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Das Alumni-Magazin der Universit채t St.Gallen 4 /2006

Studierende als Unternehmer HSG Alumni Konferenz in St.Moritz Ehemalige Pr채sidenten erz채hlen


Neue Weiterbildungs-Programme der Executive School an der Universität St.Gallen 2007 Zertifikats-Programm: Wirtschaftsrecht für Manager (WRM-HSG) Zielgruppe: Unternehmer, Verwaltungsräte und Führungskräfte (ohne juristische Ausbildung) mit Gesamt- oder Bereichsverantwortung in Unternehmen des privaten und öffentlichen Rechts. Dauer: 11 Module zu je drei Tagen über zwei Jahre verteilt. Ort: Weiterbildungszentrum der Universität St. Gallen Start: 5. Februar 2007

Unternehmerschule der Universität St. Gallen Neue Diplom-Programme:

Diplom-Programm für Technologie-Unternehmer (TU-HSG)

Zielgruppe: unternehmerisch tätige Persönlichkeiten mit technischem Background, die ihr betriebswirtschaftliches Rüstzeug für die Umsetzung von Wachstumsinitiativen auf den neuesten Stand bringen wollen. Dauer: 8 Wochen Dauer über 1,5 Jahre verteilt. Ort: Weiterbildungszentrum der Universität St. Gallen Start: 21. Mai 2007

Diplom-Programm Management Program for the Legal Profession (MPLP-HSG)

Zielgruppe: Führungskräfte von Rechtsdienstleistern, d. h. Partner und Senior Associates mit Managementaufgaben in Anwaltsfirmen sowie Führungskräfte in Rechtsabteilungen von Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen. Dauer: 16 Module zu drei Tagen über zwei Jahre verteilt. Ort: Weiterbildungszentrum der Universität St. Gallen Start: 22. Januar 2007

Nähere Informationen und Anmeldung: Executive School der Universität St.Gallen (ES-HSG) Blumenbergplatz 9, CH-9000 St. Gallen Telefon-Nr. +41-(0)71-224 75 00

www.es.unisg.ch


Editorial 4 /2006

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Akzente für die Zukunft gesetzt

04 St.Galler Hochschulverein von 1982 bis 2006 · Die ehemalige Präsidentin Carla Wassmer und die ehemaligen Präsidenten Max Bruggmann, Wilfried Rutz und Wolfram Martel schildern aus ihrer Perspektive die Entwicklung von HSG Alumni.

Grünes Licht für den Campus

Auch seit 1982 – in der dritten Etappe unserer «Reise» durch die HSG Alumni-Geschichte –

10 Ehemalige erzählen · Wiederum kommen HSG Alumni zu Wort, die es an die Spitze der Wirtschaft oder Politik geschafft haben.

konnte die Universität und mit ihr HSG Alumni viele Erfolge verbuchen. Max Bruggmann, Wilfried Rutz, Carla Wassmer – als erste Frau in diesem Amt –

HSG Alumni-Konferenz · Bereits zum dritten Mal hat die internationale HSG Alumni Konferenz Ehemalige aus aller Welt zusammengeführt. Vom 7. bis 9. September drehte sich in St.Moritz alles um das Thema «Das Pendel der Wirtschaft – aber was bringt uns weiter?» 12

und Wolfram Martel haben als engagierte Präsident(inn)en viel dazu beigetragen, dass HSG Alumni heute als eines der besten Alumni-Netzwerke im

HSG-Studierende mit grossem unternehmerischem Potenzial · Frank Halter und Urs Fueglistaller vom KMU-HSG stellen eine gross angelegte Studie vor und zeigen, wie aktiv HSG-Studierende im Vergleich zu anderen Universitäten Firmen gründen. 16

deutschsprachigen Raum gilt.

In den letzten 25 Jahren haben die Alumni wichtige Akzente für

18 Wohin des Weges? · Absolventinnen und Absolventen eines BachelorStudiums stehen vor der Wahl: In die Berufswelt einsteigen oder ein MasterStudium anhängen. Vier Ehemalige erzählen, welchen Weg sie gewählt haben.

die Zukunft gesetzt und mutige Projekte in Angriff genommen.

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Unireport

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Oikos zeigt auf, wie nachhaltiges Wirtschaften funktioniert

Besonders erwähnenswert ist die Gründung der Kinderkrippe Löwenzahn 1996, die es zahlreichen Studentinnen ermöglicht hat, Familie und Studium unter einen Hut zu bringen. Dieses

Der Alltag ist häufig spannend genug · Die Ehemalige Sara Leu hat einen eigenen Filmverleih gegründet und erzählt, wie sie den Sprung in die Selbständigkeit geschafft hat. 32

Jahr blickt die Institution bereits auf zehn Jahre Erfolg zurück.

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EMBA Alumni

Viel Herzblut haben die Ehe-

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Alumni Clubs

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HSG Shop

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Aus dem Alumni Büro

begonnen werden kann.

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Bücherseite

Die Erfolge dürfen natürlich

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Terminkalender viertes Quartal 2006

maligen auch in das Projekt «Campus» investiert. Wir freuen uns, dass vor kurzem die rechtskräftige Baubewilligung erteilt wurde und mit dem Bau

ausgiebig gefeiert werden. Nach dem Alumni Forum und der anschliessenden GV im Juni hat die HSG Alumni-Konferenz vom 7. bis 9. September in St.Moritz erneut ein Glanzlicht gesetzt. Doch vorbei ist das Jubiläumsjahr noch nicht – auch in der nächsten alma werden sich die Beiträge ums Thema «75 Jahre HSG Alumni» drehen.

Roger Tinner, Chefredaktor

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President’s Corner

Grünes Licht für den Campus Von Philipp Kotsopoulos

Liebe Alumnae, liebe Alumni Mit Freude und Stolz blicke ich auf die ausgebuchte HSG AlumniKonferenz und die erfolgreichen Tage in St.Moritz zurück. Unter den 450 Ehemaligen entwickelte sich ein tolles Gefühl der Zusammengehörigkeit und ein wundervolles Ambiente. In Workshops und bei Vorträgen, aber auch während des entspannenden Abendprogramms liess sich wieder einmal die einmalige Atmosphäre spüren, wenn HSGlerinnen und HSGler aus aller Welt zusammenkommen! Es freut mich ganz besonders, dass anlässlich dieser Jubiläumsausgabe der alma meine Vorgängerin und meine Vorgänger die jüngste Geschichte unseres Vereins aus einer persönlichen Perspektive schildern. Sie haben sich verdient gemacht und wichtige Impulse für eine Neuausrichtung von HSG Alumni gesetzt. Mit der nötigen Weitsicht haben sie ein Fundament gebaut, auf welchem wir die Organisation nun weiterentwickeln werden.

Urs Landolf, Präsident HSG Alumni

Im August wurde die Baubewilligung endgültig rechtskräftig, der Campus kann nun definitiv gebaut werden. Ein grosser Erfolg für das Projekt, das als Teil der Erweiterung des HSG-Weiterbildungszentrums die bislang grösste Fundraising-Kampagne der HSG Alumni darstellt. Auf Seite 21 findet sich die lange Liste der Alumni und Unternehmen, die sich bislang für das Projekt enga-

giert haben. Die Möglichkeiten der Unterstützung sind in der Übersicht auf Seite 22 dargestellt und lassen sich ausführlich auf www.alumni.unisg.ch nachlesen. Das Spendenkonzept kann ausserdem im Alumni Büro bestellt werden: Philipp Kotsopoulos, Telefon +41 71 224 30 10. Wir brauchen Ihre Unterstützung, helfen Sie mit bei der Realisierung des Projektes.

10 Jahre Kinderkrippe Löwenzahn an der HSG

Die Kinderkrippe Löwenzahn befindet sich seit 2005 an der Gatterstrasse 9.

Ein privater Trägerverein aus Ehemaligen und Doktorand(inn)en begann 1996 in einer Wohnung im Höfli an der Holzstrasse mit dem Aufbau einer Teilzeitkrippe, die es Studentinnen und Doktorandinnen ermöglichen sollte, trotz der Geburt eines Kindes ihr Studium oder ihre Promotion erfolgreich abzuschliessen. Was in einer Wohnung an der Holzstrasse begann, fand letztes Jahr mit dem Einzug in das neu renovierte Haus

an der Gatterstrasse 9 seine Fortsetzung. Mittlerweile unterhält die Kinderkrippe Löwenzahn drei Kindergruppen mit je 12 Kindern pro Halbtag und hat sich als erfolgreiche Initiative an der Universität St.Gallen etabliert. Heute ist die Kinderkrippe für die Kinder von Angestellten, Dozierenden und Studierenden der HSG nicht mehr wegzudenken. Am 1. September 2006 hat die Krippe ihr 10-jähriges Bestehen mit einem kleinen Fest gefeiert.

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75 jahre hsg alumni

Die HSG: Mehr als eine Kaderschmiede – Bindung für das Leben Dr. Max Bruggmann war von 1969 bis 1994 Mitglied des Vorstands des Hochschulvereins und hat diesen von 1982 bis 1991 präsidiert. Diese langjährige Verbundenheit mit der Ehemaligenorganisation gibt ihm Gelegenheit zu einem dankbaren und etwas nostalgischen Rückblick. 1953 das Lizenziat der Wirtschaftswissenschaften erworben. Promoviert habe ich 1957 bei Hans Ulrich.

Max Bruggmann ist seit seiner Kindheit mit der HSG verbunden. Foto: Katharina Meyer

Von Max Bruggmann Mein Vater, Jean C. Bruggmann, hat von 1930 bis 1933 im Sinne einer beruflichen Neuorientierung an der damaligen Handelshochschule studiert. Als drei- bis vierjähriger Knirps habe ich ihn dort oft mit meiner Mutter abgeholt und das schöne Hochschulgebäude bewundert. Zum St.Galler Freundeskreis meiner Eltern gehörte unter anderem Dr. Paul Stein, einer der Gründer des Hochschulvereins. Mein Bubentraum, selber einmal an der gleichen Hochschule studieren zu können, hat sich 1950 erfüllt. Nur 20 Jahre nach meinem Vater habe ich in St.Gallen nach sechs Semestern

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Einsatz für die neue Hochschule auf dem Rosenberg Ich habe von Jahr zu Jahr die rasche Entwicklung der Hochschule mitverfolgt und nach der Promotion keinen Hochschultag verpasst. Besonders eng wurden meine Beziehungen ab 1969, meinem Eintritt in den Vorstand des Hochschulvereins. Ein Höhepunkt war natürlich die Einweihung der neuen Hochschule auf dem Rosenberg mit viel Prominenz aus dem In- und Ausland. Besonders eindrücklich war das Auftreten des späteren deutschen Bundeskanzlers Ludwig Erhard, der für den Betonbau wenig Verständnis zeigte («Mit etwas Farbe wird das sicher noch gut»). In meine Zeit fällt auch der Aufund Ausbau der Weiterbildungsstufe an der HSG unter der dynamischen Leitung von Adrian Hemmer, der auch im Vorstand des Hochschulvereins eine aktive Rolle spielte und sich grosse Verdienste um das «Who’s who» der ehemaligen Studierenden der Hochschule erworben hat. Bereits 1982, als ich das Präsidium des Hochschulvereins übernehmen durfte, diskutierte man über einen Ergänzungsbau für die Bedürfnisse der rasch wachsenden Hochschule. Der Hochschulverein sprach an der Generalversammlung 1983 einen ersten Kredit für die Öffentlichkeitsarbeit in der Höhe von 30’000 Franken. Für die Abstimmungen über den Erweiterungsbau habe ich mich, zusammen mit dem Vorstand, persönlich eingesetzt. Der dritte Anlauf ist dann gelungen, und ich durfte den Hochschulverein bei der Grundsteinlegung im Jahre 1986 und der Einwei-

hung im Jahre 1989 vertreten. Der Vorstand des Hochschulvereins wollte für den Erweiterungsbau ein besonderes Zeichen setzen: Er bewilligte einen Betrag von 200’000 Franken zum Erwerb eines Wandbildes des berühmten italienischen Künstlers Cucchi, einem so genannten «modernen Wilden». Auch Frauen in den Vorstand Ein besonderes Anliegen war mir auch das Mitwirken von Absolventinnen im Hochschulverein. Ich schlug an der Generalversammlung 1983 die Handelslehrerin Mag. oec. Gertrud Müller und die Rechtsanwältin Dr. Carla Wassmer vor. Es lag mir aber auch stets daran, für den Vorstand prominente Vertreter aus Politik und Wirtschaft zu gewinnen. Dabei waren Persönlichkeiten wie Dr. Fritz Stutz, Generaldirektor der Nestlé AG, Dr. René Käppeli, St.Galler Olma-Direktor, Dr. Klaus Jenny, Generaldirektor der SKA, Dr. Claus Gerckens, Partner der Arthur Andersen, lic. oec. Wolfram Martel, Mitinhaber der Martel AG, lic. oec. Josef C. Müller, Generaldirektor der St.Galler Kantonalbank, lic. oec. Michael Pieper, Inhaber und CEO der Franke Gruppe, oder auch der heutige Bundesrat Dr. HansRuedi Merz. Ein Rückblick auf meine Präsidialzeit wäre unvollständig, wenn ich nicht die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Rektoren Alfred Meier, Alois Riklin, Johannes Anderegg und Rolf Dubs erwähnen würde. Sie haben alle sehr eng mit dem Vorstand des Hochschulvereins zusammen gearbeitet und auch immer an den Vorstandssitzungen teilgenommen. Dass sie alle zu persönlichen Freunden geworden sind, hat meine Bindung zur HSG nochmals gefestigt.


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75 jahre hsg alumni

Wichtiger Schritt in der internationalen Vernetzung Dr. Wilfried Rutz setzte als Präsident des Hochschulvereins von 1991 bis 1997 einige Akzente. Noch heute ist er ein engagierter Unterstützer von HSG Alumni. Von Wilfried Rutz Zwischen den Generalversammlungen 1991–1997 setzte der Vorstand des St.Galler Hochschulvereins drei besondere Akzente: In der Weiterbildung, in der internationalen Vernetzung und in der Intensivierung der Unterstützung unserer Alma mater. Am 23. Juni 1992 erfolgte der Spatenstich zum Weiterbildungszentrum auf der Holzweid, das im Mai 1995 eröffnet werden konnte. Im Zeichen der schon damals intensiv geführten Energiedebatte unterstützten wir das Pionierprojekt des Einbaus einer Erdsonden-Speicherheizung mit 200’000 Franken.

Wilfried Rutz hat sich während seiner Präsidentschaft unter anderem für die Kunst an der HSG, die Entwicklung der Weiterbildung und die internationale Vernetzung eingesetzt. Foto: Katharina Meyer

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Wir engagierten uns aber auch direkt in der Weiterbildung, und unser Vorstandsmitglied Adrian Hemmer organisierte 1993 das erste EhemaligenForum, das später auch im Weiterbildungszentrum durchgeführt wurde und regelmässig um die 200 Teilnehmer am Vortag des Hochschultages in St.Gallen und zu einem grossen Teil auch an der Generalversammlung unseres Vereins zusammenführte. International verflochten Ein wichtiges Element der Förderung der internationalen Vernetzung der HSG war der Beitritt zu CEMS (Community of European Management Schools). Damit den nach St.Gallen kommenden ausländischen Studierenden des CEMS-Lehrgangs eine Unterkunft zur Verfügung gestellt werden konnte, beteiligte sich der Hochschulverein mit 120'000 Franken am Kauf und Umbau des Studentenheims «Demian» an der Langgasse. Einen herausragenden Beitrag zur internationalen Ausstrahlung der HSG leistete schon lange das ISC-Symposium, das 1995 zum 25. Mal durchgeführt wurde. Wir schätzten uns glücklich, dass der Gründer dieser erfolgreichen Studenteninitiative, Wolfgang Schürer, 1994 zu unserem Vorstandskollegium stiess. Der Ehrendoktor der HSG und langjährige Präsident der privatwirtschaftlich organisierten ADELA-Entwicklungsbank, Ernst Keller, beehrte den Hochschulverein mit dem Präsidium der von ihm gegründeten Stiftung EDUCATION, damit die frühere Pionierarbeit des Lateinamerikanischen Instituts in der einen oder anderen Form fortgesetzt werden konnte. Die Stiftung setzt heute ihren Schwerpunkt auf die Förderung von Studierenden mit unternehmerischer Lebenszielsetzung in Peru, Kolumbi-

en und Honduras und ist über den Stiftungsrat noch immer mit der HSG verbunden. Auch studentische Initiativen, die den Blick über die Grenzen richteten, wurden vom Hochschulverein gefördert. Einsatz für die Alma mater Auf den 1. Oktober 1995 wurde die HSG mit der Inkraftsetzung des neuen Hochschulgesetzes zur Universität. Im Jahr 1998 feierten wir deren 100-Jahr Jubiläum. Ein Zeichen des Dankes und der Verbundenheit setzte der Hochschulverein mit der Eisenplastik (Ankerskulptur auf Rolle) von Bernhard Luginbühl beim Eingang zum Weiterbildungszentrum. Unseren Beitrag zur «Zukunftswerkstatt HSG» formulierten wir in der von Wolfgang Schürer geleiteten Arbeitsgruppe «Alumni Policy», die von Rektor Georges Fischer tatkräftig unterstützt wurde. Die Inspiration lieferte eine von der Weiterbildungsstufe unter Beizug von Ehemaligen organisierte Reise nach Australien, wo wir in Melbourne die tragende Rolle der Alumni-Organisation für die besuchte Universität kennen lernten. An der HSG erfolgte der Schritt von der Milizorganisation in die professionelle Betreuung der Ehemaligen 1997 mit finanzieller Hilfe des Rektorats. Dies war der Meilenstein, auf dem die heutige selbsttragende Organisation aufgebaut worden ist – eine Entwicklung, die uns mit Befriedigung und Freude erfüllt. Schliesslich bekannte sich der Hochschulverein auch aktiv zur Frauenförderung, sei es mit der Unterstützung der von Studentinnen ins Leben gerufenen Kinderkrippe Löwenzahn, sei es mit der Wahl von Absolventinnen in den Vorstand und – last but not least – 1997 mit der Wahl von Dr. Carla Wassmer zur ersten Präsidentin.


