Bassenge Kunstauktion 118: Portraitminiaturen

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BASSENGE

AUKTION 118 PORTRAITMINIATUREN

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Galerie Bassenge . Erdener Straße 5a . 14193 Berlin Telefon: 030-893 80 29-0 . E-Mail: art@bassenge.com . www.bassenge.com


I H R A N S P R E CH PA RT N E R F Ü R D I E S E N K ATALO G / E X P E RT FO R T H I S CATA LO G U E :

Dr. Ruth Baljöhr

+49 (0)30 - 893 80 29 22 r.baljoehr@bassenge.com

Die Galerie Bassenge ist Mitglied bei

Eindeutig identifizierbare Werke mit einem Schätzpreis von mindestens 2.500 Euro werden vor der Auktion mit dem Art Loss Register abgeglichen.


T ER M I N Ü BER SICH T

AU KT ION 118

MITTWOCH, 1. Dezember 2021 Vormittag 10.00 Uhr Druckgraphik des 15. bis 17. Jahrhunderts Nr. 5000-5200 Druckgraphik des 18. Jahrhunderts Nr. 5201-5296 Nachmittag 15.00 Uhr Druckgraphik des 19. Jahrhunderts und des Fin de Siècle Nr. 5297-5392 Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik Nr. 5393-5624 des 15. bis 18. Jahrhunderts DONNERSTAG, 2. Dezember 2021 Vormittag 10.00 Uhr

Gemälde Alter und Neuerer Meister Antiquitäten und Rahmen

Nr. Nr.

6000-6220 6221-6225

Nachmittag 15.00 Uhr

Auf Papier gezeichnet – In Kupfer gestochen Zeichnungen und Druckgraphik der deutschen Romantik aus der Sammlung Stephan Seeliger

Nr.

6300-6417

Portraitminiaturen Nr. 6450-6580

17.00 Uhr

FREITAG, 3. Dezember 2021 Vormittag

11.00 Uhr

Nachmittag 15.00 Uhr

Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts

Nr.

6600-6823

Moderne und Zeitgenössische Kunst II

Nr.

7000-7236

Nr.

8000-8267

(Katalog nur online)

SONNABEND, 4. Dezember 2021 Nachmittag

14.00 Uhr

Moderne und Zeitgenössische Kunst I

VORBESICHTIGUNG Um einen reibungslosen Ablauf der Vorbesichtigung aufgrund der aktuellen Einschränkungen gewährleisten zu können, bitten wir Sie um eine vorherige Anmeldung per Telefon oder E-Mail. Druckgraphik, Gemälde, Zeichnungen des 15. bis 19. Jahrhunderts, Sammlung Stephan Seeliger: Erdener Straße 5A, 14193 Berlin Montag, 22. bis Montag, 29. November, 10.00–18.00 Uhr, Dienstag, 30. November 10.00–15.00 Uhr Moderne und Zeitgenössische Kunst: Rankestraße 24, 10789 Berlin Montag, 22. November bis Donnerstag, 3. Dezember, 10.00–18.00 Uhr Vorabtermine sind nach Vereinbarung ab Dienstag, dem 16. November möglich. Schutzgebühr Katalog: 15 €

Umschlag vorne: Lose 6561. Umschlag hinten: Lose 6462, 6460, 6463


Gemälde des 15.–18. Jahrhunderts _____________________________________________________________________________________________________________________________________________________

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Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6450, Rückseite

6450

Marquard Wocher (1760 Mimmenhausen bei Salem, Südbaden - 1830 Basel)

6450 Miniatur Portrait Profil des Johann Georg Burckhardt nach links, in cremefarbiger Jacke mit hellblauer Weste und weißem Spitzenjabot. Aquarell auf Pergament. 5 x 4,1 cm (oval). Rückseitig Liebesallegorie in Rosengirlandenumrahmung mit Paar an Altar und fliegendem Putto. Diese rückseitig signiert, ortsbezeichnet und datiert „Gezeichnet von Marq:d / Wocher. in Basel / anno 1794.“. In vergoldetem Kupferrahmen, vom Rahmentypus „fausse-montre“. 500 € Die allegorische Darstellung auf der Rückseite bezieht sich auf die Ver­ehelichung des Dargestellten am 3. November 1794 mit Dorothea Heusler (1778–1828). Johann Georg Burckhardt (1770–1839) war Mitglied im Basler Grossen Rat und wohnte im Schöneck. Zu Marquard Wocher, siehe Jean-Claude Genoud (Hrsg.): 100 ans de miniatures suisses 1780-1880, Genf 1999, S. 94-95.

