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Medizin Nutzhanf Politik & Recht Wirtschaft

CANNABIS-MEDIZIN ZWISCHEN LEGALISIERUNG UND VERBOT Nationale und internationale Fachmessen & Konferenzen i m J a h r 2 017

Cannabis-Modellprojekt Düsseldorf Gesundheitspolitischer Spielraum von Kommunen

KENTUCKY:

The Heart of Hemp Country

Die Notwendigkeit internationaler Qualitätsstandards auf dem CBD-Markt Im Interview mit Medihemp

Cannabis und Schizophrenie Eine besondere Beziehung


16.-18. Juni, 2017 FUNKHAUS NALEPASTR.

since 1995

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EDITORIAL HANF-MAGAZIN Hanf, Marihuana, Hemp oder Cannabis ist eine Pflanzengattung, die uns als Menschheit, bereits seit Ende der letzten Kaltzeit begleitet. Es ist eine Rohstoff-, Faser-, Medizin- und Genusspflanze. Abgesehen von ihrem Ruf als Einstiegsdroge ging diese Pflanze in der öffentlichen Wahrnehmung unter und war doch immer zugegen. Egal, ob als Abdichtmaterial, Zigarettenpapier, Teebeutel oder in der Innenraumausstattung vieler PKWs, Hanf war und ist allgegenwärtig. Wir, eine weit und international verzweigte Redaktion, haben es uns zur Aufgabe gemacht, Hanf auf seriöse Weise wieder in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken. Und zwar nicht nur als Rohstoff, sondern auch als Heil- und Nutzpflanze. Unsere moderne Gesellschaft kommt nicht mehr ohne dieses nachhaltige Naturerzeugnis und diese humane Medizin aus. Wir müssen Hanf zurück in die Mitte unserer Gesellschaft rücken. Dass dieser auch, egal auf welche Art und Weise, konsumiert werden kann, ist dabei kein Argument für das Verbot und Stigma. Jugendschutz und Qualitätskontrollen

kann es nur mit einem legalen Markt geben. In der Erstausgabe des Hanf-Magazins widmen wir uns verschiedenen Themen, wie Nutzhanf, Medizinalhanf, der Politik, dem europäischen Recht und vielem mehr. In dieser Ausgabe haben zudem internationale Themen auf Englisch einen Platz gefunden. Wer diese Berichte gern auf Deutsch lesen möchte, findet einen Vermerk mit Link im abgedruckten Artikel. Bekannte Größen der Hanfszene, wie Franjo Grothenhermen, Dr. Kurt Blass, Dr. jur. Oliver Tolmein, Frank Tempel, u. v. m., konnte unsere Redaktion als Gastautoren gewinnen. Ein großes Konsum- und Lifestylethema ist dem Cannabis-Tourismus gewidmet, ein Zweiteiler, der im nächsten Hanf-Magazin fortgesetzt wird. Eine weitere, auf mehrere Ausgaben aufgeteilte Beitragsreihe, ist von Alice Legit aus dem Ressort Growing. Wir, das Hanf-Magazin, stehen für eine sinnvolle Regulierung der gesamten Hanfpflanze. Wir wünschen viel Spaß!

Die Redaktion hanf-m agaz in.com

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INHALT CANNABIS-MEDIZIN

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ZWISCHEN LEGALISIERUNG UND VERBOT

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DIE NOTWENDIGKEIT INTERNATIONALER QUALITÄTSSTANDARDS AUF DEM CBD-MARKT

KENTUCKY:

THE HEART OF HEMP COUNTRY @ LHC | INGO LAMMERT

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IM INTERVIEW MIT MEDIHEMP

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CANNABIS-MODELLPROJEKT DÜSSELDORF

CANNABIS UND SCHIZOPHRENIE

PROF. DR. MEYER-FALCKE IM INTERVIEW

EINE BESONDERE BEZIEHUNG

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RECHT & POLITIK 26

Cannabis wird die größte Erfolgsstory des 21. Jahrhunderts

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Evolving legal and regulatory changes in U.S. import and export of industrial hemp byproducts

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Zur rechtlichen Lage von CBD-Anbau in Österreich

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Was kostet ein Anwalt?

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Wo ist welche Art von Cannabiskonsum legal?

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In Colorado ging die Welt nicht unter

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Cannabis gegen die GKV

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Ganz Österreich für Legalisierung

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Die Wende in der SPD?

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Legalisierung in Uruguay

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Marihuana auf BTM Rezept - was ändert sich?

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Cannabis als eine hochgradig psychoaktive Substanz

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Wechselwirkungen von Cannabis und THC mit anderen Medikamenten

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Urban Chili Growbox

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Cannabis in Bio-Qualität

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Das Out of the box Düngekonzept

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In love with MIRET Sneekers

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Shine Gold Papers

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Der CBD-Markt

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Nationale & internationale Konferenzen & Messen 2017

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How about living in a Hemp house ...

80

Cannabis-Tourismus - Teil 1

148

Hanf als Lebensmittel

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Es wächst, was gebraucht wird!

20 Falldatei Rauschgift

MEDIZIN & FORSCHUNG @ CHRISTANDL

06 Warum Strains die Zukunft gehört

NUTZHANF & ALLGEMEIN

66 Expanding Hemp Within Limits

SONSTIGES 03

Editorial

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Rezensionen

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Comic von Steve Stoned

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Cannabisierter Schoko Möhren Kuchen

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Alternative Medizin

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WARUM STRAINS DIE ZUKUNFT GEHÖRT von Alexander Kristen Fotos von Christandl

SPEZIELLE STRAINS,

ZÜCHTUNGEN, WERDEN

DIE

S OG E N A N N T E

PRODUKTION

UND

ANWENDUNG VON CANNABINOIDEN IN DER M E D I Z I N KO M P L E T T V E R Ä N D E R N U N D F Ü R DIE

PAT I E N T E N

REVOLUTIONIEREN.

WA S

W I R K T , W I R D I N Z U K U N F T G E Z Ü C H T E T.

Wer mit dem Unternehmer Alexander Kristen und dem Chemiker und Toxikologen Rainer Schmid über Cannabissorten und deren Produktion spricht, merkt sofort, hier haben sich der Hanfpionier aus der Praxis und der Wissenschaftler gefunden. Der gesamte Bereich der Produktion und Anwendung von Cannabinoiden in der Medizin verändert sich gerade rasant, und diesen Prozess wollen die beiden mitgestalten. „Patienten und Ärzte wünschen sich etwas, das gut wirkt und gut vertragen wird. Das ist verständlich, und sie haben jedes Recht darauf! Pharmafirmen wünschen sich


zudem eine optimale Wirkstoffgewinnung und maximalen Ertrag für die medizinische Produktion. Und genau das wollen und können wir durch eine spezifische Sortenentwicklung und sterile Produktion von Hanfpflanzen leisten“, sagt Alexander Kristen. Aus dieser Motivation heraus wurde jetzt die Medical Cannabis Research & Analysis GmbH gegründet, ab sofort werden in Brunn am Gebirge bei Wien Hanfpflanzen mit bestimmten Eigenschaften unter Hightechbedingungen geklont und gezüchtet. SORTENSTÄMME UND WIRKUNGSWEISEN

zwischen Cannabis sativa und indica. Derzeit wird versucht, die Vorteile von Cannabis sativa und indica in den Hybriden zu vereinigen. Das Wissen um Sortenstämme und deren Wirkungsweisen ist dabei entscheidend. So werden etwa Indica-Strains mit starkem THCGehalt von Ärzten zur Behandlung von Muskelkrämpfen, Appetitlosigkeit, Tourettesyndrom und Schlafstörungen eingesetzt. Die Erfahrungen der Patienten und laufende Studienergebnisse fließen in die Sortenentwicklung ein.

Aber warum braucht es überhaupt spezifische Cannabissorten, und welche Erfahrungswerte gibt es dazu? Jede Cannabissorte hat eine bestimmte Zusammensetzung von Cannabinoiden und Terpenen. Im Wesentlichen gibt es drei Sortenstämme, mit denen gekreuzt wird: Cannabis indica, eine kleine, buschige Pflanze mit einem relaxierenden ERSTE CBD-STRAINS FÜR MEDIZINISCHE und sedierenden Effekt, eingesetzt zum PRODUKTION Beispiel bei Schlaflosigkeit, Muskelspasmen und Schmerzen. Cannabis „Wir haben bereits mit CBD 1 (1 % THC, sativa ist eine große Pflanze mit langer 10 % CBD) und CBD 2 (0,1 % THC, 20 Blütezeit, sie wirkt unter anderem anti- % CBD) zwei erfolgreiche CBD-Strains depressiv und anregend, eingesetzt entwickelt. Das aus den Blüten extraetwa bei ADHS, Depressionen und Er- hierte CBD geht dann als Rohstoff in die müdungszuständen. Den dritten Sor- medizinische Produktion. In unserem tenstamm bilden Hybride, Kreuzungen Labor werden aber mittels Kreuzung

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und Züchtung Hanfsorten entwickelt, die nicht nur über einen bestimmten Wirkstoffgehalt verfügen, sondern auch absolut robust gegenüber äußeren Einflüssen und Schädlingen sind“, sagt Kristen. Durch langjährige Grundlagenforschung ist es ihm gelungen, Cannabispflanzen in vitro zu vermehren. Das aufwendige Verfahren garantiert, dass sich Hanfpflanzen ohne Pestizide steril und virenfrei produzieren lassen – ein unerlässlicher Faktor in der medizinischen Produktion. KEINE EXPERIMENTE, SONDERN ROUTINIERTE IN-VITRO-PRODUKTION Mittlerweile werden die Cannabispflanzen standardisiert im Reagenzglas vermehrt und herangezogen. Dazu werden den Pflanzen ihre embryonalen Stammzellen (sogenannte Meristeme) entnommen und in ein Reagenzglas eingesetzt, in dem ein Agrarsubstrat für die optimale Versorgung der Pflanzen sorgt. Gearbeitet wird unter sterilen Laborbedingungen, denn ein Erreger kann die ganze Produktion vernichten. Nach dem Einsetzen kommen die

Meristeme in einen Wachstumsraum. Derzeit wachsen im Labor von Medical Cannabis Research & Analysis mehr als 15.000 Pflänzchen heran. Die In-vitroPflanzen brauchen weder Wasser noch Dünger. Je nach Sorte bleiben sie sechs Wochen im Glas, bevor die Nährstoffe aufgebraucht sind und sie herausgenommen werden. Die Pflanzen werden dann entweder abermals zerteilt und wachsen in neuen Gläsern weiter, oder sie werden aus dem Glas entfernt und zum Durchwurzeln in Steinwolle gesetzt. Derzeit herrscht auf dem Cannabissektor eine richtige Goldgräberstimmung. Immer mehr Länder liberalisieren – wie zuletzt Deutschland – den Bereich Medizinalhanf und forcieren die Produktion für medizinische Zwecke. Doch die Standards sind hoch, Aufwand und erforderliches Know-how werden oft unterschätzt. „Unsere Klonforschung und In-vitro-Vermehrung basiert auf jahrelanger Erfahrung in der Grundlagenforschung und vielen gescheiterten Versuchen in der Vergangenheit. Das Resultat heute sind genetisch


verjüngte und robuste Pflanzen in stabiler, identischer Qualität“, sagt Kristen. Nachdem Cannabis in den 50er-Jahren verboten und stigmatisiert wurde, stehen die Zeichen jetzt auf eine Re-Medizinalisierung. Jetzt sollen Auftraggeber wie Patienten von der Grundlagenforschung profitieren, der unternehmerische Einsatz soll Früchte tragen.

Die Medical Cannabis Research & Analysis GmbH (MCRA) ist auf das Klonen und die Züchtung von Hanfpflanzen unter Hightechbedingungen spezialisiert. Im Labor werden Qualitätskontrollen und Auftragsanalysen bei Hanfpflanzen durchgeführt. Gegründet wurde das Unternehmen 2017 von dem Unternehmer Alexander Kristen und dem Chemiker und Toxikologen Univ.-Prof. Dr. Rainer Schmid. Rainer Schmid leitete die Abteilung Toxikologie und Medikamentenanalytik am AKH Wien. Alexander Kristen leitet seit 2004 das Unternehmen Flowery Field und gilt als Hanfpionier.


Legalisierung in Uruguay von Alfredo Pascual International Cannabis Corp

Im Dezember 2013 wurde Uruguay zum ersten Land der Welt, das Cannabis vollständig legalisiert hat. Die Regierung hatte sich damals dazu entschieden, einen anderen Weg zu gehen, als den weltweit längst gescheiterten Krieg gegen Drogen. Legalisierung als Begriff kann viele Bedeutungen haben. Im Vergleich zu US-Staaten wie Colorado, wo Argumente wie zukünftige Steueraufkommen der neuen Cannabisindustrie relevant waren, ging es in Uruguay viel mehr um Volksgesundheit und öffentliche Sicherheit. Expräsident José “Pepe” Mujica hat bei einer UN-Vollversammlung 2012 gesagt, dass er den Markt von den Dealern befreien wollte. Befürworter der Legalisierung wissen, dass nach so vielen Jahrzehnten der Prohibition und Stigmatisierung kleine Schritte besser sind, um etwas zu ändern, als große unerreichbare Ziele. Deshalb wird oft erst mal von Cannabis als Nutzhanf, oder Cannabis als Medizin gesprochen. Selten passiert es wie in Uruguay, wo Cannabis plötzlich vollständig legalisiert wurde, obwohl die UN dagegen war. Es gibt auch andere Ansätze: Einzelne Länder haben schon vorher Erfahrungen mit eigenem Anbau oder Cannabis-Clubs sammeln können. Schon früh hat Uruguay den Verkauf von nicht-medizinischem Cannabis in Apotheken eingeführt. Jeder Uruguayer oder Person mit gültiger Aufenthaltsgenehmigung darf entscheiden, ob er oder sie Zugang zu Cannabis als Genussmittel haben möchte, und in welcher Form: entweder Homegrowing, Cannabis-Clubs oder Kauf in der Apotheke. Um alles zu regulieren und kontrollieren, wurde die Cannabis-Regulierungsbehörde (IRCCA) gegründet.

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International Cannabis Corp

Eigenbau Seit August 2014 kann man in Uruguay bis zu sechs Cannabispflanzen pro Haushalt anbauen. Jährlich dürfen nicht mehr als 480 Gramm geerntet werden. Man hat keine Gebühren zu bezahlen, aber die Anmeldung ist ein Muss, um im Rahmen des Gesetzes zu bleiben. Die letzte offizielle Anzahl von angemeldeten “autocultivadores” waren 6.235 (01.03.2017). Growshops in uruguayischen Städten findet man so einfach wie nie zuvor, sogar in “Av. 18 de Julio”, der Hauptstraße von Montevideo. Wenn man einen bunten mit Hanfblättern dekorierten Laden sieht, kann man sich sicher sein, dass man dort alles finden kann, was man braucht, um Cannabis anzubauen oder zu rauchen, aber kein Cannabis.

Cannabis-Clubs Wenn man Eigenanbau nicht alleine zu Hause betreiben will, kann man in Uruguay einen “Club de Membresia” gründen oder

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Mitglied werden. Cannabis-Clubs müssen mindestens 15 und dürfen maximal 45 Mitglieder aufweisen. Die Regulationen für die Clubs sind etwas komplizierter als für den Eigenanbau. Die Vereine müssen sich bei einer Agentur des Bildungsministeriums anmelden. Um richtig angemeldet zu werden, braucht man einen Notar, um verschiedene Dokumente zu unterschreiben. Außerdem wird unter anderem benötigt: Ein Anbauplan, der die technischen Details des Anbaus beschreibt, und auch ein Verteilungsplan, in dem die Aufteilung der Produktion unter den Mitgliedern geplant wird. Jedes Mitglied darf 480 Gramm pro Jahr nutzen. Wenn die Produktion geerntet wird oder ein Mitglied etwas erhält, muss alles online bei der Cannabisagentur angegeben werden. Jeder Verein muss einen technischen Verantwortlichen haben und die Produktion darf nur an einem Ort stattfinden. Jede Werbung, sogar Plakate an der Tür, sind komplett verboten. Am 1. März 2017 waren 38 Cannabis-Clubs offiziell angemeldet.

Cannabisverkauf in der Apotheke „Wir starten ein Experiment”, sagte Mujica oft, unter anderem, weil bis jetzt kein Land der Welt, nicht-medizinisches Cannabis in den Apotheken verkauft hat. Der Weg war und ist immer noch lang und steinig, weil ein neuer und ganz spezieller Markt reguliert werden musste. Erst hat die Regierung einige Zeit darauf verwendet, um zwei Firmen auszuwählen: Symbiosis und Inter-

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national Cannabis Corp (TSXV:ICC). Obwohl mehr als zwanzig Firmen in Uruguay Cannabis anbauen wollten, wurden nur zwei Lizenzen erteilt. Vor allem entscheidend waren die moralische Eignung und die Legalität des Kapitals. Die Cannabisagentur bezahlt den zwei Unternehmen knapp unter 1 € pro Gramm. In den Apotheken kann man für knapp über 1 € das Endprodukt kaufen, maximal 10 Gramm pro Woche. Die Regierung arbeitet seit März 2017 daran die letzten Details zu klären und anschließend den Verkauf in den Apotheken zu beginnen.

International Cannabis Corp Die ICC hat im Februar 2016 mit der


Cannabisproduktion für den Verkauf in Apotheken begonnen. Ende 2016 hatte ICC schon 100 Kilogramm für die Verteilung gepackt. Inzwischen hat ICC eine neue Lizenz bekommen, um Nutzhanf anzubauen, und eine weitere, um Cannabinoide wie CBD-Extrakte zu produzieren. Seit November 2016 kann man ICC-Aktien in der TSX Venture kaufen. 2017 hat ICC vor, nicht nur die Produktion für den uruguayischen Markt zu steigern, sondern auch large-scale (mindestens 15 Hektar) Nutzhanf anzubauen, um Extrakte zu produzieren, und am Ende des Jahres zu exportieren.

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“Wir starten ein Experiment.”

International Cannabis Corp

JOSÉ MUJICA

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Cannabis Medizin zwischen Legalisierung und Verbot von Dr. Kurt Blaas Arzt für Allgemeinmedizin | ARGE CAM ÖSTERREICH

Es geht in erster Linie darum, dass die Hanfmedizin offenbar beim Volk angekommen ist. Menschengruppen aus allen Altersbereichen strömen in die Ordination. Viele glauben, im Internet die Wahrheit über Cannabis-Medizin zu finden, sind jedoch meist nach Stunden vollkommen überfordert und verwirrt. Viele Patienten kommen heutzutage mit fertigen Naturprodukten, selbst gebrauten Ölen oder aus Nachbarstaaten zu gelieferten Cannabisprodukten in die Praxis und wollen diese Substanzen verschrieben oder zumindest ihre Einnahmedosis erklärt bekommen. Das ist

aus gesetzlichen Gründen nicht möglich! Das ist leider der Ausdruck für das Versagen der Gesundheitspolitik in diesem Bereich und die Patienten werden noch dazu kriminalisiert! Eine umfassende Reform wäre dringend geboten. Die Politik sträubt sich aber noch. Ich bin mit den Gesundheitssprechern in Kontakt, aber leider ziert sich das Parlament. Denn Hanfmedizin muss für Patienten absolut straffrei werden. Dazu muss es unbedingt eine umfassende Gesetzesänderung geben. Nebenbei gesagt – schulmedizinische Cannabisprodukte sind ebenso teuer wie auch

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die nachgebauten CBD-Produkte von Hinterhoffirmen. Der Einsatz von natürlichen Hanfprodukten und Hanfblüten wäre in Österreich auch sinnvoll. Dies sollte nicht als einzige Behandlungsform gesehen werden, sondern als Zusatztherapie zu den bisher möglichen THC-Varianten. In der Praxis fällt auf, dass ca. 2/3 mit den bisherigen Medikamenten wie Dronabinol und CBD gut zurechtkommen, bei einem Drittel funktioniert diese Behandlung nicht. Die Patienten kommen meist nach Wochen bis Monaten und berichten, dass nur der Einsatz von natürlichen Cannabinoiden wirkliche Linderung der Beschwerden bringt. Neben der staatlichen Kontrolle für CBD und THC

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Produkte muss auch eine umfassende Kostendeckung durch die Krankenversicherungen gewährleistet werden. Diese sollte bei den wichtigsten Erkrankungstypen und Formen angewandt werden.

Zum Suchmittelgesetz Die rechtliche Situation von Cannabis in Österreich war immer sehr unbefriedigend und konservativ. Die jüngste Liberalisierung des österreichischen Drogenstrafrechtes trat per 1. 1. 2016 in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt bei sämtlichen Drogenkonsumdelikten keine Anzeige mehr an die Staatsanwaltschaft und stattdessen unmittelbar eine Meldung an die Gesundheitsbehörde. Nur wenn der Betroffene – abgesehen von Cannabisersttätern


– die Termine bei der Gesundheitsbehörde oder allfällige gesundheitsbezogene Maßnahmen nicht wahrnimmt, ist die Fortsetzung des Strafverfahrens die Folge. Der forcierte, jedoch strafbare Missbrauch von natürlichen Hanfprodukten führt dazu, dass Patienten sich dieser bedienen, da sie sich die Cannabis Medikamente finanziell nicht leisten können. Zudem erlaubt die deutsche Rechtslage Cannabis als Blüten, daher sind hiesige Patienten oft verwirrt und glauben, sie können diese auch in Österreich beziehen. Das ist jedoch nicht möglich und strafbar. Zudem entsteht ein neuer Markt für CBD-Produkte. Diese werden zumeist unkontrolliert von dubiosen Firmen produziert. Dies führt dazu, dass eine vernünftige Entkriminalisierung, und Professionalisierung erschwert wird, und ist für ärztliche verschriebene Cannabis-Medizin kontraproduktiv.

Growbags

Spurenelemente

Bodenverbesserung Aminosäuren MKP Depotdünger MAP Nährsalze Mykorrhiza Braunalgenextrakt

Perlite Silizium

Bentonit

Vermiculit Dünger

Fulvinstoffe

Pflanzenstärkung Huminstoffe Einzelnährstoffe hanf-m agaz in.com

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URBAN CHILI GROWBOX WWW.URBANCHILI.EU Selbst ist der moderne Mensch, auch beim Gärtnern. Wer bei seinen Supermarktchilis nicht die gewünschte Qualität vorfindet und vielleicht auch vor Pestiziden Angst hat, der findet mit urban Chili die perfekte Lösung. Für den Indoor Anbau gibt es sehr viele Möglichkeiten. Wer jedoch aus Platzmangel in den Wohnräumen ganz diskret anbauen möchte, der hat nicht viel Auswahl. Ein Grund mehr, sich die urban Chili Growbox vom gleichnamigen Start-Up einmal genauer anzusehen. Mit 60 cm Breite, 40 cm Tiefe und 120 cm Höhe passt diese kompakte Growbox in jede Wohnung. Dabei sieht sie

aus wie ein Möbelstück und ist wegen ihrer Lüftungstechnik sehr leise. Aufgrund der LED Technik werden im Betrieb nur 0,16 kW/h verbraucht und es entsteht kaum Wärme, was positiv ist, denn die Growbox heizt den Raum nicht auf. Die urban Chili Growbox kann als Bausatz oder fertig montiert geliefert werden. Gerade beim Anbau im Growschrank ist das richtige Wässern wichtig. Da die Töpfe mit Tongranulat in einer Wanne stehen und die Growbox innen auch etwas feucht werden kann, ist das Verpflegen der Pflanzen für jeden beinahe ein Kinderspiel. Man muss


natürlich nicht mit dem Tongranulat arbeiten. Ein bis zwei Mal Gießen reicht in der Woche. Es kann handelsüblicher Dünger verwendet werden, wenn dieser sich für Tongranulat eignet.

Im Betrieb Dieser Growschrank fügt sich sehr gut in das Gesamtbild des Zimmers ein, in welchem er steht. Zudem verfügt der Schrank über ein Schloss, wodurch viel Sicherheit geboten wird. Dank der Ablüftung mit Carbonfiltern ist es unmöglich den Duft diverser Gewächse zu riechen. Jene Lüftung und die vier LED-Spots sind platzsparend in die Decke des Schranks eingelassen. Wer junge Pflanzen zieht, kann zusätzlich eine leere Getränkekiste in den Schrank stellen. So kann der Abstand der LED's zu den Pflanz verringert werden, wodurch die Lichtleistung sehr effektiv genutzt werden kann. Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die im Schrank herrschen, können über ein Hydrometer mit Funkempfänger überwacht werden und weichem im Schrank leicht von der Raumtemperatur ab. Mit der urban Chili Growbox hat jeder Hobbybotaniker eine schöne Komplettlösung für zuhause.


Falldatei Rauschgift MASSENHAFT PERSONEN RECHTSWIDRIG GESPEICHERT von Frank Tempel drogenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag und Kriminaloberkommissar a.D.

Im November 2016 wurde bekannt, dass tausende Personen teilweise jahrzehntelang rechtswidrig in der sogenannten „Falldatei Rauschgift“ (FDR) gespeichert wurden. Obwohl die Datei ausschließlich für Vorfälle mit erheblicher Bedeutung vorgesehen ist, kam durch die Prüfung unabhängiger Datenschützer aus Bund und Ländern heraus, dass im großen Stil Personen aufgrund von Bagatelldelikten im Bereich der geringen Menge gespeichert wurden. Im Jahr 2015 enthielt die Datei 680.000 Eintragungen.

Was ist die „Falldatei Rauschgift“? Die FDR ist eine bundesweite Verbunddatei, in der Landes- und Bundespolizeien personenbezogene Daten zu Verstößen im Betäubungsmittelrecht einspeisen. Was bedeutet das für Betroffene? Wenn zum Beispiel das Zollkriminalamt an der deutsch-niederländi-

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schen Grenze einen Verstoß registriert, dann weiß bei zukünftigen Kontrollen auch die bayrische Polizei, oder jede andere Landespolizei, dass die beteiligte Person schon einmal aufgrund von Betäubungsmitteln aufgefallen ist. Die gespeicherten Personen werden also auch zukünftig als kriminell stigmatisiert. Problematisch ist es, wenn von den gespeicherten Personen überhaupt keine Gefahr ausgeht. In einem Bericht für den Innenausschuss musste ich lesen, dass im großen Stil Verstöße im Bereich der geringen Menge gespeichert sind. Teilweise enthält die FDR Eintragungen über Minderjährige oder über Personen, die sich selbst angezeigt haben. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass es sich hierbei um Vorfälle mit erheblicher Bedeutung für die

öffentliche Sicherheit handelt. Außerdem enthält die Datei Eintragungen, bei denen Verfahren bereits eingestellt oder die Beschuldigten freigesprochen wurden.

Bundesregierung schiebt den Ländern den schwarzen Peter zu Insbesondere Bayern und NordrheinWestfalen treten mit ihrer massenhaften Speicherung hervor. Allerdings ist das Spiel der Bundesregierung, den schwarzen Peter wegzuschieben, leicht zu durchschauen: Auch wenn die FDR seit 1980 besteht, wurden etwa die Eintragungen des Zollkriminalamts, einer Bundesbehörde, erst im Jahr 2015 zum ersten Mal datenschutzrechtlich überprüft. Dabei handelte es sich um eben

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jene Überprüfung, welche die massenhaften Verstöße aufgedeckt hat.

Drogentrends aufspüren mit polizeilichen Mitteln Letztendlich sind es politische Entscheidungen, welche die Rechtsverstöße begünstigt haben: So las ich im Bericht der Datenschützer die Einschätzung des Bundeskriminalamts, „dass die gespeicherten Daten, die jeweils lediglich ein niedriges Niveau sichergestellter Betäubungsmittel wiedergeben, für die polizeiliche Arbeit des Amtes von untergeordneter Bedeutung sind. Nützlich seien diese Daten allerdings dafür, einen allgemeinen, strategischen Überblick über die Entwicklung der Rauschgiftkriminalität zu erhalten.“ So könne durch die Einspeisung von Erstkonsumierenden und Bagatelldelikten nach-

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vollzogen werden, welche Entwicklungen und Trends auf dem Drogenmarkt stattfinden. Genau diesen Zweck bestätigt auch die Bundesregierung und verzichtet darauf, zumindest Mindestmengen zu benennen, ab wann von einer Einspeisung in die Datei abgesehen werden soll. Dass aber die Bundesregierung lieber mit polizeilichen Methoden Daten über den Drogenmarkt sammelt, als dies – wie sonst eigentlich üblich – der Wissenschaft zu überlassen, kann für rechtswidrig gespeicherte Personen folgenschwere Konsequenzen haben: Viele Berufswege im Bereich Erziehung, Polizei oder Verwaltung können den Gespeicherten verschlossen bleiben. „Die Möglichkeit des negativen Ausgangs einer Zuverlässigkeitsüberprüfung aufgrund eines Arbeitsfehlers“, so die Bundesregierung auf eine Anfrage von mir, „kann im Einzelfall nicht gänzlich aus-


geschlossen werden.“ Trotzdem will die Bundesregierung die nachweislich rechtswidrig gespeicherten Personen nicht informieren, schließlich bestehe „keine Informationspflicht“.

Nachspiel im Parlament Die Richtigkeit einer Regulierung von Drogen durch einen legalen Zugang brauchen wir an dieser Stelle nicht zu diskutieren. Daran halten meine Fraktion DIE LINKE und ich fest. Weil der Weg zur Legalisierung aufgrund der bestehenden Mehrheitsverhältnisse momentan verbaut ist, werden wir als Sofortmaßnahme zumindest zur Abstimmung stellen, Eigenbedarf Konsumierende zu entkriminalisiert. Hierzu möchte ich die Regelung zur geringen Menge nach § 31a dahin gehend bundeseinheitlich ändern, dass von einer Strafverfolgung von bis zu 15 Gramm Cannabis und zehn Tagesdosen anderer Substanzen abgesehen werden soll. Das würde bedeuten, dass bei Handel und Besitz zum Eigenbedarf keine Anzeigen mehr durch die Polizei aufgrund von Betäubungsmittelverstößen aufgenommen werden. Positiver Nebeneffekt: Ohne Anzeige ist sicher, dass die Konsumierenden auch nicht in der Falldatei Rauschgift landen.


Cannabis wird die größte Erfolgsstory des 21. Jahrhunderts TONI STRAKA IM INTERVIEW von Anatol Zweig

Mit 13 rauchte er seinen ersten Joint. 35 Jahre später wurde er wegen des Imports von medizinischem Cannabis, zu einer Zeit, als dies noch ein Fremdwort war, vom Gericht als Krimineller abgestempelt. Seither setzt sich der Präsident des Hanf-Instituts, Toni Straka, für die Legalisierung von Cannabis in Österreich ein.

wenn ich einen Joint rauche und diesen weiterreiche? Dafür wird man aber in Österreich immer noch mit Haftstrafe bedroht.

Cannabis ist jetzt seit 56 Jahren verboten. Wie lange wird es noch deiner Meinung nach bis zur Legalisierung dauern?

Wir orten praktisch 100 % Zustimmung für medizinisches Cannabis. Niemand will Menschen mit Schmerzen leiden lassen, wenn es eine dazu noch nebenwirkungsarme Heilpflanze gibt, die wider allen wissenschaftlichen Erkenntnissen imIm Strafrecht erfordert ein Ver- mer noch illegal ist. brechen immer ein Opfer, das es aber im Fall von Cannabis Die politische Diskussion gar nicht gibt. Wo ist das Opfer,

Toni, was hat dich nach 35 Jahren, in denen du, laut eines früheren Interviews, ungestört kifftest wo, wann und wie viel du wolltest, zu Österreichs führendem Aktivisten werden lassen?


scheint nur sehr schleppend voranzugehen. Warum hält man hier an schon widerlegten Dogmen wie etwa Cannabis als Einstiegsdroge fest? Darauf suche ich auch eine Antwort. In mittlerweile vier Jahren Cannabis-Aktivismus ist mir noch kein einziger Politiker, Arzt, Drogenexperte oder Polizist persönlich begegnet, der an diesem Gesetz festhalten möchte.

Alle Daten und Fakten aus den USA beweisen, dass die Befürchtungen der Cannabis-Gegner nicht eingetroffen sind. Gibt das der Legalisierung Rückenwind? Rückenwind, bei einer soliden Mehrheit, die Österreich hat, unterstützt die Legalisierung auf alle Fälle. In der Politik ist die erfreuliche Realität, die auch dem Staat nach unseren Schätzungen zufolge eine Milliarde Kosteneinsparungen und Steuereinnahmen bringen würde, hingegen noch nicht angekommen. 4.000 Studien allein aus den vergangenen vier

Jahren zum Trotz beharrt etwa das Gesundheitsministerium offiziell immer noch darauf, dass keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse über Cannabis als Medizin vorliegen.

Immerhin haben sich schon fünf der sechs Parlamentsfraktionen zumindest für eine begrenzte Entkriminalisierung von Cannabis ausgesprochen. Kommt von dieser Seite Unterstützung? Nein. Hinter vorgehaltener Hand heißt es immer, dass keine Partei deswegen in den Boulevardmedien als „Drogenpartei“ landen will. Diese Angst ist aber angesichts der hohen Zustimmung von zwei Dritteln der Bevölkerung unbegründet. Man hält aber immer noch daran fest, dass die Erde per Dekret eine Scheibe zu bleiben hat. Dabei könnte eine Partei, die sich zur Cannabislegalisierung bekennt, womöglich wahlentscheidende Stimmen bei rund einer Million HanffreundInnen im Land einsammeln.


Das Out of the box Düngekonzept VON MILLS NUTRIENTS

Das Konzept von Mills Nutrients ist anders – der eigene Dünger wird nicht mineralisch oder biologisch, sondern biomineralisch hergestellt. Biologischer Dünger muss von den Bioorganismen im Boden erst noch umgewandelt und für die Pflanzen verfügbar gemacht werden. Zu viel mineralischer Dünger kann das Bodenleben empfindlich stören und zur Überdüngung führen. Wenn die Nährstoffe jedoch biomineralisch vorliegen, dann sinkt die Gefahr einer Überdüngung. Weiterhin hat Mills Nutrients intensiv an der eigenen Düngeformel gearbeitet. Die Pflanzen sollen optimal versorgt werden. Der Gärtner soll es einfach haben. Deswegen gibt es die Grundkomponenten A&B, die der Nährlösung immer zugeführt werden. Je nach Entwicklungsstadium wird diese Nährlö-

sung ergänzt. Bis in die zweite Blütewoche hinein wird „Start-R“ zugefügt. Anschließend wird für rund drei oder vier Wochen „C-4“ zugeführt. In dieser Phase bilden sich die Blüten. Nach dieser Phase wird für das Reifen der Blüten „Ultimate PK“ verwendet. In der letzten Woche vor der Ernte wird gar kein Dünger mehr zugefügt, damit die Blüten sauber reifen. A&B wird immer in gleichen Teilen gegeben. Die ergänzenden Komponenten werden in deutlich geringeren Mengen benötigt, womit sie nicht so teuer sind, wie es zuerst wirkt. Zusätzlich wurden auch die Cocos- und Erdsubstrate von Mills Nutrients genauer angeschaut. Das Unternehmen gehört mit den in den Niederlanden produzierten biomineralischen Düngern bereits zu den Pionieren. Aber auch bei den Substraten hat Mills Nutrients


Für beide Substrate zeigt sich im Anbautest, dass der Boden auch nach dem Gießen keine Staunässe bildet, mit der die Pflanzen stagnieren würden. An warmen Tagen ist die Verdunstung jedoch nicht nur bei den Pflanzen höher. Der Boden, der bereits mehr Luft enthält, neigt schneller zur Austrocknung. Das ist jedoch nicht schlimm, wenn übliche Kunststofftöpfe verwendet werden. Wird wegen der Wärme häufiger gegossen, nimmt man etwas weniger Nährstoffe. Mills Nutrients Düngerprodukte wurden dafür entwickelt, damit selbst Anfänger hart an die Grenzen gehen können.

Auf millsnutrients.com findet sich ein „Nutrient Calculator“. Hier kann jeder schnell seine Eingaben machen und dann schauen, von welcher Komponente in welchem Stadium er wie viel pro Liter benötigt. Auf den Düngerflaschen finden sich ebenfalls Angaben. Von A&B werden jeweils ab der Wachstumsphase 2 bis 3 und ab der Blüte 4 bis 5 ml pro Liter Wasser benötigt. Bis in die zweite Blütewoche wird mit 1 ml Start-R, dann für drei bis vier Wochen mit 2 ml C-4, dann mit 2 bis 3 ml Ultimate PK ergänzt.

