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kult! 04 (2/11)

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kult! 60er · 70er · 80er

www.goodtimes-magazin.de

D: € 6,50

Österreich € 7,50 Luxemburg € 7,50 Schweiz CHF 12,70 Ausgabe 2/2011 (Nr. 4)

r mit Postne es + Rolling Sto Uschi Glas

Dean Reed · Die Profis · Die Mädchen vom Immenhof · Senta Berger · Gitte · Kultalben der 70er · Titanic Satiremagazin


ROCK – BEAT – POP – BLUES – FOLK – SOUL – SURF – PUNK – WAVE

Wir können Musik! GoodTimes ist DAS Magazin für die Musik der 60er, 70er und 80er Jahre! Fundiert und unterhaltsam berichten wir über Künstler & Konzerte, über CDs, Bücher & DVDs, über Rares & Kurioses. Viele Stars sind weiterhin aktiv auf Bühnen und in Studios – wir informieren Sie! Und haben dabei stets auch Augen und Ohren für hörenswerte, faszinierende Neulinge. Heft 2/2011

Heft 6/2010

Heft 5/2010

Heft 4/2010

Heft 2/2010

Heft 4/2009

Heft 3/2009

Heft 1/2009

Heft 6/2008

Heft 4/2008

Heft 3/2008

Heft 2/2008

www.goodtimes-magazin.de Alle Hefte portofrei – für nur je 5,90 € – zu bestellen im Internet oder Telefon: 0 70 42/37660-160 · goodtimes@nikma.de NikMa Musikbuch-Verlag · Eberdinger Straße 37 · 71665 Vaihingen/Enz

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IMPRESS UM Anschrift: NikMa Musikbuch-Verlag Fabian Leibfried Eberdinger Straße 37 71665 Vaihingen/Enz Tel: 0 70 42/37660-160 Fax: 0 70 42/37660-188 email: goodtimes@nikma.de www.goodtimes-magazin.de

Herausgeber und Chefredakteur: Fabian Leibfried

Mitarbeiter: Norman Bender, Horst Berner, Lothar Brandt, Michael Fuchs-Gamböck, Hans-Jürgen Günther, Christian Hentschel, Frank Küster, Bernd Matheja, Helmut Ölschlegel, Thorsten Pöttger, Martin Reichold, Julia Rosenthal, Philipp Roser, Detlev Schröder, Oliver Schuh, Ulrich Schwartz, Eckhard Schwettmann, Alan Tepper, Uli Twelker, Peter Verhoff Jürgen Wolff

Kaufmännische Leitung: Andrea Leibfried

Grafische Gestaltung: Andrea Zagmester, kult@nikma.de Kathleen Müller, grafik@nikma.de

Anzeigenverkauf: Petra Czerny, anzeigen@nikma.de

Vertrieb: IPS Pressevertrieb GmbH Postfach 1211 53334 Meckenheim Tel: 0 22 25/88 01-0

Druckerei: Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG Frankfurter Str. 168 34121 Kassel

Erscheinungsweise: 2x jährlich

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Abonnement: siehe Seite 33

Anzeigen: Für gewerbliche Anzeigen bitte Preisliste Nr. 01 (inkl. Mediadaten) anfordern.

Kontoverbindung: NikMa Musikbuch-Verlag Kreissparkasse Ludwigsburg

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Titelfotos: Uschi Glas: Bildarchiv Hallhuber Rolling Stones: Bildarchiv Hallhuber John Wayne: © Bear Family Der Verlag hat sich bemüht, alle Rechteinhaber der abgedruckten Fotos zu erreichen. Leider ist dies nicht in allen Fällen gelungen. Ggf. möchten bisher unbekannte Urheber ihre Ansprüche geltend machen. GoodTimes "kult" ist auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt! Weiterverwendung aller in GoodTimes "kult" erschienenen Artikel, Interviews, Fotos, Rezensionen etc. nur mit der Zustimmung des Herausgebers gestattet. Gerichtsstand: Stuttgart

r mit Postne es + Rolling Sto Uschi Glas

Willkommen bei Liebe Leserinnen und Leser!

kult!

Die so genannte Leser-Blatt-Bindung gehört zu den meistdiskutierten Fachbegriffen in Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen und -verlagen, und darum auch bei kult!. Es geht dabei darum, ein möglichst enges Verhältnis zwischen Lesern und Machern herzustellen, was oft gar nicht so einfach ist. Doch können all diejenigen, die unser Magazin mögen, sich zumindest ein Bild davon machen, wie die Autorinnen und Autoren aussehen (und auch ihr Alter schätzen): Die Fotos zu den "kult!-Charts" machen es möglich. Auch innerhalb der Redaktion gibt es beim Lesen der Manuskripte nicht selten Überraschungen – wenn nämlich festgestellt wird, was ein Kollege in seiner Jugend so getrieben, womit sich manche Kollegin einst beschäftigt hat. In dieser Ausgabe wird zum Beispiel enthüllt, wer aus der kult!-Crew einst als Matrose auf Zeit über die Weltmeere schipperte. Ein anderer Autor gesteht, wie er beim Schallplattenkauf im vergangenen Jahrhundert dann und wann hormongetrieben lieber mit den Augen hörte ... Unterschiedlichsten Kultcharakter haben einmal mehr alle Themen dieses Heftes: die rasende Rassekatze namens Jaguar E-Type, die einst manchen Heranwachsenden faszinierte; die Begeisterung für die Abenteuer der Mannschaft des Raumschiffs Orion; das Nuckeln an einer Bluna-Flasche; das Schmökern in "Bessy"- und "Donald Duck"-Heften; das samstägliche Warten auf Ilja Richters TV-"Disco" – Schlag auf Schlag Erlebnisse, Ereignisse und Erinnerungen. Schwelgen Sie mit uns in der Vergangenheit! Gewiss nicht alles, aber doch vieles war einst vielleicht doch "besser" (oder einfach schöner) als in der atemlosen Gegenwart: Nachgewachsene haben es schwer, aus der ständig wachsenden Vielfalt von Eindrücken, die auf sie einwirken, besondere Momente dauerhaft festzuhalten.

kult! Nr. 5 erscheint

Fabian Leibfried

GoodTimes

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am 14.10.2011

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kult! 60er · 70er · 80er

Ausgabe April 2011 2/2011 (Nr. 4)

I N HALT R U B R IKE N 3 Editorial/Impressum 4 Inhaltsverzeichnis 5 Top 5 Schlager der 70er Jahre Mitarbeiter & Prominenz

6 News from the past Altes neu ausgepackt

31 kult! Shop 33 kult! Abo-Bestellschein 47 Rolling Stones/Uschi Glas als Ntschotschi

Seite 24

Vater & Sohn – Seite 12

Riesenposter

Dean Reed – Seite 18

12 Vater & Sohn Schöne Geschichten aus böser Zeit

14 Die Profis

Muppet Show – Seite te 60

Tatort Groß-London

16 Reisebericht Als Schiffsjunge nach Südamerika rika

18 Dean Reed Ein Amerikaner in der DDR

22 Gitte Abba – kein Thema

24 Die tollsten Geschichten von Donald nald Duck

Jaguar E-Type – Seite 62

Das Nonplusultra für Entenhausen-Fans sen-Fans

26 Carrera Carrera, Karacho & Liebe auf d der ersten t Bli Blick! k!

28 Damals: Abenteuer Plattenkauf 42 Der Western-Film

Von Einohrhörern & zwei Argumenten ...

Wie aus der Hüfte geschossen ...

32 Richard Clayderman

56 Zwei glorreiche Halunken

... und immer wieder Adeline

34 Titanic – Das endgültige Satiremagazin

"

Fiesagen", Goldschatz, Hurensöhne

58 San Francisco

Auf Dauerkurs gegen Alle(s)

If you're going to ... (Version 1979)

38 Emmanuelle

60 Muppet Show

Softporno für Intellektuelle

Puppen, Biss und Anarchie

40 Klassik im Rock

62 Jaguar E-Type

Die Altvorderen

Rasende Rassekatze

66 Groschenhefte Invasion der Science-Fiction-Romane

70 Kultbücher Geschätzt, geliebt, gelobt

72 Bessy Ist die Beste!

Seite 38 Seite 26

76 Bluna Aus Köln in die Welt – mit viel Geschmack

78 78 150 Kult-Alben Teil 2: 70er Jahre

80 Raumpatrouille – Die fantastischenn Abenteuer des Raumschiffes Orion A n

83 Jason King – Department S Backenbart & coole Sprüche

Seite 80

84 Die Mädchen vom Immenhof Mit Ethelbert im Paradies

87 Wenn Stars in Fußball" machen " Pop & Pille

90 Das Jahr 1961 Mauer, Trips & La Paloma

94 Langnese "Nogger dir einen ...!"

96 Derrick Seite 72

Jedem Deutschen seinen Harry

98 Senta Berger Sinatra & Prohacek

Seite 94

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GoodTimes

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TOP 5

kult!

Die schrecklich schönsten Schlager der 70er

1. Christian Anders – Es fährt ein Zug nach Nirgendwo 2. Michael Holm – Tränen lügen nicht 3. Jürgen Marcus – Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben 4. Peter Maffay – Du 5. Frank Schöbel – Wie ein Stern

Fabian Leibfried

1. Bata Illic – Mit meiner Balalaika 2. France Gall – Zwei Apfelsinen im Haar 3. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld 4. Roy Black & Anita – Schön ist es auf der Welt zu sein 5. Wencke Myhre – Eine Mark für Charly

Hans-Jürgen Günther

1. Howard Carpendale – Ti Amo 2. Gunter Gabriel – Komm unter meine Decke 3. Dschinghis Khan – Dschinghis Khan 4. Wencke Myhre – Lass mein Knie Joe 5. Henry Valentino & Uschi – Im Wagen vor mir

Christian Hentschel

1. Jonny Hill – Ruf' Teddybär eins-vier 2. Bruce Low – Das Kartenspiel 3. Renate & Werner Leismann – Ein Schlafsack und eine Gitarre 4. Andrea Jürgens – Und dabei liebe ich euch beide 5. Michael Holm – Am Start war Pearly Spencer 1. Cindy & Bert – Der Hund von Baskerville 2. Peter Alexander – Die kleine Kneipe 3. Michael Holm – Mendocino 4. Udo Jürgens – Ich war noch niemals in New York 5. Lord Ulli – Satans Hochzeit 1. Michael Holm – Tränen lügen nicht 2. Peter Maffay – Josie 3. Udo Jürgens – Deine Einsamkeit 4. Mary Roos – Arizona Man 5. Jürgen Marcus – Ein Festival der Liebe

Uli Twelker

Lothar Brandt

1. France Gall – Kilimandscharo 2. Michael Holm – Mendocino 3. Michael Holm – Barfuß im Regen 4. Marianne Rosenberg – Ich bin wie du 5. Bernd Clüver – Der Junge mit der Mundharmonika 1. Cindy & Bert – Der Hund von Baskerville 2. Roy Black & Anita – Schön ist es auf der Welt zu sein 3. Gebrüder Blattschuss – Kreuzberger Nächte 4. Gaby Baginsky – Häng' die Gitarre nicht an den Nagel 5. Vicky Leandros – Theo, wir fahr'n nach Lodz

Uwe Schneider

Ulrich Schwartz

Eckhard Schwettmann

Torsten Pöttger

1. Ricky Shayne – Mamy Blue 2. Christian Anders – Es fährt ein Zug nach Nirgendwo 3. Peter Maffay – Samstag abend in unserer Straße 4. Udo Jürgens – Griechischer Wein 5. Mary Roos – Hamburg im Regen 1. Freddy – St. Helena 2. Tom Hagen – Am Start war Pearly Spencer 3. Horst Heinz Henning – Ein kleines Haus am Arsch der Welt 4. Peter Maffay – Josie 5. Michael Holm – Tränen lügen nicht 1. Marianne Rosenberg – Er gehört zu mir 2. Udo Jürgens – Griechischer Wein 3. Wencke Myhre – Der Mann auf dem Zehnmarkschein 4. Juliane Werding – Am Tag, als Conny Kramer starb 5. Wum & Wendelin – Ich wünsch' mir eine Miezekatze 1. Barry Ryan – Die Zeit macht nur vor dem Teufel halt 2. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld 3. Maggie Mae – My Boy Lollypop 4. Nina & Mike – Fahrende Musikanten 5. Cindy & Bert – Der Hund von Baskerville 1. Marianne Rosenberg – Er gehört zu mir 2. Bata Illic – Michaela 3. Udo Jürgens – Griechischer Wein 4. Ricky King – Verde 5. Peter Alexander – Die kleine Kneipe 1. Wencke Myhre – Er hat ein knallrotes Gummiboot 2. Udo Jürgens – Griechischer Wein 3. Roy Black & Anita – Schön ist es auf der Welt zu sein 4. Rex Gildo – Fiesta Mexicana 5. Henry Valentino & Uschi – Im Wagen vor mir 1. Tina York – Wir lassen uns das Singen nicht verbieten 2. Gunnar Welz – Manuela 3. Costa Cordalis – Anita 4. Chris Roberts – Ein Mädchen nach Maß 5. Michael Schanze – Es ist Morgen und ich liebe dich noch immer 1. Henry Valentino & Uschi – Im Wagen vor mir 2. Nina Hagen – Du hast den Farbfilm vergessen 3. Udo Jürgens – Lieb Vaterland 4. Wum & Wendelin – Ich wünsch' mir eine Miezekatze 5. Jonny Hill – Ruf' Teddybär eins-vier

Hansi Müller

(The Teens)

(VFB Stuttgart)

1. Peter Maffay – Und es war Sommer

er 2. Rudi Carrell – Wann wird's mal wieder richtig Sommer

2. Udo Jürgens – Ich war noch niemals in New York

3. Roland Kaiser – Südlich von mir

3. Marianne Rosenberg – Marleen

4. Karl Dall – Diese Scheibe ist ein Hit

4. Roberto Blanco – Der Puppenspieler von Mexiko

5. Karel Gott – Einmal um die ganze Welt

Uwe Schneider, 2. v.r.