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6450, Rückseite der Allegorie


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6451

Burchardt (tätig um 1787)

6451 Miniatur Portrait eines jungen Mannes im Profil nach links, mit gepuderter Perücke, in gezeichnetem Oval. Unterhalb des rechten Bildrandes aufsteigend signiert und datiert „Burchardt. / del. / 1787.“. Silberstift, grau laviert und leicht mit rosa Aquarell gehöht, auf rechteckigem, weiß grundiertem Karton. 6,1 x 4,9 cm (das Oval); 6,4 x 5,6 cm (das Rechteck). Unter Glas.

6452

Deutsch 6452 um 1785/1790. Miniatur Portrait einer jungen Frau mit Lockenperücke, im Profil nach links, in blauem Kleid mit weißem Gaze-Fichu. Aquarell und Gummi­ arabi­kum auf Elfenbein. 5,8 x 4,8 cm (oval). In vergol­ detem Metallmedaillon, rückseitig vergoldetes Metall­ monogramm „PC“ auf braunem Haargeflecht. 250 €

500 € Dieser begabte Portraitist gehört möglicherweise der Basler Patrizier­ familie Burckhardt an, unter deren Mitglieder einige Amateurkünstler zu finden sind, wie beispielsweise der Seidenbandfabrikant, Kunstsammler, Aquarellist und Radierer Daniel Burckhardt-Wildt (1752-1819). Die Verwandtschaft vorliegenden Portraits zu den Silberstift-Profil­ minia­turen des Jean-Baptiste Carvelle und des von ihm beeinflußten Anton Graff ist offensichtlich.

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Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6454 6453

Europäisch oder Amerikanisch

Deutsch

6453 Silhouette Portrait Abraham Lincoln (1809-1865) im Profil nach links mit Zylinder und Bart. Gold-Églomisé unter Glas. D. 5,3 cm. In gedrechseltem und gekehltem, schwarz lackiertem Holzrahmen.

6454 um 1795/1800. Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit Backenbart und gepuderter Perücke, in blauer Jacke mit schwarzer Halsbinde, im Profil nach links; in gemalter Goldbordüre. Aquarell und Gummiarabikum auf Pergament, auf Karton kaschiert. D. 4,5 cm. In vergoldetem Metallmedaillon, rückseitig hellblaue Seide unter Glas. Beigegeben (ohne Abbildung): russische Portrait Miniatur: junger Mann mit Kinnbart und Lockenfrisur, in schwarzer Jacke mit geknoteter dunkelblauer Halsbinde. Am unteren Rand unleserlich in kyrillisch signiert „I[...]“. Emaille auf Kupfer. 8 x 5,8 cm (oval).

250 € Da Abraham Lincoln weder vor noch während seiner Amtszeit den amerikanischen Kontinent verliess, darf angenommen werden, dass es sich bei vorliegendem Portrait um das Werk eines europäischen Wanderkünstlers handelt, oder dass in Europa ein bereits vorhandenes Profilbildnis in der komplizierten Églomisé-Technik interpretiert wurde.

250 €

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6455

Italienisch 6455 um 1805/1810. Miniatur Portrait des Eugène de Beauharnais, Vizekönig von Italien, im Profil nach links, in dunkelgrüner Uniform mit Goldepauletten und rotem Kragen, an der linken Brust das Juwel des kaiserlichfranzösischen Ordens der Ehrenlegion und den Bruststern des königlich-italienischen Ordens der Eisernen Krone und den dazugehörigen Cordon über die Brust. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 5,8 cm. In vergoldetem Kupferrahmen, rückseitig Seide unter Glas. 600 € Provenienz: Laut handgeschriebener Notiz auf Papier im Rahmen, erworben bei Madame Stocklin am 28. August 1968 für 350,-.