Mittlerweile stehen die Pflanzen voll in der Blüte. Der Wechsel von Start-R zu C-4 wurde ohne Probleme verkraftet. Die Blütenbildung ist üppig, die Pflanzen wirken vital und werden nach dem bevorstehenden Wechsel zu Ultimate PK noch viel Masse aufbauen. Mills Nutrients Düngerprodukte können auch ohne die hauseigenen Substrate für erdige Substrate verwendet werden. Wer eine einfache und sichere Düngeformel sucht, trifft mit Mills Nutrients die richtige Wahl.

Mills DNA Ultimate Soil with Cork 

Mills DNA Ultimate Coco with Cork 

eigene Ideen. In der Zusammenarbeit mit DNA Genetics wurden „Mills DNA Ultimate Coco with Cork“ sowie „Mills DNA Ultimate Soil with Cork“ entwickelt. Die Besonderheit an diesen Produkten ist, dass keine Perlite, sondern Kork für die Speicherung von Luft verwendet werden. Perlite können nicht so gut wie Kork entsorgt werden. Weiterhin nimmt Kork keine Feuchtigkeit auf und speichert daher noch mehr Luft. Beim Coco & Cork Mix sind neben den Fasern vor allem zu Granulat gemahlene Kokosnussschalen enthalten. Beim Ultimate Soil Mix wird viel Weißtorf und etwas Schwarztorf verwendet.


DAS CANNABISMODELLPROJEKT DÜSSELDORF PROF. DR. MEYER-FALCKE IM INTERVIEW

Bei Düsseldorf denken viele zunächst an Wirtschaftskraft und Leistungsbereitschaft, weniger an eine entspannte Haltung zum Kiffen. Wie erklärt es sich, dass ausgerechnet die Landeshauptstadt bei der Einrichtung legaler Abgabestellen so konsequent vorangeht? @ LHC

Düsseldorf ist in der Tat eine wirtschaftlich starke und dynamisch wachsende Stadt. Düsseldorf ist aber auch geprägt durch Toleranz gegenüber den unterschiedlichen Lebensstilen – nicht zufällig sind wir eine Hochburg des Karnevals. Hinzu kommt, dass die Stadt in den letzten Jahren unter meiner Leitung konsequent ihr Profil als moderne Gesundheitsmetropole geschärft hat – und damit meine ich keineswegs nur den Gesundheitstourismus, sondern die Entwicklung von Angeboten und Maßnahmen, die sich an die breite Bevölkerung richten. Die sieht auch die Weltgesundheitsorganisation so und hat Düsseldorf als eine von zwei deutschen Städten in ihr „European Healthy Cities Network“ aufgenommen. Für mich schließt eine Stärkung der Gesundheit der

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@ LHC | INGO LAMMERT

Bevölkerung ein, dass wir neue Wege auch in der Drogen(präventions)politik gehen. Gleichsam im Nebenschluss stünde die von vielen Experten für sinnvoll erachtete Entkriminalisierung der heutigen „Besitzenden“.

Von wo kam der Anstoß? Der entscheidende Impuls zu einer präventiven Neuausrichtung der städtischen Drogenpolitik kommt aus dem Düsseldorfer Stadtrat. Er hat die Frage diskutiert, wie sich eine kontrollierte Abgabe von Cannabisprodukten zu nicht-

therapeutischen Zwecken rechtlich und praktisch ausgestalten ließe, ohne dass es in der Folge zu einer Zunahme von suchtbedingten Erkrankungen kommt. Ziel ist eine streng regulierte Abgabe von Cannabisprodukten an Erwachsene zu Genusszwecken. Diese muss zwingend gekoppelt sein mit Schutz- und Präventionsangeboten insbesondere für Kinder und Jugendliche. Hierzu hat die Politik die Verwaltung beauftragt, einen Antrag beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf Ausnahmegenehmigung zum Betrieb von lizenzierten Abgabestellen von Cannabisprodukten zu stellen. Dies

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ist alles andere als trivial, zumal der ähnlichen Antrag an das BfArM geGesetzgeber hohe Anforderungen defi- richtet, der allerdings 2016 negativ beniert hat: „Eine Erlaubnis (…) kann das schieden wurde. Um erfolgreiche AlterBundesinstitut für Arzneimittel und nativen auszuloten und die Diskussion Medizinprodukte nur ausnahmsweise in Fachkreisen wie auch in der Politik zu wissenschaftlichen oder anderen im erneut anzuregen, hatte das Düsselöffentlichen Interesse liegenden Zwe- dorfer Gesundheitsamt daher im Decken erteilen“, so steht es in § 3 des Be- zember 2016 zur Fachtagung „Cannatäubungsmittelgesetzes. Dies spricht bis – Gesundheitspolitischer Spielraum dafür, den Antrag mit der Konzeption von Kommunen“ in den Plenarsaal des einer wissenschaftlichen Studie zu Düsseldorfer Rathauses eingeladen. untermauern, an der 500 Düsseldorfer Bemerkenswert war dabei insbesonBürgerinnen und Bürgern teilnehmen ders, mit welcher Sachlichkeit und Difkönnten (Konsumenten- und Kontroll- ferenziertheit – durchaus kontrovers – über ein Thema diskutiert wurde, das gruppe). bis noch vor wenigen Jahren stark emotionalisiert und polarisiert hat. In Was sind die nächsten Schritte? der Debatte zeichnete sich als mehrheitsfähiges Meinungsbild der Düsseldorfer Stadtpolitik ab, zur UntermaueGlücklicherweise muss Düsseldorf rung eines späteren Antrages zunächst nicht bei null anfangen: Der Berliner Beein konkretes Studiendesign entwerfen zirk Friedrichshain-Kreuzberg hat einen

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zu lassen: Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum oben skizzierten, wissenschaftlich basierten Modellprojekt.

Wie hoch sind die Kosten für das Modellprojekt und wer trägt sie? Für die Konzepterstellung durch ein wissenschaftliches Institut rechnen wir mit 20.000 Euro, für die Durchführung der Studie mit ca. 800.000 Euro. Aktuell klären wir, ob andere Kommunen oder wissenschaftliche Einrichtungen daran interessiert sind, die Lasten zu teilen. Wir haben hierzu Kontakt aufgenommen zur Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität sowie zu weiteren deutschen Städten, die die Relevanz des Themas erkannt haben. So bestehen zum Beispiel in Münster ebenfalls Planungen, ein vergleichbares Modellprojekt durchzuführen.

Wie stehen Sie als Gesundheitsdezernent zum Thema Cannabis? Der therapeutische Nutzen von Cannabis ist unbestritten. Das Anwendungsspektrum reicht von Krebs und Multiple Sklerose über Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa bis hin zu Glaukom und Parkinson. Wie bei jedem anderen Suchtmittel wie

Alkohol oder Zigaretten gilt aber auch: Cannabiskonsum zu Genusszwecken kann der Gesundheit schaden. Dabei ist es dem Körper freilich vollkommen egal, ob die Substanz legal oder illegal erworben wurde (abgesehen davon, dass zusätzlich bei illegal angebotenen „Stoffen“ die konkreten Inhaltssubstanzen nicht kontrollierbar sind). Daher müssen Aufklärung und Prävention und natürlich der Jugendschutz im Vordergrund eines möglichen Pilotprojekts stehen. Es geht darum, Risiken aufzuzeigen und Hilfen zum Ausstieg anzubieten. Darauf, dass diese Aspekte Berücksichtigung finden, wird mein persönliches Augenmerk liegen.

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Cannabis und Schizophrenie EINE BESONDERE BEZIEHUNG von Prof. Dr. Dr. Thomas Schnell Dipl.-Psych. - Psychologischer Psychotherapeut - Medical School Hamburg

WAS IST EINE SCHIZOPHRENIE UND WOHER KOMMT SIE? Bis heute weiß kein Mensch, was genau eine schizophrene Psychose (nachfolgend synonym „Schizophrenie“ oder „Psychose“) ist und was sie auslöst. Die vielfältigen Forschungsbefunde zur Schizophrenie sind so heterogen, dass sogar hinterfragt wird, ob es die Erkrankung überhaupt gibt, so wie wir sie bislang verstehen. Wir definieren die Schizophrenie nicht aufgrund eines biologischen Markers (z. B. einer Blutanalyse), sondern aufgrund von beobachtbaren Symptomen, die überzufällig häufig gemeinsam auftreten. Und wir wissen, dass etwa einer von 100

Menschen daran erkrankt. Häufig sind Betroffene zwischen 16 und 25 Jahren alt, wenn sich erste Symptome zeigen. Cannabis konsumierende Menschen erkranken zumeist einige Jahre früher. Die Symptomatik der Schizophrenie ist komplex und tangiert nahezu jeden psychischen Funktionsbereich. Typischerweise treten Halluzinationen auf, vorwiegend akustisch in Form von Stimmenhören sowie körperbezogene Halluzinationen. Wahnerleben jeder Art kann auftreten, wobei Beziehungs- und Verfolgungswahn besonders häufig sind. Ferner leiden Betroffene oft unter verminderter Emotionalität, dem Verlust von Interessen, desorganisiertem Ver-


halten, indem die Person nicht mehr zielgerichtet denken und handeln kann. Schließlich treten häufig neurokognitive Defizite auf, vorwiegend Störungen der Konzentration und Aufmerksamkeit. Der Verlauf der Schizophrenie kann sehr unterschiedlich sein. Etwa ein Drittel der Betroffenen wird nach einer Episode von durchschnittlich mehreren Monaten wieder gesund. Ein weiteres Drittel erlebt wiederholt auftretende Krankheitsepisoden. Zwischen den Episoden können einzelne Symptome teilweise bestehen bleiben. Das letzte Drittel leidet unter einem chronischen Verlauf. Es ist bis heute keine eindeutige Ursache für Schizophrenien bekannt. Dafür wurden sehr viele unterschiedliche Risikofaktoren gefunden. Eine genetische Komponente scheint aufgrund einer hohen Erblichkeit definitiv vorzuliegen. Stressige Lebensereignisse scheinen Psychosen bei veranlagten Menschen zum Ausbruch zu bringen. Die meisten der identifizierten Gene regulieren die Hirnentwicklung. Und hier könnte eine interessante Beziehung zum Konsum von Cannabis

bestehen (s. u.). Ferner gibt es einige Neurotransmitter, Botenstoffe im Gehirn, die mit einer Veranlagung für Schizophrenien assoziiert sind. Dazu zählt neben Dopamin insbesondere Glutamat. Auch hier könnte der Konsum von Cannabis eine spezielle Bedeutung haben.

WAS HAT CANNABIS MIT SCHIZOPHRENIE ZU TUN? Die meisten Cannabiskonsumenten entwickeln keine Schizophrenie. Bei Menschen mit entsprechender Veranlagung scheint Cannabis jedoch ungünstig zu wirken. Sie erkranken durchschnittlich einige Jahre früher als Menschen ohne Konsum. Der weitere Verlauf ist bei Konsumenten durch stärkere Symptome und häufigere Krankheitsepisoden gekennzeichnet. In den letzten Jahren wird jedoch zunehmend diskutiert, ob auch Cannabiskonsum bei Menschen Psychosen auslösen kann, die aufgrund einer geringen Veranlagung ohne den Konsum gesund geblieben wären. So zeigen Stu-


dien, dass sich innerhalb der letzten 30 Jahre die Häufigkeit von Schizophrenien in bestimmten Regionen verdoppelt hat, in denen parallel der Cannabiskonsum deutlich angestiegen ist (Studien aus England und der Schweiz). Allerdings sind in diesen Regionen neben dem Konsum von Cannabis auch andere Risikofaktoren für Schizophrenien angestiegen, wie beispielsweise Migration. Eine eindeutige Beziehung zu Cannabis besteht demnach nicht. Es gibt allerdings Befunde der Hirnforschung, die einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Schizophrenie wahrscheinlich machen.

DAS KÖRPEREIGENE (ENDOGENE) CANNABINOIDSYSTEM ALS WÄCHTER IM GEHIRN Cannabis wirkt im Gehirn, indem die Cannabinoide an spezifischen Rezeptoren andocken. Diese Rezeptoren bilden das körpereigene, also endogene Cannabinoidsystem (ECS). Es gibt mehr als 60 verschiedene pflanzliche Cannabinoide, deren Wirkungen kaum erforscht sind. Relativ gut untersucht ist dagegen das Δ⁹-Tetrahydrocannabinol (THC), sowie das Cannabidiol (CBD). THC ist für die Rauschwirkung verantwortlich und scheint Schizophrenien negativ zu beeinflussen (propsychotische Effekte). Propsychotische Effekte werden vermutlich über das ECS vermittelt, indem THC dessen natürliche Funktionen stört. Das ECS hat mit Sicherheit nicht die Aufgabe, Menschen den Cannabis-

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konsum zu ermöglichen, sondern ist für viele verschiedene Prozesse zuständig. Unter anderem kann es die Hirnaktivität regulieren und ein homöostatisches Gleichgewicht aufrechterhalten. Das liegt daran, dass das ECS kein eigenes System darstellt wie andere Neurotransmittersysteme. Seine Rezeptoren sitzen wie „Trittbrettfahrer“ auf Nervenzellen von anderen Transmittersystemen: Glutamat ist das erregendste System im Gehirn, und GABA ist das hemmendste System im Gehirn. Indem die Cannabinoidrezeptoren auf diesen beiden Systemen sitzen, können sie die Aktivität der entsprechenden Nervenzellen beeinflussen. Damit können sie über Aktivierung/Erregung (Glutamatsystem) und Hemmung (GABAsystem) ein stabiles Gleichgewicht im Gehirn erzeugen. Wenn ein anderes Transmittersystem, wie Dopamin, aufgrund einer Veranlagung für Schizophrenien zu entgleisen droht, übernimmt das ECS die Aufgabe eines Wächters, der wieder für Stabilität sorgt. Die körpereigenen Cannabinoide, die das ECS normalerweise bildet, sind dabei extrem fein dosiert. Cannabiskonsum dagegen überschwemmt das ECS dermaßen, dass dessen natürliche Funktionen vermutlich weitgehend außer Kraft gesetzt werden. Das ist nicht weiter tragisch, wenn der Konsument ein gesundes Gehirn hat. Ähnlich wie in einem Club mit anständigen Gästen, in dem die Türsteher nicht ein-


greifen müssen. Bei Menschen, deren Hirnstoffwechsel jedoch instabil ist (Menschen mit Veranlagung für Schizophrenie), ist ein funktionierendes ECS wichtig, ähnlich wie in einem Club mit randalierenden Gästen, wo die Türsteher aktiv eingreifen müssen. Dies erklärt, warum der Konsum bei manchen Menschen Schaden anrichten kann, während andere Konsumenten vermutlich keine Probleme bekommen.

FRÜHER CANNABISKONSUM UND HIRNENTWICKLUNG Das körpereigene (endogene) Cannabinoidsystem (ECS) entwickelt sich bis ins frühe Erwachsenenalter hinein. Das erklärt, warum Menschen, die vor dem 16. Lebensjahr mit Cannabiskonsum beginnen, ein erhöhtes Schizophrenierisiko aufweisen, während dies bei älteren Erstkonsumenten nicht nachweisbar ist. Der frühe Konsum greift womöglich nachhaltig in die Entwicklung des ECS ein, sodass es Störungen seiner natürlichen Funktionen aufweist, beispielsweise die zuvor genannte „Wächterfunktion“. Darüber hinaus kann früher Konsumbeginn einen Prozess im Gehirn beeinflussen, der primär in der Pubertät stattfindet, und der im Falle einer Störung wiederum mit der Schizophrenie in Verbindung steht – das sogenannte „Pruning“. Im vergangenen Jahr hat eine große Studie gezeigt, dass eine bestimmte gene-

tische Veränderung mit Schizophrenien in Verbindung zu stehen scheint. Diese Veränderung sorgt für eine gestörte Hirnentwicklung während der Pubertät. Bei Gesunden sorgt das betroffene Gen für eine Art „Tuning“ des Gehirns („Pruning“). Dabei wird das Gehirn von überflüssigen Nervenverbindungen befreit, die sich im Leben entwickeln, aber nicht aktiv genutzt werden. Das Gehirn wird somit ausgedünnt und letztendlich funktionsfähiger. GABA-Neuronen scheinen diesen Prozess auszulösen und Glutamat-Neuronen scheinen die Intensität des Prozesses zu regulieren. Da wären also erneut GABA und Glutamat, die beiden Systeme, die das ECS als Trittbrettfahrer nutzt. Dazu passend ist auch in einer aktuellen Studie nachgewiesen worden, dass früher Cannabiskonsum den Pruningprozess stört. Bei der Entwicklung der Schizophrenie scheint dieser Pruningprozess ebenfalls eine zentrale Bedeutung zu haben. Durch eine Störung des zuständigen Gens wird der Prozess derart überreguliert, dass es zu einem sog. „Overpruning“ kommt, einem übersteigerten „Hirn-Tuning“. Nicht nur irrelevante neuronale Verbindungen werden eliminiert, sondern auch relevante Verbindungen. Das Gehirn verliert damit deutlich an Substanz und im weiteren Verlauf treten erste Symptome der Schizophrenie auf. Die Assoziation zwischen gestörtem Pruning und der Schizophrenie wurde schon vor Jahren in Betracht gezogen, die aktuelle Studie liefert erst mal einen belastbaren Be-

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fund. Da Cannabiskonsum den Pruningprozess ebenfalls negativ beeinflusst, vermutlich vermittelt über eine Störung des ECS und somit der Glutamat- und GABA-Aktivität, ist eine Assoziation mit Schizophrenien auch hier deutlich. Noch ist jedoch unklar, inwiefern der bei schizophren veranlagten Menschen ohnehin schon veränderte Pruningprozess durch Cannabiskonsum weiter beeinflusst wird. Das müssen weitere Studien zeigen.

GIBT ES AUCH POSITIVE CANNABISWIRKUNGEN BEI SCHIZOPHRENIEN? Cannabis kann tatsächlich auch heilsame Wirkungen bei Schizophrenien entfalten. Allerdings dürfte dieses Cannabis für die Konsumenten dann nicht mehr interessant sein. Denn die negativen Effekte werden primär durch THC vermittelt, welches gleichzeitig die Rauschwirkung erzeugt. Cannabidiol (CBD) dagegen hemmt die THC-Wirkung auf vielen Ebenen. Es erzeugt keinen Rauscheffekt, im Gegenteil konnten im Tierexperiment die THC-Effekte durch Gabe von CBD rückgängig gemacht werden. Interessanterweise wirkt das CBD auch lindernd auf schizophrene Symptome. Mittlerweile gibt es Studien, in denen CBD als Ersatz oder Ergänzung der üblichen antipsychotischen Medikation effektiv eingesetzt wurde (allein dies ist übrigens bereits ein Hinweis auf propsychotische THC-Effekte). Im Gegensatz zu den herkömmlichen

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Medikamenten, die alle ziemlich unangenehme Nebenwirkungen haben, ist CBD ausgesprochen verträglich. Es dürfte allerdings noch einige Zeit und viele Studien dauern, bis CBD als Standardmedikation gegen Schizophrenien eingesetzt werden kann. Im Cannabis, welches Konsumenten üblicherweise beziehen, ist tendenziell wenig CBD und viel THC enthalten, da es den Konsumenten schließlich um den Rauscheffekt geht. Besonders kritisch sind in diesem Kontext übrigens die sogenannten „legal-highs“ zu bewerten, wie „Spice“ und seine Verwandten. Diese Produkte enthalten explizit nur synthetische THC-ähnliche Verbindungen mit hohem Rauscheffekt. Diese sind zwar nicht dahin gehend erforscht, dürften aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ähnliche Prozesse im Gehirn aktivieren, wie es vom THC bekannt ist.


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ZUR RECHTLICHEN LAGE VON CBD-ANBAU IN ÖSTERREICH: von Mag. Arthur Machac

„Nullum crimen, nulla poena sine lege.“ im Hinterkopf behaltend, analysiert der – „Kein Verbrechen, keine Strafe ohne nachfolgende Artikel die strafrechtliche Relevanz bezüglich des Umgangs mit Gesetz.“ dem Wirkstoff Cannabidiol (in der Folge Das Gesetzlichkeitsprinzip, welches CBD genannt). Im Zusammenhang mit in § 1 StGB normiert ist, ist eines der strafbaren Handlungen in Verbindung elementarsten Grundsätze des öster- mit Suchtgiften ist das SMG (Suchtreichischen Strafrechts. Es garantiert, mittelgesetz), subsidiär dazu das NPSG dass ein Verhalten, welches keinem (Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gegesetzlichen Tatbestand zugeordnet setz) einschlägig, welche bestimmten werden kann, auch nicht verurteilt wer- Verhaltensweisen, wie Erwerb, Besitz, den darf. Diesen essenziellen Grundsatz

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Erzeugung, Beförderung, Einfuhr, Ausfuhr, Anbieten, Überlassen oder Verschaffen einer tatbestandstauglichen Substanz unter Strafe stellen. Dazu stellt sich die Vorfrage, ob CBD überhaupt „Suchtgift“ im Sinne des Gesetzes ist und sohin von den genannten Beschränkungen erfasst wird oder nicht. § 2 SMG verweist hierzu auf die Suchtgiftkonvention der Vereinten Nationen, sowie auf die Suchtgiftverordnung (SV). § 3 SMG enthält einen entsprechenden Hinweis für die Definition von „Psychotropen Stoffen“ und nennt die Psychotropenverordnung (PV). Festgehalten werden kann an dieser Stelle bereits, dass der Wirkstoff CBD in keiner dieser Verordnungen genannt ist, weshalb weder eine Strafbarkeit nach den §§ 2728a SMG, noch gemäß §§ 30-30b SMG begründet werden kann. Denkbar wäre eine strafrechtliche Verfolgung letztlich aufgrund des NPSG - schließlich weist CBD durchaus eine psychoaktive Wirkung auf - doch scheitert eine Strafbarkeit erneut an der entsprechenden Verordnung, da auch diese (NPSV) den

Lieferung auch in die EU

Wirkstoff CBD nicht beinhaltet. Hanfpflanzen enthalten neben CBD bekanntlich auch andere Wirkstoffe, wie zum Beispiel Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), welche sehr wohl „Suchtgift“ im Sinne der Suchtgiftverordnung sind. Der Anbau von Cannabispflanzen zum Zwecke der Suchtgiftgewinnung ist dem Gesetzeswortlaut zufolge (gemäß § 27 Abs 1 Z 2 SMG) in Österreich jedenfalls verboten. Umgekehrt könnte man nun sagen, dass der Anbau zum Zwecke der Gewinnung von CBD erlaubt ist, da es sich hierbei gerade um kein Suchtgift handelt und sohin nicht von § 27 Abs 1 Z 2 SMG erfasst ist. Klarstellend ist hinzuzufügen, dass der Anbau von Hanfpflanzen per se zwar nicht verboten ist, allerdings gewisse Beschränkungen erfährt, da Cannabis (Marihuana) selbst in der Suchtgiftverordnung genannt ist, und zwar versteht diese darunter die Blüten- oder Fruchtstände der zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen, denen das Harz nicht entzogen ist, wobei es diesbezüglich wiederum eine Ausnahme von der Strafbarkeit gibt.

www.drdabber.ch


DIESE FORDERT GEMÄSS ANHANG I ZUR SV NACHFOLGENDE VORAUSSETZUNGEN:

I.1. STOFFE UND ZUBEREITUNGEN

mäß Artikel 17 der Richtlinie 2002/53/EG

GEMÄSS § 2 ABS. 1 SUCHTMITTEL-

des Rates vom 13. Juni 2002, ABl. Nr. L

GESETZ:

193/2002 S. 1, oder 2.

in der österreichischen Sortenliste ge-

I.1.a. Folgende Drogen und daraus herge-

mäß § 65 Saatgutgesetz 1997, BGBl. I

stellte Extrakte, Tinkturen und andere Zu-

Nr. 72/1997, in der geltenden Fassung,

bereitungen:

angeführt sind und deren Gehalt an Tetrahydrocannabinol

0,3

%

nicht

Cannabis (Marihuana)

übersteigt, sofern ein Missbrauch als

Blüten- oder Fruchtstände der zur Gattung

Suchtgift

Cannabis gehörenden Pflanzen, denen das

die nicht mit Blüten- oder Fruchtstän-

Harz nicht entzogen worden ist.

den vermengten Samen und Blätter

ausgeschlossen

ist,

sowie

der zur Gattung Cannabis gehörenden (Anm.: richtig: gehörenden) Pflanzen.

AUSGENOMMEN SIND

jene der Verwendung für gewerbliche Zwecke dienenden Blüten- und Fruchtstände jener Hanfsorten, die 1.

im

gemeinsamen

Sortenkatalog

für

landwirtschaftliche Pflanzenarten ge-

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In der Saatgutliste 2017 ist, anders als es noch 2016 der Fall war, im Gegensatz zum gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten keine Cannabispflanze genannt. Der gemeinsame Sortenkatalog enthält aktuell 58 verschiedene Cannabispflanzen. Der Anbau von Cannabis zur Suchtgiftgewinnung ist letztlich der AGES Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH gemäß § 6a SMG – siehe dazu VfGH vom 24.11.2016, G 61/2016 - vorbehalten. Momentan ist in der Praxis zu beobachten, dass die Behörden sehr rigide gegen die Verbreitung bzw. den Verkauf von CBD-Pflanzen vorgehen. Der Vertrieb von einem zumindest sehr cannabisähnlichen Produkt über das Internet wird vom österreichischen Staat nicht gerade befürwortet. Um ganz sicher zu gehen, nicht die Grenze vom legalen Anbau zur Strafbarkeit nach dem SMG zu überschreiten, ist daher umfangreiche juristische Dokumentation notwendig. Weiters sollten zumindest Laborergebnisse vorliegen, welche darlegen, dass die Pflanzen nicht mehr als 0,3 % THC enthalten, und ist die Einholung eines qualifizierten Rechtsgutachtens – zumindest einer fundierten Rechtsberatung bei einem Experten im Vorfeld sinnvoll und jedenfalls anzuraten.

Mag. Machac ist selbstständiger Rechtsanwalt und Strafverteidiger aus Leidenschaft und Überzeugung. Er wurde 2016 im FormatAnwalts-Ranking unter die Top 3 der besten Strafverteidiger gewählt. Falls Sie nähere rechtliche Fragen beantworten haben möchten, erreichen Sie ihn unter: office@machac-kanzlei.at

Für eine leichtere Verständlichkeit dieser spezifischen Rechtsmaterie sorgt weiterführend das Praxishandbuch „Suchtmittelrecht für die Praxis“ von Universitätsprofessor Dr. Alois Birklbauer und Mag. Arthur Machac, welches dieses Jahr erschienen ist. http://www.manz.at/list. html?tisbn=978-3-214-02455-0

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s r e p a P d l o G Shine Manchmal wünscht man sich eben tatsächlich - die Qualität der Shine das ganz besondere Feeling beim Gold Papers sind extrem hochwerRauchen, etwas Exklusives und tig und sorgen daher für ein gleichNeues. Und manchmal möchte mäßigeres und langsameres Abman einfach nur seine Kumpels so brennen. Hauchdünnes Hanfpapier und spezielrichtig beler Klebstoff eindrucken. machen das Genau das HAUCHDÜNNES HANFPAPIER Drehen zum soll jetzt mit UND 24 KARAT GOLD Kinderspiel. den weltDas Gold in weit einzigden Papes artigen Gold Papers von Shine möglich gemacht hat sogar gesundheitliche Vorteile werden. Die Papes enthalten 24 und sieht nicht nur nobel aus. Karat Gold und bieten einen wahr- Gold ist ein sehr wirkungsvolles lich anderen Rauchgenuss. Und Arzneimittel. Sogar Paracelsus, der

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bekannte Heilpraktiker, verwies immer wieder auf die heilenden Eigenschaften.

Gold-Rauchen auftreten, ist bisher nicht wissenschaftlich belegt worden.

Goldene Momente für den besonderen Joint

Unsere Erfahrungen mit Shine Gold Papers

Die goldenen Joints sind nicht mehr unbekannt, gerade bei den Promis und vor allem bei amerikanischen Rappern oder Sängern, sind sie sehr beliebt. Sie polieren damit ihr Kiffer-Image auf, frei nach dem Motto: "Wer kann, der kann!" Die einen rauchen das Gold also aus Prestige, andere wissen um die gesundheitlichen Vorteile. Das Gold fasziniert die Menschheit nämlich schon seit Jahrtausenden und ist gleichzeitig das bekannteste und symbolträchtigste Edelmetall.

Selbstverständlich sind die Shine Gold Papers etwas höher in den Anschaffungskosten als übliche Papes. Wer sie also für einen womöglich täglichen Konsum einsetzen möchte, muss definitiv tiefer in die Tasche greifen. Allerdings auch nicht völlig überteuert und unbezahlbar. Wirklich Eindruck haben die goldenen Joints jedoch schon im Bekannten- und Freundeskreis gemacht.

Wie Gold genau auf den Organismus wirkt, ist längst noch nicht ganz belegt, allerdings konnte man schon ausgleichende Effekte im Herz- Kreislaufsystem eines Menschen feststellen. So soll es das Nervensystem beruhigen, zu mehr innerer Energie und Leistungsbereitschaft führen und eine positive Auswirkung auf das Drüsensystem haben. Ob die gleichen Effekte während dem

Was den Rauchgenuss anbelangt, dieser war wirklich etwas milder, weniger kratzig und auch lang anhaltender. Der Joint war nicht zu schnell aufgeraucht und das Feeling echtes Gold zu rauchen hatte was. Die Papes können in unterschiedlichen Varianten und Mengen gekauft werden, beispielsweise auch in einer fertig gedrehten Version. So entsteht der perfekte goldene Joint auch bei denjenigen, die im Drehen noch nicht allzu geübt sind.

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C ANNABIS ALS EINE HOCHGR ADIG PS YCHOAK TIVE SUBS TANZ JOÃO AUGUSTO CASTEL-BRANCO GOULÃO IM INTERVIEW „Cannabiskonsumenten sind derzeit die größte Gruppe, die um psychologische Hilfe und Behandlungen in unseren Einrichtungen ansucht“, sagt der Mediziner João Goulão, langjähriger Direktor (2009-2015) der europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) und Architekt der wegweisenden portugiesischen Drogenpolitik. Eine, die Straffreiheit für Besitz kleiner Mengen und Konsum einräumt. Die Entwicklung seither bestätigt deren Erfolg. In Sachen völliger Freigabe von Cannabis rät er indes zu warten: „Wenn es Erfahrungswerte gibt, und die positiv sind, werden wir, wie ich stark annehme, auch deren Beispiel folgen."

von Jan Marot, Lissabon - Fotos: SICAD/Servicio Nacional de Saúde SNS

Wie lautet Ihre Bilanz, nachdem Portugal seit mehr als 15 Jahren dem von Ihnen entworfenen Weg in der Drogenpolitik der Straffreiheit verfolgt? Die weitläufig und international bekannteste Facette unserer Drogenpolitik ist, dass wir den Besitz von Drogen, ganz gleich welche, entkriminalisiert haben. Die Ergebnisse basieren nicht einzig auf der Straffreiheit. Wir verfolgen einen weitaus breiteren Ansatz, der sukzessive seit 1999 implementiert wurde und der mit dem Gesetzesbeschluss von 2000 schließlich 2001 in Kraft getre-

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ten ist. Über die vergangenen 15 Jahre sehen wir eine ausgezeichnete Entwicklung, anhand aller verfügbaren Indikatoren. Jener Erfolg hängt aber nicht einzig an der Straffreiheit, sondern am gesamten Paket an politischen Maßnahmen, die wir gesetzt haben. Die Entkriminalisierung war aus meiner Sicht der Dinge enorm wichtig, aber nicht das Wichtigste. Der Eckpfeiler war die Kompetenzverschiebung, die wir gesetzt haben. Nämlich, dass nicht mehr die Justiz sich der Konsumenten annimmt, sondern das Gesundheitsministerium, konkret eine ihm unterstellte Behörde. Drogenkonsum ist nämlich vielmehr ein


soziales und medizinisches Thema, als dass sie mehr und mehr Nachahein kriminelles. Unsere gesamte Poli- mer findet, sagen wir mittelfristig tik in dieser Materie ist auf ebenjener in den kommenden Jahren? Idee als Fundament errichtet. Über die vergangenen 15 Jahre gibt uns die Ent- Wir sind in engem Kontakt mit unseren EU-Partnerstaaten, erst vor zwei Wowicklung recht. chen war ich mit einer Delegation in Irland, um dort eine Konferenz zu halten. In den Jahren vor der Jahrtausendwende hatte Portugal ein mas- Um unser Modell vorzustellen, denn in Irland wird das Thema und unser Weg sives Heroinproblem … eben intensiv debattiert. Dasselbe tun … eines, das in den Jahren 1996, 1997 und taten wir in den meisten EU-Staagipfelte, und bis 2000, würde ich sa- ten. Und bereits jetzt ist deutlich zu ergen, war die Lage katastrophal. Seit der kennen, dass mehr und mehr Staaten Reform ist die Zahl problematischer unserem Weg der KompetenzverschieDrogenkonsumenten stark gesunken. bung vom Justiz- und GesundheitsresDie Zahl der HIV-Infektionen in Zusam- sort, oder eben ins Sozialministerium menhang mit intravenösem Konsum ist folgen. Das ist ein positiver Trend. Auch ebenso stark rückläufig, wie auch bei dass wir dies beeinflussen können, mit Hepatitiserkrankungen. Selbiges gilt für unseren Erfahrungswerten. Wir woldie Zahl an Drogentoten durch Überdo- len auch nicht unser Modell verkaufen sierung. Die Sichtbarkeit des Problems (lacht). Und man darf nicht außer Acht im öffentlichen Raum ist weitaus gerin- lassen, eine jede Gesellschaft, ein jedes ger heute, ebenfalls die Besorgnis der Land ist unterschiedlich und hat auch Gesellschaft über Drogensucht. Vor 15 variierende Probleme in Sachen SuchtJahren war das Thema die Hauptsor- verhalten seiner Bürger. ge der Portugiesen. Fast ein jeder war im Familien- oder Bekanntenkreis oder eben in der Nachbarschaft in irgendei- Lebt die heutige Jugend Portugals ner Form betroffen. Die öffentliche und im Krisenkontext im Vergleich mit mediale Sichtbarkeit ist weit gesunken, der vor 15 Jahren gesünder? Weraber es ist auch heute freilich noch kein den weniger Drogen und Rauschgelöstes Problem. Gesellschaften sind mittel konsumiert? auch in einem Evolutionsprozess. Ich würde sagen ja. Vor 15 Jahren war Heroin unser Staatsfeind Nummer 1. Es zerstörte unsere Gesellschaft. Wir sind Die von Ihnen entworfene Politik sehr froh darüber, dass es, wie auch in wird von EU-Mitgliedsstaaten, den meisten anderen Staaten Europas aber auch international mit großem Interesse verfolgt. Glauben Sie, längst nicht mehr ein derart gravieren-

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des Problem darstellt. Der Heroinkonsum ist deutlich zurückgegangen. Aber aktuell haben wir noch immer eine große Zahl mittlerweile älter gewordener Heroinkonsumenten. Der überwiegende Teil von ihnen ist psychisch krank und hat auch oft schwere gesundheitliche Probleme, schwere Erkrankungen, wie Hepatitis oder HIV. Eben diese älter und älter werdende Generation an Abhängigen stellt uns vor neue Herausforderungen. Wie geht man ihnen um? Wie hilft man ihnen? Auch da sie quasi nicht komplett in die aktuelle Gesellschaft integrierbar sind. Wir arbeiten intensiv daran, ihnen neue Lösungen anzubieten und auch neue Chancen zu eröffnen. Was die Jugend betrifft, ist auch in Portugal die mit Abstand am häufigsten konsumierte Substanz, wie in fast allen Staaten, eben Cannabis.

Das zeigt sich auch in den Zahlen derjenigen, die wegen Cannabis in Therapie sind? Aktuell ist auch jene Gruppe, die der Cannabiskonsumenten die größte, die um psychologische Hilfe und Behandlungen ansucht in unseren Einrichtungen. Und ich muss anmerken, wir arbeiten nicht nur mit illegalen Substanzen. Sondern auch intensiv mit Menschen, die Alkohol missbräuchlich konsumieren. Beides, der missbräuchliche Konsum von Alkohol und Cannabis, ist in unserer Arbeit derzeit die größte Herausforderung. Das geschieht in erster Linie über Präventionsmaßnahmen,

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etwa an Schulen, um Jugendliche davor zu bewahren, in jene Falle des problematischen Konsums zu fallen.

Ist die Zahl der jugendlichen Cannabiskonsumenten im Sinken begriffen? Deren Zahl verhält sich stabil, wir sind eben am Erheben einer gesamtgesellschaftlichen Studie und hoffen binnen zwei Monaten die Ergebnisse vorliegen zu haben. Was ich sagen kann, ist das konkret der Cannabiskonsum unter Schülern stagniert.