1. Udo Jürgens – Ehrenwertes Haus

GoodTimes

5. Christian Anders – Geh' nicht vorbei

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Norman Bender

Bernd Matheja

Philipp Roser

Alan Tepper

Andrea Leibfried

Julia Rosenthal

Horst Berner

Jürgen Wolff


from the past ANDY MORGAN BAND 18 – GEFAHR AUF DEM FLUSS 2010, MSW Medien Service GmbH ISBN 978-9-08982-050-1 63 Seiten; 15,95 Ð E Ende 2009 erfreuten sich Comic-Fans an s der überraschenden d Nachricht, dass der N belgische Zeichner b H Hermann Huppen, der z zusammen mit dem S Szenaristen Michel R Regnier (aka Greg) v 1966 bis 1978 für von d die Abenteuerserie "Andy Morgan" verantwortlich war, sich wieder an die Arbeit gemacht hatte. Dabei spann er die Geschichten um die Crew der Yacht Comoran weiter, ließ seinen Titelhelden reifer und nachdenklicher erscheinen. "Gefahr auf dem Fluss" (von März bis Juli 2010 schon als Fortsetzungs-Story in "Zack" veröffentlicht) wurde jetzt in einem hochwertig daherkommenmenden Hardcover-Comic-Album zusammengefasst. Besonders Huppens Darstellung der unterschiedlichen Wetterstimmungen mitt ihrem fiesen Dauerregen, dem Schlamm und dem undurchdringlichen Urwald gewinnt durchh die benneue Computer-Technik noch mehr an Lebendigkeit. Mit seiner jahrelangen Erfahrung aus erfolgreichen Greg-Zeiten hat Hermann Hupie pen seinem Sohn Yves für die neue Story die Hauptverantwortung überlassen. Sowohl im Tonfall als auch im Dialog-Charakter orientiert sich dieser stark an den alten Zeiten, und auch wenn er dabei ab und zu mal über das Ziel hinausschießt, kann man hdas Ergebnis durchaus als gelungen bezeichnen. Kurz noch die Story: Andy und Barney begeben sich irgendwo in einem südamerikanischen Nest auf die Suche nach einer Kontaktperson Namens Ramirez. Dieser entpuppt sich als alter Bekannter: El Lobo. Und dieser El Lobo hat einen Job für die Crew der Cormoran. Doch es gibt einen geheimnisvollen, unbekannten Gegenspieler, der für die Helden eine tödliche Überraschung vorbereitet hat ...

ALICE IM WUNDERLAND & OLD FIREHAND I + II In den 70er Jahren waren die Europa-Hörspiel-LPs in nahezu jedem Kinderzimmer zu finden. In lockerer Folge wird die Serie seit ein paar Jahren im Original-Cover-Look und m der CD in schwarzer mit V Vinyl-Optik wiederverö öffentlicht. Aus dem Jahr 1 1971 stammt ALICE IM W WUNDERLAND. Die e ewig junge Geschichte v von Lewis Carroll er-

zählt wie lustig, merkwürdig und ganz und gar wunderlich es in Alices Wunderland zugeht. Vom sichtbaren Grinsen einer unsichtbaren Lachkatze bis zum Crocketspiel mit der Königin gibt es erstaunliche Abenteuer zu erleben, wenn man Alice zum Mittelpunkt der Erde folgt. Mit "Original-Indianermusik und Kriegstänzen" wurden 1975 Motive von Karl May im Abenteuer-Hörspiel OLD FIREHAND vertont. Einfach schön, die lange nicht gehörten, aber dennoch vertrauten Stimmen zu hören, den mit spannender Musik und Geräuschen angereicherten Geschichten zu folgen. (Europa/Sony Music, 34 bzw. 71 Min.)

VARIOUS ARTISTS SCHLAGER IM SPIEGEL DER ZEIT – 1929–1933, 1954–1959 Auch wenn der Bezeichnung Schlager" immer " der Makel der Trivialität anhaften wird, auch M wenn seriöse" Musikfreunde die" Ge ses Genre von Beginn an nnur lächelnd von obe herab betrachoben t haben – bestet t tens bekannt, oft g gehört und nicht to tot zu kriegen w (und ist) diewar se Schlagermusik al allemal. Eine ganz besondere We Wertschätzung erhält dieses Ge Genre jetzt mit einer außergewö außergewöhnlichen Serie: SCHLAGER IM SPIEGEL DER ZEIT heißt die Reihe, in der sich die Wiederveröffentlichungs-Spezialisten von Bear Family in mehreren Staffeln der Jahre 1926 bis 1970 annehmen. Je eine prallvolle, wunderschön aufgemachte CD für jedes Jahr, umfangreiche Booklets (jeweils 70 bis 100 Seiten!) mit Bildern, Geschichten und Informationen zu jedem Song, zu jedem Künstler, und nicht zuletzt zur chronologischen Einordnung in das Zeitgeschehen. In der ersten Staffel erscheinen zunächst elf, jeweils einzeln erhältliche Jahresausgaben (1929 bis 1933 sowie 1954 bis 1959). Dabei orientieren sich die frühen Jahre, zumindest musikalisch, noch stark an Jazz, Operette oder am Bänkelgesang, der mit seinen einfachen Versen eine leichte Unterscheidung in Gut und Böse erlaubt. Neben diesen Überbleibseln aus dem letzten Jahrhundert fällt noch auf, dass sich viele der Texte mit dem Fernweh, der Seite

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Sehnsucht nach fremden Meeren, exotischen Ländern oder, ganz einfach gesagt, mit den (fernen) glücklichen Zeiten ohne Alltagssorgen beschäftigen. Tenöre wie Richard Tauber sind zu hören, Kabarettsänger wie Willy Rosen oder Curt Bois, blonde Helden wie Hans Albers, natürlich dürfen die Comedian Harmonists nicht fehlen, dazu noch eine Unmenge an mehr oder weniger bekannten Interpreten aus der Vorkriegszeit. Andere Zeiten, andere Lieder: In den 50ern erobert eine neue, junge Generation mit ganz ähnlichen Themen die Schlager-Herzen des Publikums. Peter Alexander besingt die F Frau aus Spanien, Cate terina Valente träumt v der Liebe in Paris, von P Peter Kraus rockt die S Susi, und Ted Herold b braucht keinen Ring, um treu zu sein. Sänger wie Freddy Quinn und Vico Torriani sind Dauergäste in den deutschen Hitparaden, dazu bereichern zahlreiche musikalische Eintagsfliegen die bunt gemischte Szenerie. SCHLAGER IM SPIEGEL DER ZEIT gelingt unter dem Strich zweierlei: einmal hochwertig präsentierte und toll klingende Unterhaltung, sowie dazu noch die schlüssige Verbindung zur damaligen Zeitgeschichte. Mit solch detailreichem Hintergrundwissen kann die Entwicklung des deutschen Schlagers Jahr für Jahr verfolgt werden, wird nicht nur die Oberfläche dieser Lieder beleuchtet, sondern auch deren Herkunft und gesellschaftliche Relevanz. (Bear Family Records, 11 CDs)

HAL FOSTER PRINZ EISENHERZ JAHRGANG 1961/1962, BAND 13 2010, Bocola Verlag GmbH Bonn ISBN 978-3-93962-514-8 112 Seiten; 22,90 Ð Neu-, Wieder- und Drittveröffentlichung alter Comics gibt es wie Sand am Meer. Doch wie die unterschiedlichen Verlage diese Aufgabe angehen unterscheidet sich im Detail dann ganz erheblich. Unbestritten zu den Besten in diesem Geschäftsfeld gehört dabei der Bocola Verlag aus Bonn. Mitte der 30er Jahre erfand" " der Werbezeichner Harold Rudolph Foster die Comic-Serie "Prinz Eisenherz", für die er von 1937 bis 1971 jede Woche eine Geschichte zeichnete. Detailgetreu und dennoch klassisch (also im positiven Sinne altmodisch) präsentierten seine Bilder einen authentischen Blick ins Mittelalter. Band 13 versammelt Geschichten aus den Jahren


1961 und 1962, präsentiert mit Taufen und Hochzeiten in Irland und England, mit Pilgerreisen in das heilige Land oder mit der Suche nach den heiligen Gral zahlreiche religiöse Aspekte. Wie von dieser Reihe gewohnt, führt der deutsche Übersetzer des Bandes die Leser ausführlich in die Geschichte(n) ein, zeigt, wie nahe bei Foster Fiktion und Realität zusammenliegen, bietet einen faszinierenden Blick zurück in die Comicwelt der 60er Jahre.

DIE MAUS DIE SCHÖNSTEN LIEDER UND GESCHICHTEN Wer anderes als die Maus bietet sich an, wenn es um die größten Fragen geht, mit denen sich ein Kind beschäftigen kann. Warum ist es überhaupt auf der Welt, warum lebt es so, wie es lebt, was ist eigentlich Liebe, welche anderen Lebewesen kann es noch geben? Die allseits bekannte und beliebte Maus sowie zahlreiche ihrer Freunde nehmen sich mit ihren Lach- und Sachged versuchen, h mit i schichten dieser Fragen an und Liedern und Geschichten ein kleines bisschen Erklärung in den manchmal doch recht verwirrenden Alltag kleiner Kinder zu bringen. Dabei widmen sie sich genauso den kleineren Fragen rund um das alltägliche Leben wie auch den großen Lebensthemen wie Religion, soziale Unterschiede oder auch den Fragen, die sich mit dem Tod beschäftigen. Kindgerecht aufbereitet und behutsam werden diese Themen den Kindern nähergebracht, natürlich kommt auch der Spaß nicht zu kurz, der nie lange auf sich warten lässt, wenn die Maus mit Elefant und Ente am Werk ist oder Käpt'n Blaubär auf dem Bildschirm erscheint. Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass es "Die Sendung mit der Maus" schon seit dem März 1971 gibt, wird klar, wie zeitlos und generationsübergreifend diese spielerische Vermittlung von Wissen funktioniert. (Europa/Sony Music, 2 DVDs, 160 Min.)

BUTLER PARKER / CLIVE BARKER / FAITH VAN HELSING PARKER UND DIE WEISSE GÖTTIN + PARKER IM NETZ DER SPIONE / MOLOCH ANGST + JAQUELINE ESS / ASMODIS BLUTGRAB + DER FLUCH DES SALAÜN Hörspiele boomen unaufhaltsam. Moderne Produktionen klassischer (Lese-)Stoffe, Topqualität zu bezahlbaren Preisen, sowohl inhaltlich als auch

soundtechnisch stellen Hörspielfreunde heutzutage höchste Anforderungen. Da passt es bestens ins Bild, wenn Kultromane wie "Butler Parker" oder die Horror-Kurzgeschichten von Clive Barker jetzt auch als Hörspiel erhältlich sind. Exklusive Musikkompositionen, authentische Geräuschaufnahmen, bekannte Synchronsprecher sowie die neueste Aufnahmetechnik sind die technischen Highlights der ZaubersternReihe. Das alles wäre natürlich vergebliche Liebesmüh', wenn der Inhalt der Geschichten nicht damit Schritt halten würde. Spannend wie die Roman-Vorlagen werden die Geschichten zu fesselndem Kino für die Ohren, liefern die Grundlage für fantasievolle Ausflüge in andere Welten. Besonders wenn man dem Fantasy-Horror der Faith-Van-Helsing-Storys lauscht, kann man sich dieser ganz besonderen Hörspiel-Faszination kaum entziehen, fühlt sich in Jugendzeiten zurückversetzt, in denen man sich in den viel zu kurzen Pausen auf dem Schulhof über solche Geschichten austauschte.

SCHLAGER ORIGINALE DORTHE + RENATE KERN + ULLI MARTIN + NANA MOUSKOURI Im Original-LP-Look der 60er und 70er Jahre erscheinen diese vier kultigen Schlager-Wiederveröffentlichungen. Nana Mouskouris GLÜCK IST WIE EIN SCHMETTERLING (14/46:31) stammt ursprünglich aus dem Jahr 1977 und war mit Platz 31 in den deutschen LP-Charts weit weniger erfolgreich, als man es heute auf Grund der darauf enthaltenen Liedern annehmen könnte. Der bekannteste Song dieses Albums ist k " doch d h auchh sicherlich "Ein Schiff wirdd kommen", den Titelsong oder "Sing ein Lied" kennt man heute noch bestens. Höchst interessant auch ihre Volkslied-Adaption von "Am Brunnen vor dem Tore", zwei Bonus-Titel wurden hinzugefügt. Gleich vier solcher Zugaben enthält WÄRST D DU DOCH IN DÜSS SELDORF GEBLIEB BEN (16/42:03), für ddas die dänischen S Sängerin Dorthe Kollo 11968 ihre einzige (deutsche) Goldene Schallplatte erhielt. Mit "Sind Sie der Graf von Luxemburg?" erreichte sie Platz fünf der deutschen Single-Charts, der Titelsong des Albums konnte Platz zehn erreichen. Zusammen mit "Jeder Schotte" sind also die drei größten Dorthe-Hits auf diesem Album versammelt. GoodTimes

