene eine Vereinfachung der Förderpraxis. Diese zentralen Themen wurden innerhalb eines regionalpolitischen Meinungsaustausches der IHK- und HWKOrganisationen mit Dr. Dirk Ahner, Leiter der Generaldirektion Regionalpolitik in der Europäischen Kommission, am 4. März 2011 in Brüssel diskutiert. Es war bereits das vierte

Gespräch in dieser Runde. Weitere Themen sind unter anderem neue Finanzierungsinstrumente und die künftige Innovationsförderung. Die IHK setzt sich dafür ein, eine unternehmensnahe Innovationsförderung zu etablieren. Bis Ende des zweiten Quartals 2011 sollen die Diskussionsprozesse hierzu abgeschlossen sein.

Signale zur Wiedereinführung von GuW Plus verdichten sich Das Programm GuW Plus, welches den Thüringer Unternehmen zinsverbilligte Darlehen zur Verfügung stellte, wurde unverständlicherweise zum 31. Dezember 2010 eingestellt. Die IHK Südthüringen hat sich sowohl in Beratungen mit Wirtschaftsminister Matthias Machnig als auch öffentlichkeitswirksam in den Medien dafür eingesetzt, dieses flexible und

daher sehr erfolgreiche Produkt den Unternehmen wieder zur Verfügung zu stellen. Im letzten Gespräch der Thüringer Wirtschaftskammern mit dem Wirtschaftsminister im Februar wurde das Thema erneut seitens der Kammern angesprochen. Der Minister hat nun Entgegenkommen signalisiert, das Produkt wieder aufleben zu lassen. Die IHK Südthüringen wird

sich weiter dafür einsetzen, diese für die Unternehmen einfach handhabbare und flexibel einsetzbare Finanzierungshilfe wieder einzuführen. Ihr Ansprechpartner: Ralph Römhild S 03681 362-212 Y roemhild@suhl.ihk.de

Kritik an Änderungen der Thüringer Außenwirtschaftsrichtlinie ab 2011 Entwicklung und von Innovationen müssen die Unternehmen neue Märkte erschließen. Seit Mitte März stehen nun auch Fördermittel für 2011 gestellte Anträge zur Verfügung, was durch die IHK Südthüringen ausdrücklich begrüßt wird. Gleichzeitig kritisiert die IHK Südthüringen die mit der Mittelzuweisung mitgeteilten Änderungen in der Thüringer Außenwirtschaftsförderung. Diese wird zukünftig auf die Bereiche der einzelbetrieblichen Messeförderung und die Förderung von Imagemaßnahmen zur Ersterstellung von Internetpräsentationen beschränkt. Die Förderung anderer

Imagemaßnahmen sowie die Förderung von Außenwirtschafts- und Marketingberatungen sind nicht mehr möglich. Irritierend ist dabei insbesondere, dass die IHK Südthüringen sich noch in einem entsprechenden Abstimmungsprozess mit dem Thüringer Wirtschaftsministerium zur Außenwirtschaftsförderung wähnte und mit der jetzt avisierten Richtlinienänderung vor vollendete Tatsachen gestellt wird.

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Durch eine kontinuierliche und nachhaltige Mittelzuweisung in der Thüringer Außenwirtschaftsförderung für Maßnahmen im Bereich der Außenwirtschafts- und Marketingberatungen, Imagemaßnahmen und einzelbetriebliche Messebeteiligungen wurde der Eintritt und die Erschließung neuer ausländischer Märkte für die Südthüringer Unternehmen seit Jahren erfolgreich angereizt. Aus diesem Grund forderte die IHK Südthüringen gegenüber dem Thüringer Wirtschaftsministerium, die Thüringer Außenwirtschaftsförderung in vollem Umfang fortzuführen. In Ergänzung der zukunftsorientierten Förderung von Forschung und

Mehr zu diesem Thema finden Sie auf Seite 29 in diesem Heft. Südthüringische Wirtschaft, 4/2011

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TITEL SICHERHEIT IN DER WIRTSCHAFT

Neue Studie zur Fälschung und Piraterie Schäden erreichen 1,7 Billionen US-Dollar in 2015

Der weltweite ökonomische und soziale Schaden durch Fälschung und Piraterie wird sich 2015 auf mehr als 1,7 Billionen US-Dollar summieren. Jährlich werden in den G-20-Staaten 2,5 Millionen Arbeitsplätze gefährdet sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die die Internationale Handelskammer (ICC) auf dem Globalen Kongress zur Bekämpfung von Fälschung und Piraterie am 2. Februar 2011 in Paris vorgestellt hat. Die ICC-Studie Estimating the global economic and social impacts of counterfeiting and piracy ergänzt eine Studie der OECD aus dem Jahr 2008, die allein den internationalen Handel mit Fälschungen und Pirateriewaren auf jährlich mehr als 200 Mrd. US-Dollar beziffert. Die neue Studie bringt nun nicht nur die Schätzungen auf den aktuellen Stand, sondern berücksichtigt anders als die OECD-Studie auch den Binnenhandel, digitale Raubkopien sowie die Auswirkungen auf Gesellschaft, Regierungen und Verbraucher.

10 Südthüringische Wirtschaft, 4/2011

Koordinator der ICC-Anti-Piraterie Initiative BASCAP Jeffrey Hardy erläuterte: „Diese zusätzlichen Daten sind deshalb so wichtig, weil sie den politischen Entscheidern bessere Informationen liefern, wie Fälschung und Piraterie Innovationskraft, Wirtschaftswachstum und Beschäftigung schwächen. Sie bekommen damit Zahlen an die Hand, die ihnen helfen, die Bekämpfung des Diebstahls geistigen Eigentums in der politischen Tagesordnung an vordere Stelle zu rücken.“ Die Studie zeigt, dass basierend auf den Daten aus 2008 die globalen

gesamtwirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von Fälschungen und Piraterieprodukten jährlich 775 Mrd. US-Dollar betragen. Darunter fallen auch Steuerausfälle und höhere öffentliche Ausgaben für die Strafverfolgung oder im Gesundheitswesen. Im Jahr 2015 könnte sich dieser Betrag sogar auf mehr als 1,7 Billionen US-Dollar verdoppelt haben. Grund dafür sei unter anderem der rasche Anstieg von Fälschungen und Piraterie im Bereich der Sachgüter sowie der verbesserte Zugang zu High-Speed-Internet-Diensten und mobilen Technologien. Laut Studie macht der internationale Handel mit Fälschungen und Pirateriewaren derzeit mehr als die Hälfte dieses Schattenmarktes aus und könnte bis 2015 auf 960 Mrd. USDollar anwachsen. Auf Produktion und Konsum im Inland würden dann

bis zu 570 Mrd. US-Dollar entfallen, raubkopierte Musik, Filme und Software mit bis zu 240 Mrd. US-Dollar zu Buche schlagen. Die Studie belege zudem, dass in einer vernetzten Wirtschaft Verbraucher und Regierungen genauso zu Schaden kommen wie seriöse Unternehmen, betonte Damien O’Flaherty, Partner bei Frontier Economics – der international anerkannten Beratungsfirma, die die Studie erstellt hat. „Unser Ziel ist, Größenordnung und Wachstum dieser illegalen Untergrundwirtschaft sowie deren Auswirkungen auf Regierungen und Verbraucher möglichst genau zu beschreiben“, so O’Flaherty. Hardy zufolge habe das ungebremste Wachstum von Fälschungen und Piraterie die Weltwirtschaft bereits sehr geschwächt. „Diese illegalen Geschäfte bringen Regierungen um


TITEL SICHERHEIT IN DER WIRTSCHAFT

Portal gegen Produktund Markenpiraterie Steuermittel für wichtige öffentliche Dienstleistungen, erhöhen die Abgabelast für die Steuerzahler und verlagern Hunderttausende von legitimen Arbeitsplätzen. Außerdem gefährden sie die Verbraucher durch schädliche und wirkungslose Produkte“, beklagte der PiraterieExperte. Die Tatsache, dass sich Nachahmer, Piraten und Kopierer außerhalb der Gesetze bewegen, erschwere die Schätzungen zum Ausmaß von Fälschung und Piraterie und dem entstehenden Schaden erheblich. Illegale Unternehmen machen gegenüber Behörden nun mal keine Angaben zu ihren Geschäften. Deshalb müsse deren Umfang anhand

indirekter Verfahren ermittelt werden. „Keine Studie wird ein vollständiges Bild oder alle Antworten liefern. Wir haben aber versucht, das Ausmaß dieser illegalen Aktivitäten auf umfassendere Art und Weise zu untersuchen, als das bisher der Fall war. Dabei haben wir Methoden entwickelt, die zukünftig zur vollständigeren und präziseren Schätzung der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von Fälschung und Piraterie genutzt werden können“, sagte O’Flaherty.

Die USA und Europa wollen KMU behilflich sein, auf Drittmärkten, in denen die USA und die EU oft dieselben Sorgen haben, die Risiken der Verletzung der Rechte an ihrem geistigen Eigentum zu vermeiden. Die gemeinsame Website soll EU- und US-Unternehmen helfen, die entwickelten Ressourcen und Instrumente zum Schutz des geistigen Eigentums einzusetzen.

Die ICC hat in der Studie ausdrücklich darauf verzichtet, die Schätzungen mit Verlusten der Industrie gleichzusetzen.

Die Website bietet dazu Ratschläge „Ländergebrauchsanweisungen“ zum

Interessenten können die Studie herunterladen unter: www.iccwbo.org/bascap/index.html?id=40991

Schutz des geistigen Eigentums auf über 20 Märkten in der ganzen Welt sowie Leitfäden für verschiedene Branchen, darunter Textilien, Lederwaren, Schuhe und Möbel an. KMU sollen in die Lage versetzt werden, ihre immateriellen Vermögenswerte - Marken, Warenzeichen und Patente - vor dem Eintritt in den ausländischen Markt zu schützen. Das Portal ist Teil der Bestrebungen zur Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA.

Das Portal finden Sie unter: http://ec.europa.eu/enterprise/initiatives/ipr/index_de.htm

Ihr Ansprechpartner: Gabriele Thänert S 03681 362-321 Y thaenert@suhl.ihk.de

Zu BASCAP Die Internationale Handelskammer hat als Vertretung der Weltwirtschaft 2004 die Initiative BASCAP (Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy) gegründet. Diese zielt darauf ab, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die

Gefahren der Marken- und Produktpiraterie zu schärfen. Zudem drängt die Initiative auf eine länderübergreifende Zusammenarbeit der Regierungen beim Kampf gegen Markenpiraterie. www.iccwbo.org/bascap

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Zur Internationalen Handelskammer: Die Internationale Handelskammer (ICC) ist die größte weltweit tätige, alle Branchen umfassende Wirtschaftsorganisation. Sie ist in rund 130 Ländern vertreten. Ziele der ICC sind die Förderung des Welthandels und die Sicherstellung der Prinzipien der freien Marktwirtschaft. Die ICC ermöglicht durch ihre weltweit genutzten Vertragsregeln sowie durch ihren Internationalen Schieds-

gerichtshof eine effiziente Abwicklung internationaler Geschäfte. Als Vertretung der Wirtschaft ist sie Dialogpartner für internationale Institutionen und nationale Regierungen. Zu den Mitgliedern der ICC Deutschland gehören gloSachsen Fahnen GmbH & Co. KG · Telefon 03578 359-0 · www.sachsenfahnen.de bal agierende, aber auch kleine und mittelständische Unternehmen, Industrie- und Handelskammern Anzeigen-Hotline sowie Spitzen- und Fachverbände: SaFa_Anzeige_IHK_Mrz11_1.indd 1 10.03.11 09303 982-149 www.icc-deutschland.de Südthüringische Wirtschaft, 4/2011 11

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TITEL SICHERHEIT IN DER WIRTSCHAFT

Die Unternehmens-Website als Angriffsziel Neutrale Studie zur IT-Sicherheit Immer häufiger werden auch kleine und mittlere Unternehmen Opfer von Computerkriminalität. Fast jedes zehnte Unternehmen wurde bereits Opfer eines erfolgreichen Angriffs auf die eigene Internetpräsenz. Dies ist ein alarmierendes Ergebnis der Studie „Netz- und Informationssicherheit in Unternehmen 2010“ des Netzwerks Elektronischer Geschäftsverkehr, welche im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Verbundprojekts „Sichere E-Geschäftsprozesse in KMU und Handwerk“ erhoben wurde. Der komplette Berichtsband steht unter www.ecchandel.de zum Download bereit. Die Ergebnisse der Erhebung zeigen, dass die Ursachen für Website-Angriffe überwiegend extern begründet sind. So gaben über 61,1

Prozent der Befragten an, dass externe Faktoren, wie bspw. Sicherheitslücken in der Website-Software, zu dem Angriff auf die Internetpräsenz geführt haben. Besonders alarmierend ist das Ergebnis, dass bei fast einem Drittel (27,8 Prozent) der Angriffe auf die UnternehmensWebsite die Ursache für den Angriff nicht abschließend geklärt werden konnte. Insbesondere die Manipulation oder der Diebstahl von Kundendaten birgt bei gezielten kriminellen Angriffen ein hohes Schadenspotenzial. 40,4 Prozent der befragten Unternehmen sehen hier mit Abstand das höchste Risiko. Trotz des hohen Schadenspotenzials erfasst aber lediglich ein Viertel der befragten Unternehmen alle sicherheitsrelevanten Vorfälle, um aus Fehlhandlungen Konsequenzen ziehen zu können.

Der Berichtsband kann unter folgendem Link kostenfrei heruntergeladen werden: http://www.ecc-handel.de/netz-_und_informationssicherheit_in_ unternehmen_13212801.php ECC Handel, Köln

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Wirtschafts- und Informationsschutz in der deutschen Wirtschaft Mit der ASW Innovationen fördern – Know-how schützen von Dr. Berthold Stoppelkamp, ASW

Deutsche Unternehmen sind heute in vielen Bereichen Weltmarktführer und das verdanken sie ihrem – weltweit geschätzten – Ideenund Erfindungsreichtum. Sie investieren erheblich in Forschung und Innovation. Umgekehrt stellt für viele Firmen hierzulande die Forschungs- und Entwicklungsfähigkeit dann auch einen Hauptteil ihres Unternehmenswertes dar. Dieser Wert muss effektiv vor Spionage geschützt werden. Der Schaden durch Spionage für die deutsche Wirtschaft wird auf jährlich mindestens 20 Milliarden Euro geschätzt. Dabei ist festzustellen, dass verstärkt Angriffe auf das Know-how von Unternehmen über das Internet erfolgen.

Das E-Commerce-Center Handel (ECC Handel) Das ECC Handel (www.ecc-handel.de) wurde 1999 als Forschungs- und Beratungsinitiative unter der Leitung der Institut für Handelsforschung GmbH ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, insbesondere kleine und mittlere Handelsunternehmen zum Thema E-Commerce zu informieren.