Sie haben angesprochen, dass eine stets größere Zahl an Cannabiskonsumenten um professionelle Hilfe ansucht. Was ist der effektivste Weg, ihnen Unterstützung zu geben? In erster Linie psychologische Hilfe oder mehr noch Beratung. Wie Sie wissen, gibt es keine pharmakologische Therapie für problematischen Cannabiskonsum. Der Hauptaspekt hier ist jedoch die Entkriminalisierung, Drogenkonsumenten, die von der Polizei aufgegriffen werden, werden zu uns geschickt und nicht vor das Gericht. Hier im staatlichen Gesundheitsdienst SNS und den Interventionszentren zur Sucht und Suchtverhalten werden die Cannabiskonsumenten dazu gedrängt, ihr Verhalten zu besprechen, mit Medizinern und Psychologen. Und die Mehr-


heit von ihnen kommt zu dem Schluss, dass ihr Konsum von Cannabis nicht so harmlos ist, wie sie lange geglaubt haben. Sie erkennen, dass Cannabis einen Einfluss auf ihr Leben, ihre Leistungen hat, und dass weit mehr, als sie vorher zugegeben hätten. Manche erkennen auch, dass sie eine Abhängigkeit entwickelt haben und entschließen sich in Behandlung für systematischere Entwöhnungsprogramme zu begeben.

Wie stehen Sie zum Vorstoß der Jugendorganisation der regierenden Sozialistischen Partei (PS) Cannabis auch für den rekreativen Konsum völlig freizugeben, was zuletzt in zahlreichen Bundesstaaten in den USA oder Uruguay in die Tat umgesetzt wurde? Es gibt eine weltweite Debatte zu diesem Thema. Das Wichtigste ist vorweg, dass man die Diskussion klar trennen muss, ob es jetzt um die medizinische Nutzung von Cannabis geht, oder die rekreative. Viel zu oft werden beide Themen vermischt, was nur Verwirrung stiftet. Sprich, der erste Schritt ist, beides ganz klar voneinander zu trennen. Was das Erstere, den Einsatz in der Medizin betrifft, habe ich gar nichts dagegen einzuwenden. Sofern es eine Angelegenheit der staatlichen Gesundheitsinstitutionen ist. Es muss ganz klare Rahmenbedingungen geben, wann und bei welchen Pathologien es zum Einsatz kommt, und in welcher Form. Was die Zweite betrifft, bin ich mir bewusst,

dass der Trend aktuell in jene Richtung geht. Wir in Portugal haben in gewisser Weise als Labor dafür gedient, welchen Effekt eine Entkriminalisierung hat. Und nun, 15 Jahre später können wir sehen, es war eine gute Lösung. Sie sorgte für eine positive Entwicklung. Ich denke, da wir auf einem guten Weg sind, stehen wir nicht unter Druck den Status quo um jeden Preis zu ändern.

Sprich, zuwarten lautete Ihre Devise? Exakt. Was ich meine ist, wir haben nun die Zeit, die wir uns auch nehmen sollten, um ganz genau zu beobachten, was in den anderen, aktuellen sozialen Laboren in anderen Staaten geschieht. Schauen wir uns doch an, was in Uruguay und in einzelnen US-Bundesstaaten passiert, ist mein Vorschlag. Bereits jetzt sehen wir positive Aspekte der Legalisierung, doch möglicherweise gibt es auch negative. Aktuell denke ich auch, dass ein parlamentarischer Vorstoß von der sozialistischen Parteijugend und dem Linksblock nicht den breiten politischen Konsens erzielen wird. Schlichtweg, weil sich die Portugiesen mit dem aktuellen System angefreundet haben, und sie sehen, dass es funktioniert und eben auch, dass es keinen Änderungsbedarf gibt. Wenn etwas gut läuft, gibt es weniger das Bedürfnis, etwas zu ändern. Das war wie gesagt vor 15 Jahren eine ganz andere Situation. Wenn es Erfahrungswerte gibt, und die positiv sind, werden wir,

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wie ich stark annehme, auch dem Beispiel folgen. Aber ich glaube nicht, dass dies in den kommenden, sagen wir zwei bis drei, Jahren passieren wird.

Fürchten Sie ein Heroinrevival, wie es in einzelnen US-Bundesstaaten, New York etwa, vermeldet wird? Was wir beobachten konnten, ist vor allem ein vermehrter Rückfall älterer Heroinkonsumenten. Sehr viele Rückfälle, die vor allem in sozialen Problemen im Krisenkontext, Armut und Arbeitslosigkeit, von bereits in die Jahre gekommenen einstigen Heroinabhängigen gründen. Was die Jugend betrifft, kann ich keine Tendenz zu mehr Heroinkonsum anhand der Statistiken, die wir haben, erkennen. Um konkret zu sein, es gibt sehr, sehr wenige junge Konsumenten dieser Substanz.

Sehen Sie Gefahren in neuen, oftmals weitgehend unbekannten Substanzen? Wir sind natürlich auch Teil des europäischen Frühwarnsystems, was neue psychoaktive Substanzen betrifft. Wir haben auch ein Gesetz abgesegnet, das dem Phänomen der "Smart Shops" in Portugal ein Ende setzte. Sie wurden schlichtweg geschlossen. Sie werden natürlich konsumiert, aber es ist kein großes Problem in unserer Gesellschaft. Aber man muss wachsam sein. Die meisten Probleme haben wir hier

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mit den "Klassikern" der Drogen, wenn man sie so nennen will.

Widmen Sie sich im SICAD auch mit Suchtverhalten, sei es Smartphone, Sozialmedien, Pornografie, Shopping, Spiel- und Magersucht… Spielsucht ist eines unserer Hauptfelder, was substanzfreies Suchtverhalten betrifft. Aber es stellt in der Realität nur einen kleinen Prozentsatz dar. Primär arbeiten wir mit Menschen, die Abhängigkeiten von Alkohol, Drogen, verschreibungspflichtigen Medikamenten oder etwa Anabolika entwickelt haben.

Sehen Sie Gefahrenpotenzial in neuen, starken Cannabissortenzüchtungen? Korreliert dies mit stets mehr Personen, die um Hilfe ansuchen? Das ist wahr, die Züchtungen sind stets stärker geworden, und auch die Balance zwischen den Cannabisalkaloiden wurde genetisch massiv verändert. Das gekoppelt an neue Methoden der Pflanzenaufzucht, lässt mich zur Überzeugung kommen, dass wir es nicht länger mit einer leichten Rauschsubstanz zu tun haben. Wir müssen Cannabis als eine hochgradig psychoaktive Substanz betrachten. Strategien im Umgang mit problematischem Konsumverhalten müssen ebendies berücksichtigen.


Wo liegen aktuell die Herausforderungen? Was kann am Gesetz, beziehungsweise muss optimiert werden? Wir beschäftigen uns mit dem Suchtverhalten einer Gesellschaft. Das ist immer eine Herausforderung. Aber wie eingangs erwähnt bereiten uns die älteren Heroinabhängigen die größte Sorge. Dabei ist Sucht stets und im Alter ein noch größeres Problem. Nicht außer Acht lassen dürfen wir Cannabis und die neuen Züchtungen, eben da es die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegale Substanz ist. Die gesellschaftliche Toleranz gegenüber dieser ist derart hoch, auch wenn wir steigende Zahlen von notfalls medizinischen Behandlungen im Zusammenhang beobachten können, primär Panikattacken und psychotische Reaktionen nach dem Konsum. Der Konsum von Cannabis wird in Portugal fast so normal betrachtet, wie der von Alkohol. Uns fällt es nicht leicht, hier einen auf medizinischen Fakten basierenden Diskurs an diejenigen zu richten, die es verwenden.

Der Mediziner João Augusto Castel-Branco Goulão (62), geboren 1954 im zentralportugiesischen Cernache do Bonjardim, führte einst nach seinem Medizinstudium in Lissabon für 17 Jahre eine Hausarztpraxis in Faro an der Algarve, und war auch Vizebürgermeister der Stadt, ehe er erst das Taipas Zentrum für Drogensüchtige in Lissabon (1988 bis 1992), später das nationale Netzwerk der Behandlungszentren (ab 1998) leitete. Seit 2005 ist er Generaldirektor im Generaldirektorat für die Intervention bei Suchtverhalten (pt. Serviço de Intervenção nos Comportamentos Aditivos e nas Dependências). Zweimalig wurde er auch parallel zu dieser Tätigkeit zum Direktor der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD, 2009–2011 und 2012–2015) gewählt. Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern, und mittlerweile Großvater zweier Enkelkinder. Hobbys erlaubt ihm sein Beruf keine. Die spärliche Freizeit verbringt er im Kreis seiner Familie.


Nationale & internationale Messen & Konferenzen 2017 INTERNATIONAL CANNABIS BUSINESS CONFERENCE

10. - 12. April in Berlin, Deutschland

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Erstmals in Europa verbreitet der wachsende industrielle Zweig Nordamerikas die bisherigen Errungenschaften aus allen Bereichen der Cannabisindustrie. Im Austausch mit europäischen Wissenschaftlern sticht vor allem die Expertise der Profiteure des kanadischen Cannabis-Medizinalprogramms hervor. Die aktuelle Vergabe der Anbaulizenzen für deutsches Medizinal-Cannabis lockte Unternehmertum aus den verschiedensten Bereichen zum Austausch. Die passende Prominenz bestehend aus dem Kultschauspieler und Aktivisten Tommy Chong und der Grow-Legende Ed Rosenthal rundeten dabei einen erfolgreichen Businesstag mit einem unterhaltenden Abendprogramm ab.

Israel ist ein Kernland für die Erforschung von medizinischem Cannabis. Mit der Canna Tech in Tel Aviv vom 20. bis 22. März 2017 fand die Fachveranstaltung mit hochkarätigen internationalen Kompetenzen statt. Hier trifft sich, wer sich in der Cannabis-Medizin Rang und Namen verdient hat. Die Besucher der Canna Tech sollten bereits über ein gewisses Basiswissen verfügen. Wer im Segment forscht oder entwickelt, der konnte sich hier sehr gut vernetzen.

www.internationalcbc.com

www.canna-tech.co

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CANNA TECH

20. - 22. März in Tel Aviv, Israel


IMPERIOUS CANNABIS EXPO

WORLD MEDICAL CANNABIS

12. - 13. April in Phoenix, Arizona

21. - 22. April 2017, in Pitsburgh, Pennsylvania

Mit dem Versprechen „Business Before Pleasure„ bietet die Imperious Cannabis Expo eine gute Mischung aus gebündelter Fachkompetenz in Form von Vorträgen und zwanglosem Netzwerken mit Gleichgesinnten. Mit dem Fokus auf die nationale Cannabis Industrie bietet der Veranstalter neben der Expo auch weitere interessante Möglichkeiten, um Unternehmen in derzeit 23 Staaten zu vernetzen.

www. imperiousexpo.com

Die Compassionate Certification Centers kann wie ein Franchise Programm gesehen werden, welche das Ziel verfolgt, ein landesweites Netzwerk aus lizenzierten Medizinalcannabis-Zentren zu etablieren. Die zugehörige Konferenz und Expo, die eine Veranstaltung mit gebündeltem Wissen und dem Fokus auf Networking ist, ist dabei eine wichtige Anlaufstelle für interessierte Unternehmer in der Branche.

www.compassionatecertificationcenters.com

CANN10

NOCO HEMP EXPO

4. - 6. Juni 2017 in Tel Aviv, Israel

31. März - 1. April 2017 in Loveland,

Mit den Schwerpunkten Medizin/Wissenschaft, Nutzhanf/Genetiken und Technologie/Handel/Innovation ist die Cann10 das internationale Bindeglied für einen Wissenstransfer auf sehr hohem Niveau. Durch die Anwesenheit von globalen Größen im Bereich des medizinischen Cannabis, Forschung und Bildung, ist diese Konferenz auch eine große Chance für Unternehmer um Partnerschaften und Kontakte aufzubauen und zu pflegen.

www.canntencon.com

Colorado Welcher Ort wäre besser für eine Hanfmesse geeignet als Colorado? Genau deswegen fand hier am 31. März und 1. April die NOCO Hemp Expo statt. Diese zergliedert sich in einen Teil für den Endverbraucher und in den B2B Sektor für die Hanfunternehmen, die sich vernetzen möchten. Die Messe bietet viele Vorträge und sorgt für Unterhaltung. In Colorado kann allerdings auch mal eine ganz legale „Raucherpause“ eingelegt werden.

www.nocohempexpo.com

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e tl t u ten Sh hir

s n ti iebe a r 6S

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HANFMESSE 6.–8. Oktober 17

EventPyramiDE es s r g Ko n eit h d un s e G YLE T S LIFE

GA ST RO

Übe r 150 Aus ste lle r

HANF BLÜT ENSC HAU BY HEMP EMBASSY

GL ASB LÄS ERS HOW BY ROOR

Workshops

KO NG RESS

GAR TEN

M US IK & PART Y


MARY JANE

16. - 18. Juni 2017 im Funkhaus in Berlin, Deutschland Die Cannabislegalisierung kommt ins Rollen, auch in Deutschland geht es voran. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmer interessieren sich immer offensichtlicher für den Hanf. Die deutsche Hanfmesse Mary Jane ist vielen noch bekannt. Nach über 12 Jahren Pause öffnete sie 2016 erneut ihre Tore in Berlin am Postbahnhof und konnte 120 Aussteller sowie 10.000 Besucher für sich begeistern. Im Jahr 2017 wird dieses Event im Funkturm in Berlin stattfinden. Direkt am Wasser können die Besucher das Wetter genießen. Es werden dieses Jahr noch mehr Aussteller und natürlich auch noch mehr Gäste erwartet. Die Räumlichkeiten für Vorträge werden mehr Leute fassen und ruhiger sein. Neben den gewöhnlichen Messeständen gibt es Rückzugsmöglichkeiten, Verpflegungsstände, Unterhaltung und nach der Messe Party. Eine Reise nach Berlin ist es immer wert, nicht nur wegen dem Hanf. www.maryjane-berlin.com

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Calling all retail investors

MJAC2017 INVESTORSHUB INTERNATIONAL CANNABIS CONFERENCE

Over 50 of the worlds top cannabis investment opportunites

1st-2nd Sept JW Marriot L.A. LIVE Los Angeles Premier Cannabis Investment Event

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CANNABIS XXL

10. - 12. Juli 2017 in der Zenith-Kulturhalle in München, Deutschland Deutschland hatte viele Jahre keine eigene Hanfmesse, bis 2015 die Cannabis XXL in München in der Zenith-Kulturhalle stattfand. Der ethisch und politisch motivierte Veranstalter möchte die Legalisierung von Cannabis vorantreiben. Das möchte er vor allem für Patienten, für die ein „Cannabis Therapie Center Bayern“ errichtet wird. Mit dem Cannabis-Medizin Gesetz kommt einiges ins Rollen, womit im wichtigen Wahljahr 2017 erneut die Cannabis XXL in München in der Zenith-Kulturhalle stattfindet. Auf die Besucher warten neben den Ausstellern auch medizinische Vorträge, Kochshows, Musik- und Bühnenprogramm, Essensstände und neben der Halle auch ein sehr großer Außenbereich. Medizinische und politische Themen sind ein Schwerpunkt aber kein Muss für die Messebesucher. Diese können sich auch die ganzen Hanfprodukte ansehen, diese kaufen oder sich im Außenbereich einen schönen Nachmittag machen. Zum Abend wird die Halle geschlossen, um den Tag musikalisch mit „Wasteland“ und „Drums To Magic“ ausklingen zu lassen.

www.cannabisxxl.com

CULTIVA

6. - 8. Oktober 2017 in der Eventpyramide in Wien Vösendorf, Österreich In Österreich sind Nutz- und auch potenter Hanf in der Vorblüte legal. Wer einmal richtige Hanfpflanzen sehen möchte, der kann sich die Hanfmesse Cultiva in Wien Vösendorf am 6. bis 8. Oktober 2017 vormerken: Hier gibt es Hanfpflanzen, die über zwei Meter hochgewachsen sind. Es gibt aber auch Stecklinge und Seeds, die jeder mit nach Hause nehmen kann. Durch das zehnjährige Jubiläum der Messe wird dieses Jahr den Besuchern besonders viel geboten werden. In den Messehallen und auch im Außenbereich wird es gewiss voll. Die Aussteller präsentieren ihre Produkte, es wird genug Versorgungsstände geben und zum Abend gibt es Party. Wem es am Tag zu anstrengend wird, wer seine Zeit dennoch nutzen möchte, der kann einfach einen der vielen Fachvorträge lauschen oder an einem Workshop teilnehmen. Auf der Cultiva gibt es alles, nur keine Langeweile.

www.cultiva.at

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Wo ist welche Art von Cannabiskonsum legal? von Manuel Spindler

Die meisten Cannabisliebha- legal Cannabisblüten oder ber in Österreich, Deutsch- Extrakte konsumieren darf. land und der Schweiz wer- Im folgenden Artikel geht es den sich früher oder später um die Frage: „Wo darf Canüber die Illegalität ihres nabis legal (oder zumindest Hobbys bewusst. Daher straffrei) zum Freizeitgestellt sich oft die Frage, wo brauch konsumiert werden?“ Cannabis denn überhaupt legal konsumiert werden kann. Die Antwort ist leider gar nicht so einfach, A lt gen u g? da in den meisten Ländern Dan n h as t du kein der Welt Cannabis immer Pro blem. noch verboten ist. Außerdem müssen im Bezug auf Marihuana zwischen Erwerb, Konsum, Aufzucht In den folgenden Ländern ist und Besitz unterschieden Cannabiskonsum für Vollwerden, da nicht überall wo jährige legal oder zumindest Cannabis legal konsumiert, erlaubt: dieses auch legal besessen, angebaut oder verkauft USA werden darf. Des Weiteren widmet sich dieser Artikel Die Vorreiter in Sachen lidem Freizeitgebrauch von beraler Drogenpolitik sind Marihuana, da in vielen Län- zweifelsohne die Vereinigdern das Gesetz bereits um ten Staaten von Amerika. Cannabis als Medizin erwei- Im Ursprungsland der Protert wurde, und man daher hibition hat sich seit den mit einem Rezept vom Arzt 1930er Jahren im Bezug auf

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Konsum und Genuss unserer Lieblingspflanze viel getan. Auf nationaler Ebene, also laut Gesetz der „federal government“, ist dank Harry J. Anslinger nämlich jeglicher (!) Umgang mit Cannabis seit den 30er Jahren verboten und strafbar. Der Umgang mit Cannabis in den einzelnen Staaten unterscheidet sich jedoch sehr. So ist der Besitz und Konsum von bis zu einer Unze (ca. 28 g) in mittlerweile 8 Bundesstaaten erlaubt, denn bei den Wahlen um den neuen Präsidenten haben im November 2016 neben den bereits bestehenden „LegalStates“ (Colorado, Washington, Oregon und Alaska) auch die Staaten Massachusetts, Maine, Kalifornien und Nevada das Kraut nicht nur entkriminalisiert, sondern komplett legalisiert. In den neu dazugekommenen Staaten gibt es jedoch noch keinen etablierten Markt, um Cannabis legal kaufen zu können und leider versuchen einige Politiker der Gegenseite, die Errichtung eines funktionierenden Cannabismarktes à la Colorado (entgegen dem Wunsch der Wähler) zu verhindern. Es wird sich in den nächsten Monaten und Jah-

ren zeigen, wie sich die Situation entwickelt. In den Staaten, in denen Cannabis legal verkauft und angebaut werden darf, funktioniert das System jedoch einwandfrei. In Colorado, dem Vorzeigestaat der legalen Cannabisbranche, dürfen Erwachsene über 21 Jahren in den sogenannten „Dispensaries“ pro Tag 28 g Cannabisblüten kaufen und diese anschließend auch konsumieren. Die Produktpalette endet hier jedoch nicht bei den Blüten, nein, es gibt hier Cannabis in fast jeder erdenklichen Form: Ob als Getränk, Haschisch, BHO (Butan Hasch Öl) oder in Form von „Edibles“ wie Keksen, Bonbons und vielem mehr; es gibt hier fast nichts, was es nicht gibt. Der Konsum ist also komplett legal, solange man über 21 Jahre alt ist und es werden teils sogar Events abgehalten, bei denen man sich in der Öffentlichkeit trifft, um gemeinsam zu konsumieren. In Colorado ist es seit Kurzem sogar erlaubt, Cannabis in Bars und Lokalen zu rauchen, jedoch nicht im Inneren, sondern in eigens dafür ange-

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legten „Kifferbereichen“. Neben diesen Möglichkeiten des Konsums gibt es in Colorado auch noch die neu-etablierten Cannabis Social Clubs, die seit 2016 wieder erlaubt sind und in denen sich Konsumenten treffen und zusammentun können, um gemeinsam zu konsumieren, oder aber sogar gemeinsam Hanfpflanzen anzubauen. Uruguay

Niederlande Die Situation in den Niederlanden ist, wie auch in so vielen anderen legalen Ländern, nicht ganz eindeutig. Cannabis ist hier, wie auch im Rest der EU, illegal, jedoch haben die Polizei und die Regierung die Übereinkunft getroffen, dass Konsumenten von „weichen“ Drogen (zu denen auch Cannabis zählt) nicht verfolgt werden sollen. Der Verkauf, Kauf und Konsum von Marihuanablüten und Haschisch ist hier also nicht legal, sondern nur „geduldet“. So kam es schon vor Jahrzehnten zum Boom der sogenannten „Coffeeshops“, in denen man neben Café und Tee auch leckere Cannabissorten kaufen kann.

Ende des Jahres 2013 wurde in Uruguay ein Gesetz verabschiedet, welches Cannabis komplett legalisierte. Der Anbau, Verkauf, Erwerb und der Konsum von jeglichen Cannabisprodukten ist seitdem erlaubt und Uruguay ist das erste Land weltweit, wo Cannabis auch staatlich produziert wird. Für alle Einwohner Verkauft werden hier jedoch keine Konvon Uruguay, die über 18 Jahre alt sind, zentrate wie etwa BHO oder Edibles, ist es seither nicht nur erlaubt, Canna- sondern nur das Cannabiskraut und bis zu konsumieren, sondern auch, es Hasch. In manchen Shops findet sich anzubauen oder es in Abgabestellen zu auch der bekannte „Space-Cake“, also kaufen. Sie können pro Monat bis zu 40 ein Brownie oder Keks mit Cannabis Gramm getrockneter Blüten erwerben darin. Der Konsum ist hier für alle über und in den eigenen 4 Wänden konsu- 18 Jahren erlaubt, jedoch gibt es auch mieren. Erwachsene dürfen bis zu 6 hier noch einige Regeln, die beachtet Cannabispflanzen anbauen und können werden müssen. Cannabis darf zum sich zudem in den sogenannten „Can- Beispiel nur in den Shops und in den nabis Social Clubs“ zusammenschlie- eigenen 4 Wänden konsumiert werden. ßen, um gemeinsam zu konsumieren Wer in der Öffentlichkeit kifft, der läuft und bis zu 99 Pflanzen anzubauen. Für Gefahr, ein Bußgeld zahlen zu müssen Ausländer ist das Einkaufen in den Ab- oder von Einheimischen ermahnt zu gabestellen jedoch verboten, und der werden. Auch dürfen pro Tag und Shop Erwerb von Cannabis ist für sie immer „nur“ 5 Gramm Cannabis pro Kopf vernoch eine Straftat. Wer aber dennoch kauft werden. an Cannabisprodukte gelangt, der kann sie überall, wo auch normal geraucht werden darf, konsumieren.

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Spanien In Spanien ist die Rechtslage ebenfalls knifflig. Wie in den anderen Mitgliedsstaaten der EU ist Cannabis auch hier per Gesetz verboten. Der Anbau zu Zwecken des Verkaufs ist illegal und wird bestraft, der Eigenbedarf ist jedoch von dieser Regelung ausgeschlossen. Wer also Cannabis zum Eigenbedarf anbaut, dem drohen keine Haftstrafe oder Geldbußen, es werden im Zweifel jedoch die Pflanzen beschlagnahmt und vernichtet. Der Konsum von Marihuana ist in Spanien entkriminalisiert, was bedeutet, dass man bei sich zu Hause konsumieren kann. Jedoch ist, wie auch sonst fast überall, der Besitz verboten, wer also mit Cannabis aufgegriffen wird, dem droht eine Geldstrafe von ca. 300 Euro und er muss seine Vorräte abgeben. Auf den Straßen der spanischen Hauptstädte sieht und riecht man jedoch sehr oft, dass jemand sich nicht an das Gesetz hält und es ist generell nicht schwer an Cannabisprodukte zu kommen. Da es sich um einen klassischen Schwarzmarkt handelt, findet man hier vorwiegend Cannabiskraut, aber auch (durch die Nähe zu Marokko und Co.) Haschisch, direkt von den Herstellerländern. Eine weitere interessante Tatsache ist, dass in Spanien ebenfalls das System der Cannabis Social Clubs vorhanden ist, und sich dadurch Erwachsene in einem Verein registrieren können, um gemeinsam Cannabis anzubauen und zu konsumieren. Der Konsum, Besitz

und Erwerb wird hier toleriert, da es im Rahmen einer staatlich überwachten Vereinigung geschieht, und so können durch ein Hintertürchen auch Ausländer zu legalem Cannabis kommen. Der Konsum ist hierbei in den Räumlichkeiten und den privaten Wohnräumen erlaubt. Jamaika In Jamaika sind seit ein paar Jahren der Konsum und der Besitz von bis zu 56 Gramm Marihuana legal. Man kann hier zwar nicht legal einkaufen, es ist jedoch nicht schwer, an ein paar Blüten zu kommen. Personen über 18 Jahren können also legal und entspannt konsumieren, solange sie sich nicht in der Öffentlichkeit aufhalten, da hier ein strenges Nichtrauchergesetz gilt. Vergehen gegen dieses Gesetz werden jedoch nur mit einem Bußgeld bestraft. Solange man sich also im gesetzlichen Rahmen bewegt, kann man ohne Sorgen konsumieren.

 N i ch t l eg a l , a b er st ra f rech t l i ch eg a l In den folgenden Ländern hat Cannabis eine besondere Stellung in der Gesellschaft. Obwohl es laut Gesetz illegal ist, sind geringe Mengen entweder erlaubt, oder von einer Strafverfolgung ausge-

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schlossen. Eigenbedarf und Konsum sind entkriminalisiert. Tschechien In Tschechien ist die Drogenpolitik noch einmal anders, als in den anderen Ländern, in denen Marihuana konsumiert werden kann, die bisher beschrieben wurden. Seit 2010 gibt es ein Gesetz, dass den Besitz von 10 Gramm Cannabis als Ordnungswidrigkeit ansieht, und mit einer Geldstrafe bestraft wird, nicht jedoch mit strafrechtlichen Konsequenzen einhergeht. Marihuana darf nun bis zu einer Trockenmasse von bis zu zehn Gramm, Haschisch bis zu fünf Gramm mitgeführt werden. Generell gilt: Auch hier ist Erwerb, Erzeugung, Besitz und Konsum illegal. Ausnahmen gibt es lediglich für

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den Eigenbedarf, für den eben die 10 Gramm gelten. Wer mehr bei sich hat, riskiert eine Freiheitsstrafe, doch wer unter der Grenzmenge bleibt (und ein bisschen Urlaubsgeld für eine etwaige Strafe über hat), der kann in Prag oder anderen Teilen der Tschechischen Republik konsumieren, ohne härtere Strafen zu fürchten. Portugal In dem Nachbarland von Spanien gilt seit 2001 ein sehr liberales Drogengesetz. Besitz und Konsum aller (!) illegalen Drogen wurden entkriminalisiert, was zu einer Reihe von positiven Konsequenzen geführt hat. Seit der Verabschiedung des neuen Gesetzes dürfen Personen zum Eigenbedarf eine gewisse Menge an Drogen bei sich haben. Die Regelung besagt, dass Erwachsene


die mit Cannabis in einer Menge, „die den Bedarf eines durchschnittlichen Nutzers für zehn Tage nicht überschreiten“ bei sich haben, keine strafrechtlichen Konsequenzen zu fürchten haben, sondern nur ein Bußgeld oder eventuell eine gesundheitsbezogene Behandlung in Kauf nehmen müssen. Die tägliche Eigenbedarfsmenge wird im Gesetz mit 2,5 Gramm für Cannabisblüten bzw. 0,5 Gramm für Haschisch festgesetzt, was insgesamt eine Menge von 25 Gramm Cannabis oder 5 Gramm Hasch als Eigenbedarf erlaubt. Der Konsum wird also nicht strafrechtlich verfolgt. Dennoch sollte man, wie sonst auch in den anderen legalen und de facto legalen Ländern auf den Konsum in der Öffentlichkeit verzichten. Kanada Seit 2003 kann man in Kanada Marihuana auf Rezept von einem Arzt verschrieben bekommen. Cannabis zum Freizeitgebrauch ist leider auch hier noch immer illegal, obwohl die derzeitige Regierung mit Cannabis Wahlkampf geführt hat und versprach, bis Frühling 2017 ein neues Gesetz auszuarbeiten, welches Cannabis komplett legalisieren würde. Der Konsum ist also auch dort eine Straftat, auch wenn es nicht so ein schlimmes Vergehen ist, wie beispielsweise in Europa. Auch in diesem Land bleibt man jedoch, wenn man mit weniger als einer Unze (ca. 28 Gramm) erwischt wird, straffrei, da die Polizei der Verfolgung von Konsumenten keine Priorität zuschreibt.

Peru In Peru gibt es ein strenges Suchtmittelgesetz, welches Verkauf, Anbau und Verarbeitung von Cannabis mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft. Konsum und Besitz für den Eigenbedarf sind jedoch auch hier entkriminalisiert, außer natürlich an öffentlichen Plätzen. Die Grenzmenge für den Eigenbedarf liegt hier bei 8 Gramm. Ecuador In Ecuador ist die Situation sehr ähnlich wie in Peru. Auch hier werden Anbau, Verarbeitung und Verkauf hart bestraft. Der Besitz einer Menge von bis zu 10 Gramm für den Eigenbedarf ist jedoch auch hier entkriminalisiert und wird daher nur mit einem Bußgeld bestraft. Wer also an Cannabis gelangt, der darf es konsumieren, solange beim Besitz die Grenzmenge nicht überschritten wird. Kambodscha Kambodscha kann ebenfalls als Ort, an dem quasi legal Cannabis konsumiert werden kann, genannt werden. Obwohl der Besitz, Verkauf und Konsum auch hier verboten sind, hat die örtliche Polizei kein wirkliches Interesse daran, dieses Verbot auch durchzusetzen, und so ist, ähnlich wie in den Niederlanden, der Konsum und Besitz hier meist nicht mit rechtlichen Konsequenzen verbunden. Die Hanfpflanze ist in Kambodscha eine uralte Kulturpflanze, die seit vielen Jahrhunderten beim Kochen verwendet wird, weswegen sie nie richtig zur Ka-

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tegorie der „Drogen“ gehörte. Wer mit Cannabis erwischt wird, der entgeht meistens einer Strafe durch das Zahlen eines Bußgeldes (bzw. das Bestechen eines Polizisten) und so ist Kambodscha seit Jahren als „Paradies“ für Kiffer bekannt. Durch die quasi-legale Situation gibt es in etlichen Restaurants außerdem die berüchtigten „Happy-Pizzas“ zu kaufen, die mit einer speziellen Zutat verfeinert sind. Es handelt sich hierbei um normale Pizzas, die mit Cannabiskraut verfeinert wurden und den glücklichen Genießer in eine besonders gute Laune versetzen können. Auch hier gilt: Geringe Mengen zum Eigen-

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bedarf sind (quasi) erlaubt, genau wie der Konsum, doch trotzdem sollte man das Konsumieren in der Öffentlichkeit vermeiden. Israel Zu guter Letzt soll auch noch ein Land aufgezählt werden, in dem momentan noch (!) kein Konsum möglich ist, in dem Cannabis aber ein sehr hoher Stellenwert in der Gesellschaft zugeschrieben wird. In Sachen Cannabis als Medizin hat Israel weltweit eine Vorreiterrolle, doch der Freizeitkonsum ist leider auch hier noch immer illegal. Daher


ist in Israel der Konsum von Cannabis illegal, es sei denn, man gehört zu den Personen, die eine medizinische Marihuanakarte haben. Für Menschen mit einem solchen Pass ist es erlaubt, Cannabis zu konsumieren. In den, dafür speziell eingerichteten, Cannabisapotheken kann Marihuana als Kraut oder Hasch gekauft werden und danach in den eigenen 4 Wänden konsumiert werden. Derzeit ist außerdem ein Gesetzesentwurf auf dem Weg, der den persönlichen Konsum (auch für den Freizeitgebrauch und in der Öffentlichkeit) entkriminalisieren würde. Man wird sehen, ob daraus etwas wird. Schweiz Seit 2013 wird der Cannabiskonsum von Erwachsenen mit einem Bußgeld bestraft und das in der gesamten Schweiz. Wer mit weniger als 10 Gramm erwischt wird, zahlt in den meisten Fällen nur noch 100 Schweizer Franken Strafe. Diese Auffälligkeiten werden nicht mehr strafrechtlich verfolgt. Das gilt jedoch nur, wenn man über 18 ist, den Jugendschutz nicht gefährdet und sich anderweitig nicht strafbar macht. THC arme Cannabis Blüten und Produkte sind in der Schweiz grundsätzlich legal und können unbedenklich konsumiert werden, wenn sie maximal 1 % THC beinhalten.

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Artikel auf Deutsch: ď‚Ź www.hanf-magazin.com/sa1

Expanding Hemp Within Limits von Steve Allin

It is 30 years since the famous book “The Emperor Wears No Clothes� by Herer was first published and in the intervening years there has grown a worldwide desire to make the promises of the information contained in this groundbreaking work to be made a reality. Industrial production of many thousands of hectares is currently being realized in countries such as Canada with food production, China with textiles and in France and Holland with fibres for bio-composites for the automotive industry but elsewhere production is on a smaller scale although the aim is for large scale production and markets in the future. As many will know we can obtain many materials from this one plant and indeed it is this aspect which has helped the potential of hemp to be broadcast far and wide. With any Hemp production, industrial or not, there will be 3 or 4 products to

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sell if all the processing is put in place and indeed this is the only way to make the activity profitable in an economic sense. However modern farming crop systems usually only cope with one product or material and this is usually food for mankind or the animals that supply a part of our diet. Or a crop may have a single product such as logs of timber or fibres in the case of cotton or flax. The many possibilities of a hemp crop complicates the choices farmers or entrepreneurs have to make to invest in the different equipment to capitalise on the potential of the materials they produce. We, as a society, have become used to obtaining many of the materials used to produce our clothing, transportation or other domestic products from mineral sources. The extraction or manufacture of metals or plastics does not rely on good weather for growth or harvest, as long as the supply is there in the ground it is only a case of digging or


drilling the hole deeper to increase supply. If we are to replace those ultimately limited resources such as fossil fuels or ores with those produced on an annual basis from agriculture we need to alter many of our processes to accommodate this return to natural materials. This will require serious investment in both new machinery and processes and the research to develop improvements and new technology. Although many mechanical processes of manufacture will be similar, the move towards synthetic feedstocks such as fibres for yarns and other reinforcing fibres has created a situation where speed of processing has relied on exact parameters of the materials used. It is far easier to alter slightly the specifications of a machine spewing out synthetic fibres such as Carbon and Mineral wool or Nylon,

Lycra or Kevlar than it is to adjust to the variations of size, texture or purity of a bale of natural fibres such as Hemp. There are several materials that could be made from hemp that have not yet been realized in a commercial sense. Paper and Boards are two that come to mind from the pallet described by Jack Herer and others such as Chris Conrad and John Roulac. Both these products have been difficult to bring to market due to the low cost of the feedstocks used at present which include recycled materials such as paper and clothing waste in the case of paper and timber for both. It can be argued that using recycled materials is a very good idea and in fact paper has often been made from such stuff for centuries but there is still a large percentage of timber used

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in these mills. Particle boards such as chipboard, Orientated Strand Boards (OSB) or Medium Density Fibre boards (MDF) all use wood fibres but there are several problems with these products. The first is the glues used to bind them together, being in some cases identified as emitting formaldehyde or other VOC’s or producing dangerous dust when being cut, during use. The other problem is the scale that such factories now operate on. With little regard for natural limits they expect to devour a million tonnes of ‘pulpwood’ a year. If the future growth predicted by the management of such companies is to be achieved there will be a tremendous strain put on our already threatened forests, even those already planted for that purpose. Remember it takes at least 20 years to grow a crop of such trees and any expansion will have to take that into account. To enter the market for products such as Particle Board made with annually renewable hemp there will have to be a focus on creating the local supply for a factory within a reasonable distance for transporting the straw or, if there already exists a decortication plant, the separated hurds.At present I am working on a plan that would consume 5,000 hectares of hemp production and produce complete houses prefabricated using Hemp boards, ready for assembly on site. This would be on the scale to suit a more community orientated approach to economics where the surrounding agricultural community can be part of an industrial enter-

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prise that provides jobs and important inward flow of money from the sales of Hemp homes outside the community indeed initially outside the country as well. Up until recently when talking about hemp we often used the term Industrial Hemp. This would suggest that the crop has only large scale industrial applications and though it does indeed have that potential there are other scales of establishing the production of this crop that have relevance today. As we can all see we live in “interesting times” and the move to protecting employment for the indigenous workers in many regions of Europe and the USA in particular makes a lot of sense when seen in comparison to the dive to the bottom of wage levels and worker’s rights as a result of globalization. Other considerations such as climate change can also be addressed with the use of hemp especially when used as a construction material. When I first started getting involved with the production of Hemp and was already convinced of the value of using it as a building material I soon realized that if the more valuable components of the plant such as fibre or seed where to be grown there was inevitably a large quantity of the wood chips remaining and that it would be essential to expand the market for this use to enable the economically viable expansion of the other materials. So how can hemp help with climate change? Well first any expansion to the growing of hemp as a crop adds to the amount of CO2 we


sequester (Hemp stores 1.8 tonnes of C02 per tonne of dry material harvested) when incorporated in the carbon footprint of hempcrete produces a carbon negative building material storing over 100 kgs CO2 per cubic meter. If this is added to the ability of Hempcrete to provide an envelope of healthy comfort in both cold or hot climates which greatly reduces the energy consumed for heating or cooling we are winning both emissions wise and monetarily. It is easily possible to build a long lasting, economic, healthy home using either Hempcrete or Hemp fibre insulation materials which could provide a very real solution to both the need to house our growing populations and reduce our demands for energy. Politicians take note! Now that word REDUCE doesn’t sit well with our friends in the Banking sector as they rely completely on the ‘growth paradigm’ but becoming

far more efficient with our energy reserves we’ll have to be part of the solution to our future plans as businesses, families or nations and a local supply of hemp for building could certainly help with that. Of course lately the extraction of CBD and other Cannabinoids from hemp crops has been proposed as other products possible to create income from and there have been some examples of large scale extraction from the leaf matter harvested from Industrial crops however the parallel move to legalize ‘Medical Cannabis’ has made it more likely that intensive production from indoor or greenhouse production is more likely to be able to feed this market. These home grown Cannabinoid medicines will also have a positive effect on our communities with improved health and local production again ‘reducing’ our reliance on expensive Pharmaceutical medicines.

