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GoodTimes 2018-02

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Jim Capaldi • Jutta Weinhold • Dave Dee • Rick Parfitt • Joan Baez • Tony Banks • UB40 • Don McLean • Ken Hensley D:  6,50

• Schweiz CHF 12,00 • A • L • NL • I • B:  7,00 •

2/2018 (Nr. 153) • April/Mai • www.goodtimes-magazin.de

Der Sound von 1968 | Move | Udo Lindenberg | Blood, Sweat & Tears Donovan | Ritchie Blackmore | JCM Matthews Southern Comfort • Nickelback • Thunder • Kim Wilde • Ruff As Stone • Grant-Lee Phillips • Human Beast


EDITORIAL

IMPRESSUM Anschrift:

wird in uber 30 Ländern der Welt gelesen!

NikMa Verlag Fabian Leibfried Eberdinger Straße 37 71665 Vaihingen/Enz Tel.: 07042/37660-160 Fax: 07042/37660-188 E-Mail: goodtimes@nikma.de www.goodtimes-magazin.de www.facebook.com/goodtimesmagazin Herausgeber und Chefredakteur: Fabian Leibfried (fl) Mitarbeiter: Matthias Auer (ma), Jens-Uwe Berndt (jub), Horst Berner (hb),­Marc Bloemeke (mb), Rüdiger Bloemeke, Lothar Brandt (lbr), Paul Breit­bach, Mathias Buck, Heinz Dietz, Michael Fuchs-Gamböck (mfg), Hans-Jürgen Günther (hjg), Ralf Günther (rg), Christof Hammer (ch), Hartmut Hennig (Fotos), Christian Hentschel (che), Teddy ­Hoersch, Pauline Kingsbury (pk), Tino Krauter (tk), Willi Kuper (Fotos), ­Madita Leibfried (ml), Niklas Leibfried, ­Alexander Neumann (an), Helmut Ölschlegel (Fotos), Sven ­ Rachner (sr), Philipp Roser (pro), Frank Schuster (frs), Ulrich Schwartz (us),­Peter ­Seeger (p), Claudia SeegerWedeleit (csw), Christian Simon (cs), Björn Springorum (bsp), Alan Tepper (at), Claudia Tupeit (ct), Uli Twelker (utw), Thomas Wachter (tw), Frank Witzelmaier (fw) Abonnements, Shop, Social Media: Andrea Leibfried, goodtimes@nikma.de Grafische Gestaltung: Kathleen Müller, grafik@nikma.de Andrea Zagmester, kult@nikma.de England-Korrespondent: Klaus Brotmann Amerika-Korrespondent: Eric Drolette Anzeigenverkauf: Petra Czerny, anzeigen@nikma.de Tel.: 07042/37660 -165 Vertrieb: IPS Pressevertrieb GmbH, Postfach 1211, 53334 Meckenheim, Tel.: 02225/88 01-0 Druck: Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG, Frankfurter Str. 168, 34121 Kassel Erscheinungsweise: 6 x jährlich Abonnement: Für 6 Ausgaben im Kalenderjahr Inland: € 36,00 Ausland: € 40,00 (Preise inkl. 7 % MwSt. und Porto) Copypreis: Einzelheft: € 6,50 (Preis inkl. 7 % MwSt.) Anzeigen: Für gewerbliche Anzeigen bitte Preisliste Nr. 17 (inkl. Mediadaten) anfordern. Kleinanzeigen: Zeilenpreise für Gewerbliche und Verkaufsanzeigen € 1,40; Zeilenpreise für Privatanzeigen (Kauf & Tausch) € 0,70 (jeweils inkl. 19% MwSt.) Für Kleinanzeigenbestellungen beachten Sie bitte die Hinweise auf dem Bestellschein im Heft. Anzeigenbuchungsschluss / Erstverkaufstag: 3/2018 = 4.5.2018 25.5.2018 4/2018 = 29.6.2018 20.7.2018 Kontoverbindung: NikMa Verlag Kreissparkasse Ludwigsburg IBAN: DE38 6045 0050 0000 1082 94 BIC: SOLADES1LBG Paypal-Adresse: info@nikma.de Titelfoto: Led Zeppelin: © Neil Preston, Warner Pressefoto GoodTimes ist auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt! Weiterverwendung aller in GoodTimes erschienenen Artikel, Interviews, Discographien, Fotos, Rezensionen etc. nur mit der Zustimmung des Heraus­ gebers gestattet. Gerichtsstand: Stuttgart

Liebe Leserinnen und Leser,

April/Mai 2018

K

ontakte sind alles. Eine Feststellung, die auf unseren Alltag zutrifft, aber auch im Berufsleben. Und im ­Geschäftsbereich erst recht. Natürlich ist die Leistung entscheidend, doch was hilft es, wenn sie nicht wahrgenommen wird? Das gilt in der Musikwelt genauso wie in allen anderen Bereichen: Da kann eine Band noch so gut, eine Sängerin oder ein Sänger noch so inspiriert sein und mitreißend intonieren – wenn sie nicht zur rechten Zeit am rechten Ort die richtigen Leute treffen, kommen sie auf der Karriereleiter nur in den seltensten Fällen wirklich voran. Ähnliches gilt auch, wenn man eine Musikzeitschrift macht. In Zeiten des Internets, ­sozialer Medien und globaler Vernetzung ist Exklusivität praktisch unmöglich geworden. Natürlich kommen auch wir nicht darum herum, Geschichten über Künstler zu bringen, an denen unsere Leserschaft interessiert ist, wenn es einen entsprechenden Anlass gibt. Sei es die Veröffentlichung einer neuen Platte oder im Vorfeld von Tourneen. Doch darüber hinaus bemühen wir uns, über interessante Acts auch zu berichten, wenn sie gerade nicht im Fokus stehen. Dazu gehört es, sich nicht allein auf PRAgenturen, Presseabteilungen von Plattenfirmen oder Sprecher namhafter Künstler zu verlassen. Direkte Kontakte zu Musikern oder auch Machern hinter den Kulissen sind unerlässlich. Sie können so nicht nur über eigene Pläne berichten, sondern auch mit Tipps und Kontakten zu Kollegen helfen. Deshalb heißt es rausgehen – nicht nur, um Konzerte zu genießen, sondern auch, um Kontakte zu pflegen. Und wenn sich beides verbinden lässt: umso besser! Und wenn man dann bei einer Veranstaltung auch noch etwas erleben kann, das auf deutschen Bühnen eher selten vorkommt, in den USA hingegen sehr viel öfter geschieht, geht manchmal sogar ein Traum in Erfüllung. So wie beim Heidenheimer ­Geburtstagskonzert von Siggi Schwarz: "Sit in" heißt es im Branchenjargon, wenn ein Künstler zu einem anderen auf die Bühne kommt und sie gemeinsam Musik machen. In Heidenheim ist genau das passiert und hat vielen Besuchern große Freude bereitet. Diese Freude wollen wir weitertragen, indem wir über solche Ereignisse berichten – und vor Ort netzwerken. Herzliche Grüße!

NE U

Fabian Leibfried Herausgeber/Chefredakteur

GoodTimes 2/2018

zu bestellen im Shop auf Seite 31

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Music from the 60s to the 80s

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INHALT

54 Udo Lindenberg

12 Titelstory

stories 12 Led Zeppelin – Teil 1 Das Luftschiff schwebte aus dem Hangar

43 Tony Banks Klassik oder Nichtklassik

16 The Move Album Cover Art Gallerie #13: Move

46 Ken Hensley Reise durch die Vergangenheit

18 Joan Baez Letztes Album, letzte Tour

46 Merrell Fankhauser Multimedial am Start

19 Donovan Der ewige Bohemien

49 Ben Harper & Charlie Musselwhite Spirituelle Blues Brothers

20 Der Sound von 1968 The time is right for fighting in the street, boy" " 24 UB40 Reggae Tag und Nacht

50 Die USA und der Krieg im Spiegel der Musik: Kampfgeheul an allen Fronten

24 Golden Grass Retro-Freude pur

58 Blood, Sweat & Tears Neue Klänge für den Rock

26 Jim Capaldi Vollblut-Schlagzeuger & -Singer/Songwriter

60 The Human Beast Nackedei-Theater und schräge Sounds

27 Jutta Weinhold 70 Jahre und kein bisschen leise

62 Ritchie Blackmore Regelmäßig Rock – und Fußball!

28 JCM – Jon Hiseman mit Clem Clempson & Mark Clarke HEROES: Die Stücke der Verstorbenen sind meine Karriere!

63 Don McLean Harmonie-Dinosaurier

36 Wild Jimmy Spruill Blues-Porträt #57

64 Kim Wilde Ich bin felsenfest überzeugt, dass Aliens existieren!" " 65 Grant-Lee Phillips Kreativität in Zyklen

54 Tine Acke/Udo Lindenberg Panik allerorten!

37 Iain Matthews Jener ganz spezielle Sound im Kopf 40 Ruff As Stone Sexy, edgy, loud!" " 42 Rick Parfitt Posthum auf Solopfaden

66 Das ist ja tiiiierisch! Tiere in Gruppennamen – Teil 2 113 Nickelback Reich und gehasst? Kein Problem für mich!" "

Die nächste erscheint amfrom 25.the Mai60s 2018 Seite 4 GoodTimes 2/2018 Music to the 80s n

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Ausgabe Nr. 153, April/Mai 2018

Das ist ja tiiiierisch!

16 The Move – Album Cover Art #13

19 Donovan

58 Blood, Sweat & Tears

62 Ritchie Blackmore

66 Tiere in Gruppennamen

features

rezensionen rubriken

Led Zeppelin

CD-Highlight Lance Lopez Tell The Truth

DVD-Highlight Tangerine Dream Revolution Of Sound

Beim Namen Led Zeppelin herrscht Euphorie. Ungeachtet eindrucksvoller Erfolgsgeschichten von Gruppen wie Deep Purple, Queen, Pink Floyd oder auch von einem Künstler wie David Bowie (um nur ein paar zu nennen), wird Led Zeppelin der Status der größten Rockband der 70er Jahre zuerkannt. ... weiter Seite 12

Udo Lindenberg

Box-Highlight PROCOL HARUM Still There'll Be More – An Anthology 1967–2017

Buch-Highlights

Deutschlands Panik-Präsident" liegt darnieder; er hat " zum Jahreswechsel Fieber und kann lediglich krächzen. Was konkret bedeutet, dass kein Interview mit ihm möglich ist, weder von Angesicht zu Angesicht noch am Telefon. Trotzdem möchte Udo Lindenberg sich gerne zum neuesten Projekt äußern: dem (weitestgehend) Bildband Stärker als die Zeit", in dem sich 150 Farb" und genauso viele Schwarzweiß-Fotografien von Tine Acke befinden, dazu Kommentare von alten und neuen musikalischen Weggefährten. Acke ist nicht nur eine renommierte Hamburger Fotografin, sondern seit 20 Jahren auch die Lebensgefährtin von Meister Linden­ berg. ... weiter Seite 54

• Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern? • What Does This Button Do?: Die Autobiografie • Sticky Fingers – wie Jann Wenner und der Rolling Stone Musikgeschichte geschrieben haben • Cosmic Price Guide To Original Krautrock Records

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Music from the 60s to the 80s

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Teil 2

Impressum Editorial Inhalt Aktuelles – Neues aus der Szene Verstorbene Shop Abo-Bestellschein Kleinanzeigen Kolumne Christian Simon #35: John Lawton GoodTimes-Newcomer: Cosmo Sheldrake • Elise LeGrow • Songs Of Boda • Kiyo Was macht eigentlich …? Ian McDonald Charts Macher hinter den Kulissen: Michael Au GoodTimes-Tipp: Ajay Mathur • David Munyon Runde Geburtstage / Gedenktage CD/Vinyl/DVD/Blu-ray-Rezensionen Buch-Vorstellungen Konzertberichte: Rock Legenden • The Weight • Siggi Schwarz & Friends Tourneen + Konzertkalender Kreuzverhör: Thunder Kreuzworträtsel + Verlosung Leserbriefe … zuguterletzt: Lisa Stansfield • Neil Merryweather • Propaganda


NEWS

Atlantis_2016_Version_3_Atlantis_2016 26.01.16 18:18 Seite 1

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LP’s

CD’s

seit 1983

ATLANTIS RECORDS.CH 079 938 99 65 Steinenbachgässlein 34 4051 BASEL An/Verkauf • Bestellungen • Old/New Vinyl

Als „Pete York’s Rock & Blues Circus" wird in ersten Anzeigen die Deutschland-Tour vom 30.11. bis 8.12 beworben. Doch viele Musikfans werden aufhorchen und wohl auch motivierter Tickets ordern, wenn sie wissen, welch namhafte Mitstreiter der einstige Spencer-Davis-Group-Schlagzeuger da um sich scharen wird: Zoot Money wird die Tasten bearbeiten und wohl auch singen. Als singender Gitarrist wird Miller Anderson dabei sein, als Saxofonist Albie Donnelly – und den Bass wird kein Geringerer als Deep Purples Roger Glover bearbeiten, wie York GoodTimes erzählte+++ Um bei dem britischen Wahl-Oberbayern zu bleiben: Er wird im März 2019 mit seinem reaktivierten Projekt „Super Drumming" touren: „Es geht nicht früher, weil Ian Paice wegen seiner Verpflichtungen bei Deep Purple nicht eher kann", verriet York im Gespräch mit GoodTimes. Mit dabei werden wie einst bei der Erstauflage auch Billy Cobham, Nicko McBrain (Iron Maiden) und Simon Phillips sein – „und auch ein paar jüngere Schlagzeuger", sagte der 75-Jährige+++ BRITISH BLUES EXPLOSION LIVE wird das neue Album von Joe Bonamassa heißen, das er am 18.5. herausbringen und das in den Formaten 2-CD, 2-DVD, Bluray und 3-LP erscheinen wird. Fünf Konzerte hatte 2016 seine Tour durch Großbritannien umfasst, bei der er sich vor Vorbildern wie Eric Clapton, Jeff Beck und Jimmy Page verneigte. Mitgeschnitten wurde sein Auftritt beim Greenwich Music Time Festival am 7.7. im Old Royal Naval College in Greenwich, London. Die DVD und Blu-ray bieten Bonusmaterial wie seine Performance der Beatles-Nummer "Taxman" im Liverpooler Cavern Club+++ Anzeige

