kult! 60er · 70er · 80er
www.goodtimes-kult.de
D: 6,50
Österreich 7,50 Luxemburg 7,50 Schweiz CHF 12,70 Ausgabe 2/2019 (Nr. 20)
20.
Ausgabe
mit
Poster
50 Jahre
Pierre Brice · John Carpenter · Michel aus Lönneberga · BMX · Woodstock · Don Camillo · Nummer 6
GRAPHIC NOVEL COLLECTION
T TZ ! JE U NE
BATMAN
AUSGABE 1 NUR €3.99!
AUS DER TV-WERBUNG
TM & © 2019 DC Comics. All Rights Reserved. (s19)
Diese neue Serie von Graphic Novels im Hardcoverformat ergibt zusammen ein episches Sammelwerk, das Batmans Lebensgeschichte von Anfang bis Ende erzählt.
WEITERE INFORMATIONEN UNTER:
BATMAN-COLLECTION.DE
Impressum Anschrift:
kult!
20.
Ausgabe
NikMa Verlag Fabian Leibfried Eberdinger Straße 37 71665 Vaihingen/Enz Tel.: 07042/37660-160 Fax: 07042/37660-188 E-Mail: goodtimes@nikma.de www.goodtimes-kult.de www.facebook.com/goodtimeskult
Herausgeber und Chefredakteur:
mit
Fabian Leibfried
Poster
Mitarbeiter: Norbert Arndt, Matthias Auer, Matthias Bergert, Jens-Uwe Berndt, Horst Berner, Kathrin Bonacker, Lothar Brandt, Susanne Buck, Petra Czerny, Marco Frömter, Michael Fuchs-Gamböck, Hans-Jürgen Günther, Thorsten Hanisch, Christian Hentschel, Michael Klein, Andreas Kötter, Madita Leibfried, Niklas Leibfried, N icolas von Lettow-Vorbeck, Kati Naumann, Hans-Joachim Neupert, Markus Nöth, Helmut Ölschlegel, Jörg Palitzsch, Manfred Prescher, Thorsten Pöttger, Sven Rachner, Malte Ristau, Philipp Roser, Roland Schäfli, Thorsten Schatz, Ulrich Schwartz, Christian Simon, Daniel Stroscher, Alan Tepper, Claudia Tupeit, Uli Twelker, Thomas Wachter, Jürgen Wolff
Abonnements, Shop, Social Media: Andrea Leibfried – goodtimes@nikma.de
Grafische Gestaltung: Andrea Zagmester – kult@nikma.de Kathleen Müller – grafik@nikma.de
Anzeigenverkauf: Petra Czerny – anzeigen@nikma.de
Vertrieb: IPS Pressevertrieb GmbH Postfach 1211 53334 Meckenheim Tel: 0 22 25/88 01-0
Druckerei: Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG Frankfurter Str. 168 34121 Kassel
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Ausgabe April 2019 2/2019 (Nr. 20)
Editorial
Es ist wieder Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen! Gehörten Sie einst auch zu den Fans von Beat und Glam Rock, die zwar für Ilja Richters Disco" den Fernseher einschalteten, aber " nur heimlich – zumindest nach außen hin, den Freunden gegenüber – am Samstagabend im Pyjama auf der heimischen Couch saßen und die ZDF Hitparade" verfolgten, die jetzt " 50. Geburtstag feiert? Oder zu denen, die sich zum Kauf eines eigentlich nicht unbedingt nötigen Objekts verleiten ließen, weil der Lieblingsschauspieler oder die Bildschirm-Favoritin dafür Werbung machte? Auf Flohmärkten dürften sich wohl auch viele von Ihnen herumgetrieben haben in der Hoffnung auf ein kultiges Schnäppchen, oder? Für Möchtegern-Piraten lieferten Filme, Comics und Bücher Inspiration, während die Comic-Stars Fix und Foxi oder Batman für bunte Unterhaltung sorgten, zu der man an der Coca-Cola-Flasche nuckelte. Und wer hat sich nicht an den oft leicht schrägen Krimi- und Action-Serien erfreut, die im Vereinigten Königreich entstanden und so anders waren als die hier in Deutschland gedrehten? Und so manchen dürften die Eltern zu nachtschlafender Zeit vor die seinerzeit noch schwarz-weiße Glotze gelassen haben, als Neil Armstrong vor einem halben Jahrhundert als erster Mensch den Mond betrat. Ja, es war viel los vor 50 Jahren, beispielsweise auch im allerdings weit entfernten Woodstock. Nehmen Sie sich die Zeit, um in der mittlerweile 20. Ausgabe von kult! zu schmökern!
siehe Seite 75
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100 Kult-Fußballer
Titelfoto:
Bundesliga ‘63 – ‘89
Alexandra: INTERFOTO / Felicitas
Zu bestellen im Shop Seite 21
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kult! Nr. 21 erscheint am 25. Oktober 2019 GoodTimes
2/2019
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Seite
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Inhaltsverzeichnis
ZDF-Hitparade | S. 36
Michel aus Lönneberga | S. 40
Rubriken
24 | Gondel-Magazin
3 Editorial | Impressum
26 | Mercedes C111
4 Inhaltsverzeichnis
6 Top 5 | TV-Krimi-Serien Mitarbeiter & Prominenz
8 News from the past | Altes neu ausgepackt
Die vielen Leben der Dinge Eine schrecklich nette Familie
32 | Profit mit Promis
6 4 Kultbücher | Geschätzt, geliebt, gelobt
Filmstars in der Werbung
36 | 50 Jahre ZDF-Hitparade" " Hochamt des Schlagers
75 kult!-Abo-Bestellschein 106 kult!-Preisrätsel
40 | Michel aus Lönneberga
12 | Alltags-Kult
Damals in der Drogerie
Ein Blondschopf bringt die Welt in Ordnung
42 | BMX
1 4 | Hella Brice
Winnetous Erbe
Heißer Ofen" vieler Kids "
44 | Perry Rhodan
16 | 50 Jahre Mondlandung
· Das größte Abenteuer in der Menschheitsgeschichte! · Attraktive Astronomie mit Apollo 11
Der Erbe des Universums
46 | Flash Gordon
22 | Kult-Mode
28 | Faszination Flohmarkt
51 kult!-Riesenposter Freddie Mercury & Chris Roberts
Das grellorange Stromlinienbaby
30 | Sitcoms der 80er Jahre – Serie (Teil 1)
21 kult!-Shop
Girls und Glamour am Rande des Verbotenen
Flash – Aahhh-haaaaaaa!
48 | John Carpenter
Hemden aus dem Olymp
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GoodTimes
König der Finsternis 2/2019
kult!
Britische Krimi-Serien der 70er Jahre | S. 66
Alexandra | S. 102
50 | Werbe-Ikonen – Serie (Teil 7) Brauner Bär 59 | TV-Charaktere – Serie (Teil 8)
90 | Kino-Bösewichte – Serie (Teil 8)
92 | MAD" – Das vernünftigste "Magazin der Welt
Tarzan
60 | Fortuna Düsseldorf – 40 Jahre nach den Pokalerfolgen
Als die Fortuna zum Establishment gehörte
62 | H.G. Wells Jenseits von Zeit und Raum 66 | Britische Krimi-Serien der 70er Jahre
94 | 50 Jahre Woodstock
96 | Brescello
Don Camillos Zuhause
72 | 80 Jahre Batman
100 | Sehnsuchtsort Videothek
76 | Das Jahr 1979
102 | Alexandra
80 | Fix und Foxi – Super Tip Top Monats-Band
104 | Der Krampf der Sterne
Die Philosophie hält Einzug ins Serien-TV Der dunkle Ritter
Grüner Wind, Revolution & Tod des Punk Die sagenhafte Auswahlreihe mit den besten Bildstorys unserer Zeit
Von der Medizin zum Kult-Getränk Bitte zurückspulen!
Die ökologische Stimme der Sehnsucht! The Star Wars Holiday Special
82 | Piraten
Tollkühne Abenteuer auf allen Meeren
86 | Jack London
Reiten auf dem Rücken des Glücks GoodTimes
MAD
· Das Musical – The Story · Interview mit den Woodstock-Legenden Bobbi und Nick Ercoline
98 | Coca-Cola
Koteletten, Charme und smarte Typen
MAD" hinterlässt mehr als " eine Zahnlücke
70 | The Prisoner – Nummer 6
Jack Elam
2/2019
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Seite
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Krimi-Serien
Bestenliste | Top 5
Petra Czerny
Michael Klein
Nicolas von Lettow-Vorbeck
1. Der Kommissar 2. Derrick 3. Die Profis 4. Starsky & Hutch 5. Columbo
1. Miami Vice 2. Petrocelli 3. Derrick 4. Die Straßen von San Francisco 5. Mit Schirm, Charme und Melone
1. Der Kommissar 2. Columbo 3. Mit Schirm, Charme und Melone 4. Derrick 5. Sherlock Holmes (Jeremy Brett)
1. Magnum 2. Das A-Team 3. Miami Vice 4. Mord ist ihr Hobby 5. MacGyver
Matthias Bergert 1. Columbo 2. Knight Rider 3. Mit Schirm, Charme und Melone 4. Kobra, übernehmen Sie 5. Hart, aber herzlich
Foto: © Miau Musikverlag GmbH
Fabian Leibfried
Hans-Joachim Neupert 1. Mit Schirm, Charme und Melone 2. Detektiv Rockford – Anruf genügt 3. Kobra, übernehmen Sie 4. Magnum 5. Graf Yoster gibt sich die Ehre
Stefan Waggershausen Horst Berner 1. Mit Schirm, Charme und Melone 2. Die 2 3. Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger 4. Graf Yoster gibt sich die Ehre 5. Nick Knatterton
1. Geheimauftrag für John Drake 2. Mit Schirm, Charme und Melone 3. 77 Sunset Strip 4. Nummer 6 5. Die 2
Markus Nöth 1. Ein Fall für zwei 2. Der Alte 3. Derrick 4. Das A-Team 5. Kommissar Rex
Kathrin Bonacker
Michael Fuchs-Gamböck
Andreas Kötter
Jörg Palitzsch
1. Magnum 2. Petrocelli 3. Columbo 4. Detektiv Rockford – Anruf genügt 5. Derrick
1. Soko 5113 2. Der Kommissar 3. Magnum 4. Kojak – Einsatz in Manhattan 5. Drei Engel für Charlie
1. Auf der Flucht 2. 77 Sunset Strip 3. Die Unbestechlichen 4. Percy Stuart 5. Der Chef
1. Der Kommissar 2. Graf Yoster gibt sich die Ehre 3. Die 2 4. Die Straßen von San Francisco 5. Eurocops
Susanne Buck
Thorsten Hanisch
Andrea Leibfried
Manfred Prescher
1. Columbo 2. Quincy 3. Die 2 4. Kojak – Einsatz in Manhattan 5. Drei Engel für Charlie
1. Die 2 2. Columbo 3. Sledge Hammer 4. Sherlock Holmes (Jeremy Brett) 5. Allein gegen die Mafia
1. Miami Vice 2. Ein Colt für alle Fälle 3. Hart, aber herzlich 4. Liebling Kreuzberg 5. Die Straßen von San Francisco
1. Kojak – Einsatz in Manhattan 2. Mit Schirm, Charme und Melone 3. Starsky & Hutch 4. Die 2 5. Mannix
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GoodTimes
2/2019
kult!