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LITERATUR FÜR HÄNFLINGE UND CANNABISLIEBHABER von Markus Berger

DIE WIEDERENTDECKUNG DER NUTZPFLANZE HANF MATHIAS BRÖCKERS, JACK HERER, KATALYSE

Dieses Buch muss der Hanfliebhaber kennen. Es basiert auf der Broschüre „The Emperor wears no Clothes" des US-amerikanischen Cannabisaktivisten Jack Herer (1939-2010). Der bekannte Bestsellerautor Mathias Bröckers hat daraus ein Standardwerk gemacht, das alle Aspekte dieser Rausch-, Ritual-, Medizinal-, Nutz- und Faserpflanze Hanf beleuchtet und die Hintergründe des Cannabisverbots erhellt. Das hat mit Vernunft und dem Schutz der Menschen nämlich so gar nichts zu tun. Besonderer Lesetipp ist der ins Buch eingebaute Reprint der „Lustigen Hanffibel" von 1942, die Landwirten auf unterhaltsame und in Reime gegossene Weise nahebringt, wie man die Kultur- und Nutzpflanze Cannabis sativa anbaut, pflegt und wirtschaftlich nutzbringend verwertet.

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ENZYKLOPÄDIE DER CANNABISZUCHT MIKE MOD

Bücher übers Growing von Cannabis gibt es wie Sand am Meer. Werke zur tatsächlichen Zucht, also zur Hybridisierung, Kreuzung und Kreation von neuen Hanfpflanzenstrains, sind jedoch extrem rar. Die Enzyklopädie der Cannabiszucht ist das einzige Buch, das zu diesem Thema in deutscher Sprache auf dem Markt erhältlich ist. Der Autor – selbst ehemaliger Cannabiszüchter und Inhaber einer Hanfsamenbank – erläutert auf mehr als 390 Seiten, wie man vorgehen muss, um neue Sorten aus bereits bestehenden Cannabishybriden zu produzieren. Wie werden männliche und weibliche Pflanzen selektiert? Was hat es mit den genetischen Grundlagen der Cannabispflanzen auf sich? Und wie lange dauert es, seine eigenen Samen herzustellen? Das alles und vieles mehr wird in diesem Band erläutert und praxisrelevant dargestellt.

CANNABIS UND CANNABINOIDE: PHARMAKOLOGIE, TOXIKOLOGIE UND THERAPEUTISCHES POTENTIAL FRANJO GROTENHERMEN

Dr. Franjo Grotenhermen ist Mediziner und der in Deutschland führende Experte für Cannabis- und Cannabinoidmedizin. Der Autor vieler Bücher und Fachartikel zum Thema legte schon vor über zehn Jahren mit diesem über 500 Seiten starken Band eine Bestandsaufnahme der Medikation und Behandlung diverser Krankheiten mit Cannabis und Cannabispräparaten vor. Letztlich sind alle Werke Grotenhermens empfehlenswert – der Fachmann bringt im Grunde jährlich einen Packen neuer Bücher heraus, zuletzt im Nachtschatten Verlag und in der wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft. Jetzt, wo Cannabis in Deutschland als Medikament legalisiert worden ist, kann das Wissen um die Verwendung dieser hilfreichen Medizin gar nicht weit genug gestreut werden. Tipp für alle Betroffenen!

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DER HASCHISCH ESSER FITZ HUGH LUDLOW

Dieser Band ist ein echter Klassiker der berauschten Hanfliteratur. Der britische Schriftsteller Fitz Hugh Ludlow hatte das Buch 1857 mit gerade mal 19 Jahren herausgebracht und schon damals mit dem Inhalt polarisiert: Ludlow war, der Titel verrät es, ein Experimentator mit oral appliziertem Haschisch. Was er mit der Substanz an Rauscherfahrung sammelte und in diesem Buch auf poetische Weise verarbeitete, erinnert jedoch eher an psychedelische Erfahrungsrealitäten als an die typische Cannabiswirkung. Ludlows Erlebnisse kann man sich als „normaler" Hanfraucher von heute gemeinhin so gar nicht vorstellen. Der Haschisch Esser war 1981 im Schweizer Sphinx Verlag und 2001 im Nachtschatten Verlag als Reprint erschienen, ist heute aber nur noch antiquarisch erhältlich. Es lohnt sich, das Buch auf dem SecondHand-Markt zu beschaffen. HANF: BOTANIK, ANBAU, VERMEHRUNG, ZÜCHTUNG ROBERT CONNELL CLARKE

Dieser großformatige Hardcoverband des US-amerikanischen Botanikers und Cannabisforschers Robert Connell Clarke ist legendär und hat Generationen von Hanfliebhabern mit wertvollem Hintergrundwissen über Cannabis versorgt. Der Klassiker beschreibt auf 240 Seiten alles Wissenswerte rund um die verschiedenen Cannabispflanzen, deren Botanik, Geschichte, Anbau, Vermehrung, Pflege, Ökologie und Kreuzung. Darüber hinaus liefert Clarke weitreichende Informationen über die verschiedenen Cannabinoide, deren Wirkungen und mögliche Anwendung. Ein Überblick über die bekanntesten und einflussreichsten Sorten rundet das zurzeit antiquarische Werk ab. Eine aktualisierte Neuauflage dieses viel beachteten Buchs wäre wünschenswert – gerade in der heutigen Zeit, wo Cannabis immer gesellschaftsfähiger wird.

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KIFFEN UND KRIMINALITÄT ANDREAS MÜLLER

Wenn ein Jurist, der als „härtester Jugendrichter Deutschlands" bezeichnet wird, ein Buch herausbringt, das sich für die Legalisierung der Cannabispflanze und ihrer Produkte starkmacht, dann sollte das dem gesellschaftlichen Mainstream zu denken geben. Andreas Müller, Jugendrichter am Amtsgericht Bernau bei Berlin setzt sich nicht erst seit Erscheinen seines Werks „Kiffen und Kriminalität" für eine Hanffreigabe ein. Er fordert ein Umdenken in der Drogenpolitik und ist der Ansicht, dass Cannabiskonsumenten alles andere als Straftäter sind – und entsprechend schlichtweg nicht ins Gefängnis gehören. Zudem räumt Müller u. a. mit dem Mythos von der Einstiegsdroge Cannabis auf. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und der derzeitigen heißen Diskussion um den Hanf gute Argumente gegen die Prohibition an die Hand gibt. HIGHWAY MAGAZIN WWW.HIGHWAY-MAGAZIN.DE

Dieses Magazin für Hanfpuristen erscheint seit 2016 alle zwei Monate und wird im deutschsprachigen Raum über den Pressehandel vertrieben. Dem Herausgeberteam ist es wichtig, keine Artikel über andere Drogen als Cannabis zu publizieren, um zunächst dessen Legalisierung voranzutreiben. Überdies haben die Macher des Highway Magazins bekannte Autoren des ehemaligen norddeutschen Kultmagazins Hanfblatt als Freelancer verpflichtet, so z. B. Jörg auf dem Hövel und Achim Zubke (bekannt unter seinem Kürzel az). Dass diese Schreiber für hochwertigen Cannabis-Journalismus stehen, wissen alle Hanfblatt-Leser – die Rezipienten des Highway Magazins erfahren es zurzeit. Inhaltlich geht es um alles, was den Hänfling interessiert: um Cannabiskultur und -growing, um die diversen Strains, um die gesellschaftliche Akzeptanz und den medizinischen Nutzen des Hanfs.

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IN.FUSED INFUSED.SENS-MEDIA.COM

Ein neues Magazin, das ab Anfang Mai im zweimonatigen Turnus an den Kiosken des deutschsprachigen Raums erscheinen wird, ist in.fused aus dem Hause Sens Media. Chefredakteurin Janika Takats (ehemals verantwortliche Redakteurin des Hanf Journals) betont, dass das Heft auf ein Publikum „in der Mitte der Gesellschaft" zugeschnitten sein wird, also eben kein weiteres reines Kiffermagazin darstellen soll. Deshalb wird es voraussichtlich auch nicht in Head- und Growshops angeboten, sondern ausschließlich über den Pressehandel. In der Debütausgabe wird es um Cannabis im Allgemeinen, um Growing in Kanada und um das mitunter schwere Leben von Cannabispatienten gehen.

Wir stehen auf Langzeitwirkung! Lucy’s Rausch – das Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur. Schwerpunktthemen: Cannabis · Psychedelische Kunst · Safer-Party · Ethnobotanik Mit Artikeln zu diesen Themen: Jeremy Narby: Zur Geschichte des Schamanismus • Rapé Schamanische Snuffs • Torsten Passie über den Künstler Harry C. Kane • Mathias Bröckers: Die Opium-Moderne • Cannabis: alte Landrassen • Traumpflanzen growen • Der Drogenpolitiker Frank Tempel im Gespräch • Meskalinforschung, u.v.m.

ab Mai lieferbar!

sämtliche bisherige Ausgaben sind noch lieferbar - interessante Abo-Angebote!

www.lucys-magazin.com 4 Kapitel

www.nachtschatten.ch/symposium info@nachtschatten.ch Tel 0041 (0)32 621 89 49 Vorverkauf ab 1. März bis 31. Mai

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Im Magazin blättern:issuu.com/nachtschatten

Nr.4 / Herbst 2016

Infos und Anmeldung

Drug, Set und Setting - Alex Bücheli dem LSD-Entdecker

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Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur

Ayahuasca Entheogen, Heilmittel und Lebenshilfe HR Giger – -Das grosse Interview Die Kunst –des Luke im Brown - Claudia Müller-Ebeling Besuch Val-de-Travers Absinthe Tanzkultur und Transformation - Roberdo Raval – Falsche Perspektiven Legal Highs Sasha Shulgin Pate des MDMA der Welt – oder -die Verbesserung El Pepe Akasha Hofmann Project im–Interview Ein Gespräch mit Albert Drug, Set und Setting - Alex Bücheli dem LSD-Entdecker

H A n F + K u n S T + PA R T y + E T H n o B o TA n I K

Podiumsgespräche Kino, Ausstellungen Specials, Party

Ayahuasca Entheogen, Heilmittel und Lebenshilfe HR Giger – -Das grosse Interview Die Kunst –des Luke im Brown - Claudia Müller-Ebeling Besuch Val-de-Travers Absinthe Tanzkultur und Transformation - Roberdo Raval – Falsche Perspektiven Legal Highs Sasha Shulgin Pate des MDMA der Welt – oder -die Verbesserung El Pepe Akasha Project im–Interview Ein Gespräch mit Albert Hofmann

H A N F + K U N S T + PA R T Y + E T H N O B O TA N I K

Rahmenprogramm

Nullnummer / Frühjahr 2014 / CHF 12.50 / EUR 10.–

HR Giger, Luke Brown, Fred Weidmann, Gerhard Seyfried Steve Stoned, Nana Nauwald, Akasha Project

Progressive Psytrance Roberdo Raval dem LSD-Entdecker

H A N F + K U N S T + PA R T Y + E T H N O B O TA N I K

Diverse Künstler

Vorträge, Seminare, Workshops

Die Kröte –und Jaguar Ralph Metzner HR Giger Das der grosse Interview Holotropes Atmenim Stanislav Grof et al. Val-de-Travers Absinthe – Besuch Timothy Leary in Harvard Mathias Bröckers – Falsche Perspektiven Legal Highs Kunst: / Gerhardder Seyfried oder Nauwald die Verbesserung Welt El Pepe –Nana Ein neuer Psilocybin-Pilz Jochenmit Gartz – Ein Gespräch Albert Hofmann

Kapitel

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Steve Stoned im Gespräch Auf dem Peyote-Weg

Albert Hofmann – Ein Gespräch mit

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Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur

Cannabis als Medizin/Dabbing

Legal Highs – Falsche Perspektiven

Zu den spannenden Themen Nachtschattengewächse, Schamanische Kraftpflanzen Hanf, Pilze, LSD, Ayahuasca, Kakteen, Drogenmischkonsum, Partyfood Psycholytische Therapie, Holotropes Atmen, Alchemistische Divination

Kapitel

Nr. 4 / Herbst 2015 / CHF 18.50 / € (D) 14.80 / € (A) 15.30

Absinthe – Besuch im Val-de-Travers El Pepe – oder die Verbesserung der Welt dem LSD-Entdecker

Stanislav Grof, Ralph Metzner, Wolf-Dieter Storl, Christian Rätsch, Claudia Müller-Ebeling, Markus Berger, Alexander Ochse, Wolfgang Bauer, Jochen Gartz Arno Adelaars, Mathias Bröckers, Patrizia Ochsner, Hans Cousto, Tina Loosli Daniel Trachsel, Wolfgang Sterneck, Samuel Widmer, Claudia Möckel, Klaus John Theo Pütz, Mike MoD, Matthias Diesch

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Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur

Mit folgenden Autoren

DMT und 5-MeO-DMT

Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur

Symposium, 4. – 7. September 2014, Solothurn (CH)

Ralph Metzner

HR Giger – Das grosse Interview

Nr. 3/ Herbst 2015 / CHF 18.50 / € (D) 14.80 / € (A) 15.30

Jahre Nachtschatten Verlag

Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur

Nr. 2 / Herbst 2015 / CHF 18.50 / € (D) 14.80 / € (A) 15.30

Nullnummer / Frühjahr 2014 / CHF 12.50 / EUR 10.–

Lucy‘s Nummer 5 ISBN 978-3-03788-405-8 112 Seiten Format 20x26,5 cm Hochglanzmagazin Fr. 18.50 / € 14.80

Kapitel

21.02.14 10:05

Lucy’s Null Nr

Lucy’s Nr. 1

Nachtschatten Verlag AG

Lucy’s Nr. 2

Kronengasse 11 CH-4500 Solothurn

Lucy’s Nr. 3

Lucy’s Nr. 4

www.nachtschattenverlag.ch info@nachtschatten.ch


CANNABIS GEGEN DIE GKV Die Auseinandersetzung um Cannabis als Medizin geht in die 2. Runde von Dr. jur. Oliver Tolmein Kanzlei Menschen und Rechte, Hamburg

Seit 10. März diesen Jahres müssen die Gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten für eine vom Arzt verordnete Behandlung mit Cannabis übernehmen: nach langen Jahren Streit ein bemerkenswertes Ergebnis. Die Entkriminalisierung von Cannabis als Medizin ist zwar auch in Deutschland, wie in einigen anderen Ländern schon seit Jahren durchgesetzt, dass ein Sozialversicherungssystem die Kosten der Behandlung vollständig übernimmt, ist aber eine Besonderheit – vor allem weil nicht nur Arzneimittel auf Basis von Cannabis, sondern auch die standarisiert erzeugten Cannabisblüten selbst finanziert werden müssen. Der Wortlaut der gesetzlichen Vorschrift ist eindeutig: „Versicherte mit schwerwiegenden Erkrankungen haben Anspruch auf Versorgung mit Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten in standardisierter Qualität und auf Versorgung mit Arzneimitteln mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon.“ Getrocknete Blüten in standardisierter Qualität werden vom Gesetz also gleich behandelt, wie Extrakte oder Fertigarzneimittel. In welcher Form Cannabis zum Einsatz bei Patientinnen oder Patienten kommt, ist damit Sache der verordnenden Ärzte, nicht Sache der Krankenkasse. Zwar Bedarf die Leistung bei der ersten Verordnung der Genehmigung der Krankenkasse, diese darf aber, so sieht es das Gesetz ausdrücklich vor, „nur

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in begründeten Ausnahmefällen“ die Genehmigung ablehnen. Die Regel ist also, dass sie die ärztliche Verordnung genehmigen muss. Außerdem hat die Krankenkasse gesetzlich bestimmte Fristen streng einhalten: Wenn Cannabis von einem Patienten benötigt wird, der spezialisierte ambulante Palliativversorgung erhält, hat die Krankenkasse innerhalb von drei Tagen zu entscheiden, im Regelfall hat sie dafür drei Wochen Zeit oder, wenn Sie den MDK um eine Stellungnahme bittet, fünf Wochen – werden diese Fristen ohne guten Grund, der den Versicherten auch mitgeteilt werden muss, überschritten, gilt die Leistung als genehmigt und die Patienten. Es war noch nach der Sachverständigenanhörung im Deutschen Bundestag, in der die Krankenkassen nachdrücklich gegen jede Möglichkeit getrocknete Cannabisblüten zu therapeutischen Zwecken einsetzen zu können Stellung bezogen hatten, mit Bedacht patientenfreundlich ausgestaltet worden, um zu verhindern dass die Krankenkassen und der MDK die Regelung in der Praxis unterlaufen. Nur so meinte der Gesetzgeber zu Recht, verhindern zu können, dass immer mehr Patienten Cannabis für medizinische Zwecke selbst anbauen dürfen, wie es das Bundesverwaltungsgericht im Frühjahr 2016 in einer Einzelfallentscheidung für einen Patienten genehmigt hatte. Das Bundesverwaltungsgericht hatte in der Entscheidung einem Patienten, der sich seit 16 Jahren im Rechtsstreit mit den Bundesbehörden

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und Staatsanwaltschaften befand, ausgehend von den gerichtlichen Feststellungen, zuerkannt, dass er auf die Behandlung mit Cannabisblüten zur Linderung seiner Beschwerden angewiesen ist und dass die erforderliche Sicherheit des Anbaus, sowie die Kontrolle des Betäubungsmittelverkehrs geleistet sei. Daraus hatte es dann geschlossen, dass es unverhältnismäßig wäre, ihm die Selbsthilfe durch Eigenanbau zu verwehren (BVerwG vom 6. April 2016, 3 C 10/14). Es ist wichtig, sich diesen Hintergrund des neuen Gesetzes zu vergegenwärtigen, das sicherstellen soll, dass Patienten wie dieser ihre erforderliche Medizin nicht selbst durch Eigenanbau herstellen müssen, sondern von den Krankenkassen mithilfe der neu eingerichteten Cannabisagentur als Sachleistung beanspruchen können. Denn die Krankenkassen signalisieren derzeit deutlich, dass sie beabsichtigen den Rechtsanspruch ihrer Versicherten ins Leere laufen zu lassen. Das ist an sich nichts Neues: Auch in der Vergangenheit haben die Krankenkassen bei den ohnehin schon seltenen Gelegenheiten, die Versicherten neue oder bessere Leistungsansprüche sichern sollten, gegengesteuert. Ein besonders dramatisches Beispiel ist der zum 1. April 2007 in Kraft getretene Anspruch auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung, der schwerstkranken Menschen kurz vor der oder in der Sterbephase bei einem besonderen Be-


darf helfen sollte. Der Gesetzgeber war hier von einem anfänglichen Volumen von 390 Millionen Euro ausgegangen, der wachsen sollte, wenn die Versorgungsstrukturen in vollem Umfang ausgebaut sein würden. Die Krankenkassen ließen sich mit den Vertragsverhandlungen Zeit und schafften es so, bis heute deutlich unter dem angepeilten Betrag für die erste Phase zu bleiben: ein kostenbewusstes Vorgehen, dessen Preis die Kranken zahlen. Im aktuellsten vollständig erfassten Jahr, 2015, sind lediglich 267 Millionen Euro geflossen. Immer noch, zehn Jahre nach Inkrafttreten des gesetzlichen Anspruches gibt es Regionen, die nahezu unversorgt sind. Immerhin: Die Krankenkassen opponierten damals nicht offen gegen den Versorgungsanspruch. Das geschieht aber heute. Trotz der eindeutigen gesetzlichen Vorgabe beharren sie darauf, dass insbesondere die Versorgung mit Cannabisblüten nicht sichergestellt werden

soll: „Für den dauer- und regelhaften Leistungsanspruch fehlt der Nachweis der Wirksamkeit.“ Auf einer Tagung der „Sozialmedizinischen Expertengruppe 6“ des MDK, die für die Arzneimittelversorgung zuständig ist, und damit auch für Cannabis als Medizin, wurde am 16. März das Thema „Medizinisches Cannabis in der GKV“ erörtert. Dabei wurde von Geschäftsführer des MDK Westfalen-Lippe, der hier federführend war, erläutert, dass „trotz der vielen Änderungen im Gesetz, die auch noch kurzfristig eingepflegt wurden“, die MDK-Gemeinschaft bereits vorläufige Hinweise durch die Fachexperten der Sozialmedizinischen Expertengruppe 6 „Arzneimittelversorgung“ (SEG 6) erstellt habe, sodass eine fach- und sachgerechte Begutachtung seit dem ersten Tag des Inkrafttretens im MDK stattfinden könne. Eine der entscheidenden Änderung, die noch kurzfristig von den Abgeordneten ins Gesetz geschrieben wurde, war der Auftrag an die GKV, die

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Verordnung von Cannabis „nur in begründeten Ausnahmefällen“ nicht zu genehmigen. Wenn der MDK seine bislang nicht veröffentlichten „Hinweise“ zur Genehmigung ohne Berücksichtigung dieser Änderung in Umlauf gebracht hat, dürfte es hier zu scharfen Konflikten kommen, die gegebenenfalls in einstweiligen Anordnungsverfahren vor den Sozialgerichten ausgetragen werden müssen. Auch wenn die Sozialgerichte oftmals in Auseinandersetzungen zwischen Versicherten und Krankenkassen eher kassenfreundlich entscheiden, dürfte hier der Gesetzeswortlaut eine gute Basis dafür bieten, dass Patienten ihren Anspruch durchsetzen können. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie überhaupt eine Verordnung durch einen Kassenarzt erhalten: Auch in dieser Frage zeichnen sich allerdings Probleme ab. Denn auch die Ärzteschaft hat sich im Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens überwiegend kritisch zu der Möglichkeit getrocknete Cannabisblüten zu verordnen geäußert. Aufgrund der schlechten Studienlage und der wegen der strikten Prohibition in der Vergangenheit geringen Erfahrungen von Kassenärzten mit Cannabis sind hier vielfach starke Vorbehalte zu erwarten. Das entspricht auch den Erfahrungen, die Patienten seit Inkrafttreten des Gesetzes gemacht haben. Erschwerend kommt hinzu, dass der Präsident der Bundesapothekerkammer nachdrücklich vertreten hat, dass Cannabisblüten Ausgangsstoff für eine Rezeptur sind,

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aus dem Apotheker erst ein Arzneimittel herstellen und nicht selbst schon ein Fertigarzneimittel. Die Konsequenz ist 5 g Cannabisblüten, die als Fertigarzneimittel behandelt 68,61 € kosten, können als Rezepturarzneimittel bis zu 113,31 € Kosten – das Einzige was der Apotheker dafür tun muss, ist die Cannabisblüten zu zermahlen, zu sieben und zu portionieren. Begründet wird die Auffassung, dass der Apotheker die Cannabisblüten portionieren müsse mit der erforderlichen Therapiesicherheit, dabei hat sich in der Vergangenheit durch die Erfahrungen mit dem Eigenanbau gezeigt, dass sehr viele Patienten Cannabis nicht nur selbst anbauen, sondern selbstverständlich auch selbst portionieren können. Bei einem Bedarf, der bei nicht wenigen Patienten bei 100 Gramm (oder sogar mehr) im Monat liegen kann, ist die Preisdifferenz beachtlich: 1372 Euro für Cannabisblüten als eine Art Fertigarzneimittel zu 2266 EUR monatlich für Cannabisblüten als Ausgangsstoff für ein Rezepturarzneimittel. Diese erhöhten Kosten kommen aber nicht nur die Krankenkassen teuer zu stehen, sie belasten vor allem die Budgets der Kassenärzte erheblich und verringern damit deren ohnehin nicht allzu große Begeisterung für die neue Verordnungsmöglichkeit. Auch das kann für die Zukunft der medizinischen Anwendung von Cannabis nachteilige Folgen haben: Das neue Gesetz sieht vor, dass das BfArM zum Einsatz der verschriebenen Cannabismedikamente bis zum 31. März 2022


eine Begleiterhebung durchführt und zu einem Studienbericht zusammenfasst. Auf der Grundlage der dabei erhobenen Daten soll dann der Gemeinsame Bundesausschuss Richtlinien für die Leistungsgewährung von Cannabisblüten, - Extrakten und Dronabinol- bzw. Nabilonhaltigen Medikamenten verabschieden. Stimmberechtigte Mitglieder des G-BA sind Vertreter des GKV-Spitzenverbandes, der Deutschen Krankenhausgesellschaft, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (5:2:2:1). Die Patienten haben nur ein Mitberatungsrecht. Entwickeln sich die Verhältnisse so, wie es sich derzeit abzeichnet, könnte der G-BA den Einsatz THC-haltiger Medikamente, für die es eine gewisse Lobby in der Ärzteschaft und der Pharmaindustrie gibt, in eingeschränktem Maße empfehlen – für die Verschreibung von Cannabisblüten könnte es da-

gegen das totale oder zumindest fast vollständige Aus ergeben, wenn sich der derzeit so nachdrücklich bestrittene Zusatznutzen – möglicherweise auch wegen zu geringer Verordnungszahlen – nicht nachweisen ließe. Die Auseinandersetzung um Cannabis als Medizin ist also noch längst nicht beendet, sie geht möglicherweise gerade in eine schwierigere, fünf Jahre währende zweite Phase. Dabei könnte sich erweisen, dass die Hersteller von THC-haltigen Medikamenten und die Patienten, die gute Erfahrungen mit der Einnahme getrockneter Blüten gemacht haben, in unterschiedliche Richtungen gehen. Es geht in der Auseinandersetzung auch um den Konflikt zwischen einer Medizin, die auch das Erfahrungswissen ihrer Patienten stark berücksichtig, und einer Medizin, die vornehmlich auf statistisch nachweisbare Evidenzen setzt.

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Cannabis-Tourismus Teil 1 von Manuel Spindler

 Seit einigen Jahren tut sich wirklich etwas in Sachen Cannabislegalisierung und dadurch wird es nach und nach in immer mehr Ländern möglich, Cannabis-Tourismus zu betreiben. Sobald die legalen Rahmenbedingungen geschaffen sind, ist es möglich, in dem betroffenen Land eine ganze Industrie aufzuziehen, die natürlich auch den Tourismus nicht außen vor lässt. Im Folgenden werden einige der bereits besser entwickelten Destinationen aufgezählt und beschrieben. Bevor es mit dem Guide losgeht, muss jedoch zuerst der Begriff CannabisTourismus näher erklärt werden. Beim Cannabis-Tourismus gibt es zwei große Teilbereiche: den „Marihuanatourismus“, bei dem die Touristen in ein Land fahren, in dem es legales Cannabis zu kaufen gibt, um es dann vor Ort zu konsumieren, und den „Hanftourismus“, bei dem es eher um die Pflanze als um das Konsumieren derselben geht. In Teil 1 unserer Reihe wird auf den Marihuanatourismus eingegangen, Teil 2 (in der

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nächsten Ausgabe) widmet sich dem Hanftourismus. USA Seit 2014 ist Cannabis im Staat Colorado komplett legal. Seitdem wird Colorado als Hotspot für Cannabis-Tourismus jeglicher Art gefeiert, da sich dort eine blühende Industrie entwickelt hat, die maßgeblich für alle nachfolgenden Staaten ist, da dort die Regelungen und benutzten Netzwerkstrukturen übernommen wurden. In diesem Artikel wird deshalb Colorado als Beispiel genannt, es gibt jedoch auch in Washington und Oregon ähnliche Angebote. In den „legal states“, Colorado, Washington und Oregon, gibt es seit der Legalisierung für alle Erwachsenen über 21 Jahren die Möglichkeit, Cannabis in speziellen Abgabestellen, den sogenannten „Dispensaries“, zu erwerben. Zur Auswahl stehen Blüten, Konzentrate wie etwa hochpotentes Hasch oder Butan Hasch Öl (auch „Dabs“ genannt) und „Edibles“ (in Lebensmittel verarbeitetes Cannabis) und jeder Ausländer, der einen gültigen Reisepass vorzeigt,


darf pro Einkauf 7 Gramm Blüten erwerben. Generell kann man sagen, dass es in den USA zwei Arten von CannabisTourismus gibt: Einerseits den selbst geplanten Aufenthalt und diverse Paketangebote, bei denen Cannabis inkludiert ist, andererseits den „All inclusive Urlaub“, bei dem eine Tour oder Ähnliches gebucht wird. Der selbst geplante Aufenthalt ist die einfachste Art des Cannabis-Tourismus. Man bucht einen Flug nach Denver (Colorados Hauptstadt) und sucht nach der Ankunft in der Unterkunft die nächstgelegene Dispensary auf. Nach erfolgreichem Einkauf kann das erworbene Marihuana legal konsumiert werden, es muss jedoch beachtet werden, dass der Konsum nur

in privaten Räumen zugelassen ist. Bei der Wahl der Unterkunft muss man also aufpassen, dass Rauchen erlaubt ist oder zumindest der Konsum auf dem Grundstück geduldet wird. Hierfür gibt es bereits eigene Hotelketten, bei denen der Konsum explizit erlaubt ist. Diese können übers Internet bereits vor Start der Reise gebucht werden, sodass nach Ankunft alles entspannt abläuft. Wer keine passende Unterkunft findet, der kann seit 2016 auch auf Cannabis Social Lounges (Vereine, die Cannabiskonsum gestatten und Räumlichkeiten zur Verfügung stellen) ausweichen, um dort zu konsumieren. Seit ein paar Monaten ist außerdem der Konsum in Bars und Restaurants erlaubt, jedoch nicht innerhalb der Räumlichkeiten, sondern

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in speziell gekennzeichneten Raucherbereichen.

dem auch noch etwas mehr über die blühende Industrie erfahren wollen.

Bei dieser Art des Tourismus überwiegt der individuelle Aspekt der Reise, da alles selbst organisiert werden kann/ muss, und ist daher besonders für Personen geeignet, die bei der Reiseplanung gerne selbst mitbestimmen und sich viele Möglichkeiten offenhalten. Es gibt Dispensaries in vielen Städten, und so kann auch ein kleiner Roadtrip durch Colorado geplant werden, um möglichst viele unterschiedliche Geschäfte kennenzulernen, und dabei auch noch die Landschaft zu bestaunen. (Achtung: nach dem Konsum nicht mehr Autofahren und nie während dem Fahren rauchen!)

Fazit: Alles in allem sind besagte US Bundesstaaten am besten für Cannabis-Tourismus geeignet, weil man hier alle Cannabisprodukte legal kaufen und konsumieren kann und es speziell auf Tourismus ausgelegte Veranstaltungen gibt, bei denen bereits alles Notwendige inkludiert ist.

