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8. Januar 2014 | 1/2

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt

Der höchste

Schweizer

Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger über das Christentum, die Nationalhymne und das Schweizerkreuz 5 Wirtschaft Tomas Sedlaček in Zofingen | 7 Umfrage Christliche Leiter über persönliches Glück und allgemeine Hoffnungen | 13 Wirtschaft Berner Sozialpreis geht an Ipsacher Firma 22 Zukunft Interview mit Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx www.ideaschweiz.ch


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• 12. bis 18. Januar 2014 «Atmungs- und Entspannungswoche» (Methode: Klara Wolf) • 19. bis 25. Januar 2014 «Teddybärenkurs für Anfänger und Fortgeschrittene» Monika Studer, Frauenfeld • 2. bis 8. Februar 2014 «Schnitz-und Filzkurs» mit V. Krämer aus dem Erzgebirge, S. Sutter-Wartenweiler • 9. bis 15. Februar 2014 «Atmungs- und Entspannungswoche» (Methode: Klara Wolf) • 14. bis 16. Febrauar 2014 «Die Sabbattfeier und die Wichtigkeit Israels» Frau Shulamit Zukerman, Bern • 17. bis 22. Februar 2014 (Ferienwoche für Frauen) «Überrascht von Freude» M. Bangerter, Wangen a./A. und V. Bossard, Wichtrach • 1. bis 8. März 2014 (März-Ferienwoche) «Hoffnung und Mut tut gut» K. Bühlmann, Bremgarten, K. Aeberhard, Lützelflüh und M. Gerber, Jura • 9. bis 15. März 2014 «Hebräisch lernen für Jung und Alt» Frau Shulamit Zukerman, Bern • 15. bis 22. März 2014 «Patchwork Kurs 1» Frau Karen Rohrer, Herisau • 22. bis 29. März 2014 «Patchwork Kurs 2» für Fortgeschrittene und Anfängerinnen. Kursleitung Frau Karen Rohrer, Herisau • 22. bis 29. März 2014 (Bibelwoche) «Jesus und seine Konkurrenten» mit Pfr. Margrit Fankhauser, Adelboden Besuchen Sie uns auf www.sunnehuesi.ch, es werden laufend weitere Angebote aufgeschaltet. Während des ganzen Jahres wird täglich eine Kurzandacht für alle Gäste angeboten.

idea Spektrum 01/02.2013


E DI T OR I A L

Hoffnungsträger gesucht! Liebe Leserin, lieber Leser Gut wird uns zum Barometer der Angst auch ein Barometer der Hoffnung (www.hoffnungsbarometer.com) präsentiert. Hauptergebnis der 2936 ausgewerteten Fragebogen ist: Die Hoffnungen der Schweizerinnen und Schweizer konzentrieren sich 2014 auf stabile Beziehungen im persönlichen Umfeld. Die Erwartungen ans Privatleben sind höher als an Wirtschaft, Politik, Soziales oder Umwelt. Glückliche Ehen und gesunde Familien sind die Hoffnung Nr. 1, gefolgt von der persönlichen Gesundheit und vertrauensvollen Beziehungen. Und von wem erhoffen wir uns am ehesten Hilfe? Wer zählt zu den Schlüsselpersonen, wenn es schwierig wird? Politiker sind es jedenfalls nicht; die kommen erst auf Rang 12. Auch nicht die Wirtschaftsführer (Rang 14 und 15). Nicht einmal die Vorgesetzten (Rang 10). Von wem dann? Wiederum sind es Personen aus dem persönlichen Umfeld: der Ehepartner, die Ehepartnerin (Rang 1) oder der Freundeskreis (Rang 2). Sie steigern die Hoffnung. Zu denken gibt, dass bei den Schlüsselpersonen die Pfarrer den letzten Platz belegen. Ihnen gibt man noch weniger Kredit als Bankern und Finanzexperten. Die Bevölkerung nimmt die Kirchenleiter nicht als Hoffnungsträger wahr. Dabei sind es doch die Christen, die sich im Dreiklang von Glaube, Liebe und Hoffnung (vgl. 1. Kor. 13,13) bewegen sollten. Thomas von Aquin bezeichnete die Hoffnung als eine der sieben Kardinaltugenden neben Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mässigung, Glaube und Liebe. Einer der Verfasser des Hoffnungsbarometers, Andreas M. Walker, kommentierte: „In Anbetracht der biblischen Aussage, dass Glaube, Liebe und Hoffnung wichtige christliche Tugenden seien, haben sich die Kirchen wohl zu sehr über den richtigen Glauben gestritten und offensichtlich zu wenig Hoffnung gelebt.“ Oder wird zu viel aufs Jenseits vertröstet und zu wenig praktisch geholfen? In mir klingen Sätze aus dem Brief von Jakobus an: „Hört euch diese Botschaft nicht nur an, sondern handelt auch danach; andernfalls betrügt ihr euch selbst. (...) Echte und untadelige Frömmigkeit, die vor Gott, dem Vater, bestehen kann, zeigt sich darin, dass man Waisen und Witwen in ihrer Not beisteht und sich vom gottlosen Treiben dieser Welt nicht beschmutzen lässt.“ (Jak. 1,22 und 27 NGÜ) – Sind wir Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträger? Rolf Höneisen

Impressum Idea Schweiz Herausgeber: Idea Information AG, 4410 Liestal Verwaltungsrat: Heiner Henny, Präsident, Sam Moser Stellvertreter, Paul Beyeler, Hans Lendi, Helmut Matthies, Matthias Spiess Ideelle Trägerschaft: Schweizerische Evangelische Allianz (SEA), Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden (VFG), Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen (AEM) Redaktion: Aemmenmattstrasse 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 44, Fax 031 819 71 60 E-Mail: redaktion@ideaschweiz.ch Internet: www.ideaschweiz.ch

01/02.2014

Chefredaktor: Rolf Höneisen (rh) Büro: Steinackerstrasse 4, 9214 Kradolf-Schönenberg, Tel./Fax 071 642 44 21 E-Mail: rolf.hoeneisen@ideaschweiz.ch Redaktion: Thomas Feuz (tf), Christof Bauernfeind (chb) Erweitertes Team: Christian Bachmann (cb), Mirjam Fisch-Köhler (mf ) Verlagsmanager: Bruno Jordi, 031 818 01 26 verlag@ideaschweiz.ch Kundenberatung Anzeigen: Jordi AG – das Medienhaus, Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 42; Fax 031 819 38 54 E-Mail: inserate@ideaschweiz.ch

Bildnachweis: Parlamentsdienste, 3003 Bern (Titelseite); zvg (Seite 3)

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bibLiscH Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Philipper 4,6

Von Natur aus bin ich ein fröhlicher Mensch. Als aber unser erstes Kind zur Welt kam, wurde ich von Sorgen geplagt, die mich kaum mehr schlafen liessen. Meine Gedanken kreisten ständig um die realen und vorgestellten Gefahren, die das zarte Leben meines geliebten Kindes bedrohten. Unfälle, Krieg, Krankheit, böse Menschen – solches las und hörte ich täglich in den Medien. Als ich auf diesen Vers aus dem Philipperbrief stiess, hatte ich eine heilsame Erleuchtung! Ich begann, meine sorgenvollen Gedanken Gott vorzutragen und erlebte, wie ich davon frei wurde! Ich erkannte, dass ich durch mein Sorgen keinerlei Einfluss auf Zukünftiges nehmen kann und es viel mehr bringt, vertrauensvoll Gott die Regie zu überlassen – in guten und in schlechten Zeiten! Ein Lieblingsbibelwort von Ursula Köppel, Allgemeinärztin mit eigener Praxis und Mutter von fünf Töchtern, Oberweningen ZH.

Aboservice: Jordi AG – das Medienhaus, Franziska Schüller, Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 20, Fax 031 819 38 54 E-Mail: abo@ideaschweiz.ch Abopreise: Jahresabo Fr. 145.–, Seniorenabo Fr. 117.–, Halbjahresabo Fr. 77.–. Das Abo ist unter Einhaltung einer vierwöchigen Frist jeweils zum Bezugsende kündbar. Einzelverkaufspreis: CHF 4.– Konto: PC-Konto 40-788586-4 Idea Information AG, 4410 Liestal Layout/Druck/Versand: www.jordibelp.ch Spendenkonto: Idea Information AG, 4410 Liestal PostFinance, 3013 Bern, Konto-Nr. 40-788586-4 IBAN-Nr. CH14 0900 0000 4078 8586 4 BIC-Code POFICHBEXXX


N ac h r ic h t e N sc h w e i z

PARDON Eine Katechetin kommt zu mir. Wir wollen gemeinsam einige Lektionen vorbereiten. Natürlich dreht sich unser Gespräch auch darum, wie wir die Kirchgemeinden erleben, bei denen wir angestellt sind. Und wie hilfreich oder eben mühsam der Umgang mit Einrichtungen und Mitarbeitern manchmal sein kann – vom Gerangel um die Räume, die wir für den Unterricht brauchen; von hochkomplexen Kopier- und Druckautomaten, die wie Diven behandelt werden müssen, damit sie die gewünschten Farbkopien in der gewählten Grösse ausspucken; von Musikanlagen, die nicht immer funktionieren und so weiter. Moment mal! Worauf liegt gerade unser Fokus? Auf den Umständen, die nicht immer einfach zu handhaben sind ... Ja, die gibt es. Aber eigentlich wollen wir doch mit dem Käse arbeiten und nicht mit den Löchern! Es geht um Kinder, um Zweit- und Drittklässler, denen wir durch biblische Geschichten und kirchliche Feste und Rituale die Liebe Gottes nahebringen wollen. Und darum, mit ihnen zusammen zu sein, zu erleben, wie sie mucksmäuschenstill unsere Geschichten mitverfolgen, wie sie diese begeistert selber darstellen, mit ein paar Tüchern verkleidet; wie sie hingebungsvoll Windlichter verzieren oder Karten zum Weiterschenken gestalten. Dies zu erleben, ist ein Schatz, der unser Leben bereichert! Und wenn wir dann eine Zeichnung geschenkt bekommen, weil ein Kind liebend gern den Unti besucht, dann vertrauen wir wieder darauf, dass die ausgestreuten Samen Frucht bringen werden. Auch wenn das Säen manchmal anstrengend ist. Mirjam Fisch-Köhler ist Familienfrau, Katechetin und als freie Journalistin für „idea Spektrum“ im Einsatz.

Ohne liebe keine gute Führung c-leADeRs An der Diplomfeier der C-Leaders Fachschule für Führungskompetenz hielt Peter Höhn eine Festrede über die Liebe.

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eweils im Dezember findet der Abschluss der C-Leaders Fachschule für Führungskompetenz mit der Diplomfeier statt; diesmal im Café Müli der QuellenhofStiftung in Winterthur. Der Gründer und Leiter dieser Führungsschule, Markus Züger aus Engelburg SG, schilderte im ersten Teil, wie bei C-Leaders Leiterschafts- und Persönlichkeitskompetenz zusammenspielen, und wie ausgeprägt dabei der Praxisbezug ist.

Markus Züger gratuliert einer Diplomandin zum erfolgreichen Abschluss.

Positive Feedbacks Kurze Inputs und Feedbacks der Diplomanden zeigten auf, wie ausgeprägt diese Weiterbildung geschätzt wird: „Ich wurde ein neuer Mensch“ – „Endlich weiss ich, wie ich erfolgreich leiten kann.“ – „Ich habe mich, meine Potenziale und Schwächen, wirklich kennengelernt.“ – „Die Vielfalt und Tiefe und Weite der Fachreferenten hat mich begeistert.“ So lauteten einige dieser positiven Voten.

Die Menschen lieben Peter Höhn, Campus für Christus, hielt die Festansprache und zitierte Karlheinz Bin-

der: „Wer Menschen nicht lieben kann, ist unfähig, sie zu führen.“ Höhn ermutigte, sich gerade im Führungsalltag die Liebe zum Mitarbeiter immer neu von Gott zu erbitten und in jeder Situation achtsam zu sein, was Gottes Liebe allen Beteiligten schenken will. Wie Jesus es vorgelebt habe, sollten sich Leiterinnen und Leiter von der Liebe Gottes getragen wissen. Dieses Getragensein wünschte Peter Höhn dann auch den 18 Männern und Frauen, die das Diplom der C-Leaders Fachschule entgegennehmen durften. (id/pd) b www.c-leaders.ch

AlliANzGebetswOche vOM 12. bis 19. JANuAR

Mit Geist und Mut „Mit Geist und Mut“ heisst das Thema der Allianzgebetswoche im deutschsprachigen Europa. Zehntausende Christinnen und Christen werden die zweite Januarwoche ganz besonders für das gemeinsame Beten nutzen, auch in der Schweiz. Schon in den Anfängen der Evangelischen Allianz vor über 160 Jahren standen gemeinsame Gebetszeiten im Zentrum der Christinnen und Christen verschiedener Denominationen und Konfessionen. Im Laufe der Zeit wurde für die Gebetstreffen der jährlich stattfindenden Allianzgebetswoche in den europäischen Ländern ein gemeinsames

von der Bibel inspirier tes Thema gewählt. Für 2014 ist es die Lebensgeschichte von Kaleb. Mutige Taten und mutige Worte sollen auch das Leben der christlichen Gemeinschaften prägen. Radio LifeChannel begleitet die Gebetswoche mit besonderen Beiträgen. Die Schweizerische Evangelische Allianz stellt eine Gebetsbroschüre zur Verfügung. Bestellungen entweder unter www.allianzgebetswoche.ch oder per Telefon 043 344 72 00. (th) b www.allianzgebetswoche.ch

Bilder: zvg

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N ac h r ic h t e N sc h w e i z

in Krisenzeiten biblisch wirtschaften wiRtschAFtstAGuNG Als Führungskräfte christliche Werte leben – in Beruf, Familie und Gesellschaft: dazu ermutigte IN.SPIRATION.

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as Wirtschafts- und Führungsforum IN.SPIRATION vom 20. Dezember in Zofingen brachte 350 Personen in beruflicher Verantwortung zusammen: Leitende aus dem Dienstleistungs- und Finanzsektor, aus Industrie und Gewerbe und von christlichen Organisationen. Organisiert wurde das Forum vom ICF Mittelland und der Stiftung Wendepunkt im Rahmen der Konferenz „Celebrate10“, mit der ICF Mittelland sein 10-Jahr-Jubiläum feierte.

Wirtschaft zum Götzen erhoben Tomas Sedlacek (37), tschechischer Ökonom und Querdenker, wurde durch sein Buch „Die Ökonomie von Gut und Böse“ bekannt. Wir seien den Kapitalismus leid geworden, stellte er fest. Zur Zeit des Alten Testaments habe es einen Reset-Knopf gegeben, mit dem man das System auf null setzen konnte, um wieder schuldenfrei von vorne zu beginnen: das Erlassjahr. Wir hätten einen Fetisch aus der Wirtschaft gemacht und sie zu einem Götzen erhoben. Wir glaubten, sie sei eine wertfreie Wissenschaft, die sich selber reguliere. „Die Wirtschaft ist nicht göttlich. iPads und Handys sind von Menschen geschaffen und fehlerhaft“, betonte Sedlacek. Reiche Länder im Westen meinten, sie könnten mehr Freiheit gewinnen, indem sie mehr Schulden machten. Doch die Wirtschaft versklave uns. Griechenland könne die Schwere seiner Schulden nicht mehr tragen. Amerikanische Versicherungen suchten einen „Erlöser“ mit höherer Kreditlimite. Kein System funktioniere immer einwandfrei ohne Neustart. Es sei oft besser, ein System kontrolliert zu destabilisieren, als es zusammenbrechen zu lassen.

des Baumeisterverbands, über ihre beruflichen Anreize und Kämpfe. Sie machten deutlich, wie sie christliche Werte wie Standhaftigkeit und Bescheidenheit in den Berufsalltag integrieren. Hans-Peter Lang bezeugte, er höre auf Gottes Eingebung und erlebe bei wegweisenden Entscheidungen Gottes Reden ganz konkret. Als besondere Inspirationsquelle und Ausgleich zur Arbeit wurden Familie, Natur, Musik und die tägliche „Sprechstunde“ mit Jesus genannt.

Wie das Leiten Sinn macht Philipp Johner, Psychologe und Leadership-Trainer, gab Tipps für den Führungsalltag: „Wer Leistung fordert, muss auch Sinn bieten.“ Angestellte müssten nicht nur wissen, was sie zu tun hätten, sondern auch wozu. Wer ein „Wozu“ habe, ertrage auch das „Wie“. Abschliessend erklärte Phil Sternbauer, Gründer des ICF Mittelland, die Weihnachtsbotschaft lasse sich in einem einzigen Satz zusammenfassen – mit Johannes 3,16. Jesus habe die gleiche Kraft wie damals vor 2000 Jahren, unser Leben zu verändern und zu prägen. (cb) M

Bild: Christian Bachmann

Wegweisende Eingebung Beim Podiumsgespräch sprachen HansPeter Lang, Gründer der Stiftung Wendepunkt, Daniel Schöni, Inhaber Schöni Transport AG, Nationalrätin Sylvia Flückiger-Bäni, EVP-Generalsekretär Joel Blunier und Werner Messmer, Präsident 01/02.2014

Ökonom Tomas Sedlacek: „Wir haben aus der Wirtschaft einen Fetisch gemacht.“

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NOtieRt Muslime: Gutachten bejaht die öffentlich-rechtliche Anerkennung Die Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS) und die Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS) haben bei der Universität Luzern ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben. Dieses bejaht die öffentlich-rechtliche Anerkennung des Islam, meldet die „NZZ am Sonntag“. Mit einer Anerkennung hätten muslimische Organisationen das Recht, von ihren Mitgliedern Steuern zu erheben, die der Staat für sie einzieht. (idea) 27 Sattelschlepper transportierten 89 500 Weihnachtspäckli Im Rahmen der „Aktion Weihnachtspäckli“ wurde die Rekordzahl von 89 500 Geschenkpaketen gesammelt und bedürftigen Familien in der Ukraine, Moldawien, Albanien, Rumänien, Serbien und Weissrussland verteilt. „Die unzähligen Päcklimacherinnen und -macher, die ihre Geschenke an einer der über 420 Sammelstellen in der Schweiz abgegeben haben, können sich wohl kaum vorstellen, welche Freude ihre Päckli in diesen Tagen auslösen werden“, schreiben die Organisatoren. b www.weihnachtspaeckli.ch SEK lehnt Volksinitiative „Gegen Masseneinwanderung“ ab Gemäss dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund ist diese Initiative weder mit der humanitären Tradition der Schweiz noch mit dem christlichen Menschenbild vereinbar. Der SEK kritisiert, die Initiative werfe Asyl und Personenfreizügigkeit in denselben Topf und wolle die Zahl der einwandernden Arbeitskräfte und den Asylbereich aufgrund der wirtschaftlichen Konjunktur kontingentieren. Der Schutz gefährdeter Menschen lasse sich aber nicht mit Quoten regeln. Beunruhigt ist der SEK auch, weil die Initiative den Familiennachzug infrage stelle. (idea) b www.kirchenbund.ch/de


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N ac h r ic h t e N sc h w e i z

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Glück, Lebensmut und hoffnungsvolle Erwartungen UMFRAGE Wie definieren christliche Leiter persönliches Glück? Welche Erwartungen und Wünsche haben sie am Anfang eines neuen Jahres für ihre Kirche, ihren Verband oder ihre Partei? Wir haben nachgefragt.