Lange war es ruhig um Ry Cooder, jetzt meldet sich die Ikone, die als Musiker, Produzent, Songwriter und Weiser in den letzten 50 Jahren die Musik und Kulturen quer durch Städte, Staaten und Länder der Welt erforscht hat, mit THE PRODIGAL SON (VÖ: 11.5.) zurück. Der Urheber des Buena Vista Social Club versammelt nach eigener Aussage auf der neuen CD „die­ spirituellen, hoffnungsvollen Stimmen, die kruden Ausschreie wie die ­raffinierten Provokationen", vertont durch die Größen der Gospelära wie die Pilgrim Travelers, wichtige Vertreter des Country und Bluegrass wie The Stanley Brothers sowie Blind Willie Johnson als Stimme des Blues. „THE PRODIGAL SON ist ein Kommentar zum maroden Stand unserer Moral, ein angstbefreiter Tauchgang in die Seele des Landes"+++

den seit zwei Jahren am Gesangsmikro stehenden Alexx Stahl am 13.4. ihr neues Studio-Album TEMPLE OF LIES heraus, dann geht sie im November in großem Stil auf Tour: Unter dem Label „Bonfire & Friends – A Night With Rock Legends" sind 20 Shows mit zahlreichen namhaften Gästen gebucht. Mit dabei sein werden: Joe Lynn Turner (Rainbow, Deep Purple), Geoff Tate (Queensryche), Bobby Kimball (Toto), Phil Mogg (UFO), Robin Beck, Chris Boltendahl (Grave Digger), Johnny Gioeli (Hardline, Axel Rudi Pell), Dave Bickler (Survivor), Paul Morris (Rainbow, Doro, Nena), James Christian (House Of Lords) und als Special Guest Dieter „Quas­ ter" Hertrampf, der frühere Gitarrist/­ Sänger der Puhdys. Bonfire werden ihre eigenen Hits spielen und daneben als Backing Band für ihre Kollegen fungieren, wenn die ihre Klassiker anstimmen+++

„Voraussichtlich im April/Mai" wird ­­Andreas­ Kümmert sein neues Studio-Album herausbringen. Dessen Titel stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Produziert hat der stimmgewaltige Sänger in Würzburg und Mannheim, zu hören sein werden „zu 100 Prozent" selbst verfasste Songs, „durchaus auch mit Pop-Appeal, um sie auch für ein jüngeres Publikum interessant zu machen", verriet Kümmert GoodTimes vorab+++

„Guess it all makes sense" heißt es ganz zu Beginn des am 13.4. erscheinenden Debüt­ albums SILENCE GONE der Kölner Band Alpentines, die sich aus Ex-Mitgliedern von Tulp, Voltaire und Lichter zusammensetzt. Das Quartett spielt laut PromoAnkündigung „großformatigen, von Gitarren und Gesang bestimmten Art Pop", wie er schon auf einer 2016 erschienenen 3-Track-EP zu hören war, die stellenweise an Acts wie Elbow, Wilco oder die frühen Radiohead erinnerte+++

Am 25.5. wird nun die schon länger angekündigte Soloscheibe von Deep-Purple-Keyboarder Don Airey erscheinen. Sie trägt den Titel ONE OF A KIND und wurde mit Hilfe so namhafter Cracks wie Nazareth-Sänger Carl Sentance, Bassist Laurence Cottle, Drummer Jon Finnigan und Gitarrist Simon McBride eingespielt+++

Inhaltliche Veränderungen hat Chris Thompson an seinem Musical vorgenommen, an dem der gebürtige Neuseeländer mit Wohnsitz in Belgien seit über 20 Jahren bastelt. Es spiele nicht mehr in seiner Heimat mit dem Fokus auf einem MaoriMädchen. Vielmehr habe er die Geschichte aktualisiert und in einen suburbanen Kontext verlegt, sagte Thompson GoodTimes. Ein finales Stadium werde er mit dem Projekt erreichen, wenn demnächst sein Studio, das er sich gerade einrichtet, fertig sei. Außerdem schreibe er Songs für ein neues Album, das er mit Band einspielen wolle, sagte der Sänger+++

Erst haben Sting und der Pop-ReggaeKünstler Shaggy gemeinsam bei einigen Jamsessions auf Jamaika das Album 44/876 aufgenommen, das am 20.4. erscheint. Danach gehen sie zusammen auf Tour, die sie im Juli auch zu fünf Konzerten nach Deutschland führen wird+++ Gitarrist Michael Grant hat die L.A. Guns verlassen, um sich anderen Interessen und seinem Soloprojekt Michael Grant & The Assassins widmen zu können+++

Unsere Gewinner aus Heft 6/2017 Lösung: Bad Moon Rising" "

Beachtliche Pläne schmieden die Ingolstädter Melodic-Heavy-Rock-Veteranen Bonfire: Erst bringt die Band um das letzte Originalmitglied Hans Ziller (g) und

2x DVD Beatles: Frank Kapmeyer, Delmenhorst Elisabeth Hoffmeister, Hamm

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GoodTimes 2/2018

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! n

Music from the 60s to the 80s

In den USA wird der einstige CCR-Anführer John Fogerty ab dem 25.5. gemeinsam mit ZZ Top auf Sommertour unter dem Motto „Blues And Bayous" unterwegs sein. Für Europa ist bislang erst ein einziges Gastspiel gebucht, und zwar in der Londoner O2 Arena am 25.10. Bis der trotz seiner 72 Lenze immer noch überaus agile Fogerty sich vielleicht auch mal wieder auf deutschen Bühnen sehen lässt, mögen die Neuauflagen mehrerer seiner Solo-Alben trösten. Am 27.4. bringt BMG vor der Veröffentlichung einer neuen Studioscheibe voraussichtlich noch in diesem Jahr BLUE MOON SWAMP (1997, mit neuem Cover und erstmals als LP), CENTERFIELD (1985) und PREMONI­ T ION (1998) überarbeitet wieder heraus, wobei die Bonustracks denen früherer Reissues entsprechen. Für Hardcore-Fans Fogertys noch der Hinweis, dass er auf seiner Homepage für 70 Dollar „Black & White Flanell"-Hemden anbietet+++ Noch im März via Sireena erhältlich sein wird auf CD und LP DER JESUSPILZ – LIVE!, also die konzertante Umsetzung des Konzeptalbums (= Neuinterpretation der Bibel) des klamaukenden, psychedelisch angehauchten Duos Witthüser & Westrupp, das aus der Folk- und Protestsongecke kam. Festgehalten ist die Generalprobe im JUZ Essen 1971+++ Für April ist via On Stage Records/Sireena die Doppel-CD LIVE IN BREMEN mit dem Gastspiel der Grandmothers Of Invention im Meisenfrei 2014 angekündigt. Wann LIVE IN GERMANY 2016 der Tubes folgt, ist noch offen+++ Nach der Veröffentlichung der ersten beiden Teile der „Black & White"-Vinylserie von Grobschnitt im vergangenen Jahr ist nun der dritte Block mit den Alben VOLLE MOLLE, ILLEGAL und RAZZIA erhältlich. Dafür wurden die Originale jeweils zur Doppel-LP erweitert. Mit der „Black & White"-Serie erfülle sie vielen Fans den Wunsch, das Grobschnitt-Gesamtwerk mit allen 14 Alben noch einmal in chronologischer Reihenfolge auf Vinyl erleben zu können, teilte die Band mit+++ Zwischen April und Oktober dieses Jahres werden alle acht Alben der Eurythmics­ auf Vinyl wiederveröffentlicht. Sie wurden allesamt auf Basis der originalen analogen Tapes remastert und auf 180g-Vinyl gepresst. Nach dem Auftakt mit IN THE GARDEN (1981), SWEET DREAMS (1983) und TOUCH (1983), die ab dem 13. April erhältlich sein werden, folgen BE YOURSELF TONIGHT (1985), REVENGE (1986) und SAVAGE (1987) im Juli. WE TOO ARE ONE (1989) und PEACE (1999, erstmals auf Vinyl!) werden ab Oktober erhältlich sein+++


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Seit fast 60 Jahren begeistern Johnny Cashs Texte über alle kulturellen, religiösen und politischen Grenzen hinaus, in denen er auch universelle Wahrheiten über Gerechtigkeit, Glauben und Freiheit äußerte. Diesem Thema widmet sich das neue Album JOHNNY CASH: FOREVER WORDS, das auf dem Bestseller „Johnny Cash – Forever Words: The Unknown Poems” basiert. Sohn John Carter Cash bat Kollegen, Texte aus einer „ungeheuren Anhäufung von Zeug" zu vertonen, darunter handgeschriebene Briefe, Gedichte und Dokumente, die sein Vater über sein ganzes Leben hinweg gehortet hatte. Und so gibt es jetzt Neues sowohl vom 2003 verstorbenen Country-Superstar als auch von Kris Kristofferson & Willie Nelson, T Bone Burnett, John Mellencamp, Elvis Costello, Jewel, Ruston Kelly & Kacey Musgraves, Chris Cornell, Rosanne Cash, Carlene Car-

ter, The Jayhawks, Alison Krauss & Union Station, Brad Paisley und anderen zu hören. Übrigens: 21 Jahre nachdem Cash für UNCHAINED­den Soundgarden-Song "Rusty Cash" gecovert hatte, revanchierte sich Cornell mit "You Never Knew My Mind”, einem seiner letzten Solostücke, für das er Cashs tiefschürfende und introspektive Lyrik vertonte. „Johnny Cash – Forever Words: The Unknown Poems" ist im vergangenen Jahr im Verlag Blue Rider Press erschienen und vom Pulitzer-Preisträger Paul Muldoon lektoriert worden+++ Bislang steht nur das Veröffentlichungsdatum (25.5.) fest, noch nicht aber der Titel des neuen Albums der US-Singer/ Songwriterin Judith Owen. Darauf interpretiert sie Songs anderer Künstler in ihrer ganz eigenen Art, darunter "Shape Of You" (Ed Sheeran), "Cherokee Lou­ ise" (Joni Mitchell), "Black Hole Sun" (Soundgarden), "Hot Stuff" (Donna Summer) und "Can’t Stop The Feeling" (Justin Timberlake)+++

Foto: © Sue Flood

Mal etwas andere Wege geht das Schweizer „Bluesfestival Baden" in diesem Jahr bei seiner 15. Auflage zwischen dem 19. und 26. Mai: Die Veranstaltungsmacher widmen den Eröffnungsabend „Dem Mann hinter 'Sweet Home Chicago’": Im Ein-Mann-Theaterstück „Ich – Robert Johnson" mimt der Schauspieler Mathias Reiter die Blueslegende. Den zweiten Teil des Abends bestreitet die Copenhagen Slim Band mit Johnsons Musik. Ein wichtiger Bestandteil des Festivals sind die sogenannten Beizenkonzerte in Badener Restaurants – insgesamt sechs stehen in diesem Jahr auf dem Programm, bei denen arrivierte wie junge Künstler zu genießen sind. Das Hauptkonzert am 25.5. bestreitet mit Philipp Fankhauser der erfolgreichste Schweizer Bluesmusiker im Nordportal: Dafür stellt er eigens ein Programm zusammen. Das wird er nicht nur mit seiner Stammband anstimmen, sondern dabei zusätzlich von Bläsern und einem Backing-Chor unterstützt. Vor ihm geht der Ausnahmegitarrist Dominic Schoemaker auf die Bühne, der derzeit als Überflieger der Schweizer Bluesszene gefeiert wird. Ansonsten gibt es unter anderem Neo-Blues von der US-Band Fantastic Negrito um den Ausnahmesänger Xavier Dphrepaulezz. Mit einem Debüt wartet die Kanadierin Rita Chiarelli auf, die erstmals gemeinsam mit ihrer achtköpfigen Frauenband The Sweet Loretta in Europa zu erleben sein wird und dabei Blues, Jazz und Folk vermengt. Daneben ist Chiarelli auch mit ihrem Trio sowie gemeinsam mit ihrem Landsmann Morgan Davis konzertant zu erleben. Akustik-Blues offeriert das Amaury Faivre Duo. Ausführliche Informationen sowie alle weiteren Acts sind auf www.bluesfestival-baden.ch zu finden. Dort wird auch zu lesen sein, welches Blues-Movie das bei dem Festival längst zur Tradition gewordene „besondere Kino-­Erlebnis" liefern wird. Der Film stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, klar war lediglich, dass es auch in diesem Jahr wieder ein Stummfilm sein wird, den André Desponds live am Piano begleitet+++

Der durch seine Aktivitäten als Leadsänger bei der Kölner Kultband Can bekannt gewordene Vokalist Damo Suzuki hat sich mit den deutschen Space Rockern Jelly Planet für eine gemeinsame Platte zusammengetan. Nach ersten gemeinsamen Auftritten haben sie live im Studio improvisiert und so das nicht übermäßig einfallsreich betitelte Album DAMO SUZUKI & JELLY PLANET aufgenommen. Wesentlich origineller sind die Titel der beiden Songs, aus denen der Longplayer besteht: "Wildschweinbraten" (27:59) und "Venushügel" (34:51)+++ Rockpoet und Liedermacher Heinz Rudolf­ Kunze hat einen neuen, langfristigen Plattenvertrag bei Electrola/Universal Music unterschrieben. Derzeit arbeitet er mit Hochdruck an seinem nächsten Studio-Album, das noch in der ersten Jahreshälfte veröffentlicht werden soll. Mit einem Augenzwinkern kommentiert er den Labelwechsel: „Es hat mich 37 Jahre gekostet, mich von der drittgrößten über die zweitgrößte bis zur größten deutschen Plattenfirma hochzuarbeiten"+++ Es ist noch einige Tage hin, aber Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude: Ab 1.6. wird das erste gemeinsame Album von Dave Alvin (The Blasters) und Jimmie Dale Gilmore (The Flatlanders) erhältlich sein. Es wird den Titel DOWNEY TO LUBBOCK tragen und zwei neue, von Alvin geschriebene Nummern sowie zehn Coversongs enthalten. Die beiden Musiker sind seit GoodTimes 2/2018