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Eine ganz besondere Sache ist dann MEINE WELT IST SCHÖN (14/40:04), das Renate Kern (aka Nancy Wood oder Nathalie de Navarre) 1969 veröffentlichte. Zeitgemäße, fast jazzige Schlager wechseln sich ab mit britischen ("You'll Never Walk Alone") und französischen ("Non, Je Ne Regrette Rien") Standards. Ironie des Schicksals: Trotz dieser hochwertigen Kost gelang ihr mit dem eher seichten Mitsing-Schlager "Lass doch den Sonnenschein" einer ihrer größten Hitparaden-Erfolge. Zumindest aus heutiger Sicht lieferte Ulli Martin 1972 mit EIN TRAUM WIRD WAHR (14/48:39) die Blaupause eines HerzSchmerz-Schlager-Albums. Ob diese Texte jeg mals ernst gemeint waren, ob die schwülstigen (s (sorry, anders kann m man es nicht nennen) A Arrangements von P Produzent Leo Leanddros (ja, dem Vater vvon Vicky Leandros) jjemals in Sachen Schmalz getoppt d ä zwar interessant, würde wurden, wäre aber nichts am Kultfaktor dieser Musik ändern. Mit dem Überhit "Monika" sowie den beiden erfolgreichen Single-Nachfolgern "Ich träume mit offenen Augen von dir" und "Du musst nicht weinen" bietet das Album die drei Top-Titel von Ulli Martin aus dieser Zeit sowie zwei Bonus-Titel. Ach ja, alle vier Alben wurden tontechnisch remastert, klingen tadellos frisch und entstaubt. (Koch/Universal, 4 CDs)

VAN DUSEN EINE UNZE RADIUM / MORD BEI GASLICHT / DAS SICHERSTE GEFÄNGNIS DER WELT / DER MANN,, DER SEINEN S KOPF VERLOR Über 30 Jahre nach der erstmaligen Ausstrahlung im Hörfunk erscheinen nun die ersten vier Episoden einer der erfolgreichsten Hörspielreihen der Nachkriegszeit um den genialen Wissenschaftler Prof. Dr. Dr. Dr. Augustus Van Dusen (aka "Die Denkmaschine") auf CD. Im New York zu Anfang des 20. Jahrhunderts spielen sich die kniffligen Kriminalfälle ab, bei denen der (sich selbst so betitelnde) Amateurdetektiv Van Dusen sein Superhirn zum Einsatz bringt. Ihm zur Seite steht mit dem Reporter Hutchinson Hatch ein Partner, wie er wohl unterschiedlicher kaum sein könnte.


from the past Während das Universalgenie Van Dusen über mindestens 15 (hoffentlich redlich erworbene!) Doktortitel verfügt, geht dem lebensfreudigen Hatch nichts über eine ausgedehnte Mahlzeit mit einer edlen Zigarre und einem Glas schottischen Whiskeys im Nachgang. Erfunden wurden die beiden schon vor über hundert Jahren vom amerikanischen Schriftsteller Jacques Futrelle, den seine Kriminalgeschichten so erfolgreich machten, dass er sich zwei ErsteKlasse-Tickets der Jungfernfahrt der Titanic leisten konnte. Der Legende nach soll er sich in jener verhängnisvollen Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 geweigert haben, zu seiner Frau in eines der Rettungsboote zu steigen. Sie wurde gerettet, er versank zusammen mit der Titanic (samt sechs unveröffentlichter Geschichten!) in den eisigen Fluten des Nordatlantiks. (Folgenreich/Universal, 4 CDs )

HEINZ ERHARDT SCHELM-EDITION Gerade erst wurde diese schöne Box mit neun DVDs voller Heinz-Erhardt-Filme veröffentlicht. Dabei wurde verstärkt Augenmerk auf die frühen Filme des wortwitzigen Schelmes gelegt. Highlights sind dabei die bekannten Komödien wie "Immer die Radfahrer", "Der letzte Fußgänger" oder "Der Haustyrann". Daneben gibt es in den weniger bekannten Filmen aber auch ein Wiedersehen mit Walter Giller und Hans Joachim Kulenkampff ("Drei Mann in einem Boot"), Peter Alexander und Fritz Eckhardt ("So ein Millionär hat's schwer"), Loni Heuser und Peter Weck ("Mädchen mit schwachem Gedächtnis") oder mit Freddy Quinn und Grit Boettcher ("Freddy und der Millionär"). (Kinowelt, 9 DVDs, 808 Min.)

FRANK ZANDER BEST OF WAHNSINN Keine 70er Party ohne "Oh Susi", keine wehmütige Vergangenheitsbewältigung ohne "Ich trink auf dein Wohl, Marie", keine Faschingsparty ohne den "Ur-Ur-Enkel von F Frankenstein" – Frank Z Zander war und ist ein S Sonderfall unter den deutschsprachigen S Show-Künstlern. Mit s seinem "Ententanz" aus dem Jahr 1981 bringt man heute noch j d S i Sekundenschnelle S jeden Saall in leer oder zum Mittanzen – je nach Geschmack und Stimmung! Auf zwei vollgepackten CDs kann

man sich jetzt einen bunten Überblick über seine lange Karriere verschaffen. Dass er neben allem Geblödel ("Hier kommt Kurt – ohne Helm und ohne Gurt") auch ein toller Musiker ist, dürften die meisten wissen. Wer nicht, höre sich einfach "Das war'n Zeiten" an, bei dieser Cover-Version von "Sultans Of Swing" erweist Zander seinem musikalischen Helden Mark Knopfler die Ehre – und das erstklassig! (Zett Records/Sony Music, 20/79:43, 20/79:17)

ASTERIX BEI DEN BRITEN & ASTERIX – SIEG ÜBER CÄSAR Unter allen Asterix-Filmen haben die Mitte der 80er Jahre entstandenen französischen ComicUmsetzungen der gallischen Abenteuer immer noch den meisten Charme. In ASTERIX BEI DEN BRITEN meiden die Römer das kleine Dorf in der Bretagne längst wie die Pest. Da folgen Asterix, Obelix und Hündchen Idefix Cäsars Legionen kurzerhand nach Britannien, um ihrem Vetter Teefax und seinen Mannen in höchster Bedrängnis beizustehen. Einfach hi hinreißend, wie dabei di schrulligen Macken die de Briten aufs Korn geder no nommen werden – und n nebenbei verhilft Asterix d Briten auch noch zu den i ihrem Nationalgetränk. F Frei nach dem Comicband "Asterix als L Legionär" werden bei ASTERIX – SIEG ÜBER CÄSAR die schöne Falbala (in die Obelix bis über beide Ohren verliebt ist) und ihr Verlobter Tragicomix von den Römern nach Afrika entführt. Asterix und Obelix machen sich auf den Weg, um sie zu befreien, und hinterlassen auf ihrem Weg die übliche Spur der Verwüstung. Zwei herrliche Filme, und das als hochauflösender Spaß für die ganze Familie! (Kinowelt, 2 Blu-rays, 77 + 79 Min.)

FEDERICO FELLINI EDITION Federico Fellini verstand es wie kein anderer Regisseur, seine ganz persönlichen Träume und Visionen in mutigen, originellen und vor allem in fantasievollen Bilderwelten auf die Leinwand zu bringen – und erreichte mit seinen Filmen dennoch ein Millionenpublikum. "La Strada", "Die Nächte der Cabiria" oder das stark autobiografisch geprägte Drama "Achteinhalb" gehören zu den bleibenden Kunstwerken des 20. Jahrhunderts, beeinflussten unzählige Kollegen nachhaltig. Darsteller wie Marcello Mastroianni, Giulietta Masina, Claudia Cardinale oder Anthony Quinn setzten seine Ideen und Vorlagen hervorragend Seite

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uum, wurden so zu intternationalen Topstars. D Die zehn DVDs mit jjeweils einem FelliniF Film sind die eine Seite der Medaille, die andere bbesteht aus zahlreichen E Extras. Eine Hörfilmffassung von "La Strada", ungekürzte Filmvversionen, der Regisseur erzählt über ein wiederentdecktes Selbstportrait, die Fellini-Sammlung der Lilly Library, Giulietta Masina – Die Kraft eines Lächelns, Biografie, Trailer, ... (Kinowelt, 10 DVDs, 1173 Min.)

KINSKI TALKS 1 + 2 Anschauungsunterricht, wie man einen gestandenen Moderator vor laufender Kamera nachhaltig erschüttert, wie aus einem Star wie Manfred Krug ein schüchterner Statist wird, wie man lustlos vor sich hin nuschelt, stammelt, nörgelt und zischt, den liefert Klaus Kinski auf diesen beiden DVDs. Den Nimbus des Weltstars hatte er sich durch seine Filme redlich erworben, am Ruf als Rebell und unberechenbarer Despot hat er bei fast jedem Pressekontakt gearbeitet. Dass viel von diesem Gehabe (glänzend) gespielt war, dass er hinter den TalkshowKulissen oder bei Dreharbeiten ein ganz anderer Mensch sein konnte, erfährt man im äußerst interessanten Bonus-Material des ersten Teiles. Dabei erzählt Moderator Reinhard Münchenhagen, wie es zu jener legendären "Je späterr der Abend"-Sendung am 2.. Juli 1977 kam, was danachh geschah, und warum er Kinski nach der Sendung gar nicht mehr böse sein konnte. Nicht nur bei dieser Sendung, sondern auch bei den anderen Ausschnitten auf diesen beiden DVDs (darunter ein bisher unveröffentlichtes RTL-Interview aus dem Herbst 1985) ist Kinskis "Konzept" klar erkennbar: keinesfalls auf eine der Fragen antworten, eine Kippe nach der anderen paffen, unvermittelt unverständliche Antworten auf nie gestellte Fragen geben und zur Not auch mal einen Gast aus dem Publikum lauthals anpöbeln. Wichtig dabei noch, einen irren Blick aufzusetzen, im Sessel herumzulümmeln und deutlich sichtbar sich selbst zu genießen. Herrliche Rückblicke in die deutsche TV-Geschichte – aberwitzig, anarchisch, authentisch und einzigartig! (Deutsche Grammophon, 148 + 139 Min.)


DIE MUPPET SHOW 2 Alle 24 Folgen der zweiten Staffel einer der legendärsten Serien der Fernsehgeschichte gibt es nun zusammen in einem Schuber auf vier DVDs. Eine hysterische Wuchtbrumme namens Miss Piggy, Gonzos haarsträubende Stunts, mit Kermit den weltweit wohl einzigen Frosch, der sein Geld als Conferencier ve verdient – die "Muppet S Show" präsentiert den tä täglichen Wahnsinn vor u hinter dem Vorhang und e einer absolut verrückten R Revue-Show. Nicht gen nug damit, dass so gut w jede Darbietung irwie gendwann komplett aus dem Ruder läuft und im totalen Chaos endet, nein, mit Waldorf und Stettler kommentieren zwei erfahrene Berufskritiker jeden Fauxpas auf ihre ganz eigene (= zynische und schadenfrohe!) Art. Neben den (alles andere als) normalen Folgen sind noch zahlreiche Extras mit dabei. Darunter das Valentine-Special, eine exklusive USA-Folge aus dem Jahr 1974, oder die Muppets erzählen in persönlichen Interviews über die Muppets, allererste Sahne auch das Making-Of des Musikvideos von "Keep Fishin'", das Kermit, Miss Piggy & Co zusammen mit der amerikanischen Rockband Weezer aufgenommen haben. Nicht nur für Muppet-Fans eine unverzichtbare Ergänzung der DVD-Sammlung. (Disney Studios/Home Entertainment, 4 DVDs, 613 Min.)

CHAPLIN Neu auf Blu-ray gibt es jetzt das Leben der unsterblichen Filmlegende Charlie Chaplin. Richard Attenboroughs Meisterwerk aus dem Jahr 1992 mit Starbesetzung: Dan Aykroyd, Geraldine Chaplin, Anthony Hopkins, Milla Jovovich, Kevin Kline und Diane Lane. Die Darstellung Chaplins verhalf Robert Downey Jr. zum großen Durchbruch in Hollywood und immerhin zu einer Oscar-Nominierung. Anfang des 20. Jahrhunderts wächst Charlie Chaplin in England in ärmlichen Verhältnissen auf. Er wandert in die USA aus und kommt dort genau zur richtigen Zeit an, um in der gerade entstehenden Kino-Traumfabrik zum gefeierten Filmstar zu wer-den. Alles entwickelt sich perfekt, doch mit seinem bissigen Humor und seinen zahlreichen Frauengeschichten macht er sich im prüden Amerika nicht nur Freunde. 1952 wird ihm schließlich nach

einer Europareise die Rückkehr in die USA verweigert. Doch Charlie Chaplin lässt sich nicht unterkriegen, meistert auch diese Hürde. Unterhaltsame Nachhilfe für alle, die Chaplin bisher nur" als Stummfilm-Tramp kennen. " (Kinowelt, Blu-ray, 144 Min.)

Szene gesetzt und ist jetzt erstmals auf DVD erhältlich. In den Hauptrollen des packenden Thrillers über die französische Widerstandsgruppe sind Lino Ventura ("Das Verhör") und Simone Signoret ("Die Katze") zu sehen. (Kinowelt, 138 Min.)

40 JAHRE DISCO

THE ROLLING STONES

Licht aus – Womm! Spot an – Jaaaa", mit " diesem Spruch kündigte Ilja Richter in seiner Sendung "Disco" immer den Gewinner der Reise ins Studio an – meistens ein schüchtern dreinblickender Teenager, der dann kurz und zaghaft in die Kamera winken durfte. Zum 40-jährigen Jubiläum der Popmusik-Show kann man sich jetzt die Highlights aus diesen Sendungen in verschiedenen Formaten und mit unterschiedlich zusammengefassten Themen ins Haus holen. Auf sieben Doppel-CDs werden die Themen The Disco Pop Years, Dance The Disco, Disco Glitter, Schlager Disco, Disc Ballads, 70s Disco und co 80s Disco präsentiert. Jede Menge Originalausschnitte aus der "Disco" gibt es auf den vier DVDs (The Disco Pop Years, Dance The Disco, Disco Glitter, Schlager Disco) zu sehen, dazu bekommt man auch noch einen Streifzug durch die zaah zahlreichen Parodien, Sketch und Musical-Einlagen, che m denen Ilja Richter die mit Z zwischen den Auftritten Zeit d Stars auflockerte. Dass der d diese Gags zumindest aus h heutiger Sicht vielfach wie launige Kalauer daherkommen, schmälert das Vergnügen nicht, ganz im Gegenteil steigert sich so das Kultpotenzial dieser DVDs. (Sony Music, 4 DVDs, 574 Min.)