Ausblicke der Hoffnung: Wilf Gasser (SEA), Max Schläpfer (VFG), Gottfried Locher (SEK), Daniel Berger (AEM), Heiner Studer (EVP), Hans Moser (EDU), v.l.

Ich hielt kürzlich unseren ersten Enkel in den Armen: Ein zufriedenes Baby, das seinem Grossvater ein Lächeln schenkt. Das ist Glück! Ich darf ebenfalls meinem himmlischen Vater „auf dem Schoss sitzen“ und erfahren, wie er seine Arme um mich legt. Diese Nähe erfreut auch Gottes Vaterherz. Ich hoffe, dass Schweizer Christen mehrheitlich mit den Begriffen Hoffnung, Lebensfreude und Lebensmut identifiziert werden. Gott wird geehrt durch unser Vertrauen in Immanuel (Gott mit uns) und die Zusage, dass dieser Friedefürst regiert und seine Herrschaft kein Ende hat (Jesaja 9). Wilf Gasser, Präs. SEA, assoz. Generalsekretär WEA (Weltweite Evang. Allianz)

Frieden mit Gott haben Optimales Glück heisst für mich Zufriedenheit nach Geist, Seele und Leib: Frieden mit Gott in Jesus Christus und im Heiligen Geist, tiefe Beziehungen mit Ehepartner, Freunden und Gemeinde und eine dem Alter entsprechende Gesundheit. Es beglückt mich, dass die Verbandsleiter eine ausgezeichnete Beziehung haben, wenn die Wirksamkeit in der Evangelisation zunimmt, Qualität und Kompetenz der Gemeindearbeit wachsen. Ich wünsche mir einen enormen Schub, freue mich aber auch über kleine Fortschritte. Max Schläpfer, Präs. Freikirchen Schweiz

Bilder: zvg

Botschaft macht glücklich Ein Kaminfeuer, ein Glas Wein und ein Buch: Das macht mich glücklich, zum Beispiel. Kaminfeuer und Wein geben warm; Bücher nehmen mich mit auf eine Reise und beglücken mich, vor allem Gedichte. 01/02.2014

Ich bin Pfarrer, auch als Kirchenbundspräsident. Mich macht es glücklich, den Glauben an Jesus Christus weiterzugeben. Wir haben einen Glaubensschatz; das Evangelium ist schliesslich eine frohe Botschaft und die Kirche so etwas wie ein GlücksBringer. An dieser Kirche mitbauen, das macht mich glücklich! Meistens. Gottfried Locher, Präs. Kirchenbund SEK

Gemeinsam weiterkommen! Ich habe noch einige Träume: fremde Länder bereisen, Sprachkenntnisse verbessern, das Vieux-Chalet umbauen. Kinder und Grosskinder sind unverdientes Glück. Ich geniesse den Herbst des Lebens und wünsche mir, dass die nächste Generation die Welt für Gott auf den Kopf stellt. Es macht mich glücklich, dass wir offen und ehrlich unterwegs sind. Grosse Veränderungen fordern heraus. Christen aus dem Süden überholen uns. Unser kleiner Horizont braucht die Ergänzung. „Gemeinsam geht es langsamer – aber wir kommen weiter!“ sagt ein afrikanisches Sprichwort. Daniel Berger, Präsident AEM (Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen)

Freude am Mitgestalten Ich bin glücklich und dankbar. Nach 28 Jahren darf ich mein Amt als Mitglied der Exekutive meiner Wohngemeinde abgeben. Ich durfte mitgestalten: bei der Schaffung einer Gemeindebibliothek, einer Musikschule, einer Heilpädagogischen Schule für die Region. Ich bin glücklich, öffentlich mit Dank verabschiedet zu werden. Privat bin ich glücklich über meine Familie und besonders über unseren Enkel Sebastian. 2014 wird die EVP 95 Jahre alt. Seit Jahr-

zehnten ist es vielen ein Anliegen, biblische Werte wie Lebensschutz, Nächstenliebe, Schutz der Umwelt, Verantwortung für die uns anvertrauten Mittel umzusetzen. Ich bin glücklich über alle älteren Menschen, die aktiv mitwirkten und uns die Treue halten. Gleichzeitig bin ich glücklich über junge Christen, die sich aufgrund dieser Wertebasis engagieren. Heiner Studer, Präsident EVP Schweiz

Wahre Werte in klaren Worten Oft wird das «Glück» an Gesundheit, Erfolg oder Wohlergehen gemessen. Persönlich erlebe ich wahres Glück, seit ich Jesus Christus in mein Leben einbeziehe. In den Stürmen des Lebens durfte ich erfahren, dass Gott seine Hand über mich hält. Für die EDU habe ich viele Erwartungen und Hoffnungen. Jede neue Adresse für den „EDU-Standpunkt“, jeder Stimmenzuwachs oder Sitzgewinn ermutigen, das nationale Wahljahr 2015 vorzubereiten. Viele Frauen und Männer wollen wahre Werte in klare Worte fassen. Es macht mich glücklich, dass die EDU bewährten und jungen Kräften ein bibelorientiertes Gefäss für eine gradlinige Politik bieten kann. Hans Moser, Präsident EDU Schweiz Umfrage: Thomas Feuz

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Mehr Hoffnung und Lebensmut!


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br e n n p u n k t

„Danken wir dem Herrgott!“ DER HÖCHSTE SCHWEIZER „Herrgott, hesch Du d’Wält schön gmacht!“ Dieses Lob aus einer bergandacht kommt nationalratspräsident ruedi Lustenberger oft in den Sinn. Der 63-jährige CVp-politiker versteht sich als „moderner patriot“. Andrea Vonlanthen traf ihn zum Gespräch. Ruedi Lustenberger, aus welchem Holz ist der formell höchste Schweizer geschnitzt? Ich bin in Romoos im Entlebuch geboren, hier aufgewachsen, habe mit 24 Jahren die Schreinerei meines Vaters übernommen und diese mit meiner Frau zusammen 37 Jahre lang geführt, fünf erwachsene Kinder. Mit 33 Jahren noch die Schreinermeisterprüfung abgelegt, als wir schon drei Kinder hatten. Welches Holz ich bin? Kein weiches, dafür ein dauerhaftes mit einer durchaus interessanten farblichen Textur. In den Medien werden Sie gerne als „konservativer Entlebucher“ beschrieben. Wie leben Sie mit dieser Etikette? Gut, sehr gut! Im Moment erleben wir ja so etwas wie eine Renaissance des Konservatismus. In den letzten 20 Jahren, seit ich jetzt politisiere, bin ich eher konservativer geworden. Ich sehe das Ausmass der Globalisierung, die ganze Internetwelt, die Geldgier der Manager, die Verschwendung der endlichen Ressourcen, die virtuelle Welt der Finanzmärkte, die grosse Hektik unserer Zeit. Da ist eine Rückbesinnung durchaus angebracht. Man wird etwas bedächtiger und ist bemüht, das Gute zu bewahren, auch in der Politik. Ich habe meine berufliche Herkunft und meine Entlebucher Heimat nie verleugnet. „Konservativer Entlebucher“ – das ist für mich eine zutreffende Etikette! Es trifft also auch zu, wenn Sie in Medienporträts als Globalisierungsgegner bezeichnet werden? Tatsächlich stehe ich der Globalisierung kritisch gegenüber. Unter allen Titeln hat sie unserer Erde innert kurzer Zeit mehr Schaden als Nutzen gebracht. Profitiert hat

Ruedi Lustenberger Jahrgang 1950, verheiratet, fünf erwachsene Kinder, wohnhaft in Romoos LU. Diplomierter Schreinermeister, 37 Jahre Inhaber einer Schreinerei, 2012 Weitergabe des Betriebs an einen langjährigen Mitarbeiter. Als Mitglied der CVP 1991-99 Grossrat des Kantons Luzern, 1999 Grossratspräsident, seit 1999 Nationalrat. Zu Beginn der vergangenen Wintersession mit 175 von 180 gültigen Stimmen zum Nationalratspräsidenten und damit zum formell höchsten Schweizer gewählt – das zweitbeste Resultat der letzten 20 Jahre. Seit 2005 Zentralpräsident des Verbandes Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) mit Sitz in Zürich.

vor allem eine kleine, reiche Minderheit, die es überhaupt nicht nötig hätte. Verlierer sind die Ökologie, die Bauern, die Menschen in den armen Ländern der Dritten Welt und die Industrienationen, die mit den enormen Problemen der modernen Völkerwanderung konfrontiert sind.

Ich bin kein weiches Holz, dafür ein dauerhaftes mit einer interessanten Textur. Welches war Ihre beste Lebensschule? Vermutlich waren das die beiden Zeiten, als ich in der beruflichen Aus- und Weiterbildung stand. Die Schreinerlehre im Nachbardorf in einem guten Lehrbetrieb und dann im Alter von 33 Jahren noch anderthalb Jahre lang vollzeitlich in der Schreinermeisterschule in Bern. Die ersten Jahre auf dem politischen Parkett im kantonalen Parlament waren ebenfalls eine neue Erfahrung für mich. Und noch etwas: Wir haben fünf erwachsene Kinder, und eine gute Lebensschule ist es auch, zusammen mit den Kindern älter zu werden, vor allem in der Phase zwischen 15 und 25 Jahren, in der sie einem auch intellektuell fordern. „Mit überschäumender Freude“ hätten Sie das hohe Amt des Nationalratspräsidenten erwartet, schreibt die NZZ. Warum diese Freude? Der NZZ-Journalist hat ein wirklich gutes und wohlwollendes Porträt über mich gezeichnet, aber auf das „überschäumend“ hätte ich gut verzichten können. Das passt irgendwie nicht zu mir. Man sah mir sicher an, dass ich das gerne mache. Ich habe mich lange auf dieses Amt gefreut. Es war für mich fast so etwas wie eine zweijährige Adventszeit. Und ich freue mich natürlich auch jetzt. Aber es ist eher eine stille als eine überschäumende Freude. Man sieht es mir wohl trotzdem an, weil ich grundsätzlich ein froher Mensch bin. Wo holen Sie die Kraft für dieses Amt? „Diheime!“ In Romoos und im Napfgebirge. In der Natur. Auf der Jagd. Mit einem Dutzend Kollegen aus der Gemeinde habe ich seit fast 30 Jahren ein Jagdrevier in Romoos gepachtet. Am 14. Dezember hatten wir den letzten 01/02.2014


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direkten Demokratie sollten wir Sorge tragen. Unser Staat darf nicht übermächtig werden, doch er soll durchaus eine gewisse Stärke haben. Mit einem schwachen Staat ist niemandem gedient. Sie sind tief verwurzelt in Ihrer Heimat. Was ist für Sie Heimat? Das tönt jetzt vielleicht ein bisschen einfach, doch die eigentliche Heimat ist für mich da, wo ich geboren und daheim bin. Das ist Romoos. Da, wo auch unsere Kinder, die alle ausgeflogen sind, gerne nach Hause kommen. Das ist meine Heimat. Im globalen Umfeld ist es selbstverständlich die Eidgenossenschaft. Was löst Heimat in Ihnen aus? Sie gibt mir Geborgenheit und das Gefühl von Dankbarkeit und Demut. Wenn Sie die Nationalhymne mitsingen, laufe Ihnen ein leiser Schauder über den Rücken, erklärten Sie in einem Interview vor dem letzten 1. August. Was ist für Sie so berührend an dieser Hymne? Genau erklären kann ich es nicht. Sie berührt mich einfach. Ich habe unser Land gern. Ich bin ein moderner Patriot. Wenn ich die Nationalhymne höre, spüre ich ein „Chribbele“. Da bin ich vermutlich nicht der einzige. Manche Leute sagen es in dieser Offenheit einfach nicht. Eine schlechte Rückmeldung gab es noch nie, wenn ich so zu unserer Nationalhymne gestanden bin.

Jagdtag. Traditionsgemäss habe ich mich als Samichlaus verkleidet und allen Jagdkollegen und ihren Frauen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr gewünscht.

Bild: Andrea Vonlanthen

Wie reagieren Sie als Präsident, wenn im Nationalrat „die Späne fliegen“? Ich liess ja „albe“ auch die Späne fliegen. Zum Amt des Präsidenten gehört es, dass er selber nicht hobelt und keine Späne fliegen lässt. Sonst bin ich durchaus ein streitbarer Politiker, der auch einmal nach links und nach rechts austeilen kann, aber immer mit Respekt gegenüber der Person. Ich liebe die politische Auseinandersetzung, und ich will sie auch gerne zulassen. In Ihrem Präsidialjahr erleben Sie manchen öffentlichen Auftritt. Welche Botschaft versuchen Sie immer wieder zu vermitteln? Ich werde den Leuten gerne sagen, dass es uns in der Schweiz im Vergleich mit vielen andern Ländern auf dieser Welt gut geht. Zu unserm Wohlstand und auch zur 01/02.2014

Unsere Hymne sei überhaupt nicht mehr zeitgemäss, wird lautstark kritisiert. Brauchen wir eine neue? Nein. Ich verstehe diese Diskussion nicht. Persönlich wäre ich gar nicht auf die Suche nach einer neuen Hymne gegangen. Mich nähme Wunder, wer bei der Gemeinnützigen Gesellschaft die Antriebsfeder für diese Übung war. Man sollte etwas Bewährtes erst dann ersetzen, wenn das Neue wirklich besser ist. Ich kann mir schwer vorstellen, dass ein neuer Vorschlag besser zu unserm Land passt. „Betet, freie Schweizer, betet!“, wird da mit Inbrunst gesungen. Doch die freien Schweizer beten ja kaum mehr. Dieser Aufruf ist offenbar nicht mehr zeitgemäss. Doch! Die Leute beten auch heute noch, oft aber anders, als wir es als Kinder gelernt haben. Wenn ich wandere, um mich zu erholen, und die prächtige Landschaft sehe, dann kommt mir oft der Schlusssatz von Reto Stadelmanns „Bergandacht“ in den Sinn: „Herrgott, hesch Du d’Wält schön gmacht!“ Das ist auch gebetet. Ich glaube, dass es ganz viele Leute gibt, die auf ihre Art so beten. Warum haben wir Schweizer nach wie vor viel Grund zum Beten? In vielen Situationen gibt es einen Grund zur Dankbar-


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hineingelesene Erfindung von Missionaren? Auf Knochen entdeckte keit. Der französische Philosoph Jean-Paul Massillon hat Inschriften belegen,„Dankbarkeit dass schon in der Shang-Dynastie eindes ausgefeileinmal gesagt: ist die Erinnerung Hertes Schriftsystem bestanden hat. Das war um 2700 v. Chr., rund 200 zens.“ Das ist sehr schön ausgedrückt. Danken wir dem Jahre bevor die Ägypter die ersten Pyramiden bauten. Unwiderlegbar Herrgottlässt doch dass eszwischen uns so gut beweisen sichdafür, die Beziehung den geht. alten Schriftzeichen und dem biblischen Bericht nicht. In ihrem Buch «Erinnerungen an die Genesis» (Hänssler, 1998) beschreiben C.H. Kang und Ethel R. Beten Sie vor Ihren Sitzungen im Nationalrat? Nelson aber derart viele Beispiele, dass man nicht Nein, aber ich halte in meinem Büro für von ein Zufall paar sprechen Augenkann. «Es ist nicht das einzelne Zeichen, sondern die Menge der Paralblicke inne und sammle mich. lelen, die für diesen Zusammenhang sprechen», sagt Richard Wiskin. Seines Erachtens gebe es dafür keine andere logische Erklärung. Im vergangenen September haben im Bundeshaus 136 Pareinzelheiten Schöpfungsbericht und Sündenfall lamentarieraus einen Aufruf zur Aufwertung des Bettags unterWerden die Piktogramme in ihre Teile zerlegt, spiegeln sie Einzelheiten schrieben. Warum haben Sie auch unterschrieben? aus der Genesis wider: Mann und Frau, der Garten, die Versuchung, Wir Schweizer haben schon Grund, den Eidgenössischen der Tod, die Sintflut, der Turmbau. Für die Autoren Kang und Nelson steht fest, Bussdass dieund Glaubensvorstellungen der Ur-Chinesen sichEinen auf eiDank-, Bettag wieder mehr zu achten. nen Schöpfergott bezogen. Kang hatte in einem Mandarin-Lehrbuch Tag ruhiger werden, in einer Kirche oder in der Natur an eine Fussnote entdeckt, die das Zeichen für Schiff analysierte, und den Schöpfer denken und bewusst danken, das kann uns zwar als «Gefäss», «acht» und «Mund» oder «Person». Im Kommentar nichtes,schaden. WennArche, ich hie da grossen im Ausland bin –acht ich hiess dass in Noahs demund ersten Boot, exakt Personen waren, nämlich mit im FrauKosovo und ihre–, drei Söhne mit ihren war letztes Jahr zum Noah Beispiel dann denke ich Frauen (vgl. 1. Mose 6,18; 7,7). Kangs Interesse war geweckt. bei der Heimkehr jeweils: „Der Herrgott hats gut gemeint Die weiteren Nachforschungen unterstrichen seine Vermutung. Für mit mir, dass ich hier geboren wurde und hier leben darf.“ Kang steht fest: «Die Vorfahren der Chinesen wussten von der Arche Noah, sie kannten Einzelheiten der in der Bibel beschriebenen UrgeDank-, Buss- und Bettag: Wo müssten wir Schweizer vielschichte.» Folgendes Szenario ist denkbar: Eine Menschengruppe war dem leicht vermehrt Busse tun? Chaos von Babel entflohen und siedelte den Flusstälern jeDas muss wohl jeder Schweizer fürsich sichinselber beantworner Gegend an, die einmal China sein würde. Sie entwickelten eine ten. Wer sichund etwas Zeit nimmt, um darüber nachzudenSchriftsprache benutzten dabei Symbole, die beeinflusst waren ken, wird zu einer persönlichen Antwort kommen. von mündlichen Überlieferungen, die der ganzen Menschheit damals bekannt waren. Ihnen wird eine grosse Affinität zu staatspolitischen Themen nachgesagt. In welcher Verfassung befindet sich die Schweiz? Die Schweiz ist innenpolitisch in einer guten Verfassung, Am vergangenen Wochenende fand in Beatenberg die vor allem wegen der Subsidiarität, dem Föderalismus und Schweizer Tagung der Studiengemeinschaft «Wort und der direkten Wissen» Demokratie. Wir100 haben jedochreferierte nach aussen statt. Vor über Interessierten u.a. Junker überwir die Anpassungsfähigkeit der Lebeein gewisses Reinhard Problem, weil innerhalb der internatiowesen als Hinweis auf die Schöpfung. Der Geologe Martin nalen Staatengemeinschaft einen eigenständigen Weg geErnst beschrieb katastrophisch entstandene Erosionshen und alle etwas von uns wollen.

