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Das Alumni-Magazin der Universit채t St.Gallen

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Lateinamerika an der HSG Jean-Max Baumer im Gespr채ch Einzigartig: Centro Latinoamericano-Suizo 20. M채rz 2008

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Editorial 2/2008

03 Interkulturelles Management · Im globalisierten Markt gilt es, einen erhöhten Bedarf an interkulturellem Wissen zu decken.

Lateinamerika an der HSG

06 Die attraktiven Märkte Lateinamerikas · Im Gespräch mit Jean-Max Baumer, emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre.

Die HSG hat ein neues «Fen-

09 Centro Latinoamericano-Suizo · Verschiedene Lehrstühle und Institute unter einem Dach vereint.

ster» Richtung Lateinamerika geöffnet: das Centro Latinoamericano-Suizo (CLS) knüpft an die lange Südamerika-Tradition der Universität an. Bereits

Ehemalige im Portrait · NZZ-Wirtschaftskorrespondentin Dr. oec. Christiane Hanna Henkel als Übersetzerin zwischen zwei Welten.

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bis 1992 existierte in St.Gallen ein Lateinamerika-Institut. Nun werden verschiedene Lehr-

14 Start up · Michael Stocker hat die Chance gepackt und seine Abteilung mit Erfolg zum eigenen Unternehmen gemacht.

stühle und Institute unter einem Dach vereint, um den wissenschaftlichen Austausch

16 Executive Campus HSG · Vielfältiges Event-Angebot rund um die Eröffnung des erweiterten Weiterbildungszentrums im Mai 2008.

und die Zusammenarbeit zwischen Lateinamerika und

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Uni aktuell

der Schweiz zu fördern. Die vorliegende Ausgabe ist daher dem Thema Lateinamerika

26 Studentische Initiativen · Der Club der Lateinamerikaner will vermehrt kulturelle Aktivitäten durchführen.

gewidmet: Wir berichten über die Aufgaben dieses neuen

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EMBA / MBE / MBL

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Clubnews

Centers, stellen den Club der Lateinamerikaner an der HSG vor und die CLS-Leiterin Yvette Sanchez schreibt über interkulturelles Management. Jean-Max Baumer wirft im Interview

33 Medienlese · Portraits erfolgreicher HSG-Absolventinnen und -Absolventen in den Medien.

einen Blick auf Wirtschaft und Politik Lateinamerikas. Aber auch die Porträts haben einen Südamerika-Bezug: Als

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Aus dem Alumni Büro

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HSG Shop

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Bücherseite

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Terminkalender zweites Quartal 2008

Start-Up-Unternehmer haben wir in dieser Ausgabe Michael Stocker gewählt, der über eine Schweizer Stiftung nach Südamerika gelangte und dort eine eigene Firma gründete. Ebenfalls in dieser Region tätig ist NZZ-Korrespondentin Christiane Hanna Henkel, die an der HSG doktorierte. Ausserdem: Am 3. April jährt sich der Geburtstag von Max Schmidheiny zum hundertsten Mal. Aus diesem Anlass stellen wir den HSG-Förderer und -Ehrendoktor vor. Roger Tinner, Chefredaktor

P.S. Mit dieser Ausgabe begrüssen wir Andreas Küng im Redaktionsteam und freuen uns auf seine engagierte Mitarbeit.

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President’s Corner

Interkulturelles Management: Erklärungsansätze aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive Im globalisierten Markt gilt es, einen erhöhten Bedarf an interkulturellem Wissen zu decken. Dabei erfordern die komplexen Mechanismen jeglichen Kulturkontakts einen vom Prozess- und Netzwerkcharakter durchdrungenen dynamischen Kulturbegriff.

Liebe Alumnae, liebe Alumni Im Jahr 2000 haben wir Ihnen das Projekt «Campus» zum ersten Mal vorgestellt. Nun befinden wir uns auf der Zielgerade: Im Mai können wir die neuen Übernachtungsmöglichkeiten beim Weiterbildungszentrum der HSG einweihen. Um jubelnd über die Ziellinie zu kommen, rufe ich Sie auf, sich jetzt noch einen Platz auf dem «Window of Fame» am Neubau zu sichern – werden Sie Spenderin oder Spender! Ein grosses Dankeschön geht an alle, die zusammen bereits 8,9 Mio. Franken gespendet und damit das erste grosse Fundraisingprojekt einer universitären Alumni-Organisation in der Schweiz ermöglicht haben. Ich freue mich, Ihnen allen die Räumlichkeiten des neuen «Executive Campus HSG» im Rahmen des HSG Alumni Forum am Freitag, 30. Mai 2008, präsentieren zu dürfen. Das Programm für den Anlass finden Sie als Beilage im Heft. Im Anschluss daran möchte ich Sie ab 18 Uhr zur Generalversammlung einladen. An dieser können Sie über die Zukunft von HSG Alumni mitbestimmen – nutzen Sie diese Möglichkeit.

Urs Landolf, Präsident HSG Alumni

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Von Prof. Dr. Yvette Sánchez Über Lippenbekenntnisse der Internationalisierung und Interdisziplinarität hinaus thematisieren in nächster Zeit verschiedene Veranstaltungen für neu eintretende Studierende aller Stufen an der HSG konsequent das Verfeinern interkultureller Kompetenzen. Am Master-Start-Tag zu Beginn des laufenden Semesters wurde der Fokus erfreulicherweise auf Lateinamerika gelegt. Auch punktuelle Initiativen leisten einen substantiellen Beitrag zum lateinamerikanisch-schweizerischen Austausch an der HSG. Das Alumni-Netz CLA in Lateinamerika, St.Gallen und in Zürich, die Gaststudierenden oder das Centro Lationamericano-Suizo (CLS-HSG) üben eine interkulturelle Katalysator-Funktion aus. Immer in Bewegung Die komplexen Mechanismen jeglichen Kulturkontakts erfordern bei der heute gesteigerten Mobilität und Medialisierung einen vom Prozessund Netzwerkcharakter durchdrungenen dynamischen Kulturbegriff. Deshalb sollte im Sinne des austauschenden Hin- und Hers, des beidseitigen Gebens und Nehmens das Präfix Trans- neben das Inter- gestellt werden. Transkulturalität favorisiert die Wechselseitigkeit, das Pendeln und Oszillieren von ethnisch-nationalen Identifikationsmustern und wehrt sich gegen eine polarisierende Abgrenzung kultureller Zugehörigkeiten, ohne aber einen Kulturrelativismus

heraufzubeschwören. Im Paradigmenwechsel mit eingerechnet sind Begriffe wie Diversität oder Hybridisierung. Um diese auf die botanische Metapher zu bringen: An die Stelle des statischen Schema-Baums tritt die zwischen Salz- und Süsswasser wandernde, wild wuchernde Mangrove. Kulturelle Regelsysteme reagieren per manent auf Veränderungen und sind, wie alle Uferzonen, nie abgeschlossen. Die zahllosen Kulturdefinitionen wollen wir hier auf ein paar offen formulierte Merkmale herunterbrechen. Kultur manifestiert sich in kollektiven, kodierten Kenntnissen – der empirische Sozialforscher Geert Hofstede spricht vom «kollektiven Programmieren des Geistes» – und über eine Weltsicht, deren Werte, Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster eine Gesellschaft oder Gruppe von einer anderen unterscheidet. Transkulturelle Unternehmen Was beinhaltet nun eine auch kulturwissenschaftliche Perspektive für Management und Business, für die Schulung im transkulturellen Unternehmensalltag? Wie funktionieren interkulturellen Boards global tätiger Firmen? Ein mittlerweile inflationäres Angebot an populärwissenschaftlichen Ratgebern und Business-Anthropologien hat sich dieser kulturellen Erklärungsmodelle im multinationalen Management angenommen. Denn abgesehen von offensichtlichen Sprach-

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barrieren können sich grössere und kleinere Missverständnisse in der Kommunikation bis in mikroklimatische Bereiche hinein negativ auswirken. Es gilt, im globalisierten Markt einen erhöhten Bedarf an interkulturellem Wissen zu decken, etwa auch, um eigene Produkte anderswo flexibel modifiziert platzieren zu können. Die einschlägigen Beispiele sind bekannt. McDonald’s musste seine Filiale in Bolivien wieder schliessen, weil der indigenen Bevölkerung die Gringo-Pommes partout nicht schmecken wollten. Coca Cola präsentiert in Peru «Inca Cola», um auf dem Markt bestehen zu können. Als Ford vor Jahren in Brasilien das Modell «Pinto» einführen wollte, scheiterte das Unterfangen an der erotisch unerfreulichen Anspielung des brasilianischen Wortes pinto; Ford kriegte die Verkaufszahlen erst wieder hoch, als man das Modell in Ford «Corcel» (Pferd) umtaufte. Anpassungen an die Ansprüche

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des lateinamerikanischen Marktes werden auch im Bereich des Bankenwesens vorgenommen. Die Royal Bank of Canada weicht dort von ihrem globalen Standard ab und verzichtet im Wealth-Management auf ihr bestes Produkt, die Trusts, weil die lokalen Kunden noch immer durch das Trauma der Hyper-Inflation verunsichert sind. Kulturdimensionen Neben diesen ProduktemarketingStrategien aus dem Bereich der materiellen Kultur wurden in den letzten vier Jahrzehnten sog. Kulturdimensionen aufgestellt, mit deren Hilfe Länder, Regionen, Unternehmen, soziale Gruppen und auch Einzelpersonen analysiert und beurteilt werden. Die drei Pioniere auf diesem Gebiet, der Anthropologe Stuart Hall (1969), Geert Hofstede (1980) und sein Schüler Fons Trompenaars messen Indexwerte auf einer Skala: zwischen Individualismus und Kollektivismus, Uni-

Yvette Sánchez im Gespräch mit dem mexikanischen Botschafter in der Schweiz, José Luis Bernal. (Foto: Beatrix Kobelt)

versalismus und Partikularismus, Low vs. High Context-Kulturen, Maskulinität vs. Femininität. Am häufigsten befassen sich die Lehrbücher mit einer monochron linearen, sequentiellen, rigid zeitfixierten und langfristigen Planung gegenüber der fliessenden, synchronen, kurzfristigen, auch zirkulären Zeitauffassung, bei der


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mehrere Dinge simultan prozessiert werden, Verspätungen üblich sind, und Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich vermischen. In jüngster Zeit wurde am Rating mittels klassischen, makro-analytischen, simplifizierenden, westlich geprägten Dimensionsmodellen Kritik laut. Nationale Unterschiede würden in diesen Bewertungsparametern beschrieben, nicht aber verstanden oder erklärt. Stereotypen Die Krux der Stereotypisierung ist wohl bei sämtlichen kulturellen Beschreibungen unausweichlich. Vorurteile beeinträchtigen den kommunikativen Austausch. Ein rotes Warnsignal aufleuchten sollte namentlich beim gefährlichen Gebrauch des nationalen Singulars, bevor uns der Mexikaner oder der Schweizer im Sumpf der Verallgemeinerungen versinken lässt: dem einen wird Pünktlichkeit und Sauberkeit, dem anderen das Mañana-Sydrom

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diagnostiziert. In der materiellen Kultur stehen Alpen, Käse, Schoggi oder Swatch, Mariachis, Sombreros, Siesta und Bandidos gegenüber. Den interkulturellen Handbüchern und Kursen «Doing Business in Latin America» würde ein Abbau solcher nationaler Klischees gut anstehen. Es geht darum, diese simplifizierten, formelhaften, oberflächlichen, im kollektiven Gedächtnis aber wohlverankerten mentalen Wahrnehmungsmuster über den Wissenschaftszweig der Imagologie zu analysieren, um sie dann zu neutralisieren. Stereotypen reduzieren komplexe Wirklichkeiten auf überschaubare Schemata und neigen mit ihrem polarisierenden Charakter zu Ihr/Wir-Abgrenzungen. Ganz eliminieren kann man sie nie. Es geht ja auch um schnelle Wahrnehmungsmuster, um Labels, den orientierenden Wiedererkennungseffekt von Brands. Mit einem spielerisch ironischen Unterton werden denn auch

nationale Symbolkonserven immer wieder von neuem aufgewärmt. Transkulturelles Konfliktpotential taucht jeweils auf in den Bereichen Zeitmanagement, Organisation, Entscheidungsfindung, Verhandlungsführung, Gender-und Statusfragen, Hierarchiemuster, Gastfreundschaft und Etiquette. Detaillierte Angaben hierzu sind nachzulesen unter den Länderkapiteln (inklusive Fallstudien und Quiz) der Globesmart-Webpage – mit einem obligaten Schuss Stereotypisierung und immer homogen gedachten Kulturen. Ein erster, grundlegender Schritt wäre getan, wenn wir Nationen, Unternehmen, Individuen aus anderen Kulturkreisen mit Empathie, Neugier und Humor, vor allem aber Selbstironie begegnen könnten.

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lateinamerika

Entfernt und nahe zugleich – die attraktiven Märkte Lateinamerikas Lateinamerika charakterisiert sich durch hohe Wachstumsraten, enormen Ressourcenreichtum und fehlende Stabilität. Die Schweizer zählen seit vielen Jahren zu den führenden Direktinvestoren auf diesem Kontinent. Die kulturelle Vertrautheit relativiert dabei die geografische Distanz. Interview: Lotti Gerber alma: Wenn man von wirtschaftlich boomenden Regionen spricht, denkt man in erster Linie an China, Indien und die südostasiatischen Tigerstaaten. Von Südamerika ist selten die Rede. Zu Recht? Jean-Max Baumer: Ja und Nein. Länder wie Chile, Peru, Venezuela und Kolumbien haben sich in den letzten fünf Jahren mit realen Wachstumsraten von 8-10 Prozent genauso dynamisch wie China und Indien entwickelt. Auch die gewichtigen Länder Mexiko und Brasilien wuchsen real um 4-6 Prozent. Wenn man die Dynamik betrachtet, ist Lateinamerika demnach genauso attraktiv wie Asien – doch die Grössenverhältnisse sind natürlich ganz andere. Peru und Bolivien haben das BIP eines Innerschweizer Kantons und das BIP von Argentinien entspricht etwa dem der Schweiz. Ein zusätzliches Prozent Wachstum bewirkt da keinen immensen Volumenzuwachs. Allerdings geraten manche in Asien etwas gar in den Bann der Grössenverhältnisse und vergessen, dass sie auch in China nie das ganze Land beliefern können. Was verbindet die Regionen und Länder Lateinamerikas, was trennt sie? Die Länder Lateinamerikas sind keinesfalls eine homogene Masse und bilden topografisch, sprachlich, politisch oder kulturell ganz unterschiedliche Gruppen. Aus wirtschaftlicher Sicht sind Indikatoren wie das Wachstum, die Inflation oder die Offenheit der Märkte wichtige Kriterien. Wie hat sich die Wirtschaft Lateinamerikas in den letzten fünf Jahren entwickelt?

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Er dozierte mit Herzblut: Jean-Max Baumer, emeritierter Professor für Volkswirtschaftlehre.

Die Entwicklung in den letzten fünf Jahren war beeindruckend. Die Staaten profitieren von ihrem enormen Reichtum an Ressourcen. Gleichzeitig wird zum ersten Mal in der lateinamerikanischen Geschichte hohes Wirtschaftswachstum nicht von horrender Inflation begleitet: Die politische Stabilität hat das Wirtschaftswachstum gefördert und die Kapitalzuflüsse gesteigert. Dies führte zur Aufwertung der Währungen und dadurch verbilligten sich wiederum die Importe von Konsumgütern. Diese Tatsache ist mitverantwortlich dafür, dass die Inflation in den meisten Ländern unter fünf Prozent gehalten werden konnte. Ich kann nur sagen «Hut ab»; die Zentralbanken haben – wenn auch mit grosser Verspätung – dazu gelernt. Sie sterilisieren einen Teil der hohen Kapitalzuflüsse im Inland.