SINGLES 1971–2006

ARMEE IM SCHATTEN Aus dem Jahr 1969 stammt dieser Film in dem die Résistance während des Zweiten Weltkriegs todesmutig gegen die deutschen Besatzer, aber auch gegen Kollaborateure aus den eigenen Reihen kämpft. Einer von ihnen muss Philippe Gerbier, ein wichtiges Mitglied des Widerstands, an die Gestapo verraten haben. Nur knapp kann er den Nazis entkommen und macht sich inn seinem engsten Umfeldd auf die Suche nach dem Denunzianten. Dieses Meisterwerk des französisch/italienischen Kinos wurde von Jean-Pierre Melville ("Der eiskalte Engel", "Vier im roten Kreis") in GoodTimes

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Ganz egal, ob es um die am längsten dauernde Welt-Tournee geht, um die meisten Rock'n'Roll-Jahre auf der Bühne oder um die Anzahl verkaufter Platten – die Rolling Stones sind ein dauernder Garant für Superlative aller Art. Das nächste Highlight wurde Anfang April veröffentlicht, erscheint in einer auffälligen pinken Box mit dem bekannten ZungenLogo und ist optisch an die alten 7"-Hüllen angelehnt. Es ist randvoll mit Klassikern aus allen Zeiten, B-Seiten und raren Songs. Auf 45 CDs mit liebevoll gestalteten Miniaturversionen im Original-Aussehen enthält die Box 173 Stücke, von denen 80 momentan offiziell nicht erhältlich sind. Außerdem gibt es noch ein 32-seitiges Hardcover-Booklet mit Memorabilia, alten Fotos und mit einem neuen Essay des bekannten Journalisten und RollingStones-Experten Paul Sexton sowie ein neues,

exklusives Interview mit Bill Wyman, dem früheren Bassisten der Band, der auch heute noch für das Archiv der Band verantwortlich ist. Für viele Menschen sind mit bestimmten Rolling-Stones-Songs auch ganz besondere Erinnerungen verbunden, viele Musikfans versuchen schon lange, ihre alten, abgegriffenen 7" oder 12" Singles (zumindest für den Hörgebrauch) durch digitale Nachfolger zu ersetzen. Sie werden glücklich sein, die alten Freunde dann nur noch als reines Anschauungsobjekt vor weiteren Gebrauchsspuren zu schützen. Genauso werden viele Sammler die Chance wahrnehmen, jeden einzelnen Mix und jede Version, die über die Jahrzehnte auf verschiedenen Formaten erschienen sind, in diesem üppigen Paket griffbereit zu haben. Paket? Nein, Box der Superlative! (Polydor/Universal, 45 CD-Singles)


from the past BASTEI-WESTERN

HATSCHIPUH

WESTERN BESTSELLER – G.F. UNGER – LASSITER – JOHN SLADE – WINCHESTER

DAS GROSSE RAMMAZOTTI + ANGST UM DAS DORF / DAS WUNDER VON SCHLADERBACH + DER GESPENSTERFORSCHER / DIE CHRISTBAUMDIEBE + DER SCHOKOLADENNIKOLAUS

Der Kölner Bastei Verlag ist einer der wenigen Verlage, die die Tradition des Western-Romans aufrechterhalten und pflegen. Eine ganze Palette an bekannten Titeln steht den Lesern am Ki Kiosk zur Wahl. Sowohl m mit den Western-Bestse sellern als auch mit der G G.F.-Unger-Reihe wird eeiner der beliebtesten u und erfolgreichsten deutschsprachiger W Westernautoren gefeie Mit einer Rekorert. d daufl age von über 250 M Millionen Exemplaren gehört Unger zur internationalen Spitzenklasse der Spannungsliteratur. Seine Epoche ist das späte 19. Jahrhundert, seine Schauplätze sind die unermesslichen Weiten des amerikanischen Westens. Die Geschichten aus der rauen Pionierzeit widmen sich genauso den Herausforderungen durch die Launen der Natur wie den Auseinandersetzungen mit der amerikanischen Urbevölkerung oder rücksichtslosen Konkurrenten. Ganz anders ist der Titelheld der Lassiter-Reihe unterwegs: Überall dort, wo Marshals, Sheriffs und Co. nicht mehr weiter wissen, wird Lassiter im Auftrag der Behörden als Agent der "Brigade Sieben" eingesetzt. Die urwüchsige Landschaft, die prickelnde Atmosp phäre, die wilde Zeit der Helden und die großen m menschlichen Konflikte jjener rauen Zeit bilden ddie gigantische Kulissse für die spannenden F Fälle, mit deren Lösung L Lassiter von seinen Chefs in Washington beauftragt w wird. Dabei ist der große, br breitschultrige Kerl für Fr Frauen nicht weniger gefährlich als für gesetzesuntreue Männer, wenn auch auf andere Art. Der Mann mit den blauen Augen trifft und beglückt die schönsten, attraktivsten und geheimnisvollsten Frauen des Westens. Sie erliegen ihm reihenweise, aber sie stehen – im Unterschied zu den Männern, die das Pech haben, seine Gegner zu sein – hinterher wieder auf.

Der Butzemann Hatschipuh trieb sein Unwesen bisher nur" auf MC oder " auf Vinyl. Doch Mitte letzten Jahres wurde die erste Folge mit zwei Geschichtten aus dem Jahr 1986 ddann erstmals auf CD ve veröffentlicht. Gesprochen vvon den bayerischen Volkssschauspielern Toni Berger, F Fred Stillkrauth, Fritz Straßner und Eva Hatzelmann war diese Serie eine liebevolle uund detailreiche Hörspielumsetzung der Geschichten aus der Feder von Ulrich König ("Meister Eder und sein Pumuckl"). Dieses Frühjahr erscheint die zweite Folge, in der Hatschipuh und seine Butzemann-Freunde die Tiere des Ortes Schladerbach vor einem fürchterlichen Gewittersturm in Sicherheit bringen müssen. In der zweiten Geschichte droht den B Butzemännern dann selbst G Gefahr durch einen Ferieng auf dem Reiterhof, der gast s als Gespensterforscher sich e entpuppt. Rechtzeitig zur W Weihnachtszeit wird sich die dritte Folge dann mit Christbaumdieben und einem Schokoladennikolaus beschäftigen. Schöne Sache: Hatschipuh ist wieder da! (Alogino Hörbuchverlag, 3 CDs)

DIETER HALLERVORDEN NONSTOP NONSENS BOX 1 + 2 "Palim Palim – Eine Flasche Pommes bitte!" Mit "Nonstop Nonsens" gelang Dieter "Didi" Hallervorden ein Meilenstein der deutschen TVComedy-Geschichte. Mit Einschaltquoten, wie sie heutzutage allenfalls ein WM-Finale mit deutscher Beteiligung zustande bringen würde, avancierte die Serie zwischen 1975 und 1980 schnell zu einem regelrechten Straßenfeger. Das Konzept von "Nonstop Nonsens" bestand darin, eine Slapstick-Geschichte zu erzählen, die immer wieder durch einzelne Sketche (mit den Dauergästen Rotraud Schindler, Kurt Schmidtchen und Gerhard Wollner) unterbrochen wurde. Kein Unfug wurde ausgelassen, keine Albernheit war zu flach, um nicht doch noch das Publikum Seite

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zum Lachen zu bringen. "Der gespielte Witz", am Ende jeder Serie live vor dem Studiopublikum dargeboten, wurde schnell zum Markenzeichen der Serie. In zwei Boxen mit jeweils drei DVDs gibt es jetzt alle Folgen in den ungekürzten 42 Originalminuten, die Jahre 1975 bis 1978 (Folge 1–12) sowie 1978 bis 1980 (Folge 13–20). Dazu gibt es noch umfangreiches Bonus-Material wie ungesendete Sketche, Trailer, Biografien, ein Best-Of-Nonstop-Nonsens-Special oder die musikalische Sonderfolge "Nonsens nach Noten". (Turbine Medien/Alive, 500 + 300 Min.)

BONANZA BEST OF VOL. 1 + 2 "Bonanza" – immer noch stellt dieser Name den Inbegriff einer Westernserie dar. Von 1959 bis 1973 wurden insgesamt 430 Episoden produziert, die ab 1967 im ZDF zu sehen waren (kleine Anekdote am Rande: Die Serie war 1962 schon in der ARD zu sehen – wurde aber nach 13 Folgen wegen zu große Brutalität wieder abßer ge gesetzt!). Vier, oder wenn m man den chinesischen K Koch Hop Sing mitzählt, fü Männer leben um das fünf J 1870 herum auf einer Jahr R Ranch namens Ponderos Der Vater Ben Cartsa. wright (Lorne Greene) i seinen i S h mit Söhnen Adam (Pernell Roberts), Hoss" (Dan Blocker), der eigentlich Eric heißt, " und Joseph (Michael Landon), den alle nur Litt" le Joe" nennen. Dabei präsentiert die Serie alle Abenteuer, wie sie der so genannte Wilde Westen in der Fantasie der Fernsehzuschauer zu bieten hat: Saloon-Schlägereien, Grenzstreitigkeiten unter Nachbarn, Viehdiebstahl, bedrohte Indianerstämme, untergetauchte Verbrecher oder die üblichen Schwindler auf der Suche nach leichtgläubigen Kunden. Klare Denk- und Handlungsweisen in Gut und Böse aufgeteilt, bei denen die Cartwrights aber so weit wie möglich auf

Unsere Gewinner der Verlosung aus kult! Heft 4 – 1/2011, Stichwort "Isar 12": 3 x Funkstreife Isar 12 Staffel 1 •

Andreas Hanauer, Regensburg

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Angelica Panico, Fulda

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Mario Huger, Sandesneben Herzlichen Glückwunsch!


ZOUNDS-Chef Wolfgang Feld mit aktuellen CD-Tipps.

Keep On

ROCKING

DIE GRAUSAMEN SIEBEN Nichts für zarte Gemüter ist dieser Biker-Kultfilm aus dem Jahr 1968, der es immerhin in die Top 20 des KultRegisseurs Quentin Tarantino geschafft hat. Künstlerisch dürfen keine hohen Ansprüche gestellt werden, dafür entschädigt der coole Soundtrack von Cream für so manches. Außerdem scheint sich Dennis Hopper hier einiges für sein kurz darauf entstandenes Roadmovie "Easy Rider" abgeschaut zu haben und ist so auch für Hobby-Filmhistoriker interessant. (Pierrot Le Fou/Alive, 93 Min.)

WESTERN KLASSIKER 3 FAHRT ZUR HÖLLE, IHR HALUNKEN + WILDE PFERDE + DIE GLORREICHEN DREI Schier unerschöpflich ist das Reservoir an Western-Filmen. Neben den üblichen Verdächtigen wie "12 Uhr mittags", "Rio Bravo" oder "Spiel m das Lied vom Tod" mir g es aber noch weit mehr gibt F Filme, die die Aufmerks samkeit des Publikums v verdient haben. "Fahrt zur H Hölle, Ihr Halunken" ist ein k klassischer Italo-Western v von "Django"-Regisseur S Sergio Corbucci mit dem französischen Rockstar Johnny Hallyday in der Rolle des großen Rächers. Erstmals ist dieser Film aus dem Jahr 1969, in dem auch Mario Adorf, Gastone Moschin und Sylvie Fennec zu sehen sind, in der 18 Minuten längeren Ur-Fassung erhältlich. Im Mexiko gegen Ende des 19. Jahrhunderts spielt "Wilde Pferde", in dem John Sturges 1973 Regie führte. Beworben wurde der Film damals so: Sie nahmen ihm sein Land, seine Pferde, " seine Frau – doch seinen Stolz werden sie ihm niemals nehmen!", bietet also eine Paraderolle für Charles Bronson, dem seine Pferdezucht, seine

L Liebe (Jill Ireland) und b beinahe auch sein Leben g genommen werden – nur u dann umso gnadenum l loser zurückzuschlagen. D Filme liefert die Box Drei "Die glorreichen Drei – Western Klassiker 3". In Tonino Valeriis "Der Tod ritt dienstags" treffen zwei Ikonen des Italo-Westerns zum ersten und einzigen Mal aufeinander: Lee van Cleef und Giuliano Gemma. Dabei weiht ein alternder Pistolenheld einen jungen Mann in das Handwerk des Pistoleros ein. Als der Schüler nach harter Schule erkennen muss, dass sein Lehrer ein brutaler Mörder ist, kommt es zum tödlichen Duell. Ein Aufeinandertreffen von Topstars ist "Buffalo Bill und die Indianer" aus dem Jahr 1976. Paul Newman (in der Titelrolle), Burt Lancaster, Harvey Keitel und Kevin McCarthy zeigen unter der Regie von Robert Altman, wie der Indianerhäuptling Sitting Bull die angeblichen Heldentaten der anmaßenden Western-Heroen ins rechte Licht rückt. Topstars einer neuen, jüngeren Generation stehen im Mittelpunkt von "Gesetzlos – Die Geschichte des Ned Kelly". Heather Ledger, Naomi Watts, Orlando Bloom und Rachel Griffith entführen die Zuschauer in dieser packenden Abenteuergeschichte (die auf einer wahren Begebenheit beruht) in die außergewöhnliche Landschaft Australiens. Der Farmer Ned Kelly und seine Freunde werden nach einem Streit mit der Polizei fälschlicherweise des Pferdediebstahls beschuldigt. Als sie gestellt werden, erschießen die jungen Männer drei Polizisten. Es beginnt ein Leben auf der Flucht. Hierbei erlangen sie den Ruf der Gesetzlosen und werden als Volkshelden gefeiert. Die Regierung, die das Treiben nur mit Unwillen beobachtet, engagiert schließlich einen Kopfgeldjäger, der die Kelly Gang mit unerbittlicher Härte verfolgt und die Geschichte zu einem furiosen Finale führt. (Kinowelt, 3 DVDs, 333 Min.)