Eugène-Rose de Beauharnais, später Eugen Herzog von Leuchtenberg und Fürst von Eichstätt (1781 Paris – 1824 München) war durch seine Mutter Joséphine Stiefsohn Napoleons I. Am 7. Juni 1805 setzte Napoleon Eugène als Vizekönig von Italien ein. Eugène, kurz davor von Napoleon adoptiert, heiratete 1806 in München auf Befehl Napoleons Prinzessin Auguste Amalie von Bayern und wurde damit zum Schwiegersohn des seit 1. Januar 1806 ersten bayerischen Königs Max I. Joseph. Er erhielt später von seinem Schwiegervater den Titel eines Herzogs von Leuchtenberg und Fürsten von Eichstätt. 1807 wurde Eugène zunächst auch Fürst von Venedig. Als im Frühjahr 1809 österreichische Truppen in Italien einmarschierten, konnte Eugène sich als tapferer Soldat beweisen. Er und die napoleoni­schen Truppen besiegten die Österreicher unter Erzherzog Johann in der Schlacht bei Raab in Ungarn am 14. Juni 1809. Anschließend „befriedete“ er das von Andreas Hofer angeführte aufständische Tirol und ließ Hofer am 20. Februar 1810 in Mantua erschießen. Ein Bildnis seiner Schwester Hortense mit ihrem Sohn, dem zukünftigen Kaiser Napoleon III., ist Los 6573.

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Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6456

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________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________ Portraitminiaturen

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Englisch oder Niederländisch 6456 um 1660. Verkleidungsminiatur: Bildnis einer jungen Frau in gelbem Kleid mit breitem weißem Spitzenkragen und rosa Schleife am Dékolleté, eine Perlenkette um den Hals, in Lederetui, mit 14 Glimmerschieferplättchen („Mica“) bemalt in Ölfarbe mit diversen Verkleidungen (wie Herrscher, Nonne, Betthäschen, Braut) um ausge­ spartes Gesicht herum. Öl auf Kupfer. 7,9 x 6,4 cm (oval). In Holzetui bezogen mit geprägtem Leder. 3.500 € Nur etwa 45 derartige Verkleidungminiaturen sind weltweit in öffentlichen Sammlungen bekannt, darunter drei im Victoria & Albert Museum, drei in der britischen Royal Collection, und weitere in der Eremitage, im Musée national de la Renaissance, Écouen, im Museo Civico, Meran,

im Braunschweigischen Landesmuseum, im Nationalmuseum und im Nordiska Museet, Stockholm, im Historiska Museum, Göteborg und im Musée Carnavalet, Paris. Für weitere Informationen, siehe Graham Reynolds: The Sixteenth & Seventeenth Century Miniatures in the Collection of Her Majesty the Queen, London 1999, S. 294-299, und Ménehould de Bazelaire du Chatelle: „Souvent femme varie“, in Catalogue Hermès, März 2004, S. 24-29, und Peter Bessin/Eleonore Lang: „Verwandlungsminiatur im Besitz des Braunschweigischen Landesmuseums“, Weltkunst, Heft 3, März 2002, S. 378-380. Siehe des Weiteren Elizaveta Abramova: „The Collection of Miniatures from the State Hermitage, Saint Petersburg“, in: European Portrait Miniatures, Petersberg 2014, S. 136-137, Abb. 6, und Auktion Bonhams, London, 22. November 2006, Los 23 (Zuschlag 1700 GBP). Ein sehr ähnliches Objekt wurde hier versteigert (Auktion 112 vom 29. November 2018, Los 6806).