Was sind Lateinamerikas Stärken… In Lateinamerika finden Sie sämtliche Rohstoffe von Kupfer, Zinn, Uran und Kobalt über Erdöl und -gas bis zu Nahrungsmitteln. Deren zeitgleiche Hausse bringt umso mehr ein, als die meisten Länder auch über die notwendige Kapazität zur industriellen Verarbeitung verfügen. So kann ein «Dutch Disease»-Phänomen weitgehend verhindert werden. Dieser Boom geht, wie schon erwähnt, mit einer Phase (wirtschafts-)politischer Stabilität einher. …und Schwächen? Die Schwäche Lateinamerikas ist seine Labilität, diese Unsicherheit, ob das System bestehen bleibt. In den 68er Jahren wurde Brasilien schon einmal als nächstes «Japan» gehandelt –


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doch statt dem Wirtschaftswunder kam der Absturz. Nun profitiert Lateinamerika extrem vom Boom in Asien und dessen Ressourcenbedarf und alle jubeln. Aber für den schlechten Fall haben die Lateinamerikaner noch immer wenig Vorsorge getroffen. Obwohl, haben wir das? Auch nicht immer. Doch jedenfalls überdeckt das aktuelle Hoch die strukturellen Defizite. Ein Einbruch des Wirtschaftswachstums wird nicht zu letzt dazu führen, dass die Auslandsschulden wieder ansteigen und deswegen das Vertrauen in die betroffenen Länder sinkt, was den Abwärtstrend noch verstärken wird. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten werden nach wie vor von politischen Risiken begleitet, wie eine schwache Christina Fernandez de Kirchner als Nachfolgerin ihres Mannes in Argentinien. Doch was ich nicht mehr fürchte, sind neue Militärjuntas. Alle Länder sind heute so stark in internationale Organisationen wie die UNO und die WTO eingebunden und die Bürgerinnen und Bürger sind an moderne Informationstechnologien angeschlossen, dass der Rückfall in eine Diktatur nicht mehr möglich scheint. Als Schwäche Lateinamerikas ist schliesslich die Halb-Entwicklung in vielen Ländern zu bezeichnen: Vom Boom profitiert nur die Minderheit und in einem riesigen Land wie Brasilien, das alle Bodenschätze verfügbar hat, ist immer noch die Mehrheit der Bevölkerung mausarm. Das sind offene Verteilungsfragen. Wie schätzen Sie Personen wie Hugo Chavez und Evo Morales ein? Chavez wurde zweimal in einem mehr oder weniger fairen Verfahren vom Volk gewählt. Seine Position ist demnach als legitim hinzunehmen – was nichts daran ändert, dass er den Reichtum Venezuelas verschleudert. Zudem ist er ein grosser Störenfried der internationalen Zusammenarbeit, weil er als Nationalist beispielsweise

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den Andenpakt und den MERCOSUR torpediert. Chavez ist für mich ein Rückfall in den skrupellosen Populismus. Dagegen ist Morales in Bolivien eine Reaktion der indianischen Völker, die bislang von der herrschenden Klasse nie ernst genommen wurden. Kulturell ist das verständlich, aber eine radikale Bekämpfung der multinationalen Unternehmen löst die Probleme nicht. Morales könnte gewinnen, wenn er in zähen Verhandlungen die Multis gegeneinander ausspielt und mit langfristigen Zusicherungen Verbesserungen für sein Volk erreicht. Aber er hat sich schon sehr weit aus dem Fenster gelehnt und nun ist die Versuchung gross, sich wie früher als Ablenkungsmanöver in Grenzstreitigkeiten mit den Nachbarn zu verwickeln.

Zur Person Jean-Max Baumer ist emeritierter Professor für Volkswir tschaftlehre mit besonderer Berücksichtigung der Entwicklungsökonomie an der Universität St.Gallen. In Arbon geboren, studier te und doktorier te er an der HSG. Nach seiner Habilitation wurde er 1973 Direktor des damaligen Lateinamerikanischen Instituts – nicht aus primärem Interesse an diesen Ländern, sondern weil der Posten gerade vakant war. Daraus entwickelte sich jedoch Baumers Spezialisierung für Entwicklungsökonomie und eine grosse Faszination für diesen Erdteil, die in der Lehrtätigkeit stets zum Ausdruck kam. Seit seiner Emeritierung im Herbst 2003 widmet er sich seinen breiten Interessens- und Tätigkeitsgebieten von

Wie etabliert ist der Freihandel in Lateinamerika? Der MERCOSUR beinhaltet noch immer mehr Ausnahmen als Regeln und der «Point of No Return» der wirtschaftlichen Integration ist im Gegensatz zur EU noch nicht überschritten. Auch der Andenpakt, dem Venezuela, Ecuador, Peru und Bolivien angehören, bewegt sich seit drei Jahren nicht mehr. Doch die lateinamerikanischen Länder haben untereinander viele wichtige bilaterale Verträge, welche dem Wachstum förderlich sind. Die Schweiz profitiert primär über die EFTA-Abkommen vom Freihandel. Was macht Lateinamerika für die Schweiz und Europa interessant? Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Lateinamerika sind traditionell sehr intensiv: Seit dem zweiten Weltkrieg war der Kontinent stets eine der drei Hauptregionen für schweizerische Direktinvestitionen und wir sind wohl die grössten pro Kopf-Investoren und der sechstgrösste Investor in absoluten Zahlen in Lateinamerika. Ein Grund mag sein, dass die Konkurrenz dort lange viel geringer war als auf anderen Erdteilen. Dann spielt sicher die kulturelle Verbundenheit eine grosse

Literatur über Polarforschung hin zu soziologischen Fragen.

Rolle: Lateinamerika ist grob vereinfacht gesagt «Europa mit einem indianischen Einschlag» – vertraut und doch nicht gleich. Sie finden dort unsere bürgerlichen Werte und gleichzeitig Humor, eine unglaubliche Schlagfertigkeit, aber auch Lässigkeit und Wärme. Und natürlich auch Nachteile wie Unzuverlässigkeit. Was finden Sie persönlich am faszinierendsten an Lateinamerika? Ich bin viel gereist, aber nirgendwo fühlte ich mich kulturell so geborgen wie in Lateinamerika, speziell in Chile. Da ich selbst mit einer französischen Mutter und einem deutschen Vater aufgewachsen bin, ist mir die lateinamerikanische kulturelle Mischung wohl speziell vertraut. Die Chilenen sind den Schweizern insofern besonders ähnlich, als sie auf einer topografisch abgeschotteten Insel leben und daraus ihr Selbstverständnis entwickelt haben. Gleichzeitig empfangen sie ihre Gäste jedoch mit einer Wärme, die ich sonst nirgendwo gefunden habe.

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centro latinoamericano-suizo

Brückenschlag nach Lateinamerika – das Centro Latinoamericano-Suizo Seit Ende Juni 2007 haben auch die Lateinamerika-Studien an der HSG wieder ihr offizielles «Schaufenster»: Ein eigenes Zentrum, das Institute, Forschungsstellen und Studierende aller Fachrichtungen vernetzt. Wichtige Themen zu Lateinamerika sollen fächerübergreifend erarbeitet und erschlossen werden. Dazu kommen Partnerschaften mit Universitäten in Zentral- und Südamerika. Von Andreas Küng Das Centro Latinoamericano-Suizo (CLS-HSG) vereint unter einem Dach verschiedene Lehrstühle und Institute, um den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Lateinamerika zu fördern. Das Center will den Austausch mit Partneruniversitäten fördern und innerhalb der HSG die Kooperation in Forschung und Lehre intensivieren. Am Eröffnungstag, am 25. Juni letzten Jahres, wurde das Centro der Öffentlichkeit vorgestellt. Mehrere Botschafter aus den lateinamerikanischen Ländern waren Gast an der «Universidad de San Gallen», unter anderem der mexikanische Botschafter José Luis Bernal, der an der Eröffnungsfeier die Ansprache hielt. Auch Organisationen lateinamerikanischer Menschen in der Schweiz erhoffen sich neue Impulse für den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch.

Beteiligte Institute/ Forschungsstellen Folgende Institute und Forschungsstellen der HSG sind am CLS-HSG beteiligt: KWA-HSG (Kulturwissenschaftliche Abteilung), ior/cf-HSG (Institut für Opera-

Mehr als ein Mausclick Centers sind, so die von der Universitätsleitung gegebene Definition, «virtuelle Fabriken», die institutsübergreifend zusammenarbeiten. Ihnen steht es frei, ob sie eine gemeinsame Plattform entwickeln oder eigenständig Leistungen erbringen. Das Centro Latinoamericano-Suizo bleibt nicht beim Mausclick oder dem Newsletter (den es übrigens schon vor der CentroEinweihung gab, Anmeldung über www.cls.unisg.ch) stehen: Zur dreisprachigen Homepage kommen Dienstleistungen wie eine auf Lateinamerika fokussierte Aus- und Weiterbildung, die sich an Unternehmen richtet und Partnerschaften mit Universitäten. In Zusammenarbeit mit HSG-Doktorandenprogrammen und der Executive School werden künftig Seminare und Workshops mit Schwerpunkt Lateinamerika veranstaltet. In der Lehre werden im laufenden Semester 3 Bachelor-, 1 Masterund 1 Doktoranden-Seminar zu Lateinamerika angeboten und ab 2009 Lateinamerika-Gastprofessuren eingerichtet. Zu Tagungen und der Vermittlung von Gastreferenten kommt eine Reihe von Länder-Foren, die bilaterale Beziehungen beleuchten.

wir tschaft), IDT-HSG (Institut für Öffentliche Dienstleistungen und Tourismus), IAD-HSG (Internationaler Austauschdienst), RWA-HSG (Juristische Abteilung), ES-HSG (Executive School of Management, Technology and Law), IFPM-HSG (Institute für Führung und Personalmanagement).

Bei den HSG-Centers handelt es sich um Kooperationen von Instituten und Forschungsstellen der HSG. Ziel ist es, an bestimmten, wichtigen Themen institutsübergreifend zusammenzuarbeiten. HSG-Centers sind virtuelle Zentren, die nicht zu verwechseln sind mit institutsinternen Kompetenzzentren. Die neuen Centers – es gibt sie seit 2006 – haben auch Schaufensterfunktion: «Sie zeigen nach aussen klar die Kompetenzen, Kapazitäten und Aktivitäten ihrer Mitglieder», sagt Rektor Prof. Ernst Mohr. Bis jetzt gibt es 7 Centers an der HSG: – CFAC-HSG, Center for Aviation Competence, www.cfac.unisg.ch – CFB-HSG, Center for Family Business, www.cfb.unisg.ch – CSE-HSG, Center for Social Enterprise, www.cse.unisg.ch – CSSC-HSG, Center for Sino Swiss Competence, www.cssc.unisg.ch – CFI-HSG, Center for Innovation, www.cfi.unisg.ch – CLS-HSG, Centro Latinoamericano-Suizo de la Universidad de San Gallen, www.cls.unisg.ch – CfF-HSG, Center for Finance www.finance.unisg.ch

tions Research und Computational Finance), IfB-HSG (Institut für Betriebs-

7 Centers – 7 Visitenkarten

Einzigartig in der Schweiz Der studentische Nachwuchs soll in der Auseinandersetzung mit lateinamerikanischen Themen gefördert werden. Austauschsemester, Praktika, Sprachkurse, Seminare und Vorlesungen soll in Forschungsarbeiten auf Bachelor- und Master-Stufe einfliessen, die dann in Dissertationsprojekten vertieft werden können. Bis 1992 hatte die Universität St.Gallen bereits

ein Lateinamerika-Institut geführt. Seither ist diesem Gebiet in der Schweiz, abgesehen von fachspezifischen Lehrstühlen (zum Beispiel im Rahmen der Literaturwissenschaft in Zürich oder der Theologie/Kirchengeschichte in Fribourg) sowie punktuellen Arbeiten an den französischsprachigen Universitäten (IUED, IUHEI

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in Genf) kein Zentrum oder Institut gewidmet worden. Die Nachfrage, das zeigen die verfassten Arbeiten (siehe www.cls.unisg.ch >Forschung), ist sowohl bei Studierenden wie Forschenden vorhanden. Das Centro Latinoamericano-Suizo möchte einen Beitrag zur Konsolidierung und Weiterentwicklung der Schweizer Lateinamerika-Forschung leisten – und schliesst damit die Klammer, die die einzelnen Fachbeiträge zusammenbringt. Das CLS will diesen Prozess fördern und begleiten. Dazu gehören unter anderem zwei Preise: Der Fonds für Lateinamerikastudien verleiht jährlich Preise für abgeschlossene und benotete Dissertationen (auch anderer Schweizer Universitäten) sowie Diplom-, Masterund Bachelor-Arbeiten, die sich mit den sozialen, wirtschaftlichen, rechtlichen und kulturellen Bedingungen in Lateinamerika auseinandersetzen. Seit 2002 vergibt der Akademische Klub St.Gallen am Dies academicus einen Förderpreis an eine Partneruniversität zur Auszeichnung einer wissenschaftlichen Arbeit, die einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der lebensbedingungen in Schwellenländern leisten soll.

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Stiftung mit Sitz an der HSG

Lateinamerika – ein Wort Napoleons

Die Stiftung EDUCACIÓN/EDUCATION

Lateinamerika bezeichnet heute alle Länder

dient der Ausbildungsförderung junger Talen-

südlich der Vereinigten Staaten – meist in ei-

te aus bedürftigen Familien in den Ländern

nem geografischen Sinn. Der kolonialistisch

Peru, Kolumbien, Honduras und neu auch in

geprägte Begriff wurde 1861 erstmals ver-

El Salvador. Sie ermöglicht die Schulung und

wendet in Frankreich, vom Wortführer Michel

berufliche Ausbildung an akkreditier ten

Chevalier, der damit die panlateinische Bewe-

Universitaten und technischen Fachschulen,

gung umschrieb. Diese Bewegung strebte un-

welche in wirtschaftsrelevante Bereiche und

ter der Führung Frankreichs eine Einheit der

zu verantwortungsvollem Unternehmertum

lateinischen Länder an; Napoleons III. Inter-

führen.Vor Ort werden die rund 200 Stipen-

ventionen in Mexiko (1861 – 1867) zeugen

diaten sorgsam ausgewählt und von den vier

von dieser Ideologie. Spanien hingegen

Lokalkomitees betreut. Erfreulicherweise ha-

favorisier te Ibero-Amerika oder Hispano-

ben sich bisher alle von der Stiftung unter-

Amerika. Heute hat sich der Begriff Lateina-

stützten Abgänger im Berufsleben rasch und

merika für alles südlich von Miami durchge-

erfolgreich in anspruchsvollen Positionen eta-

setzt, auch für Gebiete ohne romanische Ein-

blieren können. Kontakt: r.bronsil@fundes.org

flüsse. (akü)

Reger Austausch und HSG-Werbung Zwischen 15 und 20 Studierende der HSG verbringen zurzeit im Rahmen des HSG Austauschprogramms ein Semester an einer lateinamerikanischen Universität. Im Gegenzug kommen rund 10 Studierende aus Lateinamerika für ein Semester an die HSG, wobei diese Zahl stetig steigt. Ein Anliegen der Universitätsleitung

und des Centro Latinoamericano-Suizo zeitigt damit erste Erfolge: das Schaufenster der HSG strahlt nach Lateinamerika. Des Centro soll nämlich nicht zuletzt die Internationalisierung der HSG vorantreiben und St.Gallen auch jenseits des Atlantiks bekannter machen.

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ehemalige im portrait

Als NZZ-Wirtschaftskorrespondentin in Lateinamerika Seit sechs Jahren berichtet Dr.oec. Christiane Hanna Henkel für die renommierte Neue Zürcher Zeitung (NZZ) aus Lateinamerika. Mit ihren Berichten versucht sie, die Vielfalt des Kontinents für die Schweiz zu übersetzen.

Von Lotti Gerber «Brasilien ist wie der Spruch von Forest Gump in dem gleichnamigen Film: 'Life is like a box of chocolates: you never know what you gonna get.'» So beschreibt Christiane Hanna Henkel das Land, aus dem sie seit 2002 als Korrespondentin für die Neue Zürcher Zeitung berichtet. Brasilien mit seinen kontinentalen Ausmassen und einer wunderbaren Vielfalt an Kulturen und Menschen aus aller Herren Länder und einer ebensolchen klimatischen und landschaftlichen Diversität überrascht stets aufs Neue. Allgegenwärtig ist jedoch die Toleranz und Offenheit der Einwohnerinnen und Einwohner. Ins Land von Grün und Gold kam die gebürtige Deutsche, nachdem ihr die NZZ nach nur zwei Jahren bei der Wirtschaftsredaktion in Zürich die freigewordene Stelle der Wirtschaftskorrespondentin für Lateinamerika angeboten hatte. Als Berufsanfängerin ergriff sie diese Chance, aus dem Ausland berichten zu können, ohne Zögern und konnte sich damit einen Traum erfüllen. Übersetzerin zwischen zwei Welten Ihre Arbeit als Korrespondentin beschreibt Henkel als Übersetzerin zwischen zwei Welten: Man versucht, die eine Welt zu verstehen und diese der anderen dann so zu erklären, dass sie diese auch verstehen kann. Dazu sind Neugierde und Offenheit sowie ein Schuss Abenteuerlust (neben journalistischem Handwerkszeug) unerlässliche Voraussetzungen. Gerade in einem Land wie Brasilien und einer Region wie Lateinamerika lohne es

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Nebst den modernen Kommunikationsmitteln hilft vor allem ein gutes Kontaktnetz bei der Arbeit.

sich, zuerst hinzuschauen und zu beobachten und nicht gleich zu werten. Wichtig sei auch, dass man den unterschiedlichsten Menschen begegnen könne – morgens ein Gespräch mit einem in Harvard ausgebildeten Ökonomen, nachmittags ein Treffen mit einem besitzlosen Landarbeiter. Zur Herstellung dieser Kontakte ist wiederum ein gutes Netzwerk unerlässlich. Unterstützend kommen heute nebst dem stets griffbereiten Notizblock Internetanschluss und Mobiltelefon dazu, die eine gründliche Recherche und damit Qualitätsjournalismus ermöglichen. Am Schluss jedes Beitrags steht die Herausforderung, komplizierte Sachverhalte auf kurzem Raum und in verständlicher Sprache zu Papier zu bringen. Insgesamt ist die Arbeit spannend und intensiv. Niemand steht Schlange, um in einer

(Foto: Douglas Engle)

deutschsprachigen Zeitung zu Wort zu kommen. Einer kleinen Elite ist der Name NZZ allerdings auch in Lateinamerika bekannt und bei dieser öffnen die drei Buchstaben der Berichterstatterin Tür und Tor. Die Schweiz an sich hat in Brasilien einen sensationell guten Ruf. Die Brasilianer bewundern das Land wegen der Qualität der Produkte und Dienstleistungen sowie seines Reichtums – wobei «reich» von vielen Lateinamerikanern als wohlhabend im monetären Sinne verstanden wird. Vor allem junge Leute in Lateinamerika aber schauen sehnsüchtig nach Europa und den USA und auf die Chancen, die diese Länder ihren Bewohnern bieten, aus ihrem Leben das zu machen, was sie wollen.


