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gerne KATHOLISCH Magazin für einen frohen, bekennenden Glauben Nr. 2

„In der Kirche kann ich Gott begegnen“ Maite Kelly im Interview auf Seite 10

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Willkommen

Suchen Sie ab Juni im App Store nach „gerne katholisch“

Unser „Magazin für einen frohen, bekennenden Glauben“ geht mit Ausgabe 2, die Sie in Händen halten, in die nächste Runde. Wir hoffen sehr, dass wir wieder interessante Beiträge rund um den frohen Glauben für Sie zusammenstellen konnten. In diesem Sommer wird sich ein von uns lang gehegter Traum verwirklichen: die Gerne katholisch Smartphone-App wird zunächst im App Store von Apple für Ihr iOS-Gerät kostenlos zur Verfügung stehen (ab Herbst im Google Playstore). Damit haben Sie hunderte Glaubenszeugnisse immer zur Hand und können direkt Ihr eigenes verfassen. Außerdem steht Ihnen eine große und wachsende Sammlung von Tisch-, Morgen- und Abendgebeten zur Verfügung. Und schließlich haben wir unseren aus dem letzten Jahr bekannten „PapstAlarm“ direkt in die App eingebaut. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude am Glauben und den Mut, ihn in unserer Zeit zu bekennen. Von Herzen Gottes Segen!

Titelfoto: © Maite Kelly, ACCENT Management

Stefan-Rudolf Salzmann Für den Vorstand von Gerne katholisch e.V.

Inhalt Die Kraft Gottes - Geistlicher Impuls 3 Franziskus - bekehrt, berufen, geführt 4 Novene zum Heiligen Geist 7 Seelsorger im weißen Gewand 8 3 Fragen an... Maite Kelly 10 Weltweit Gerne katholisch 12 Christi Himmelfahrt in der Kunst 14 Karikatur 16 www.gerne-katholisch.de

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Die Kraft Gottes Geistlicher Impuls von Kaplan Christian Fahl

Oft wird der Heilige Geist auch als Wasser des Lebens bezeichnet. Wie im Frühjahr die Natur durch Regen und Wärme aufblüht, dabei jede Pflanze ganz verschieden aufgeht und duftet, alle zusammen aber ein wunderschönes Ganzes geben, so ist es auch mit dem Hl. Geist und mit uns: Gottes Liebe beschenkt jeden Menschen auf ganz einzigartige Weise – jeder ist anders. Im Bewusstsein dessen, das wir alle einzigartig und wirklich verschieden sind – keiner kann eben alles und keiner nichts – im Bewusstsein dessen wird die Liebe möglich. Dem Duft der Blüten in der Natur soll unser Glaube, unsere Hoffnung und vor allen Dingen unsere Liebe zueinander entsprechen. Der Heilige Geist, er ist die Kraft Gottes, die uns neues Leben verheißt, Kraft zur Versöhnung schenkt, Trauernde aufrichtet, neues Leben spendet – eben ganz so, wie im Frühjahr aus der kahlen Natur eine blühende, prächtige Landschaft wird. Der Heilige Geist ist es auch, der uns Menschen Kraft zum Neuanfang gibt – zur Versöhnung, zum Spenden neuen Trostes, zu neuer Hoffnung. Und er verheißt uns schon jetzt, dass, wenn wir einmal sterben müssen, wenn die Winterstarre in unserem Körper Einzug hält, Gottes Liebe da ist, um alle die zum ewigen Leben bei Gott zu berufen, die sich seiner Liebe, seines heiligen schöpferischen Wirkens in jeder Kreatur und in der ganzen Natur öffnen wollen. Der Frühling – er ist somit auch ein Sinnbild für Gottes schöpferische Kraft, Totem neues Leben zu schenken. So dürfen wir uns gerade um Pfingsten herum von der Kirche aufmachen in die Natur, um Gott zu preisen, um ihm im Herzen zu singen.