Die HSG – auch für Frauen! Dr. Carla Wassmer war von 1997 bis 2000 als erste Frau Präsidentin von HSG Alumni. Die Anwältin erzählt, wie sie sich im männerdominierten Umfeld an der Hochschule durchsetzte und mit viel Fleiss und Effizienz zu einem Lizenziat und einer Promotion an der Universität St.Gallen kam. Von Carla Wassmer Ich bin erst auf dem zweiten Bildungsweg zu einem Studium an der Hochschule St.Gallen gekommen. Meine Eltern haben mich bei der Berufsausbildung zwar sehr unterstützt, der Besuch einer Mittelschule lag aber ausserhalb ihrer finanziellen Möglichkeiten. Nach einer kaufmännischen Lehre mit Weiterbildung zur eidg. dipl. Direktionssekretärin habe ich den Berufseinstieg gewagt. Doch die Vorzimmertätigkeit war mir auf Dauer zu wenig herausfordernd. Da geplant war, das Schwyzer Kollegium auch für Mädchen zu öffnen, konnte ich dank freundschaftlicher Unterstützung des damaligen Departementssekretärs als 26-Jährige in die Maturaklasse einsteigen und die Handelsmaturität erwerben. Diese eröffnete mir die Möglichkeit für ein Studium des Wirtschaftsrechtes an der Hochschule St.Gallen. Ich war bei der kaufmännischen Lehre auf Fleiss, Ordnungsliebe und Effizienz gedrillt worden. All das ist mir

beim Studium sehr zugute gekommen. Die akademische Freiheit habe ich – wo immer das möglich war – genossen. Dazu gehörten zwei Auslandsemester an den Universitäten von Siena und Durham, bei denen ich von meiner Studienfreundin Marianne Hofer begleitet wurde. Diese Frauenfreundschaft gab uns beiden Halt, uns gegen die immer «gescheiteren» männlichen Kommilitonen zu behaupten. Nach acht Semestern habe ich im Herbst 1976 das Lizenziat erworben. Mit einem lic. oec. zu einem Anwaltspatent in meinem Wohnortkanton Schwyz zu kommen, war gar nicht so leicht. Glücklicherweise konnte ich ein lehrreiches Praktikum absolvieren. Heute bin ich seit über 20 Jahren Partnerin im Büro Kessler, Wassmer & Giacomini, Rechtsanwälte, Schwyz. «Allmänner-Vorstand» erhöht Frauenquote Die Verbindung zur Hochschule ist nach dem Studium erhalten geblieben, vorerst durch die Ausarbeitung einer

Carla Wassmer war die erste weibliche Präsidentin von HSG Alumni und hat sich für mehr Frauen im Vorstand eingesetzt.

Foto: Katharina Meyer

steuerrechtlichen Dissertation und die Promotion 1982. 1983 hat mich der «Allmänner-Vorstand des Hochschulvereins» eingeladen, in der Ehemaligenvereinigung zusammen mit Gertrud Müller im Vorstand mitzumachen. Ich habe es nicht bereut, und es ist mir in der Folge auch gelungen, die Frauenquote im Vorstand zu erhöhen. Von 1997 bis 2000 durfte ich als Nachfolgerin von Dr. Wilfried Rutz den Hochschulverein präsidieren. In meine Amtszeit fielen insbesondere die Feierlichkeiten für das 100-JahrJubiläum der Hochschule im Jahre 1998. Als Geburtstagsgeschenk hat der Hochschulverein der Alma Mater einen neuen Flügel geschenkt. Spannend für mich war die in der Amtszeit von Rektor Georges Fischer in die Wege geleitete Professionalisierung der Ehemaligenorganisation mit einem Vollzeit-Geschäftsführer, einer EDV-Plattform und der Digitalisierung der Mitglieder-Datenbank. Der traditionelle Hochschulverein mutierte zu HSG Alumni und die St.Galler Hochschulnachrichten wurden zur «alma». Der Verein erhielt neue Statuten und ein «Alumni Board», das für ein professionell besetztes Alumni-Büro sorgte. Mit diesen Aktivitäten wurde den bisherigen Mitgliedern eine neue «Qualität» der Beziehungen zur HSG ermöglicht. Zahlreiche Absolventinnen und Absolventen, die vorher «abseits» standen, fühlten sich dem Hochschulverein verbunden. Innerhalb von 20 Jahren stieg denn auch die Mitgliederzahl von 2000 auf 10’000 Mitglieder. Es sei mit erlaubt, hier auf die Verdienste des ersten Alumni-Geschäftsführers Peter Hogenkamp zu verweisen. Ich habe sehr gerne mit ihm zusammen gearbeitet. Weiterhin bleibe ich mit grossem Vergnügen mit der HSG verbunden und freue mich jetzt schon auf die Einweihung des Campus auf der Holzweid.

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75 jahre hsg alumni

HSG Alumni war stets mein Steckenpferd Wolfram Martel war von 2000 bis 2003 Präsident des Vereins HSG Alumni. Der St.Galler Unternehmer setzte sich mit Herzblut für die Professionalisierung der Ehemaligen-Vereinigung ein. Der derzeitige Präsident der Stiftung HSG Alumni erzählt aus seiner Zeit. ich – nach 10 Jahren im Vorstand – ihr «Vize», wollte der damalige Rektor Georges Fischer alle Ehemaligen umfassend mobilisieren und mit ihnen ein Netzwerk rund um die Welt bilden. So begannen wir, die Adressen aller Ehemaligen zusammenzusuchen.

Wolfram Martel engagiert sich bis heute für HSG Alumni und speziell für das Projekt Campus.

Foto: Katharina Meyer

Aufwändige Adressaufbereitung Im kleinen Gremium wurde spontan beschlossen, parallel zum Hochschulverein unverzüglich eine Alumni-Gesamtdatenbank aufzubauen. Kurzfristig musste ein Projektleiter gefunden werden, dessen Salär vom Hochschulverein getragen und genehmigt werden sollte. Von meiner Tochter, die in Washington an ihrer Dissertation arbeitete, erfuhr ich fast zufällig von Peter Hogenkamps Plänen, New York aufzugeben und zurückzukehren. Wolfgang Schürer und das Rektorat reagierten spontan: «Das ist unser Mann, als alt Studentenschaftspräsident ist er prädestiniert für diese Aufgabe». Peter Hogenkamp sagte zu, stürzte sich in die Arbeit,

Von Wolfram Martel Wolfram Martel ist nicht nur Unterneh-

Wenn ich über die Anfänge des Hochschulvereins in alten Protokollen lese, finde ich immer wieder interessante Aspekte. Zum Beispiel betrug vor 75 Jahren der Jahresbeitrag 15 Franken. Damals gab es allerdings noch keine speziellen Programme und Veranstaltungen, man gehörte einfach zur Gemeinschaft der Ehemaligen dazu. Den grossen Sprung haben die Alumni 1998 gemacht, als die HSG ihr 100-jähriges Bestehen feierte. Nachdem Carla Wassmer 1997 Präsidentin des Hochschulvereins wurde und

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mer und engagier ter Altherr der AV Steinacher, sondern auch ein begeisterter Förderer von HSG Alumni. Der Alumnus schloss 1964 an der HSG ab. Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Tabak- und der Computerbranche übernahm er mit einem Bruder die Weinhandlung Martel AG St.Gallen in vierter Generation. Heute ist er im Ruhestand, aber noch Verwaltungsratspräsident und Partner seiner Firma sowie Präsident der Stiftung HSG Alumni.

das Projekt gelang, der Hochschulverein genehmigte Budget und Vorgehen und harmonisch-pragmatisch fusionierten gut ein Jahr später der Hochschulverein und die neue Alumni-Organisation. Es war viel Arbeit, wenn man bedenkt, dass wir mit rund 8000 unbewirtschafteten Adressen zu Rande kommen und diese in mühseliger Fleissarbeit aktualisieren mussten. Heute werden 18’000 Adressen verwaltet und jährlich viele hochkarätige Veranstaltungen durchgeführt. Es war eine schöne Aufgabe, am Aufbau einer Ehemaligen-Vereinigung mitzuwirken und HSG Alumni Leben einzuhauchen. Attraktive Veranstaltungen Ich selber engagierte mich während Jahren für attraktive Veranstaltungen und Treffen. Dadurch, dass ich immer in St.Gallen blieb, hatte ich engen Kontakt zum Alumni-Büro. Peter Hogenkamps Grundlagen wurden in der Folge von Esther Kiss, Johannes Kiess, Franziska Rohner und heute Philipp Kotsopoulos als Geschäftsführer von HSG Alumni ausgezeichnet weiterentwickelt. Nach drei Jahren im Amt des Präsidenten habe ich das Zepter an der Generalversammlung 2003 an Urs Landolf abgegeben. Ich fühle mich geehrt, dass ich sodann zum Ehrenmitglied von HSG Alumni gewählt wurde. Dies motiviert mich weiterhin, mit Freude an der Arbeit mitzuwirken, das weltweite Alumni-Netzwerk weiterzuentwickeln und wertvolle Initiativen zu verwirklichen. Besonders am Herzen liegt mir heute unser Grossprojekt Campus. Damit bieten wir Alumni der HSGWeiterbildung eine zukunftsträchtige Infrastruktur.


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Ehemalige erzählen Diese Absolventen und ehemaligen Vorstandsmitglieder des Hochschulvereins haben zwischen 1982 und 2006 in St.Gallen studiert und erinnern sich an ihre Zeit an der HSG.

Dr. Paul Achleitner, Mitglied des Vorstands der Allianz AG, lic. oec. HSG 1980, Dr. oec. HSG 1985

An meine Studienzeit in St.Gallen erinnere ich mich immer gerne. Die HSG AlumniOrganisation erlaubt es mir heute, den Kontakt zu meinen Kommilitonen zu pflegen und die Aktivitäten der nachkommenden Generationen zu verfolgen. Dabei spielt der offene und kritische Gedankenaustausch zwischen den Studierenden und Alumni eine wesentliche Rolle in der Erfolgsgeschichte unserer Universität.

Dr. Peter Fankhauser, Vorstandsmitglied der Thomas Cook AG, lic. rer. publ. HSG 1985, Dr. rer. publ. HSG 1989

Die «alma» ist für mich auch heute noch ein wichtiger Anker zu HSG Alumni und zur Schweiz.

Raymond J. Bär, Chairman of the Board, Julius Bär Holding Ltd., lic. iur. HSG 1984

Was mir persönlich wichtig erscheint, ist, dass die HSG die erste Universität der Schweiz war, die den Stellenwert eines gut funktionierenden Alumni-Netzwerks erkannte. Dieser Wert ist für Studierende noch schwer messbar, aber im Verlaufe ihrer Karrieren ändert sich dies sehr schnell.

Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner, KfW-Stiftungslehrstuhl für Entrepreneurial Finance,Techn. Universität München, lic. oec. HSG 1988, lic. iur. HSG 1990, Dr. oec. HSG 1991, Dr. iur. HSG 1992

Herzlichen Glückwunsch, HSG Alumni, zum Jubiläum! Ich finde das Engagement so vieler Ehemaliger beeindruckend und freue mich, hierdurch in das aktuelle Geschehen an meiner alten Hochschule so gut eingebunden zu sein.

Dr. Roberto Paganoni, CEO LGT Capital Partners, lic. oec. HSG 1986, Dr. oec. HSG 1989

Nach St.Gallen kam ich wegen des hervorragenden Rufs der HSG und des Skifahrens in der Schweiz (aufgewachsen im flachen Holland!). Durch die HSG bin ich dann in der Schweiz sesshaft geworden. Insofern hat sie mein Leben nicht nur akademisch entscheidend geprägt. Dass sich die HSG Alumni zu einem professionell organisierten Netzwerk entwickelt haben, freut mich sehr.

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Dr. Rudolf Stämpfli, Mitinhaber und VR-Präsident der Stämpfli AG, Präs. Schweiz. Arbeitgeberverband, lic. oec. HSG 1982, Dr. oec. HSG 1985

Seit dem Studienabschluss bin ich Mitglied der HSG Alumni: Ein wichtiger Teil meines persönlichen Netzwerkes.

François-Xavier de Mallmann, Managing Director Investment Banking Division, Goldman Sachs, lic. oec. HSG 1992, CEMS MIM 1992

The HSG Alumni Forum is doing a great job in keeping the values and the network of HSG Alumni closely connected with each other.

Dr. Magne Orgland, Geschäftsführender Teilhaber Wegelin & Co. Privatbankiers, lic. oec. HSG 1990, Dr. oec. HSG 1995

Als wir im Herbst 1990 die HSG verliessen, haben wir uns gefragt, wie wir den Kontakt mit den anderen Kommilitonen aufrecht erhalten können. Als Antwort haben wir damals den «HSG-Adressen-Klub» gegründet. Wir waren alle sehr froh, als HSG Alumni später die Alumni-Datenbank aufbaute. Dank HSG Alumni gibt es heute zahlreiche Möglichkeiten, in Kontakt zu bleiben.

Clara-Christina Streit, Director, McKinsey & Company, Inc., lic. oec. HSG 1991

15 Jahre nach Abschluss an der HSG sind die Alumni ein zentraler Teil meines persönlichen und professionellen Netzwerks. Viele Freunde kenne ich aus meiner Studienzeit, manche habe ich erst viel später kennengelernt. St.Gallen – mit seinen vielen Vorzügen und mit seinen Besonderheiten – ist ein verbindendes Element.


Prof. Dr. Gilbert Probst, Professor für Organisation und Management, Direktor des MBA, HEC Université de Genève, Mitgründer des CORE an der Uni St.Gallen, Dr. oec. HSG 1981

Dr. Peter Wuffli, CEO UBS, lic. oec. HSG 1981, Dr. oec. HSG 1985

Eine enge und dauerhafte Verbindung zwischen Universitäten und ihren ehemaligen Absolventen ist ein Erfolgsmerkmal der weltweit führenden Bildungsinstitutionen. Den HSG Alumni ist es in den letzten Jahrzehnten dank Initative, Einsatz und Führungskraft gelungen, eine prägende Rolle zu entwickeln und eine Vorbildfunktion für Alumni-Organisationen anderer Institute in der schweizerischen Universitätslandschaft einzunehmen. Dafür gebührt allen denjenigen, die dazu beigetragen haben, grosser Dank. Mit dieser Dankbarkeit verbindet sich die Erwartung, dass die HSG Alumni auch in Zukunft in ihren Ambitionen nicht nachlassen und weiterhin zu langfristigem Erfolg und Wettbewerbskraft der Uni St.Gallen beitragen.

Wo immer ich auch tätig war, ich habe mir meist schnell über regionale Alumni oder gar die Alumni-Organisation ein Kontaktnetz aufgebaut. An der Wharton School und später an der Universität Genf erwies sich die Verbundenheit mit der HSG als sehr hilfreich und anregend. Tolle Freundschaften, ein reger Austausch und manchmal auch spontane Vereinbarungen für Gastreferate innerhalb meiner Vorlesungen entstanden auf diesem Weg. Ich wage zu sagen, dass eine Top-Universität immer eine gut funktionierende Alumni-Organisation hat, und das gilt bestimmt für die HSG. Neben meinen Alumni-Kontakten in der Westschweiz freue ich mich jedes Jahr auf die vielen Alumni, die das ISC besuchen.

4. schweizer kmu-tag referent(inn)en

kmu und werte erfolg durch vertrauen

Torsten Tomczak

s t.g a l l e n

Gerhard Schwarz

Francesco Illy

2 7. o k t o b e r 2 0 0 6 online-anmeldung unter w w w. k m u - t a g . c h

Frank Baumann Patronat:

economiesuisse Schweizer Industrie- und Handelskammern

Fides P. Baldesberger

Schweizerischer Gewerbeverband IHK St.Gallen-Appenzell Kantonal-St.Gallischer Gewerbeverband

Norbert Blüm veranstalter hauptsponsoren

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75 jahre hsg alumni

Erfolgreiche dritte internationale HSG Alumni Konferenz – St. Moritz als Ort der Inspiration und der Begegnung Nach Interlaken und Going bei Kitzbühel war diesmal das mondäne St.Moritz Treffpunkt von rund 450 Alumnae und Alumni der Universität St.Gallen. Sie erlebten drei gelungene und sonnige Tage bei Sport, Networking, Referaten, Diskussionen und Workshops zur Thematik «Das Pendel der Wirtschaft – aber was bringt uns weiter?».

Der Ballsaal des Badrutt’s Palace diente als aussergewöhnlicher Tagungsraum.