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über 30 Jahren befreundet und waren bereits im Duo live unterwegs+++ Seit fünf Dekaden genießt Jeff Beck den Ruf als außergewöhnlicher und bahnbrechender Gitarrist. Der mit den Yardbirds und als Solist in die Rock’n'Roll Hall Of Fame aufgenommene Engländer kommt im Sommer wieder einmal nach Deutschland: Zwischen dem 19.6. und 5.7. wird er viermal auf hiesigen Bühnen zu erleben sein (Daten siehe Konzertkalender)+++ Sie machen es wieder! Für drei Shows tun sich Ian Hunter, Ariel Bender und Morgan Fisher erneut zusammen und werden als Mott The Hoople live zu erleben sein. Wie bei den letzten Reunions sind sie allerdings erneut nur außerhalb Deutschlands zu erleben: bei der „Ramblin’ Man Fair" (30.6.) im UK gemeinsam mit The Cult als Headliner sowie Gov’t Mule, Steve Earle, Blackberry Smoke und Chas & Dave als weitere Acts. Eine Woche zuvor beim „Azkena Rock Festival" in Spanien teilen sie sich die Bühne mit Van Morrison, Joan Jett und zahlreichen weiteren Acts. Für den dritten Gig am 2.7. reisen sie ins schwedische Dalhalla. Mick Ralphs fehlt aus gesundheitlichen Gründen; mit an Bord ist Hunters langjähriger Drummer Steve Holley+++ Kris Kristofferson ist inzwischen 81 Jahre, was ihn aber nicht davon abhält, auch 2018 wieder zu Konzerten nach Europa zu kommen. Drei Shows stehen im Juni in Deutschland auf dem Plan, unter anderem am 20.6. in Nürnberg. Bei der Bekanntgabe des Termins verriet der örtliche Veranstalter Peter Harasim eine Begebenheit von 2010: Da sollte Kristofferson im Serenadenhof auf dem früheren Reichsparteitagsgelände spielen. Der Amerikaner habe das Konzert wieder absagen wollen, da er nicht in einem von Nazis erbauten Bau spielen werde. „Nach einem langen persönlichen Brief, in dem ich schrieb, man dürfe den Nazis keinen Stein überlassen, hat er das Konzert blitzschnell wieder ‚mit Freude’ zugesagt", berichtete Harasim. Anders als bei den letzten Tourneen kommt Kristofferson diesmal mit einer dreiköpfigen Begleitband und hat angekündigt, auch Songs des 2016 verstorbenen Country-Outlaws und persönlichen Freund Merle Haggard zu spielen+++ Mit einer großen Plattenfirma verhandelt Russ Ballard derzeit über eine mögliche Neuauflage seines Backkatalogs, ein neues Studiowerk und auch eine eventuelle Veröffentlichung seiner Memoiren, an denen er gerade arbeitet. Davon hänge auch ab, ob und wann er in näherer Zukunft auf Deutschland-Tour kommen werde, sagte Ballard GoodTimes. In Sachen Shows war der Autor zahlreicher Hits kürzergetreten – „das Einzige, was ich in den letzten Monaten live gemacht habe, war, dass ich letztes Jahr bei Ritchie Blackmores Rainbow-Gastspiel in der Londoner O2 Arena bei 'Since You Been Gone’ auf die Bühne kam, und ich habe im September mit Trevor Horns Band als Gast genau diesen Song sowie 'God Gave Rock’n’Roll To You’ gespielt"+++

Music from the 60s to the 80s

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AJAY MATHUR

Little Boat Erhältlich auf Vinyl / CD und für Download/Streaming. www.ajaymathur.com

Die Bands für das inzwischen zu einer fes­ ten Sommerinstitution gewordene OpenAir-Festival „Lieder am See" in Spalt am Brombachsee vor den Toren Nürnbergs stehen fest: Vor dem Headliner Status Quo werden am 4.8. die Gipsy Kings & Chico, Wishbone Ash, die Spider Murphy Gang, Ray Wilson Genesis Classic und die Strain’ Sparrows in idyllischer Umgebung zu erleben sein+++ Um in der Region zu bleiben: Anfang der 90er Jahre erntete die 1989 gegründete Nürnberger Heavy-Band Frontline Aufmerksamkeit mit ihrem 1994er-Debütalbum THE STATE OF ROCK. Als auf 1000 Exemplare limitierte Neuauflage bringt AOR Heaven die Scheibe im April remas­ tert mit zwei Bonustracks wieder heraus+++ Sie können es nicht lassen: Auch 2018 gehen die Rolling Stones wieder on the road. Nach einem Gastspiel in Irland sowie sechs Gigs im UK kommen die Herren Jagger, Richards, Watts & Wood am 22.6. nach Berlin ins Olympiastadion und werden am 30.6. in der Stuttgarter Mercedes-BenzArena zu erleben sein+++ Uriah-Heep-Keyboarder Phil Lanzon wandelt auf Solopfaden: IF YOU THINK I’M CRAZY hat er sein erstes unter eigenem Namen veröffentlichtes Album betitelt. Derweil hat seine Hauptband die Aufnah-

Familie." Es werde aber noch ein paar Monate dauern, bis die Platte erscheine+++

men für ihr mittlerweile 25. Studio-Album abgeschlossen. Laut Gitarrist und Bandleader Mick Box wird das neue UriahHeep-Werk LIVING THE DREAM heißen und im Herbst erscheinen+++

Die deutschen Rockveteranen Extrabreit arbeiten an einem neuen Album, verriet Gitarrist Stefan Kleinkrieg GoodTimes. „Außerdem werde ich gegen Ende des Jahres einen Band mit Kurzgeschichten auf den Markt bringen", kündigte er an. Heute sei es zwar nicht mehr „so aufregend wie in den glorreichen Zeiten, aber der Junge ist von der Straße"+++

Bereits vor zehn Jahren war bei JudasPriest-Gitarrist Glenn Tipton Parkinson im Frühstadium diagnostiziert worden. Die Krankheit hat sich inzwischen so verschlimmert, dass er zwar noch leichte Stücke spielen, aber nicht mehr mit der Band touren kann. „Ein gewisser Standard ist aber unerlässlich", begründete er seinen Rückzug von der Bühne. Vertreten wird den inzwischen 70-Jährigen künftig Andy Sneap (Sabbat, Hell) – Tipton höchstpersönlich bat Sneap, der auch das neue Priest-Album FIREPOWER produzierte, um diesen Freundschaftsdienst+++

Als Folgewerk zu seinem letztjährigen Jazzalbum VERSATILE will Van Morrison laut seiner Plattenfirma YOU’RE DRIVING ME CRAZY verstanden wissen. Die Doppel-CD/LP hat der knurrige 72-jährige Nordire gemeinsam mit dem Trompeter/ Organisten Joey DeFrancesco aufgenommen. Sie enthält neben Blues- und JazzStandards auch neu interpretierte Morrison-Klassiker ("Have I Told You Late­ l y", "The Way Young Lovers Do", "Magic Time") und erscheint am 27.4. Dazu gibt es von Morrison zum diesjährigen Record Store Day am 21.4. eine 7-Inch-Single mit "Close Enough For Jazz" aus Morrisons Feder sowie einer Neu-Interpretation der Guitar-Slim-Nummer "The Things I Used To Do”+++

Tom Pettys Todesursache ist inzwischen geklärt: Laut seiner Familie starb er am 4.10.2017 an einer versehentlichen Überdosis Medikamente, die bei ihm ein Multi-­O rganversagen auslöste. Ähnlich hatte die Diagnose bereits 2016 bei Prince­ gelautet+++

„PopStop – das Musikradio" – immer freitags zum Erscheinen unseres Heftes gibt es eine GoodTimes-Sondersendung (19 bis 20 Uhr), in der die neueste Ausgabe vorgestellt wird (die Sendung wird dann mehrfach wiederholt). „PopStop" sendet Musik­titel mit Format – ohne formatierte Musikzusammenstellung+++

So allmählich nimmt das „Crossroads ­Festival – Guitar Fest Of The Year", das am 16.6. auf der Freilichtbühne Loreley über die Bühne gehen wird, immer deutlichere Konturen an, sprich die meisten auftretenden Acts stehen inzwischen fest: Vor Headliner Joe Bonamassa wird „One-Man Band Blues Rock Machine" Steve Hill eröffnen, dem die diesmal fünfköpfige Henrik Freischlader Band folgt. Freuen können sich Fans von Whitesnake, UFO, Paice, Ashton & Lord und Alaska: In all diesen Bands spielte Bernie Marsden Gitarre. Auf der Loreley präsentiert er sich mit seinem Soloprogramm+++

David Hanselmann hat sich als Sänger von der Gruppe Risk verabschiedet. „Überraschend, aber nicht unerwartet", teilte er via Facebook mit+++ Ein Tribute-Album für seinen Kumpel und früheren Arbeitgeber Gary Moore hat der seit vielen Jahren in Australien lebende Bassist Bob Daisley (Uriah Heep, Ozzy ­Osbourne, Rainbow) aufgenommen. Es sei bereits abgemischt, müsse nur noch gemastert werden, ließ Daisley GoodTimes wissen: „Ich habe ein paar großartige Musiker dabei, auch Mitglieder der Moore-

Chris Spedding kommt mit seiner Band The Sharks im Mai zu einigen Shows nach Deutschland (siehe „Tourneen" in diesem Heft), doch auch solo ist der Meistergitarrist per Platte präsent, wenn auch „nur" mit zwei Reissues: Repertoire hat sein 2005er-Album CLICK CLACK sowie CAFE DAYS von 1990 (mit vier Bonustracks) neu aufgelegt. Und zugleich LIVE AT THE BBC & OTHER TRANSMISSIONS angekündigt. Darauf werden auch rare Aufnahmen mit seiner früheren Band The Vibrators aus den späten 70er Jahren zu hören sein+++

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Anlässlich des 50. Jahrestags der Show THE WHO LIVE AT THE FILLMORE EAST 1968 kommt der Tonträger komplett res­ tauriert und neu gemastert am 20.4. heraus. Am 4.4.1968, dem Tag, an dem Martin Luther King ermordet wurde, kamen The Who nach New York und traten an den beiden folgenden Tagen in Bill Grahams gerade erst eröffnetem Club Fillmore East auf. Ursprünglich waren vier Shows Seite

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gebucht, doch aus Furcht vor Unruhen nach der Ermordung Kings beließ man es bei einem Auftritt pro Abend. Am Morgen der Proben wurde die Gruppe für das „Life"-Magazin abgelichtet, das Foto unter dem riesigen Union Jack wurde später als Albumcover und Plakatmotiv des Kultfilms „The Kids Are Alright" verwendet. Who-Manager Kit Lambert ließ beide Auftritte filmen, allerdings wurde aus ungeklärten Gründen nur ein Teil des ersten Abends aufgezeichnet, während das Material des zweiten vollständig war. Bob Pridden, langjähriger Toningenieur der Band, der auch im Fillmore East an den Reglern stand, hat nun die originalen Vier-Spur-Bänder res­ tauriert und neu gemixt. Anlässlich des 50. Jubiläums erscheinen die bisher unveröffentlichten Aufnahmen, inklusive einer seltenen Coverversion von Allen Toussaints "Fortune Teller" (veröffentlicht unter dem Pseudonym Naomi Neville)+++ Um bei The Who zu bleiben: Deren Anführer Pete Townshend bringt parallel sein Solodebüt WHO CAME FIRST von 1972 zum 45. Veröffentlichungsjubiläum in einer remasterten Deluxe Edition als Doppel-CD heraus. Enthalten sind Demos des in den Archiven verstaubten Konzeptalbums LIFEHOUSE, von dem nur Teile später auf WHO’S NEXT von The Who auftauchten+++ Diese Besetzung kann sich sehen lassen: Beim „Arroyo Seco Weekend Festival" am 23./24.6. im kalifornischen Pasadena werden Robert Plant, Neil Young, Jack White, die Pretenders, Kings Of Leon, Guy Clark Jr. und Third Eye Blind als Headliner zu erleben sein+++ Auf Doppel-CD und DVD dokumentiert die Münchner Spider Murphy Gang ihre 40 JAHRE ROCK'N' ROLL. Genauer: den Mitschnitt ihrer beiden Jubiläumsshows in der jeweils ausverkauften Münchner Olympiahalle. Mit den Gästen, die damals mitgefeiert haben, von Willy Astor, Friedel Geratsch (Geier Sturzflug), Peter Schilling, Brings, Stefan Zauner (Münchner Freiheit) bis Claudia Koreck. Als spezielles Schmankerl enthält die DVD einen Mitschnitt von "Schickeria" und "Skandal im Sperrbezirk" bei der „Night Of The Proms" mit Orchester+++ 2016 wurden sie noch als das neue kongeniale Paar des Blues Rock gefeiert: die New Yorker Sängerin Sari Schorr und der englische Gitarrist Innes Sibun (ExRobert-Plant-Band). FORCE OF NATURE hieß ihr gemeinsames Album. Seit einiger Zeit gehen sie getrennte Wege. Schorr hat sich mit Ash Wilson einen neuen Gitarristen an ihre Seite geholt, den sie bei ihrer gerade laufenden DeutschlandTour vorstellt. Sibun seinerseits hat sich mit seinem Landsmann Marcus Malone zusammengetan. „Wir schreiben gerade


an einem Album, das später in diesem Jahr herauskommen soll – und Konzerte in Deutschland sind bereits für November gebucht", sagte er GoodTimes. Und zur Trennung von Schorr: „Ich war nicht glücklich über die musikalische Richtung, in die sie geht – sie kommt doch aus einer anderen musikalischen Ecke, hat mehr einen Pop-Background", beschrieb er das, was man wohl üblicherweise als musikalische Differenzen bezeichnet+++

Foto: © Valters Pelns

Der SWR wird filmen und mitschneiden, wenn Fools Garden am 19.4. ihr neues Album RISE AND FALL im Jazzhaus in Freiburg vorstellen. Dort ist auch ihr neues Label gleichen Namens beheimatet, das die Scheibe weltweit vertreiben wird. Es handelt sich dabei um das zehnte StudioAlbum der 1991 in Pforzheim gegründeten Band+++

Das klingt nach einer verheißungsvollen Reunion: Gallagher & Lyle waren für den 10.3. und einen Auftritt beim „Belfast Nashville Songwriters Festival" angekündigt – sowohl mit einem regulären Konzert wie auch Songschreib-Workshops. Mit Hits wie "I Wanna Stay With You", "Heart On My Sleeve" und ”Breakaway" hatten Benny Gallagher und Graham Lyle einst selbst abgeräumt, ansonsten Tina Turner, Phil Everly, Bryan Ferry, Paul McCartney, Eric Clapton und viele andere mit Hits versorgt. Ob mehr aus der erneuten Zusammenarbeit wird, war bei Redaktionsschluss noch nicht klar+++ Am 24.4. soll TONIGHT’S THE NIGHT LIVE, der lange erwartete Konzertmitschnitt von Neil Youngs 1973er-Shows im Roxy Theatre in Los Angeles, auf Vinyl, CD sowie digital erscheinen. Eine laut Young streng limitierte Doppel-LP-Pressung kommt anlässlich des Record Store Day im UK am 21.4. heraus. Der Kanadier war vom 20. bis 22.9.1973 im Roxy aufgetreten und hatte dabei auch neun Songs gespielt, die bald darauf auf TONIGHT'S THE NIGHT erschienen+++ Reichlich Vinyl gibt es aus dem Hause­ ­Repertoire Records: Der Hamburger Reissue-Spezialist bringt OUT OF URANUS heraus, das zweite Album von Killing Floor aus dem Jahr 1971, der in den 1970er Jahren angesagten Bluesband um Gitarrist Mick Clarke und Sänger/ Mundharmonika-Spieler Bill Thorndycraft. Ein Wiederhören gibt es auch mit Mickey Jupp und seiner Band Legend in Gestalt von MOONSHINE – darauf vermengten sie 1970 Rock, Blues und