12 Südthüringische Wirtschaft, 4/2011

In der deutschen Wirtschaft spielt das Thema „Informationsschutz“ bzw. „Schutz geistigen Eigentums“ seit Jahren eine wichtige Rolle. So wurde im Jahre 1993, unter maßgeblicher Beteiligung des DIHK, die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft e. V. (ASW) als zentrale Organisation der deutschen Wirtschaft geschaffen. Die ASW fungiert als gemeinsame Plattform

für Verbände und Unternehmen. Sie koordiniert den Austausch sicherheitsrelevanter Informationen zwischen Behörden und Wirtschaft und trägt damit erheblich zu einer Verbesserung des Sicherheitsniveaus für deutsche Unternehmen bei. Auch bei der Bekämpfung der Marken- und Produktpiraterie ist die deutsche Wirtschaft nicht untätig


TITEL SICHERHEIT IN DER WIRTSCHAFT gewesen. So wurde 1997 auf Initiative des DIHK, des Markenverbandes und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie der Aktionskreis Deutsche Wirtschaft gegen Produktund Markenpiraterie e. V. (APM) gegründet.

Was der Staat tut Spionage findet aber nicht nur zwischen konkurrierenden Unternehmen statt. Auch ausländische Nachrichtendienste sind involviert und betreiben Wirtschaftsspionage gegen deutsche Unternehmen. Deshalb ist es immens wichtig, dass auch der deutsche Staat sich einschaltet, um solche Angriffe auf das Know-how abzuwehren. Insofern gilt es, das Bundesamt für Verfassungsschutz bzw. die Landesämter für Verfassungsschutz so auszubauen, dass sie genügend Kapazitäten haben um die Wirtschaft, insbesondere den technologieorientierten Mittelstand, ausreichend vor Bedrohungen durch Wirtschaftsspionage zu schützen. Bei der Abwehr von Wirtschaftsspionage setzt die Bundesregierung auf ein breites Netzwerk aller Sicherheitsbehörden und der für Wirtschaftsschutz relevanten Ministerien. Im Ressortkreis Wirtschaftsschutz – unter Vorsitz des Bundesinnenministeriums – werden die Erkenntnisse der Bundesregierung zur Wirtschaftsspionage bewertet und gebündelt.

Zusammenarbeit von Wirtschaft und Behörden Zum Schutz des wertvollen Knowhows deutscher Unternehmen gegen Wirtschaftsspionage ist ein ständiger Informationsaustausch zwischen Sicherheitsbehörden und Wirtschaft erforderlich. Dabei sollten generell sicherheitsrelevante Informationen von nationaler wie internationaler Relevanz auch kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) zugänglich gemacht werden. Gerade mittelständische Unternehmen sind regelmäßig Opfer von Wirtschaftsspionage, wie die WIK/ ASW-Sicherheitsênquete 2008/2009

sowie vielfältige Sicherheitsstudien belegen. Wer das Sicherheitsniveau in der deutschen Wirtschaft erhöhen will, darf sich deshalb nicht allein auf Großkonzerne fokussieren. Die ASW bietet sich auch hier als verlässlicher, nicht kommerzieller Partner für einen Informationsaustausch mit dem deutschen Mittelstand an. Insofern ist es konsequent, dass die ASW für den Ressortkreis Wirtschaftsschutz der Bundesregierung als zentraler Ansprechpartner der deutschen Wirtschaft fungiert. Auch die richtigen Ansätze der Bundesregierung auf dem Feld der IT-Sicherheit (Nationaler Plan zum Schutz der Informationsinfrastrukturen, Aktivitäten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik etc.) müssen noch stärker an den Mittelstand kommuniziert werden. Bund und Länder sollten hierbei die Industrie- und Handelskammern (IHKs) stärker als bisher als Multiplikatoren nutzen.

Geistiges Eigentum wirksamer schützen Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich 20 bis 30 Milliarden Euro Umsatz mit gefälschten Produkten aus Drittstaaten erzielt – Tendenz steigend. Die Dunkelziffer ist dabei hoch, da der deutsche Zoll nur zwei bis fünf Prozent aller Warenlieferungen kontrollieren kann. Produkt- und Markenpiraterie entsteht durch eine gut organisierte Schattenwirtschaft. Neben der konsequenten Verfolgung der Fälscherbanden muss die Aufklärung der Verbraucher weiter verstärkt werden. Der Kauf gefakter Produkte ist kein Kavaliersdelikt. Das muss ebenso deutlich werden, wie die Risiken, die mit einem solchen „Schnäppchen“ verbunden sind. Vielfach – man denke nur an Medikamente – gefährdet der Konsument damit unwissentlich seine Gesundheit. Zur besseren Durchsetzung und Information muss der Staat die personellen und finanziellen Ressourcen erhöhen.

Generaldirektionen betrifft, bedarf es zudem auf nationaler wie auch auf europäischer Ebene eines Koordinators für Produkt- und Markenschutz.

Sicherheit im Unternehmen ernst nehmen – Folgekosten abschätzen Die wirksame Abwehr komplexer Sicherheitsrisiken in Unternehmen erfordert Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit auf der Ebene des Topmanagements. Insofern muss die spezielle Schulung leitender Sicherheitsmanager durch Unternehmen und Hochschulen vorangetrieben werden. Die Betriebe sollten ihr Engagement bei der beruflichen Ausbildung auf hohem Niveau halten – auf Grundlage der Berufe „Fachkraft bzw. Servicekraft für Schutz und Sicherheit“. Vielfältige Hilfestel-

lungen zum Unternehmensschutz geben die regionalen Sicherheitsverbände (VSWn) sowie die IHKs. Bei aller Bedeutung des Themas „Sicherheit“ gerade für deutsches Know-how darf aber auch der ökonomische Aspekt nicht aus den Augen verloren gehen. Der Gesetzgeber muss vor Verabschiedung neuer Sicherheitsstandards eine Folgekostenabschätzung für die Wirtschaft durchführen. Dies findet vielfach zu wenig statt. Durch ein noch stärkeres gemeinsames Zusammenwirken von Staat und Wirtschaft bei der Erarbeitung von betrieblichen Schutzkonzepten für Unternehmenswissen wird es zu einer erheblichen Förderung und Absicherung von Innovationen für die deutsche Wirtschaft im globalen Wettbewerb kommen.

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Da Produkt- und Markenpiraterie sowohl national als auch auf EUEbene mehrere Ministerien bzw. Südthüringische Wirtschaft, 4/2011 13


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TITEL SICHERHEIT IN DER WIRTSCHAFT

Vorsicht vor „Datenklau“

Im Fokus der Spionage: Der deutsche Mittelstand von Herbert Kurek, Bundesamt für Verfassungsschutz Köln

Im Zeitalter voranschreitender Globalisierung steht das Know-how deutscher Unternehmen im besonderen Interesse von Wettbewerbern und fremden Nachrichtendiensten. „Made in Germany“ ist begehrt und steht für technologischen Fortschritt, höchste Qualität und erfolgreichen internationalen Wettbewerb. Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung richten sich verstärkt gegen technologieorientierte und innovative mittelständische Unternehmen, die das Rückgrat der deutschen Industrie bilden. Allerdings sind sich diese Unternehmen vielfach der Risiken ungewollten Know-howVerlustes wenig bewusst und verfügen nur selten über ein Informationsschutzkonzept. Fremde Nachrichtendienste und Wettbewerber interessieren sich für neue und zukunftsträchtige Technologien, aber auch für Unternehmens- und Marktstrategien. Die Informationsbeschaffung fremder Nachrichtendienste, insbesondere der VR China sowie der Russischen Föderation, erfolgt mit Mitteln und Methoden der offenen sowie der geheimen Nachrichtenbeschaffung. Nach wie vor werden menschliche Quellen genutzt, um Zugang zu geschütztem Know-how zu erhalten. Zunehmende Bedeutung erhält jedoch auch die weltweite Datenvernetzung für neuartige Angriffs- und Ausspähungstechniken.

Zielpersonen im Visier Grundlage für Angriffe auf das Knowhow der Firmen sind häufig personenbezogene Daten über geeignete Zielpersonen, um sie zum Beispiel nachrichtendienstlich anzubahnen oder ihnen individuell gestaltete E-Mails mit Schadsoftware zu übermitteln. In einer offenen Gesellschaft ist es leicht, zum Beispiel über soziale Netzwerke oder so genanntes „Social Engineering“ (soziale Manipulation) geeignete Informationen über interessante Zielpersonen zu erhalten.

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Besondere Risiken sind verbunden mit Geschäftsreisen in Länder wie die Russische Föderation oder die VR China. Auf eigenem Territorium haben deren Nachrichtendienste nahezu unbeschränkte Möglichkeiten der Kontrolle und Überwachung von Zielpersonen und Zielobjekten. Daher ist es u. a. ratsam, nur für den Reiseanlass unbedingt notwendige Firmenunterlagen mitzuführen. Diese sollten möglichst nicht unbeaufsichtigt bleiben; ein Hotelzimmer ist hierbei kein sicherer Aufbewahrungsort. Weitere sinnvolle Sicherheitsmaßnahmen sind die Einschränkung der mobilen Kommunikation und des elektronischen Datenverkehrs während des Aufenthaltes auf das Notwendigste sowie die technische Überprüfung aller elektronischen Geräte und Speichermedien auf mögliche Schadsoftware nach Rückkehr. Unter Berücksichtigung der möglichen Bedrohungsszenarien und Risiken steht der „Faktor Mensch“ im Zentrum für mehr oder weniger Informationsschutz. Nur der informierte und sensibilisiert handelnde Mitarbeiter („Human Firewall“) kann Sicherheitsrisiken frühzeitig erkennen, begrenzen und dadurch einen wesentlichen Beitrag zum Informationsschutz im Unternehmen leisten.

Unternehmens sind. Darauf basierend gilt es unter Einbindung der Unternehmensmitarbeiter ein Informationsschutzkonzept zu erstellen, das nicht jedwedes Risiko ausschließen kann, jedoch einen möglichst zielgerichteten Schutz des existenzsichernden Know-hows ermöglicht. Die Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland und der Schutz der Unternehmen vor Wirtschaftsspionage ist auch eine gesamtstaatliche Aufgabe. Dies hat im Jahr 2008 zur Konstituierung des Ressortkreises Wirtschaftsschutz geführt. Dieser Zusammenschluss von Sicherheitsbehörden und der für den Wirtschaftsschutz mitverantwortlichen Ministerien dient vor allem dem intensivierten Austausch relevanter Erkenntnisse sowie der gemeinsamen Erarbeitung von Konzepten zum Wirtschaftsschutz. Über die Kooperation mit der „Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft e. V.“ (ASW) innerhalb des Ressortkreises wird zudem eine zukunftsweisende „Public-Private-Partnership“ mit der deutschen Wirtschaft angestrebt.

Prävention durch Information Im Rahmen der darin eingebundenen vorbeugenden Spionageabwehr der Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder steht als Leitmotiv die Prävention durch Information. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) bietet hierbei vielfältige „Security-Awareness“Aktivitäten, zum Beispiel bilaterale Sicherheitsgespräche, Sensibilisierungsvorträge in Unternehmen und bei Verbänden, diverse Publikationen, einen elektronischen Newsletter sowie ein umfangreiches Internetangebot (www.verfassungsschutz.de) zum Wirtschaftsschutz kostenlos an. Auch beim Verdacht auf Wirtschaftsspionage stehen die Verfassungsschutzbehörden als kompetente und vertrauenswürdige Ansprechpartner den Unternehmen zur Seite. Aufgrund jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich Spionageabwehr sind sie in der Lage, Verdachtssituationen zutreffend einzuschätzen und geeignete Maßnahmen zur Aufklärung zu ergreifen. Nehmen Sie das Angebot an!

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„Kronjuwelen“ im Unternehmen sichern Grundlage für einen wirksamen und umfassenden Informations- und Know-how-Schutz in den Unternehmen ist insbesondere die Ermittlung der elementaren Unternehmenswerte („Kronjuwelen“), die Voraussetzung für den Erfolg und Bestand eines

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TITEL SICHERHEIT IN DER WIRTSCHAFT

Mit 86 Prozent sieht die Mehrheit der deutschen Unternehmer in wirtschaftskriminellen Handlungen ein ernsthaftes Problem. 58 Prozent glauben, dass die Wirtschaftskriminalität in den kommenden Jahren steigen wird! Voranzustellen ist, dass keine Branche von diesen Themen ausgenommen ist. Und die besorgniserregende Deliktentwicklung beschränkt sich keinesfalls nur auf mögliche Angriffe aus dem Internet. Nach dem Gabler-Wirtschaftslexikon ist Wirtschaftskriminalität „die zusammenfassende Bezeichnung für die verschiedenen Tatbestände des Wirtschaftsrechts, v. a. Insolvenzdelikte, Subventionsbetrug, Kreditbetrug und Wucher.“ Gerade kleine Unternehmen vertreten oft die Meinung „Das trifft mich nicht. Wer hat schon Interesse an meiner Firma.“ Jedoch ist das Risiko- und Gefährdungspotenzial nicht zu unterschätzen und jeder Firmeninhaber ist gut beraten, die entsprechende Vorsorge gegen Wirtschaftskriminalität von „außen“ als auch von „innen“ zu treffen. Dabei stellen sich exemplarisch solche Fragen wie

J Wer hat Zugriff auf sensible Firmendaten oder gar den zentralen Server? J Kann jeder Mitarbeiter private Datenträger an den Firmen-PC anschließen und so ggf. interne Daten herunterladen oder externe Daten aufspielen? J Was kann passieren, wenn z.B. einem Außendienstmitarbeiter sein Smartphone oder Notebook abhanden kommt? J Wer hat Zugang zu den Produktionsanlagen oder – abläufen… Könnten Besucher diese z. B. mit dem Fotohandy aufnehmen? J Wie verhindere ich Beschaffungskriminalität (z.B. Ladendiebstahl durch Kunden oder Lagerdiebstahl durch Mitarbeiter)? J Wie sichere ich das Know-how des Unternehmens bei Mitarbeiterfluktuation (vom Mitarbeiter zum Spion…)? Fazit: 100 Prozent Sicherheit oder Schutz vor Wirtschaftskriminalität gibt es nicht. Mit einem aktiven Sicherheitsmanagement als Bestandteil der betrieblichen Risikovorsorge sind die Unternehmen jedoch in der Lage die Risiken präventiv zu minimieren.

Publikationen-Tipp Sicherheitsgewerbe boomt Die DIHK-Publikation „Unterrichtung im Bewachungsgewerbe“ vermittelt sämtliche Grundkenntnisse, die für eine erfolgreiche Teilnahme am Unterrichtungsverfahren bzw. an der Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe vorhanden sein müssen. Kontrollfragen zu fast allen Themen mit Antworten und Erläuterungen erleichtern das Lernen mit diesem Ratgeber. Die vorliegende Publikation wurde komplett überarbeitet und berücksichtigt die gesetzlichen Änderungen bis zum Dezember

Wussten Sie schon…

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Prozent aller Arbeitnehmer in Thüringen arbeiteten im Jahr 2009 in einem Betrieb mit mehr als 250 Beschäftigten. In Ostdeutschland waren es 23 Prozent, in Westdeutschland 31 Prozent. Zugleich war aber die Anzahl der Betriebe mit mehr als 250 Beschäftigten nahezu gleich verteilt: 0,5 Prozent in Thüringen, 0,6 Prozent in Ostdeutschland und 0,8 Prozent in Westdeutschland. Generell unterscheidet sich die Aufteilung der Unternehmen nach Beschäftigungsgrößenklassen in Thüringen nicht von den anderen Bundesländern: 70 bis 75 Prozent der Unternehmen haben weniger als 10 Beschäftigte, 20 bis 25 Prozent gehören zur Klasse der Betriebe mit mindestens 10 und höchstens 49 Beschäftigten. 5 bis 6 Prozent der Unternehmen beschäftigen mehr als 50 Personen. Diese Aufteilung gilt auch

für den IHK-Bezirk Südthüringen. Der wesentliche Unterschied zwischen den Unternehmen in Ost- und Westdeutschland findet sich in der statistisch nicht näher erfassten Klasse der Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten. Große Unternehmen wie Bosch in Arnstadt oder Opel in Eisenach verfügen jeweils über rund 2 000 Arbeitsplätze. Damit spielen sie in einer anderen Liga als etwa VW mit 50 000 Mitarbeitern am Standort Wolfsburg oder BASF mit 33 000 Mitarbeitern am Standort Ludwigshafen. Die oft beschworene Kleinteiligkeit der Thüringer Unternehmen ist also weniger der Verteilung der Unternehmen nach Beschäftigtengrößenklassen geschuldet als vielmehr der Tatsache, dass nicht ein nationaler oder europäischer Champion in Thüringen seinen Hauptsitz hat.