Fotos Katharina Meyer

Von Roger Tinner Rund 450 Teilnehmende aus 17 Ländern – die dritte internationale HSG Alumni Konferenz war schon früh ausgebucht – trafen sich am zweiten September-Wochenende im international wohl bekanntesten Schweizer Ferienort St.Moritz. «Top of the World» wurde noch «getoppt» durch die «Event-Location», das Badrutt’s Palace, das der internationalen Ausrichtung der Konferenz und ihrer Teilnehmenden atmosphärisch das gewisse Etwas gab. Um es vorwegzunehmen: Perfekte Organisation, perfektes Ambiente und perfektes Wetter – die HSG Alumni Konferenz setzte Massstäbe: Der Applaus

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Viel Zeit gab es für die persönliche Begegnung und fürs Networking.


Emil im Element – humorvoller Schlusspunkt für die HSG Alumni Konferenz.

dafür galt (nicht nur beim festlichen Dinner im Hotel Kulm) dem Organisationskomitee unter Leitung von René Zeier, das den Anlass ganz im Sinn des ebenfalls anwesenden Gründers Bjørn Johannson über die Bühne brachte. Start mit Golf, Biken und Wandern Ein grosser Teil der Teilnehmenden startete sportlich ins Wochenende und reiste bereits am Donnerstag an, um beim Golfturnier, bei einer BikeTour oder auf einer Wanderung Natur und Erholung im Engadin zu geniessen. Vor dem Get-together-Nachtessen war es dann HSG-Alumnus Hanspeter Danuser, Direktor des Kurund Verkehrsvereins St.Moritz, der seine ehemaligen Komiliton(inn)en mit Charme, Witz und Alphornklängen im Foyer des Badrutt’s Palace offiziell willkommen hiess. Ausgiebig zum Gedanken- und Erinnerungs-Austausch genutzt wurde dieser erste Abend – genauso wie alle Pausen und der Freitagabend: Trotz oder gerade wegen der sehr gemischten Altersstruktur (vom Abschlussjahrgang 1948 des Alt-Rektors Francesco Kneschaurek bis zu den jüngsten Absolventen aus dem laufenden Jahr) kannten die Alumnae und Alumni keine Kontaktschwierigkeiten. Konferenz mit Highlights Zwar gab es zwei kurzfristige Änderungen im Programm, dieses bot aber ingesamt eine gelungene Mischung aus Referaten, Workshops und Diskussionsrunden. Aber auch die «Ersatz-Redner», alt Bundespräsident Kaspar Villiger und der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geissler, fügten sich nahtlos in den Reigen der bekannten und kompetenten Persönlichkeiten ein, die aus je eigener Sicht

Sergio Marchionne, Fiat-Chef, begeisterte mit seinem Auftritt.

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Aspekte des Konferenzthemas beleuchteten. Nach dem Frühsport mit Hans-Ruedi Bühler (auch das ein freudiges Wiedersehen!) sowie HelenDeborah Maier und der Eröffnung der Konferenz durch den OK-Präsidenten war es Burkhard Schwenker, CEO von Roland Berger Strategy Consultants, der mit seinen Gedanken zu «Wie wird Europa wettbewerbsfähiger?» im Ballsaal des Badrutt’s (ein «etwas anderer» Konferenzsaal) den Anfang machte. Regelmässige Pausen für Begegnung und Austausch bestimmten die anderthalb Tage ebenso wie die eingestreuten 15 Workshops von HSGProfessoren und Exponenten aus der Praxis zu Themen wie «Marke Schweiz – wie weiter?» oder «Säkulare Trends im Kapitalmarkt und Konsequenzen für Publikumsunternehmen». Informations- wie Unterhaltungswert bot danach auch das von Cash-Chefredaktor Dirk Schütz geleitete Panel zum Thema «Wie können sich Werte nachhaltig in Systemen etablieren?». Armin Meier, CEO von Kuoni, Ulrich Gygi, CEO Die Schweizerische Post, Martin Wittig, Mitglied des Exekutiv-Komitees von Roland Berger, und Alt-Rektor Rolf Dubs führten eine spannende Diskussion um Ethik und Werte. Highlight des ersten Konferenztages aber war – im Urteil der meisten Teilnehmenden – der Auftritt von Sergio Marchionne, CEO der Fiat-Gruppe, der seine Führungsgrundsätze am Beispiel des Fiat-Veränderungsprozesses aufzeigte und sich – als Ausnahme bei den Referenten – auch an den Dresscode «casually» hielt. Seine Vorstellungen von echtem Leadership fanden Applaus und – auch kritische – Fragen, nach deren Beantwortung er spontan ein Sponsoring der nächsten Konferenz zusagte… Ein Fazit mit Emil Hatte den Freitagnachmittag mit Heiner Geissler ein ehemaliger deutscher Politiker mit einer kritischen Rede zur Globalisierung und ihren Folgen beendet, so eröffnete den Samstagmorgen Kaspar Villiger mit ei-

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Die Workshops boten viel Gesprächsstoff.

Spitzenkräfte diskutierten am Podium über die Zukunft der Wirtschaft.

Entspannung und Networking fand man auf der Terrasse des Badrutt’s Palace.


ner Art Gegenposition, die viel Wichtiges über den (richtigen) politischen Umgang mit der Globalisierung vermittelte. Schliesslich schloss Emil (Steinberger), der bekannte Schweizer Kabarettist und Künstler, im Gespräch mit Bjørn Johannson die Konferenz mit erstaunlichen An- und Einsichten in das (Wirtschafts-)Leben ab – und sorgte noch einmal für viel Stimmung. So schloss sich das Ende der dritten internationalen HSG Alumni Konferenz nahtlos an das Dinner vom Vorabend im Kulm an, wo Improvisationstheater für viel Bewegung und Heiterkeit gesorgt hatte. HSG-Rektor Ernst Mohr hatte dort in seiner Grussbotschaft an die wichtige Bedeutung von HSG Alumni für die Universität

erinnert – einen Gedanken, den deren Präsident Urs Landolf am Samstag den Alumnae und Alumni ebenfalls nochmals auf den Weg gab, als er sie aufforderte, ihren Beitrag an Friendrainsing, Brainraising und Fundraising zu leisten. Alle drei Ziele von HSG Alumni hat diese Konferenz sicherlich erreicht – letzteres dank vielen grosszügigen Sponsoren, denen der Dank aller Teilnehmenden ebenso gilt wie dem Organisationskomitee für sein grosses Engagement. Ein Wiedersehen gibt es an der vierten internationalen HSG AlumniKonferenz vom 11. bis 13. September 2008 im Hotel Waldhaus in Flims – das Organisationskomitee steht unter der Leitung der Alumna Sigrid Artho.

Genuss und freudiges Wiedersehen: Beim Galadinner wurden alle Sinne angesprochen.

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wissenschaft und praxis

HSG-Studierende mit grossem unternehmerischem Potenzial Erfreulicherweise sind knapp 5 Prozent der Studierenden der Universität St.Gallen bereits Unternehmer. Und mehr als 35 Prozent der HSG-Studierenden verfügen über ein grosses Potenzial, Unternehmerinnen und Unternehmer zu werden und als solche die Zukunft der Schweiz wesentlich mitzugestalten. Eine international angelegte Studie des KMU-HSG zeigt auf, dass die Universität sich sowohl im internationalen wie auch im nationalen Durchschnitt sehr gut präsentiert. Entscheidend für die Zukunft ist jedoch, ob es unter den Studierenden genügend «aufgeweckte Macher» gibt, die den notwendigen Mut aufbringen und neue Wege wagen und dabei nachhaltig reüssieren. Von Urs Fueglistaller und Frank Halter Bis vor kurzem wussten wir lediglich, dass es sehr wohl unter den Studierenden an allen Universitäten und Fachhochschulen potenzielle Unternehmerinnen und Unternehmer gibt, jedoch gab es bis dato keinen internationalen Vergleich, der die klaren Fakten und Daten über die unternehmerische Kraft der Studierenden vorweisen konnte. Dem KMU-HSG ist es nun gelungen, dieses Manko zu beheben. Bei den potenziellen Unternehmern handelt es sich um Studierende, die trotz finanziellen Risiken über eine gewisse Veranlagung verfügen und den Mut aufbringen, während, direkt nach dem Studium oder zumindest nach einigen Berufsjahren den

Weg der unternehmerischen Selbständigkeit zu wagen. Das internationale Forschungsprojekt mit den Namen «International Survey on Collegiate Entrepreneurship» – hauptsächlich koordiniert vom Schweizerischen Institut für Kleinund Mittelunternehmen (KMU-HSG) – geht explizit dieser Frage nach. An der jüngsten Erhebung aus dem Jahr 2006 haben sich insgesamt 14 Länder beteiligt. Bei 11 Ländern ist ein ausreichender Rücklauf erreicht worden. Auf internationaler Ebene konnten insgesamt über 37’000 auswertbare Fragebogen generiert werden. Die ersten Erkenntnisse liegen in einem Bericht vor, der unter www.isce.ch kostenlos bezogen werden kann. Auf nationaler Ebene konnten 8807 auswertbare

Deutschland

33,9

Schweiz

34,5

Norwegen

34,9

Ungarn

35,2

Österreich

35,3

Belgien

36,0

Neuseeland

36,6

Finnland

37,1

Liechtenstein

37,5

Singapur

39,5

Irland

40,9

International

35,5

Uni St.Gallen

35,8 0

10

20

30

40

50

Index der unternehmerischen Kraft von Studierenden im internationalen Vergleich.

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Fragebogen generiert werden. Auch diese Ergebnisse können kostenlos bezogen werden. Das Forschungsprojekt wurde massgeblich von der Forschungskommission der Universität St.Gallen unterstützt. Unternehmerische Tätigkeit und Absicht In einem ersten Schritt eruierten wir die Aktivitäten und Absichten von Studierenden im Hinblick einer allfälligen unternehmerischen Selbständigkeit. Im internationalen Vergleich kann festgestellt werden, dass die Bereitschaft der Schweizer Studierenden als relativ tief eingeschätzt werden muss. Von allen befragten Studierenden (n = 37’253) geben durchschnittlich 3,2 Prozent an, bereits ein Unternehmen gegründet zu haben. In der Schweiz liegt diese Quote bei 2,4 Prozent. Erfreulich hoch ist die Gründerzahl an der HSG: 4,9 Prozent der Studierenden sind bereits Unternehmerinnen und Unternehmer. Der Universität St.Gallen darf sowohl im nationalen wie auch im internationalen Vergleich eine überdurchschnittliche unternehmerische Aktivität der Studierenden zugeschrieben werden. Im Zusammenhang mit der unternehmerischen Absicht haben wir die potenziellen Unternehmensgründerinnen und -gründer bezüglich deren Vorbereitungsschritten befragt. Dabei muss festgestellt werden, dass primär die Informationsbeschaffung und weniger konkrete Massnahmen wie beispielsweise das Verfassen eines Business Plans oder das Führen von Gesprächen mit möglichen Finanzierungspartnern im Vordergrund stehen.


Die geschilderte Absicht und Tätigkeit der Studierenden einerseits und die einzelnen Aktivitäten andererseits haben wir mittels einer Indexbildung zusammengefasst (vgl. Abbildung S. 16). Sie zeigt, dass die Schweiz als ganzes an zweitletzter Stelle fungiert. Dies bedeutet, dass die unternehmerische Kraft der Studierenden in der Schweiz als relativ gering eingestuft werden muss. Die HSG liegt bei dieser Betrachtung mit 35,8 Prozentpunkten über dem internationalem Durchschnitt. Hindernisse auf dem Gründungsweg Mögliche Hürden der Unternehmensgründung oder -planung wurden von den Studierenden auf einer Skala zwischen 1 und 6 bewertet, wobei 1 mit «sehr kleine Hürde» und 6 mit «sehr grosse Hürde» hinterlegt worden ist (vgl. Abbildung unten). Sowohl in der internationalen als auch in der nationalen Auswertung muss festgestellt werden, dass die Finanzierung die bedeutendste Hürde darstellt. Dabei steht nicht nur das Fehlen von Eigen- oder Fremdkapital als solches im Zentrum, sondern vor allem auch das Eingehen von eigenen finanziellen Risiken. Wir gehen davon aus, dass es sich dabei nicht primär um das Risiko bezüglich möglicher Vermögenseinbussen handelt, sondern

vielmehr um mögliche Einkommenseinbussen respektive Einkommensrisiken. Weiter fällt auf, dass das Fehlen der eigentlichen Geschäftsidee ein Manko darstellt. Beim Fokus auf die Studierenden der HSG fallen drei Dinge auf. Zum einen werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie das wirtschaftspolitische Umfeld oder die konjunkturelle Lage als relativ geringe Hürde eingeschätzt. Offensichtlich trägt die breite und tiefe Information über grössere und kleinere Zusammenhänge wesentlich dazu bei, dass das Vertrauen in die makroökonomischen Rahmenbedingungen überdurchschnittlich hoch ausfällt. Zum zweiten werden aus der Sicht der Kompetenzen die eigenen Fähigkeiten als überdurchschnittlich bewertet, was auf die klare fachliche Ausrichtung der Universität als solches zurückzuführen ist. Drittens ist auffällig, dass überdurchschnittlich viele Studierende angeben, dass sie über zu wenig Zeit verfügen, um sich eingehender mit der Unternehmensgründung auseinanderzusetzen. Auf der anderen Seite fehlt es aber den Studierenden offensichtlich an Ideen und Mut. Ausblick Zusammenfassend dürfen wir also folgendes festhalten. Die Studierenden Internat.

Schweiz

HSG

Eigenes finanzielles Risiko

4,51

4,51

4,37

Fehlendes Eigenkapital

4,46

4,55

4,37

Fehlen der richtigen Business-Idee

4,21

4,27

4,68

Fehlendes Fremdkapital

4,18

4,23

4,09

Fehlende Kundenkontakte

3,98

4,07

3,99

Know-how-Defizit

3,95

3,88

3,49

Fehlender Mut

3,90

3,92

4,01

Nicht die richtigen Gründungspartner

3,78

3,80

3,77

Fehlende unternehmerische Qualifikation

3,75

3,72

3,31

Aufwändiger Behördenweg

3,72

3,63

3,51

Angst vor dem Scheitern

3,71

3,60

3,60

Konjunkturelle Lage

3,48

3,39

2,99

Wirtschaftspolitisches Umfeld

3,46

3,34

2,98

Fehlende Zeit

3,41

3,39

3,96

Support von Familie und Freunden

2,65

2,56

2,58

Prof. Dr. Urs Fueglistaller (links) und Frank Halter, lic.oec. HSG, sind die Hauptansprechpartner für das Forschungsprojekt. Weitere Informationen zum Gesamtprojekt finden Sie unter www.kmu.unisg.ch oder auf der Projektwebseite unter www.isce.ch.

der Schweiz, welche an der Umfrage teilgenommen haben, liegen im internationalen Vergleich punkto unternehmerischer Kraft im Hintertreffen, was bis dato noch keine Untersuchung in dieser Form hervorbringen konnte. Die befragten Studierenden der Universität St.Gallen andererseits liegen bei den meisten Aspekten über dem nationalen und internationalen Durchschnitt. Trotzdem sind wir der Überzeugung, dass unsere Volkswirtschaft nicht nur Fachkompetenz benötigt, sondern vor allem engagierte Macher mit neuen Ideen und dem Mut, Eigenverantwortung zu übernehmen. Es ist uns deshalb ein grosses Anliegen, auch im Rahmen der Lehre die dazu notwendige Agilität zu fördern. Wir sind überzeugt, dass die internationale Untersuchung der unternehmerischen Kraft von Studierenden auch in den kommenden Jahren ein zentrales Forschungsthema (des KMUHSG) bleibt und freuen uns, dass die HSG in diesem Forschungsbereich eine national und international massgebliche Position erreicht hat.

