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GoodTimes 2020-02

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Yes • Crosby, Stills, Nash & Young • Ritchie Blackmore • Udo Lindenberg • Wishbone Ash • Huey Lewis • Nektar

Kritiken

D:  6,90

• Schweiz CHF 12,00 • A • L • NL • I • B:  7,50 •

2/2020 (Nr. 165) • April/Mai • www.goodtimes-magazin.de

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uber 200 CD/LP-

N ie r. 1

Das Ori ginal si

Matthews Southern Comfort • Axel Rudi Pell

POSTER

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James Taylor • Clannad • High South • Gotthard


EDITORIAL

IMPRESSUM Anschrift:

wird in uber 30 Ländern der Welt gelesen!

NikMa Verlag Fabian Leibfried Eberdinger Straße 37 71665 Vaihingen/Enz Tel.: 07042/37660-160 Fax: 07042/37660-188 E-Mail: goodtimes@nikma.de www.goodtimes-magazin.de www.facebook.com/goodtimesmagazin www.instagram.com/goodtimes_magazin Herausgeber und Chefredakteur: Fabian Leibfried (fl)

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April/Mai 2020

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chon öfter war an dieser Stelle die Rede davon, dass physische Tonträger – Vinyl-Revival hin und oder her – an Bedeutung verlieren. Zwar meldete der Bundesverband Musikindustrie für 2019, dass die Einnahmen aus Musikverkäufen um 8,2 Prozent gestiegen seien und 1,62 Milliarden Euro betragen hätten. Doch die Steigerungsquoten fielen in den einzelnen Segmenten sehr unterschiedlich aus: Bei den Streamingdiensten war es ein Plus von 27 Prozent. Vinyl legte um 13,3 Prozent zu, doch bei den CDs gab es einen Rückgang um 10,5 Prozent. Das Audiostreaming macht mittlerweile 55,1 Prozent des Gesamtumsatzes aus, die CD liegt inzwischen bei glatten 29, Vinyl bei 4,9 Prozent. Die meisten physischen Tonträger gehen heute nach Konzerten über die Theke. Viele Künstler und Liebhaber wollen aber immer noch etwas Haptisches in Händen halten, wenn es um Musik geht. Immer mehr Musiker nehmen die Plattenveröffentlichung dabei selbst in die Hand, bieten diese auch online über diverse Kanäle an. Andere arbeiten immer noch lieber mit Labels zusammen, die sich um Vertrieb und Promotion kümmern. Dass die Stückzahlen im unteren vierstelligen Bereich liegen (wenn überhaupt), haben viele erkannt und akzeptieren die heute üblichen Bedingungen. Andere (frühere) Rockstars, vor allem in den USA, haben die Entwicklung aber noch nicht zur Kenntnis genommen und verlangen hohe Vorschüsse – und wundern sich dann, wenn beispielsweise deutsche Labels auf eine Zusammenarbeit zu diesen Bedingungen verzichten. Eine andere Beobachtung: Manche Musiker und Berater ignorieren zudem, dass die juristischen Bedingungen hierzulande auch für US-Acts zählen. Beispielsweise der Schutz von Namens- und Markenrechten. Wie derzeit die US-Besetzung von ­Nektar, deren neues Album eben in Europa nicht unter dem bekannten Bandnamen erscheinen darf – was bei den Fans natürlich Frust hervorruft. Lesen Sie dazu die Hintergründe in diesem Heft ... Abschließend darf ich Sie auf das jüngste "Baby" aus dem Hause GoodTimes hinweisen: In unserer Reihe von Sonderausgaben erscheint in diesen Tagen die ­"Edition Musikzeitschriften". Sie ermöglicht es, mehr als 2500 Titelseiten deutscher Musikmagazine aus den Jahren 1956 bis 1989 in geballter Form in Augenschein zu nehmen. Zeitgleich erscheint ferner Vol. 13 unserer Reihe "Edition Discographien". Doch jetzt wünsche ich Ihnen erst einmal viel Spaß beim Schmökern in der neuen GoodTimes-Ausgabe!

N EU

Fabian Leibfried Herausgeber/Chefredakteur

GoodTimes ist auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt! Weiterverwendung aller in GoodTimes erschienenen Artikel, Interviews, Discographien, Fotos, Rezensionen etc. nur mit der Zustimmung des Heraus­gebers gestattet. Gerichtsstand: Stuttgart

GoodTimes 2/2020

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Music from the 60s to the 80s

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Seite

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INHALT

POSTER

12 Titelstory

stories 12 Kiss

43 Bob Seger

Mit dem größten Live-Spektakel zu Weltruhm

Zum 75. Geburtstag

18 Crosby, Stills, Nash & Young:

44 Clannad

Album Cover Art Galerie #24: DÉJÀ VU

Der endlos lange Abschied

20 Udo Lindenberg

46 Giles Robson

Knallefit im Film und auf Tournee

Blues Porträt #63

21 Matthews Southern Comfort

47 Huey Lewis & The News

Die Boyband" startet durch "

22 New Country

48 Zior

Zwischen Tradition und Erneuerung der Szene – Teil 2

Hörsturz Hexen, Horror und dann noch der Leibhaftige

24 Nektar

52 Ute Freudenberg / Gruppe Elefant

Musikalisches Schlamassel

Disco, Rock und "Jugendliebe"

25 Lazuli

56 James Taylor

Musikalischer Eskapismus

Reisender in Sachen Leben

28 Gotthard

61 Wishbone Ash

Keine Angst vor Aberglauben

Zwischen Rückständigkeit und Gegenwart

29 Yes

62 Lumineers

Spannend, vertrackt – und pastoral

Folk Rock neuester Bauart

38 Miami Show Band

63 Eamonn McCormack

Friedenstanzkapelle

Blues & more

39 High South

64 Ritchie Blackmore

Licht ins Dunkel

O-Töne

40 Atlantic Records

65 Andreas Kümmert

Mit Soulmusik über den Atlantik

Unter eigener Flagge

42 Axel Rudi Pell

66 Ennio Morricone

Stolzer Anachronist

Die nächste Seite

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Filme ohne Bilder

erscheint am 22. Mai 2020

GoodTimes 2/2020

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Music from the 60s to the 80s


Ausgabe Nr. 165, April/Mai 2020

„SIGN OF THE TIMES“ Das neue Album! CD / 2LP / BOX / DIGITAL AB 24.04.!

18 CSN&Y – Album Cover Art #24

20 Udo Lindenberg

AXEL RUDI PELL live 2020 Part 1 02.05. Singen - Stadthalle | 04.05. München - Backstage 05.05. CH-Bern - Bierhübeli | 07.05. Köln - Essigfabrik | 08.05. Leipzig - Werk 2 10.05. Bochum - Zeche | 12.05. Berlin - Huxleys | 13.05. Hannover - Capitol 19.05. Hamburg - Grosse Freiheit 36 | 20.05. Langen - Neue Stadthalle | 21.05. Karlsruhe - Substage | 22.05. Saarbrücken - Garage 23.05. Bochum - Zeche Part 2 15.10. Bremen - Aladin | 16.10. Dresden - Tante Ju | 20.10. AT-Wien - Szene | 21.10. Nürnberg - Hirsch 23.10. Memmingen - Kaminwerk 24.10. Erfurt - Central 27.10. Aschaffenburg - Colos-Saal 28.10. Stuttgart - LKA Longhorn 30.10. CH-Pratteln - Z7 | 01.11. Bochum - Zeche

AXEL-RUDI-PELL.DE

40 Label Atlantic Records

48 Zior

rubriken

features

Kiss Mit dem größten Live-Spektakel zu Weltruhm Kiss verabschieden sich von den Bühnen der Welt. „End Of The Road“ nennt sich ihr finaler Trip um den Globus. Damit reihen sich Paul Stanley (voc, g), Gene Simmons (voc, b), Tommy Thayer (g) und Eric Singer (dr) ein in die Liste der Rock-Dinos aus den 60er und 70er Jahren, die den Gesetzen der Natur ihren Tribut zollen müssen. Aber das ist auch schon ziemlich das Einzige, was Kiss mit ihren Kollegen gemeinsam haben. weiter Seite 12

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NEW

COUNTRY

Zwischen Tradition und Erneuerung der Szene Am ersten März-Wochenende hat die Country-Szene in Berlin sich selbst, vor allem aber ihre Stars gefeiert. Als Europas größtes und populärstes Country-Music" Festival" pries sich das C2C für seine zweite Auflage auf ... weiter Seite der eigenen Homepage selbst. 60 ... weiter Seite 22

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Impressum/Editorial Inhalt Aktuelles – Neues aus der Szene Verstorbene Shop Abo-Bestellschein Kleinanzeigen GoodTimes-Tipp: Jeremiah Johnson • Micky Wolf GoodTimes-Newcomer: Cascade Lakes • Lilly Hiatt Leserbriefe Charts 1970 Was macht eigentlich …? Henner Hoier History Pics Runde Geburtstage Gedenktage CD/Vinyl-Rezensionen DVD/Blu-ray-Rezensionen Buch-Rezensionen Konzertberichte: Frontm3n • Dream Theater • Saga • Lloyd Cole Tourneen Konzertkalender Kreuzworträtsel + Verlosung Kreuzverhör: Jennifer Batten … zuguterletzt Klaus Doldinger • WKW • Steve Baker

GoodTimes 2/2020

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Music from the 60s to the 80s

„COAT OF ARMS“ Endlich...nach 6 Jahren das neue Album!

CD / 2LP / DIGITAL - OUT NOW! WISHBONE ASH live:

30.05. Tübingen - Sudhaus | 01.06. Augsburg - Spectrum 02.06. CH-Pratteln - Z7

WISHBONEASH.COM

„ONCE UPON A TIME“ „Once Upon A Time ist wie die Geschichte eines Märchens, das nie zu Ende erzählt wurde.“

CD / LP / DIGITAL - AB 08.05.!

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Seite

5

CRYPTEX live: 08.05. Braunschweig - KuFa-Haus (Release Show) CRYPTEXMUSIC.COM FB.COM/STEAMHAMMEROFFICIAL | SPV.DE

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hatten seit 1963 zusammengearbeitet und Slade auch nach dem Abschied von Noddy Holder und Jim Lea weitergeführt. Nach dem Eintreffen von Hills E-Mail hatte der Drummer noch verkündet, als Don Powell's Slade weitermachen zu wollen. Wann Powell die Arbeit an seinem ersten Solo-Album abschließen kann, ist ebenfalls noch offen. In diesem Jahr soll auf jeden Fall die Scheibe erscheinen, die er als Don Powell's Occasional Flames aufgenommen hat+++

wenig kürzer, habe nur ein paar Festivals im UK im Terminkalender stehen+++ Den Titel PENULTIMATE COLLECTION (VÖ: 8. Mai 2020) trägt das Doppel­ album, auf dem 35 der größten Erfolge und besten Songs von Mike Batt zu hören sein werden. Dabei sind auch Lieder, die er für Kollegen verfasst hatte, wie "The Closest Thing To Crazy” (Katie Melua), "Bright Eyes” (Art Garfunkel), "A Winter's Tale” (David Essex) oder "I Feel Like Buddy Holly” (Alvin Stardust). Aber auch "Summertime City”, realisiert durch die Wombles. Abgerundet wird das Paket nicht nur durch frühe Singles, ausgefallene Instrumentals und zwei neue Songs. Dazu gibt es ein Wiederhören mit Gästen wie George Harrison, Julian Lennon, Deniece Williams, Maggie Reilly, Rory Gallagher und Chris Spedding+++

In seinem dänischen Heim hat SladeSchlagzeuger Don Powell am 29. Februar einen Schlaganfall erlitten. Er hatte Glück im Unglück, dass mit seiner Stieftochter Emilie eine Doktorin im Haus war. Weitergehende Untersuchungen wegen einer Arterienverengung im Hals standen bei Redaktionsschluss noch aus. Sie sollten zeigen, ob ein operativer Eingriff nötig ist. Man kann nur spekulieren, ob der Schlaganfall mit einer Mitteilung zu tun hatte, die Powell wenige Wochen zuvor von seinem Slade-Kollegen Dave Hill erhalten und selbst öffentlich gemacht hatte: Seine Dienste bei den Glam-Rock-Veteranen würden nicht mehr benötigt, hatte der Gitarrist als nun letztes Originalmitglied seinem Schlagzeuger mitgeteilt. Die beiden

© Pressefoto

Sänger Ian Cussick (Lake, Linda & The Funky Boys) meldet sich mit einer außergewöhnlichen neuen Single zurück. Bei der Adaption von Ulla Meineckes Song "Die Tänzerin" handelt es sich um ein virtuelles Duett mit Edo Zanki. Die beiden Musiker schätzten sich gegenseitig sehr, aber alle Anläufe scheiterten, gemeinsam zu musizieren. Für ein im Oktober 2020 erscheinendes neues Cussick-Album wollte Zanki, der die Nummer einst geschrieben hatte, "Die Tänzerin" gemeinsam mit Cussick als A-cappella-Version einsingen, doch Edo Zankis überraschender Tod am 1.11.2019 verhinderte dies. Durch die Hinzunahme des Originalausschnitts aus dem damaligen Video „Die Tänzerin" von 1982 wurde doch noch ein Duett geschaffen, das Cussick als Tribut an seinen Kollegen verstanden wissen will+++

WHOOSH! wird das neue Studiowerk von Deep Purple heißen, das am 12. Juni erscheinen soll. Dabei handelt es sich um das 21. Studiowerk der Rockveteranen Ian Gillan, Ian Paice, Roger Glover, Steve Morse und Dor Airey. Bereits zum dritten Mal haben sie dabei mit Produzent Bob Ezrin zusammengearbeitet. Songwriting und Aufnahmen fanden in Nashville unter dem inoffiziellen Arbeitsmotto „Putting the Deep back into Purple" statt. WHOOSH! erscheint auch als limitiertes CD+DVDMediabook (inklusive eines einstündigen Videos „Roger Glover And Bob Ezrin In Conversation") und der erstmaligen Veröffentlichung der vollständigen Performance der Band beim Hellfest 2017. Dazu kommen diverse weitere Formate. Im Juni wird die Band auch mehrere Konzerte in Europa geben, u.a. in Hamburg (24.6.) und bei „Lieder am See" in Spalt (18.7.)+++

Phil Collins wird mit dabei sein, wenn ­Genesis ab dem 23.11 auf Reunion-Tour gehen. Allerdings wird der 69-Jährige bei den acht UK-Shows nicht am Schlagzeug sitzen, sondern sich aufs Singen konzentrieren. Die Konzertreise steht unter dem Motto „The Last Domino", mit dabei sind bei der ersten Tour seit 13 Jahren auch Keyboarder Tony Banks und Mike Rutherford (g, b), Phils Sohn Nic Collins (18) als Drummer sowie der langjährige Genesis-Tourgitarrist Daryl Stuermer. Allerdings werden Hard­ core-Fans sowohl Peter Gabriel als auch Steve Hackett vermissen+++ Bennett Wilson Poole, das Trio um Tony Poole, den früheren Anführer von Starry Eyed And Laughing, bastelt derzeit an den letzten Feinheiten seines neuen StudioAlbums. Man suche augenblicklich nach Möglichkeiten, das Werk diesmal auch in Deutschland herausbringen zu können, wo er schon öfter mit Danny Wilson und Robin Bennet unterwegs war, ließ Poole Good­ Times wissen. Allerdings trete das Trio derzeit wegen gesundheitlicher Probleme ein

Wall Of Fame • P.O. Box 1950 • 48580 Gronau Tel.: 0171/7412584 • eMail: info@wall-of-fame.de Internet: www.wall-of-fame.de

Am 15. Mai erscheint A STEADY DRIP, DRIP, DRIP, das neue Album der Sparks, das auf HIPPOPOTAMUS von 2017 folgt. Dabei handelt es sich um das 24. Studiowerk des exzentrischen Pop-Brüderpaars Ron und Russell Mael, die beide im Oktober auch live in Deutschland zu erleben sein werden. Das Duo bestätigte außerdem die Veröffentlichung des von ihnen geschriebenen Musikfilms „Annette" mit Adam Driver und Marion Cotillard. Regie führte Leos Carax („Holy Motors"). Ein Termin wurde nicht genannt, ebenso wenig für eine noch unbetitelte Sparks-Documentary, bei der Edgar Wright („Baby Driver", „Spaced") Regie führte+++

Goldene Schallplatten, Signaturen etc. von Abba bis Zappa. Das weltweit größte Angebot an Raritä­t en aus dem Bereich Rock + Pop Memorabilia. Anfragen bitte telefonisch.