Mitarbeiter & Prominenz
Sven Rachner
Christian Simon
1. Columbo 2. Ein Fall für zwei 3. Die Straßen von San Francisco 4. Hart, aber herzlich 5. Miami Vice
1. Der Kommissar 2. Derrick 3. Stahlnetz 4. Isar 12 5. 77 Sunset Strip
Philipp Roser
Daniel Stroscher
1. Die 2 2. Ein Colt für alle Fälle 3. Hart, aber herzlich 4. Graf Yoster gibt sich die Ehre 5. Das A-Team
1. Der Kommissar 2. Derrick 3. Sonderdezernat K1 4. Die Krimistunde 5. Dem Täter auf der Spur
Roland Schäfli
Alan Tepper
1. Magnum 2. Die Straßen von San Francisco 3. Detektiv Rockford – Anruf genügt 4. Die Profis 5. Die 2
1. Magnum 2. Drei Engel für Charlie 3. Simon Templar 4. Der Kommissar 5. Die Straßen von San Francisco
Thorsten Schatz
Thomas Wachter
1. Miami Vice 2. Die 2 3. Die Profis 4. Polizeirevier Hill Street 5. Magnum
1. Detektiv Rockford – Anruf genügt 2. Die 2 3. Mannix 4. Starsky & Hutch 5. Cannon
Ulrich Schwartz
Andrea Zagmester
1. Columbo 2. Die Straßen von San Francisco 3. Petrocelli 4. Der Fahnder 5. Die Profis
1. Remington Steele 2. Simon & Simon 3. Petrocelli 4. Kobra, übernehmen Sie 5. Magnum
News
from the past
Bücher & Comics GESCHICHTE WIRD GEMACHT
DEUTSCHER UNDERGROUND IN DEN ACHTZIGERN Von ar/gee gleim 2019, Heyne Hardcore ISBN 978-3-45327-211-8 248 Seiten; 30,00 €
Düsseldorf, Wuppertal oder gar Hagen sind gemeinhin nicht der Nabel der Welt. Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre aber blühte gerade hier eine Szene, deren Bedeutung bis heute nachwirkt. Punk und (die) New Wave waren von London herübergeschwappt und infizierten einen kleinen, aber feinen Zirkel mit ihrem Virus. Fixpunkt der Szene war der Ratinger Hof in der Düsseldorfer Altstadt, gelegen in unmittelbarer Nähe zur Kunstakademie. Ob DAF oder Fehlfarben, ob Die Toten Hosen oder Die Krupps – hier nahm vieles seinen Anfang. Der Fotograf ar/gee gleim (bürgerlich Richard Gleim) hat dort, aber auch an anderen Orten der Republik auf unzähligen SW-Fotos Akteure, „Gäste“ (z.B. Plasmatics) und Nachtmenschen festgehalten. „Geschichte wird gemacht – Deutscher Underground in den Achtzigern“ zeigt rund 200 dieser Fotos und erinnert so an eine Hoch-Zeit deutscher Subkultur. Essays von Zeitzeugen – etwa von Xao Seffcheque, Mitherausgeber des Bandes und Gründungsmitglied von Family 5, oder des späteren „Erfinders“ von 1Live, Jochen Rausch –, liefern den philosophischen, eine beiliegende CD den musikalischen Kontext.
KINDERSPIEL – GLÜCKSSPIEL – KRIEGSSPIEL Von André Postert
2018, dtv ISBN 978-3-42328-980-1 382 Seiten; 26,80 €
Mit diesem akribisch recherchierten Hardcover-Band dokumentiert André Postert die deutsche Spielzeuggeschichte zwischen den Jahren 1900 und 1945. Da dieser Zeitraum zwei Weltkriege umfasst, belegt er den zeitgeschichtlichen Einfluss auf die Produzenten, die vor den beiden Weltkriegen deutlich militaris tisch ausgerichtet waren und zum Beispiel Soldatenfiguren im Programm hatten und sogar Käthe-Kruse-Puppen in Uniform oder Brettspiele mit Hakenkreuz-Aufdruck. Doch auch Themen wie Spiel und Spielzeug der Sexualität (kaum zu glauben, was es da alles gab), Baukästen, Modelleisenbahnen oder Trümmerspiele (nach 1945) werden nachvollziehbar und sorgsam aufbereitet. Zwar wurde der Bildteil
als Querschnitt gut konzipiert, doch an manchen Stellen hätte man sich mehr Abbildungen gewünscht.
EINE KURZE GESCHICHTE DER TRUNKENHEIT Von Mark Forsyth
2019, Klett-Cotta ISBN 978-3-60896-407-3 272 Seiten; 20,00 €
Mit dem Untertitel Der Homo alcoholicus von " der Steinzeit bis heute" wird das Konzept des britischen Autors Mark Forsyth verdeutlicht, denn bei diesem Buch handelt es sich nicht um eine Verherrlichung der Droge Alkohol, sondern um eine his torische Dokumentation des " Saufens" mit einem humorvollen Unterton. Nach einer Einleitung, bei der auch der Alkoholkonsum von Tieren thematisiert wird, geht es ins alte Ägypten, gefolgt vom Besuch eines griechischen Symposiums über die Zeit der Wikinger und Azteken bis hin zum Wildwest-Saloon und der Prohibition. Dabei werden Trinkrituale erläutert, die Herstellung diverser Alkoholika, Verbote sowie das Unterlaufen von Gesetzen und skurrile Gewohnheiten. Ein amüsantes und zugleich wissensreiches Buch, das sich einem oft – und das berechtigt – dämonisierten Thema mit der Leichtigkeit eines Schwipses nähert.
VESPA
PETTICOAT, DAUERWELLE, SCHULTERPOLSTER MIT FREUNDIN AUF ZEITREISE 2018, Prestel ISBN 978-3-79138-501-3 256 Seiten; 30,00 €
Auf 200 farbigen Abbildungen zeigt sich die Frauenzeitschrift Freundin" als Chronistin " des Zeitgeistes. Das großformatige Buch ist eine bildstarke Retrospektive, die durch das Leben des deutschen Frauenlebens führt, ein Buch zum Schmökern, Erinnern – und Wundern. Die Leserin und der Leser können die Änderungen der Mode nachvollziehen, vom präzis geschnittenen Kostüm bis zum lässigen Look mit Jeans und Sportswear. Amüsant und heute immer noch interessant sind die Schminktipps für die 7-Tage-Woche: Alkohol und Zigaretten waren für die Damenwelt verboten, erwünscht waren Tee, Milch und Obstsäfte. Man begegnet den Styles der Alternativen, der Yuppies und der Edel-Punks. Man lernt Frauen kennen, die – ehrlich – am Computer arbeiten, und im Kapitel „Die Vermessung der Liebe“ erfährt man, dass 64 Prozent der Menschen den Kopf beim Küssen nach rechts neigen. Dieses Buch führt einen auf höchst unterhaltsame Weise in eine Zeit zurück, die nicht wirklich besser war und sich auch kaum von der heutigen unterscheidet.
AUTO. MODELL. GESCHICHTE
Von Eric Dregni
Von Jörg Walz
2019, Motorbuch-Verlag ISBN 978-3-61304-180-6 238 Seiten; 29,90 €
2019, Delius Klasing ISBN 978-3-66711-568-3 240 Seiten; 29,90 €
Der Stuttgarter Motorbuch-Verlag besetzt eine Ausnahmeposition im Segment der technischen Dokumentationen aller nur erdenklichen Beförderungsmittel und gilt als das Verlagshaus, bei dem keine Frage unbeantwortet bleibt. Darüber hinaus erscheinen zahlreiche Bücher, die den Reiz der fahrbaren Untersätze verdeutlichen sowie deren kulturelle Relevanz. In dem mit sorgfältig ausgewählten Fotos geschmückten Band von Eric Dregni werden die Geschichte und die Symbolik der Vespa dargestellt. Er setzt bei der Produktion des Scooters ein, doch die ganz große Ära begann im Italien der Nachkriegsjahre, gefolgt von einem Boom im Zusammenhang mit dem Phänomen der Mods in Großbritannien, welches ausführlich beschrieben wird. Besonders das gelungene Zusammenspiel des kurzen, aber inhaltlich dichten Texts und der kultigen Fotos (Priester auf einer Vespa, Models mit einer Vespa) bringt der Leserschaft die Geschichte des Rollers nahe. Erstklassig.