2010. Änderungen und Ergänzungen beziehen sich besonders auf das Thema der Anerkennung von Berufsqualifikationen nichtdeutscher EU-Bürger sowie Änderungen im straf- und strafprozessualen Bereich. Die DIHK-Publikation „Unterrichtung im Bewachungsgewerbe“ (294 Seiten, DIN A5) ist zum Preis von 17,00 Euro zu beziehen beim DIHK Publikationen Service, Werner-von-Siemens-Str.13, 53340 Meckenheim; InternetBestellshop: www.dihk-verlag.de Südthüringische Wirtschaft, 4/2011 15

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Wirtschaftskriminalität auch in KMU?

STANDORTPOLITIK


STANDORTPOLITIK

Vollversammlung tagte in Suhl Thüringens Finanzminister Dr. Wolfgang Voß zu Gast

Die Mitglieder der Vollversammlung der IHK Südthüringen trafen sich am 15. März 2011 zu ihrer Frühjahrssitzung in Suhl. Eine Vielzahl von Themen und Beschlüssen stand auf der Tagesordnung. Zu Beginn der Beratung konnte IHK-Präsident Dr. Peter Traut den neuen Thüringer Finanzminister Dr. Wolfgang Voß begrüßen. Mit großem Interesse verfolgten die anwesenden Vollversammlungsmitglieder seinen Vortrag. Dr. Voß lobte die gute Infrastruktur in Thüringen. Allerdings habe der „stürmische Aufbau“ auch seinen Preis. Anschaulich stellte er die Neuverschuldung und den Schuldenstand Thüringens im Vergleich der Jahre von 1991 bis 2011 dar, ebenso die Entwicklung der Zinsausgaben. Diese liegen gegenwärtig bei 670 Mio. Euro bei einem Gesamtausgabevolumen von rund 9,5 Mrd (7 Prozent). Sorgen bereiten dem Finanzminister auch die mit der Bevölkerungsentwicklung verbundenen Einnahmerückgänge aus dem Länderfinanzausgleich. Jeder verlorene Einwohner koste hier Thüringen durchschnittlich rd. 2.900 Euro. Prognosen sagen bis 2020 einen jährlichen Rückgang von 20 000 Einwohnern in Thüringen voraus. Vizepräsidentin Marina Heller fragte den Minister nach den Auswirkungen der angestrebten Sparmaßnahmen auf die Umsetzung des Koalitionsvertrages. Thoralf Eschrich, Geschäftsführer der Eschrich – Logistik & Service GmbH, bestärkte den Finanzminister hinsichtlich des konsequenten Konsolidierungskurses und ermutigte ihn, verstärkt die Öffentlichkeit zur Argumentation und zur Überzeugung der Bevölkerung zu nutzen.

Bedenklich sei die Ausdehnung der kürzlich vereinbarten Tariferhöhung, die neben den Angestellten im Landesdienst auch für Beamte wirksam werden wird, so Wolfgang Voigt, Ehrenmitglied der Vollversammlung. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung informierte IHK-Präsident Dr. Peter Traut zum Stand IHK-Präsident Dr. Peter Traut und Vizepräsidentin Marina Heller begrüßen des Bauprojektes „Haus Dr. Wolfgang Voß, Thüringer Finanzminister (m.) der Wirtschaft“. Aufgrund der hohen Bausumme von insgesamt 8,2 Mio. Euro sei nun eine europa- Folgende personelle Veränderungen im Ehrenweite Ausschreibung erforderlich. Der ursprünglich amt der IHK Südthüringen wurden beschlossen: für April avisierte Termin zur Grundsteinlegung verschiebt sich deshalb auf den 22. Juni 2011. Die IHK Herr Hans Eisermann ist nicht mehr Mitglied der habe inzwischen den Bauantrag eingereicht. Der Vollversammlung, da er aus Altersgründen als Neubau soll im Frühjahr 2013 fertig sein. Geschäftsführer der VI Verkehrsinstitut GmbH Thüringen ausgeschieden ist. Dr. Traut stellte die konkreten Pläne zur Außenfassade vor. Sie wird aus großen Keramikplatten Herr Heiko Frenzel (Finanzdienst Arnstadt) bestehen, die voraussichtlich einen schlichten hellen wurde aus den Reihen der Vollversammlung als Grauton haben werden. Farbakzente werden durch Rechnungsprüfer gewählt. blaue Glaselemente gesetzt (s. Foto unten). Mit dem Bericht des Rechnungsprüfers Harald König erfolgte die Entlastung des Präsidiums und des Hauptgeschäftsführers für das Geschäftsjahr 2009.

So wird sich der Neubau „Haus der Wirtschaft“ in die Suhler Bahnhofstraße zeigen.

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Den Vollversammlungsbeschluss zur Satzungsänderung für die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe finden Sie auf Seite 32 in diesem Heft.


IHK-Regional · IHK-Regional · IHK-Regional · IHK-Regional · IHK-Regional

2 Jahre Initiative Erfurter Kreuz e.V. Im historischen Saal des frisch sanierten Rathauses der Stadt Arnstadt fand am 16. Februar 2011 die Mitgliederversammlung der Initiative Erfurter Kreuz e.V. statt. Im März 2009 haben 11 Unternehmen um und am Erfurter Kreuz gemeinsam beschlossen, künftig die Region um das Erfurter Kreuz zu einer national und international beachteten und anerkannten Region der Thüringer Wirtschaft zu entwickeln und als solche zu erhalten und auszubauen. Dabei soll auch die nachhaltige Sicherung der Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort in Verbindung mit der Förderung der Region als Lebensmittelpunkt der Beschäftigten der Mitgliedsunternehmen in das Wirken eingeschlossen werden. So ist der Zweck des Vereins in seiner Satzung verankert. Nach 2 Jahren konnte in der Mitgliederversammlung eine positive Bilanz der gemeinsamen Aktivitäten gezogen werden. In verschiedenen Arbeitskreisen werden Fragen der Infrastruktur, der Fachkräftegewinnung und -bindung, des Marketings, der Kooperation mit Schulen und der Dienstleistungen, wie z. B. der Kindertagesstätten behandelt. Inzwischen ist die Mitgliederzahl per Januar 2011 auf 43 Unternehmen gewachsen. Weitere 5 Mitglieder befinden sich im Aufnahmeprozess. Damit

© Initiative Erfurter Kreuz e. V.

Vorstand Initiative Erfurter Kreuz e.V.: (v.l.n.r.) Martin Winter, Carpenter GmbH, Franz Josef Willems, EPC GmbH, Claudia Schubert, Schubert-Power, Holger Hunstock, Avermann Maschinenfabrik GmbH, Dr. Michele Zimmermann, BorgWarner Transmission Systems Arnstadt GmbH, und Josef Maier, LEG Thüringen

repräsentiert die Initiative Erfurter Kreuz e. V. über 7 600 Mitarbeiter und 350 Auszubildende. In der Mitgliederversammlung stand neben der Rechenschaft über die geleistete Arbeit auch die Neuwahl des Vorstandes an.

Zum Stellvertreter wurde Martin Winter, Geschäftsführer der Carpenter GmbH, gewählt. Weitere 4 Mitglieder komplettieren den Vorstand.

Als Vorstandsvorsitzende wurde Dr. Michele Zimmermann, Werkleiterin BorgWarner Transmission Systems Arnstadt GmbH, einstimmig wiedergewählt.

Reinhard Löffler S 03628 6130-511 Y loeffler@suhl.ihk.de

Ihr Ansprechpartner:

Lebenswerk sichern Neue Sicht auf die Unternehmensnachfolge Was wird aus meinem Lebenswerk? Vor dieser Frage stehen in Thüringen jedes Jahr etwa 460 Unternehmen. Und es fällt oft nicht leicht, sich mit dem Rückzug aus dem oftmals mit Mühen aufgebauten Betrieb zu beschäftigen und die Verantwortung in jüngere Hände zu legen. Damit das Unternehmen im Verlaufe des Verfahrens der Unternehmensnachfolge keinen Schaden nimmt, muss dieser Prozess frühzeitig und planmäßig begonnen werden. Erfahrungsgemäß dauert allein der Übergabeprozess etwa ein Jahr. Die IHK Südthüringen begleitet ihre Mitgliedsunternehmen während des gesamten Prozesses. Gemeinsam mit der Handwerkskammer wird es im Mai 2011 in Sonneberg im Rahmen einer Podiumsdiskussion Hinweise und praktische Tipps zum Thema Unternehmensnachfolge geben.

Termin: 5. Mai 2011, 16:00 – 19:00 Uhr IHK Südthüringen, Niederlassung Sonneberg Gustav-König-Str. 27, 96515 Sonneberg Themen: J „Fördermöglichkeiten der Bürgschaftsbank Thüringen“, Anette Theil-Deininger, Bürg schaftsbank Thüringen J „Unternehmensnachfolge GWT“ Andrea da Silva, Handwerkskammer Erfurt J „Steuerliche Betrachtung der Unternehmens nachfolge“ Heinz Neubauer, Asirius Treuhand GmbH & Co KG J „Erfolgreiche Übergabe der Unternehmens nachfolge“ Günter Rupp, Rupp GmbH & Co KG

Ihr Ansprechpartner: Ulrike Wiedt S 03675 7506-252 Y wiedt@suhl.ihk.de Südthüringische Wirtschaft, 4/2011 17


150 Jahre Deutscher Industrie- und Handelskammertag Von Anfang an für Freiheit und Wettbewerb von Dr. Ulrich S. Soénius, Vorstand und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln

© DIHK/Groht+Graalfs

Seit 150 Jahren vertritt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Interessen der gewerblichen Wirtschaft. Bereits bei der ersten Sitzung am 13. Mai 1861 wurden Verbesserungen für die Wirtschaft diskutiert und beschlossen. Das Prinzip der ersten Stunde „Freiheit und Wettbewerb“ zieht sich wie ein roter Faden durch die DIHK-Geschichte. Das Jubiläum ist Anlass für einen Streifzug durch die Geschichte. Allein der Wechsel der Ansprechpartner auf der öffentlichen Seite lässt erkennen, welchem Wandel der DIHK in seiner langen Geschichte unterlegen war: Die Gründung 1861 wurde 31 (!) deutschen Einzelregierungen mitgeteilt, mit Bismarck als deutschem Reichskanzler wurden wirtschaftspolitische Gefechte ausgetragen, die demokratisch gewählten Regierungen in der Weimarer Republik stellten besondere Anforderungen und das NSRegime dezimierte die Aufgaben bis hin zur Bedeutungslosigkeit. In der Bundesrepublik Deutschland

fand der DIHK seit 1949 eine herausgehobene Stellung und wurde zum gefragten Ansprechpartner aller Bundesregierungen. Dabei hat der DIHK stets um die wirtschaftspolitisch sinnvollste Lösung gerungen, manches erreicht und vieles angestoßen.

Die Gründerzeit Es begann am 13. Mai 1861 in Heidelberg, als 91 Handelskammern und Kooperationen unter schwarz-rot-goldenen Fahnen, den Farben der damals noch nicht erreichten deutschen Einheit, den „Deutschen Handelstag“ gründeten. Bereits bei der ersten Sitzung wurden Verbesserungen für die Wirtschaft diskutiert und beschlossen: Währung, Zölle, einheitliche Maße und Gewichte. Der Handelstag (DHT) wählte 1861 den profilierten Wirtschaftspolitiker David Hansemann zum ersten Präsidenten. Nach der Reichsgründung 1871 intensivierte der DHT seine Beratung der Reichsregierung – diese nutzte wiederum die Vereinigung der Kammern für die Vermittlung ihrer Ziele. Die Wirtschaftsorganisation richtete das Augenmerk

Daten zur DIHK-Geschichte             

13. Mai 1861: Juli 1861: 1865-1924: Mai 1918: 1926: 1933: 1935:

Gründung des „Deutschen Handelstages“ (DHT) in Heidelberg Eröffnung eines eigenen Büros in Berlin Sitz des DHT in der Berliner Börse Umbenennung in „Deutscher Industrie- und Handelstag“ (DIHT) Bezug des neuen Gebäudes in der Neuen Wilhelmstraße in Berlin Gleichschaltung des DIHT durch die NSDAP Überführung des DIHT in die „Arbeitsgemeinschaft der Industrieund Handelskammern“ 1943: Auflösung der Arbeitsgemeinschaft 27. Oktober 1949: Wiedergründung des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) in Ludwigshafen und Bezug von Büroräumen in der Frankfurter Börse 1950: Schrittweiser Umzug nach Bonn 1965: Bezug des neuen Bürogebäudes an der Adenauerallee in Bonn gegenüber dem Bundeskanzleramt Oktober 1999: Umzug nach Berlin in das Haus der Deutschen Wirtschaft in der Breiten Straße Juli 2001: Umbenennung in Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

18 Südthüringische Wirtschaft, 4/2011

auf die Themen Post und Verkehr, auf den Export und besonders auf die Schutzzölle. Dazu gab es im Kreis der Mitglieder unterschiedliche Auffassungen, was zeitweise zu einem Austritt mancher Kammern führte. Am Ende des 19. Jahrhunderts unterstützte der DHT die Kolonialpolitik des Reiches, wobei man sich zu viel von der wirtschaftlichen Expansion im eigenen Kolonialreich versprach. Die Diskussionen bei den jährlichen Vollversammlungen führten die Mitglieder überwiegend zu Gesetzesvorlagen. 1892 diskutierte der 17. Handelstag zum Beispiel die rechtlichen Anforderungen an die Ausbreitung des Telefons. Ebenso standen die Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches zum 1. Januar 1900 und dessen Auswirkungen für die Wirtschaft im Mittelpunkt der Versammlung.

Wirken in kritischen Zeiten Im Ersten Weltkrieg hatte sich der DHT anfangs der allgemeinen Euphorie angeschlossen, obwohl Kriege auch für die Wirtschaft große Schäden hervorrufen. Die Weimarer Republik befürwortete der seit 1918 umbenannte „Deutsche Industrie- und Handelstag“ (DIHT) uneingeschränkt. Erstmals wurde nun die eigene Organisation professionalisiert, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Bestimmt wurden die Aktivitäten in dieser Zeit durch die politisch schwierigen Rahmenbedingungen. Ruhrbesetzung, Inflation, „Goldene Zwanziger“ und Weltwirtschaftskrise – all dies musste die IHK-Organisation meistern. Besonders dem Wiederaufbau der internationalen Beziehungen für die Wirtschaft widmete sich der DIHT mit Erfolg. Bei der Internationalen Handelskammer wurde sein Präsident Franz von Mendelssohn 1931 der erste deutsche Repräsentant an der Spitze. In dieser Zeit wurden vermehrt Auslandshandelskammern errichtet. 1926 wurde beim DIHT der Berufsbildungsausschuss ins Leben gerufen – dieses Thema hat seitdem eine herausragende Stellung in der Arbeit eingenommen.


