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Das Alumni-Magazin der Universit채t St.Gallen

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EDITORIAL

Carla Wassmer, Präsidentin St. Galler Hochschulverein

Das Jubiläumsjahr «100 Jahre HSG» ist vorbei, der «Alltag» hat uns wieder – aber dieser Alltag wird auch 1999 für den St. Galler Hochschulverein eine Reihe von wichtigen Entscheiden und Ereignissen bringen. Derzeit arbeitet der Vorstand bzw. ein Arbeitsausschuss nämlich neue Statuten für unseren Verein aus, bei dem die in jüngster Vergangenheit erfolgten Änderungen und Ergänzungen in der Struktur – ich nenne nur die Stichworte «Alumni Board» und «Alumni-Büro» – zu berücksichtigen sind. Ziel ist es, diese Statuten an der Generalversammlung im kommenden Juni zu verabschieden und damit die Grundlagen zu legen für ein weiterhin erfolgreiches Wirken des HSV zugunsten der Universität, auf die auch in den zweiten hundert Jahren ihres Bestehens grosse Herausforderungen zukommen.

In diesen Tagen wird an unserer «alma mater» wieder einmal ein Rektoratswechsel vollzogen: Als 19. Rektor in der Geschichte der Institution übernimmt Professor Dr. Peter Gomez das Amt von Professor Dr. Georges Fischer, der seit dem 1. April 1993 die Geschicke der HSG geleitet hat. Die offizielle Würdigung der Verdienste von Georges Fischer ist zwar dem «Dies academicus» am 5. Juni 1999 vorbehalten. Dennoch möchte ich jetzt die Gelegenheit benützen, sein Engagement im und für den Hochschulverein bereits jetzt – im Namen aller Mitglieder – von Herzen zu verdanken.

Jahren eine neue «Qualität» im Verhältnis zwischen HSG und Absolvent(inn)en und eine bessere «Betreuung» der Ehemaligen forderten. Er nahm die Anregungen auf und startete gemeinsam mit dem Vorstand des Hochschulvereins das Projekt «Alumni-Betreuung», in dem HSG und HSV grundsätzliche Überlegungen anstellten, schnell aber auch konkrete Entscheide fällten. Gemeinsam mit dem «Alumni Board» (dem neben dem Rektor Jürg Manella, Wolfram Martel, Wolfgang Schürer und der Studentenschaftspräsident angehören) sorgte der Rektor in kürzester Zeit für ein professionell besetztes Alumni-Büro, das mit seinen Aktivitäten den bisherigen Mitgliedern tatsächlich eine neue «Qualität» der Beziehung zur HSG ermöglicht – und bereits zahlreiche Absolventinnen und Absolventen, die vorher «abseits» standen, neu zum Hochschulverein (oder wieder zu ihm zurück) gebracht haben.

Georges Fischer darf für sich in Anspruch nehmen, an der Schwelle des zweiten HSG-Jahrhunderts Ausserordentliches für die Universität und insbesondere auch für ihre Ehemaligen geleistet zu haben. Herzlichen Dank dafür!

Rektor Fischer hat jene Stimmen im HSV-Vorstand ernst genommen, die bereits vor einigen alma 1/1999

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INHALT

«Internationalisierung sichert Wettbewerbsfähigkeit der HSG»

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AC – ein Club nicht «nur» mit deutschen Mitgliedern

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Die «Marke» wird immer wichtiger

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Im Gespräch mit Georges Fischer Professor Jürg Manella im Originalton

Neues Rektorat gewählt

The Master of International Management

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Ann-Kristin Achleitner-Koberg: Jüngste EBS-Professorin

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Hanspeter Danuser: Zwischen Clausewitz und Macchiavelli

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NDU-Alumni

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Neuer Studiengang ab Herbst

Erstmalige Liz-Umfrage zu Studium und Arbeitsmarkt 14 Unireport

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Das Wintersemester 1998/99 im Rückblick

Impressum

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Ein Kommentar zu Rankings: «Ranglisten mit Tücken»

«alumniWeb» erfreut sich grosser Beliebtheit

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Aus dem Hochschulverein

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Neues aus dem St. Galler Hoch schulverein und dem Alumni-Büro

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«Internationalisierung sichert Wettbewerbsfähigkeit» «Fortschritte in bezug auf alle 1993

Von Roger Tinner

gesetzten Ziele – Wahrung der Autono-

alma: Herr Rektor Fischer, bei Ihrem Amtsantritt 1993 haben Sie sich drei Hauptziele gesetzt: Sicherung der Qualität der Lehre und Verstärkung der Forschung, Wahrung der Autonomie und Stärkung der Effektivität innerhalb der HSG. Wie sieht Ihre persönliche Bilanz heute, sechs Jahre später, aus?

mie, Sicherung der Qualität in der Lehre, Verstärkung der Forschung, Stärkung der Effektivität innerhalb der HSG – aber nicht überall im gewünschten

Georges Fischer: Eines vorweg: Wir Ausmass»: Rektor Professor Dr. Georges Fischer zieht über seine am 31. März 1999 zu Ende gehende, sechsjährige Amtszeit eine positive Bilanz. Eines der Leitthemen war die «Internationalisierung», die die internationale Wettbe4

werbsfähigkeit der HSG stärken soll.

haben in bezug auf alle Ziele Fortschritte erzielt, aber nicht überall – jedenfalls aus meiner Sicht – im erwünschten Mass. Nun zu den einzelnen Punkten: Bei der «Wahrung der Autonomie» kann ich eine sehr positive Bilanz ziehen, konnte die doch bereits vorher hohe Autonomie der HSG weiter gefestigt und verstärkt werden. Dies hat insbesondere im neuen Universitätsstatut, das seit dem 1. Oktober 1998 in Kraft ist, Niederschlag gefunden: Die Universitätsleitung hat mehr

Kompetenzen und Zuständigkeiten im operativen Bereich erhalten, es gibt klare Kompetenzabgrenzungen zwischen Universitätsrat und Rektorat. Das Erreichen des Ziels «Sicherung der Qualität in der Lehre» wurde sehr erschwert durch den enormen Zuwachs an Studierenden. Dennoch konnten wir verschiedene Massnahmen zur Optimierung der Lehre einleiten, deren Umsetzung zum Teil noch im Gang ist. Damit sollen zusätzliche Ressourcen für eine stärkere Betreuung der Studierenden, die ich als zentrales Instrument zur Qualitätssicherung sehe, freigemacht werden. Auch für das Ziel «Verstärkung der Forschung» konnten verschiedene Massnahmen eingeleitet werden. Das Problem dabei sind nicht allein fehlende Finanzen, sondern vor allem die zu starke Belastung der Professoren mit administrativen Aufgaben. Insbesondere bei der Gewährung von Forschungssealma 1/1999


IM GESPRÄCH

mestern konnten wir mehr Flexiblität erreichen. In den Instituten, den eigentlichen «Forschungszentren» an der HSG, wurden zahlreiche neue Initiativen gestartet (Kompetenzzentren, institutsübergreifende Projekte,Transfereinheiten), um den Forschungs- und Wissenstransfer mit der Praxis zu verstärken. Das Ziel «Stärkung der Effektivität innerhalb der HSG» haben wir zweifellos erreicht: Administrative StandardAbläufe wurden gestrafft und automatisiert (Budgetierungsprozess, Studierenden-Administration, Reorganisation der Verwaltungsstrukturen etc.), die Universität wurde insgesamt unternehmerisch ausgerichtet.

alma: Die finanziellen Rahmenbedingungen haben sich in Ihrer Rektoratszeit verschlechtert, das Budget wurde «eingefroren» bzw. sogar gesenkt. Gleichzeitig wächst die Zahl der Studierenden. Sind damit Qualitätseinbussen für die Zukunft nicht absehbar? Georges Fischer: Die Gefahr von Qualitätseinbussen besteht ohne Zweifel: Mit mehr Mitteln des Staates können wir nicht rechnen, mit höheren Studierendenzahlen aber müssen wir leben. Es ist ja schliesslich auch ein positives Zeichen für den Ruf unserer Universität, wenn immer mehr Studierende an die HSG wollen, obschon sie wissen, dass unser Studium sehr streng,

rung der Universität St. Gallen. Was wurde hier erreicht und was steht der HSG noch bevor?

Georges Fischer: Bezüglich Internationalisierung haben wir viel erreicht, namentlich in der Lehre, wovon die Studierenden auch am direktesten profitieren: Ich erinnere an den Ausbau und die Vertiefung des Netzes internationaler Austauschprogramme (über 50, neu auch in Asien und Japan) und an unser grosses Engagement in der Community of European Management Schools (CEMS). Dazu kommen neue Programme: Das «International Study Program» für ausländische Studierende, ein englischsprachiges DoktorandenFachprogramm in «Multicultural Management» sowie ein neuer, im kommenden Herbst beginnender Studiengang auf der Lizentiatsstufe, der englischsprachig unterrichtet wird und zum «Master of International Management» (MIM) führt. Ausserdem haben wir in den vergangenen Jahren mehrere Professoren aus dem nicht-deutschsprachigen Raum berufen. Alle diese Massnahmen sind darauf ausgerichtet, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der HSG und ihre Attraktivität zu stärken.

alma: Wie sehen Sie die Zukunft der Schweizer Universitätslandschaft im allgemeinen und jene der Universität St. Gallen im speziellen? Georges Fischer: Um mit der HSG

«Es ist ja schliesslich auch ein positives Zeichen für den Ruf unserer Universität, dass immer mehr Studierende an die HSG wollen, obschon sie wissen, dass unser Studium sehr streng ist.» stark strukturiert und prüfungsintensiv ist. Qualitätseinbussen unter allen Umständen zu vermeiden – darin liegt eine der grössten Herausforderungen für das neue Rektorat. Der Einsatz neuer Lehr- und Lernformen (Stichwort «virtuelle Universität») sowie vermehrtes Sponsoring sind Mittel zur Problemlösung.

alma: Eines der «Leitthemen» Ihrer Rektoratszeit war die Internationalisiealma 1/1999

zu beginnen: hier bin ich zuversichtlich, dass unsere Universität durch ihr spezifisches Angebotsprofil im internationalen Konkurrenz- und Wettbewerbsdruck wird bestehen können.Was die Zukunft der Schweizer Universitätslandschaft betrifft, herrscht zur Zeit eine enorme Umbruchsituation, in der die Schaffung der Fachhochschulen und ein neues Hochschulförderungsgesetz, das insgesamt auf Stärkung von Lehre und Forschung abzielt, prägend wirken. Angesichts der Tatsache, dass die Schweiz in den nächsten Jahren mit einem Zuwachs an Studierenden von gegen 20 Prozent rechnen muss, setzt das Erreichen dieser Ziele voraus, dass die Politik den Bildungsbereich – trotz knapper Ressourcen –

wieder prioritär einstuft. Im Klartext: Die Politik muss insgesamt mehr Mittel bereitstellen, insbesondere für die Lehre, und durch eine internationale Öffnung den Zugang der Forschung zu internationalen Programmen möglich machen.

alma: Gibt es Wünsche an die HSG, ihre Professoren oder Studierenden, die Sie gerne verwirklicht sähen?

Georges Fischer: Mein Wunsch ist es, dass es der HSG gelingen möge, auch inskünftig ihre Professoren, Dozenten, Mitarbeiter(inn)en und Studierenden zu überdurchschnittlichen Leistungen in Lehre, Forschung und Weiterbildung zu motivieren, um die exzellente Reputation und internationale Anerkennung unserer Universität zu wahren.

alma: Was bleibt Ihnen aus der Rektoratszeit in besonders angenehmer, was in besonders unangenehmer Erinnerung? Georges Fischer: In sehr positiver Erinnerung bleiben mir das gute Klima an der Universität, die hohe Akzeptanz, die die Universitätsleitung insbesondere in Universitätsrat und Senat – auch bei unangenehmen Entscheidungen – stets erfahren durfte, und die ausserordentlich motivierte, initiative und ko«In sehr positiver Erinnerung bleibt mir die ausserordentlich motivierte, initiative und kooperative Studentenschaft, die man so wohl an keiner anderer Uni antreffen wird.» operative Studentenschaft, die man so wohl an keiner andern Uni antreffen wird. In negativer Erinnerung behalte ich einmal das Verhalten etlicher (ausländischer) Kollegen bei Berufungen an die HSG, die dies dazu benutzten, um an ihrer Heimuniversität Rückverhandlungen zu führen und dann – sofern erfolgreich – bei uns kurzfristig wieder abgesagt haben. Zum andern die Tatsache, dass oft das Verhalten Einzelner, die das Mass an Tolerierbarkeit überschreiten, dazu zwingt, Reglemente zu erlassen, die dann die Flexibilität und Freiräume aller Kollegen ein-

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IM GESPRÄCH

schränkt. Solche Reglementierungen zu erlassen, war zweifellos meine unbeliebteste Arbeit als Rektor.

alma: In Ihrem Rektorat haben Sie gemeinsam mit dem Hochschulverein eine neue «Alumni-Strategie» entwickelt. Welche Absichten und Ziele stehen dahinter?

Nummer nun vorliegt. Noch wichtiger sind natürlich die langfristigen, strategischen Zielsetzungen. Ganz allgemein wollen wir ein neues Verhältnis zu unsern Absolvent(inn)en etablieren. Er-

«Ganz allgemein wollen wir ein neues Verhältnis zu unseren Absolventinnen und Absolventen etablieren.»

Georges Fischer: Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen einer kurzfristigen und langfristigen Zielsetzung. Kurzfristig ging es darum, die operativen Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Alumni-Management aufzubauen. Dazu gehörte die Schaffung einer permanenten Alumni-Geschäftsstelle als zentrale Anlaufstelle für alle Anliegen der Ehemaligen, der Aufbau einer professionell geführten und möglichst vollständigen Datenbank, in der die wesentlichen Informationen über alle HSG-Absolventen enthalten sind. Beides wurde 1998 umgesetzt, ebenso eine Alumni-Homepage im Internet, zu der alle Ehemaligen interaktiven Zugriff haben. Ebenfalls realisiert ist «alma», das neue Alumni-Magazin der Universität St. Gallen, dessen vierte

stens soll eine Kommunikationskultur geschaffen werden, in der ein Informationsaustausch zum gegenseitigen Nutzen stattfinden kann. Zweitens soll über die Alumni-Aktivitäten das positive Image der HSG bei den Absolventen und in der Gesellschaft gefördert werden. Drittens soll bei allen Absolventen eine ideelle Verbundenheit mit unserer Universität geschaffen werden, wobei die Devise gilt: «Friendraising steht vor Fundraising» (wobei wir natürlich auch das zweite im Auge behalten). Und viertens soll als Resultat – und das ist keineswegs nur finanziell gemeint – eine Wertschöpfung zur langfristigen Sicherung der Positionierung der HSG als eine in ihrem Bereich international führende Universität erfolgen. Um all

diese Zielsetzung zu realisieren, haben wir, d.h. Hochschulverein und Rektorat, als Führungsorgan einen «Alumni Board» konstituiert, der die strategische Ausrichtung festlegt, die bisherigen und neu einzuführenden Dienstleistungen definiert und Weisungen an die Alumni-Geschäftsstelle erteilt.

alma: Inzwischen sind also Alumni Board und Alumni-Büro seit gut einem Jahr im Amt bzw. eingerichtet. Wie sieht hier eine erste Bilanz aus? Georges Fischer: Die erste Bilanz ist äusserst positiv. Die realisierten Projekte, zu denen übrigens auch die neue und erweiterte Jubiläumsausgabe des «Who’s Who» einschliesslich des «Who’s who update 1998» zählen, sind ein voller Erfolg. Der Bestand der neu eingerichteten Alumni-Datenbank, der im Zuge einer gezielten Wiedergewinnungsaktion stetig gestiegen ist, hat inzwischen rund 11’000 Ehemalige erreicht.Vor allem dieses Projekt hat dem Büro enorm viel Arbeit gebracht. An dieser Stelle sei denn auch dem Geschäftsführer und seinen Mitarbeiter(inn)en ebenso wie dem Infor-

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rofessor Dr. Georges Fischer (1935) von Nohl und LaufenUhwiesen ZH studierte Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule St. Gallen, wo er 1963 auch doktorierte.Anschliessend war er Abteilungsleiter am heutigen Institut für Aussenwirtschafts-, Struktur- und Regionalforschung (SIASR-HSG). 1972 habilitierte er sich an der HSG, wurde vom St. Galler Hochschulrat zum Titularprofessor ernannt und als Direktor des SIASR gewählt. 1976 erfolgte seine Wahl als ausserordentlicher Professor, 1989 jene zum Ordinarius für Volkswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung der Regionalökonomie. 1990 zum Prorektor an der HSG gewählt, war er bis Ende 1992 Mitglied des Nationalen Forschungsrates des Schweizerischen Nationalfonds. Vom 1.April 1993 bis 31. März 1999 war er Rektor der HSG, seit 1995 auch Präsident der Schweizerischen Hochschulrektorenkonferenz (SHRK). alma 1/1999


IM GESPRÄCH

mations- und Pressechef der HSG für ihren überdurchschnittlichen Einsatz ganz herzlich gedankt! Ebenso erfreulich ist die überaus rege Nutzung des Internet-Angebotes. Beizufügen ist, dass alle Projekte des Alumni-Büros selbsttragend angelegt sind. Dank gezielter und erfolgreicher Anzeigenakquisition für die Publikationen sowie auch grosszügiger Sponsorbeiträgen sind die Aufwendungen aus all diesen Alumni-Aktivitäten nicht nur gedeckt, sondern haben bereits 1998 zu einem bemerkenswerten Überschuss geführt.

des Hochschulvereins hat deshalb eine Kommission für eine Statutenrevision eingesetzt, die Vorschläge bis zur Generalversammlung im Juni ausarbeiten wird.

alma: Sind weitere Aktionen und Projekte geplant?