Man muss schon zweimal hinschauen, bevor man erkennt, dass die rund 400 Autobilder in diesem Buch Modelle sind, die, tiefengeschärft, in einer natürlichen Umgebung von Jörg Walz fotografiert wurden. Egal ob vor einer Moschee in Maskat, auf dem Times Square in New York, am Nürburgring oder auf den Philippinen – Walz hat immer eine Auswahl interessanter Fahrzeug-Modelle bei sich. Dabei reichen diese in diesem sehenswerten Buch von einem Automobil, das Leonardo da Vinci 1495 erdacht hat, bis hin zu einem Tesla Model S, der Marke des Visionärs und ehemaligen PayPalGründers Elon Musk. Dazwischen finden sich unzählige Storys, die in kompakter Form Automobilgeschichte erzählen. Nicht vergessen werden die Klassiker wie etwa der Porsche 911 oder ein Dodge Monaco, denen die volkstümlichen Autos gegenüberstehen: Käfer, Ente, BMW Isetta. Exoten wie NSU Wankel Spider und Nash Airflyte runden das Bild ab. Das Automobil mag in jüngster Zeit etwas in Verruf geraten sein, dieses Buch indes ist eine einzige Liebeserklärung.
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GoodTimes
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LEBE LANG ... UND WAS ICH AUF MEINEM WEG LERNTE
MONDWÄRTS
STEVE McQUEEN
Von William Shatner
Von Eugen Reich/Dietmar Röttler
2019, Hannibal ISBN 978-3-85445-664-3 200 Seiten; 20,00 €
2019, Motorbuch-Verlag ISBN 978-3-61304-196-7 224 Seiten; 29,90 €
2019, Motorbuch-Verlag ISBN 978-3-61304-143-1 240 Seiten; 29,90 €
In Deutschland ist William Shatner immer noch Captain Kirk. Wer hat nicht gebannt vor der Flimmerkiste gesessen und ihn zusammen mit Mr. Spock, Pille und Lieutenant Uhura in Raumschiff Enterprise" " erlebt? Doch der mittlerweile 88-Jährige ist immer noch aktiv und trat aktuell in der letzten Staffel der Kult-Serie The Big Bang Theory" auf. In " seiner Autobiografie berichtet Shatner von zentralen Ereignissen seines Lebens und den daraus gewonnenen Einsichten. Ob er nun mit einem Bike durch die Wüste raste (und einen Alien sah – oder auch nicht), den Unfalltod seiner Frau überstehen musste oder Freundschaften im Rotlichtmilieu schloss – hier spricht ein Mann mit einer ungeheuren Lebenserfahrung, die er nicht absolut setzt, aber humorvoll mitteilt. Ein Buch, das nicht nur informiert und unterhält, sondern auch zur Selbstreflexion anregt.
Die Mondlandung 1969 war ein Ereignis, das die Menschheitsgeschichte in gewisser Weise definierte und auch heute noch aufgrund des ungeheuren Risikos ehrfurchtsvoll bedacht wird. Eugen Reich und Dietmar Röttler erzählen die Geschichte des ehrgeizigen Projekts der Russen und der Amerikaner anhand zentraler Ereignisse. Sie beginnen mit den V1- und V2-Raketen, beschreiben die ersten Orbitalflüge, stellen Cape Canaveral vor, die aus heutiger Perspektive unvorstellbar zahlreichen Versuche, ins All zu gelangen, und natürlich das ApolloProgramm bis hin zum A p o l l o - S o j u s -Te s t Projekt. Neben den knappen, aber aussagekräftigen Texten dient eine Vielzahl von Fotos zur Erklärung, nicht zu vergessen technische Zeichnungen der Raketen und der diversen Gerätschaften. Bislang das empfehlenswerteste Buch zu dem spannenden Thema.
TV TIPP:
27.04.19
DER WETTLAUF INS ALL
Von Dwight Jon Zimmerman
Wer jemals die zehnminütige Verfolgungsjagd von Steve McQueen in einem Mustang Fastback in dem Thriller Bullitt" gesehen hat, " wird diese rasante Fahrt nie wieder vergessen. Es war eine Rolle wie maßgeschneidert für McQueen, da der Mann schnelle Autos und Motorräder liebte. In dem als Biografie konzipierten Buch wird die Karriere des Schauspielers anhand seiner Filme dokumentiert. Das reicht von dem zum Schmunzeln anregenden Science-Fiction-Klamauk The Blob – Schrecken ohne Namen" über " Kult-Western ( Die glorreichen Sieben") und " Thomas Crown ist nicht zu fassen" bis hin zu " Ein Feind des Volkes". Darüber hinaus wird " seine Leidenschaft für die motorisiere Welt mit vielen Fotos und kürzeren Textpassagen dargestellt, nicht zu vergessen eine kurze generelle Charakterisierung des viel zu früh verstorbenen Leinwandhelden. Ein ansprechender Band in einer Hardcover-Ausgabe.
ZUM HÖREN UND LESEN DIE ORIGINALE ZUR TV SHOW
20:15 Uhr ZDF
AB 26.04.19 ERHÄLTLICH Als 3Vinyl-Box, 1CD, 3CD + digital verfügbar 3CD Premium Edition
in Zusammenarbeit mit 3LP-Box + Buch
1CD
GoodTimes
2/2019
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from the past
EIN LEBEN FÜR DIE ANDERE WAHRHEIT Von George Vincent Therras & Helen Therras 2018, Nova MD Verlag ISBN 978-3-96111-914-1 308 Seiten; 22,90 €
Hinter diesem wohlklingenden Titel verbirgt sich eine spannende Abenteuergeschichte, die Mitte des 19. Jahrhunderts an der französischen Westküste ihren Lauf nimmt. Das Autorenteam George Vincent Therras und Helen Therras hat sich von den TV-Weihnachts-Vierteilern der 60er und 70er Jahre inspirieren lassen und einen wunderbaren Roman geschaffen, der an diese Kult-Sendungen anknüpft. Getrieben von Abenteuerlust verlassen zwei junge Freunde – Pierre und Malo – ihren Heimatort in der Bretagne, um auf einem Schiff anzuheuern. Beide sind Außenseiter aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, die in der Ferne nach Anerkennung und Verwirklichung ihrer jugendlichen Träume suchen. Dabei erleben sie oft hautnah die Höhen und Tiefen des Lebens und kommen so mit den unterschiedlichsten Menschen in Berührung – zu Land und auf See. Auf ihrer ereignisreichen Reise lernen sie echte Freundschaft und die Liebe kennen, aber auch große Enttäuschung und Todesangst. Ihr Entschluss, nach Jahren ins heimatliche Dorf zurückzukehren, lässt sich dann nicht ohne Hindernisse verwirklichen. George Vincent und Helen Therras gelingt es, den Leser auf Pierres und Malos Reisen mitzunehmen und bis zum Ende des Romans nicht mehr loszulassen. Das Buch ist sehr hochwertig verarbeitet: Jede einzelne Seite ist auf marmoriertem dickem Glanzpapier gedruckt. Zahlreiche Illustrationen ergänzen die tolle Aufmachung. Diese entstammen der Feder von Marc Di Napoli, der jedem ein Begriff ist, der damals die Weihnachtsvierteiler
Gewinner
kult!
Unsere Gewinner der Verlosung aus kult! Nr. 19 – 1/2019 Lösung: California Clan Blu-ray Theo": " Jochen Biermann, Nürnberg Sammy Ochs, Hildesheim J. Stiemer, München Blu-ray Star Trek": " Klaus Leonhard, Sasbach Peter Henhekes, Verden
Herzlichen Glückwunsch!
im Fernseher verfolgt hat. Er wurde im Abenteuer-Vierteiler Tom Sawyer & Huckleberry " Finn" als Huck bekannt und hatte sechs Jahre später ebenfalls eine Hauptrolle in Zwei Jahre " Ferien". Ergänzt wird die Hardcover-Ausgabe durch eine CD mit dem Elvis-Song "Impossible Dream". Hier jedoch von Autor George Vincent Therras eingesungen und zwar so perfekt, dass es vom Original kaum zu unterscheiden ist. Wer hätte gedacht, dass der Autor hier nicht nur einen gelungenen Abenteuerroman präsentiert, sondern auch beste Qualitäten als Elvis-Double unter Beweis stellt!
DAS KROKODIL IM FLUGZEUG Von Nicolas Bogislav von Lettow-Vorbeck
DVDs + Blu-rays
2019, Edenbooks ISBN 978-3-95910-191-2 208 Seiten; 9,95 €
Der in vielen Haushalten notgedrungen schon zum Kult gewordene Urlaub auf " Balkonien" stellt sich bei der Lektüre dieses Buches als die deutlich sicherere Variante heraus, Ferien nicht nur zu genießen, sondern auch zu überleben. Dass Reisen nicht nur bilden, sondern auch lebensgefährlich sein können, schildert der Autor anhand von über 90 äußerst skurrilen Todesfällen, die sich tatsächlich so ereignet haben. Trotz der Tragik dieser Ereignisse überwiegt dennoch der Humor beim Lesen. Auf welche Weise Touristen ihr Leben verlieren, lässt am gesunden Menschenverstand zweifeln. Es ist nur so erklärbar, dass sich viele in euphorischer Urlaubslaune überschätzen. Dabei geht definitiv jede Vorsicht verloren, und es wird – anfangs noch munter – etwa in haiverseuchten Gewässern geschnorchelt. Und dass Krokodile als Souvenir ungeeignet sind und im Flieger nichts im Handgepäck verloren haben, müsste eigentlich ebenfalls jedem klar sein. Verhängnisvoll können auch fehlende Kenntnisse der Landessprache oder missverstandene Kommandos beim Bungee-Jumping werden. Damit der Urlaub nicht so endet, hat der Autor zu jedem Malheur" hilfreiche Überlebenstipps " parat. Schöne kurzweilige Lektüre!