Gleichgeschaltet – aufgelöst Die Machtübertragung an die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 veränderte die Industrie- und Handelskammern, die so seit 1924 benannt wurden, extrem. In mehreren IHKs übernahmen in den ersten Wochen die NS-Schergen gewaltsam die Leitung, auch beim DIHT besetzte der „Reichsführer des Kampfbundes des gewerblichen Mittelstandes“ mit Hilfe der SS die Büroräume. Der 1932 gewählte Präsident Bernhard Grund protestierte bei Adolf Hitler und erreichte eine kurzzeitige Rücknahme der NSOkkupation, aber bereits im Sommer 1933 wurde die DIHT-Vollversammlung gleichgeschaltet und die Spitze ausgetauscht. Der DIHT wurde 1935 nach der „Neuordnung“ der gewerblichen Wirtschaft als „Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern“ in die neu geschaffene Reichswirtschaftskammer überführt und praktisch bedeutungslos. Die IHKs verkamen bis zu ihrer Auflösung und Überführung in die Gauwirtschaftskammern 1943 zu Befehls­organen des Reichwirtschaftsministers.

Der Neubeginn Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges nahmen die IHKs vor Ort wieder ihre Tätigkeit auf. Bereits im Juli 1945 kamen in der Britischen Besatzungszone einige IHKs zusammen und gründeten eine Arbeitsgemeinschaft, die dann 1947 erweitert wurde um die IHKs in der US-amerikanischen Besatzungszone. Am 27. Oktober 1949 wurde in Anwesenheit des ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, der DIHT in Ludwigshafen wieder gegründet. Der DIHT setzte sich gleich zu Beginn für ein einheitliches deutsches IHK-Gesetz ein und war vehementer Verfechter der Gestaltung der IHKs als Selbstverwaltungseinrichtungen der Wirtschaft mit öffentlich-rechtlicher Basis. Genauso aktiv engagierte sich der DIHT für die Soziale Marktwirtschaft und setzte konsequent gemeinsam mit Bundeswirt-

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schaftsminister Ludwig Erhard diesen so genannten „dritten Weg“ zwischen Planwirtschaft und Kapitalismus um. Dennoch musste der DIHT in den folgenden Jahrzehnten vielfach gegen staatliche Reglementierungen vorgehen. Getreu seiner Tradition forcierte der DIHT in den folgenden Jahrzehnten den weltweit freien Handel. In der Wiederaufbauzeit kam ihm dabei aufgrund seiner konsequent freihändlerischen Haltung eine entscheidende Bedeutung bei der Neugestaltung der außenwirtschaftlichen Beziehungen zu. Dafür standen die bekannten Unternehmer, die sich stets an die Spitze des Verbandes im Ehrenamt stellten.

Wiedervereint Nach der Wiedervereinigung kam dem DIHT erneut eine „Wiederaufbaurolle“ bei der Neuerrichtung der IHKs in den neuen Ländern zu. Im Zuge der Entscheidung für Berlin als deutscher Parlaments- und Regierungssitz wechselte der DIHT 1999 nach Berlin. Zwei Jahre später wurde der Name in „Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)“ umgewandelt. Im 150ten Jahr seines Bestehens stellt sich der Dachverband der deutschen Industrie- und Handelskammern den wandelnden Aufgaben der Wirtschaftspolitik und vertritt die deutsche Wirtschaft im In- und Ausland. In gelebter Tradition bleibt der DIHK Garant für die Soziale Marktwirtschaft, an deren Erfolg er maßgeblichen Anteil hatte. Dr. Ulrich S. Soénius, Vorstand und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln, die auch die historischen Archivalien des DIHK aufbewahrt. Die Stiftung RWWA errichtet zum Jubiläum eine Wanderausstellung zur Geschichte des DIHK, die erstmals im März in Berlin zu sehen ist.

Sonderbriefmarke erscheint zum 150jährigen DHK-Jubiläum Aus Anlass des 150jährigen DIHK-Jubiläums gibt das Bundesministerium der Finanzen eine Sonderbriefmarke heraus. Die offizielle Vorstellung erfolgte am 22. März 2011 im DIHK durch Bundesfinanz­ minister Dr. Wolfgang Schäuble. Die Marke hat einen Wert von 1,45 Euro und wird dann ab Anfang Mai 2011 an allen Postschaltern zu kaufen sein – in einer Auflage von ca. fünf Millionen Exemplaren. Auf der Sonderbriefmarke werden alle Hauptstandorte der 80 IHKs genannt. Aus etwa 1 200 eingereichten Vorschlägen für Sonderbriefmarken in diesem Jahr wurden nur 50 realisiert. Ein zwölfköpfiger Kunstbeirat wählte aus 29 Motiventwürfen von fünf Künstlern das vorliegende Motiv aus. Parallel gibt die Deutsche Post AG einen so genannten „Jubiläumsbrief“ heraus. Auf einem C5-Umschlag ist die Sondermarke mit Ersttagsstempel versehen, im Umschlag enthalten ist auf einer DIN-A4-Seite ein Text zur DIHK-Geschichte, eine Chronologie mit wichtigen Daten sowie eine Auswahl historischer Fotos. Dieser Jubiläumsbrief geht in einer Auflage von 13 000 Exemplaren an Briefmarkensammler, kann aber auch von Jedermann über das Internet bestellt werden.

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Hohe Spritpreise belasten die Verkehrsbranche Am 5. März 2011 fand im IHK-Bildungszentrum in Suhl die jährliche Fachtagung für Güter-, Möbelverkehr und Logistik in Suhl statt. Zu dieser Veranstaltung hatte der Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes (LTV) e.V. gemeinsam mit der IHK Südthüringen interessierte Vertreter der Verkehrsbranche eingeladen. Rund 70 Teilnehmer aus dem Güterkraft- und Logistikgewerbe waren dieser Einladung gefolgt. Einer der Themenschwerpunkte der Veranstaltung lag in der Konjunkturellen Auswertung der wirtschaftlichen Lage des Verkehrsgewerbes, durch den stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen, Volkmar Ludewig. Das aktuelle Konjunkturklima stellt sich für 42 Prozent der befragten Verkehrs-Unternehmen als gut und für 46 Prozent der Unternehmen als zumindest unverändert dar. Rund 70 Prozent der befragten Verkehrsunternehmen arbeiten kostendeckend oder erzielen sogar einen Gewinn. Die Kapazitätsauslastung ist zur letzten Umfrage ebenfalls gestiegen: 88,5 Prozent der Unternehmen erreichen durchschnittlich einen Auslastungsgrad von über 70 Prozent. Als größtes Risiko in der wirtschaftlichen Entwicklung sehen 51 Prozent aller befragten Unternehmen steigende Energie- und Rohstoffpreise. Die in den

vergangenen Tagen deutlich gestiegenen Benzinund Dieselpreise waren auch die vorherrschenden Gesprächsthemen der anwesenden Fuhrunternehmer. Denn besonders betroffen ist vor allem die Verkehrsbranche, jeder Spediteur, Taxiunternehmer und Kurierdienst. Transportunternehmer Alexander Weber aus Hildburghausen sagte: „Wir bekommen die höheren Kraftstoffpreise schmerzhaft zu spüren. An dieser Stelle verlange ich mehr Einflussnahme der Verbände und der Politik auf diese Entwicklung.“ Alexander Weber fordert stellvertretend für viele Anwesende eine steuerliche Entlastung bei den Spritpreisen. Thoralf Eschrich Geschäftsführer der Eschrich - Logistik & Service GmbH aus Zella-Mehlis sagt:“ Der Staat ist gegenwärtig größter Profiteur bei diesen spekulativen Preissteigerungen.“ Bei einem aktuellen Dieselpreis von 1,45 Euro verdient der Staat rund 0,75 Euro pro Liter. Dieser setzt sich aus der festgeschriebenen Energiesteuer von 47,04 Cent auf einen Liter Diesel und 19 Prozent Umsatzsteuer zusammen. „Der Fiskus verdient ordentlich am gestiegenen Spritpreis mit. Doch die Erklärung der Mineralölindustrie, die politische Krise in Arabien sei am höheren Barrelpreis schuld und der wiederum sei für den steigenden Benzinpreis verantwortlich, führt in die Irre“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Pieterwas. Die Rohölmengen,

die Libyen liefern kann, sind zu gering, um einen Einfluss auf den weltweiten Ölpreis zu haben. In Deutschland lag der Spritpreis zuletzt 2008 auf dem heutigen Niveau. Aber damals kostete ein Barrel Öl etwa 150 Dollar; heute sind es weniger als 110 Dollar. „Die Ölkonzerne missbrauchen die politische Krise in Arabien und ihre Marktmacht, um die Preise und damit ihre Gewinne zu erhöhen“, so Pieterwas. Weitere Referenten der Fachtagung waren Martin Kammer vom Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes und Frank Weiß vom Landesbetrieb für Arbeitsschutz. Die Präsentationen der Referenten mit vielen weiteren Informationen finden Sie auf der Internetseite der IHK Südthüringen unter:

15250 Ihr Ansprechpartner: Lukas Kimel S 03681 362-132 Y kimel@suhl.ihk.de

„Geschäftserfolge durch strategische Unternehmensführung“

V. Wirtschaftskonferenz am 12. Mai 2011 im Congress Centrum Suhl Programm 07:30 Uhr Einlass im Foyer des Saales Simson 08:00 Uhr Begrüßung und Eröffnung der Wirtschaftskonferenz, Vorstandsvorsitzender des Vereines „Mittelstandsvereinigung pro Südthüringen e.V.“, Roland Weidner, Oberbürgermeister der Stadt Suhl, Dr. Jens Triebel 08:15 Uhr Die Beziehung Unternehmer - Bank intensivieren, Prof. Dr. Anton Schmoll, Wien

20 Südthüringische Wirtschaft, 4/2011

09:45 Uhr Die Lage des Mittelstandes in Thüringen, Innovation und Fachkräfte in Süd­ thüringen, Thüringer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, Matthias Machnig 10:15 Uhr Pause/Imbiss, Ausstellungsbesichtigung der Exponate der ausstellenden Unternehmen 11:00 Uhr Regelbrüche für den Geschäftserfolg, Prof. Dr. Arnold Weissman, WeissmanInstitut Nürnberg

12:30 Uhr Podiumsdiskussion u.a. mit Prof. Dr. Weissman ca. 13:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Kontakt: Mittelstandsvereinigung pro Südthüringen e.V. Am Königswasser 8 98528 Suhl S 03681 465923 Y info@mvpro-suedthueringen.de


STANDORTPOLITIK

pro€ent

Neue Marktchancen für Busunternehmen

Das innovative Wirtschaftsfernsehen der IHK Südthüringen

Bundesregierung liberalisiert die Fernbuslinien Reisende sollen zukünftig nach den Plänen der Bundesregierung neben Flugzeug, Bahn und Auto bundesweit ihre Ziele auch mit Fernbuslinien erreichen können. Besonders die Deutsche Bahn erhält damit im Fernverkehr von den meist günstigeren Bussen verstärkte Konkurrenz. Künftig wird es Busunternehmern möglich sein, auf einfachen Antrag Verbindungen durch Deutschland anbieten zu können. Auf einer Strecke können mehrere Anbieter antreten, so dass die Kunden vom zu erwartenden Preiswettbewerb profitieren werden. Auch die Zahl der Haltepunkte wird nicht vorgeschrieben sein. Nicht geöffnet wird der Markt für Regionalstrecken. Der Bund will damit die Verdrängung des mit öffentlichem Geld stark subventionierten Nahverkehrs verhindern. Aus Sicht der IHK Südthüringen ist es ein richtiger Schritt der Bundesregierung, den stark regulierten Markt des Personen-Reisefernverkehrs im Sinne des Verbrauchers weiter zu liberalisieren. Bislang wird die Bahn durch ein Gesetz aus den 30er-Jahren vor Wettbewerb durch Busse geschützt, so dass in Deutschland - anders als etwa in anderen europäischen

Ländern oder den USA – nur vereinzelt Fernbuslinien existieren. „Wenn sich heimische Busunternehmen jetzt geschickt am Markt platzieren und lukrative Routen, wie z. B. Richtung Berlin besetzen, lässt sich dies in ein rentables Geschäftsmodell umsetzen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Pieterwas. Die IHK rechnet damit, dass vor allem kostenbewusste Pkw-Reisende diese Fernbuslinien nutzen werden. Ein Vorteil für den Verbraucher wird am Ende auf jeden Fall stehen. Das Reisen wird günstiger, da die Linien im Allgemeinen deutlich billiger als der Zug angeboten werden können. Außerdem sind Fernbusse ähnlich umweltschonend wie die Bahn. Gleichwohl wird die Bahn durch die Liberalisierung der Fernbuslinien auch selbst profitieren, da sie durch Zukäufe mittlerweile selbst einer der größte Busbetreiber Deutschlands ist.

Ihr Ansprechpartner: Lukas Kimel S 03681 362-132 Y kimel@suhl.ihk.de Themen aus der Wirtschaft der Region einem breiten Publikum in der Region verständlich zu erklären, das ist eines der Ziele von pro€ent dem Wirtschaftsmonitor der IHK Südthüringen. Die ca. halbstündige Sendung wird einmal monatlich produziert. Die Ausstrahlung beim Südthüringer Regionalfernsehen und Rennsteig TV beginnt jeweils am letzten Dienstag im Monat. pro€ent finden Sie auch auf der Homepage der IHK Südthüringen unter www.suhl.ihk.de, hier können Sie sich die einzelnen Beiträge ansehen. Das Team von pro€ent freut sich über Ihr Feedback, Anregungen und Hinweise.

Ihr Ansprechpartner:

© Sascha-Böhnke / pixelio.de

Birgit Hartwig S 03681 362-311 Y hartwig@suhl.ihk.de Südthüringische Wirtschaft, 4/2011 21


AUS- UND WEITERBILDUNG

IHK-Umfrage – Mit Weiterbildung voran von Jan Kuper, DIHK

oder mehr Gehalt (66 Prozent). Mehr als jeder Fünfte davon gibt an, dass die Weiterbildung seinen Arbeitsplatz sichert. 17 Prozent können die gestellten Aufgaben besser bewältigen. Sechs Prozent fanden nach der Weiterbildung einen neuen Arbeitsplatz. Die erreichten Erfolge sind weitgehend unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Alter: So haben zehn Prozent der Absolventen einen Migrationshintergrund. Sie wechselten genauso häufig in höhere Positionen, wie Personen ohne Migrationshintergrund. Auch bei den Gehaltsverbesserungen gab es keine Unterschiede. Ähnliches gilt für Absolventinnen. Ältere profitieren ebenso, wenn auch seltener mit Aufstieg, dafür aber mit einer besseren Bewältigung der Aufgaben und höherer Arbeitsplatzsicherheit. Dies zeigt, Weiterbildung rentiert sich – sowohl für den Einzelnen als auch für die Betriebe.