TED HEROLD UNTERWEGS Diese DVD zeigt den Berliner Hitlieferanten so, wie er schon immer den ursprünglichen, bodenständigen Rock'n'Roll in Deutschland authentisch und voll ungebrochener Power vertritt. Der Filmemacher Jörg Preuße hat Ted Herold in den letzten Jahren mit der Kamera auf Tourneen begleitet und die unterschiedlichsten Momente aller Art filmisch festgehalten – Konzerte, Fans, Proben, Interviews und die freie" Zeit dazwischen. So entsteht ein tolles " Porträt eines jung geblieben Künstlers. (Bear Family, 68 Min.)

HOLLIES Best »Hope« Hope · Suspended Animation · Daddy Don't Mind · The Day That Curly Billy Shot · Down Crazy Sam McGee · Emotions · Then, Now, Always (Dolphin Days)· Yesterday's Gone · Son Of A Rotten Gambler · Look Through Any Window · I'm Alive · Blowin' In The Wind (Nash Version)· Searchin' · Long Cool Woman (In A Black Dress) · Write On · Boulder To Birmingham · The Air That I Breathe · The Very Last Day · Bus Stop · Jennifer Eccles · Too Much Monkey Business · Poison Ivy · Stay · (Ain't That) Just Like Me · Zip A Dee Doo Dah (Song Of The South). Spielzeit: 79:59. Mit CD-Text. CD Best.Nr. 27000 20167 D 22,49

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eigene Gewalt verzichten, prägen die moralische Ausrichtung der Serie. Jeweils vier der erfolgreichsten Episoden gibt es jetzt auf zwei einzeln erhältlichen DVDs. "Tod am Sun Mountain", "Die Letzten ihres Stammes", "Mark Twain und die Cartwrights" sowie "Annie steht ihren Mann" auf Vol. 1, "Mr. Henry Comstock", "Wasser für die Ponderosa", "Hinrichtung im Morgengrauen" und "Auf Walter ist Verlass" sind auf Vol. 2 zu sehen. Wer bis heute noch keine Folge von Bonanza im DVD-Regal stehen hat, der kann hier bedenkenlos zuschlagen ... (Alive, je 188 Min.)


Vater und Sohn

Schöne Geschichten aus böser Zeit Obwohl sie großen Schrittes auf das 80. Lebensjahr zugehen, finden sich "Vater und Sohn" noch heute in vielen Schulbüchern. Offensichtlich sind die liebevoll gezeichneten Geschichten auch für die aktuelle Generation lehrreich. Dabei waren sie ursprünglich gar nicht für den Unterricht vorgesehen. Vielmehr ist ihre Entstehung unmittelbar gekoppelt an die persönliche Tragödie ihres Schöpfers, der den politischen Verhältnissen im Dritten Reich zum Opfer fiel.

er die Bände mit den "Vater und Sohn"-Geschichten durchblättert, stößt zwangsläufig auch auf den Namen des Zeichners e.o. plauen. Hierbei handelt es sich um ein Pseudonym für Erich Ohser aus Plauen. Geboren am 18. März 1903 und aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, wurde er nach dem erfolgreichen Absolvieren einer Schlosserlehre mit Auszeichnung bereits in seinen Zwanzigern während des Studiums an der Leipziger Akademie für Grafische Künste und Buchgewerbe ein renommierter Karikaturist. Dass dies Jahre vor der Entstehung seiner ersten Zeichnung mit seinen bekanntesten Figuren geschah, dürfte ebensowenig jedem bekannt sein wie seine innige Freundschaft mit Erich Kästner. Nachdem die beiden jungen Männer sich 1923 in Leipzig kennen gelernt hatten, bildeten sie schnell ein künstlerisch kongeniales Paar – Text: Erich Kästner, Illustration: Erich Ohser. Die fruchtbare Zusammenarbeit ergab mehrere gemeinsame Publikationen, beispielsweise Kästners ersten und womöglich beliebtesten Gedichtband "Herz auf Taille". 1927 jedoch ging eine ihrer Kooperationen der Redaktion der "Neuen Leipziger Zeitung", bei de der die beiden Künstler seit drei Jahren angestellt war waren, im wahrsten Sinne des Wortes gegen den Str Strich: Kästners Gedicht "Abendlied des Kammervirtuos Kammervirtuosen" mit Illustration von Ohser wurde im Jahr des 100. Geburtstags Ge von Ludwig von Beethoven als respektlose V Verspottung des Komponisten aufgefasst un und führte zur fristlosen (!) Entlassung der Freunde und Kollegen, die daraufhin in „die interessanteste Großstadt der Welt" (Kästner) zogen: Berlin.

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in der Reichspressekammer abgelehnt. Eine Emigration nach England zu Verwandten seiner Frau kam für den wegen einer Erbkrankheit schwerhörigen, entmutigten Zeichner nicht infrage. Zur Rettung aus finanzieller Not (und zu eben jener nötigen Mitgliedschaft) verhalf ihm der Redakteur und Lektor Kurt Kusenberg, der für eine Berliner Zeitung auf der Suche nach einer Bildergeschichtenserie war. Unbedingte Voraussetzung: Die Zeichnungen mussten unpolitisch sein. So schlug die Geburtsstunde von "Vater und Sohn" unter dem Decknamen e.o. plauen. Natürlich stand Ohser dabei auch unter dem – ungleich positiveren – Einfluss durch seinen leiblichen Sohn Christian, der zwei Jahre zuvor zur Welt gekommen war. Zwischen Dezember 1934 und Dezember 1937 erschienen die Geschichten in wöchentlichem Rhythmus mit großem Erfolg in der "Berliner Illustrierte Zeitung", um danach in insgesamt drei Bänden in Buchform veröffentlicht zu werden.

Dort fand Ohser während stundenlanger Aufenthalte in Cafés den optimalen Nährboden für die grafische Umsetzung politischer Witze. 1929 begann er für die sozialdemokratische Zeitschrift "Vorwärts" zu arbeiten. Satirische Zeichnungen mit gegen den Nationalsozialismus gerichteten Titeln wie "Wohin rollst du, Goebbelchen?" oder "Dienst am Volk" für weitere Magazine folgten – bis Hitler Reichskanzler wurde. Dass Kästners Werke mit Ohsers Illustrationen im Rahmen der Bücherverbrennung durch die Nazis am 30. Januar 1933 ins Feuer flogen, war nur der Anfang. Ein Jahr später wurde Ohsers Antrag auf die zur Ausübung seines Berufs notwendig gewordene Mitgliedschaft Seite

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Nach der Gleichschaltung der deutschen Presse durch die Nationalsozialisten und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs produzierte Ohser seine letzten Karikaturen für die Wochenzeitung "Das Reich". Innerlich zerrissen zwischen Liebe zu Deutschland und durchaus auch öffentlich auf der Straße geäußertem Hass auf das NS-Regime, lautete seine Aufgabe, die Kriegsgegner zu verhöhnen, etwa in Gestalt des russischen Bären. 1944 wurde Ohser von einem Nachbarn, dem Herausgeber einer Hitler-Zeitschrift, bei der Polizei denunziert und daraufhin verhaftet. Bevor es zu seiner sicheren Verurteilung zum Tod kommen konnte, nahm sich der Künstler am 6. April in der Gefängniszelle das Leben.

Wenn der Vater mit dem Sohne it "Vater und Sohn" wurde ein erfrischender Gegensatz zur tosenden Propaganda der NS-Regierung geschaffen: Die beiden liebenswert-sympathischen Figuren entsprachen absolut nicht dem nationalsozialistischen Menschenbild. Dass ihr Erfolg bis heute anhält, hat mehrere Gründe. Es beginnt bei ihrer Entstehung auf dem Papier: Nach dem buchstäblich zugespitzten Entwurf mit Bleistift verwendete e.o. plauen für die Druckvorlage eine schwarze Feder. Dank seines klaren Strichs bewahrte er die ursprüngliche Unaufdringlichkeit der Zeichnung mit einfachen Effekten wie einem Schwarzweiß-Kontrast. Motto: Weniger ist mehr. Zur attraktiven Schlichtheit passt, dass die Bildgeschichten mit Ausnahme einer in die Handlung einführenden Unterschrift ohne Text auskommen.

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Foto und Illustrationen: aus e.o. plauen "Vater und Sohn" in Gesamtausgabe Erich Ohser © Südverlag GmbH, Konstanz, 2000

Natürlich sind es jedoch – bei allen zeichnerischen Qualitäten – die alltäglichen Themen der Geschichten, die für ihre anhaltende Aktualität sorgen. Auch wenn Vater und Sohn noch keine Videos Erich Ohser mit Sohn Christian am Zeichentisch auf YouTube anschauen konnten: Dass zusammen draußen gespielt wird oder im Haushalt mal etwas unabsichtlich zu Bruch geht, soll auch heute noch vorkommen. Und doch gibt es in den Geschichten eine Beobachtung, die dem heutigen Zeitgeist entgegensteht: Auffällig

eben der Hintern versohlt. Im Kern bleibt also die väterliche Autorität unangetastet. Ein Fall für die "Super Nanny"? Zudem versucht der Sohn oftmals auf geradezu rührende Weise, entstandene Schäden zu reparieren: Nachdem er in "Grenzen der Malerei" versehentlich einen Wandspiegel zerbrochen hat, entfernt er kurzerhand das Glas komplett und malt auf die entstandene Fläche das Spiegelbild seines Vaters, um damit vom Missgeschick abzulenken. Die pfiffige Idee funktioniert, bis der Vater mit einer Krawatte vor den vermeintlichen Spiegel tritt und mit Verwunderung bemerkt, dass sein Abbild eine Fliege trägt ... "Die gute Gelegenheit" nutzt der Sohn während eines Wohnungsbrandes, nachdem er – schon ins Freie geflüchtet – vor den verdutzten Augen seines Vaters die Schulhefte durchs offene Fenster zurück in die Flammen wirft. Nur wenige typische Beispiele für die menschlichen Züge der Figuren in den Geschichten. Das Entscheidende ist ohnehin: Wenn es drauf ankommt, halten "Vater und Sohn" unzertrennlich zusammen. Ob auf der Jagd nach einem Einbrecher oder einem Vogel, der die Saat aus dem Gartenbeet gepickt hat. Letztlich haben beide ein gutes Herz. Thorsten Pöttger

Erich Ohser – e.o. plauen Er

Vater und Sohn Sämtliche Streiche und Abenteuer (Schmuckausgabe)

oft rutscht dem Vater die Hand aus, obwohl Juniors Streiche – verglichen mit den Eskapaden eines Bart Simpson – völlig harmlos sind. Als es dem Sohn in "Schach dem Vater" gelingt, seinen Erzeuger mittels gelungener Züge matt zu setzen, wird ihm zur Belohnung mal GoodTimes

Südverlag GmbH ISB ISBN 978-3-87800-042-6 318 SSeiten, it LLeinen, i FFormat 24,0 x 16,5 cm 2/2011

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DIE

PROFIS

ci5

Von Uli Twelker

Tatort Groß-London Während meiner Londoner Jahre wurde ich nie überfallen. Aber ich liebte die Vorstellung einer saugefährlichen Millionenmetropole. Dazu trugen die "The Professionals" ("Die Profis") aus der gleichnamigen TV-Serie erheblich bei. Dass sich in Clubs, Council-FlatPlattenbauten und Flugzeug-Hangars korrupte, mit Kalaschnikows ballernde Killer rumtrieben, gefiel mir. Dass man zur Bekämpfung dieses Gesockses alle offiziellen Haudegen an einen Tisch setzen musste, faszinierte noch mehr: Laut Drehbuchvorgabe trafen sich Armee, Polizei und Geheimdienst(e) im Innenministerium, um eine "A-Squad" (ursprünglicher Titel) zu gründen, Criminal Intelligence Five – "CI5". Die Queen & Gatte Philip waren Fans: Sie glaubten, der CI5 sei echt ...

Der „Abteilungsleiter", Unit Commander im Rang eines Majors, George Cowley, wurde cholerisch klugscheißernd und dezent Whisky Single Malt schlürfend dargestellt vom ehrwürdigen Schotten Gordon Jackson (1923–1990) aus der Familiensoap "Upstairs Downstairs" ("Das Haus am Eaton Place"). Der humpelte zu Beginn der Serie wegen einer Kriegsverletzung, die man im Lauf der Zeit „vergaß", um den Alten besser in Action-Szenen einbauen zu können. Cowley machte gleich in der Pilotfolge "Old Dogs With New Tricks"/"Perfekter Plan" mit einem kleinem Fehler seinem Team klar, wo es langging: gegen Gewaltkriminalität, dabei aber möglichst de-eskalierend. Im Zweifel solle man „lieber denen zuerst in die Weichteile hauen!" (Script-Schreiber Clemens rühmte sich damit, Cowleys Rede komplett bei seinem im Privatsender LWT eingereichten Konzeptpapier abgepinnt zu haben).