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Franziskus - bekehrt, berufen und geführt vom Heiligen Geist Auch durch die Wahl Jorge Mario Bergoglios zu Papst Franziskus steht der Orden der Minderbrüder wieder stärker im öffentlichen Interesse. Johannes Roth, Postulant bei den Franziskanern, zeichnet für uns das Leben des Ordensgründers nach. Häufig werde ich gefragt, was bedeutet eigentlich das „Tau-Kreuz“, das viele Franziskaner und auch ich als Postulant der Franziskaner um den Hals trage. „Das ist doch kein richtiges Kreuz, da fehlt doch was.“, höre ich oft. Das Tau hat für uns Franziskaner eine besondere Bedeutung und steht auch in Beziehung zur Berufung des Hl. Franziskus. Mit diesem Tau hat er alle Dokumente unterschrieben und auch den Segen für seinen Mitbruder Leo. Das Tau bzw. Taw ist der kleinste Buchstabe im griechischen und der letzte Buchstabe im hebräischen Alphabet. Franziskus wollte nach seiner Bekehrung und seinen Berufungserlebnissen der Kleinste und Letzte sein - eben ein Minderbruder, wie die Franziskaner auch genannt werden. Er wollte an den Rand der Gesellschaft gehen, hin zu den Kleinsten und Letzten, eben zu denen, die von der Gesellschaft ausgestoßen wurden.

Aber wie kam es dazu, dass jemand, der aus einer reichen Familie stammte und eigentlich eine aussichtsreiche Karriere vor sich hatte, sein Leben komplett umkehrte und auf den Kopf stellte? Im Leben des Hl. Franziskus gibt es drei Berufungsmomente, die ihn zu diesem Schritt führten: die Begegnung mit dem Aussätzigen, die Begegnung mit dem Kreuz und die Begegnung mit der Hl. Schrift.

Franziskus stieg „vom hohen Ross“ Franziskus war auf dem Weg in einen Feldzug nach Apulien. Unterwegs begegnete er einem Aussätzigen. Sofort steigt er im wahrsten Sinne von seinem hohen Ross herab und begibt sich zu Jemandem, der wegen seiner Krankheit von der Ge-


sellschaft ausgestoßen wurde. Dazu schreibt er in seinem Testament: „So hat der Herr mir, dem Bruder Franziskus, gegeben, das Leben der Buße zu beginnen: denn als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen. Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmher-

zigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt. Und danach hielt ich eine Weile inne und verließ die Welt.“ (Test 1-3) Diese Begegnung führte Franziskus zu dem Entschluss, nicht in den Krieg zu rei ten, sondern nach Assisi umzukehren und sein Leben zu ändern. Der zweite Moment ist die Begegnung mit dem Kreuz. Franziskus war in den Feldern spazieren und entdeckte die kleine zusammengefallene Kapelle San Damiano. Dort hing ein Kreuz, das wir heute alle als San Damiano-Kreuz kennen und das in vielen Kirchen zu finden ist. Christus begegnet in diesem Kreuz Franziskus auf Augenhöhe und spricht zu ihm: „Franziskus siehst du nicht, dass mein Haus zerfallen ist. Geh und bau meine Kirche wieder auf!“ Daraufhin begann Franziskus, verfallene Kapellen zu renovieren, da er die Aufforderung zunächst wörtlich verstand. Franziskus gelang es aber auch durch seine Art zu leben, viele andere Menschen dafür zu begeistern, ihm nachzufolgen und die Kirche als Institution zu verändern. Er machte wieder auf den einfachen Lebensstil Jesu und der Apostel aufmerksam; so wollte auch er leben. Dazu führte der dritte Moment: die Begegnung mit der Hl. Schrift. Während einer Messe in der Portiuncula-Kapelle hörte er das Evangelium von der Aussendung der Jünger (Mt 10,7-10): „Geht und verkündet: Das

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Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben. Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel. Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab.“

Er konnte das Evangelium nicht für sich behalten Dies waren für ihn sehr erleuchtende Worte, denn sie setzten ihn und seine Art leben zu wollen sehr ausdrücklich und bewusst in Beziehung zum Evangelium. Er entschied sich für diesen Weg und zog daraus zwei Konsequenzen: Zum einen erhielt er, und das war für ihn sehr wichtig, eine Bestätigung und Weisung über den geistlichen Sinn und Zweck seiner Wahl, die sich immer mehr als Wahl der Armut herausstellte, allerdings ohne die Eigenart und Ursprünglichkeit als Wahl des Übergangs zu den Ausgeschlossenen einzubüßen. Zum anderen zeigte sich ihm, dass er das, was er empfangen und erreicht hatte, nicht für sich behalten, sondern an andere weitergeben und verkündigen sollte.