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Lebensqualität in Rio Im Jahr 2002 beschrieb Henkel im NZZ Folio-Artikel «Schütze sich wer kann», wie die hohe Kriminalitätsrate das Leben in Sao Paulo auf Schritt und Tritt beeinflusst. Diese Einschränkung der Bewegungsfreiheit erlebt sie selber, wann immer sie sich in der Millionenstadt und in anderen Städten Lateinamerikas aufhält. «Es gibt kaum eine Alltagssituation, in der man nicht irgendeine Sicherheitsmassnahme ergreift. Daran gewöhnt man sich; angenehm ist es aber nicht.» Doch davon abgesehen dürfte Sao Paulo nach Henkels Einschätzung eine der spannendsten Städte der Welt und in gewisser Weise mit New York vergleichbar sein. Sie beschreibt Sao Paulo als Lateinamerikas Wirtschaftsmetropole, in der Vermögen gemacht und auch wieder verloren werden und als Moloch mit 20 Millionen Einwohnern. Der Mix aus Kulturen, Nationen, Regionen, Hoffnungen und Lebensvisionen macht diese Stadt zu einem Brutkasten für Kultur, Kunst, Wirtschaft und vielem mehr. Dennoch geniesst es Henkel, mittlerweile mit ihrem Mann und der kleinen Tochter Sophie Violeta in Rio de Janeiro zu wohnen. «Rio ist eine Stadt, die von ihrer Schönheit lebt. Die (– manchmal –

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unerträgliche) Leichtigkeit des Seins wirkt befreiend», sagt Henkel. Auf ihren regelmässigen Reisen nach Deutschland oder in die Schweiz holt Henkel die wenigen Dinge nach, welche sie in Lateinamerika vermisst. So kombiniere sie «die zwei besten aller Welten». Als Journalistin zu arbeiten, war schon immer Henkels Ziel - und zwar am liebsten bei einer überregionalen Tageszeitung, da sie sich in der Hektik des Tagesgeschäfts wohl fühlt. Dass sie nun genau für die NZZ schreiben kann, ist für sie ein Glücksfall, denn es gebe nur wenige Zeitungen, die einen sehr hohen Qualitätsanspruch hätten und gleichzeitig freie Geister als Journalisten suchten – die NZZ sei eine davon. Ihre Ausbildung begann sie mit einem Studium in BWL in Hamburg und Lausanne. Parallel dazu absolvierte sie journalistische Praktika bei «Börse Online», der «Bild» und dem «Manager Magazin». Das journalistische Handwerk lernte sie schliesslich an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten («Handelsblatt», «Wirtschaftswoche») in Düsseldorf. Mit der Universität St.Gallen verbindet die Deutsche ihre Dissertation im Bereich des Internet als Herausforderung für Verlage, die sie 1999 bei

Professor Torsten Tomczak einreichte. Dem Thema kam schon damals eine sehr hohe Praxisrelevanz zu, doch in der Wissenschaft war es noch nicht einmal ansatzweise bearbeitet worden. An der HSG fand die Journalistin ein akademisches Umfeld, das ihr gestattete, sich mit dieser neuen Fragestellung auseinanderzusetzen und dies in einer der Fragestellung adäquaten Form: nämlich praxisorientiert und innovativ. Bereits damals zeichnete sich ab, dass das Geschäftsmodell der Zeitungen und Zeitschriften langfristig nicht tragfähig sein würde. Als Ausweg war die Ausdehnung der journalistischen Wertschöpfungskette auf andere Medien vorgegeben, um den Lesern die bestmögliche Information zu bieten – unabhängig des Mediums, mit dem diese Information verbreitet wird. Heute kommt sie immer noch regelmässig nach St.Gallen, um Freunde zu besuchen. Auf ihren Reisen in Lateinamerika sucht sie gelegentlich Alumnae und Alumni auf oder unterstützt Studentengruppen der HSG, wenn diese auf Studienreise nach Brasilien gehen. Wiederholt zu Gast war bereits das Executive MBA-Programm.

Dr.oec. Christiane Hanna Henkel In Hameln, Deutschland, geboren, absolvierte Christiane Hanna Henkel ihre Ausbildung in Hamburg, Lausanne und Düsseldorf in BWL und Journalismus. Nach verschiedenen hochkarätigen Praktika kam sie an die Universität St.Gallen. Hier doktorierte sie von 1996-1999 mit einem Dissertationsstipendium der Stiftung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum Thema «Entwicklung von Informationsleistungen für das Internet aus Verlagssicht». Anschliessend trat sie in die Wirtschaftsredaktion der NZZ ein. Diese sandte sie vor sechs Jahren nach Brasilien, von wo aus sie seither als Wirtschaftskorrespondentin über LateinameAn ihrem Wohnort Rio de Janeiro schätzt Christiane Hanna Henkel die «Leichtigkeit

rika berichtet.

des Seins».

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start up

«Zwischen Santiago, Washington und Sao Paulo» Ein Schweizer HSGler gründet in Santiago de Chile ein Beratungs- und Technologie-Unternehmen – und startet gleich mit 20 Mitarbeitern und namhaften Kunden wie der FUNDES-Stiftung, der amerikanischen Entwicklungshilfe USAID, der Weltbank oder den Vereinten Nationen. Wie schafft man das? – Michael Stocker, HSG-Alumnus und heutiger CEO der Stocker Group, meint dazu lapidar: «Es ergab sich einfach die Chance und so habe ich meine Abteilung zur eigenen Firma gemacht.» Bis jetzt ist Stocker auf Erfolgskurs. Von Andreas Küng Michael Stocker ist auf Durchreise in der Schweiz, trifft eine Professorin an der HSG, besucht seine Niederlassung in der Schweiz und fährt dann nach Bern – zum Termin mit einem Kunden, dem Staatssekretariat für Wirtschaft und Entwicklung (SECO). Das ist eines seiner Gebiete: Wirtschaftsförderung und Knowledge Management. Eine Stiftung, ein Fonds oder eben ein Staat fördert die Wirtschaft eines anderen Landes oder einer Region mit bestimmten Massnahmen. Ob diese auch funktionieren, etwas bewirken und ihr Geld wert sind, ist Teil der Analyse von Michael Stocker. Nicht als Geldgeber, sondern als Berater, Begutachter und Software-Entwickler. Heute implementiert die Stocker Group Projekte und Systeme zur Messung des Erfolgs (Impact) in ganz Lateinamerika. Was in der Betriebswirtschaft der Ertrag (Return-oninvestment), ist in der Entwicklungshilfe der Impact. Daran misst sich der Erfolg jedes eingesetzten Dollars oder

Frankens – wie auch, doch davon später, Michael Stockers Arbeit. Über die Wirkung verschiedener Entwicklungs-Massnahmen in Südamerika hat Michael Stocker einst seine Doktorarbeit geschrieben – heute ist das Teil seines Berufes. Als CEO der Stocker Group berät er regierungsnahe und private Organisationen im Wissenstransfer in der Entwicklung und bietet auch die passende Software dazu an. Die Firma nennt sich darum auch bezeichnend «The Know How Company». Von der Weltbank bis zu Google Die Firma, die heute 25 Mitarbeitende beschäftigt und aus Lateinamerika (Santiago de Chile und Sao Paolo, Brasilien) sowie der Schweiz (Pfäffikon SZ) operiert, hat heute drei Standbeine: Knowledge-Management, Business-Matchmaking und Technologie/Software Entwicklung. Während die ersten beiden Geschäftsfelder ur-

sprünglich auf NGO´s und Wirtschaftsförderung ausgerichtet waren (z.B. Wissensplattformen zwischen Unternehmen und das Anbieten von speziellen Marktplätzen) ist der Bereich Technologie auf Internet-Lösungen und Offshore-IT Lösungen spezialisiert. Selbst Google-Marketing bietet die Firma heute von Chile aus an, z.B. für Schweizer Banken. Von der Weltbank zu SuchmaschinenAnzeigen? Michael Stocker: «Ein Schritt folgte dem nächsten: Wer bei uns einen Internetauftritt bestellt, möchte diesen auch gut platziert wissen und als Ergänzung ein Intranet oder richtiges Knowledge Management Tool implementieren.» Sein Geschäftsmodell funktioniert, weil er in Lateinamerika gute Consultants, Programmierer und Designer beschäftigt, die aus sieben verschiedenen Nationen stammen und somit in jeder wichtigen Sprache seine Kunden betreuen können. Die Betreuung der Kunden muss aber immer vor Ort geschehen,

Roundtable und Business Matchmaking

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«An sich ist unser Thema ‘Matchmaking’ ein-

Nachfrage. Über das Internet, Zeitungen und

Business Roundtables in Ecuador

fach zu verstehen und wiederholt sich immer:

Fernsehen wird diese Nachfrage an tausende von

Alle Kleinunternehmer können vorgängig an

wir managen Informationen und kreieren so

Kleinunternehmen weitergegeben und diese wie-

einem Vorbereitungskurs teilnehmen «Ich

Chancen für Unternehmer auf der Angebots-

derum können ihrerseits ihre Produkte-Angebo-

nenne es gerne das ‘World Economic Forum

und Nachfrage-Seite» meint Michael Stocker,

te registrieren.

des Kleinen Mannes’», sagt Stocker, dessen

der diesen Business Bereich seiner Firma am

Die von Stocker Group entwickelte Software

Firma schon über 70´000 Business-Meetings

liebsten persönlich betreut.

gleicht nun diese Produkte-Nachfrage/Angebote

in Lateinamerika ermöglicht hat.

Consultants besuchen während mehrerer

ab und erstellt darauf basierend firmenspezifische

Monaten Grossunternehmen und Exportfir-

Ablaufpläne für Face-to-Face Meetings. So können

men z. B. in Peru, Chile oder Brasilien und er-

in einem Business-Event von 1 bis 3 Tagen zwi-

stellen so eine Liste mit deren Produkte-

schen 4000 – 6000 solcher Meetings stattfinden.

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www.stockergroup.com


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sagt Stocker. Er hat kürzlich in der Schweiz eine Niederlassung gegründet, um seine Off-Shore-Angebote für Software- und Technologieentwicklung auch hier anbieten zu können. «Mehr als ein Produkt verkaufen» Dennoch: Michael Stockers Herz schlägt für die Unternehmen und die kleinräumige Wirtschaft in Lateinamerika. Seine Vorzeigeobjekte sind nicht Hochglanz-Prospekte, sondern Knowledge Management Software und Marktplätze, auf die er stolz ist: «Bloss ein Produkt zu verkaufen, das könnte ich mir nicht vorstellen. Die nachhaltige Entwicklung fasziniert mich seit 10 Jahren und das möchte ich nicht aufgeben. Dieses Gebiet wird jeden Tag wichtiger und bietet immer interessante Themen.». Die Stocker Group hat bereits erste Kunden im Bereich erneuerbare Energien und arbeitet zur Zeit an einem Knowlege Management Tool für eine australische Hydro Company. Nach Lateinamerika ist Michael Stocker durch ein Praktikum bei Roche gekommen. Er konnte im Anschluss daran ein Projekt von Stephan Schmidheinys Fundes-Stiftung in Südamerika analysieren (für seine Doktorarbeit) und erhielt nach dem Studium bei dieser Organisation eine Anstellung. So wurde Südamerika zu seiner zweiten Heimat. «Das Studium und Doktorat an der HSG erweiterten meinen Horizont ungemein. Ich lernte über Freunde Lateinamerikaner an der HSG kennen, lernte während des Studiums Spanisch, studierte in Barcelona, absolvierte das Praktikum, und gewann diese Region lieb.» Plötzlich zogen ihn nicht mehr nur geschäftliche Gründe nach Südamerika. Die Chance gepackt Michael Stocker war für die FundesStiftung als Manager in Kolumbien und Costa Rica tätig und vernetzte unter anderem mehrere Büros von Entwicklungsorganisationen untereinander. Seine Arbeit hatte stets den bestmöglichen Impact zum Ziel: nicht einfach eine bestimmte Firma mit Bar-

Michael Stocker in seinem Office in Chile.

geld zu unterstützen, sondern Garantien für Kredite zu bieten, Produktionsstätten schlanker zu organisieren oder Hunderte von Klein- und Grossunternehmen via einer intelligenten Software an einen Verhandlungstisch zu bringen. So eingesetztes Kapital, Coaching und Wissen hat grössere Wirkung als blosse Finanzspritzen, bilanziert Stocker. Nach der Dissertation arbeitete Stocker als Berater von BCG in Mexiko und Spanien, bevor er nach einem kurzen Aufenthalt in der Schweiz als International Manager wieder zu Fundes nach Costa Rica zurueckkehrte. Diesemal als Manager fuer e-Business und Knowledge Managment für deren Netzwerk in Lateinamerika. 2003 wollte die Stiftung die Informatikabteilung, der Stocker vorstand, zusammenlegen und zügeln. Das war Stockers Chance: «Jetzt oder nie», sagte sich Michael Stocker und überlegte sich die Abspaltung seiner Abteilung in Chile. Daraus sollte seine eigene Firma werden. Allerdings dauerte das Jetzt für Michael Stocker fast ein halbes Jahr. «Dem eigenen Chef und dem Verwaltungsrat zu sagen, dass man eine Abteilung samt Mitarbeitern aus der Firma ausgliedern möchte, ist nicht so einfach.» Nach einem halben Jahr hatte Stocker die Argumente beisammen: «Es war eine Win-Win-Situation. Fundes konnte sich auf das Kerngeschäft, die klassische Entwicklungshilfe für KMU, konzentrieren und hatte mit der zu gründenden Firma auch einen Partner für den angewandten Infor-

matik- und Knowledge Management Bereich.» Das Vorhaben gelang, Stocker hatte einen ersten namhaften Kunden («für die Löhne der ersten Monate war so gesorgt») und sein bereits grosses Beziehungsnetz tat das Übrige zum Erfolg bei. Nach Brasilien im Jahr 2005 wird dieses Jahr auch die Stocker Group in Kolumbien eröffnet. Intuitiver Entscheid «Unternehmer zu werden war nicht ein gezielter Plan von mir», sagt Stocker heute rückblickend. Er ging einfach mit offenen Augen durchs Berufsleben und packte die «Chance» zum eigenen Unternehmen, als sie sich ihm anerbot. Darauf vorbereitet hat er sich nie, es passierte einfach und war das Richtige für ihn. «Ich wollte immer Verantwortung übernehmen, meine eigenen Projekte verwirklichen und vor allen Dingen unabhängig sein.» Hatte Stocker nie Angst vor den Pflichten eines Unternehmers? Nein, sagt er. Er fälle auch heute noch viele Entscheidungen intuitiv. So jovial ist auch sein Erfolgsgeheimnis. Wenn er heute zum Beispiel eine Anzeige in einer Schweizer Zeitung sehe von Firmen, die in Südamerika Fuss fassen wollen, denke er sich: Die könnte man doch mit der entsprechenden Software ausrüsten. «Die Stocker Group würde das nachhaltige Geschäftsmodell dazu liefern.» Hier schimmert der Unternehmer mit Herzblut durch – ein Firmengründer, der den Erfolg nicht sucht, sondern findet.