Fiddler's Green haben etwas zu feiern: Heuer begehen die Erlanger Irish SpeedFolker ihr 30-jähriges Bandjubiläum, das sie mit gleich drei Tourneen und einem Fes­ t ival zelebrieren. „3 Cheers For 30

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Rock + Pop Memorabilia

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Music from the 60s to the 80s

Years" heißt das Motto, mit dem es das Sextett demnächst so richtig krachen lässt. Eingeläutet wird der Feiermarathon im April mit dem nächsten Abschnitt der „Acoustic Pub Crawl"-Tour 2020, ab Mai wird wieder das große Besteck ausgepackt, wenn es auf ausgedehnte FestivalTour durch Deutschland und das angrenzende Ausland geht. Seinen krönenden Abschluss findet das Jubiläumsjahr ab ­November in Form einer großen Club-Tour mit einem aktualisierten Best-Of-Set. Und dann wäre da ja auch noch das „Shamrock Castle Festival", das die Band selbst als Familientreffen der weltweiten Celtic- und New-Folk-Szene veranstaltet. Am 10./11. Juli werden auf Schloss Jägersburg in Bammersdorf (Fränkische Schweiz) auch zahlreiche befreundete Acts aus dem Inund Ausland dabei sein+++ Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus ist die diesjährige Musikmesse Frankfurt verschoben worden, die vom 2. bis 4. April in der Hessen-Metropole stattfinden sollte. Die Verschiebung treffe die Musikwirtschaft hart, etliche kleinere und mittelständische Unternehmen, selbstständige Musikerinnen und Musiker sowie Konzert- und Tourneeveranstalter bangten durch eine Reihe von abgesagten Veranstaltungen um ihre Existenz, hieß es in einer Mitteilung der Messe Frankfurt. Betroffen ist auch die von GoodTimes präsentierte „Ultimate Jam“ mit Jennifer Batten, Don Airey, Bernie Marsden, Pete York, Andreas Kümmert und MD Siggi Schwarz. Sie wurde unmittelbar vor Redaktionsschluss ebenfalls abgesagt. Die Musikmesse ­Plaza am 3./4. April hingegen findet trotz der Messe-Verschiebung statt. Also mit Live-Events, Performances, Talkrunden, der „International Vintage Show“, dem „Home Of Drums“ mit Profis an den Sets sowie der Schallplatten- und CD-Börse – und dem Kräfte spendenden „Street Food Festival“. Die Einladung der Veranstalter: „Take A Walk On The Wild Side“. Infos unter musik­messe-plaza.com+++ Das ist die wohl überraschendste Reunion, mit der selbst Insider nicht mehr gerechnet hatten: Die (zumindest nach außen) bis aufs Blut verfeindeten Robinson-Brüder Chris (voc) und Rich (g) haben zum 30-jährigen Jubiläum ihres Debüts SHAKE YOUR MONEYMAKER ihre gemeinsame Band Black Crowes reaktiviert und kommen auch zu Shows nach Deutschland (siehe Konzertkalender). Dabei werden sie ihr erstes Album in voller Länge spielen. In einem „Rolling Stone"-Interview beichtete Chris Robinson, dass er sich für sein „unsägliches Verhalten" in der Vergangenheit bei Bruder Rich entschuldigt habe+++ Am Ostersamstag (11. April) findet im nordrhein-westfälischen Dorsten die „Beatles Convention" im Vinylcafe statt, die Gerhard Korte im Auftrag der deutschen BeatlesStammtische organisiert. Diese werden auch mit Ständen vertreten sein. Geplant sind außerdem eine Schallplatten-, CD- und Memorabilia-Börse sowie eine Ausstellung


mit zahlreichen seltenen Exponaten der Fab Four. Dazu gibt es laut Ankündigung Vorträge, Zeitzeugenberichte und ab 18 Uhr ein Konzert der Beatles Forever Band, die auch schon im legendären Cavern Club in Liverpool gespielt hat. Der Eintritt für das Konzert beträgt 15 Euro+++ Bei der Verleihung der European Festival Awards im niederländischen Groningen hat Doro Pesch den Lifetime Achievement Award an Holger Hübner überreicht, den Macher des Wacken Open Airs. Dessen W:O:A-Mitstreiter Thomas Jensen war verhindert. In ihrer Laudatio würdigte die Heavy-Röhre „Herz und Seele", mit denen Hübner und Jensen das W:O:A zum „größten und schönsten Metal-Fes­t ival der Welt" gemacht hätten+++ „In Memory Of John Lennon" ist ein Abend mit Liedern des Beatles-Mitbegründers überschrieben, der am 3. Oktober im Stadttheater Glauchau über die Bühne gehen wird. Angekündigt sind die Original Quarrymen, also die Combo, in der Lennon einst seine ersten musikalischen Gehversuche unternommen hatte. Seine Songs werden an diesem Abend (ab 18 Uhr) von den Strawberries, Wolke X, dem Berliner Beatleschor Come Together, Sergey Radchenko, Torsten Turinsky und Volkwin Müller angestimmt. Umrahmt wird das Event von der Ausstellung „20 Jahre – One Minute Silence – In Memory Of John Lennon Projekt" (21.9. bis 8.12. in den Räumen von Neues-Mitteldeutschland.de in Glauchau). Als Unterstützer sind auf dem Veranstaltungsplakat Klaus Voormann und das Beat Archiv genannt+++ Jim Cregan spielte jahrelang Gitarre für Rod Stewart, für den er als Musikalischer Direktor auch einige Hits mitschrieb. Er war Mitglied bei Family und Cockney ­Rebel und ist seit einigen Jahren als Cregan & Co. unterwegs. Nachdem er mit der Band digital bereits einige neu eingespielte Stewart-Klassiker veröffentlicht hat, ist er gerade dabei, die Arbeiten an einem als „Rod Stewart Songbook" an-

gelegten Album abzuschließen. Das Co. steht für Drummer Harry James (Thunder, Steve Harley), Bassist Pat Davey (Tom Robinson Band) und Pianist Sam Tanner (vertrat bei der Faces-Reunion den verstorbenen Ian McLagan). Seine Wertschätzung für die Truppe formulierte Rod Stewart so: „Wer sich ein Ticket für meine Shows nicht leisten kann, sollte sich diese Burschen anschauen – sie sind genauso gut und ­kosten nur die Hälfte"+++ Zu sechs gemeinsamen Shows kommen Robin Beck und Dave Bickler von 6. bis 13. Juni nach Deutschland. Bickler war von 1978 bis 1983 Sänger von Survivor und die Stimme des Evergreens "Eye Of The Tiger", dem Titelsong des Sylvester-Stallone-Films „Rocky IV". Beck wurde mit Hits wie "First Time" (Coca-Cola-Werbesong), "Tears In The Rain", "Hide Your Heart" oder "Close To You" (McDonald's-WerbeJingle) bekannt und ist unter dem Motto „30th Anniversary For The 'First Time'" unterwegs+++ In loser Folge bemüht sich GoodTimes, auf interessante Radiomacher und spannende Sendungen im frei empfangbaren Radio aufmerksam zu machen. Diesmal geht es um Peter Urban, der nicht nur seit Ewigkeiten den „Eurovision Song Contest" für die ARD moderiert und dies am 16. Mai wieder tun wird, sondern seit vielen Jahren als Keyboarder wichtiges Mitglied der Hamburger Rockszene ist. Er gestaltet und moderiert jeden Donnerstagabend live die „Peter Urban Show" von 21 bis 24 Uhr auf NDR 2. „Darin stelle ich neue Alben und Singles vor, weise auf ausgewählte Konzerte und Tourneen hin, erinnere an Künstler, die Jubiläen oder Geburtstage feiern oder leider verstorben sind. Dazu habe ich in unregelmäßiger Folge interessante Interviewgäste", beschreibt Urban die Sendung. Die wird übrigens vier Tage später auf NDR Blue (10–13 Uhr) wiederholt. Doch damit nicht genug: Alle zwei Wochen ist er mit neuen Veröffentlichungen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (0–2 Uhr) auf NDR Info und NDR

Blue im „Nachtclub" zu hören (Wiederholung Freitag von 13–15 Uhr)+++ Am 19. Juni erscheint HOLY MOLY!, das neue Album der Blues Pills. Vorab ausgekoppelt wurde zum Weltfrauentag Anfang März bereits die Single "'Proud Woman". Die Combo wird im Sommer auf einigen der großen Open Air Festivals live zu erleben sein+++ Neues Motto („In Baden blüht der Blues!"), neues Logo, neue Website und ein neues Line-up: 2020 erscheint das „Bluesfestival Baden" (23.–30. Mai) mit modernem Layout in neuer Blütenpracht. Zudem gibt es mit dem Festivalzentrum im Merker-Areal neben allen anderen Locations eine neue zentrale Spielstätte. Geblieben ist allerdings eine h o c hk a r ät i g e Festivalbesetzung: Hendrix Ackle, Kenny Neal, Justina Lee Brown, „Blues Professor" Wale Lininger, Paul Millns (auf Abschiedstournee unterwegs), Ian Siegals Powerfrau Justina Lee Brown. Noch läuft die Verpflichtung weiterer Acts, der aktuelle Stand und weitere Infos sind auf www.bluesfestival-baden.ch zu finden+++ Einfallsreich und gekonnt wie nur wenige andere lässt Joe Satriani seine Gitarre für sich sprechen (kurzzeitig einst auch bei Deep Purple, wo er für den ausgestiegenen Ritchie Blackmore einsprang). Mit SHAPESHIFTING bringt der Instrumentalrocker am 10. April mal wieder ein Solowerk heraus – inklusive einer Verbeugung vor verstorbenen Kollegen in Gestalt des Song "Ali Farka, Dick Dale, An Alien And Me”. Das Werk will er hierzulande demnächst auch live präsentieren+++

Bei einem Foo-Fighters-Konzert in Austin, Texas, stürmte Yayo Sanchez mit Kiss-Make-up auf die Bühne, weshalb Dave Grohl ihn auch spontan „Kiss Guy" taufte – und er war auch vom Gitarrensolo beeindruckt, das der Gast aus dem Publikum für "Monkey Wrench" hinzauberte. Doch auch Gregg Rolie, einst Mitbegründer von Santana und Journey, konnte der „Kiss Guy" als virale Sensation im Internet überzeugen. Der Veteran lud den Youngs­ ter ein, auf dem Album mitzuspielen, an dem er kurz nach der Veröffentlichung seiner letzten Scheibe SONIC RANCH gerade arbeitet. Mit im Studio sind zudem der frühere Journey-Drummer Deen ­Castronovo und Bassist Marco Mendoza (Ex-Whitesnake)+++ Sie tun es wieder! Randy Bachman und Burton Cummings haben wieder mal das Kriegsbeil begraben und gehen gemeinsam in ihrer Heimat Kanada auf Tour. Anlass ist die anstehende Veröffentlichung des in limitierter Auflage erscheinenden Boxsets THE BACHMAN CUMMINGS COLLECTION mit diversen Alben ihrer früheren gemeinsamen Band Guess Who und Solohits der beiden, inklusive BTOMaterial. Enthalten sind jeweils sieben CDs oder LPs. Die Tour steht unter dem Motto „Together Again, Live In Concert” und startet am 11. Juni+++

„PopStop – das Musikradio" – immer freitags zum Erscheinen unseres Heftes gibt es eine GoodTimes-Sondersendung (19 bis 20 Uhr), in der die neueste Ausgabe vorgestellt wird (die Sendung wird dann mehrfach wiederholt). „PopStop" sendet Musik­ titel mit Format – ohne formatierte Musikzusammenstellung+++ Erstmals auf CD erhältlich sein werden frühe Aufnahmen von Mitgliedern der ­Allman Brothers Band, die bereits seit Ende der 60er Jahre vergriffen waren. Auf vier Alben werden Recordings von Allman Joys, Hour Glass und 31st Of F­ebruary

LA BRASS BANDA

2020

RAY WILSON & GENESIS CLASSIC

STEFANIE HEINZMANN STEVE‘N‘SEAGULLS

18 / 19 / 20 JUNI

WALKING ON CARS

3 TAGE • 3 BÜHNEN • 17 BANDS

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zusammengefasst, also der frühen Bands, in denen Gregg und Duane Allman mitmischten. Der spätere ABB-Drummer Butch Trucks war im September 1968 bei einer Session dabei, die auf der vierten CD dokumentiert ist und bei der Demos für ein zweites, unveröffentlicht gebliebenes Album von 31st Of February entstanden. Zu hören ist dabei die wohl früheste Fassung des späteren Klassikers "Melissa"+++ Vier Teile wird die Gesamtedition KRAUT! (Untertitel: „Die innovativen Jahre des Krautrock, 1968–1979") aus dem Hause Bear Family umfassen, deren erster gerade an den Start gegangen ist. Dabei handelt es sich um die umfassende und erste Labelübergreifende Dokumentation des einzigen relevanten deutschen Beitrags zur Rockmusik, eben des Krautrock. Teil eins kommt als Doppel-CD (sechsseitiges Digisleeve) mit 100-seitigem Booklet, 22 Einzeltiteln und einer Spieldauer von 137 Minuten. Er ist dem Norden der Republik gewidmet und präsentiert Bands wie Atlantis, A.R. & Machines, Nektar, Eloy, Lucifer's Friend oder Frumpy und den international respektierten Gitarristen Michael Rother neben Gash, Ramses, Abacus oder Ikarus. Zusammengestellt und auch kommentiert hat das Ganze Burghard Rausch (DJ, Vinylsammler, Schlagzeuger, Rundfunkmoderator, Buchherausgeber). Die weiteren drei Editionen folgen jeweils im Drei-Monats-Abstand+++ Die gewohnten Mitstreiter aus dem Dunstkreis von so unterschiedlichen Bands wie Extrabreit, Grobschnitt, Embryo oder den Dissidenten hat Mastermind Tom Redecker um sich geschart, um das neue Studio-