Tagung von «Wort und Wissen» in beatenberg

prozesse auf dem Colorado-Plateau im Grand Canyon, Michael Kotulla ging der Frage nach, ob die Geologie das Erdbeben bei der Was hält die zusammen? Kreuzigung vonSchweiz Jesus Christus bestätigen kann. Die chinesischen Schriftzeichen wurden eines von Richard Wiskin Einein Der Wille zuranhand Einheit inVortrags der Vielfalt. Wäre diediskutiert. Schweiz informatives und empfehlenswertes Buch zu diesem Thema stammt vom Chan Kei Thong: «Chinas wahre Grösse».

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ein Thema der apologetik Einheitsbrei, hätte sie keine Kantone, hätte sie nicht vier

Richard Wiskin warnt. Man dürfesokeine Zeichen hineinlesen, die nicht Sprachregionen und nicht viele verschiedene Kulturen, dort seien, beispielsweise ein Kreuz. Die Piktogramme hätten auch dann wäre die Schweiz nicht die Schweiz. Die Vielfalt ist heidnische Inhalte, so etwa das all-sehende Auge, das Zeichen für die auch der warum wirsich uns wiederOpfer zusamSonne. BeimGrund, Opfersymbol stelle dieimmer Frage, welches gemenfinden. Es gibt nirgendwo eine dominierende Mehrmeint sei. Geopfert worden sei in verschiedensten Kulturen. Dennoch erachtet er die vielen Belege für selbstredend. ChinesenDas seiheit. Die Schweiz besteht aus lauter Verfolgen Minderheiten. nen Vortrag, verstehen sie die Erklärungen. Kritik kommt höchstens lehrt uns, aufeinander Rücksicht zu nehmen. von Europäern. Welche Bedeutung hat die Aufschlüsselung der chinesischen Schriftzeichen? «Sie haben eine apologetische Wirkung», Was verdanken unsern christlich-abendländischen Wurerklärt Wiskin. Diewir Piktogramme stützten die biblischen Berichte von Genesis zeln? 1 bis 11 und damit ausgerechnet diejenigen Teile der Bibel, die am stärksten in der Kritik stehen. Ist das der Grund, wir dass die fasziDieser 2000-jährigen Geschichte verdanken unsere nierende Botschaft der chinesischen Piktogramme nicht auf breiteres Kultur stösst? und unsere wichtigsten Werte. uns geInteresse Will man gar keine Indizien fürSie denhaben Wahrheitsgehalt prägt als christliches, humanistisches, neutrales Land, in biblischer Berichte, weil man sie längst als Mythos abgestempelt hat? dem die Menschenrechte hochgehalten werden. In einem Selbst QinzuShiden huangdi hat mitgeholfen Rating christlich-abendländischen Werten würde Zurück zu Qin Shi Huangdi. Selbst er hat einen Beitrag geleistet, dass die Schweiz vermutlich sehr gut abschneiden. das in den chinesischen Schriftzeichen verborgene WissenUnseren bis heute gegenwärtigen Zustand verdanken wir einer jahrhundererhalten blieb. Damit seine Befehle landesweit verstanden wurden, liess er ein Herkunfts-Wörterbuch erarbeiten. sind die Zeichen telangen Entwicklung. Daran solltenDarin wir uns erinnern, samt ihrer ursprünglichen festgehalten worden, und zwar wenn wir ungeduldigBedeutung sind gegenüber EntwicklungslänHunderte von Jahren bevor die ersten Missionare in China unterwegs dern und meinen, diese müssten innerhalb von 40, 50 Jahwaren. Auf dieser Qin-Schrift basiert das «klassische Chinesisch», das ren kommen, woverwendet wir heute sind.Heute wird Chinesisch bis insdahin späte 19. Jahrhundert wurde. von mehr Menschen gesprochen als jede andere Sprache der Welt. Es ist bemerkenswert, dass die Schriftzeichen den Lauf der Zeit überdauerten und bis heute verwendet werden, mal abgesehen von stilistischen Vereinfachungen. Halten chinesische Schriftzeichen historisches Urwissen fest, das im Laufe der Zeit verloren gegangen ist? Manches spricht dafür. Die aufgeschlüsselten Zeichen sind eine Art Icons, Schnappschüsse aus vergangener Zeit. Der chinesische Autor Chan Kei Thong zieht ein bemerkenswertes Fazit: «Die Schöpfungsgeschichte muss für die hebräische Ist für die die Schweiz noch Kultur ein christliches wie chinesische die gleicheLand? gewesen sein. So konnten Ja, ja. Würden wir eine grosse Umfrageinmachen, ob sich sich die Elemente der hebräischen Geschichte den chinesischen Schriftzeichen widerspiegeln. der Urgeschichte die Schweizer noch zum Schlüsselereignisse Christentum bekennen und ob wurden in den Piktogrammen festgehaltenLand und über Jahrtausende die Schweiz noch ein christliches sei, würde das weitergetragen.» vermutlich eine grosse Mehrheit bestätigen. Auch viele Der Theologe und Ethiker Thomas Schirrmacher meint: «Wenn es Menschen, die eine Kirche noch selten sestimmt, was Professor Thong und nur andere Gelehrte vorvon ihminnen zu belegen hen, kämen zu diesem Schluss. versuchen, wärewohl das jüdisch-christliche Erbe keine neue Religion in China, sondern eng mit der Entstehung der chinesischen Kultur selbst verwoben.» Was zeichnet uns aus als christliches Land? Richard Wiskin klappt den Laptop zu, dann blickt er in die Ferne: Wirder haben in der einekönnen Präambel «An Wahrheit der Bundesverfassung Bibel zweifelnde Christen durchmit die Botschaft der chinesischen Schriftzeichen neu zum Glauben inspiriert werden.»

Wenn ich unsere Nationalhymne höre, dann spüre ich ein ‚Chribbele’.

ROLF HÖNEISEN

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Mit einem landes- und freikirchlich anerkannten Diplom in Sozialdiakonie Theologisch-Diakonisches Seminar Aarau idea Spektrum 41.2013 01/02.2014


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dem Aufruf „Im Namen Gottes“. Das allein reicht natürlich nicht. Ich glaube, dass auch der respektvolle Umgang mit dem Mitmenschen und mit Schwachen zeigt, dass wir ein christliches Land sind. Wie gross ist die Gefahr einer Islamisierung unseres Landes? Diese Gefahr ist nicht zu unterschätzen. In der CVP, Ihrer Partei, gibt das „C“ immer wieder zu reden. Liberale Kräfte möchten von der christlichen Etikette abkommen. Wie stellen Sie sich zum „C“? Eine Gegenfrage: Was würde uns denn noch auszeichnen, wenn wir das „C“ nicht mehr hätten? Der Verdrängungskampf in der Mitte mit den beiden neuen Parteien, der BDP und den Grünliberalen, ist gross. Warum kommt die Diskussion ums „C“ denn immer wieder auf? Manchmal wird diese Diskussion auch von Kreisen ausserhalb der Partei herbeigeschrieben, die Freude hätten, wenn wir auf das „C“ verzichten würden.

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Was wäre die Schweiz ohne Kreuz? Ich warte nun noch darauf, dass neben der Landeshymne auch noch ein neues Banner gewünscht wird! Im Ernst: Das Schweizerkreuz gehört zur Eidgenossenschaft, zu unserer Tradition und unserer Kultur. Basta! Und das Kreuz Jesu? Als Bub war ich Ministrant, da habe ich die Leidensgeschichte der Karwoche und den Weg zur Auferstehung an Ostern in der Liturgie ganz nah mitbekommen. Ohne Kreuz keine Auferstehung, ohne Auferstehung keine Ostern, ohne Ostern kein Christentum. Im Neuen Testament werden die Prophetien aus dem Alten Testament erfüllt. Was bedeutet Ihnen der Kirchgang am Sonntag? Meine Frau singt im Kirchenchor mit. Wir gehen am Sonntag meistens in die Kirche. Das hat Tradition. Es ist auch eine gute Möglichkeit, Kontakt zu den Menschen zu pflegen. Und oft wird danach auf dem Dorfplatz auch noch ein wenig politisiert ...

Als Schreinermeister haben Sie wohl auch Kreuze angefertigt. Wo steht Ihr schönstes Kreuz? Das schönste Kreuz, das wir in unserer Firma hergestellt haben, steht auf dem Oberänzi in der Gemeinde Romoos unterhalb vom Napf. Es ist etwa sieben Meter hoch und hat einen Querschnitt von zirka 20 auf 20 Zentimetern.

Welchen Wunsch haben Sie an die Schweizer Kirchen? Meine Kirche, die katholische, dürfte durchaus etwas moderner werden und die Frauen gleichstellen. Das wollte ich schon als Bub nicht verstehen, dass „Meitschi“ nicht am Altar dienen konnten. Als Politiker will ich der Kirche keinen Maulkorb anlegen, aber ich werde sie auch nicht auffordern, sich überall einzumischen.

Gibt es auch Kreuze, die Sie traurig stimmen? In unserer Schreinerei haben wir Grabkreuze für Verstorbene hergestellt und das Sargmagazin in der Gemeinde betreut. Als ich 18 Jahre alt war, hat mich mein Vater erstmals zum Einsargen mitgenommen. Seither habe ich mehr als 200 verstorbene Menschen in den Sarg gelegt und in die Totenkapelle gebracht. Das waren immer auch traurige Momente, denn ich habe fast alle der Verstorbenen persönlich gekannt. Es ist eine ganz spezielle Art der letzten Ehre, die man so einer verstorbenen Person erweisen kann. Weil wir an die Auferstehung glauben, gehört das Grabkreuz dazu.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen des Landes im neuen Jahr? Aussenpolitisch, eindeutig. Wir haben wichtige Abstimmungen vor uns, zur Zuwanderung, zur Personenfreizügigkeit mit Kroatien, zur Ausschaffung. Innenpolitisch müssen wir unsere Sozialwerke und den Generationenvertrag sichern. Auffallend ist ja, dass die Jungen wieder mehr Ordnung und Werte wollen. Das Zeitalter des antiautoritären Umgangs ist am Abflauen, um nicht zu sagen gescheitert. Es braucht Regeln, und man muss sie durchsetzen und sanktionieren, wenn sie nicht eingehalten werden. Dann fühlen sich die Leute auch wieder etwas sicherer.

Das Schweizerkreuz gehört zu unserer Tradition und unserer Kultur. Basta! Haben Sie durch diesen Dienst ein anderes Verhältnis zum Tod bekommen? Vermutlich ein natürlicheres. Selber setzt man sich ja weniger mit dem Tod auseinander. Doch ich glaube daran, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. 01/02.2014

„Im Namen Gottes, Amen“, so heisst es im Bundesbrief aus dem Jahr 1291. Was möchten Sie den Schweizerinnen und Schweizern zu Beginn eines neuen Jahres „im Namen Gottes“ sagen? Im Namen Gottes kann nur jemand reden, der sich dazu berufen fühlt. Im Namen der Eidgenossenschaft wünsche ich den Menschen in unserm Land viel Glück und Segen in diesem Jahr! Und ich wünsche unserm Land und seinen Bewohnern, dass wir von Kriegen und Katastrophen verschont bleiben, den inneren Zusammenhalt bewahren und den gegenseitigen Respekt nicht verlieren. Herzlichen Dank für das Gespräch.


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idea Spektrum 50.2013


W I R T SC H A F T/ P OR T R ÄT

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Ein Wagnis, das sich für alle Seiten gelohnt hat SozialES EngagEmEnt Für die Tobler Protecta AG in Ipsach BE steht der Mensch an erster Stelle. Die Firma setzt sich für psychisch Beeinträchtigte ein und wurde dafür mit dem Berner Sozialstern ausgezeichnet.

S

ie arbeiten seit zwölf Jahren zusammen, besuchen dieselbe christliche Gemeinde und sind miteinander verwandt. Die Entscheidung, gemeinsam eine Firma zu leiten, machten sich André Tobler (52) und Urs Wyss (54) dennoch nicht leicht. Im Jahr 2001 übernahmen sie die Tobler Protecta AG, heute in Ipsach bei Biel, die auf Sicherheit am Arbeitsplatz spezialisiert ist. Beide waren vorher bei der Tobler Haustechnik AG in leitender Stellung.

Ein gemeinsames Wagnis Eine Stärke der Tobler Protecta AG ist das familiäre Betriebsklima, das von gegenseitigem Vertrauen geprägt ist. „Wenn das Klima stimmt, macht die Arbeit mehr Freude und die Leistung steigt“, sagt André Tobler, der Wirtschaft studiert hat. Vor fünf Jahren wurde er von einer Kollegin angefragt, ob er einer psychisch beeinträchtigten Person die Integration ins Erwerbsleben ermöglichen wolle. Die Anfrage wurde sorgfältig geprüft und gemeinsam entschieden, das Wagnis einzugehen. Am Anfang sei der Betreuungsaufwand relativ gross gewesen, reflektiert Tobler. Obwohl man der beeinträchtigten Person einfache Aufgaben übertragen habe, seien viel Geduld und viele Gespräche nötig gewesen.

Bild: Christian Bachmann

Voll integriert und IV-frei Von den 15 Mitarbeitenden haben drei eine psychische Beeinträchtigung, verursacht durch Mobbing oder ein Burnout. Dank der guten Unterstützung durch das „Job Coach Placement“ der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD), das mit der IV-Stelle zusammenarbeitet, wurde aus dem Wagnis eine Erfolgsgeschichte. Zwei beeinträchtigte Mitarbeiter sind heute voll integriert und nicht mehr von der IV abhängig. Eine Person habe sogar auf dem freien Arbeitsmarkt eine Stelle mit einem kürzeren Arbeitsweg gefunden, was für alle ein grosses Erfolgserlebnis gewesen sei. Ob jemand den Weg zurück in den freien Arbeitsmarkt findet, das hänge stark von 01/02.2014

Dankbare Gewinner des Berner Sozialsterns: André Tobler (links) und Urs Wyss.

der Person selber ab, ist Tobler überzeugt. Der Wille müsse vorhanden sein.

Mit Sozialpreis ausgezeichnet Der Einsatz habe sich auf jeden Fall gelohnt, bestätigt Urs Wyss. Am 15. November gewann die Tobler Protecta AG den Berner Sozialstern 2013. Mit diesem Förderpreis zeichnen die UPD Unternehmen aus, die sich für die Integration psychisch beeinträchtigter Menschen einsetzen. 2013 wurden 24 Firmen für den Preis nominiert, ein Jahr zuvor waren es 15. Für André Tobler ein klares Zeichen, dass das Verständnis für weniger leistungsfähige Menschen bei immer mehr Arbeitgebern vorhanden ist: „Die Wirtschaft sollte den Menschen dienen und nicht umgekehrt.“ Der Gewinn steht bei der Tobler Protecta AG denn auch nicht an erster Stelle. Gewinn sei die Frucht der Arbeit und nicht das Ziel.

Für jedes Bedürfnis eine Lösung Bei der Ipsacher Ausrüsterin für Sicherheitsprodukte spielt auch das Gebet eine wichtige Rolle. Jeden Montag trifft man sich zu einer Besprechung mit Gebet. „Wir versuchen, den Glauben in der Firma zu leben“, betont Wyss, verantwortlich für das Produktmanagement. Das Ziel ist,

als Firma einen Unterschied zu machen. Dazu gehören die Freundlichkeit am Telefon sowie die pünktliche Bezahlung der Rechnungen. Zu den Kunden besteht eine gute Bindung. Für jedes Bedürfnis hat die Tobler Protecta AG eine Lösung parat, auch kundenspezifische Wünsche können erfüllt werden. Bei grösseren Firmen führen die Aussendienstmitarbeiter „Kleiderund Schuh-Aktionen“ vor Ort durch und nehmen die Arbeitsschutzprodukte wie Schuhe, Jacken und Hosen in allen Grössen zum Kunden mit.