Country. Ebenfalls wieder erhältlich ist THE SOUND OF '65, das Debüt der Graham Bond Organization mit dem „wilden Mann der Hammondorgel und des Saxofons", Jack Bruce (b, voc), Dick Heckstall-Smith (sax) und Ginger Baker (dr). Parallel gibt es die Nachfolgescheibe der Fusion-Vorreiter, THERE'S A BOND BETWEEN US (1965). Rockpiles LIVE AT ROCKPALAST 1980 dürfte ebenfalls Fans von Dave Edmunds und Nick Lowe beglücken+++ LIVE IN ROTH hat der Hamburger Jimmy Cornett sein neues Album genannt, das er mit The Deadmen herausbringt. Dabei handelt es sich um den Mitschnitt seines Auftritts bei den Rother Bluestagen im vergangenen Jahr. Es ist die erste ­ offizielle Dokumentation eines Konzerts bei der Veranstaltung, die in diesen ­Tagen mit ihrer 27. Auflage über die Bühne ­ gegangen ist. Zu hören ist handgemachte Rockmusik mit reichlich Blues-Ingredienzien, Southern-RockRiffs und Country/Roots-Elementen (Review im nächs­ten Heft)+++

gleichen Interviews geben und Fans bei „Meets & Greets" treffen+++ In dem Buch „Do Angels Need Haircuts?” bringt der Verlag Anthology Editions bislang weitgehend unveröffentlichte Gedichte von Lou Reed heraus. Er hatte sie 1970 während eines Zeitraums von sechs Monaten verfasst, nachdem er Velvet Underground verlassen hatte und nach Long Island zurückgekehrt war, wo er in der Firma seines Vaters arbeitete. Nur drei der zwölf Gedichte und Kurzgeschichten waren bisher bekannt. Begleitet wird die Buchveröffentlichung von Aufnahmen, die entstanden, als Reed 1971 in der St. Mark’s Church in New York eine Lesung abhielt, bei der angeblich Allen Ginsberg im Publikum saß+++ Seit über 40 Jahren macht das schwäbische Kreativduo Walter Negele (gelern-

ter Schreiner und Unternehmer) und Uli Frank (Architekt) zusammen Musik und brachte als Pancake einst zwei Prog-RockScheiben heraus. Später veröffentlichten sie zwei weitere Alben unter dem Projektnamen Late. Dieses Unternehmen haben sie nun um die Sängerin Regine Riegel alias Gina erweitert und als Gina Is Late das Album SURVIVE fertiggestellt+++ Mit einem 58-köpfigen Orchester und 60-köpfigen Chor haben Foreigner ihre Hits für ihr Jubiläumsalbum FOREIGNER WITH THE 21ST CENTURY SYMPHONY ORCHESTRA & CHORUS neu aufgenommen (GoodTimes berichtete). Im Mai 2017 spielte die Band zwei ausverkaufte Shows mit ihren 118 Begleitern in Luzern, was ab dem 27.4. per Tonträger nachzuerleben sein wird. Im Mai kommen Mick Jones und seine Mannen dann zu drei Shows nach Deutschland+++ Anzeige

Im April/Mai bringt Blueser Kai Strauss sein erstes Vinyl heraus, wie er GoodTimes stolz berichtete: „THE BLUES IS HANDMADE ist eine Art ‚Best Of’ der ersten drei Alben, die nur auf Schallplatte erscheinen wird." Außerdem plant Strauss für April/Mai eine Tour mit seinem texanischen Kollegen Tony Vega+++ Von ernsthaften gesundheitlichen Problemen John Parrs ("St. Elmo’s Fire") war im vergangenen Jahr zu hören. Offenbar geht es dem Musiker wieder besser: Er wird jedenfalls für Mai als Gast von Foreigner bei vier Shows ihrer „40th Anniversary Tour Ft. John Parr" im UK angekündigt+++ TATTOOED IN BLUES heißt das neue Album des irischen Gitarristen und Sängers Pat McManus. Also des Mannes, der kürzlich live in Deutschland unterwegs war, früher mit seinen Brüdern John (b, voc) und Tommy (dr) als Mama's Boys unterwegs war und später mit Celtus rockigen Folk spielte. Übrigens: „The Professor", so sein Spitzname, greift auch live immer noch zur Geige+++ Nachdem er von einem zehntägigen Urlaub mit seinen Enkelkindern in Baja zurückgekommen war, hat John Sebastian (Lovin’ Spoonful), der am 17.3. immerhin auch schon 74 geworden ist, gemeldet, dass er mit Arlen Roth im Studio ist, um an einem Instrumentalprojekt zu tüfteln. Außerdem hat er für die nächsten Monate reichlich Konzerte gebucht, leider alle nur in den USA+++ Und schon mal ein Blick etwas weiter voraus: Bei der „Rock Legends Cruise", die im Februar 2019 in Fort Lauderdale, Florida, in See sticht, wird Roger Daltrey (The Who) dabei sein, dazu Buddy Guy, Dave Davies und Kansas. Insgesamt 20 Künstler sollen während der viertägigen Musikkreuzfahrt 60 Konzerte geben, desGoodTimes 2/2018

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VERSTORBEN

© F. Schindelbeck

Christian Burchard (*17.5.1946) profilierte sich als Multi-Instrumentalist (Klavier, Posaune, Vibrafon), zunächst im Jazz mit dem Contemporary Trio, tourte mit Mal Waldron­und gründete als Schlagzeuger 1969 die stilprägende Weltmusik-Gruppe Embryo („Durchlaufstation" für über 400 Musiker), die in Deutschland zu den Pionieren des Genres zählte, aber auch viel international unterwegs war. Gelegentlich war der im damaligen Zonenrandgebiet (Hof) aufgewachsene Wahl-Münchner mit Missus Beastly und Checkpoint Charlie zu erleben. Der „musikalische Weltenwanderer" erlitt 2016 einen Schlaganfall, beendete seine Musiker­ karriere – und trat am 17.1. seine letzte Reise an. Heinz Geissler (*14.8.1956) war von Erlangen nach Austin, Texas, ausgewandert, wo er Watermelon Records gründete, auf dem Acts wie Alejandro Escovedo, Iain Matthews, Webb Wilder, Bob Neuwirth oder Katy Moffatt veröffentlichten. Er managte Robert Earl Keen, Alejandro Escovedo, Jon Dee Graham und Chip Taylor und engagierte sich bei vielen Sozialprojekten für Musiker – bis zum 18.1., als er überraschend starb. Steve Grizzly" Nisbett (*15.3.1948) sorgte " mit seinem Schlagzeug für den richtigen Reggae-Rhythmus bei der UK-Band Steel Pulse. Nach seinem Ausstieg 2001 wegen gesundheitlicher Probleme betrieb er ein eigenes Label – bis zum 18.1. Jim Rodford (*7.7.1941), das Rumpelstilzchen am Bass, half seinem Cousin Rod Argent 1964 bei der Gründung der Zombies, wurde aber kein Bandmitglied. Die beiden brachten Argent an den Start, ehe Rodford 1978 zu den Kinks wechselte und später bei The Animals II mitmischte; er spielte bei den reaktivierten Zombies und gründete 2008 Kast Of Kinks mit seinen Söhnen Steve (dr) und Russ (g). Er war bei der Argent-Reunion 2010 dabei. Nach einem Sturz starb er am 20.1.

Er verabschiedete sich am 29.1. von diesem Planeten.

gegen den auch eine Chemotherapie nicht mehr half, wie sich am 9.2. herausstellte.

Dennis Edwards war auf zahlreichen Temptations-Hits wie "Ball Of Confusion”, "I Can't Get Next To You”, "Cloud Nine” und "Papa Was A Rolling Stone” als Leadsänger zu hören. Er hatte bei den Contours gesungen, ehe er 1968 David Ruffin bei den Temptations ersetzte, mit denen er 1989 in die Rock’n’Roll Hall Of Fame aufgenommen wurde und bis zuletzt tourte. Er starb während der Reha nach einem Aneurysma am 2.2., einen Tag vor seinem 75. Geburtstag.

Tom Rapp (*8.3.1947), der einst bei einem Talentwettbewerb gegen Bob Dylan „gewonnen" hatte, wurde bekannt als Frontmann der psychedelischen Folk-Rock-Band Pearls Before Swine, ehe er ab 1972 solo unterwegs war. Mitte der 70er Jahre kehrte er dem Musikgeschäft den Rücken und arbeitete als Rechtsanwalt, war gelegentlich aber live zu erleben und veröffentlichte 1999 A JOURNAL OF THE PLAGUE. Den Kampf gegen ein Krebsleiden verlor er am 11.2.

Preston Shannon (*23.10.1947) spezialisierte sich als Gitarrist auf eine tanzbar groovende Mischung aus Blues und Southern Soul, veröffentlichte ab den 90er Jahren unter eigenem Namen, zuletzt das beim New Orleans Jazz & Heritage Festival mitgeschnittene LIVE AT JAZZFEST 2016. Er ging krebsbedingt am 22.1. für immer.

Leon Ndugu Chancler (*1.7.1952) trommelte für Hugh Masekela, Miles Davis, George Duke, die Santana Blues Band, Weather Report, Jazz Crusaders, Frank Sinatra, Donna Summer, John Lee Hooker, Lionel Richie, produzierte Kenny Rogers und Flora Purim, lehrte ab 2006 Jazz als Assistant Professor an der University Of Southern California und betrieb mit Patrice Rushen das Duo 1+One, bis er am 3.2. einem ProstataKrebsleiden erlag.

Billy Hancock (*4.11.1946) lieferte mit seinem Bass (gelegentlich auch Gitarre) das Rhythmusfundament bei The Fallen Angels, in der Danny Gatton Band, bei Fats Domino, Gene Vincent, Roy Buchanan sowie seiner eigenen Combo, die seinen Namen trug. Komplikationen durch eine Zirrhose rafften ihn am 22.1. dahin. Hugh Masekela (*4.4.1939) ) gehörte zu den renommiertesten Jazztrompetern, verließ seine Heimat Südafrika während des ApartheidRegimes für über 20 Jahre, trat beim Monterey Pop Festival 1967 auf und landete ein Jahr später mit "Grazing In The Grass" einen Nummer-1-Hit in den USA. Er gehörte zu den Pionieren der World Music und arbeitete mit den Byrds ebenso wie mit den Crusaders oder Paul Simon; er initiierte maßgeblich das Festival „Zaire 74" („Rumble In The Jungle"). Er ging am 23.1. für immer (Prostatakarzinom). Mark E Smith (*5.3.1957) widersetzte sich fast 40 Jahre lang mit seiner Band The Fall, bei der er gut 60 Mitstreiter verschliss, allen Erwartungshaltungen des Business. Und obwohl seine Musik nur seltenst massenkompatibel war, beeinflusste er mehrere Generationen von Musikern mit 32 StudioAlben. Smith starb am 24.1. Reese Buzz" Clifford (*8.10.1942) wurde " als One-Hit-Wonder mit dem "Baby Sittin’ Boogie" berühmt, arbeitete später als Songschreiber und betrieb eine CountryBand mit dem Schauspieler Gary Busey. Komplikationen nach einem grippalen Infekt kosteten ihn am 26.1. das Leben. Floyd Miles (*13.4.1943) beherrschte das Schlagzeug ebenso gut wie seine Gitarre, was er in den Bands von Gregg Allman, Floyd Miles und Clarence Carter sowie bei den Universals bewies. Er starb am 26.1. Eddie Shaw (*20.3.1937) war als Saxofonist und Sänger Mitglied der Bands von Howlin' Wolf, Eddie Shaw und Muddy Waters. Seite

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Joachim Zeno" Roth (*30.6.1956) war ein " feinfühliger Gitarrist, der in der Wahrnehmung allerdings stets im Schatten seines älteren Bruders Uli Jon stand. Mit Ule Ritgen gründete er in Hannover Black Angel, in den 80er Jahren dann die Metal Rocker Zeno, die für ihr erstes (dann überproduziertes) Album angeblich eine Million Mark Vorschuss bekamen. Roth hatte Alkoholprobleme, starb nach längerer Krankheit am 5.2. im Schlaf. Pat Torpey (*13.12.1953) profilierte sich als vielseitiger Schlagzeuger bei Montrose, Robert Plant, John Parr, Ted Nugent, Belinda Carlisle, The Knack und Richie Kotzen. Er war Ende der 80er Jahre Gründungsmitglied bei Mr. Big, bei deren jüngstem Album DEFYING GRAVITY (2017) er noch als „Drum-Producer" dabei war – 2014 war Parkinson bei ihm diagnostiziert worden, was ihn am 7.2. das Leben kostete. Mickey Jones (*10.6.1941) bearbeitete seine Trommelfelle in der Band Bob Dylans, für First Edition, Trini Lopez, Johnny Rivers und Levon Helm, ehe er die Sticks am 7.2. für immer aus den Händen legte. John Perry Barlow (*3.10.1947) war zwar vor allem Bürgerrechtler, ab 1971 bis 1995 schrieb er aber auch Texte für Grateful Dead und arbeitete dabei meist mit Bob Weir zusammen. Seit 2015 hatte er mit Herzproblemen zu kämpfen, worauf sein Tod am 7.2. zurückzuführen sein dürfte. Lovebug Starski (*16.5.1960 als Kevin Smith) gilt als einer der ersten Rapper im HipHop-Stil. Auch im UK schaffte er es mit "Amityville (The House On The Hill)” in die Top 12 der Charts. Am 8.2. erlag der aus der Bronx stammende DJ in Las Vegas einem Herzinfarkt. Craig MacGregor (*13.9.1949) spielte seit 1975 Bass bei Foghat. Bei dem Musiker mit dem Spitznamen „Thunderfingers" war 2015 Lungenkrebs diagnostiziert worden, n

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Vic Damone (*12.6.1928 als Vito Farinola) war einer der letzten Crooner der Generation Sinatra, dessen größter Erfolg "On The Street Where You Live" 1956 (#4) aus „My Fair Lady" war. Er verstummte am 12.2. für immer (Atemwegserkrankung). Daryle Singletary (*10.3.1971) war als Sänger in Country-Zirkeln unterwegs und veröffentlichte sieben eigene Alben. Am 12.2. wurde er tot in seinem Haus aufgefunden. Scott Boyer (*17.10.1947) spielte seine ­ itarre bei Cowboy, The Decoys und der G Gregg Allman Band, ist aber auch auf Alben von Delaney Bramlett, Cornell Dupree, Bobby Keys und Hugh McCracken zu hören. Er starb am 13.2. Barbara Ann Alston (*1944) sang ab 1961 bei The Crystals, die Phil Spector für sein Label Philles Records unter Vertrag nahm – bis die All-Girl-Group sich 1968 trennte. Sie arbeitete danach als Schauspielerin („Kojak") und wurde Mitte Februar wegen einer schweren Grippe in ein Krankenhaus in Charlotte, North Carolina, eingeliefert, wo sie am 16.2. im Alter von 74 Jahren verstarb. Bill Burkette (*1942) sang als Bariton ab der Gründung 1958 bei den Vogues, die in den USA viele Hits vorzuweisen hatten. Er verließ die Gruppe 1983 und arbeitete als Verkäufer in einem Heimwerkergeschäft. Er erlag am 1.3. einem Krebsleiden. Achim Bergmann (*16.3.1943) hatte noch den Nachruf auf Christian Burchard mitverfasst (siehe oben), hatte der doch auf dem Trikont-Label veröffentlicht. Genau das hatte der gebürtige Sauerländer mit seiner Kollegin und Lebenspartnerin Eva Mair-Holmes 1980 in München an den Start gebracht, nachdem er bereits 1969 zum linken Trikont-Buchverlag gestoßen war. Politischer, aber auch musikalischer Revoluzzer war Bergmann, der Alben der Schroeder-Roadshow und Ton Steine Scherben ebenso veröffentlichte, wie er die schrägen Österreicher Attwenger oder LaBrassBanda und Bernadette La Hengst herausbrachte. Mundart gab er eine Chance (Hans Söllner, Georg Ringsgwandl) – und er trug mit Mair-Holmes und seinen Mitarbeitern Weltmusik-, thematisch angelegte oder musikhistorische Sampler zusammen. Er starb am 1.3. © Pressefoto

Dave Holland (*5.4.1948) begann seine­ Karriere als Schlagzeuger 1965 bei Pinkerton’s Colours (drei Singles), wechselte zu Finders Keepers und lernte dort Mel Galley und Glenn Hughes kennen, mit denen er 1969 Trapeze gründete. 1979 stieg er bei Judas Priest ein, wo ihn 1988 Scott Travis ersetzte. 2004 wurde er wegen sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen zu acht Jahren Haft verurteilt. Er starb am 16.1. in Spanien.