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Wer sind wir?

gerne-katholisch.de wurde 2010 von einer Gruppe Studenten an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/M gegründet. Wir möchten dazu anregen, über den Glauben nachzudenken und den Grund für den eigenen Glauben auch ins Wort zu bringen. Seit Mai 2012 sind wir in einem Verein organisiert. Dem Verein ist es ein Anliegen, dass Christen selbst wieder „Leuchttürme” werden, also Bekenner des Glaubens, damit wir als Kirche wieder neue Strahlkraft entfalten.

Impressum

V.i.S.d.P.: Gerne katholisch e.V. Offenbacher Landstr. 224 60599 Frankfurt / M. Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben: © Gerne katholisch e.V. Auflage: 1000 Stück Nachdruck unter Angabe der Quelle „www.gerne-katholisch.de“ gestattet. Werden Sie Mitglied: Telefon: 069 3487 9911 Fax: 0355 28925 88 6328 Mail: info@gerne-katholisch.de Web: www.gerne-katholisch.de

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Novene zum Heiligen Geist

Foto: Peretz Partensky, San Francisco, USA CC-BY-SA-2.0, via Wikimedia Commons

An den neun Tagen von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten beten viele Christen traditionell eine „Pfingstnovene“. Damit soll ganz besonders das Wirken des Hl. Geistes auf uns herabgerufen werden. Gerne katholisch e.V. gibt in diesem Jahr erstmals eine eigene Pfingstnovene heraus (zusammengestellt von Michael Raab). Das Eröffnungsgebet von Stephen Langton (+1228) finden Sie hier abgedruckt, die komplette Novene unter dem unten angegebenen Link. Komm Heiliger Geist Sende von Gott her Den Lichtstrahl Deines Feuers

Kläre das Undurchsichtige Mache fruchtbar die Wüste Heile die Wunden

Komm Vater der Armen Komm Spender der Gaben Komm Licht der Herzen

Beuge das Unbeugsame Bewege das Herzlose Führe das vom Weg Abgekommene

Bester Tröster Du unser Freund Spürbare Hilfe

Gib den Deinen Die auf Dich hoffen Die Fülle Deiner Gaben

Du Ruhe in der Unruhe Du Maß in der Leidenschaft Du Ermutigung in der Mutlosigkeit

Segne unser Werk Gib im Sterben das Heil Gib Freude ohne Ende Amen. Halleluja.

Unendliches Glück Vollende im Innersten Die Dir vertrauen Ohne Dein Wirken Ist es nichts mit dem Menschen Ist nichts ungefährlich

Die komplette Novene zum Heiligen Geist finden Sie ab Christi Himmelfahrt 2014 auf http://kathlink.de/geist

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Fotos: Fr. Jakob O.Praem.

Seelsorger im weißen Gewand Ganz in weiß verrichten die Prämonstratenser ihren Dienst. Und das schon seit fast 900 Jahren. Ein Ordensportrait von Fr. Jeremias Kehren O.Praem. Als der hl. Norbert um das Jahr 1085 in Xanten in eine Adelsfamilie geboren wurde, war sein Lebensweg scheinbar bereits vorgezeichnet: Er würde eine geistliche Karriere machen, ein ruhiges und behagliches Leben führen. Doch Gottes Ruf bricht in das beschauliche Leben des hl. Norbert ein. Auf einer Reise wird er in einem