Mit „kybun“ auf zu neuen Ufern Ein grosser Vorteil für die Tobler Protecta AG ist, dass sie in verschiedenen Branchen wie Industrie, Bau, Chemie und Logistik tätig ist und so einen breiten Kundenkreis anspricht. Mit neuen Produkten wie zum Beispiel kybun-Gesundheitsschuhen von MBT-Erfinder Karl Müller, will sie in neue Bereiche vordringen und zu einer besseren Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz beitragen. Tobler und Wyss versuchen nun, auch in Branchen ausserhalb der Industrie Fuss zu fassen. Erste Reaktionen sind positiv und die Kunden endlich ihre Rückenschmerzen los. M Christian Bachmann

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| NLe Se r br i e f e 6 14 NSac y Nherrg icihe t e

SYNERGIE jahRESwEchSEl Die grosse Ungewissheit, die ein neues Jahr in sich bringt, will manchen Menschen die Lebensfreude rauben. Jesus offenbart seinen Jüngern die Realität: „In der Welt habt ihr Angst!“

Christenverfolgung und Politik zu: „Politik vergisst verfolgte Christen“, (Nr. 49, S. 15) Der Vorwurf, die Motion Brönnimann sei „im Nationalrat stillschweigend und gegen die demokratischen Regeln unter den Tisch“ gefallen, ist haltlos. Im Nationalrat werden alle Vorstösse, welche zwei Jahre nach der Einreichung vom Rat noch nicht behandelt sind, als erledigt abgeschrieben. Vorstösse, welche vom Bundesrat oder einem Mitglied des Rates bekämpft werden, kommen in der Reihenfolge ihrer Einreichung departementsweise zur Behandlung. Weil der Rat mit Geschäften überlastet ist, leiden darunter die parlamentarischen Vorstösse, deren Behandlung immer wieder hinausgeschoben wird. Nur wenn sich eine Kommission des Rates für die Traktandierung eines Vorstosses einsetzt oder wenn der Vorstoss im Rahmen eines grösseren Paketes behandelt wird, ist eine frühe Behandlung möglich.

„Keine Entwicklungshilfe bei Christenverfolgung“ lautete der Titel der Motion. Eine Überweisung der Motion an den Bundesrat hätte in der Sache kaum etwas geändert. Die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit kennt 20 Schwerpunktländer und -regionen. Keines dieser Länder gehört zu denjenigen mit ausgeprägter Verfolgung und Diskriminierung von Christen. In seiner Antwort auf die Motion Brönnimann (EDU) schrieb der Bundesrat u.a.: „Die Einhaltung der Menschenrechte, einschliesslich der Religionsfreiheit, gilt als ein Schlüsselelement für eine nachhaltige Entwicklung, die allen Bevölkerungsgruppen zukommt.“ Hier muss der Bundesrat behaftet werden. Im Gegensatz zu anderen Ländern kennt die Schweiz keine Möglichkeit, dass Resolutionen verabschiedet werden. Man mag dies bedauern. Ich bin jedoch der Auffassung, dass sich ein Parlament vor allem auf seinen Auftrag als Gesetzgeber konzentrieren soll. Erfreulicherweise wurden im Nationalrat seit dem

sich, den Text auswendig zu lernen! Wenn ich dann am Morgen mit meiner Frau zusammen einen Abschnitt in der Bibel las, staunte ich oft, wie uns gerade in Zeiten der Anfechtung Gottes Wort viel Trost und Zuversicht zuspricht, wie z.B. das Wort in Josua 1,9: „Lass dir nicht grauen, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tust!“ Oder 1. Sam. 30,6: „Da suchte David Zuflucht bei seinem Gott, und das Vertrauen auf den Herrn gab ihm wieder Mut und Kraft.“ Wenn kein Geringerer als König David so betete, so brauchen sich auch Verantwortungsträger nicht zu schämen, wenn sie Gottes Wort als Waffe gebrauchen, um mit Zuversicht in eine ungewisse Zeit zu gehen. M

Der Autor ist Mitbegründer der Rimussund Weinkellereien Rahm AG, Hallau SH. Er ist u.a. in der IVCG engagiert und Referent für lebensnahe Themen; robert@rahm.sh

Jahr 2000 verschiedene Vorstösse betreffend Christenverfolgung eingereicht. Im Jahr 2012 stellte Nationalrätin Marianne Streiff-Feller (EVP) dem Bundesrat zu dieser Problematik zehn gezielte Fragen. Der Bundesrat hält in seiner Antwort u.a. fest, dass die Themen „Religionsfreiheit und Minderheitenrechte eine Priorität der schweizerischen Menschenrechtspolitik“ seien. Die Schweiz engagiere sich dabei „auf multilateraler wie auch auf bilateraler Ebene“. Im Nationalrat hat sich in der Zwischenzeit ein überparteiliches Netzwerk von Parlamentarierinnen und Parlamentariern gebildet, welches sich der Problematik der verfolgten Christen annimmt. Bei den schweizerischen aussenwirtschaftlichen Entscheiden müsste allerdings die Frage der Religionsfreiheit und Christenverfolgung viel stärker gewichtet werden. Aktuell wird im Parlament ein ständerätlicher Vorstoss behandelt, welcher will, dass die Einschränkungen für Kriegsmaterialexporte gelockert werden; gerade hier

Bild: zvg

umgetrieben. Sorgen um die Mit Angst oder mit Zuversicht Familie, um unsere Arbeit, ums ins neue Jahr? Psychologen satägliche Brot. Selbst in einem gen, dass im Hintergrund jeder gut gehenden Betrieb, wie wir Angst letztlich die Todesangst ihn haben dürfen, erwachte ich steht. Der Mensch weiss, dass er in meiner operativen Geschäftseinmal sterben muss und auch, zeit hie und da morgens um drei dass es ganz unerwartet gescheUhr, weil ein nicht leicht lösbares hen kann. Dies erleben wir in unRobert Rahm Problem schwer auf mir lastete. serem Umfeld. Uns nahestehende Menschen werden plötzlich von Krebs Da habe ich eine gute Waffe gefunden: befallen oder kommen durch Unfälle und Den 23. Psalm! Ich habe ihn in dieser Zeit Katastrophen um. Martin Luther sagte mit der Anfechtung oft auswendig aufgesagt: Recht: „Mitten im Leben sind wir vom Tod „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln ...“ Hie und da habe ich ihn zweiumgeben!“ Für Christen ist aber der Stachel des Todes oder dreimal meiner Seele zugesprochen. weggenommen. Die Gewissheit, dass Je- Wenn ich mir dann zusprach: „Und ob ich sus Christus mit seinem Sterben am Kreuz schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich den Tod überwunden hat, nimmt uns die kein Unglück, denn du bist bei mir, dein panische Angst vor dem Tod. Wir können Stecken und Stab trösten mich ...“, kam der mit Paulus sagen, dass wir, ob wir leben Friede Gottes über mich und ich konnte oder sterben, dem Herrn gehören. Das gibt wieder einschlafen. Dieser Psalm ist schon uns Zuversicht! Und doch sind wir eben Millionen von Menschen in Zeiten der AnMenschen und werden von vielen Sorgen fechtung zu einer Hilfe geworden. Es lohnt

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N ac h r ic h t e N

müsste unser Parlament eine viel restriktivere Politik betreiben. Heiner Studer, alt Nationalrat EVP, Wettingen AG

Bedauerliches Nichteintreten zu: „Unterdrückung mehrfach thematisiert “, (Nr. 50, S. 15) Meine Motion verlangte vom Bundesrat das Ausarbeiten eines Konzepts für die Ausschüttung von Entwicklungshilfegeldern im Zusammenhang mit der Behandlung von Christen. Das weltweit tätige Hilfswerk Open Doors Schweiz informiert regelmässig über verfolgte Christen. In der Presse liest man davon kaum etwas. Schikanen und Diskriminierung der christlichen Bevölkerung sind vor allem in islamischen Ländern an der Tagesordnung. Viele Regierungen sehen diesem Treiben tatenlos zu oder sind sogar mitbeteiligt. Warum sollte die Schweiz nicht wenigstens versuchen, die Not der verfolgten Christen zu mildern? Ich bin überzeugt, dass die in meiner Motion verlangten Druckmittel zum Schutze der Christen Wirkung zeigen würden. Sicher müssten wir weiterhin damit leben, dass ein Teil der Entwicklungshilfe in den Taschen von Staatsfunktionären landet. Wichtiger wäre jedoch, dass die entsprechenden Regierungen in die Pflicht genommen würden, die Christenverfolgung im eigenen Land aktiv zu bekämpfen oder wenigstens mit den Schikanen, Diskriminierungen und Verhaftungen aufzuhören. Schade, dass dieser Vorstoss, ohne behandelt worden zu sein, im Papierkorb verschwand. Andreas Brönnimann, alt Nationalrat, Belp BE

Verwerflicher Zickzackkurs zu: „Ende gut, alles gut?“, (Nr. 50, S. 26) Ich verstehe die Argumentationsführung von Klaus Jürgen Diehl zu dieser gottlosen Irrlehre nicht. Einerseits erwähnt er, es sei von der Bibel her klar, dass die Allversöhnungslehre, also die Lehre, wonach am Ende der Dinge schliesslich doch alle Menschen im Himmel seien, abgelehnt werden müsse. Aber: Statt bei dieser klaren Aussage zu bleiben, die auch Jesus Christus vertreten hat, ist Diehls Argumentation eine einzige Schlan01/02.2014

genlinie. Pastor Diehl schreibt von Israel, das sowieso in der Bibel nie ein Bild für die ganze Menschheit war, sondern primär für die Erlösten des Herrn, das dann doch vom Herrn errettet wird. Und dann meint er einerseits, die „Hölle sei nicht leer“, aber andererseits weist er die Allversöhnungslehre nicht von der Hand. Im Schlusssatz schliesst er explizit nicht aus, dass alle Menschen dann doch gerettet werden. Glaubt Herr Diehl wirklich, dass sein Sitznachbar im Himmel oben dereinst Adolf Hitler oder Stalin sein könnte? Dieser Zickzackkurs, der es allen Seiten recht machen will, ist meiner Meinung nach verwerflich. Christian Wider, Oftringen AG

Nicht so weitermachen zu: „Gibt es gar keinen Klimawandel?“, (Nr. 49, S. 30) Ich bedaure die Veröffentlichung dieses Artikels, denn die Klima-Situation wird dramatisch, wenn wir so weitermachen. Die Gegner sind die Auto- und Ölindustrie und andere starke Klimaverschmutzer. Jeder vernünftige Mensch kann erkennen, dass die Naturereignisse und Katastrophen immer drastischer ausfallen. Wenn wir in Europa auch Tornados und Hurrikane haben, werden uns die Augen aufgehen, aber dann ist es zu spät. Reinhard Roth, Spiez BE

Demokratiefeindlicher Vorschlag zu: „Podium“, (Nr. 49, S. 15) Treffend hält Marianne Streiff fest, dass das Nichtumsetzen von gegen übergeordnetes Recht verstossenden Volksinitiativen der Glaubwürdigkeit der Demokratie schade. Allerdings ist ihre „Lösung“ demokratiefeindlich: Sie fordert die vorgängige Ungültigerklärung im Namen von Grund- und Menschenrechten, anstatt – wie es sich für einen Rechtsstaat gebührt – auf die Volkssouveränität hinzuweisen. Man muss wissen: In Lehre und Rechtsprechung herrscht keine Einigkeit darüber, was das zwingende Völkerrecht nun wirklich ist. Das Ungültigerklären von Initiativen ist somit ein Mittel, um die ebenfalls grundrechtliche Meinungsfreiheit und das berechtigte – der Classe politique aber nicht gefällige – öffentliche Interesse einzuschränken. Artur Terekhov, Zürich

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PODIUM Die Kerzen zu Weihnachten sind erloschen, die Geschenke ausgepackt und der vorangegangene Weihnachtsstress dürfte der Vergessenheit angehören. Ebenso sind wohl die guten Vorsätze zu Jahresbeginn gefasst. Und bereits nimmt alles wieder seinen gewohnten Gang. Der Taktstock des Alltags schlägt unerbittlich seinen Rhythmus und wir kommen wiederum unseren vielfältigen Verantwortungen nach. Oder gibt es da doch mehr als die allzu gut bekannten Trampelpfade? Paulus zitiert im Römerbrief (15,12 und 13) aus dem Buch Jesaja zum Kommen von Jesus Christus, um anschliessend fortzufahren: „Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ Damit eröffnet sich eine faszinierende Perspektive auf einen lebendigen Gott, der mit seiner Freude den Alltag überstrahlt und unseren Glauben mit Frieden stärkt. Beschrieben werden eine Hoffnung und ein Glaube, der reich macht und nicht auf unseren guten Vorsätzen, eigener Stärke und unserem Wirken beruht, sondern direkt von Gott gewirkt ist. Der deutsche Theologe Günter Ruddat schreibt: „Gott, du machst dich auf den Weg zu uns – unauffällig. Gott, du trittst herein in unser Leben – unscheinbar, Gott du wendest dich uns zu – unaufhaltsam. Dein Name sei gelobt – eindrücklich, einleuchtend, einprägsam.“ – Ich wünsche mir, dass uns allen dieser Gott der Freude und des Friedens in diesem Jahr viele Momente des Reichtums und der Kraft im Glauben schenkt. Hans-Ulrich Bigler ist Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes.


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M I ssIon G loba l

neue inputs für ein „altes“ Anliegen miSSion-net 3000 Christen aus 45 Nationen nahmen über Neujahr am Missionskongress in Offenburg (D) teil. Was bleibt?

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st Europa „the dark continent“ (der geistlich finstere Kontinent)? Ein Blick in unsere Gesellschaft und der raue Gegenwind, der Christen entgegenbläst, scheint diese Aussage zu bestätigen. Das war auch Thema eines Referats am Kongress. Und nun? Resigniert schweigen und das Feld anderen überlassen? Oder sich vereinen mit Menschen, die Europa als den Kontinent sehen, der sich wieder Gott zuwendet und ihm allein ungeteilte Anbetung schenkt? Genau das erlebten über 450 Schweizer am Mission-Net in Offenburg. Sie wollen ihren Teil dazu beitragen, am Reich Gottes zu bauen. Man staunt: Die Schweiz war die am besten vertretene Nation! Erstaunlich auch dies: Vor zwei Jahren waren zwei Personen aus Mazedonien dabei, dieses Mal waren es schon 85 Teilnehmer. Wir waren überwältigt zu sehen und zu hören, wie Gott in Mazedonien wirkt.

Wertvolle Horizonterweiterung An der „European Street“ (oberes Bild) wurden viele Gespräche geführt und neue Freundschaften geschlossen. Was meinen Teilnehmende? Mirjam sagt: „Fünf geniale Tage mit unserem grossartigen Vater und vielen Begegnungen mit Geschwistern aus ganz Europa! Gott berührte mein Herz und ermutigte mich, für meine Familie und

Freunde einzustehen. Mission beginnt im Kleinsten, in der nahen Umgebung. Ich kam meiner konkreten Berufung einen Schritt näher, indem sich meine Leidenschaft für Asien bestätigte.“ Und Manuel: „... alles Menschen, die Gott lieben und ihm nachfolgen! Das zeigte sich unter anderem in den gemeinsamen Worship- und Gebetszeiten. Jeder betet Gott in seiner Sprache und mit seiner gewohnten Gebetshaltung an. Wir brauchen diese Horizonterweiterung des Leibes Christi. Regionales und lokales Wirken ist nötig. Dabei dürfen wir den globalen Auftrag aber nicht aus den Augen verlieren.” P Daniel Frei b www.mission.ch

ArbeitSgemeinSchAft eVAngeliScher miSSionen (Aem)

Bilder: Damaris Kipfer, zvg

Stefan Peter neuer Vizepräsident Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen (AEM) hat Stefan Peter, Missionsleiter von Interserve in Biel, zum neuen Vizepräsidenten berufen. Stefan Peter übernimmt diese Aufgabe von Walter Diem, Missionsleiter der SIM in Biel. Diem übernimmt eine neue Aufgabe bei SIM International. Nach zehn Jahren als AEM-Präsident wird Daniel Berger, Missionsleiter der MSD Frutigen, im März sein Amt abgeben. Zur Evaluation eines neuen Präsidenten hat die AEM einen Ausschuss gebildet. Die AEM als Dachverband von 45 Werken und theologischen Ausbildungsstätten fördert das Missionsanliegen in der Schweiz und weltweit. b www.aem.ch

blog Wie fühlte sich wohl Herodes, als ihm die Weisen mitteilten, es sei ein neuer König geboren worden? Die Bibel erzählt, dass er wütend alle Jungen unter zwei Jahren umbringen liess. Dieser Aspekt der Weihnachtsgeschichte rückte Ende 2013 ins Zentrum, als eine Woche vor den Festtagen in der Hauptstadt Juba Kämpfe losbrachen. Bald gab es Gerüchte über einen versuchten Putsch und offene Konflikte zwischen verschiedenen Stämmen. Hauptursachen sind wohl ein andauernder Machtkampf zwischen Top-Politikern und ein tief verankertes Misstrauen unter den Volksstämmen. Wo eine Machtposition bedroht wird, ist Gewalt nicht weit – wie schon damals. Eigentlich wollte ich dieses Jahr Weihnachten mit meinen Freunden in Yei feiern. Ich freute mich auf eine ruhige, besinnliche Zeit. Würde ich lernen, wie man ein Huhn schlachtet? Was ist wichtig, ausser neuen Kleidern für die Kinder? Wie wird gefeiert? Die Antworten auf diese und andere Fragen kriege ich vielleicht nächstes Jahr, denn dieses Jahr kam es anders. Die Kämpfe weiteten sich aus. So wurden auch wir am 22. Dezember nach Uganda ausgeflogen. Wir sind dankbar für die Gastfreundschaft der hier ansässigen Missionare. Schweren Herzens liess ich meine einheimischen Freunde zurück. Gott hat alles unter Kontrolle: In Sprüche 16,9 lesen wir, dass der Mensch plant, aber Gott die Schritte lenkt. Möge Er Erbarmen haben mit seinen Kindern im Südsudan! Mit freundlichen Grüssen SIMONE Hinweis: «Mission global» öffnet monatlich ein Fenster zur weiten Welt. Im Blog gibt Simone Illi Einblick in ihren Alltag in Yei im Südsudan. (tf) 01/02. 2014


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Fromme sind weniger süchtig als Atheisten STUDIE Das hat eine Studie von Schweizer Forschern ergeben, wie die Januar-Ausgabe der Zeitschrift „Psychologie heute“ (Weinheim) berichtet.