Album ECHOES DON'T LIE der Electric Family einzuspielen. Allein schon aus organisatorischen Gründen zog sich der Aufnahmeprozess über den Zeitraum vieler Monate hin+++

Tour Anfang März die meisten Shows absagen. Keyboarder/Gitarrist Pascal Kravetz erkrankte, Bassist Ken Taylor war in Hamburg von der Bühne gestürzt und hatte sich den Oberschenkel gebrochen. Die ausgefallenen Shows will Maffay im August nachholen, wie er bekannt gab+++

Für seine Fans war das ein herber Schlag ins Kontor, als Rockröhre Chris Thompson Mitte Januar via Facebook seine Entscheidung verkündete: Nach langem, intensivem Nachdenken habe er beschlossen, in den Ruhestand zu gehen, gab der frühere Sänger von Manfred Mann's Earth Band und Night bekannt. „Ich werde mich von Live-Performances zurückziehen – ich weiß, dass ich das bedauern werde, aber ich habe noch so viele Dinge, die ich tun will." Er werde den Schritt nicht abrupt vollziehen, sondern über einen Zeitraum von zwei Jahren, meinte Thompson. Er peile als Abschiedsdatum etwa die Zeit seines 75. Geburtstags im März 2022 an+++

Der einstige Doors-Gitarrist Robby Krieger­ hat die Veröffentlichung seines ersten Solo-­ Albums nach zehnjähriger Pause angekündigt. Es wird den Titel THE RITUAL BEGINS AT SUNDOWN tragen. Die neuen Songs hat er gemeinsam mit seinem langjährigen Co-Writer und Produzenten Arthur Barrow verfasst, der in den 70er und 80er Jahren viel mit Frank Zappa, aber auch Giorgio Moroder gearbeitet hatte. Als Veröffentlichungstermin nannte Krieger den 24. April. Der Gitarrist hatte im Dezember 2019 für Aufsehen gesorgt, als er mit Lady Gaga auf der Bühne stand und im Februar Miley Cyrus zu ihm auf die Bühne kam+++

Der fränkische Songpoet Sandy Wolfrum (Ex-Feelsaitig) feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Deshalb wird er einige seiner 2020er Konzerte mitschneiden. 2021 soll dann ein Album mit Liveklassikern und Rundfunk-Airplays erscheinen. Vorläufiger Arbeitstitel: ON THE ROAD UND ON AIR. Außerdem will Wolfrum die Fortsetzung des Albums ROCKING THE CAMPFIRE mit den Travelling Feelsaitig Friends in Angriff nehmen. Beim ersten Durchgang waren Rockklassiker der Kinks, Rolling Stones, von Guns N'Roses, Status Quo, The Who und Jack White am Lagerfeuer akustisch eingespielt worden. Teil 2 widmet sich nun der Beatära. Ins Auge gefasst sind Dauerbrenner der Beatles, Monkees, Beach Boys, Lords, Bee Gees, Hollies und von Donovan. Die Aufnahmen erfolgen wieder an der Lagerfeuerstelle des Bayreuther Intra-Tonstudios in Bayreuth+++

Die 12-Zoll-Vinylsingles-Box-Serie von Depeche Mode wird am 24. April mit der Veröffentlichung von „Violator | The 12" Singles" fortgesetzt. Enthalten sind zehn 12"-Vinylalben mit den Singles: "Personal Jesus", "Enjoy The Silence", "Policy Of Truth" und "World In My Eyes": Es gibt Original- und Special-Edition-Versionen jeder Single, einschließlich der „Etched"Vinylversion von "Enjoy The Silence", der blau versiegelten Edition von "World In My Eyes" sowie einer Bonus-Promo-12" dieser Single. Die Serie wird in den kommenden Jahren fortgesetzt, kündigte Sony Music an und dürfte damit DepecheMode-Fans das Herz erwärmt haben+++

Da Bandleader Andy Powell an einer Bronchitis erkrankt war, mussten die letzten zwei Konzerte der diesjährigen Deutschland-Tour von Wishbone Ash in Tübingen und Konstanz abgesagt beziehungsweise verschoben werden. Sie sollen nun im Mai nachgeholt werden+++

Der Record Store Day fällt in diesem Jahr auf den 18. April. Diese seit einigen Jahren fest etablierte besondere Werbung für Plattenläden heißt für Plattenfirmen wie Künstler, spezielle Vinylraritäten eigens für diesen Tag auszugraben. So können sich die Fans von Cheap Trick auf OUT TO GET YOU! LIVE 1977 freuen, eine bislang unveröffentlichte Doppel-LP. Von Judas Priest gibt's BRITISH STEEL – LIMITED 40TH ANNIVERSARY EDITION (2-LP, marmoriertes Vinyl), von den Manic Street Preachers "La Tristesse Durera (Scream To A Sigh)”/”Roses In The Hospital” (limitierte 12”-Promo-Ausgabe von 1994). Ebenfalls aus dem Archiv, aber mehr als reizvoll dürfte für manchen Fan das rote Doppelvinyl mit DOUBLE IMAGE: RARE MILES FROM THE BITCHES BREW SESSIONS von Miles Davis sein. In Erinnerungen schwelgen kann man auch bei Nick Mason's Saucerful Of Secrets: Der Pink-Floyd-Drummer bietet "See Emily Play"/"Vegetable Man" als 12”-Single an+++

Auch Peter Maffay musste nach erfolgreichem Auftakt seiner „Für immer jung"-

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Reichlich Hör- und Sehfutter in Sachen Konzertmitschnitte gibt es Ende April von den britischen Stadion-Rockern Def Leppard: LONDON TO VEGAS auf vier CDs plus zwei DVD/Blu-rays. Enthalten Seite

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sind dabei zwei Showmitschnitte: HYSTERIA LIVE AT THE O2 mit dem Londoner Heimspiel vom Dezember 2018 (auch einzeln als DVD oder Blu-ray+2-CD), als die Band in der ausverkauften O2 Arena das komplette Album HYSTERIA plus zahlreiche Hits spielte. Ein halbes Jahr später reisten Def Leppard nach ihrer Aufnahme in die Rock'n'Roll Hall Of Fame nach Las Vegas, um ihre größten Hits im Zappos Theatre anzustimmen und für eine Tonträgerverwertung festzuhalten. So vereint der zweite Mitschnitt HITS VEGAS, LIVE AT PLANET HOLLYWOOD ein 28-SongSet, das neben den Gassenhauern auch seltener gespielte Titel wie "Too Late For Love", "Billy's Got A Gun", "Slang" oder "Promises" umfasste. Und um den Leppard-Veröffentlichungsreigen abzuschließen, gibt es noch HYSTERIA LIVE als Doppel-LP und ACOUSTIC IN VEGAS als 10"-Picture-Disc+++ Von der Garagenband in Topeka, Kansas, auf den Rock-Olymp: Kansas haben seit ihrer Gründung 1974 einen weiten Weg zurückgelegt, bei dem viele der Originalmitglieder auf der Strecke geblieben sind. Schlagzeuger Phil Ehart und Gitarrist Richard Williams sind die letzten Mohikaner der Band und werden heute von Billy Greer (b, voc), Ronnie Platt (voc, keys), David Ragsdale (g, Geige), Tom Brislin (keys) und Zak Rizvi (g) unterstützt. Gemeinsam haben sie nun THE ABSENCE OF PRESENCE eingespielt. Das Nachfolge-Album des 2016er THE PRELUDE IMPLICIT soll am 26. Juni auf den Markt kommen. Im Oktober/November will die Band dann im Rahmen ihrer „Point Of Know Return Anniversary Tour" zu 13 Shows nach Europa kommen. Für Deutschland sind sechs Konzerte angesetzt, wobei neben dem Jubiläumsalbum auch einige der neuen Stücke auf dem Programm stehen werden+++ In diversen Formaten (Doppel-LP, DoppelCD/DVD und Blu-ray) wird das Gastspiel von Nick Mason's Saucerful Of Secrets 2018 LIVE AT THE ROUNDHOUSE ab 17.4. erhältlich sein. Vor ausverkauftem Haus ließ der Drummer, der zuvor seit 2007 nicht mehr live aufgetreten war, den Sound der frühen Pink-Floyd-Ära vor der Veröffentlichung von DARK SIDE OF THE MOON wiederaufleben. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern Gary Kemp, Guy Pratt, Lee Harris und Dom Beken ist Mason demnächst auch in Deutschland wieder live zu erleben+++ Scope kamen aus den Niederlanden, spielten vor allem Jazz Rock und veröffentlichten 1974 SCOPE 1, ein Jahr später SCOPE 2. Sireena bringt nun beide Alben auf CD klanglich bearbeitet neu heraus. Ähnliches gilt für THE MYSTERY OF WATERFALLS der deutschen Elektronikband Nautilus – das Album ist allerdings als CD wie auch Vinyl erhältlich. Und dann gibt es von der improvisationsfreudigen Nürnberger


Unsere Gewinner aus Heft 6/2019 Lösung – Kreuzworträtsel: BORN TO BE WILD 3x 2 Tickets Saga Erwin Winkhart, Emerfeld Thomas Oefner, Kassel Ursula Schäffner, Lauda Blu-ray Cum On Feel The Noize" " Stefan Kaiser, Wuppertal Ariana Benkert, Winden Ivo Janzik, Bonn Box-Set Treasure – A Vinyl Collection" " P. Schramm, Leipzig Matthias Decker, Rohrdorf Rainer Polkehn, Lengerich Jean Pierre Schiessle, Berlin Detlev Riekert, Braunschweig Dieter Schier, Winnenden Michael Lauer, Regensburg Harald Ullrich, Thale OT Weddersleben Gustav Nagler, Bottrop Siegfried Maurer, Salzwedel Hannes Neufert, Aachen Albert Zucker, Bochum

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! Band/Musikkommune Lord's Family, die Anfang der 70er Jahre agierte, aber offiziell nie eine Platte veröffentlichte, aus den privaten Archiven der Musiker THE SCHLÖSSEL RECORDINGS auf CD+++ Unfreiwillig bleibt Ozzy Osbourne in den Schlagzeilen. Der 71-jährige Sänger hat seine geplanten Auftritte in Nordamerika abgesagt. Auf seiner Homepage teilte Osbourne mit, er müsse sich sechs bis acht Wochen lang in der Schweiz medizinisch behandeln lassen, was nicht vor April beginnen könne. Der frühere Black-Sabbath-Frontmann hatte seine Tour schon mehrfach aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Im vergangenen Jahr war er am Nacken operiert worden, erst Ende Januar hatte er dann seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht+++ The Prince Estate und Legacy Recordings setzen die Serie mit Veröffentlichungen aus dem Katalog von Prince mit Werken aus den Jahren 2001 und 2002 fort. Am 17. April wird das Studio-Album THE

RAINBOW CHILDREN wieder auf CD und transparentem Doppelvinyl erscheinen. Der limitierten Auflage wird eine „Slipmat" im Regenbogen-Look als Zugabe beiliegen. Das Studio-Album ONE NITE ALONE wird dann erstmals außerhalb des NPG Music Clubs verfügbar sein. Tourmitschnitte und solche der Aftershows aus jenen Jahren bieten die vier LPs umfassende Box ONE NITE ALONE … LIVE!, das erste offizielle Prince-Live-Album, und die Doppel-LP ONE NITE ALONE: THE AFTERSHOW … IT AIN'T OVER! Diese Longplayer sind nun erstmals überhaupt auf Schallplatte erhältlich und erscheinen als limitierte Auflage auf marmoriertem lila Vinyl. Das fünf Discs umfassende Set UP ALL NITE WITH PRINCE: THE ONE NITE ALONE COLLECTION vereint die CD-Versionen der Live-und Studio-Alben in einem Slipcase und wird mit einem 48-seitigen Booklet geliefert. Dazu gibt es die vergriffene DVD des Showmitschnitts „Prince Live At The Aladdin Las Vegas" vom Dezember 2002+++ Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, doch auch an dieser Stelle gilt das Motto „Ehre, wem Ehre gebührt". Deshalb sei vermeldet, dass das hessische Schlagerduo Die Amigos mit seiner neuen Platte 50 JAHRE: UNSERE SCHLAGER VON DAMALS direkt auf Platz 1 der deutschen Albumcharts eingestiegen ist. Es ist laut der GfK Entertainment, die die Platzierungen ermittelt, das elfte Album der Brüder Bernd und Karl-Heinz Ulrich, das es auf die Spitzenposition schaffte+++ Der britische Schauspieler Rufus Sewell­ („Judy") soll in einem noch titellosen Film über Elvis Presley dessen Vater Vernon verkörpern, Maggie Gyllenhaal schlüpft in die Rolle von Mutter Gladys. Regie führt Baz Luhrmann („Der große Gatsby", „Moulin Rouge"), der die Hauptrolle mit dem Kalifornier Austin Butler (28) besetzt hat. Priscilla Presley wird von der Australierin Olivia DeJonge (21) dargestellt. Luhrmann will in dem Biopic laut der Deutschen Presse-Agentur die langjährige Geschäftsbeziehung des jungen Presley zu seinem Manager Colonel Tom Parker erzählen, der von Oscar-Preisträger Tom Hanks (63) gespielt wird. Der Film soll demnächst in Australien gedreht werden und im Oktober 2021 in die Kinos kommen+++