Hürden im Gründungsprozess

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ehemalige im porträt

Wohin des Weges? Das neue Bologna-System eröffnet viele neue Möglichkeiten. Nach dem Bachelor-Abschluss steht man vor der Wahl: Direkt in das Berufsleben einsteigen oder noch den Master absolvieren? Vier Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen erzählen, welchen Weg sie gewählt haben. Romeo Frega: Chinesisch in Cambridge? Selbst wenn man skeptisch sein möchte, man hat die Geschichten rund um den nicht nur wirtschaftlichen Aufstieg Chinas zumindest zur Kenntnis genommen. Als frisch gebackener HSG-Bachelor des ersten Jahrgangs mag man sich also der Herausforderung stellen. Aber wieso in England? Lernt man Chinesisch nicht in China? Man könnte auf die lange Tradition der Engländer im Studium des Orients hinweisen oder auf die Flexibilität des angelsächsischen Studiensystems nach dem Bachelor, auf das wunderbare Klima in Cambridgeshire oder auf die internationale Studentenschaft, die sich in Cambridge tummelt. Oder aber ich kann ganz ehrlich das letztendlich Ausschlaggebende gestehen, dass gemäss «You Only Live Twice» – Ian Flemings wohl bestem Roman – James Bond persönlich, das wahre Idol jedes Mannes, in Cambridge an der «Faculty of Oriental Studies» studiert hat. Wer kann da der Bewerbung widerstehen? Natürlich ist ein grosser Teil des zweijährigen «MPhil in Modern Chinese and Economics» auch im Land selber an der Peking Universität basiert, wo wir uns nebst Intensivkursen in Mandarin durch verschiedene Vorlesungen und eigenständige Recherchen auf die chinesische Wirtschaft spezialisieren. Peking? Lebendig, chaotisch, aufregend, gourmet, geschichtsträchtig, viel versprechend, verschmutzt, besser vielleicht: verpestet. Doch nichts, was den hart gesottenen Rosenbergler abschrecken würde. Im Gegenteil: Die Community der HSG Alumni in China wächst fortwährend und hält zusammen. Da wünscht man sich von Zeit zu Zeit nach St.Gallen zurück. Aber nicht, weil man nach dem Bache-

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Romeo Frega hat im Herbst 2005 den B.A. HSG in BWL abgeschlossen und absolviert nun sein Master-Studium «MPhil in Modern Chinese and Economics» in Cambridge und Peking.

lor besser geblieben wäre (wie das wäre, kann man ja nicht wissen), sondern weil man so froh ist, am richtigen Ort gestartet zu sein. Jenny Weinkopf: Bologna? Wohl kaum einem nachfolgenden HSG-Assessmentjahrgang wird die gleichnamige Reform noch so in den Ohren klingen wie uns, die im Oktober 2001 ihr Studium begonnen haben. Von mehr Vergleichbarkeit, Mobilität, Internationalität war dabei die Rede, während wir «Pioniere» uns noch fragten, ob damit wirklich Erfindungen wie das von Systemabstürzen begleitete erste «Bidding» verbunden sein müssten… Aber das ist Geschichte! Jahre später, um ein sehr lehrreiches Studium, den «Bachelor in International Affairs» sowie um wertvolle Erfahrungen in der Schweiz, Indien,

Südafrika, den Niederlanden und Deutschland reicher, führte mich die Suche nach dem passenden Masterprogramm an die Ursprungsstätte der Reform zurück: Bologna, das neben der ältesten Universität Europas auch das «Bologna Center» der Johns Hopkins University School of Advanced International Studies beheimatet. Im Jahr 1955 gegründet, kann man am Bologna Center ein Jahr des Masterprogramms in «International Relations and International Economics» absolvieren, das zweite Jahr folgt auf dem Campus in Washington D.C. Für mich passte dies hervorragend mit dem Wunsch zusammen, noch einige Zeit in Europa zu verbringen, während mich gleichzeitig ein Studium in den USA reizte. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens – nicht nur aufgrund der erstklassigen Kurse und Professoren. Neben kontroversen Debatten mit Studenten und Professoren, Kursen und Vorträgen mit Persönlichkeiten wie Lakhdar Brahimi oder Francis Fukuyama haben für mich virtuelle argumentative Auseinandersetzungen zu den wichtigsten Erfahrungen des vergangenen Jahres in Bologna gehört. Nicht zu vergessen ist die Zeit in einer wunderbar internationalen Gruppe von Studierenden in Italien mit zahlreichen Reisen durchs Land und dem als «Fiasko von Florenz» betitelten Spiel der späteren WM-Halbfinalgegner live im Stadion. Im Wahlkampf Romano Prodis in seiner Heimatstadt Bologna erlebte ich zudem einen Hauch italienischer Geschichte… Abschliessend bleibt für mich nur festzustellen: «Bologna» hat sich gelohnt – für mich in jeder Hinsicht! Claudia Stetter: Berufseinstieg als Analyst in New York Nach der Bachelor-Graduation wäre mir kein Beruf untergekommen,


Jenny Weinkopf hängt nach dem B.A.

Claudia Stetter hat sich nach ihrem B.A.

HSG in Internationalen Beziehungen

HSG in BWL, den sie im Herbst 2004

(Abschluss Frühling 2005) ein Master-

abgeschlossen hat, für eine Stelle als Ana-

Studium in «International Relations and

lyst bei der HSBC, Alternative Invest-

International Economics» in Bologna

ments Group in New York entschieden.

und Washington, D.C. an.

in dem ich nicht wirklich die Möglichkeit gehabt hätte, eine berufsbegleitende Qualifizierung zu erlangen. Dieses Kriterium stellte in meinen Augen eine Notwendigkeit dar, welche die Attraktivität der Berufsmöglichkeiten entscheidend bestimmte. Solch eine Ausbildung respektive Berufskombination war nicht schwer zu finden. Nach einer Aufwärmphase in der Accounting-Welt habe ich seit einem Jahr in die Finanzwelt gewechselt und arbeite nun als Analyst für HSBC, ein Hedge Fund ResearchTeam in New York. Als berufsbegleitende Ausbildung absolviere ich momentan das «Certified Financial Analyst»-Programm, welches sich über drei Jahre hinweg erstreckt. Nach ersten Berufserfahrungen in Zürich, London und jetzt New York kann ich sagen, dass in der Finanzwelt ein Bachelor mit einer anschliessenden CFA-Qualifikation als allgemeiner Standard gilt. Dies variiert mit Sicherheit deutlich zwischen den Branchen, ich musste mich allerdings bis zum heutigen Tage nie für meinen Studienabschluss rechtfertigen, geschweige denn schlechtere Konditionen in Kauf nehmen. Den Master- und Bachelor-Abschluss über einen Kamm zu kehren wäre naiv. Während meiner Prüfungsvorbereitung musste ich erfahren, dass manch anderer Master-Absolvent weniger Zeit für die Vorbereitung auf-

bringen musste als ich. Die Aussage «there is no such thing as a free lunch» ist heutzutage in jedem Universitätslehrbuch abgedruckt. Dass allerdings jeder seines eigenen Glückes (oder besser: Ausbildungs) Schmied ist, ist allerdings für mich die überzeugendste Lebensweisheit. Sven Roth: Spannende Aufgaben in der Beratung Die Entscheidung, nach dem Bachelor-Abschluss an der Universität St.Gallen einen Job zu suchen und keinen Master-Lehrgang zu absolvieren, ist mir leicht gefallen. Ich habe bereits während des Studiums gearbeitet und Verantwortung getragen, sodass ich eine neue Herausforderung ausserhalb des gewohnten Umfelds gesucht habe. Accenture war mein favorisierter Arbeitgeber. An der Schnittstelle zwischen Informationstechnologie und betriebswirtschaftlichen Prozessen zu agieren und die beiden Welten in der täglichen Arbeit zusammenzuführen, schien genau das Richtige für mich zu sein. Blicke ich heute nach einigen Monaten auf die bisherigen Erfahrungen bei Accenture zurück, ist das Fazit einfach: Meine hoch gesteckten Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Die Projektarbeit mit hoch qualifizierten Kollegen, welche unterschiedlichste berufliche Werdegänge aufweisen, sowie die tägliche Herausforderung,

dem Kunden die besten Lösungen zu unterbreiten – genau diese Komponenten reizen mich am meisten an meiner Tätigkeit bei Accenture. Wissen, das ich an der Universität und im Nebenjob erlangt habe, kann ich immer wieder einbringen. Ich stosse jedoch auch von Zeit zu Zeit an Wissensgrenzen, die dann aber gemeinsam mit Kollegen überwunden werden. Natürlich ist das Arbeiten in der Beratungssparte von Accenture kein «9 to 5»-Job, er erfordert eine hohe Einsatzbereitschaft und den Willen, sich täglich zu verbessern. Dieses Engagement fällt mir durch den Spass an der Arbeit mit Kollegen und Kunden in einem sich ständig ändernden Projektumfeld mit unterschiedlichsten Themen aber mehr als leicht. Ich habe eine neue Herausforderung gesucht und diese bei Accenture gefunden – frei nach einem Zitat von Henry Ford: «Wer immer nur tut, was er schon kann, bleibt immer nur das, was er schon ist.»

Sven Roth hat es im Herbst 2005 nach seinem B.A. HSG in BWL zu Accenture nach Zürich gezogen, wo er als Consultant im Financial Services-Team arbeitet.

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mein spender-commitment Bitte ausfüllen und Kopie faxen an +41 71 224 30 11

Window of fame Spenderleistung «Platin-Spender»

> CHF 200’000

«Gold-Spender»

je CHF 100’000

«Silber-Spender»

je CHF 20’000

«Bronze-Spender»

je CHF

5’000

EUR

3’500

Reservation (Anzahl)

Unterschrift / Datum

Reservation (Anzahl)

Unterschrift / Datum

EUR 140’000 EUR 70’000 EUR 14’000

Raum-Benennung Objekt Gästezimmer

Spenderleistung je CHF 50’000 EUR 35’000

Aufenthalts- /Verbindungsbereich

je CHF 500’000

Sauna

je CHF 100’000

Fitnessraum

je CHF 100’000

Spiel- /Entspannungsraum

je CHF 100’000

Bibliothek

je CHF 100’000

Tiefgarage

je CHF 100’000

EUR 350’000 EUR 70’000 EUR 70’000 EUR 70’000 EUR 70’000

– bereits vergeben – – bereits vergeben – – bereits vergeben – – bereits vergeben –

EUR 70’000

Gewünschte Benennung auf Window of fame oder Raum

Spender Firma Name Adresse E-Mail Telefon Fax

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projekt campus

Spenderliste «Campus» – sind Sie schon dabei? Neben zahlreichen verbindlichen Zusagen von Spendern, die sich noch nicht für ein spezielles Engagement entschieden haben, wurden bereits 2 Platin-, 7 Gold-, 31 Silber- und 110 Bronze-Spendern, die Bibliothek, die Sauna, der Fitness- und Spieleraum und 12 Gästezimmer übernommen. Insgesamt belaufen sich die schriftlichen Zusagen damit auf über 8 Millionen Franken. Die Spender sind (Stand: 8. September 2006): · ABB Schweiz AG

· Ecoscientia Stiftung

· Lista Holding AG

· Dr. Gralf und Silvia Sieghold

· Paul und Ann-Kristin Achleitner

· Rudolf E. Ehrbar

· Armin Locher

· Andreas N. Somogyi

· Dr. Josef Ackermann

· Stefan und Hajo Engelke

· LxBxH Gauch AG

· St.Gallen Foundation for

· Dr. Kurt und Verena Alig

· Dr. Martin und Barbara Epple

· Eckhard Marshing

· AFG Arbonia-Forster-Gruppe

· Ernst Göhner Stiftung

· Martel AG St.Gallen

· St.Galler Kantonalbank

· Heinz Allenspach

· Manuel Etter

· Wolfram Martel und Andrea

· St.Galler Tagblatt AG

· Alumni Amici HSG

· Arthur Eugster

· Appenzeller Kantonalbank

· Maria & Fritz Fahrni

· Max Pfister Baubüro AG

· Swiss Re

· AV Bodania

· Christian Fischbacher

· McKinsey & Company Inc.

· Prof. Dr. Konstantin Theile

· Altherrenverband der AV Mer-

· Fishing Club

· Dr. Alfred Meili

· Hans Thöni

· forma vitrum ag

· Thomas D. Meyer

· Thurgauer Kantonalbank

· AVIA Osterwalder St.Gallen AG

· Dr. Egmond Frommelt

· Stefan Minder & Dr. Carmen Kobe

· Dr. Ulrich Tueshause

· Bain & Company

· Frutiger AG

· Dr. Stephan und Martina Mohren

· UBS AG

· Bank Julius Bär & Co. AG

· Oskar Gasser

· MS Management Service AG

· Dr. oec. Martin Ulmer

· Bankenvereinigung der Stadt

· Geberit Verwaltungs AG

· Sylvie Mutschler-von Specht

· Ungarische Flüchtlingsstudenten

curia San Gallensis

Martel Fus

International Studies

· Dr. Andreas E. Steinmann

· Daniela S. Geissbühler

· Nahrin AG

· Basler Versicherungen

· Karl Gernandt

· namics ag

· Universal Finanz Holding AG

· Christoph Baumgartner

· Peter Gmür

· nbd-consulting,

· Johannes von Heyl

· Dr. Markus Berni

· Lucas Gnehm & Christine

St.Gallen

· Bibus Holding AG

Huschke Gnehm

Christian Müntener · Nestlé

1956

· S.D. Fürst Hans-Adam II von und zu Liechtenstein

· Felix Bibus

· Dr. Hans-Ulrich Gysi

· N.N.

· Martin von Walterskirchen

· Rudolf Bindella Weinbau-Wein-

· Harro Haberbeck

· Jochen Nölke

· VP Bank Vaduz

· Beat Halter

· Alexander C. Notter

· Matthias von Westphalen

· Bischoff Textil AG St.Gallen

· Karl-Erivan W. Haub

· René B. Ott

· Arthur Wäger

· Brauerei Schützengarten AG

· Bénédict Hentsch

· Otto’s AG

· Wagner AG

· Dr. oec. Max Bruggmann,

· Helvetia Patria Versicherungen

· Dr. oec. Emilio Pagani

· Stefan Wäspi

· Heugümper Club Zürich

· Pictet & Cie Banquiers

· Dr. oec. Carla Wassmer,

· C.Vanoli AG

· Hilti Foundation

· Dr. Dirk C. W. Plump

· Bruno Catella

· Holcim Ltd

· PricewaterhouseCoopers AG

· Anette Weber

· Centrum Bank Vaduz

· Hotel Hof Weissbad

· Emanuel und Marianne Probst

· Jürgen Westphal

· Ciba Speciality Chemicals

· Dr. Pirmin Hotz

· Hubertus Rechberg

· Madeleine Winterling-Roesle

· Clariant International Led.

· Ralph E. Jaeger

· Peter Reland

· Bernd Wolff

· Competence Network AG,

· JAEGER PARTNERS

· Malte Richter

· Dr. Heinz R. Wuffli

· Peter Jansen

· Jon W. Ringvold

· Prof. Dr. Rolf Wunderer

· CPH Chemie+Papier Holding

· Maximilian Kastka

· Tore W. Ringvold

· XL Insurance Switzerland

· CPMi AG Customer Perform-

· Keramik Laufen

· Willy Roos

· Zehnder Group

· Pascal Koller

· Rösslitor Bücher AG

· Dieter Zerndt

· Dr. Lucy und Gebi Küng-

· Dr. oec. Wilfried Rutz

handel AG

a. Präsident Hochschulverein

St.Gallen

ance Management · Credit Suisse Group · Danzas Holding Ltd, Basel

Shankleman

· Salzmann AG

· Debrunner Acifer-Gruppe

· René Lemmenmeier

· Guido Scherer

· Charles-Louis De Laguiche

· Kessler & Co AG

· Thomas Schmidheiny

· Deutsche Bank AG

· James Ladner & Thomas Ladner

· Dr. Ralph Schmitz-Dräger

· Diethelm Keller Group

· Johann Jakob La Roche

· Drs. Albert R. Schuitemaker

· Die Mobiliar

· Dr. Willi Leimer

· Dr. André-Michael Schultz

· Dr. Hans-Ulrich Doerig

· Eckhard Marshing

· SGOC – San Gallenses Oeco-

· Jean-Evrard Dominicé

· Martin Leber

· Dr. Bjorn Johansson Associates AG

· Dr. Silvio Leoni

· Raiffeisen Gruppe

· Dreyer & Hillmann Stiftung

· LGT Gruppe Vaduz

· Ursula R. Seifert

· Dubler Hotel- und Tourismus-

· Harald Link

· Dr. Heinz und Anita Seiler

· Dr. Max Link

· Serono

beratung

a. Präsidentin Hochschulverein

nomiae Comites

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unireport

Walter Förderer (1928 –2006) – Erbauer der St.Galler Akropolis Alt-Rektor Alois Riklin würdigt in seinem Nachruf Walter Förderer, der als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der HSG-Geschichte gilt. Förderer hat 1957 den Architekturwettbewerb um das neue Hochschulgebäude auf dem Rosenberg gewonnen. Von Alois Riklin Als im Oktober 1957 Regierungsrat Simon Frick, der Jury-Präsident des Wettbewerbs für den Neubau der Hochschule St.Gallen, den Briefumschlag mit dem Kennwort «Tête» öffnete und das Geheimnis des erstprämierten Projekts lüftete, herrschte allgemeine Konsternation. Niemand hatte zuvor von der Architektengemeinschaft Förderer + Otto gehört, welche die 117 Wettbewerbsteilnehmer, darunter bekannte Namen aus der Crème de la Crème der Architektenzunft, ausgestochen hatte. Vor allem: Wer war dieser 28-jährige Nobody Walter Förderer, der, abgesehen von einer Bildhauerausbildung, ja nicht einmal einen anständigen Schulsack oder eine richtige Lehre vorweisen konnte? Doch die harmonisch in den Hang der Parkanlage eingepassten quadratischen und rechteckigen Raumkörper hoch über der Stadt überzeugten von aussen und im Innern, sodass die politischen Instanzen nach einigem Zögern und Zaudern den Zuschlag wagten. Mit Feuereifer machte sich Walter Förderer ans Werk. Nicht bloss einen funktionalen Gebäudekomplex hatte er im Sinn; ein Gesamtkunstwerk sollte es werden! Förderer kümmerte sich um jedes Detail, achtete auf die architektonischen Wirkungen des natürlichen und künstlichen Lichts, unterbrach die trutzigen Abgrenzungsmauern und Zinnen durch bepflanzte Scharten, zeigte bewusst die Abdrücke der Bretterverschalungen an den Betonwänden, entwarf persönlich das Mobiliar und die Beleuchtungskörper, schuf in der Bibliothek differenzierte, geborgene Arbeitsplätze (unten für die Extrovertierten mit Ausblick in die Landschaft, oben in