Die Formatidee mit dem Schauplatz London war der Grund, warum ich die Serie seit ihrer Erstausstrahlung Minuten später nahm die graue 1977 in Ealing W.5 (die Postleitzahl passte zur Serie!) Eminenz seine beiden cleversten, verfolgte. Gedreht wurde in den Pinewood Studios frechsten Kerle beiseite und machunweit meiner Wohnung. Zehn Jahre waren vergangen, te mit stechendem Blick klar, was Sportlicher Charme stichelt seit beschaulichere Londoner Abenteuer von Diana zwischen ihnen galt: Das Gesetz gegen zynische Eleganz: Rigg und John Steed als "The Avengers" ("Mit Schirm, sind wir! Gewalt bei Bedarf nicht Doyle & Bodie Charme und Melone") liefen. Beide Erfolgsserien wurden nur gern, Jungs, sondern mit der vom selben Team betreut: allen voran Script-Routinier Brian Clemens, „Licence To Kill". Wer waren nun die zwei Gentlemen, die aus dem der angeblich nie länger als zwei Wochen an einem Drehbuch bastelte! Posträuber-Slogan ("Die Gentlemen bitte zur Kasse") schnell mal „Die Laurie Johnsons zwischen Bigband-Jazz und „Shaft!"-Soul angesiedelGentlemen hau'n auf die Kacke" machten? Der Mini-Pli-gelockte, dabei ter Soundtrack leitete die einzelnen Folgen ein. ernsthafte Martin Shaw, Jahrgang 1945, war britischen Soap-Fans aus Seite

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des britischen Premierministers, ein CI5-Agent wurde abtrünnig, Polizeioffiziere gaben den Löffel ab – und außerdem tauchte irgendwann die Frage auf, ob der Ku-Klux-Klan im Vereinigten Königreich aktiv werden will. Dabei war mein geliebtes London nicht immer so häufig zu sehen, wie die Titel versprachen: "Stakeout"/"Eine Lunte für London" etwa spielt hauptsächlich in einer Bowlingbahn, die es in der Art auch in Gelsenkirchen gegeben haben könnte. Und das packende Thema der Folge – eine drohende Plutoniumvergiftung der kompletten britischen Hauptstadt – erhielt erstaunlich wenig Raum in Handlung und Dialogen.

Doyle, Cowley & Bodie: Big Daddy und seine jungen Wilden der 50er-Jahre-Dauerserie "Coronation Street" bekannt. In Polanskis "Macbeth" gab er 1971 den Banquo. Shaw spielte den als Ex-Bullen angelegten Profi Ray Doyle. Sein Partner war der raubeinige Lewis Collins (Jahrgang 1946) aus der Sitcom "The Cuckoo Waltz", Merseybeat-Fans bekannt als Bassist der Liverpooler Band The Mojos. Er gab den Ex-Legionär Andrew Philip Bodie. Beide Schauspieler hatten die London Academy Of Music And Dramatic Art absolviert.

Legende ist, dass beim ZDF nicht alle Folgen zum Einsatz kamen, sondern wahlweise als zu britisch, zu gewaltsam oder rassistisch eingestuft wurden. Warum ließ man dann Cowley in einer genehmigten Folge sagen „Was ist mit dem jungen Neger?" Und dass es Zuschauer gegeben haben muss, die die Serie gerade als Anglophile verschlangen, hätte Intendanten klar sein können. Was die Gewalt angeht: Sie wurde anfangs geradezu öffentlichrechtlich sittsam nur in den Köpfen der Zuschauer platziert. Eine Exekution irischer Terroristen in einer Lagerhalle in einem Londoner Vorort hörte man nur von außen, erst allmählich setzte sich eine Voyeurs-Perspektive durch.

Die Charaktere waren kontrastreich angelegt. Doyle sportlich, charmant, doch impulsiv. Bodie elegant, besonnen, sarkastisch. Man teilte sich schamloses Machotum. Wurde einer Krankenschwester bei der Geiselnahme eine Handgranate in den Ausschnitt gesteckt, ging es Bodie & Doyle vor allem feixend um die Körbchengröße, in jenem Fall 38 B. Sie rasten mit Ford Capris durch Londons Straßen – während Böse edel im Jaguar XJ6 abhauten. Dass ihre ewigen Sticheleien hinter den Kulissen rüpeliger gewesen sein sollen, war ein gefundenes Fressen für die Yellow Press – von Shaw & Collins gentlemanlike heruntergespielt. Ihnen war wichtiger, Stunts selbst zu machen.

Gordon Jackson

© Pressefotos

Martin Shaw

Lewis Collins

Alles wirkte aufwühlend, hektisch – erst heute wird klar, dass man es zur Wende von den 70ern zu den 80ern noch mit Koteletten für Macker (à la Mungo Jerry) zu tun hatte, die karierte Anzüge mit breiten Revers trugen, die hier zu Lande auch ein Peter Frankenfeld ablehnte. Man trug Atombomben, die wie Druckkochtöpfe aussahen, in ekligen Plastiksporttaschen durch die Gegend und konnte sie mit einem Schraubenzieher entschärfen. Polizeiautos der British-Elend-Marke Austin hatten „Lalü-Lalü" statt Sirenen. Es war eine Ära ohne Mobilfunk – man ging als Geheimbulle zum Verhör und zum Telefonieren in eine Zelle. Die filmischen Schnitte, einst als infarktgefährdend empfunden, wirken heute geradezu gemütlich. Es gab Probleme ohne Ende: Ex-Häftlinge wollten sich rächen, das Leben einer Predigerin wurde bedroht, der russische KGB wusste was über das Liebesleben GoodTimes

Natürlich wurde zu einer so kultigen Legende ein Remake gewagt: "The New Professionals", 1999, für 13 Folgen. Berater wurde Brian Clemens, die neue Serie war ein Kind des Regisseurs David Wickes. Nachfolger Cowleys war Edward Woodward, Typ frustrierter Spion, der in den USA mit der Reihe "The Equalizer" bekannt geworden war. Ihm zur Seite stand neben neuen Bodies & Doyles eine handfeste neue „Emma Peel der 90er" – Lexa Doig! Und was wurde aus Shaw und Collins? „Doyle" mutierte in den 90ern zu Chief Constable Alan Cade in der TV-Krimiserie "The Chief" und bekam die Hauptrolle in dem Rhodesien/Zimbabwe-Drama "Rhodes"; „Bodie" kam nach den "Profis" als neuer James Bond ins Gespräch und spielte im Kinofilm "Who Dares Wins" ("Das Kommando") 1982 den Helden der Sondereinheit SAS. Diesen „Special Air Services", vergleichbar mit der GSG 9, hatte Collins auch im echten Leben beitreten wollen. 2002 hatte er einen Gastauftritt in der Polizeiserie "The Bill", steht nun für den Film "1066" nach 20 Jahren wieder „richtig" vor der Kamera. Wer (wieder) auf den Geschmack am Krimistoff gekommen ist, greife zu den restaurierten und mit mehr Menü-Funktionen ausgestatteten DVDs neuester Generation und einem Standardwerk, das Hintergründe, Persönliches, Casting, Fernseh- und Politik-Historisches, Inhalte und Ideologie auf 541 Seiten präzise und packend darstellt: "Die Profis: Auf den Spuren des CI5: Das große Buch zur Serie" von Werner Schmitz, erschienen im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf. Freier Eintritt in ein ParallelUniversum, das locker das schnöde Leben ringsum ersetzen kann. 2/2011

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Als Schiffsjunge .. nach Sudamerika Von Uli Twelker

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" N i e wieder!", das schwor ich mir in jener Nachtminute! Exakt um 2:13 Uhr, am 15. Juli 1968. Du liegst in der Koje, der Seegang rollt dich – Bettruhe als Schleudergang. Keine Seekrankheit: Es lag an den Jungs in meiner Kammer – noch immer beim Skat, ein Bier jagt das andere, der Muff filterloser Gitanes dringt durch den Kojen-Vorhang. Die Stewards zocken jeden verdammten Abend … Und all dies nur, weil mir mein Marine-Vater das Leben auf See dermaßen schmackhaft gemacht hatte, dass ich mich beim Verband Deutscher Reeder als so genannter Ferienfahrer anbot, und auf der "Vegesack" landete, einem Bremerhavener "Bananenjäger"...!

Ka ibi Kar bik k

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hatte. Meine Melodie jenes Sommers: Creams "Anyone For Tennis". Als wir am Ende in Rotterdam einlaufen, gleiten wir an Schiffskränen vorbei, alle Mann an Deck abhängend, aus einem Riesenkofferradio dröhnt brandneu: "Do It Again" von den Beach Boys, dann "Camp" von Sir Henry & His Butlers. Beide höre ich bis heute – nie ohne das Herzklopfen meiner ersten Transatlantikrückkehr mit 15. Juli 1969, ich entere die "Cap San Diego" im Hamburger Hafen (wo sie heute als Museumsschiff vertäut ist). Eines der schönsten Schiffe, das ich kenne, damals mit sechs Schwesterschiffen. Mit 16 fühle ich mich schon cooler. Denke ich jedenfalls. Bis mir Heizer Molly die Pranke zwischen die Schultern haut und brüllt: „Hey Susi, in zwei Wochen Santos, da wird richtig eingetörnt!" „Susi" – wegen meiner über Matrosennorm langen Haare. Ein anderer Moses, Musikstudent, singt uns im Ärmelkanal aus Antwerpen kommend eine Arie: „Der soll anhalten!", brüllt er, an Deck wankend. Seekrankheit als Panikattacke. „Wann hält der an?", fragt er mich. Ich kann nur abwiegeln: „Morgen haben wir ruhige See." Stoppen würde die "Cap San Diego" erst nach 14 Tagen – so lange fuhr man bis Brasilien, obwohl wir mit 19 bis 21 Knoten verdammt schnell waren. Diesmal gewöhne ich mich schnell ein, bin in meiner Pantry zu Hause und habe bald einen Nebenjob: bedienen bei Skatturnieren, gespickt "Cap San Diego" mit lustigen Sprüchen, bei amtlicher Musik: "Oh Happy Day" auf Rotation, "Honky Tonk Women" hatte Schiffsjunge Bernd über ein Hallgerät laufen lassen, so dass seine TonbandAufnahme sich live anhörte – besser als der dröge Single-Mix!

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Foto o: Ge eorg orgH rgH HH

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ier Wochen später wusste ich jedoch: Im kommenden Sommer hole ich mir vom Direktor meiner Penne einen neuen Ferien-Nachschlag – und lege doch wieder ab. Woher der Sinneswandel? Ein denkwürdiger Landgang in Turbo, Kolumbien. Tropenflair. Ich gönne mir eine Plantagenmachete mit 60-cm-Klinge, sehe Sechsjährigen beim Rauchen zu und hoffe, dass ich mit lokalem Flaschenbier durchfalltechnisch auf der sicheren Seite bin. Klappt, ich halte dicht ... Am Tag drauf eine Dschungelfahrt mit dem Rettungsboot der "Vegesack", der Käpt'n in Khaki am Ruder: sanftes Plätschern links und rechts – hungrige Alligatoren aller Größen. „Außerdem wimmelt es hier von Piranhas!", raunt der Alte. Am nächsten Tag: Bananenpacker beaufsichtigen: Schlappe 105.000 Kisten Chiquitas von Flößen per Fließband auf unseren Pott bringen, auf Reede: Einen Hafen gab's nicht. Das Leben an Bord gefiel mir auf dem Rücktörn besser: 22 Decksleute viermal am Tag bedienen, abwaschen, Pantry sauberhalten und Waschräume, das schaffe ich locker. Wenn statt Skat abends alle ihre Single-Sammlungen in eine Kammer hieven und zwischen Freddy Quinns "Sie hieß Mary-Ann", Herman's Hermits und Mario Lanza tolle Anekdoten vom Stapel lassen, bekomme ich was von jener Romantik ab, die ich schon als Seemannsgarn abgeschrieben


Fotos: © U. Twelker

An Deck waren Ställe aufgebaut: 28 Zuchtrinder hatten wir in An An en n fü Antwerpen für Argentinien geladen, komplett mit einem drahtigen C Cowboy. Eines Nachts, im Scheinwerfer, half der Drahtige einem Käl Kälb Kälbchen nahe dem Äquator auf die Welt. Eine Szenerie, wie sie filmeife nicht sein konnte. Andere Nächte waren friedlicher – im Pool eifer reifer liegend in den Sternenhimmel schauen. Die Cap-San-Schiffe hatten Luxus-Kabinen für zwölf Passagiere, aber abends durften wir in den Pool. Ich bin am liebsten nachts allein im Wasser, denn wenn sich die Crew langweilte und Wasserball spielen will, musste ich der Ball sein – nie hatte ich so viele blaue Flecke! Santos, Brasilien: Für die Jungs wohl die ultimative Stadt der Liebe, siehe Mollys launige Bemerkung. Nun legt er noch einen drauf: „Wir besorgen dir 'ne heiße Mulattin, Susi!" Ich kann ja schlecht an Bord bleiben, aber mulmig ist mir schon ... Die City-Bar am Cachache-Berg, benannt nach dem beliebten ZuckerrohrAls dü Al d nne nn r H Heri e ng eri n an n ein einem Schnaps, ist schummrig. selten tenen en n fre freien ien Ta Tag g in in Ein Trio bringt Live-Musik, Tu bo Tur bo,, Ko olu lum umbie bien n keineswegs Bossa-Nova oder Samba, sondern Creedence Clearwater, Kinks – kompetent abgespult, quasi wie zu Hause. Kaum wippe ich mit, spüre ich eine zarte Hand: „Tanzen, Blondie?" Sie ist bildschön, Typ Arabella Kiesbauer, und schmiegt sich lasziv an. „Let's go upstairs", flüstert sie – ich teste eine dramatische Miene und murmele was von „night shift" und nehme ein Taxi. Am Tag drauf nimmt mich der Heizer unter dem Feixen der anderen beiseite. „Du hast der Lady was von Nachtschicht erzählt? Die weiß aber genau: Ein Moses fährt nie Nachtschicht! Nun ist sie düpiert – läuft auf der Pier mit ihrer Machete auf und ab!" Gut, dass wir nach Buenos Aires ausliefen. Dort luden wir die 29 Rinder per Kran aus. Nach den Viechern ging ich selbst an Land. Nicht ohne zehn Fingerabdrücke auf dem Landgang-Pass zu hinterlassen: Order der Militärs! Und was kaufte man zuerst in Buenos Aires? Klar, den "Melody Maker", zwei Wochen alt! Törn drei: "Cap San Augustin" Sommer '70. Ich konnte nicht anders. Mein Direktor war ,not amused': „Twelker, überlegen Sie, ob Sie Ihr mageres Reifezeugnis an dieser Anstalt ablegen wollen!" Ablegen wollte ich. Aber lieber mit einer Cap San! Diesmal als Decksjunge; ich trug mich für den Navigationskurs ein – kaum ahnend, dass dies eine Fügung des Schicksals war. Auf der Heimreise traf es einen Leichtmatrosen, der schwer gebechert hatte: Einen „fristlosen Sack" nennt man es, wenn du auf See gefeuert wirst und danach rumsitzt, bevor vom nächsten Hafen einen Ersatz eingeflogen wird. Nächster Hafen? Rotterdam! „Dann geht Susi Brückenwache!" Das gefiel mir: Einen 159 Meter langen 10.000-Tonner zu steuern ist ein Erlebnis. Bis in der Biskaya ein Sturm aufzog, beide Radargeräte verreckten und wir auf Sicht an den in letzter Minute sichtbaren Riesentankern vorbei mussten. Wenn der Käpt'n an seiner Pfeife ziehend „fünf Grad Steuerbord" murmelte und ich den Kahn herumlegte, wusste ich: Hier oben sieht das schon wild genug aus, wie der Pott sich auf die Seite legt und sc schlingert. Aber unten in der Offiziersmesse haben sie nicht nur die SStühle und Tische sichernd eingehakt, sondern der Pudding springt d drei Schalen weiter! Spruch aus dem Maschinenraum: „Käpt'n, volle K Kraft voraus bei dem Nebel? Lassen wir es langsamer angehen?" – „Gib ihm weiter die Brust, Chief!", hörte man hinter der qualm menden Pfeife. Keine Chance auf halbe Kraft bei verderblicher Ware d des Kühlschiffes: brasilianische Orangen u und Fleisch aus Argentinien mussten p pünktlich zum Kunden, sonst hagelte ees Konventionalstrafen. Erster Ton im Hafen: „All Right Now!"

n e in e f u a it m ie S n e m m o K weiteren Trip in die goldene Vergangenheit!