Liam Firmager hat mit „Suzi Q" einen Dokumentarfilm gedreht, der die Karriere der amerikanischen Wahl-Britin Suzi Quatro nachvollzieht. Damit setzt er der Musikerin ein Denkmal, die auch fast 50 Jahre nach ihrem Durchbruch 1973 immer noch die Bühnen in aller Welt unsicher macht, dabei ihr Publikum zum Toben bringt. Gewürdigt wird die Bedeutung der singenden Bassistin auch durch Statements von Kollegen wie Alice Cooper, Tina Weymouth, Joan Jett, Deborah Harry, Cherie Currie und KT Tunstall. Spannend: die von Kameras begleitete Rückkehr Quatros in ihre Heimatstadt Detroit+++ Rage Against The Machine stehen nach neunjähriger Pause wieder gemeinsam auf der Bühne und werden noch in diesem Jahr auf Welttournee gehen. Der einzige Auftritt in Deutschland ist für den September beim Lollapalooza-Festival in Berlin geplant. Die „Run The Jewels"Tour startet am 26. März im texanischen El Paso. Dabei sollen Sänger Zack de la Rocha, Gitarrist Tom Morello, Bassist Tim Commerford und Drummer Brad Wilk an Bord sein – zuletzt waren RATM 2011 in Los Angeles in Originalbesetzung aufgetreten+++ Zeit wird’s, denn die New Yorkerin Sari Schorr hat mit A FORCE OF NATURE (2016) und NEVER SAY NEVER (2018) zwar zwei starke Studioscheiben abgeliefert, doch die Blues-Rock-Röhre ist in erster Linie auf der Bühne ein Vulkan. Das ist jetzt endlich mit LIVE IN EUROPE auch amtlich per Tonträger dokumentiert, der in diesen Tagen verfügbar sein wird+++ Brian Parrish, in der norddeutschen Künstlerkolonie Worpswede beheimateter britischer Musiker und Songschmied, hat begonnen, am Nachfolger seines 2016er Albums TRAVELLER zu arbeiten. Das eins­tige Mitglied von Badger, das schon im Star-Club zugange war, ließ verlauten, dass „es noch eine Weile dauern wird, bis es fertig ist, aber es wird dann hoffentlich auch das Warten wert gewesen sein". Derweil muss man eben mit seinem Live-

programm „Shadowman" vorlieb nehmen – was sich unbedingt lohnt!+++ GHOST OF WEST VIRGINIA wird das neue Album von Steve Earle & The Dukes heißen, das am 22. Mai erscheint. Aufgenommen wurde das mittlerweile 20. StudioEpos von Earle komplett in Mono in den Electric Ladyland Studios in New York. Der Singer/Songwriter setzt sich in den zehn Songs vor allem mit der Explosion der Upper-Big-Branch-Kohlenmine in Virginia 2010 auseinander, die 29 Bergleute das Leben kostete. Das Album entstand, nachdem Earle mit einem Theaterteam überlebende Minenarbeiter und deren Familien besucht und interviewt hatte+++ Die einst so rebellische Indie-Frauenband Dixie Chicks ist wieder da. Ihr Comebackalbum wird den Titel GASLIGHTER tragen und ab 1. Mai erhältlich sein. Wie von dem Trio gewohnt, wird zu teils hymnischen Melodien kein Blatt vor den Mund genommen und im Rahmen des Female Empowerment Movements für Frauenrechte gekämpft+++ John McCoy? Genau, der wuchtige Glatzkopf war einst Bassist bei Gillan und Mammoth, spielte mit Bernie Tormé, war als Studiomusiker und Produzent fast schon hyperaktiv, ehe es in den letzten Jahren ruhiger um ihn wurde. In letzter Zeit war er allerdings wieder vermehrt in der Öffentlichkeit zu erleben. Für den Auftritt des Pat McMahons Trios am 3. April in Crathorne ist er als Special Guest angekündigt, nachdem er im Februar zu Chris Farlowe in Teesside auf die Bühne gekommen war. „Nachdem ich in mein 80. Lebensjahr gestartet bin, will ich so lange wie möglich den Blues hüten", verkündete McCoy+++ Eigentlich war WRECKLESS ABANDON als Highlight dieser Ausgabe vorgesehen. Also das Album, das Tom Pettys ewiger Mitstreiter Mike Campbell mit seiner Band The Dirty Knobs aufgenommen hat. Doch kurzfristig wurde die Veröffentlichung auf September vorschoben. Die Dirty Knobs bestehen außer Campbell aus CoGitarrist und Sänger Jason Sinay (Neil Diamond, Ivan Neville), Bassist Lance Morrison (Don Henley) und Schlagzeuger Matt Laug (Alanis Morissette, Slash) und spielen erdig-rotzigen Rock’n’Roll+++


VERSTORBEN 2.1. Lorraine Chandler (*1946) war Sängerin, zugleich eine der ersten schwarzen Songwriterinnen (oft gemeinsam mit Jack Ashford) und Produzentinnen. Songs aus ihrer Feder nahmen die O’Jays und Billy Sha-Rae auf. 2.1. Tony Donald (*3.10.1958) war 1977 als Bassist mit seinen Schulfreunden Jim Kerr und Charlie Burchill bei der Gründung von Johnny & The Self Abusers dabei und steuerte den Song "Saints And Sinners" für deren einzige Single bei. Er mischte auch nach der Umbenennung in Simple Minds noch mit, verließ die Band aber im Mai 1978 schon wieder. Später arbeitete er als Gitarrentechniker für Burchill. 14.1. Barry Mayger (*1.6.1946) genoss 15 Minuten Ruhm als Initiator und Bassist von Chicory Tip, als die 1967 gegründete britische Band 1972 mit "Son Of My Father" (geschrieben von Michael Holm/ Giorgio Moroder/Peter Belotte), "What’s Your Name" und "Good Grief Christina" im UK drei Top-15-Hits verzeichneten. Er lebte seit 2008 in Portugal, wo er nach mehrmonatiger Krankheit auch starb. 15.1. Chris Darrow (*30.7.1944), ein auch als Songwriter überzeugender MultiInstrumentalist, war neben David Lindley Mitbegründer der Psychedelic-Folker Kaleidoscope, verweilte 1967/68 ein Jahr bei der Nitty Gritty Dirt Band, war bei The Corvettes, ehe ihn Linda Ronstadt für ihre Band verpflichtete. 1972 veröffentlichte er das erste seiner zehn Solo-Alben. Für viele war er ein wichtiger Pionier des Country Rock. Ein Schlaganfall raffte ihn dahin. 15.1. Geoff Castle (*8.6.1949) lernte früh Klavier zu spielen, war im National Youth Jazz Orchestra aktiv, betätigte sich am Synthesizer, stieg 1974 bei Nucleus ein, war mit Ian Dury im Studio, komponierte Filmmusiken und begleitete immer wieder Fusion- und Jazz-Größen in aller Welt. 26.1. Bob Shane (*1.2.1934 als Robert Castle Schoen) war das letzte noch lebende Originalmitglied des 1956 gegründeten Kingston Trios, mit dem er in den 60er Jahren die Folkszene in den USA revitalisierte. Er war auch solo unterwegs, bis ihn Herzprobleme 2004 zwangen, sich zurückzuziehen. 28.1. Bob Nave (*3.11.1944) steuerte seine Hammondorgel zum PsychedelicBubblegum-Sound der Lemon Pipers bei, die mit ”Green Tambourine" 1967 einen Nummer-1-Hit in den USA landeten (UK #7, D #10) und sich 1969 mangels Erfolg auflösten. Er war danach kurz bei Starstruck, ehe er nach Cincinnati zog und als Radiomoderator arbeitete sowie ab 2006 hobbymäßig mit den von ihm gegründeten Blues Merchants spielte. 1.2. Harold Beane spielte Gitarre, arbeitete mit dem Stax-Künstler William Bell sowie Al Green, Eddie Floyd, dem jungen

Isaac Hayes und Rufus Thomas, ehe er zu Funkadelic wechselte. Er war auch als Soul/Funk-Songschmied und -Arrangeur tätig und wurde 73 Jahre alt. 1.2. Andy Gill (*1.1.1956) prägte als Gitarrist den Sound der UK-Post-Punker Gang Of Four wesentlich (und beeinflusste so viele Acts wie R.E.M. oder die Red Hot Chili Peppers), für die er bis kurz vor seinem Tod (Atemwegserkrankung) noch Pläne für eine Tour zum 2019er Album HAPPY NOW schmiedete. Er produzierte zudem Alben der Stranglers, von Killing Joke und Jesus Lizard. 2.2. Ivan Král (*12.5.1948) kam in Prag zur Welt, schaffte es in der Tschechoslowakei mit dem von ihm komponierten Song "Pierot" 1966 in die Top Ten der Radiocharts, zog aber im selben Jahr mit seiner Familie nach New York. Dort profilierte er sich als Gitarrist und Bassist, schloss sich der Patti Smith Group an und arbeitete auch mit Blondie, Iggy Pop, David Bowie, U2, John Waite und den New York Dolls. 1989 zog er nach Prag zurück, komponierte Filmmusiken und veröffentlichte zwei Soloscheiben. Er erlag (in den USA) einem Krebsleiden 4.2. Buddy Cage (*18.2.1946) spielte zunächst Hawaii-Gitarre (auch auf Alben seiner kanadischen Landsfrau Anne Murray), begleitete Ronnie Hawkins, wechselte als Pedalsteel-Gitarrist zu New Riders Of The Purple Sage, bei denen er Jerry Garcia ersetzte (1971–1982). Seine Künste waren zudem im Studio gefragt, wo er für Bob Dylan, diverse Grateful-DeadMusiker, David Bromberg, Sly Stone spielte. Wegen Alkoholproblemen kehrte er der Musikwelt den Rücken, tauchte dann in den 90ern bei den Country-Rockern Stirfried wieder auf und war in den 00er Jahren bei einer New-RidersReunion dabei. Knochenkrebs kostete ihn das Leben. 10.2. Lyle Mays (*27.11.1953), ein JazzKeyboarder, galt als die rechte Hand von Ausnahmegitarrist Pat Metheny, mit dem er seit den 70er Jahren zusammenspielte. Aber auch mit Eberhard Weber, Rickie Lee Jones und Joni Mitchell kooperierte er und veröffentlichte eigene Alben. Er starb nach langer Krankheit. 11.2. Joseph Shabalala (*28.8.1940) gründete 1961 die südafrikanische Vokalgruppe Ladysmith Black Mambazo, auf die Paul Simon 1986 bei der Arbeit an GRACELAND stieß. Dies öffnete der Gruppe auch Türen in Europa und den USA, wo sie 1987 einen Grammy erhielt. 2008 übergab er die Leitung der Formation seinem Sohn Thamsanqa. 12.2. Paul English (*6.11.1932) saß ab 1966 bei Willie Nelson am Schlagzeug, Seite

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produzierte und trommelte auch für Kollegen wie Delbert McClinton. Gehörte neben seinem Boss, John Mellencamp und Neil Young zu den ersten Vorstandsmitgliedern von „Farm Aid". „Lungenentzündung" stand in seinem Totenschein. 13.2. Buzzy Linhart (*3.3.1943) stieg früh von der Perkussion auf Vibrafon um, war ab 1963 bei vielen Sessions im New Yorker Künstlerviertel Greenwich Village dabei, hob den Raga Rock mit aus der Taufe und wurde 1966 von Mitch Ryder für eine US- und Europa-Tour engagiert. Er war für Jimi Hendrix, Richie Havens, David Crosby, Buffy Sainte-Marie, Carly Simon und andere im Studio tätig, dazu wurden Songs aus seiner Feder von Carly Simon und Bette Midler aufgenommen. Als die eigene Musikerkarriere nicht den gewünschten Erfolg brachte (er stand aber bis 2018 auf der Bühne), betätigte er sich zunehmend als Schauspieler und moderierte im Radio. 15.2. Cavan Grogan (*18.2.1951) gründete 1970 in Wales mit einigen Freunden Crazy Cavan & The Rhythm Rockers, die als Teddy-Boy-Rock’n’Roll-Band durchgingen und bis Anfang dieses Jahres in nahezu unveränderter Besetzung unterwegs waren. 18.2. David Olney (*23.3.1948) betätigte sich als Folk-Singer/Songwriter, der auch treue Fans in Deutschland hatte. Während seiner 50-jährigen Karriere veröffentlichte er über 20 Alben, auch mit seiner zeitweiligen Band The X-Rays. Für die Güte seiner Songs sprach, dass sie von Emmylou Harris, Linda Ronstadt, Del McCoury, Steve Earle oder Steve Young übernommen wurden. Während eines Auftritts beim „30A Songwriter Festival" in Santa Rosa Beach, Florida, erlitt er einen Herzinfarkt, den er nicht überlebte. 24.2. David Roback (*4.4.1948) war in der Paisley-Underground-Indie-Szene von Los Angeles aktiv, unter anderem bei Unconscious mit der Sängerin Susanna Hoffs (später bei den Bangles). Der Gitarrist machte ein Album mit Rain Parade, dann Rainy Day und Clay Alison, die sich erst in Opal, dann Mazzy Star umbenannten. Die veröffentlichten vier erfolgreiche Alben. Zwischendurch arbeitete er auch als Produzent, ehe er nach Norwegen übersiedelte. Krebs kostete ihn das Leben. 24.2. Joe Rush (*4.12.1940) spielte Anfang der 70er Jahre Washboard und Perkussion bei Mungo Jerry, denen er bis zu seinem Tod nach langem Kampf gegen den Krebs als Gast bei zahlreichen Shows die Treue hielt. Er mischte als Bassist bei der King Earl Boogie Band mit, dann bei Bob Kerr’s Whoopee Band, ehe er nach Frankreich übersiedelte und privatisierte. n

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24.2. Jahn Teigen (*27.9.1949) startete seine Karriere Ende der 60er Jahre als Sänger mit der Gruppe Popol Vuh, die sich nach drei Alben in Popol Ace umbenannte, um Namenskonflikte mit den deutschen Popol Vuh zu vermeiden. Er vertrat sein Heimatland Norwegen zwischen 1978 (da war er der erste Teilnehmer überhaupt, der null Punkte erhielt) und 1983 dreimal beim Eurovision Song Contest. Lebte zuletzt sehr zurückgezogen. 25.2. Mark Hollis (*4.1.1955), laut „Spiegel" so etwas wie „die Greta Garbo des Pop", schrieb für seine Band Talk Talk einige Radiohits und entwickelte sich dann zu einem der Erfinder des Post Rock, lieferte musikalische Springfluten – und zog sich früh zurück. Ab 1998 veröffentlichte er kein Album mehr und verweigerte sich Interviews; er spielte ab 2001 auf keinem Album mehr mit und wurde zum großen Mysterium, bis zu seinem Tod nach kurzer schwerer Krankheit. 29.2. Mike Somerville war seit der Gründung 1968 und bis 1980 bei den USRockern Head East für die Leadgitarre zuständig. Er begleitete später Ingrid Berry, Chuck Berrys Tochter, erkrankte im September vergangenen Jahres schwer und wurde nur 68 Jahre alt. 2.3. Susan Weinert (*24.6.1965) war seit den 80er Jahren als Jazzgitarristin unterwegs und erspielte sich schnell einen klangvollen Namen, war laut „Jazzpodium" die „erste europäische Gitarristin von Weltformat". Sie gründete (mit Ehemann Martin am Bass) 1985 die Susan Weinert Band, veröffentlichte 1992 ihre erste CD MYSTERIOUS STORIES, der 14 weitere folgten, zuletzt 2019 DER BAUM VOR MEINEM HAUS. Sie erlag einem langen Krebsleiden. 2.3. Peter Wieland (*6.7.1930 als Ralf Sauer) gehörte zu den erfolgreichsten Unterhaltungskünstlern in der DDR. Er hatte als Opernsänger begonnen, stieg auf Musicals um, amtierte als TV-Entertainer, hatte im Radio eine eigene Sendereihe und war nach dem Mauerfall auch im Operettenfach zu erleben. Er starb in einem Berliner Krankenhaus, wo er wegen eines Oberschenkelhalsbruchs lag. 4.3. Barbara Martin (*16.6.1943) war bei 1960 bei The Primettes eingestiegen, ehe die zu den Supremes mutierten und 1961 ihren ersten Vertrag bei Motown unterschrieben. Allerdings stieg sie ein Jahr später schon wieder aus, um ihren Schulabschluss zu machen. Außerdem war sie zu diesem Zeitpunkt schwanger. Sie ist auf keinem Supremes-Cover zu sehen, obwohl sie auf den frühen Singles teilweise sogar als Leadsängerin zu hören war. Statt als Sängerin arbeitete sie nach ihrem Uni-Abschluss lieber als Psychologin.