Wer gerne alles organisiert bekommt, der kann bereits vor der Reise ein Paket buchen, bei dem alle zum Konsum notwendigen Voraussetzungen bereits erfüllt sind. Ein perfektes Beispiel hierfür ist die das Angebot von „My 420 Tours“, einem Veranstalter von diversen Aktivitäten mit Cannabisbezug in Colorado und Washington. Das Angebot reicht von Dispensary-Touren über Konsumbusfahrten bis hin zu Kochkursen, und der Konsum steht hier klar im Vordergrund. Der Veranstalter stellt hier bereits zu Beginn der Tour Rauchwaren zur Verfügung, welche dann mit den anderen Teilnehmern genüsslich geraucht werden können. Diese Art des Tourismus ist besonders für Personen geeignet, die unter professioneller Aufsicht konsumieren wollen und außer-

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Spanien In Spanien gibt es nur eine Möglichkeit, legal Cannabis-Tourismus zu betreiben: die Cannabis Social Clubs (=CSC). Zuerst muss man sich online für einen passenden CSC in der Stadt, in die man reisen will, bewerben und den Mitgliedsbeitrag zahlen. Ein klassisches Beispiel für Cannabis-Tourismus in Spanien ist die Stadt Barcelona, da es hier viele CSC’s gibt, die auch Touristen aufnehmen. Wenn alles geklärt und bestätigt wurde, kann man nach Ankunft in der Stadt den gewählten Cannabis Social Club aufsuchen und bekommt dort seinen Mitgliedsausweis ausgestellt. Ab dann kann man im CSC Cannabisblüten und Hasch erwerben und innerhalb der Mauern des Vereins konsumieren. Durch den Konsum in einem Vereinslokal lernt man zwangsläufig andere Konsumenten kennen, und oft ergeben sich interessante Gespräche. Außerhalb der Vereinsräumlichkeiten kann man leider nicht konsumieren, da der Konsum in


der Öffentlichkeit auch in Spanien verboten ist, auch wenn dieses Gesetz oft gebrochen wird. Bei der Anmeldung zum CSC muss man jedoch eine spanische Wohnadresse angeben und darf daher als Mitglied des CSC’s auch dort konsumieren. Besonders zu empfehlen ist hier eine Privatwohnung, welche über Plattformen wie etwa Airbnb gebucht werden kann, da dort Probleme mit Hotelbetreibern oder Rauchverordnungen umgangen werden können. Fazit: Als Cannabistourist in Spanien muss man alles selbst planen, einen Cannabis Social Club anschreiben und einen Mitgliedsbeitrag in Höhe von etwa 25 Euro pro Jahr bezahlen, doch das Rauchen einer Cannabiszigarette oder Pfeife im Kreise von Gleichgesinnten macht den Anfangsaufwand wieder

wett. Gerade in Barcelona gibt es zudem auch einige CSC’s in Strandnähe, sodass man nach gemütlichem Konsum am Strand entspannen kann. Amsterdam Der Klassiker unter den CannabisTourismusorten seit jeher. Durch die Duldungspolitik der niederländischen Regierung ist es möglich, Cannabis in manchen Geschäften zu kaufen, ohne eine Strafe zu befürchten. Wegen dieses Umstandes und der Menge an Coffeeshops, die über ganz Holland verteilt sind, sind die Niederlande seit Langem schon der Hotspot, wenn es um Cannabis-Tourismus geht. Schon Jahrzehnte vor Colorado und Co war es hier möglich, Cannabis-Tourismus zu betreiben, und auch heute noch fahren jährlich

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Zehntausende Touristen nach Amsterdam und in andere Städte, um dort gemütlich einen Joint zu rauchen und dabei die Umgebung zu bestaunen. Es gibt hier keine Pauschalangebote, jedoch darf man in privaten Räumen und in den Coffeeshops, wie eben schon beschrieben, quasi legal einkaufen und sofort konsumieren. Der Konsum in der Öffentlichkeit ist zwar quasi an der Tagesordnung, aber dennoch laut Gesetz verboten. Nach Ankunft auf beispielsweise dem Flughafen Schiphol, Amsterdam, kann man also gemütlich mit dem Zug und der Straßenbahn in die City fahren, und es dauert nie lange, bis man den ersten Coffeeshop findet. In diesen Shops gibt es meistens Tee, Kaffee und auch kleine Snacks, und natürlich Cannabisblüten und Haschisch. Die Preise reichen hier von ca. 7 Euro bis 20 Euro

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pro Gramm und die Sortenauswahl ist von Shop zu Shop unterschiedlich.   Auch hier sei eine Privatwohnung à la Airbnb empfohlen, da dadurch das Rauchverbot, welches in vielen Hotels herrscht, umgangen werden kann. Fazit: der Klassiker unter den Cannabis-Tourismusdestinationen. Old, but Gold und auf jeden Fall einen Abstecher wert. Der Charme der Coffeeshops und des unbeschwerten Konsums neben einer Tasse Kaffee oder Tee ist etwas, das es sonst nirgends zu finden gibt. Jamaika In Jamaika ist die Situation bezüglich Cannabis der klassische Konflikt zwischen dem Gesetz und dem tatsächlich gelebten Recht. Obwohl der Verkauf ille-


gal ist, bekommt man in Jamaika ohne Probleme fast überall etwas angeboten. Der Besitz ist seit zwei Jahren legal und man darf bis zu 2 Unzen, was umgerechnet etwa 56 Gramm Cannabis sind, bei sich tragen. Der Konsum wurde ebenfalls legalisiert. Dadurch können alle über 18-Jährigen ohne Angst vor Strafverfolgung genüsslich konsumieren, jedoch nicht in der Öffentlichkeit, wobei bei einem Verstoß gegen dieses Gesetz „nur“ eine Geldstrafe droht. Im Bezug auf das Rauchverbot zeigt sich im Alltag jedoch oft, dass den Jamaikanern das Gesetz eher egal ist, und so sieht man oft jemanden der genüsslich auf den Straßen oder am Strand einen Joint raucht. Es gibt hier keine offiziellen Verkaufsstellen, wobei es vermutlich in den nächsten Jahren auch hierfür eine legale Lösung gibt. Im Rahmen eines neuen Wellnessprogramms soll Cannabis hier ganz gezielt verwendet und angeboten werden. Es gibt im Moment ein Pilotprojekt, bei dem Cannabisautomaten am Flughafen aufgestellt werden sollen, aus denen Touristen dann gemütlich eine Sorte ihrer Wahl bekommen können. Im Moment muss man noch auf andere Mittel, wie etwa Privatpersonen, die selbst anbauen (oder jemanden kennen, der das tut) zurückgreifen. Die Preise sind hier fantastisch, so zahlt man, je nach Verhandlungsgeschick und Sympathie für 10 Gramm gerade einmal 1015 Euro. Auch für Freunde der Pflanze ist Jamaika einen Besuch wert, da man hier riesige Hanfplantagen besichtigen

kann, und natürlich anschließend direkt von dem Besitzer einen Teil der Ernte kaufen kann. Fazit: Jamaica ist ein Traum: Strände, Sonne und Ganja. Außerdem ist es das Ursprungsland der Kifferkultur, wie man sie heute kennt und Reggaelegende Bob Marley hat in seiner Heimat Jamaika ebenfalls seine Spuren hinterlassen. Der Flug mag teuer sein, doch das Leben auf der Insel ist es nicht. Sobald man angekommen ist, kann man nach etwas passendem suchen, entspannt auf der Strandpromenade liegen, rauchen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Neben diesen Ländern gibt es auch noch zahlreiche andere Orte, in denen der Besitz von Cannabis zwar nicht legal, aber bis zu einer gewissen Menge zumindest entkriminalisiert ist. Das heißt: Hat man weniger als die besagte Menge dabei, dann bleibt man straffrei und muss nur ein Bußgeld zahlen, wenn man erwischt wird. Einige Beispiele für Orte wie diese sind zum Beispiel Kanada, Tschechien, Peru, Ecuador oder auch Portugal. Da man dort aber (wie auch hierzulande) auf illegale Quellen zurückgreifen muss, um sein Marihuana zu bekommen, wird hier nicht weiter auf diese Länder eingegangen. Interessierte Leser werden für mehr Informationen über besagte Länder auf den Artikel „Wo ist welche Art von Cannabiskonsum legal“ (ebenfalls in dieser Ausgabe) verwiesen.

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CANNABIS IN BIO-QUALITÄT Warum bio und worauf ist zu achten? von Alice Legit

Innerhalb der EU unterliegen Lebensmittel strengen Vorgaben und werden engmaschig auf ihre Belastung mit Schadstoffen, wie Pestiziden, kontrolliert. Selbiges gilt für andere, für den menschlichen Konsum gedachte Güter, wie etwa Tabak. Auch waschen die meisten Menschen ihr Gemüse, bevor sie es essen – wer weiß, wer das angefasst hat und was da für Spritzmittel drauf sind. Und auch die ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche nimmt beinahe europaweit zu, da die Nachfrage dermaßen hoch ist – im EU-Schnitt liegt der Anteil (2015) bei 6,2 %, im Biopionierland Österreich sogar bei über 20  %. Die Menschen greifen aus gesundheitlichen Gründen zu Biolebensmitteln, genauso spielen jedoch auch der Umweltschutz-, wie auch Tierschutzgedanke, sowie so-

ziale Aspekte, und nicht zuletzt der als besser empfundene Geschmack wichtige Rollen. Und auch im Bereich Biokosmetika steigt die Nachfrage, da sich die Menschen auch über ihre Haut keine chemischen Zusatzstoffe, Mikroplastik und Co aufnehmen möchten. Was diese Bereiche miteinander gemein haben? Sie sind alle legal. In Europa muss man im Allgemeinen nicht mit der Lebensmittelqualität vorliebnehmen, die man vorgesetzt bekommt, weil man froh sein kann, überhaupt etwas abzubekommen zu haben. Bekommt man nicht die Qualität, die man möchte, geht man eben in einen anderen Laden. Der Konsument hat die Macht – die Nachfrage bestimmt das Angebot.

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Bei THC-haltigem Cannabis ist das natürlich anders. Konsum ist in den meisten Ländern Europas illegal. Daher gibt es in diesem Bereich kaum jemanden, der sich für biologisches Cannabis starkmacht. Hinweis: Auch in jenen Ländern, in denen der Konsum entkriminalisiert wurde, ist Cannabis trotzdem noch illegal, es wird nur nicht gestraft. Nachvollziehbar, schließlich kämpft man ja erst einmal um die Legalisierung. Der Konsument hat jedoch den Nachteil, denn er muss im Allgemeinen nehmen, was er kriegen kann. Ganz abgesehen von jenen schwarzen Schafen, die aus Profitgier Streckmittel wie Zucker, Glasstaub, oder Haarspray auf das Cannabis auftragen, das sie verkaufen, ist jedoch häufig auf privat angebautes Gras häufig – aus schlichter Unwissenheit – mit Schadstoffen, wie Pestiziden belastet. Uns muss eines klar sein: Die Lunge nimmt im Allgemeinen wesentlich schneller nachhaltig Schaden, als der Magendarmtrakt, der zu diesem Zweck mit Magenschleimhaut und Magensäure ausgestattet ist.

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Es stellt sich also folgende Frage: Warum sind wir bereit, Stoffe direkt in unsere Lungen zu inhalieren, von denen nicht getestet ist, welche Reaktionsstoffe durch die Verbrennung entstehen, die wir aber gleichzeitig nicht auf unserem Essen haben möchten? Beim biologischen Cannabisanbau geht es also einerseits um den Gesundheitsaspekt, anderseits jedoch auch um die ökologischen Auswirkungen, die unser Handeln hat. Durch den Verzicht auf Pestizide, mineralische Düngemittel und künstliche Hormone (in Anwurzelungshilfen) z. B. trägt man zur Minimierung der Abwasserbelastung bei. Durch die Wahl eines Ökostromanbieters kann man den durch die Lampen produzierten CO2-Ausstoß von etwa 1,5  t auf 0,11  t reduzieren. Wie funktioniert also grundsätzlich der biologische Anbau von Cannabis? Da Cannabis illegal ist, gibt es natürlich auch nicht so etwas wie Biorichtlinien – es liegt an uns selber, zu entscheiden, wie weit wir in


Sachen Bio gehen wollen. Ich sehe die ökologische Betriebsweise als einen ganzheitlichen Ansatz. Mein Ziel ist es, durch die Herstellung der passenden Umweltbedingungen und gezielte Maßnahmensetzung die Pflanzen so kräftig, robust, und gesund zu halten, dass ich erst gar nicht in die Verlegenheit komme, mir über Pestizide Gedanken machen zu müssen. Das bedeutet in aller Kürze:  Die Pflanzen stehen in Erde, denn dies ist das natürliche Wachstumsmedium, in dem sich ein gesundes Bodenleben entwickeln kann, wodurch wiederum die Pflanze gestärkt wird.  Der Lichtdunkelheitsrhythmus in der Anlage entspricht dem natürlichen Tag-NachtRhythmus. Pflanzen reagieren auf den Stand von Sonne und Mond und passen ihren natürlichen Rhythmus daran an, unabhängig davon, ob sie gerade Licht bekommen, oder nicht. Entsprechen die beiden Rhythmen einander nicht (ist es also unter Tags dunkel und während der Nacht hell), bringt dies das biologische Gleichgewicht

der Pflanzen durcheinander und schwächt sie.  Es wird viel Zeit die optimale Anlagengestaltung gelegt. Gleichgültig, ob im Zelt, im Kasten, oder in einem ganzen Raum gearbeitet wird, gilt: Je besser Temperatur und Luftfeuchtigkeit steuerbar sind, und je einfacher alles sauber und vor allem trocken zu halten ist, desto weniger Probleme wird es mit Schädlingen geben.  Es wird ausschließlich biologischer und daher organischer Dünger verwendet. Dieser stellt die Nährstoffe – vor allem in Verbindung mit dem Anbaumedium Erde – in jener gut aufnehmbaren Form zur Verfügung, die Pflanzen auch in der Natur, in humusreichen Böden vorfinden.  Aus gesundheitlichen, wie auch aus ökologischen Gründen wird auf den Einsatz chemischer Pestizide vollkommen verzichtet. Je nachdem, wie "streng" man bio arbeitet, greift man im Fall der Fälle auf biologische Schädlingsbekämpfungsmittel oder auf natürliche

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Wahl der verwendeten Hilfsmittel ökologisch gestalten. Ich persönlich lege bei meiner Betriebsweise z. B. auch Dies sind meiner Einschätzung nach großen Wert auf alte Sorten. Diese sozusagen die Grundpfeiler, auf denen sind meiner Erfahrung nach besonders der biologische Cannabisanbau fußt. robust, und wenig stressempfindlich Sind diese nicht erfüllt, würde ich per- – auch auf diese Weise kann man den sönlich nicht, oder nur bedingt von Bio- vermeintlichen "Pestizidbedarf" gering cannabis sprechen. Natürlich sind den halten. Auch das Arbeiten nach den ökologischen Ansprüchen jedoch keine Mondrhythmen ist eine biologische Grenzen gesetzt: Man kann die Wahl Maßnahme, mit der man die Pflanzen des Stromanbieters, genauso wie die kräftigen, den Mitteleinsatz reduzieren,

Alternativen wie Nützlinge oder Aromatherapie zurück.

 TEXTVERWEISE: 1 Eurostat (2016): Zunahme der ökologischen Anbaufläche in der EU – Zwei Millionen Hektar mehr als 2010. [www.ec.europa. eu], http://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/7711503/5-25102016-BP-DE.pdf/41f94840-fd4c-4685-9801-338b9e3829ba [10.4.2017] 2 Hölscher, Jana; Institut für angewandte Sozialwissenschaft / Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (2016): Ökobarometer 2016. [www.bmel.de], http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/Oekobarometer2016.pdf?__blob=publicationFile [10.4.2017] 3 Verglichen wurde eine 600W Lampe, mit 12h Rhythmus, auf ein volles Jahr gerechnet

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und den Schädlingsdruck gering halten kann – natürlich ist es aber nicht Voraussetzung, um Bio-Cannabis zu produzieren.

Viele Wege führen also nach Rom; sie miteinander zu vergleichen ist jedoch manchmal schwer. Es kommt auf die Ansprüche an, die man an die Qualität seines Rauches stellt. Die Gesundheit,

wie auch die Umwelt, wird es einem jedenfalls danken.

In den folgenden Ausgaben finden Sie weitere Artikel zum Thema biologischer Cannabisanbau, mit Details zum Thema Anbauraum, Schädlingsbekämpfung und Co.

Bio-Grow Die gesammelten Inhalte finden Sie im Buch "BioGrow" von Alice Legit. erhältlich im Nachtschatten Verlag

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Wech se lw ir kungen vo n Canna b is und TH C m i t ande re n M e d ika m en ten von Dr. med. Franjo Grotenhermen

Cannabisprodukte wurden und werden von vielen Menschen zu therapeutischen Zwecken eingenommen, die häufig gleichzeitig auch andere Medikamente eingenommen haben oder einnehmen, ohne dass bisher starke unerwünschte Wechselwirkungen bekannt geworden wären. Allerdings können Cannabis und THC die Wirkungen einiger Medikamente verstärken oder abschwächen, sodass es sinnvoll ist, sich über solche Wechselwirkungen zu informieren.

  Wichtige Wechselwirkungen: Für eine Vielzahl der Wechselwirkungen von Cannabisprodukten mit anderen Medikamenten sind die Gründe für die gegenseitige Beeinflussung der Wirkungen bekannt. Häufig beruhen sie darauf, dass die anderen Medikamente oder Substanzen die gleichen Angriffspunkte im Körper aufweisen beziehungsweise einen ähnlichen Wirkungsmechanis-

mus besitzen. Außerdem können sie ihre Wirkungen gegenseitig beeinflussen, wenn sie auf ähnlichem Wege im Körper abgebaut werden. Die meisten Medikamente und auch Cannabis werden in der Leber abgebaut. Cannabis und THC können einige Wirkungen von Medikamenten verstärken oder auch vermindern. Umgekehrt können auch einige Medikamente bestimmte Wirkungen von Cannabisprodukten verstärken oder abschwächen. Es ist zudem möglich, dass nur bestimmte Wirkungen zunehmen und andere reduziert werden.

 Eine

Übersicht über die wichtigsten Wechselwirkungen mit Medikamenten:  ANTIDEPRESSIVA: Die zwei wichtigsten Gruppen von Antidepressiva sind die sogenannten trizyklischen Antidepressiva (Imipramin,

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Amitryptillin, etc.) und die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, von denen der erste und bekannteste Fluoxetin ist. THC kann die beruhigende Wirkung und auch die schmerzlindernde Wirkung von trizyklischen Antidepressiva verstärken.  BENZODIAZEPINE:

die Phenothiazine und die Serotonin-Antagonisten, die auch "Triptane" genannt werden. THC kann die Wirkung dieser Medikamente verstärken.  GLAUKOMMEDIKAMENTE: Glaukome beruhen auf einer Schädigung des Sehnervs, sodass sie zur Blindheit führen können. Die den Augeninnendruck senkenden Wirkungen von Cannabis und verschiedener Glaukommedikamente können sich gegenseitig verstärken.

Benzodiazepine wie beispielsweise Diazepam (Valium®) werden vor allem als Schlaf- und Beruhigungsmittel eingesetzt, aber auch als Antiepileptika. THC kann die antiepileptischen, sedierenden und andere Wirkungen von Benzodiaze-  OPIATE: pinen verstärken. THC und Opiate können sich gegenseitig in ihrer schmerzlindernden Wirkung  BETABLOCKER: verstärken. Dabei kann THC einer durch Betablocker hemmen im Körper die Wir- die Einnahme von Opiaten hervorgerufekung einer bestimmten Gruppe von Hor- nen Übelkeit entgegenwirken. monen, den Katecholaminen (Adrenalin, Noradrenalin), deren Ausschüttung zur Da bestimmte Medikamente gegen die Aktivierung des Sympathikus des vege- HIV-Infektion durch die gleichen Enzyme tativen Nervensystems führt und damit in der Leber wie THC abgebaut werden, beispielsweise den Blutdruck und die liegt es nahe, dass sich ihre WirkunHerzfrequenz steigert. Betablocker wer- gen gegenseitig beeinflussen. In einer den daher zur Behandlung eines hohen klinischen Untersuchung dieser FrageBlutdrucks und bei Herzbeschwerden stellung wurde jedoch kein Einfluss von eingesetzt. THC steigert ebenfalls die Cannabis und THC auf die Wirksamkeit Herzfrequenz, was durch die Gabe von antiretroviraler Medikamente (beispielsweise Indinavir) festgestellt. Betablockern verhindert werden kann.  BRECHREIZ HEMMENDE MEDIKAMENTE: Zwei wichtige Gruppen Brechreiz und Übelkeit hemmender Medikamente, die beispielsweise im Rahmen einer Krebschemotherapie verwendet werden, sind

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 Ungünstige oder möglich-

erweise ungünstige Kombinationen mit Cannabisprodukten


 ALKOHOL:

THC und Alkohol verstärken sich gegenseitig hinsichtlich einiger Wirkungen.  Tipps zum Umgang mit CanBeide können sedierend, d. h. beruhigend und Schlaf fördernd, wirken und nabis und anderen Medikasie können eine Anzahl von Fähigkeiten menten beeinträchtigen, die für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr von BedeuFalls Sie Cannabisprodukte in Komtung sind. bination mit Opiaten (zum Beispiel  HERZFREQUENZ STEIGERNDE Morphium), die Sie schon über einen SUBSTANZEN: längeren Zeitraum benutzen, zur Schmerzlinderung verwenden möchDie Herzfrequenz steigernde Wirkung ten, sollten Sie zunächst Ihre gewohnte von THC und Substanzen wie AmphetMedikation beibehalten und langsam aminen, Adrenalin, Kokain und Atropin und einschleichend mit der Cannabiskönnen sich ergänzen und bei entspreeinnahme beginnen. Die Ansprechbarchend hohen Dosen unangenehm werkeit von Cannabis und THC variiert bei den. verschiedenen Schmerzpatienten sehr stark, sodass vor Beginn der Therapie nicht bekannt ist, ob Cannabisprodukte

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CANNABIS-MEDIZIN ZWISCHEN LEGALISIERUNG UND VERBOT Nationale und internationale Fachmessen & Konferenzen i m J a h r 2 017

Cannabis-Modellprojekt Düsseldorf Gesundheitspolitischer Spielraum von Kommunen

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The Heart of Hemp Country

Die Notwendigkeit internationaler Qualitätsstandards auf dem CBD-Markt Im Interview mit Medihemp

Cannabis und Schizophrenie Eine besondere Beziehung

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einen relevanten Beitrag leisten können oder nicht. Bei einer Verbesserung der Symptome durch die gleichzeitige Cannabisverwendung können Sie versuchen, die Opiatdosis langsam zu reduzieren. Es gibt eine Anzahl von Patienten, die ihre Opiate im Verlauf von einigen Monaten vollständig absetzen konnten, während andere nur einen geringen Effekt verspürten. In ähnlicher Weise kann mit Medikamenten zur Muskelentspannung bei multipler Sklerose oder Querschnittslähmung verfahren werden. Oft treten Entzugssymptome beim Absetzen von Opiaten und Benzodiazepinen auf, die durch Cannabis nur teilweise gelindert werden können. Kreislaufveränderungen im Zusammenhang mit der Einnahme von Cannabis können sich als Schwindelgefühl oder als ein rasender Puls bemerkbar machen. Werden Cannabisprodukte zusammen mit anderen Medikamenten eingenommen, die ebenfalls auf den Kreislauf wirken können, so sollte eine vorsichtige, einschleichende Dosierung erfolgen. Geringe THC-Dosen verursachen meistens keine messbare Veränderung des Pulses, aber auch bei diesem Effekt ist die Ansprechbarkeit sehr variabel.


Die Wende in der SPD? JAN INGENSIEP IM INTERVIEW von Robert Brungert

Jan Ingensiep ist vielen seit einiger Zeit bekannt, da er mit dem Slogan und der Gruppe „Sozis für die Cannabis-Legalisierung“ mit dem eigenen Logo nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen ist. Kurz zum Werdegang: Du bist 33, Koch, hast als dieser gewiss wenig Freizeit? Über Köche hört man, dass diese gerne etwas naschen? Ich bin gelernter Konditor, arbeite aber auch als Koch. Zurzeit arbeite ich in beiden Berufen, in einem kleinen Hotel in Mülheim an der Ruhr. Sicher, Köche naschen ständig, ob sie alle auch kiffen, möchte ich nicht beurteilen. Aber es ist ja kein Geheimnis, dass viele kreative Menschen schon ganz gerne mal einen Rauchen.

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Du hast selber Bezug zu Cannabis, konsumierst durchaus auch öffentlich. Seit wann konsumierst und seit wann gehst du mit dem Thema in die Öffentlichkeit? Genau, ich konsumiere selbst Cannabis seit meinem 16. Lebensjahr, früher mehr und regelmäßiger, heute eher noch gelegentlich. Zuletzt habe ich sogar mehrere Monate nicht gekifft, aber das ist ja auch keine Lösung. Um das Thema in der SPD glaubwürdig zu vertreten, gehe ich auch dort mit meinem Konsum offen um, Ehrlichkeit ist der Schlüssel zum Wandel.


Wieso willst du das Cannabis Thema unbedingt der SPD nahe bringen? Es ist ja nun seit über 40 Jahren Konsens bei den Grünen, mittlerweile auch in der FDP, den Piraten und bei den Linken. Aber diese Parteien haben eben keine Chance ihre Anliegen durchzubringen, dafür brauchen sie eben eine Regierungskoalition mit einer Partei, deren Ausrichtung nicht zu weit von der eigenen entfernt ist. Das ist nun mal eher die SPD als die CDU, soviel ist klar.

Wie genau würdest du dir eine Legalisierung vorstellen, die natürlich für die Konsumenten und auch die nicht Konsumierenden sinnvoll sein soll? Mit einer SPD, die sich klar für die Legalisierung positioniert, hätten wir innerhalb weniger Monate eine vernünftige Regulierung von Cannabis inkl. Eigenanbau. Da wollen wir doch alle hin, also lasst uns gemeinsam die

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SPD dazu bewegen.

Die SPD ist seit der Agenda 2010 oft genug nicht einmal bei den eigenen Parteimitgliedern beliebt. Du trommelst jetzt für Schulz und willst auf rot rot grün. Ist das deine persönliche Meinung, dass wir die SPD wählen und alles gut oder, dass wenigstens Cannabis legalisiert wird? Ist die SPD in deiner Auffassung eine soziale Partei? Ja, natürlich ist die SPD eine soziale Partei. Soziale Verantwortung bedeutet ja nicht, jedem Menschen in Deutschland die persönliche Verantwortung für sein Leben abzunehmen und für einen hohen Lebensstandard in Arbeitslosigkeit zu sorgen. Jedem muss klar sein, Arbeit gehört zum Leben dazu. Wir brauchen Sozialsysteme, die einem jeden Hunger und Armut ersparen. Aber das bedeutet nicht, dass man selbst nicht mehr arbeiten und für das Alter vorsorgen muss. Ich weiß, wovon ich rede, ich habe selbst in Duisburg knapp drei Jahre Sozialleistungen bezogen und habe gemerkt, dass es zum Leben kaum reicht. Arbeit zu finden ist die Herausforderung, die zugegebener Maßen für alle ungleich schwer ist, abhängig von Wohnort und Arbeitsmarktsituation, von persönlichem Umfeld und Gesundheitszustand. An der Agenda 2010 muss definitiv wieder gearbeitet werden, die Bedingungen für die Leistungsbezieher müssen deutlich humaner werden. Wir sollten mehr fördern als fordern. Aber

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klar ist auch, Arbeitsplätze müssen in der Wirtschaft entstehen, Arbeit, von der man leben kann, dafür muss die SPD in Zukunft stärker die Bedingungen schaffen, und das wird sie auch.

Dein Argument „Ohne die SPD geht es nicht“ ist vielen bereits bekannt. Aber sollen wir diese Partei wirklich wählen, wenn sie es nicht alleine kann? Warum wählen wir dann nicht eine der anderen willigen Parteien? Wenn die SPD weniger Stimmen hat, muss sie denen mehr Zugeständnisse machen, dann könnte es mit rot rot grün wirklich etwas werden. Stimmt, ohne die SPD geht es nicht. Die SPD ist und bleibt das soziale Gewissen in Deutschland. Soziale Errungenschaften sind in den letzten 150 Jahren immer von Sozialdemokraten ausgegangen und Deutschland wäre ein schlechterer Ort, sollte es die SPD einmal nicht mehr geben. Und ich denke, die SPD braucht nicht weniger Stimmen, sondern mehr, um sozialdemokratische Politik ohne Abstriche und verwässernde Kompromisse machen zu können. Mit den Linken wären die Kompromisse allerdings wesentlich leichter als mit der erzkonservativen CDU, daher favorisiere ich RRG. Die aktuellen Umfragewerte der Linken sehen allerdings nicht gut aus. Ich hoffe, es wird reichen.


DIESE ARBEIT IST EIN WEG DER KLEINEN SCHRITTE, ABER DEN GEHEN WIR KONTINUIERLICH UND UNBEIRRT WEITER.

Welche Erfolge hast du in der SPD bereits verbuchen können? Du bist immerhin noch ein ganz kleines Licht in der Partei. Die Erfolge meiner Arbeit sind natürlich kaum messbar. Aber dass es besser ist, das Thema auf diese Weise hochzuhalten, als es nicht zu tun, ist ja wohl klar. Wir haben einige Spitzenpolitiker auch aus dem Bundestag zu eindeutigen Aussagen für Cannabis bewegen können, haben die Debatte in der SPD neu entfacht, haben Diskussionsveranstaltungen mit erstaunlich hohen Beteiligungen veranstaltet und dabei auch

eine Zusammenarbeit zwischen RRG gefördert. Wir haben die Jusos in Hamburg zu einem Bekenntnis zur Position für Cannabis bewegt und arbeiten gerade stark an einem Überdenken der Positionen in NRW. Diese Arbeit ist ein Weg der kleinen Schritte, aber den gehen wir kontinuierlich und unbeirrt weiter.

Wie sieht es denn jetzt in der SPD zum Thema Cannabis aus? Kannst du uns das Wichtigste zu den Landtagen und vor allem zum Bundestag mit wenigen Worten sagen?

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Es wird vor der Bundestagswahl keine Positionierung für die Legalisierung aus der SPD geben. Das habe ich schon häufig gesagt und alle Anzeichen bestätigen das. Aber, dass es keine Positionierung FÜR Cannabis braucht, um es dann verantwortlicherweise nach der Wahl trotzdem in den Koalitionsvertrag zu schreiben, sehen wir in Berlin. So oder so, die Legalisierung wird kommen. Und ja, ich bin ein kleines Licht in der SPD. Um so beachtenswerter, dass man auch als einfaches Mitglied seine Themen in die SPD tragen kann und Bundestagsabgeordnete zu seinem Standpunkt bewegen kann. Das zeigt doch, dass die Demokratie funktioniert und die Stimme Einzelner wahrgenommen werden kann, wenn man sich nur genügend ins Zeug legt. Das sollte eigentlich jedem Mut geben, sich politisch zu engagieren. Nicht nur für Cannabis.

Schick war das Thema leider noch nie, auch wenn es einige Politiker gab, die damit versuchten zu punkten. Im Allgemeinen wird das Thema leider noch immer als Randthema wahrgenommen und stiefmütterlich behandelt. Aber die Stimmung dreht sich, die Notwendigkeit einer Positionierung, bzw. die Schädlichkeit eines fehlenden Standpunktes FÜR oder GEGEN Cannabis, wird immer bewusster. Auch, dass es kaum noch nachvollziehbare Gründe dagegen gibt.

Du machst natürlich nicht lediglich für Cannabis Stimmung, sondern versuchst, die SPD zu diesem Legalisierungsthema hinzubewegen und diese damit positiv wirken zu lassen?

Ich selber besuche regelmäßig Veranstaltungen und habe dich schon auf einigen Veranstaltungen, vor allem in Nordrheinwestfalen, gesehen. Wo bist du schon überall gewesen, um Stimmung zu machen?

Die SPD hat leider noch nie umfassend, sachlich und abschließend über das Cannabisthema debattiert. Deswegen habe ich natürlich die Hoffnung und auch die Zuversicht, dass es in der nächsten Legislaturperiode endlich angepackt wird.

Ich bin mit der Kampagne und meiner Arbeit mittlerweile bundesweit unterwegs, war letztes Jahr besonders häufig in Hamburg und Berlin, dieses Jahr arbeite ich verstärkt in NRW. Wir brauchen NRW als Flächenland für die Bundesratsinitiative, dafür sind besonders

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Politik bedeutet auch, dass man sich von seiner schönsten Seite gibt, auch wenn später viele enttäuscht sein werden. Ist das Cannabisthema vielleicht gerade Schick und deswegen könnte die SPD es ausspielen, um die unschönen Programmpunkte besser kaschieren zu können?


Köln und Düsseldorf wichtig. Düsseldorf hat in NRW eine Vorreiterrolle und wird das Thema weiter positiv vorantreiben.

Fast alle, die sich öffentlich für den Hanf einsetzen, haben einen starken persönlichen Grund. Viele sind krank und nutzen Cannabis-Medizinisch oder haben durch Repression bereits Schaden genommen. Sind es diese persönlichen Geschichten von dir oder in deinem Umfeld, warum du dich mit dem Thema in die Öffentlichkeit begibst? Also ich persönlich habe weder Erfahrungen mit der Repression machen müssen, noch bin ich Patient. Aber ich kenne natürlich viele Beispiele aus meinem persönlichen Umfeld und dem meiner Freunde und Mitstreiter/innen. Ich nehme mich diesem Thema aus Verantwortung an. Ich mache ja schon länger Politik und konnte vor mir selbst die Vernachlässigung dieses Themas nicht länger verantworten.

ledigt. Ich bin schließlich nicht für die Legalisierung von Cannabis in die SPD eingetreten, sondern um soziale Politik in einer Partei zu machen, die ihre absolute Daseinsberechtigung durch jahrzehntelange Übernahme von Verantwortung in Deutschland hat. Und wenn man unzufrieden mit der SPD ist, erkennt man umso mehr die Notwendigkeit meiner Arbeit.

Jan, du hast hier jetzt keinen Freund der jetzigen großen Parteien vor dir sitzen. Aber ohne die Großen geht es leider nicht. Optimal wäre es, wenn ein paar der sozialen Kleinparteien erheblich wachsen würden, dann würde die SPD gewiss schneller einlenken und mitziehen. Ich wünsche dir zumindest viel Glück bei deinem Weg, die SPD von Innen zur Cannabisfrage zu reformieren.

Angenommen, rot rot grün wird Cannabis legalisieren. Du hast dein Ziel erreicht. Trittst du dann wieder aus der Partei aus? Oder willst du dort wirklich weiter kommen? Auch wenn Cannabis legal wird, ist damit meine Arbeit in der SPD nicht er-

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Artikel auf Deutsch:  www.hanf-magazin.com/ks1

E VOLVI NG LEGAL A N D RE GU LATORY C HA LLE NG ES IN U. S. I MP ORT AN D EX PORT O F I NDUS TRIAL HEMP B YP RODUCTS von Kate Strickland Hoban Law

Now more than ever, the American industrial hemp industry faces challenges that directly impact the European hemp industry, a longtime source of raw material and oils for American processors and manufacturers.

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For decades, cultivators and processors in Europe exported non-psychoactive industrial hemp oils and byproducts to the United States with relatively minimal resistance. Under U.S. federal law enacted as early as 1937, the U.S. Congress specifically excluded certain portions and varieties of the Cannabis plant from consideration as a controlled substance – namely, the stalks, stems, fibers, hurd and non-viable seed – thus allowing for the import and export of these hemp materials, oils and derivatives processed from the same. A federal Court

of Appeals confirmed this policy in the early 2000s in Hemp Indus. Ass'n. v. DEA, 357 F.3d 1012 (9th Cir. 2004) and Hemp Indus. Ass'n v. DEA, 333 F.3d 1082 (9th Cir. 2003). These exemptions apply, the Court found, even if trace amounts of naturally occurring tetrahydrocannabinol (THC) are present. When importing and exporting industrial hemp materials through the United States, both parties must submit completed forms with the United States Customs and Border Patrol (CBP). These forms


include designation of a tariff code based non-psychoactive cannabinoid that naon the type of product and whether it is turally occurs in industrial hemp, to be precluded from marketing as a “dietary intended for human consumption. supplement”. Further, the FDA considers For example, when a U.S. business im- CBD to be an “adulterant”, supposedly preports European industrial hemp mate- venting CBD from use as an ingredient in rials, both parties would designate the products intended for human consumptishipment with one of several hemp-rela- on. Resultantly, the FDA has periodically ted tariff codes offered by CBP. However, seized shipments for alleged violation of the analysis does not end here. In the its regulations, despite prevailing U.S. law current U.S. regulatory environment, the- and the Hemp Indus. Ass'n. v. DEA decire are several additional considerations sions. which cannot be overlooked. Successful import and export of industThe importer must also attest to the rial hemp materials also relies upon the use of the products. If intended for hu- particular CBP port and customs agent man consumption, the U.S. Food and inspecting the shipment. In some cases, Drug Administration (FDA) may inspect shipments freely come and go in favoraband review the shipment with respect to le ports; conversely, in some ports, shipFDA regulations. Currently, the FDA pur- ments of industrial hemp derivatives are portedly considers cannabidiol (CBD), a seized as if the shipment is illegal “mari-

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huana”. In those cases, sometimes the shipment is locked away in the proverbial vault, and in other cases, CBP notifies the importer and exporter and allows for the opportunity to either confirm the legality of the shipment or return the shipment to sender. Of increasing concern is the seizure of shipments by CBP on the basis of supposed DEA rules and interpretations of law. Recently, in seizing products, CBP and DEA cited drug codes purportedly assigned by the DEA to CBD, cannabigerol (CBG), another cannabinoid naturally occurring within Cannabis, and as of December 2016, a designation newly created by the DEA, “marihuana extract”. Importantly, none of these designations appear in U.S. federal law and do not appear to be within the DEA’s authority. Yet, numerous federal and state agencies routinely defer to the DEA’s interpretation, whether or not grounded in law – thus creating practical issues for importers and exporters of industrial hemp materials.

Lastly, inconsistent laws within individual U.S. states relating to the definition of “marihuana” also sparks confusion and unpredictable regulatory enforcement concerns. Law enforcement in a growing number of states has seized industrial hemp products from retailers’ shelves. And, just recently, GW Pharmaceuticals has sought for lobbyists to pass legislation in certain states to monopolize CBD products in GW Pharmaceuticals’ favor, not unlike the decision in the United Kingdom from October 2016 relating to CBD. It is strongly recommended that businesses wishing to import and export industrial hemp materials to and from the United States retain legal counsel experienced in regulatory law concerning industrial hemp to address these considerations: adhering to the applicable laws and regulations, developing certifications and retaining knowledgeable customs agents to facilitate shipments of industrial hemp products.


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I N L OVE W I TH MIRET SNEAKERS In der kleinen Stadt Duga Resa, Kroatien, erzählen die Ältesten immer noch Geschichten von blühender lokaler Hanfproduktion in den alten Tagen.

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Die Suche nach dem richtigen Stoff war nicht einfach. Während MIRET mehrere Hanftextilien auf dem Markt fand, waren die meisten von diesen Mischungen mit anderen Materialien wie Polyester oder Baumwolle. Schließlich fand das Unternehmen einen Lieferanten für ein 100 % reines Hanftextil, das hochwertig, langlebig und der traditionell gewonnen wird, ohne Farbstoffe oder chemischer Verarbeitung. Wie die Landwirte es in den nahen gelegenen Feldern anbauten, wie es paar Monate im Fluss, der durch die kleine Stadt floss, eingeweicht wurde, um schließlich von den Einheimischen in Kleidung und andere Haustextilien verarbeitet zu werden. Während Hanf noch kein bedeutendes Comeback auf kroatischen Feldern feiert, hat sich ein lokaler Schuhmacher auf 100 % Hanfmaterial als Hauptkomponente in seiner Reihe von Herren- und Damen-Sneakers spezialisiert und in der Zwischen-

zeit die Familienmanufaktur zur nachhaltigen Produktion völlig neu ausgerichtet. LOKALE HANFBEARBEITUNG GING VERLOREN

Unglücklicherweise wurde Hanf verboten, die ursprüngliche Verarbeitung ging verloren, so war Hanf jahrelang vergessen um Duga Resa (langer Rand, auf Deutsch), erzählt Domagoj, Geschäftsführer von MIRET - der Firma, unter der die Linie der Hanfschuhe hergestellt wird.