«Letztlich wird die HSG nicht allein an dem gemessen, was sie selbst nach aussen kommuniziert» und nach innen lehrt, sondern zunehmend auch daran, was ihre Ehemaligen in wichtigen Funktionen erreichen.»

Georges Fischer: Im Alumni Board stehen weitere Projekte in Diskussion, auf die ich hier aber noch nicht konkret eingehen kann. Nur soviel: Im Rahmen des Hochschulvereins sind zusätzliche Dienstleistungspakete geplant, die mittelfristig zusätzliche Mittel zugunsten der Lehre und Forschung der HSG generieren sollen. Als erstes geht es jetzt darum, die notwendigen Strukturen zu schaffen. Der Vorstand

alma: Wie wird sich das Verhältnis zwischen Ehemaligen und Universität in Zukunft entwickeln? Georges Fischer: Persönlich bin ich überzeugt, dass die eingeschlagene Strategie erfolgversprechend ist – erfolg-

versprechend in dem Sinn, dass es gelingen wird, die ideelle Verbundenheit der Alumni mit der HSG zu intensivieren und weiter zu stärken. Und ich bin auch optimistisch, dass die HSG in inskünftig schwierigen Zeiten noch mehr Unterstützung – die uns bereits

heute vielfach versichert und oft unter Beweis gestellt wird – wird erfahren dürfen. Denn eines ist sicher: Letztlich wird die HSG nicht allein an dem gemessen, was sie selbst nach aussen kommuniziert und nach innen lehrt, sondern zunehmend auch daran, dass ihre Ehemaligen als Botschafter in wichtigen Funktionen der Beweis dafür sind, dass Aus- und auch Weiterbildung an der HSG letztlich Wirtschaft, Gesellschaft und Politik weiterzubringen mithilft.

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Am 1. April 1999 trat Professor Dr. Peter Gomez, bisher Prorektor, als Nachfolger von Professor Dr. Georges Fischer das Amt des Rektors der

Neues Rektorat der HSG gewählt

Universität St. Gallen an. Als neue Prorektoren wurden Professor Dr. Thomas Geiser und Professor Dr. Ernst Mohr, Ph.D., gewählt. Auf Ende März 1999 traten Professor Dr. Georges Fischer als Rektor und Professor Dr. Alex Keel als Prorektor der Universität St. Gallen zurück. Auf Antrag des Senats hat der St. Galler Universitätsrat das neue Rektorat für die Amtsperiode vom 1. April 1999 bis 31. März 2001 gewählt. Die Regierung des Kantons St. Gallen hat diese Wahlen Der neue HSG-Rektor, Professor Dr. Peter Gomez (Mitte), zusammen mit den neuen Prorektoren, Professor Ernst Mohr, Ph.D. (links), und Professor Dr.Thomas Geiser.

inzwischen genehmigt. Der neue Rektor, Professor Dr. Peter Gomez, wurde 1947 als Bürger von Schönenbaumgarten TG geboren. Er studierte an der HSG Wirtschaftswissenschaften und promovierte 1975 zum Thema «Systemmethodik – Grundlagen einer Methodik zur Erforschung und Gestaltung komplexer soziotechnischer Systeme». Nach der Habilitation an der HSG als Forschungsstipendiat des Schweizerischen Nationalfonds und einem Aufenthalt als Visiting Assistant Professor an der State University of New York wurde er 1978 zum Privatdozenten für Betriebswirtschaftslehre an der HSG ernannt.Anschliessend war er über 10 Jahre in leitender Stellung in der Ringier-Gruppe, der Anova-Gruppe und als Gründungspartner der Valcor AG tätig, nahm aber auch Lehraufträge

an der HSG wie an den Universitäten von Zürich und Basel wahr. 1986 wurde er zum Titularprofessor an der HSG ernannt. Seit 1990 ist er Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre und Direktor des Instituts für Betriebswirtschaft (IfBHSG). 1995 wurde er Vorstand der Betriebswirtschaftlichen Abteilung. Seit 1997 ist er Prorektor der HSG und befasste sich in diesem Amt insbesondere mit der strategischen Ausrichtung der Universität St. Gallen, mit ihrer künftigen Organisation, mit der Neuausrichtung der Weiterbildung, mit der Internationalisierung der HSG und der Optimierung der Lehre. Seine Publikationsliste als Forscher umfasst zwölf Bücher als Autor und Herausgeber – das jüngste zum Thema «Die Praxis des ganzheitlichen Problemlösens» – sowie eine Vielzahl von Einzelartikeln.

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HSG AKTUELL

Zwei neue Prorektoren Am 1.April 1999 werden die Professoren Dr. Thomas Geiser und Ernst Mohr, Ph.D., ihre Tätigkeit als Prorektoren der Universität St. Gallen aufnehmen. Professor Dr. Thomas Geiser, 1952 als Bürger von Walliswil bei Niederbipp BE geboren, ist seit dem 1. Januar 1995 Ordinarius für Privat- und Handelsrecht an der HSG. Er absolvierte seine Studien an der Universität Basel, wo er 1976 das juristische Lizentiat erlangte und 1983 mit einer Arbeit zum Thema «Die Treuepflicht des Arbeitnehmers und ihre Schranken» promovierte.Von 1978 bis 1989 war er im Bundesamt für Justiz und von 1989 bis 1994 als Assistent am Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne tätig. Im Frühjahr 1990 habilitierte er sich in Basel, wo er ab Wintersemester 1992/93 eine Assistenzprofessur wahrnahm. Neben seiner Professur ist Professor Geiser auch Direktor am Forschungsinstitut für Arbeit und Arbeitsrecht (FAA-HSG) und seit Juni 1995 nebenamtlicher Richter am Bundesgericht. Als Forscher weist er eine umfangreiche Publikationsliste auf, im Rahmen der universitären Selbstverwaltung ist er seit dem 1.Oktober 1995 als Präsident der Rekurskommission tätig. Professor Ernst Mohr, Ph.D., 1955 in Konstanz geboren, ist seit dem 1. April 1995 Ordinarius für Volkswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung des Zusammenhangs von Wirtschaft und Ökologie an der HSG. Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Konstanz (Diplomabschluss 1981). Nach einem Studienaufenthalt an der University of California, Santa Cruz, vertiefte er seine ökonomischen Kenntnisse an der London School of Economics, wo er 1985 den Grad eines Ph.D. mit der Dissertation «Common Access and Strategic Considerations in Natural Resource Exploration» erlangte.Von 1986 bis 1989 war er am Lehrstuhl für internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Konstanz tätig, von 1990 bis 1994 leitete er die Forschungsabteilung «Ressourcenökonomie» am Institut für Weltwirtschaft in Kiel. 1991 habilitierte er sich in Volkswirtschaftslehre an der Universität alma 1/1999

Konstanz. Seine derzeitigen Forschungsinteressen liegen auf den Gebieten Klimaschutz, ökonomische Analyse des Völkerrechts, ökonomische Ursachen von Allergien, sowie der Kultur als ökonomische Institution.

Neuer Verwaltungsdirektor Auf Antrag des Senates wählte der St. Galler Universitätsrat auf Antrag Dr. Markus Frank auf den 1. Januar 1999 als Nachfolger von Dr. Hans- Ruedi Troxler zum Verwaltungsdirektor der HSG. Markus Frank schloss seine Studien an der ETH Zürich und in der Folge an der HSG 1984 mit dem Lizentiat ab.

Markus Frank, neuer Verwaltungsdirektor.

1989 promovierte er - nach einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent und Projektleiter am Institut für Arbeit und Arbeitsrecht (FAA-HSG) - zum Dr. oec. (ebenfalls an der HSG). Von 1989 war er zuerst als Sektionschef und anschliessend als stellvertretender Abteilungschef beim Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit in Bern tätig. Seither wirkte der 41jährige neue HSG-Verwaltungsdirektor am Management Zentrum in St. Gallen als Management Consultant und Management Trainer und betreute dort namhafte Mandate.

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Auf Ende 1998 trat Dr. HansRuedi Troxler vom Amt des Verwaltungsdirektors der Universität St. Gallen nach gut fünfjähriger Tätigkeit zurück. Hans-Ruedi Troxler hat in den Jahren seines Wirkens wesentlich dazu beigetragen, dass sich die Universität trotz enger werdendem finanziellem «Korsett» weiterentwickeln konnte, wie Rektor Professor Dr. Georges Fischer in der Würdigung seiner Verdienste in der HSG-INFORMATION festhielt: «Namentlich durch eine konsequente Mittelbewirtschaftung und die Automatisierung von Standardabläufen – etwa beim Budgetierungsprozess oder bei der Studierenden-Administration – hat er Ressourcen eingespart, die für zukunftsträchtige Projekte und Verbesserungen eingesetzt werden konnten.Wichtige Meilensteine seiner Amtszeit waren auch im baulichen Bereich zu verzeichnen, von denen die Universität in Zukunft noch stark profitieren wird. In seinem grossen Verantwortungsbereich mit rund 120 Mitarbeitenden hat sich der abtretende Verwaltungsdirektor unspektakulär, aber äusserst zuverlässig und mit dem ihm als Ausdauersportler eigenen Durchhaltevermögen auch gegen Widerstände, die in einem so grossen Betrieb wie einer Universität unvermeidlich sind, durchgesetzt. Sein menschlich-angenehmer Umgang und seine bescheidene Art haben es zweifellos erleichtert, sein Amt als «Schaltstelle» zwischen kantonaler Verwaltung, Rektorat, Professoren, Studierenden und Verwaltung zur Zufriedenheit aller Beteiligten auszuüben. So danke ich Hans-Ruedi Troxler persönlich, aber auch im Namen der ganzen HSG, für seinen grossen Einsatz und seine kompetente Amtsführung. »

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The Master of International Management Program Beginning in winter semester 1999, the HSG will offer a two-year Master of International Management (MIM-HSG) program which will be taught entirely in English. The MIM-HSG program aims to meet the growing demand by large and medium-sized enterprises for graduates with a background in general management yet with a distinct knowledge and understanding of international management issues.

By Winfried Ruigrok und Robert Straw* In recent years, as a response to the growing internationalization of business and education, the University of St. Gallen has solidified its international orientation. Today, the HSG is a leading partner in the Community of European Management Schools (CEMS) network, has established an International Studies Program (ISP), offers a doctoral program in Intercultural Management and has recruited four management professors from non-German speaking countries who primarily teach in English. HSG staff are increasingly spending research semesters abroad, and the HSG has a major in International Management which has attracted dozens of students since its inception. As a result of these efforts, among others, the HSG has continued to perform a leading role in the Ger-

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*Professor Dr.Winfried Ruigrok is Academic Director, and Dr. Robert Straw is Executive Director of the MIM HSG.

man-speaking world. However, if leading universities in the small European countries and in the Anglo-Saxon world are taken as a more realistic benchmark, the HSG is one of many business schools competing in a market which is becoming increasingly global. Internationalization is proving to be more than a fad. Demand for highly qualified graduates with solid international management skills continues to increase, and our resources to meet this high demand are growing. Beginning in winter semester 1999, the HSG will offer a two-year Master of International Management (MIM-HSG) program which will be taught entirely in English. The MIM-HSG program aims to meet the growing demand by large and medium-sized enterprises for graduates with a background in general management yet with a distinct knowledge and understanding of international management issues. The MIM program has a number of advantages. First, it will reconfirm the HSG’s position as one of the most innovative, leading business schools in the German-speaking world. Second, it will introduce the HSG to the AngloSaxon academic style. Third, the program increases the attractiveness of the HSG for foreign professors as a school to visit and with which to develop contacts. Finally, because the MIM program is a pilot program, it enables the University to experiment with features that are common practice in many other countries, but which are new in St. Gallen: the credit point system, international grading system, course evaluations, and a longer period to write the master’s thesis.

Objectives The MIM-HSG program aims to be an internationally competitive lizentiat/ master’s program, offering students a superb management curriculum with a

strong international outlook. Taught in English, the target group will consist of above-average HSG students possessing a «Vordiplom», as well as excellent international students possessing a bachelor’s degree in business or economics. The MIM program aims to produce outstanding graduates who are able to think independently to operate and cooperate under demanding national and cultural circumstances. In the medium term, the MIM program is to reconfirm the position of the HSG as a leading, innovative and internationally oriented business school in Europe. Finally, the program should promote existing ties with our more than 50 academic partners – through both student and faculty exchange.

Philosophy and Positioning of the MIM Obviously, the MIM-HSG program will compete with a wide range of existing international masters and MBA programs. Competition in this market is tough, as the HSG brandname loses much of its significance beyond the German-speaking world. This means that we will have to offer a program that is internationally well-positioned, well-structured, with a clear international profile, and an appealing educational philosophy. We plan on achieving this in the following ways: – General management with an international orientation: We will offer a general management program with a strong international focus. This means that we indicate how the various functional areas of management are interlinked, and that we constantly illustrate this in the international context. One way that this will take place is through interdisciplinary integrative seminars taught by several academics from different disciplines. – Managing diversity: The essence of MIM will be to get students to appreciate diversity in terms of cultures, alma 1/1999


HSG NEWS

values, stakeholders, preferences, and languages, to explore this diversity, and to learn how to deal with diversity effectively. – Maintain a strong position in the German-speaking home market: We can only position the MIM in a credible way, if the HSG sustains its role as a leading German-speaking university. An English language program will remove barriers to non-German-speaking students who wish to study in Europe while improving their German language skills. It is our position in the German-speaking world that makes the HSG attractive to both German-speaking and non-Germanspeaking students. As far as the latter group is concerned, additional arguments are the fact that Switzerland is a country in which four languages are spoken, and the fact that St. Gallen is only a few hours' drive away from the Italian and French-speaking Responsible for the new MIM program: Professor Dr.Winfried Ruigrok (right), Academic Director, and Dr. Robert Straw, Executive Director. (Photo Tinner)

world. Our location offers foreign students considering an international career an excellent base to explore what diversity in Europe is all about. – International atmosphere: The MIM offers a very international environment. The business department, for example, currently has professors and lecturers from Switzerland, Germany, Austria, Norway, the Netherlands, Singapore and the United States. During their studies, MIM students will have the possibility to interact with HSG students as well as exchange students participating in the CEMS and ISP programs. – MIM is an M.Sc. degree: The MIMHSG program will be a Master of Science (M.Sc.) rather than a Master of Business Administration (MBA) program. An MBA program presupposes several years of working experience and does not have a strong academic orientation. The MIM program will follow the continental European model of offering preexperience education. However, many of the teaching methods known from MBA-type education,

such as case studies, assignments and graded class participation will be introduced into the MIM as well. Whereas there are very many MBA programs in the European market, there are very few programs similar to the MIM. We believe that we are positioned to offer the best of both worlds: a rigorous analytical focus combined with dynamic and accountable teaching methods. – Personal and research skills: The MIM will offer an interactive program requiring active student preparation and participation before and during class, instead of only preparing for the final exams. This philosophy will be pursued and communicated by practicing a series of skills that will be of direct use during an international career. These include research, presentation, writing, discussion, negotiation, and listening skills. Both of our customer groups – students and firms – recognize the relevance of these skills, and therefore skill-oriented teaching is an important asset of the MIM program.

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HSG NEWS

– Interdisciplinary and problem-oriented: With functional divisions gradually becoming less important and interdisciplinary skills on the rise, a number of problem-oriented integrative courses will be offered. These courses will focus on such topics as knowledge management or the virtual global corporations, and will incorporate colleagues from various disciplines and departments. – Language component: German-native speakers are required to take a oneyear foreign language course in the MIM program. Non-German speakers are required to undertake a oneyear German course as an integral component of the MIM degree.

Credit system The MIM introduces the credit system to the HSG for first time. Under this system, a study credit point (SCP) reflects the time which an average student will have to spend on the course (1 SCP = 1 week of study). The credit system is the internationally accepted norm at all major business schools in the US, the UK, and the smaller European countries. Under this system, each course is evaluated as it takes place. In other terms, there are no cumulative final exams at the end of the program. Under the credit point system, students are rewarded by receiving their evaluations along the way toward receiving their degree.

MIM Structure The program is structured in four modules over two years: – Foundation of International Management (core courses); – Integration of various functions and disciplines (integrative courses); – Specialization into function or geographical region - exchange semester at one of our partner universities; – Finalization of the MIM-HSG program (thesis). Core courses will be offered to MIM students only, in order to maintain the program’s profile and must be taken at the HSG, as these courses constitute the foundation of the program, alma 1/1999

representing the HSG culture and quality aspirations. The project class is to serve, to confront students with 'real life', to encourage them to think about the interrelationships between various functional areas of management, and to confront them with the difficulties of working in small groups. Electives will often be specialized courses on issues where professors have proven expertise. Contrary to the core courses, electives may also be attended by other students to integrate the various student and teaching cultures of the HSG. Electives are offered in the areas of business, economics, law and culture. The typical MIM student will complete three electives at the HSG, and will attend another four or five during their exchange semester. Under this proposal, students wishing to pursue specific interests have every chance to do so. For instance, a student interested in Asian Management can chose their electives, the eighth semester project class, the location of their exchange semester and the topic of their Master’s thesis to satisfy such individual interests.