Von Jens-Uwe Berndt

Foto: Fabian Leibfried, © NikMa Verlag

Mit dem größten LiveSpektakel zu Weltruhm Kiss verabschieden sich von den Bühnen der Welt. "End Of The Road" nennt sich ihr finaler Trip um den Globus. Damit reihen sich Paul Stanley (voc, g), Gene Simmons (voc, b), Tommy Thayer (g) und Eric Singer (dr) ein in die Liste der Rock-Dinos aus den 60er und 70er Jahren, die den Gesetzen der Natur ihren Tribut zollen müssen. Aber das ist auch schon ziemlich das Einzige, was Kiss mit ihren Kollegen gemeinsam haben. Denn wo andere Bands live oft lediglich die im Studio aufgenommenen Songs reproduzierten, ihnen womöglich solistische Extravaganzen verpassten oder bes­ tenfalls mit Licht und Bühnenaufbauten visuelle Anreize schufen, boten Kiss von Anfang an das ultimative Spektakel. Die US-Amerikaner sind eine Band, die man vielleicht musikalisch ignorieren konnte – an ihrer Livepräsenz kam aber niemand vorbei.

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s ist kein Zufall, dass ausgerechnet ein Live-Album der Gruppe aus New York City den Durchbruch bescherte. Ihre ersten drei Studio-LPs waren Achtungserfolge, mehr nicht. Die beiden 74er Platten KISS und HOTTER THAN HELL gingen schwer über die Ladentheke. So erreichte zum Beispiel HOTTER THAN HELL in den Vereinigten Staaten den Goldstatus für 500.000 verkaufte Einheiten erst 1977. Und da sich ab ALIVE!,­ das im September 1975 erschienen war, neue Fans die erste LP nachgekauft haben werden, machen die Zahlen deutlich, wie wenig Interesse an Kiss zu ihrem Karrierebeginn bestand. DRESSED TO KILL aus dem März des Live-Doppelalbum-Jahres fand in der Endabrechnung Seite

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zwar schon deutlich mehr Käufer, kam aber auch erst so richtig ins Rollen, als die wilden Bühnenversionen des Vierers aus den Boxen tönten.

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pätestens mit ALIVE! begründeten Kiss ein Phänomen, das sich vor allem in den 70er und frühen 80er Jahren ausbreitete: Viele Musikfans, speziell Heranwachsende, kauften ihren ersten Tonträger der Band aus visuellen Gründen. Das Cover-Artwork dieses ersten Livedokuments sprach speziell Jungs in einem besonderen Maße an. Die gestellte Bühnenszene verströmte Aggressivität, Rebellion, Männlichkeit – sie war Hard Rock und Heavy Metal und ein bisschen Glam Rock. Wer wollte, sah Teuflisches, eine gefährliche Zügellosigkeit aber wenigstens. Comic-Fans hatten ebenso ihre Aha-Effekte wie Anhänger der immer populärer werdenden Science-Fiction-Filme. Gewalt und Brutalität spielten ebenfalls mit. Man musste bei den Rauchwolken im Hintergrund nicht gleich an Krieg und brennende Städte denken, aber ein Straßenaufruhr, bei dem am Rand geparkte Limousinen und Ladenzeilen in Flammen aufgingen, hatte schon Platz in der Fantasie.

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er Einstieg in die A-Seite des zweifachen Vinyls mit "Deuce" und "Strutter" machte hörbar, was auf dem Frontcover zu sehen war. Es hätte demnach kaum einen besseren Auftakt geben können, sind die Nummern doch von enormer Heftigkeit, zügig im Tempo und ohne Firlefanz her­ untergehobelt. Im Vergleich zu den keineswegs schlechten Studioversionen gleichen "Strutter" und "Deuce" im Live-Outfit geradezu Klangexplosionen. Dabei sind die Songs auf dem gesamten Album gar nicht so live, wie es den n

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LIVE! erstanden damals eine Menge Teenager, die Kiss-Musik gar nicht kannten. Die Optik war einfach zu außergewöhnlich, zu aufregend und gleichzeitig so „musikalisch", dass eine bestimmte Klientel beim Cover sofort wusste – oder es zumindest erahnte –, was sie erwartete. In der Erinnerung einiger späterer Heavy-Metal-Musiker aus den USA blieb zwar zurück, dass sie manchmal eine weitaus aggressivere Musik erwartet hatten, mit Kiss wuchsen sie gefühlt aber irgendwie alle auf. Die visuelle Komponente war eine ausgeklügelte Masche, die ihren Ursprung im Kopf von Gene Simmons hatte. In Paul Stanley fand er 1970 einen Bruder im Geiste, der die Idee für eine Band, die Rock'n'Roll, Comics und Horror­­filme verband, begeistert unterstützte. Wicked Lester, Simmons' Formation, der sich Stanley damals als Gitarrist anschloss, erschien von Anfang an wie eine Startbahn. Denn für die bizarren Visionen der beiden Kiss-Gründer bedurfte es einer bestimmten Art Mitmusiker, denen nichts zu abwegig erscheinen durfte. Wicked-Lester-Schlagzeuger Peter (Criscuola) Criss kristallisierte sich als brauchbarer Typ her­ aus, aber erst als (Paul Daniel) Ace Frehley auf der Bildfläche erschien, konnte das Unternehmen Kiss 1973 geboren werden.

te die Firma angesichts der bisher recht überschaubaren Plattenverkäufe von Kiss nicht mehr viel zu verlieren, zum anderen sollte dieser Konzertmitschnitt im Vergleich zu Studioproduktionen weitaus preiswerter ausfallen. An einen Erfolg glaubte niemand, hatten sich Liveplatten von eher unbekannten Acts bisher doch im Allgemeinen als schwer vermittelbare Anhängsel im Künstlerkatalog erwiesen. ALIVE! veränderte alles: Mit Rang 9 in den US-Billboard-Charts, in denen sich das Kiss-Livedebüt 110 Wochen festkrallte, hatte Casablanca über Nacht die Lizenz zum Gelddrucken erworben. Logisch, dass sich daraus eine Liebe, wenn auch nicht fürs Leben, so doch für viele Jahre entwickelte (das letzte Casablanca-Album erschien 1982 mit CREATURES OF THE NIGHT). © Pressefoto

Anschein haben sollte, waren Kiss damals doch nicht gerade die versiertesten Musiker. Produzent Eddie Kramer erzählte später häufiger, dass die Fehlerquote in den Songs enorm hoch gewesen sei. Also wurde nachbearbeitet. Und das nicht zu knapp. Diese spezielle angriffslustige Atmosphäre, die KissKonzerte damals bereits begleitete, blieb aber erhalten.

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iese Partnerschaft spülte aber nicht nur dem Label Dollarfluten in die Kassen: Der Größenwahn des Eigners Neil Bogart, der sich mit dem Unternehmen eigentlich auf Spitzenkräfte aus der Disco-Szene konzentrierte, ermöglichte Kiss schon in den 70er Jahren, sich einem Veröffentlichungsrausch hingeben zu können. Nicht nur, dass die Studio-Alben bei den Artworks vor Extravaganzen und Gimmicks (LOVE GUN mit Papp-Pistole zum Selber-

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ie ersten Make-up- und Kos­ tüm-Versuche waren für die damalige Zeit nicht untypisch: weiße Gesichter, betonte Mund- und Augenpartien, Superman-Umhang, Plateauschuhe – von den späteren Charakteren waren diese Looks noch weit entfernt. Doch Gene Simmons wollte so richtig dick auftragen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. „Niemand wollte eine Band buchen, die nicht die aktuellen Hits spielte", schrieb der Bassist in seinem Buch „Sex Money Kiss" über die strikte Ausrichtung von Kiss, mit eigenem Material die Konzerte zu bestreiten. „Wir waren eine originelle Band, die mehr Make-up auflegte und höhere Hackenschuhe trug als die Mütter der meisten Leute. Anfangs war es also nicht leicht, uns zu verkaufen." Allerdings arbeitete das Quartett hart an seinem Image. Die Charaktere waren nach nur wenigen Monaten ausgefeilt, die Masken hatten schnell eine Basis, von der später nur noch in Nuancen abgewichen wurde. Das Outfit veränderte sich mit der Zeit zwar in seiner Opulenz, die die jeweilige Figur charakterisierenden Elemente standen aber schon in den ersten Monaten fest: „Starchild" Paul Stanley verströmte androgyne Erotik, „Spaceman" Ace Frehley gab den Außerirdischen, „Catman" Peter Criss hatte etwas von einer zu groß geratenen Katze, und „Demon" Gene Simmons war irgendetwas zwischen Teufel, Godzilla, Folterknecht und Fledermaus.

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enn diese vier Typen loslegten, wirkten sie nicht nur wie entfesselt. In Bewegungen und Habitus unterstützten sie die Eigenschaften der von ihnen verkörperten Fantasiewesen. Stanley tänzelte und wackelte mit dem Hintern, Frehley schleppte sich über die Bühne, als stünde er unter Beruhigungsmitteln, Simmons stakste, züngelte und spuckte Kunstblut, und Criss durfte zumindest einem Tier ähnliche ruckartige Kopfbewegungen vollziehen. Dieser schrille Haufen wurde schnell zu einer Konzerthallen-Attraktion. Das Publikum entschied sich an der Kasse für die Band, deren Auftritte in den Mainstream-Medien zu skandalumwitterten Messen aufgebauscht wurden.

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ass das Label Casablanca sich am Ende nach drei wenig erfolgreichen Studio-LPs zur Vertragserfüllung auf ein Doppel-Live-Album einließ, hatte zwei Gründe: Zum einen hatGoodTimes 2/2020

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basteln zum Beispiel) nur so strotzten – selten war ein Best-Of-Doppelalbum so liebevoll aufbereitet worden wie DOUBLE PLATINUM 1978 mit seiner spiegelnden Metallic-Beschichtung. Im selben Jahr warf Casablanca darüber hinaus vier weitere Kiss-Werke auf den Markt, die mit den Konterfeis des jeweiligen Musikers deren musikalische Solovorlieben präsentierten. Wie gewonnen, so zerronnen: Hatten Kiss Bogart reich gemacht, knallte die Quartett-Aktion dessen Kontostände empfindlich in den Keller. Denn jedes Solo-Album hatte man mit einer Stückzahl produziert und ausgeliefert, wie es seit ALIVE! für Kiss-Ergüsse üblich gewesen war. Die Alleingänge erreichten aber nicht einmal im Ansatz die Verkaufserfolge der Band-Produkte.

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enngleich Kiss in den Jahren nach ALIVE! endlich auch mit ihren Studio-LPs lohnenswerte Verkaufserfolge erzielten und Veröffentlichungen wie DESTROYER (1976) oder LOVE GUN (1977) in musikalischer und produktionstechnischer Hinsicht absolut glänzten, blieben sie eine Band für die Bühne. Die Show wurde immer präziser, die Dichte der Gimmicks erhöhte sich immens. Das Jahr 1977 gilt als jene Zeit, in der so ziemlich alle wichtigen Effekte und Elemente standen, auf die Kiss bis heute zurückgreifen. Hier ein Auszug: Paul Stanley schwebt übers Publikum zu einer Solo-Insel, um dort "Love Gun" vorzutragen. Seine Ansagen macht er ausschließlich in einem eigentümlichen Singsang. Peter Criss (später Eric Carr und Eric Singer) schwebt mit dem Schlagzeug in die Höhe. Ace Frehley (später Vinnie Vincent, Bruce Kulic und Tommy Thayer) schießt mit Raketen aus seinem Gitarrenhals einen Scheinwerfer von der Traverse. Nach einem Solo fängt die

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Gitarre Feuer und schwebt unter ohrenbetäubenden Echos davon. Gene Simmons wird zu "God Of Thunder" auf ein riesiges Podest gezogen, er spuckt Kunstblut und Feuer. Dazu gibt es Pyros, Pyros, Pyros. Wenn man an dieser Stelle feststellt, dass die Musiker ständig einer recht hohen Verletzungsgefahr ausgesetzt waren, ist das nicht übertrieben. Erst recht in den 70er Jahren, als Sicherheitsvorkehrungen noch nur das Nötigste beinhalteten. Am häufigsten erwischte es Gene Simmons. In einer Ausgabe von „Popfoto" war 1979 zum Beispiel Folgendes zu lesen: „Kiss-Bassist Gene Simmons hat sich bei einer seiner Feuerspuckshows die Mähne angesengt. Mitten in einem Konzert ging seine Haarpracht plötzlich in Flammen auf. Nach der Löschaktion brachte er das Konzert unter dem jubelnden Beifall seiner Fans wie immer zu einem furiosen Ende. Von seiner höllischen Sondernummer will er aber auch in Zukunft nicht lassen. Die Fans verlangen einfach nach der ,Simmons-Spezialshow'."