Während MIRET vor vier Jahren mit der Produktion auf nachhaltigere Sneakers anfing, besteht die Familienmanufaktur, in der das Produkt hergestellt wird, seit mehr als drei Jahrzehnten und produzierten Leder und andere nicht nachhaltige Materialien wie Polyester und petroleumbasierte Gummis, für die Bereitstellung einer Reihe von bekannten globalen Marken. Es gibt so viele innere Teile und Komponenten des Schuhs, die von außen nicht sichtbar sind, erzählten die Brüder vor der Umstellung des Unter-

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nehmens auf die ökologische Produktion. "Und es gibt auch Produktionsreste in der Manufaktur. All das hat uns viele Jahre belastet und wir suchten nach einem Ersatz aus nachhaltigem Material." VERANTWORTUNGSBEWUSSTSEIN FÜR NACHHALTIGKEIT

Nachhaltigkeit ist MIRET sehr wichtig. Die Gummisohlen werden beispielsweise unter dem UNI EN ISO 14001 Zertifikat hergestellt, und Tests haben bewiesen, dass das Material keine Phytotoxizität entwickelt, wenn es abnutzt. Schuhsohle und innere Verstärkungen werden aus natürlichem Latex aus dem Baum Hevea Brasiliens hergestellt. Auch natürliche Wolle, Maisfasern, Kork, Leinen und Kenaffasern sind ebenfalls im fertigen Produkt enthalten, ebenso wie nickelfreie Metallkomponenten. MIRET bemüht sich stets seine Herstellung zu optimieren, geeignete Rohstoffe auszuwählen und den Verbrauch von Wasser, Energie zu verringern. Daher wird Hanf sicherlich unser Hauptrohstoff bleiben, da er sich als ökologisch, nachhaltig und langlebig erwiesen hat. Austro-Kroate Miro, Geschäftsführer von ECOREBELL, entschloss sich aufgrund der schweren Umweltsünden und Ausbeutung auf der Welt, ein Fair-Start-Up Unternehmen in Kroatien zu gründen, das sich ganz dem Thema faire biologische Produktion und Vertrieb widmet.

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OHNE IST DAS NEUE MIT

ECOREBELL ist stolz, seien Kunden zeitlose, langlebige Bekleidung aus Hanf, Soja, Bambus und anderen abbaubaren Werkstoffen, ohne jeglichem Einsatz von Farbstoffen und Chemikalien anbieten zu können. Die Überzeugung des Unternehmens ist, dass langlebige und biologisch abbaubare Produkte besser für die Umwelt sind als Trendartikel, die nur eine Saison halten und erheblich die Umwelt schädigen. ECOREBELL ist hocherfreut, der offizielle Distributor der Marke MIRET für Deutschland und Österreich zu sein. Sie verantworten neben dem Vertrieb auch das gesamte Marketing.


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Eine Plantage in Ă–sterreich

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Die Notwendigkeit internationaler Qualitätstandards auf dem CBD-Markt CBD - Nahrungsergänzung oder Heilmittel? ELKE MORITZ IM INTERVIEW von Marco Reichardt

Guter Wein und ein sonnig mildes Klima – das verbindet unsereins mit dem Burgenland. Doch hier lohnt es nicht nur Weinreben zu züchten. Die Geschäftsfrauen Andrea Bamacher und Elke Moritz nutzen die Sonne des Burgenlands seit 2010, um Hanf legal in großem Stil anzubauen. Was mit einer kleinen Idee für einen Stecklingsshop begann, ist heute eine Erfolgsgeschichte, die noch lange nicht ihr Ende gefunden hat. Durch anfängliche Schwierigkeiten mit den Behörden sahen sich die beiden Geschäftsfrauen 2014 gezwungen, ihr „Deep Nature Project“ mit der Marke

Medihemp in die heutige Praxis auszurichten. „Man kann sagen, das gab uns den nötigen Ansporn, um unser Geschäft damals voll und ganz auf die CBDProduktion auszurichten“, erzählt Elke Moritz. Seit dieser Zeit erobern die Hanfextrakte des burgenländischen Jungunternehmens den europäischen Markt. Heute zählt das Unternehmen 20 Mitarbeiter und plant im Sommer die Ausweitung der Geschäftsräume auf eine Fläche von über 1.000m2. Mit einer erhöhten Frauenquote

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und einem offenen, flexiblen Arbeitsklima versucht Moritz „ein Beispiel für eine moderne und mitarbeiterorientierte Unternehmensführung“ zu sein. Nicht nur in der nachhaltigen Verarbeitung der gesamten Hanfpflanze sieht sie daher den Anspruch an sich und ihr Unternehmen. Die Anpassung an die weiterhin wachsende Nachfrage erfordert neben einem funktionierenden Team ebenso ökonomische Ausrichtungen und Investitionen. Die Einrichtung eines hauseigenen Labors für rund 250.000 € zu Analysezwecken zeigt die Bestrebungen des Unternehmens möglichst in jedem Produktionsschritt die Qualität durch regelmäßige Analysen zu gewährleisten. Mithilfe eines HPLC (High Pressure Liquid Chromatography) analysieren zwei wissenschaftliche Mitarbeiter jeden Tag die Extrakte und deren komplexe Inhaltsstoffe, mit dem Fokus auf CBD

und weitere Cannabinoide. Komplexe Inhaltsstoffe, mit dem Fokus auf CBD und weitere Cannabinoide. Durch umfangreiche, externe Analysen der Inhaltsstoffe sichert sich das Unternehmen zudem gegen Verunreinigung und Schwankungen des Rohmaterials vor der Weiterverarbeitung ab. Einen einheitlichen Standard für die Bewertung von Hanfextrakten und Cannabinoiden gibt es aber bis dato nicht. „Manchmal senden wir einen Extrakt zu 3 Laboren und bekommen unterschiedliche Ergebnisse zurück.“, sagt Moritz. Ein Punkt, der unter anderem auch im April auf der International Cannabis Business Conference in Berlin vom CEO des International Cannabis and Cannabinoids Institute (ICCI) Pavel Kubů angeführt wurde. Gemeinsam mit dem Institut möchte Kubů den in den USA für Patienten ausgerichteten PFC (Patient Focused Certification) Prüfsiegel ebenfalls in der EU einführen. Das Interesse der Branche in Richtung international einheitlicher Standards ist deutlich. Nur ein wissenschaftliches Labor und entsprechende Fachkräfte können dies angemessen umsetzen. Aus diesem Grund wollen die beiden Unterneh-

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merinnen in Kooperation mit dem ICCI in Prag EU-weite Branchenstandards setzen. Das Institut möchte das in den USA für Patienten ausgerichteten PFC (Patient Focused Certification) Prüfsiegel ebenfalls in der EU einführen. Dieses Prüfsiegel bietet verschiedene Lizenzierungsverfahren für den Anbau, die Produktion, den Vertrieb und die Vermarktung sowie die dementsprechenden Laboratorien mit eben diesen einheitlichen Standards. Somit sollen hohe internationale Qualitätsstandards für Cannabisunternehmen geschaffen werden, um kundenorientierte Qualitätssicherung zu gewährleisten. Zur internen Selbstkontrolle des Marktes und der Qualitätsgewährleistung nach außen ist eine solche Vereinheitlichung von Mess- und Analysestandards unabdingbar und im Interesse des Gesamtmarktes. Somit kommt hoffentlich das Engagement des ICCI und Deep Nature Project / Medihemp auch anderen Produzenten und allen Kunden zugute. Zudem soll die Reglementierung von CBD die Dosierung in unangemessenem Ausmaß verhindern und dabei eine klare Trennlinie zwischen einem ärztlich verordneten Arzneimittel und einem Nahrungsergänzungsmittel schaffen. Die unterschiedlichen Rechtslagen innerhalb der EU verunsichern viele Produzenten. Sie ziehen teilweise ihre Produkte zurück oder wickeln den Verkauf über das Ausland wie Österreich ab. Seit Inkrafttreten der fünfzehnten Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung am

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01.10.2016 im Deutschen Bundesrat, unterliegt Cannabidiol in Deutschland, das in nicht zulassungspflichtigen Rezeptur- und Defekturarzneimitteln eingesetzt wird, der Verschreibungspflicht. Weitere Reglementierungen für CBDhaltige Produkte außerhalb der rein medizinischen Verwendung bleiben bis dato jedoch weiter aus. 

DAS INTERVIEW

Einige europäische und deutsche Hersteller von CBD-Ölen bieten ihre Produkte nicht als Nahrungsergänzung an. Sie nutzen bewusst eine Grauzone, um sich der unklaren Rechtslage von CBD zu entziehen. Wie geht ihr mit dieser Problematik um und wie deklariert ihr eure Produkte? Die Behörden müssen verstehen, dass CBD oder auch Cannabis im Allgemeinen hoch dosiert sehr wohl medizinisch genutzt werden sollte. Es sollten offiziell Ärzte geschult werden, die es dann hoch dosiert an Patienten weitergeben können. Das betrifft uns aber nicht. Wir verkaufen Nahrungsergänzungsmittel. Das große Problem aktuell ist, dass die Rechtslage verschieden interpretiert werden kann und leider auch wird. Wir haben auf Anfrage ein Schreiben des deutschen Ministeriums erhalten, in dem es heißt, dass reines, medizinisch angewendetes CBD, das von einem Arzt verordnet und in der Apotheke gekauft


werden kann, verschreibungspflichtig sei. Das hat aber nichts mit einem Nahrungsergänzungsmittel zu tun, das für einen gesunden Lebensstil als Nahrungsergänzung gedacht ist, und nicht mehr. Die Dosierung ist sehr niedrig. Trotzdem profitiert das menschliche Cannabinoidsystem unheimlich davon. Der innere Stresspegel sinkt und man ist weniger anfällig für Krankheiten. Dafür verantwortlich ist nicht das CBD alleine, sondern die Gesamtheit dieser grenzgenialen Pflanze.

Ein einheitliches Prüfsiegel wie PFC und damit einhergehende Analysestandards sind Ziele, an denen ihr arbeitet. Wie sichert ihr aktuell eure Qualitätsstandards gegenüber Dritten? Was tut ihr, um den hohen Ansprüchen der Konsumenten gerecht zu werden? Vorerst beginnen wir damit, dass wir nur bio-zertifizierte Hanfbauern unter Vertrag nehmen, deren Felder wir im Vorhinein auf Schwermetalle und Pestizide getestet haben. Der Großteil unserer Produkte sind dementsprechend AT-BIO-301 zertifiziert. Die hohe Qualität unserer Produkte gewährleisten wir durch interne und externe Analysen nach jedem Verarbeitungsschritt. Jedes verkaufte Fläschchen ist dabei zurück verfolgbar bis zu seinem ursprünglichen Feld. Unsere Produktion unterliegt den hohen HACCP Lebensmittelhygiene Standards und aktuell arbeiten wir an einer IFS (International


Food Standard) Zertifizierung, sowie an der PFC Zertifizierung in Kooperation mit dem ICCI.

Ihr bietet seit Neuestem auch eine eigene Produktlinie für Apotheken an. Inwieweit unterscheiden sich diese, von den im Onlineshop erhältlichen Produkten? Unsere Medihemp-Apothekenprodukte werden unter Berücksichtigung arzneimittelrechtlicher Vorschriften (GMP) weiterverarbeitet und abgepackt. An sich ein nicht nötiger Standard für Nahrungsergänzungsmittel, aber wir wollen damit die hohe Qualität unserer

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Produkte unterstreichen. Die Rezepturen beider Linien sind ähnlich. Beim Produkt PLUS ist der Hanfextrakt um Vitamin E ergänzt, um den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress zu verbessern. Wir haben die verschiedenen Produktionsprozesse angepasst, um einem breiteren Personenkreis Zugang zu diesen wertvollen Produkten zu ermöglichen.


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Dieses Buch bietet umfassende praktische Informationen und hilfreiche Tipps zur therapeutischen Verwendung von Cannabis und dem Cannabiswirkstoff Dronabinol (THC). Es behandelt sowohl die medizinischen Themen, wie Anwendungsgebiete, Dosierung, Nebenwirkungen, als auch darüber hinausgehende Aspekte, die bei einer Therapie mit Cannabisprodukten eine Rolle spielen können. Dazu zählen die rechtliche Lage, die Frage der Kostenübernahme einer Behandlung mit Dronabinol durch die Krankenkassen, die ärztliche Schweigepflicht, Fahrtüchtigkeit und Fahreignung, sowie Anbau und Lagerung von Cannabis. Alle Themen werden von den Autoren aus ihrer langjährigen Erfahrung mit grosser Sachkenntnis und mit dem Augenmerk auf das Wesentliche behandelt. Entstanden ist ein kompakter, kompetenter Ratgeber, unentbehrlich für alle, die Cannabisprodukte medizinisch verwenden oder verwenden wollen.

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Was kostet ein Anwalt? von Michael Kümpfbeck

Die Hausdurchsuchung ist mehr oder weniger glücklich überstanden, das von den Polizeibeamten in den allermeisten Fällen in eurer Wohnung verursachte Chaos wieder einigermaßen beseitigt und euer Adrenalinspiegel hat sich mutmaßlich wieder annähernd auf Normalmaß eingependelt. Vonseiten der Polizeibeamten wurde euch dankenswerterweise ein sogenanntes „Sicherstellungsprotokoll“ ausgehändigt, in dem die Mengen der in eurer Wohnung beschlagnahmten/ sichergestellten Betäubungsmittel detailliert aufgelistet werden. Die aufgefundenen Mengen an Betäubungsmitteln waren, bei kritischer Analyse eurerseits, dann wohl doch gar nicht so unerheblich. Eure kurze Internetrecherche ergab zu eurem gelinden Entsetzen, dass angesichts der in eurer Wohnung aufgefundenen Menge an Betäubungsmitteln, wohl realistischerweise eher nicht mit einer simplen Einstellung des Verfahrens seitens der Staatsanwaltschaft gerechnet werden kann, sondern vielmehr eine Bewährungsstrafe, möglicherweise sogar einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung zu befürchten ist.

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Ein Strafverteidiger muss nunmehr her. Am besten schnell bzw. angesichts der Brisanz der Angelegenheit im Idealfall sofort. Derartige Anrufe erhalte ich mit schönster Regelmäßigkeit, wobei eine der ersten Fragen, die mir die Mandanten in spe stellen, lautet:

 Was wird meine Verteidigung kosten, mit welchen Kosten muss ich kalkulieren? Die meisten Anrufer sind ehrlich verblüfft, wenn ich hierauf erwidere, dass ich dies, ohne mich mit ihm getroffen und den „Fall“ und dessen Hintergründe erstmalig besprochen zu haben, schlicht noch nicht sagen kann und in vielen Fällen das Honorarthema auch erst dann abschließend geklärt werden kann, wenn der für den Fall aufzuwendende Arbeits- und Zeitaufwand realistisch abgeschätzt werden kann, d. h. wiederum vonseiten der Staatsanwaltschaft Akteneinsicht gewährt wurde. Diese Antwort ist der von mir gewünschten maximalen Transparenz


und Fairness im Umgang mit dem Mandanten geschuldet. Es sollte, wie Juristen regelmäßig sagen, wohl „unstreitig“ sein, dass der Arbeitsaufwand des Strafverteidigers, dessen Tätigkeit sich auf das Schreiben zweier Briefe und vielleicht ein kurzes Telefonat mit der Staatsanwaltschaft beschränkte, anders, d. h. deutlich geringer zu entlohnen ist, als das jenes Verteidigers, der seinen Mandanten bspw. in einem mehrtägigen Verfahren vor dem Landgericht vertrat und bspw. den in Untersuchungshaft befindlichen Mandanten mehrere Male in der JVA besuchte, da im zweiten Fall einerseits der zeitliche Aufwand, andererseits aber auch die Wertigkeit des Falls und die mögliche Auswirkung auf den Mandanten, ungleich höher ist. Gleichzeitig verstehe ich natürlich, dass Mandanten in spe, genau diese Frage regelmäßig unter den Nägeln brennt. Demnach möchte ich mit diesem Artikel das Thema „Anwaltshonorar im Strafverfahren“, aus meiner Sicht, d.  h. aus der Sicht eines Anwalts, näher beleuchten, wobei ich das Thema „Märchenhonorare“ („Mein Anwalt verlangt EUR 20.000,00; dafür ist der Freispruch aber garantiert“) aus Gründen der Seriosität ausklammern möchte, sind doch derartige Honorarsummen im Bereich des Betäubungsmittelstrafrechts utopisch.

 Legen wir los: Was sagt denn eigentlich der Gesetzgeber? 1. Rechtlicher Background, Abrechnung nach RVG Die Höhe des Strafverteidigerhonorars richtet sich, sofern, wozu ich diesem Artikel später noch kommen werde, keine abweichende Vereinbarung mit dem Mandanten getroffen wird, ausschließlich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, dem sogenannten RVG. Solltet ihr also einen Anwalt mandatieren und mit diesem keine schriftliche Honorarvereinbarung getroffen haben, ist dessen Honoraranspruch zum einen davon abhängig, in welchem Verfahrensabschnitt des Strafverfahrens, dass wiederum in das sogenannte Vorverfahren, Zwischenverfahren, Hauptverfahren aufgegliedert ist, Tätigkeiten erbracht wurden, zum anderen, da das Gesetz für die meisten Tätigkeiten des Anwalts keine bloßen Fixgebühren, sondern vielmehr einen Gebührenrahmen vorsieht, in dem sich der Anwalt wiederum honorartechnisch bewegen und bspw. lediglich eine Mindestgebühr, die übliche Mittelgebühr oder auch die jeweilige Höchstgebühr ansetzen kann, vom Umfang, dem zeitlichen Aufwand und natürlich auch der Schwere der Angelegenheit, d. h. des Strafvorwurfs abhängig. Schlussendlich kommt es, sicherlich

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nachvollziehbarerweise, auch darauf an, vor welchem Gericht das jeweilige Verfahren geführt wird, da ein einfach gelagertes Verfahren vor dem Amtsgericht (Strafrahmen bis maximal 4 Jahre) natürlich kostengünstiger ist, als bspw. ein größeres Verfahren vor dem Landgericht (Straferwartung über 4 Jahre).

 Was heißt das nunmehr konkret?

GEBÜHREN: Grundgebühr

EUR 200,00

Verfahrensgebühr für das Vorverfahren

EUR 165,00

Verfahrensgebühr für das Zwischen- und Hauptverfahren

EUR 165,00

Terminsgebühr

EUR 825,00

Porto- und Telekommunikationspauschale Honorar netto Gesamthonorar inkl. Umsatzsteuer

Ich möchte dies anhand eines Beispiels erläutern: Der Anwalt wurde von euch, direkt nach einer Hausdurchsuchung, d. h. also bereits im Vorverfahren mandatiert, zeigte eure Vertretung gegenüber der Staatsanwaltschaft an, nahm Akteneinsicht, fertigte für euch diverse Schriftsätze und Stellungnahmen bzgl. des im Raum stehenden Tatvorwurfs und vertrat euch bis zum einigermaßen erfreulichen Ende der insgesamt dreitätigen Hauptverhandlung, die wiederum vor dem Amtsgericht stattfand und für euch mit einer Bewährungsstrafe endete. Gesamtzeitaufwand 35 Stunden. Nach RVG fallen hier, lässt man etwaige Fahrtkosten und Kosten für die Kopien der Akten einmal außer Betracht, sofern man die sogenannten „Mittelgebühren“ ansetzt, also von einem Durchschnittsfall (Einfügen Definition) ausgeht, die folgenden Gebühren an:

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EUR 20,00 EUR 1.375,00 EUR 1.636,25

Wenn ihr euch diese Honorarberechnung anseht und der Fairness halber bitte berücksichtigt, dass der oben ja nur beispielhaft angerissene „leichte bis mittelschwere Fall“ für den Anwalt durchaus einen Zeitaufwand von 35 Stunden bedingen kann, da alleine die drei kompletten Verhandlungstage mit 24 Stunden zeitlich ins Kontor schlagen, die Umsatzsteuer direkt dem Finanzamt zufließt, der Betrieb der Kanzlei, Miete, Kosten für Anwaltssoftware und deren Wartung, technische Ausstattung, Gehälter, etc. von dem Honorar anteilig bezahlt, also in Abzug gebracht werden müssen und der restliche „Gewinn“ natürlich noch mit dem individuellen Einkommenssteuersatz versteuert werden muss, so wird sich euch sicherlich schnell erschließen, dass eine Abrechnung nach RVG für kleine und evtl. auch mittlere Verfah-


ren sicherlich möglich, für größere Verfahren aber wohl kaum kostendeckend sein kann, bzw. ist. Ein Verdienst in Höhe von brutto ca. EUR 45,00 pro Stunde (EUR 1.636,00 / 35 Stunden), abzüglich durchschnittlicher Fixkosten in Höhe von 50 Prozent, also ein Stundensatz vor Steuern in Höhe von EUR 23,00, wäre schlicht standeswidrig, würde der Bedeutung der Tätigkeit eines Strafverteidigers nicht gerecht, wobei ich hier auch anmerken möchte, dass bspw. meine freien Mitarbeiter, also ebenfalls Anwältinnen und Anwälte mit teilweise mehrjähriger Berufserfahrung, ihre Tätigkeiten in meiner Kanzlei stets nach Stunden abrechnen und hier EUR 50,00 (netto) pro Stunde erhalten. Dementsprechend drängt sich für den Strafverteidiger die Abrechnung nach dem konkret betriebenen, zeitlichen Aufwand, also die Abrechnung nach Stunden, alternativ förmlich auf, weil hierdurch, wiederum wohl absolut „unstreitig“, vom Mandanten nur exakt der Zeitaufwand bezahlt werden muss, der auch tatsächlich angefallen ist.

2. Abrechnung nach Stundensatz Sofern eine Abrechnung nach Stunden erfolgen soll, wird zwischen Mandant und Anwalt eine schriftliche Honorarvereinbarung getroffen, in der ein Stundensatz, also letztlich ein fixer „Stundenlohn“ vereinbart wird. Vonseiten

des Anwalts wird sodann, üblicherweise softwaregestützt, der für den Mandanten betriebene Zeitaufwand exakt protokolliert und dem Mandanten in regelmäßigen Abständen in Rechnung gestellt. Dies hat allerdings zur Folge, dass bei jedweden Tätigkeiten in eurer Angelegenheit, egal ob lediglich die Ermittlungsakte bei der Staatsanwaltschaft abgeholt, diese kopiert (kopiert doch einmal zum Spaß mehrere volle Leitzordner, insbesondere wenn, ich lüge hier nicht, manchmal jede vierte Seite mit Heftklammern förmlich „zugetackert“ ist), diese geprüft, eine Verteidigungsstrategie entworfen Schriftsätze geschrieben oder ihr effektiv vor Gericht verteidigt werdet, schlicht und einfach die Uhr mitläuft. Bleiben wir bei unserem obigen Beispiel, beziffert sich bei einer Abrechnung nach Stunden, sofern wir den Gesamtzeitaufwand von 35 Stunden mit dem wohl mittlerweile deutschlandweit ziemlich einheitlichen Stundensatz eines Anwalts in Höhe von EUR 200,00 multiplizieren (Stundensätze in Höhe von EUR 150,00 bis EUR 250,00 sind die Regel), ein Nettohonorar in Höhe von EUR 7.000,00. Ein, wie ich meine, doch recht stolzer Preis. Da faktisch jedes Telefonat, jedes Treffen, jedes Gespräch Zeit benötigt und damit Kosten verursacht, leidet zudem, sofern der Mandant, wie in den meisten Fällen, naturgemäß nur über begrenzte

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finanzielle Mittel verfügt und natürlich auch so günstig und effektiv wie irgendwie möglich verteidigt werden möchte, oftmals der vertiefte Kontakt zwischen Anwalt und Mandant; es besteht die Gefahr, dass die Qualität der Verteidigung sinkt, weil die anlaufenden Kosten und nicht der Fall und die notwendigen Tätigkeiten im Fokus stehen. Da meiner Meinung nach die Honorarthematik mit dem Mandanten zudem im Idealfall einmalig geklärt und danach dieses Thema ad acta gelegt, insbesondere aber die vorhandene Energie besser auf die Verteidigung per se gerichtet werden sollte und ich mir offen gesprochen auch nur äußerst ungern täglich darüber Gedanken mache, ob ich mit dem Mandanten jetzt fünf oder 15 Minuten telefoniert habe, ist die Abrechnung nach Stundensatz im Strafrecht nur in seltenen Einzelfällen sinnvoll, meist jedoch eher nicht zielführend, gilt es doch, ein Vertrauensverhältnis mit dem Mandanten zu begründen, sodass eben nicht der Zeitfaktor im Vordergrund stehen, bzw. die Uhr im Hintergrund ticken sollte, wenn ausführliche Besprechungen erfolgen, Schriftsätze geschrieben oder, ein ganz sensibles Thema, häufige Besuche des Mandanten in der JVA notwendig werden. Es gilt, ein faires Honorar, auf Augenhöhe zu vereinbaren, dass zum einen der Bedeutung des Falles („landet der Mandant für 2 Jahre im Gefängnis oder kann die Strafe evtl. zur Bewährung ausgesetzt werden“) angemessen ist, die finanziellen Möglichkeiten des

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Mandanten („verdient der Mandant EUR 10.000,00 pro Monat oder ist er einfach nur „Normalverdiener“) berücksichtigt, und zuletzt auch den Bedürfnissen des Anwalts gerecht wird, der, zumindest in meinem Fall, seinen Beruf sehr liebt, gerne und auch gerne sehr viel arbeitet, aber natürlich auch von dem vereinnahmten Honorar leben muss, d. h. sicherlich nicht nur arbeitet um „von der Straße weg zu sein“. Berücksichtigt man weiterhin, dass die meisten „Erfolgshonorarkonstruktionen“ erheblichen, rechtlichen Bedenken begegnen und meiner Auffassung nach im Strafrecht vollkommen untauglich sind, verbleibt daher lediglich noch die Möglichkeit einer pauschalen Abrechnung.

3. Pauschale Abrechnung Bei der pauschalen Abrechnung des Honorars wird zwischen Mandant und Anwalt eine, wiederum zwingend schriftliche niederzulegende, Honorarvereinbarung geschlossen, wobei, ganz anders als bei der Abrechnung nach Stunden, der konkrete Zeitaufwand vollkommen außer Betracht gelassen und stattdessen ein „Gesamtpreis“ für das ganze Verfahren, bzw. einzelne Teile hiervon vereinbart wird. Bleiben wir bei unserem obigen Beispiel, so wäre hier bspw. eine komplette Pauschale für das Gesamtverfahren in der ersten Instanz in Höhe von EUR 3.000,00 denkbar, wobei alternativ sicherlich auch


ein Pauschalhonorar in Höhe von EUR 1.000,00, wiederum netto, für das komplette Vor- und Zwischenverfahren, und sodann pro Verhandlungstag jeweils eine weitere Nettopauschale in Höhe von EUR 1.000,00 möglich wäre, d. h., dass sich hier eine Honorarforderung zwischen EUR 3.000,00 (netto) und EUR 4.000,00 (netto) errechnen würde.

4. In meiner Kanzlei praktizierte Abrechnungsmodalitäten Aus den obigen Gedanken abgeleitet, quasi als Quintessenz, haben sich in meiner Kanzlei die nachfolgenden Abrechnungsmodalitäten etabliert und, seit zwischenzeitlich fast 11 Jahren, auch bestens bewährt. Da, wie oben ja bereits erläutert, ohne vertiefte Prüfung des Falles und insbesondere ohne Akteneinsicht genommen zu haben, der tatsächliche, zeitliche Aufwand und natürlich auch die Schwere des Falles unmöglich seriös abgeschätzt werden kann, verlange ich von meinen Mandanten in den meisten Fällen für das Erstberatungsgespräch schlicht und einfach die gesetzliche RVG-Gebühr, d. h. EUR 226,00 (brutto) Sofern die „Chemie stimmt“, d.  h. mir das Mandat nach dem Erstberatungsgespräch übertragen wird, verlange ich für die Vertretungsanzeige gegenüber den Strafverfolgungsbehörden, nebst der Anforderung und einer kurzen, ersten Prüfung der staatsanwaltlichen

Ermittlungsakte, anstatt der Erstberatungsgebühr eine Bruttopauschale in Höhe von EUR 600,00. Sobald der Fall realistisch bewertet werden kann, wird mit dem jeweiligen Mandanten sodann eine abschließende Pauschale im Wege einer Honorarvereinbarung vereinbart. Dies halte ich für maximal transparent und fair.

 Was folgt hieraus für euch?

Zunächst einmal empfehle ich jedem, der Betäubungsmittel konsumiert und damit ja leider diese auch in den meisten Fällen gleichzeitig besitzt, diese anbaut, erwirbt, und/oder diese veräußert, nachdrücklich, sich doch bitte noch einmal bewusst zu machen, dass dieses, sein Tun, einen Verstoß gegen das in Deutschland geltende Betäubungsmittelgesetz (BtmG) darstellt, mithin natürlich, sofern die betreffende Person „erwischt“ wird, auch entsprechend strafrechtlich geahndet wird. Anders als bei einer Erkrankung, die auftreten kann oder auch nicht, ist weiterhin, zumindest im südlichen Bereich unserer Bundesrepublik, mit hohem Verfolgungsdruck zu rechnen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass „man irgendwann einmal erwischt wird“, verzeiht die offenen Worte, „verdammt“ hoch.

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Es sollte sich daher von selbst verstehen, dass man sich im Falle eines derartigen, strafrechtlich relevanten Tuns, idealerweise vorab Gedanken macht, was denn im Falle der Fälle passiert, bzw. welche Folgen ein derartiges Tun nach sich ziehen könnte. Die Auswahl eines Verteidigers, bzw. einer Verteidigerin sollte daher selbstverständlich nicht erst nach der Hausdurchsuchung, sondern in weiser Voraussicht möglichst frühzeitig erfolgen, sodass man bspw. ohne zeitlichen Druck Empfehlungen einholen, mit dem Anwalt oder der Anwältin gemachte Erfahrungen erfragen und eigene Internetrecherchen betreiben kann. Entsprechende Kosten für die Verteidigung sind von euch frühzeitig einzukalkulieren; ich empfehle jedoch dringend, den Kostenfaktor nicht in den alleinigen Fokus zu stellen. Eine gute Verteidigung ist in den allermeisten Fällen sehr zeitintensiv und kostet daher auch entsprechend – würdet ihr euch zu einem zu Dumpinglöhnen arbeitenden Arzt in Behandlung begeben? Habt ihr einen geeigneten Anwalt ausgesucht, empfiehlt es ferner, direkt im Erstkontakt am Telefon, euren Fall kurz zu schildern und die exakten Kosten einer anwaltlichen Erstberatung zu erfragen; diese belaufen sich nach RVG auf EUR 226,00. Hierdurch bedingt, vermeidet ihr böse Überraschungen und könnt nicht mit „Mondpreisen“ überrascht werden.

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Solltet ihr euch für eine Mandatierung des Anwalts, bzw. der Anwältin entscheiden, solltet ihr schlussendlich bereits im Erstberatungsgespräch, die Kosten einer möglichen weiteren Vertretung zu erfragen bzw. insoweit eine klare und eindeutige Absprache zu treffen bzw. diese Honorarabsprache schriftlich zu fixieren. Um die Höhe realistisch einschätzen zu können, hoffe ich, dass meine obigen Ausführungen hilfreich sind – eine einfache Strafverteidigung nach RVG kann durchaus bereits für EUR 1.000,00 erfolgen, sofern komplexere Fälle mit mehreren Verhandlungstagen zu bearbeiten sind, ist naturgemäß mit deutlich höheren Kosten zu rechnen. Mittelschwere Fälle sind regelmäßig im Bereich von EUR 2.000,00 bis EUR 5.000,00, komplexere Fälle im Bereich bis zu EUR 10.000,00 angesiedelt.


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Vernünftige nationale Regulierungen können den CBD Markt beflügeln

DER CBD MARKT

„Europäische Staaten, die einen vernünftigen Ansatz bezüglich CBD verfolgen, stellen fest, dass die Nachfrage proportional ansteigt und demonstrieren, wie ein ordnungsgemäßer Markt funktionieren sollte“, sagt Joscha Krauß, Geschäftsführer der in Berlin ansässigen MH Medical Hemp GmbH. „Holland und Großbritannien gehen offen und fortschrittlich mit CBD-haltigen Produkten um, somit ist das Marktvolumen von Hanfprodukten in diesen Ländern entsprechend groß und die Endverbraucher gleichzeitig geschützt, informiert und qualitativ sicher versorgt. Was jetzt hauptsächlich benötigt wird, damit wichtige CBD-Bereiche wie beispielsweise Kosmetik, Medizin und Nahrungsergänzungsmittel aus den Nischen- und in die Massenmärkte drängen können sind klare, vernünftige Regularien“, erklärt Krauß und merkt an, dass während Hanf-Produkte eher die Neugier von Konsumenten wecken, die unklaren Regelungen immer noch den Vertrieb hemmen und mögliche Geschäftspartner sogar ausbooten könnten. Besonders wichtig sei die regulatorische Einstufung von CBD und Etablierung von Richtwerten hinsichtlich Konzentration und Dosierung. Quality made in Germany Auch die Aufstellung und Anwendung von Qualitätsstandards ist ein weiterer Schlüssel zum Marktwachstum, die Nutzung sicherer und umweltfreundlicher Methoden sowie umfangreicher Produktionsprozesse, Arbeit, die MH Medical Hemp sich in einem schnell wachsenden Netzwerk hochkarätiger Marktteilnehmer vorgenommen hat und leistet. Wenn sich die rechtliche Unsicherheit erst einmal geklärt hat, sieht Krauß MH Medical Hemp gut aufgestellt, um die CBD-Märkte in Europa und darüber hinaus zu bedienen.


Alternative Medizin Neben Cannabis stellen wir euch alternative Behandlungsansätze für ein gesundes Leben vor.

Der Zapper Der Zapper ist ein Biofrequenzgenerator, der mittels ganz spezifischer Frequenzen in Form von elektrischen Schwingungen arbeitet und, laut der Theorie von Dr. Clark, Viren, Bakterien und Parasiten im Körper schwächen und abtöten kann. www.derma-vit.com Oft stellt eine parasitäre Belastung im Organismus eine erhebliche Rolle im Krankheitsgeschehen dar, vor allem bei Krebserkrankungen, so Dr. Hulda Clark, die Entwicklerin des Biofrequenz Zappers. Jede Lebensform auf diesem Planeten besitzt eine ganz eigene Frequenz. Der Zapper arbeitet mit diesen Schwingungen und kann damit zur täglichen Reinigung des Körpers von z. B. Parasiten verwendet werden, schwächt oder tötet diese, laut Artikelbeschreibung, ab. Diese Frequenz liegt etwas über dem, was der Parasit ertragen kann, wodurch er gezwungen wird seine Aktivität im Körper einzustellen. Das Ergebnis soll für ein erhöhtes Wohlbefinden und eine bessere Gesundheit sorgen.

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Artikel auf Deutsch:  www.hanf-magazin.com/wj1

HOW ABOUT LIVING IN A HEMP HOUSE… One of the oldest plants, cultivated by man, was the cannabis sativa. Nowadays we call it ‘industrial hemp’. von Wolf Jordan

Nowadays we call it ‘industrial hemp’. Virtually every part of this fast growing plant can be used. The seeds, the leaves, the fibres from the stem and even the left-over parts of the wooden stem: the hemp shivs. This is what I will tell about, since this material has an enormous potential. If we mix the hempshivs with a binder, then we can use this for insulation of existing houses and for building completely new projects. This mix, usually referred to as ‘hempcrete’, gives a light weight material that in many ways will not obey the ‘normal’ physics and calculations, used in modern building … Now, this becomes challenging! First, there are aspects that fully correspond with normal physics. Like a cement-concrete essentially is composed of a binder and filler, the same works for this ‘hempcrete’. So, in order to obtain an optimal result, the granulometric composition of the fillers is crucial. You will need big particles, to give your mixture strength. But the cavities between those particles, have to be filled up by smaller particles, and room between those, need still smaller particles, and so on, until you have a maximum of filler, from big to very fine. The granulometric curve of hempcrete should be similar to that of a ‘normal’ concrete.

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This homogeneous mixture needs to be glued together, and therefore we need a binder. For hempcrete we take earth (loam, which is composed of clay, silt and very fine sands) or preferably lime.

calcium carbonate, virtually the same material as it had been before the treatment. The circle is closed, because the CO2 that had escaped during the heating process, will again be absorbed.