Rendite von Weiterbildung steigt Aufgrund der demografischen Entwicklung klaffen in den nächsten Jahren Arbeitsangebot und -nachfrage noch weiter auseinander. Weniger Menschen werden mehr leisten müssen, die Lebensarbeitszeiten werden steigen. Der technologische Fortschritt erhöht den Druck, das für die Arbeit benötigte Wissen permanent auf dem neuesten Stand zu bringen. Ständige Qualifizierungsanstrengungen sind gefordert – keiner lernt mehr aus. Das gilt sowohl für die Unternehmen, die in die Qualifikation ihrer Mitarbeiter investieren müssen, als auch für die Arbeitnehmer. Sie müssen eigenverantwortlich handeln, damit sie ihre Beschäftigungsfähigkeit erhalten. Für beide gilt: Es lohnt sich!

Daten und Fakten Zielgruppe der Aufstiegsfortbildung nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) sind in erster Linie dual Ausgebildete, die sich zumeist berufsbegleitend zum Beispiel zu Fachwirten und Fachkaufleuten, Industrie- und Fachmeistern sowie Betriebswirten weiterbilden. Jährlich nehmen rund 65 000 Personen an einer Prüfung vor der IHK teil und knapp 48 000 bestehen sie.

Karriere mit Aufstiegsbildung

© Wolfgang Siewert, Bonn (w.siewert@typoplus.net)

Qualifizierung lohnt sich mehr denn je. Das belegt die 7. Weiterbildungserfolgsumfrage des DIHK, der 11 500 Antworten von Absolventen der Aufstiegsfortbildungen zugrunde liegen. Für Unternehmen zählt in erster Linie das Können – Herkunft, Geschlecht und Alter sind unerheblich. Deutsche Unternehmen suchen derzeit vermehrt nach qualifizierten Fach- und Führungskräften. Aufschwung und demografische Entwicklung verbessern die Karrierechancen und die Beschäftigungsfähigkeit von gut ausgebildeten Leuten. Unternehmen haben zunehmend erhebliche Probleme, Stellen zu besetzen: Bei den Hochqualifizierten gibt es zum Teil schon Engpässe. Gerade bei Absolventen von beruflicher Aufstiegsbildung, zum Beispiel Industrie- und Fachmeistern, Fachwirten und Fachkaufleuten, besteht ein Fachkräftebedarf, der häufiger schon höher ist als das Angebot. In dieser Situation bringt die Investition ins eigene Know-how eine gute Rendite: Der DIHK-Erhebung zufolge verbessern sich mehr als 60 Prozent der Weiterbildungsabsolventen beruflich. Drei bis fünf Jahre nach der Prüfung haben sogar mehr als 70 Prozent der Absolventen profitiert. Die große Mehrheit davon mit einer höheren Position (73 Prozent)

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Der Erfolg motiviert – mehr als drei Viertel der Absolventen streben weitere Weiterbildungen an. Dabei steigt der Anteil derer, die auf Hochschulniveau weiter machen wollen, kontinuierlich an: Waren es 2002 noch 13 Prozent, so sind es inzwischen 22 Prozent. Veränderte Hochschulzugangsregelungen führen dazu, dass auch immer mehr Personen ohne „klassische“ Hochschulzugangsberechtigung studieren wollen. Das geben inzwischen 21 Prozent aller befragten Absolventen mit Mittlerer Reife und 14 Prozent mit Hauptschulabschluss an. Aufstiegsbildung nach Berufsbildungsgesetz ist passgenau: Vier von fünf Absolventen würden sich wieder für das gleiche Weiterbildungsziel entscheiden.

Mit der IHK-Weiterbildungserfolgsumfrage werden Absolventen der Aufstiegsfortbildung regelmäßig nach ihrem beruflichen Werdegang vor und nach der Weiterbildung befragt. Befragt wurden rund 97 000 Absolventen aus 74 IHKs. Das entspricht rund 45 Prozent aller Absolventen der letzten fünf Jahre. Mit gut 11 500 Antworten wurde eine Rücklaufquote von 12,3 Prozent erreicht.

Mit Migrationshintergrund

Ohne Migrationshintergrund

vorher

nachher

vorher

nachher

Einfachere Position, zum Beispiel Sach- oder Facharbeiter, Hauptsachbearbeiter

64 %

41 %

64 %

41 %

Höhere Position, zum Beispiel Gruppen- oder Teamleiter, Meister, Abteilungsleiter, Betriebsleiter oder Geschäftsführer

30 %

53 %

31 %

53 %

Selbstständig

2%

4%

3%

4%

ohne Beschäftigung

4%

3%

3%

2%


AUS- UND WEITERBILDUNG

Karriere mit Berufsausbildung

20 Weiterbildungsstipendien für hervorragende Absolventen Insgesamt 20 Absolventen der Berufsausbildung wurden durch die IHK Südthüringen in das Förderprogramm der Begabtenförderung Berufliche Bildung aufgenommen. Im Gegensatz zu den Vorjahren können nur diejenigen das Stipendium auch tatsächlich in Anspruch nehmen, die sich rechtzeitig nach Erhalt ihrer Aufnahmezusage in einem Onlineportal rückmelden. Die Rückmeldefrist Mitte Februar 2011 haben die ausgewählten 20 Südthüringer Stipendiaten alle eingehalten und können ab sofort ihr Stipendium für Weiterbildungen und auch Sprachreisen nutzen. Wer sich für ein Weiterbildungsstipendium ab 2012 bewerben möchte, muss zum Aufnahmezeitpunkt jünger als 25 Jahre sein (Ausnahme: durch Anrechnung von Grundwehr- oder Zivildienst, Elternzeit

u. a. kann die Aufnahme auch bis zu drei Jahre später erfolgen) und folgende Kriterien erfüllen:  die Berufsabschlussprüfung wurde mit mindestens 87 Punkten bzw. der Durchschnittsnote 1,9 oder besser bestanden oder  bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb wurde einer der Plätze 1 bis 3 belegt oder  die besondere Qualifizierung wird durch einen begründeten Vorschlag des Arbeitgebers oder der Berufsschule nachgewiesen Ein Rechtsanspruch auf die Aufnahme in die Begabtenförderung besteht nicht. Bewerbungsschluss für 2012 ist der 30. November 2011.

200. Bildungsprämiengutschein in Höhe von 500 Euro vergeben Hohe Nachfrage nach Prämiengutscheinen seit Jahresbeginn Die IHK Südthüringen als anerkannte Prämienberatungsstelle des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat seit Jahresbeginn soviel Nachfrage nach der Bildungsprämie wie nie zuvor zu verzeichnen – vor allem von Weiterbildungsaktiven, die die Prämie auch im letzten Jahr schon genutzt haben. Der insgesamt 200. Prämiengutschein wurde Mitte Februar dieses Jahres übergeben. Wer die Bildungsprämie nutzen möchte, beantragt vor der verbindlichen Anmeldung zu einer Weiterbildung einen Prämiengutschein bei einer der 600 bundesweiten Beratungsstellen.

Informationen und Antragsunterlagen erhalten Sie bei:

Ihr Ansprechpartner: Antje da Silva Santos S 03681 362-425 Y santos@suhl.ihk.de

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Christopher Müller ist einer der acht besten Zerpanungsmechaniker aus der Winterprüfung 2010/2011. Er lernte 3 ½ Jahre bei dem Unternehmen Geräte- und Pumpenbau GmbH Dr. Eugen Schmidt in Merbelsrod und verfehlte nur knapp die Note 1 im Gesamtdurchschnitt. Insgesamt 600 Auszubildende nahmen im Februar an der Abschlussprüfung teil. Von den 400 Auszubildenden im gewerblichtechnischen Bereich haben 354 die Prüfung bestanden, das ist eine Bestehensquote von 88,5 Prozent. Bei den 200 Prüflingen im kaufmännischen Bereich lag die Bestehensquote bei 74,5 Prozent.

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AUS- UND WEITERBILDUNG

Ausgewählte Seminare und Lehrgänge Social Media im Tourismusmarketing

Souveräne Rhetorik

Das Seminar behandelt die Chancen und Möglichkeiten sozialer Medien im Tourismus. Thematisiert werden nicht nur die Unterschiede zum klassischen Tourismusmarketing und die Entwicklung einer entsprechenden Marketingstrategie, sondern auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und wichtige Verhaltensregeln für die Umsetzung. Den Teilnehmern werden somit die elementaren Kenntnisse vermittelt, um die sozialen Marketinginstrumente für das eigene Unternehmen sicher nutzen zu können. Am Computer erstellen die Teilnehmer im zweiten Teil des Seminars eigene Unternehmensprofile in den wichtigsten sozialen Medien, die sie für ihre Marketingarbeit weiterverwenden können.

Die beste Idee, das schlagkräftigste Argument nützt nichts, wenn Sie nicht in der Lage sind, es selbstsicher, schlüssig vorzutragen und aufzutreten. Dazu gehört neben dem WAS und WIE Sie etwas sagen, eine ganze Anzahl weiterer Punkte. Nicht jedem wurden die Voraussetzungen für sicheres Auftreten und gekonnte Argumentation in die Wiege gelegt. Dieses Seminar zeigt Ihnen Wege, um mit leicht erlernbaren Mitteln und Techniken, Ihren eigenen Erfolg bei Diskussionen, Reden, Verhandlungen und Vorträge zu steigern.

Termin: 16. Mai 2011 Ort: IHK-Bildungszentrum, Suhl

Termin: 18. und 19. Mai 2011 Ort: IHK-Bildungszentrum, Suhl

Fundierte Kenntnisse der Buchführung sind für kaufmännische Angestellte und Selbstständige unverzichtbar. Sie sind die Eckpfeiler einer soliden kaufmännischen Grundausbildung. In diesem berufsbegleitenden Abendlehrgang (8 x 4 Unterrichtsstunden) werden Ihnen die Grundzüge der doppelten Buchführung vermittelt. Es wird praxisnah gearbeitet und viel geübt.

© Carsten Reisinger Fotolia.com

Grundlagen der Buchführung Ihr Ansprechpartner: Antje da Silva Santos S 03681 362-425 Y santos@suhl.ihk.de

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Beginn: 2. Mai 2011 Ort: IHK-Bildungszentrum, Suhl

Verwaltung von Datenbanken mit MS-Access Der berufsbegleitende Lehrgang „Verwaltung von Datenbanken mit MS-Access“, immer montags von 17:00 bis 20:15 Uhr, startet als Grundkurs mit 20 Unterrichtsstunden und kann als Aufbaukurs mit weiteren 20 Unterrichtsstunden ab 7. November 2011 fortgesetzt werden. Praxisnahe Erstellung von Datenbanken verbunden mit der Schaffung wertvollen Basiswissens zum Umgang mit relationalen Datenbankmanagementsystemen zeichnen diesen Lehrgang aus.

© Thorben-Wengert / pixelio.de

Termin: 30. Mai 2011 Ort: IHK-Bildungszentrum, Suhl Ihr Ansprechpartner: Sandro Schilling S 03681 362-426 Y schilling@suhl.ihk.de


INNOVATION | UMWELT

Gut zu wissen… Thüringer Technologieförderung fördert Forschungsaufträge von Unternehmen an Forschungsdienstleister Die Förderprogramme der Thüringer Aufbaubank sind an sich gut genutzt. Allein 2010 wurden 41 Mio. Euro FuE-Fördergelder aus den Richtlinien „Einzelbetriebliche Technologieförderung“, „Förderung von Personal in Forschung und Entwicklung“ und Technologiescouts bewilligt. Der Großteil der Summe geht in die Unterstützung von Projekten, in denen die Unternehmen z. B. mit eigenem Personal einen erheblichen Teil der Leistung erbringen (Verbundforschung, einzelbetriebliche FuE-Projekte). Die Richtlinie zur einzelbetrieblichen Technologieförderung bietet aber auch die Förderung der Ausgaben für einen Forschungsauftrag an, der vollständig an Dritte vergeben wird. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können solche Aufträge an beliebige Hochschulen und Forschungseinrichtungen des In- und Auslandes auf Antrag

mit bis zu 35 Prozent der Ausgaben bezuschusst bekommen. (Die Höchstfördersumme beträgt 1 Mio. Euro.) Auch der Erwerb von Patenten, die im Zusammenhang mit der Erfüllung des Forschungsauftrages stehen, kann mit bis zu 35 Prozent gefördert werden. Hier ist die Höchstsumme 100.000 Euro. Diese Fördermöglichkeiten werden in der Richtlinie als Vorhaben des Technologietransfers bezeichnet. Mit der Änderung der Personalförderrichtlinie vom 31. Januar 2011 kann die Arbeit von „Forschergruppen“ zu 100 Prozent gefördert werden, wenn das zu bearbeitende Thema für die Zukunft der Thüringer Industrie von grundlegender Bedeutung ist. Diese Bedeutung ist durch die Begleitung durch Thüringer Unternehmen zu belegen. Der Antrag selbst ist durch die Forschungseinrichtung zu stellen.