LUCKY LUKE HOMMAGE 3 LUCKY LUKE SATTELT UM Von Mawil
Die dritte Hommage aus dem Hause Egmont lässt den legendären Cowboy wieder in einem völlig neuen Licht erscheinen. Nicht sein treues Pferd Jolly Jumper trägt ihn darin durch die weite Prärie, sondern ein schlichter Drahtesel. Dass er in diesem Sattel gleich auch noch den nordamerikanischen Kontinent durchqueren muss, ist schon ein Abenteuer für sich alleine. Jolly Jumper, dessen Sattel nun verwaist ist, passt das
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GoodTimes
HALLOWEEN Halloween" ist die Mutter aller Slasher-Filme, " der Name Michael Myers ein Synonym für ein Grauen, dem man kein Ende bereiten kann. Regisseur John Carpenters Klassiker aus dem Jahre 1978, jetzt in Ultra-HD-Qualität mit Booklet, treibt einem heute noch den Schauer über den Rücken. Ein eiskaltes Gefühl, das sich trotz aller Weiterverfilmungen nur im ersten Teil einstellt. Carpenter schafft es mit den einfachsten Mitteln, eine Geschichte um Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) zu stricken, in der kaum Blut fließt und sich Gewaltszenen in Grenzen halten. Halloween" treibt " einen mit langen ruhigen Kamerafahrten und einer simpel geklimperten Pianomelodie im 5/4-Takt in den Wahnsinn, den man nie wieder vergisst. Der Streifen ist ein Diamant im Horrorfilmgenre, nie wieder konnte ein Film diese bedrohliche Stimmung erzeugen. Und das Grauen bleibt: Myers wird am Ende von Psychiater Dr. Sam Loomis (Donald Pleasence) niedergeschossen und stürzt über die Balkonbrüstung in den Garten. Als Loomis nachschaut, ist das Monster verschwunden. Die aktuelle Version hat zum Teil unveröffentlichtes Bonusmaterial wie Interviews, Audiokommentare und Aufnahmen der Originalschauplätze zu bieten.
FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE
2019, Egmont Comic Collection ISBN 978-3-77044-060-3 64 Seiten; 15,00 €
Seite
allerdings gar nicht in den Kram ... Als erster deutscher Comic-Zeichner hatte Markus Ma" wil" Witzel die Ehre, diese Hommage auf Lucky Luke zu gestalten, was ihm wirklich sehr gut gelungen ist. Jeder Fan des schnellsten Westernhelden aller Zeiten wird von diesem Band begeistert sein, der neben dem Hardcover auch als Softcover bei Egmont Ehapa Media für 7,99 € erscheint (www.egmont.de). Die Comic-Premiere findet übrigens am 2. Mai um 19 Uhr in Zum Haus am See in Berlin statt. Dort gibt es für die ersten zehn Fans im LuckyLuke-Style ein signiertes Album gratis! © Lucky Comics, 2019. All Rights Reserved – by Mawil
News
2/2019
Der Horrorfilm Friedhof der Kuscheltiere" ba" siert auf einem Roman von Stephen King, der auch das Drehbuch für den Film aus dem Jahre 1989 lieferte. Universal hat den Streifen neu bearbeitet, und es gibt eine ganze Reihe von Extras. Unter anderem Kommentare von Regisseurin Mary Lambert, Galerien und einen Besuch auf dem Friedhof, einer alten Weihestätte der Indianer, die alles andere als ewige Ruhe verspricht. Vergräbt man dort seine Liebsten, kommen sie –
wenn auch stark verändert – wieder zurück. Louis Creed vergräbt erst seine tote Katze, die als Mons ter zurückkehrt, und dann seinen Sohn Gage, der von einem Lastwagen überfahren wird, in dem Musik von den Ramones läuft. Zwar wird Creed noch gewarnt, den Sohn nicht wie die Katze zu vergraben, der leidende Vater kann sich aber nicht zurückhalten. Die Folgen sind typisch Stephen King: grauenvoll für alle Beteiligte. Die Effekte von Friedhof der Kuscheltiere" mögen " heute, 30 Jahre später, nicht mehr so gruselig sein, die Story ist jedoch nach wie vor unschlagbar.
TERENCE-HILL-BOX
BLAUE AUGEN, FLINKE FÄUSTE Drei Filme, 280 Minuten beste Laune sowie Unterhaltung – und alles ohne Bud Spencer. Die Box mit den Filmen Lucky Luke", Django und die " " Bande der Gehenkten" (in einer Nebenrolle ist
der deutsche Schauspieler Horst Frank zu sehen) und Der Supercop" ist eine gelungene Hom" mage auf Blu-ray an den italienischen Schauspieler Terence Hill. Die himmelblauen Augen sind sein Markenzeichen, dazu kommen locker flockige Sprüche, und atemberaubend schnell ist der Hauptdarsteller auch mit dem Colt. Die drei Filme zeigen ihn in drei ganz unterschiedlichen Rollen, die er gekonnt ausspielt. Hill ist der Superpolizist mit den übersinnlichen Kräften. Hill ist Django, der, nachdem seine Frau im Kugelhagel von Banditen stirbt, fürchterliche Rache nimmt. Und Hill haucht der Comic-Legende Lucky Luke in Daisy " Town" gewaltig Leben ein und wird damit selbst zu einer Legende. Supercop" und Django" sind " " mit Extras wie Bildergalerien und Trailer ausgestattet, Django" glänzt mit einer 15-minütigen " Super-8-Filmfassung in deutscher Sprache.
THe Story
Das Rock-Musical!
CDs JAMES LAST
THE ALBUM COLLECTION James Last, 2015 in Florida verstorben, ist nach wie vor der ungekrönte Party-König. Der 1929 in Bremen geborene Bandleader ist vielen Menschen in erster Linie als Orchestervorsteher bekannt, der seiner Band mit lockerer Hand Schlager und Evergreens bis hin zu Klassik und Volksmusik vordirigierte. Stimmung im selbst gebauten Partykeller kam nur mit James Last auf, dann wurde zwischen der selbstgebauten Bar und den hölzernen Kuschelecken zum wechselnden Licht auch getanzt. Bei INSTRUMENTALS FOREVER und KÄPT'N JAMES BITTET ZUM TANZ kamen sich die Paare näher, James Last lieferte die musikalische Kulisse für einen schönen Abend. Mit dieser Masche war das Musik-Genie, dem generationenbedingt irgendwie immer die 1960er Jahre in den Kleidern hingen, äußerst erfolgreich. Er erhielt 17 Platin und 208 Goldene Schallplatten. In seiner Karriere absolvierte er über 2000 Live-Auftritte in der ganzen Welt, von seinen rund 190 Plattenproduktionen wurden über 80 Millionen Tonträger verkauft. Er konnte in seiner langen Laufbahn nicht weniger als 110 Alben in der Hitliste der offiziellen deutschen Charts platzieren, 46 davon erreichten die Top 10. Spitzenwerte, von denen Musiker heute nur träumen können. Der swingende Happy Sound" von James Last war bei " den Chinesen genauso beliebt wie bei den Südafrikanern und Holländern. Rund 90 Mal trat er in der Londoner Royal Albert Hall auf. Anlässlich seines 90. Geburtstages, den er am 17. April 2019
hätte feiern können, ist jetzt eine komplett digital remasterte Box mit insgesamt 25 James-LastCDs erschienen, die sein musikalisches Schaffen von 1965 bis 1991 abdecken. In dieser üppigen Sammlung sind auch zwei echte Raritäten enthalten, die japanischen Alben SEKAI WA FUTARI NO TAMENI (1965) und PAINTINGS (1979). Die CDs ermöglichen nicht nur eine musikalische Zeitreise, sondern zeigen auch, wie sich James Last den aktuellen Strömungen seiner Zeit mit seinem Orchester anpassen konnte. Er spielte großartigen Funk-Sound, konnte wie Santana eine ekstatische VOODOO-PARTY anstimmen und interpretierte das Beat-Musical Hair" " mit viel Energie. Im Rahmen seines Orchester-Sounds versammelte sich alles: die Songs der Beatles bis Bob Marley, unterschiedliche Stile und Trends, die er einfing und für ein großes Publikum aufarbeitete und attraktiv machte. Der CDSammlung liegt ein 68-seitiges Booklet bei, das persönliche Zeilen der Familie Last enthält. Dazu kommen ausführliche Liner Notes, geschrieben von Last-Biograf Thomas Macho. Er erzählt Details aus dem Leben von Hans Last, den die Plattenfirma Polydor schnell in James" um" taufte. Udo Lindenberg nannte James Last mal den Godfather der guten Laune". Tatsächlich " vermittelt seine Musik eine lockere Unbekümmertheit, die zum größten Teil verloren gegangen ist. So ist die CD-Box eine gute Gelegenheit, tiefer in den James-Last-Kosmos einzutauchen und einen Musiker kennenzulernen, der sich nach seinen ersten Aufritten in den Bremer GI-Bars 1945 aufmachte, die ganze Welt zu erobern.
ANNIVERSARY tour MIT LIVE-BAND UND DEN SONGS VON JOE COCKER · THE WHO · JANIS JOPLIN JEFFERSON AIRPLANE · SANTANA CROSBY, STILLS, NASH & YOUNG RICHIE HAVENS · JIMI HENDRIX SLY & THE FAMILY STONE UND VIELEN MEHR!
01.06.2019 06.07.2019 16.08.2019 17.08.2019 18.08.2019 22.10.2019 23.10.2019 25.10.2019 26.10.2019 27.10.2019 29.10.2019 30.10.2019 31.10.2019 01.11.2019 02.11.2019 03.11.2019 05.11.2019 06.11.2019 07.11.2019 08.11.2019 09.11.2019 10.11.2019
Heimborn / Westerwald Bernau Heilbronn Heilbronn Nürnberg AT-Amstetten CH-Zürich Osterode Bonn Papenburg Paderborn Beverungen Leipzig Gotha Bamberg Regensburg-Obertraubling AT-Wien AT-Linz Ravensburg Mühldorf a. Inn Fulda Osnabrück
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Alltags-Kult
Von Daniel Stroscher
Damals in der Drogerie
Die schöne Verheißung „ von „Delial bräunt ideal !