Why preferably lime? Well, it is one of the best building materials. Look at our ancestors, and even further back to old Roman times: those buildings still stand after more than 2000 years. Talking about sustainability… Lime is making a strong comeback, but is still strongly misunderstood. The finest and the purest lime is the best, but then we need a pure limestone.

Typical for this type of lime, once it has carbonated, is the breathability combined with its microporosity. Although a good lime plaster will perfectly be able to regulate the humidity inside your house, the micropores are so fine that in fact there is not enough room for damp. So, when too wet, it will pump out this damp as fast as possible.

If a limestone, or calcium carbonate, is heated (temperature needed is between 800 and 900°), then the chemical structure breaks up. Water and carbon dioxide (CO2) escape and what is left, is calcium oxide, or CaO. This is very reactive, we call it quicklime, in French ‘chaux vive ‘ (Branntkalk auf Deutsch). If you mix this with water, you will change this quicklime into hydrated lime (chaux hydratée) or slaked lime or calcium hydroxide, the formula is Ca(OH)2. In the past our ancestors did this with a large amount of water, so they obtained a ‘fat lime putty’. Modern technology and perfection allowed to slake the lime into a powder: easier to handle and to work with. If you use this hydrated lime to make mortars, renders, paints, etc., then the lime will react with the CO2 from the air, it will start to petrify and will become

To give you an idea: gypsum also is breathable. But the micropores are larger, there is more space inside, so gypsum can take up more moisture. It will even suck up humidity, will easily become wet, grow moulds and start to rot. You don’t want that in your house. Now, if you mix this super fine lime system with hemp shivs, you get a combination that defies normal physics… You see, the microporestructure of hemp happens to be exceptional too. Which is quite normal, considering hemp grows to a height of 3, up to 3,5 meter, even 4 metres, and are ready to be harvested within 3 months of ca. 90 days. Trees would need 15 to 16 years to do this! This is a fabulous thing, only bamboo does better… So, hemp has the natural capacity to pump up water and nutrition at a phenomenal speed. Inside the stem there is an ingenious capillary system, capable of transporting humidity and nutrients in an extremely fast and ef-

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ficient way. Don’t forget that at night plants reverse this system: they capture CO2 from the air and pump it down through the roots, into the earth, where they feed the microorganisms and the mycelium, preparing the nutritional ingredients for the plants. A wonderful world that is. You can imagine something special to happen in the hemplime mixture, indeed. Especially in wintertime, we have a high damp pressure inside our houses. It is a warm air, we breathe, wash, cook, etc., so we create an inside air containing lots of humidity resulting in a high damp pressure. Outside, when it’s freezing cold, the air is much dryer, so the outside damp pressure is very low. Thus the damp will be pressed into the walls from the inside, creating lots of potential problems like condensation, saturation points, wet walls, etc. That’s why in modern building, damp screens are used, avoiding the condensation problems, but causing moisture problems inside and moulds. So, a forced ventilation system is installed, which is quiet expensive and will continuously consume energy. Compared with clothing: if you wear plastic, this cannot breath, you will sweat and get a cold. Good clothing should breathe, let the damp pass, you stay dry and you keep warm. Exactly this will happen with a hemp-lime, but with an extra surprise: So, the lime will take up the damp pressure, it will pump the damp into the hemp shivs (with those very special capillary pore systems) but by doing so,

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this damp undergoes a phase change in order to enter the hemp structure. This generates heat. So, the energy within the damp pressure is transformed into caloric energy. This not only means that the problem of this difference in pressure is solved, but it also means that, the colder it becomes, the better the thermal insulation performance of this hemp-lime will be. Or, the colder, the better the ‘lambda’. It becomes a dynamic value. This is no fantasy, it has recently been measured at the University of Bath, were a team of specialised scientists is doing impressive research on this material. Add this to the high thermal inertia (or the capacity to store heat over a long time) and this material will perform much better than any physical formula would suggest. Does hydrated lime and hemp only have advantages? To be honest, no. Hydrated lime takes a long time to cure. This is not accepted anymore in the building sector, spoiled by the fast curing material cement … Some builders will add a substantial part of cement to the hemp-lime, hence the name hempcrete, a name I personally prefer to avoid. Because cement does not breath and it will change the properties of the mixture. Cement will cause radon gas to evaporate, it demands double quantity of energy for production, it reacts with water (forming complicated gels) so will not recuperate CO2, on the contrary, it has a very high carbon footprint. Many builders use hydraulic lime. Now, what’s that? Is it better than cement?


Yes, definitely. Is it as good as hydrated lime? Definitely no. So why then? Because the curing process goes a bit faster. But what is the difference between the two? As I said at the beginning, the best and purest hydrated lime can only be made from pure limestone. But most limestones are not pure. They contain more or less some clay. Geologically, the most important components of the earth are calcium carbonate and clay. So, most quarries have limestones, naturally contaminated with clay (which is silicium, aluminium and ferrous oxides). For lime, burning temperatures of 800 to 900° are enough, for burning clay you need higher temperatures. The more clay, the higher the temperature needed, the higher the carbon footprint. And there is more: the clay will change at least part of the lime’s reaction, by reacting with water (forming gels, like what happens with cement, hence the name ‘hydraulic’) and we will not anymore have this closed circle we had with the pure hydrated lime (which cures not with water, but with CO2 from the air, remember). Hydraulic lime is also better water resistant than hydrated lime. Sometimes this is useful. But inside your house? Like if you invite your friends to dinner, would you keep wearing your raincoat at the table? Hydraulic lime will have larger micropores after curing. That is because

they consume water in order to form their gels and this leaves cavities. This will change the absorption of damp pressure, loosing partly or totally, the heat-generating change of phase. The lambda of hemp-lime with hydraulic binder scores poorer than hemp-lime with hydrated lime. This has been measured. This is a fact. Since the contamination with clay was a natural, geological process, this type of lime nowadays is called ‘natural’ hydraulic lime, because the word ‘natural’ sells well on the marked. As a matter of fact, there are far better ways of giving lime hydraulic properties, ways that allow to perfectly control the dosage and the degree of hydraulicity, but that’s another story … To conclude. Like all plants, hemp absorbs carbon gas from the air to transform this into matter, into carbon compounds. Huge amounts of CO2 can be sequestered this way. A hemp building will be carbon-negative. The far-most best binder in this case is hydrated lime. Although building blocks from hemplime are available on the marked, the in-situ application is best. You can put the mixture on existing walls, from inside or outside, or both, as well as for building new houses (mainly post and beam structures). Up to 8 cm you can put on as a render, if thicker you can use a formwork. In France people often use mixtures of hydrated lime with hy-


Hemphouse in Kontich, Belgium, before the finishing render

Fence at the office

Grocery Store in Belgium, with an experimental finish of oil instead of render

House in Meerdonk, Belgium, a bamboo structure with hemplime fill in.

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Chalet in France, at the foot of the Mont Blanc


draulic lime, but that makes the working site unnecessarily complicated. We have here natural additives, allowing to move up your formwork after one (yes, 1) minute. This way you can work extremely fast (even much faster than a spraying machine) getting perfectly straight walls. What’s more, the hemp will be one piece, so no cold-bridges (using blocks, every joint is a potential cold-bridge). And if you love to work with your hands, this material invites to mold, to sculpt your house, creating round corners and structures, transforming your dwelling into a hobbit-style house. Either way,

your environment will become alkaline, neutralizing the acidity of air pollution. It also largely protects against electromagnetic fields. It will create a healthy environment, a constant humidity and a constant temperature. You will easily save 50 % up to 75 % on heating cost. Local farmers will be stimulated in growing hemp. Grow your own house. Grow hemp.

Your reliable and competent partner for Cannabidiol and Cannabinoids in B2B and B2C medicalhemp.com


IN COLORADO GING DIE WELT NICHT UNTER Keine der von Gegnern prognostizierten Untergangsszenarien trat ein. von Robert Brungert

Über Marihuana wurde nicht nur in den letzten Jahren viel geredet. Die einen reden vom "Rauschgift, welches die Jugend zerstört", die anderen von "Medizin, mit der Mensch und Natur genesen" können. Die einen glauben also das, die anderen etwas anderes. Solange es jedoch nicht einfach im realen Leben ausprobiert werden kann, wissen es beide Seiten nicht. In Colorado wurde Marihuana zu Genusszwecken legalisiert. Der Beschluss wurde für Colorado und Washington State per Volksinitiative im

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Jahr 2012 gefasst. Colorado war in der Umsetzung jedoch schneller und großzügiger, weswegen dieser US Bundesstaat mit immerhin 5 Millionen Einwohnern als Vorbild dient: "Marihuana legalisieren – geht die Welt jetzt unter?" Nein, die Welt ging in Colorado mit dem legalen Marihuanaverkauf am 01.01.2014 nicht unter. Auch vor der Legalisierung wurde es immerhin schon von vielen ansässigen Menschen kon-


sumiert. Mit der Legalisierung konsumieren diese und auch andere Menschen jedoch gesünder. Es gibt den sehr wichtigen Jugendschutz, genauso wie wichtige Qualitätskontrollen. Wer in Deutschland "schlechtes Zeug" bekommt und zur Polizei geht, der erhält selbst eine Anzeige, da er sich strafbar gemacht hat. In Colorado können einfach die zuständigen Behörden informiert werden, damit diese den jeweiligen Betrieb prüfen. Wenn dieser mangelhafte Ware liefert, muss er nachbessern oder ihm wird seine Lizenz entzogen. Nur wegen dieser Regulierung kann auch die Qualität von Marihuana kontrolliert werden.

Gibt es in Colorado jetzt die „Lost Generation“? Wie schlimm steht es denn jetzt in Colorado mit den kiffenden Jugendlichen? Kann bereits von einer "Lost Generation" gesprochen werden? Ganz bestimmt nicht wegen Cannabis. Auf colorado. gov wurden am 20. Juni 2016 die Zahlen für das Jahr 2015 veröffentlicht. Es wurde geprüft, wie viele der Jugendlichen in den letzten 30 Tagen Marihuana konsumierten. 17.000 befragte Highschool Schüler liefern repressive Ergebnisse. Haben in den Jahren 2009 25 %, 2011 22  % und 2013 20  % der Jugendlichen in den letzten 30 Tagen Marihuana konsumiert, dann waren es im Jahr 2015 21 %. Mit 21,2 % liegt Colorado mit dem für erwachsene Bürger

legalen Zugang für Marihuana um 0,5 % unter dem Durchschnitt für die gesamten USA. Dass es ein paar Schwankungen gibt, sollte jedem bewusst sein. Die Zahlen schossen jedoch nicht von 20 auf 40 % hoch, wie es einem vor der Legalisierung von den Gegnern praktisch angedroht wurde. Aber wenn die Jugendlichen bereits konsumieren, dann doch bitte mit Qualitätskontrolle fern ab vom Schwarzmarkt. Und natürlich kann derjenige, der Jugendlichen Marihuana gibt, weiterhin angezeigt werden. Auch mit der Regulierung vom Alkohol gibt es noch immer Jugendliche, die an diesen Alkohol herankommen. Hier sind Erwachsene schuld und dürfen dafür gerne auch belangt werden.

Kontrolle besser als Verbote Wer in Colorado Marihuana anbaut, verarbeitet und handelt, der steht nicht mehr mit einem Bein im Gefängnis. Der Ansporn, sich an geltendes Recht zu halten, ist damit erst erkennbar. Wofür sollte ein „kriminelles Subjekt“ darüber nachdenken, ob es ein wenig oder etwas mehr kriminelle Energie entfaltet? Wofür sollte sich ein Drogenring über Jugendschutz, Produktqualität oder soziale Probleme der Konsumenten Gedanken machen, wenn all das für diesen Drogenring keine erkennbaren Vorteile bringt? Wer erwischt wird, ist so oder so "erst einmal weg vom Fenster". Wer jedoch seine Lizenz und damit Existenz verlieren kann, der hält sich auch an den Jugendschutz und die Qualitätskontrol-

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len, um im Geschäft zu bleiben. Tausende legale Jobs sind entstanden und Milliardenumsätze generierten hunderte Millionen Steuergelder. The Tax Foundation veröffentlichte am 12. Mai 2016, dass mit einem regulierten Markt für Marihuana (Faserhanf nicht eingeschlossen) 28 Milliarden US Dollar jedes Jahr allein an Steuern eingenommen werden können. Es handelt sich dabei nicht allein um Steuern für Marihuanaprodukte. Es geht auch um Arbeitnehmer, Unternehmer oder um Steuern auf Produkte, die mit dem Marihuanakonsum verbunden sind.

Steigt der Konsum? Wird jetzt nach der Legalisierung nicht noch mehr Marihuana konsumiert? Doch, davon wird hier in diesem Artikel einfach mal ausgegangen. Die erwachsenen Menschen konsumieren in Colorado mehr Marihuana. Ist das schlimm? Nein, das ist es nicht, da von anderen Substanzen weniger genommen werden und es sich damit sogar zum Positiven ausgleicht. Einige Medikamente wie z. B. Schmerzmittel sind weniger nach gefragt. Es handelt sich um viele Medikamente, von denen ein starkes Suchtrisiko mit körperlicher Abhängigkeit ausgeht. Einige Medikamente belasten die Organe, haben sehr starke Nebenwirkungen und auch die schnell erreichte tödliche Überdosierung. Es wurden weniger dieser Medikamente eingenommen, womit zugleich auch an

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diesen Stellen die Todeszahlen für eine Überdosierung oder dem Suizid gesunken sind. David Nutt erklärt in einem Bericht im Guardian vom 19.06.2012, dass der Alkoholkonsum um 25 % sinken würde, gäbe es legale Cannabiscafés. Dieser Mann war einst der Berater der britischen Regierung, der dieses Thema erforscht hat. Ob in Colorado 25  % weniger Alkohol getrunken wird? Das müsste ein paar Jahre länger beobachtet werden. Der Alkoholkonsum ist jedoch nachgewiesenermaßen rückläufig. Es gibt natürlich im illegalen wie im legalen Cannabismarkt immer einige Cannabiskonsumenten, die am Steuer sitzen und auch mal einen Unfall bauen. In Colorado ist es seit 2014 jedoch nicht schlimmer geworden. Auch vor der Legalisierung in Colorado lagen bereits Zahlen vor, dass in den US-Bundesstaaten mit legalem Medizinhanf die schweren Verkehrsunfälle um ca. 9  % gesunken sind. Bekifft fährt man automatisch vorsichtiger, angetrunken jedoch waghalsiger. Weniger trinken und weniger Medikamente nehmen, ist also sicherer im Straßenverkehr. Kiffen, trinken, starke Medikamente nehmen und dann noch fahren, das sollte man natürlich nicht machen. Beim Cannabis und auch vielen Medikamenten kann jedoch der medizinische Gebrauch bei vielen Patienten eine Ausnahme darstellen.


Artikel auf Deutsch:  www.hanf-magazin.com/jh1

The Heart of Hemp Country von Joe Hickey und Arthur Rouse

It’s sunrise over the emerald fields of Kentucky and hemp sways gently in the warm summer breeze.

“I love the scent of hemp in the field,” says 91-year old Jake Graves. “I haven’t had that pleasure in 70 years.” Jacob Hughes Graves, III is a 6th generation Kentucky farmer and in the 1920s and 30s, hemp was a mainstay of his family’s farm, in an area known as the "Hemp Capital of the World.” During that time, scientists, agronomists and industrialists like Thomas Edison, George Washington Carver and Henry Ford, who called themselves “Chemurgists,” were convinced farmers could power the industrial revolution with fiber and fuel from carbohydrates. Hemp was their focus. In fact, in 1938, Popular Mechanics Magazine referred to hemp as the “Billion Dollar Crop.” But when hemp was included with marijuana in the Marijuana Tax Act of 1937, all research and devel-

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“I love the scent of hemp in the field."

opment slowed to a trickle. Then in 1971, with the addition of marijuana and, by default, hemp to the Controlled Substance Act, hemp faded from a “billion dollar crop” to an illegal substance.

Prohibition How could this happen? How could a “billion dollar crop,” revered by scientists, agronomists and industrialists alike completely disappear from American agriculture and economic development? How could a plant, with literally no psychoactive properties, become as vilified as heroin and made illegal? There has been speculation over the years that oil interests wanted to eliminate competition by linking hemp with mari-

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juana and using “yellow journalism” to stamp out the rise of the “Miracle Crop” through a drug scare strategy. The preface to William Hale’s 1932 book, The Farm Chemurgic, proclaims, “Farm-ward the star of destiny shines.” Unfortunately, this was not to be. Seasons passed, and the possibility of hemp as the “billion dollar crop” faded into agricultural history.


Advocacy

“Acceptance of hemp has been growing across the country in recent years and shouldn’t be seen as a problem. It’s absolutely ridiculous that the cultivation of hemp is still illegal at the federal level.”

Jake Graves and his son Andrew (Andy) ran a diversified farming operation in the 1990’s. Soybeans, corn, vegetables and livestock were sustainable, but they knew they would have to replace tobacco in the future and they wondered, “Why can’t we grow hemp again?” At the same time, Joe Hickey met with Kentucky’s governor Bereton Jones about forming a Kentucky Hemp Task Force to evaluate the potential of hemp as a cash crop. Joe’s childhood friend, agronomist Dave Spalding, had worked with Andy Graves, whose family was one of Kentucky’s largest hemp growers and still had feral hemp growing on their family’s farm. So, in 1992, Dave introduced Joe to Andy and Jake Graves and they began a mission of research and advocacy to reintroduce hemp as a new crop for American farmers. In 1995, Joe Hickey partnered with Canadian farmer and agronomist Jean Laprise, British entrepreneur Anita Roddick and actor/environmentalist Woody Harrelson to found Kenex, Ltd., Canada’s first hemp fiber and seed processing facility. The late Ms. Roddick was founder of The Body

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Shop and a fierce proponent of the benefit of hemp in nutraceutical products. Over the course of the next five years, Kenex, Ltd would become a proving ground for seed breeding, hemp fiber and seed processing, creating everything from fiber matting for composite car parts to food for humans and birds. At the same time, Graves, Spalding and Hickey were working throughout state and federal government, looking for any political leverage they could find. It came when four former Kentucky governors gathered at a press conference to endorse hemp as a potential cash crop to replace tobacco. In 1996, Joe Hickey organized Kentucky’s International Hemp Conference, then the Executive Director of the Kentucky Hemp Growers Cooperative Association.  Woody Harrelson moderated the conference with participants from Australia, England, Canada,

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Ukraine, Hungary and The Netherlands. The day after the conference and with CNN watching, Woody planted four certified French hemp seeds and was arrested for “cultivation of marijuana” in an effort to test a Kentucky law that included hemp within the definition of marijuana. This brought the hemp issue to national prominence and years of litigation would follow.

Government Over Reach Over the next few years hopes were high because it seemed like legalization of hemp was gaining momentum, but the optimism was short-lived. The United States Drug Enforcement Administration (DEA) was ramping up efforts to regain control over hemp. In the US, states were put on notice that hemp was an illegal controlled substance, education programs were scrutinized and shut down, and in 1999, shipments of


sterile Canadian hemp seed bound for the US food market were intercepted and confiscated at the US border by DEA agents.

Legislative Reform Meanwhile, in Kentucky, Graves, Hickey and Spalding were convinced they had educated the public and generated enough interest among the agrarian state’s legislators, that they could get hemp-enabling legislation passed. At the same time Woody's years of court battles were ending and with the legal representation of former Republican Kentucky Governor Louie Nunn, a jury

found Woody not guilty in 2000. By 2013 Kentucky farmers were fully aware that tobacco had faded as a cash crop and, with the benefit of years of lobbying, and the backing of Kentucky’s US Senator Rand Paul, Senate Bill 50, legislation proposed by Kentucky Secretary of Agriculture James Comer, passed into Kentucky law. It created a regulatory framework for farmers to legally grow hemp in the Commonwealth. In addition, US Senators Mitch McConnell and Rand Paul spearheaded the effort to add a provision to the US Federal Farm Bill (section 7606) that legalized hemp production in states like Kentucky that had programs set up to

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grow the crop. President Barack Obama signed the bill into law in 2014.

Transformative Opportunity After 70 years of prohibition, hemp was sprouting again in the fields Jake Graves worked as a young man. Years of seed and agronomic research with international partners, political advocacy and market analysis had uniquely positioned Graves, Spalding and Hickey to seize the moment. They formed Atalo Holdings, Inc. with a mission of “providing leadership in research, development and commercialization of industrial hemp.� Hemp, so important to Edison, Carver and Ford, was again on the rise, promising transformative opportunities, a new crop in the rotation, a new

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age of innovation for American farmers, and the resurgence of Kentucky as the Hemp Capital of the World. In 2014, while Kentucky, Colorado and Vermont planted small research plots, Atalo Holdings was looking ahead, working with the Kentucky Department of Agriculture and all of their partners to develop improved agronomics, proprietary cultivars, processing techniques and pathways to market for this unique crop. Atalo acquired the former Rickard Seed Research Facility in Winchester, Kentucky and opened the Hemp Research Campus. The Atalo Growers Group was established and by 2016, had grown from 5 farmers on 36 acres to 50 farmers on 2,500 acres; the largest tract of permitted hemp under cultivation in the United States.


Superfoods The Chemurgists’ vision of hemp as a “billion dollar crop” focused on fiber and fuel. Hemp protein had been known for centuries in Europe and Asia and by 2014, hemp grain was “re-discovered" as the most powerful source of vegetable protein when health experts found that hemp grain, as a pure plant protein, provides all 20 amino acids, and a perfect 3:1 ratio of Omega-6 Linoleic Acid and Omega-3 Linoleic Acid. Today, hemp is being described as a “superfood.” At Atalo’s Hemp Research Campus, scientists and growers are now working on best agronomic practices for planting, growing, harvesting and processing hemp grain for protein. New hemp seed varieties are being developed in an effort to provide better harvest and more predictable protein output from the processed grain. “This is a once in a lifetime opportunity for farmers to be on the front end of a brand new crop that could maybe be the premier protein source in the United States in the not so distant future,” said Atalo CEO William Hilliard, who is positioning Atalo at the leading edge of the hemp protein market. Today, Atalo is growing, processing and distributing wholesale quantities of Hemp Protein Powder, Hemp Hearts and Hemp Oil, as research in agronomic and marketing practices continues with the Kentucky Department of Agri-

culture.

CBD – Like Aspirin from the Willow Tree Who knew that Aspirin, one of the world’s greatest analgesics, would come from the bark of the Willow tree? When the Chemurgists were forced to stop their hemp research in 1937, they had not yet encountered cannabidiol (CBD) and the human body’s endocannabinoid system (ECS) had not yet been identified or explored. Cannabidiol (CBD), a non-psychoactive component of the marijuana plant, has generated significant interest among scientists and physicians in recent years – but how CBD exerts its therapeutic impact on the molecular level is still being sorted out by scientists. At the Hemp Research Campus, Atalo Holdings’ scientists are addressing the rising interest in CBD as a functional food and nutraceutical/lifestyle choice. With a focus on seed science and full spectrum, whole plant extraction, Atalo is collaborating with the University of Kentucky and international partners to increase CBD yield and ensure hemp’s low THC levels through their certified, international pedigreed seed and to improve the overall quality of the full spectrum extraction process. According to Mark Blumenthal, of the American Botanical Council, "The data

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surrounding its (CBD) efficacy, particularly in indications such as pain relief, traumatic brain injury, suppression of seizures among others bodes well for its future in the market. If CBD had been found in another plant, it would be considered a miracle cure, a miracle functional food, or a miracle drug."

Continued Vigilance In January of 2015 the Industrial Hemp Farming Act was introduced in the US House and Senate through H.R. 525 and S.B. 134. If passed, all current restrictions on the cultivation of industrial hemp would be removed, along with its classification as a Schedule 1

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controlled substance. James Comer, now a Kentucky US representative, has teamed with Rep. Thomas Massie to push hemp legislation through Washington. “It’s an agricultural issue. It’s a jobs issue,” Comer said. “There’s a lot of opportunity for hemp to boost agriculture and jobs but it’s held back because of its association with marijuana.” Earl Blumenauer, US representative from Oregon, said, “Acceptance of hemp has been growing across the country in recent years and shouldn’t be seen as a problem. It’s absolutely ridiculous that the cultivation of hemp is still illegal at the federal level.” While these are positive signs, this is not a time to relax. According to Hickey, lobbying efforts against hemp have stepped up


significantly, and not only from the DEA. “It seems that pharmaceutical interests are now lobbying to restrict hemp’s rise to protect certain synthetic compounds now in development,” he said. “This means we’re on to something good. Perhaps the Chemurgists were right. Hemp really may be a ‘Miracle Crop’ with real potential for food, fiber, fuel and medicine.” With so much focus on the economic potential of CBD, Atalo is not losing sight of the big picture. The partners are committed to research and development, picking up where Edison, Carver and Ford left off. They’re committed to rural economic development. They’re committed to adding another crop to the rotation for the American farmer. And they are protecting their interests through continued advocacy and vigilance. In a quote to The Lane Report, Andy Graves said, “When it is fully legalized, Kentucky farmers, who are competitive by nature, will blow away the rest of the world’s hemp competition,

especially since the state has already done it before.” “My great grandfather was a hemp farmer here in Kentucky and my father grew up working with industrial hemp as part of the farming operation,” says Andy Graves. “Our hemp quality and yield was respected world-wide then and we’re excited to return to productivity now.” And for Jake Graves, the scent of hemp in the morning is half the pleasure. “Now let’s make some green out of the green,” he says. It’s sunrise over the emerald fields of Kentucky and hemp sways gently in the warm summer breeze …

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 cannabee.at

HANFHONIG

Der Cannabee® ist ein Cremehonig, der mit Hanfblütenöl verfeinert wurde. Diese Mischung hebt den Honig auf ein ganz neues Level, da der klassische Honiggeschmack am Gaumen nach wenigen Sekunden von einer kräftigen Heunote dominiert wird. Für Menschen, die gerne etwas neues probieren, ist dieser Honig garantiert ein Versuch wert. Durch das kreative und surreale Artwork ist das Produkt schön zu Ende gedacht und lässt sich auch gut verschenken. Ein Glas Cannabee® mit 250 Gramm kostet rund 15.00 €.

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 hanfmilch.at

TRINKHANF

Frenkenberger Trinkhanf ist eine pflanzliche Hanfmilch, die aus reinen Hanfsamen hergestellt wird und sich durch viele positive Eigenschaften auszeichnet. Die Vielseitigkeit der Hanfmilch macht sie so interessant, denn sie wird als pflanzlicher Milchersatz zum Trinken, Kochen oder Mixen verwendet. Der Geschmack ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber wem der natürliche Geschmack zu herb ist, kann für zwischendurch auf viele Sorten wie Kakao, Kaffee oder auch fruchtige Alternativen mit Johannisbeere, Mango u. v. m. ausweichen. Der Preis liegt zwischen 2,60 und 3,60 pro Flasche.

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 farmgoodies.net

HANFÖL

Eine vollwertige Ernährung mit einem kalt gepressten Hanföl genießen, das finden wir sehr gut. Das nussige Hanföl von farmgoodies besitzt einen würzigen Geschmack und ist vielseitig einsetzbar. Wer auf die lebenswichtigen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren Wert legt und ein hochwertiges biologisches Hanföl sucht, der sollte das bio Hanföl von farmgoodies.net probieren und sich inspirieren lassen. Bei unserem Geschmackstest liegt das Hanföl ganz weit vorne.

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 hanfland.at

HANFMEHL

Obwohl das Hanfmehl für viele Szenarien in der Küche, wie Suppen oder Smoothies, eingesetzt werden kann, haben wir es in unserem Test lediglich zum Backen von Brot verwendet. Hier konnte es überzeugen. Wer seinem Brot eine nussige Note verleihen möchte, sollte das mit Hanfmehl tun. Bis zu 15 % kann man das Hanfmehl mit anderem Mehl mischen, damit das Ergebnis am Ende passt. Wird das Brot zusätzlich mit Hanfnüssen verfeinert, verpasst man ihm eine ungewöhnlich knusprige Note. 500 Gramm Hanfmehl kosten 4,50 €.

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HANFSCHOKOLADE

Wenn wir von der Zotter Hanfschokolade sprechen, dann ist damit die Kreation „Hanf und Mocca“ der österreichischen Schokoladenmanufaktur gemeint. Auch wenn der Hanfgeschmack neben der kräftigen dunkeln Schokolade und der dominanten Moccafüllung nur mit einem geübten Geschmackssinn herausgeschmeckt werden kann, konnte diese Hanfschokolade überzeugen. Mit 12 % geschälten und gerösteten Hanfsamen ist der Anteil nicht gering, wie es der Geschmack vermuten lässt. Eine Tafel kostet 4,50 €.

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 hanfmilch.at

HANFBIER

Ebenfalls aus dem Hause Frenkenberger stammt das Synergy Hanfbier. Das Bier ist ohne Frage ein leckeres und erfrischendes Bier, wobei jedoch bei einer Blindverkostung nicht jeder Gaumen auf einen Hanf-Zusatz schließen würde. Gebraut wird hier mit den Hanfsamen, was die milde Veredelung des Biers erklärt, die bei der Verwendung der Blüten eher kräftiger ausfallen würde. In einer 0,33-l-Flasche für ca. 2,60 EUR ist das Bier aber eine schöne Besonderheit, die man sich im Sommer unbedingt gönnen sollte.

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HANFSAMEN

Geschälte Hanfsamen sind vielseitig einsetzbar und können bei süßen als auch herzhaften Speisen für das gewisse Extra sorgen. Wir haben die Hanfsamen zum Brot backen, im Salat und als Dekoration auf Desserts verwendet. Am überzeugendsten ist das nussige Aroma und die leicht knusprige Konsistenz im Salat in Verbindung mit einem Hanföl, welches wir ebenfalls von Hanfland bekommen haben. Sie eigenen sich zudem als gesunder Ersatz für Süßigkeiten aller Art. 500 Gramm kosten rund 15,00 €.

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HANF CREMA

Die Hanf Creme weckt die Erwartung an einen süßen Brotaufstrich, welche sich auch beim ersten Bissen bestätigt. Bereits im nächsten Moment tritt jedoch der herbe, erdige Hanfgeschmack deutlich in den Vordergrund, was eine gelungene Abwechslung zu sonstigen süßen Brotaufstrichen ist. Hier schmeckt man den Hanf unverkennbar heraus, was nicht bei allen Produkten aus oder mit Hanf selbstverständlich ist. Die Potter Hanf Creme kostet rund 4,60 EUR. Wer noch mehr Abwechslung braucht, kann hier auch andere Sorten mit z. B. Nuss/ Karamell oder Mandel/Rosen mitbestellen.

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MARIHUANA AUF BTM REZEPT WAS ÄNDERT SICH? Das Cannabis-Medizingesetz ist durch. von Robert Brungert

Inzwischen sind es über 1000 Patienten in Deutschland, die aufgrund ihrer Ausnahmegenehmigung nach § 3 Abs. 2 BtmG Marihuanablüten aus der Apotheke beziehen dürfen. Weitere Patienten dürfen bereits Fertigarznei, die Cannabinoide enthält, verwenden. Diese Patienten dürfen das, konnten es jedoch im realen Leben oft genug nicht. Sie mussten bis auf wenige Ausnahmen diese Marihuanablüten oder die Fertigarznei selber bezahlen. Die Kosten dieser Medikamente lagen bei 200 bis 2000 Euro pro Monat, eine Summe, die manchen in den finanziellen Ruin getrieben hat. Die Not ist so groß, viele Patienten sind so verzweifelt, dass viele von ihnen sogar über Jahre für ihr Recht geklagt haben. Deswegen dürfen die Ersten per richterlicher Einzelfallentscheidung jetzt ihr eigenes Marihuana anbauen. Ein Dorn im Auge der Bundesregierung, weswegen das Cannabis-Medizingesetz auf den Weg gebracht wurde. Dieses wurde am 19.01.2017 im Bundestag einstimmig beschlossen, vom Bundesrat ratifiziert und trat damit am 10. März 2017 in Kraft.

Die Situation bislang: Patienten mussten erst einmal einen Arzt finden, der sich viel Zeit für sie nimmt. Der Arzt musste zuerst alle erdenklichen Medikamente „am Patienten ausprobieren“. Das war in den ersten Jahren schlimmer, inzwischen sind diese „Versuchsreihen“ nicht mehr ganz so umfassend. Dennoch musste der Arzt glaubhaft belegen, dass für seinen Patienten keine der gängigen Behandlungsmöglichkeiten eine genügende Linderung erbringen wird. Damit gibt es nur Marihuana, welches diese genügende Linderung vom Leiden erwirkt. Aufgrund dieser belegten Einzelfallsituation muss die BfArM die Ausnahmegenehmigung ausstellen, wenn sie den gut begründeten Antrag nicht begründet ablehnen kann. Der Patient durfte nach der Bewilligung monatlich eine festgelegte Höchstmenge Marihuana aus der Apotheke beziehen. Dieses Marihuana hatte er bis auf wenige Ausnahmefälle selber zu bezahlen. Dabei muss erst einmal eine Apotheke gefunden werden, die viel bürokratische Arbeit auf sich nimmt, um das Marihuana an die Patienten abgeben zu


dürfen. Nur aus dieser einen einzigen Apotheke konnte der Patient sein Marihuana beziehen. Bis auf Ausnahmen kann er sich damit nur im Schengenraum legal bewegen. Aber auch für Reisen im Schengenraum müssen noch immer vor Reiseantritt Schengendokumente ausgefüllt und bewilligt werden. Fertigarzneimittel werden bereits die ganze Zeit per BtM Rezept verschrieben. Aber auch hier zahlen die Patienten selber, wenn sie sich nicht gerade in stationärer Unterbringung befinden. Auch hier sind die Preise für die meisten Patienten nicht zu bewältigen.

Die Änderungen mit dem Cannabis-Medizingesetz Jeder Arzt, der es möchte und für notwendig hält, kann seinen Patienten seit 2007 cannabinoidhaltige Fertigarzneimittel verschreiben. Er muss dafür nur ein BtM Rezept erstellen, wie diese auch für Opiate, viele Benzodiazepine, Ritalin oder andere Medikamente verwendet werden. Diese Medikamente sind wegen ihrem Missbrauchspotenzial besonders riskant, weswegen neben dem normalen Rezept das BtM Rezept eine noch höhere Sicherheitshürde darstellt. Der Aufwand der Verschreibung ist für den Arzt etwas höher und dennoch reine Routine. Die Verschreibungen werden jedoch anders kategorisiert und geprüft. Deswegen ist es für Ärzte dank dem Cannabis-Medizingesetz von nun an nur noch ein Bruchteil vom Aufwand,

wenn sie ihren Patienten Marihuanablüten verschreiben möchten. Sie können ohne umfassend belegte „Patientenversuche“ einfach das nötige BtM Rezept ausstellen und den Patienten in die Apotheke schicken. Dabei müssen die Krankenkassen dieses Marihuana in „besonders schweren und chronischen Fällen“ erstatten, wenn durch andere Medikamente keine genügende Wirkung zu erwarten ist. Diese Definition ist so ungenau, dass die Patienten bei den zu erwartenden Ablehnungen weiterhin klagen und auch gewinnen werden. Wer als Patient hingegen vermögend ist und selber zahlt, der kann auch mit weniger schlimmen Erkrankungen sein Marihuana mit einem Privatrezept aus den Apotheken holen. Es wird jedoch weiterhin das Problem für die Patienten auftreten, dass sie erst einmal einen mitwirkenden Arzt finden müssen.

Den mitwirkenden Arzt finden Die meisten Ärzte werden dem Marihuana noch immer sehr skeptisch gegenüberstehen. Die einen sind voreingenommen und möchten ihren Standpunkt nicht ändern. Die anderen verfügen über keine Erfahrungswerte. Sie wissen noch nicht, welche Sorte oder welche Anfangsdosis sie in den jeweiligen Situationen verschreiben müssen. Wer als Patient seinen Arzt anspricht, sollte deswegen nicht da-


mit beginnen: „Ich habe mal gehört, ...“. Der richtige Anfang für das Gespräch mit dem Mediziner wäre: „Ich war für mehrere Wochen in den Niederlanden und habe dort Marihuana geraucht. Mit der Sorte x und der Dosis y habe ich mich viel besser gefühlt.“ Der Arzt hat also bereits die Erfahrungswerte vom Patienten und muss mit diesem nicht mehr experimentieren. Es erklärt sich von alleine, dass es sich um keinen erfundenen „Hollandurlaub“ handeln soll, sondern der Patient wirklich bereits aus Erfahrung berichtet. Wer das noch nicht kann, sollte seinen nächsten Urlaub in den Niederlanden buchen. Er soll jedoch nicht erwarten, dass dortiges Coffeeshop Marihuana für seine Erkrankung optimal wirkt. Wer in Deutschland mit dem einen Arzt nicht weiter kommt, kann immer noch zu einem anderen Mediziner gehen, der ihm das benötigte Marihuana auf BtM Rezept vielleicht doch verschreibt. In vielen Situationen ist es ähnlich, dass Patienten erst nach einiger Zeit den für sie passenden Mediziner finden. Mit dem neuen Cannabis-Medizingesetz sind die Aussichten auf die Verschreibung von Marihuanablüten oder cannabinoidhaltigen Fertigarzneimitteln jedoch erheblich besser als vorher.