Exchange semester In the second year of the program, every MIM student will participate in an exchange semester. Consistent with the fact that business is not only conducted locally, and to encourage the cross-cultural nature of our program, at least 25 percent of each student’s time in the MIM program will be spent abroad to immerse them in a host country’s language, economics, politics, law, history, religion, and culture.

Master’s Thesis The MIM thesis will take up to three months and may be written during the third or fourth semester. Generally, we will encourage students will write their thesis as part of an internship at a company. In their thesis, students will deal with a concrete management problem, and will try to solve this problem, making use of the existing literature, the skills and knowledge acquired during the program, and the resources available

in the firm or elsewhere. Every student will have a number of intermediate sessions with their supervisor in order to discuss the progress of the project and the structure of the thesis.

Degree Graduates from the MIM program will receive two degrees: a Lic. oec. – International Management and a Master of Science in International Management. Obviously, the lic. oec. will proudly be of more value to a graduate who aspires to start his/her career in the Germanspeaking world. However, to students from outside the German speaking world, an MIM will have more meaning. With the successful completion of the MIM, students are eligible to pursue their doctoral studies.

Costs & Financing Students attending the MIM will pay the regular or international HSG tuition fees. We believe that the low fees are more than offset by the high costs of living comparable to the international market. Consistent with the regular lic. oec. program at the University, the MIM program is a non-profit venture.Thanks to a initial financing from the University, the program will be able to start fall 1999. We are currently developing a sponsoring concept whereby domestic and international firms involved in the program would support – both financially and non-financially – the program.

Administration The MIM program is a University-wide program and is not affiliated with a particular institute. Should you have any questions, please contact the MIM Office, Dufourstrasse 50, 9000 St. Gallen, Tel. 071 224 2449 Fax. 071 224 2447, email: mim@unisg.ch. Please also visit our website for the newest information: www.mim.unisg.ch.

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Erstmalige Liz-Umfrage zu Studium und Arbeitsmarkt Im Herbst 1998 wurde im Auftrag des Rektorats eine Umfrage unter den Absolventinnen und Absolventen des Jahres 1997 durchgeführt, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Es wurden Fragen zum Studium an der HSG und zur ersten Stelle nach dem Studium gestellt. Die Ergebnisse zeugen von einer guten Arbeitsmarktsituation für die Absolventen, und auch die HSG wurde in der Regel sehr positiv bewertet. Von Christian Rahders Den Fragebogen sandten 227 Absolventinnen und Absolventinnen zurück, was einer Quote von rund 50% entspricht. Die Nationalitäten der Antwortenden widerspiegeln dabei ungefähr die Zusammensetzung der aktuellen Studentenschaft: 74 Prozent der Antwortenden sind Schweizer, rund 20 Prozent Deutsche, 4 Prozent Doppelbürger, die restlichen 2 Prozent verteilen sich auf andere Nationalitäten.

weiter. Die Zufriedenheit mit den übernommenen Aufgaben ist dabei sehr hoch. 90% der Absolventen geben an, sie seien «sehr zufrieden» bis «zufrieden» mit der angenommenen Stelle. Das jährliche Bruttoeinkommen verteilt sich ein Jahr nach dem Studienabschluss wie folgt: Die meisten Nennungen hat der Bereich zwischen 75’000 und 100’000 Franken (84), 48 Antwortende deklarieren ein Einkommen zwischen 50’000 und 75’000 Franken, 34 eines zwischen 100’000 und 125’000 Franken. 17 nennen einen Betrag zwischen 125’000 und 150’000, weitere 19 einen Betrag von über 150’000 Franken, während 14 Antwortende unter 50’000 Franken als jährliches Brutto-Einkommen aufführen. 77% der Absolventinnen und Absolventen haben ihre erste Stelle nach dem Studium in der Schweiz angetreten; 15% arbeiten im europäischen Ausland. Bei den ausgeübten Funktionen zeigt sich eine deutliche Dominanz der Funktionsbereiche Finanzen und Management. Insgesamt schätzen dann auch fast alle (98%) Befragten die Arbeitsmarktsituation der HSG-Abgänger mindestens als «gut» ein. Dass die Arbeitsmarktperspektive «sehr gut» sei, finden 54% der Befragten. Jährliches Bruttoeinkommen der HSGAbgänger(innen) nach einem Jahr gemäss Selbstdeklaration bei der Liz-Umfrage.

90% zufrieden mit der HSG Der zweite Schwerpunkt lag auf der Bewertung der HSG. 90% der Befragten antworteten auf die Frage nach dem Gesamteindruck mit «gut» oder sogar «sehr gut». Eine derart grosse Übereinstimmung findet sich auch bei den freien Kommentaren, die angebracht werden konnten. Immer wieder wurde die Kleinheit der Universität, das straffe Studium und der gute Ruf als positiv herausgestellt, sehr wurde oft auch die Praxisorientierung erwähnt. Bei den «Schattenseiten» der HSG wurde das teilweise zu grosse Selbstbewusstsein der Studierenden – aber auch der Professoren – bemängelt. Weitere Kritikpunkte waren die mangelnde Internationalität, die geringe gesellschaftliche Ideenvielfalt aufgrund der homogenen Studentenschaft und die eher geringen Forschungsleistungen.

Eindeutiges Votum für mehr «Cases» In sehr vielen Kommentaren zur Lehrmethodik wurde der Wunsch nach einem verstärkten Einsatz von «CaseStudies» im Unterricht geäussert; auch schon im Grundstudium sollten diese an einigen Stellen den Frontalunterricht ablösen. Ein weiterer Kritikpunkt waren die

Chancen am Arbeitsmarkt gut

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Einer der Schwerpunkte der Befragung war der Arbeitsmarkt für Absolventinnen und Absolventen der HSG. Die Ergebnisse weisen nach wie vor gute Chancen aus: 75% der Befragten haben ein Jahr nach ihrem Abschluss eine unbefristete Vollzeitstelle gefunden; weitere 11% über eine befristete Vollzeitstelle. Die restlichen 14% gehen einer Teilzeitbeschäftigung nach oder bilden sich alma 1/1999


LIZ-UMFRAGE

HSG-Refresher

In diesen Bereichen arbeiten die HSG-Absolventen mit Abschluss im Herbst 1997 innerhalb ihrer heutigen Unternehmen.

Lehr- und Prüfungsinhalte: Der Schwerpunkt solle vom Auswendiglernen zum aktuellen angewandten Wissen verschoben werden. Dennoch werden die Lehrmethoden insgesamt mit einem knappen «gut» bewertet.

Drei Viertel würden wiederkommen Insgesamt würden erfreuliche drei Viertel unserer Absolventinnen und Absolventen wieder an der HSG studieren – nur 2,5% der Befragten würden heute eine andere Schweizer Uni vorziehen. Tätigkeit nach Branchen.

Etwa die Hälfte der Befragten notierte auf dem Fragebogen den Namen, um für Rückfragen zur Verfügung zu stehen. Alle Ergebnisse der Liz-Umfrage sind unter www.alumni.unisg.ch/ lizumfrage einzusehen. Das Alumni-Büro und das Rektorat danken allen Befragten für ihre Kooperation. In diesem Jahr wird die Befragung unter den Absolventinnen und Absolventen des Jahres 1998 stattfinden, über die wir selbstverständlich wieder unterrichten werden.

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Das Angebot der WBS-HSG an zumeist eintägigen Seminaren wurde vor kurzer Zeit ergänzt durch den sogenannten «HSG-Refresher», der sich mit aktuellen und wichtigen Themenkreisen in verschiedenen Modulen auseinandersetzt. Das Ziel ist es, «State of the Art»-Wissen unter dem Gesichtspunkt verschiedener Disziplinen und unterschiedlicher Betrachterperspektiven im Hinblick auf Fakten,Trends und Konzepte zu präsentieren und zu diskutieren. Die Leitung liegt bei Professor Dr. Jürg Manella, Delegierter für Weiterbildung. Unterlagen sind erhältlich bei der WBS-HSG, Holzweid, 9010 St. Gallen (Telefon 071 224 25 70,Telefax 071 224 25 69, email: wbshsg@ unisg.ch) oder über Internet (www.wbs.unisg.ch). Optimierung der unternehmerischen Wertschöpfungsprozesse (17.-18. Mai) Marketing im Trend zur Dienstleistungsgesellschaft. Komplexitätsmanagement und Business; Process Redesign. Die Rolle der Informatik im Business Process Redesign; Deregulierungsbeispiele und volkswirtschaftliche Konsequenzen; Innovationsmanagement; Risikomanagement zwischen Wert(e)schöpfung und Wert(e)vernichtung; Integrierte; Erfolgsbewertung von Unternehmen. Aufbau unternehmerischer Kernkompetenzen (22.-23. September) Management des Wandels - neue Herausforderungen an das Management;Wissensmanagement vom Wissen zur Kernkompetenz; Schlüsselqualifikationen von unternehmerischen Mitarbeiter/innen und Führungskräften; Unternehmung und Wirtschaftspolitik Kernkompetenzen aus wirtschaftspolitischer Sicht;Aufbau und Pflege technischer Kernkompetenzen; Kernkompetenzen des Informatikbereichs angesichts von Outsourcing, Lean Computing etc.

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Unireport Wintersemester 98/99 Die Nachfrage nach Studienplätzen an der HSG lässt nicht nach: Noch nie waren an der Universität St. Gallen soviele

mum (mit rund 650 Plätzen) in einen zweiten Hörsaal übertragen werden müssen. Auf der Lizentiatsstufe (zwischen zweiter Vordiplom- und Lizentiatsprüfung) sind derzeit 1661 Studierende eingeschrieben.

Studierende immatrikuliert wie in dieErstmals über 1000 Frauen an der HSG sem Wintersemester, nämlich 4545. Mit einre Erhöhung der Anzahl Übungsgruppen konnte eine erste Massnahme zur Qualitätssicherung getroffen werden. Von Roger Tinner Im Wintersemester 1998/99 waren an der Universität St. Gallen 4545 Studierende immatrikuliert: Das sind über 300 mehr als im Vorjahr (4217), und auch 250 mehr als im bisherigen «Rekordsemester» 1991/92. Die Studierendenstatistik liefert aber noch mehr Höchstwerte: Noch nie gab es soviele Erstsemestrige (893), und noch nie waren soviele Frauen immatrikuliert (1047 bzw. 23 Prozent aller Eingeschriebenen). Der Frauenanteil im ersten Semester liegt bei 28,5 Prozent. Die Zahl der neu ins erste Semester eingetretenen Studierenden beträgt 893 (Vorjahr 851). Nach einem leichten Rückgang in den Vorjahren ist damit zum dritten Mal wieder ein (deutlicher) Anstieg bei den Neueintritten zu verzeichnen (1995 waren es noch 556 Erstsemestrige gewesen). Im Vergleich zum bisherigen «Rekordsemester 1991/92» sind heute weniger Studierende auf der Doktorandenstufe zu verzeichnen, nämlich 840 (vor sechs Jahren waren es 927). Die Zahl der Studierenden auf der Grundstufe aber hat in dieser Zeit von 1644 auf 2044 zugenommen. Diese Entwicklung hat nun dazu geführt, dass einführende Vorlesungen für die Erstsemestrigen aus dem Auditorium maxialma 1/1999

Die kontinuierliche Zunahme des Frauenanteils während den letzten Jahren hat sich auch diesmal fortgesetzt: Von den derzeit eingeschriebenen 4545 Personen sind 1047 (Vorjahr 930) oder 23 Prozent Frauen (Vorjahr: 22,1 Prozent). Auf der Grundstufe (bis zur zweiten Vordiplom-Prüfung) beträgt der Anteil 25,2 Prozent, auf der Lizentiatsstufe 23,7 Prozent, während er in der Doktorandenstufe von 17,2 Prozent im Vorjahr auf 16,4 Prozent zurückgegangen ist. Am höchsten ist der Frauenanteil bei den Jus-Studierenden auf der Lizentiatsstufe, wo er 33,4 Prozent beträgt. Die grössten Gruppen bei den ausländischen Studierenden stellen weiterhin die deutschsprachigen Nachbarländer der Schweiz. Die Statistik der Studierendenzahlen im Überblick.

Promotionsfeier: «Ist die Hochschul-Zukunft virtuell?» 57 Doktor(inn)en und 236 Diplomand(inn)en erhielten zu Semesterbeginn an der Promotionsfeier ihre Urkunden. Rektor Professor Dr. Georges Fischer sprach in seiner Promotionsrede zum Thema «Ist die Hochschul-Zukunft virtuell?». Der Rektor zeigte sich überzeugt, «dass sich die neuen Lerntechniken sehr schnell etablieren werden» und dass sich die jetzt diplomierten HSG-Absolvent(inn)en schon bald auf diesem Weg weiterbilden werden: «Es wird offensichtlich, dass die Fähigkeit, die benötigten Informationen effizient zu finden, zu bewerten und verantwortungsvoll zu nutzen, einer der wichtigsten beruflichen Erfolgsfaktoren im 21. Jahrhundert sein wird.» Provokativ stelle sich daher die Frage, ob die Universitäten mit Gebäuden bald nur noch museale Relikte seien, die heutigen Raumprobleme also mit einem Schlag gelöst würden, weil sich das Audimax «virtuell» auf die ganze Erdkugel ausdehne. Rektor Georges Fischer wertete diese Vision kritisch: «Alle diese neuen Medien und Technologien bewirken nichts, wenn wir nicht weiterhin beim Lehren und Lernen hart arbeiten und uns nicht allzu stark von den neuen Errungenschaften blenden lassen.»

Kausch-Preis verliehen «Für ihre Verdienste bei der Kommentierung des Bilanzrechts und ihre Beiträge zur Verbesserung der Rechnungslegung» erhielten Mitte Januar

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UNIREPORT

60 Jahre IVK-HSG Mit einem kurzen Rückblick auf die eigene Geschichte und einem Podiumsgespräch zum Thema «Globalisierung und politische Identität» beging das Schweizerische Institut für Verwaltungskurse der Universität St. Gallen (IVK-HSG) im November sein 60jähriges Bestehen. Nach Grussworten von HSG-Rektor Professor Dr. Georges Fischer und von Professor Dr. Ivo Schwander zeigte Professor Dr. Karl-Heinz Burmeister in kurzen Zügen die interessante Geschichte des Instituts und dessen Entwicklung bis heute auf.

Fakultätentag Die Kausch-Preisträger, Dr.Wolfgang Dieter Budde (links aussen) und Professor Dr. Karl-Heinz Forster (zweiter von rechts), zusammen Professor Dr. Carl Helbling (zweiter von links), Präsident der Jury, und HSG-Rektor Professor Dr. Georges Fischer (rechts aussen).

1999 Dr. Wolfgang Dieter Budde und Professor Dr. Dr. h.c. Karl-Heinz Forster, beide Frankfurt am Main, den Dr. Kausch-Preis 1998 an der Universität St. Gallen. Zweck des diesmal mit 100'000 Franken dotierten Preises ist die Förderung der Forschung und Praxis auf dem Gebiet des finanziellen und betrieblichen Rechnungswesens der Unternehmungen. «Beide Preisträger haben mit ihren Kommentaren und ihren weiteren Arbeiten, die sie zu einem wesentlichen Teil zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben, aus rechtlicher und wirtschaftlicher Sicht Bedeutendes zum heutigen Stand der Rechnungslegung in Deutschland beigetragen», erklärte Professor Dr. Carl Helbling, Präsident der Jury und des Kuratoriums, in seiner Laudatio.

Neuer Kunstführer zur HSG

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Kurz vor dem Abschluss des Jubiläumsjahres «100 Jahre HSG» ist in der Reihe «Schweizerische Kunstführer» der Gesellschaft für schweizerische Kunstgeschichte (GSK) ein neuer Kunstführer zur Universität St. Gallen erschienen. Der fast durchgehend vierfarbig gestaltete Führer dokumentiert und kom-

mentiert die zahlreichen und bedeutenden Kunstwerke an der HSG. Er ist zum Preis von 10 Franken erhältlich bei der Presse- und Informationsstelle der HSG, Dufourstrasse 50, 9000 St. Gallen (Telefon 071 224 22 25,Telefax 071 224 28 15, e-mail: unihsg@ unisg.ch). Der 64seitige, handliche Kunstführer belegt im Text und in zahlreichen (Farb-)Abbildungen die beispielhafte Lösung für Kunst am Bau, wie sie die drei Gebäude zeigen. Das wegweisende Konzept eines Dialogs von Kunst und Architektur wurde im Hauptgebäude von 1963 entwickelt und fand im Bibliotheksbau (1989) sowie im Weiterbildungszentrum (1995) seine Fortsetzung. Der neue HSG-Kunstführer

Im November fand an der HSG der «Fakultätentag», die Konferenz der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten des deutschsprachigen Raums, statt. Fünfzig Dekane und Universitätsvertreter diskutierten im Weiterbildungszentrum hochschulpolitische Fragen. Der «Fakultätentag» gibt als Vertretung der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten Empfehlungen ab, unter anderem für Mindeststandards von Studiengängen, Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen, gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen. In Deutschland ist er wichtiger Gesprächspartner der Rektorenkonferenz und der Kultusministerkonferenz. Die HSG gehörte als 1898 – im gleichen Jahr wie Leipzig, Aachen und Wien – gegründete Handelshochschule zu den Gründungsmitgliedern des «Handelshochschultages», wie der heutige Fakultätentag ursprünglich hiess.