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rogeriemarktketten, wie wir sie heute kennen, waren zu Beginn der 70er Jahre noch weitgehend unbekannt. Benötigen wir heute ein Shampoo oder einen Deo-Roller, so führt uns der Weg durch die selbst öffnende Automatiktür meist direkt auf eine große Verkaufsfläche mit einer unüberschaubaren Anzahl von Artikeln. Was würden wir uns wundern, wenn wir mit Hilfe einer Zeitmaschine noch einmal den Drogerie-Alltag der Vergangenheit erlebbar machen könnten. Wie sah es damals aus? Statt der heutigen Discounter fand man in den Städten und kleineren Ortschaften individuell geführte Einzelhandels-Drogeriefachgeschäfte. Beim Öffnen der Tür ertönte meist ein Gong oder ein Glöckchen, das dem Ladenbesitzer signalisierte: Kundschaft! Gleichzeitig war man beim Betreten des Ladens umhüllt von einem einzigartigen Duft, welchen die Produkte verströmten, die in ihrer Gesamtheit für den damals typischen „Drogeriegeruch" sorgten und so zu einer Atmosphäre beitrugen, die man heute vermisst. Charakteristisch für diese „Tante-Emma-Läden" für Körperpflege-Artikel war eine individuelle, persönliche Beratung durch den Inhaber oder, sofern überhaupt vorhanden, die fast ausschließlich weiblichen Angestellten. Eine besondere Ladenatmosphäre entstand durch die zeittypische Gestaltung des Verkaufsraumes. Bunte Wasserbälle bekannter Hersteller hingen als Dekoration von der Decke, und farbenfrohe Werbe-Aufsteller machten auf die Produkte aufmerksam. Diese waren damals noch keine Massenware, und die mengenmäßig wohldosierte Platzierung der Artikel in den Verkaufsregalen verstärkte das Gefühl von deren Wertigkeit. Das Sortiment unterschied sich wesentlich von dem Überangebot, das wir heute gewohnt sind. Süßigkeiten, Knabbereien und Kaffee hatten in den damaligen Läden keinen Platz. Meterlange Regale mit einer Auswahl von mehreren Dutzend verschiedenen Duschgelen? Fehlanzeige. Für die tägliche Körperreinigung benutzte man meistens schlichtweg Seife – beliebte Sorten waren die blaue Atlantik-Seife oder FA – mit der wilden Frische von Limonen. Seite
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Haarshampoo mit Apfelduft, aber auch Sorten wie Bier, Ei oder Kräuter waren angesagt. Erst später kamen dann Duschgele und Schaumbäder auf den Markt. Die traditionelle Nivea Creme bekam moderne Konkurrenz – Creme 21 im zeitgemäßen, leuchtenden orangefarbenen Look sollte vor allem die junge Zielgruppe ansprechen. Gefürchtet waren damals große, nasse Schweißflecken unter den Achseln als Folge des Tragens von synthetischen Textilien – DeoSprays wie Irischer Frühling, BAC oder 8x4 versprachen Abhilfe. Fettiges Haar wurde wieder locker und duftig mit Frottee-Trockenshampoo, und mit der nach leckeren Himbeeren schmeckenden Zahncreme Blendi schafften es die Mütter spielend leicht, ihre Kinder zum Zähneputzen zu überreden. „Delial bräunt ideal", „Banner bannt Körpergeruch" oder „Shamptu Shampoo bringt Spannkraft ins Haar" – jeder erinnert sich noch heute an den einen oder anderen bekannten Werbespruch, obwohl das entsprechende Produkt längst nicht mehr existiert. Ebenfalls aus dem Sortiment nicht wegzudenken waren Badekappen aus Gummi in schrillen Farben mit Noppen und großen Blumen, welche man auf den Köpfen der weiblichen Badegäste im Schwimmbad bewundern konnte. So, wie das klassische Einzelhandels-Drogeriegeschäft aus unserem Stadtbild, sind auch viele traditionelle Produkte aus unserem Alltag verschwunden. Zahlreiche Körperpflege-Artikel und Marken, die von damaligen Generationen über Jahrzehnte benutzt wurden, gibt es heute nicht mehr. So manch ein Duft einer bestimmten Seife, eines Schaumbades oder eines Deodorants aus der Vergangenheit lässt Erinnerungen an eine besondere Zeit wach werden – die Zeit, als beim Betreten eines familiären Drogeriefachgeschäfts ein vertrautes Geräusch ertönte – das Glöckchen über der Tür, das auf sympathische Weise verlauten ließ: Kundschaft!
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Foto: © NikMa Verlag
Hella Brice
Winnetous Erbe Von Christian Simon
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hn kennen Millionen, den Kult-Winnetou für Generationen – Pierre Brice. Ich sah ihn das erste Mal im Dezember 1962 … natürlich auf der Leinwand. „Der Schatz im Silbersee" war der Start der von Horst Wendlandt produzierten Karl-May-Filmwelle, neben den EdgarWallace-Filmen die Hella Brice erfolgreichste deutsche Kinoserie von Romanverfilmungen. Bis heute hat man die Bilder des „Wilden Westens" in den kargen kroatischen Landschaften rund um die Plitvicer Seen vor Augen und die unvergängliche Filmmusik von Martin Böttcher in den Ohren. Ich traf Pierre Brice dann in den 70er Jahren zum Interview bei Radio Luxemburg – ein überaus freundlicher und sehr höflicher „Winnetou" ohne Starallüren. Kurz nach unserer Begegnung lernte er 1976 auf dem Münchner Filmball die Dolmetscherin und Fotografin Hella Krekel kennen, die Liebe seines Lebens. Er heiratete sie 1981. In ihr fand der sympathische Franzose seine Erfüllung und eine engagierte Mitstreiterin, wenn es darum ging, „seinen" Winnetou mit den Botschaften für Liebe und Frieden lebendig zu erhalten. Pierre Brice Seite
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starb am 6. Juni 2015 an den Folgen einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus bei Paris. Nach seinem Tod tritt nun Hella Brice sein Erbe an und lässt ihn in Wort und Bild unvergesslich bleiben. 2018 erschien ihr Buch „… und über Nacht war ich Winnetou" mit vielen bisher unveröffentlichten Fotos von den Dreharbeiten der KarlMay-Filme aus dem Privatarchiv des Schauspielers. Dazu gibt es eine Menge Dokumentationen wie Verträge, Postkarten oder persönliche Briefe – ein wahrer Schatz für alle Filmfans ( K ar l-Ma y-Ve r lag , 224 Seiten, ISBN 978-3-78023-101-7, 39,– €). Ich hatte die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Hella Brice, exklusiv für kult! . Beginnen wir mal ganz aktuell. Wie geht es Ihnen, und wie gestaltet sich Ihr heutiges Leben? Danke, sehr gut. Ich bearbeite und sortiere gerade das Archiv meines Mannes. Es war der Wunsch von Pierre, seine Freunde, so nannte er immer seine Fans, an dem Erbe, das er hinterließ, teilhaben zu lassen. Deswegen bereite ich im Moment eine Auktion vor, die vom Berliner Auktionshaus Historia im Rahmen einer MemorabiliaVersteigerung durchgeführt wird (fand bereits Ende Januar 2019 statt; Anm. d. Autors). Es werden zahlreiche hochinteressante Dinge angebo-
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ten, unter anderem Filmverträge, Drehbücher der Karl-May-Festspiele oder private Briefe. Man kann sogar unter www.historia.de mitbieten. So hat jeder die Möglichkeit, den individuellen Jugoslawien 1968 Wert in einen persönlichen Wert umzusetzen. Jeder hat die Chance, das Gewünschte im Rahmen seiner Möglichkeiten zu erwerben … die Fans sollen ein Stück von ihm ihr Eigen nennen dürfen. Auf diese Weise kann ich vielen Menschen eine kleine Freude bereiten. Und ich mache das nicht zum ersten Mal. Wer diesmal kein Glück hat – bestimmt klappt’s bei der nächsten Auktion. Was geschieht mit den Einnahmen der Versteigerung? Ein Großteil des Geldes führe ich als Spende Organisationen zu, für die Pierre und ich uns immer eingesetzt und stark gemacht haben.
seiner Seite sein. Er lehrte mich, in Liebe zu leben, Liebe zu schenken und dankbar zu sein. Die wahre Liebe leben zu dürfen ist ein großes Geschenk Gottes. Jede Erinnerung an diese Momente ist für mich überaus wertvoll, und darüber bin ich sehr glücklich. Wie waren die ersten Reaktionen auf das Buch nach der Veröffentlichung? Sehr positiv. In vielen Briefen werde ich schon nach dem nächsten Band gefragt. Das Buch heißt … und über Nacht war ich " Winnetou" – und Sie wurden sozusagen über Nacht die Frau von Winnetou. Wie fühlte sich das damals vor über 40 Jahren an? Es war ein wundervolles Gefühl, als Pierre mich fragte, ob ich seine Frau werden möchte. Er verkörperte als Winnetou den Menschen mit den Werten, über die ich bereits gesprochen habe und die für ihn auch
Welchen Platz nimmt der Mann Rom Pierre Brice, mit dem Sie 35 Jahre verheiratet waren, heute ein, und welche Rolle spielt dabei Winnetou"? " Pierre wird immer die wichtigs te und erste Stelle in meinem Leben einnehmen! Winnetou kommt sozusagen sofort nach ihm, denn durch die Figur des Indianerhäuptlings konnte er die ihm so wichtigen Werte, die er immer vertrat und hin-
Jugoslawien 1963
ter denen er stand, weitergeben – Friede, Freundschaft, Toleranz und Menschenrechte. Er war ein großes Vorbild, besonders für die Jugend.