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ür die Untersuchung des Universitäts- Studienleiter: Der Glaube schützt hospitals Lausanne befragten Wissen- Von den 1.650 Atheisten griffen hingegen schaftler 5.387 junge Männer anlässlich 51 % täglich zur Zigarette, 36 % kifften ihrer Musterung für die Armee. Sie wurden mehr als einmal wöchentlich und 6 bzw. in fünf Gruppen aufgeteilt: Die „Religi- 5 % schluckten Ecstasy oder konsumierten ösen“ glauben an Gott und besuchen den Kokain. Die drei zwischen Religiösen und Gottesdienst. Die „Spirituellen“ Atheisten stehenden Grupsind der Meinung, dass es eine Täglich rauchen pen lagen mit ihrem Zigarethöhere Macht gibt, praktizieren Atheisten: 51 % ten- und Drogenkonsum in aber keine Religion. „Unsichere“ Religiöse: 30 % der Mitte. Nach Angaben von wissen nicht, was sie von Gott Prof. Gerhard Gmel – dem Leihalten sollen, und „Agnostische“ gehen ter der Studie – belegen die Zahlen, dass davon aus, dass niemand wissen kann, ob der Glaube zu den schützenden Einflüssen es einen Gott gibt. Die fünfte Kategorie bil- vor dem Suchtmittelkonsum gehört. Ofden die Atheisten. Wie sich herausstellte, fen bleibt nach der Studie, ob die Unterunterscheiden sich die Gruppen in ihrem schiede zwischen den Gruppen mit moSuchtmittelkonsum. Von den 543 religi- ralischen Vorstellungen der Betreffenden ösen jungen Männer rauchten 30 % täglich, oder der sozialen Kontrolle des Umfelds zu 20 % nahmen mehr als einmal pro Woche tun haben. Die Untersuchung wurde vom Cannabis-Produkte zu sich und weniger als Schweizerischen Nationalfonds zur Förde1 % hatte im Jahr vor der Befragung Ecstasy rung der wissenschaftlichen Forschung geschluckt oder sich mit Kokain berauscht. unterstützt. P

Terror: Christen lassen sich nicht beirren RUSSLAND Christen wollen sich durch die Terroranschläge nach Worten des Präsidenten von „Russian Ministries“ (Russisches Missionswerk), Sergej Rakhuba (Moskau), nicht in ihren Aktivitäten beirren lassen.

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m 29. und 30. Dezember hatten Selbstmordattentäter in Wolgograd – einst Stalingrad – zwei Bomben gezündet. Dabei starben mindestens 31 Personen. Es wird vermutet, dass muslimische Extremisten hinter den Anschlägen stecken. Unterdessen wächst die Furcht vor weiteren Terrorakten während der Olympischen Winterspiele, die vom 7. bis 23. Februar in Sotschi am Schwarzen Meer stattfinden. Etwa 600.000 Besucher werden erwartet.

Offen für die christliche Botschaft Laut Rakhuba plant sein Missionswerk evangelistische Großeinsätze in russischen Städten während der Olympischen Spiele. Mehr als 650.000 Neue Testamente und

Traktate sollen verteilt werden. Rakhuba rechnet damit, dass die Aktionen wegen der strengen Sicherheitsvorkehrungen auf Probleme stoßen könnten. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter ließen sich davon jedoch nicht abschrecken. Rakhuba rief die Christen weltweit auf, für die Evangelisationsaktionen zu beten. Die Terroranschläge hätten auch zu einer größeren Offenheit in der Bevölkerung für die christliche Botschaft geführt. Von den 143 Millionen Bürgern Russlands sind 35 Millionen orthodoxe Kirchenmitglieder; gleichwohl bezeichnen sich rund 100 Millionen Einwohner als orthodox. Der Bevölkerungsanteil der Muslime wird auf über 20 Millionen geschätzt. P

NOTIERT Israel: Jesus ein Palästinenser? Auf Widerspruch und Spott bei der israelischen Regierung sind Äußerungen des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, über Jesus Christus gestoßen. Abbas hatte in seiner Weihnachtsansprache gesagt: „In Bethlehem wurde vor Mahmud Abbas 2.000 Jahren Jesus geboren – ein Palästinenser, der die frohe Botschaft brachte und eine Führungsgestalt für Millionen weltweit wurde, so wie wir, die Palästinenser, 2.000 Jahre später für unsere Freiheit kämpfen. Wir wollen so weit wie möglich in seine Fußstapfen treten.“ Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Yigal Palmor, sagte dazu dem Radiosender Arutz Scheva: „Abbas hätte das Neue Testament genauer lesen sollen, bevor er solchen blanken Unsinn sagt.“ In Anspielung auf eine Aussage Jesu am Kreuz an seine Henker sagte der Sprecher im Blick auf Abbas: „Wir vergeben ihm, denn er weiß nicht, was er tut.“ Jesus sei eindeutig ein Jude gewesen.

USA: Methodistenpastor entlassen Der US-Methodistenpastor Frank Schaefer (Lebanon/Bundesstaat Pennsylvania) ist am 19. Dezember seines Amtes enthoben worden. Das berichtet die Zeitung Washington Post. Er hatte sich geweigert, den Richtlinien der Evangelisch-methodistischen Kirche in den USA zu folgen. Sie sehen vor, dass Pastoren keine gleichgeschlechtlichen Partnerschaften trauen dürfen. Praktizierte Homosexualität wird als „unvereinbar mit der christlichen Lehre“ bezeichnet. Schaefer hatte 2007 seinen homosexuellen Sohn getraut. 6 Jahre später hatte ihn deswegen ein Gemeindemitglied angezeigt. Daraufhin war Schaefer im November von einem Kirchengericht für 30 Tage suspendiert worden. In der Zeit sollte er entscheiden, ob er sich zu den Richtlinien der Kirche bekennen wolle. Weil er das nicht tat, wurde er nach erneuter Anhörung des Amtes enthoben. Schaefer will in Berufung gehen.

Foto: PR

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Christen sollen Europa stärken TAIZÉ-TREFFEN 30.000 Jugendliche aus 50 Ländern beteten für Frieden und Solidarität.

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it einem „Fest der Nationen“ endete in der Neujahrsnacht das fünftägige ökumenische Europa-Treffen der Gemeinschaft von Taizé in Straßburg. Die jungen Leute wurden von Gastfamilien im Elsass und der benachbarten bundesdeutschen Region Ortenau aufgenommen. Der Prior der Kommunität, Alois Löser, rief zum Einsatz für Frieden, Solidarität und Gemeinschaft auf. Die Menschen stünden vor großen Herausforderungen wie Arbeitslosigkeit, sozialer Not, Umweltzerstörung und einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich.

Partnerschaften zwischen evangelischen & katholischen Gemeinden Der katholische Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg) und der badische Landesbischof Ulrich Fischer (Karlsruhe) ermutigten zum gemeinsamen Einsatz von Christen aller Konfessionen für das geeinte Europa. Straßburg sei eine „Hochburg“ der deutsch-französischen Aussöhnung.

Zollitsch und Fischer sprachen sich auch für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Erzdiözese Freiburg und der badischen Landeskirche aus. Die Zahl der Partnerschaften zwischen Gemeinden beider Konfessionen nehme weiter zu. Man wolle den Dialog auch um strittige Fragen des Glaubens weiterführen und sie „im Lichte des Evangeliums und der Überlieferung unserer Kirchen“ erörtern.

Was will Taizé? Die Kommunität – meist nur „Taizé“ genannt – wurde 1944 vom Schweizer reformierten Theologen Roger Schutz im kriegszerstörten Dorf Taizé in Südburgund gegründet. Er wollte Versöhnung zwischen Christen unterschiedlicher Konfessionen stiften. Die Mitglieder versprechen, zölibatär, arm und gehorsam zu leben. Sie kommen dreimal täglich zum Gebet zusammen. In der Ordensregel heißt es: „Sei unter den Menschen ein Zeichen der Liebe und Freu-

de.“ „Taizé“ war ursprünglich eine evangelische Gemeinschaft, inzwischen ist die Kommunität ein Symbol der ökumenischen Bewegung. 1969 wurden erstmals auch Katholiken aufgenommen. Die Bruderschaft bildete auch Niederlassungen in mehreren Ländern, wo sie vor allem in Elendsgebieten wirkt. Ihr charismatischer, viele Menschen anziehender Leiter – Roger Schutz – wurde 2005 im Alter von 90 Jahren bei einem Gebetstreffen von einer geistig verwirrten Frau erstochen. Sein Nachfolger ist der deutsche Katholik Alois Löser aus Stuttgart. Die Kommunität umfasst heute rund 100 Brüder aus mehr als 25 Ländern. Das nächste Europäische Taizé-Jugendtreffen findet Ende dieses Jahres in Prag statt. „Taizé“ ist rund 200.000 Christen jedes Jahr eine Pilgerreise wert. Mittlerweile gibt es weltweit in Kirchengemeinden „Taizé-Gottesdienste“, die vor allem von den Liedern der Kommunität und von Stille geprägt sind. P b www.taize.fr/de

GEFANGENER DES MONATS JANUAR

Fotos: Wieslawa Klemens wiesia_klemens@wp.pl, PR

Pakistan: Christ wird der Blasphemie beschuldigt Als „Gefangenen des Monats Januar“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) den pakistanischen Christen Zafar Bhatti benannt und zu seiner Unterstützung aufgerufen. Er war am 16. Juli 2012 wegen des Vorwurfs der Blasphemie verhaftet worden und ist im Gefängnis in Rawalpindi inhaftiert. Der Verkäufer von Medikamenten hatte oft über Jesus Christus gesprochen und manchmal mit seinen Kunden gebetet. Er ist auch Gründer der Organisation „Jesus World Mission“, die Armen helfen will. Mitte Juli 2012 warf ein Vertreter der radikal-islamischen Gruppe „Jamat Ehl-e-Sunnat“, Ahmed Khan, Bhatti vor, die Mutter des Propheten Mohammed mit einer SMS auf seinem Handy beleidigt zu haben. Der Christ wurde nach dem Paragrafen 1/2.2014

Zafar Bhatti wird fälschlicherweise beschuldigt, Mohammed beleidigt zu haben. Er könnte zum Tode verurteilt werden. In der Haft wird er geschlagen.

295C des pakistanischen Strafrechts angeklagt, nach dem die Beleidigung Mohammeds mit der Todesstrafe geahndet wird. Bhatti bestreitet, die SMS geschickt zu haben. Der katholische Bischof von Islamabad-Rawalpindi, Rufin Anthony, vermutet persönliche Animositäten hinter der Anklage. Bhatti wurde nach Angaben der IGFM im Gefängnis geschlagen. Die IGFM und idea rufen auf, sich in Briefen an den pakistanischen Staatspräsidenten Mammoon Hussain zu wenden. Er solle sich für die Freilassung und den Schutz Bhattis einsetzen. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 % Muslime, 2 % Christen sowie 2 % Hindus. P Hier kann man um die Freilassung bitten: Präsident Mammoon Hussain c/o Botschaft der Republik Pakistan, Bernastrasse 47, 3005 Bern; Fax: 031 350 1799


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Befreiungstheologe: Die Zukunft der Kirche ist freikirchlich WANDEL Die Zukunft der Kirche ist nach Ansicht eines führenden Vertreters der „Theologie der Befreiung“, Prof. Jürgen Moltmann (87), freikirchlich geprägt, wie er dem evangelischen Magazin „3E“ sagte.

E

r erwarte dies zwar nicht mehr in seiner und der nächsten Generation – „aber so wie die Entwicklung läuft, sehe ich, dass die Zukunft der Kirche eine freiere und freiwilligere sein wird“. Wachstum, Veränderung und Mission seien keine Aufgaben „der Landeskirchen von oben, sondern der Christen von unten“. Die eigentliche Kirche sei die versammelte Gemeinde am Ort, die durch das allgemeine Priestertum der Glaubenden geformt werde. Moltmann: „Kirche funktioniert auch ohne Landeskirchenämter und die vielen Referenten. Die Bürokraten behindern und lähmen die Arbeit vor Ort.“

Kinder segnen, nicht taufen lassen Die meisten Freikirchen praktizieren auch die Glaubenstaufe, d. h., sie erfolgt erst nach einem persönlichen Bekenntnis des Taufanwärters. Diese Praxis findet ebenfalls Moltmanns Zustimmung, sofern eine Taufe nicht wiederholt wird, weil die Säuglingstaufe abgelehnt wird. Das ergebe keinen Sinn, sagte der Theologieprofessor: „Ich muss dem Teufel nicht mehrmals absagen.

Das passiert ein für allemal in der einen Taufe.“ Als eine gute Praxis bezeichnete er es, Kleinkinder segnen zu lassen und sie später auf eigenen Wunsch, etwa vor der Konfirmation, zu taufen. Nach Moltmanns Ansicht ist heute „eine Wiederentdeckung des Missionarischen“ nötig: „Das Dialogische ist so langweilig.“

Wer sagt es Muslimen? Das gelte auch für den Umgang mit Muslimen. So sei eine Taufordnung für Muslime nötig, die Christen werden wollen. Die EKD habe eine Handreichung darüber geliefert, was jeder vom Islam wissen müsse. Zuerst sei aber ein Text erforderlich, was Muslime vom Christentum wissen sollten, wenn sie in Deutschland leben: „Nur Freikirchen kümmern sich um diesen blinden Fleck.“

Was sich Bischöfe einbilden Nach Ansicht Moltmanns bilden sich manche Kirchenleute etwas darauf ein, dass sie in eine Moschee eingeladen werden. „Wo sind die Kirchen, die Muslime in ihre

Moltmann

Räume einladen und dort das Evangelium erklären?“, fragt er. Laut Moltmann können die hiesigen Kirchen viel von Christen in Übersee lernen, etwa in Nicaragua, China oder Korea. Er sei mit dem südkoreanischen Pfingstpastor Paul Yonggi Cho befreundet, der in Seoul eine Gemeinde mit 800.000 Besuchern aufgebaut hat. Moltmann war in den 70er und 80er Jahren ein führender Vertreter einer politischen Theologie. Er gehörte der prokommunistischen Christlichen Friedenskonferenz (CFK) an. Verheiratet ist er mit der feministischen Theologin Elisabeth MoltmannWendel. Das Magazin „3E“, dem er ein Interview gab, wird vom Bundes-Verlag (Witten) der evangelikalen Stiftung Christliche Medien herausgegeben. P

Juden: Evangelikale, lasst uns in Ruhe! W

ie er schreibt, sollte sich die EKD deutlicher als bisher von Missionierungsversuchen „von bestimmten evangelikalen Kreisen“ distanzieren. Sie stellten zwar „keine existenzielle Gefahr für uns heutige Juden“ dar, seien aber „ein unnötiges Ärgernis“. Dabei handelt es sich um einzelne evangelikale Organisationen, die auch unter Juden die christliche Botschaft verbreiten – gemäß der neutestamentlichen Aussage, dass nur in der Bindung an Jesus Christus ewiges Leben bei Gott für alle Menschen möglich sei. Kramer: „Wer Juden die Heilsfähigkeit abspricht, spricht dem Judentum

letztendlich ebenfalls die Daseinsberechtigung ab. Das ist beleidigend.“ Selbstverständlich wisse er, dass es in der EKD massiven Widerstand gegen die Judenmission gebe. So habe der EKD-Ratsvorsitzende Ni-

Generalsekretär Kramer

kolaus Schneider bereits 2009 erklärt, Christen beschritten damit einen „theologischen Irrweg“. Es wäre zu wünschen, so Kramer, dass diese Position in der evangelischen Kirche noch umfassender vertreten werde. Das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 sei eine gute Gelegenheit zu betonen, „dass die Juden als Juden die Heilsfähigkeit besitzen und dazu nicht erst Christen werden müssen“. Das würde den jetzt schon guten Dialog zwischen Christen und Juden weiter fördern. Der aus Siegen stammende 45-jährige Kramer ist als Erwachsener zum Judentum konvertiert. P

Fotos: Susanne Kopp, picture alliance

JUDEN & CHRISTEN Kritik an der evangelikalen Bewegung in Deutschland hat der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer (Berlin), in der Zeitung „Politik & Kultur“ geübt.

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Missionswerke haben 3.000 offene Stellen JUGEND-MISSIONS-KONFERENZ Mit fast 100 Ausstellern ist die JuMiKo in Echterdingen bei Stuttgart Deutschlands größte Fachmesse für Berufe in Mission und Entwicklungshilfe.

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junge Christen (2012: etwa 5.000) nutzten am 5. Januar die Gelegenheit, sich zu informieren. Nach Angaben des Geschäftsführers der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), Wolfgang Büsing (Korntal bei Stuttgart), haben die rund 100 Mitgliedswerke mehr als 3.000 offene Stellen. Allein die Deutsche Missionsgemeinschaft (DMG) in Sinsheim bei Heidelberg bietet 600 Stellen. Ihren weltweit 100 Partnerorganisationen lägen mehr als 5.000 Bitten um die Entsendung von Fachkräften vor, teilte die Koordinatorin für die DMG-Auslandseinsätze, Monika Mench, mit.

Jeder Beruf ist gefragt Gefragt sei „praktisch jeder Beruf“: von Handwerkern über Sozialpädagogen, Krankenschwestern, Ärzten und Kaufleuten bis zu Verwaltungsexperten und Sprachforschern. Für viele Aufgaben müsse ein längerer Zeitraum in Betracht gezogen werden. Anders als bei entwicklungspolitischen Projekten, die man nach wenigen Jahren beenden könne, gehe es in der Mission um die Gründung von Gemeinden und die Stärkung einheimischer Kirchen – also um Langfristiges.