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atürlich durfte man Meldungen dieser Art nicht überbewerten. Denn nach ALIVE! machten Kiss weltweit die Runde (Bis heute wurden neun Millionen Einheiten davon verkauft). Musikmagazine aller Art rissen sich um die „gefährlichen Chaoten". Begierig wurde in der zweiten Hälfte der 70er Jahre jedes Ereignis um den Maskenclub zumindest als Meldung aufbereitet – und, wenn nötig, auch deftig hochgeschraubt. Die Zahl der Interessenten an Geschichten über die Band überstieg die Größe des Fanlagers um ein Vielfaches. Letztere saugten jede Information über ihre Lieblinge auf, die anderen turnte die Faszination des Unfalls an: Man schaute mit einem wohligen Grusel auf die vier Amis, der eine oder andere mit Sicherheit sogar angewidert. Denn Fotos des scheinbar in eine schwere eiserne Rüstung gehüllten, schweißgebadeten Gene Simmons, dem das Blut übers Kinn lief, waren nicht jedermanns Sache. Es ist keineswegs von der Hand zu weisen, dass Motive dieser Art eine extrem schockierende Außenwirkung besaßen. Und da im Vergleich zu anderen Rockacts des Jahrzehnts Kiss überproportional häufig in der seriösen Tages-, Wochen- und Monatspresse auftauchten, waren die Make-up-Visagen schnell auch Otto Normalverbraucher geläufig. Und der brauchte die Musik wahrlich nicht kennen, um sich kurz vor dem Untergang des Abendlandes zu wähnen. ie Eltern jener Jungs – denn vor allem die standen auf Kiss –, die sich Poster ihrer Lieblinge an die Wand klebten oder deren Platten hoch und runter nudelten, packte nicht selten das blanke Entsetzen. Schon damals wussten Halbwüchsige auf Leserbriefseiten darüber zu berichten, mit welchen Widerständen sie bei der heimischen „Regierung" zu kämpfen hatten. Von der Kinderzimmerwand gerissene Plakate waren da manchmal noch die harmlosere Variante des Generationenkonflikts. Wenn auch überzeichnet, gibt der Film „Detroit Rock City" von 1999 einen aufschlussreichen Einblick in die Welt der Kiss-Fans von damals. Der von Gene Simmons produzierte Streifen hat praktisch lediglich zum Inhalt, was Kiss-Fans auf sich nahmen, um ihre Lieblingsband einmal live zu sehen. Natürlich gab es gehörig Ärger zu Hause. Der Kinofilm ruft aber auch in Erinnerung, dass die Jünger der New Yorker Heavy-Metal-Wüstlinge so ziemlich alle anderen Fanlager gegen sich hatten. Und wer erinnert sich nicht an die Kämpfe, die auf den Schulhöfen ausgefochten wurden, wenn es darum ging, die Reputation einer bestimmte Gruppe zu verteidigen – und sei es mit den Fäusten.

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ns Jahr des ersten Live-Doppelalbums fällt auch die Gründung der Kiss Army, dem weltweiten Fanclub der Amerikaner. Und wie so ziemlich alles war auch die spektakulär: Bill Starkey und Jay Evans sollen die lokale­ Radio­ station ihrer Heimatstadt Terre Haute, Indiana, mit Wünschen nach Kiss-Songs eingedeckt haben, damit aber auf taube Ohren gestoßen sein. Erst Seite

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als sich beide als Präsident und Feldmarschall der „Kiss Army" ausgaben, soll der Sender eingeknickt sein. Gleichzeitig begannen Kiss-Fans, die von dieser „Army" hörten, sich nach den Beitrittsregularien zu erkundigen. Das Logo des Clubs, das Kiss-Manager Bill Aucoin noch im selben Jahr designen ließ und bis heute Bestand hat, erinnert übrigens ein bisschen an das Symbol der DDR-Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend (FDJ).

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iss spielten fortan vor ausverkauften Häusern – wie groß sie auch waren. 1976 erschienen die ersten drei Alben als Dreifach-Platte unter dem Titel THE ORIGINALS, die Band leistete sich ein eigenes Flugzeug für die Tourneen. Standen sie 1973 noch im Vorprogramm von Blue Öyster Cult, sind die schon 1975 der Support von Kiss – so, wie ein Jahr später Uriah Heep, Ted Nugent oder Bob Seger.

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977 ging es nach Japan, wo die Maskenmänner einen Triumphzug hinlegten. Allein im Tokioter Budokan rockten Kiss im April viermal vor ausverkauftem Haus. Fotos dieser Auftritte definierten damals die Herrschaft des Spektakels und manifestierten die Stellung von Kiss als das Live-Großereignis schlechthin. Außerdem erschien der erste Marvel-Comic, der die Musiker als Superhelden zeigte: „A Marvel Comics Super Special!: Kiss". Besonderer Clou: Der roten Druckfarbe war Blut der vier New Yorker beigemengt worden. Ein Jahr später gab es Folge zwei. Während auf der einen Seite eine Merchandising-Maschinerie anzurollen begann, ließen sich die Musiker von Kiss grundsätzlich nicht mehr ohne Maske fotografieren. Das brachte zusätzliche Schlagzeilen, da Paparazzi im privaten Raum der Band sowie vor und nach Konzerten auf die abgeschminkten Superstars lauerten, um für viel Geld verschwommene Schnappschüsse der Kiss-Rabauken an den Meistbietenden zu verhökern. Das hatte streckenweise äußerst kuriose Züge, versuchten sich irgendwann an dieser Jagd doch auch Hobbyknipser. Und mit den Anbietern maskenloser Fotos stieg auch die Zahl jener, die versuchten, der Presse Bilder mit angeblichen KissMitgliedern unterzujubeln, die allerdings Personen zeigten, die dem jeweiligen Star nur ähnlich sahen. Sagte Gene Simmons unmittelbar nach ALIVE! noch, Kiss seien „nun die größte Band des Landes", so war der Vierer nur zwei Jahre später schon der angesagteste Act auf der ganzen Welt.

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LIVE II sollte ursprünglich eine Dokumentation der zwei BudokanKonzerte vom 2. April werden. Produzent Eddie Kramer war beauftragt ­worden, die Aufnahmen zu leiten und ein Album fertigzustellen. Obwohl bis heute jede Staubecke der Kiss-Welt vollständig ausgeleuchtet scheint, ranken sich um das Japan-ALIVE II eine Reihe von Gerüchten und Spekulationen. Kramer soll einen fertigen Mix abgeliefert haben, Casablanca und Kiss lehnten diesen jedoch ab. Fraglich ist bis heute, ob diese zügige Arbeit nur für den japanischen Markt gedacht war, da lediglich zehn Songs vorlagen und somit nur zwei Vinylseiten hätten bespielt werden können. Beim Material des LOST ALIVE II, das in den 90er Jahren als Bootleg erschien, soll es sich tatsächlich um Kramers Endmix handeln. Für das offizielle ALIVE II, das dann im Oktober 1977 erschien, fanden zwei Japan-Tracks Verwendung – oder besser deren Instrumentalspuren, sollen die n

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Vocals für "Beth" und "I Want You" doch im Studio noch einmal vollständig neu aufgenommen worden sein.

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ie Abendshow der beiden Konzerte vom 2. April lief als Mitschnitt sowohl im japanischen als auch amerikanischen TV (HBO). Ihre endgültige Verbreitung fanden die bewegten Bilder auf KISSOLOGY VOL. 1 1974–1977 (2006). Wie es heißt, in der unbearbeiteten Variante, weshalb 15 Songs zur Setlist gehören. Sowohl der TV-Konzertfilm als auch LOST ALIVE II machen gut nachvollziehbar, warum bei vielen Kiss-Fans diese ALIVE II-Variante in der Gunst höher liegt als das Original: Der Gitarrensound ist enorm heavy und drückt weitaus mehr als auf den späteren Mitschnitten aus dem Forum Inglewood (Los Angeles), Kalifornien, die am 26. und 27. August auf der „Love Gun Tour" entstanden. Dabei ist besonders interessant, dass Kiss darauf bestanden, nur die Songs zu verwenden, die von jenen Studio-Alben stammten, die nach ALIVE! herausgebracht worden waren, um Überschneidungen mit dem ersten Konzertdokument auszuschließen. Nachteil: Das Material reichte nicht für vier Plattenseiten, weshalb die D-Rille mit neuem Studiomaterial bestückt wurde. Abgefahren und verwirrend? Kiss halt!

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LIVE II erreichte mit Platz 7 in den Billboard-Charts zwar eine bessere Einzelnotierung als ALIVE!, hielt sich im Gegenzug dazu allerdings „nur" 33 Wochen in der Hitliste. Das war sicher kein Anzeichen für einen sinkenden Stern, es machte aber deutlich, dass das Spiel nicht leichter geworden war. Auch in Amerika wandelte sich der Markt. Punk klopfte an die Tür und mutierte zur New Wave, die in den USA schon bald eine größere Relevanz besaß als anfangs in der Alten Welt. Und dann folgten ein paar klare Fehlentscheidungen. Bravo-Autogrammkarte Dazu gehört fraglos das SoloQuartett, das wegen seiner Optik heute in den unterschiedlichsten Veröffentlichungsvarianten zu einem beliebten Sammlerobjekt bei den Fans geworden ist. M ­ usikalisch war das Ganze ein zweifelhaftes Unterfangen. Peter Criss erreichte Platz 43 der Billboard-Charts, Paul Stanley – er klang am stärksten nach dem typischen Kiss-Material – wurde bei 40 notiert. Gene Simmons schaffte es mit seinen Songexperimenten bis auf Platz 22, und Ace Frehley, dem die Kritik ein gelungenes 70s-Heavy-Metal-Album attestierte, kam auf der Position 26 zum Stehen. Schon einen Monat nach Erscheinen erreichten die beiden Letztgenannten mit einer Million verkaufter Einheiten Platinstatus, wobei sich im weiteren Verlauf Ace Frehley als der Beständigere erwies. Bis heute setzte er von seinem Solodebüt die meisten Kopien ab. Trotz dieser beachtlichen Anfangszahlen blieben aber alle vier Produkte hinter den Erwartungen und vor allem hinter den Investitionen zurück. Allein Gene Simmons verschliss für sein Werk an die 30 Mitwirkende. Darunter Musikerkollegen wie Bob Seger, Joe Perry (Aerosmith), Cher, Donna Summer, Jeff Baxter (Doobie Brothers) oder Helen Reddy. Ähnlich opulent die Liste von Paul Stanley, und auch Criss ließ sich nicht lumpen. Lediglich Ace Frehley erlaubte sich einen reinen Bandcharakter und listete lapidare sieben Unterstützer auf.

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em ging jedoch eine andere Fehlentscheidung voraus: „Kiss meets the Phantom of the Park". Jene Band, die sich zwischen Boxentürmen, unter Lichttraversen und vor zigtausenden leuchtenden Augen am wohlsten fühlte, agierte unter dem Kommando eines Regisseurs vor Filmkameras. Paul Stanley bemerkte in späteren Interviews, dass es durchaus von Vorteil gewesen wäre, sich auf die Schauspielerei vorzubereiten – was allerdings keiner der GoodTimes 2/2020

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vier Musiker getan hatte. Ob das Resultat dann aber wesentlich besser ausgefallen wäre, bleibt fraglich. Fürs Fernsehen produziert, war der Plot erbärmlich, die Tricks unter aller Kanone und die Darstellerleistungen unterirdisch. Nicht wenige KissFans reagierten entsetzt, denn uncooler konnten ihre Helden wahrhaftig nicht wirken. Heute ist der Streifen der blanke Kult, wenngleich er von denen, die ihn schauen, nicht ernster genommen wird als vom damaligen Publikum. Kiss gehörten nicht auf die Leinwand (in Europa kam der Streifen in die Kinos), vielleicht nicht einmal in ein Tonstudio.

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ce Frehley wollte weg, Peter Criss fühlte sich ähnlich unwohl. Manager Bill Aucoin sagte laut Simmons zu dieser Zeit bei einem Bandmeeting: „Verlasst nicht die Band, macht lieber jeder eine Soloplatte." Und so kam es dann auch. Gerettet hat es die berühmte Originalbesetzung von Kiss bekanntlich nicht. Auf der nächsten LP DYNASTY durfte Peter Criss schon nicht mehr mitspielen. Und Ace Frehley? „Ich hasse Disco-Musik. Der echte Hardcore-Heavy-MetalFan war von dieser Platte absolut abgeturnt." Dabei verkaufte sie sich in einigen Gegenden blendend. Die USA waren mit Nummer 9 immer noch gut dabei, und in Deutschland kamen Kiss nicht nur zum ersten Mal in die Top 20 der Albumcharts, sondern sogar bis auf Platz 8. Ein wesentliches Kaufargument dürfte für viele der Tanzflächendauerbrenner "I Was Made For Lovin' You" gewesen sein, der 1979 nur ganz knapp die deutsche Spitzenposition verfehlte. Mit Abstand betrachtet, zeitlich wie emotional, waren gerade die stramm auf Disco getrimmten Stücke die qualitativ hochwertigsten: "I Was Made ...", "Dirty Livin'" und "Sure Know Something". Aber auch das restliche Material ist durchaus hörenswert, wenngleich DYNASTY sicher jene Platte ist, die am weitesten vom Hard Rock und Heavy Metal abwich. Paul Stanley: „Wir entfernten uns vom Charakter einer Rock'n'Roll-Band und wurden Familienunterhaltung."

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eter Criss hielt nicht mehr mit. Seine Drogenprobleme machten ihn nicht nur für die Studioproduktionen unbrauchbar – es waren vor allem die Aussetzer während der Konzerte: Manchmal konnte Criss das Tempo nicht halten, manchmal hörte er einfach auf zu spielen, weil ihn die Kräfte verließen. In dem Film „Kiss: Beyond the Makeup" (2001) erzählt Stanley davon, dass ihm damals zum ersten Mal bewusst wurde, dass Kiss größer waren als ihre einzelnen Mitglieder. Bis dato habe er es sich nicht vorstellen können, die Band ohne eines der Originalmitglieder fortzuführen. Plötzlich aber sei ihm bewusst geworden, dass Kiss auch ohne den Catman funktionieren konnten.

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ei den Überlegungen von Stanley und Simmons zur Zukunft der Band spielte der Make-up-Aspekt eine wesentliche Rolle. Sollte ein möglicher neuer Schlagzeuger einen neuen Charakter verkörpern? Sollte er einfach die Katzenmaske übernehmen? Oder machte es überhaupt Sinn, das Mysterium aufrecht zu erhalten? Im Dezember 1979 war die Trennung amtlich. Im März 1980 gab Peter Criss sein erstes Fernsehinterview nach dem Rauswurf – und wurde dabei nur von hinten gezeigt. Das Prinzip des Geheimnisses um die wahren Identitäten der Bandmitglieder sollte also durchgezogen werden. Somit wurde durch den Einstieg von Eric Carr der Reigen der Charaktere um The Fox erweitert.

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er neue Schlagzeuger wurde erstaunlich schnell von der Fangemeinde akzeptiert. Dass dürfte sicher zum einen mit seiner einnehmend sympathischen und bescheidenen Art zu tun gehabt haben. Zum anderen erwies sich Eric Carr als herausragender Drummer, der kraftvoller und ideenreicher spielte als sein Vorgänger. Es war nicht zu überhören, dass mit dem damals 30-Jährigen der Kiss-Sound an Energie zunahm und einzelne Songs kompaktere Strukturen ertrugen. Im Liveset bewies Carr, der wie seine Bandkollegen aus New York City stammte, dass er die typischen Peter-CrissParts mit Leichtigkeit übernehmen konnte und diese dann besser als sein Vorgänger umsetzte. So war das Schlagzeugsolo ausgefeilter und interessanter. Seine Stimme hatte eine ähnlich raue Färbung wie die von Criss, so dass er dessen Songs "Black Diamond", "Beth", "Dirty Livin'" oder "Hard Luck Woman" mühelos singen konnte. Dem Ruf der Band als Live-Institution tat das sehr gut – und es folgten in den nächs­ ten Monaten ausgedehnte Tourneen, auf denen Kiss gigantische Shows boten.