Fotos: © Privat-Archiv Hella Brice
Wie kamen Sie auf die Idee, den aktuellen Fotoband zu veröffentlichen? Ich war in seinem Büro und stieß auf unzählige Fotos, zum Teil sogar auf unentwickelte Filmrollen aus seiner Kamera, die er in den 60er Jahren immer
im täglichen Leben so wichtig waren. Ich durfte an der Seite dieses Mannes leben, diese Werte kennenlernen, sie erfahren, sie weitergeben und lernen, wie man andere Menschen glücklich machen kann. Dafür danke ich Pierre von ganzem Herzen. Gibt es eine Lebenseinstellung, eine Botschaft von Pierre, die Sie sozusagen in seinem Namen weitertragen? Ja – das Wichtigste im Leben ist zu wissen, dass wir alle gleich sind und Respekt haben müssen vor dieser Erde, auf der wir leben. Wir sind hier nur zu Gast und können ohne sie nicht existieren. Nur zusammen sind wir stark! Stört es Sie, dass Sie meist nur auf Winnetou" angesprochen werden? " Kann dieses Erbe auch mal eine Last sein? Niemals! Wie kann etwas zu einer Last werden, wenn es nur positiv besetzt ist? Sie haben zusammen mit Pierre neben Winnetou" " andere gemeinsame Interessen gehabt. Welche waren das, und können Sie diese Vorlieben auch heute noch ohne ihn erleben? Wir liebten die Musik, das Reiten, die Tiere, das Lesen und unsere Zweisamkeit. Im Moment erlebe ich noch einmal unsere ganze gemeinsame Vergangenheit. Das ist wunderbar! Alles, was ich von Pierre gelernt habe, wird mir so richtig bewusst. Ich erkenne den Sinn der Dinge! Das reicht mir im Moment, um glücklich zu sein. Pierre ist immer neben mir – ich bin nie allein.
dabei hatte. Plötzlich erinnerte ich mich daran, was Pierre mir bis kurz vor seinem Tod mehrmals gesagt hatte: „Teile die Dinge mit meinen Freunden und behalte sie nicht in den Schubladen." Da habe ich mich entschieden, aus diesen Schätzen Bildbände und Bücher zu machen. Es werden noch weitere Bände herauskommen, denn ich will seinem Wunsch gerecht werden und das ganze Material mit seinen Fans, seinen Freunden, teilen.
Haben Sie noch Kontakt zu früheren Kollegen von Pierre? Ja – zu Mario Adorf und Marie Versini.
Bestimmt kamen bei der Arbeit zum Buch auch wieder viele Erinnerungen hoch. Welche Gefühle hat das bei Ihnen ausgelöst? Wunderschöne Erinnerungen! Mein Leben war wie ein Traum, Pierre war mein Lehrmeister. Ich durfte fast 40 Jahre an
Was wünschen Sie sich von der Zukunft? Liebe und Frieden! Möchten Sie den kult!-Lesern noch etwas sagen? Zusammen sind wir stark! GoodTimes
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Von Hans-Joachim Neupert
50 JAHRE MOND(F)LÜGE Das größte Abenteuer in der Menschheitsgeschichte!
Am 4. Oktober 1957 war es der Sowjetunion gelungen, den ersten künstlichen Erdsatelliten in eine Umlaufbahn zu schicken. Die piepsenden Signale des Sputnik konnten überall auf der Welt empfangen werden. Der Westen war geschockt, der Osten triumphierte. Amerika geriet in Panik und befürchtete einen atomaren Raketenangriff. 1958 wurde die Nasa gegründet. Am 25. Mai 1961 trat US-Präsident John F. Kennedy vor die Mikrofone und gab die entscheidende Parole aus. Noch vor Ablauf der nächsten zehn Jahre solle ein US-Amerikaner den Mond betreten und gesund wieder auf die Erde zurückkehren. Es ist an der Zeit, dass diese " Nation eine klare Führungsrolle im Weltraum einnimmt", sagte Kennedy. Unter der Leitung von Wernher von Braun startete das Gemini-Projekt, mit dem die Flüge der ApolloMissionen vorbereitet werden sollten.
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Frank Borman, James Lovell und William Anders. Die erste Stufe der Mondrakete Saturn V brachte sich und die beiden anderen Stufen auf eine Geschwindigkeit von etwa 10.000 km/h, und zwar innerhalb von 2,5 Minuten. Dabei wurden 794.000 Liter Brennstoff und 1.138.000 Liter flüssiger Sauerstoff verbraucht. Nachdem diese Menge an Treibstoff verbrannt war, wurde die zweite Stufe gezündet. Sie brachte die Rakete in eine Umlaufbahn um die Erde. Mit einer Geschwindigkeit von 25.000 km/h flogen die Astronauten um die Erde. Durch die dritte Stufe verließ die Rakete nun mit einer Geschwindigkeit von 40.000 km/h die Anziehungskraft der Erde und wurde auf die Mondflugbahn gebracht. Nach 69 Stunden und 7 Minuten Flugzeit verschwand die Apollo-Raumkapsel hinter dem Mond, umlief ihn in einer Kreisbahn und tauchte wieder auf. Immer wieder wurde der Mond umrundet. Am 27. Dezember 1968, nach 147 Stunden und 11 Minuten Flugzeit, setzte Apollo 8 am vorgesehenen Landepunkt im Pazifischen Ozean auf. Der Flug zum Mond war geglückt.
ei der Auswahl der Astronauten wurden Am Morgen des 16. Juli 1969 hatten sich rund strengste Maßstäbe angelegt. Sie durften eine Million Menschen in Brevard County nicht älter als 40 Jahre sein, nicht gröversammelt. Innerhalb und außerhalb von Kap ßer als 1,80 Meter und mussten absolut gesund Kennedy, dem Zentrum der amerikanischen sein. Erforderliche Vorbildung: Absolvent einer Raumfahrt, herrschte eine spannungsgeladene, Testpilotenschule, Besitzer eines Flugscheines erwartungsvolle Stimmung. Alle Blicke waren für Düsenflugzeuge mit mindestens 1500 auf die Saturn-V-Rakete gerichtet, die in fünf Stunden Flugpraxis, Abschlussprüfung auf Kilometern Entfernung flog, wie ein Finger wissenschaftlichem oder technischem Gebiet. in den Himmel wies und die drei Astronauten Alle ausgewählten Kandidaten mussten sich Collins, Aldrin und Armstrong an Bord hatte. einer wahren Tortur unterziehen. Man wirAuf die Sekunde genau zur vorausberechneten belte sie in einer Schleuderzentrifuge herum, Startzeit leuchtete ein riesiger Blitz zwischen Fallrammen trainierten die Körper auf Stoß dem Betonsockel der Startrampe und den und Schlag, Hitze- und Kältekammern brachAustrittsdüsen der Rakete auf. Langsam, ganz ten die Kandidaten bis an den Rand ihrer langsam kroch die Saturn V am Startturm Leistungsfähigkeit. Fallschirmabsprünge wechempor und stieg in die Höhe. Wie von einer selten mit Überlebensausbildungsprogrammen gigantischen Faust gehoben, gewann die in abgelegenen Wüstengebieten, wo die v.l.: William Anders, James Lovell, Rakete danach immer mehr an Höhe. Bald Kandidaten lernten, mit wenig Wasser und Frank Borman war nur noch ein leuchtender Punkt am Horizont zu erkennen. 40, Nahrung tagelang auszukommen, um im Ernstfall zu überleben. 50, 60 Kilometer waren schnell erreicht. Dann ein neuer Blitz, die erste Stufe hatte sich gelöst, während die Rakete mit unverminderter 384.405 Kilometer trennen Erde und Mond voneinander. Um diese Geschwindigkeit in den Weltraum hinausschoss. Entfernung zurückzulegen, baute man eine 111 Meter hohe Rakete, bestehend aus drei Stufen und dem eigentlichen Raumfahrzeug. Mit Am Sonntag, den 20. Juli 1969, gegen sechs Uhr weckte ein Signal Apollo 8 wurde am 21. Dezember 1968 der erste Versuch unternommen, aus Houston die drei Astronauten. Kommandoteil und Mondfähre den Erdtrabanten zu erreichen, mit an Bord waren die Astronauten Seite
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wurden getrennt. Auf sich allein gestellt umkreiste Collins den Mond. Armstrong und Aldrin zündeten das Triebwerk der Mondfähre Eagle (Adler) und sanken in ihr zur Mondoberfläche hinab. Fieberhaft jagten die Signale zwischen Fähre und Erdstation hin und her. Alarmsignale ertönten. Etwas schien nicht in Ordnung zu sein. Der Computer, überfüttert von den vielen Zahlen, die er zu verarbeiten hatte, schien zu streiken. Dann aber hörte man im Kontrollzentrum Armstrongs Stimme näselnd aus dem Lautsprecher. „Kontaktlicht – okay, Triebwerk steht! Der Adler ist gelandet!" Armstrong öffnete die Luke der Mondfähre und kletterte auf die Plattform hinaus. Vorsichtig begann er den Abstieg über die Sprossenleiter, gefilmt von seinem Begleiter Aldrin. Mit dem linken Fuß tastete der Astronaut den Mondboden ab und wagte schließlich den entscheidenden Schritt. „Dies ist ein kleiner Schritt für einen Mann, aber ein großer Sprung vorwärts für die Menschheit!", hörte man ihn sagen. Der Mensch betrat zum ersten Mal den Mond. Eine Gedenktafel, Seismometer und ein Laserreflektor wurden aufgestellt und Proben von Mondgestein eingesammelt. Nach 2 Stunden und 37 Minuten Aufenthalt auf dem Mond starteten Armstrong und Aldrin zurück zur Kommandokapsel. Am 24. Juli 1969, 11 Uhr und 50 Minuten zentralamerikanischer Sommerzeit, landete die Kapsel im Pazifischen Ozean. Das größte und kostspieligste Abenteuer in der Geschichte der Menschheit, die Landung auf dem Mond, war beendet. Acht Tage, drei Stunden, 18 Minuten und 35 Sekunden dauerte die Apollo-11-Mission. 23,9 Milliarden Dollar kostete das Apollo Programm. Sechs bemannte Mondlandungen sind bisher gelungen. Zwölf Astronauten betraten den Mond, alle US-Amerikaner. Zuletzt im Jahre 1972.