Foto: nxtwphotos/Andreas Stein

Wer will Indianer begleiten? Auch das unter Indianern in Kolumbien, Peru und Bolivien tätige Missionswerk Indicamino (Trossingen) kann nicht alle Bitten um Langzeitmissionare erfüllen. Zurzeit seien 45 Personen ausgesandt, 20 weitere könnten jederzeit beschäftigt werden, sagte Geschäftsführer Michael Gruhler idea. Besonders dringend werde ein Ehepaar für die soziale und geistliche Betreuung von Studenten in der peruanischen Urwaldstadt Pucallpa gesucht. Die von Missionaren begonnenen und jetzt vom Staat weitergeführten Bildungsprogramme seien so erfolgreich, dass immer mehr junge Indianer studierten. Allerdings falle es vielen schwer, sich an 1/2.2014

Großer Andrang herrschte bei der Jugendkonferenz für Weltmission in Echterdingen.

die in den Städten vorherrschende Kultur anzupassen. Sie brauchten Unterstützung von Fachkräften, die sowohl die Situation in ihren Heimatdörfern als auch die Lebensbedingungen in Großstädten kennen.

Was tun nach der Ausbildung? Seit 28 Jahren informiert die Jugend-Missions-Konferenz über ein- oder mehrjährige Tätigkeiten im Ausland. Mitarbeiter zahlreicher Missionswerke berichteten jetzt von einem ungebrochenen Interesse an einem Auslandsaufenthalt nach Abitur, Studium oder Lehre. Neben dem Wunsch, Gott zu dienen, würden als häufigste Motive genannt, anderen Menschen zu helfen, das eigene Können zu testen und Klarheit über den weiteren Lebensweg zu bekommen. Häufig erzählten Rückkehrer, dass die Begegnung mit fremden Kulturen ihr Leben bereichert und ihren Glauben vertieft habe. „Man kann nur jedem jungen Menschen wünschen, solche Erfahrungen zu machen“, sagte der Kandidatensekretär des Missionswerkes DIGUNA (Die gute Nachricht für Afrika/Haiger), Matthias Knebel, idea. Das Risiko sei gering, da die Jugendlichen von erfahrenen Mitarbeitern betreut würden. DIGUNA bietet etwa 60 Stellen für Kurzzeiteinsätze zwischen vier Wochen und zwei Jahren an.

Neues Angebot für Studenten Für Studenten hat das evangelische Hilfswerk „Hilfe für Brüder“ (Stuttgart) einen neuen Arbeitszweig eingerichtet: ChanceMent (Gelegenheit zum Engagement) vermittelt drei- bis sechsmonatige Praktikumsplätze in überseeischen Kirchen. Das in immer mehr Ausbildungsgängen vorgeschriebene Praxissemester sei „zu schade, um es mit Kopieren zu verbringen“, erläuterte die Mitarbeiterin Sabine Wolf. Sinnvoller sei es, das bisher Erlernte in entwicklungsrelevanten Projekten anzuwenden. Bisher gebe es Plätze für Sozialpädagogik, Informatik und Journalismus.

65 Aussendungen in 4 Kontinente Zum Abschluss der Konferenz wurden 65 Kurz- und Langzeitmissionare nach Afrika, Asien und Südamerika sowie Ost- und Westeuropa ausgesandt. Veranstalter der JuMiKo ist die württembergische ChristusBewegung „Lebendige Gemeinde“ in Zusammenarbeit mit süddeutschen evangelikalen Gemeinschaften, Jugendverbänden, Bibelschulen und Missionswerken. Für die Gesamtorganisation ist die Personalvermittlung Christliche Fachkräfte International (CFI, Stuttgart) zuständig. P b www.cfi-stuttgart.de • 0711 21066070 www.aem.de • 0711 34218160


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„Fürchtet euch nicht!“ ZUKUNFT Was erwartet uns im neuen Jahr? Besteht Anlass zu Angst oder Grund zu Optimismus? Dazu befragte idea-Reporter Karsten Huhn den Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx (Wien). idea: Herr Horx, wie geht es uns denn 2014? Wird der Euro scheitern? Matthias Horx: Nein. Warum sind Sie da so sicher? Der Euro ist eine Erfindung, die am Ende eines langen historischen Prozesses stand. Das Ergebnis eines Evolutionsprozesses. Die Wahrscheinlichkeit, dass man eine solche

Europa wird also nicht auseinanderbrechen? Ich weiß gar nicht, wie Sie auf eine solche Frage kommen! Genauso gut könnten Sie fragen, ob der Mond in zwei Teile bricht. Die Frage knüpft an eine Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Sie sagte: „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.“ Das ist polemisch zugespitzt formuliert und hatte, als es gesagt wurde, die Funktion wachzurütteln. Europa wird aber ebenso wenig auseinanderbrechen wie der Euro. Das heißt nicht, dass nicht einzelne Länder einmal austreten können.

Fällt die Klimakatastrophe aus? Was ist mit der Klimakatastrophe – findet sie statt? Was verstehen Sie darunter? Die Erde erwärmt sich um mehr als zwei Grad Celsius, und es kommt zu gewaltigen Überschwemmungen. Bei einer Erderwärmung von zwei Grad Celsius erhöht sich der Meeresspiegel um etwa 50 Zentimeter. Das wird man in den meisten Regionen der Welt gar nicht bemerken, weil sich die Wassermassen auch ungleich um den Planeten verteilen. In anderen Gegenden wird man Deiche bauen müssen, so wie man das in Hamburg getan hat. Klimawandel wird ein Wandel – aber keine Katastrophe.

Medien lieben apokalyptische Übertreibungen Die Warnungen der Klimaforscher bringen Sie nicht um den Schlaf? Ich habe zu unterscheiden gelernt zwischen sachlicher Information und apokalyptischen Übertreibungen bestimmter Interessengruppen, die für ihre Warnungen Aufmerksamkeit und Fördergelder erhalten wollen. Dazu kommt: Die Medien lieben es, die extremsten Szenarien auszuwählen und als Realität zu verkaufen. Dadurch ist die Angst vor dem Weltuntergang für uns normativ geworden. Wir sind darauf geradezu fixiert. Bei „Klima“ assoziieren wir gleich die Sintflut, weil wir das in Roland-Emmerich-Filmen so gesehen haben und weil es dazu ja auch jede Menge archaischer Bilder gibt, nicht zuletzt in der Bibel.

Foto: www.burkhard-mohr.de

Institution wieder abschafft, ist etwa so hoch, wie wenn man Autos und Supermärkte wieder abschaffen würde oder Straßen oder Züge. Schaffte man ihn ab, würden die Nachteile für viele Länder, Banken und Unternehmen überwiegen. Es gibt eine Menge Akteure auf dem Spielfeld, die am Erhalt interessiert sind. Auch immer noch die Mehrheit der europäischen Bürger. Deshalb wird der Euro weiter existieren. Was nicht funktioniert, verschwindet früher oder später. Der Kommunismus hat auch nicht überlebt. Vorsicht! Was nicht funktioniert, muss deshalb nicht gleich aufgelöst werden – das macht man bei einer Krise in der Ehe ja auch nicht. Es besteht die Möglichkeit, sich zu wandeln, zu verändern und anzupassen.

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Der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx (58) gründete 1999 das „Zukunftsinstitut“ und berät zahlreiche europäische Unternehmen. Seit 2007 ist er zudem Dozent für Trend- und Zukunftsforschung an der Zeppelin-Universität (Friedrichshafen). Horx ist Autor zahlreicher Bücher. 2013 erschien sein Buch „Zukunft wagen: Über den klugen Umgang mit dem Unvorhersehbaren“ (DVA, München). Horx ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Wie kommt das? Unser Hirn widmet seine Aufmerksamkeit immer der Risiko- und Gefahrenabwehr – das ist evolutionär bedingt. Es fällt uns schwer, über die Zukunft differenziert nachzudenken und Wahrscheinlichkeiten abzuwägen. Stattdessen neigen wir zu Übertreibungen, Vereinfachungen, dramatischen Bildern. Das wiederum wissen die Medien zu nutzen, die wie ein Symbiont diese negativen Angst-Energien abzapfen. Deshalb wimmelt unsere mediale Umwelt von Superkatastrophen, und deshalb glauben so viele Menschen an das Allerschlimmste. Diese uralte Eigenschaft des Menschen, die übrigens schon die Religionen zu nutzen verstanden, hat aber eine Nebenwirkung. Sie macht uns unter Umständen hysterisch. Die großen Zivilisationskrisen entstehen durch überschießende Angst, die mit Verschwörungs- und Feindbildern verbunden werden. Panik ist die eigentliche Mutter der Katastrophe. Dabei ist das Eintreten von Extremszenarien nie sehr wahrscheinlich. Auch die Bankenkrise hat nicht den Untergang der Weltwirtschaft verursacht, wie das vor zwei Jahren in jedem Blatt zu lesen war.

Foto: Klaus Vyhnalek

Fliegen uns die Schulden um die Ohren? Der deutsche Staat ist mit zwei Billionen Euro verschuldet, dazu kommen weitere vier Billionen Euro implizite Staatsschulden, vor allem durch Pensionsverpflichtungen. Fliegen uns diese Schulden um die Ohren? In den Fragen, die wir an die Welt stellen, bilden sich immer auch die inneren Antworten. Wenn Sie die Wortwahl „Fliegen uns diese Schulden um die Ohren?“ benutzen, dann entsteht im Kopf sofort das Bild von tödlichen Explosionen. Das kriegen Sie dort nie mehr raus – und damit lässt sich im Grunde nicht mehr sachlich diskutieren. Genauso ist es mit dem Wort „Bevölkerungsexplosion“. Das assoziiert eine Flut von Menschen, die uns die Butter vom Brot nehmen wollen, und lässt sich prima für Fremdenund Familienfeindlichkeit nutzen. Ich antworte Ihnen darauf mit der christlichen Botschaft: „Fürchtet euch nicht!“. Beziehungsweise: Schaut etwas genauer hin, was da über1/2.2014

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haupt behauptet wird. Können Schulden überhaupt „explodieren“? Vielleicht werden sie irgendwann korrigiert, und es gibt auch einmal eine Pleite, das kann schon sein. Steigt die Weltbevölkerung wirklich so rapide, wie man das vor zwanzig Jahren voraussah? Nein, die Geburtenraten gehen überall massiv zurück … Ich habe die Staatsverschuldung nicht erfunden – diese Zahlen wird Ihnen der Bundesfinanzminister sicher bestätigen. Wie hoch die Staatsverschuldung sein kann oder darf, bevor es gefährlich wird, darüber streiten die Ökonomen seit Jahrzehnten gewaltig. Sind es 60 %, 80 % des Bruttosozialprodukts? In diesem Bereich bewegen sich heute die Staatsverschuldungen in Europa, einige Länder liegen drüber, andere drunter, wieder andere, wie Irland, schaffen es, ihre Schulden abzubauen. Darf man als Mensch oder Staat gar keine Schulden machen? Jeder, der ein Haus baut, verschuldet sich dafür, im Vertrauen auf die Zukunft. Darum geht es: Vertrauen. Um Vertrauen zu gewinnen, muss man andere Zukunftsfragen stellen. Welche Fragen sind das? Es gibt zwei grundsätzliche Zukunftsfragen: Unmöglichkeitsfragen machen die Zukunft immer zu einem unmöglichen Ort. Sie lauten im Grunde immer: „Warum muss es schiefgehen?“. Fragen, die Zukunft ermöglichen, fragen von der Zukunft aus: „Was können wir tun, damit …? Wie können wir unser System so gestalten, dass uns die Staatsverschuldung nicht aus dem Ruder läuft? Nur wer so fragt, findet auch Lösungen: Die Fragerichtung ist entscheidend. Wenn Sie den Menschen die Staatsverschuldung als Katastrophe verkaufen, rennen alle auf die Bank, heben ihr Geld ab – und dann ist die Katastrophe tatsächlich da! Das ist der in der Zukunftsforschung schon lange bekannte Effekt O der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Trendforscher Horx kritisiert eine Sensationsberichterstattung


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Kann man in diese Welt noch Kinder setzen? Ein anderes Phänomen: Seit rund 40 Jahren herrscht in Deutschland Geburtenmangel. Ist der für Sie auch kein Grund zur Sorge? Man könnte auch sagen, dass es sich um eine Art natürlicher Korrektur handelt. Wir durchlaufen eine Phase, in der sich die hohe Bevölkerungsdichte in Mitteleuropa vielleicht etwas reduziert. Aber Erfahrungen zeigen: Die Geburtenrate von derzeit 1,4 Kindern pro Frau wird wieder steigen, so wie das in anderen Ländern um uns herum bereits wieder der Fall ist. Wir sollten uns also anschauen, was Schweden, Frankreich und Island getan haben, um ihre Geburtenrate zu steigern. Meine Prognose: Wenn wir die nötigen Reformen durchführen, steigt die Geburtenrate auch wieder. Außerdem gibt es deutlich mehr Immigration, wir sind ein Einwanderungsland. Deshalb wird sich die Bevölkerung viel weniger reduzieren, als es in den Medien zu lesen ist. Es kommt nur darauf an, konstruktiv zu fragen: „Was ist zu tun, damit wir wieder mehr Kinder bekommen?“. „In diese Welt kann man keine Kinder mehr setzen“, sagen viele Deutsche.

Das ist genau das Resultat jener Untergangsrhetorik, von der wir gesprochen haben. Und die viele offensichtlich auch genießen. Man kann sich wahnsinnig selbstgerecht vorkommen, indem man die Welt als hoffnungslos verderbt brandmarkt. Ich nenne dieses Phänomen „das apokalyptische Spießertum“. Etwa 75 % der Menschen in den deutschsprachigen Ländern rechnen damit, dass die Zukunft schlechter wird. Dieser Wert ist weltweit einmalig. Das Problem ist vor allem: Wenn so viele sich einig sind bei diesem Problem, kann es auch eintreten! Welche Krise bereitet Ihnen die größte Sorge? Die mentale Krise. Ich mache mir Sorgen um die Panik- und Hysteriebereitschaft unserer Gesellschaft, über den Mangel an Zukunft in den Köpfen. Als ich in den 80er Jahren als Journalist arbeitete, gab es drei Fernsehsender und am Bahnhofskiosk 250 Publikationen. Heute haben wir mehr als 150 Fernsehkanäle und mehr als 1.500 Zeitungen und Zeitschriften; dazu kommt noch das gigantische Meer des Internets. All diese Kanäle kämpfen um unsere Aufmerksamkeit – und das gelingt am besten, indem man Angst auslöst. Als zum Beispiel vor zwei Jahren die Eurokrise begann, waren viele Journalisten mehr als bereit, genüsslich den Euro totzuschreiben. In den Talkshows tummelten sich die Auguren der „gigantischsten Wirtschaftskrise aller Zeiten“ und des „Endes des Wohlstandes“. Die Folge: Immer mehr Menschen reagieren ängstlich auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung. So trägt eine verzerrte Berichterstattung dazu bei, die Zukunft zu gefährden.

Die größte Fehlprognose in jüngster Zeit Was ist der größte Humbug, der zuletzt prognostiziert wurde? Können Sie sich noch an die Debatte vor 12 Jahren erinnern, dass uns die Arbeit ausgeht? Damals hieß es in jeder Talkshow, dass die Arbeitslosigkeit bald 30 % betragen würde. Dann kamen die Hartz-Gesetze, die grundsätzlich als unsozial verteufelt wurden. Und die Arbeitslosigkeit sank. Heute gehört zu jeder öffentlichen Debatte die Überzeugung, dass sich die Gesellschaft „spaltet“ und „die Schere auseinandergeht“. Das wird in Form eines negativen Mantras unentwegt wiederholt, bis alle es glauben. In Wahrheit hat sich der Gini-Koeffizient, der die Ungleichheit misst, wenig verändert. Wir haben eher mehr Reiche als mehr Arme. Was nicht heißt, dass wir uns nicht bemühen müssen! Ich bin für Mindestlohn, ich bin für bessere Schulen – keine Frage. Aber wir müssen auch Übertreibungen vermeiden und die Erfolge sehen, die es in unserem stabilen Wohlstand gibt. Wir sollten unsere Segnungen annehmen, sonst versündigen wir uns in gewisser Weise an der Zukunft! Sie sind ein unverbesserlicher Optimist. Das ist ein Klischee. Pessimismus wie Optimismus sind beides „-ismen“, also Ideologien. Ich forsche nach Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten. Ich bin „Possibilist“. Mir geht es darum, ein realistisches Bild von der Welt zu

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gewinnen. Die Welt ist nicht gut, aber sie kann besser werden. Das ist der Kern jeder Hoffnungsbotschaft.

Gibt es immer mehr Krisen? Herr Horx, wir sind von Krisen umzingelt! Das erinnert mich an den Satz im Fernsehen: „Bleiben Sie dran, die nächste Sondersendung kommt sofort!“ Natürlich. Das menschliche Leben ist krisenhaft. Ich leugne Krisen nicht, ich habe nur ein anderes Verständnis von Krisen. Eine Ehe oder Liebe ohne überstandene Krisen ist flach. Gesellschaften, Menschen wachsen an Krisen, deren Veränderungsbotschaft sie annehmen und akzeptieren. Aber auch der Eindruck, dass es „immer mehr Krisen“ gäbe, trügt. Es gibt heute nicht mehr Naturkatastrophen oder Kriege als früher – wir erfahren heute nur ständig hautnah durch Mikrofone und Kameras davon. Anders als früher, fühlen wir uns heute für die ganze Welt verantwortlich. Der Weltuntergang fällt also aus? Der Weltuntergang ist der Größenwahn der Depressiven. Die Idee, dass wir den Planeten gewissermaßen umbringen können, ist eine Hybris, die sich im Laufe der Zeit leider zu einer allgemeinen Überzeugung verfestigt hat. Ich halte die Wahrscheinlichkeit für sehr hoch, dass es unseren Kindern und Enkeln bessergehen wird als uns heute. Wir werden Umweltprobleme lösen, und immer mehr Menschen auf diesem Planeten werden auch im Wohlstand leben. Gleichzeitig werden wir immer noch Probleme, Krisen und Konflikte haben. Das Paradies ist auf der Erde nicht zu haben – aber Verbesserungen sind nicht nur möglich, sondern auch wahrscheinlich. Der „Globale Trend Report“ sagt für das Jahr 2014 unter anderem Folgendes voraus: „Die politischen, sozialen und religiösen Spannungen wachsen, ebenso die Zahl von individuellen Gewaltakten.“ Wie wäre es mit folgender Gegeninformation: Die Kriminalitätsrate ist seit Jahren in vielen Städten rückläufig. Die Anzahl der Kriegstoten war noch nie so gering wie heute. Auch schreckliche Bürgerkriege wie der in Syrien sind kein Zeichen dafür, dass die Welt insgesamt gewalttätiger wird. Im Gegenteil: Es entwickeln sich neue Konfliktmoderationsmechanismen, in denen Nationen kooperieren, die sich früher spinnefeind waren. In Afrika mehren sich Hoffnungszeichen, dass die immer noch schwelenden Konflikte moderiert werden können und die Stabilität sich erhöht. Aber es ist immer wohlfeil zu sagen: „Es wird schlimmer werden.“ Wenn es dann doch nicht schlimmer kommt, liegt es ja nur daran, dass man so toll gewarnt hat!