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der fensterlosen «Tête» für die Introvertierten mit individuell bedienbaren Tischlampen). Die grosse Halle, den Platz zwischen Hauptgebäude und Aula sowie die Aussichtsterrasse im dritten Stock gestaltete er als Begegnungsstätten. Durch die Einfügung eines idyllischen Wasserrosenund Goldfisch-Weiherchens milderte er die Strenge des Baus. Eine Treppe war für Förderer nicht einfach eine Treppe, sondern eine Skulptur; man denke an den Treppenaufgang im Park und an die gewagt aufgehängte Betontreppe in der Haupthalle. Selbst wer nicht gedankenverloren im Campus lebt und arbeitet, entdeckt über die Jahre immer wieder neue Details. Ein Gesamtkunstwerk verlangt die «Kunst am Bau». Förderer hatte die kurz zuvor vollendeten Gesamtkunstwerke von Vence und Ronchamp vor Augen. Aber im Unterschied zu Matisse und Corbusier wollte er nicht alles allein gestalten, sondern die besten Künstler aus Europa und Übersee zur Mitwirkung einladen. Darauf entbrannte ein jahrelanger Kunststreit; es

war die erbittertste Auseinandersetzung, die jemals an unserer Hochschule stattgefunden hat. Glücklicherweise fand Förderer zwei Gleichgesinnte, den kunstbegeisterten Rechtsprofessor Eduard Nägeli und den diplomatisch ebenso hartnäckigen wie klugen Rektor Walter Adolf Jöhr. Diesem Dreigestirn gelang es, zwanzig international renommierte Kunstschaffende zu gewinnen und nicht alle, aber die meisten über die Hürden von Kunstkommission, Senat, Hochschulrat, Stadtrat und Regierungsrat zu hieven: Arp, Baier, Bodmer, Braque, Calder, Coghuf, Gehr, Alberto Giacometti, Gubler, Hajdu, Kemeny, Mastroianni, Miró, Otto Müller, Penalba, Soulages, Stahly, Tàpies. Nach dem St.Galler Meisterwerk gewann Förderer Wettbewerb um Wettbewerb. 1965 wurde der 37-jährige Nichtakademiker zum Hochschulprofessor in Karlsruhe gewählt, später zudem an die Universität Stuttgart. Unermüdlich baute er vor allem Schulhäuser und Kirchen. Erwähnt seien etwa die Realschule in Aesch/BL, die Kan-


Einsatz für Afrikas Entwicklung Das «Global Business Schools Network» (GBSN) setzt sich ein für die Entwicklung afrikanischer Business Schools. Auch die Universität St.Gallen gehört dem Gremium an und vermittelt Wissen an Professoren auf dem schwarzen Kontinent. tonsschule und die Oberschule in Schaffhausen, die Heiligkreuz-Kirche in Chur, St.Konrad in Schaffhausen und das aus meiner Liebhabersicht neben unserer Hochschule grossartigste Werk: die lichtdurchflutete, himmelstürmende Dorfkathedrale in Hérémence/VS. Doch nach zwanzig Jahren intensiver Bautätigkeit zog Förderer einen radikalen Schlussstrich. Er glaubte, sich zu wiederholen. Förderer kehrte zur Bildhauerei zurück. Bisher hatte er betretbare Räume geschaffen, jetzt schuf er nichtbetretbare Raumbildkästen. Eines dieser Werke steht an der HSG, sinnigerweise im Verbindungsgang zwischen dem Förderer- und dem Gerosa-Bau. Walter Förderer vereinte in sich viele Begabungen und Interessen. Er war Architekt und Bildhauer, Autodidakt und Lehrer, Praktiker und Theoretiker, Künstler und Wissenschaftler, Stadtplaner und Berater, Bürger und Politiker (Kantonsrat, Fraktionschef, Ständeratskandidat) und – last but not least – Vater einer Grossfamilie. In den letzten zehn Jahren ist es um Walter Förderer still geworden. Eine heimtückische Krankheit fesselte ihn an den Rollstuhl. Mit der Zeit konnte er nicht mehr lesen und schreiben, schliesslich verstummte er. Dennoch schien er zu reagieren, wenn man von der HSG oder von Hérémence sprach oder einen politischen Witz erzählte. Er liebte den skurrilen Humor. Als die Spitexfrau berichtete, sie sei doch tatsächlich in der vergangenen Nacht aus dem Bett gepurzelt, soll er gekichert haben. Das war echt Förderer. Seine Gattin Ursula hat ihn bis zum Schluss im Refugium in Thayngen, einem architektonischen Kleinod, aufopfernd gepflegt. Am 29. Juni 2006 ist Walter Förderer im Alter von 78 Jahren friedlich entschlafen.

Von Anina Fleischmann Peter Gomez kann auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen. Als Rektor und Professor an der HSG ist er versiert in der Weitergabe von Wissen an Studierende. Diese Erfahrungen gibt er nun an seine Berufskolleginnen und -kollegen auf dem afrikanischen Kontinent weiter. Gomez engagiert sich als Vertreter der HSG im «Global Business Schools Network» (GBSN). Dieser Gruppierung gehören Vertreter der bekanntesten Universitäten und Business Schools Europas und der USA an. Gemeinsam mit afrikanischen Professoren werden Lösungen gesucht, um das Bildungsniveau Afrikas zu erhöhen und moderne Unterrichtsmethoden zu verankern. Auf dem gesamten Kontinent bestehen nur 50 Universitäten, die eine Akademikerausbildung für die rund 800 Millionen Menschen anbieten. Afrikanische Professoren vernetzen sich Erst seit kurzem gibt es aber ein Gefäss, in dem sich Vertreter afrikanischer Business Schools austauschen können. Dieser «Association of African Business Schools» (AABS) gehören 22 Professoren unterschiedlicher Universitäten an. Das GBSN unterstützt das AABS bei der Gestaltung der Ausbildung an ihren Institutionen. Dabei werden sie von der «International Finance Corporation» – einem Mitglied der Weltbank – finanziert. Laut Guy Pfeffermann, Direktor der GBSN, liegt Afrikas Hauptproblem darin, dass viele Schulen noch immer nach der traditionellen Methode des Frontalunterrichts funktionieren. Gleichzeitig würden sich Unternehmen darüber beklagen, dass die Studieren-

den nach der Ausbildung noch keine Praxiserfahrung hätten. «Das Unterrichtswesen in Afrika ist noch immer sehr theoretisch und bietet wenig Vergleiche mit der Praxis», sagt Pfeffermann. «Arbeitgeber suchen aber Leute, die Probleme vom ersten Tag an lösen können.» Case Studies für den Unterricht An den regelmässigen Meetings entwickeln Professoren aus verschiedenen Kontinenten und Kulturen gemeinsam neue Unterrichtsmethoden und Fallstudien, die sie auf die afrikanischen Bedürfnisse abstimmen. Dabei werden tatsächlich existierende Probleme wie zum Beispiel die Herausforderungen im afrikanischen Finanzmarkt mit hohen Zinsen und schwach entwickelten Börsen thematisiert. Ein anderes Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Unterrichtsstandard zu erhöhen und die Qualität der Ausbildung zu sichern. Bereits wurden neue Modelle wie die Zusammenarbeit mehrerer Fakultäten zur Lancierung von PhD-Programmen entwickelt. Im Jahr 2005 besuchten zudem zwei nigerianische Professoren vom «Entreprise Development Center» an der Lagos Business School die Universität St.Gallen. Mit all diesen Massnahmen sollen die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden, um afrikanische Studierende im eigenen Land auf internationalem Niveau auszubilden.

Weitere Informationen unter: www.mercnetwork.org www.ifc.org/gbsn

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unireport

Studentische Zukunftswerkstatt 1: «Die Stadt als Perspektive» Die Startwoche 2005 hat ein erfreuliches Nachleben. Unter dem Namen «Die Stadt als Perspektive. Zur Konstruktion urbaner Räume» erscheint in Kürze das Buch zum Projekt. Es erzählt bilderreich die Geschichte um die Entstehung der Zukunftsstadt «FuturoPolis».

Daniel Libeskind im Gespräch zur Startwoche 2005 Daniel Libeskind im Gespräch zur Startwoche 2005 (in «Die Stadt als Perspektive»): «Aber ernsthaft, wozu sind Universitäten da? Die Universitäten sollen den Studenten bewusst machen, vor welchen Aufgaben sie stehen, welche Verantwortung vor ihnen liegt, und kann man denn die Frage ihrer Verantwortung auf ökonomische oder rechtliche Fragen beschränken? In einer guten Schule haben die Studenten die Chance, Fragen zu

Der Architekt Libeskind fesselt die Studierenden mit seinen Zukunftsvisionen.

gesellschaftlichen Veränderungen zu stellen und Antworten auf diese Fragen zu finden. […] Den Studenten kommt also eine unge-

Von Timon Beyes

heuer wichtige Rolle zu. Sie müssen die vorherrschende Weltweisheit in Frage stellen, und dazu müssen sie eine Vision haben. Und dafür war, wie ich glaube, das FuturoPolisProjekt ein sehr schönes Beispiel.»

Timon Beyes, Daniel Libeskind, Holm Keller, Sascha Spoun (Hrsg.): «Die Stadt als Perspektive. Zur Konstruktion urbaner Räume» erscheint Ende Oktober 2006 im Hatje Cantz Verlag und enthält ca. 350 farbig bebilderte Seiten. Mit Beiträgen von Daniel Libeskind, Peter Sloterdijk, Saskia Sassen, Kees Christiaanse, Steven Kelman, Chris Steyaert, Jürgen Kluge u.a. Buchhandelspreis: CHF 29.80

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Knapp 850 neu eintretende Studierende der Universität St.Gallen erarbeiteten im Oktober 2005 in ihrer ersten Studienwoche städtische Wunschbilder einer demokratischen Gesellschaft und setzten diese gestalterisch-modellhaft zu «FuturoPolis» um (siehe alma 3/2005). Unter der Leitung des Architekten Daniel Libeskind und unterstützt von namhaften Architekten, Künstlern und Wissenschaftlern, entwickelten die angehenden Studentinnen und Studenten der Wirtschafts-, Rechtsund Staatswissenschaften vielfältige Visionen einer urbanen Gesellschaft. Dabei vereinte die Startwoche die internationale Ausrichtung der HSG mit starkem Bezug zur Stadt St.Gallen, konnte sie doch nur dank der tatkräftigen Zusammenarbeit mit lokalen Partnern aus Wirtschaft, Politik und Kultur realisiert werden.

Geschichte von «FuturoPolis» wird weiter erzählt Fast auf den Tag genau ein Jahr später erscheint nun im Hatje Cantz Verlag das Buch zum Projekt: «Die Stadt als Perspektive. Zur Konstruktion urbaner Räume». Das Werk erzählt – reich bebildert und liebevoll gestaltet – zum einen die Geschichte der Startwoche 2005, indem die didaktische Konzeption dieses ungewöhnlichen Lehrformats vorgestellt, der Ablauf der Woche rekapituliert und die studentischen Arbeiten diskutiert werden. Zum anderen liefert der Herausgeberband Impulse zum Nachdenken über die Zukunft des Städtischen. Es macht dabei den Reiz des Buches – wie des Projektes – aus, dass renommierte Experten genauso im Mittelpunkt stehen wie die konzeptionell und städtebaulich zwangsläufig unerfahrenen Studierenden mit ihren Ideen und Überlegungen – mit ihrem eigenen, ungewöhnlichen Prozess der Stadtentwicklung.


Studentische Zukunftswerkstatt 2: Master-Starttag Das «Center for Social Enterprise» und HSG Alumni veranstalten am 20. Oktober 2006 einen Master-Starttag zum Thema «Social Innovation». Von Timon Beyes Das Nachdenken über die Zukunft der Gesellschaft und die Gesellschaft der Zukunft ist genauso Sache der etablierten Experten wie der zukünftigen Entscheidungsträger. Die Startwoche 2005 war der erste Schritt, an der HSG beide Gruppen zu einer fruchtbaren Diskussion zusammenzuführen – weitere sollen folgen. So widmet sich der Master-Starttag, das Pendant zur Startwoche für die angehenden MasterStudierenden, dem Thema «Social Innovation». Am 20. Oktober 2006 wird ein neuer Master-Jahrgang einen Tag lang nach Ideen für den Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen suchen. Methodisch wird den Studierenden dabei gestalterische Freiheit gegeben: Sie werden sich im Rahmen eines so genannten «World Cafés» auf die Suche nach innovativen Lösungen sozialer Herausforderungen machen. Dabei werden sie von dem Nobelpreisträger Prof. Dr. Hans-Peter Dürr, Gründer des «Global Challenges Net-

works», sowie von eingeladenen Social Entrepreneurs unterstützt. Partner der Veranstaltung ist die Unternehmensberatung Bain & Company. Engagement von HSG Alumni Konzipiert und durchgeführt wird der Starttag vom «Center for Social Enterprise» (CSE-HSG) in Zusammenarbeit mit den HSG Alumni. Das CSE ist

ein neu gegründetes Zentrum an der Universität St.Gallen, das als «Schaufenster» der HSG eine Forschungsund Wissensplattform zu gesellschaftlicher Innovation, Nonprofit-Management und Social Entrepreneurship aufbauen wird. CSE und HSG Alumni wollen gemeinsam ein Netzwerk zu Fragen des gesellschaftlichen Engagements etablieren.

Der Master-Starttag verbindet die Studierenden.

Master’s Level Kick-off Day zu «Social Innovation» Datum:

20. Oktober 2006

Zeit:

9.30 bis 16.30 Uhr

Ort:

Lokremise St.Gallen

Sprache:

Englisch

Teilnehmer: ca. 300 bis 400 MasterStudierende Kontakt: Universität St.Gallen, Center for Social Enterprise, Dr. Timon Beyes, Tigerbergstr. 2, CH-9000 St.Gallen,Tel. +41 71 224 75 32, timon.beyes@unisg.ch, www.cse.unisg.ch Ziel des Master-Starttages ist es, innovative Lösungen zu suchen.

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unireport

Richtungsweisendes Sommersemester 2006 Im Sommersemester waren einige Abgänge zu verzeichnen. Doch auch viel Erfreuliches ist zu berichten. Besonders zu erwähnen ist die Wahl von Professor Peter Gomez zum neuen Verwaltungsratspräsidenten der Schweizer Börse SWX. Alex Keel, Professor für Statistik und renommierter Experte für den Zufall, tritt per Ende des Sommersemesters 2006 zurück. 41 Jahre war Alex Keel der HSG und der Volkswirtschaftlichen Abteilung verbunden, als Student, als Habilitand, als Professor und Wissenschaftler, als Abteilungsvorstand, als Vizerektor und vor allem als respektierter und allseits geschätzter Kollege. Am 27. Juni fand die Abschiedsvorlesung von Professor Dr. Peter Gross statt. Seitdem es 1989 gelungen war, ihn von seiner ersten Professur für Soziologie an der Universität Bamberg weg nach St.Gallen zu holen, hatte die HSG an ihm einen inspirierenden Vordenker aufklärerischer Sozialwissenschaft, der sich mit der akademischen Bewirtschaftung des Lehrbuchwissens nie begnügte. Auf Ende April hat auch Dr. Sascha Spoun die HSG verlassen. Er leitet seit dem Mai die Universität/Gesamthochschule Lüneburg in Deutschland als deren Präsident. Spoun ist damit der jüngste Präsident bzw. Rektor einer deutschen Universität. Die Universität ist ihm zu grossem Dank

verpflichtet, hat er doch die Neukonzeption der Lehre wesentlich mitgeprägt. Sein enormes Wissen um die NKL machten ihn zu einer der gefragtesten Personen auf dem Campus. Nebenbei trieb er seine Habilitation voran, half beim Aufbau von neuen Programmen und führte sechs Jahrgänge in die Geheimnisse der HSG ein. Auch die Startwoche hat er mitkonzipiert und ihr zum Erfolg verholfen. Der langjährige Lehrbeauftragte Prof. Dr. Walter Krieg wird dieses Jahr emeritiert. Am 23. Mai fand seine Abschiedsvorlesung statt. Krieg war massgeblich an der Entwicklung, Konkretisierung und Umsetzung des St.Galler Management-Modells beteiligt. Ein weiterer Weggang betrifft die Kommunikation der HSG. Eva Nietlispach-Jaeger, die seit 2004 die Kommunikation der HSG leitet, macht sich beruflich selbständig. Sie hat während ihrer Amtszeit viele entscheidende Projekte initiiert und erfolgreich umgesetzt. Am 1. August trat Patrik Sonderegger die Stelle als neuer Leiter Marketing und Kommunikation der HSG an.

Tag der Forschung

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Zum zweiten «Tag der Forschung an der

senschaftler sollen ihre Publikationen online

HSG» am 20. Juni 2006 wurden die beiden

präsentieren können, während diejenigen

neuen «Rennpferde im HSG-Forschungs-

wissenschaftlichen Zeitschriften geförder t

stall», «Work, Ageing and Welfare» sowie

werden sollen, die den elektronischen Zu-

«Wealth and Risk» vorgestellt.

gang frei gewähren.

Gleichzeitig unterzeichnete Rektor Ernst

Die HSG hat bereits viel dazu beigetra-

Mohr die «Berlin Deklaration», die einen

gen. Vor über einem Jahr wurde die For-

einfachen und kostenfreien Zugang zu

schungsplattform Alexandria aufgeschaltet,

Forschungsbeiträgen über digitale Medien

die seither sukzessive mit Inhalten gefüllt wird

schaffen will. Wissenschaftlerinnen und Wis-

(www.alexandria.unisg.ch).

alma 4 /2006

Gratulationen Prof. Dr. Peter Gomez, alt Rektor, wurde vom Verwaltungsrat der Schweizer Börse SWX zum neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Neben diesem Engagement wird er seine Arbeitskraft weiterhin für die Executive School of Management, Technology and Law einsetzen.