Terry Evans (*14.8.1937) brachte ab 1994 sieben Alben unter eigenem Namen heraus. In Europa war der singende Gitarrist, Sänger und Songschmied oft im Duo mit Hans Theessink (zuletzt 2012 DELTA TIME) zu erleben, ins Rampenlicht rückte er aber vor allem, als er mit Bobby King den Gesang bei Ry Cooder übernahm. Seine souligen Blues-Dienste wurden von vielen Kollegen wie John Fogerty, Eric Clapton, John Lee Hooker, Boz Scaggs oder Maria Muldaur geschätzt. Nach langer Krankheit verabschiedete er sich am 20.1. in den Musikerhimmel.

© Tom Beetz

Bernd Spier (*6.4.1944) erfreute sich mit seinen Schlagern ("Pretty Belinda") in den 60er und 70er Jahren hierzulande in entsprechenden Fankreisen großer Beliebtheit. Bis 2005 hatte der Sohn des Dirigenten Robby Spier (Hessisches Rundfunkorchester) gelegentlich als Produzent gearbeitet, ehe er ins Immobiliengeschäft abwanderte. Er erlag, wie mit Verzögerung bekannt wurde, bereits am 30.12. den Folgen eines Herzinfarkts.


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Das Luftschiff schwebte aus dem Hangar

Von Jens-Uwe Berndt

Beim Namen Led Zeppelin herrscht Euphorie. Ungeachtet eindrucksvoller Erfolgsgeschichten von Gruppen wie Deep Purple, Queen, Pink Floyd oder auch von einem Künstler wie David Bowie (um nur ein paar zu nennen), wird Led Zeppelin der Status der größten Rockband der 70er Jahre zuerkannt. Mehr noch: Seit es für jenen Reunion-Gig am 10. Dezember 2007 in der Londoner O2

Arena 20 Millionen Interessenten für nur 18.000 Tickets gegeben ­haben soll, halten nicht wenige Led Zeppelin für das größte Rock-Phänomen aller Zeiten. Als Robert Plant (voc), Jimmy Page (g), John Bonham (dr) und John Paul Jones (b, keys) jedoch vor 50 Jahren mit ihrem Luftschiff abhoben, um die Welt zu erobern, kochten sie trotz diverser Vorschusslorbeeren noch mit Wasser.

m Anfang herrschte ein ziemliches Durcheinander, weshalb die Geschichte über die Gründung von Led Zeppelin auf verschiedene Art und Weisen erzählt werden kann. Zum Beispiel aus der Sicht von Rolling-Stones-Gitarrist Ron Wood. Der war bei der Jeff Beck Group Mitte 1967 gerade an den Bass gewechselt, als ihm ein paar Monate später von deren Manager Peter Grant mitgeteilt worden sei, dass die Typen der sich gerade formierenden New Yardbirds ihn – also Ron Wood – gern als Gitarristen hätten. So schrieb es Wood zumindest in seiner Autobiografie „Ronnie" von 2007. „Ein paar der Jungs hatte ich schon in Peters Büro getroffen", erinnerte sich der Musiker. „Den unhöflichen Drummer John Bonham, der mir wie ein Bauer vorkam, John Paul Jones und den harmlosen Robert Plant. ,Nein, ich bin ganz zufrieden mit dem, wie es jetzt ist', antwortete ich Peter." Grant aber habe nicht locker ge-

lassen, weshalb Wood seine Absage mit „Nie im Leben" bekräftigt haben will. „Die New Yardbirds holten stattdessen Jimmy Page als Gitarristen und änderten ihren Namen in Led Zeppelin."

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umindest ein Detail dieser eigenartigen Story ist unbestritten: dass die New Yardbirds nämlich nur kurz existierten und sich in Led Zeppelin umbenannten. Der Rest ist extrem unwahrscheinlich. Allerdings darf davon ausgegangen werden, dass Ron Wood die Geschichte nicht erfunden hat. Und schon gar nicht, um sich als Gitarrist aufzuwerten oder im Nachhinein auf eine Stufe mit Jimmy Page zu stellen. Vielmehr verblassen Erinnerungen, nehmen Handlungsstränge im Kopf mit den Jahren völlig neue Richtungen beziehungsweise entstehen Dialoge, wie sie in der Realität nie geführt wurden. Bedenkt man, dass sich Ron

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Wood viele Jahre dermaßen die Drogenkante gegeben hat, dass im Oberstübchen einiges durcheinandergeraten sein dürfte, werden Erinnerungsverschiebungen noch nachvollziehbarer. Jedenfalls hatten die New Yardbirds im Jahr ihrer Ersterwähnung, 1968, gewiss keinen Bedarf an einem Klampfer namens Ron Wood. Denn die Gruppe bestand anfangs nur aus einem echten Mitglied – und das hieß Jimmy Page: seines Zeichens einer der gefragtesten Gitarristen der 60er Jahre.

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ls der aus Heston, einem Londoner Vorort, stammende Page mit 22 Jahren bei den Yardbirds einstieg, um im Juni 1966 Paul Samwell-Smith am Bass zu ersetzen, hatte er bereits eine Vielzahl erfolgreicher Singles bespielt. Meist allerdings ungenannt wie bei "It's Not Unusual" von Tom Jones (1965), "Just Like Eddie" von Heinz (1963) oder Lulus "Shout" (1964). Lange hielt sich die Mär über die Mitwirkung von Jimmy Page am Kinks-Hit "You Really Got Me", der im Juli 1964 eingespielt und einen Monat später als 45er veröffentlicht wurde. Ungeachtet unzähliger Dementis – eines stammt von Jimmy Page selbst – blieb die Legende Bestandteil zahlreicher Publikationen und Dokumentationen über Page und Led Zeppelin. Bis heute. Warum das so ist, kann nur spekuliert werden. Vermutlich passt es gut, dass eben jener Gitarrist, der mit seiner Gruppe den klassischen Heavy Metal mitbegründete, auf eben der Single in die Saiten griff, die in Enzyklopädien als erstes echtes Heavy-Metal-Statement gilt. Es ist aber sicher auch kein Zufall, dass die Debatte immer dann neue Nahrung erhält, wenn der Kinks-Backkatalog mal wieder eine Neuauswertung erfährt.

bevor Page – ebenfalls härteren Sounds zugetan – Folk mitbrachte. Nachzuhören ist das auf der Yardbirds-LP LITTLE GAMES (1967) bei "White Summer". Dieses mit flinken Fingern gezupfte Folkinstrumental tauchte später bei Led-Zeppelin-Konzerten in Verbindung mit "Black Mountain Side" auf, das wiederum von ihrem 1968 aufgenommenen Debütalbum stammt. Auch die Hinzunahme eines Geigenbogens zur Modifizierung des Gitarrenklangs – eines der späteren Page-Markenzeichen – ist bei "Tinker Tailor Soldier Sailor" bereits auf LITTLE GAMES zu hören.

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ass sich die Yardbirds damals musikalisch immer mehr in eine Richtung bewegten, die Page später mit Led Zeppelin verfolgte, macht darüber hinaus eine französische TV-Aufnahme deutlich. Im März 1968 spielten die Yardbirds eine Version von "Dazed And Confused" (inklusive orientalischen Singsangs und Geigenbogens), die bereits alle wesentlichen Elemente der späteren Zeppelin-Nummer besaß. Auffällig ist, dass Keith Relf irgendwie nicht in das schwere Heavy-Rock-Stück findet. Der Text klingt bei ihm wie aufgesagt; wenn er ein „Yeah" herausstößt, wirkt es, als würde er damit nach so etwas wie Feeling suchen. Anders der zweite Song aus der Sendung, ie Rolle der Yardbirds für die "Train Kept A-Rollin'". Entwicklung der Rockmusik Diese Nummer war seit wird sträflich unterschätzt. Sicher, es Die schlagkräftigste Yardbirds-Besetzung (v.l.): Jeff Beck (g), längerem Bestandteil des ist die Gruppe, in der Eric Clapton, Jim McCarty (dr), Chris Dreja (bg), Jimmy Page (g), Keith Relf (voc) Yardbirds-Repertoires und Jeff Beck und Jimmy Page Gitarre unterstützte Relfs rhythmisch orientierten Gesang bestens. Relf wies nach seispielten – über diesen Zusammenhang kommen viele allerdings nicht hinaus. nem Ausstieg darauf hin, dass er Hard Rock eigentlich gar nicht so Und in kommerzieller Hinsicht hatten die Yardbirds mit 1965 auch nur ein ermöge. Umso erstaunlicher, dass er mit Armageddon 1975 deren giebiges Jahr. Damals mit Jeff Beck als Aushängeschild platzierten sie in Großeinziges Album einspielte, das heute als rarer Heavy-Metalbritannien "For Your Love" (#3, noch mit Clapton eingespielt), "Heart Full Meilenstein gilt. Of Soul" (#2) und "Evil Hearted You" (#3) in den Hitlisten. 1966 folgte mit "Shapes Of Things" noch eine weitere Nummer 3, bevor die Gruppe langsam zerbröselte. Was allerdings keineswegs am Einstieg von Jimmy Page ie TV-Aufnahmen können als letzte Zuckung gelegen hat. Natürlich entstand für Beck eine Drucksider vollkommen zerrütteten Yardbirds antuation, als Page zurück an die Gitarre wechselte gesehen werden, war die Band doch bereits und Rhythmusklampfer Chris Dreja den Bass vor wenige Wochen später Geschichte. Peter den Bauch schnallte. Becks Abgang, der sich Grant, der schon im Zusammenhang mit im November 1966 vollzog, hatte aber schon der Ron-Wood-Geschichte eine Rolle länger in der Luft ­gelegen. Nachhaltiger auf spielte, stand als Manager der Yardbirds das Klima innerhalb der Band wirkten sich da damit erst einmal vor dem Problem, eine die alkohol- und drogenbedingten Minderwerfür Herbst 1968 gebuchte Tournee durch tigkeitskomplexe von Sänger Keith Relf aus, der Skandinavien nicht realisieren zu können. immer unter der übermächtigen Präsenz der In dieser Situation zeigte sich, dass der cleGitarristen gelitten hatte. Schon bei Eric Clapvere Geschäftsmann, der später einen weton. War „Slowhand" aber eher introvertiert, trug sentlichen Anteil daran haben würde, dass Jeff Beck sein Selbstbewusstsein vor sich her. Und Led Zeppelin in kürzester Zeit zu MultiJimmy Page, der gut aussah, akribisch darauf achmillionären mutierten, mit Nachdruck tete, wie er sich kleidete und bewegte, stahl dem nach Auswegen suchte und diese auch Frontmann nicht selten die Show. zu finden wusste. Mit der ihm eigenen natürlichen Autorität drängte er Jimmy Page dazu, die Yardbirds neu zu formieach Becks Weggang durchliefen die Yardren, denn immerhin besaß der Gitarrist birds unter dem Einfluss der musikalischen die Rechte am Namen – und der Wagen Vorstellungen von Jimmy Page eine erneute kam ins ­Rollen. Metamorphose. Hatte die Londoner Gruppe als typische Blues-Revival-Vertreter begonnen, folgten nach dem Chart-orientierten "For Your ohn Paul Jones meldete sich von Love" Becks mit orientalischen Elementen anselbst, als er erfuhr, dass Page für die gereicherte düstere Hard-Rock-Kreationen, New Yardbirds neue Mitstreiter suchte.

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Beide kannten und schätzten sich von diversen Studio-Jobs – und Page war überzeugt davon, dass er mit Jones seine musikalischen Visionen realisieren könnte. Obwohl Bassist Chris Dreja als einziger der alten Besetzung noch zur Verfügung stand, gab er dem neuen Mann den Vorzug. Fürs Mikrofon wünschte er sich Terry Reid. Die Rockröhre aus dem englischen Huntingdon setzte gerade an, einer der größten Vokalisten des Vereinigten Königreichs zu werden: In den stillen Momenten hatte er etwas von Colin Blunstone (Zombies), legte er Kraft in seine Stimme, erreichte er die Intensität von Steve Marriott (Small Faces, Humble Pie) – mit dem gleichen Soullevel. Darüber hinaus war Reid ein exquisiter Rhythmusgitarrist, was Jimmy Page ebenfalls für den aufgehenden Star einnahm. Was folgte, gilt als eine der schicksalhaftesten Entscheidungen in der Rockhistorie – ähnlich der von Dick Rowe von Decca, der 1962 die Beat­ les nicht unter Vertrag nahm, weil er sie für untalentiert hielt: Terry Reid schlug die Offerte aus. Immerhin hatte er gerade sein erstes SoloAlbum BANG, BANG YOU'RE TERRY REID veröffentlicht und sollte sowohl im Vorprogramm der Rolling Stones spielen als auch Cream auf ihrer US-Tour supporten.

entdeckt, die er glaubte, füllen zu können. Terry Reid beteuerte immer, keine Reue zu empfinden, wenn ihm seine Entscheidung von damals vorgehalten wurde. Vielmehr empfinde er Stolz: „Denn ich habe Jimmy Page geholfen, die richtige Band zusammenzubekommen."