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Die Fördertatbestände der Richtlinie Förderung von Personal in FuE der Thüringer Aufbaubank: 1. Ausgaben für Thüringen-Stipendien 2. Personalausgaben für neueinzustellende Innovationsassistenten 3. Ausgaben für Thüringen-Stipendium Plus 4. Ausgaben für die Ausleihe von hochqualifiziertem FuE-Personal 5. Ausgaben für die Entsendung von FuE-Personal 6. Ausgaben für die Anschubfinanzierung von Kooperations- und Netzwerkbeziehungen 7. Ausgaben für Forschergruppen

Änderungen im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand Nach Auslauf der im Rahmen des „Pakts für Beschäftigung und Stabilität in Deutschland zur Sicherung der Arbeitsplätze, Stärkung der Wachstumskräfte und Modernisierung des Landes“ (Konjunkturpaket II) und mit der Ergänzung der Richtlinie zum Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) vom 3. Februar 2009 umgesetzten erweiterten Fördermöglichkeiten wurde diese Richtlinie für alle Anträge ab dem 1. Januar 2011 neu gefasst. Die wesentlichen Änderungen betreffen den Kreis der Antragsberechtigten. Unternehmen, die im ZIM gefördert werden wollen, müssen als Kleine (bis 50 Beschäftigte) oder Mittlere (50 bis 249 Beschäftigte) Unternehmen gelten. Die Antragstellung von Förderungen aus der Förderlinie ZIM Solo bleibt für Unternehmen aus den alten Ländern möglich. Ein wichtiger Vorteil im Vergleich zu anderen Programmen bleibt die Förderung der Personalausgaben für Geschäftsführer und Inhaber, auch ohne

feste Entlohnung (Einzelunternehmer). Dazu heißt es in der Richtlinie: „Gehaltskosten sind bis max. 80.000 Euro pro Person und Jahr zuwendungsfähig. Soweit Geschäftsführer oder Firmeninhaber im Projekt tätig werden, dürfen hierfür nur Personaleinzelkosten von entsprechend vergleichbaren leitenden Mitarbeitern im Projekt verrechnet werden.“

Ihr Ansprechpartner: Volker Hirsch S 03681 362-413 Y hirsch@suhl.ihk.de

Aktuell gelten folgende maximale Fördersätze: Unternehmensgröße und Standort

Einzelbetriebliche Projekte Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen, mit Auftragsvergabe Kooperationsprojekte mit Forschungseinrichtung(en) Verbundprojekte (mind. 4 Unternehmen und 2 Forschungseinrichtungen)

kleine Unternehmen in 40 % alten Bundesländern

45 %

kleine Unternehmen in 45 % neuen Bundesländern

50 %

mittlere Unternehmen in 35 % alten Bundesländern

40 %

mittlere Unternehmen in 35 % neuen Bundesländern

45 % Südthüringische Wirtschaft, 4/2011 25


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„Kreativwirtschaft“ 8. Forschungs- und Technologieforum Thüringen am 12. Mai 2011 Die Forschungs- und Technologieforen der Landesarbeitsgemeinschaft der Thüringer IHKs und des Forschungsund Technologieverbundes Thüringen e. V. (FTVT) zeichnen sich traditionell durch ihre Nähe zur betrieblichen Praxis aus. Auch die achte Auflage wird mehr Erfahrungsaustausch als Dozieren von der Kanzel sein. Der Präsident der IHK Südthüringen, Dr. Peter Traut, wird für die Landesarbeitsgemeinschaft der Thüringer IHKs die Rolle des Gastgebers übernehmen. Wirtschaftsminister Matthias Machnig stellt in einem Vortrag den "Trendatlas" für Thüringen vor. Weitere Referenten:  Dr. Michael Söndermann, Geschäftsführer Büro für Kulturwirtschaftsforschung Köln  Daniel Brochwitz, Geschäftsführer der KIDS interactive GmbH, Erfurt  Prof. Dr. Dr. Karlheinz Brandenburg, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie Ilmenau  Dr. Ralf-Uwe Bauer, Geschäftsführender Direktor des TITK und Technischer Vorstand der smartfiber AG, Rudolstadt  Dr. Sabine Sändig, Geschäftsführerin ifw Jena GmbH  Prof. Dr. Andreas Gebhard, Fachhochschule Aachen

Ort: KinderMedienZentrum Erich-Kästner-Straße 1 99094 Erfurt Die Veranstaltung ist kostenlos. Die Anmeldung ist über den unten stehenden Ansprechpartner oder im Internet möglich (www.suhl.ihk.de, Veranstaltungen der Fachbereiche). Unter dieser Adresse finden Sie auch das vollständige Programm. Ihr Ansprechpartner: Volker Hirsch S 03681 362-413 Y hirsch@suhl.ihk.de

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Elektromobilität - Chancen für Wirtschaft und Kommunen Die Arbeitsgemeinschaft der Thüringer IHKs war Mitinitiator der Fachtagung „Elektromobilität – Chancen für Wirtschaft und Kommunen“ am 3. März 2011 in Erfurt. Rund 180 Fachleute diskutierten auf dieser Tagung die Gegenwart und Zukunft der Elektromobilität. Eine Millionen Elektrofahrzeuge sollen 2020 auf Deutschlands Straßen rollen (bei 59 Millionen Fahrzeugen mit herkömmlicher Technik). Dieses Ziel der Bundesregierung, so die Experten aus Forschung, Industrie und Energiewirtschaft während der Fachtagung, sei zu erreichen. Prof. Dr. Klaus Augsburg, Prorektor der TU Ilmenau und Leiter des Kompetenzzentrums Green Mobility, sieht weiterhin ein wichtiges Forschungsfeld im Bereich herkömmlichen Technik, auf die ihm zufolge in den nächsten Jahrzehnten nicht verzichtet werden kann. Weitere Effizienz steigernde Entwicklungen bei Fahrzeugkomponenten wie Karosserieteile, Antriebe, Bremsen oder Kraftübertragung und intelligente Informationstechnologien seien nötig und möglich, um den Verbrauch und die Emissionen bei Verbrennungsmotoren weiter deutlich zu senken. Darüber hinaus müsse die Forschung alternativer Antriebe technologieoffen bleiben und dürfe sich nicht auf nur eine Technologie festlegen. Seiner Einschätzung nach wird das Elektrofahrzeug aufgrund der geringen Reichweite seinen Markt vor allem im

städtischen Kurzstreckensegment finden. Als größte technische wie preisliche Bremse der Elektromobilität sieht Augsburg die Batterie. Obwohl Thüringen nicht zu den acht vom Bund geförderten Modellregionen gehört, versicherte Verkehrsminister Christian Carius die Unterstützung des Landes und berichtete vom eigenen E-Mobility-Pilotprojekt in Erfurt. In den Impulsvorträgen, Arbeitsgruppen und der abschließenden Podiumsdiskussion wurde eines deutlich: Technisch gibt es in Sachen E-Mobility weniger Probleme als vielmehr Herausforderungen, die gelöst werden können.

Ihr Ansprechpartner: Thomas Kemmerzehl S 03681 362-174 Y kemmerzehl@suhl.ihk.de


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Freistaat Thüringen startet Energieeffizienzoffensive Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat Mitte Februar 2011 seine Energieeffizienzoffensive für die Thüringer Industrie gestartet. Kleinen und mittleren Unternehmen soll ermöglicht werden, Potenziale für Energieeinsparungen zu erkennen und zu nutzen, sowie Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit dauerhaft im betrieblichen Handeln zu verankern. Kern der Offensive ist ein Förderprogramm für Energieberatungen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Die neue "Richtlinie zur Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen in KMU" soll einen effektiven Beitrag zur Erreichung der nationalen Klimaschutzverpflichtungen und zur Ausweitung der Nutzung erneuerbarer Energien im produktiven Bereich leisten. Die Beratung soll sich dabei neben den klassischen Bereichen Klimatisierung, Gebäude und Beleuchtung besonders auch auf die Betrachtung der Produktionsprozesse beziehen.

Förderfähig sind:  Die unabhängige Energieeffizienzberatung für Unternehmen, auf Basis einer messtechnisch gestützten, qualifizierten energetischen Prozess- und Gesamtanalyse. Durch umfassende Auswertung der Daten sollen Effizienzpotenziale aufgezeigt und durch konkrete Maßnahmepläne energie- und kostensparende Verbesserungen

Die nachfolgende Tabelle zeigt die wichtigsten Förderkonditionen: Fördergegenstand

Antragsberechtigte Förderquote

max. Fördersumme

messtechnisch gestützte, qualifizierte und unabhängige Unternehmensberatung zur Energieeffizienz

kleine und mittlere Unternehmen

70 % des förderfähigen Tageshonorars (Maximalzuschuss 560 Euro pro Tag)

6.000 Euro

70 % für die Kosten der Messtechnik (Maximalzuschuss 200 Euro pro Tag für Gerätenutzung)

2.000 Euro

70 % des förderfähigen Tageshonorars (Maximalzuschuss 560 Euro pro Tag)

1.600 Euro

unabhängige technische kleine und mittlere Beratung zur Vorbereitung Unternehmen und zum Abschluss von Energiespar-Contractingverträgen

ermöglicht werden. Dabei stehen nachhaltige Wirkungen durch Etablierung eines Energiemanagementsystems im Mittelpunkt.  Die unabhängige technische Beratung zur Vorbereitung und zum Abschluss von Contractingverträgen zur rationellen Energienutzung, mit dem Ziel energetische und wirtschaftliche Reserven (inklusive Finanzierung, Planung, Errichtung und Betreuung) durch externe Energiedienstleister zu erschließen. Ein optimal angepasstes Energiespar-Contracting ist als Instrument zur schnellen Umsetzung auch investiver Maßnahmen besonders geeignet.

 Aufbauberatungen zur Realisierung von Maßnahmen, Erfolgskontrolle zurückliegender Maßnahmen und zur Erreichung der nächsten Effizienzstufe. Die Zuwendung wird als projektbezogener und nicht rückzahlbarer Zuschuss in Form einer Anteilfinanzierung zu den Beratungskosten (max. 560 Euro je Beratertag) und den Kosten des Messgeräteeinsatzes gewährt. Ihr Ansprechpartner: Thomas Kemmerzehl S 03681 362-174 Y kemmerzehl@suhl.ihk.de

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3. Deutsch-Amerikanische Energietage am 12./13. Mai 2011

Unter dem Titel „Global Energy Challenges – Transatlantic Business Opportunities“ informieren die „3. Deutsch-Amerikanischen Energietage“ (DAE) am 12. und 13. Mai 2011 im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin über den US-Markt für erneuerbare Energien und Systemintegration. Veranstalter sind die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) und die Deutsch-Amerikanischen Handelskammern (AHK USA).

Am ersten Konferenztag geben Experten aus Deutschland und den USA einen praxisorientierten Überblick über den US-Energiemarkt, die Integration erneuerbarer Energien in das Energiesystem und die Finanzierung von Erneuerbare-EnergienProjekten. Der zweite Tag thematisiert Markteintrittsstrategien wie auch Förderprogramme in den US-Bundesstaaten und bietet vertiefende Foren zu den Märkten für Solar-, Wind- und Bioenergie. Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Rainer Brüderle wird die Konferenz eröffnen. USBotschafter Philip D. Murphy wird zum transatlantischen Energiedialog sprechen. Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, wird den Abendempfang eröffnen.

Gefördert wird die zweitägige Konferenz durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen der Exportinitiativen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie im Internet unter:

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INTERNATIONAL

Hermesdeckungen Exportkreditgarantien des Bundes Interview mit Igor Sufraga, Berater im Außendienst für die Exportkreditgarantien des Bundes, Euler Hermes Kreditversicherungs-AG Herr Sufraga, bitte erklären Sie kurz was Hermesdeckungen sind. I. Sufraga: Hermesdeckungen sind staatliche Exportabsicherungen, mit denen deutsche Unternehmen ihre Lieferungen ins Ausland vor einem Zahlungsausfall schützen können. Im Ausland sind die Risiken oftmals viel komplexer und schwerer einzuschätzen. Wenn zusätzlich zum wirtschaftlichen Risiko auch noch politische Gründe zu einem Forderungsausfall führen können, ist eine Absicherung sinnvoll. Hermesdeckungen werden vor allem bei Märkten mit erhöhtem Risiko wie z. B. Entwicklungs- und Schwellenländern eingesetzt.

Warum unterstützt die Bundesregierung mit den Hermesdeckungen die Exporteure? I. Sufraga: Ein nicht gedecktes Exportgeschäft reißt im Fall des Forderungsverlustes eine empfindliche Lücke in die Bilanz. Durch die Hermesdeckungen haben Exporteure die Möglichkeit, Exportkredite gegen das Risiko des Forderungsausfalls aus wirtschaftlichen und politischen Gründen abzusichern. Die Bundesregierung unterstützt die ExportAnzeige

wirtschaft bei der Erschließung von Absatzmärkten und trägt dazu bei, dass Handelsbeziehungen mit dem Ausland auch im Falle erhöhter Risiken aufrechterhalten werden können.

Welche Vorteile ergeben sich aus einer Hermesdeckung? I. Sufraga: Erstens werden Exportgeschäfte mit als risikoreich eingeschätzten Märkten dadurch vielfach erst ermöglicht. Zweitens können Exporteure ihren Kunden attraktive Zahlungsbedingungen einräumen. Und drittens ist es in Zusammenarbeit mit einer Bank auch möglich, eine Finanzierung des Geschäfts anzubieten. Dies kann sowohl für den ausländischen Kunden interessant sein, als auch für die eigene Refinanzierung bei größeren Projekten, die sonst nicht zu bewerkstelligen wären. Damit stärken Exporteure ihre Position im internationalen Wettbewerb.

Wer kann Exportkreditgarantien in Anspruch nehmen? I. Sufraga: Exportkreditgarantien werden gegenüber deutschen Exporteuren übernommen. Das sind also alle Unternehmen, unabhängig von Größe und Betriebsalter. Die Bundesregierung möchte vor allem kleine und mittelständische Unternehmen unterstützen. Wir wissen, dass etwa 75 Prozent aller Anträge von kleinen und mittelständischen Unternehmen gestellt werden. Auch bei großen Exportgeschäften sind in der Regel viele kleinere Unternehmen als Zulieferer beteiligt.

Warum empfehlen Sie Hermesdeckungen? I. Sufraga: Viele der Firmen suchen nach neuen Absatzmärkten. Doch die Risiken von Geschäften mit Partnern in unbekannten Ländern sind völlig anders und schwerer einzuschätzen. Deshalb sind die Überlegungen zu einer Exportabsicherung für ein verantwortungsvolles Risikomanagement und eine moderne Unternehmensführung unverzichtbar.

Gibt es spezielle Absicherungsmöglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen? I. Sufraga: Hermesdeckungen berücksichtigen besonders die Anliegen von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Für kleine und mittel-

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ständische Unternehmen eignen sich insbesondere die Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung (APG). Seit Jahresanfang erleichtert die Finanzkreditdeckungexpress den Zugang zu Finanzierungsangeboten bei Ausfuhrgeschäften bis 5 Mio. Euro. Die Avalgarantie hilft den Exporteuren, die im Auslandsgeschäft üblichen Garantien beizubringen. Dies bedeutet insbesondere für kleine und mittelständische Exporteure eine wesentliche Liquiditätsverbesserung. Die Lieferantenkreditdeckung ist für einzelne Exportgeschäfte gedacht und unabhängig von der Größe des Auftrags.

Welche Neuerungen gibt es bei den Hermesdeckung? I. Sufraga: Wie schon erwähnt ist zum Jahresanfang die Finanzkreditdeckung-express eingeführt worden. Außerdem steht seit kurzem ein Antragsformular auf der Website zur Verfügung, dass nur die Aspekte abfragt, die für den jeweiligen Antrag wichtig sind. Damit wird das gesamte Antragsverfahren deutlich einfacher. Während der Finanzkrise gab es die Möglichkeit, den Selbstbehalt bei Lieferantenkreditdeckungen gegen einen Prämienaufschlag auf 5 Prozent zu reduzieren. Diese Option wurde jetzt bis Ende 2013 verlängert.

Wie können Exporteure die Hermesdeckungen kennen lernen? I. Sufraga: Wir Außendienstberater sind direkt vor Ort persönliche Ansprechpartner für die Exporteure. Dabei können Details für die Absicherung von Exportgeschäften kostenlos und individuell besprochen werden. Eine weitere Möglichkeit sind die Veranstaltungen, die regelmäßig zu bestimmen Themen durchgeführt werden. Außerdem gibt es umfassende Informationen über die Exportkreditgarantien per Internet unter der Adresse www.agaportal.de.

Wie können Sie erreicht werden? I. Sufraga: Ich bin über die Niederlassung Berlin zu erreichen und komme selbstverständlich gern in jedes Unternehmen in der Region Südthüringen. Igor Sufraga Friedrichstadt Passagen - Quartier 205 Friedrichstraße 69, 10117 Berlin  030 2094-5357  info@exportkreditgarantien.de

Ihr Ansprechpartner in der IHK Südthüringen: Tilo Werner  03681 362-203  werner@suhl.ihk.de


INTERNATIONAL

Außenwirtschaftsförderung 2011 Änderungen der Richtlinie beachten Die Thüringer Außenwirtschaftsförderung ist für die Südthüringer Unternehmen seit Jahren ein wichtiges Instrument zur Unterstützung bei der Erschließung und Festigung ausländischer Märkte. Trotz knapper Haushaltkassen wurden im 4. Quartal 2010 durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie (TMWAT) erste Fördermittel für 2011 bereit gestellt. Die IHK Südthüringen konnte aus diesen Mitteln 64 Anträge auf Messeförderung in Höhe von 215.000 Euro bewilligen.