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Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Antoine Le Nain (1588 Laon - 1648 Paris)

6457 Umkreis. Miniatur Portrait des Elias Zuberbühler mit weißem Spitzenkragen über Harnisch mit weißer Schärpe und gelbem Wams. Rechts im Hintergrund beschriftet „Elias / Zuber= / büehler / AE. suae / 24.“. Öl auf Kupfer. 7 x 5,8 cm (oval). In rechteckigem, vergoldetem Holzrahmen des frühen 19. Jahrhunderts. 1.500 €

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Die mögliche Zuschreibung der Miniatur an Antoine Le Nain stammt, laut handgeschriebener Notiz auf der Rahmenrückseite, von Jacques Thuillier (1928-2011), Professor für Kunstgeschichte an der Sorbonne und Spezialist für französische Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts. Elias Zuberbühler, der hier im Alter von 24 Jahren dargestellt ist, gehörte einer bedeutenden Appenzeller Familie aus Herisau an, deren Mitglieder als Ärzte bekannt wurden. Er selbst war Arzt der Schweizergarde in Paris. Da Zuberbühlers Geburtsdatum als 1626 angegeben wird, ist die Miniatur um 1650 entstanden; Antoine Le Nain selbst war schon 1648 gestorben.

Italienisch 6458 um 1730/1740. Miniatur Portrait eines Mädchens mit Veilchen im gepuderten Haar, in goldbesticktem, blauem Kleid mit weißem Spitzeneinsatz und juwelen­ besetzter Perlenbrosche, ein weinroter Umhang um ihre Arme drapiert. Öl auf Kupfer. 6 x 5,1 cm (ungerahmt wie abgebildet), gerahmt 6 x 4,8 cm (oval). In vergoldetem Kupferrahmen. 300 €

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Englisch oder Niederländisch 6459 um 1640. Miniatur Portrait eines jungen Adeligen in besticktem weißem Gewand mit blauem Cordon des Hosenbandordens. Öl auf feinem braunem Schildpatt. 6,5 x 4,9 cm (oval). In geschnitztem, vergoldetem Holzrahmen. 250 € Eine ähnliche Miniatur auf Schildpattplättchen, mit Sicherheit von der selben Hand, befindet sich in der königlichen Sammlung, abgebildet in Graham Reynolds: The Sixteenth and Seventeenth-Century Miniatures in the Collection of Her Majesty The Queen, London 1999, S. 287 Kat.-Nr. 427 (Inventar-Nr. RCIN 420896). 6459 12


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Französisch 6460 Mitte des 17. Jahrhunderts. Rebekka und Elieser mit Kamel. Emaille auf Gold. 2,5 x 2,9 cm (queroval). In teilvergoldeter Silberbrosche um 1840. 250 € Typisches frühes Werk der Schule von Blois, ursprünglich wohl als Armbandschmuck konzipiert.

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Deutsch 6461 frühes 18. Jahrhundert. Miniatur Paar: zwei Stillleben mit Früchten und Vögeln, präsentiert auf Stein­balustraden, gegen einen schokoladenbraunen Hintergrund. Beide Emaille auf Kupfer. Jeweils 6 x 4,8 cm (oval). Beide in geschnitzten Holzrahmen mit Schleifenaufsätzen.

Provenienz: Laut gedruckten Etiketten auf der Rahmenrückseite, Sammlung Stodel (Amsterdam), Inv.- Nr.: „Div.-12-“. Dieses außerordentlich fein gemalte Emailleminiaturen-Paar stammt höchstwahrscheinlich von der gleichen Hand wie das Emaille-Paar Blumenstillleben aus der Sammlung Pohl-Ströher (Sotheby‘s, London, Auktion am 5. Dezember 2019, Los 332).

500 €

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Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Christian Friedrich Zincke (1685 Dresden - 1767 Lambeth, London)