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m Gespräch bleiben, die Seiten von Presseprodukten aller Art füllen – und Geld verdienen. Kiss waren ein Unternehmen, das ständig Höchstleistung brachte, um den maximalen Profit und die größte Aufmerksamkeit zu erzielen. Das wurde zur Wende des Jahrzehnts schwieriger. Der Musikmarkt änderte sich, Kiss gehörten mit ihrer Musik langsam zu den „boring old farts", die Show galt in den Punkund New-Wave-Fanlagern als aufgeblasenes Varieté-Theater, und das Versteckspiel mit den Journalisten lief sich mehr und mehr tot. Obendrein drohte aus dem eigenen Lager eine Konkurrenz, die in Sachen Hard Rock und Heavy Metal alles bisher Dagewesene zu überrollen drohte. Noch konnten Kiss mit Bildern aufwarten, bei denen Menschenmassen auf Flughäfen und vor Hotels dem Masken-Quartett huldigten. Dass es sich dabei allerdings dann um Aufnahmen von Touren handelte, bei denen Kiss Gebiete bereisten, in denen sie zuvor noch gar nicht oder äußerst selten gewesen waren, war bestenfalls eine Randnotiz – Australien zum Beispiel. Und auf der Bühne lieferten sie weiter ab. Nun gut, Ace Frehley, der ewig Betrunkene, schwächelte mehr und mehr – als Identifikationsfigur erschien er aber weiterhin unersetzlich.

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arallel dazu diskutierte nicht nur die Band intern, ob es nicht unter Umständen an der Zeit sei, die Maskerade zu beenden. Auch die Musikjournaille und einige Fangruppen hatten den Make-up-Zauber satt. So kam es nicht von ungefähr, dass das Album von 1980 UNMASKED hieß, sein Versprechen aber nicht einlöste – weder visuell noch musikalisch. Kiss behielten die „Tarnung" bei, und die Songs waren nur um Nuancen knackiger als auf DYNASTY. Obendrein waren sie fast ausschließlich mit fremder Hilfe entstanden. Allein Produzent Vini Poncia schrieb an sieben der elf Stücke mit. Die waren wieder einmal allesamt nicht schlecht. Mit "Tomorrow", "Naked City" und "Easy As It Seems" gab es sogar wieder richtig starkes Hard-Rock-Futter. Trotzdem verkaufte sich seit DRESSED TO KILL in den USA keine Platte so schlecht wie UNMASKED. Dafür hatten jetzt die Europäer Kiss entdeckt: In Deutschland zum Beispiel blieb das Album bis SONIC BOOM (2009) mit Rang 4 in den Albumcharts das erfolgreichste der New Yorker. Dass auf dem Cover und in den Credits noch Peter Criss eine Rolle spielte, war eine verkaufsstrategische Entscheidung, denn das Schlagzeug hatte der südafrikanische Sessiondrummer Anton Fig eingetrommelt. Seite

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etzt ein ALIVE III? Doch die Zeit der gigantischen Live-­ Alben war vorbei. Im Kiss-Lager wurden Gedanken dieser Art nur nebenbei geäußert und von niemandem ernst genommen. Dabei rollte der Tourtross unentwegt. Wenn Gene Simmons seine Gruppe immer wieder als die am härtesten arbeitende Rockband im Business bezeichnete, übertrieb er keineswegs. Denn was Kiss jeden Abend auf den Bühnen zelebrierten, war beispiellos. Ace Frehley machte weiter diszipliniert mit – so gut es eben ging –, hatte sich aber längst von Kiss verabschiedet. Weder DYNASTY noch UNMASKED hatte er gemocht, und vom Konzeptalbum MUSIC FROM THE ELDER (1981) war er restlos angepisst. Kiss hatten sich jagen lassen, wollten dem Zeitgeist etwas entgegensetzen oder hinzufügen, je nach Betrachtungsweise. Und schmierten komplett ab (USA #75). Paul Stanley kommentierte das später lakonisch: „MUSIC FROM THE ELDER war ein gutes Album, allerdings war es kein Kiss-Album." Der Stilbruch hin zu komplexen Songstrukturen mit orchestralem Pomp ging einher mit einem neuen Look und enorm gekürzten Haaren. Und plötzlich stimmte es auch an den Konzertkassen nicht mehr so richtig.

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ce Frehley raus, Vinnie Vincent rein. Auch er bekam noch einen neuen Charakter, The Wiz (Ankh Warrior). Auf CREATURES OF THE NIGHT (1982), das er vollständig einspielte, gehörten ihm zahlreiche Credits, Ace Frehley war aber noch auf dem Cover zu sehen. Kiss versuchten, mit einer konsequenten Heavy-Metal-Ausrichtung mitzuhalten und Fans zurückzugewinnen. In den USA gelang das bedingt (#45). In weiteren relevanten Ländern kam die Platte aber nirgends über einen mittelmäßigen Platz hinaus. Da war eine Nummer 22 in Großbritannien schon richtig gut. Also runter mit der Schminke. „Paul war derjenige, der das am stärksten forcierte", sagte Gene Simmons in „Beyond The Makeup". „Es war Zeit, eine Veränderung zu machen. Wir können The Fox haben und The Wizzard, dann wäre der Draft Boy gekommen oder der Goat Boy. Es war Zeit, uns selbst zu beweisen, dass Kiss mehr waren als Make-up und Bomben." Foto: © NikMa Verlag

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m Juli 1983 präsentierten sich Kiss das erste Mal ohne Masken auf MTV. Das hätte ein weitaus größerer Moment werden können, als er es im End­ effekt wurde, kamen die Musiker mit der Entmystifizierung doch gut drei Jahre zu spät. Mittlerweile waren bereits sehr viele Paparazzi-Fotos veröffentlicht worden, die deutlich gezeigt hatten, wie die Kiss-Mitglieder unter der Gesichtsbemalung aussahen. So wurde die Demaskierung registriert, ein paar Tage durch alle Medien gejagt – und für Kiss begann eine neue Zeitrechnung. Plötzlich waren Kiss eine Band unter vielen. Selbst im Glam-Metal-Zirkus – sie hatten diese Stilrichtung eindeutig mit erfunden – spielten sie nur eine Nebenrolle. Bis zu jenem 16. April 1996, als alles wieder auf Anfang gestellt wurde – und das Original-Line-up erneut unter den Masken verschwand, um weltweit wie einst auf den Bühnen Triumphe zu feiern. Bis heute touren Kiss mit ihrer gigantischen Show durch die Welt und spielen ausschließlich vor ausverkauften Häusern oder in Stadien. Dass unter den Masken von Peter Criss und Ace Frehley mittlerweile Eric Singer und Tommy Thayer stecken, ist nicht mehr relevant. Das Spektakel zählt. Und das ist auch auf der Abschlusskonzertreise aus einer anderen Dimension. n

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ALBUM COVER ART GALERIE #24

CROSBY, STILLS, NASH & YOUNG

DÉJÀ VU

Mit dem rasanten Aufstieg der CD ab den 1980er Jahren und den anschließenden Online-Musikdiensten drohte der guten alten Schallplatte das Aus. Doch Vinyl erlebt seit Jahren ein Revival. Viele Neuheiten sind ebenfalls als LP zu haben, ganz zu schweigen von der Flut an Repros mit Oldie-Material. Diese Entwicklung setzte nicht nur eine Debatte über die Sinnlichkeit analogen Musikhörens in Gang, der Blick fällt auch wieder auf die "Wundertüten", in denen die schwarzen Scheiben stecken: kunstvoll gestaltete großformatige Albumhüllen. Ausgewählte Beispiele erläutert diese Serie.

Von Horst Berner

liche Bombe. Die von den vier selbstbewussten Stars produzierten zehn Tracks, aufgenommen von Juli 1969 bis Januar 1970 in den auch von Jefferson Airplane, Creedence Clearwater Revival, Eric Burdon & War oder Santana frequentierten Studios von Wally Heider (1923–1989) in San Francisco und Los Angeles, zählen mit zum Besten, was unter dem Etikett Westcoast-Sound ge schaf fen v.l.: Crosby, Stills, Nash, Young, wurde. Einiiner für alle, alle für einen!" Ganz so einmütig wie im Taylor, Reeves ge Wochen honorigen Leitsatz der drei Musketiere, die eigentlich nach der Veröffentlichung, am 16. Mai 1970, stand das Al„ vier waren, ging es bei den Herren Crosby, Stills, Nash bum auf Nummer 1 in den Billboard 200 (UK: 5). Vier Singles & Young nie zu. Ihre gemeinsam realisierte Musik bot aber allemal virtuoses Songwriting und vor allem feinste Geplatzierten sich achtbar in den US-Charts: die ausgekoppelten "Woodstock”/"Helpless" (#11), "Teach Your Children"/"Carry sangsharmonien. Ob dreistimmig im Trio oder vierstimmig im Quartett, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere 1969/70 On" (#16), "Our House"/”Déjà konnte ihnen keiner das Wasser reichen: Sie klangen einfach Vu” (#30) und die im Mai spontan eingespielten Protestlieder brillant. "Ohio"/"Find The Cost Of Freedom” (#14). Jeder einzelne Song Begonnen hatte die Erfolgsgeschichte am 29. Mai 1969, als David Crosby (*1941), Stephen Stills (*1945) und Graham Originalausgabe von DÉJÀ VU (1970) fing auf seine Weise perfekt den Zeitgeist ein, artikulierte persönliches Befinden Nash (*1942) bei Atlantic Records ihr selbstbetiteltes Debüt CROSBY, STILLS & zwischen Hippie-Idealismus, persönlicher OrientieNASH veröffentlichten, das für viel Furore sorgte und zum veritablen Bestseller avancierte. Die zehn Titel, von "Suite: rungssuche und Protest CROSBY, STILLS & gegen das politische EsJudy Blue Eyes" bis "49 Bye-Byes", boten NASH (1969) von Folk, Country und Blues inspirierten, tablishment. Dazu kam relaxten Rock, der mit einem hemmungsdas gute Timing in der Verkettung von DÉJÀ VU losen Hang zur Präzision von Multimit dem Film „Woodstock", der am 26. März 1970 Instrumentalist Stills fast im Alleingang anlief, und dem 3-LP-Set mit dem Soundtrack vom 11. Mai 1970. Interessanterweise hatte sich damals eingespielt worden war. Die Supergroup – Crosby kam von den Byrds, Stills von weder den Hörern von WOODSTOCK und schon gar nicht den Betrachtern des Kinofilms zwingend erBuffalo Springfield, Nash von den Hollies – schlossen, dass hier sechs Musiker am Werk waren. übertraf damit alle Erwartungen; womöglich sogar ihre eigenen. Um das auf Vinyl Die Kameras blieben beharrlich auf Crosby, Stills & Nash gerichtet, nicht zuletzt deshalb, weil Young gepresste Material auf Tour präsentieren zu können, brauchte es indessen Mitstreies abgelehnt hatte, dass er im Bild gezeigt wird. v.l.: Young, Crosby, Stills, Nash ter. Die fanden sich in Drummer Dallas Taylor (1948–2015), der bereits auf CSN zu hören war, und Bassist Gregory ReeStarke Songwriter (obschon "Woodstock" aus der Feder von Joni Mitchell ves (*1955), beide versierte­Sessionmusiker, sowie in dem von Atlantic-Label[*1943] stammt), erstklassige Performer – wenn die Chemie in der Band stimmte, agierten die vier KünstBegründer Ahmet Ertegun (1923–2006) empfohlenen Neil Young (*1945). Der war ebenfalls Mitglied der zwischen 1966 und 1968 aktiven Buffalo Springler mit den übergroßen Egos als beeindruckende field gewesen und hatte gerade­seine Solokarriere mit NEIL YOUNG (1968) und Stimmen der GegenEVERYBODY KNOWS THIS IS NOWHERE (1969) in Gang gebracht. Durch ihren Auftritt beim Woodstock ­Festival am 17. August 1969, dem zweiten Auftritt vor kultur: „We can change the world, rearrange the Publikum überhaupt, und der folgenden US-Tour vom 25. August bis zum 21. Dezember 1969 katapultierte sich die Band vollends in die Domäne der neuen world" („Wir können die Popgiganten. Was zum totalen Glück noch fehlte, war eine LP, mit der die nun Welt verändern, die Welt umgestalten"). Deutlich zur Mega-Supergroup erweiterte Formation Crosby, Stills, Nash & Young ihre Fähigkeiten unter B ­ eweis stellen konnte. Die erschien am 11. März 1970, trug machte das die zweite "Our House"/"Déjà Vu", Protestnote in Form einer Single (USA, 1970) den magischen französischen Titel DÉJÀ VU und schlug ein wie die sprichwörtSerie von Konzerten auf deutsche Single (1970)

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THE YEARS (2018) und ist 2020 solo unterwegs; Young, der unkonventionelle kanadische Rocker, hat jüngst mit Crazy Horse sein 39. Studio-Album COLORADO (2019) rausgehauen und ist gefühlt ohnehin immer „on the road".

Seite 1: 1. "Carry On" (4:25) 2. "Teach Your Children" (2:53) 3. "Almost Cut My Hair" (4:25) 4. "Helpless" (3:30) 5. "Woodstock" (3:52)

CS&N in Woodstock (1969)

Die DÉJÀ VU-Plattenhülle präsentiert sich wie ein Andenkenbuch, das angesichts des Gatefoldcovers freilich nur vier Seiten umfasst.