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iese Medaille kann sich der Engländer wahrhaftig ans Revers heften, denn Reid empfahl Page einen Typen namens Robert Plant. Page hat in vielen Interviews unzählige Male hervorgehoben, wie sehr ihn die Stimme von Robert Plant beeindruckt habe, als er ihn das erste Mal auf der Bühne sah. Sogar so sehr, dass er sich schwer gewundert habe, weshalb der Blondschopf in der britischen Rockszene nicht längst ein großer Name gewesen sei. Zu jener Zeit begegnete Plant einem anderen Sänger, der später die Geschichte des Heavy Metal ebenfalls wesentlich mitschrieb: Ozzy Osbourne. Der Black-Sabbath-Frontmann wusste, wie Plant klingt, hatte er ihn doch bereits mit dessen Band Of Joy live gesehen. Zu einem Treffen kam es aber erst, als der Shouter ihm vom Sabbath-Tieftöner Geezer Butler vorgestellt wurde. Und wie sich Osbourne in seiner Autobiografie „I Am Ozzy" von 2009 erinnert, habe ie Karriere von Terry Reid, der Robert Plant in diesem ersten Gewenig später auch ein Angebot spräch erzählt, dass ihm gerade ein von Deep Purple ablehnte, kam nie neuer Sängerjob angeboten worrichtig in Gang. Der Musiker proden sei. „Sehr schön", habe Butler duzierte in den 70er Jahren zwar gesagt. „Für wen ist der Job?" „Yardbirds", habe Plant geantwortet. Butler: noch ein paar qualitativ hochwertige Alben, ohne jedoch jemals seinen Stil zu „Wow, das ist riesig. Aber haben finden. Nach ROGUE WAVES (1979) schmiss er hin. Er hielt es nicht mehr für die sich nicht gerade getrennt?" möglich, nach zehn Jahren vergeblicher Anläufe doch noch als Solokünstler Led Zeppelin-Discographie in „Ja, aber Jimmy – Du kennst Erfolg zu haben. Alles, was danach kam, waren Gastbeiträge für Kollegen GoodTimes Edition Discographien den Gitarristen Jimmy Page – ist oder Arbeiten, die er aus reiner Leidenschaft ablieferte. „Jimmy wollte diese noch da- Vol. 5+6 – siehe Shop Seite 31 Gruppe zusammenbei. Auch bringen, und er sagte, In der Band Of Joy verdienten sich Robert Plant (l.) der Bassist. Sie haben vertragliche Verpflichtungen in er wolle, dass ich Sän- und John Bonham (2.v.l.) erste Sporen. Skandinavien. Dafür wollen sie jetzt eine neue Band ger werde", erzählte zusammenstellen." „Das ist eine große Sache", habe Reid in einem InterButler geantwortet. Plant jedoch war voller Zweifel: view vor zehn Jahren. „Nun, ehrlich gesagt bin ich mir gar nicht so sicher, „Ich sagte: Wer gehört ob ich den Job annehmen soll. Denn ich habe hier ein zur Band? Aber da war paar gute Sachen laufen und gerade eine neue Band keine Band. Er verzusammengestellt." Darauf Butler: „Oh, cool … wie suchte nur zu erklären, heißt sie denn?" „Hobbstweedle." Als Plant gegangen was er vorhatte zu tun. war, will Ozzy seinen Bassisten gefragt haben, ob dieEr fragte Steve Winser Sänger verrückt geworden sei. „Will er für dieses wood, er fragte Steve­ Hobbsbollock-Ding wirklich einen Job mit Jimmy Page Marriott, er wollte sausen lassen?" „Ich glaube, er ist sich nicht sicher, ob eine bestimmte Art das Ganze funktionieren wird", habe Butler geantworvon Sänger." Natürlich tet. „Aber er wird es machen, solange sie ihren Namen habe er sich geschmeiändern werden. Sie können nicht herumfahren und sich chelt gefühlt und Page dabei für eine längere Zeit The New Yardbirds nennen." vorgeschlagen, es nach „Besser als dieses scheiß Hobbstweedle", meinte Ozzy. seiner US-Tour mit Cream zu versuchen. Aber der Gitarrist habe ange hielt der Name tatsächlich nicht. Nachdem betont, dass er Reid Schlagzeuger John Bonham über Robert Plant zur unverzüglich benötiBand gestoßen war, wurden allerdings erst einmal die ge. „Die Leute sagen: Koffer gepackt – und ab ging's nach Dänemark. Laut ,Du hättest Robert Jimmy Page hatte die Gruppe gerade mal 15 Stunden Plant sein können.' Das Zeit, sich das Livematerial aufzudrücken. Seinen ers­ ist aber nicht richtig: Ich wäre immer noch Terry Reid gewesen. Ich bin Sänten Gig in der neuen Konstellation absolvierte das Quartett in Gladsaxe am 7. ger, ich spiele Gitarre, ich schreibe Songs auf meine Art." Jimmy Page habe September 1968 noch als Yardbirds. Gespielt wurden Songs, die zum späten genau gewusst, was er wollte. Und so habe er eine Lücke in der Rockszene Standardrepertoire der alten Yardbirds gehört hatten: "Train Kept A-Rollin'",

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"For Your Love", "Dazed And Confused", "White Summer" … Hinzukamen neue Stücke, die nur wenige Wochen später für das erste Led-Zeppelin-Album eingezimmert wurden: "Communication Breakdown", "How Many More Times", "I Can't Quit You Baby", "You Shook Me", "Babe I'm Gonna Leave You" … Jimmy Page nannte den Auftritt in einem Interview „experimentell".

Page und Kollegen auf Bluesnummern einiger von ihnen verehrter Musiker zurück, die sie eigentümlich coverten oder für ihren Stil bearbeiteten. Dass Blues aber ganz anders klingen kann, als es bisher selbst bei Blues-Rock-Bands typisch war, demonstrierten Led Zeppelin mit "Babe I'm Gonna Leave You", das sie nach etwas mehr als zwei Minuten explodieren ließen.

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m selben Tag folgte ein Konzert in Brondby, am 8. September gab es drei Auftritte an drei verschiedenen Orten unter drei verschiedenen Namen. In Lolland wurden die Briten als Yard-Birds angekündigt,­ in Roskilde als Yardbirds Featuring Jimmy Page, und in Koge stand dann wieder nur Yardbirds auf dem Plakat. In Pressereviews wurde vor allem die Qualität von Jimmy Page und John Bonham gefeiert. Ein Rezensent stellte sogar fest, er habe sich gewünscht, das Schlagzeugsolo möge nie aufhören. Über Plants Bewegungen wunderte man sich. Diese würden aussehen, als habe er Blinddarmschmerzen. In Schweden befand man, dass diese Yardbirds nicht mehr die Yardbirds von einst seien. Sie spielten zu laut und übertünchten damit Oberflächlichkeit. Aber gerade bei den fünf Stockholm-Gigs war der Zuspruch der Fans enorm.

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m 4. Oktober spielten die Pre-Zeppelin als New Yardbirds erstmals in der Heimat. Es traf den Mayfair Ballroom in Newcastle, der zwar nicht mehr existiert, mit diesem Konzert allerdings unvergesslich wurde. Wieder fiel die Phonstärke auf. Fans berichteten, es sei laut gewesen „wie die Hölle". Aber den meisten gefiel genau das. Zwischenzeitlich nahm das Quartett die live erprobten Songs in den Londoner Olympic Studios auf. Laut Page dauerte der gesamte Prozess „zwischen 30 und 36 Stunden". Am 25. Oktober präsentierte sich die Gruppe letztmalig unter dem Banner New Yardbirds und verkündete bereits ihren neuen Namen: Led Zeppelin. Der nächste Gig im Londoner Roundhouse wurde bereits als „Yardbirds – jetzt bekannt als Led Zeppelin" angekündigt. Page und Co. verdienten an diesem Abend zusammen 150 Pfund.

er erste US-Auftritt am 26. Dezember in Denver, Colorado, bekam in den „Rocky Mountain News" einen gepflegten Verriss. Jimmy Page, dem Mann von den Yardbirds, gestand man Außergewöhnliches zu, während Robert Plant mangelnde Ausstrahlung unterstellt wurde. Außerdem wirke Bassist John Paul Jones nur mit, und Schlagzeuger John Bonham sei unflexibel und präsentiere ein ereignisarmes Solo. Der Beginn eines Siegeszugs sieht anders aus. Es folgten Livedates als Support für Vanilla Fudge in Seattle, Vancouver (Kanada), Portland und schließlich am 30. Dezember in Spokane. Abgesehen davon, dass der Veranstalter den Namen am Telefon falsch verstand und die Briten in einer Textanzeige als „Len Zefflin" ankündigen ließ, wurde das Konzert legendär. Und das nur, weil ein junger Konzertbesucher damals sein Tonbandgerät mitlaufen ließ. Heute gibt es den Spokane-Gig in den unterschiedlichsten Bootlegvarianten – und er gilt als erstes Livedokument von Zeppelin überhaupt.

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ls Jimmy Page mit seinen neuen Mitstreitern durch Skandinavien getourt war, wurde ihm von Show zu Show mehr bewusst, dass es unter dem Yardbirds- oder New-YardbirdsBanner keine echte Zukunft für ihn gab. Dies hier war definitiv eine andere Band, die zu keiner Zeit das Erbe von Relf, Samwell-Smith und Dreja antreten konnte. Und auch nicht wollte. In der Vision von Jimmy Page spielten sie künftig in anderen musikalischen Welten. Bei der Suche nach einem passenden Namen wurde nicht viel Zinnober gemacht, erinnerte sich Page doch an die „Beck's Bolero"-Session­ am 16. Mai 1966 mit ihm, Jeff Beck, Nicky Hopkins und John Paul Jones sowie Keith Moon und John Entwistle von The Who. Es wurde über die Gründung einer Supergroup sinniert, der man den Namen Lead Zeppelin verpassen wollte. Die Geschichte wird in unterschiedlichen Versionen berichtet. Moon behauptete immer felsenfest, dass es „Gegeikel" gewesen sei, weshalb er auch diesen schrägen Namen – „bleiernes Zeppelin" – gewählt habe. Entwistle erzählte später, die Idee habe von ihm gestammt. Und Jimmy Page meinte gar, dass die Pläne zur Bandgründung ernsthaft betrieben worden seien (lediglich John Paul Jones habe nicht mitziehen wollen). Man habe sogar nach einem Sänger Ausschau gehalten und dabei Steve Winwood favorisiert. Dass schließlich Led Zeppelin daraus geworden sei, habe man Manager Peter Grant zu verdanken: Dem klang das „Lead" wie ein schlechtes Omen, weshalb er einfach das „a" entfernte.

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as Material der ersten LP gibt wieder, was die Band damals auf der Bühne ablieferte: LED ZEPPELIN I war genau die Krawallorgie, die jene, die ihre frühen Konzerte besuchten, erwarten durften. Im Studio war an den Songs auch nicht groß herumgefeilt worden. Drauflos getrümmert und abgehakt. Am stärksten kommt diese Arbeitsweise bei "Communication Breakdown" rüber. Auch wegen der extrem kurzen Zeit der Vorbereitung auf praktisch alles, was die neue Band Ende 1968 zu bewältigen hatte, griffen GoodTimes 2/2018

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er rührige Peter Grant, der 1968 ein wichtiger Faktor war, dass Led Zeppelin überhaupt aus dem Hangar schwebten, verhalf der Gruppe nicht nur zu Weltruhm, sondern machte die vier Briten zum bestbezahlten Mythos der 70er Jahre. Dazu mehr in Teil 2 ...

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ALBUM COVER ART GALERIE #13:

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Mit dem rasanten Aufstieg der CD ab den 1980er Jahren drohte der guten alten Schallplatte das Aus. Doch Vinyl erlebt seit Jahren ein Revival. Viele Neuheiten sind auch als LP zu haben, ganz zu schweigen von einer Flut an Repros mit Oldie­ma­te­ rial.­Diese Entwicklung setzte nicht nur eine Debatte über die Sinnlichkeit analogen Musikhörens in Gang, der Blick fällt auch wieder auf die "Wunder­ tüten", in denen die schwarzen Scheiben stecken: kunstvoll gestaltete, großforma­ tige Albumhüllen. Ausgewählte Beispiele stellt diese Serie vor.

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wäre freilich unvollständig ohne die Nennung von Rick Price (voc, b), Jeff Lynne (voc, g, keys), Richard Tandy (g, b, keys) und Bill Hunt (keys) – ehemals Sight & Sound, The Idle Race, The Uglys und Breakthru –, die nachher ebenfalls in die Band eingebunden waren. Als nach vier LPs (MOVE, 1968; SHAZAM, 1970; LOOKING ON, 1970; MESSAGE FROM THE COUNTRY, 1971) und der Single "California Man"/"Do Ya"/"Ella James" (1972) die Gruppe Vergangenheit war, wandten sich deren Musiker neuen Projekten zu. Populär wurden das Electric Light Orchestra und Wizzard, während die Wizzo Band nicht mehr als eine kreative Spielwiese für Roy Wood blieb.