Gewitter vom Pferd geworfen und hat, wie einst der Apostel Paulus, ein Bekehrungserlebnis und ändert sein Leben. Aus dem allseits beliebten Höfling, der bei jedem Festmahl im Mittelpunkt steht, wird ein Mann Gottes, der die Nachfolge Jesu zu seinem einzigen Lebensinhalt macht. Norbert legt die edle Kleidung ab und trägt fortan ein einfa-


ches Büßergewand. Der Empfang der Sakramente und das strenge Leben nach dem Evangelium prägen seinen Alltag. Bald lässt er sich zum Priester weihen und findet in der täglichen Feier der hl. Messe seine tiefste geistliche Quelle. Die Bekehrung Norberts wurde allerdings nicht unbedingt begrüßt. Sein Glaubenseifer brachte ihm vor allem Spott, Ablehnung und Verachtung. Die folgende Zeit verbrachte Norbert daher unterwegs: als Wanderprediger verkündigte er die frohe Botschaft und feierte die Sakramente. Nach der Zeit der Wanderschaft sah er schließlich die Notwendigkeit, seinen Missionseifer in feste Bahnen zu lenken. Im Tal von Prémontré entstand ein erstes Kloster, das dann auch namensgebend für den Orden der Prämonstratenser sein sollte. Mit seiner Klostergründung im Rücken war es dem hl. Norbert möglich, sein Wirken als Erzbischof von Magdeburg, an der Ostgrenze des Heiligen Römischen Reiches, fortzusetzen. Diese herausgehobene Stellung nutzte er um sein Missionswerk fortzuführen, aber auch um die Kirche vor ihren inneren und äußeren Feinden zu schützen. Der Orden des hl. Norbert breitete sich in der Folge rasch aus und prägte das kirchliche Leben vielerorts über Jahrhunderte, bevor die Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts zahllose Klöster von der Landkarte tilgte.

Dennoch ist der Orden auch heute, fast 900 Jahre nach dem Tod des hl. Norbert, dem Anspruch seines Stifters treu. Im gemeinsamen Leben der einzelnen Klöster, die auf allen Erdteilen zu finden sind, in der Leidenschaft für das Evangelium und der Treue zur Kirche, in der Seelsorge an allen möglichen und unmöglichen Orten und in der feierlichen Liturgie, eifern die etwa 1400 geistlichen Söhne des hl. Norbert ihrem Gründer nach – auch äußerlich leicht am weißen Ordensgewand zu erkennen, dass für den Namen „Weißer Orden“ verantwortlich ist. In Deutschland ist der Orden durch die drei Abteien Duisburg-Hamborn, Speinshart und Windberg, sowie zwei Priorate in Magdeburg und Roggenburg vertreten.

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Das Bekehrungserlebnis des Hl. Norbert in einer Darstellung von 1114.

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3 Fragen an... Maite Kelly Gerne katholisch hat mit der Sängerin und gläubigen Christin Maite Kelly gesprochen. Gerne katholisch: Frau Kelly, Sie bekennen sich offen zu Ihrem katholischen Glauben. Viele Menschen in unserem Land trauen sich das nicht. Was würden Sie denen gerne mal sagen? M. Kelly: Bevor Jesus hingerichtet wurde, fragte er Petrus drei mal hintereinander „Liebst du mich?“. Das erinnert mich ein bisschen an uns Frauen, die den Mann mehrmals hintereinander fragen „Liebst du mich, liebst du mich wirklich, liebst du mich aber wirklich, oder bin ich dir zu unangenehm?“ Ich finde es sehr interessant, dass Jesus das auch macht. Er macht es, obwohl er die Liebe gar nicht braucht, weil er die Liebe ist.

Ich glaube, ich würde den Menschen, die nach dem Glauben gefragt werden, sagen, dass sie diesen Moment, egal wie unangenehm die Frage sein mag und die Angst die damit verbunden ist, um den Job oder um die Akzeptanz, als Gelegenheit sehen, Jesus zu sagen „Ja, ich liebe Dich“. Das ist mein Ansporn, wenn mich jemand fragt und ich merke, dass die Akzeptanz meines Glaubens vielleicht in Frage gestellt wird, zu dieser Liebe „Ja“ zu sagen.

Gk: Sie haben in der Vergangenheit zahlreiche Pilgerorte besucht. Was fasziniert Sie am Pilgern und was war Ihr vielleicht schönstes M. Kelly: Ein Pilgerweg oder -ort kann der Weg sein jemanden anzustoßen. Jemandem, der gewisse Fragen in sich trägt, einen Schub zu geben, damit sich diese Person zum Aufbruch macht. Und Aufbruch bedeutet in diesem Fall Veränderung. Ich glaube, dass Menschen die den Pilgerweg gehen, etwas in ihrem Leben verändern möchten. Somit kann ich jedem raten und ihn ermutigen,

ob Christ oder Nicht-Christ, der sich Fragen stellt „Will ich so weiter gehen, möchte ich so weiter leben, bin ich eigentlich glücklich, weiß ich eigentlich wo Gott mich haben will,...“, sich auf einen guten Pilgerweg zu machen. Ob das der Jakobsweg ist oder der Pilgerweg nach Lourdes. Man wird sicher auf diesem Weg auf Antworten stoßen.