Die Marktzugangsdatenbank Market Access Database (MADB) wird seit ihrem Geburtsjahr 1996 regelmäßig und umfangreich erweitert. Die Datenbank hat sich zu einem gerade in Deutschland viel genutzten Hilfsmittel für Exporteure entwickelt. Täglich nutzen mehr als 1 700 Personen die Mehrfachdatenbank. Erweiterung und ständige Überarbeitung sind Garanten für den Erfolg bei den Praktikern des internationalen Warenaustauschs. Zuletzt sind zu Beginn des Jahres 2011 im Bereich der Importformalitäten von Drittstaaten (Exporter‘s Guide) 26 weitere Länder ergänzt worden; das ergibt 100 Staaten in diesem Datenbankteil. Über die Einfuhrabgaben (Zölle und Steuern) in ebenfalls ungefähr 100 Ländern der Welt informiert die Applied Tariffs Database. Darüber hinaus gibt es noch das Register der festgestellten Handelshemmnisse (Trade Barriers Database)

Ihr Ansprechpartner in der IHK Südthüringen: Ulrike Karl  03681 362-235  karl@suhl.ihk.de ©G

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Market Access Database erweitert

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Nähere Informationen unter:

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Seit Mitte März stehen nun auch Fördermittel für 2011 gestellte Anträge zur Verfügung. Gleichzeitig wurde die Thüringer Außenwirtschaftsförderung auf Grundlage der Richtlinie des TMWAT vom 1. April 2007 (ThürSt.Anz. 15/2007) ab diesem Jahr auf die Bereiche der einzelbetrieblichen Messeförderung und die Förderung von Imagemaßnahmen zur Ersterstellung von Internetpräsentationen beschränkt. Die Förderung anderer Imagemaßnahmen sowie die Förderung von Außenwirtschafts- und Marketingberatungen sind nicht mehr möglich.

Im Einzelnen erfolgte zudem im Segment der einzelbetrieblichen Messeförderung eine Anpassung der Förderbedingungen. Hier können Südthüringer Unternehmen bei drei Messebeteiligungen pro Jahr und Unternehmen unterstützt werden. Dabei wird die Beteiligung eines Unternehmens an einer bestimmten Messe ab 2011 auf insgesamt drei Teilnahmen beschränkt. Die Zuwendung für Standmiete und Standbau mit einem Fördersatz von 50 % errechnet sich zukünftig aus einer Fläche von max. 40 m² und einem Quadratmeterpreis von max. 250,00 Euro.

mit der dazugehörigen Anzeigeplattform für die EU-Kommission „Complaint Register“ sowie die „Statistical Database“ mit dem vollen Programm der Zahlen zu den Handelsbeziehungen. Die Benutzung des englischsprachigen Datenkolosses ist kostenfrei. Der Zugang kann über http://www.zoll.de/ oder http://madb.europa.eu erfolgen. (Mendel-Verlag)

GEORGIEN: Warentransport im Handgepäck verboten Das georgische Finanzministerium erklärte, dass von nun ab auch kleine Mengen an Waren, die nicht deklariert sind, nicht mehr im Personenverkehr über die Grenze nach Georgien eingeführt werden dürfen. Die stellvertretende Finanzministerin Rusudan Kemularia erklärte hierzu, dass Schmuggel und unfairer Wettbewerb mit dieser Maßnahme eingeschränkt werden sollen. Damit müssen nun fast alle im Ausland gekauften Waren angemeldet werden. Die Zollbeamten haben nun mehr Vollmacht zu entscheiden, was ihrer Ansicht nach für den Privatgebrauch bestimmt ist. (DWVG)

Publikationen-Tipp Exportverträge richtig gestalten Schnelles Geld ist im Auslandsgeschäft generell nicht zu verdienen. Der Einstieg in neue Märkte ist oft schwierig und häufig mit Risiken behaftet. Insbesondere rechtliche Fallstricke können im Nachhinein die Freude über einen Geschäftsabschluss trüben. Der Leitfaden „Vertragsgestaltung im Exportgeschäft“ befasst sich mit typischen Fragen, die vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen regelmäßig aufkommen. Die inhaltliche Abfassung von Verträgen wird in der Praxis oftmals vernachlässigt. Nur wenige holen bei der Vertragsgestaltung anwaltlichen Rat ein. Häufig wird auch darauf vertraut, dass schon alles irgendwie gut gehen wird. Doch damit begibt man sich auf ganz dünnem Eis. Um in solchen Fällen nicht einzubrechen, will der Leitfaden für die Problemfelder sensibilisieren und wichtige Hilfestellungen geben. Dazu gehört auch das Thema „UN-Kaufrecht“. Viele Unternehmer wissen gar nicht, was es damit auf sich hat. Doch hier lauert eine große Gefahr und im Streitfall droht ein böses Erwachen. Dabei bietet es durchaus Vorteile, Verträge unter das UN-Kaufrecht zu stellen, wenn es richtig angewendet wird. Ein weiterer Punkt sind die seit dem 1. Januar 2011 geltenden INCOTERMS 2010, die vertragliche Pflichten von Käufer und Verkäufer regeln und regelmäßig juristischen Sprengstoff liefern. Weitere Themen sind u. a. der Zugang zu Auslandsmärkten, Risiken und Absicherung des Exportgeschäfts, Zusammenarbeit mit Vertriebshändlern/Handelsvertretern sowie Zoll, Exportvorschriften und Genehmigungspflichten. Die DIHK-Publikation „Vertragsgestaltung im Exportgeschäft“ (A5, 84 Seiten) ist zum Preis von 12,50 Euro zu beziehen beim: DIHK Verlag Werner-von-Siemens-Str.13 53340 Meckenheim Internet-Bestellshop: www.dihk-verlag.de

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NEUES AUS BERLIN UND BRÜSSEL

einfacher und effektiver

Berlin. Angeschlagene Unternehmen müssen künftig schneller und unkomplizierter saniert werden. Dieses Plädoyer des DIHK hat jetzt die Bundesregierung aufgegriffen und eine Reform des Insolvenzrechts auf den Weg gebracht. „Gläubiger erhalten künftig mehr Rechte wie beispielsweise einen stärkeren Einfluss auf die Auswahl des Insolvenzverwalters“, kommentierte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben den Gesetzentwurf. Das Kabinett ziehe damit die richtigen Lehren aus der Wirtschafts- und Finanzkrise der vergangenen Jahre. Darüber hinaus konnte der DIHK verhindern, dass Steuer-

erstattungsansprüche in der Regel nicht mehr in die Insolvenzmasse fließen sollten. Auf diese Weise wären rund 1,5 Milliarden Euro bei den Finanzämtern verblieben – zu Lasten der übrigen Gläubiger. „Hierdurch wäre die erfolgreiche Sanierung von Unternehmen zusätzlich gefährdet worden“, so Wansleben. Dadurch wären mehr Arbeitskräfte freigesetzt und die Sozialkassen letztlich noch stärker belastet worden. Unter dem Strich wären die Einsparungen wohl geringer als die hierdurch verursachten Kosten gewesen.

■ Sonnenschutzverordnung

auf den Vertragszwang zu verzichten. Neben dem Sprachproblem müssten sich die Händler mit den unterschiedlichen Verbraucherrechten in 27 Mitgliedsstaaten auseinander setzen und würden sich zudem der Gefahr aussetzen, beispielsweise in Malta oder Polen verklagt zu werden.

entschärft Berlin. Zumindest die Hoteliers können aufatmen! Die neue UV-Schutz-Verordnung, die für Betreiber von Solarien zusätzliche Pflichten einführt, ist auf Drängen des DIHK an einigen Stellen gelockert worden. Wer nicht mehr als zwei Sonnenbänke am gleichen Ort betreibt, kann gegebenenfalls auf die ständige Anwesenheit von Fachpersonal verzichten. Für größere Sonnenstudios soll es eine Stammkundenregelung geben, damit das Personal nicht vor jeder Bestrahlung von Neuem eine Beratung anbieten muss. Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen.

■ Keine Lieferpflicht für Online-Händler! Brüssel. Online-Händler sollen künftig ihre Ware auf Wunsch des Käufers in das europäische Ausland liefern müssen. Das schlägt der federführende Binnenmarktausschuss des EU-Parlaments vor. Von Finnland über Portugal, Zypern und Litauen hätten demnach Verbraucher in 27 Mitgliedsstaaten einen Anspruch auf Vertragsabschluss mit jedem Shopbetreiber in der Europäischen Union. Der Vorschlag wäre ein massiver Angriff auf die Vertragsfreiheit und würde vor allem kleine und mittlere Unternehmen vor unüberwindbare Schwierigkeiten stellen, kritisiert der DIHK in seiner Stellungnahme und fordert,

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© Rainer-Sturm / pixelio.de

■ Sanierung von Unternehmen künftig

abgabe soll ein Sparstrumpf für Banken in Not angelegt werden. In seiner Stellungnahme zur so genannten „Restrukturierungsfonds-Verordnung“ schlägt der DIHK vor, das Fördergeschäft und die Bürgschaftsbanken von der Bankenabgabe auszuklammern. Gerade Förderkredite sind nach Ansicht des DIHK wichtig für die Finanzierung von Existenzgründern und kleineren Unternehmen. Zudem sollten Doppelanrechnungen bei der Berechnung der Beiträge vermieden werden – z. B. bei Treuhandkrediten und in Konzernstrukturen. Der aktuelle Kabinettsbeschluss hat eine DIHKForderung bereits umgesetzt: Innerhalb von Konzernstrukturen kommt es bei der Berechnung der Bankenabgabe nicht mehr zur Doppelanrechnung.

■ Vorfahrt für KMU Brüssel. Gesetze sollen konsequent auf ihre KMU-Tauglichkeit geprüft, der Zugang zu Krediten und Risikokapital verbessert, neue Märkte erschlossen und Anreize für mehr Energieeffizienz gesetzt werden. Drei Jahre nach Veröffentlichung des Small Business Act will die EU in diesen Bereichen neue Schwerpunkte setzen. Sie greift dabei wichtige Empfehlungen des DIHK auf, etwa zum Bürokratieabbau. Jeder Unternehmer soll künftig sehen können, wie sich EU-Vorhaben auf KMU auswirken. Den eigens hierfür entwickelten KMU-Test muss die EU bei Gesetzesfolgenabschätzungen konsequent anwenden und benutzerfreundlich veröffentlichen. Auch soll die Unternehmensgründung attraktiver werden: Existenzgründer sollen künftig weniger Zeit und Geld für ihren Unternehmensstart aufwenden müssen.

■ Bei Bankenabgabe nachjustieren! Berlin. Der DIHK fordert, bei der Berechnung der Bankenabgabe nachzubessern. Mit der Banken-

■ Zwang zu Familienpflegezeit verhindert Berlin. Der geplante Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit ist vom Tisch. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder folgte damit dem Argument des DIHK, dass die Rahmenbedingungen in den Betrieben so unterschiedlich sind, dass pauschale gesetzliche Regelungen keine Lösung sein können. Vorgesehen ist jetzt eine freiwillige Option für Betriebe und ihre Mitarbeiter, wenn sie die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege verbessern möchten. Das Modell sieht vor, dass Mitarbeiter zur Pflege eines Angehörigen für maximal zwei Jahre bei halber Arbeitszeit 75 Prozent des Lohns erhalten können. Anschließend wird dieser „Lohnkredit“ bei voller Arbeitszeit und reduziertem Lohn abgegolten. Organisiert wird dies über Zeitwertkonten. Zur Finanzierung der Lohnaufstockung können die Arbeitgeber ein zinsloses Darlehen erhalten.


RECHT | FAIR PLAY

Zahlen Sie Mitarbeitern den Sommerurlaub nicht aus

Erfinderberatung in der IHK Südthüringen Die IHK Südthüringen führt monatlich eine Sprechstunde zu Fragen des gewerblichen Rechtsschutzes durch. Hier erhalten interessierte IHK-Mitglieder eine kostenlose Erstberatung zu Fragen in Verbindung mit Marken, Patenten, Gebrauchs- und Geschmacksmustern, zum Verfahren und zu Kosten einschließlich Fördermöglichkeiten. Die Termine werden in der "Südthüringischen Wirtschaft" und auf der Internetseite der IHK Südthüringen unter www. suhl.ihk.de jeweils rechtzeitig bekannt gegeben. Im IHK-Bezirk Südthüringen ansässige Anwälte stellen sich dankenswerterweise für diese Tätigkeit zur Verfügung. Die Anmeldung zu den einzelnen Beratungsterminen ist erforderlich.

Die Termine für 2011 sind wie folgt geplant: 14.04. Rechtsanwalt Dr. Frank Weihrauch 19.05. Rechtsanwalt Dr. Frank Weihrauch 16.06. Patentanwalt Dr. Hans-Dieter Schmalz

Immer wieder kommt es vor, dass Mitarbeiter gegen eine Ausgleichszahlung auf ihren Urlaub verzichten wollen, weil sie Geld nötiger brauchen als freie Zeit. Fragt einer der Arbeitnehmer danach, sollte man als Arbeitgeber diesen „Handel“ besser ablehnen. Eine solche Abrede ist nämlich unwirksam. Der Mitarbeiter hat Anspruch auf Urlaub, um sich zu erholen – nicht, um aus dem Arbeitsverhältnis mehr Geld herauszuholen. Lässt sich der Arbeitgeber dennoch darauf ein, dem Arbeitnehmer den Sommerurlaub auszuzahlen, bleibt dem Arbeitnehmer sein Anspruch auf die freien Tage erhalten. Wenn er später doch noch Urlaub nehmen will, muss dieser ihm gewährt werden. Der Arbeitgeber kann dann zwar den bereits ausgezahlten Betrag

zurückverlangen, aber wenn der Mitarbeiter das Geld nicht mehr hat, im Zweifel als Arbeitgeber leer ausgehen. Die Auszahlung von Urlaub ist hingegen in folgenden Fällen rechtens: Es geht um Resturlaub aus dem vergangenen Jahr. Da dieser verfällt, wenn er von dem Mitarbeiter nicht bis zum 31. März genommen worden ist, kann man kurz vor dem Stichtag risikolos vereinbaren, statt des Resturlaubs eine Geldleistung zu gewähren. Im zweiten Fall kann der Mitarbeiter den Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr nehmen. Dann kann er verlangen, ihn ausgezahlt zu bekommen. Möglich ist aber auch, dass er den Urlaubsanspruch zu seinem nächsten Arbeitgeber mitnimmt.