Konnten die Astronauten überhaupt auf einer unbekannten und unvorbereiteten Oberfläche mit einer mangelhaft getesteten Mondlandefähre landen? Den Umgang mit dem Lunar Module trainierten die Astronauten nicht etwa in der Praxis, sondern auf der Erde in einem Simulator, und dann ist bei der Apollo-11-Landung auch noch das Computerprogramm für die automatische Landung ausgefallen! Immer wieder hatten Test-Landefähren auf der Erde schon wenige Sekunden nach dem Start erhebliche Gleichgewichtsprobleme. Betrachtet man hochauflösende Bilder vom Landemodul, so entdeckt man in der Vergrößerung auf einem Landefuß von Apollo 15 zwei Fotos. Das eine Bild zeigt eine Mondlandschaft, das andere einen Soldaten auf einem Flugzeugträger. Auf einigen Aufnahmen, die die Nasa veröffentlicht hat, ist auch die Sonne zu sehen, nur ist sie auf den Mondfotos viel größer als auf Fotos von der Sonne, die auf der Erde entstanden sind. Lupeneffekte durch die Atmosphäre kann es auf dem Mond nicht geben. Und dann sind da noch das Strahlungsproblem, der fehlende Staub auf den Landetellern und das Wunder der unglaublich genauen Landungen nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Sind also Zweifel angebracht?
Warum sollten die USA diese Mondlandungen aber überhaupt inszeniert haben? Diese Frage lässt sich zum einen technisch und zum anderen politisch/psychologisch recht einleuchtend begrünAber sind die Amerikaner tatsächlich auf dem Mond gelandet, den! Ende der 60er Jahre oder wurde die Menschheit nur getäuscht? Verschwörungs v.l.: Michael Collins, Neil Armstrong, waren die Mondmissionen theorien über die Mondlandungen gibt es bereits seit den frühen Buzz Aldrin technisch einfach nicht machbar, und das sind sie vielleicht auch 70er Jahren. Namhafte Wissenschaftler, Techniker und sogar ehemalige heute noch nicht. Das Risiko, dass die Astronauten dabei ums Leben Nasa-Mitarbeiter gehen davon aus, dass die Mondlandungen gar nicht gekommen, dass sie zerstrahlt worden oder auf dem Mond havastattgefunden haben und alles nur auf der Erde in einem Filmstudio riert wären, wäre so gewaltig bzw. in der Area 51 nachgegewesen, dass man dies der stellt wurde. Welche Beweise Menschheit keinesfalls gerne hat uns die Nasa vorgelegt? mit Livebildern vorgeführt Es gibt einige tausend Fotos, hätte. 1969 lag außerdem ein Videos, Sprechfunkverkehr katastrophales Jahrzehnt hinund Mondgestein. Das ter den Vereinigten Staaten Originalfilmmaterial allerdings von Amerika, ihre globale ist spurlos verschwunden! Das Führungsrolle war in Gefahr. Mondgestein kann ebenso gut Das Jahrzehnt war geprägt von auch von Meteoriten stamRassenunruhen, von Morden men. Viele Astronauten waren an einem Präsidenten und Mitglieder einer Freimaurerloge einem Präsidentschaftsanwärter und somit bestens versowie einem berühmten traut mit dem Bewahren von Bürger rechtler. Dann war da Geheimnissen. Und dann sind auch noch der verheerende da noch die vielen ungeklärten Vietnam-Krieg, der Angriff einer Supermacht auf ein kleines Volk Unfälle. Im Jahre 1967 kamen drei Astronauten bei einem Feuer von Reisbauern. Am Ende des Jahrzehnts hätten die USA ohne die ums Leben. Wollte einer von ihnen vielleicht mit der Wahrheit an Glanzleistung der Mondlandung wie ein Schurkenstaat dagestandie Öffentlichkeit? Wenig später wurde der Nasa-Qualitätsmanager den. Die Mondlandung hat also zum einen das Überleben der Nasa Thomas Baron bei einem Zusammenstoß mit einer Eisenbahn getötet. ermöglicht und zum anderen die Führungsrolle der USA in der Welt Sein 500-Seiten-Bericht über Apollo-Sicherheitsmängel ist seitdem gewährleistet. verschwunden. GoodTimes
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Die Mondlandung in der Werbung
Attraktive Astronomie mit Apollo 11
Am 21. Juli 1969 um kurz vor 4 Uhr nachts war es endlich soweit: Der erste Mensch betrat den Mond! Die Aufregung bei der Nasa spiegelte sich in der Presse weltweit, und manches Fernsehgerät war extra angeschafft worden, um die ersten gesendeten Bilder zu Hause sehen zu können. Selbst diejenigen, die am Himmel allenfalls mal nach Sternschnuppen geguckt hatten, um sich etwas zu wünschen, fanden es spannend. Klar, dass auch die Werbe-Industrie sich des Themas bediente: Mond", Rakete", " mehr Schnelligkeit", Start" und Weltall" waren Begriffe, aus denen sich "jede Menge "oder weniger lustiger " " Zusammenhänge basteln ließen ... Von Kathrin Bonacker
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och bis in die 1950er Jahre war das Thema Weltraum für NichtPhysiker derart fantastisch, dass sich lediglich Mythen darum rankten. Nur wenige Menschen kannten sich mit Astrophysik aus und hatten eine Vorstellung von dem, was die Erde umgibt. Sternbilder am Himmel zu deuten war für die Übrigen in klaren Sommernächten vielleicht eine romantische Angelegenheit. Da wies der Arm nach oben auf Göttergestalten, auf Kassiopeia und Pegasus, aber das erschien dann doch nicht ganz so wichtig wie der Kuss danach. Nur sehr Interessierte hatten von Planeten und Kometen, ihren Größen und Umlaufbahnen konkretere Vorstellungen. Als die Kaffeerösterei Eduscho 1955 ein Bilderbuch mit dem Titel „Mümmelmann im Weltall" herausbrachte, wurde der titelgebende Hase von sehr bunten Männchen an Bord eines knubbeligen runden UFOs entführt und kam danach fröhlich von seiner Mars-Reise zurück, um Ostern mit der Hasenfamilie zu verbringen. Jedes Kind kannte Gerdt von Bassewitz' Märchen „Peterchens Mondfahrt" um Herrn „Sumsemann", den Maikäfer, oder den sprichwörtlichen Mann im Mond. Hier knüpfte, noch ganz traditionell, die DiolenSeite
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Schlafanzug-Reklame 1969 beim Anpreisen des „Silbermond"-Pyjamas an. Der träumerisch blickende Dunkelhaarige im gegürteten Zweiteiler ist allerdings ganz irdisch im Schlafzimmerambiente zu sehen, mit Buch und Schlummertrunk wohl eher nicht zur Raumfahrt gerüstet. Anders die Geschichte „Der kleine Prinz". Der heute immer noch populäre illustrierte Roman von Antoine de Saint-Exupéry war in den 1940er Jahren erschienen und erzählt eine minimalistische Geschichte aus dem Weltall, in dem der philosophische kleine Adelige von Planet zu Planet reist. Die Firma Philips wiederum, technisch auf modernstem Stand, pries 1956 konsequent ihre Fernsehgeräte mit einer Zukunftsvision von der ganz normalen „Wochenendfahrt zum Erdsatelliten" an, die für das Jahr 1965 neben dem „Elektronengehirn" und dem „Turbo-Auto" vorstellbar erschien. Mit dem ersten erdumrundenden Satelliten, dem sowjetischen „Sputnik", begann 1957 jedoch ein ganz realer internationaler Wettkampf um die Eroberung des Alls. Der Mond als solcher war bis zu dieser Zeit einfach nur Projektionsfläche. Er rückte durch die Raumforschungsprogramme in den 1960er Jahren plötzlich in so greifbare Nähe, dass Technikbegeis terung und Allmachtsfantasien kaum Grenzen kannten und beispielsweise der Chemiekonzern Bayer ein eiförmiges „Freizeithaus
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im Astronauten-Look" mit Bullaugen auf sein Werbebild zauberte (das sich dann, oh Wunder, doch irgendwie nicht durchsetzte). Es sei für heute konzipiert, verriet der Text, und nicht erst für das Jahr 2000, das noch in weiter Ferne lag. Das Haus nannte sich Futuro und stand, wie die Mondfähre, auf Stelzenbeinen. Und auch, wenn Bayers Science-Fiction-Gebäude nur als Appetithäppchen für Träumende entworfen worden war, zeigte es doch, was plötzlich für möglich gehalten wurde. Die metallischen Materialien, allen voran Aluminium, hatten zu dieser Zeit selbst dann einen fantastischen Beiklang, wenn sie nur ganz profan im Haushalt eingesetzt wurden. Je technisch-unverständlicher eine Bezeichnung klang, desto wirkmächtiger schien sie zu sein. Das galt eben nicht nur für die Raumfahrt-Befehlsbegriffe der ersten „Star Trek"-Folgen, die in den USA bereits in den 1960er Jahren im Fernsehen liefen und gerade wegen der Mondlandung ihre Fangemeinde eroberten. Alles musste sich vom Irdischen mit seinem organischen Dreck abheben: Glänzende Flächen und metallische Geräusche, ein sanftes Klicken und Gleiten, standen gegen die vom Staub von Generationen geprägte, von Rumpeln und Kreischen durchdrungene Umgebung der staunenden und sehnsüchtigen Normalsterblichen, die mit dem Rauschen und dem „Schnee" ihrer Fernsehgeräte kämpften. Problemlosigkeit und auf einfachen Knopfdruck