Fotos: © Maite Kelly, ACCENT Management

Gk: Zum Schluss möchten wir Ihnen die Frage stellen, die auch die Besucher auf unserer Homepage beantworten: Warum sind Sie gerne katholisch? M. Kelly: Ich bin gerne katholisch, weil ich in meiner katholischen Kirche unter anderem die sieben Sakramente leben kann. Zum Beispiel kann ich täglich oder nur einmal in der Woche die Eucharistie zu mir nehmen, ich kann in meiner Gemeinde die Brüderlichkeit und Gemeinschaftszugehörigkeit finden. Das ist aber zweitrangig. An erster Stelle steht das Wissen, dass ich in meiner katholischen Kirche Gott begegnen kann. Ich weiß auch, dass ich dort ein Ort habe, an dem ich durch die liturgischen Säulen, die einen durch das Jahr begleiten, auch meinen Kindern nicht nur Halt aber auch Inhalt mitgeben kann.

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Das aktuelle Album von Maite Kelly „Wie ich bin“ ist jetzt im Handel erhältlich.

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Weltweit gerne katholisch

„Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ (Apg 2,4). Passend zu Pfingsten haben wir uns einmal ein wenig umgehört und ein paar internationale Glaubenszeugnisse eingefangen.

Aus Schweden: Paula, 26 Aus Indien:

Varför är du gärna katolsk? Rajakumar

Ich bin gerne katholisch, weil ich mich ganz einfach Zuhause fühle in der Kirche, die Jesus selbst gegründet hat. Katholik zu sein, macht einen gigantischen Teil davon aus, wer ich als Person bin und ich bin heute ganz verliebt in die Lehre und Tradition der Kirche.

Aus Spanien: Ignacio Aus Indien:

Foto: Google Earth

¿Por qué me alegro Rajakumar de ser católico...?

Ich bin gerne katholisch, weil es Orte auf der Welt noch gibt, in denen das Evangelium wirklich eine Neuigkeit bedeutet, in denen es persönliche Horizonte aufschließt und es als Gelegenheit eines tieferen Denkens auftaucht.


Aus Japan: Akihisa, geb. 1979

Ich bin gerne katholisch, weil... ich die Größe des Schöpfers in der Schönheit der Natur finden kann, dann erfüllt mich die Liebe des heiligen dreifaltigen Gottes immer, und Maria, Mutter der Hoffnung, unterstützt mich mit ihrer Fürsprache, also kann ich immer in froher Stimmung sein.

Aus Indien: Rajakumar, geb. 1971

Ich bin gerne katholisch, weil der Geist Christi mein Herz erfüllt und erweitert, den anderen in Liebe zu begegnen, mit Menschen von anderen Religionen zu pilgern, und den Armen zu helfen….

Und warum sind Sie gerne katholisch? Schreiben Sie uns: www.gerne-katholisch.de

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Oben links: Andreas Praefcke [Public domain], via Wikimedia Commons

Christi Himmelfahrt in der Kunst Wie haben sich Künstler verschiedener Epochen diesem schwierigen Thema angenähert? Eine Bildbetrachtung von Thorsten Laurentius Weber

„Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.“ (Lk 24, 51)