6462 Portrait Miniatur der Isabella Duchess of Manchester im Halbprofil, in tief ausgeschnittenem weißen Kleid mit blauem Umhang. Emaille auf Kupfer. 4,4 x 3,6 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung, rückseitig vergoldete Kupferplatte mit eingravierter Inschrift „Isabella / Dss of Manchester / Daughter of John / Duke of Montagu“. 1.200 € Provenienz: Wohl Besitz der Dukes of Manchester, Kimbolton Castle. In der Familie geblieben bis Alexander Drogo Montagu, 10. Duke of Manchester (1902-1977). Danach an den vorherigen Besitzer vererbt. Christie‘s, London, Auktion „The Collector“ am 17. November 2020, Los 630 mit Abbildung (mit Beigaben). Lady Isabella Montagu (um1705 - 1786) war eine der Töchter des 2. Duke of Montagu und seiner Gattin Lady Mary Churchill. 1723 heiratete sie William Montagu, den 2. Duke of Manchester (1700 - 1739), und vier Jahre nach dessen Tod den Politiker Edward Hussey; sie zog es jedoch vor, ihren vormaligen Rang beizubehalten und bemühte sich verzweifelt um einen Titel für ihren zweiten Gemahl. Als sowohl Tochter und Witwe eines Herzogs, mit beträchtlichem Vermögen, sollte der neue Gatte als ihr ebenbürtig erscheinen. Ihr Wunsch erfüllte sich erst 1762, als aus Edward Hussey Baron Beaulieu wurde. Nach weiteren zwei Jahrzehnten Wartezeit, 1782, stieg er dann schließlich zum Earl Beaulieu auf.

Christian Friedrich Zincke (1685 Dresden - 1767 Lambeth, London)

6463 Portrait Miniatur einer jungen Frau in offenherzigem rosa Seidenkleid mit Blumen im braunen Haar. Emaille auf Kupfer. 4,4 x 3,5 cm (oval). In vergol­ deter Kupferfassung, rückseitig vergoldete Metallplatte. 1.500 € Provenienz: Wohl Besitz der Dukes of Manchester, Kimbolton Castle. In der Familie geblieben bis Alexander Drogo Montagu, 10. Duke of Manchester (1902-1977). Danach an den vorherigen Besitzer vererbt. Christie‘s, London, Auktion „The Collector“ am 17. November 2020, Los 630 mit Abbildung (mit Beigaben).

Antonin Hilaire Boullemier (1839 Sèvres - 1900)

6464 Miniatur Portrait des Benjamin Disraeli (1804– 1881), nach links blickend, in grauer Jacke mit weißer Weste und schwarzer Halsbinde; vor Himmelhintergrund mit Buschwerk. Entlang des unteren rechten Bildrandes aufsteigend signiert „A. Boullemier“. 14

Emaille auf Kupfer. 6,6 x 5,4 cm (oval). In vergoldetem Metallrahmen. Die weiße Konter-Emaille unleserlich beschriftet „2 francs“ [?]. 400 € Provenienz: Christie‘s, London, Auktion „Miniatures and Objects of Vertu“ am 10. Februar 1976, Los 42 mit Abb. auf Tafel 2. Sammlung Hinrich Bischoff (1936-2005). Werke dieses Emaillemalers sind selten. Bis 1870 arbeitete er an der Porzellanmanufaktur in Sèvres, und, nachem er Frankreich während des französisch-preußischen Krieges 1871 verlassen hatte, von 1872 bis zu seinem Tod an der Manufaktur in Minton. 1881 und 1882 stellte er an der Royal Academy in London als „Miniature Painter“ unter einer Adresse in Stoke-on-Trent aus. Eine Emaille-Miniatur von seiner Hand, signiert und 1881 datiert, stellt Sarah Cavendish nach einer Miniatur von C. W. Ross dar (Bonhams, London, Auktion am 3. Februar 2004, Los 173). Aus seiner 1870 in Paris geschlossenen Ehe mit Léonie Julie Michel hatte Boullemier mehrere Kinder, darunter den bekannten Fussballstar Leon Boullemier (Bullimer) und Lucien, der nach einer Fussballkarriere erfolgreich in die Fussstapfen seiner Vaters trat. Zu Antonin Boullemier, siehe Tiffany and Company (Hrsg.): Antonin Boullemier and his work, New York 1900.

Französisch 6465 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Miniatur Portrait der Madame de Sévigné mit Schleier im lockigen hellbraunem Haar mit Zöpfen. Emaille auf Kupfer. 6,9 x 5,6 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung. 250 € Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné (1626-1696), gehört dank ihrer geistreichen Briefe zu den Klassikern der französischen Literatur. Eine signierte und 1788 datierte runde Miniatur von François Dumont nach dem gleichen Vorbild gibt an, das es sich um eine Kopie nach einem Portrait der Madame de Sévigné, von Mignard, handeln soll (Musée Carnavalet, Paris, Inv.-Nr. E.5177).