Prof. Dr. Peter Gomez

Prof. Dr. Beat Bernet wurde als Lead Financial Sector Expert für die weltweite Evaluation der «Financial Sector Reform and Strengthening Initiative» von IMF/Weltbank gewählt. Zudem wurde er von der Schweizerischen Nationalbank zum Berater für Informatik- und Technologiestrategie gewählt. Prof. Dieter Euler wurde von der deutschen Bundesbildungsministerin in den Innovationskreis für Berufliche Bildung berufen. In memoriam Im März verstarb Professor Walter R. Schuep. Mit der Gründung des HSG-Instituts für Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht im Jahre 1963 beweis Schluep europäische Weitsicht. An der HSG hinterliess er auch tiefe Spuren als Begründer der St.Galler Schule des Wirtschaftsrechts.


Äquivalenz von Lizentiat und Master Die Einführung des Bologna-Systems mit Bachelor- und Masterabschlüssen sorgt immer wieder für Unklarheiten. Die Äquivalenz von Lizentiat und Master kann man sich schriftlich bestätigen lassen. Von Hans-Ulrich Bösch Die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK) hat an ihrer Sitzung vom 1. Dezember 2005 beschlossen, die Gleichwertigkeit der bisherigen akademischen Erstabschlüsse (Lizentiate und Diplome) mit den Master-Abschlüssen im Bologna-System offiziell festzuhalten und den Absolventinnen und Absolventen der «alten» Studiengänge die Führung des «neuen» Titels zu erlauben. Hintergrund dieser Regelung ist es, zu verhindern, dass die «alten» Abschlüsse durch die BolognaReform diskriminiert werden, beispielsweise dürfen für die Zulassung zum Doktorat oder zu Weiterbildungskursen keine zusätzlichen Anforderungen nur an Lizentiaten gestellt werden. Für die Absolventinnen und Absolventen mit einem Lizentiat der Universität St.Gallen bedeutet diese Regelung konkret: 1) Das Lizentiat ist einem Master of Arts ohne fachliche Konkretisierung äquivalent, d.h. an der Universität St.Gallen einem «Master of Arts HSG» bzw. abgekürzt «M.A. HSG». Da

die neuen Studiengänge inhaltlich und strukturell von den LizentiatsStudiengängen verschieden sind, darf keine fachliche Präzisierung (wie z.B. «Master of Arts in Betriebswirtschaftslehre» o.ä.) verwendet werden. Auch dürfen keine anderen Titel, wie «MBA HSG» o.ä., geführt werden. 2) Der Titel «M.A. HSG» darf alternativ zum Lizentiats-Titel getragen werden. Das Führen des alten und des neuen Titels auf demselben Schriftstück ist ausgeschlossen, da dies einen Doppelabschluss vortäuschen würde. 3) Auf Gesuch wird die Äquivalenz von Lizentiat und Master-Titel schriftlich bestätigt. Die Äquivalenzbestätigung wird auf deutsch und englisch ausgestellt und kostet 10 Franken (inkl. Versand). Für eine rasche Verarbeitung Ih-rer Anfrage benötigen wir folgende Angaben: Personalien (Name, ggf. Mädchenname, Vorname), Adresse, MatrikelNr. oder Geburtsdatum, Abschlusstermin und Vertiefung; bei Abschlüssen vor Ordnung 93 ist zudem eine Kopie der Lizentiatsurkunde beizulegen.

Diplomurkunde Eine Diplomurkunde, die den «Master of Arts HSG» verleiht, kann nicht ausgestellt werden. Der Originalabschluss ist und bleibt das Lizentiat, lediglich die beschriebene Äquivalenz zum Master kann schriftlich bestätigt werden. Für Lizentiatsdiplome können auf Gesuch hin Duplikate in deutsch, englisch, französisch und italienisch ausgestellt werden. Diese sind mit «Duplikat» gekennzeichnet und kosten je 20 Franken (inkl. Versand). Bei Abschlüssen vor Ordnung 93 (Detail-Lic., Diplom) gelten andere Gebühren. Benötigte Angaben und Vorgehen sind analog der Äquivalenzbestätigung. Für Duplikate und Übersetzungen von Diplomen von Weiterbildungsstudiengängen wenden Sie sich bitte an die durchführende Institution (Institut, Executive School); das Studierenden-Sekretariat kann Ihnen hier leider nicht weiterhelfen. Kontakt Senden Sie die Gebühr zusammen mit den Angaben an folgende Adresse: Universität St.Gallen, Studierenden-Sekretariat, Nadine Ackermann, Dufourstr. 50, CH-9000 St.Gallen. Bei Fragen wenden Sie sich per E-Mail an: nadine.ackermann@unisg.ch.

Mentoring-Programm startet in die 5. Runde: Alumnae und Alumni gesucht Das Mentoring-Programm, das von HSG Alumni und der Universität St.Gallen durchgeführt wird, startet im Oktober 2006 bereits zum fünften Mal. Grundgedanke des MentoringProgramms ist, die Studierenden auf der Bachelor-Stufe (3. bis 6. Semester) und auf der Master-Stufe (ab dem 7. Semester) durch eine Mentorin oder einen Mentor über zwei Jahre individuell zu begleiten. Ziel dabei ist es, die Studien- und Persönlich-

keitsentwicklung der Studierenden zu fördern und ihnen Einblicke in die Anforderungen des Berufslebens zu ermöglichen. Für die neue Runde des MentoringProgramms gibt es bis zum 15. Oktober 2006 die Gelegenheit, sich als Mentorin bzw. Mentor anzumelden.

Das Wichtigste in Kürze Online-Anmeldung als Mentor(in) über www.mentoring.unisg.ch/

– –

Anmeldung (möglich bis 15.10.) Zuteilung der Mentees erfolgt im Dezember 2006 Auftaktveranstaltung am 24. Januar 2007, 18.00–20.00 Uhr, Audimax Universität St.Gallen Weitere Informationen unter: Universität St.Gallen, Mentoring-Programm, Dufourstr. 50, CH-9000 St.Gallen, Tel. +41 71 224 75 30, Fax +41 71 224 30 89, mentoring@ unisg.ch, www.mentoring.unisg.ch

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Das Alumni-Magazin der Universität

Beiträge:

Adressänderungen:

St.Gallen (bis 1997: «St.Galler Hochschul-

Philipp Kotsopoulos · Frank Halter · Urs

HSG Alumni

nachrichten»)

Fueglistaller · Timon Beyes · Sophie Ober ·

Dufourstrasse 50

Max Bruggmann · Wilfried Rutz · Carla

CH-9000 St.Gallen

ISSN 1422-5980

Wassmer · Wolfram Martel · Romeo Frega ·

Telefon +41 71 224 30 10

7. Jahrgang, Nr. 4 /2006

Jenny Weinkopf · Sven Roth · Claudia

Telefax +41 71 224 30 11

Auflage: 19’000 Exemplare

Stetter · Roger Tinner · Bettina Niederer ·

alumni@unisg.ch

Erscheinungsweise: alle 3 Monate

Anina Fleischmann · Hans-Ulrich Bösch

Herausgeber:

Gestaltung:

HSG Alumni

freicom AG, St.Gallen

Verlagsleitung:

Druck:

Philipp Kotsopoulos

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Chefredaktion:

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Mitglied der Zürcher Fachhochschule

Start: 27. Oktober 2006 Anmeldeschluss: 13. Oktober 2006


HSG goes International An der HSG haben zwei neue, englischsprachige Master-Programme ihren Platz gefunden: Der SIM und der MiQEF befinden sich im zweiten Jahr und stossen auf grosses Interesse bei den Studierenden. Durch die Bologna-Reform wurde das angelsächsische Studiensystem auch an der HSG eingeführt. Die neue Struktur erlaubt es den Studierenden, «Credits» für Studienleistungen zwischen zwei Universitäten leichter zu transferieren und eröffnet komplett neue Studienwege. So kann ein Student mit Bachelor-Abschluss in Physik danach einen Masterstudiengang in Wirtschaftswissenschaften an einer anderen Universität anschliessen und hat dabei nur einige wenige Voraussetzungen zu erfüllen. Neben dieser erhöhten Flexibilität für Studierende

hat die Reform auch dazu geführt, dass der Druck, sich international aufzustellen, für Universitäten immer stärker wird. Neue HSG-Master-Programme In den letzten zwei Jahren haben sich zwei neue, spezialisierte Masterprogramme an der Universität St.Gallen etabliert. Das besondere an diesen beiden Lehrgängen ist, dass sie komplett in Englisch unterrichtet werden. Die beiden Programme sind der Master of Strategy and International Management (SIM) sowie der Master of

Erfolgreichster Investor 2006 gekürt

Quantitative Economics (MiQEF). Während beide mit einer vergleichsweise kleinen Gruppe von Studierenden begannen, stieg die Popularität mit internen und externen Bewerbern rasch an, sodass der SIM im zweiten Jahr mehr als doppelt so viele Studenten zählt als noch im ersten Jahr. Das wichtigste für beide Programme ist nun, dass die Wahrnehmung ausserhalb des deutschsprachigen Raums weiter ansteigt, sodass mehr Studierende aus Asien, Nord- und Osteuropa, sowie den angelsächsischen Regionen geworben werden können.

India Symposium

Klaus Hommels hatte zur richtigen Zeit den richtigen Riecher. Europas erfolgreichster unternehmerischer Privatinvestor 2006 hat unter anderem in OpenBC und Skype investiert und mit diesen Unternehmen den Durchbruch in ihrer Branche erreicht. Der Preis für den «erfolgreichsten unternehmerischen Privatinvestor 2006» wurde am 29. Juni von den drei führenden Europäischen Forschungsund Bildungsinstitutionen IESE, INSEAD und der Universität St.Gallen sowie der Dresdner Bank Schweiz, der LGT Capital Partners AG, Wegelin & Co Privatbankiers und der BrainsToVentures AG (b-to-v) an Dr. Klaus Hommels verliehen. Hommels hat sich als «Business Angel» an jungen, wachsenden Firmen wie openBC, King.com oder Skype finanziell beteiligt. Förderer von Wachstumsunternehmen Die Preisverleihung an der Universität St.Gallen lieferte den Auftakt für die «b-to-v Investorengespräche»,

an denen jeweils zwischen vier und acht aktuelle Beteiligungsmöglichkeiten unter Privatinvestoren besprochen werden. Die BrainsToVentures AG wurde im Jahr 2000 von Studierenden der HSG und der ETH gegründet, um eine Plattform für «Business Angels» und Unternehmensgründer zu schaffen. Das Unternehmen unterstützt Privatinvestoren, die Kapital, Netzwerk und Expertise in schnell wachsende Unternehmen investieren möchten. Durch die gezielte Vernetzung des Wissens der Investoren geht das Unternehmen dabei einen neuen Weg in der Beteiligungsindustrie. Laut Florian Schweitzer, Mitgründer der BrainsToVentures AG, wollen sie in den von ihnen finanzierten Unternehmen Werte schaffen und erstklassige Renditen für die Kunden erwirtschaften.

Das Asia Research Centre der Universität St.Gallen veranstaltete nach dem grossen Erfolg im letzten Jahr am 25. August sein zweites India Symposium. Dieses Jahr richtete das India Symposium seinen Fokus auf die Rahmenbedingungen für ausländische Direktinvestitionen in Indien. Ziel des India Symposiums war es, die TopAkteure aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu einem aktiven Wissens- und Erfahrungsaustausch zu motivieren und dabei Investitionsmöglichkeiten und -bedingungen für Unternehmen in Indien aufzuzeigen.

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studentische initiativen

Oikos zeigt auf, wie nachhaltiges Wirtschaften funktioniert Ökologisches und soziales Verständnis ins Bewusstsein bringen und neue Ansätze für nachhaltiges Wirtschaften suchen. Diesen Ansatz verfolgt Oikos seit bald 20 Jahren. Heute ist aus der studentischen Initiative eine international vernetzte Organisation geworden.

Der derzeitige Präsident Heiko Spitzeck wünscht sich, dass Studierende vermehrt nachhaltig denken.

Von Bettina Niederer Als das Magazin «alma» vor rund sechs Jahren die damals junge studentische Initiative Oikos porträtierte, wünschten sich die Oikos-Vertreter, noch internationaler zu werden. In der Zwischenzeit wurde dieses Ziel erreicht. Oikos wurde 1987 an der Universität St.Gallen gegründet. Seither versteht sich die Organisation als studentischer Initiator zur Förderung des Nachhaltigkeitsbewusstseins an der Universität St.Gallen sowie an internationalen Business-Schools. Laut Heiko Spitzeck, derzeitiger Präsident,

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sei es wichtig, das Thema Nachhaltigkeit in den Denkstrukturen der Studierenden zu verankern und ihre Sicht der Wirtschaft um die andere Seite der Medaille zu ergänzen. Kein Student solle die Universität verlassen, ohne die Bedeutung von Ökologie und Ethik in der Ökonomie im Bewusstsein zu haben. «Die Studierenden von heute sind die Manager von morgen, und wenn sie diese sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekte in ihren zukünftigen Entscheidungen integrieren, ist die Chance gross, einer nachhaltigen Entwicklung näher zu kommen», meint Spitzeck.

Innovative Geschäftsmodelle gefragt Die hohe Kunst bestehe darin, den Studierenden aufzuzeigen, dass sich auch Geld verdienen lässt, ohne dabei die Umwelt ausser Acht zu lassen. «Es gibt Ansätze, die eine win-winSituation sowohl für die Wirtschaft wie auch die Umwelt schaffen. Das bedeutet, dass bei diesen Geschäftsmodellen alle Parteien gewinnen. Ich wünsche mir, dass unsere Studierenden vermehrt innovative Ideen haben, wie man wettbewerbsfähig produziert und gleichzeitig einen Nutzen für die Umwelt erzielt», erklärt Spitzeck. Ein Beispiel sei der Energiebereich: Solar-


energie ist umweltfreundlich und gleichzeitig sehr günstig. Der Gewinn, den man damit erreichen kann, ist deshalb höher als bei herkömmlicher Energiegewinnung. Professoren des Instituts für Wirtschaft und Ökologie an der HSG bieten Oikos eine Plattform, um ökologische Ansätze zu thematisieren. Die Professoren unterstützen Oikos, indem sie deren Anliegen in ihren Vorlesungen besprechen und für Veranstaltungen Kontakte zu Unternehmerpersönlichkeiten vermitteln. Umgekehrt empfiehlt Oikos den Dozenten Gastreferenten, die aus der Praxis erzählen. Spitzeck meint: «Durch diese Partnerschaft können wir Mitstudenten von unserer Grundeinstellung begeistern und unsere Botschaft vermitteln. Oikos International Heiko Spitzeck weist stolz auf die internationale Erweiterung hin. Ende der 90er Jahre gelang mit der ersten internationalen Oikos-Konferenz die weltweite Verbreitung der Idee an Universitäten. «Es wurden Studierende aus aller Welt eingeladen. Diese zeigten für unsere Philosophie grosse Begeisterung und engagierten sich für eine Oikos-Organisation an ihrer Heimatuniversität.» Auch heute noch wachse Oikos International auf diese Art und Weise. So existieren heute sechzehn Oikos-Organisationen in vierzehn Ländern, verteilt auf drei Kontinente

(Belgien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Indien, Libanon, Litauen, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Slowakei, Tschechische Republik und USA). Model WTO Ein weiteres Projekt von Oikos ist das Simulationsspiel «Model WTO». «Bei diesem Modell simulieren 60 Studierende aus Wirtschafts-, Rechts- und Politikuniversitäten aus aller Welt eine WTO-Ministerkonferenz», erzählt Spitzeck. Das Programm findet während fünf intensiven Tagen in St.Gallen und Genf statt. Er erläutert weiter: «Wir wollen ausgewählten Studierenden aus aller Welt ermöglichen, ein tiefes Verständnis von Aussenhandel und den Problemen des weltweiten Handels zu entwickeln. Das Wissen über Nachhaltigkeit im Welthandel und die Möglichkeit, einen Konsens über neue Regelungen zu finden, soll den zukünftigen Entscheidungsträgern vertraut werden.» Auch Geselligkeit darf nicht zu kurz kommen Oikos setzt sich aber auch für das eigene Vereinsleben ein. Regelmässig treffen sich alle «Oikies» zu «Oikos & Pasta». «Wir führen bei einer gemütlichen Diskussionsrunde Debatten und gelegentlich werden auch Vorträge gehalten», erklärt Spitzeck. Bei «Oikos Frontal», ein sporadisch und öffentlich stattfindender Event, werden Persön-

lichkeiten aus dem Nachhaltigkeitsumfeld eingeladen, um aus ihrem jeweiligen Fachbereich zu referieren und zu diskutieren. Einmal jährlich findet die OikosKonferenz statt. Dieses interdisziplinäre Forum bezweckt den Ideenaustausch und die Netzwerkbildung zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Dabei werden gesellschaftliche Akteure in die Diskussion miteinbezogen. Die Oikos-Konferenz steht seit jeher allen Interessengruppen aus Wirtschaft, Wissenschaft und staatlichen wie nichtstaatlichen Organisationen offen. Dank diesen Konferenzen gab Oikos Ende der 80-er Jahre entscheidende Anstösse für die Gründung der Schweizerischen Vereinigung für ökologisch bewusste Unternehmensführung ÖBU sowie der Oikos-Stiftung. Diese wirkte 1993 entscheidend bei der Institutionalisierung von Nachhaltigkeit an der Universität St.Gallen mit. Infolge dieser Entwicklung wurde das Institut für Wirtschaft und Ökologie gegründet.