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executive campus hsg

Weiterbildungszentrum wird zum «Executive Campus HSG» Vielfältiges Event-Angebot rund um die Eröffnung geplant. Von Philipp Kotsopoulos Mit der offiziellen Eröffnung im Mai wird das Weiterbildungszentrum Holzweid neu unter dem Namen «Executive Campus HSG» auftreten. Der neue Name soll das einzigartige, integrierte Angebot von Lern- und Übernachtungsmöglichkeiten reflektieren, das ein Alleinstellungsmerkmal für die Weiterbildung der HSG darstellen wird. Der von den Alumnae und Alumni finanzierte Teil der Erweiterung, der bislang als «Projekt Campus» bekannt war, wird als Teil des Executive Campus HSG neu zum «HSG Alumni Gebäude». Damit soll insbesondere die wichtige Rolle der Alumnae und Alumni in der Realisierung dieses bedeutenden Meilensteins für die HSG zum Ausdruck kommen. Rund um die Eröffnung im Mai wird es am Executive Campus HSG eine Reihe von HSG-Veranstaltungen

geben, die Gelegenheit dazu bieten werden, die neuen Räumlichkeiten der HSG-Gemeinschaft, den Alumnae und Alumni, den Medien sowie der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Thema «Lebenslanges Lernen» wird dabei den inhaltlichen roten Faden darstellen, der sich in wissenschaftlicher, politischer sowie angewandter Sichtweise durch sämtliche Veranstaltungen zieht. Ihr Name auf dem Window of Fame! Mehr als 200 Privatpersonen, Firmen und Stiftungen haben bereits einen Beitrag zur Finanzierung des Projektes «Campus» – bzw. neu des «HSG Alumni Gebäudes» – geleistet. Nutzen auch Sie die Chance, bis zur Eröffnung ein Teil des Projekts zu werden und Ihren Namen auf dem Window of Fame zu verewigen!

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne Philipp Kotsopoulos: Tel.: +41 (0)71 224 30 10 E-Mail: philipp.kotsopoulos@unisg.ch Bankverbindung: Stiftung HSG Alumni, CH-9000 St. Gallen Bank: Wegelin & Co.,Privatbankiers, CH-9004 St. Gallen Konto-Nr. 10.551292-3200 Clearing-Nr. 8765 IBAN-Nr.: CH10 0876 5105 5129 2300 0 BIC-Code: 8765 SWIFT-Code: WEGECH2G

Eröffnung Eventüberblick Donnerstag, 22. Mai /

Freitag, 23. Mai 2008, ab 17.00 Uhr

Freitag, 30. Mai 2008, 9.30 – 17.30 Uhr

Freitag, 23. Mai 2008

Offizielle Eröffnungsfeier Executive Campus

HSG Alumni Forum 2008

Dritter internationaler scil Kongress

HSG für Spenderinnen, Spender und geladene

«Stillstand oder Lebenslanges Lernen?

«The changing face of Learning - Creating

Gäste. www.alumni.unisg.ch

Einfluss des Bildungsstandes auf den Markt-

the right balance» veranstaltet vom Swiss

wert von Menschen und Unternehmen».

Centre for Innovations in Learning.

Samstag, 24. Mai 2008, ab 9.00 Uhr

www.scil.ch/congress

Tag der offenen Tür auf dem Executive Campus HSG. www.unisg.ch

Freitag, 23. Mai 2008, ab 10.00 Uhr

Freitag, 30. Mai 2008, ab 18.00 Uhr HSG Alumni Generalversammlung

Medienkonferenz zur Eröffnung des

Samstag, 24. Mai 2008, ab 10.00 Uhr

ab ca. 20.00 Uhr Nachtessen mit Tischrede

Executive Campus HSG. www.unisg.ch

Dies academicus

von Gerold Bührer, Präsident economie-

Aufgrund der Sanierung der Aula findet der

suisse. www.alumni.unisg.ch

Festakt in diesem Jahr im Audimax statt. Das Mittagessen wird auf dem Executive Campus HSG veranstaltet. www.unisg.ch

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www.alumni.unisg.ch

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mein spender-commitment Bitte ausfüllen und Kopie faxen an +41 71 224 30 11

Window of fame Spenderleistung «Platin-Spender»

> CHF 200’000

«Gold-Spender»

je CHF 100’000

«Silber-Spender»

je CHF

20’000

EUR

14’000

je CHF

5’000

EUR

3’500

Reservation (Anzahl)

Unterschrift / Datum

Reservation (Anzahl)

Unterschrift / Datum

EUR 140’000 EUR

«Bronze-Spender»

70’000

Raum-Benennung Spenderleistung Gästezimmer

je CHF 50’000

Sauna

je CHF 100’000

Fitnessraum

je CHF 100’000

Bibliothek

je CHF 100’000

Tiefgarage

je CHF 100’000

EUR EUR EUR EUR EUR

35’000 70’000 70’000 70’000

– bereits vergeben – – bereits vergeben – – bereits vergeben –

70’000

Gewünschte Benennung auf Window of fame oder Raum

Spender Firma Name Adresse E-Mail Telefon Fax


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executive campus hsg

Spenderliste «Campus» – sind Sie schon dabei? Bis zur Eröffnung im Frühjahr 2008 haben Sie noch die Gelegenheit, sich eines der wenigen verbleibenden Gästezimmer oder einen Platz auf dem Window of Fame zu sichern! Die bisherigen Spenderinnen und Spender sind (Stand: Februar 2008): · ABB

· Dr. Martin Epple

· LGT Gruppe

· Guido Scherer

· Dr. oec. Christian Abegglen

· Ernst Göhner Stiftung

· S.D. Fürst Hans-Adam II. von und

· Dr. Eugen W. Schmid

· Paul und Ann-Kristin Achleitner

· Manuel Etter

· Dr. Josef Ackermann

· Arthur Eugster, a. Privatbankier,

· AFG Arbonia-Forster-Gruppe

Wegelin & Co., St.Gallen

zu Liechtenstein

· Thomas Schmidheiny

· Harald Link

· Dr. oec. Ralph Schmitz-Dräger

· Dr. Max Link

· Anne-Marie Schuitemaker-

· Dr. Kurt und Verena Alig

· Maria und Fritz Fahrni

· Lista Office AG

· Heinz Allenspach

· Farner PR

· Armin Locher

· Dr. André-Michael Schultz

· Alumni Amici HSG

· Fishing Club

· LxBxH Gauch AG

· Brauerei Schützengarten

· Appenzeller Kantonalbank

· forma vitrum holding

· Christian Marguliés

· Ursula R. Seifert

· Astutia Ventures GmbH

· Dr. Egmund Frommelt, Vaduz

· Eckhard Marshing

· Heinz und Anita Seiler

· Bain & Company

· Fruitger AG, Thun

· Wolfram Martel und Andrea

· Serono

· Basler Versicherungen

· Oskar Gasser

· Bank Julius Bär & Co. AG

· Geberit AG

· Martel AG St.Gallen

· Bankenvereinigung der Stadt

· Daniela S. Geissbühler

· Max Pfister Baubüro AG

· Dr. Gralf und Silvia Sieghold

St.Gallen

Martel Fus

Wichstrøm

· SGOC – San Gallenses Oeconomiae – Gruppo Anziani Goliardi

· Karl Gernandt

· McKinsey & Company Inc.

· Andreas N. Somogyi

· Bauengineering.com AG

· Peter Gmür

· Dr. Alfred Meili

· AV Steinacher

· Christoph Baumgartner

· Lucas Gnehm und Christine

· Dr. Jürg Th. Meili

· Steinegg Stiftung, Herisau

· Altherrenverband der AV

· Dr. Andreas E. Steinmann

· Dr. Markus Berni · Felix Bibus · Bibus Holding AG

Huschke Gnehm · Pascal und Amelie GueissazBlohm

Mercuria San Gallensis · Thomas D. Meyer

· St.Gallen Foundation for International Studies

· Bindella terra vite vita

· Dr. Hans-Ulrich Gysi

· Prof. Ernst Mohr

· St.Galler Kantonalbank

· Bischoff Textil AG St.Gallen

· Harro und Christian Haberbeck

· Dr. Stephan und Martina Mohren

· Clara C. Streit

· Dr. Bjørn Johansson Associates AG

· Hälg Building Services Group

· MS Management Service AG

· Christen Sveaas

· AV Bodania

· Matthias und Ruth Haller

· Sylvie Mutschler-von Specht

· Swiss Re

· Dr. David Bodmer

· Beat Halter

· Nahrin AG

· Tagblatt Medien

· Prof. Dr. Max Boemle

· Die Hanse

· namics ag

· Prof. Dr. Konstantin Theile

· Dr.oec. Max Bruggmann,

· Karl-Erivan W. Haub

· ndb-consulting Christian Müntener

· Hans Thöni

· Mark E. B. Hauri

· Nestlé S.A.

· Thurgauer Kantonalbank

· Bruno Catella

· Helvetia Versicherungen

· N. N.

· Michael Tintelnot, lic. oec. HSG 1974

· Dr. Martin Burkhardt

· Bénédict G. F. Hentsch

· AV Notkeriana

· Dr. Ulrich Tüshaus

· Centrum Bank Vaduz

· Dr. Alexander Herzog

· Alexander C. Notter

· UBS AG

· Christian Fischbacher Co. AG

· Heugümper Club Zürich

· Osterwalder St.Gallen AG

· Dr. oec. Martin Ulmer

· Ciba Spezialitätenchemie AG

· Johannes von Heyl

· René B. Ott

· Ungarische Flüchtlingsstudenten

· Clariant International Ltd.

· Tomas E. Hilfing

· Otto’s AG

· Competence Network AG

· Hilti Foundation

· Dr. oec. Emilio Pagani

· Universal Finanz Holding AG

a. Präsident Hochschulverein

St.Gallen

1956

· Holcim Ltd

· Pictet & Cie Banquiers

· VP Bank

· CPH Chemie + Papier Holding

· Hotel Hof Weissbad

· Dr. Dirk C.W. Plump

· Arthur und Christina Wäger

· CPMi AG Customer Performance

· Dr. Pirmin Hotz

· PricewaterhouseCoopers AG

· Wagner AG

· Ralph E. Jaeger Jaeger Partners

· Emanuel und Marianne Probst

· Martin von Walterskirchen

· Credit Suisse Group

· Dr. sc. éc. Dieter Jäggi

· Raiffeisen Gruppe

· Stefan Wäspi

· C. Vanoli AG

· Peter Jansen

· Dr. Martin Ramsler

· Dr. oec. Carla Wassmer,

· Danzas Holding AG

· Maximilian Kastka

· Dr. Hubertus Rechberg

· Debrunner Acifer-Gruppe

· Keramik Laufen

· Lars P. Reichelt

· Anette Weber

· Deutsche Bank AG

· Kessler & Co AG

· Peter Reland

· Jürgen W. Westphal

· Die Mobiliar

· Carmen Kobe und Stefan Minder

· Malte Richter

· Madeleine Winterling-Roesle

· Diethelm Keller Group

· Dr. oec. Barbara Konrad

· Tore W. Ringvold und Jon

· Bernd und Susanne Wolff

· Dr. Hans-Ulrich Doerig

· Dr. Lucy u. Gebi Küng-Shankleman

· Jean-Evrard Dominicé

· James Ladner und Dr. Thomas

Management

W. Ringvold

a. Präsidentin Hochschulverein

· Dr. Heinz R. Wuffli

· Johann Jakob La Roche

· Prof. Rolf Wunderer

· Willy Roos

· XL Insurance Switzerland

· Charles-Louis de Laguiche

· Rösslitor Bücher AG

· Zehnder Group

· Martin Leber

· Dr. Ferdinand Rust

· Dieter Zerndt

· Ecoscientia Stiftung

· Dr. Willi Leimer

· Wilfried Rutz

· Rudolf E. Ehrbar

· René Lemmenmeier

· Salzmann Group St.Gallen

· Stefan und Hajo Engelke

· Dr. Silvio Leoni

· Werner A. Schawalder

· Dreyer & Hillmann Stiftung · Dubler Hotel- und Tourismusberatung

Ladner


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uni aktuell

Max Schmidheiny: Aussergewöhnlicher Freund und Gönner der HSG Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Unter dem immensen Druck der vielen, durch den raschen und globalen Wandel ausgelösten Anpassungszwänge, neigen wir oft dazu, das zu vergessen oder in unserer Gedankenwelt zu verdrängen, was noch gestern, vorgestern und noch mehr vorvorgestern die Entwicklung unseres Lebensumfeldes massgeblich mitprägte und mitbestimmte. Da drängen sich nachgerade Besinnungsinhalte auf, um jene zu würdigen, die in der Vergangenheit so Entscheidendes für uns geleistet haben. Aus Sicht unserer Hochschule gilt es dieses Jahr mit Max Schmidheiny einer Persönlichkeit zu gedenken, der die HSG sehr vieles zu verdanken hat.

Von Francesco Kneschaurek Es war mir eine persönliche Freude, ihm 1967 als frischgebackener Rektor die Urkunde eines Ehrendoktors der HSG zu überreichen. Die «Laudatio» bezog sich übrigens nicht auf etwelche Leistungen Max Schmidheinys für unsere Hochschule. Er wurde vielmehr in umfassender Weise geehrt «als der hervorragend-initiative, der hohen Verantwortung gegenüber Staat und Gesellschaft bewusste Unternehmer und in Würdigung seiner massgeblichen Verdienste um die wissenschaftliche Erstarkung seiner ostschweizerischen Heimat». Max Schmidheiny war bereits vor seiner Ernennung zum Dr.h.c. als grosszügiger Förderer von Wissenschaft und Forschung und ganz besonders von Bestrebungen zu einer praxisnahen Aus- und Weiterbildung von Führungskräften für die Wirtschaft bekannt. Die charakteristischen Merkmale seines Handels waren neben eines gesunden und durchaus legitimen Profitdenkens die eines entschlusskräftigen, initiativen, risikofreudigen, langfristig und ganzheitlich denkenden Unternehmers Schumpeterscher Prägung, der sich, von einer ethischen Grundhaltung getragen, auch dort zu engagieren pflegt, wo er sich für die Gemeinschaft einen nachhaltigen Nutzen erhofft. Dass er sein weit über das Ökonomische hinausragendes Tun auch finanzieren konnte, verdankte er seinen unternehmerischen Erfolgen, die er namentlich an der Spitze grosser internationaler Konzerne wie der Wild

Max Schmidheiny mit Dr. Stephan Schmidheiny und Lane Kirkland, President of the American Federation of Labor Unions AFL-CIO, Washington, D.C.,Träger des Freiheitspreises 1987, am St.Gallen Symposium 1987.

Heerbrugg (heute Leica), Holderbank (heute Holcim) und BBC (heute ABB) erzielen konnte. Stets war sein Handeln auf das Gebot der Eigenverantwortung in einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung ausgerichtet, wofür er sich auch politisch stark engagierte. Als Nationalrat – ein Amt, dass er nach einer längeren und umfangreichen Tätigkeit als Lokal- und Regionalpolitiker übernahm – musste er allerdings erkennen, wie sehr sich die Entscheidungsstrukturen und -mechanismen in einer Unternehmung von denjenigen einer demokratisch gewählten Legislative mit ihren komplexen parteipolitischen Spannungsfeldern unterscheiden. Als Mann der Tat, gewohnt, selber zu entscheiden, ja entscheiden zu müssen, und dafür die volle Verantwortung zu tragen, konnte er sich nicht einem in seinen Augen viel zu trägen, von politischen Interessengegensätzen und -konflikten durchsetzten Entscheidungssystem unterordnen. Doch lag es ihm fern,

(Fotoarchiv ISC)

deswegen von seiner Überzeugung abzurücken, wie dringend notwendig ein wie auch immer definierbares politisches Engagement wirtschaftlicher Führungskräfte letztlich für eine Demokratie sowie das Bestehen einer vitalen und erfolgreichen Unternehmerschaft sei. Es spricht für seinen Universalgeist, dass er sich trotz seines enormen beruflichen Einsatzes stets auch die Zeit nahm, um seine kulturellen Wünsche zu erfüllen. Er war ein profunder Kenner der klassischen Musik und ein leidenschaftlicher Kunstsammler; seine Hodler-Sammlung, die auch einmal an der Hochschule zu sehen war, geniesst Weltruf. Es war ein absoluter Glücksfall für die Hochschule, dass er sich von 1968 an und bis zu seinem Hinschied mit der ganzen Kraft seiner Persönlichkeit für unsere Alma Mater einsetzte. Seine Verdienste sind so vielfältig, dass sie sich hier nur schwerpunktmässig zusammenfassen lassen:

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uni aktuell

1968 schenkte er der Hochschule ein 55'000 Quadratmeter grosses Grundstück an der Holzweid mit dem Ziel, dort ein Weiterbildungszentrum zu erreichten. Mit Fug und Recht kann behauptet werden, dass ohne diese Schenkung die heute internationalen Ruf geniessende Weiterbildungsstufe kaum an einer ähnlich privilegierten Lage und in der heutigen Form und Ausrichtung hätte realisiert werden können. Ebenfalls Ende der sechziger Jahre errichtete Max Schmidheiny eine Stiftung, um mit der Vergabe eines «Freiheitspreises» Persönlichkeiten und Institutionen für ihren wegweisenden Einsatz zur Wahrung und Stärkung einer freiheitlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zu ehren. Der Freiheitspreis wurde bis 2003 vergeben, zuletzt an UNO-Generalsekretär Kofi Annan; danach wurde die Zwecksetzung der Stiftung geändert: Heute finanziert diese – nach dem Hinschied von Max Schmidheiny von seinen Söhnen Stephan und Thomas weitergeführt – eine Professur «Unternehmertum und Risiko» sowie Gastprofessuren im Bereich «Law and Economics». Zugleich werden regelmässige Foren mit dem Ziel finanziert, die Beziehungen zwischen den Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik im gemeinsamen Gespräch zu fördern und zu vertiefen. Dass diese Stiftung wesentlich zur Stärkung des internationalen Ansehens der Hochschule beiträgt, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Ende der sechziger Jahre wurden auch die schweizerischen Hochschulen von der Welle der gewaltsamen studentischen Auflehnung erfasst, einer Entwicklung, der sich auch die HSG nicht entziehen konnte. Da beschloss eine Gruppe von Studenten von sich aus einen positiven Kontrapunkt zum

damals entfachten Geist zerstörerischen Radikalismus zu setzen. Es entstand das «International Students Committee» (ISC) mit der Zielsetzung, den zeitweilig verloren gegangen sachlichen Dialog zwischen den Vertretern der Universitäten, der Wirtschaft und der Politik wieder aufzunehmen und zu vertiefen. Heute, wo das ISC über gefestigte institutionelle Strukturen verfügt und einen internationalen Ruf geniesst, wird vielfach übersehen, wie schwer die ISC-Studenten anfänglich zu kämpfen hatten, um sich durchzusetzen; dies nicht zuletzt wegen des Misstrauens, da man damals in der Wirtschaft «studentischen Anliegen» entgegenbrachte. Das gilt vor allem für die jeweils existentielle Frage nach der Finanzierung der Symposien. Es war wiederum Max Schmidheiny, der hier eine Vorreiterrolle zu spielen bereit war und mit der Übernahmen der Defizitgarantie für die ersten Symposien diese überhaupt ermöglichte. Abschliessend ist festzuhalten, dass die Verdienste Max Schmidheinys für unsere Hochschule «realiter» wesentlich grösser sind als sie heute in einer sachlich nüchternen Rückblende erscheinen. Sie wurden nämlich in einem politischen Umfeld erbracht, das sich fundamental vom heutigen unterscheidet. Die Stimmung der St.Galler war uns gegenüber keineswegs so wohlgesinnt, wie man es heutzutage erfreulicherweise wahrnehmen kann. Es waren nicht nur die studentischen Unruhen, welche dem «Image» der Hochschulen im Allgemeinen, und damit auch unserer, reichlich schadeten. Manch anderer Grund war dafür verantwortlich, dass die HSG lange Zeit nicht gerade als das Liebkind der St.Galler galt: Linksgerichtete Kreise verurteilten die HSG als «Schmiede des kapitalistischen Nachwuchses», das Gewerbe befürchtete, dass die Hochschule zu viele

Akademiker ausbilde und dem Gewerbe den Boden für seinen Nachwuchs abgrabe; ausländerfeindliche Kreise wetterten, die Hochschule bilde zu viele Ausländer auf Kosten der St.Gallischen Steuerzahler aus; von den Medien kolportierte Spannungen innerhalb studentischer Gruppierungen schürten das Feuer des Misstrauens noch mehr. Verstärkt wurde schliesslich die distanzierte bis ablehnende Haltung gegenüber der Hochschule durch die leidige Tatsache, dass St.Gallen bis zum Einsetzten der Bundeshilfe die einzige Stadt der Schweiz war, welche hälftig mit dem Kanton die Hochschule finanzierte, was im Zusammenhang mit dem starken Wachstum der Hochschule als immer unerträglichere Belastung empfunden wurde. Es muss jedenfalls aus heutiger Sicht einiges Kopfschütteln auslösen, wenn man feststellen muss, dass trotz der grosszügigen Vergabe Max Schmidheinys und der von allem Anfang an bestehenden Bereitschaft der «Alumni» zur Mitfinanzierung des Weiterbildungszentrums es zweiundzwanzig Jahre und fünf Volksabstimmungen bedurfte, um dieses Projekt zu realisieren, so dass Max Schmidheiny als der eigentliche Promotor des Zentrums, dessen Einweihung nicht mehr erleben durfte. «Sir Max», wie ihn seine Freunde liebevoll nannten, hätte diese Jahr seinen 100. Geburtstag feiern können: ein hinreichender Grund dafür, die Persönlichkeit dieses aussergewöhnlichen Freundes und Gönners unserer Hochschule wieder einmal aufleben zu lassen und sich zu vergegenwärtigen, wie grundlegend sich das Umfeld der Hochschule in den letzten 30 bis 40 Jahren erfreulicherweise zu unseren Gunsten verändert hat.

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In der HSG verwurzelt Nach 35 Jahren Tätigkeit an der HSG ist Professor Dr. Hans Seitz, Titularprofessor für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung der Wirtschaftspädagogik, in den Ruhestand getreten. Von Prof. Dr. Christoph Metzger Aktenkundig ist: Im Mai 1993 erhielt Hans Seitz den Ruf auf den Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik an der Humboldt-Universität Berlin. Manch einer wunderte sich, dass Hans Seitz diesen ehrenvollen Ruf ablehnte. Wer Hans Seitz aber genauer kennt, weiss, dass dieser Entscheid nicht mit seiner Verwurzelung am Bodensee zu tun hatte, sondern nicht zuletzt seiner tiefen Verbundenheit mit der HSG entsprach. So entwickelte sich Hans Seitz bald nach dem Studium der Wirtschaftspädagogik zu einem geschätzten Dozenten. Als typischer HSGWirtschaftspädagoge und der Devise seines akademischen Vaters Rolf Dubs folgend, unterrichtete er erfolgreich unzählige Jahrgänge von Studierenden einerseits in betriebswirtschaftlichen Seminaren und Übungen, anderseits in der Wirtschaftsdidaktik und -methodik. Dass ihm dabei die

Hans Seitz.

(Foto: Regina Kühne)

Didaktik der politischen Bildung immer ein besonderes Anliegen war, mag nicht zuletzt seinem ausgeprägten Interesse an gesellschaftlichen Fragen entsprungen sein. Über mehr als drei Jahrzehnte war Hans Seitz auch ein überaus aktives Mitglied der HSG-Gemeinschaft. So präsidierte er über viele Jahre hinweg die Kommission für die Zulassung von ausländischen Studienbewerbern; als Sekretär der Studienreformkommission

prägte er die Studienordnung der 90erJahre mit; und nach aussen vertrat er die HSG in zahlreichen Gremien. Die Dualität von Wirtschaftspädagogik und Betriebswirtschaftslehre schlug sich auch in seinem wissenschaftlichen Werk nieder. Seine Habilitationsschrift von 1987 zur Entwicklung der Qualifikationsanforderungen in kaufmännischen Berufen zeugt von seinem Weitblick, ist diese Thematik doch erneut bildungspolitisch aktuell. In seinem zusammen mit Roman Capaul verfassten Werk «Schulführung und Schulentwicklung» verbindet er in gekonnter Weise das St.Galler Managementmodell mit dem «Unternehmen Schule». Wie es zu einem typischen HSGDozenten gehört, hat Hans Seitz auch mit voller Kraft an einem Institut gewirkt. Das Institut für Wirtschaftspädagogik ist ihm für seine 35-jährige aktiv gestaltende Mitarbeit zu grossem Dank verpflichtet.

Ein Leben an den Schnittstellen der HSG Herbert Murbach tritt nach Abschluss eines Projekts zur Dokumentation der Geschichte der HSG nun ganz in den Ruhestand. Von Rektor Ernst Mohr Sekretär des Senats, des Senatsausschusses, Abteilungssekretär gleich zweier Abteilungen, Rektoratssekretär, Sekretär des Universitätsrats, Assistent am Institut für Wirtschaftspädagogik sind einige Stationen seiner langjährigen Tätigkeit an der HSG. Wer an der HSG nach Schnittstellen sucht, wird in der Vita von Herbert Murbach nicht nur fündig, sondern es fällt ihm schwer, welche zu finden, an denen Herbert Murbach nicht tätig war: Akademia – Administratia, Akademia – Akademia, Akade-

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mia – Governanzia, Administratia – Governanzia waren die Spielfelder, deren immanente Papierlastigkeit er um- und weitsichtig unter Kontrolle zu halten vermochte. Die Aufarbeitung des HSG-Archivs wäre ohne sein institutionelles Wissen kaum möglich gewesen. Das Motto «HSG - kein Platz zum Arbeiten, sondern zum Leben» fand in ihm einen sichtbaren Niederschlag. Loyalität charakterisierte seine Persönlichkeit. Wir danken ihm für alles. Herbert Murbach.


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Zum Denksport in die Sporthalle Meilenstein für Bauprojekte an der HSG: Ende 2007 war es soweit: Die HSG konnte drei Bauten übernehmen: Das sanierte Haus Dufour 48, die Parkgarage am Fusse des Campus und die neue Dreifach-Sporthalle. Von Marius Hasenböhler Auf allen drei Bauplätzen wurde in den letzten knapp zwei Jahren auf dem Rosenberg gebaut. Dies mit dem Ziel, die 1963 fertiggestellten Förderer-Bauten fachgerecht zu sanieren und den künftigen Generationen von Studierenden und Forschenden an der HSG eine zeitgemässe und funktionale Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Bis zum Abschluss des 80-Millionen-Projekts im Sommer 2011 wird das Leben in und mit Provisorien jedoch weiterhin den Alltag an der HSG prägen. Im Haus Dufourstrasse 48 konnten nach 13-monatiger Bauzeit Ende November die Informatik und Anfang Dezember das Rektorat Einzug halten. Während an diesem Ort fürs Rechenzentrum der HSG ein moderner und permanenter Standort eingerichtet wurde, wirkt das Rektorat hier nur auf Zeit. Es wird nach der Sanierung des A-Gebäudes, die im Sommer 2010 abgeschlossen sein sollte, dorthin zurückkehren. Parkplätze an einem Ort Die neue Parkararage konnte nach 15-monatiger Bauzeit Ende Dezember übernommen und Anfang Januar 2008 bezogen werden. Auf zwei unterirdischen Geschossen stehen künftig 120 Parkplätze zur Verfügung,

die die beiden bisherigen oberirdischen Parkfelder ersetzen. Bis Sommer 2010 wird jedoch nur ein Teil der Plätze zur Verfügung stehen, da in der Tiefgarage Arbeitsfläche für die Bauarbeiten im Hauptgebäude gebraucht wird. Der Bau der Parkgarage hat auch Vorteile fürs Quartier: Durch die Zusammenfassung aller Parkplätze in einem Gebäude wird der Suchverkehr im Quartier reduziert. Zudem sind die Zu- und Wegfahrten limitiert und werden mit einem Fahrtenzähler überwacht. Der eindrücklichste Bauplatz liegt rund 500 Meter westlich des heutigen Campus. Rund 30'000 m3 Erdreich wurden ausgehoben, um der zu zwei Dritteln in den Boden versenkten, Dreifach-Sporthalle Platz zu machen. Nach 21 Monaten Bauzeit wird darin seit dem 14. Januar 2008 jedoch zunächst Denksport betrieben, denn die Sporthalle wird während der Sanierung des A-Gebäudes als Provisorium für die Lehre gebraucht. In 17 gläsernen Hör- und Seminarräumen werden rund 1000 Studierende den Vorlesungen folgen. Weitere neun Seminarräume oberhalb der Sporthalle sollen zusätzlichen 360 Studierenden bis im Herbst 2010 Platz bieten.

Oben: Das sanierte Gebäude (Dufourstrasse 48). Mitte: Harmonisch in die Landschaft eingefügt: Die Dreifach-

Sanieren – umgestalten – erweitern 5. Juni 2005: Die St.Galler Bevölkerung stimmt der Bauvorlage deutlich, mit über 66 Prozent, zu. . 3. April 2006: Spatenstich für neue Dreifachsporthalle. 22. September 2006: Spatenstich für die neue Parkgarage. 1. Dezember 2007: Bezug des sanierten Gebäudes Duforstrasse 48 14. Januar 2008: Bezug der Lehrprovisorien in der neuen Dreifachsporthalle

Einweihung im September 2011 Diesen Frühling kann das nächste Grossprojekt, die dreijährige Sanierung des A-Gebäudes in Angriff genommen werden. Ab dem 14. Januar 2008 begannen dazu die Bauarbeiten auf dem Hauptplatz gegenüber dem Restaurant Wienerberg. Das Hauptgebäude wird bis Ende März geräumt, das Studium vom A-Gebäude in die Sporthalle verlagert. Ein Grossteil der Verwaltung wird Büroprovisorien östlich des Bibliotheksgebäudes bezie-

Sporthalle. Unten: Die neue Tiefgarage für 120 Autos. (Fotos: Regina Kühne)

hen. Die Bauarbeiten in und um das Hauptgebäude werden bis Sommer 2010 dauern. Danach wird das A-Gebäude bezogen, die Seminar- und Hörsääle in und um die Sporthalle abgebaut, sowie die heutige Mensa saniert. Im Sommer 2011 soll das gesamte Bauprojekt abgeschlossen und im September feierlich eingeweiht werden.

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Franz Hagmann verstorben Dr. Franz Hagmann, von 1982 bis 1992 Verwaltungsdirektor der HSG und späterer Stadtrat und Stadtpräsident von St.Gallen, ist Mitte Februar 2008 nach schwerer Krankheit verstorben. Er war an der HSG wie in der Politik ein Mann des Ausgleichs, der sich in einer wichtigen Phase der HSG-Geschichte bleibende Verdienste erworben hat. Franz Hagmann, promovierter Sprachwissenschafter, war vor seiner Wahl zum HSG-Verwaltungsdirektor an der Kantonsschule Burggraben als Lehrer für Deutsch, Französisch und Medienkunde sowie als Prorektor tätig gewesen. Als kantonaler Beauftragter für die Lehrplanreform und die Fortbildung der Mittelschullehrer war er mit den (bildungs-)politischen Zusammenhängen und Akteuren vertraut. Er war daher für die Position des Verwaltungsdirektors die ideale Wahl – und er stellte während der folgenden zehn Jahre die Kontinuität in der Führung der HSG – wo die Person des Rektors ja bekanntlich regelmässig wechselt – sicher. Dabei gab es schwierige und gewichtige Abstim-

Franz Hagmann, 1941–2008.

mungen zu überstehen: 1985 gelang es nach verschiedenen Anläufen, das Ja das St.Galler Volkes zum Bau des Bibliotheksgebäudes (eröffnet 1989) zu erreichen. Politische Kämpfe zu bestehend galt es auch beim Weiterbildungszentrum auf der Holzweid,

das ebenfalls noch in seiner Amtszeit an der HSG (1992) eröffnet werden konnte. Neben seinem Wirken nach aussen, war aber vor allem die HSG»Innenpolitik» sein Feld, das er erfolgreich bestellte: Er formte und festigte eine schlanke, auf die Bedürfnisse von Studierenden und Dozentenschaft fokussierte Verwaltung. Besonders geschätzt an Franz Hagmann haben die HSG-Mitarbeitenden, die er 10 Jahre lang führte, aber seine menschlichen Qualitäten: Ausgleichend, gerecht, der Sache verpflichtet, mit den Details vertraut, bescheiden im Auftritt, erfolgreich in den Resultaten seines Wirkens: So wird in die HSG in ehrender Erinnerung behalten. (tr)

UniChor St.Gallen in London Der UniChor St.Gallen trat in London gemeinsam mit dem Chor der London School of Economics (LSE) in der St.Clement Danes Church auf und begeisterte das zahlreich erschienene Publikum. Von Sebastian Strohmenger Etwa 30 hoch motivierte Sängerinnen und Sänger des UniChors St.Gallen machten sich Ende November mit ihrem Dirigenten Michael W. Berndonner auf den Weg nach London, um das Dettinger Te Deum von Georg Friedrich Händel und Schweizer Lieder in den vier Landessprachen aufzuführen. Das Te Deum bot der UniChor allerdings nicht allein dar, sondern gemeinsam mit dem etwa 70köpfigen Chor der renommierten London School of Economics (LSE) unter der Leitung von Andrew Campling. Der kulturelle Austausch zwischen Engländern und Schweizern gelang auch und vor allem aus musikalischer Sicht sehr gut. Einerseits wurde durch das gemeinsam gesun-

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gene Werk von Händel eine Brücke zwischen den beiden Kulturen geschlagen. Andererseits sangen beide Chöre winterliche A-cappella-Lieder aus ihrem jeweiligen Heimatland. Mit einer Auswahl an weniger bekannten Meisterwerken des schweizerischen Volksliederrepertoires präsentierte der UniChor den kulturellen Reichtum der Schweiz.

waren von der fruchtbaren Zusammenarbeit begeistert, ein Gegenbesuch des Londoner Chors ist daher bereits in Planung. In St. Gallen wird dann, voraussichtlich am 17. oder 18. und am 20. Mai, neben anderen klassischen Werken, erneut das Te Deum aufgeführt werden, dieses Mal zusammen mit dem Orchester der Universität.