Die Wirtschaft in der Gesellschaft Bedeutende Vordenker unserer Zeit unter anderen Ralf Dahrendorf, Richard Sennett und Jürgen Habermas präsentierten in einem aussergewöhnlichen Vortragszyklus unter dem Titel «Die Wirtschaft in der Gesellschaft Perspektiven an der Schwelle zum 3. Jahrtausend» ihre Gedanken zur Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft. Organisiert wurde der von Öffentlichkeit und Medien stark beachtete Zyalma 1/1999


UNIREPORT

klus vom Institut für Wirtschaftsethik. Erhellt werden sollte dabei das derzeit besonders spannungsreiche Verhältnis von Politik und Markt, vor allem die Frage, wie es um Kriterien einer lebensdienlichen Ökonomie und ihre Einbindung in eine «starke» Demokratie und tragfähige Zivilgesellschaft steht.Von den bekannten Referenten, die vor zum Teil überfüllten Hörsälen sprachen, wurde ein breites Spektrum von Perspektiven vorgestellt – eine Publikation zu dieser Reihe soll noch dieses Jahr erscheinen.

Drei neue Ordinarii gewählt Der St. Galler Universitätsrat hat auf den 1. Januar 1999 Professor Dr. Søren Bisgaard zum Ordinarius für Technologiemanagement und auf den 1. April 1999 die beiden bisherigen ausserordentlichen Professoren, Professor Dr. Thomas Bieger (Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung der Tourismuswirtschaft) und Professor Dr. Robert Winter (Wirtschaftsinformatik) ebenfalls zu Ordinarii gewählt. Søren Bisgaard schloss das Studium der Ingenieurwissenschaften an der Technical University of Denmark, Kopenhagen, 1979 mit dem Master of Science (Diplom Ing.) ab.Ab 1980 studierte er Statistik an der University of Wisconsin, Madison, wo er 1985 mit dem Ph.D. abschloss. Zwischen 1978 und 1980 bekleidete er verschiedene Funktionen in der Praxis in Dänemark, seit 1980 war er an der University of Wisconsin tätig: bis 1985 als wissenschaftlicher Mitarbeiter, von 1986 bis 1987 Forschungsmitarbeiter, von 1987 bis 1988 als Gastprofessor, von 1988 bis 1994 als Assistenzprofessor und schliesslich ab 1994 als Associate Professor. Seit 1997 war er ordentlicher Professor am Department of Industrial Engineering derselben Universität und ausserdem Direktor des «Center for Quality and Productivity Improvement». In der Forschung konzentrierte er sich auf «Design of Experiments», angewandte und industrielle Statistik und QualitätsManagement. Er gilt als Spezialist in den klassischen Bereichen des Qualitätsmanagements. Professor Bisgaard hat mehrere Ehrungen und Auszeichnungen von der Amerikanischen Gealma 1/1999

Professor Dr.Thomas Bieger, neuer Ordinarius für Betriebswirtschaft

Professor Dr. Søren Bisgaard, neuer Ordinarius für Technologiemanagement

Professor Dr. Robert Winter, neuer Ordinarius für Wirtschaftsinformatik

sellschaft für Qualität erhalten und wurde 1997 als Fellow der Amerikanischen Gesellschaft für Statistik gewählt. Robert Winter ist seit dem 1. Oktober 1996 als Extraordinarius für Wirtschaftsinformatik an der Universität St. Gallen. Er schloss sein Studium der Ökonomie und Betriebswirtschaftslehre an der Johann Wolfgang GoetheUniversität Frankfurt am Main mit dem Titel eines Diplom-Kaufmanns ab. Dem nach einem Aufbaustudium erworbenen Diplom als Handelslehrer folgte an derselben Universität die Promotion zum Dr. rer. pol., und 1995 habilitierte er sich dort für das Fach Betriebswirtschaftslehre. Ab Oktober 1995 vertrat er einen ordentlichen Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Seit April 1997 ist Robert Winter auch Direktor am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen. Ausserdem ist er Direktor des Nachdiplom-Lehrgangs «Master of Business Engineering» (MBE-HSG), der 1998 erstmals durchgeführt wurde. Thomas Bieger ist seit dem 1. Oktober 1996 Extraordinarius für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung der Tourismuswirtschaft (Amtsantritt am 1. April 1997). Er studierte von 1980 bis 1984 Wirtschaftswissenschaften an der Universität Basel. 1987 promovierte er dort zum Dr. rer. pol. im Fachbereich Volkswirtschaftslehre, Regionalwirtschaft, zum Thema «Freie Wirtschaftszone Basel – ein neues Instrument der regionalen Wirtschaftsförderung». Nach diversen Assistenzstellen in der Praxis und an der Universität wirkte er ab 1987 als Vollamtlicher Dozent an der HWV Luzern, wo er 1988 in die Schulleitung gewählt wurde. 1991 wurde er zum Direktor der Mittelschule und Tourismusfachschule Samedan (MTS) und 1994 in deren Verwaltungsrat gewählt. Er war auch verschiedene Semester Lehrbeauftragter und Gastprofessor an der Universität Innsbruck. Seit Sommer 1998 ist er geschäftsführender Direktor des neustrukturierten Institutes für öffentliche Dienstleistungen und Tourismus (IDT-HSG) an der HSG sowie Generalsekretär der Association internationale d'experts scientifiques du Tourisme.»

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UNIREPORT

Wegberufung Professor Dr. Stefan Trechsel, seit 1979 Ordinarius für Strafrecht an der HSG, hat einen Ruf auf ein Ordinariat für Strafrecht an der Universität Zürich angenommen.

Hohe Ehre für Professor Thürer Drei Monate nach seinem 90. Geburtstag (den er am 26. Juli 1998 begehen konnte) wurde Professor Dr. Georg Thürer, der von 1940 bis 1978 als Ordinarius für Deutsche Sprache und Literatur sowie Schweizer Geschichte an der HSG wirkte, in Rapperswil beim Treffen mit schweizerischer Polonia und Veteranen der Zweiten Schützendivision durch den polnischen Staatspräsidenten mit dem Kommandeurkreuz des Verdienstordens der Republik Polen ausgezeichnet. Der Orden sei, so der Präsident der Republik Polen, Aleksander Kwasniewski, bei der persönlichen Übergabe im Rittersaal des Schlosses Rapperswil, Ausdruck der Dankbarkeit seines Landes an Professor Georg Thürer für dessen Wirken und für die den polnischen Soldaten und Studenten über lange Kriegs- und Nachkriegsjahre erwiesene Güte und Herzlichkeit. Die Ordensverleihung sei zugleich eine symbolische Anerkennung für die Bemühungen aller Professoren, die kurz nach der Internierung von rund 13000 polnischen Soldaten und Offizieren im Juni 1940 an den von schweizerischen Behörden eingerichteten Hochschullagern unterrichtet hätten. Der Senat der damaligen Handelshochschule St. Gallen übertrug die Aufgabe, den polnischen Soldaten-Studenten des Internierten-Hochschullagers (IHSL) Sirnach-Gossau-HerisauSt. Gallen Kenntnisse der deutschen Sprache und Literatur zu vermitteln, ihrem jüngsten Professor, dem damals 32jährigen Dr. phil. Georg Thürer. «Der junge Germanist hat von den ersten Vorlesungsstunden an unsere Herzen erobert», führte der ehemalige Student Dr. Jerzy Rucki (Luzern) in seiner Laudatio zur Ordensverleihung aus. «Als unübertroffener Meister in der Darstellung historischer und heimatlicher Ereignisse entpuppte sich Georg Thürer alma 1/1999

anlässlich des Studiums von Schillers Wilhelm Tell.» Unvergesslich seien die «privaten Seminarien» in Thürers gastfreundlichem Heim in Teufen gewesen, wo ein kleines Häuflein Uniformierter im Familienkreise praktische Übungen in der Debattierkunst «durchexerziert» habe. Dabei hätten sich die Studiosi – vielleicht künftige Parlamentarier im freien Polen – mit aktuellen Problemen auseinandergesetzt. Für die jungen internierten Polen in ihren hoffnungslosen Perspektiven für ihr Land, für ihre Familien daheim und ihr persönliches Fortkommen war Professor Thürer mehr als nur akademischer Lehrer. Er wurde ihnen zum geschätzten Berater und Freund. Seine feurigen Kommentare zu den Geschehnissen auf dem Rütli und sein Glaube an eine bessere Zukunft stärkten auch ihre Hoffnungen. Der Ordensverleihung am 22. Oktober 1998 in Rapperswil wohnte viel Prominenz bei, darunter Regierungsrat Hans Ulrich Stöckling, Präsident des St. Galler Universitätsrates. Professor Thürger richtete eine sympathische Gruss- und Dankesadresse an den Geehrten. In einer begeisterten, formvollendeten und – natürlich wie immer – freien Rede dankte der mit 90 Lebensjahren immer noch sehr vitale Professor Thürer, der just vor 60 Jahren die erste seiner vielen Auszeichnungen erhielt, für das Kommandeurkreuz. Professor Thürer mit dem Kommandeurkreuz des Verdienstordens der Republik Polen.

alma Das Alumni-Magazin der Universität St. Gallen (bis 1997: «St.Galler Hochschulnachrichten») ISSN 1422-5980 2. Jahrgang, Nr. 1/1999 Auflage: 15'000 Exemplare Erscheinungsweise: alle 3 Monate Herausgeber: St.Galler Hochschulverein und Rektorat der Universität St.Gallen im Akademischen Verlag Verlagsleitung: Peter Hogenkamp Chefredaktion: Roger Tinner Beiträge in dieser Ausgabe: Erich Deschwanden, Jürg Manella, Christian Rahders,Winfried Ruigrok, Nicole Schiessl, Robert Straw, Roger Tinner Fotos: Regina Kühne Gestaltung: Norbert Völkle Druck: Zollikofer AG, St.Gallen Redaktion: alma, c/o Universität St. Gallen Dufourstrasse 50 9000 St. Gallen Telefon +41 71 224 22 26 Telefax +4171 224 28 15 e-mail: alma@alumni.unisg.ch Vertrieb/Anzeigen/Adressänderungen: Alumni-Büro HSG Dufourstrasse 50 9000 St.Gallen Telefon +41 71 224 30 10 Telefax +41 71 224 30 11 E-Mail: alumni@unisg.ch Anzeigenleitung: Christian Rahders Anzeigenpreise: auf Anfrage Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Genehmigung der Herausgeber bzw. der Redaktion gestattet. Für unverlangt zugestellte Manuskripte wird keine Gewähr übernommen. 21


VOM HSV UNTERSTÜTZT

Kinderkrippe Löwenzahn erweitert Von Gudrun Sander Im Herbst 1996 wurde aufgrund einer privaten Initiative die Kinderkrippe Löwenzahn gegründet. Innerhalb kürzester Zeit erarbeitete sich die Betreuung einen so guten Ruf, dass die Institution heute von der HSG nicht mehr wegzudenken ist. Im Gegenteil: Im Herbst 1998 wurden die Betreuungskapazitäten aufgrund der grossen Nachfrage verdoppelt und eine zweite Gruppe im «Hölzli» eröffnet. Das Konzept und die Lage der Kinderkrippe sind stark auf die Bedürfnisse von Studierenden und HSG-Angehörigen ausgerichtet. In einer flexiblen Teilzeitkinderkrippe wird der «HSG-Nachswuchs» (von sechs Monaten bis zum Schuleintritt) von ausgebildetem Krippenpersonal betreut. Die Eltern können zwischen zwei und sieKinderfasnacht bei der Kinderkrippe «Löwenzahn».

ben Halbtagen (entspricht 20 Prozentbis 70 Prozent-Betreuung) fix belegen. In Prüfungszeiten oder für überlastete Professorinnen und Professoren gibt es immer wieder flexible Lösungen. Maximal zehn Kinder je Gruppe werden gleichzeitig betreut. Neben drei Kleinkinderzieherinnen und zwei Praktikantinnen wird seit August auch eine Lehrtochter in der vom Schweizerischen Krippenverband anerkannten Kinderkrippe ausgebildet. An drei Tagen gibt es zudem einen Mittagstisch. Dank des Teilzeitkonzeptes können nach der Erweiterung rund sechzig Kinder betreut werden. Drei Viertel davon sind erfahrungsgemäss Kinder von Studierenden, Angehörigen des Lehrkörpers und der HSG-Verwaltung. Auch viele Ehemalige nutzen die Kinderkrippe. Trotz einiger Skepsis zu Beginn erkannte die HSG schnell, dass hier wirklich ein Bedürfnis besteht und stellte (mittlerweile zwei) Wohnungen in der

Liegenschaft «Hölzli» mit einem eigenen Garten (beim WBZ, ungefähr zehn Gehminuten von der HSG entfernt) gratis zur Verfügung. Auch der St. Galler Hochschulverein unterstützte die Initiative mit einer einmaligen Starthilfe im Herbst 1996. Durch eine auf fünf Jahre befristete Unterstützung der Studentenschaft ist es zudem möglich, den Studierenden ohne Einkommen einen stark reduzierten Tarif anzubieten. So sind heute junge Studierende nicht mehr vor die Entscheidung gestellt, sich für das Studium oder ein Kind zu entscheiden und die Attraktivität der HSG als Arbeitgeberin ist durch die professionelle und kompetente Betreuung in der Kinderkrippe Löwenzahn gestiegen. Denn wie heisst es so schön: «Nachwuchsförderung fängt beim Nachwuchs an.»

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AC – ein Club nicht «nur» mit deutschen Mitgliedern

Viele Gerüchte um den Ausländerclub sind Klischees – Partys mit Stimmung aber gehören tatsächlich zu den «Kernkompetenzen» dieses Vereins an der HSG.

«Ein bunter Haufen» ist laut seinem derzeitigen Präsidenten Stefan Engelke der Ausländerclub (AC) an der Universität St. Gallen. Rund ein Drittel der Mitglieder dieses Vereins, dessen Aktivitäten oft «ins Gespräch» kommen, sind heute Schweizerinnen und Schweizer. 24

Von Nicole Schiessl

Mit rund 300 Mitgliedern ist der Ausländerclub (AC) der grösste Club an der HSG. Der Name täuscht heutzutage etwas vor, was gar nicht (mehr) der Realität entspricht, nämlich dass nur Ausländerinnen und Ausländer als Vereinsmitglieder erwünscht sind. Im AC sind mittlerweile rund ein Drittel Schweizer, und unter den restlichen zwei Dritteln sind neben Deutschen noch Staatsangehörige aus 24 weiteren Ländern vertreten. «So kommt es, dass wir ein wirklich bunter Haufen sind», lacht Stefan Engelke, der aus Deutschland kommende Präsident des Vereins. Wie er aber sofort betont, sind im momentanen Vorstand ausser ihm noch zwei Personen aus der Schweiz, eine aus Holland und lediglich ein weiteres Vorstandsmitglied kommt aus Deusch-

land. Diese Konstellation sei bewusst gewählt worden, um im AC möglichst alle Mitglieder zu integrieren und alle Interessen vertreten zu können.

Viele Gerüchte um AC Neben dem Klischee, dass im AC ausschliesslich Deutsche zu finden sind, gibt es weitere, an der HSG kursierende Gerüchte und Meinungen zum Thema AC: Man muss stinkreich sein, um dabei sein zu können, die demolieren an ihren Rallyes alle Autos, aber auch: die veranstalten die besten Parties an der HSG. Dazu meint Stefan Engelke, dass es sich jeder leisten könne, beim AC Mitglied zu sein, denn viele Anlässe wie zum Beispiel das Skiweekend würden alma 1/1999


STUDENTISCHE VEREINE IM PORTRÄT

mit Sponsoring-Geldern und mit den Einnahmen aus den Partys stark unterstützt, so dass so ein Wochenende wirklich günstig sei. Mitglied könne sowieso jeder werden, der Lust darauf habe, denn es würden weder der Pass noch das Bankkonto kontrolliert. Da man beim AC auch mit dabei sein könne, ohne sich allzu sehr engagieren zu müssen, eigne sich der Verein auch, dass man in irgendeinem anderen der zahlreichen Vereine an der HSG Mitglied sei und ausserdem eben auch noch beim AC, erklärt der Präsident. Beim Thema «Rallye» ist sich der Präsident bewusst, dass es immer wieder zu kritischen Bemerkungen komme. Die Rallye, die jedes Jahr im Juni stattfindet und an der jeweils sechs bis acht Teams teilnehmen, sei schon ein sehr spezieller Anlass. Dabei gehe es nicht in erster Linie um die Geschwindigkeit, sondern um verschiedene Aufgaben, welche die Teams zu bewältigen hätten. Manche Teams mieten für diesen Anlass ein Auto, weil sie selber keines haben (oder wohl eher, weil sie ihr eigenes schonen wollen). Da sei es in früheren Jahren auch schon so gewesen, dass die Autos in einem so schlechten Zustand zurückgebracht wurden, dass der AC in St. Gallen keine Autos mehr vermietet bekommen habe. Ist denn so etwas nicht einfach primitiv und kindisch? «Nun, der Anlass ist einfach einer derjenigen, welche schon immer stattgefunden haben in unserem Club, und diese Tradition wollen wir schon aufrecht erhalten», meint Stefan Engelke dazu. Demoliert würden die Autos jedenfalls nicht, und heutzutage gebe man die Fahrzeuge auch wieder blitzblank zurück. Was die Partys angeht, so stimmt der Präsident den HSG-Gerüchten natürlich gerne zu. Für die zwei Partys im Wintersemester und die dritte Party im Sommersemester werde jeweils ein grosser Aufwand betrieben, den die Studierenden glücklicherweise auch honorieren würden durch ihre grosse Präsenz. Der Ruf des AC lebe zu einem grossen Teil von der als sehr gut geltenden Organisation der Feste.