Weitere Informationen unter: www.oikos-stgallen.org www.oikos-konferenz.org www.oikosinternational.org Tel. +41 71 224 26 98

Heiko Spitzeck führt seit zwei Jahren das

öffentlichen Konferenzen im vergangenen Jahr

zu absolvieren, sehr gross.Aus diesem Grund

Präsidium der Oikos St.Gallen. Dieses Jahr

waren Akademiker und Wirtschaftleute wie Kon-

herrscht ein stetiger Wechsel der Mitglieder

beendet er sein Studium. Nachfolgerin wird

rad Hummler von der Bank Wegelin, Norber t

der Organisation - die durchschnittliche Mit-

Claudia Gamboni.

Walter, Chefökonom der Deutschen Bank, und

gliedschaftsdauer beträgt anderthalb Jahre.

Antoinette Hunziker-Ebneter, ehem. Mitglied der Spitzeck blickt stolz auf seine Amtsperiode

Konzernleitung der Julius Bär Holding AG, dabei.

zurück: «Oikos hat national wie auch inter-

Für die Zukunft wünscht sich Heiko Spitzeck, dass sich der Grundsatz des nachhaltigen

national viel erreichen können. Es wurden

Oikos St.Gallen hat aber auch stets mit Knacknüs-

Wirtschaftens durchsetzt und die Studieren-

viele Projekte durchgeführt, bei denen wich-

sen zu kämpfen. Studierende der Universität

den der HSG lernen, ökologische Aspekte

tige Persönlichkeiten anwesend waren». So

St.Gallen haben im ersten Semester oft wenig

bei ihren Entscheiden miteinzubeziehen. Er

nahm beispielsweise der Leiter der WTO,

Zeit, in einer Organisation mitzuwirken. In höhe-

hofft auch, dass Oikos International noch

Pascal Lamy, an dem Model WTO teil. Bei

ren Semestern ist die Verlockung, ein Auslandjahr

stark wachsen wird.

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start up

Der Alltag ist häufig spannend genug 1982 ermordeten Mitglieder der Miliz «Forces Libanaises» 3000 palästinensische Zivilpersonen – zumeist Frauen, Kinder und Alte. «Massaker» ist ein Dokumentarfilm über sechs der Täter. «Massaker» ist auch einer der Filme aus dem Programm des vor einem Jahr gegründeten Filmverleihs «docufactory» von Sara Leu. Von Bettina Niederer Schon während des Studiums in St.Gallen, das Sara Leu 1996 abschloss, war sie kulturell sehr engagiert. Sie war als Schauspielerin in Studentenproduktionen aktiv und absolvierte 1995, während eines Zwischenjahres in New York, eine Ausbildung in «Acting and Directing for Film and TV» am Lee Strasberg Theatre Institute. Nach dem Studium machte Sara Leu eine Regie-Hospitanz am Stadttheater St.Gallen. Danach verschlug es sie für einige Zeit in den PR-Bereich. Es folgte die Anstellung als News-Redaktorin bei TV3 und Weiterbildungen in den Bereichen Film und Journalismus. Sara Leu arbeitete als Journalistin für verschiedene Printmedien, seit 2001 zudem als freie Regisseurin für Unternehmensfilme und Informationsvideos (Condor Films, Ringier TV). Nach der Tätigkeit als Verleihchefin bei Fama Film gründete Sara Leu 2005 den «docufactory filmverleih». Den Sprung ins kalte Wasser gewagt Als Verleihchefin bei Fama Film erhielt Sara Leu die Gelegenheit, vertieft in den Bereich der Spielfilmproduktion und -auswertung hineinzublicken. Dabei bemerkte sie, dass sie – auch wegen ihres journalistischen Hintergrunds – eher ein «Dokumentarfilm-Mensch» ist. Sie wagte den Sprung ins kalte Wasser und baute einen eigenen Filmverleih auf. «Erleichtert wurde mir der Start durch das Zusammenkommen mehrerer glücklicher Umstände. Ich konnte den Dokumentarfilm ‹Heroes Never Die› von Fama Film mitnehmen, ich traf zufällig bei einer Wohnungsbesichtigung einen jungen Nachwuchsregisseur, der einen Verleih suchte und ein Freund wies mich auf den Film ‹The Corporation› hin», erzählt sie. «The

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Sara Leu hat 1996 mit dem lic.oec.HSG in BWL (Vertiefung Ökonomie und Ökologie) abgeschlossen und 2005 mit der Gründung eines Filmverleihs den Sprung in die Selbständigkeit geschafft.

Corporation» hatte bis dahin noch keinen Verleih in Deutschland und der Schweiz gefunden und so konnte sie ihn zu sehr guten Konditionen übernehmen. Mit diesem «Package» an Filmen klopfte Sara Leu bei This Brunner, dem Manager der Zürcher Arthouse-Kinos, an. «Er gab mir und meinen Filmen eine Chance, worüber ich sehr froh bin», sagt Sara Leu heute zufrieden. Liebe für Dokumentarfilme Mit ihrer jungen Firma docufactory will Sara Leu Dokumentarfilme in die Kinos bringen. Um möglichst unabhängig zu sein, finanziert sie ihren Lebensunterhalt zu grossen Teilen aus ihrer Tätigkeit als freie Regisseurin für «Ringier TV Business Productions». So können die Erträge aus der Kinoaus-

wertung in neue Filme und den Lohn für ihre zwei Teilzeitmitarbeiter investiert werden. Zudem kooperiert Sara Leu mit dem «Neuen Visionen Filmverleih» in Berlin und «Realfiction Filme» in Köln. Auch ist docufactory Mitglied beim Schweizer Studiofilmverband SSV und bei «Zürich für den Film» und legt viel Wert darauf, Nachwuchsregisseuren eine Plattform zu bieten. Leu erklärt weiter, dass sie mit docufactory ein klares Bekenntnis zur Qualität von Filmen ablegen will. Das heisst: Docufactory basiert auf der Idee, gesellschaftliche Themen vertieft anzuschauen, zu diskutieren und dann auf unterhaltsame Weise in die Kinos zu bringen. Dabei wird der Themenstellung mehr Priorität eingeräumt als der Frage, wieviel Geld der


Film potenziell einspielen wird. «Ich habe beispielsweise auch schon Filme abgelehnt, hinter deren Inhalt ich nicht stehen konnte, obwohl sich diese im Kino dann als kommerziell erfolgreich erwiesen haben.» Gleichzeitig soll die Firma keinen Verlust machen und es ist Sara Leu ein Anliegen, Schritt für Schritt so unabhängig wie möglich zu werden. Das heisst, es kann und darf nicht sein, dass docufactory langfristig nur dank staatlichen Fördermitteln überleben kann. Kindheitstraum verwirklicht Die Faszination für Dokumentarfilme entwickelte Sara Leu schon früh: «Ich bin ein neugieriger Mensch. Ich will über das Zeitgeschehen und die Menschen, die damit verbunden sind, mehr erfahren als nur oberflächliche Kurzinformationen. Auch finde ich es wichtig, verschiedene Sichtweisen zu einem Thema zu erhalten.» Kurz: Sara Leu hat durch ihre Tätigkeit die Möglichkeit, immer wieder Neues zu entdecken. Gerade auch die Organisation und Moderation von Diskussionsveranstaltungen zu ihren Filmen macht Sara Leu grossen Spass. Es ist zudem auch ein Schritt in Richtung Verwirklichung einer Vision, die sie als Kind hatte: «Ich verfolgte in den 70er Jahren in der Tagesschau die Friedensverhandlungen in Camp David zwischen Israel und Ägypten – abends vor dem Einschlafen stellte ich mir dann vor, dass ich eines Tages mal ein ganz grosses Megaphon bauen würde, das so laut ist, dass man es auf der ganzen Welt hört. So würde ich dann verkünden, dass Frieden auf der Welt herrschen solle. Ein sehr naives Bild natürlich, aber im Kern glaube ich schon daran, dass Aufklärung und Meinungsbildung, wie sie anhand des Mediums des bewegten Bildes möglich ist, zu einer bes-

Weitere Informationen zum Filmverleih docufactory und Premièrenveranstaltungen sind auf www.docufactory.ch zu finden.

seren Verständigung unter den Menschen beitragen könnte, würde es intensiver und flächendeckender genutzt.» Filme zu Events machen Bei docufactory-Filmen handelt es sich um Filme der Bereiche Lebensentwürfe, Gesellschaftskritik, Kunst und Geschichte. Ein Film beispielsweise porträtiert das Leben von fünf Frauen in der Stadt Zürich, ein anderer beobachtet das Verschwinden von körperlicher Schwerstarbeit in Westeuropa. Zu sehen ist auch die Geschichte des letzten Überlebenden des Spanischen Bürgerkrieges oder die Tätersicht des Massakers von 1982 in Palästina. Alle diese Filme haben eine Gemeinsamkeit: Sie setzen sich mit Inhalten auseinander, die nahe am Zeitgeschehen sind und die Menschen bewegen. Zudem greifen docufactory-Filme aktuelle gesellschaftliche, politische oder philosophische Themen auf. Dabei wird auch auf den Unterhaltungsaspekt Wert gelegt, damit dem Publikum unvergessliche Kinostunden beschert werden. In Zukunft gilt es nach Ansicht von Leu Strategien zu entwickeln, um auf dem Konkurrenzmarkt gegen DVD und Pay-TV überleben zu können: «Meiner Meinung nach kann das Kino nur dadurch bestehen, dass es zunehmend zum Veranstaltungsort wird, der mehr bietet als ein Fernseher zu Hause. Ich versuche jetzt schon, so viele Diskussionsveranstaltungen wie möglich zu meinen Filmen zu organisieren und experimentiere mit neuen Formen wie der Verbindung von Kurzfilmen und Musik oder Lesungen.» Docufactory soll zukünftig also nicht nur ein Filmverleih sein, der als Vermittler zwischen Hersteller und Auswerter die Koordination und Pressearbeit übernimmt, sondern noch stärker zur Eventagentur werden, die Emotionen, Unterhaltung und Diskussionen in einem bietet. Bereits mit dem nächsten Film, «Workingman’s Death» (Start Ende September), geht Sara Leu einen weiteren Schritt auf diesem Weg.

Der Film «Workingman’s Death», den Sara Leu in die Schweizer Kinos gebracht hat, feiert derzeit Première.

Die von Sara Leu vertriebenen Filme greifen stets aktuelle Themen auf: Der Film «Massaker» schildert die Tätersicht des Massakers von 1982 in Palästina.

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emba alumni

Der NZZ Preis geht an Märki, Plozza und Vennemann Die Diplomarbeit «IT Storage Markt Schweiz: Strategische Positionierungsempfehlungen an Dienstleistungs-KMU» von Patric Märki, Moreno Plozza und Daniele Vennemann, EMBA 26, wurde mit dem NZZ Preis als die beste Abschlussarbeit ausgezeichnet.

Patric Märki, Moreno Plozza und Daniele Vennemann (von links) haben für ihre Diplomarbeit den NZZ Preis gewonnen.

Von Patric Märki, Moreno Plozza und Daniele Vennemann Informationstechnologie ist ein zentraler Bestandteil der meisten Unternehmen, um die gesamten Geschäftsprozesse zu automatisieren, zu beschleunigen und zu optimieren. Das dabei entstehende Datenvolumen nimmt laufend zu, ist zum Grossteil von geschäftskritischer Bedeutung und muss entsprechend abgelegt und gespeichert werden. Im Rahmen einer Diplomarbeit wurde der IT Storage Markt untersucht. Dabei wurden die bedeutenden Anbieter und die am stärksten wachsenden Teilmärkte sowie die Bedürfnisse und Anforderungen von Unternehmen in der Schweiz identifiziert und analysiert. Aus Erfahrung geschöpft Bei den Untersuchungen wurden drei Thesen berücksichtigt, die sich auf Berufserfahrungen, Vermutungen und auf verschiedene Gespräche mit ITVerantwortlichen abstützen und zu Beginn der Untersuchungen vorlagen. Erstens werden sich die Bedürfnisse der Unternehmen in der Schweiz mittelfristig (bis 2008) ändern und unterschiedlich stark wachsende Teilmärkte ermöglichen. Zudem besteht ein Bedürfnis nach ganzheitlichen und homogenen Gesamtlösungen. Zweitens ge-

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nerieren die verschiedenen gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich der Datenspeicherung laufend neue Anforderungen an die IT Storage Systeme. Dies führt zu neuen Herausforderungen an die Unternehmen, um sämtliche geschäftsrelevanten Daten nach spezifischen Kriterien abzulegen und bei Bedarf vollständig bereitzustellen. Zum Schluss ermöglichen die sich ändernden Bedürfnisse und Vorschriften an die Unternehmen neue Positionierungsmöglichkeiten und Serviceportfolios für kleine und mittelgrosse ITDienstleistungsunternehmen. 444 Unternehmen befragt Für die konkrete Beurteilung des Schweizer Marktes – insbesondere zur Analyse der strategischen Bedeutung einzelner Hersteller, der Erfassung verschiedener lokaler Trends und lokalen quantitativen Angaben, sowie zur Überprüfung der Thesen – wurde eine Umfrage durchgeführt. Insgesamt wurden 444 Firmen in der Schweiz aus verschiedensten Branchen angeschrieben und eine Rücklaufquote von 24 Prozent erreicht. Als Ergebnis der Analysen und der Auswertung der erfassten Umfrageparameter lassen sich drei Kernkompetenzen formulieren, die einem Storage-Dienstleistungsunternehmen im Schweizer Markt Möglichkeiten eröff-

nen, sich vom Wettbewerb zu differenzieren und von neuem Marktpotenzial zu profitieren: Juristische Kompetenz: Der Aufbau juristischer Beratungskompetenz im Bereich der gesetzlichen Vorschriften bezüglich der Datenhaltung kombiniert mit Hersteller unabhängigem technischem Fachwissen eröffnet Zugang zu neuen, wachsenden Märkten. Konzeptionelle Kompetenz: Um dem steigenden Datenvolumen gerecht zu werden, befassen sich 54 Prozent der befragten Unternehmen mit der Umsetzung von selektiven Speicherkonzepten. Ein Dienstleistungsunternehmen verschafft sich mit entsprechender Konzept-Beratungskompetenz einen wesentlichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz und wird mit produktunabhängigen Services von einer noch grösseren Nachfrage profitieren. Fachkompetenz: Voraussetzungen für eine nachhaltige Wertschöpfung am IT Storage Mark ist die ausgewiesene und vom Kunden erfahrene Kompetenz. Zudem ist klar erkennbar, dass dem Endkunden in erster Linie die fachliche Kompetenz der Beratungsunternehmen wichtig ist und zusammen mit bisherigen Erfahrungen das hauptsächliche Entscheidungskriterium für die Wahl des Dienstleisters ist.


Zweite «Fiierabig»-Veranstaltung mit Referat von Rolf Dubs Der jährliche Abendevent der Alumni EMBA HSG rund um Management-Themen hat sich bewährt. Höhepunkt war das Referat von Alt-Rektor Rolf Dubs. Von Sophie Ober Bereits zum zweiten Mal hat die «Fiierabig»-Veranstaltung der Alumni EMBA HSG am 4. September 2006 im Haus zum Rüden in Zürich mit grossem Erfolg statt gefunden. Nach der ersten Veranstaltung dieser Art vor einem Jahr konnten dieses Mal wieder rund 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüsst werden. Viele Alumni kamen nicht nur wegen des Networkings, sondern wollten speziell den Vortrag von Prof. Dr. Rolf Dubs hören, der zum Thema «Gesellschaftliche Perspektiven und die Konsequenzen für das Management» referierte. Die Komplexität dieser Thematik sowie das damit verbundene Dilemma der beteiligten und betroffenen Akteure wurden anhand konkreter Beispiele aufgezeigt. Dabei ging Professor Dubs auch auf aktuelle Zielkonflikte der Schweizer Wirtschaft im Zuge der Globalisierung ein und sah die primär zu lösenden Kernprobleme im ökonomischen, demografischen, gesellschaftlichen sowie staatlichen Bereich. Dem Management sprach er in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle zu. Dieses solle mit mehr Glaubwürdigkeit, langfristiger Orientierung und sozialem Gewissen einen entsprechenden Beitrag zur Verbesserung dieser Situation leisten. «Manager sein ist Charaktersache», ist er überzeugt. Der anschliessende Apéro wurde intensiv zum Networking genutzt. Dabei konnten viele bestehende Bekanntschaften wieder aufgefrischt und neue geknüpft werden. Kurzum: Der Anlass war eine gelungene Sache! Auch nächstes Jahr wird es im Herbst wieder eine «Fiierabig»-Veranstaltung geben. Das Datum steht noch nicht fest.

Die Teilnehmenden der «Fiierabig»-Veranstaltung nutzen die Gelegenheit, sich auszutauschen.

Neues EMBA Net in Basel Die Absolventinnen und Absolventen des EMBA HSG treffen sich in an verschiedenen Orten regelmässig, um sich auszutauschen. Kürzlich wurde ein neues Netzwerk in Basel gegründet. Von Eduard Schellenberg «EMBA» heisst nun nicht mehr nur «Executive Master of Business Administration», sondern auch «Erfolgreiches Mitmachen in BAsel». Unter diesem Motto ist im Juni auch in Basel ein Alumni EMBA Net aus der Taufe gehoben worden. Die Idee für die weitere Zukunft ist – wie in anderen Regionen der Schweiz auch – in der Region Basel eine regelmässige Austauschplattform für EMBA Alumni aufzubauen: Ein Ort für Networking, Ideen- und Erfahrungsaustausch, ein Ort, um alte Bekanntschaften aufzufrischen und neue zu schliessen.