Von der fruchtbaren Zusammenarbeit begeistert. Um sich auch auf der weniger formellen Ebene besser kennen zu lernen, wurde der Abend durch ein gemeinsames Abendessen in einem Londoner Pub abgerundet. Die Dirigenten Campling und Berndonner

Der Chor bedankt sich bei HSG Alumni herzlich für die grosszügige Unterstützung, ohne die dieses und andere Projekte nicht möglich gewesen wären.


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Lernen und Lehren über kulturelle Grenzen hinaus Interessante Referentinnen und Referenten thematisierten am Starttag 2008 interkulturelles Lernen am Beispiel Lateinamerikas. Die Veranstaltung war der Auftakt für alle Studierenden, welche im Frühlingssemster 2008 neu in die Bachelor- oder Masterstufe einstiegen. Von Lotti Gerber Prof. Dr. Roberto Atavia von der INCAE (welche vom Wall Street Journal wie auch der Financial Times als eine der weltweiten Top Ten Business Schools bewertet wird) eröffnete den Starttag mit einer spannenden Übersicht seines Kontinents. Er zeigte erstens, dass Lateinamerika nicht als Einheit betrachtet werden könne – weder seine Kultur, seine Märkte noch seine Möglichkeiten. Zweitens wies er darauf hin, dass die Länder bislang kein einheitliches Entwicklungsmodel gefunden hätten, wie dies etwa in Asien der Fall sei. Noch immer dominieren der 1. und 2. Sektor die Wirtschaft und alle suchen ihren eigenen Weg, wie sie in der Transformation einen Schritt weiterkommen. Interessant ist aber, dass Lateinameri-

ka im Verhältnis zu Asien per capita viel höhere Direktinvestition anzuziehen mag. Wenig Gutes liess Atavia dabei an Hugo Chavez: «Er ist Fidel Castro neugeboren – aber dieses Mal mit viel Geld.» Als abschliessender dritter Punkt betonte er, dass in Lateinamerika Unternehmertum von Profit- wie non-Profit-Organisationen äusserst willkommen sei. Eine unumgängliche Voraussetzung für Erfolg sei jedoch der Wille, sich langfristig zu engagieren. In der anschliessenden Paneldiskussion kamen die Teilnehmer wiederholt auf die Korruption zu sprechen. Peter Fuchs, Vorsitzender des VIVA Trust (gestiftet von Stephan Schmidheiny), war der Meinung, dass deren Meidung sich auszahlt, weil so das Unternehmen besser arbeiten muss und dadurch wiederum die besseren Mitarbeiter angezogen werden,

was wiederum den Erfolg stärkt. Prof. Atavia wehrte sich gegen das Bild, dass Lateinamerika soviel korrupter als andere Regionen sei mit dem Beispiel Costa Ricas: Dort sitzen zwei ehemalige Präsidenten im Gefängnis, welche sich bestechen liessen – während die Manager der bestechenden Firmen aus Frankreich und Finnland unbehelligt auf ihrem Posten geblieben sind. Santiago Pazur, Manager bei Bain, und Prof.em. Jean-Max Baumer bereicherten die Diskussion mit ihren eigenen Erfahrungen. Die neu eintretenden Studierenden konnten in Workshops unter der Leitung von Prof. Christoph Frey, Prof. Yvette Sanchez und Alumnus Urs Straub Tapia ihre eigenen Erfahrungen mit interkulturellem Lernen und Lehren austauschen.

5. DocNet Management Symposium Der Doktorandenverein der Universität St.Gallen, das DocNet , organisiert regelmässig ein Management Syposium. Beim fünften Event dieser Art stand das Thema «Mergers & Acquisitions – Von der Strategie zur Integration» im Zentrum. Hochkarätige Referenten aus Wissenschaft und Praxis befassten sich in Vorträgen mit ausgewählten Aspekten des Mergers & Acquisitions-Prozesses. Von Markus Menz und Jochen Menges Entsprechend der Grundidee des Symposiums bot der Anlass auch dieses Mal eine hohe Perspektivenvielfalt, die durch Beiträge ausgewählter Experten aus Unternehmen, Wirtschaftsprüfung, Investment Banking, Strategieberatung, Private Equity sowie Steuer- und Rechtsberatung gewährleistet wurde. Zu den Rednern zählten die beiden HSG-Alumni Dr. Daniel Ritz (Chief Strategy Officer, Swisscom AG) und Markus Ehrler

(Executive Director, UBS Investment Bank), sowie Holger Kneisel (Partner, KPMG), Dr. Axel Seemann (Partner, Bain & Company), Dr. Urs Schenker (Managing Partner, Baker & McKenzie), Dr. Kai Lucks (Head of M&A Integration, Siemens AG), Arnd Schwierholz (Head of Mergers & Acquisitions, Deutsche Lufthansa AG) und Prof. Dr. Günter Müller-Stewens (Direktor Institut für Betriebswirtschaft, Universität St.Gallen). Über 80 Teilnehmer besuchten die ganztägige Veranstaltung im Weiter-

bildungszentrum der HSG. Zeitgleich zum Symposium erschien das Begleitbuch mit gleichnamigem Titel im Haupt-Verlag. Das Buch ist im Handel erhältlich.

Kontakt: Kontakt: Markus Menz, Lyida Ebersbach und Jochen Menges, www.docnet-hsg.ch

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studentische initiativen im porträt

Club der Lateinamerikaner – Sprache verbindet Es ist ruhiger geworden um den Club der Lateinamerikaner. Neben Partys will der Verein in Zukunft auch vermehrt kulturelle Aktivitäten durchführen. Mit dem Zentrum für Lateinamerikaner hat er dafür einen engagierten Partner gefunden. Von Dominik Chiavi Ausländische Studierende haben es schwer in unserem Land Fuss zu fassen. Eine fremde Sprache, fremde Kultur und fremde Sitten. Das bereitet insbesondere Studierenden aus dem Süden Schwierigkeiten, kommt doch zur Sprachbarriere noch ein Klimaschock hinzu. Eine Starthilfe bietet der Club der Lateinamerikaner (CLA), der allen Lateinamerikanern und Iberern offen steht. Auch Schweizer sind im Verein, den es seit 1985 gibt, herzlich willkommen. Damals löste sich eine Gruppe von Studierenden aus dem Ausländerclub, um den CLA zu gründen. «Man wollte sich mehr mit seiner Heimat identifizieren, die eigene Sprache sprechen», erklärt Karin Schreier vom Vereinsvorstand. Gründungsmitglieder waren Argentinier, Spanier und Schweizer. Neuanfang in St.Gallen Seither hat sich vieles getan. Mittlerweile zählt der Club 50 Mitglieder – Tendenz steigend. Die meisten Studierenden kommen aus Mexiko, Brasilien, Kolumbien, Argentinien und Spanien. Grösstenteils handelt es sich um Halbschweizer, die in ihren Heimatländern eine deutschsprachige Schule besucht haben. Ihre Eltern arbeiten vielfach für Schweizer Grosskonzerne im Ausland. Der Club der Lateinamerikaner stellt zu Beginn eine Starthilfe für Latinos dar: Die Mitglieder teilen meist dieselben Interessen und werden von den erfahrenen Studierenden integriert. Es gibt keine Sprach- und Kulturbarriere und so haben die Neuankömmlinge ein Stück Heimat in St.Gallen. «Auch ich hatte und habe immer noch Heimweh nach Südamerika. Das geht allen Latinos so. Der Club der Lateinamerikaner

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stärkt uns in St.Gallen den Rücken», so Schreier. Der Weg an die Hochschule St.Gallen ist aber nicht nur weit, sondern auch steinig. Wer ohne Schweizer Pass studieren will, muss die Zulassungsprüfung für Ausländerinnen und Ausländer ablegen. Für Halbschweizer ist es etwas einfacher. Sie müssen, wenn sie nur über ein teilanerkanntes Zeugnis verfügen, die Fribourger Prüfung ablegen. Schwierig sieht es nach dem Studium auch mit der Sammlung von Berufserfahrung aus. «In erster Linie stellen die Unternehmen Schweizer an, dann Europäer und erst danach folgen die restlichen Kontinente», erklärt Schreier. Zentrum für Lateinamerikaner Die Alumni des Clubs der Lateinamerikaner werden zusammen mit den Alumni der Universität Zürich geführt. Früher gab es zwischen den Aktiven und den Veteranen jährliche Treffen. Heute finden diese nicht mehr oft statt, denn viele Mitglieder kehren nach dem Studium zurück in ihre Heimatländer. Dafür führt der CLA eine enge Beziehung mit dem Centro Latinoamericano-Suizo de la Universidad de San Gallen (CLSHSG). Mit Hilfe des Centers soll der Kontakt zu Lateinamerika und eine Auseinandersetzung mit den südamerikanischen Kulturen gefördert werden. Prof. Dr. Yvette Sánchez, Geschäftsführerin des CLS, unterstützt den Vorstand des Clubs der Lateinamerikaner bei seiner Arbeit und referierte am letztjährigen Weihnachtsessen. Im Mai 2007 wurde durch Yvette Sánchez erstmals eine neue Lehrveranstaltung unter dem Titel «Doing Business in Latin America» durchgeführt. Der Kurs wurde von einem Grossteil

Oben: Lateinamerikanisches Partyvolk am Unifest Mitte: Nachtessen vor einer WG-Party Unten: Gruppe beim Grillfest

der Clubmitglieder besucht. «Wir hatten bekannte Dozenten aus Lateinamerika, die uns aufzeigten, dass die südamerikanische und die schweizerische Wirtschaft ein verschiedenes Paar Schuhe sind. Es gibt keinen Masterplan für Lateinamerika und jedes Land in unserer Heimat ist total verschieden», führt Schreier weiter aus.


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Mehr Party, mehr Kultur In der Partyszene der St.Galler Studierenden ist es ruhiger geworden um den Club der Lateinamerikaner, welcher früher gerade durch atmosphärische Partys grosse Bekanntheit erlangte. Mit einem neuen, motivierten Vorstand will der Club zurück zum alten Ruhm finden. Flaggschiff der Veranstaltungen bleibt wie bisher das Unifest. Der CLA verfügt wie die letzten Jahre über einen eigenen Dancefloor. Mit lateinamerikanischer Musik und Tanz, landestypischen Cocktails und traditioneller Dekoration wird den feierwilligen Studierenden eingeheizt. Neben der Organisation von Partys will der Club neu auch vermehrt kulturelle Aktivitäten und Vereinsanlässe in kleineren Gruppen durchführen. Denn in den letzten Jahren hat sich die Mitgliederanzahl mehr als verdoppelt und die Mitglieder brauchen mehr Zeit, sich untereinander besser kennen zu lernen. Ein weiteres Highlight ist das Grillfest bei den Drei Weihern. Aufgetischt werden die unterschiedlichsten Speisen aus Südamerika. «Natürlich darf auch die Olma-Bratwurst nicht fehlen», schmunzelt das Vorstandsmitglied. «Wir diskutieren an diesen An-

lässen stundenlang. Bei politischen Diskussionen werden die Meinungen direkt ausgesprochen. Man könnte meinen, dass sich die Gespräche zu hitzigen Debatten entwickeln, aber der Schein trügt. Wir Lateinamerikaner sind zwar laut, aber friedlich.» Auch wenn die kulturellen Unterschiede ihrer Länder teils gross sind, seien sie froh noch andere Südamerikaner hier zu haben. Schreier sagt: «Sprache verbindet». Eine andere Mentalität Das Naturell eines Südamerikaners unterscheidet sich von dem eines Schweizers. «Bei unseren Partys wird es sofort laut. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung und es wird immer getanzt. Dies wurde uns bei der letzten WG-Party beinahe zum Verhängnis. Zweimal tauchte die Polizei auf», erzählt Karin Schreier. Das Fest wurde aber zu Ende gefeiert. Im Gegensatz zum Ausflug ins Alpamare in Zürich – er fand gar nicht statt. Denn wer sich am Beckenrand tanzende Latinas im knappen Bikini vorstellt, liegt falsch. Das nördliche Lateinamerika gilt als eher konservativ und ein Grossteil der Einwohner wird streng katholisch erzogen. So fiel der

Badeplausch in Badehose buchstäblich ins Wasser. Nebst der Erweiterung der Aktivitätenliste hat der Club der Lateinamerikaner auch noch andere Ziele. Er will den Schweizern im Verein den südamerikanischen Lebensstil näher bringen und das sprachliche Wissen vertiefen. So soll die lateinamerikanische Kultur in St.Gallen integriert werden. Die Südamerikaner ihrerseits lernen Europa und insbesondere die Schweiz kennen – was nicht immer einfach ist. «Mit einem Latino kannst du fünf Minuten reden, und schon ist man Kollegen. Bei Schweizern gestaltet sich dieser Prozess um einiges länger, dafür ist die Freundschaft intensiver», erklärt Schreier. Um mehr von unserem Kontinent zu sehen unternimmt der CLA jeden Sommer eine Reise in Europa. Meistens wird dabei eine Hauptstadt besucht, was sich bei der jetzigen Mitgliederanzahl nicht wirklich einfach gestaltet. Geklappt hat es laut Karin Schreier aber immer. «In Zukunft wollen wir unser bestehendes Vereinsleben beibehalten und uns zusätzlich mehr mit unserer Heimat beschäftigen. Das wird das Heimweh noch mehr lindern.»

Das Alumni-Magazin der Universität St.Gallen

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(bis 1997: «St.Galler Hochschulnachrichten»)

Dominik Chiavi · Franziska Eberhard · Lotti Ger-

alma · freicom beziehungsmanagement und

ber · Marius Hasenböhler · Peter Jacubowsky ·

kommunikation ag · rorschacherstrasse 304 ·

ISSN 1422-5980

Francesco Kneschaurek · Philipp Kotsopoulos ·

9016 st.gallen · telefon 0842 120 120 ·

8. Jahrgang, Nr. 2/2008

Andreas Küng · Urs Landolf · Rebecca Magin ·

telefax 071 282 21 30 · alma@freicom.ch

Auflage: 20’000 Exemplare

Jochen Menges · Markus Menz · Christoph

Erscheinungsweise: alle 3 Monate Herausgeber:

Metzger · Ernst Mohr · Jochen Müller · Nicolo

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Paganini · Yvette Sánchez · Sebastian Strohmen-

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Networking & Firmenbesichtigung: Alumni EMBA HSG der Ostschweiz bei der Seilfabrik Ullmann Von Franziska Eberhard Am Donnerstag, 29. November 2007 traf sich der EMBA HSG Ostschweizer Stamm in der Seilfabrik Ullmann in Abtwil. Herr Martin Ullmann, Verwaltungsratspräsident, empfing die Teilnehmer persönlich und gab einen Einblick in die enorme Entwicklung des Unternehmens mit allen Herausforderungen, denen sich der KMU Betrieb in den letzten Jahren stellen musste. In der modernen Architektur, in Bau und Forst aber auch in der Industrie und im Bereich Sicherheit, Rettung und Feuerwehr besteht ein Bedarf nach immer spezialisierteren Seilen. Das Unternehmen produziert hochtechnische Seile für Firmen wie Phonak, Mercedes, Siemens, ArianeRakete etc. Die Palette der verschiedenen Produkte reicht vom Piratenschiff für den Abteuerspielplatz, GolfBallfangnetze über Seile für den Haushaltapparat, den Fahrzeugbau und den Torantrieb, zu Seilen mit in-

Seil ist nicht gleich Seil – der Profi erklärt die Produktevielfalt.

tegrierten Wiesensamen zur sicheren rutschfreien Begrünung bis hin zu Seilen für die Raketenindustrie. Den interessierten Teilnehmern des Ostschweizer Stammes erläuterte Herr

Ullmann beim gemeinsamen Abendessen und bei einer lebhaften Diskussion, welche Hürden ein KMU überwinden muss, um im globalen Wettbewerb zu überleben.

«Women back to Business» Executive School der Universität St.Gallen bietet massgeschneiderten Kurs für Wiedereinsteigerinnen an Von Friederike Wolter Der Fachkräftemangel macht sich auf dem Schweizer Arbeitsmarkt zunehmend bemerkbar. Bisher sind jedoch Akademikerinnen, die ihren Wiedereinstieg nach der Familienpause planen, eine kaum genutzte Ressource. Diese Frauen spricht der neu entwickelte Zertifikatkurs «Women Back to Business» (WBB-HSG) an. In kompakter Form erhalten die Teilnehmerinnen einen Überblick über aktuelles Management-Wissen, das ihre akademische Ausbildung optimal ergänzt. Gleichzeitig wird ihr Weg zurück in den Beruf kompetent be-

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gleitet und die Attraktivität für potenzielle Arbeitgeber deutlich erhöht. Die Relevanz des Themas haben namhafte Schweizer Unternehmen wie die Helvetia, die St. Galler Kantonalbank, die Schweizerische Post und die Swiss Re erkannt; sie fördern den Kurs durch die Finanzierung von Teilstipendien massgeblich. Diese Partner stehen für die Praxisrelevanz der Kursinhalte und haben gleichzeitig die Möglichkeit, hochqualifizierte Mitarbeiterinnen zu gewinnen. Die Teilnehmerinnen erhalten exklusiven Zugang zu offenen Stellen der Part-

nerunternehmen. Selbstverständlich ist der Kurs so aufgebaut, dass er sich einfach in den Familienalltag integrieren lässt. Die 21 Kontakttage erstrecken sich über 12 Monate; dazu kommen Vor- und Nachbereitungszeiten sowie eine praxisorientierte Abschlussarbeit. Der Kurs startet im September 2008, Bewerbungsschluss ist der 26. Mai 2008. Alle weiteren Informationen erhalten Sie online unter www.es.unisg.ch/wbb sowie telefonisch unter +41 (0)71 224 7500 (Anneliese Fehr).