Erfolg für Ehemaligen-Ball Mit grossem Aufwand und ebenfalls alma 1/1999

sehr wurde im Januar des letzten Jahres der erste Ehemaligen-Ball des AC durchgeführt. Es kamen rund 180 Personen zu diesem Anlass, einige reisten sogar extra dafür aus dem Ausland, so etwa aus Norwegen an. «Es waren teilweise wirklich bewegende Momente, als sich Leute in die Arme nahmen, die sich in all den Jahren ganz aus den Augen verloren hatten», schaut Stefan Engelke zurück. Der Ball und die dazugehörigen Veranstaltungen an diesem Wochenende fanden so grossen Anklang, dass man so etwas nun alle zwei Jahre organisieren möchte. Der nächste AC-Ehemaligen-Ball findet am letzten Wochenende im Januar des Jahres 2000 statt. Im AC ist man davon überzeugt, dass dann noch weit mehr Leute kommen werden als bei der ersten Durchführung. Momentan ist man daher angestrengt auf der Suche nach verschollenen Adressen von ehemaligen Studierenden der HSG, welche Mitglied im AC waren. Dabei muss eine Geschichte des Vereins von ca. 35 bis 40 Jahren aufgearbeitet werden, ganz genau weiss das niemand, aber die Zahl ehemaliger AC-Mitglieder wird auch ca. 1500 geschätzt. Dabei sei es natürlich sehr hilfreich, dass man mit dem Alumni-Büro der HSG zusammenarbeiten könne, betont der AC-Präsident. Noch vor diesem Ball finden natürlich noch viele weitere AC-Anlässe statt, so ist für das Sommer-Semester ein Wochenend-Ausflug nach Rimini geplant, die Party steht unter dem Motto «Bad Taste», an einem FussballTurnier werden die sportlichen Qualitäten getestet und wie bereits erwähnt findet im Juni die AC-Rallye statt. Nicht vergessen werden darf der jeweils am Dienstag in der «Galleria» durchgeführte AC-Stamm, der immer gut besucht ist und so jeweils schon fast zu einer Party wird. Der AC möchte vermehrt aber auch Veranstaltungen organisieren, die nicht ganz so zur Tradition eines Freizeits-Clubs passen; weil man zu den den Sponsoren inzwischen nämlich eine Schweizer Grossbank und eine Deutsche Unternehmensberatungsfirma zählt, möchte man vermehrt auch Vorträge und dergleichen organisieren. n

Ehemaligen-Forum In Zusammenarbeit mit dem St. Galler Hochschulverein organisieren die Weiterbildungsseminare der Weiterbildungsstufe HSG (WBSHSG) auch dieses Jahr am Vortag des «Dies academicus» das Ehemaligen-Forum. Dieses widmet sich am Freitag, 4. Juni 199, im Weiterbildungszentrum der Universität St. Gallen (WBZ-HSG) dem Thema «Neue Spielregeln für Wirtschaft und Gesellschaft». Nach dem Einleitungsreferat des neuen Rektors, Professor Dr. Peter Gomez, mit dem Titel «Die HSG vor neuen Herausforderungen» stehen insgesamt 15 verschiedene Arbeitsgruppen (je 5 zeitlich parallel) zur Auswahl. Dabei wird jedes Thema von einem HSG-Professor und einer Vertreterin bzw. einem Vertreter der Praxis behandelt. Von der HSG sind die Professoren Martin Hilb, Beat Bernet, Franz Jaeger, Robert Winter,Thomas Dyllick, Kuno Schedler, Cuno Pümpin, Peter Gross, Hans Jobst Pleitner,Thomas Bieger, Heinz Hauser, Torsten Tomczak, Rolf Dubs, Roman Boutellier und Rolf Wunderer dabei, aus der Praxis Marianne Kleiner,Adriano Passardi, Peter Hasler, Urs Fankhauser, Felix Wehrle, Ulrich Fässler,Andres Leuenberger,Andreas Reinhard, HansRudolf Früh, Ernst Boos, Beat Kappeler, Clemens Bachmann, Rudolf Rentsch, Pierre-André Steim und René Lichtsteiner. Die Anmeldung zu diesem Anlass, in dessen Anschluss die Generalversammlung des St. Galler Hochschulvereins stattfindet und bei dem sich jedes Jahr zahlreiche Ehemalige wiedertreffen, erfolgt direkt bei der WBS-HSG, Holzweid, 9010 St. Gallen (Telefon 071 224 25 70,Telefax 071 224 25 69, email: wbshsg@unisg.ch) oder über Internet (www.wbs.unisg.ch).Anmeldeschluss ist der 21. Mai 1999.

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ORIGINALTON

Jürg Manella, Delegierter für Weiterbildung

Die «Marke» wird immer wichtiger!

D

ass Bildung und Wissen die entscheidenden Erfolgsfaktoren

des 21. Jahrhunderts sein werden, spiegelt sich auch in der Vielzahl

wieder den beliebten Spruch, nur noch solchen Statistiken glauben zu dürfen, die man selbst gefälscht hat.

verschiedenster Nachdiplomstudien und Ausbildungslehrgänge wider. Es sind nicht nur die staatlichen Universitäten und Fachhoch-

Eine Universität wie die HSG darf aber über solche Missstände

schulen, sondern immer mehr auch private und «Firmenuniversitä-

nicht lamentieren. Den Tatsachen und der Herausforderung des

ten» sowie Beratergruppen, die sich diesen Markt streitig machen.

härter werdenden und undurchschaubareren Wettbewerbs hat sich

Und es wird immer schwieriger, sich in diesem Angebotsdschungel

die HSG zu stellen. Sie hat dies zu tun, indem sie selbst noch akti-

zurecht zu finden.

ver wird und nicht hofft, es würde sich schon alles von selbst regeln. Der Intransparenz muss durch die Schaffung einer höheren Trans-

Welches Studium für welche Zielgruppe das richtige ist, welchen

parenz begegnet werden. Ein wichtiger Weg dazu ist, dass noch ver-

Wert oder welche Aussagekraft welcher Abschluss und welches Di-

mehrt Qualitätskontrollen und entsprechende Verbesserungsmass-

plom hat, ist mittlerweile selbst für Insider schwer auszumachen.

nahmen bei den Lehrgängen durchgeführt werden, dass noch ver-

Gewiss wurde auch verpasst, schweizerisch oder gar europäisch, ge-

stärkt das Gespräch mit der Praxis gesucht wird und die Ausbil-

schweige denn weltweit, Anforderungen und Richtlinien festzule-

dungsinhalte an den praktischen Erfordernissen geprüft werden.

gen, die Diplomstudiengänge, MBA-Programme, Titel und Ab-

Dies gilt es aber auch in der Öffentlichkeitsarbeit zu kommunizie-

schlüsse nur eingermassen verbindlich regeln und unterscheidbar,

ren. Die Marke «HSG» muss noch stärker ein Garant für Qualität

aber auch vergleichbar machen. Verunsicherung und Orientie-

werden. Je mehr Ungewissheit und Unsicherheit über den Wert

rungslosigkeit über die Wahl eines Lehrgangs, den Wert eines Studi-

von Titeln und Abschlüssen herrscht, desto wichtiger werden die

ums und dessen Abschluss sind natürliche Konsequenzen dieser Si-

Institutionen, die «Marken», die diese vergeben.

tuation. Wo und in welchen nationalen, internationalen und globalen Diese Lücke wird nun vermehrt durch Rankings verschiedenster

Märkten sich die HSG positionieren soll und will, ist eine wichtige

Art zu füllen versucht. Doch dieser Weg erweist sich als äusserst

universitätsstrategische Frage, die es genau zu klären gilt. Doch dass

problematisch und fragwürdig, zumal es keine Instanz gibt, die die-

die HSG in all den Märkten, wo sie sich positionieren will, zu den

se gern publizierten Rankings kritisch prüft. Nicht nur deshalb ist

Besten gehören muss, muss für sie eine Selbstverpflichtung sein. Das

dieses Vorgehen sehr fraglich: Es werden auch völlig verschiedenar-

Label HSG muss für Qualität bürgen. In Markenpflege, Qualitäts-

tige Ausbildungsgänge miteinander verglichen, die sich weder

kontrolle, im Dialog mit der Praxis und in der Öffenlichkeitsarbeit

durch ihre Zielsetzungen noch durch ihren angesprochenen Teil-

haben wir uns stets zu verbessern. Für die eigene Marke mehr zu

nehmerkreis miteinander vergleichen lassen. Auch sind die Unter-

tun, wird daher eine zunehmend wichtigere Aufgabe für alle staatli-

suchungsmethoden, die in manchen Fällen recht fragwürdig er-

chen Universitäten werden.

scheinen, völlig undurchsichtig und stark interessegeleitet. Damit werden solche Rankings sehr zweifelhaft und rechtfertigen bald alma 1/1999

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EHEMALIGE IM PORTRÄT

Jüngste Professorin an der European Business School Prof. Dr. Dr.Ann-Kristin Achleitner-Koberg:Von der HSG-Studentin in «Rekordzeit» zur EBS-Professorin

Ann-Kristin Achleitner-Koberg, die sich an der HSG habilitierte, ist jetzt Professorin an der European Business School in Oestrich-Winkel.

Von Roger Tinner Abitur am Mathematisch-Naturwissenschaftlichen CouvenGymnasium Aachen mit 18, Lizentiat der Betriebswirtschaftslehre (Vertiefung Bankwirtschaft) mit 22, Lizentiat der Rechtswissenschaft mit 24, Doktorat der Wirtschaftswissenschaften mit 25, Doktorat der Rechtswissenschaft mit 26, Habilitation mit 28 und eine Professur für Bank- und Finanzmanagement mit 29: Diese Frau hat ihre Ausbildung und berufliche Qualifikation in einem Tempo absolviert, von dem andere nur träumen können – ohne dabei die Qualität zu vernachlässigen, lagen doch die Notenbeurteilungen praktisch immer bei sehr gut. Für die juristische Dissertation wurde sie sogar mit den Professor Walther Hug-Preisen St. Gallen und Schweiz ausgezeichnet. Wenn man Ann-Kristin Achleitner fragt, wieso sie an der HSG gleich zweimal doktoriert hat, sagt sie zuerst: «Das Studium an der HSG hat mir einfach Spass gemacht.». Es habe sie nach den Grundkursen und dem Lizentiat in Rechtswissenschaften «halt gereizt, und altersmässig ging es noch, das Jurastudium mit einer tiefergealma 1/1999

henden Analyse eines besonderen Problems abzuschliessen.» So wählte sie – die kurz davor mit einer Dissertation zum Thema «Die Auswirkungen des Bilanzrichtlinien-Gesetzes auf die Kreditwürdigkeitsprüfung der deutschen Banken» zum Dr. oec. promoviert hatte – kein Dissertationsthema an der Schnittstelle zur Betriebswirtschaft, sondern schrieb ihre juristische Doktorarbeit zum Thema «Zivilprozessuale Besonderheiten bei Sachverhalten mit Auslandsberührung» bei Professor Schwander.

Begeisterte HSG-Absolventen motivierten Aufgewachsen in Düsseldorf und Aachen, entschied sich Ann-Kristin Koberg, wie sie vor ihrer Heirat hiess, für ein Studium in St. Gallen: «Ich bin auf ganz verschiedenen Wegen auf die HSG aufmerksam geworden. Zum einen war da natürlich der Ruf der HSG.Vor allem hat mich beeindruckt, wie begeistert ehemalige Absolventen von dieser Universität sprachen und wie rückhaltlos toll sie ihre Studienzeit fanden.» Mit der Universität entscheide man sich ja nicht nur

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EHEMALIGE IM PORTRÄT

Ausgezeichnet: Für ihre juristische Dissertation erhielt Ann-Kristin AchleitnerKoberg 1992 den Professor Walther HugPreis .

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für den Lehrort, sondern vor allem auch für das Umfeld, in dem man dann ganz entscheidende Jahre verbringe. Wenn sie heute an die Studienzeit in St. Gallen (wo sie inklusive Lehrtätigkeit als Nachwuchsdozentin immerhin zehn Jahre verbrachte) zurückdenkt, dann denkt sie vor allem an eine «schöne Studienzeit»: «Was mich besonders beeindruckt hat – und was ich heute meinerseits weiterzugeben versuche –, ist die Nähe und das Verantwortungsgefühl der Professoren und aller Mitarbeitenden an den Lehrstühlen und in der Verwaltung, das sich weit über die Vermittlung von Wissen hinaus auch auf die persönliche Entwicklung erstreckt.» Unabhängig davon, dass sie heute selber akademisch tätig sei, halte sie auch privat zu mehreren Professoren und anderen Mitarbeitern der HSG den Kontakt aufrecht.» Und was die Kommilitonen betreffe, so brauche sie eigentlich gar nicht an die HSG zurückzudenken: «Meine engsten Freunde, die ich auch heute sehe, stammen aus der St. Galler Studienzeit.» Dazu gehört auch ihr Mann, den sie bei einem Aiesec-Recruiting ken-

nengelernt hat. Er sei damals für seine heutige Unternehmung (die Investmentbank Goldman Sachs) zum Recruiting nach St. Gallen gekommen, erinnert sie sich: «Bis zur Hochzeit sind dann allerdings noch einige Jahre vergangen...»

Berufsziele lange nicht abgesteckt Neben dieser menschlichen Seite gebe es aber auch viele Studiendinge, auf die sie gerne zurückschaue, etwa auch die Ausbildung in den nicht-betriebswirtschaftlichen Fragen: «Die Einrichtung eines Kulturfachs fand ich beispielsweise eine gute Sache. Mein Interesse für russische Geschichte, das damals Professor Ingold geweckt hat, habe ich bis heute beibehalten.» Engagiert hat sie sich selbst während des Studiums auch in studentischen Organisationen, vor allem in der Ballkommission und (zumindest als Mitglied) beim Arbeitskreis europäischer Studenten. Hier nehme man, so Achleitner, Dinge mit, die für die Zukunft wichtig seien und die man im Hörsaal nicht vermittelt bekommen könne. Sie hielte es für schade, wenn durch einen immer voller werdenden Stundenplan derartige Initiativen zwangsläufig schwerer oder unmöglich würden.

«Ja, grösstenteils», beantwortet sie die Frage danach, ob sie das an der HSG Gelernte immer noch brauchen könne: «Wichtig sind jedoch auch die inhaltichen Dinge, die man mitnimmt. Die Fähigkeit, in kurzer Zeit die Essentialia aus etwas herauszuarbeiten, das modellhafte Denken und das Bestreben, praxisorientierte und verständliche Beiträge zu leisten. Obwohl bereits ihr Vater Universitätsprofessor (für Medizin) war, seien ihre Berufsziele lange nicht abgesteckt gewesen – «und sie sind es eigentlich bis heute nicht». Für sie sei eher wichtig, dass man sich immer wieder neuen Herausforderungen stelle, die einem Spass machten, und dies in einem Umfeld, das einen beflügle. So habe sich die Idee, sich zu habilitieren, erst relativ spät herausgebildet, und zwar vor allem unter dem Eindruck der Lehrer, die sie an der HSG gehabt habe: «Einen einschneidenden Einfluss hatte da sicher André Zünd, den ich erst als Doktorvater richtig kennengelernt habe, da ich nicht Wirtschaftsprüfung studiert hatte. Er hat mich überzeugt, an die Hochschule zurückzukommen, nachdem ich bereits in der Unternehmensberatung tätig gewesen war. Von der Betriebswirtschaftlichen Abteilung zur Habilitation ermuntert, war sie anderthalb Jahre als Vollamtliche alma 1/1999


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Dozentin für Finanzierungslehre und externe Revision an der HSG tätig und arbeitete an ihrer Habilitationsschrift zum Thema «Die Normierung der Rechnungslegung: Eine vergleichende Untersuchung unterschiedlicher instiutioneller Ausgestaltungen des nationalen und internationalen Standardsetzungsprozesses». Nach der Habilitation und Zulassung zur Privatdozentin für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung des Finanz- und Rechnungswesens ging sie – «wie mit André Zünd besprochen» ��� zurück in die Unternehmensberatung, und zwar zu McKinsey, wo sie einige Jahre verbringen wollte. Da kam der «Zufall» dazwischen, dass ihre heutige Position vakant wurde – der Finanzlehrstuhl an der European Business School (EBS) Schloss Reichartshausen in OestrichWinkel, einer der führenden deutschen privaten Hochschulen mit ähnlichen Strukturen wie die HSG: Kleinheit, Internationalität und Praxisnähe. AnnKristin Achleitner überlegte lange, wie sie in der Rückschau festhält: «Ich habe mich vier Monate lang mit der Entscheidung herumgeschlagen, weil ich eigentlich noch länger Praxiserfahrungen sammeln wollte, dachte mir aber dann, dass es halt die ideale Chance zum nicht geplanten Zeitpunkt ist, und habe zugegriffen. Bis heute habe ich das nicht bereut.» Seit 1995 ist sie nun Inhaberin des Stiftungslehrstuhls für Bank- und Finanzmanagement an der EBS und Vorstandsvorsitzende des Instituts für Finanzmanagement an dieser renommierten Privatuniversität. Dass sie die jüngste Professorin hier ist, dämpft sie spontan ab: «Grundsätzlich sind wir ein relativ junges Team mit einigen Professoren in den 30ern.» Daneben ist sie in zahlreichen Gremien tätig, insbesondere im Aufsichtsrat der Depfa-Bank und im Vorstand der deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Wenn sie EBS und HSG vergleicht, drängen sich eher die Gemeinsamkeiten auf – zumal dann, wenn man sie mit den staatlichen deutschen Hochschulen vergleicht. Der Unterschied liege insbeosndere in der Grösse, hat doch die EBS heute etwas mehr als 800 Studenten – eine Zahl, die an der HSG schon anfangs der Sechziger Jahre alma 1/1999

überschritten wurde. Beide Schulen teilen gemäss Professorin Achleitner ein gemeinsames Problem: Durch die Fokussierung auf Wirtschaftsfragen komme es nur wenig zum Austausch mit Studierenden und Professoren, die sich für ganz andere Themen wie etwa Naturwissenschaften interessierten, so seien die Werthaltungen – im Vergleich beispielsweise zu Geisteswissenschaftlern – ziemlich ähnlich.

