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Ansprache von Josef Prunkl am Billeder Heimattag am 11.06.2011

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Ansprache von Josef Prunkl am Billeder Heimattag am 11.06.2011 Sie haben eine große und sehr beeindruckende Präsenz im Internet. Ihre Homepage, Homepagen sind sehr umfangreich, sehr vielfältig und immer nah am Zeitgeschehen. Hier wird Brauchtumspflege im positivsten Sinne dokumentiert. Und das ist gut so. Es muss negativen Darstellungen entgegengewirkt werden. Z. B. dessen was vor einiger Zeit in der Wochenzeitung „Die Zeit“ stand: „Die Diffamierung ist der Banater Schwaben Brauchtum“ Es ist heute eine neue CD der Trachtenblaskapelle Billed-Alexanderhausen vorgestellt worden. Dafür kann man dieser Kapelle herzlich gratulieren – beinhaltet diese CD doch bestens arrangierte Musik Auch das ist Brauchtumsdemonstration in bester Form. Denn es ist Liedgut – Musik- Blasmusik aus der alten Heimat. Man kann dabei in musikalischem Wohlempfinden schwelgen aber auch in Erinnerungen die ungeheuer viel wiedergeben von all dem was da unten im Banat in Jahrzehnten und Jahrhunderten erlebt worden ist.

Josef Prunkl, Vorsitzender des Landesverbandes Baden-Württemberg der Landsmannschaft der Banater Schwaben während seiner Ansprache anläßlich des Billeder Heimattages 2011 in der Badnerlandhalle in Karlsruhe

Ansprache von Josef Prunkl am Billeder Heimattag am 11.06.2011

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ehr geehrter Herr Bürgermeister, Sehr geehrter Herr Ortsvorsteher, Lieber Herr Vorsitzender Gilde. Für mich ist es heute eine Ehre, hier das Grußwort des Landesvorstandes Baden-Württemberg der Landsmannschaft der Banater Schwaben überbringen zu können, Ihrem diesjährigen Heimatortstreffen einen guten Verlauf zu wünschen und Sie, liebe Billeder Landsleute zu Ihrem großartigen Wirken im Rahmen der HOG zu beglückwünschen! Bei den Billedern, da wo viel zustande kommt, wo Kommunikation und Entgegenkommen herrscht, fühlt man sich wohl.

Sie sorgen durch Veranstaltungen wie diese, dass unsere Gemeinschaft, unsere Traditionen weiterleben, der Zusammenhalt und die Bewahrung des kulturellen Erbes auch weiterhin Zukunft haben und uns auch weiterhin in unserem Verband zusammenführen. Ihr kreatives Wirken im Rahmen der Heimatortsgemeinschaft ist beispielhaft. Dies in der Brauchtumspflege, in Ihrem brückenschlagenden Engagement sowohl nach innen wie auch nach außen. Ihr gelungener und sehr beeindruckend gestalteter, sehr informativer Heimatbrief berichtet für und über die Landsleute, fördert Zusammenhalt und Einbindung und gibt Einblick in das fruchtbare Wirken ihrer HOG.

Das sich Einbringen ist wichtig. Es freut uns das auch Landsleute wie z.B. Her Gilde, der führende Funk­tionen wie HOG-Vorsitzender, Stellvertretender Landesvorsitzender hat und aktiv mitmacht. Dass sich z.B. Frau Österreicher übergebietlich, auch auf Landesebene initiativ einsetzt, dass sich viele andere einbringen. Es war für unsere kleine Gemeinschaft schon immer wichtig, unsere Kultur- und Brauchtum auch hier in unserer neuen Heimat zu pflegen und zu erhalten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Erinnerung an die verlorene Heimat kann nur erhalten werden, wenn sie intensiv gepflegt wird. Es ist Ihnen gelungen, die Tradition und Kultur der Banater Schwaben zu bewahren und sich trotzdem in der neuen Heimat zu integrieren. Beides ist unverzichtbar, um der Jugend Identität und Orientie­rung zu geben. Mit der Arbeit zur Erhaltung von Kulturgütern in unserer alten Heimat und den engen Beziehungen, die ins Banat unterhalten werden, tragen Sie einen großen Teil zur Völkerverständigung bei. Völkerverständigung ist gut, ist wünschenswert aber nur mit denen erreichbar, die dies auch wollen. Wir Banater Schwaben haben diesbezüglich reiche Erfahrung. Wir haben einen mitunter harten Schicksalsweg hinter uns.Wir haben Errungenschaften in der neuen Heimat erzielt. Wir sind hierhergekommen um als Deutsche unter Deutschen zu leben, eingebettet in eine abendländische Kultur. Eine abendländische Kultur, die nicht

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von sich aus Bestand hat, für derer Erhalt man sich bemühen muss. Wir wissen wie schnell sich ein Wandel vollziehen kann, wir wissen wie schnell das beständig gemeinte Heute vergehen kann. Deshalb sollten wir, mit unseren Erfahrungen uns einmischen. Einmischen zur Erhaltung dessen, was wir in der Heimat unserer Vorfahren gesucht haben. Denn auch hier ist Unternehmen besser als Unterlassen. Demokratie als Staatsform, sie ist nicht die idealste aber die beste, die wir haben können. Sie hat viele Vorteile, aber auch Nachteile, sie ist nicht immer wehrhaft genug. sie ist verwundbar. Kann diese Demokratie, diese Gesellschaft, unser Christentum auf weite Sicht hin Bestand haben, wenn immer mehr Hierherströmende die Errichtung eines diktierenden Gottesstaates erreichen wollen? Wird unsere sich wandelnde Gesellschaft standhalten können, die abendländischen Kulturwerte bewahren können, dies auch dann, wenn, wie die Statistiker jetzt schon berechnen, dass bei Weiterbestehen derzeitigerer Verhältnisse bezogen auf Menschenzuzug, nur jeder Dritte in der EU Lebende, europäischer Abstammung sein wird. Wird man traumtänzerischen Sandkastenideen weltfremder 68-er nachgehen, die eine Multikulti­Gesellschaft propagiert, die nirgends funktioniert, im Gegenteil Hass und Zerstörung mit sich bringt? Die Gegenwart ist das Einzige was uns sicher ist, schreibt eine große Zeitung. Nutzen sie sie. Jeder Tag kann ein ganzes Leben sein. Jeder Tag kann aber auch einen Grundstein legen für das, was uns bevorsteht, für unsere Zukunft , für die Zukunft unserer Kinder. Und für diese Zukunft wünsche ich der Heimatortsgemeinschaft, dieser engagierten Gemeinschaft, weiterhin alles Gute, viele weitere Erfolge in der Erhaltung und Verbreitung unseres Banater Brauchtums zu Ihrem Wohle, zum Wohle unserer Gemeinschaft, zur Erhaltung der über viele Jahre hinweg von uns vermissten abendländischen Kultur. Ihnen weiterhin angenehme, erinnerungsträchtige Ge­spräche, einen schönen unterhaltsamen Abend, und eine wunderbare Ballnacht!

Ich bedanke mich ganz herzliche für die Einladung Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Ansprache Josef Prunkl  

Ansprache von Josef Prunkl beim Billeder Heimattag 2011