Die große Zukunftsfrage: Was kommt nach dem Tod? Welche Zukunft sehen Sie für die Kirchen? Tendenziell nimmt die Bedeutung klassischer Großreligionen in Wohlstandsgesellschaften ab und der Glaube individualisiert sich. Wenn man die Deutschen heute danach fragt, woran sie glauben, sagen immer noch knapp zwei 1/2.2014

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Geburtenrate in der EU – Schlusslicht: Deutschland Auf je 1.000 Einwohner kamen im Jahr 2012 so viele Geburten: Irland 15,7 Großbritannien 12,8 Frankreich 12,6 Schweden 11,9 Niederlande 10,5 Dänemark 10,4 EU-Durchschnitt 10,4 Polen 10,0 Österreich

9,4

Griechenland

9,0

Deutschland

8,4

© l ideaGrafik; Quelle: Eurostat

Drittel, dass sie an Gott glauben. Aber wenn Sie etwas tiefer gehen, finden Sie ganz unterschiedliche Glaubensbilder: Naturglaube, Esoterik und buddhistische Elemente mischen sich mit dem Christentum. Es wird aber nie eine Gesellschaft geben, die völlig ohne Religion auskommt. Die Kirchen erleben also einen ständigen Niedergang – und eine stetige Renaissance zugleich. In Ihren Büchern gehen Sie einer Frage nach, die auch die Kirche beschäftigt: „Wie können wir jemals an die Zukunft glauben, solange es den Tod gibt?“. Viele Menschen haben einen sehr eingeschränkten Horizont; er umfasst oft nur die nächsten zehn oder fünfzehn Jahre, die eigene Lebenszeit – als wenn es danach nicht weiterginge. Es ist erstaunlich, wie kurzfristig wir oft nur denken und fühlen. Aber wenn wir über den Tod nachdenken, ihn integrieren, kommen wir näher zu den alten philosophischen Grundfragen: Was ist der Mensch? Was können wir hoffen? Was hoffen Sie? Ich bin Agnostiker bzw. Atheist und vertrete – ironisch gesagt – einen molekularen Futurismus: Wir alle sind Teil einer großen evolutionären Entwicklung, die vom Einfachen zum Komplexen, vom Primitiven zum Subtilen verläuft – und dabei immer wieder Rückschläge erleidet. Natürlich habe ich dabei auch viele offene Fragen: Gibt es irgendwann Transzendenzsprünge? Wird der Mensch in eine neue Spezies mutieren? Was würde passieren, wenn wir noch in diesem Jahrhundert Kontakt mit Außerirdischen hätten oder zumindest auf einen bewohnbaren Planeten stoßen würden? Die Christenheit setzt ihre Hoffnung nicht auf den Kontakt mit Aliens, sondern auf die Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Das ist schön für sie! Vielen Dank für das Gespräch! P


net F O R U M F Ü R J U N G E C H R I S T EN

Links: Der Speisesaal für die Kongressteilnehmer. Rechts: Bei der Eröffnungsveranstaltung wurden Fahnen der 40 teilnehmenden Nationen geschwenkt.

Die frömmste Silvesterparty Europas MISSION-NET Zum dritten Mal haben sich Jugendliche aus ganz Europa vom 28. Dezember bis 2. Januar zum Mission-Net-Kongress getroffen. Ziel der internationalen evangelikalen Veranstaltung ist es, junge Christen für einen missionarischen Lebensstil zu begeistern. Nach Oldenburg (2009) und Erfurt (2011) trafen sich diesmal fast 3.000 Personen in Offenburg. Tobias-Benjamin Ottmar (28), Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von „Geschenke der Hoffnung“ (Berlin), berichtet von seinen Erfahrungen. ugegeben: Es gibt schönere Orte als Offenburg, um den Jahreswechsel zu verbringen. Und nach einem anstrengenden Jahr hätte sich meine kleine Familie über einen erholsamen Jahresausklang gefreut. Doch trotz etwas Wehmut überwiegt die Begeisterung über Mission-Net und die vielen jungen Christen aus ganz Europa, die dazu beitragen, ihr Land zu verändern. Der Kongress forderte die Teilnehmer in vielerlei Hinsicht heraus.

1. Herausforderung: Die Prioritäten richtig setzen Unter dem Motto „Work in progress“ ging es um den im Alten Testament beschriebenen jüdischen Staatsmann Nehemia. Dem biblischen Bericht zufolge ließ der Mundschenk des persischen Königs im fünften vorchristlichen Jahrhundert innerhalb von 52 Tagen die Stadtmauer Jerusalems wieder aufbauen – trotz einiger Widerstände, die ihm dabei begegneten. Hauptrednerin Karin Ramachandra (Sri Lanka) verdeutlichte, dass Nehemia sich seine Orientierung im Gespräch mit Gott suchte und nach seiner Berufung sich ganz auf seine Aufgabe konzentrierte. Auch wenn viele Christen heute vorgeben, Gott stehe an erster Stelle – de facto verhalte es sich oft anders und die Familie oder Karriere nehme den ersten Platz ein. Stattdessen sollte man bereits als Familie einen missionarischen Lebensstil einüben. So könne man beispielsweise eine Aufgabe in der Gemeinde übernehmen. Das sei sicherlich eine wertvollere Familienzeit, als gemeinsam vor dem Fernseher zu sitzen. Die Familie dürfe nicht in Konkurrenz zu den Aufgaben treten, die Gott für einen bestimmt hat.

B e su cht uns au ch au f

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Der französische Evangelist Raphael Anzenberger räumte mit dem wohl weit verbreiteten Irrglauben auf, dass man erst bei einem missionarischen Kurzzeiteinsatz seinen Glauben praktisch ausleben kann. „Es passiert im Flugzeug (auf dem Weg zum Einsatz, d. Red.) kein Wunder“, sagte er. Wer in kleinen Dingen treu sei und bereits in seinem eigenen Umfeld anfange, Christus zu bezeugen, dem vertraue Gott später auch andere Aufgaben an. Gleichzeitig rief er dazu auf, die „Vereinskarte von ,Du und Gott‘ auf ,Du, Gott und die anderen‘ hochzustufen“. Damit unterstrich er die Bedeutung einer verbindlichen Zugehörigkeit zu einer Ortsgemeinde. „Gott verändert dich durch Beziehungen zu anderen Christen“, so sein Plädoyer. Auch wenn es immer wieder in einer Gemeinde Anlass zur Verärgerung gebe, solle man die Gemeinschaft der Christen lieben und sich verbindlich zu ihr stellen.

2. Herausforderung: Evangelium nicht nur predigen Beeindruckend war auch die Rede von Joel Edwards, dem Leiter der internationalen Micha-Initiative. Das christliche Netzwerk macht sich für die Verwirklichung der UN-Millenniumsziele stark. Sie sehen vor allem eine Halbierung der extremen Armut bis 2015 vor. Seiner Ansicht nach sollten sich Christen sowohl für die Weitergabe des Wortes Gottes als auch für ein Ende von Ungerechtigkeit starkmachen. Beides gehöre zusammen. Er kritisierte, dass beide Aspekte viel zu häufig getrennt voneinander betrachtet werden: So gebe es Christen, die zwar viel Gutes tun, sich aber davor scheuten, von Jesus zu erzählen. Auf der anderen Seite kon-

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Fotos: Mission-net Congress (2)

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zentrierten sich evangelikale Prediger auf die Wortverkündigung und grenzten sich von denen ab, die sich für die Verbesserung der Welt einsetzen. „Das 21. Jahrhundert braucht Christen, die ein balanciertes Evangelium leben: denen es nicht peinlich ist, über das Kreuz zu reden, aber die auch etwas gegen Ungerechtigkeit tun.“

Die Jugendlichen spendeten viel Geld Eine ganz praktische Herausforderung war das vielfältige Angebot. Über 100 Organisationen präsentierten sich auf dem „Global Market“ mit ihrer Arbeit. Viele der Teilnehmer nutzten die Möglichkeit, um sich über Kurzzeiteinsätze zu informieren. Es war spürbar: Diese jungen Menschen wollen etwas bewegen. Doch noch mehr beeindruckte mich die große Spendenbereitschaft der Jugendlichen. So gab es während des Kongresses drei Geldsammlungen, bei denen insgesamt fast 37.000 Euro zusammenkamen. Das Geld ging an Bibelübersetzungsprojekte für Roma, einen Jugendkongress in Afrika, Initiativen gegen Menschenhandel und für sauberes Wasser sowie an Mission-Net.

Christen feierten groß – und ganz ohne Alkohol Mission-Net war ein Kongress mit viel Mehrwert – für alle Teilnehmer. Seien es Informationen über die verschiedenen Weltreligionen, Tipps für Glaubensgespräche mit postmodernen Menschen oder Ratschläge für junge Leiter. Persönlichkeitstests und eine Art Berufsberatung halfen ganz konkret, um herauszufinden,

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welche Organisation und welches Einsatzgebiet am besten zu einem passt. Viele Jugendliche ließen für sich beten und trafen konkrete Entscheidungen. Und trotz allen bewegenden geistlichen Themen mit Tiefgang gab es auch eine ausgelassene Stimmung. Unvergessen wird sicherlich die Silvesterparty mit starker Lobpreismusik, Polonaisen und Tanzeinlagen sein, die belegte: Auch Christen können ordentlich feiern – und das ganz ohne Alkohol.

Mehr aus dem Balkan, weniger aus Deutschland Fazit: Mission-Net war eine begeisternde Zeit und hat viele Teilnehmer neu motiviert, ihr Leben ganz auf Jesus auszurichten und für ihn einzusetzen. Bedauerlich ist, dass so wenig junge Christen aus Deutschland da waren (etwa 300) – Schweizer und Italiener waren in der Überzahl. Erfreulich hingegen war, dass im Gegensatz zu den vorigen Veranstaltungen mehr Personen aus den Balkanstaaten eine Teilnahme ermöglichen konnten. Durch Mission-Net wachsen die europäischen Christen zusammen. Es ist zu wünschen, dass diese Bewegung fortgesetzt werden kann und weiteren Schwung bekommt.

Über 150 Organisationen unterstützten Mission-Net Veranstaltet wurde Mission-Net von der Europäischen Evangelischen Missionsallianz und der Europäischen Evangelischen Allianz. Kongressvorsitzender ist der Schweizer Martin Voegelin. P b Infos und Spendenmöglichkeit: www.mission-net.org

idea Fernseh- und Hörfunk-Tipps

11. bis 17. Januar

FERNSEHEN Sonntag, 12. Januar 8.30–9.15 „Stunde des Höchsten“: Vom Saulus zum Paulus. Zu Gast: Johannes Kneifel 11.00–12.15 ERF Gottesdienst der Evangelischen Allianz Bergneustadt im Forum Wiedenest mit Volker Kauder

17.45–18.15 Nicht nur Ja und Amen – Margot Kässmann. Porträt 21.15–21.45 ERF Kongress „Christenverfolgung heute“ – Die Situation der christlichen Gemeinden in Nord-Nigeria. Referat von Pastor Panya Baba

Dienstag, 14. Januar

Mittwoch, 15. Januar

Freitag, 17. Januar

20.15–21.30 Die geheimen Deals der Rohstoffhändler. Wie Spekulanten weltweite Hungersnöte verursachen.

19.00–19.45 Frischer Wind im Vatikan – Der neue Weg des Papst Franziskus

19.30–20.15 Jüngerschaft und Gebet. Wie funktioniert Beten? Was kann Beten im Leben eines Menschen bewirken? Was sagt die Bibel dazu?

Donnerstag, 16. Januar 22.15–22.45 20.15–21.00 Schüler in der Leistungsfalle: 22.35–23.05 Jan Hus – Alles für die Wahrdurchgeplant und ausgeAmerikas Glaubenskrieg – heit. Porträt des Vordenkers brannt. Reportage Der Streit um die Abtreibung der Reformation

HÖRFUNK Sonntag, 12. Januar 7.05–7.30 Der barmherzige Gott und die unbarmherzigen Religiösen – Geschichten von Christen, Juden und Muslimen 7.30–8.00 Evangelische Morgenfeier aus Langen bei Frankfurt

Donnerstag, 16. Januar 8.30–9.00 Martin Walser und die Rechtfertigungslehre. Der bekannte Autoren spricht über seinen Glauben.

11.05–13.00 In Beziehungen leben – Können wir mit einem Menschen leben, bis dass der Tod uns scheidet?

9.45–10.00 Evangelisch-reformierte Radiopredigt von Pfarrerin Alke de Groot, Egg

12.05–12.30 Eine Frage der Haltung: Der aufrechte Gang – Ein von Gott gegebenes Zeichen

20.04–20.30 Blutige Mineralien – Wie Bodenschätze das Elend im Ost-Kongo schüren 22.05–22.30 „Durch Gott zum Sieg …“ Der Erste Weltkrieg und die Kirchen – die Umdeutung der christlichen Botschaft

20.00–21.00 ERF Plus „Holz hält ein Leben lang“ – Horst Marquardt und Ulf Hassel im Gespräch. Wie ein engagierter Christ und Unternehmer mit den Herausforderungen der modernen Holzwirtschaft fertig wird.

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„Ich warte auf euch“ ERKRANKUNG Jeden Morgen von Montag bis Freitag treffen sich alle Mitarbeiter in der ideaZentrale in Wetzlar zur Andacht. Seit 15 Jahren ist dabei stets für die Tochter von Familie Rösler – Marie – gebetet worden, die 1998 nach einer Hirnblutung ins Koma fiel. Heiligabend ist sie gestorben. Dazu ein Beitrag ihres Vaters – idea-Redakteur Klaus Rösler. Heiligabend gegen 9 Uhr klingelt das Telefon. Der für Marie zuständige Chefarzt der Kinderklinik in Siegen, Rainer Blickheuser, ist dran. Marie geht es schlecht. Ob wir heute noch mal vorbeikämen, will er wissen. Ich sage ja. Eine Minute später ruft er erneut an. Ob wir auch am Vormittag noch kommen könnten? Mir wird deutlich: Es eilt. Gegen halb zehn ist er schon wieder am Apparat: Marie sei gerade friedlich eingeschlafen. Meine Gefühle fahren Achterbahn. Ich bin sauer. Sie hätte mit dem Sterben doch auch noch warten können, bis wir da sind. Und warum stirbt sie eigentlich an Heiligabend? Für den Rest unseres Lebens wird der Tag der Geburt Jesu mit der Erinnerung an ihren Tod verbunden sein. Und gleichzeitig bin ich dankbar: für den Tag zuvor, als wir Marie noch mal gesehen haben. Und für die 15 Jahre, die wir mit Marie noch hatten, nachdem sie erkrankt war. Ein Rückblick:

Leben im Ausnahmezustand „Leben im permanenten Ausnahmezustand“ – das prägt unseren Lebensstil seit jenem 19. September 1998. Die damals fünfjährige Marie klagt an diesem Tag über starke Kopfschmerzen. Ihre Mutter – Sabine – will mit ihr zum

Arzt. Sie sagt den Nachbarn Bescheid, die auf Maries drei Jahre ältere Schwester Lara aufpassen sollen. Als Sabine nach zwei Minuten zurück ist, ist Marie bewusstlos. Meine Frau beatmet sie. Und zwischendurch schreit sie: „Sie stirbt. Holt einen Notarzt.“ Nachbarn rufen den Rettungswagen. In der Uniklinik Gießen wird Marie notoperiert. Die Ärzte machen wenig Hoffnung. Lebensgefahr. Es stellt sich heraus, dass Marie ein Aneurysma hat. Eine Ader im Kopf ist geplatzt. Ihr Blut hat Stammhirn und Kleinhirn beschädigt. Acht Stunden lang dauert die Operation. Der Marie operierende Arzt hat dann eine gute Nachricht: Marie lebt. Ich bin an dem Tag auf Dienstreise in Berlin. Von dem Drama in der eigenen Familie erfahre ich erst nach meiner Rückkehr.

Wie ein tiefer Schlaf Nach der OP gibt es Komplikationen. Zweimal werden wir in die Klinik gerufen, um uns von Marie zu verabschieden. Die Ärzte fragen uns, ob wir ihre Organe spenden wollen. Doch sie überlebt – im Wachkoma. Das ist wie ein tiefer Schlaf. Nur manchmal gelingt ihr die Kommunikation mit der Außenwelt. Dann verfolgt Marie mit ihren Augen, was um sie herum passiert, oder versucht, mit den Fingern etwas zu greifen. Darüber hinaus ist sie schwerstpflegebedürftig. Sie muss beatmet und künstlich über eine Magensonde ernährt werden. Die Sauerstoffsättigung ihres Blutes wie auch ihr Puls werden ständig überwacht.

Die fast immer künstlich beatmete Marie im Wachkoma und als gesunde Fünfjährige auf einem Spielplatz. Das Bild oben zeigt die Erinnerungsleuchte für sie vor dem gläsernen Foyer der Kinderinsel in Siegen.

Zwei Monate lang bleibt sie in Gießen. Dann geht es weiter nach Kassel in die Kinderklinik Park Schönfeld – rund 170 Kilometer von unserem Wohnort Asslar entfernt. Die Klinik wird für die nächsten sechs Jahre ihr Zuhause. 2005 erfolgt erneut ein Umzug. Seitdem lebt sie in einer Einrichtung für beatmungspflichtige Kinder im südwestfälischen

Fotos: Klaus Rösler (3)

Von Gießen über Kassel nach Westfalen

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Siegen – der Kinderinsel vom Deutschen Roten Kreuz. Sie hat dort ein großes Zimmer mit eigenen Möbeln – und wird doch wie auf einer Intensivstation versorgt. Dieses Zimmer wird auch für uns ein Zuhause. Mit dem Personal bilden wir eine Großfamilie.