Im Zweifelsfall die Kosten einklagen: Wer sein BtM Rezept erhält, der erhält nicht automatisch die Kostenüber-

nahme durch die Krankenkassen. Hier kann erwogen werden, die Kasse zu wechseln oder zu klagen. Wer klagen möchte, soll das vorab mit dem behandelnden Arzt besprechen und möglichst schon im Vorfeld entsprechende Untersuchungen und Befunde über sich ergehen lassen. Vor einer Klage soll unbedingt noch der außergerichtliche Weg mit neuer Beantragung, Widerspruch und einem Schreiben vom Anwalt versucht werden. Wenn es wirklich zu einer Klage kommt, ist diese Vorgeschichte sehr wichtig, um vom Richter Recht zu erhalten. Dabei ist es durchaus möglich, dass die Kosten rückwirkend wenigstens zum Teil erstattet werden. Wenn ein Patient jedoch „noch gar nicht so krank“ ist und dennoch einen Mediziner findet, der ihm Marihuanablüten verschreibt, da diese ihm helfen, dann ist die Kostenübernahme sehr unwahrscheinlich. Es geht hier eben nicht darum, dass der Kiffer seinem Arzt eine Geschichte erzählt, um auf Allgemeinkosten kiffen zu können. Genau das soll vermieden werden, weswegen vermutlich auch in 20 Jahren für potente Marihuanablüten und potente Fertigarzneimittel (mit hohem THC Gehalt) die Kassen nicht automatisch zahlen werden. Wenn die Marihuanablüten oder die Fertigarzneimittel mit Cannabinoiden medizinisch notwendig sind und nicht gleichwertig durch andere Medikamente ersetzt werden können, dann werden die Kassen zahlen müssen. Es liegt also immer auch an der stichhal-


tigen Begründung durch den Patienten und Mediziner, ob die Kosten erstattet werden.

Marihuanablüten oder Fertigarznei mit Cannabinoiden?

Verschreibung über Privatrezept

Was ist denn jetzt der Unterschied zwischen Marihuanablüten und cannabinoidhaltigen Fertigarzneimitteln? Bei den Marihuanablüten sind alle Wirkstoffe der Pflanze enthalten. Jede Sorte hat dabei ihre eigenen Schwerpunkte sowie die Wirkstoffmengen mit jeder Ernte etwas schwanken können. Bei dem Fertigarzneimittel Dronabinol ist hingegen nur der Wirkstoff Delta 9 trans Tetrahydrocannabinol enthalten, im Sativex sind es Delta 9 THC und Cannabidiol. Vielen Patienten können isolierte Cannabinoide der Hanfpflanze sehr gut helfen. Vermutlich genauso vielen Patienten hilft es jedoch nicht so gut, als wenn sie die gesamten Marihuanablüten der richtigen Sorte für sich verwenden. Die Cannabinoide haben alle ihre Wirkung für sich. Sie können sich in ihrer Wirkung jedoch ergänzen oder anders beeinflussen. Weiterhin sind in den Marihuanablüten Terpene, die für sich selber keine Wirkung entfalten. Sie können jedoch die Wirkung der Cannabinoide positiv beeinflussen, wodurch wiederum einige Patienten profitieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Patient Marihuanablüten rauchen müsste. Er kann diese zudem vaporisieren, Extrakte unter die Zunge geben, die Extrakte zum Backen verwenden oder auch Hautprobleme mit Salben behandeln.

Es gibt einen Trick, um Ärzte schneller zum Mitwirken zu bringen. Diese stellen Rezepte aus, die möglicherweise von ihrem Budget runtergehen. Mit diesem müssen sie jedoch das ganze Jahr auskommen. Nur bei schweren chronischen Erkrankungen gehen die Kosten für Medikamente nicht vom fiktiven Ärztebudget runter. Ob es schwerwiegend und chronisch ist, wäre vielleicht eine Auslegungssache, weswegen einige Ärzte den Patienten keine Cannabismedizin verschreiben werden. Diese können um das Ausstellen von einem Privatrezept gebeten werden. Der Patient zahlt zuerst selber, kann aber dennoch die Kostenübernahme durch die Kassen beantragen und sogar einklagen, wenn der Arzt mitwirkt und alle Befunde und Gutachten ausstellt. Zur Info: Mit dem Cannabis-Medizin Gesetz sind die Marihuanablüten in den Apotheken leider erst einmal noch teurer als zuvor, da sie in diesen granuliert werden. Wer seinen Arzt bittet, auf dem Rezept zu vermerken, dass er ganze und keine granulierten Marihuanablüten erhalten soll, der kann diesen Kostensprung umgehen.


Wenn einfach ein Vollauszug aus den Marihuanablüten gewonnen wird, sind immerhin auch alle Wirkstoffe enthalten. Mit den Extrakten kann jedoch anderes gearbeitet werden, um Wirkstoffschwankungen in den Cannabismedikamenten noch effektiver zu vermeiden. Es liegt allerdings auch an den Patienten, dass sie ihre persönliche Konsumform finden. Selbst wenn es diese Vollauszüge gibt, werden viele dennoch weiterhin rauchen oder vaporisieren. Genau an diesen Stellen sollen die Patienten ein Mitspracherecht behalten, da auch die Art und Weise vom Konsum ein wichtiger Punkt in der Behandlung mit Marihuana darstellt.

Die Motivation zum Cannabis-Medizingesetz Mit der vereinfachten Abgabe von Marihuanablüten soll der Notstand vieler Patienten aufgehoben werden, die sich das teure Marihuana aus den Apotheken derzeit noch nicht leisten können. Nur wegen diesem Notstand mussten bereits befristete Anbaulizenzen an klagende Patienten vergeben werden. Genau diesen Eigenanbau möchten die Bundesregierung, Pharmaunternehmen, die Mediziner oder auch Apotheker vermeiden. Auch die Möglichkeit zum Eigenanbau wäre keine alleinige Lösung für die Patienten, da viele von ihnen nicht mehr ihr eigenes Marihuana anbauen können und auch niemanden dafür haben.

Bei vielen Patienten hilft eine Marihuanasorte besser, die sie jedoch nicht in der Apotheke bekommen. Es wäre schön, wenn für diese Patienten der Eigenanbau mit geringen Hürden möglich wäre und für die anderen das Marihuana aus den Apotheken von den Kassen bezahlt wird. Die Patienten, die auf eigene Kosten selber anbauen, würden auch die Krankenkassen entlasten. Dennoch soll genau das verhindert werden. Alles in allem ist dieses neue Cannabis-Medizingesetz trotz zweifelhafter Motivation dennoch ein riesengroßer Schritt in die richtige Richtung. Das deutsche Cannabis Medizingesetz ist in Europa und sogar der ganzen Welt erst einmal eines der fortschrittlichsten. Es wird einige Jahre dauern, bis die Mediziner sich mit der Thematik vertrauter gemacht haben und aufgrund ihrer Erfahrungswerte schneller Marihuanablüten oder cannabinoidhaltige Fertigarzneimittel verschreiben. Es liegt jetzt auch an den Patienten, dass sie zu ihren Ärzten gehen und Druck machen. Zudem liegt es an diesen Patienten, dass sie die Kosten von den Krankenkassen zur Not auch einklagen. Es liegt an den Bürgern dieses Landes, wie schnell Cannabismedikamente sich in Deutschland wieder etablieren. Wer es einfach nur abwartet, der kann nicht nur an diesem Punkt lange warten. Gerade Not leidende Patienten können oft genug nicht mehr lange warten und sind darauf angewiesen, dass diejenigen, die noch wenigstens etwas können, den Weg freimachen.


Ganz Österreich für Legalisierung

von Anatol Zweig

Die in Europa einzigartige Gesetzeslage, wonach Hanfstecklinge legal sind, solange man sie nicht in die Blüte schickt, hat dem Eigenanbau in Österreich zu einem ungeahnten Boom verholfen. Rund 300.000 Hanf-Stecklinge wandern mittlerweile monatlich offiziell als Zierpflanzen oder Raumluftverbesserer über die Tresen von einer mittlerweile dreistelligen Anzahl von HanfShops.Dem Trend zum Eigenanbau mit all seinen positiven Nebeneffekten wie etwa dem verringerten Straßenhandel und vor allem der in Europa überdurchschnittlichen Qualität – Eigenanbau ist die beste Qualitätskontrolle – hinkt allerdings die Politik hinterher. Nach wie vor werden österreichische

HanffreundInnen durch die aus wissenschaftlicher Sicht falsche Inklusion von Cannabis im Suchtmittelgesetz (SMG) wegen des einzigen opferlosen "Verbrechens" im österreichischen Strafrecht mit Strafe bedroht, sobald sie nur einen Joint in der Hand halten. Das doppelbödige Drogengesetz, in dem zwar der Konsum, aber nicht der Erwerb straflos bleiben, führt dazu, dass jährlich über 25.000 Cannabiskonsumenten wegen Kleinstmengen im Grammbereich einen teuren Canossagang durch die Mühlen des Gesundheitsapparats antreten müssen. Nach Schätzungen des Wiener Hanf-Instituts auf Basis der offiziellen Polizei-Statistiken wendet der Staat unglaubliche 600 Millionen Euro

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oder umgerechnet fast 800 Euro für jedes Gramm beschlagnahmter Rauchware auf. Die Hanf-freundInnen müssen deswegen sicher nicht vor einer leeren Bong sitzen: Von einem geschätzten Jahresverbrauch von rund 250 Tonnen landen jedes Jahr durchschnittlich gerade einmal 1,5 Tonnen oder 0,6 Prozent in die Asservatenkammer der Polizei.

In der Politik wird die Problematik auf breiter Front ignoriert. Eine erste Bürgerinitiative im Jahr 2014, bei der über 33.000 ÖsterreicherInnen für die Herausnahme von Cannabis aus dem SMG unterschrieben, erlitt im Parlament ein Begräbnis 3. Klasse. Doch die wachsende Zahl von Aktivisten lässt sich davon nicht bremsen. Eine noch in der Offline-Phase befindliche 2. parlamentarische Bürgerinitiative für den Cannabis-Eigenanbau durch Patienten konnte bisher schon über 25.000 Stimmen sammeln. Initiator und Erstunterzeichner Patrick Krammer von der österreichischen Cannabis-Patientenvertretung ARGE Canna ist aufgrund des hohen Zuspruchs hoffnungsfroh, dass diese Bürgerinitiative die erfolgreichste jemals in der Geschichte dieses Instruments der direkten Demokratie wird: „Genau 7 von 20.000 Kontakten unserer Aktivisten

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beim Unterschriftensammeln waren noch der Meinung, dass Cannabis als Medizin nicht legalisiert werden soll. Das entspricht einer Zustimmungsquote von 99,96 Prozent.“

Doch die Politik und die Strafverfolgungsbehörden führen den Krieg gegen das unschädlichste Genussmittel, das zugleich auch seit Jahrtausenden vielfältigste Heilpflanze ist, unbeirrt auf ihrem Holzweg weiter. Österreichs prominentester Cannabis-Patient, Wilhelm Wallner, kann davon ein trauriges Lied singen. Der seit einem Arbeitsunfall permanent unter Schmerzen auf einen Niveau von 9 auf einer 10er-Skala leidende Gründer des Cannabis Social Club Salzburg (CSCS) kann – auch durch etliche ärztliche Fachgutachten bestätigt – nur durch den Konsum vom medizinischem Cannabis seine Schmerzen lindern. „Mir haben die Ärzte von Morphium bis zu den schwer abhängig machenden synthetischen Opiaten alles gegeben und nichts hat geholfen. Bis mir dann ein Freund einen Joint gegeben hat und ich das erste Mal seit Jahren wieder einmal durchschlafen konnte“, schildert der joviale Flachgauer seinen Weg zum Hanf. Im Rahmen des CSCS versucht Wallner


seither mittlerweile fast 200 schwerkranke Menschen – die älteste Hilfesuchende ist 92 Jahre alt – mit der Heilpflanze ihrer Wahl zu versorgen. Seine Bemühungen werden ihm vom Staat, der mit der Legalisierung von Cannabis jährlich eine Milliarde Euro einsparen könnte, jedoch übel genommen. Bisher insgesamt 9 Hausdurchsuchungen, bei denen Clublokal und Privatwohnung verwüstet, Bargeld, Computer und Telefone beschlagnahmt wurden, konnten den Willen des Pioniers für Hanf als Heilpflanze nicht brechen. Trotz aller medizinischen Atteste will ihn der Staatsapparat vor den Kadi zerren.

„Es kostet sicher einen hohen sechsstelligen Betrag, wenn 40 Polizeiinspektionen in ganz Österreich noch dazu mit illegalen Methoden 170 Kranke ver-

hören, um herauszufinden, ob sie von Herrn Wallner Cannabis-Präparate aus natürlichen Blüten erhalten haben. Wir sehen das als eindeutigen Einschüchterungsversuch, weil er sicher der aktivste aller Cannabis-Proponenten in Österreich ist“, kritisiert der Präsident des Hanf-Instituts, Toni Straka, die RamboMethoden gegen kranke Menschen. Er hofft, dass die kürzliche Legalisierung von natürlichem Cannabis als Medizin in Deutschland wieder zu einer belebteren Diskussion und der endgültigen Abkehr von überkommenen Cannabis-Dogmen führt. „Auf Basis von USDaten könnte in Österreich Cannabis für rund 200.000 Menschen das Heilmittel erster Wahl sein“, sagte Straka und stellte die Frage: „Will die Republik Österreich wirklich weiterhin Milliarden mit der Verfolgung der Schwächsten unserer Gesellschaft, den Kranken, verschwenden? Wir hoffen, dass endlich Menschlichkeit Einzug in die Drogenpolitik hält.“

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Cannabisierter Schoko Möhren Kuchen von Rüdiger Klos-Neumann

Zutaten:

Zubereitung:

250 g Mandel(n), Kokosraspel

1. Zuerst müssen die Terpene (Aromen und Geschmacksstoffe) sowie die medizinischen Wirkstoffe der Hanfpflanze vom Pflanzenmaterial getrennt werden. Dazu bringt man 50 g Butter zum Schmelzen. Anschließend die Hitze abdrehen und klein gemahlenes Cannabis hinzufügen. Die Cannabisbutter unter Rühren 10 Min. ziehen lassen und anschließend durch ein Sieb passieren.

oder Haselnüsse, gemahlen 250 g Mehl 250  g Rohrzucker 1 Pck. Backpulver 1 Pck. Vanillezucker 1 Msp. Zimt 1 Prise Salz 3 EL Kakaopulver 50 g Cannabis Butter 150  ml Sojamilch 150  ml Kaffee oder Espresso 1 Karotte, geraspelt (optional)

Zubereitungszeit: 15 Minuten Backzeit: 70 Minuten

2. Alle trockenen Zutaten gut miteinander vermischen. Dann langsam Kaffee, lauwarme Cannabisbutter und Sojamilch zugeben und gründlich mit dem Mixer verrühren, bis alle Klumpen verschwunden sind. Wenn man noch eine fein geriebene Karotte hinzugibt, wird der Kuchen noch saftiger. 3. Den Ofen auf 165 Grad vorheizen. Die Masse in eine gefettete Gugelhupfform geben. Die Backzeit kann je nach Ofen variieren, bei mir hat er bei Ober-/Unterhitze 70 Minuten gebraucht. Der Kaffee oder die Sojamilch können, je nach Geschmack, durch andere Flüssigkeiten ersetzt werden, z. B. Saft oder Tee. Verfeinern kann man den Kuchen mit gehackter Zartbitterschokolade oder Nüssen.


DIE STORY WWW.SENS-CUISINE.COM

Die orale Aufnahme von Cannabis ist weit weniger verbreitet als das Inhalieren. Für Patienten kann diese Art des Konsums jedoch eine echte Alternative darstellen. So auch in meinem Fall. Vor 23 Jahren erlitt ich meine erste Clusterkopfschmerzattacke. Die Schmerzen sind dabei jedes Mal so unvorstellbar intensiv, dass jede Attacke mir das Gefühl gibt, sterben zu müssen. Über 20 Jahre wurde mit Medikamenten versucht den Clusterkopfschmerz zu besiegen, doch der Erfolg blieb aus. Erst die Therapie mit Cannabis ermöglichte mir wieder ins Leben zurückzukehren.

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Inzwischen benötige ich mehrere Gramm Cannabis täglich. Irgendwann wurde es fast unmöglich jeden Tag die benötigte Menge durch Joints zu konsumieren, weswegen ich mich nach anderen Optionen umsah. Meine Berufserfahrung als Koch half mir dabei Cannabis in Speisen und Getränken zu verarbeiten und eine möglichst konstante Dosierung zu erzielen. Inzwischen habe ich Cannabis fest in meinen täglichen Speiseplan integriert und kann so meine Schmerzen kontrollieren. Wie viel Cannabis pro Anwendung bzw. Portion nötig ist, hängt von der jeweiligen Diagnose, von der Größe und dem Gewicht der Person, sowie ihrer Cannabistoleranz ab. Ich bin kein Arzt und werde daher an dieser Stelle keine Empfehlung aussprechen. Ein Hinweis sei jedoch gegeben: Die Wirkung von Cannabis bei oraler Einnahme ist 10-mal stärker als bei der Inhalation. Dadurch benötigt man im Schnitt weniger Medi-

zin, allerdings ist die Gefahr einer Überdosierung größer, da die Wirkung erst zeitverzögert einsetzt. Seitdem meine Krankheit chronisch wurde, bin ich nicht mehr in der Lage meinen Beruf als Koch wie zuvor auszuüben. Dennoch wollte ich einen Weg finden meine Fähigkeiten weiter anzuwenden und gleichzeitig möglichst vielen Menschen das Wissen um den ganzheitlichen Nutzen der Cannabispflanze näher bringen. Mit meiner neuen Kochshow "sens cuisine" veröffentliche ich gemeinsam mit "sens media" Rezepte und gebe Tipps zur richtigen Verarbeitung von Cannabis in der Küche. Denn auch hier ist Cannabis nicht gleich Cannabis. Die Sorte entscheidet nicht nur über die Wirkung, sondern beeinflusst auch den Geschmack und der liegt mir als Koch natürlich genauso am Herzen.


ES WÄCHST, WAS GEBRAUCHT WIRD! EIN STREIFZUG DURCH DIE HEIMISCHE HEILPFLANZEN-FLORA . von Kevin Johann

Vieles von dem, was unseren Ahnen über Jahrtausende hinweg bekannt war, hat der moderne Zivilisationsmensch fast vollständig vergessen. Zum Beispiel jenes universell feststellbare Phänomen, das sich Heilpflanzen häufig exakt dort ansiedeln, wo sie besonders benötigt werden - etwa um die Luft- und Bodenqualität zu verbessern oder um der Menschheit bei individuellen und kollektiven Heilungsprozessen zu helfen. Dass es sich bei dieser Vorstellung, welche die Erde mit all den auf ihr lebenden Wesen als zusammenhängendes und stets auf Selbstheilung „programmiertes“ System versteht, nicht um blanken Aberglauben urtümlicher Zeiten handelt, kann im Grunde genommen jede Person für sich selbst erfahren und letztlich auch nutzbar machen, und wird bisweilen auch gehäuft von wissenschaftlicher Seite bestätigt. Dazu gilt es nur einmal genau zu beobachten, welche Wildpflanzen in der unmittelbaren Umgebung der eigenen Wohnstätte gedeihen. Die anschließend

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erfolgende Recherche lässt uns dann in vielen Fällen erkennen, dass es genau solche Pflanzen sind, die unserem Leiden Abhilfe oder zumindest eine spürbare Linderung verschaffen können. Als weiteres Beispiel lässt sich in diesem Kontext die Beobachtung anführen, dass vielerorts dort, wo es reichlich sauren Boden gibt, Pflanzen auftauchen - manchmal „wie aus dem Nichts“ -, welche über die besondere Wirkqualität verfügen, den pH-Wert zu neutralisieren. Das Fazit zu diesem wunderbaren und höchst spannenden Phänomen lautet demnach: Mutter

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WENN DIE MENSCHEN DAS UNKRAUT NICHT NUR AUSREISSEN, SONDERN EINFACH AUFESSEN WÜRDEN, WÄREN SIE ES NICHT NUR LOS, SONDERN WÜRDEN AUCH NOCH GESUND. JOHANN KÜNZLE


Erde schickt, was gebraucht wird. Oder - wie es Albert Hofmann seinerzeit formulierte: Liebe Sucht Dich. Es sei jedoch betont, dass sämtlicher Umgang mit Heilpflanzen die Einhaltung einiger Grundregeln erfordert. Zum Beispiel muss klar sein, dass nur jene Wildpflanzen gesammelt werden dürfen, die nicht unter Naturschutz stehen und die man in der Lage ist exakt zu bestimmen. Gleichzeitig muss der Anwender wissen, welche Teile der Pflanze in welcher Dosierung verwendet werden; schließlich können Blätter, Blüten und Wurzeln von ein und derselben Pflanze einer komplett verschiedenartigen Zusammensetzung unterliegen und auf ganz unterschiedliche Weise zur Anwendung gebracht werden. Hinzukommend muss berücksichtigt werden, dass die Selbstmedikation mit Heilpflanzen bei anhaltender Symptomatik nicht den Besuch eines Arztes, Heilpraktikers oder Schamanen ersetzt.

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EIN PERSPEKTIVWECHSEL IST VONNÖTEN Offensichtlich sind viele der uns umgebenden Pflanze mehr als nur lästige Unkräuter oder stille „Mitbewohner“. Es sind uralte Kulturfolger und Verbündete des Menschen, die auf mannigfaltige Weise unser Leben bereichern können. Statt dem schwachsinnigen Trend zu folgen und ihnen mit giftigen Bekämpfungsmitteln zu Leibe zu rücken, die uns letztlich selbst mehr Schaden zufügen als den Pflanzen, sollten wir (zum Wohle aller) der Natur mit etwas mehr Respekt und Dankbarkeit begegnen und sie wieder als das erkennen, was sie in Wirklichkeit ist: eine riesengroße Apotheke. Vieles von dem, was zur Erhaltung unserer Gesundheit einen gewichtigen Beitrag leisten kann, wächst direkt vor unserer Haustür.

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(Equisetum arvens)

Ackerschachtelhalm

Der Ackerschachtelhalm (Syn. Zinnkraut, engl. horsetails) ist eine Sporen bildende, im Jungstadium an einen Pilz erinnernde Urpflanze mit einem Alter von mehreren Millionen Jahren. Wir können davon ausgehen, dass die besondere Heilkraft dieser unscheinbar auf Feldern sowie am Wegesrand gedeihenden Pflanze bereits in der Steinzeit bekannt war. Die grünen Frühjahrs- und Sommertriebe enthalten außergewöhnlich hohe Quantitäten an Kieselsäure (10 %) und Kalium, außerdem Flavonoide, Gerbstoffe und Glykoside u.  a. und zeigen ein bindegewebss-

tärkendes, blutreinigendes, entzündungshemmendes, harntreibendes, stoffwechselanregendes sowie wundheilendes Wirkverhalten. In der traditionellen Volksmedizin wird die Pflanze entsprechend dieser Eigenschaften bei Erkrankungen der Blasen und Nieren sowie bei Durchblutungsstörungen, Hautirritationen, Ödemen, Prostataleiden, Rückenschmerzen, Schwangerschaftsstreifen und Wunden empfohlen. Ackerschachtelhalm eignet sich gleichermaßen für die innere und äußere Anwendung.

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(Prunella vulgaris)

Braunelle 168

Die Kleine Braunelle (Syn. Brunelle, engl. heal-all) ist ein unscheinbar auf Wiesen und Waldwegen gedeihender Lippenblütler, der sich gerne auch im Garten ansiedelt. Getreu dem Zeitgeist moderner und von der Natur getrennter Gesellschaften wird die Kleine Braunelle, die nicht selten höher als 20 cm wächst und hübsche bläulich-violette Blüten trägt, oft als unliebsames „Rasenunkraut“ verachtet. Früher hingegen war sie eines der wichtigsten Arzneien zur Behandlung von Diphtherie. Weitere Krankheiten, die zu damaligen Zeiten erfolgreich mit dem, im Sommer geernte-

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ten und schonend getrockneten, Kraut behandelt wurden, sind zum Beispiel entzündliche Mund-, Rachen- und Kehlkopfentzündungen, ferner Bluthochdruckstörungen, Magen-DarmKatarrh und Diabetes. Äußerlich angewendet, in der Darreichung eines Bads, Umschlags oder einer Waschung, hilft die Kleine Braunelle bei Hautentzündungen und Wunden. Das Wirkspektrum reicht von adstringierend, antioxidativ und blutstillend bis hin zu entzündungshemmend und immunstimulierend. Extrakte aus Prunella vulgaris wirken außerdem antimikrobiell und antiviral.


(Sambucus nigra)

Holunder

Der in Europa weitverbreitete Holunder (Syn. Holder, engl. elder) ist gleichermaßen als Heil- sowie als magische Ritual- und Zauberpflanze von Relevanz. Zahlreiche Mythen und Legenden ranken sich um dieses Moschuskrautgewächs, das - davon waren unsere Vorfahren überzeugt - der Wohnsitz der guten Hausgeister ist. Naheliegend, dass zu früherer Zeit in fast jedem Hof ein Holunder wuchs. Als Hausmittel bei Erkältung und Grippe erfreut sich die Pflanze seit der Antike bis hinein in die Gegenwart einer konstanten Beliebtheit. Verwendet werden können zu diesem

Zweck sowohl die weißen Blüten wie auch die schwarzen, vitaminreichen Beeren. Ebenso gilt der Holunder seit alters her als gutes Mittel bei Blasenentzündungen, Hauterkrankungen und Kopfschmerzen. Das blutreinigende, entzündungshemmende, schleimlösende sowie harn- und schweißtreibende Wirkverhalten ist durch das Zusammenspiel einer Vielzahl diverser Inhaltsstoffe begründet; unter anderem sind Flavonoide, Gerbstoffe, Glykoside, Hydroxyzimtsäurederivate, Phytosterine und Schleimstoffe enthalten.

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Karde

(Dipsacus fullonum)

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Charakteristisches Bestimmungsmerkmal der zweijährig gedeihenden wilden Karde (Syn. Igelkopf, engl. wild teasel) ist der aufblühende, damals aufgrund seiner Stacheln auch zum Aufkämmen von Wolle verwendete Blütenkopf. Von naturheilkundlicher Relevanz ist jedoch im Besonderen die Wurzel, die am besten im Herbst des ersten Jahres ausgegraben wird. Innerlich als Tee oder Tinktur eingenommen, gilt die Kardenwurzel in der Volksmedizin als wirksames Mittel bei Hautkrankheiten, Immunstörungen, Kopfschmerzen, Magen- und Verdauungsschwäche sowie Rheuma. Äußerlich

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angewendet, etwa als Salbe, wurde sie zur Versorgung von rissigen Hautstellen und kleinen Wunden empfohlen. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet, das von klinisch-wissenschaftlicher Seite allerdings noch nicht abgesichert und bestätigt wurde, worüber inzwischen aber eine ganze Vielzahl positive Erfahrungsberichte publiziert wurden, ist der Einsatz der wilden Karde als Borreliose-Mittel. Die Pflanze wächst häufig in Ufernähe, wird aber auch am Wegesrand oder an Waldlichtungen gefunden.


(Taraxacum officinale)

Löwenzahn

Der als Pusteblume jedem Kind bekannte Löwenzahn (Syn. Butterblume, engl. dandelion) darf in dieser Auflistung nicht fehlen, wächst er doch in jedem Garten und wird nur selten für seine besonderen Qualitäten geschätzt. Die zarten, vor der Blüte gesammelten Blätter eignen sich hervorragend als Salat. Sie enthalten hohe Konzentrationen an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen und gehören zu den bewährtesten Mitteln gegen „Frühjahrsmüdigkeit“. Dass der Löwenzahn neben seiner Einsatzmöglichkeit als „Superfood“ auch von medizinischer Relevanz ist, lässt sich anhand des Artennamens erkennen. Die Bezeichnung officinale/officinalis weist darauf, dass die Pflanze zur Zeit ihrer Benennung offizinell war und als anerkannte Heilpflanze in Apotheken geführt wurde, was

im Falle des Löwenzahns auch heute noch der Fall ist. Man kann den Löwenzahn aber auch gleich im eigenen Garten pflücken. Volksmedizinisch werden Zubereitungen aus den Blättern und Wurzeln, etwa ein Tee oder eine Tinktur, zur Behandlung von Gallen-, Leber- und Nierenleiden sowie bei Harnwegsinfekten empfohlen. Weitere Indikationen sind Appetitlosigkeit, Magen- und Darmbeschwerden, Erschöpfungszustände, Gelenkschmerzen, Hautausschläge, Kopfschmerzen und Wechseljahrbeschwerden. Die Extrakte aus der Wurzel gelten in der erfahrungswissenschaftlichen Volksmedizin außerdem als vielversprechendes Mittel gegen Krebs. Ein Tee aus den gelb leuchtenden Blüten hingegen wurde früher als durchblutungsförderndes Gesichtswasser verwendet.

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Mädesüß

(Filipendula ulmaria)

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Das weißblütige und angenehm duftende Mädesüß (Syn. Geißbart, engl. Meadowsweet) wächst bevorzugt auf feuchtsumpfigen Wiesen sowie an Bach- und Flussufern. Den geläufigen Trivialnamen „Natural Aspirin“ trägt die Pflanze völlig zu Recht und sollte deshalb auch in keiner Hausapotheke fehlen. Wie auch die Weide (Salix) enthält das Mädesüß Salicylsäure-Derivate, die sich nach Einnahme in Salicylsäure aufspalten, welches sowohl chemisch-strukturell als auch wirkspezifisch eine große Ähnlichkeit zur synthetisch erzeugten und als Aspirin vermarkte-

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ten Acetylsalicylsäure aufweist. Folglich lassen sich Kraut und Blüten des Mädesüß zu gleicher Symptomatik einsetzen, wie auch das allseits bekannte Pharmakon: Bei grippalen Infekten, Entzündungen, Fieber und rheumatischen Schmerzen. Gleichzeitig gilt das Mädesüß volksmedizinisch als ausgezeichnete Hilfe bei Verdauungsstörungen, Magenschleimhautentzündungen und Hauterkrankungen. Ferner wird es zum Aromatisieren von Getränken genutzt.


(Geum urbanum)

Nelkenwurz

Bei der Echten Nelkenwurz (Syn. Benediktenwurzel, engl. St. Benedict's herb) handelt es sich um ein Gewächs, das in den letzten Jahrzehnten immer häufiger in Erscheinung tritt. Einige Pflanzenkundige vermuten, dass ihre rasante Verbreitung mit ihrer entgiftenden Wirkung zusammenhängt; ein wichtiges Element im Prozess der planetarischen Selbstheilung sozusagen. Vergiftete Böden profitieren genauso von dieser Pflanze wie eine von Toxinen geschädigte Leber. Außerdem wirkt die Wurzel, die aufgrund des enthaltenen Eugenols (Nelkenöl) Geruch und geschmacklich stark an

Gewürznelken erinnert, adstringierend, blutstillend, schmerzlindernd und tonisierend. Volksmedizinisch eingesetzt wurde sie bei Durchfall und anderen Verdauungsbeschwerden, Hämorrhoiden sowie Hauterkrankungen. Als Wasserauszug gegurgelt, hilft die Nelkenwurz (genau wie die Gewürznelke) bei Entzündungen des Zahnfleischs.

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(Achillea millefolium)

Schafgarbe 174

Seit jeher wird die Schafgarbe (Syn. Augenbraue der Venus, engl. yarrow) mit Liebe und Weisheit in Verbindung gebracht und zur Behandlung zahlreicher Erkrankungen genutzt. Das Wirkspektrum der Schafgarbe umfasst appetitanregende, blutstillende, entzündungshemmende, krampflösende und wundheilende Effekte. Nicht nur in Europa, sondern auch in China und Nordamerika wird die Schafgarbe seit Generationen medizinisch angewendet. Ethnomedizinische Indikationen sind z. B. Blutungen aller Art (z.  B. innere Blutungen, Wunden, Nasenbluten oder starke Menstruationsblutung), Augenentzündungen,

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Blähungen, Bluthochdruck, Eierstockerkrankung, Fieber, Hämorrhoiden, Hautausschläge, Menstruationsstörung, Nierenleiden, Prostataentzündung, Rheuma, wunde Brustwarzen, Weißfluss und viele weitere. Ein ausgezeichnetes Frauen- und Männerkraut. Gefunden wird die Schafgarbe auf Äckern oder am Wegesrand; sie kommt in der heimischen Flora häufig vor. Anhand ihrer flachen und weißen Blütendolden sowie den fein gefiederten Blättern kann sie leicht bestimmt werden. Angewendet werden kann die Schafgarbe innerlich als Tee oder Tinktur, äußerlich als Sitz- bzw. Vollbad sowie als Umschlag.


(Eupatorium cannabinum)

Wasserdost

Der mit einer Wuchshöhe bis zu 1,80 Meter auffällig auf feuchten Wiesen oder am Uferrand von Gewässern gedeihende Wasserdost (Syn. Kunigundenkraut, Wasserhanf, engl. hemp-agrimony) ist eine gute, tonisierende Immunstimulans und ethnomedizinisch besonders als Rheuma- und Grippemittel von Bedeutung. Daneben hilft der Wasserdost bei Gallen-, Leber- und Milzleiden, Hauterkrankungen, Heuschnupfen und Ödemen. Ihren volkstümlichen Trivialnamen Wasserhanf sowie den botanischen Artnamen cannabinum trägt die Pflanze aufgrund der fingerteiligen und

hanfähnlichen Blätter.

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Beinwell

(Equisetum arvense)

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Die Signatur des Beinwells (Syn. Wallwurz, engl. comfrey) gibt bereits einen ersten Hinweis darauf, dass die Pflanze über eine enorme Heilkraft verfügt. Sie hat fest mit dem Stängel verbundene Blätter, knochengewebsähnliche Blattadern und eine dicke, saftig-schleimige Wurzel - ein klares Indiz für viel Vitalität und Lebenskraft. Der aus dem Griechischen stammende Gattungsname Symphytum lässt sich als „zusammenwachsen“ übersetzen und bezieht sich auf die besondere Wirkqualität der dunkelhäutigen Beinwellwurzel, Knochenfrakturen sanft und sicher heilen zu können.

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Für unsere Vorfahren war die zu einem Brei geraspelte und äußerlich auf die schmerzenden Körperstellen aufgetragene Wurzel deshalb häufig das Mittel der Wahl, wenn es um die Behandlung von Knochenerkrankungen ging. Weitere volksmedizinische Indikationen sind zum Beispiel Arthritis, Gicht, Krampfadern, Quetschungen, Venenentzündungen und Verstauchungen. Gefunden wird die allantoinhaltige Pflanze häufig auf feuchten Wiesen oder Gräben in Bachund Flussnähe.


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Die Notwendigkeit internationaler Qualitätsstandards auf dem CBD-Markt Im Interview mit Medihemp

Cannabis und Schizophrenie

Schützenstraße 38/o CH – 9100 Herisau LEITUNG Lucas Nestler ANZEIGEN Lucas Nestler info@hanf-magazin.com

Eine besondere Beziehung

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REDAKTION Jan Marot , Marko Reichardt, Robert Brungert, Manuel Spindler, Jenny Dirschl, Julia Nestler, Heike Leonhardt, Kevin Johann, u. v. m. GASTAUTOREN DIESER AUSGABE Markus Berger, Dr. Franjo Grothenhermen, Alexander Kristen, Alice Legit, Alfredo Pascual, Dr. Kurt Blaas, Frank Tempel, Anatol Zweig, Prof. Dr. Dr. Thomas Schnell, Prof. Dr. Meyer-Falke, Mag. Arthur Machac, Dr. jur. Oliver Tolmein, Kate Strickland, Michael Kümpfbeck, Wolf Jordan, Joe Hickey, Steve Allin, Rüdiger Klos-Neumann LAYOUT & SATZ Julia Nestler

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Hanf-Magazin | Ausgabe 01  
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