Bei den biblischen Schilderungen von Christi Himmelfahrt fällt auf, dass das Geschehen eher passiv an Christus vollzogen wird, als dass er selbstständig aktiv würde. Dies stellte für die Künstler aller Epochen, die zur Illustration dieser Szene beauftragt waren, eine nicht geringe Herausforderung dar: Wie sollte dieser dynamische Vorgang der Himmelfahrt auf einer flachen Lein- oder Putzwand lebendig und für den Betrachter nacherlebbar werden? Dazu entwickelten sich in der abendländischen Bildtradition verschiedene Grundtypen des Himmelfahrtsbildes, die man kurz mit den Begriffen Schritt, Sprung und Flug kennzeichnen könnte. Auf einer heute im Bayerischen Nationalmuseum aufbewahrten Elfenbeintafel aus dem fünften Jahrhundert (Bild links) bietet sich dem gleichsam auf einer Wolkentreppe gen Himmel hinaufsteigenden Christus die helfende Hand Gottvaters, die Christus beherzt ergreift und so eben erhöht wird, nicht nur zur Rechten des Vaters, sondern buchstäblich durch die Rechte des Vaters. Doch dies war späteren Künstlergenerationen wohl zu wenig bewegt und dadurch auch nicht bewegend genug: Bei Giotto di Bondone auf seinem berühmten Himmelfahrtsfresko in der Arenakapelle von Padua ist Christus mit gehörigem Speed auf einer weißen Wolke unterwegs nach oben. Wieder anders fasst Rembrandt das Himmelfahrtsgeschehen auf: Hier erhält der Himmelfahrtsvorgang durch


der Himmelfahrtsdarstellung nicht mehr mit der bemalten Leinwand oder dem Freskoputz zufrieden geben: Und so wurde für den barocken Gottesdienstbesucher die Himmelfahrt Christi „leibhaftig“ inszeniert, indem man eine Figur des Auferstandenen samt seiner Siegesfahne mittels einer Winde und Seilkonstruktion durch eine Öffnung im Kirchengewölbe nach oben zog. War die Figur den Blicken entschwunden, regnete es aus dem Gewölbehimmel Blumen, Heiligenbildchen oder auch brennendes Werg, das die Feuerzungen des Heiligen Geistes darstellen sollte. So eignete sich katholisches Brauchtum einer früheren Zeit die wunderbaren Geheimnisse unseres Glaubens gleichsam spielerisch an und machte sie im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar!

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Besonders reizvoll erscheint ein im Spätmittelalter häufiger nachweisbarer Bildtypus der Himmelfahrtsdarstellung, der die Verborgenheit des aufsteigenden Herrn auch in der Darstellung ganz ernst nimmt und ihn eben nicht mehr ganz abbildet, sondern nur noch seinen Rocksaum und seine bloßen Füße sichtbar werden lässt: Der Rest ist schon im Himmel angekommen. Der Barock, der mit verschiedenen Realitätsebenen spielte und in dem der Kirchenraum zum „Theatrum sacrum“ wurde, wollte sich auch in

Die Himmelfahrt Christi nach Rembrandt van Rijn (1636).

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Rembrandt [Public domain or CC0], via Wikimedia Commons

Bild: Hans Süß von Kulmbach [Public domain], via Wikimedia Commons

den starken Kontrast zwischen der Erde, wo die Apostel im Halbdunkel zurückbleiben und dem lichten, golden schimmernden Himmel, zu dem Christus von kleinen pummeligen Engeln emporgehoben wird, seinen dramatischen Ausdruck: Keine Hand aus dem Himmel zeigt sich, dafür die Heiliggeisttaube. Und Christus schaut einerseits himmelwärts, hat die Hände aber zugleich, entsprechend der Lukas-Perikope, für die unter ihm Zurückbleibenden segnend erhoben.


Neulich im Firmunterricht

Ich verlange ja nicht, dass mir der Heilige Geist - wie den Jüngern alle Sprachen der Welt beibringt. Aber ein bisschen Hilfe bei den Französisch-hausaufgaben könnte ich schon gebrauchen! © Jorit Thoren Gøbel für Gerne katholisch e.V.

Firmkurseinheit Suchen Sie Anregungen für eine Gruppenstunde zum Thema Kirche? Auf gerne-katholisch.de finden Sie unter „Materialien“ dazu eine komplett vorbereitete Einheit für Jugendliche im Firmalter.

Wir arbeiten auch an einer Einheit für den Erstkommunionunterricht. Außerdem planen wir gerade eine Smartphone-App für Jugendliche. Bleiben Sie immer informiert: gerne-katholisch.de

gerne katholisch Magazin Nr. 2  

Magazin für einen frohen, bekennenden Glauben. Gerne katholisch e.V., Frankfurt am Main

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