– ein Halstuch. Das packen wir aus. Marie öffnet noch einmal die Augen. Wir schmusen mit ihr. Als wir uns an dem Tag von ihr verabschieden, ahnen wir, dass wir sie vielleicht zum letzten Mal lebend sehen. So ist es dann auch: Heiligabend ist sie heimgegangen.

Eine lobenswerte Kinderklinik in Siegen

Wenn das Weiterleben schwerfällt

Der Alltag auf der Kinderinsel ist geprägt von professioneller medizinischer und therapeutischer Routine und lobenswerter intensiver Zuwendung. Wenn wir etwas unternehmen, sind immer zwei Kinderkrankenschwestern dabei – in ihrer Freizeit. Zweimal holen wir Marie zu uns nach Hause ins 66 Kilometer entfernte Asslar bei Wetzlar. Wir machen regelmäßig mit Marie im Rollstuhl Spaziergänge in die Umgebung und ins Stadtzentrum. Dabei erleben wir, dass manche Wege im Naherholungsgebiet Wellersberg in Siegen – dort hat auch die Kinderinsel ihren Sitz – nicht rollstuhlgeeignet sind. Zweimal brechen uns bei Ausflügen die kleinen vorderen Stützräder vom Rollstuhl ab. Wir schaffen es trotzdem wohlbehalten zurück in die „Insel“. Das sind kleine Abenteuer im Alltag, die für Abwechslung sorgen. Mitarbeiter, die mit Marie zu tun haben, spiegeln uns, dass Marie die Begegnungen mit ihren Eltern schätzt, dass sie trotz ihrer Erkrankung „Glücksmomente“ erlebt.

Maries Erkrankung hat Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens. Unseren christlichen Glauben erleben wir vor dem „Ereignis“ als so etwas wie eine Garantie dafür, dass es uns gutgeht. Einige Milliliter Blut im Kopf von Marie haben diese Sicht verändert. Durch die Blutung ist mehr kaputtgegangen als nur Maries Stammhirn, nämlich auch unser Mittelklasselebensstil. Wir leben in zwei Welten: die eine, die fast so weitergeht, als hätte es Maries Erkrankung nicht gegeben; und die andere, die geprägt ist von Kran-

Eine „Bestechung“ mit Folgen Seit Oktober 2013 geht es Marie schlecht. Zweimal erklären uns die Ärzte, dass Marie die nächsten Tage nicht überlebt. Aber ich will Marie nicht gehen lassen, zumal ihre Schwester Lara (23) zu dem Zeitpunkt in wichtigen Prüfungen ihres Studiums Neurowissenschaften im holländischen Utrecht steckt. Deshalb „besteche“ ich Marie: Wenn sie doch noch mal zu Kräften kommt, dann gehen wir einkaufen bei „H&M“ – einem Modegeschäft für junge Frauen. Das wirkt. Und so bitte ich eine jüngere Krankenschwester – Simone –, mit Marie und mir „shoppen“ zu gehen. Wir kaufen Marie drei schicke Oberteile, einige T-Shirts, zwei Leggings und Kleinigkeiten wie Zopfbänder – und sorgen mit dem Rolli für große Betroffenheit bei den anderen Kunden. Doch das ist uns egal.

Foto: Klaus Rösler

Sie stirbt bald, sagen die Ärzte Die Erholung hält nicht an. Mit Maries Gesundheit geht es dramatisch bergab. Ihr Körper lagert Wasser ein, ihre Nieren funktionieren nicht, ihre Verdauung auch nicht. Als wir sie am 23. Dezember besuchen, um mit ihr zusammen an einer Weihnachtsfeier teilzunehmen, die die Heilpädagogen der Kinderinsel organisiert haben, sind ihre Werte sehr schlecht. Die Feier fällt für uns aus. Maries Körpertemperatur liegt unter 32 Grad. Wieder sagen uns die Ärzte, dass Marie bald stirbt. Ich hoffe dagegen auf ein Wunder und dass uns weitere Zeit mit ihr geschenkt wird. Verwandte haben ihr zu Weihnachten ein Päckchen geschickt

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Freude beim Einkaufen: Marie mit Kinderkrankenschwester Simone

kenhaus und Kinderinsel, schmerzhaften Erinnerungen, Verlustängsten, Gotteszweifel.

Immer wieder Ärger mit den Kostenträgern Anfangs fällt uns das Weiterleben schwer. Doch wir müssen funktionieren, um Maries Lebensqualität zu erhalten. Ich werde zum Kämpfer. Da mustert uns nach anderthalb Jahren die Krankenkasse einfach aus. Für uns sei jetzt der Landeswohlfahrtsverband – das Sozialamt des Landes – zuständig, heißt es. Doch dort will man die Kosten für die Behandlung und Pflege von Marie nur dann übernehmen, wenn wir vorher alle unsere Ersparnisse aufgebraucht haben. Und man will sogar jenen Teil meines Gehaltes pfänden, der über dem Sozialhilfesatz liegt. Und man will Marie sowieso verlegen – weg von Kassel, in eine günstigere Einrichtung. Ich will das alles nicht – und bekomme recht. Viele Politiker setzen sich für uns ein. Die vom damaligen Bundesminister Walter Riester (SPD) eingeleitete Reform des 9. Sozialgesetzbuches nimmt Rücksicht auf uns – nachdem ich den Persönlichen Referenten des Ministers über un- O


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sere Lage informiert habe. Und der hessische Landesbehindertenarzt sorgt dafür, dass Marie vorerst in Kassel bleiben kann – und nicht abgeschoben wird, wie die Klinikverwaltung es uns immer wieder androht. Besonders der Wetzlarer CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer hilft uns immer wieder. Auch Maries Verlegung von Kassel nach Siegen geht nicht einfach über die Bühne. Vor allem die Krankenkasse, die vom Landeswohlfahrtsverband doch wieder mit an Bord geholt wird, mauert. Ich schreibe gleich dem Vorstandsvorsitzenden. Er ruft mich an – und monatelange Auseinandersetzungen werden unbürokratisch beigelegt. Die Sachbearbeiter vor Ort sind freilich sauer auf mich, weil ich sie übergangen habe. Ein anderer Fall: Als bei einem Ausflug in die Stadt Siegen uns der Stadtbus einfach stehenlässt, weil man mit einem Rollstuhl nicht einsteigen kann, beschwere ich mich bei der Busgesellschaft – und schreibe gleich einen Zeitungsartikel. Seitdem bedienen nur noch rollstuhlgeeignete Niederflurbusse die Linie zur Kinderinsel. Ich ahne, dass ich als „Kämpfer“ für manche Mitmenschen unerträglich bin. Auch Marie hätte nicht für immer in der Kinderinsel bleiben können. Ein gleichaltriger Junge wurde vor kurzem – entgegen dem Wunsch seiner Mutter – in eine andere Einrichtung verlegt, weil der Kostenträger dies verlangt. Und verstirbt dort nach nur zwei Monaten. Als ich davon höre, schalte ich sofort wieder in den „Kämpfermodus“ um. Mir wird versprochen, dass sich für Marie vorerst nichts ändert.

Und wo ist eigentlich Gott? Und wo ist Gott in dieser Situation? Von manchen Gottesvorstellungen mussten wir Abschied nehmen. Komm zu Gott, und alles wird gut! Das ist eine Irrlehre. Wir waren bei Gott, und nichts wurde gut. Es gibt keine Garantie auf ein Leben ohne Leid und Schmerzen. Wir finden uns gut verstanden vom englischen christlichen Autor C. S. Lewis. Er hat erst im hohen Alter geheiratet und musste erleben, dass seine Frau an Krebs stirbt. Er hat aufgeschrieben: „Wenn du glücklich bist – so glücklich, dass du Gott eigentlich nicht brauchst – und lobend und preisend zu ihm kommst, empfängt er dich mit offenen Armen. Aber geh zu ihm, wenn du nicht mehr ein noch aus weißt und nirgends Hilfe findest – was passiert? Die Tür knallt vor deinem Gesicht zu. Du könntest genauso gut wieder gehen.“ C. S. Lewis hat es gelernt, und auch wir haben es lernen müssen: Die Frage nach dem „Warum“ wird nicht beantwortet. Sie ist rückwärtsgerichtet.

Wenn Christen das Leid ausblenden Christen erleben wir unterschiedlich. Da gibt es viele, die ehrlich und aufrichtig Anteil nehmen. Die für uns beten. Das tut gut. Dass unsere Ehe Bestand hat, ist sicher vielen Gebeten zu verdanken. Denn die meisten Ehen von Eltern, deren Kinder schwer erkranken, zerbrechen. Aber es gibt auch andere Christen. Für Leid ist in deren Gottesbild kein Platz. Sie

Ein Tag vor ihrem Tod: Marie mit dem Schal, den ihr Verwandte schenkten. Dahinter ihre Schwester Lara und ihre Mutter Sabine.

schreiben uns und fordern uns auf, Buße zu tun. Denn in unserem Leben müsse es etwas geben, für das Gott uns straft. Und dann gibt es jene, die die Spannung nicht aushalten, dass Marie krank ist. Sie hören von uns – informieren uns, dass sie jetzt anfangen würden, für Gottes Eingreifen zu beten. Und nach einer Woche rufen sie an und erkundigen sich, wie Gott doch wohl nun übernatürlich ein Wunder vollbracht und Marie geheilt habe. Von ihnen hören wir nie wieder etwas. Älteste unserer Gemeinde und bekannte Kirchenleiter haben über und für Marie gebetet. Und auch bei idea ist Marie an fast jedem Morgen ein Gebetsanliegen. Gottes Eingreifen können wir nicht erzwingen. Wir klammern uns daran fest, dass er seine Geschöpfe und Kinder liebt – auch wenn wir sein Handeln nicht immer verstehen.

„Marie erlebt das große Aufatmen“ Wir haben uns von Marie an Heiligabend in Siegen verabschiedet. Drei Stunden sind wir nach ihrem Tod noch mit ihr zusammen in ihrem Zimmer. Anschließend haben wir die Christvesper in unserer Baptistengemeinde besucht. Wir haben dabei erlebt, dass wir uns trotz aller Trauer darüber freuen können, dass Gottes Sohn Jesus Christus auf diese Welt gekommen ist. Viele Freunde haben uns geschrieben und getröstet. In einem Brief heißt es: „In allem Abschiedsschmerz seid gewiss: Marie erlebt jetzt voller Jubel und Freude das große Aufatmen ihres Lebens – ich möchte wetten, dass sie neben euch ist und händeringend versucht, euch zu sagen: ‚Mir geht es blendend, wie nie zuvor, hier ist es so schön, ich will nicht zurück! Ich warte auf euch, bis wir uns hier wiedersehen! Weint nicht um mich, mir geht es gut. Aber wenn ihr trauert, weint, wie es eurer Seele guttut. Ich danke euch von Herzen für alle Liebe, mit der ihr mich geliebt habt! Ich liebe euch! Eure Marie’.“ P

Foto: Klaus Rösler

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» Gott nahe zu sein ist mein Glück! «

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Pastor Horst Marquardt (Hüttenberg bei Wetzlar) ist Vorsitzender des Kongresses christlicher Führungskräfte.

Aus dem Psalm 73,28

Wir brauchen keinen Talisman! Neulich fand ich auf einem großen Parkplatz eine Lücke – ganz hinten. Als ich über die Parkfläche lief, schaute ich ein bisschen hinter die Windschutzscheiben und war überrascht, in wie vielen Autos ein Maskottchen hängt, so ein kleiner Talisman. Man nimmt irgendein Tierchen oder eine Figur und meint dann, einen Glücksbringer zu besitzen. Doch es ist ganz gefährlich, wenn man sein Glück von solchen Dingen abhängig macht.

Foto: kairospress

Ihr müsst euren Gott annageln! Was soll so eine Stoff- oder Plastikfigur denn bringen? „Glücksbringer“ gab es übrigens schon zu allen Zeiten. Bereits im Alten Testament ist davon die Rede, dass sich die Leute falsche Götter gemacht haben. Darüber haben die Propheten gelacht und gespottet: „Ihr müsst euren Gott annageln, damit er nicht wackelt.“ Wir halten uns an eine

andere Kraft, an den großen Gott, der unser Vater sein will. Das Leitwort für das neue Jahr heißt: „Gott nahe zu sein ist mein Glück!“. Es stammt von einem Mann aus alter Zeit, der nicht etwa auf einer Welle des Glücks geschwommen ist, sondern der viel Schwierigkeiten hinter sich gebracht hat, der sich auch geärgert hat über die Gottlosen neben ihm. Da waren so viele Menschen, die das Maul aufgerissen haben, denen es gutging, die viel Erfolg hatten. Er hat sich dagegen immer bemüht, so zu leben, dass er Gottes Beistand finden konnte. Aber Ärger und Schwierigkeiten blieben ihm trotzdem nicht erspart. „Gott nahe zu sein ist mein Glück!“ Ich hoffe, dass dieses Wort Sie durch das vor uns liegende Jahr begleitet. Machen Sie sich bewusst: Wenn ich Bewahrung brauche, wenn ich Hilfe brauche, dann gehe ich zu diesem großen Gott und erwarte, dass er mir das Glück schenkt, das keine irdische Macht mir schenken kann. Ich wünsche Ihnen diese Erfahrung! P

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evangelische Landschaft im Bild.» 1/2.2014

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PORTRÄT

„Nur Gott darf über das Leben verfügen“ POLITIK Der neue Generalsekretär der deutschen CDU, Peter Tauber (39), ist evangelisch und bezeichnet Martin Luther als seinen „Helden der Geschichte“. Ein Porträt von Karsten Huhn. Am 12. Dezember erhält der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Tauber eine ungewöhnliche Nachricht. Er soll sich im Bundeskanzleramt zu einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel einfinden. Der Anlass für das Gespräch wird ihm nicht genannt. „Dass die Einladung nur einer fröhlichen Plauderei oder dem Weihnachtswichteln galt, schien mir ziemlich unwahrscheinlich“, erinnert sich Tauber. Merkel fragt Tauber, ob er sich vorstellen könne, das Amt des CDU-Generalsekretärs zu übernehmen. Tauber sagt zu.

Der „Schwarze Peter“ Der 39-jährige Tauber stammt aus dem hessischen Gelnhausen. Er ist ledig und seit 2009 Bundestagsabgeordneter. Bisher war er in den Ausschüssen für Familie sowie Arbeit und Soziales aktiv. Bei den Verhandlungen zum Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD war er als Unterhändler für die Netzpolitik zuständig. In seiner Partei gilt er zudem als Kenner der neuen Medien. Er ist auf Twitter aktiv, hat einen eigenen Podcast; seinen Blog im Internet nennt er „Schwarzer Peter“. Tauber liebt die „Star Wars“-Filme und ist Fan von Kickers Offenbach. „Held der Geschichte“ ist für ihn aber

der Reformator Martin Luther (1483– 1546), „weil er – wissend um die möglichen Folgen des eigenen Tuns – für seine Überzeugungen bis zur letzten Konsequenz eingetreten ist“.

Abtreibung aus der Tabu-Ecke holen 2012 nahm Tauber an der CVJM-Aktion „Politiker im Praktikum“ teil und half bei der Renovierung des CVJMFreizeitgeländes in Michelstadt im Odenwald. Als Vorsitzender der Jungen Union Hessen (2003–2009) hatte sich Tauber wiederholt für eine Verschärfung des deutschen Abtreibungsparagrafen 218 eingesetzt. Ein straffreier Schwangerschaftsabbruch solle nur noch nach einer Vergewaltigung oder bei einer dauerhaften Gesundheitsgefährdung der Frau gewährt werden. Er wolle das Thema aus der Tabu-Ecke holen, so Tauber damals. Das freilich hatte Folgen, gleich nachdem sein neues Amt bekanntwurde. „Spiegel Online“ kritisierte ihn deshalb gleich am 20. Dezember scharf – immerhin unter korrekter Berufung auf die entsprechende idea-Meldung.

„Hypermodern und erzkonservativ“ Tauber streitet auch für eine ausgewogene Belastung zwischen den Generationen. Er gehörte zu den Rebellen sei-

Jetzt CDU-Spitzenmann: Peter Tauber

ner Partei, die gegen den Koalitionsvertrag aufbegehrten. Tauber fürchtete, die Interessen der Jungen könnten zu kurz kommen. Die Tageszeitung „Die Welt“ beschreibt Tauber als „hypermodern und erzkonservativ“, er sei „eine Mischung aus Intellektuellem, Wertkonservativem und Basisaktivist mit hessischem Akzent“. Tauber selbst sagt: „Mein Wertefundament ergibt sich daraus, dass ich gläubiger Christ bin, Historiker und Reserveoffizier.“ Er fügt hinzu: „Das christliche Menschenbild, das Wissen um die wichtige Aufgabe, die wir als Partei für unser Land wahrnehmen, und die Bereitschaft zu dienen, sind mir wichtig.“ Die Ablehnung der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID) begründete Tauber so: „Besonders der christliche und jüdische Einfluss auf unsere Gesellschaft hat dazu geführt, dass ein Bewusstsein entstanden ist, dass nur Gott über das Leben verfügen darf und nicht die Menschen. Dies hat sich nach unserer Ansicht bis heute nicht verändert und darf es auch nicht.“ P

DAS WORT DER WOCHE » Noch nie gab es so viele Möglichkeiten, das Leben zu genießen, noch nie war die soziale Sicherheit so groß – auch wenn Gefahren und Risiken lauern, die diesen Wohlstand bedrohen. Klar ist es wichtig, diese Schwachstellen zu analysieren und aufzuzeigen. Trotzdem ist die Neigung in Politik, Gesellschaft und Medien fatal, aus jedem Problem eine existenzielle Bedrohung zu machen. Führt es doch dazu, dass Menschen den Glauben an eine gute Zukunft verlieren. « Die „Salzburger Nachrichten“ in einem Kommentar zur Jahreswende 1/2.2014

Idea Spektrum 01/02/2014  

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt mit Fokus auf die Schweiz und Deutschland.

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