Vor 50 Jahren, im April 1968, veröffentlichten The Move ihr selbst betiteltes Debütalbum, das 13 Songs mit einer Laufzeit von rund 35 Minuten bot. Erste A c ht u n g s e r f ol g e hatte­die Band bis dahin bereits mit The Move v.l.: Wayne, Wood, Burton, Kefford, Bevan (1967) den Deram-­Singles "Night Of Fear" (mit Anleihe im Intro bei Tschaikowskis "Ouvertüre 1812") und "I Can Hear The Grass Grow" verbucht, die 1967 in den britischen Charts auf #2 und #5 stiegen. Noch erfolgreicher waren die beiden Nachfolger beim Label Regal Zonophone: "Flowers In The Rain" und "Fire Brigade", mit den B-Seiten "(Here We Go Round) The Lemon Tree" und "Walk Upon The Water", belegten 1967/68 in den Top Ten die Plätze 2 und 3. Die vier letztgenannten Titel gab es dann auch auf MOVE zu hören. Berühmt-berüchtigt wurde vor allem "Flowers In The Rain". Berühmt, weil beim Start von BBC Radio 1, der ersten nationalen PopRadio-Station, der Song am 30. September 1967 als allererster über den Äther ging – präsentiert von Tony Blackburn, ehemals DJ beim Piratensender Radio Caroline. Berüchtigt, weil Move-Manager Tony Secunda mit einer extravaganten PR-Aktion, die als politische Satire gedacht war, seinen Schützlingen und sich selbst einen Bärendienst erwies. Seine Idee, die neue Single mit einer Postkarte zu bewerben, auf der eine Karikatur des nackten Harold Wilson mit seiner Sekretärin Marcia Williams in eindeutig zweideutiger Pose zu sehen war, alarmierte MOVE (1968) den damaligen Premierminister. Er verklagte die Band, gewann vor Gericht und erreichte, dass die Tantiemen des Songs für alle Zeit wohltätigen Zwecken zufließen würden. Komponist Roy Wood verlor dadurch immens viel Geld, Secunda seinen Job bei der Band.

irmingham, die zweitgrößte Stadt im Vereinigten Königreich, steht in der Rockszene für Bands wie Black Sabbath, Duran Duran, die Fine Young Cannibals, Judas Priest, Ocean Colour Scene, The Moody Blues, The Renegades, The Spencer Davis Group, Traffic, UB40 und für talentierte Musiker wie Martin Barre, Steve Gibbons, Denny Laine, Nick Mason, Christine McVie, Carl Palmer, Cozy Powell … In den späten 60er/frühen 70er Jahren waren es aber besonders die kreativen Teufelskerle von The Move, die mit ihrem Sound und ihren Eskapaden dem Swinging London eine gehörige Portion WestMidlands-Feeling einbläuten. Das im Dezember 1965 formierte Quintett bestand zunächst aus Roy Wood (voc, g, b), Carl Wayne (voc), Chris „Ace” Kefford (voc, b), Bev Bevan (voc, dr) und Trevor Burton (voc, g, b), die davor bei The Nightriders, The Vikings und The Mayfair Set aktiv waren. Laut Legende kam der Ratschlag zur Bildung einer Art Supergroup aus den besten Musikern der Stadt von Davy Jones. Der Sänger von The Lower Third, der sich später in David Bowie umbenannte, soll ihn Burton und Kefford nach einem Konzert in Birminghams Cedar Club gegeben haben. Das kurze, aber turbulente Abenteuer von The Move

"Flowers In The Rain" und "Fire Brigade", deutsche Singles von Polydor (1967/68)

The Move v.l.: Bevan, Lynne, Wood (1972) Seite

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Von Horst Berner

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Mit ihrer ersten LP etablierten sich The Move als eine der hippsten Bands im UK. Ihre Popsongs waren mitreißend konstruiert und mit Ausnahme des Eddie-Cochran-Knallers "Weekend", des Moby-Grape-Titels "Hey Grandma"


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anderem die Apple Boutique in der Baker Street ausgestalteten oder die Kos­ tüme zur Seite 1: TV-Sendung „Our World" (mit 1. "Yellow Rainbow" (2:35) der Ausstrahlung von "All 2. "Kilroy Was Here" (2:43) 3. "(Here We Go Round) The Lemon Tree" (2:59) You Need Is Love") und zum Film „Magical My4. "Weekend" (1:46) stery Tour" entwarfen. 5. "Walk Upon The Water" (3:22) The Fool arbeiteten aber 6. "Flowers In The Rain" (2:29) auch für Cream, Procol 7. "Hey Grandma" (3:11) Harum, The Hollies, The Seite 2: Incredible String Band, und Bemalte 8. "Useless Information" (2:56) überhaupt wirkten die vier Clapton-Gitarre 9. "Zing Went The Strings Of My Heart" (2:49) in allen erdenklichen kreativen Disziplinen: Male10. "The Girl Outside" (2:53) rei, Poster, Illustration, Reklame, Albumcover, Mode, 11. "Fire Brigade" (2:22) Filmset-Design 12. "Mist On A Monday Morning" (2:30) Carl Wayne in Aktion („Wonderwall"), 13. "Cherry Blossom Clinic" (2:30) Fassaden-, Fahr­­ und des Judy-Garland-Evergreens "Zing Went The zeug-und Instru­ Strings Of My Heart" alle von Wood geschrieben. EinTrack 1 bis 3, 5 bis 6, 8, 10 bis 13: Roy Wood; m e n t e n b e­m a ­ gängige Melodien, ausgefallene Arrangements (mit Track 4: Bill Post, Doree Post; Track 7: Jerry Miller, lung (George­ Hilfe von Tony Visconti mitunter auch orchestral verDon Stevenson; Track 9: James F. Hanley Harrisons Bunziert), krachender Beat, feine V ­ ocals (kombiniert mit galow, John Lennons Rolls-Royce, großartigem Harmoniegesang aus Paul McCartneys Piano, Eric Clapfünf Kehlen) und abgedrehte Lyrics tons Gitarren). Obendrein nahmen sie waren die Zutaten dieses Sounds, 1968 auch noch Psychedelic-Folkder als Freakbeat oder PsychedeMusik auf, die von Graham Nash prolic Rock katalogisiert wurde. Vollduzierte LP THE FOOL. Die führende ends „bewegt" ging es zu, wenn Künstlerin der Gruppe, Marijke Koger die Band auf der Bühne stand und (heute verheiratete Dunham), wurde das Zertrümmern von Hitler-Bil2011 in dem Buch „Electrical Banadern, Fernsehgeräten oder Autos na" als eine von sieben „Masters Of mit der Axt zum Bestandteil ihrer Psychedelic Art" eingehend porträShow machte. Gestylt wie Mods, tiert. Zusätzliche Anerkennung fand gebärdeten sich die Musiker live sie jüngst durch die Blues Pills: Für wie Punks. So viel Power machte die Gestaltung der CDs/LPs BLUES sie Ende des Jahres 1967 in GroßFassadengestaltung der PILLS (2014), BLUES PILLS LIVE britannien bei der gemeinsamen Tour-Programmheft (1967) (2015) und Apple Boutique (Nov. 1967) Tournee zum Top-Act neben The Jimi Hendrix LADY IN GOLD (2016) verwerteten die jungen Experience, Pink Floyd und Amen Corner. ­Retro-Blues-Rocker ihre Poster „Love Life" und ­„Venus And Mars" von 1966 sowie „Body Trip" Das Plattencover symbolisiert auf frappierenvon 1967. de Weise den Habitus von The Move. Das in leuch­ tenden Tönen illustrierte Windrädchen, Und The Move? Vier auf dessen Flügeln die vier verschnörkelten ehemalige BandmitBuchstaben M-O-V-E eingearbeitet sind, steht glieder (Wood, Bevan, für Bewegung, Lebendigkeit und Rhythmus. Lynne und Tandy) Eine expressive Assoziation, wenngleich der wurden am 7. April Bandname ­ sicherheitshalber in einer kleinen 2017 in die Rock’n’Roll Denkblase noch einmal gut lesbar wiederholt Hall Of Fame aufgeist. Plakativ und bunt mutet auch die grafische Lösung auf dem Backcover an. Von Bobby Da- The Move, The Jimi Hendrix Experience, Pink Floyd und nommen – allerdings für ihre Großtaten vidson geschossene Fotos der Musiker, koloriert Amen Corner backstage in der Royal Albert Hall (1967) in Sachen Electric The Beatles in Light Orchestra. Die Magical Mystery Tour" " Nachpressung von MOVE, mit Original-Artwork und den remasterten Songs in Mono, veröffentlichte Music On Vinyl am 18. Juli 2016. Zugreifen, es ist nie zu MOVE als 3-CD-Digipak-Edition (2016) spät für die Entdebeziehungsweise übermalt, wurden da vor einem psychedelischen ckung dieses Meis­ Zeittunnel zu e­iner Collage zusammengesetzt. Realisiert hat das terwerks aus den MOVE-Artwork die Künstlergruppe The Fool, die während ihrer Sixties. Und wer aktiven Zeit von knapp vier Jahren zwischen 1966 und 1970 aus noch mehr „Bewegung" braucht, der sollte in Marijke Koger, S­ imon Posthuma, Josje Leeger (alle aus Amsterdam) die kurz zuvor, am 29. April 2016, bei Cherry und dem Kanadier Barry­Finch bestand. 1967/68 versetzten sie mit Red Records erschienene 3-CD-Digipak-Edition reinhören. Sie bringt den Moveihren farbenfrohen A ­ rbeiten die „beautiful people" in der britischen Metropole Erstling ergänzt um sage und schreibe 52 Bonustracks. in Verzückung. Ihre prominentesten Klienten waren die Beatles, für die sie unter GoodTimes 2/2018

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Joan Baez 1960 hat Joan Baez, die Ikone der Folkmusik und Bürgerrechtsaktivistin, ihre selbst betitelte DebütLP herausgebracht. Kurz vor ihrem 77. Geburtstag am 9. Januar kündigte sie nun die Veröffentlichung ihres finalen Albums WHISTLE DOWN THE WIND und ihre letzte Welttour an. Über die Gründe dafür und Zukunftspläne sprach GoodTimes-Mitarbeiter ­Philipp Roser mit Joan Baez.

neue Album ist ein Spiegelbild dessen: Es gibt schöne Balladen ebenso wie „sozial bewusste" Lieder – diesen Begriff mag ich lieber als das Wort „politisch" oder „Protestsong". Dabei, diesen Bogen zu schlagen, hat Ihnen Josh Ritter geholfen? Ja, ich bat ihn, mir etwas zu schreiben, und er kam mit "The Silver Blade” an, das an "Silver Dagger" ­ von meiner Debüt-LP aus dem Jahr 1960 anknüpft. Er schrieb mir außerdem eine Nummer, die zwar sehr gut, aber zu tagespolitisch, inhaltlich zu aktuell war für dieses Album – so, wie übrigens auch Steve Earle. Ich wollte es etwas allgemeiner beziehungsweise zeitloser halten. 2018 wird richtig arbeitsreich und stressig – das Jahr darauf werden Sie dann auf einen Schlag sehr viel mehr Zeit für sich selbst haben ... Ja, ich werde mehr Zeit haben. Neben der Tour arbeite ich momentan jedoch auch an einer Dokumentation über mein Leben. Ich weiß nicht, ob ich noch in diesem Jahr damit fertig werde. Aber danach werde ich sehr viel mehr malen. Sie sind 2017 in die Rock'n'Roll Hall Of Fame aufgenommen worden – was bedeuten Ihnen solche Auszeichnungen? Natürlich war es interessant und hat mir auch geschmeichelt. Aber ich habe so meine Probleme mit Awards. Ich habe meinen Manager gefragt, ob das wirklich eine so große Sache sei und ob ich da hingehen müsse (lacht). Er war fast entsetzt, und natürlich hat er Wert darauf gelegt, dass ich zu der Zeremonie ging. Einige der jüngeren Musiker kannten mich dann gar nicht (lacht). Aber es hat Spaß gemacht, und ich habe meine kleine Rede gehalten. Wie geht es Ihnen denn angesichts der politischen Verhältnisse in den Staaten? Verzweifelt? Ja. Aber wenn man in Depressionen verfällt und nicht dagegen ankämpft, wäre es noch schlimmer. Ich habe kürzlich Michael Moore (Linker Filmemacher, Anm. d. Autors) in einer TV-Show gesehen und kurz danach George Will, einen erzkonservativen TV-Kommentator, der­ aber die Republikaner verlassen hat, als Trump an die Macht kam. Und beide haben exakt das Gleiche gesagt: Wenn wir in diesem Land eine Zukunft haben, dann nur, weil Menschen ihre Wohnzimmer verlassen und auf die Straße gehen und demonstrieren. Und das passiert in stärkerem Maße als je zuvor in den letzten 40 Jahren. Es ist böse und schlimm, was passiert – aber ich sage bewusst nicht, er sei böse. Ich weiß ja nicht, ob diese Leute im Weißen Haus einst von ihren Vätern geschlagen wurden, was ihnen widerfahren ist, als sie klein waren. Aber was sie tun, ist böse – sie verletzen Menschen, andere Länder. Alles, was sie wollen, ist: Geld machen.

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s hat fast zehn Jahre gedauert, bis Sie mit WHISTLE DOWN THE WIND ein neues Studiowerk aufgenommen haben – warum so lange? Ich musste auf Inspiration warten. Den letzten Anstoß gab dann die Entscheidung, in diesem Jahr letztmals auf Tour zu gehen. Was übrigens nicht heißt, dass ich überhaupt nicht mehr singen werde. Wenn man aus Südafrika anfragt, ob ich nicht bei einem Festival eine Viertelstunde auftreten könne, oder wenn mich Bürgerrechtler rufen, werde ich da sein. Es wird ja wohl richtig schwierig, die Setlist für die anstehende Tour zusammenzustellen? Absolut richtig. Ich habe mir aber noch keine großen Gedanken darüber gemacht. Ich freue mich schon darauf, einige der neuen Songs zu spielen und mit dem Publikum zu teilen, nachdem ich lange Jahre keine neuen Lieder hatte. Aber natürlich weiß ich, dass meine Fans vor allem die Klassiker hören wollen. Ich werde mich bemühen, eine Karriere von über 50 Jahren abzudecken und die Konzerte so interessant wie möglich zu gestalten. Sie haben sich wieder einmal neu erfinden müssen, was den Gesang angeht? Das hört nie auf, weil die Muskeln der Stimmbänder immer müder werden. Deswegen muss ich ständig üben, um sie einigermaßen flexibel zu halten. Und eines Tages kommt eben der Moment, wo man sich fragt, ob es den Aufwand wirklich wert ist. Die Stimme wird immer tiefer. Bei diesem Album habe ich jedoch endlich meinen Frieden damit gemacht und bin mit dem Resultat wirklich glücklich. Ich mache mir keine Gedanken mehr darüber, dass ich die hohen Töne nicht mehr schaffe. Ich erreiche sie zwar noch, kann sie allerdings nicht mehr halten – aber das ist der Lauf der Dinge. Das Album beginnt so, wie Ihre Karriere einst begonnen hat: nur mit Ihrem Gesang und der Gitarre, ehe dann die anderen Instrumente sehr verhalten einsetzen ... So schlage ich gewissermaßen einen Bogen, verknüpfe den Anfang und das sich abzeichnende Ende. Einen Unterschied gibt es allerdings: Mein erstes Album enthielt überhaupt nichts Politisches, was sich dann ja aber schnell änderte, indem Musik und gesellschaftspolitischer Aktivismus verschmolzen. Und das Seite

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© Pressefotos

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DONOVAN

Was verbindet euch beide neben den familiären Umständen am meisten?