Die Ausschreibung wurde durch Eduard Schellenberg (EMBA 4) und Urs Frei (EMBA 22) initiiert und stiess auf reges Interesse. So fand das «Gründungstreffen» Anfang Juni bei schönstem Wetter im Garten des Restaurants Kunsthalle in Basel statt. Die Teilnehmer des EMBA Basel Net treffen sich in der Regel einmal pro Quartal; die nächsten Treffen finden Mitte September und im Dezember statt. Interessenten, die in der Region Basel arbeiten und/oder wohnen und über die Termine und Aktivitäten von EMBA Basel Net informiert werden möchten, sind herzlich eingeladen, sich zu melden bei Eduard Schellenberg (eduard.schellenberg@gmx.ch).

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alumni clubs

Alumni Clubs in Aachen, Sao Paolo und Peking im Aufbau Was haben Aachen, Sao Paulo und Peking gemeinsam? Überall dort wird es bald neue HSG Alumni Clubs geben. Engagierte Ehemalige aus aller Welt berichten von ihrer Club-Gründung und erzählen, wie sie sich in der Ferne zum regelmässigen Austausch treffen. Alumni Club Euregio Maas-Rhein Das erste Treffen des neu gegründeten Alumni-Clubs Euregio MaasRhein fand am 6. Juli in Aachen statt. Grosse Unterstützung wurde uns dabei durch Horst Herbstleb und Andrea Iltgen vom Köln-Bonner Club zuteil, die netterweise die verbindende «Patenschaft» übernommen haben. «MaasRhein» überschreitet Grenzen und

reicht von Aachen ausgehend in den deutschsprachigen Ostkanton Belgiens sowie den südlichen Teil der Niederlande hinein. Im Einzugsgebiet sind derzeit etwa 60 Alumnae und Alumni registriert. Mit Aachen als Ausgangspunkt des Executive MBA für Technologiemanager ergibt sich zudem ein Brückenschlag zu Technologiethemen, die bereits mit Interesse aufgenommen wur-

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den. Die bereits vereinbarten «Fachgespräche» bei Unternehmen und Organisationen geben neben den Stammtischen die Gelegenheit, über Praxisthemen zu diskutieren. Gäste sind herzlich willkommen! Unser nächstes Treffen findet am Donnerstag, 14. September um 19.30 Uhr in der KäseLust (www.kaeselust-aachen.de) statt. Herbert J. Joka gibt unter herbertj.joka@alumni.unisg.ch gerne nähere Auskünfte. Alumni Club Sao Paolo, Brasilien In Sao Paulo, Brasilien, haben sich einige Ex-HSGler zusammengefunden, welche noch in diesem Jahr erste Schritte für die Gründung des HSG Alumni Clubs Brasilien angehen möchten. Wir rufen deshalb alle Ex-HSGler und Interessierten auf, sich bei den Initianten zu melden. Mit dabei sind bisher Dr. Michael Stocker, Besitzer der Stocker Group in Chile und Brasilien, Tobias Bremer von J.P. Morgan Brasilien und Dr. Patricio Stocker, DaimlerChrysler do Brasil. Alle Ehemaligen, die sich in Brasilien aufhalten und gerne mit uns in Kontakt treten möchten, melden sich bei Michael Stocker unter hsg@stockergroup.com, um über die nächsten Veranstaltungen informiert zu werden. Alumni Club Peking, China

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aus dem alumni-büro

Neu gewählter HSG Alumni Vorstand: Grosse Pläne für die kommenden 3 Jahre Der 15-köpfige, an der Generalversammlung vom 9. Juni neu gewählte Vorstand hat sich im August zu einem Strategie-Workshop getroffen, um die Aktivitäten für die kommende, dreijährige Amtsperiode zu planen. Von Philipp Kotsopoulos Der Vorstand von HSG Alumni macht sich jährlich zur Aufgabe, das «Friendraising», «Brainraising» und «Fundraising» noch zu verbessern. Er hat sich das ambitiöse Ziel gesetzt, dass jede und jeder Ehemalige in der Lage sein sollte, mindestens einmal im Jahr an einem Alumni-Anlass teilnehmen zu können. Zusätzlich zu den bestehenden und bewährten Formaten wie dem HSG Alumni Forum und der internationalen HSG AlumniKonferenz, die ebenso erfolgreich weitergeführt werden sollen, befinden sich neue Formate in der Entwicklung, wie z.B. Jahrgangstreffen, Abendanlässe und Get-TogetherEvents in Zürich und anderen Städten. Wir haben als erste neue Initiative das «Young Chapter» ins Leben gerufen, das jüngere Alumni zusammenbringen wird. Ein weiterer Schwerpunkt im Friendraising ist das Netzwerk der Alumni Clubs im In- und Ausland. Der strukturierte Support der Clubs soll besonders online entscheidend weiterentwickelt und das Netzwerk der Alumni Clubs systematisch ausgebaut und gestärkt werden, so dass die Clubs noch besser zur Vernetzung der Alumni und zur internationalen Stärkung des Renommees der HSG beitragen können. Brainraising: Gezieltes Community-Building Im Brainraising liegt ein Schwerpunkt auf der gezielten Förderung des Community-Buildings in Themenbereichen, die sowohl für Alumni als auch die HSG von Interesse sind. Anhaltspunkte hierzu geben die kürzlich verabschiedeten HSG-Forschungsschwerpunkte «Wealth and Risk» sowie «Work, Ageing and Wel-

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fare», aber auch zahlreiche weitere Themen, die an den HSG-Instituten und Kompetenzzentren bearbeitet werden (siehe dazu auch den Artikel auf Seite 26). An der Schnittstelle zwischen Studierenden und Alumni sollen neben dem Mentoring-Programm (siehe dazu auch Artikel auf Seite 27), bei dem die Universität und HSG Alumni seit einigen Jahren erfolgreich kooperieren, vermehrt Projekte gestartet werden, die den HSGlerinnen und HSGlern schon während des Studiums das Bewusstsein für eine lebenslange Bindung an die HSG vermitteln. Eine weitere Schnittstelle, die in den kommenden Jahren intensiv bearbeitet werden soll, ist diejenige zwischen Alumni und Unternehmen. Hier befindet man sich bereits in der Entwicklung von strukturierten Angeboten im Bereich Career Services, die den Alumni sowohl persönlich als auch in ihrer Funktion als Repräsentanten von Unternehmen nutzen sollen.

Dienstleistungsangebot stetig ausgebaut wurde, ist die Organisation jedoch an ihre Grenzen gestossen, sodass viele Ideen mangels Kapazitäten nicht umgesetzt werden konnten. Zur Realisierung der Pläne für die kommenden Jahre soll auch die Erhöhung der Mitgliederbeiträge dienen, die an der letzten GV beschlossen wurde. Ab 2007 sind diese festgesetzt auf 100 Franken (Jahresmitgliedschaft) bzw. 2000 Franken (lebenslange Mitgliedschaft); neu eingeführt wurde ausserdem eine dreijährige Junior-Mitgliedschaft für BachelorAbsolventen für 50 Franken im Jahr. Absolventen sind im ersten Jahr der Mitgliedschaft nach wie vor GratisMitglied. Nach einer Phase des Aufbaus und der Professionalisierung seit Ende der 90er Jahre lautet das Motto nun: «Bring HSG Alumni to the next level».

Der HSG Alumni-Vorstand

Fundraising: Strategische Kooperation mit HSG Im Fundraising soll die strategische Kooperation mit der HSG intensiviert werden, um die immer wichtiger werdende Erschliessung von privaten Finanzierungsquellen für Projekte, die für die strategische Entwicklung der Universität von Bedeutung sind, durch gezielte Kampagnen zu ermöglichen. Bei HSG Alumni ist man stolz darauf, dass sich der Verein nicht nur zu 100 Prozent selbst finanziert, sondern dass darüber hinaus die Universität jedes Jahr mit stattlichen Beträgen unterstützt werden kann – eine Struktur, die sich im europäischen Umfeld kaum ein zweites Mal findet. In den letzten zwei Jahren, in denen das

2006–2009 · Urs Landolf, Präsident und Verantwortlicher Fundraising · Martin Huser, Vizepräsident Brainraising · Bjørn Johansson, Vizepräsident Friendraising · Bruno Bauer, Recht · Linus Fuchs · Bettina Hein · Alexander Herzog, Finanzen · Andreas Kirchschläger · Christian König, Kommunikation · Kathrin Kuster · Bernhard Moerker · Alexander C. Notter · Oliver Pabst · Werner Schiesser · Udo Schiller


bücherseite

Neuerscheinungen Ehemaliger

Alain Thierstein, Christian Kruse, Lars Glanzmann, Simone Gabi, Nathalie Grillon: «Raumentwicklung im Verborgenen: Die Entwicklung der Metropolregion Nordschweiz» Dieses Buch liefert einen analytisch fundierten Beitrag zur Wahrnehmung der «verborgenen» Entwicklung von Metropolregionen. Dabei befassen sich die Autoren mit den neuartigen Anforderungen der Wissensökonomie an Standorte von Unternehmen. Vor allem werden die Nähe zu Wissensproduzenten, zu wettbewerbsstarken Firmen und eine hohe Lebensqualität gesucht. Der ehemalige Professor für Raumentwicklung an der Universität St.Gallen, Alain Thierstein, zeigt auf, dass internationale Dienstleistungsunternehmen optimale marktorientierte Standorte und Netzwerke wählen. Das Buch ist im Kontext des Schweizer Beitrags für das Projekt Interreg III B «Polynet – Sustainable Management of European Polycentric Mega-City Regions» entstanden. Verlag Neue Zürcher Zeitung, 144 Seiten, erschienen 2006. Im Fachbuchhandel erhältlich.

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Hans A.Wüthrich, Dirk Osmetz, Stefan Kaduk: «Musterbrecher. Führung neu leben» Leben in und mit Paradoxien lautet die Herausforderung! Dieses Buch des Ehemaligen Hans A.Wüthrich und seinen Kollegen Osmetz und Kaduk richtet sich an alle, die im Rahmen ihrer Führungstätigkeit ungute Gefühle erleben und nicht länger bereit sind, als Marionetten ihrer Führungsreflexe zu funktionieren. Es plädiert für musterbrechendes Denken und für die Veränderung der inneren Haltung gegenüber Führung. Spannend zu lesen und mit vielen praktischen Tipps gespickt, ist das Buch eine Stütze für jede Führungskraft. Hans A. Wüthrich lehrt an der Universität München und coacht im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit Führungskräfte. Gabler Verlag, 260 Seiten, erschienen 2006. Im Fachbuchhandel erhältlich.

Oliver Gassmann, Martin A. Bader: «Patentmanagement: Innovationen erfolgreich nutzen und schützen» Oliver Gassmann, Direktor am Institut für Technologiemanagement, und der Alumnus Martin A. Bader haben ein spannendes Nachschlagewerk für Führungskräfte in den Bereichen Innovation, Forschung, Entwicklung und Patentmanagement publiziert. Das Buch bietet Wissenschaftlern und Studierenden anwendungsorientierte Impulse zu den Ausprägungen des Patentmanagements innovativer Unternehmen. Zudem wird anhand zahlreicher Fallstudien über erfolgreiche Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen ein Überblick über gängige Konzepte und Bausteine des Patentmanagements gegeben. Das Buch basiert auf einer Analyse von mehr als 70 fortschrittlichen Firmen aus West- und Ost-Europa, den USA sowie Japan, Taiwan und China. Springer Verlag, 367 Seiten, erschienen 2006. Im Fachbuchhandel erhältlich.


3. Quartal

Oktober 3. Oktober 2006 HSG Alumni Young Chapter: Get-together Zürich ab 18 Uhr in der Kaufleuten Lounge www.alumni.unisg.ch 4. Oktober 2006 HSG Alumni Club Rhein-Main: Networking Night 20.00 Uhr, im Weinkeller des «Volkswirts», Kleine Hochstrasse 9–11, Frankfurt City peter.jacubowsky@alumni.unisg.ch 5. Oktober 2006 HSG Alumni Club Miami: Stamm 18.30 Uhr, Segafredo Coffehouse, 1040 Lincoln Rd, Miami Beach, FL 33139, (305) 673-0047 www.hsgmiami.com

27. Oktober 2006 EMBA-WomensNet: Stamm Details folgen! edith.stuber@zurich.ch 27. Oktober 2006 Ostschweizer Stawi: Stamm 12.15 Uhr, Restaurant Traube («Trübli») Goliathgasse 37, 9000 St.Gallen linke.st.gallen@swissonline.ch 31. Oktober 2006 EMBA-Stamm Bern: Stamm 18.00–19.30 Uhr, Restaurant Altes Tramdepot (beim Bärengraben), www.altestramdepot.ch peter.matthys@alumni.unisg.ch

9. Oktober 2006 EMBA-Stamm Zürich: Stamm ab 19.00 Uhr, Restaurant Vorderberg, www.monteprimero.ch josef.boesze@alumni.unisg.ch 12. Oktober 2006 ASG – Anciens de Saint Gall: déjeuner-debat im «Cercle de la Terrasse» Referent: Etienne Jornot, CEO Galenica AG, Bern tibor.luka@alumni.unisg.ch 12. Oktober 2006 HSG Alumni Club Rhein-Main: Vortrag in den Räumen des Betriebswirtschaftlichen Instituts der JWG-Universität peter.jacubowsky@alumni.unisg.ch 17. Oktober 2006 HSG in Asia (Hong Kong): Dinner alexandre.tunik@alumni.unisg.ch 24. Oktober 2006 SGOC – Gruppo Anziani: Konferenz SGOC hamid-reza.khoyi@alumni.unisg.ch udo.schiller@alumni.unisg.ch 26. Oktober 2006 EMBA-Stamm Bern: Gourmetabend 18.00 Uhr, Restaurant Veranda, Schanzeneckstrasse 25, 3012 Bern An-/Abmeldung: peter.matthys@alumni.unisg.ch

24. November 2006 Ostschweizer Stawi: Stamm Details siehe 27. Oktober 28. November 2006 EMBA-Stamm Bern: Stamm Details siehe 31. Oktober

Dezember November

5. Oktober 2006 HSG Alumni Club Singapore: Stamm 8.00 pm alexander.melchers@alumni.unisg.ch matthias.schaub@unisg.ch

24. November 2006 HSG Alumni Club Singapore: Public Lecture 7 pm, SMU – Singapore Management University Lecture by: Prof. Martin Hilb Topic: «New Corporate Governance» alexander.melchers@alumni.unisg.ch

1. November 2006 HSG Alumni Club Rhein-Main: HSG-Mittagstisch 12.00–14.00 Uhr, Kuffler & Bucher (Nachfolgerestaurant Mövenpick), Opernplatz 2, Frankfurt am Main peter.jacubowsky@alumni.unisg.ch 2. November 2006 HSG Alumni Club Miami: Stamm Details siehe 5. Oktober 7. November 2006 HSG Alumni Club Zürich: 47. Alumni-Treff Referent: Martin Kolb 18.30 Uhr, Zunftsaal Rest. Blue Monkey Cocostin (ex Königstuhl), Stüssihofstatt 3, 8001 Zürich sekretariat3@huvm.ch 8. November 2006 ASG – Anciens de Saint Gall: soirée annuelle in der Holzkugel (Expo 02) am CERN tibor.luka@alumni.unisg.ch 9. November 2006 HSG Alumni Club Köln/Bonn: Stammtisch ab 19.00 Uhr, voraussichtlich im Brauhaus Sion www.hsginnrw.de horst.herbstleb@alumni.unisg.ch 10. November 2006 Ressort International Alumni Club: GV Ort und Zeit werden noch bekannt gegeben www.rialumni.net, daniel@diemers.net 13. November 2006 EMBA-Stamm Zürich: Stamm Details siehe 9. Oktober 16. November 2006 HSG Alumni Club Zug: Lunch mit Referat 12.00 bis ca. 14.00 Uhr, Parkhotel in Zug burger@hmp.ch

2. Dezember 2006 HSG in Asia (Hong Kong): Dinner alexandre.tunik@alumni.unisg.ch 2. Dezember 2006 SGOC – Gruppo Anziani: Jahresversammlung/ Weihnachtsessen Ort und Zeit noch nicht bekannt hamid-reza.khoyi@alumni.unisg.ch 5. Dezember 2006 Heugümper-Club: Stamm robert.lebrecht@alumni.unisg.ch 5. Dezember 2006 HSG Alumni Club New York: traditionelles Weihnachtsfondue 19.30 Uhr, Montblanc, New York City claus.von.campenhausen@alumni.unisg.ch 6. Dezember 2006 HSG Alumni Club Rhein-Main: Networking Night Details siehe 4. Oktober 7. Dezember 2006 HSG Alumni Club Miami: Art Basel Miami Beach eric@metrionpartners.com 7. Dezember 2006 HSG Alumni Club Miami: Stamm Details siehe 5. Oktober 8. Dezember 2006 Ressort International Alumni Club: 11th RIAL Beer Rally www.rialumni.net, daniel@diemers.net 11. Dezember 2006 EMBA-Stamm Zürich: Stamm Details siehe 9. Oktober 19. Dezember 2006 EMBA-Stamm Bern: Stamm Details siehe 31. Oktober


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