KULT AZ 1/2 HOCH

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Ein Amerikaner in der DDR Leben und Wirken des Sängers und Schauspielers

er amerikanische Sänger, Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Dean Reed (geboren am 22.9.1938 in Denver) war ein echter Superstar. Allerdings nicht in seiner Heimat Colorado, sondern in der DDR. Reed besaß Talent und verfügte über eine charismatische Ausstrahlung, die auch im Rest der Welt zum Star hätte reichen können. Doch er war bekennender Marxist, Aushängeschild des anderen Amerika. "Der rote Elvis" wird er in einem Buch und in einem Dokumentarfi lm über ihn genannt, für die "New York Times" war er der „Johnny Cash des Kommunismus". Den DDR-Oberen, die Dean Reed hofierten, hätte nichts Besseres passieren können: ein vermeintlicher Weltstar und dennoch ein Kämpfer für die Sache. Doch die Geschichte endete tragisch, mit dem Suizid des Künstlers. Bereits 2004 sicherten sich Tom Hanks und DreamWorks die Filmrechte an seiner Biografie. en ersten Zeitungsartikel über Dean Reed konnte man 1956 in der amerikanischen "Newsweek" lesen. Hier ging es jedoch nicht um den späteren Sänger und Schauspieler. Der gerade 18-Jährige machte aus einem anderen Grund von sich reden: Er wettete, bei einem 110-MeilenLauf schneller als ein Maultier zu sein. Ein spaßiger Wettkampf, den Reed nach 22 Stunden knapp gewonnen hatte. Im selben Jahr begann er ein Studium der Meteorologie an der University Of Colorado in Boulder. Die Uni ist stolz auf ihre prominenten Schüler, im Foyer sind heute Fotos und biografische Notizen an die Wände gepinnt. Reed hängt genau zwischen Robert Redford und Matt Stone, dem Co-Creator der "South Park"Serie. Dabei war Reed keine zwei Jahre Student, und er hatte gute Gründe, die Uni zügig wieder zu verlassen. Denn Dean Reed, der als Zwölfjähriger eine Gitarre geschenkt bekam und mit 16 seinen ersten eigenen Song schrieb, mauserte sich zu einem veri-

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"Soviel Lieder, soviel Worte"; © Progress Film-Verleih/Foto Hans-Ullrich Raschke

Dean Reed D tablen Musiker, auf den schließlich das Capitol-Label in Los Angeles aufmerksam wurde. Der Legende nach nahm der junge Sänger einen Anhalter mit, der ihn schließlich an die Plattenfirma vermittelte. Zwischen 1958 und 1962 nahm Dean Reed neun Singles auf, doch der große Wurf blieb aus. "The Search" landete auf Platz 96 der Billboard-Charts, aber nach einer Woche war der Song wieder verschwunden. Diese frühen Aufnahmen galten lange Zeit als verschollen, erst 2006 hatte sie das engagierte Label Bear Family Records für die Kopplung THE RED ELVIS! THE VERY STRANGE STORY OF DEAN REED zusammengetragen. ls Dean Reed schon in der DDR lebte, wurde immer wieder kolportiert, dass sein Song "Our Summer Romance" bis auf Platz 2 der amerikanischen Charts vordrang, was glatt gelogen war; es passte aber gut zur Legende, trotz Superstarstatus seine Heimat in Richtung Ostblock allein aus Protest gegen den Vietnamkrieg verlassen zu haben. Dabei war "Our Summer Romance" wirklich ein großer Hit, allerdings in Südamerika, wo Reed kurze Zeit später zum absoluten Star avancierte. Die Chilenen wählten ihn 1961 in der Zeitschrift "Ecran" mit riesigem Vorsprung zum beliebtesten Sänger, erst dann folgten Elvis Presley, Ray Charles, Paul Anka und Neil Sedaka. Auch in Mexiko eroberte Reed die Herzen der meist weiblichen Fans

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im Sturm. Oder in Argentinien, wo er ab 1965 je jede jeden d n Sa de Sams Samstag msta tag g ei eine nee Sprache. Dreieinhalb Jahre blieb er in dem südeuropäischen Land. V der amerikanischen Botschaft in Rom protestierte er gegen den eigene Fernsehshow präsentierte. In Martinez, Vor Viet Vi etna na einem Vorort von Buenos Aires, ließ sich Dean Vietnamkrieg, wodurch er seine Arbeitserlaubnis verlor. E n Rückkehr nach Südamerika scheiterte wegen eines Ei Reed mit seiner ersten Frau Patricia Hobbs, die Eine E er ein Jahr zuvor in Mexiko geheiratet hatte, Einreiseverbots schon am Flughafen von Buenos A auch häuslich nieder. Doch das vermeintliche Aires. Wieder in Rom ansässig, nahm Reed vor allem S Glück hielt nicht lange. Die Jahre in Südamerikaa Schauspielangebote aus Spanien wahr. Auch sonst k öffneten dem Künstler die Augen. Er registriertee kam er weit herum. Nach Schweden reiste er zur 5. n S St Elend und Armut ringsum und gab der bitteren Stockholmer Konferenz, nach Russland zur Konferenz anlä an lä Realität eine Stimme. Dean Reed verstand sich jetzt als anlässlich des 100. Todestags Lenins, und er fuhr nach Chili wo er den Wahlkampf der Unidad Popular unterstützCh Freiheitskämpfer. Er spielte Gratiskonzerte in ärmlichen Chile, t und bei der Amtseinführung Salvador Allendes im November Stadtvierteln und Slums, in Fabriken und Gefängnissen. te Schon 1962 sprach er sich in den Medien gegen ame1970 vor Ort war. Kurz zuvor stellte sich Reed vor das amerikan rikanische Nuklearwaffentests aus. Als er sich im selben nische Konsulat in Santiago de Chile und wusch symbolisch die U Jahr während der Fußball-Weltmeisterschaft in Chile US-Flagge, weil sie mit Blut befleckt war. Eine Aktion von kurzer D mit dem sowjetischen Torwart anfreundete, schrieb die Dauer, Reed wurde erneut verhaftet. Anfang 1971 blieb Reed v Monate lang ohne Unterbrechung im Land, um der Unidad CIA ihre erste Aktennotiz über ihn. 1965 reiste Reed vier als Mitglied der argentinischen Delegation zum Weltfriedenskongress Popular ein weiteres Mal zu helfen, diesmal bei den Gewerkschaftsnach Helsinki. Dort traf er auf die sowjetische Kosmonautin Valentina und Kommunalwahlen. ber diese Zeit drehte Reed einen Dokumentarfilm, den er bei der Tereschkowa, die er für seine Samstagabendshow interviewte. Damit 14. Dokumentar- und Kurzfilmwoche in Leipzig vorstellte. Dies war hatte der Sänger den Bogen überspannt, denn das Bild des „gefährdie erste Begegnung mit seiner neuen Heimat. Seinen ersten Auftritt lichen Roten" geriet beim argentinischen Volk gehörig ins Wanken. in der DDR hatte er am 18.11.1971 in Ostberlin, zur Eröffnung einer Dean Reed wurde verhaftet, Rechtsradikale beschossen sein Haus. g späp Angela-Davis-Ausstellung sang Reed einige Lieder. Zwei Tage 1966, als der argentinische Militärchef Juan Carlos Ongania putschte ter fuhr er zum Filmfestival und das Amt des Präsidenten übernahm, wurde Reed mit seiner Frau nach Leipzig, entzückte das wegen „prokommunistischer Publikum im Allgemeinen Aktivitäten" des Landes verwieund eine Frau im Speziellen: sen. Angeblich soll die CIA die Wiebke Dorndeck. Ein halbes Ausweisung angeordnet haben, Jahr später siedelte Reed in bewiesen ist es nicht. unächst landete Dean Reed die DDR über, ein weiteres in Spanien, doch es blieb Jahr danach wurde Wiebke bei einem kurzen Aufenthalt. Reeds zweite Ehefrau. 1976 Diktator Franco setzte ihn auf kam Tochter Natalie auf die die „schwarze Liste", Reeds Welt (es war Reeds zweite Einsatzmöglichkeiten blieben damit überschaubar. In jene Zeit fällt seine erste Tournee durch die Sowjetunion. Während der Helsinkier Friedenskonferenz entstanden Kontakte zu den russischen Delegierten. Reed war der zweite Amerikaner, der in der UdSSR jemals Konzerte gab, lediglich Pete Seeger war vor ihm dort gewesen. In zwei Monaten absolvierte er 39 Auftritte, den ersten im Moskauer Estradentheater, die weiteren in sieben anderen Städten: ein Siegeszug ohnegleichen. Zehntausende pilgerten in die Stadien, um den Cowboy live zu erleben. Als er in Moskau den Majakowskiring entlangschlenderte, kollabierte der Straßenverkehr. Seit dieser ersten Tournee im Herbst 1966 genoss Dean Reed eine unglaubliche Popularität, immer wieder gab es Folgegastspiele, Fernsehauftritte und LP-Produktionen. Millionenfach ging Dean-Reed-Vinyl über die Ladentische. Die UdSSR blieb nicht das eeinzige inz n ig ge Os O tblo tb lo ock ckla land la nd,, in nd n dem der "Mann aus Colorado", wie später Ostblockland, sseine se i DDR-Unterhaltungssendung hieß, ein ei n echter Popstar war. och zunächst führten ihn ganz pragmatische G Gründe nach Italien. In Roms Tochter, sein erstes Kind war die 1968 von Ci Cinecitta fand er Arbeit als seiner ersten Frau Patricia geborene Ramona), SSchauspieler und war in 1977 verabschiedete er sich von Wiebke mit eeinigen Spaghetti-Western ei einem Gedicht. Zu dieser Zeit war Reed längst ein u und ähnlich gelagerten Filmen Star zwischen Anklam und Zwickau. Ähnlich wie zzu sehen. Der Bekannteste war zuvor in Südamerika und in der Sowjetunion eroberte d Klamotte "Adios, Sabata", die er nun in der DDR die Herzen. Trotz seiner ständigen i der Reed an in Sympathiebekundungen für den im Ostblock d Seite von der gelebten Sozialismus – was den Menschen Yul Brynner Yu Bryn Br ynne yn nerr sp ne spie i ltte N ie o heute ist Yul spielte. Noch im kleinen Land bisweilen gehörig auf der Western im Fernsehen zu sehen, die Nerven ging – blieb Dean Reed ein zeitweilig war er auch auf DVD waschechter Amerikaner mit einem verfügbar. Außerdem veröffentHauch weiter Welt; ein authentilichte Reed eine Single mit scher Sympathisant, der cooler "Blutsbrüder"; © Progress Film-Verleih/Foto Manfred Damm zwei Songs in italienischer war als alle anderen DDR-Stars

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"Aus dem Leben eines Taugenichts"; © Progress Film-Verleih/Foto Ebert Kühn

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"Blutsbrüder"; © Progress Film-Verleih/Foto Manfred Damm

"Kit & Co."; © Progress Film-Verleih/ Foto Hans Heinrich

Dean Reeds erste DDR-LP in die Geschäfte, aus Mangel an eigenen Aufnahmen eine Übernahme aus den Moskauer Melodia-Studios. Während der Dreharbeiten zu "Kit & Co" lernte Reed seine spätere Ehefrau Renate Blume kennen. Sie ist noch heute eine speziell im Osten sehr bekannte Schauspielerin. 1981 heiratete das Paar in Berlin-Köpenick, zu sehen im Fernsehen und zu lesen in der Zeitung. Das war ein Novum, denn ostdeutschen Boulevardjournalismus gab es eigentlich nicht. Seinen endgültigen Durchbruch in der DDR schaffte Reed 1975 mit dem Kinofilm "Blutsbrüder". Hier spielte er an der Seite von Gojko Mitic (siehe kult! Nr. 2), als importierter Jugoslawe der zweite Exot in der ostdeutschen Schauspielerprovinz. Mitic, der 1966 mit "Die Söhne der Großen Bärin"