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EMBE für die ganze Familie: Familientag im WBZ Holzweid Von Rebecca Magin, Jochen Müller Die Executive MBA-Programme der HSG sind lang und intensiv – auch für die Familien der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Insgesamt 20 Wochen sind Partner oder Partnerin, Vater bzw. Mutter zur Weiterbildung, und damit in aller Regel auch in der abendlichen Freizeit weg von zuhause. Damit sich auch die daheim Bleibenden ein Bild davon machen können, wie sich die Weiterbildung ihrer Lieben so anfühlt, hat der Executive Master in Business Engineering zum «EMBE 11 Family Day» ins Weiterbildungszentrum Holzweid geladen. Gleichzeitig bot der Anlass auch die Gelegenheit, das Klassen-Netzwerk auf die PartnerInnen auszudehnen, so dass das Kennen lernen und Freundschaft schliessen nicht erst an der Diplomfeier passiert. Während die EMBE-Studierenden noch bei ihrer Modulprüfung schwitzten, startete der EMBE 11 Family Day

mit einer Stadtführung durch St. Gallen für die Partnerinnen und Partner und altersgerechten Kinderprogrammen im Kindermuseum und in der Stadt St. Gallen. Anschliessend lauschten die Kids einer Kinder-Uni Vorlesung zum Thema «Woher kommt das Geld?» im gleichen Saal und sogar auf dem gleichen Platz wie Mama oder Papa. Professor Franz Jaeger zog mit seinen Ausführungen und einer tollen bunten Powerpoint-Präsentation die Kleinen in seinen Bann, während sich die Eltern nach einer Führung durch das WBZ bei einem adventlichen Apéro stärken und gegenseitig kennenlernen konnten. 70 Eltern und Kinder haben die Möglichkeit des Family Days genutzt. Auf ein Wiedersehen im Juni zur Diplomfeier des 11. Executive Master of Business Engineering dürfen sich wohl alle freuen. Und die Programm-

leitung vom EMBE HSG hat sich über den grossen Zuspruch und die positiven Rückmeldungen gefreut und beschlossen, diese Innovation im Programm weiterzuführen. Business Engineering ist der St.Galler Ansatz zur ganzheitlichen Konzeption und Umsetzung von Veränderungsprozessen in Wirtschaft und Verwaltung. Das interdisziplinäre Studienprogramm für Führungskräfte vermittelt Handlungskompetenz für die Veränderungsgestaltung und nicht General Management-Wissen. Deswegen ist es auch für Teilnehmende mit wirtschaftswissenschaftlicher Vorbildung von Interesse. Das berufsbegleitende Programm führt zum international anerkannten Titel «Executive MBA HSG». Weitere Informationen sind zu finden unter www.embe.unisg.ch.

Aktuelle Weiterbildungsangebote Unternehmerschule: HSGDiplom-Programm für Technologie-Unternehmer

Modul: Law and Business in China (im Rahmen des Executive M.B.L.-HSG)

Executive Master of European und International Business Law M.B.L.-HSG

Zielgruppe: Technologie-Unternehmer,

Zielgruppe: Führungskräfte/Anwälte, die

Zielgruppe: Akademiker juristischer und

die als CEO, als R&D- oder Vertriebs-

einen Einblick in die Kultur, Wirtschaft

nicht-juristischer Studienrichtungen mit

leiter seit mehreren Jahren in

und das Recht Chinas suchen

mehreren Jahren Berufserfahrung

etablierten Unter nehmen tätig sind.

Durchführungsor t: Fudan University

Dauer: 9 einwöchige Studienmodule in

Teilnehmerzahl ist beschränkt.

Shanghai, School of Management and

Europa, USA und China über 18 Mona-

Dauer: 42 Tage (8 Wochen), auf 1.5

Law Faculty

te verteilt

Jahre verteilt

Dauer: 5 Tage (Montag - Freitag)

Studienor te:

Beginn: 2. Durchführung am

Termin: 1.-5. September 2008

St.Gallen), Bern/Genf, Shanghai (Fudan

26. Mai 2008

(2. Durchführung)

University), Austin (University of Texas),

Anmeldeschluss: 22. Februar 2008

Anmeldeschluss: 31. Mai 2008

Wien, Frankfurt a.M., Vaduz, New York

Weitere Informationen:

Die Teilnehmerzahl ist beschränkt

(New York University), Luxemburg

Studienleitung: Nadja Barthel M.A.,

Teilnahmegebühr: EUR 2'500.- (Sonder-

Beginn: 25. Mai 2008

Tel. +41 (0)71 224 75 01;

konditionen für HSG-Alumni)

Studiengebühr: EUR 24'000.-

E-Mail: unternehmerschule@unisg.ch

Weitere Informationen:

Weitere Informationen:

unternehmerschule.es.unisg.ch

Sonja Greutmann,Tel. +41 (0)71 224 26

Katrin Lakner, Tel. +41 (0)71 224 16 10,

16, E-Mail: mblhsg@unisg.ch

E-Mail: mblhsg@unisg.ch

www.mbl.unisg.ch

www.mbl.unisg.ch

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(Universität

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clubnews

HSG Alumni Club Norge: Peak Oil an der Jahresversammlung Wo sich vor Hunderten von Jahren die Wikinger nach ihren Beutezügen versammelten, treffen sich heute die HSG Alumnae und Alumni nach ihrer Rückkehr aus der Schweiz: In Oslo nahmen Mitte Februar rund 45 Ehemalige an der Jahresversammlung teil. Rasch wurden die Formalitäten des Vereins entschieden, so dass sie sich dem gelungenen Vortrag von Aage Figenschou, dem internationalen ÖlSpezialist, widmen konnten. Er sprach zum Thema «Peak Oil», welches gerade in Norwegen genauso brennend wie kontrovers ist. Während dem anschliessenden gemütlichen Abendessen verlagerten sich die Gespräche jedoch alsbald in ruhigere Gewässer. Es wurden viele Erinnerungen an die HSG, aber auch nützliche Informationen und Kontakte ausgetauscht.

Der engagierte Vorstand des HSG Alumni Clubs in Norwegen (v.l.n.r): Staale Kolbeinsen, Hans Peter Reiss,

Kontakt:

Martine Skau, Christian Bryn, Paal

paal.ostemoe@alumni.unisg.ch

Østmoe, Morten Raabe, Peter Simonsen

und christian.bryn@alumni.unisg.ch, Präsident und Vizepräsident des HSG Alumni Club Norge

HSG Alumni St.Gallen: Modern Times auf dem Rosenberg Von Nicolo Paganini Anfang Jahr trafen sich Mitglieder von HSG Alumni St.Gallen für einmal nicht in der Stadt unten, sondern in den Räumlichkeiten der Uni. So mancher in die reifen Jahre gekommene Absolvent fühlte sich dabei im Hörsal A 111 an seine eigene Studienzeit auf dem Rosenberg erinnert. Der Präsident von HSG Alumni St. Gallen, Leodegar Kaufmann, präsentierte das dreiteilige Programm: Professor Hubert Oesterle vom Insitut für Wirtschaftsinformatik orientierte über die Entwicklung der HSG in den letzten rund 25 Jahren. Rasante Veränderungen in Lehre, Forschung und Transfer haben vor der Universität St.Gallen nicht halt gemacht und zu grossen und wichtigen Neuausrichtungen geführt. An HSG-Verwaltungs30

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direktor Markus Brönnimann war es, den HSG-Alumni die aktuelle Bautätigkeit der Universität mit einem Gesamtvolumen von rund 84 Mio. Franken näher zu bringen. Was zeitgemässe Räumlichkeiten für Lehre und Forschung Positives bewirken können, zeigte Joerg Hofstetter vom Insitut für Logistikmanagement im dritten Teil im neuen zentralen Institutsgebäude, das – von Herzog und De Meuron entworfen – Lehrende und Lernende verschiedener Institute zu einem disziplinenübergreifenden Arbeiten animiert. Beim anschliessenden obligaten Networking-Teil, in studentischer Manier bei Brezel und Bier gehalten, wurden angeregt Meinungen zwischen heutigen Lehrenden und ehemaligen Studierenden der HSG ausgetauscht.


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HSG Alumni Club Rhein Main (vormals Frankfurt): Rauschende Ballnacht Zum wiederholten Male haben wir auf dem Ball des Gelben Kreises Hessen eine HSG-Fraktion etablieren können, die bis morgens um 2 Uhr ausgelassen getanzt und sich natürlich auch sehr gut unterhalten hat. Durch die jeweils mitgebrachten Partner, aber auch durch die anderen Ballgäste entstanden gute Gespräche. Somit war der Abend nicht nur tänzerisch, sondern auch von der geselligen Seite ein voller Erfolg!

Kontakt: peter.jacubowsky@alumni.unisg.ch, Präsident des HSG Alumni Club Rhein Main Stein Sjølie, Dr. Ulrike Bilstein, Peter Jacubowsky und Johann Baur gehörten zu den strahlenden Tänzerinnen und Tänzern.

HSG Alumni Club Brazil: Lancierung eines neuen Clubs Um der wachsenden Zahl von Alumnae und Alumni in Brasilien einen Begegnungsrahmen zu geben, hat Alumnus Michael Stocker die Initiative ergriffen: Mitte Februar organisierte er ein Treffen mit 12 Ehemaligen in Sao Paulo und alle waren sich rasch einig, dass es dabei nicht bleiben soll. Geplant sind vorerst Treffen im Rhythmus von zwei Monaten am ersten Mittwoch des Monats. Auch Durchreisende sind - wie übrigens bei allen regionalen Clubs - jederzeit willkommen. Mit dem Club wird eigentlich eine Tradition wieder belebt, denn

bereits früher gab es in Brasilien HSG Alumni Stammtische. Zu den Gründungsmitgliedern des aktuellen Clubs

gehören nebst Michael Stocker Hans Joerg Bruderer , Tobias Bremer Lukas Fischer und Patricio Stocker.

Kontakt: Michael Stocker hsg@stockergroup.com Gemütliche HSG Alumni-Männerrunde in Sao Paulo. alma 2/2008

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clubnews

Das weltweite Alumni Club-Netz soll weiter wachsen Dank des ehrenamtlichen Engagements Ehemaliger hat HSG Alumni mittlerweile ein Netz von über 80 Alumni Clubs. Damit in Zukunft noch mehr Länder, Studienprogramme und Interessensgruppen vertreten sind, bietet HSG Alumni eine Reihe von Services zur Clubgründung wie auch zur Unterstützung bestehender Clubs. Von Lotti Gerber

Dienstleistungen für HSG Alumni Clubs – Event Kalender: HSG Alumni publiziert alle Anlässe in der alma und online. – Clubportraits in der alma und online mit Kontaktinformationen. – Mailadresse «clubname@alumni.unisg.ch». – Best practices: Profitieren Sie von den Ideen und Erfahrungen anderer Clubs. – Produkte des HSG Shops zu ermässigten Preisen für Vereinsaktivitäten (beiAndré Schnurrenberger (Mitte) hat zusammen mit Lucas Gnehm den HSG Alumni Club London neu belebt.

spielsweise Geschenke an Referenten; www.hsgshop.ch) – Tischflagge und Clubhaus-Schild zur

Unsere Clubpräsidentinnen und -präsidenten leisten mit ihren Teams wertvolle Arbeit in der Freizeit – damit der Aufwand minimal bleibt, bietet ihnen HSG Alumni eine Reihe von Services. Dieses Jahr wird insbesondere eine neue Online-Plattform dazu kommen, mit dem Ziel, die Adressverwaltung und Publikation von Anlässen stark zu vereinfachen. Wenn jemand einen neuen Alumni Club gründen will, hilft HSG Alumni bei der Suche nach potentiellen Mitgliedern und der Bekanntmachung des Clubs. Umfassende Informationen zu den Services und Anforderungen für HSG

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Alumni Club bietet das «Club President's Manual» und «Starting an Alumni Club». Diese Dokumenten können zusammen mit Event-Vorlagen auf www.alumni.unisg.ch > Services > Clubresources eingesehen und heruntergeladen werden. Schliesslich will HSG Alumni auch den persönlichen Kontakt zu und unter den Clubpräsidentinn und -präsidenten fördern. Dazu lädt es sie am 21./22. November 2008 zum Club President's Meeting nach St.Gallen ein. Die Workshops vermitteln in ungezwungenem Rahmen nützliche Inputs und am Freitagabend werden Erinnerungen an die Studienzeit geweckt.

visuellen Wiedererkennung. Regionale und programmspezifische Clubs dürfen zudem als einzige das HSG Alumni Logo führen (nach Abschluss einer Lizenzvereinbarung) – Einladung

zum

Club

President's

Meeting als Austauschplattform am 21./22. November 2008 in St.Gallen

Ausführliche Informationen online: www.alumni.unisg.ch > Services > Alumni Club Resources Kontakt: lotti.gerber@unisg.ch ++41 (0) 71 224 30 10


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medienlese

HSG Alumae und Alumni in der Presse Der Name «Universität St.Gallen» taucht fast täglich in der Presse auf: Im Rahmen von Publikationen und Statements des Lehrköpers, wenn die HSG selbst mit Reformen oder Events Schlagzeilen schreibt oder weil ihre Absovlentinnen und Absolventen von sich Reden machen. Genau von diesen Personen, unseren Alumnae und Alumni, wollen wir Ihnen in Zukunft in loser Folge eine kleine Auswahl von Portraits präsentieren. Die ganzen Texte finden Sie auf www.alumni.unisg.ch.

NZZ, Nr. 22, 25. Januar 2008,

Handelszeitung, Nr. 2, 9.-15. Januar 2008,

Wirtschaft, S. 11

Management Porträt, S.21

Doris Marty-Albisser

Urs Rüegsegger

Executive MBA-HSG, 1993

lic.oec. HSG 1989, Dr. oec. 1996

«Generalunternehmerin für Sprache – Doris

«An die Spitze der Finanzgemeinde»

Marty-Albisser führt den Kommunikations-

Urs Rüegsegger pendelt in Zukunft von

Dienstleister CLS»

St.Gallen nach Zürich, um dort seine neue

Die gelernte Übersetzerin ist heute Mange-

Aufgabe als CEO der Schweizer Finanz-

rin eines 24-Stunden-Hub-Übersetzung-

platzholding wahrzunehmen. Davor war er

diensts mit 340 Festangestellten und 1600

seit 2001 Präsident der Geschäftsleitung der

Freelancern.

St.Gallen Kantonalbank.

The Age (Melbourne, Australien),

NZZ, Nr. 293, 17. Dezember 2007,

November 2007, Obituaries, S. 6

Schweiz, S. 8

Frank Ladiskav Oravec

Markus Mader

lic.oec. HSG, Frühling 1949

lic.rer.publ. HSG, Herbst 1989

«Meat industr y leader forged cloase Soviet

«Engagement aus Überzeugung, Markus

links»

Mader - designierter Direktor Schweizerisches

Der gebürtige Tschechoslowake wanderte

Rotes Kreuz»

nach seinem HSG-Abschluss mit drei Komi-

Ab dem 1. Juli 2008 möchte der HSGler die

litonen nach Australien aus. Er musste als

Marke «Rotes Kreuz» in der Schweiz noch

Bauarbeiter beginnen, doch im Laufe seiner

besser positionieren. Seine Erfahrungen als

steilen Karriere traf er u.a. mit Mikhail Gorb-

IKRK-Delegierter und Leiter der Stiftung Kin-

achow zusammen und erhielt einen Orden

derdort Pestalozzi sollten ihm dabei zugute

für seine ausserordentlichen Verdienste um

kommen.

die Entwicklung der Handels- und Wir tschaftsbeziehungen zwischen der UdSSR und Australien. Financial Times Deutschland, 24. Oktober 2007, Töchter der deutschen Wirtschaft Cathrina Claas lic.oec. HSG, Frühling 2001 «Cathrina Claas – Gegen alle Wider stände» Als Juniorenchefin des Landmaschinenher-

Die Zeitungsartikel finden sich in

stellers Claas muss sie gegen viele Vorwürfe

voller Länge auf

und Vorurteile ankämpfen.

www.alumni.unisg.ch > News > Presse. Sie sind ergänzt um allgemeine Meldungen zu HSG Alumni und der Universität.