funktionierende Dinge waren das Erträumte. Für das „raketenschnell" wirkende Putzmittel Blinker wurden daher „Neo-Akrylate" (von denen bis dato noch niemand gehört hatte) eingesetzt, um Glanz zu erzeugen. Das klang schon wirksam! Interessant ist hier allerdings vor allem der Putzanzug der Hausfrau, von dem wir uns zwar heute gut vorstellen können, dass er den scharfen Geruch des Reinigungsmittels abhielt und vielleicht sogar die Trägerin vor Verätzungen schützte, aber weder, dass sie darin für ihre Kinder die „Nietenhosen kaufen gehen", noch dass sie „Vatis Lieblingspudding machen" wollte, auch nicht „mit Obst und Schlagsahne" (obwohl sie doch dank Blinker jetzt die Zeit dafür gehabt hätte). Im BlinkerWerbekonzept gab es offenbar einen Weltraumfieberwahn, der das silbrig schimmernde Kostüm in einer Nacht-und-Nebel-Aktion hervorgebracht hatte. In der Mode spiegelte sich das insofern wider, als Ende der 1960er und zu Beginn der 1970er Jahre golden- und silberfarbene Lackschuhe, elegant klirrende, aus großen Kringeln zusammengefügte Aluminiumgürtel und „Energiegeladenheit" suggerierende, mit knisternden Lurexfäden durchwirkte Kleiderstoffe dem femininen Auftritt eine futuristische Note gaben. Schon eine irgendwie strukturierte Kugel vor blauem Hintergrund GoodTimes
(in einer Karina-Schokoladenreklame gekoppelt mit dem dynamischen Auftritt einer Frau, deren Cape sie umspielt, als sei sie gerade wie Superman herangeflogen) setzte Weltraum-Assoziationen frei, wenn auch vielleicht etwas unfreiwillig komisch. So konnten, richtig inszeniert, sogar ein paar um Waschmaschinen herum gruppierte uniformierte Models einen Eindruck von Sternzeit vermitteln. Kurzhaarschnitte, Skibrillen-ähnliche Objekte und Stiefel verwandelten sie in eine attraktive Armee, die die Bullaugen-bewehrten Maschinen beherrschten. Manche Hausfrau in bunter Baumwollschürze wünschte sich im Angesicht von Vatis Lieblingspudding vielleicht doch ebenfalls so eine Szenerie, wer weiß? Moderne Männer jedenfalls trugen Vistram-Jacken in „MetallicFarben", der glänzende Knautschlack hob sie sofort aus der Menge der grau- und braunwollenen Mäntel der Erdlinge heraus! Der Kosmetikkonzern Revlon warb in seiner Moon-DropsLippenstift-Re klame mit den Worten: „Transparent. Leuchtend. Feucht glänzend (...) Geschmeidiges Gleiten (...) Revlons Antwort auf das Mondzeitalter." Und der Konkurrenzbetrieb Helena Rubinsteins setzte zeitgleich auf die Formulierung „kosmische Farben" mit Orbital Glint und Orbital Glow. Die so verschönten, schimmernden Lippen durften glänzend an die Erdumlaufbahn gemahnen und mit himmlischer Glätte locken ... Die Präzision der technischen Leistung war ein weiteres Feld der Faszination: Der geglückte Raketenstart wurde immer wieder nachgespielt (nicht nur Fischertechnik bot in den folgenden Jahren Raketen als Kinderspielzeug an). Palmolive zählte ganz frech zum Rasieren runter: „6, 5, 4, 3, 2, 1." Der Sprühschaum sei in sechs Sekunden startklar, eben „raketenschnell", hier wie da wurde immer gehofft, dass es gut endete und jemand der „Ground Control" antworten konnte. Gerade Uhrenreklame knüpfte hier gerne an; hatte doch die Welt bei allen öffentlichen Starts der Nasa gebannt auf die Uhren gesehen. Allen war klar geworden, wie wesentlich der Zeitfaktor und Genauigkeit bei der Raumfahrt sind. Die in der Werbung gezeigte Uhr sei nicht nur bereits beim ersten „Weltraumspaziergang" dabei gewesen, nein, jetzt habe sie schon wieder Geschichte gemacht! „Am Handgelenk der ApolloAstronauten ist der Speedmaster Chronograph als offizielle Uhr auf dem Mond gelandet", konnte Omega prahlen: Die Uhr sei von der Nasa als „flight-qualified for all manned space missions" zertifiziert. Eine bessere Empfehlung war nicht vorstellbar, dennoch sprangen auch weitere Produzenten auf diesen Zug auf. Die einen priesen ihre Bulowa-Armbanduhr als „astronomisch genau unter extremsten Bedingungen" an. Andere, näm2/2019
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lich Universal aus Genf, eröffneten eine ganz neue Dimension mit den hochtrabenden Worten: „Wir träumen nur noch von der Venus! Denn der Mond liegt uns bereits zu Füßen!" Und dieser ganz neue Blick aus dem All, diese Aneignung des Mondes erhob die ja eigentlich nicht sehr hübschen Fotos von der grauen, rubbeligen Mondoberfläche, die mit ihren Blasen ein bisschen an nassen Sand bei Ebbe erinnert, zu Ikonen. Die bemannte Raummission „Apollo 8" hatte bereits im Dezember 1968 spektakuläre Bilder von der Mondrückseite geliefert, und die Foto-Firma Zeiss druckte in ihrem Werbetext dazu nur ein Wort groß und fett: „Präzision." Sie hob mit dem kleineren Text über den Ursprung des Bildes („Freigegeben von der Nasa") die eigene Technik einer Hasselblad-Kamera mit ZeissObjektiv auf das höchste vorstellbare Niveau. Der Mannesmann-Konzern dagegen plauderte ein bisschen von oben herab aus dem Nähkästchen, wenn er den magischen Blick auf unseren blauen Planeten vom Mond aus als Hingucker wählte: „Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie verdammt weit weg das wirklich ist." Die Strategie, sich mit den Astronauten auf eine Stufe zu stellen, weil „wir" als (westliche) Erdenbürger ja jetzt den Mond erobert hatten, zog sich durch einen großen Teil der Berichterstattung. So, wie bei der WM die deutschen Mannschaften von Menschen, die weder mit den Spielern verwandt oder bekannt sind noch je im Leben Fußball gespielt haben, durchweg „unsere Jungs" genannt werden, so titelte die „Bild"-Zeitung beim Start der „Apollo 11" am 16. Juli 1969: „Jungs, kommt heil wieder!" Die Identifikation und Anteilnahme war riesig. In den Berichten aus den USA war zu lesen, wie kompliziert die Vorbereitungen gewesen seien, wie riskant für die Raumpiloten, wie technisch ausgereift und in komplizierten Tests erprobt jedes erdenkliche Detail habe sein müssen. Trotzdem blieb genug Platz für Träume, vor allem von der Zukunft der bemannten Raumfahrt an sich. PanAm nannte im Zuge dieser Begeisterung seine Seite
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„747"-Maschine im doppeldeutigen Sinne ein „Raum"-Schiff, also ein Gefährt mit extra viel Platz, das aber Weltall-Fantasien bediente. Und ganz simpel, aber aus genau der gleichen Begeisterung heraus montierte die Firma Triumph-Adler ihre Schreibmaschine in ein Bild, das aus dem Fenster einer Mondfähre heraus aufgenommen sein sollte: „Liebesgrüße aus dem Weltall", so die Idee, könnten doch in Zukunft auf der Gabriele 5000 geschrieben werden, robust genug sei sie. Selbstverständlich spielte diese Reklameschlagzeile auf den „James Bond"-Film „Liebesgrüße aus Moskau" an, der 1964 sehr erfolgreich in den Kinos lief. Erst der 1979 veröffentlichte „007"-Streifen „Moonraker" erschloss dem Geheimagenten ihrer Majestät allerdings auch das Weltall. Wer im Juli 1969 vor dem Fernsehgerät die 28 Stunden lang live übertragene Landung auf dem Mond verfolgte, sah im Kölner WDRFernsehstudio Experten in grauen Anzügen sitzen, die vom Ausstrecken der „Landebeine" des „Mondbootes" sprachen, mit US-Korrespon denten in Houston telefonierten und immer hofften, dass die Übertragung der ganzen Aktion ungestört klappen würde. Die Raumfähre und die Anzüge der Astronauten waren für das deutsche Studio originalgetreu nachgebaut worden, um das Ganze vorstellbarer zu machen, und immer wieder wurden Daten wie Flughöhe und anvisierte Landezeit durchgegeben. Und endlich landete die „Eagle" wohlbehalten. Neil Armstrong kletterte eine Leiter herunter, und schließlich betrat der erste Mensch tatsächlich wie geplant den unwirtlichen Erdsatelliten, gefolgt von seinem Kollegen Buzz Aldrin. Wie bei anderen Großereignissen (wie dem Kriegsende 1945 oder dem Fall der Mauer 1989) wissen alle noch genau, wo sie damals waren. Die Mitfiebernden und Zuschauenden hatten in diesem Moment sicher keine Angst vor irgendwelchen Viren aus dem All, wie sie im ScienceFiction-Roman „Andromeda" von Michael Crichton beschrieben wurden, der etwa zeitgleich erschien. Vielmehr wollte jeder und jede A st ronomiebegeister te und jedes abenteuerlustige Kind einmal zum Mond fliegen. Die Post jedenfalls ließ sich da nicht lumpen und erfand flugs das AstronautenSparbuch. Vermutlich gebührenfrei für alle, die höflich ihre Handschuhe auszogen, während sie im Raumanzug am Postbank-Schalter standen.
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