Hanf-Magazin | Ausgabe 01

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Cannabis und Schizophrenie EINE BESONDERE BEZIEHUNG von Prof. Dr. Dr. Thomas Schnell Dipl.-Psych. - Psychologischer Psychotherapeut - Medical School Hamburg

WAS IST EINE SCHIZOPHRENIE UND WOHER KOMMT SIE? Bis heute weiß kein Mensch, was genau eine schizophrene Psychose (nachfolgend synonym „Schizophrenie“ oder „Psychose“) ist und was sie auslöst. Die vielfältigen Forschungsbefunde zur Schizophrenie sind so heterogen, dass sogar hinterfragt wird, ob es die Erkrankung überhaupt gibt, so wie wir sie bislang verstehen. Wir definieren die Schizophrenie nicht aufgrund eines biologischen Markers (z. B. einer Blutanalyse), sondern aufgrund von beobachtbaren Symptomen, die überzufällig häufig gemeinsam auftreten. Und wir wissen, dass etwa einer von 100

Menschen daran erkrankt. Häufig sind Betroffene zwischen 16 und 25 Jahren alt, wenn sich erste Symptome zeigen. Cannabis konsumierende Menschen erkranken zumeist einige Jahre früher. Die Symptomatik der Schizophrenie ist komplex und tangiert nahezu jeden psychischen Funktionsbereich. Typischerweise treten Halluzinationen auf, vorwiegend akustisch in Form von Stimmenhören sowie körperbezogene Halluzinationen. Wahnerleben jeder Art kann auftreten, wobei Beziehungs- und Verfolgungswahn besonders häufig sind. Ferner leiden Betroffene oft unter verminderter Emotionalität, dem Verlust von Interessen, desorganisiertem Ver-