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aus dem alumni-büro

Wann waren Sie zum letzten Mal an der HSG? Seit 10 Jahren hat HSG Alumni eine Geschäftsstelle in St.Gallen. Das mittlerweile rasch wachsende Team ermöglicht es, die Services und Aktivitäten für die Mitglieder laufend auszubauen. In den kommenden Monaten bieten wir Ihnen in Zusammenarbeit mit der Universität eine Reihe von Events. Nutzen Sie die Möglichkeit, sich nicht nur nach langer Zeit mit Ihren Kommilitoninnen und Komilitionen zu treffen, sondern auch wieder einmal nach St.Gallen zu kommen und sich an der Universität umzuschauen.

Von Lotti Gerber Ende April laden wir alle jene Alumnae und Alumni nach St.Gallen ein, die sich beim Mentoring-Programm der HSG engagieren. Dieses ist eine erfolgreiche Kooperation von HSG Alumni und der Universität. Es schafft wertvolle Verbindungen zwischen Studierenden und den früheren Absolventinnen und Absolventen und belebt gleichzeitig deren Verbindung zur Alma mater.

Dank dem grossen finanziellen Engagement der Alumnae und Alumni konnte das Weiterbilungszentrum der Universität St.Gallen erweitert werden. Dazu findet im Mai eine Reihe von Veranstaltungen statt. Einzelheiten dazu finden Sie auf Seite 16. Doch HSG Alumni ist nicht nur in St.Gallen präsent. Dank dem ehrenamtlichen Engagement unzähliger Alumnae und Alumni können unsere Mitglieder an einer Vielzahl von Events rund um den Globus teilnehmen. Den

Veranstaltungskalender finden Sie am Ende jeder alma oder laufend aktualisiert auf unserer Website www.alumni. unisg.ch >> Events. Auf ein Format sei hier speziell hingewiesen: Das vor einem guten Jahr erfolgreich lancierte Young Chapter für die jüngere Absolventinnen und Absolventen findet auch dieses Jahr vierteljährlich in Zürich statt. Die nächsten get-together finden am 1. April und 7. Oktober statt; am 1. Juli laden wir zum Summer Event an den Zürichsee ein.

Die Events im Überblick

Mentoring Jahresveranstaltung

HSG Alumni Forum 2008

Weitere Events und ausführliche

24. April 2008, 18-20 Uhr,

30. Mai 2008, 9.30-17.30 Uhr,

Informationen auf

Universität St.Gallen

Executive Campus HSG

www.alumni.unisg.ch > Events

Dies academicus

HSG Alumni Generalversamm-

24. Mai 2008, ab 10 Uhr,

lung 30. Mai 2008, 18 Uhr,

Executive Campus HSG

Executive Campus HSG

Tag der Offenen Tür auf dem

HSG Alumni Young Chapter

Executive Campus HSG

1. April und 7. Oktober, 18-22 Uhr,

24. Mai 2008, ab 9 Uhr,

Get-together in der Kaufleuten Lounge,

Executive Campus HSG

1. Juli Summer Event am See, Zürich

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www.hsgshop.ch hsg shop

Bestellformular

CHF 340.–

NEU Edler Pin Dieser Pin ist aus Weissgold, ein grüner Tsavolith ist darin eingefasst. Wenn es einmal etwas ganz Besonderes sein soll, liegen Sie mit diesem Pin weissgold-richtig.

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bücherseite

Michael Kres: «Integriertes Employability-Management. Arbeitsmarktfähigkeit als Führungsaufgabe» Ein Modewort, hinter dem eine einfache Frage steht: Wie werden Menschen arbeitsmarktfähig und wie können Unternehmen dies erreichen? Michael Kres hat sich als Berater mit Tausenden von Menschen in einer beruflichen Neuorientierung beschäftigt. Er fragt sich, welche Muster bei einer freiwilligen oder erzwungenen Veränderung wirken und wie Einzelne und Unternehmen die meist verborgenen Potenziale nutzen können. Das Buch erschliesst eine Lücke im Personalmanagement, die noch wenig erforscht ist. Haupt Verlag, 236 Seiten, erschienen 2007.

Thomas Bartscher und Anne Huber: «Praktische Personalwirtschaft. Eine praxisorientierte Einführung.» Zwei Faktoren prägen die Leistung eines Mitarbeitenden: seine individuellen Fähigkeiten und das Arbeitsumfeld. Erfolgreich können Unternehmen demnach nur sein, wenn sie sich dem Wandel in der Arbeitswelt mit den richtigen Methoden stellen. Wie und womit die Leistung eines Mitarbeiters verbessert und analysiert werden kann, zeigen Thomas Bartscher und Anne Huber in ihrem Lehrund Lernbuch für Studienanfänger auf. In der vorliegenden zweiten Auflage werden die Auswirkungen des Bologna-Prozesses in der Ausbildung berücksichtigt. Gabler Verlag, 226 Seiten, 2. Auflage erschienen 2007.

Matthias Messmer: «China. Schauplätze west-östlicher Begegnungen» Der Politikwissenschafter Matthias Messmer hat Dokumente China-Reisender des letzten Jahrhunderts zusammengestellt und legt dem westlichen Leser einen genauen Blick auf die Kultur und Lebensweise Chinas vor. Die Studie ist ein Handbuch für Touristen und Geschäftsleute genauso wie eine kluge Kulturanalyse der Chinesen. Der Rückblick auf Begegnungen zwischen Ost und West soll die Entwicklung des Landes erhellen und so auch Chinas mögliche Wege ins 21. Jahrhundert aufzeigen. Böhlau Verlag, 659 Seiten, erschienen 2007.

Bruno Weber, Theo Siegert, Peter Gomez: «Firmen kaufen und verkaufen. Ein M&A-Leitfaden für Unternehmer und Manager.» Nach welcher Logik handelt eine Käufer einer Firma, nach welcher ein Verkäufer? In diesem Leitfaden zwischen Theorie und Praxis erschliessen die drei Autoren ein Feld, in dem viele Unternehmer bisher allein gelassen wurden. Sie zeigen die Spiegelbildlichkeit von Akquisition und Devestition und liefern schrittweise das dafür nötige Know-how. Der Ratgeber stellt Instrumente und CheckListen vor und hilft dem Unternehmer, seine Entscheidungsfreiheit bei Übernahmen zu bewahren. Verlag Neue Zürcher Zeitung, 339 Seiten, erschienen 2007.

Claudius Marx: «Deutsches, europäisches und internationales Markenrecht» Kennzeichen, Marken, Werktitel und Herkunftsangaben geben Waren und Dienstleistungen einen Namen und heben sie so aus der Anonymität des Marktes. Das komplett überarbeitete und aktualisierte Handbuch führt den Praktiker durch den Lebenszyklus eines Zeichens: von der Registrierung, über die Nutzung und Verwertung bis zur Verteidigung einer Marke vor Missbrauch. Mit zahlreichen Beispielen, Gesetzesverweisen und übersichtlichen Tabellen und Registern. Luchterhand, 569 Seiten, erschienen 2007.

Joachim Paul. «Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre.» Joachim Paul erfindet das Rad der BWL nicht neu, doch er verpasst ihm einige erhellende Zusätze. Nicht bloss Fakten und Argumente bestimmen etwa das Gelingen eines Plans, sondern genauso politisches Handeln oder die Perspektive der Mitarbeitenden. Anhand zweier Fallstudien werden die wichtigsten Theorien, Begriffe und Zusammenhänge der BWL didaktisch einprägsam erläutert. Das Buch für Studierende und Dozierende bezieht sowohl das Verhalten der einzelnen Organisationsmitglieder wie auch ethische Aspekte mit ein. Gabler Verlag, 631 Seiten, erschienen 2007.

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2. Quartal

Laufend aktualisierte Informationen auf www.alumni.unisg.ch unter «Events» oder bei den angegebenen Kontaktpersonen.

Schweiz 1. April 2008 HSG Alumni Young Chapter Get-together ab 18 Uhr in der Kaufleuten Lounge, Zürich alumni@unisg.ch HSG Alumni St.Gallen: Stamm 18:30 Uhr im Meeting Point, Blumbergplatz 9, St.Gallen stgallen@alumni.unisg.ch 2. April 2008 EMBA Jobnet: Stamm 17:00 - 19:30 Uhr, Zürich stefan.klaeusler@alumni.unisg.ch 4. - 6. April 2008 CEMS Alumni Association Switzerland LC-EC Meeting in Rotterdam www.cems.ch christina.halin@cemsmail.org 8. April 2008 EMBA Net Basel: Meeting mit Referat 19:00 Uhr eduard.schellenberg@alumni.unisg.ch 16. April 2008 HSG Alumni Club Basel: Lunch mit Referat 12.00 bis 14.00 Uhr Hilton Hotel Basel, Aeschengraben 31, 4002 Basel Anmeldung erforderlich: andreas.schneeberger@alumni.unisg.ch 17. April 2008 HSG Alumni Club Zentralschweiz Abendanlass ab 19.00 Uhr Almodobar, Grafenau, Zug juerg.burger@alumni.unisg.ch connexHR: Stamm Raum Zürich tatjana.zbinden@alumni.unisg.ch 23. April 2008 EMBA Stamm Bern Hauptversammlung und Ausstellung «Bilder, die lügen» 18 Uhr vor dem Museum für Kommunikation peter.matthys@alumni.unisg.ch

24. April 2008 Mentoring-Programm: Jahrestreffen HSG, Raum B111 18:00 - 20:00 Uhr mentoring@unisg.ch www.mentoring.unisg.ch 25. April 2008 Ressort International Alumni Club Last Thursday Zürich michel.gruber@alumni.unisg.ch 29. April 2008 Dalenades: Dinner mit Dieter Meier www.dalenades.com hermann.stern@alumni.unisg.ch

24. Mai 2008 Dies academicus und Tag der offenen Tür auf dem Executive Campus HSG ab 9.00 Uhr www.unisg.ch 27. Mai 2008 EMBA Stamm Bern: Stamm Restaurant Altes Tramdepot 18-19.30 Uhr peter.matthys@alumni.unisg.ch 30. Mai 2008 HSG Alumni Forum 2008 «Stillstand oder lebenslanges Lernen?» Executive Campus HSG, 9.30 - 17.30 Uhr www.alumni.unisg.ch

EMBA Stamm Bern: Stamm Restaurant Altes Tramdepot 18-19.30 Uhr peter.matthys@alumni.unisg.ch

HSG Alumni GV Executive Campus HSG, 18 Uhr, Nachtessen ab ca. 20 Uhr mit Tischrede von Gerold Bührer, Präsident economiesuisse www.alumni.unisg.ch

6. Mai 2008 HSG Alumni St.Gallen: Besuch Model AG 18:00 Uhr Model AG Weinfelden stgallen@alumni.unisg.ch

31. Mai 2008 Dalenades: Jubiläumsball Hotel Dolder www.dalenades.com hermann.stern@alumni.unisg.ch

7. Mai 2008 EMBA Jobnet: Stamm 17:00 - 19:30 Uhr, Zürich stefan.klaeusler@alumni.unisg.ch

3. Juni 2008 HSG Alumni St.Gallen: Stamm 18:30 Uhr im Meeting Point, Blumbergplatz 9, St.Gallen. stgallen@alumni.unisg.ch

14. Mai 2008 EMBA Stamm Bern: Alumni-Talk mit Prof.Dr. Peter Rickenbacher 18 Uhr, Bistro UNIess, Bern peter.matthys@alumni.unisg.ch 15. Mai 2008 HSG Alumni Club Zentralschweiz Lunch mit Referat 12.00 Uhr bis ca. 14.00 Uhr Parkhotel in Zug juerg.burger@alumni.unisg.ch

4. Juni 2008 EMBA Jobnet: Stamm 17:00 - 19:30 Uhr, Zürich stefan.klaeusler@alumni.unisg.ch 17. Juni 2008 connexHR: Stamm Raum Zürich tatjana.zbinden@alumni.unisg.ch

21. Mai 2008 CEMS Alumni Association Switzerland Afterwork Apéro www.cems.ch christina.halin@cemsmail.org

18. Juni 2008 HSG Alumni Club Basel: Lunch mit Referat 12.00 bis 14.00 Uhr Hilton Hotel Basel, Aeschengraben 31, 4002 Basel Anmeldung erforderlich: andreas.schneeberger@alumni.unisg.ch

23. Mai 2008 Offizielle Eröffnungsfeier Executive Campus HSG für Spenderinnen, Spender und geladene Gäste www.alumni.unisg.ch

19. Juni 2008 HSG Alumni Club Zentralschweiz: Abendanlass ab 19.00 Uhr Almodobar, Grafenau, Zug juerg.burger@alumni.unisg.ch

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2. Quartal

24. Juni 2008 EMBA Stamm Bern: Stamm Restaurant Altes Tramdepot 18-19.30 Uhr peter.matthys@alumni.unisg.ch

19. Juni 2008 HSG Alumni Club Köln/Bonn: Stammtisch Sions-Brauhaus, Unter Taschenmacher, Köln, ab 19.00 Uhr horst.herbstleb@alumni.unisg.ch

29. Juni 2008 Dalenades: Familienbrunch www.dalenades.com hermann.stern@alumni.unisg.ch

22. Juni 2008 HSG Alumni Club Stuttgart: Stammtisch Restaurant Plenum Konrad-Adenauer-Str. 3 - im Landtag 19:30 Uhr HSGAlumni.Stuttgart@web.de

Im Juni HSG Alumni Club Surselva: Besichtigung «Mira Steilas» adolf.derungs@alumni.unisg.ch

Deutschland 2. April 2008 HSG Alumni Club Rhein-Main HSG Alumni «Networking-Night» Restaurant «Volkswirt», 19:30 Uhr corinna.egerer@alumni.unisg.ch 17. April 2008 HSG Alumni Club Stuttgart Führung Neue Staatsgalerie anschl. gemütliches Beisammensein im Restaurant «Gast» 19:00 Uhr HSGAlumni.Stuttgart@web.de 24. April 2008 HSG Alumni Club München International e.V.: Stamm Hotel Bayrischer Hof www.hsgalumni.net

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7. April 2008 HSG Alumni Club Boston: Stamm 7:00 pm Location to be advised ulrich.stoll@alumni.unisg.ch 19. April 2008 HSG Alumni Club Chicago/Midwest Company visit, all day, to be confirmed marius.ronge@alumni.unisg.ch

26. Juni 2008 HSG Alumni Club München International e.V.: Stamm Hotel Bayrischer Hof www.hsgalumni.net

5. Mai 2008 HSG Alumni Club Boston: Stamm 7:00 pm Location: TBD ulrich.stoll@alumni.unisg.ch

27. Juni - 6. Juli 2008 HSG Alumni Club Euregio Maas-Rhein: CHIO Aachen Get together im Rahmen des Reitturniers herbertj.joka@alumni.unisg.ch

2. Juni 2008 HSG Alumni Club Boston: Stamm 7:00 pm location: TBD ulrich.stoll@alumni.unisg.ch

Übriges Europa

13. Juni 2008 HSG Alumni Club Northern Califorina Get-together dinner in San Francisco Philip Rauber, Philip@swisscalifornia.com

2. April 2008 HSG Alumni Club London Get-together im Red Lion Pub (tbc) lucas.gnehm@alumni.unisg.ch

Asien

24. April 2008 HSG Alumni Norge Vortrag von Jens Ulltveit-Moe bei Wilh. Wilhelmsen ASA, Strandveien 20, 1366 Lysaker. Anmeldung notwendig. Kontakt: paal.oestmoe@alumni.unisg.ch

24. Mai 2008 HSG Alumni Club Köln/Bonn Landpartie Burgadendorf-Meckenheim (bei Bonn) 14.00 Uhr horst.herbstleb@alumni.unisg.ch

7. Mai 2008 HSG Alumni Club London Get-together im Red Lion Pub (tbc) lucas.gnehm@alumni.unisg.ch

29. Mai 2008 HSG Alumni Club München International e.V.: Stamm Hotel Bayrischer Hof www.hsgalumni.net

15. Mai 2008 HSG Alumni Club Amsterdam Nachtessen, 19 Uhr, Industrieele Groote Club, Dam Platz, Amsterdam jochem.overbosch@alumni.unisg.ch

4. Juni 2008 HSG Alumni Club Rhein-Main HSG Alumni «Networking-Night» Restaurant «Volkswirt», 19:30 Uhr corinna.egerer@alumni.unisg.ch

21. Mai 2008 HSG Alumni Representative in Moskau: Get together details will follow joaquin.boker@alumni.unisg.ch

alma 1/2008

Nord- und Südamerika

28. März 2008 HSG Alumni Singapore Public Lecture mit Prof. Günter Müller-Stewens alexander.melchers@alumni.unisg.ch Im April HSG Alumni Club Hong Kong Dinner Information: alexandre.tunik@alumni.unisg.ch Im Juni HSG Alumni Club Hong Kong Dinner Information: alexandre.tunik@alumni.unisg.ch


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