Professorin mit Familie Aufgewachsen ist Ann-Kristin Achleitner mit zwei Geschwistern: Ihre Schwester hat nach dem Studium an der EBS in St. Gallen bei Professor Hilb doktoriert, ihr Bruder lebt seit einigen Jahren in Zuoz, wo er in diesem Sommer die Matura macht. «An erster Stelle steht die Familie», betont sie denn auch klar, wenn man sie nach ihrem heutigen Umfeld fragt. Und zu dieser Familie gehört neben ihrem Mann Paul (der 1980 an der HSG das Lizentiat und 1985 das Doktorat machte und heute als geschäftsführender Teilhaber bei Goldman Sachs tätig ist) der neun Monate alte Sohn Niklas und ihr gerade 18 Jahre alt gewordener Bruder: Er lebt seit dem Tod der Eltern Koberg ausserhalb der Internatszeiten bei ihr und ist «ein fester Teil der Familie». Die Arbeit als Professorin ist mit einer Familie ihrer Meinung nach «ausserordentlich gut vereinbar», weil sie eine hohe Zeitautonomie habe und teilweise auch von zuhause aus arbeiten könne. Mindestens so wichtig sei allerdings, dass sie ein Mitarbeiter-Team am Lehrstuhl habe, das sie toll unterstütze und ihre doppelte Rolle verstehe. Allerdings hat sie, als sie Mutter wurde, einmal einen «Kassensturz» gemacht, ist alle Tätigkeiten durchgegangen und hat sich «mit sich selbst» geeinigt, welche sie weglassen kann, ohne dass sie in ihrer Kernfunktion, in der Lehre, schlechter werde: «So gebe ich zum Beispiel fast keine Weiterbildungsseminare und halte auch nur beschränkt Vorträge. Beides ist zeitintensiv und mit vielen Reisen verbunden, so dass ich viel von zuhause weg wäre.» Bei ihren Hobbies steht derzeit das Lesen im Vordergrund, während das Reisen in ande-

re Länder und Kulturkreise zumindest für eine Zeitlang hinter den Bedürfnissen des kleinen Niklas zurückstehen muss.

Enger Bezug zur HSG Kein Wunder, dass die EBS-Professor sehr zufrieden ist («eine glückliche Familie, ein Job, der einem Spass macht, und gesund sein, ist wohl das Maximum, das man sich wünschen kann»). Berufliche Ziele sind daher eher «Verfeinerungen» an der heutigen Situation: So wäre es etwa ihr Ziel, an der European Business School durch die Berufung von Kollegen im Finanz- und Rechnungswesen die gleiche positive Diskussionskultur aufbauen zu können, die sie unter den Kollegen in St. Gallen erfahren habe. Zur HSG hält sie denn auch weiterhin Kontakt, und sie fühlt sich der Universität St. Gallen sehr verbunden: Sie nimmt einen Lehrauftrag wahr, betreut als Korreferentin Dissertationen mit und bezieht Anregungen für ihre eigene Tätigkeit aus der Zusammenarbeit mit Professor Giorgio Behr. Mit ihm zusammen hat sie auch ein Lehrbuch für die internationale Rechnungslegung verfasst, das an der EBS und an der HSG eingesetzt wird. Ein solcher Ansatz, über die Uni-Grenzen hinweg zu kooperieren statt das Rad zweimal zu erfinden, sei für alle Beteiligten, auch für die Studierenden, eine Bereicherung. Und sie freut sich, «wenn ich – wie das gerade wieder Fall ist – an meinem Lehrstuhl einen Assistenten habe, der an der HSG studiert hat.» Die «Minderheitenposition» als Frau hat sie nie belastet: «Alles, was ich gemacht habe, habe ich weder deswegen noch trotzdem getan und gekonnt.» Dass Sie in einem Nachwuchsförderungsprogramm des Bundes mit Frauenquote an ihrer Habilitation arbeiten konnte, sieht sie als Unterstützung. Und hier habe sie – was sie mehr beeindruckte – als NichtSchweizerin keinerlei Nachteile erfahren. An der EBS spiele das Frausein für sie auch keine spezielle Rolle: «Es gibt in allen Positionen hier Frauen, bis vor kurzem waren zwei der drei Mitglieder der Hochschulleitung weiblich.» n

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EHEMALIGE IM PORTRÄT

Zwischen Clausewitz und Macchiavelli Hanspeter Danuser erfand die Marke «St.Moritz»

Hanspeter Danuser bei einem seiner zahlreichen Auftritte für St. Moritz. (Foto Flury)

Von Erich Deschwanden St.Moritz – diese Extravaganz der Kulturgeschichte (Jakob Christoph Heer)

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Verkehrsdirektoren sind nicht auf Rosen gebettet. Mit den Kurtaxen allein – jenen paar mickrigen Franken, welche Urlauber pro Übernachtung in die Kassen der örtlichen Tourismusförderung fliessen lassen – kann jedenfalls noch längst keiner Staat machen. Wer einen Ferienort erfolgreich vermarkten will, kann nicht umhin, zusätzlich Geld aufzutreiben. Hanspeter Danuser, HSG-Absolvent, seit 20 Jahren und ein paar Monaten erfolgreicher Manager der gemeinsamen Interessen des Gastgewerbes von St.Moritz, macht vor, wie man’s macht. Danuser war weltweit der erste, als er 1986 eine Ortschaft als Markenzeichen eintragen liess: «St.Moritz – Top of the world», mit geschütztem Namenszug. Ein Jahr später auch «St.Moritz – Top of the world» als geschütztes Signet. Zwar verfügte der Engadiner Nobelkurort schon seit 1937 über ein gesetzlich geschütztes Symbol, «die Sonne von St.Moritz». Doch seit der Eintragung des Dorfes als Marken-

ort, haben sich Schriftzug und Signet zu einem Huhn entwickelt, das goldene Eier legt. Chopard beispielsweise blätterte jedes Jahr 100 000 Franken hin für das Recht, eine Uhrenlinie unter der Bezeichnung «Collection sportive St.Moritz» vermarkten zu dürfen. Auch Pommery findet sich in den Reihen der Lizenzgebührenzahler. Der ChampagnerHersteller verkauft derzeit 200 000 Flaschen prickelnden Rebensaftes unter dem Markennamen «Brut St.Moritz». Hanspeter Danuser begriff schon früh, was er mit Geld erreichen kann, wenn er richtig damit umgeht. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen im Bündner Dorf Felsberg, verdiente er sich seinen Lebensunterhalt während des Studiums an der HSG selbst: als Dachdecker, KV- und Kantonsschullehrer. Trotz dieser Belastung und trotz häufigem Militärdienst schloss er innerhalb von vier Jahren mit dem Prädikat «magna cum laude» ab. Frisch verheiratet mit einer SwissairHostess, schlug ihm Professor Rolf Dubs vor, eine Dissertation mit dem Titel «Berufsbild und Ausbildung der Air-Hostess» zu schreiben. Die Vielzahl der Doktorandenseminare, die er allerdings noch hätte besuchen sollen, bewog ihn, an die Universität Zürich zu wechseln. Neben dem Schreiben der Arbeit brauchte er dort nur eine mündliche Prüfung von alma 1/1999


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der Dauer einer Stunde zu absolvieren. Hanspeter Danuser schaffte es, das Doktorandenstudium in acht Monaten zu beenden und seine akademischen Auszeichnungen mit einem weiteren «Magna» zu schmücken. «Wenn ich ein Wort hasse, dann ist es das Wort ,billig’,» erklärt Danuser mit sonorer Stimme. Wir sitzen in seinem Büro. Draussen schneit es, dennoch brechen ab und zu Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Spaziergänger, Einkaufsbummler, Hunde und ihre Halter tapsen so zahlreich über die breiten Gehwege von St.Moritz-Dorf wie jeweils die Flaneure auf der Zürcher Bahnhofstrasse an einem schönen Sonntagnachmittag. Es ist Hochsaison, jene kurze Zeit zwischen Weihnachten und Ostern, in der die St.Moritzer Tourismusbranche im wesentlichen ihren Jahresumsatz und -gewinn macht. «Was ich akzeptieren kann, ist das Wort ,preiswert’. Der Gast soll einen Gegenwert haben für sein Geld.Wichtiger aber ist mir der Begriff ,de luxe’», fährt der Kurdirektor ruhig und bestimmt fort. «Die Logiernächte in St. Moritz nehmen ab, weil mit jedem Hotelumbau die Anzahl der Zimmer durch die Vergrösserung der Räume sinkt, und die Besucherfrequenz stagniert seit Mitte der 80er Jahre. Aber die Ausgaben pro Kopf steigen. Sie waren noch nie so hoch wie heute. Unsere Wintergäste lassen im Durchschnitt über 1000 Franken pro Tag liegen.»

Gerade 31 Jahre jung und im Tourismus völlig unerfahren, war der HSGÖkonom 1978 nach St.Moritz gekommen. Bevor er die Vorzüge seines von der Natur privilegierten Dorfes den Kunden anpreisen konnte, musste er seine nächsten Mitstreiter – die Hoteliers und Restaurantbesitzer – davon überzeugen, dass sie eine exklusive Mission haben. Zwar wiesen die Gastronomiebetriebe Anfang der 80er Jahre hervorragende Ergebniszahlen aus, doch Konkurrenten wie Gstaad und Kitzbühel hatten längst begonnen, dem traditionsreichen Kurort in bezug auf sein Nobelimage den Rang abzulaufen. «Ich musste zuerst Ordnung schaffen und die Hierarchie wieder herstellen», erinnert sich Danuser lachend.

Gegen Widerstände durchgesetzt Rund fünf Jahre habe er gebraucht, bis er sein Geschäft richtig verstanden und sich gegen vielerlei Widerstände durchgesetzt habe. Und erst 1985 sei es ihm Überzeugt, dass St.Moritz ein teures Pflaster sein muss: Danuser als selbstbewusster Verkäufer...

gelungen, «den Tarif wirklich durchzugeben». Damals lancierte der Kur- und Verkehrsverein zur Feier «Hundert Jahre Wintersport» das erste Poloturnier auf Schnee. Die Veranstaltung wurde zu einem Riesenerfolg. Der elitäre Event inspiriert seither zahlreiche Macher aus unterschiedlichen Metiers. So tritt der Konzertpianist Peter Aronsky in der Osterwoche zum zweiten Mal als Intendant von «Snow and Symphony» auf. Und das Emirat Dubai soll im kommenden Winter die erste «Race-Camel-Show» ermöglichen. Es ist vorgesehen, dass die höckrigen Wüstentiere in den folgenden Jahren noch öfter bestaunt werden können. Die Universität Zürich begleitet das Projekt mit wissenschaftlichem Sachverstand. Der verhalf schon zur Erkenntnis, dass Kamele nur geradeaus rennen können. Ein «camel race» um den See von St.Moritz kann deshalb – entgegen ursprünglichen Plänen – nicht stattfinden. Danusers Unternehmen ist effizient. Die 22 Mitarbeiter des Kur- und Verkehrsvereins bilden eine Art virtuelles Unternehmen, das 300 Veranstaltungen pro Jahr mehr organisatorisch unterstützt als selbst organisiert. Einen guten

Ein selbstbewusster Verkäufer Hanspeter Danuser ist überzeugt, dass St.Moritz ein teures und elitäres Pflaster sein muss. Gelegen auf 1800 Metern über Meer, plagt sich der Ort nicht wie andere Wintersportdestinationen mit unsicheren Schneeverhältnissen. Die durchschnittlich 322 Sonnentage pro Jahr garantieren zudem ein angenehm trockenes Klima. «Dank der Voraussetzungen, die die Natur uns bietet, liegt unsere ,Unique selling proposition’ in der ,Outdoor-affair’. Wer Wintersport betreibt und nicht zu uns kommt, ist eigentlich selbst schuld», meint Danuser achselzuckend. Ein selbstbewusster Verkäufer, der weiss, was sein Produkt wert ist. alma 1/1999

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EHEMALIGE IM PORTRÄT

Teil seines 6-Millionen-Franken-Budgets lässt der Tourismus-Promoter ins Event-Marketing fliessen. Für die Organisatoren der Veranstaltungen bleibt da nicht mehr viel übrig. Sie erhalten neben dem Coaching in der Regel nur eine bescheidene Starthilfe von 10 000 bis 15 000 Franken, für die restliche Finanzierung müssen sie selbst sorgen. Andererseits können sie über die erzielten Einnahmen verfügen, derweil die Lizenzgebühren aus dem Markennamen St.Moritz wiederum an den Kur- und Verkehrsverein gehen. «Und vom Werbe- und Publizitätseffekt, den die Sponsoren und Organisatoren verursachen, profitiert ganz St.Moritz,» fügt Danuser zufrieden bei. «Wenn Sie Kurdirektor sein wollen, dann müssen Sie eine Mischung aus Clausewitz und Macchiavelli sein», sagt Hanspeter Danuser. «Clausewitz verkörpert die langfristige Strategie, die effizient durchgezogen werden muss, damit das bestmögliche Resultat herauskommt. Macchiavelli lehrt, wie der Reiter allen Bocksprüngen zum Trotz im Sattel bleibt.» Im Grunde genommen drohe ihm dauernd eine mittlere Katastrophe, und am Ende einer Saison sei er jedes Mal froh, wenn alle Ereignisse ohne missliches Wetter oder grössere Unfälle über die Bühne gegangen seien. «Jeder Erfolg hat viele Väter. Wenn aber etwas krumm läuft, dann müssen wir es auf uns nehmen», erläutert der oberste Verantwortliche für den St.Moritzer Tourismus. Danuser erträgt es mit Gleichmut: «Jede zweite Idee entwickelt sich zu einem Flop.» 1982 lancierte er zusammen mit drei Privatbahnen und der SBB einen erfolgreichen Relaunch des Glacier-Expresses von St.Moritz nach Zermatt. Zwei Jahre später folgte die Neubelebung des Bernina-Expresses. Beflügelt von den guten Resultaten, wollte Danuser auch einen EngadinerExpress auf die Schienen bringen. Die direkte Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Wien, über Salzburg, Innsbruck und Landeck nach St.Moritz fand jedoch keine Marktakzeptanz. Nicht zuletzt wohl deshalb, weil die Reisenden ihre Eisenbahnfahrt unterbrechen und zwischendurch den Bus besteigen mussten. 34

Hanspeter Danuser verhehlt nicht, dass sein Job mitunter gewaltig an den Kräften zehrt, physisch und psychisch. Morgens um Viertel vor sechs steht er auf und beginnt seinen Tag mit den «fünf Tibetern», einer Reihe von Gymnastikübungen, die ihm vor allem helfen sollen, seine Rückenmuskulatur zu stärken. Für das seelische Gleichgewicht folgt um sieben Uhr eine halbe Stunde Alphornblasen. Ohne dieses Musikinstrument geht der Kurdirektor im übrigen schon lange nicht mehr auf Auslandreisen. Besonders anstrengend empfindet der 51jährige die Wintermonate. Kaum ein Abend vergeht, an dem er nicht zu einem Galadiner oder zu einem sonstigen Anlass geladen ist. «Ich bin ein langweiliger Gast», scherzt Danuser, «denn ich bestehe darauf, um Mitternacht im Bett zu liegen.» Ruhiger geht es im Sommer zu und her. Seit 15 Jahren verbringt er von April bis Oktober jedes Wochenende in seinem Ferienhaus am Comersee. Gelegenheit, auch räumlich Abstand zum hektischen Betrieb in St.Moritz zu nehmen.