Bei Unfall versichert Ein neu eröffnetes Unternehmen muss binnen einer Woche beim zuständigen Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft) angemeldet werden. Diese Pflicht besteht unabhängig von der Tatsache, dass die gesetzliche Unfallversicherung eine Durchschrift jeder Gewerbeanmeldung erhält. Nach dem Gesetz sind die gewerblichen Berufsgenossenschaften für alle Betriebe, Einrichtungen und Freiberufler zuständig, soweit sich nicht eine Zuständigkeit der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften oder der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand ergibt. Die Zahl der Berufsgenossenschaften geht zurück. Durch Fusionen mehrerer bisher selbstständiger Unfallversicherungsträger wird mehr Transparenz und Überschaubarkeit geschaffen, so wie es das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen

Unfallversicherung vorsieht. Häufig ist Existenzgründern nicht bekannt, welche Berufsgenossenschaft für das neue Unternehmen zuständig ist. Diese Frage kann bei der kostenlosen Hotline unter 0800 6050404 geklärt werden. Dort werden auch weitere Auskünfte erteilt, zum Beispiel zur Versicherung für Unternehmer selber. Weitere Informationen finden Sie auch im Internet unter: www.dguv.de

Ihr Ansprechpartner: Holger Fischer  03681 362-114  fischerh@suhl.ihk.de

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18.08. Patentanwalt Dr. Hans-Dieter Schmalz 15.09. Rechtsanwalt Dr. Frank Weihrauch 13.10. Patentanwalt Dr. Hans-Dieter Schmalz 17.11. Rechtsanwalt Dr. Frank Weihrauch 15.12. Patentanwalt Dr. Hans-Dieter Schmalz

Ihr Ansprechpartner in der IHK Südthüringen: Gabriele Thänert  03681 362-321  thaenert@suhl.ihk.de

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BEKANNTMACHUNGEN DER IHK SÜDTHÜRINGEN Änderung der Satzung für die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Südthüringen hat am 15.03.2011 auf Grund von §§ 1 und 4 des Gesetzes zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern vom 18.12.1956 (BGBl. I S. 920), zuletzt geändert durch Artikel 7 des Vierten Gesetzes zur Änderung verwaltungsverfahrensrechtlicher Vorschriften vom 11.12.2008 (BGBl. I S. 2418), in Verbindung mit § 34 a Abs. 1 Satz 5 der Gewerbeordnung (GewO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 22.02.1999 (BGBl. I S. 202), zuletzt geändert durch Artikel 4 Abs. 14 des Gesetzes zur Reform der Sachaufklärung in der Zwangsvollstreckung vom 29.07.2009 (BGBl. I S. 2258) und der §§ 5 a bis 5 f der Bewachungsverordnung (BewachV) in der Fassung der Bekanntmachung vom 10.07.2003 (BGBl. I S. 1378), zuletzt geändert durch Art. 1 der Verordnung vom 14.01.2009 (BGBl. I S. 43) folgende Änderung der Satzung für die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe vom 12.11.2002 beschlossen:

§ 2 Abs. 5 wird wie folgt neu gefasst: Die §§ 83 bis 86 VwVfG finden entsprechende Anwendung. Bei der Sachkundeprüfung darf nicht mitwirken, wer Angehöriger des Prüfungsteilnehmers nach § 20 Abs. 5 VwVfG ist. An der Sachkundeprüfung darf als Prüfer auch nicht mitwirken, wer Prüfungsteilnehmer in Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe unterrichtet.

§ 3 Abs. 3 wird wie folgt neu gefasst: Der Prüfungsbewerber hat sich bei der IHK anzumelden, in deren Bezirk sein Beschäftigungsort liegt oder der Bewerber seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Prüfungsbewerber, die an einer Bildungseinrichtung im Bezirk der IHK Südthüringen eine Maßnahme zur Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe absolvieren, sind ebenfalls anmeldeberechtigt. Sofern die vorgenannten Voraussetzungen nicht vorliegen, kann durch den Prüfungsbewerber eine Anmeldung unter Vorlage einer Freigabeerklärung der eigentlich zuständigen IHK erfolgen.

Nach § 3 Abs. 3 wird folgender neuer Absatz (4) eingefügt: (4) Die Prüfung kann erst erfolgen, nachdem der Prüfungsbewerber den Nachweis der Entrichtung der Prüfungsgebühr erbracht hat.

Ausgefertigt: Suhl, den 21. März 2011 gez. Dr. Peter Traut Präsident

gez. Dr. Ralf Pieterwas Hauptgeschäftsführer

Die Änderung der Satzung für die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe tritt gemäß § 14 der Satzung der IHK Südthüringen am Tag nach Ablauf des Tages in Kraft, an dem das Mitteilungsblatt „Südthüringische Wirtschaft“ herausgegeben worden ist. Die vollständige und geänderte Satzung für die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe ist unter www.suhl.ihk.de einsehbar.

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INTERESSANTES AUS DER RECHTSPRECHUNG

Internetcafe-Besitzer haftet für Rechtsverletzungen seiner Kunden bei fehlenden Sperrmaßnahmen Der Betreiber eines Internetcafes haftet für die Rechtsverletzungen seiner Kunden, wenn er den Internetzugang nicht mit den erforderlichen Schutzmaßnahmen ausstattet. Bei der Klägerin handelte es sich um einen Musikverlag, der die ausschließlichen Nutzungsrechte an einem Filmwerk inne hatte. Der Beklagte war Internetcafe-Betreiber. Über einen der Cafe-Rechner wurde der Film in einer P2P-Tauschbörse zum Upload bereitgestellt. Da der Beklagte auf die Abmahnung nicht reagierte – er behauptete, dass der Upload nicht durch ihn sondern durch die Kunden seines Internetcafes begangen worden sei – begehrte die Klägerin Unterlassung. Die Richter erklärten, dass der Upload eines Filmwerks eine rechtswidrige Urheberrechtsverletzung darstelle. Daher sei der Unterlassungsanspruch gerechtfertigt. Der Beklagte hätte die von der Klägerin begehrte strafbewehrte Unterlassungserklärung abgeben müssen. Auch wenn man dem Vortrag des Beklagten Glauben schenken wollte und annehmen würde, dass ein Kunde des Internetcafes die Rechtsverletzung begangen habe, so hafte der Beklagte trotzdem. Er habe es unterlassen, irgendwelche Schutzmaßnahmen vorzunehmen. Insbesondere sei es ihm zumutbar gewesen, die für das Filesharing erforderlichen Ports zu sperren.

Fazit: Dieser Beschluss vom 25. November 2010 dürfte auch interessant sein für Hotels mit Internetzugang für Hotelgäste und Einrichtungen mit öffentlich zugänglichem Internetzugang oder freie WLANZugänge. LG Hamburg - 310 O 433/10

Arbeitszeitbetrug rechtfertigt fristlose Kündigung Schummelt ein Arbeitnehmer bei der Dokumentation seiner Arbeitszeit, kann dieses Fehlverhalten das Vertrauen des Arbeitgebers in die

Integrität des Mitarbeiters erschüttern und zu einer außerordentlichen Kündigung ohne Abmahnung berechtigen. Ein Postangestellter im Bereich der Brief- und Verbundzustellung stritt sich mit seiner Arbeitgeberin vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Holstein über die Wirksamkeit einer fristlosen Kündigung. Der Angestellte führte die Zustellungen mit einem Kfz durch und musste seine Arbeitszeiten per Hand in ein Zeiterfassungsblatt eintragen. Eine IT-unterstützte Zeiterfassung war nicht vorhanden. Das Blatt lag im Zustellstützpunkt am Arbeitsplatz des Teamleiters aus, nur etwa fünf Meter vom Arbeitsplatz des Klägers entfernt. Dem Kläger war ausführlich erläutert worden, dass das tatsächliche Dienstende täglich minutengenau ohne Rundungen handschriftlich einzutragen ist. Aufgrund mehrerer geschätzter und auch falscher Angaben über die Arbeitszeit kündigte das Unternehmen dem Postangestellten fristlos. Der Postangestellte vertrat die Auffassung, ihm sei kein kündigungsrelevantes Verhalten vorzuwerfen. Das LAG Schleswig-Holstein bestätigte die Wirksamkeit der Kündigung. Der Grund liege in der vorsätzlichen falschen Aufzeichnung von Arbeitszeiten. Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Zeiterfassung seien geeignet, das Vertrauen des Arbeitgebers in die Integrität des Arbeitnehmers zu erschüttern. Das gelte auch für die fehlerhafte Selbsterfassung der Arbeitszeit. Die Beweisaufnahme ergab, dass der Kläger von einem Zeugen während der angeblichen Arbeitszeit im gesamten Gebäudekomplex nicht gefunden werden konnte. Der Zeuge bekundete, zweimal am Platz gewesen zu sein, an dem das Zeiterfassungsblatt ausliege, ohne den Postangestellten in der fraglichen Zeit gesehen zu haben. Angesichts der erheblichen Abweichung zwischen dem angegebenen Arbeitszeitende und dem tatsächlichen Verlassen des Dienstgebäudes könne es sich bei der Angabe in dem Zeiterfassungsblatt nicht nur um fahrlässiges Handeln oder ein Versehen gehandelt haben, so das LAG. Eine Falschaufzeichnung von mehr als einer halben Stunde spräche


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dafür, dass sie bewusst erfolgt ist. Eine Abmahnung war vor Ausspruch der Kündigung nach Ansicht des Gerichts nicht vorzunehmen, da in der Zukunft nicht mit einer Verhaltensänderung zu rechnen sei. Der Kläger war ausreichend über die Zeiterfassungsmodalitäten aufgeklärt worden und wusste daher um sein erhebliches Fehlverhalten. In der Dienstanweisung wurde ausdrücklich auf die minutiöse Angabe hingewiesen. Neben der Zeiterfassungsunterlage befand sich außerdem eine Funkuhr, um die Angaben zu erleichtern. Der Angestellte konnte nicht damit rechnen, dass die Beklagte die Manipulation toleriert.

LAG Schleswig-Holstein – 6 Sa 293/10

Kein Zugang der Kündigung am Nachmittag Wirft der Arbeitgeber ein Kündigungsschreiben erst nach 16:00 Uhr in den Hausbriefkasten des Arbeitnehmers, geht die Kündigung an diesem Tag nicht mehr zu. Die Frist der Kündigungsschutzklage beginnt dann am Folgetag. Die Parteien streiten darum, ob durch eine fristlose, hilfsweise fristgerecht ausgesprochene Kündigung seitens des Arbeitgebers das Arbeitsverhältnis am 17. Novem-

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ber 2009 beendet worden ist oder ob es noch bis zum 2. Dezember 2009 bestanden hat. Diesbezüglich ging es auch um im Wesentlichen davon abhängige Zahlungsansprüche. Dabei ging es insbesondere um die Frage, ob die Klagefrist des § 4 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) eingehalten wurde, was davon abhing, ob die Kündigung bereits am 17. November 2009 oder erst am Folgetag zugegangen war. Letzteres hatte das Arbeitsgericht Köln als Vorinstanz angenommen: Es hatte entschieden, dass ein Einwurf des Kündigungsschreibens nach 16:00 Uhr erst zu einem Zugang am nächsten Tage führe. Das Landesarbeitsgericht Köln (LAG) hat diese Rechtsauffassung bestätigt. Der Zugang der Kündigung ist an dem Tag bewirkt, an dem nach der Verkehrsanschauung mit der Leerung des Briefkastens noch gerechnet werden kann, heißt es im Urteil. Erreicht die Willenserklärung den Briefkasten des Empfängers zu einer Tageszeit, zu der nach den Gepflogenheiten des Verkehrs eine Entnahme durch den Adressaten nicht mehr erwartet werden kann, ist sie an diesem Tag nicht mehr zugegangen. Dabei ist nicht auf die individuellen Verhältnisse des Empfängers, sondern im Interesse der Rechtssicherheit auf die Verkehrsanschauung abzustellen. Eine allgemeine Verkehrsanschauung, die das

ganze Bundesgebiet betreffen würde und die dahin ginge, dass eine Leerung der Briefkästen auch noch nach 16:00 Uhr verkehrsüblich sei, lasse sich nicht feststellen. Anhand der Rechtsprechung anderer Arbeitsgerichte zeigt das LAG auf, dass ein Einwurf der Kündigung nach 16:00 Uhr jedenfalls zu spät ist, damit sie noch an diesem Tag zugehen kann. Das LAG Nürnberg gehe beispielsweise von den „gewöhnlichen Postzustellzeiten in den Vormittagsstunden“ aus. Nach dem LAG Berlin endet in größeren Städten die Briefzustellung etwa gegen 14:00 Uhr. Weil das Schreiben erst am nächsten Tag zugegangen war, hatte der Arbeitnehmer rechtzeitig Kündigungsschutzklage erhoben. Die Frage, ob eine Zustellung zwischen 14:00 und 16:00 Uhr noch im Rahmen wäre, hat das LAG offen gelassen.

LAG Köln - 4 Sa 721/10 Ihre Ansprechpartner: Gabriele Thänert  03681 362-321  thaenert@suhl.ihk.de Holger Fischer  03681 362-114  fischerh@suhl.ihk.de

WIR GRATULIEREN zum 70. Geburtstag Herrn Wolfgang Voigt, Ehrenmitglied der Vollversammlung der IHK Südthüringen

Stellvertretend für alle Unternehmen, die ein Jubiläum feiern gratulieren wir: … zum 25-jährigen Jubiläum Landgasthof & Hotel „KRONE“, Inh. Gudrun Münnich, Ichtershausen … zum 20-jährigen Jubiläum H. Heinz Meßwiderstände GmbH, Elgersburg Swawol-Haus, Petra Swawol e. Kfr., Ilmenau Bruse GmbH, Suhl-Albrechts Dietz Modeboutique, Inh. Evelyn Dietz, Suhl Bildungszentrum Handel und Dienstleistungen Thüringen gGmbH zur Auszeichnung mit dem Bayerischen Qualitätspreis 2011 in der Kategorie Unternehmensorientierte Dienstleister: Geis Industrie-Services GmbH, zur Geis-Gruppe gehört unter anderem eine Speditionsgesellschaft in Sonneberg

Südthüringische Wirtschaft

Herausgeber: Industrie- und Handelskammer Südthüringen, Hauptstraße 33, 98529 Suhl-Mäbendorf Telefon: 03681 362-0 Telefax: 03681 362-100 Internet: http://www.suhl.ihk.de E-Mail: info@suhl.ihk.de Druckauflage: 12 500 Exemplare Erscheinungsweise: Neunmal jährlich Herausgabedatum: 05.04.2011 Redaktion: Dipl.-Ök.-Päd. Birgit Hartwig (verantwortlich) E-Mail: hartwig@suhl.ihk.de Titelbild: © Haramis Kalfar - Fotolia.com Verlag: VHI Verlagsgesellschaft für Handel und Industrie, Zweigniederlassung der Robert Krick Verlag GmbH + Co. KG Mainparkring 4, 97246 Eibelstadt Anzeigenverwaltung: Gudrun Müller, Tel. 09303 982-149 vhi@krick.com Anzeigenschluss: Am 10. des Vormonats Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 22 vom 1. Januar 2011 Druck: GD Gotha Druck und Verpackung GmbH & Co. KG Gutenbergstraße 3, 99869 Wechmar Mit Namen oder Signum gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der IHK Südthüringen wieder. „Südthüringische Wirtschaft" ist das offizielle Mitteilungsblatt der IHK Südthüringen. Der Bezug der IHK-Zeitschrift erfolgt im Rahmen der grundsätzlichen Beitragspflicht als Mitglied der IHK.

Haftung und Urheberrecht: Der Inhalt dieses Heftes wurde sorgfältig erarbeitet. Herausgeber, Redaktion, Autoren und Verlag übernehmen dennoch keine Haftung für die Richtigkeit von Angaben und Hinweisen sowie für mögliche Druckfehler. Nachdruck nur mit Genehmigung und Quellenangabe. Diese Ausgabe enthält eine Beilage des Robert Krick Verlags, Eibelstadt.

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