Seite 2: 6. "Déjà Vu" (4:10) 7. "Our House" (2:59) 8. "4 + 20" (1:55) 9. "Country Girl" (5:05) a) "Whiskey Boot Hill” b) "Down, Down, Down” c) "Country Girl (I Think You’re Pretty)" 10. "Everybody I Love You" (2:20)

der US-Tour vom 12. Mai bis zum 9. Juli 1970, bei der Johnny Barbata (*1945) Drums und Calvin Samuels Bass spielte. Mitschnitte davon sind zu hören auf dem Doppelalbum 4 WAY STREET (7. April 1971), das abermals eine Track 1 + 8: Stephen Stills; Track 2 + 7: Graham Nash; Track 3 + 6: David Crosby; Track 4 + 9: Neil Young; Nummer 1 (UK: #5) in den Billboard 200 war. Aber wehe, Track 5: Joni Mitchell; Track 10: Stills & Young DVD und CD zur Tour (2008) wenn an die Stelle von Harmonie die Disharmonie trat. Besonders elegant wirkte die Originalausgabe von 1970 mit ihrem Wohl kaum eine andere Gruppe im Rock- und Pop-Business hat sich strukturierten Kunstleder-Umschlag. Auf der Vorderseite – über dem historisch angehauchten so oft getrennt und dann wiederLichtbild der Band als vereint wie CSN&Y. Unter anderem CSN&Y-Discographie für die legendäre Sommertournee Outlaws aus verklärten in GoodTimes Edition Discographien von 1974, die das Label Rhino 2014 Wild-West-Tagen, das Vol. 5 – siehe Shop Seite 31 auf drei CDs und DVD dokumenTom Gundelfinger im Stil tiert hat. Seit vor wenigen Jahren einer Ferrotypie entwickelt hat – prangten in goldgeprägter Schrift die ein Streit nun auch die „best budPlattenfirma, die Namen der sechs Musiker und der LP-Titel. Wohl aus dies" Crosby und Nash entzweit Kostengründen erfolgten spätere Nachdrucke in Gelb vor schwarzem hat, scheint das endgültige Aus oder rotem Fond. Die beiden Innenseiten bringen, neben den Credits, jedoch besiegelt zu sein. Wie auf eine Sammlung von 20 Schwarz-Weiß-Porträts der Musiker, darunter dem Zenit ihres Triumphes, als sich auch von Jerry Garcia (1942–1995), der bei "Teach Your Children" die alle in Soloprojekte flüchteten – Steelguitar spielt, und von John Sebastian (1944), der bei "Déjà Vu" Atlantic-Werbung für "Woodstock" (1970) auf der Mundharmonika zu hören ist. Bis auf zwei stammen alle diese­ Crosby: IF I COULD ONLY REMEMBER MY NAME (1971), Stills: STEPHEN STILLS (1970), Nash: FOR BEGINNERS Aufnahmen von Henry Diltz (1938), der offizieller Bildreporter beim Woodstock (1971) und Young: AFTER THE GOLD RUSH (1970) –, geht heute jeder seinen Festival war und, wie Gundelfinger, für eine Vielzahl von Albumcovers die Fotos­ eigenen Weg. Crosby, der ewige Hippie, veröfOutlaws oder beigesteuert hat: etwa zu ARLO (Arlo Guthrie), DESPEGitarren und Knarren RADO ­ fentlichte 2018 HERE IF YOU LISTEN und tourt (Eagles), HOMECOMING (America), HUMS OF 2020 mit der Sky THE ­LOVIN' SPOONFUL (The Lovin' Spoonful), MORRITrails Band; Stills, SON HOTEL (The Doors), SWEET BABY JAMES (James der Vollblut-GitarTaylor), THE PAPAS & THE MAMAS (The Mamas & The rist, machte mit Papas), um nur einige zu nennen. Mit Diltz und Gundel­ The Rides PIERCED finger ­ kooperierte stets der legendäre Cover-Designer Gary Burden (1933–2018). Er hat, neben unzähligen ARROW (2016), mit seiner verflossenen anderen, fast alle Verpackungen für die Scheiben von Romanze Judy ColCrosby,­Stills, Nash und vor allem für Young entworfen und wurde für die Gestaltung des 2009 veröffentlichlins EVERYBODY 4 WAY STREET (1971) KNOWS (2018) und ten Boxsets NEIL YOUNG ARCHIVES: VOL.1 (1963–1972) steht am 30. Mai 2020 im Greek Theatre in Los 2010 mit einem Gram­my ausgezeichnet. Angeles mit seinen Söhnen Chris und Oliver und Neil Young auf der Bühne; Nash, der smarte Brite mit amerikanischem Als eine buch­ stäbliche Rückbe­ Pass, spielte 2016 THIS PATH TONIGHT ein, gefolgt von der Anthologie OVER sinnung auf die LP von 1970 darf der Film „Déjà Vu" von 2008 gesehen werden, der CSN&Y auf ihrer „Freedom Of Speech"-Tour von 2006 durch die USA zeigt. Aufbereitet ist hier das musikalische und politische Verhältnis der Band zu ihren Fans im Nachhall auf PräsiSolo-Alben von CSN&Y 1970/71 dent Bushs Krieg gegen den Terror, der zu umRock-Giganten: CSN&Y s t r i t te n e n Militäreinsätzen in Afghanistan und im Irak geführt hatte. Unübersehbar sind die Parallelen zu der Friedensbewegung während des Vietnam-Kriegs und damit zu jener Ära, in der DÉJÀ VU aufgenommen wurde – in 800 Stunden, wie es die Legende will. 50 Jahre nach Kreation dieses Tonträgers klingen die Songs noch immer attraktiv; sie sind das musikalische Meisterwerk von vier großen Herren CSN&Y 1974 DÉJÀ VU-Nachdruck DÉJÀ VU-Innenhülle (1970) des Rock. Und schön umhüllt ist das Ganze auch noch …

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Udo Lindenberg Knallefit im Film und auf Tournee

Udo Gerhard Lindenberg spielte in Filmen, wie z.B. 1974 im "Tatort" oder 1980 in "Panische Zeiten", oft sich selbst. Manchmal, wie 1984 in "Super", spielte er auch andere. Nun verkörpern andere Schauspieler ihn und seine Geschichte. Von seiner Kindheit im westfälischen Gronau bis ins Jahr 1973, als ihm mit dem Panikorchester der Durchbruch gelang, reicht der Erzählstrang des Biopics "Lindenberg! Mach dein Ding".

Foto: Fabian Leibfried, © NikMa Verlag

Von Ralf Gerhard Poppe

Weihe ist seit vielen Jahren als bester deutscher Studiogitarrist anerkannt. Er spielte für Helene Fischer "Atemlos durch die Nacht", war aber auch auf Produktionen von Unheilig zu hören. Lindenberg: „Klar, den Guitar-Maestro Peter Weihe­­kenne ich schon lange. Wir haben etliche Songs zusammen geschrieben und produziert. Er bedient die Gitarre so fantastisch, irgendwo zwischen Himmelssphären und Spiel mit den Naturgewalten. Die raue See bei Bremervörde hat sein Gitarrenspiel sicherlich mitgeprägt." ur Premiere des Films ist Lindenberg medial über bundesrepublikaVor dem sensationellen Comeback 2008 mit STARK WIE ZWEI (über nische Grenzen hinaus fast schon panisch abgefeiert worden. Deshalb 600.000 verkaufte Alben) und dem 2016er Werk STÄRKER ALS DIE möchten wir in unserem Interview an Details erinnern, die die „große ZEIT (bisher über 500.000 veri Udo Lindenberg-Discographie Glocke" noch nicht erreicht haben. 1964, noch in Gronau lebend und kaufte Einheiten) zählte UDOPIA in GoodTimes Edition Discographien bevor seine Ambitionen, selbst Musiker zu werden, in den Vordergrund 1981 mit 250.000 verkauften Vol. 1 – siehe Shop Seite 31 traten, bewies Lindenberg mit einem Leserbrief an den „Plattenteller" LPs zu den erfolgreichsten Albereits seherische Fähigkeiten. Er attes­t ierte den Beatles, leidlich gut zu spielen, ben Lindenbergs. Auf UDOPIA befindet sich der Track "Sandmännchen". Linfür Schlagerverhältnisse gar hervorragend zu singen. Doch gleichzeitig warnte denberg ließ die Protagonisten des Songs einen Protestbrief nach Bremervörde, er: „Man sollte keinesfalls das wirklich unangenehme Äußere der ‚Beatles'-Kleian die Deutsche Schlafbehörde, senden. Denn aus Bremervörde kommt nicht dung und -Frisuren der gebotenen Musik zur Last legen. Die ‚Pilzköpfe' sind nur Weihe, sondern dort wurde 1957 von der Familie sicher berechnenden Managern ausgesetzt." Da liegt es natürlich nahe, nachzuThomas „Lattoflexibel", der erste Lattenrost der Welt fragen, ob er in seiner wahnsinnigen Karriere selbst einmal „berechnende" Mafür Betten, entwickelt. Mag dieses Wissen Lindenberg nager hatte. Lindenberg: „Nein, ich habe nie einen Manager Lindenberg-Gemälde aus dem Jahr 2016 beeinflusst haben? In Hamburg halten gehabt. Ich brauche den totalen Freistil und muss jederzeit von der Malerin Gerda Dobbeling. sich Gerüchte, der Sänger habe seinermachen können, was ich will. Bin absoluter Lindividualist und zeit tatsächlich ein Bett der besagten feiere meinen freien Lebensstil jede Sekunde des Tages. Ich Firma gehabt. Dazu kommt noch, dass mach mein Ding. Konsequenz hat einen Namen. Habe nur eiErfinder Karl Thomas im 2. Weltkrieg nen Chef. Das ist der blaue Himmel über mir." im Knast saß, weil er, politisch stark links angesiedelt, laut AnNicht vom Fliegen, sondern von langen Treffen mit dem Paklage Kommunisten unterstützt habe. Andererseits wurde in nik-Chef bekam Benjamin von Stuckrad-Barre zeitweise „UdoBremervörde 1945 auch Heinrich Himmler gefangen genomJetlag". Stuckrad-Barre schrieb den autobiografischen Roman men – Lindenberg zeigt seit jeher klare Kante gegen Rechtsra„Panikherz". Dieser Roman ist maßgeblich von Lindenbergs dikale und Faschismus. Musik beeinflusst. Dazu kommen unzählige weitere KunstAuch an aktuellen Parteien, die einen Rechtsruck befürworten, werke, die entstehen konnten, weil Künstler(innen) von den lässt der seit Mitte der 1990er Jahre wieder beständig in HamLindenbergen an Kultur inspiriert wurden (stellvertretend für burg lebende Musiker (seit 2012 Zweitwohnsitz in Berlin) kein alle findet sich hier ein Ölgemälde der Bremervörder Malerin Gerda Dobbeling). gutes Haar. Was aber der Quell der Inspiration für das "Sandmännchen" war, bleibt Wie mag es sich anfühlen, mit eigenen Ideen viele Leute inspiriert zu haben? im Dunkeln. Ein bisschen Geheimnis gehört dazu ... Fazit: Findet Lindenberg, Lindenberg: „Fühlt sich toll an. Benjamin und ich, wir haben uns oft gegenseitig nachträglich betrachtet, dass er mit seinen Aktionen stets richtig gelegen hat? stark inspiriert. Es ist eine Freundschaft, die besonders tief geht und stärker ist Oder musste er gar oft tun, „was dich müde macht" (Zitat aus "Sandmännchen")? als ne ganze Lebenszeit. Benjamin hat zum Beispiel auch mitgeschrieben an dem Lindenberg: „Müde sein kann ich mir in meinem Beruf nicht oft erlauben. Immer Song 'Eldorado', einer Hymne auf gelobtes Land zwischen dem Grand Canyon schön knallefit sein. Ich schlafe gut. Den besten Trick dazu habe ich ja im Sandund der Bremer Vörde." männchensong verraten – Schmusen bis zur totalen Erschöpfung!" Udo-Mucke Im Jahr 1973, in dem der Film „Lindenberg! Mach dein Ding" endet, lernte bis zur Erschöpfung wird es ab dem 21.5. noch bei 17 Deutschland-Konzerten der Linden­ berg im Onkel Pö den Bremervörder Gitarristen Peter Weihe kennen.­ „Live 2020"-Tour-Rutsche, plus Gastspielen in Wien und Zürich, geben.

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Matthews Southern Comfort

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Die "Boyband" startet durch

Iain Matthews war neben seinen Solo-Aktivitäten mit Fairport Convention, Plainsong, Hi Fi und Matthews Southern Comfort unterwegs. ­Letztere feiern jetzt mit THE NEW MINE 50-jähriges Jubiläum (mit ­Unterbrechungen). Bandgründer Matthews blickte für GoodTimes zurück und nach vorn. Iain, warum hast du deine Aktivitäten in den letzten Jahren wieder auf Matthews Southern Comfort konzentriert? Mit den Solo- und Duogeschichten, die ich auch betrieb, habe ich mich gelangweilt. MSC ist eine Fun-Band, wir machen Musik aus Spaß. Mit dem letzten Album LIKE A RADIO haben wir wieder etwas in die Gänge gebracht, waren ein wenig auf Tour und haben eine Graswurzel-Anhängerschaft aufgebaut. Hattest du eine bestimmte Vorstellung, wohin du mit THE NEW MINE wolltest? Ich hatte kein tiefschürfendes Konzept oder dergleichen. Es ist eine Kollektion von Songs. Und die Covernummern wähle ich von einer To-do-Liste, die ich führe. Da mache ich, was sich in dem Augenblick emotional richtig anfühlt. Joni ­Mitchells "Ethiopia” hatte ich schon länger im Hinterkopf. Es fühlte sich richtig an, wieder mal einen ihrer Songs mit Tiefgang und einer universellen Botschaft zu machen. Aber es ist schon Ironie des Schicksals, dass wir erstmals seit 50 Jahren und Jonis "Woodstock" wieder ein Stück von ihr übernommen haben.

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Das Album bietet britischen Folk Rock und Americana, auch ein wenig Westcoast-Feeling – haben die Songs das diktiert? Was man hört, ist die Band in ihrer Komfortzone. Das können wir am besten. Wir haben die wichtigsten Bestandteile der Originalband behalten, die Gesangsharmonien und das transatlantische Feeling – und wir haben versucht, das Bestmöglich zu ergänzen. Dabei ist es wichtig, dass sich jedes Bandmitglied als Teil des Prozesses beim Entstehen der Songs fühlt. Abgesehen davon, dass sie alle großartige Musiker sind, sind sie auch starke Songschmiede mit einer eigenen Karriere. "The Hole" hört sich politisch an … Ist es auch. Das ist seit einiger Zeit Bestandteil meines Songwritings. Ich achte darauf, dass es nicht überhand nimmt, aber bestimmte Themen wie Klima- und Umweltschutz muss man einfach ansprechen. Meine Fans sollen wissen, dass ich auf die Welt um mich herum achte – und mich treibt die Sorge um, was meine Kinder einmal von uns erben. In diesem Jahr steht das 50-jährige MSC-Jubiläum an. Planst du irgendwelche Festivitäten? Keine extravaganten Feierlichkeiten! Wir wissen um das Jubiläum und versuchen, unser Publikum wissen zu lassen, worin das „MSC-Konzept" seit 1970 bestanden hat und besteht. Wir spielen immer noch einige der alten Songs – dem Publikum scheint’s zu gefallen, und uns macht es Spaß, sie neu zu erfinden. Aber 50 Jahre – ich kann es nicht recht glauben! Wie würdest du die unterschiedlichen Schaffensphasen und Besetzungen der Band charakterisieren? Es ist keineswegs so, dass jedes Line-up irgendetwas Spezielles gehabt hätte. Es war immer mehr eine Frage des richtigen Sounds. Jeder, der je dabei war, spielte dabei eine signifikante Rolle. Die Originalbesetzung von 1970, die ein Jahr bestand, legte großen Wert auf die Pedalsteel, was mir irgendwann auf den Geist ging, so dass ich ausstieg. Phase zwei begann, als ich 2001 in die Niederlande zog und erstmals mit unserem heutigen Gitarristen BJ Baartmans zusammenkam. Damals entwickelte sich dank der Keyboards dieser leicht jazzige Unterton, der die Country-Note und Pedalsteel ersetzte. Es dauerte einige Jahre, bis die heutige Besetzung stand. Wir hatten auch mal zwei Sängerinnen, uns wurde aber klar, dass wir eine „Boyband" sind. Philipp Roser

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