"Sing, Cowboy, sing"; © Progress Film-Verleih/ Foto Hans Heinrich

Dean Reed gemeinsam mit

zum Thema, der 1973 nach Pinochets Putsch gegen Allende verhaftet, gefoltert und ermordet wurde. Komisches Talent bewies Reed hingegen in den Kinofilmen "Soviel Lieder, soviel Worte" (Defa, 1976) sowie in "Sing, Cowboy, sing" (Defa, 1981). "Sing, Cowboy, sing" sollte eine Westernklamotte werden, für die Reed einmal mehr Regie führte, das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle spielte. Er verpflichtete für die weiteren Hauptrollen den tschechoslowakischen Schlagerstar Vaclav Neckar und den ostdeutschen Bluessänger Stefan Diestelmann, der wenig später die DDR verließ. Speziell Manfred Krug in "Kit & Co" Kinder hatten wohl ihren Spaß an dem trashigen Klamauk, der Autor dieses Artikels sah den Film 14-jährig und konnte schon nicht mehr lachen. Dennoch sahen über eine Million Kinobesucher den Film. Die gefürchtete Kritikerin Renate Holland-Moritz, die grundsätzlich kaum ein gutes Haar an Defa-Filmen ließ, schrieb 1981 im Satiremagazin "Eulenspiegel": „Reed kann leider zwischen intelligentem Witz und abgeschmackter Trivialität so wenig unterscheiden wie zwischen echtem Gefühl und billigem Sentiment. Die Gags, die hier einander folgen, gelangen selten über die Gürtellinie. Was lustig gemeint ist, wirkt lächerlich." Mal abgesehen davon, dass die Kritikerin ganz sicher Recht hatte, war es ein neuer Dean Reed in der Westernklamotte medialer Umgang mit "Sing, Cowboy, sing". dem kommunistischen US-Star. Galt in den Siebzigern wegen Reeds Exotenbonus bedingungslose Ehrfurcht, ging man in den Achtzigern mehr und mehr auf Distanz. "Sing, Cowboy, sing" blieb dann auch Dean Reeds letzte Arbeit "Sing, Cowboy, sing"; © Progress Film-Verleih/ Foto Hans Heinrich

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"Kit & Co."; © Progress Film-Verleih/Foto Hans Heinrich

und -Sternchen zusammen. Ein echter Cowboy mit Sexappeal. Er genoss bedingungslose Liebe seiner Fans, die jedoch nicht ewig hielt. ür die DDR-Führung war die neue Aufenthaltswahl des Dean Reed ein Geschenk des Himmels, denn nun konnte das Volk ganz offiziell für einen Star amerikanischer Herkunft schwärmen. Von Beginn an standen Reed alle kulturellen und medialen Möglichkeiten offen, sofort wurde er durch die wenigen Unterhaltungsshows des DDRFernsehens geschleust. Die staatliche Filmproduktion Defa verpflichtete ihn für die Spielfilme "Aus dem Leben eines Taugenichts" und "Kit & Co". Das Amiga-Schallplattenlabel stellte 1973

bei der Defa debütierte, war mittlerweile zum Chefindianer des DDRKinos geworden. Fast jedes Jahr startete ein neuer Indianerfilm, mit dem zehnten hatten sich die Filmemacher aus Potsdam-Babelsberg selbst übertroffen: Mit Reed an der Seite von Gojko Mitic verfügte “Blutsbrüder“ über gleich zwei Publikumslieblinge. Das Drehbuch hatte Dean Reed selbst geschrieben. egie führte der Amerikaner erstmals 1977 bei der ostdeutschen TV-Produktion “El Cantor“, für die er außerdem das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle spielte. Der ambitionierte Fernsehfilm hatte das unfassbare Schicksal des chilenischen Sängers Victor Jara

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© ICESTORM Entertainment, ein Produkt der Telepool

Die internationalen Stars der Defa: Gojko Mitic und Dean Reed, hier in "Blutsbrüder".

für die Defa. Zwar plante er seit 1983 die Umsetzung seines Filmprojektes "Bloody Heart", das die Geschehnisse um Wounded Knee im Jahre 1973 (Belagerung und Beschießung protestierender Indianer) thematisierte, doch es gab immer wieder Verzögerungen und Schwierigkeiten bei der Realisierung. Schließlich verhinderte der frühe Tod des Künstlers den Drehbeginn. Dabei sollte genau dieser Film Reed als ernstzunehmenden Regisseur etablieren. eben seinen Filmarbeiten verfolgte Dean Reed mit Nachdruck seine Karriere als Sänger. Über Jahre tourte er ununterbrochen in der DDR, der CSSR und der UdSSR. Im DDR-Fernsehen bekam der Sänger eine eigene Show, "Der Mann aus Colorado". Außerdem veröffentlichte Dean Reed regelmäßig Tonträger. In der Sowjetunion sind 14 Singles und sechs LPs erschienen, in der CSSR acht Singles und fünf LPs, in der DDR zwölf Singles und sieben LPs. Meist nahm Reed seine Alben in einem tschechischen Studio auf, die Labels lizenzierten dann jeweils die Aufnahmen für das eigene Land. Bei aller Beliebtheit, die der Sänger bei seinen Fans genoss, hatte er aber nie einen wirklichen Hit. Vielleicht wehrte sich deshalb das staatliche DDR-Label Amiga, das von Dean Reed geplante Album ES GIBT KEINE LIEBE, DIE BLEIBT zu veröffentlichen. Von nicht umgesetzten Amiga-Projekten kann so mancher Künstler ein

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der offenbar eine Rückkehr in die USA plante, wollte den Beitrag für ein mögliches Comeback nutzen, doch der Fernsehjournalist führte ihn als privilegierten Oststar vor. Die US-Zuschauer waren über Reeds Äußerungen empört, sie schickten Hassbriefe und Morddrohungen nach Berlin-Rauchfangswerder, wo er ein Haus besaß. on einem „tragischen Unglücksfall" sprachen die DDR-Medien, als man den Tod des nicht einmal 48-jährigen Künstlers verkündete. Am 13. Juni 1986 wurde er in der Nähe seines Hauses in einem See tot geborgen. Reed hatte sich mit Schlaftabletten vollgepumpt, die Pulsadern aufgeschnitten und ist schließlich ertrunken. Sein Abschiedsbrief wurde beschlagnahmt – angeblich, um seine Frau Renate zu schützen, gegen die er schwere Vorwürfe erhob. Das Verschweigen der tatsächlichen Todesumstände bot Raum für Spekulationen, die mitunter bis heute anhalten. So wurden Stasi und KGB als mögliche Mörder genannt, weil sie Reeds Rückkehr in die USA verhindern wollten. Andere vermuten, dass die CIA beteiligt war, die ebenfalls eine Rückkehr verhindern wollte. Natürlich wurde in der DDR sein Andenken gepflegt: Reeds Grundstück in Rauchfangswerder zierte eine Büste, eine Oberschule in Potsdam sowie einige Brigaden benannten sich nach ihm. Doch drei Jahre später war es auch mit der DDR vorbei, die Betriebe mit den Dean-Reed-Brigaden wurden geschlossen, und die Potsdamer Schule trägt seit 1994 einen neuen Namen. ean Reed bleibt trotzdem unvergessen. Dafür sorgen schon bestimmte Boulevardmedien, die in schöner Regelmäßigkeit Dean Reeds Abschiedsbrief „neu entdecken". Inzwischen liegen einige seiner Filme auf DVD vor, es gibt viele seiner Songs auf diversen CD-Kopplungen. Dokumentarfilme und Sachbücher thematisieren das ungewöhnliche und viel zu kurze Leben des Amerikaners, der „als einzige Gesellschaftsordnung" die der DDR pries und dennoch US-Staatsbürger blieb. Den Ritterschlag würde Dean Reed posthum erfahren, würde Hollywood-Star Tom Hanks endlich mit den Dreharbeiten zu "Comcade Rockstar" beginnen. Gerüchte darüber gibt es immer wieder, doch die erste Klappe ist noch immer nicht gefallen. Späten Ruhm über einen Hollywoodstreifen hätte Dean Reed allemal verdient. Christian Hentschel

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Lieferbare Dean-Reed-Medien Musik von Dean Reed auf CD

THE RED ELVIS! THE VERY STRANGE STORY OF DEAN REED (2006, Bear Family) DEAN REED – SEINE AMIGA-ERFOLGE (2007, Amiga/Sony Music)

Filme mit Dean Reed auf DVD

"Blutsbrüder" (2002) "Aus dem Leben eines Taugenichts" (2008) "Kit & Co" (2008) "Dean Reed – Der amerikanische Rebell" (2009, DVD-Box mit "Sing, Cowboy, sing", "Blutsbrüder", "Kit & Co", "Soviel Lieder, soviel Worte" und einer Audio-CD) "Abenteuer Helden Collection" (2009, DVD-Box mit fünf Piratenfilmen, darunter "Korsar der Karibik") "Fäuste, Bohnen & Karate" (2009) "Die Chrysanthemen-Bande" (2009) "El Cantor" (2010)

Filme über Dean Reed auf DVD "Der rote Elvis" (2008)

Bücher über Dean Reed

"Der rote Elvis: Dean Reed oder Das kuriose Leben eines US-Rockstars in der DDR" von Stefan Ernsting (TB, Aufbau, 2006)

Dean Reed im Internett www.deanreed.de www.derroteelvis.de

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Lied singen, doch Dean Reed wandte sich an den SED-Chefideologen und Kulturoberen Kurt Hager, der die Produktion schließlich durchsetzte. Die LP erschien 1984 in kleiner Auflage und könnte theoretisch immer noch in den Geschäften stehen. Das Album verkaufte sich nämlich nicht. Hört man die Schallplatte heute, lässt sich feststellen, dass sie gar nicht so schlecht war. Vielleicht hätte die LP fünf Jahre früher erscheinen müssen, denn die kontinuierlichen Popularitätseinbußen ziehen sich wie ein roter Faden durch Reeds künstlerisches Wirken im letzten DDR-Jahrzehnt. Zwar wurde das Interesse an ihm künstlich hochgehalten, g (ein immer kleiner doch die Bevölkerung w werdender Fankreis ausgenommen) hatte m dem Cowboy nichts mehr am Hut. mit S Seine große Personality-Show "Sing, Dean, s sing" (Sommer 1981) aus dem Palast der R Republik glich einem Abschied auf Raten: D Bühnen wurden kleiner, die Auftritte Die geri ge eri riet eten et en p rovvi ro vinz nzie iellllller ie er gerieten provinzieller. “ ch bin Marxist, egal was ich singe", sagte Dean Reed einmal in einem Interview. Und das war genau so gemeint. So heuerte er 1976 als Inoffizieller Mitarbeiter bei der Staatssicherheit an, als „IM Victor" sollte er über Besuche bei US-Diplomaten berichten. Diese Verbindung hielt jedoch keine zwei Jahre, angeblich hatte sich Reed bei Erich n Honecker persönlich beschwert, woraufhin d man den Sänger in Ruhe ließ. Dean Reed engagierte sich nun von der DDR auss d bei Protestaktionen in Nahost, Nord- und g Südamerika. 1977 folgte er einer Einladung der PLO in den Libanon, er sang 1978 in Minnesota für protestierende Farmer, reiste 1983 illegal nach Chile und bestritt nicht genehmigte Konzerte. Speziell sein 1978er-Engagement für die amerikanischen Farmer sorgte für Wirbel in den Medien. Mit 19 weiteren Demonstranten wurde Reed verhaftet, im Wright-Country-Gefängnis Buffalo trat er mit neun anderen Protestlern in den Hungerstreik. Nachdem sich auch Künstler wie Joan Baez und Pete Seeger für seine Freilassung stark machten, kam Reed nach elf Tagen Haft wieder frei. Im gesamten Ostblock war er nun nicht mehr nur ein Star, sondern ein Held. Spätere Festnahmen wie 1983 in Chile oder 1984 in Uruguay wurden dagegen von den Menschen kaum goutiert, sie hatten ganz andere Sorgen und von der Omnipräsenz Reeds allmählich die Nase voll. Ob Komsomolkongress in Moskau, Weltfeststpiele in Havanna, FDJ-Kundgebung in Ost-Berlin oder Friedenslauf am Leninplatz – Dean Reed war unvermeidlich. Ein Bäckereikombinat in Pasewalk trug jedoch nicht seinen Namen, wie der "Spiegel" einmal behauptete ... Reeds geschärfter Blick für die Ungerechtigkeiten der Welt machte ihn offensichtlich blind für die Probleme vor seiner eigenen Haustür, für die Wirklichkeit des real existierenden Sozialismus in seiner Wahlheimat. abei war Dean Reed gar nicht so realitätsfern, wie nach dem Mauerfall behauptet wurde. So verlangte er in seinen frühen Protestschreiben Atomtest-Stopps in Ost und West und kritisierte den Einmarsch der Roten Armee in der Tschechoslowakei genauso wie den Vietnamkrieg. In seinen Stasi-Akten ist ein Affront mit einem Verkehrspolizisten im Jahr 1982 vermerkt: Reed hatte die DDR mit einem faschistischen Staat verglichen und dem Polizisten gegenüber geäußert, dass es ihm und weiteren 17 Millionen Einwohnern „bis hier stehe". Außerdem verlangte Reed seine Verhaftung (zu der kam es aber nicht), wie es hier „gang und gäbe wäre". Die SED wiederum ermahnte ihn, weil er in seinen Konzerten das „Kinderlied" der ausgebürgerten Liedermacherin Bettina Wegner sang. Letztlich ließ sich Dean Reed aber immer wieder vor den Propaganda-Karren spannen, Menschenrechtsverletzungen in der UdSSR tat er als kleine Fehler ab – und als er 1986 ein amerikanisches TV-Interview gab, verteidigte er den Mauerbau und die sowjetische Intervention in Afghanistan. Reed,


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