Noch zehn Jahre Zehn Jahre will der Kur- und Verkehrsdirektor noch weitermachen, sind doch noch einige Grossprojekte in petto, die seinen Ehrgeiz anstacheln (siehe Kasten). Seine Loyalität zu St.Moritz wird jedoch ab und zu arg auf die Probe gestellt. Dabei sind es nicht einmal die Bestechungsversuche der plumpen Art, die er schon öfters abwehren musste, sondern vielmehr die Headhunter, die ihn in Versuchung führen.Wenn die anrufen und mit einer Verdoppelung seines jetzigen Einkommens locken, dann wird ihm bewusst, welchen Preis er zahlt. «Meine Studienkollegen, die mittlerweile Generaldirektoren in einer Grossbank geworden sind, verdienen bedeutend mehr als ich», sinniert Danuser. «Doch sie können es sich nur leisten, jeden Winter für ungefähr zwei Wochen nach St.Moritz zu fahren. Ich hingegen darf das ganze Jahr hier oben verbringen. Dieses Privileg ist eben teuer.» n

Ambitionen St.Moritz und die Ferienregion Engadin haben Grosses vor. Bis zum Jahr 2003 soll der Regionalflugplatz Samedan für 20 bis 30 Millionen Franken zu einem modernen Flughafen ausgebaut werden. Feriengäste aus London, München oder New York werden künftig die Möglichkeit erhalten, per Linien- oder Charterflugzeug ins Engadin zu reisen. Parallel zur Flughafenerweiterung werden die Kantonsstrassen über die Pässe Julier und Maloja weiter ausgebaut. Am kommenden 19. November eröffnet zudem die Rhätische Bahn den Vereina-Tunnel und schafft damit eine wintersichere Verbindung zwischen dem Prättigau und dem Engadin. Der Ausbau der Verkehrswege erfolgt vor allem im Hinblick auf die alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2003, deren Rennen in St.Moritz und Pontresina stattfinden werden. Sollte Sion den Zuschlag für die olympischen Winterspiele 2006 erhalten, dann wird das Engadin zum Austragungsort für die Bob- und Rodelwettkämpfe werden. Die geplanten sportlichen Grossanlässe lösen zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur aus. Nachdem die St.Moritzer Bergbahnen in den letzten 10 Jahren rund 200 Millionen Franken in den Ausbau ihrer Beförderungsanlagen, Restaurationsbetriebe und Beschneiungsmaschinen gesteckt haben, wollen sie in den kommenden vier Jahren noch einmal 85 Millionen Franken investieren. Das Parkhotel Kurhaus soll ferner zum «Olympic Parc Hotel» erweitert werden, mit Bädern, Beautyfarm, Casino und Sportanlagen. Neben all den ambitiösen Bauvorhaben sehnen sich die Engadiner Verantwortlichen für den Tourismus auch nach mehr Natur. Geht es nach ihrem Wunsch, so wird bis zum Jahr 2003 die heutige Fläche des Nationalparkes verdreifacht sein. alma 1/1999


NDU-ALUMNI

Ranking von Business-Schools: Ein Kommentar Von Gion-André Pallecchi, Studienleiter NDU-HSG Neueste Rankings internationaler TopBusiness-Schulen haben in den letzten Wochen immer wieder zu intensiven Diskussionen im Kreise der Alumni unseres Executive MBA Programms geführt. Nicht etwa weil die HSG in allen Rankings unter den Top-5 geführt worden wäre, sondern weil die HSG als Universität, aber auch das NDU als Executive MBA Programm durch Abwesenheit glänzten. Es ist immer ein leichtes, Rankings zu verurteilen, auf ihre undurchsichtige Entstehung hinzuweisen und darauf zu vertrauen, dass dies der Markt und die Wirtschaft sicherlich durchschauen werden. Dass dem nicht so ist, wissen wir. Rankings werden von Lesern verschiedenster Wirtschaftpublikationen aufgesogen und aufgenommen wie Ranglisten an olympischen Spielen. Rankings sind Facts. Wie entstehen nun solche Rankings? – Dies zu erfahren ist unmöglich. Keine einzige Quelle, die ein bestimmtes Ranking in den letzen Wochen veröffentlicht hat, konnte uns irgendwelche Informationen über die Entstehung des Rankings geben. Geläufige Aussagen waren: «Haben wir von denen übernommen» / «die Journalistin, die den Kommentar zum Ranking geschrieben hat, hat leider ihre Unterlagen verloren» / «das dürfen wir aus Vertraulichkeitsgründen nicht preisgeben» etc. Der Glaubwürdigkeit der Rankings dient ein solches Verfahren in keinem Falle. Tatsache bleibt, dass Rankings auch in seriösen Zeitungen ohne Rückfragen abgebildet werden. Wie begegnen wir nun als Executive MBA-Anbieter diesem Umstand? Ziemlich hilflos, wie es scheint. Eine kurzfristige Korrektur ist auch nicht möglich. Die langfristige Strategie der HSG muss es sein, zusammen mit anderen europäischen Top-Schulen, insbesondere aber mit ihren CEMS-Partnern (CEMS: Community of European Management Schools) die europäischen alma 1/1999

Rankings – Ranglisten mit Tücken Business-Schulen stärker und eigenständiger im internationen Wettbewerb zu positionieren. In den Rankings kommt kaum je eine der CEMS-Schulen vor. Das gleiche Problem wie die HSG haben nämlich auch die Kopenhagen Business School, die BocconiUniversität in Mailand oder die LSE in London, um nur einige der CEMSSchulen zu nennen. Die HSG-Stategie und die Strategie der CEMS-Partner muss es sein, das Bild der europäischen Executive Education völlig zu wandeln. Die TopSchulen in Europa müssen sich nicht hinter ihren amerikanischen Kolleginnen verstecken und sie haben durch ihre kulturelle und sprachliche Vielfalt grosse Chancen in einer global orientierten Welt neue Schwerpunkte besser und fundierter aufzunehmen als ihre amerikanischen Konkurrenten. Vergleicht man die amerikanischen Curricula mit europäischen, so sind die Europäer in der Internationalisierung bereits heute sehr weit fortgeschritten. Dennoch gelten amerikanische Executive MBA-Programme gemeinhin als internationaler als europäische. Internationalität muss jedoch in einem Executive Programm in drei Dimensionen gemessen werden: Internationalität der Inhalte, Internationalität der Dozenten und Internationalität der Teilnehmer. In bezug auf die Inhalte muss sich die HSG sicherlich gegenüber keiner anderen Schule verstecken. In bezug auf die Internationalität der Dozenten wurden in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte erzielt, und daran wird auch sehr stark weitergearbeitet. In bezug auf die Internationalität der Teilnehmer scheint mir ein Vergleich zu amerikanischen Schulen aufschlussreich. Nimmt man die Liste der Zeitschrift «Business Week» der Top 20 Executive MBA Programme (datiert von 1997, der letzten Erhebung) und orientiert sich an der Kennziffer «Live

in area of school» so sieht man, dass etliche Top-Schulen bis zu 100 Prozent ihrer Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der nächsten Umgebung rekrutieren.Wie ist dies zu erklären? – Executive MBA-Programme sind in aller Regel berufsbegleitend konzipiert, und der berufsbegleitende Charakter der Ausbildung verunmöglicht es einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, regelmässig grössere Reisen zu unternehmen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand aus Buenos Aires 14 Mal nach St.Gallen oder jedes Wochenende nach Chicago fliegt, um ein Executive MBA-Programm zu besuchen. Die HSG und unser NDU brauchen den Vergleich zu internationalen Top-Schulen nicht zu scheuen, und ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit unseren CEMS-Partnern in den kommenden Jahren die internationale Executive Education wesentlich mitbeeinflussen und einen Gegenpol zur Amerikanisierung der Executive Education bilden werden. Ein weiteres Kernproblem der MBA-Rankings ist oft die Vergleichsbasis. Dass «MBA» nicht gleich «MBA» ist, ist heute sicherlich jedem bekannt. Dass aber in einem Ranking zweijährige fulltime-Programme mit berufsbegleitenden Executive MBA Programmen oder gar mit Fernkursen verglichen werden, dies kann nur der Insider herauslesen. Die Informationen, die diese Rankings in ihrem Vergleich von grundverschiedenen Ausbildungsgängen generieren, haben eigentlich keinen Wert. Nur die genaue und richtige Unterscheidung in die Programmkategorien Junior MBA und Executive MBA kann einem Weiterbildungsinteressierten helfen, die für ihn richtige Ausbildungsstätte zu finden. Dies leistet bis heute kaum ein Ranking. Und noch ein Mythos: Ein Programm kann nur international sein, wenn die Kurssprache englisch ist. Die

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englische Sprache hat unbestritten einen Siegeszug in der Wirtschaft erlebt. Kaum einer wird heute eine Managementaufgabe in einer international orientierten Unternehmung wahrnehmen können, ohne des Englischen mächtig zu sein. Nichtsdestotrotz stellen wir in unseren Kursen immer wieder fest, dass die Diskussion insbesondere von Themen aus dem Gebiet «Sozialkompetenz» in Englisch wesentlich weniger intensiv geführt werden kann, als dies in Deutsch der Fall ist. Jedes Programm hat seine Grenzen. Wir können nicht Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Managementkompetenz etc. vermitteln und dabei auch noch den Anspruch erheben, die Sprachkompetenz in einer Fremdsprache zu perfektionieren. Dies muss jedem selbst überlassen werden. Das Executive MBA-Programm der HSG wird auch in Zukunft ein berufsbegleitendes Programm bleiben, sich dadurch an einer gewissen Regionalität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer orientieren müssen, und unsere Marktregion spricht als Muttersprache deutsch. Diesen Umstand müssen wir akzeptieren, ohne dabei zu vernachlässigen, dass wir der Ausbildung in Englisch auch an der HSG in Zukunft ein grösseres Gewicht beimessen. Einer vollkommenen Umstellung auf Englisch stehe ich aus den Erfahrungen in unseren Kursen skeptisch gegenüber. Was bringt nun diese ganze Geschichte, und warum wird sie hier in der «alma» veröffentlicht ? Die HSG und ihre Executive-Programme, auch wenn sie zur Zeit in verschiedenen Rankings zu kurz gekommen sind, bieten für Sie ein adäquate und anerkannte Executive Education an, und es kann nur uns allen zusammen gelingen, das Renomee und die internationale Anerkennung unserer Ausbildung sicherzustellen. Wir sind stolz auf unsere Programme, und sie können, ohne Vergleiche scheuen zu müssen, auch stolz sein auf Ihren HSG-Abschluss. Kommunizieren sie dies in Ihrer Umgebung, damit helfen Sie sich selbst, aber auch uns.

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Dass die englische Sprache ein Muss in der heutigen Wirts c h a f t swe l t ist, dies haben wir auf diesen Seiten bereits mehrmals festgestellt. Nun ist es endlich gelungen, einen NDUkompatiblen Übersetzungshelfer zu finden. Urs Barandun und Jürg Baumberger, beides Absolventen des Kurses NDU 6, haben einen wertvollen Führer über englische Managementbegriffe herausgegeben. Das Taschenbuch «BB - Be Better» fasst die wichtigsten englischen Managementausdrücke zusammen und gibt damit eine Orientierungshilfe im «Kauderwelsch» der Management-Sprache. Es dient dem raschen und effizienten Füllen von Wissenslücken und bietet Orientierungshilfen für die Bewältigung praktischer Probleme im Unternehmens- und Organisationsalltag. Dank der übersichtlichen und knappen Darstellung des Inhaltes und der verständlichen Sprache ist der BB Be Better ein praktisches Handbuch. Es ist in drei Teile gegliedert: Business-Begriffe: Die am häufigsten verwendeten Begriffe aus der Wirtschaft werden erklärt. Knappe und verständliche Beschreibungen definieren jedes englische Wort, das deutschsprachigen Managern geläufig sein sollte. Know-how-Speicher: Zu verschiedenen Aufgabenbereichen und Problemstellungen eines Unternehmens wie Rhetorik, Delegation, Kundenempfang usw. werden konkrete und überschaubare Rezepte für die professionelle Handhabung beschrieben. Damit wird in der Praxis anwendbares Wissen vermittelt. Literaturempfehlungen: Wer ein vertieftes Wissen zu Themen des Know-how-Speichers erlangen oder mehr über einen Business-Begriff erfahren möchte, wird auf die Literaturempfehlungen verwiesen. Die

entsprechenden Werke werden von den Autoren kurz charakterisiert. Das Taschenbuch ist aufgrund seines Formates bestens geeignet für Jackentaschen. Wem die Bedeutung eines englischen Wirtschaftsausdrucks bei einem Fachanlass nicht mehr präsent ist, der wird mit «BB Be Better» schnellstens bedient. Die Publikation richtet sich hauptsächlich an Praktiker in Unternehmen, an Studierende sowie an Laien, die sich mit der modernen Begriffswelt und den Techniken des Managements vertraut machen wollen. Bibliografische Angaben: Urs Barandun, Jürg Baumberger BB - Be Better Ausgabe 1999/2000 1.Auflage 1998, 128 Seiten, 100 x 170 mm, broschiert ISBN 3-7941-4475-9

Bestell-Talon Senden Sie mir ____ Exemplare «BB – Be Better» zum Sonderpreis von CHF 39.– pro Exemplar (regulärer Preis CHF 49.–) inkl. MWST, exkl.Versandkosten. Name/Vorname: ____________________________ Adresse: ____________________________ ____________________________ ____________________________ Faxen Sie eine Kopie dieses Talons an die Nummer 01 300 26 24 oder bestellen Sie telefonisch unter der Nummer 01 308 37 18.

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«alumniWeb» erfreut sich grosser Beliebtheit Seit Ende Dezember sind die InternetSeiten des St. Galler Hochschulvereins unter dem Namen «alumniWeb» online. Das Angebot erfreut sich, wie Zugriffszahlen zeigen, grosser Beliebtheit. Von Peter Hogenkamp Da «alumniWeb» besteht aus mehreren Bereichen: – «who’s who online»: Hier können Sie die Daten der Alumni und Alumnae, die ihr Einverständnis gegeben haben, online abrufen. Dies sind derzeit rund 9050 Personen. – «news»: Aktuelle Nachrichten für Ehemalige über die HSG, den Hochschulverein und das alumniWeb selbst. – «events»: Kalender mit aktuellen Anlässen für Ehemalige an der HSG und in aller Welt. – «clubs»: Liste von aktiven regionalen (z.B. Zürich, Frankfurt, New York) oder fachspezifischen (z.B. «Stawis») Ehemaligenvereinen und -organisationen. – «info»: Informationen, Adressen, Statuten etc. zum St. Galler Hochschulverein und Alumni-Büro.

das «alumniWeb» zu. Stärkster Tag bisher war Freitag, der 26. Februar, an dem eine an alle versandte E-Mail ankam, die auf diverse aktuelle Anlässe hinwies: An diesem Tag wurden mehr als 500 «Sessions» (entspricht etwa der Anzahl zugreifender Personen) registriert, das sind immerhin rund zehn Prozent der derzeit aktiven Nutzer.

Permanente Mailadresse Ebenfalls seit Inbetriebnahme des Servers funktioniert die Weiterleitung von E-Mails an die sogenannte «Permanente Mailadresse». Das funktioniert so: Wenn Karin Muster heute ihr Studium abschliesst, erhält sie von uns die Mailadresse karin.muster@alumni.unisg.ch zugewiesen. In den nächsten Jahren wird sie vielleicht beruflich mehrere Male die Firma wechseln, privat umziehen und sich am neuen Wohnort einen neuen Internet-Provider suchen und so weiter. Ihre aktuelle Mailadresse wird sich daher mehrmals ändern, aber – sofern sie diese Änderungen jeweils bei uns angibt – über die oben erwähnte Permanente Mailadresse werden jederzeit alle Mails an ihre aktuelle Adresse weitergeleitet. Es handelt sich dabei um ein reines «Forwarding», geDie Zugriffszahlen auf das alumniWeb sind seit Beginn dieses Jahres laufend gestiegen.

speichert wird bei uns nichts. Gewisse Probleme bereiten natürlich die Ehemaligen mit doppelten Namen wie «Christian Eggenberger», «Peter Müller» (beide jeweils dreimal vorhanden) und so weiter. Hier haben wir uns entschieden, zur Unterscheidung den Abschlusszeitpunkt in die Permanente Adresse aufzunehmen, d.h. die Peter Müllers haben die Adressen peter. mueller.f1976, peter.mueller.h1991 und peter.mueller.h1993 (jeweils @alumni.unisg.ch).Zum Glück handelt es sich hier nur um 300 Personen von den insgesamt ca. 10'000 bearbeiteten Namen. Wir bitten alle um Verständnis, die somit nicht zu ihrer Wunsch-Mailadresse gekommen sind. Wer ein besseres System weiss, möge sich bitte melden, wir prüfen die Realisierung gern.