DONOVAN: Dass Joolz mein Stiefenkel ist und ich sein Stiefopa, steht ganz klar im Vordergrund. Aber auch die Art, wie er groß geworden ist, in einer Art Hippie-Bohème-Gemeinschaft, hatte entscheidenden Einfluss auf seine spirituelle Entwicklung. Hoffentlich auch auf seine Herzensbildung. Aber da bin ich mir sicher. Joolz ist ein großartiger Kerl. JOOLZ: Ich kann dieses Kompliment nur zurückgeben – Donovan ist der beste, warmherzigste Großvater, den man sich wünschen kann. Vielleicht ist er etwas verrückt. Aber Verrücktheit in der heutigen Zeit hat etwas Positives.

Wie stark unterstützt ihr euch gegenseitig musikalisch?

DONOVAN: Ich habe Joolz mit 16 seine erste Gitarre geschenkt und merkte rasch, wie talentiert der Junge auf diesem Instrument ist. Nachdem ich ihn unterrichtet hatte, spielten wir schon bald gemeinsam Konzerte. JOOLZ: Ich bat Donovan, mir auf der Klampfe den Stoff meines Großvaters Brian beizubringen. Das hat er gerne getan. Ich liebe dieses Zeug und bin froh, dass ich es jetzt selbst beherrsche.

Donovan, welche Beziehung hattest du zu Brian Jones?

DONOVAN: Er war mein Mentor, wenn man so möchte. Er sorgte dafür, dass ich 1964, mit gerade mal 18 und ohne eine Platte veröffentlicht zu haben, meinen ersten Auftritt in der beliebten englischen TV-Show „Ready Steady Go" bekam. Dort lernte ich Linda kennen, sie arbeitete im Fernsehstudio als Assistentin. Ich verliebte mich in sie. Brian und Linda hatten sich kurz zuvor voneinander getrennt. Inzwischen bin ich mit Linda seit einer kleinen Ewigkeit verheiratet und habe mit ihr zwei Kinder. Das alles dank Brian, der niemals eifersüchtig auf unser Glück war.

Wenn man dich als "ewigen Hippie" bezeichnet – stimmt dich das zufrieden?

Schon mit 18 Jahren hatte der Mann seinen ersten Hit, "Catch The Wind", für den er gleich den prestigeträchtigen Ivor Novello Award bekam. Seitdem ist der 1946 in Schottland geborene Donovan Leitch ein gefeierter Popstar und Inbegriff des Folk-Troubadours. In den darauffolgenden Jahren veröffentlichte der smarte Brite Hits wie "Colours", "Universal Soldier", "Atlantis", "Mellow Yellow" oder "Sunshine Superman". Donovan ist nach wie vor aktiv. Und kam im März anlässlich seiner The Song Of " The Sea"-Tour 2018 für einige Konzerte auch in deutsche Hallen. Eröffnet wurde von Joolz Jones. Der Nachwuchsmusiker ist nicht nur Enkel von Rolling-Stones-Mitbegründer Brian Jones, der 1969 verstarb, sondern gleichzeitig Stiefenkel von Donovan, der dessen Mutter Linda Lawrence Mitte 1970 ehelichte. Hippie-Patchwork eben. Das übrigens prächtig funktioniert.

© Pressefoto

Foto: © Michael Collopy

Der ewige Bohemien

DONOVAN: Nicht wirklich, weil ich mich eher als „ewigen Bohemien" bezeichnen würde. Für mich ist es so: Die 50er sind abgeschlossen, sind Historie. Doch die 60er, denen ich entstamme, Joolz Jones deren Ideale und radikale Gedanken, sind noch lange nicht tot. Die Sixties stehen für Liebe und Zusammenhalt, für Weltfrieden und Spiritualität. Diese Ideen braucht die Gegenwart dringender denn je zuvor. Sie braucht ein Verständnis dafür, wie man das alles umsetzen kann. Wie man in ein neues, glückseliges Zeitalter kommt. Dafür stehen die 60er Jahre. Dafür steht der „BohemienGedanke". Letztlich geht es bei aufgeweckten Menschen heutzutage darum, Licht ins finstere, böse Dunkel der modernen Zivilisation zu bringen. Wir müssen Klarheit schaffen – für uns selbst, für die anderen. Ich bin vor exakt 50 Jahren zusammen mit den Beatles nach Indien gereist, um dort beim Guru Maharishi Mahesh Yogi einen mehrwöchigen Kurs zu belegen. Seitdem bin ich glühender Anhänger der Transzendentalen Meditation. Wenn ich die betreibe, bin ich ganz bei mir. Und sich selbst zu verstehen, das ist der Schlüssel für Menschen, die eine positive neue Welt gestalten wollen.

Donovan, hast du eine Botschaft an die junge Generation von heute?

DONOVAN: Studiert meine Songs sehr genau! Sie ste­ cken voller Optimismus. Sie sind ein solides Bollwerk gegen all diesen üblen Materialismus, der die Welt verseucht. Rettet den Planeten, er ist es wert. Ich fürchte, wir besitzen keinen anderen, den wir retten könnten. Und habt Respekt vor alten Typen wie mir. Allerdings nur dann, wenn wir etwas zu sagen und zu geben haben. Die alten Leute, die egoistisch sind, nur an sich denken, haben euren Respekt nicht verdient. Michael Fuchs-Gamböck

Michael Schenker A Decade Of The Mad Axeman A Decade of the Mad Axeman widmet sich ausführlich den zehn Jahren von 2007 bis 2016, in denen Michael Schenker erneut vor musikalischer Kreativität sprüht und viele großartige Stücke komponiert. • CD 1 enthält Studio-Aufnahmen aus den Jahren 2007 – 2014 • CD 2 enthält Live-Aufnahmen aus den Jahren 2010 – 2016 • Featuring: u.a. Don Airey, Gary Barden, Francis Buchholz, Wayne Findlay, Chris Glen, Steve Mann, Michael Voss... • Special Guests: Michael Amott, Graham Bonnet, Rudolf Schenker, Jeff Scott Soto, Leslie West

Potsch Potschka Spielt Spliff Gemeinsam mit Herwig Mitteregger, Manfred Praeker und Reinhold Heil gründete er 1977 die Nina Hagen Band. Nach der Trennung von Nina Hagen formierten sie 1980 die Band Spliff. Für dieses Album hat er elf Spliff-Songs ausgewählt und verleiht ihnen eine ganz neue Handschrift: modern, rotzig frech und voller Energie. • Erhältlich als CD & Audiophile LP • Audiophile LP: DMM Direct Cut vom 24/96 Hi-Res Master / 180 Gr. Audiophile Pressung

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,,The time is right for fighting ,, in the street, boy

Von Horst Berner

1968 war ein bewegtes Jahr. Eingemeißelt in die Chronik der ­poli-­ ­tischen Ereignisse stehen die Schlagworte Vietnam-Krieg, Studenten­­­unruhen, schwarze und weiße Bürgerrechtsbewegungen, Attentate auf Rudi Dutschke, Martin Luther King und Robert Kennedy, Bürgerkrieg in Nigeria, Niederschlagung des Prager Frühlings, Kulturrevolution in China ... Es war ein Jahr des Zorns, der Revolte. Und die beiden wichtigsten Bands der Zeit, Rolling Stones und die Beatles, lieferten mit "Street Fighting Man" und "Revolution" den Soundtrack dazu.

W

ie leben Revolutionäre? Deutschlands Extrem-Linke gibt Aus„ kunft über ihre Konsumgewohnheiten. Mag sie Spaghetti und Konserven oder lieber die Küche der Bourgeoisie? Was macht die Rote Garde am Monats­ ende im Supermarkt? Apfelsinen aus dem Apartheidstaat – ist das bekömmlich?" Was sich liest wie der launige Einstieg in einen Satire-Artikel, ist in Wahrheit ein Zitat aus einer Werbe-Anzeige für „DM". Das deutsche Verbrauchermagazin testete in seiner Nummer 8 vom August 1968 allen Ernstes drei bekannte Berliner Kommunen, des Weiteren prüfte es „spanische

Gitarren made in Japan" und thematisierte als Coverstory das „Geschäft mit dem Busen". Revolution (wohl kaum ein anderes Wort wurde 1968 mehr strapaziert) und nackte Haut (meistens feminine) waren zwei wesentliche Zutaten bei der Intellektualisierung und beim Kandieren des Zeitgeistes.

Aden

kam auf Der Stern" wittert im April " 1968 die Revolution Prüfstand, vieles wurde radikal in Frage gestellt. Die seit 1967 und dem Sommer der Liebe gefeierten Hippie-Ideale der Gegenkultur, anfangs ausgesandt von den beiden Metropolen San Francisco und London, waren Buch mit Dutschke inzwischen um die Welt gegangen. Das kreative Poauf dem Cover, 1968 tenzial der betont lustvollen, mitunter etwas naiv anmutenden Botschaft von der Macht der Blumen und der Liebe vermischte sich dabei zunehmend mit einer kämpferischen Haltung. Die berechtigte Kritik an unfassbaren Ereignissen auf nationaler und internationaler Ebene – sei es das Massaker von My Lai oder die Hungersnot in Biafra – heizte die Stimmung zunehmend an. Als Reaktion kam es in Frankfurt zu Kaufhaus-Brandanschlägen durch eine Gruppe um die späteren RAF-Begründer Ensslin und Baader, in Paris tobten die Mai-Unruhen, lles

DM" vom August 1968 " Seite

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GoodTimes 2/2018

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Music from the 60s to the 80s


Chicago erlebte die große Protestkundgebung gegen den Demokratischen Parteitag, und in Mexiko bekannten sich US-Sportler bei den Olympischen Spielen zu Black Power. Die kämpferischen Töne färbten natürlich auch auf die Rockmusik und deren Texte ab. Exemplarisch dafür steht die von den Rolling Stones am 31. August 1968 veröffentlichte Single "Street Fighting Man". Mit ihr schlug die Band nach den durch allerlei Drogen vernebelten WolkenkuckucksheimKlängen auf THEIR SATANIC MAJESTIES REQUEST vom Dezember 1967 wieder eine härtere Gangart an. Zu den vibrierenden Gitarren von Keith Richards und dem Off-Beat von Charlie Watts bellte ein aufbrausender Mick Jagger, dass „die Zeit gut wäre, um auf der Straße zu kämpfen" („'Cause summer's here and the time is right for fighting in the street, boy"). Ganz so revolutionär war es zwar nicht gemeint, denn schon im Refrain relativierte er vieldeutig: „Aber was kann ein armer Junge schon tun, außer in einer Rock’n’Roll-Band zu singen." („Well now, what can a poor boy do, 'cept to sing for a Rock'n'Roll band.") Doch ein politisches Statement war das allemal. Und tatsächlich waren die Lyrics zu dem Song, der mit anderen Strophen ursprünglich US-Single "Street Fighting Man"/"No Expectations" als "Did Everyone Pay Their Dues?" aufgenommen worden war, von den bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Paris angeregt, wie Jagger 1995 in einem Interview mit Jann Wenner im Magazin „Rolling Stone" schilderte: „Es war eine sehr seltsame Zeit in Frankreich. Aber nicht nur in Frankreich, sondern auch in Amerika, wegen des Vietnam-Krieges und diesen endlosen Zerrüttungen ... Ja, das [die Studentenunruhen in Paris] war eine direkte Inspiration, denn im Gegensatz dazu war London sehr ruhig." Wie auch immer, in den USA kam der als subversiv empfundene „Straßenkämpfer" bei diversen Radiostationen auf den Index. Zum Brave" deutsche Ausgabe Politikum für London Records wurde auch das Co" ver mit zwei Schwarzweiß-Fotos von Demonstranten und Polizisten auf der US-Erstausgabe von "Street Fighting Man"/"No Expectations". Die umstrittene Gestaltung wurde augenblicklich zurückgezogen und makuliert. Die wenigen Originale, die erhalten sind, gelten heute als Top-Rarität (ABKCO veröffent­ lichte die Single als Reissue in limitierter Auflage im September 2016).

M

achen Sie doch mal Revolution!", forderte auf dem Titel der Januar-Ausgabe von 1968 die „ satirische Monatsschrift „Pardon"; sie stand mit der beseelten Benutzung des Schlagworts aber nicht alleine da. Karstadt etwa bewarb seine junge Mode als „die federleichte Revolution", Rowohlt lobte Tom Wolfes Kult-Titel „Das bonbonfarbene t a n g e r i n r o t - Pardon" vom Januar 1968 " ge­­­spritzte Stromlinienbaby"­ (in billiger Taschenbuchausgabe oder teurer „Estab­ lishment-Sonderausgabe") als „ein(en) Fanfarenstoß für die Pop-Revolution der Teenager". Poster und Buttons (die damals noch Knöpfe hießen) standen im Dienst der „Revolution", während Stanley Kubricks mit „kühnen optischen Effekten und einer revolutionären Tricktechnik" ausgestatteter Film „2001: Odyssee im Weltraum" die S­ cience-Fiction-Fans elektrisierte. Und dann waren da noch die vom Ideal der freien Liebe erweckte „sexuelle Revolution" sowie der „revolutionäre Sound" zum neuen Lebensgefühl, der die Rockmusik aus dem Underground in den Overground spülte. Das Musical „Hair", die deutsche Erstaufführung erfolgte am 24. Oktober 1968 in München, brachte diese Stimmung samt

TOUR DATES APRIL 2018

JON HISEMAN CLEM CLEMPSON MARK CLARKE

HEROES

The brand new album from JCM. Featuring legendary drummer and bandleader Jon Hiseman, guitarist Clem Clempson and bassist and vocalist Mark Clarke. Eleven tracks including two superb bonus tracks – ‘Foyers Of Fun’ and ‘Grease The Wheels’. Also available as a nine track limited edition vinyl LP and on digital stores and streaming services.

VINYL

CD

DIGITAL

Digipak CD – REPUK 1354 Gatefold LP – V289

7, UK-Fletching, Fletching Trading Boundaries 9, UK-Milton Keynes The Stables 10, UK-Wolverhampton Robin 2 13, A-Wien Porgy & Bess 14, A-Innsbruck Treibhaus 16, Augsburg Spectrum 18, Marburg KFZ 19, Bensheim Musiktheater Rex 20, Karlsruhe Tollhaus 21, Winterbach Lehenbachhalle 22, Bonn Harmonie 26, Göttingen Musa 27, Hamburg Fabrik 28, Hannover Blues Garage 29, Dortmund Musiktheater Piano 30, Worpswede Musichall MAY 2018 9, Freiburg Jazzhaus 10, Koblenz Café Hahn 11, Erfurt Gewerkschaftshaus 12, Affalter Zur Linde 13, Kassel Theaterstübchen 16, A-Salzburg Rockhouse 17, Nürnberg Hirsch 18, Wissen Kulturwerk 19, Offenbach KJK Sandgasse 20, Torgau Kulturbastion 23, CZ-Prague Lucerna Music Bar 24, CZ-Usti Nad Labem Narodni Dum JULY 2018 29, Breitenbach/Hessen Herzberg Festival

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