Funktionen des «Who’s Who Online» Suche: Nach Name, Vorname, Ort, Land, Firma, Abschlussjahrgang und Studienrichtung kann kombiniert gesucht werden, d.h. wenn ich nur noch weiss, dass «Klaus» im Jahr 1990 mit mir abgeschlossen hat, kann ich ihn so wiederfinden. Passwortänderung: Hier können Sie das Initial-Passwort, das wir Ihnen geschickt haben (z.B. mufsak23) in ein Passwort Ihrer Wahl ändern. Adresskorrektur: Mit Erscheinen dieser alma wird auch die Möglichkeit

Für den Zugriff auf den Bereich «who’s who online» wird ein Username und Passwort benötigt, damit sichergestellt ist, dass die Online-Daten nur für den lesbar sind, der auch selbst verzeichnet ist. Die Daten für den Zugang wurden per Post versandt; die ersten 8000 Mitte Dezember, weitere 1000 Ende Februar.

Zugriffszahlen steigen stetig an Sehr erfreulich entwickeln sich seit Anfang Jahr die Zugriffszahlen:Von Woche zu Woche greifen mehr Leute auf alma 1/1999

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ALUMNI-WEB

UBS als Sponsor

Diese Maske erlaubt es, in verschiedenen Kombinationen nach Kommiliton(inn)en zu suchen.

aktiviert,Adresskorrekturen selbst online vorzunehmen. Um sicherzustellen, dass die inzwischen gute Qualität der Daten in der Alumni-Datenbank (was Konsistenz, Einheitlichkeit der Darstellung etc. betrifft) gewahrt bleibt, prüfen wir jede Eingabe «von Hand» und bestätigen sie, bevor sie in die Datenbank geschrieben wird. Dies bedingt, dass Ihre Änderungen nicht sofort abrufbar sind. Ihre aktualisierten Daten sollten Sie in der Regel spätestens am nächsten (Werk)Tag auf dem alumniWeb sehen.

Drittadresse neu

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Bei den Adressen in unserer Datenbank haben wir noch ein grundsätzliches strukturelles Problem: Die oft sehr mobilen HSGler wissen oft nicht, wo sie in einem halben Jahr zu erreichen sind und geben daher die Adresse an, bei der am wenigsten wahrscheinlich ist, dass sie sich in nächster Zeit ändert – bei vielen jüngeren Ehemaligen ist das die Elternadresse. Damit ist zwar sichergestellt, dass unsere Post ankommt, aber ansonsten ist uns allen damit wenig gedient. Wer zum Beispiel das Who's Who konsultiert, will wissen, wo seine Kollegen wirklich sind und nicht, wo ihre permanente Adresse ist. Wichtig ist das auch bei lokalen Anlässen: Wer zum

Beispiel gerade für ein paar Monate in Berlin arbeitet, aber in unserer Datenbank «sicherheitshalber» die Adresse seiner Eltern führt, erhält natürlich keine Einladung zum Berliner AlumniTreffen (s. S.40). Und schliesslich ist es auch für die Empfänger selbst wenig komfortabel, wenn sie ihre Post, wie zum Beispiel diese alma, nur mit grosser Verzögerung bekommen. Auf zwei Arten wollen wir hier Abhilfe schaffen: Zum einen ist es dank Internet nun so einfach, seine Adresse zu ändern, dass es sich durchaus lohnt, immer die wirklich aktuelle Adresse bekanntzugeben, auch wenn sie nur für einige Monate gültig ist. Zum anderen haben wir vor kurzem in unserer Datenbank eine «Drittadresse» – neben Privat und Geschäftsadresse – eingeführt, die wir als Korrespondenzadresse führen können, die aber nicht im Who’s Who erscheint. Diese Drittadresse kann online erfasst werden, ebenso wie eingestellt werden kann, an welche der zwei oder drei Adressen Korrespondenz gesandt werden soll.

Wer ist nicht verzeichnet? Aus Datenschutzgründen braucht es natürlich genauso wie bei der Buchausgabe ein Einverständnis für die Veröffentlichung der Daten.Vielfach erreichen uns Fragen wie: «Mein Kollege ist nicht im Who’s Who und nicht im Who’s Who Online – aber auch nicht auf der Suchliste. Wie kann das passie-

Der St. Galler Hochschulverein freut sich über den grossen Zuspruch, den das alumniWeb erfährt. Die Realisierung eines professionellen Internet-Angebots wurde ermöglicht durch die grosszügige Unterstützung der UBS AG, die für die nächsten Jahre «InternetPartner» der HSG-Alumni und -Alumnae sein wird. Wir danken ebenfalls der Delta Consulting Group AG, St. Gallen, für die professionelle Realisierung des alumniWeb. In naher Zukunft werden wir es gemeinsam weiter ausbauen und zum Beispiel Online-Zahlungsabwicklung mit Kreditkarte aufnehmen. Schliesslich gilt unser Dank auch der Firma Compaq, die den Server der Marke «Compaq PROLIANT 3000» zur Verfügung gestellt hat.

ren?» Die Antwort ist einfach: Neben den Leuten, die wir «kennen» und die ihre Adresse zur Veröffentlichung freigegeben haben (derzeit 9060) und denen, die wir im Moment ganz aus den Augen verloren haben (ca. 1600, Tendenz sinkend), gibt es eine dritte Gruppe mit derzeit 1839 Personen, die regelmässig Post von uns bekommen, aber sich bisher nicht entschliessen konnten, ihre Daten auf «Who’s Who: Ja» zu ändern.Wie wir aus Gesprächen wissen, ist das bei vielen schlicht ein Versehen, und diese Gruppe wird ständig kleiner. Wenn Sie jemanden kennen, der nicht im Who’s Who steht, gilt weiterhin: Sprechen Sie ihn doch einfach einmal darauf an. Eine ausführliche Anleitung zum Herunterladen finden Sie auf dem Web unter www.alumni.unisg.ch/hilfe.

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HOCHSCHULVEREIN / ALUMNI-BÜRO

Korrekturbogen neu maschinenlesbar Mit dieser Ausgabe der alma erhalten Sie zum ersten Mal einen maschinenlesbaren Korrekturbogen. Im letzten Jahr gingen nach jedem Versand der alma jeweils mehr als 1’000 Korrekturbögen ein. Die manuelle Bearbeitung war nicht nur zeitaufwendig und daher teuer, sondern durch die grosse Menge schlichen sich unweigerlich auch Fehler ein. Der maschinenlesbare Korrekturbogen soll hier Abhilfe schaffen – wobei wir jede Eingabe noch von Hand prüfen. Wir sind Ihnen daher sehr dankbar, wenn Sie uns in dieser Massnahme zur Qualitätssteigerung mit einer schönen Grossbuchstaben-Blockschrift auf dem Bogen unterstützen. n

Aus Hochschulverein und Alumni-Büro kus Keller, lic.oec.HSG, Georges RisiGyr, lic.oec.HSG, Dr. Ute Fuest, Jürg A. Büchler-Schneider, lic.oec.HSG, Dr. Ruedi Baer. Sie alle haben einen grossen Effort geleistet, den wir sehr zu schätzen wissen. Die Suchliste wird weiterhin aktualisiert und ist abrufbar unter www.alumni.unisg.ch/suchliste. n

Erstes Alumni-Treffen in Berlin Auch in der deutschen Hauptstadt trifft man sich: Oliver Pabst, Dr.oec.H’93, wird demnächst alle Ehemaligen mit privater oder geschäftlicher Adresse in Berlin zum ersten gemeinsamen Anlass einladen; Leute aus der Umgebung sind selbstverständlich auch willkommen. Ort und Zeit standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest; näheres unter www.alumni.unisg.ch/events. n

«25 Jahre Lic.» am 5./.6 Juni 1999 «Who’s New» zur Promotionsfeier Die Erstellung der ersten Ausgabe des «Who’s New» (ehemals «Lic. Jahrbuch») stiess bei den Absolventinnen und Absolventen auf ein sehr positives Echo, und so konnten wir für die erste Ausgabe eine beinahe lückenlose Fotogalerie zusammentragen. An der Promotionsfeier erhält jeder und jede ein persönliches Exemplar des «Who’s New»; alle anderen Ehemaligen werden wie gewohnt per Post beliefert. n

Wiedergewinnungsaktion: Wir danken! Unsere mit dem im Herbst erschienenen «Who’s Who Update» gestartete «Wiedergewinnungsaktion» wurde sehr positiv aufgenommen. Sehr viele einzelne Adressen, aber auch ganze Listen von Wiedergefundenen wurden uns zugesandt – vielen Dank! Insgesamt konnten wir bisher mehr als 500 «Willkommenspakete» an wiedergefundene Ehemalige versenden, und wir bekommen weiterhin täglich neue Antworten auf unsere Suchliste. Ganz besonders danken möchten wir in diesem Zusammenhang den folgenden Personen: Dr. Gerhard G. Springer, Prof. Dr. Alfred Nydegger, Béatrice Schmid, lic.iur.HSG, Dr. Gebhard Brühwiler, Dr.Werner Bachmann, Rosa-Maria Tognola-Schuler, lic.oec.HSG, Georges Häusler, lic.oec.HSG, Dr. Peter A. Henggeler, Dr. Florent Droeven, Maralma 1/1999

Am Wochenende von Dies Academicus und UniBall organisieren wir eine Zusammenkunft «25 Jahre Lic.». In Kürze werden wir die Abschlussjahrgänge 1973/74 schriftlich einladen, dieses Wochenende in St. Gallen zu verbringen, alte Freunde wiederzusehen und gemeinsame Erinnerungen wachzurufen. n

«HSG meets Asia»: Vorläufige Absage Das erste Treffen von Ehemaligen in Asien, das unter dem Titel «HSG meets Asia» stattfinden sollte, musste «mit einem weinenden und einem lachenden Auge», wie die Organisatoren es ausdrückten, abgesagt werden. Ein lachendes Auge, weil die Reaktionen auf die Einladung sehr positiv und ermutigend ausgefallen waren. Die Idee regionaler Alumni-Anlässe wurde einhellig willkommen geheissen. Ein weinendes Auge, weil die zuletzt zwölf effektiv angemeldeten Personen eine zu kleine Gruppe waren, um den Anlass in Phuket durchzuführen. Die Organisatoren haben sich angesichts dieser Tatsachen zu folgender «Doppelstrategie» entschlossen: Zum einen werden und wurden bereits lokale Treffen in Hong Kong, Bangkok (berichte von vor Ort s.u.) und Singapur durchgeführt. Zum anderen wird auch ein «grosser» asiatischer Anlass wieder angepeilt, beim nächsten Mal mit längerem Vorlauf. n

E-Mail an alle versandt Um auf aktuelle Anlässe hinzuweisen, wurde Ende Februar erstmals eine EMail an alle Ehemaligen versandt. Das durchwegs positive Feedback (besonders erfreulich: von rund 5000 Adressaten baten nur zwei darum, in Zukunft nicht mehr auf diesem Weg angeschrieben zu werden) ermutigt uns, dies regelmässig alle sechs bis acht Wochen zu tun, um die Zeiträume zwischen den Erscheinungsterminen der alma zu überbrücken. n

Generalversammlung am 4. Juni 1999 Wiederum am Vorabend (18.30 Uhr) des Dies Academicus wird auch in diesem Jahr die Generalversammlung des St. Galler Hochschulvereins im Weiterbildungszentrum stattfinden. Die Traktanden werden in der Vorstandssitzung vom April festgelegt, wobei schon jetzt feststehen dürfte, dass der wichtigste Tagesordnungspunkt die Revision der Vereinsstatuten sein wird. Alle Mitglieder sind herzlich zur Teilnahme an der Versammlung und am anschliessenden Nachtessen eingeladen. 39


HOCHSCHULVEREIN / ALUMNI-BÜRO

Lokale Clubs Alumni-Treffen in Hong Kong Bei schönstem und natürlich feuchtwarmen Wetter ging dieser Anlass am Abend des 6. März über die Bühne. Dank der grosszügigen Bereitschaft und Initiative von Alex Tunik (lic.oec.H‘90) und Sophie Tunik konnte das erste Treffen in einer Privatwohnung stattfinden.Von den uns bekannten 26 in Hong Kong wohnhaften HSG Alumni haben 16 dem Anlass beigewohnt, mit Partnerinnen und Partnern waren es schliesslich 25. Die übrigen Alumni, haben aber grosses Interesse für die Zukunft signalisiert. Der Abend begann mit einem Apéro im Garten – eine kurze Vorstellungsrunde erleichterte das Kennenlernen. Dies stellt zugleich auch die grosse Herausforderung für die Zukunft eines «Hong Kong Clubs» dar: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Hong Kong dürfte etwa drei Jahre betragen, mit dem Ergebnis, dass naturgemäss ein grosser Wechsel stattfinden wird. Später schlemmten die Gäste vom Buffet, das durch diverse Mitbringsel kulinarisch angereichert wurde. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass wir uns regelmässig treffen sollten. Hierzu haben wir bereits das nächste Treffen für Mai fixiert. Dann wird uns eine Junke durch die Gewässer Hong Kongs führen... Mathias Halusa, lic.oec.H’92, Dr.oec.H‘96

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HSG Alumni-Treffen in Bangkok Parallel zur Veranstaltung in Hong Kong fand auch in Bangkok,Thailand, erstmalig ein Treffen von HSG-Alumni statt.Von den zehn geladenen sich derzeit in Thailand befindenden Alumni nahmen immerhin fünfzig Prozent an einem privaten Abendessen bei einem «St. Galler» teil: Harald Link (Gastgeber), Alex Brenneisen, Monika Berthold,André Welti und Daniel Züllig. Die Runde umfasste Absolventen aus den späten siebziger Jahren bis hin zur Mitte der neunziger Jahre. Aufgrund der fröhlichen, positiven ersten Erfahrung wurde beschlossen, den Alumni-Gedanken fortan aktiver in Form von regelmässigen Luncheons/Dinners zu veranstalten und erneut ein regionales Meeting anzustreben. Monika Berthold, lic.oec.H’96

Ostschweizer Stawis Nachdem die erste Veranstaltung sehr erfolgreich war, hat Manfred Linke, Dr.rer.publ.F'95, bereits Einladungen zum zweiten «Ostschweizer Stawi Gipfel» versandt, der am Freitag, 7. Mai 1999, stattfinden wird. Programm: ab 18.00 Uhr Apéro, ab 19.30 Uhr gemeinsames Nachtessen. Ort: Restaurant Schäflisegg ob Teufen AR wie bereits im letzten Jahr. HSG in London Am Auffahrtswochenende findet unter dem Motto «HSG in London» eine Reise statt, die ein ausserordentlich interessantes Programm bietet. Sie sind herzlich eingeladen teilzunehmen. Nähere Informationen im AlumniBüro oder unter www.elp.ch. Alumni Club HSG Frankfurt Alumni Club HSG Frankfurt: Nachmittags-Spaziergang an einem Wochenende im Mai. Nähere Informationen bei Peter Jacubowsky (jacubowsky@t-online.de) HSG-Alumni London Am Donnerstag, 11. März, fand das erste Londoner HSG-Alumni Dinner statt. Im altehrwürdigen United Oxford und Cambridge University Club (U.O.C.U.C.) kamen 64 Alumni aus London und Umgebung zusammen. Der «Princess Marie Louise Room» und die «Boating Bar» des U.O.C.U.C. der üblicherweise nur Absolventen der Universitäten von Oxford und Cambridge seine Pforten öffnet, boten in Mitten von viktorianischem Dekor und Rudertrophäen einen hervorragenden Hintergrund für das Treffen. Ein Teilnehmer stellte amüsiert fest, dass das Beispiel des U.O.C.U.C., mit eigenem Gebäude, Bibliothek, Restaurants, Gästezimmern und Squash Courts den St. Galler Alumni vor Augen halten mag, welche Zukunft HSG Alumni Clubs noch bevor steht. Eines haben die Londoner Alumni jedoch bereits geschafft, was der Oxford und Cambridge Club niemals schaffen wird: 50 Prozent aller in London lebenden Alumni zusammenzubringen. Weitere Veranstaltungen sind geplant. Bent C. Reichardt, lic.oec. H’97 n

Termine 2. Quartal 1999 12. April 1999 Beginn Sommersemester 17 und 19 Uhr: Promotionsfeiern in der Aula ab 22 Uhr: «Lizball» in der Tonhalle 21. April 1999 HSG Alumni Club Zug: StammMeeting, Restaurant-Bar Balou, Kirchenstrasse 7, Zug, ab 20 Uhr 27. April 1999 HSG Alumni Club Zürich:Vortrag von Peter Roth, Barman in der Kronenhalle Bar. Er wird uns den Kopf drehen lassen mit Informationen zum Cocktail. (bitte anmelden) 19 Uhr,Audimax HSG: Vortrag von Professor Dr. Otmar Issing, Member of the Executive Board of the European Central Bank, Frankfurt, zum Thema «Europäische Geldpolitik: Der Euro – eine neue, stabile internationale Währung?» mit anschliessender Podiumsdiskussion 7. Mai 1999 2. «Ostschweizer Stawi-Gipfel» (vgl. nebenstehende Ankündigung) 13.-16. Mai 1999 HSG in London: Nähere Informationen im Alumni-Büro oder unter www.elp.ch. 23.-24. Mai 1999 Alumni-Club «Graue Panther»: Riverrafting 4. Juni 99 Ehemaligen-Forum: «Neue Spielregeln für Wirtschaft und Gesellschaft» 18.30 Uhr: Generalversammlung des Hochschulvereins im WBZ 5. Juni 1999 Dies Academicus: Festakt und UniBall mit Alumni-Lounge Alumni-Wochenende «25 Jahre Lic.» (persönliche Einladungen folgen).

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