Jean Étienne Liotard (1702 - 1789, Genf)

6466 nach. Miniatur Portrait des Maréchal de Saxe in grüner Uniform mit rotem Revers und Kragen, goldener Epaulette und Querband, dekoriert mit dem Bruststern des königlich-polnischen Ordens vom Weißen Adler. Emaille auf Kupfer. 7,5 x 5,8 cm (oval). In vergoldetem Metall­ rahmen. 300 € Frei nach dem Pastell von Jean Étienne Liotard, von dem zwei Versionen bekannt sind, eines in der Gemäldegalerie Alte Meister Dresden - aus dem Besitz des Dargestellten, das andere im Rijksmuseum, Amsterdam - aus dem Besitz des Künstlers (siehe Marcel Roethlisberger und Renée Loche: Liotard, Doornspijk 2008, Kat.-Nrn. 166 und 167, Abb. 274 und 275). Graf Moritz von Sachsen (1696-1750), unehelicher Sohn Augusts der Starken mit der Gräfin Aurora von Königsmarck, diente seit 1720 in der französischen Armee und blieb als solcher unbesiegt. Auch galt er als einer der schönsten Männer seiner Zeit.


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Peter Paul Lens (um 1714 - nach 1754)

6467 Portrait Miniatur einer jungen Adeligen in hellblauem Kleid mit hermelingefüttertem roten Mantel, am Dekolleté Juwelenbrosche mit Perlenkette. Unten links signiert mit Goldmonogramm „PL“. Aquarell und Gummiarabikum auf dickem Elfenbein. 4,4 x 3,5 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung, rückseitig Goldplatte graviert mit Spiegelinitiale „F“ unter Adelskrone mit sieben „Perlen“. 600 € Provenienz: Wohl Besitz der Dukes of Manchester, Kimbolton Castle. In der Familie geblieben bis Alexander Drogo Montagu, 10. Duke of Manchester (1902-1977). Danach an den vorherigen Besitzer vererbt. Christie‘s, London, Auktion „The Collector“ am 17. November 2020, Los 630 mit Abbildung (mit Beigaben).

Giuseppe Macpherson

George Montagu (1737-1788), der spätere 4. Duke of Manchester, war 1761 bis 1762 als „Whig“ Abgeordneter im Britischen Parlament für Huntingdonshire. Als Britischer Botschafter in Frankreich 1783-1784 unterzeichnete er den Pariser Friedensvertrag, der den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen Großbritannien beendete. Der Herzog war in ständiger Geldnot, was ihn zwang, 1767 das Londoner Stadthaus der Dukes of Manchester am Berkeley Square zu verkaufen.

Margaret Bingham Countess of Lucan geb. Smith (1739/1740 Devon - 1814 London)

6469 Miniatur Portrait eines Mannes mit Spitzbart genannt Lord Bruce, in besticktem schwarzem Wams mit weißem Spitzenkragen; vor schieferblauem Hintergrund mit Goldrand. Auf dem Deckpapier beschriftet und monogrammiert „Head / unknown sup- / posed Ld Bruce / in Colln D: of Devon[shire] / copy‘d by me / MBL“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 5,5 x 4,6 cm (oval). In rückseitig geschlossenem Kupferrahmen, auf den das beschriftete Deckpapier fixiert ist. 300 €

(1726 Florenz - um 1780)

6468 Portrait Miniatur des George Montagu, Viscount Mandeville, in rosa gefüttertem, blauem Umhang. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 3,4 x 3,1 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung, rückseitig vergol­ dete Metallplatte graviert mit Inschrift „George Duke of / Manchester“. 500 € Provenienz: Wohl Besitz der Dukes of Manchester, Kimbolton Castle. In der Familie geblieben bis Alexander Drogo Montagu, 10. Duke of Manchester (1902–1977). Danach an den vorherigen Besitzer vererbt. Christie‘s, London, Auktion „The Collector“ am 17. November 2020, Los 630 mit Abbildung (Künstler nicht identifiziert; mit Beigaben)“. Die bisher unbekannte Identifizierung des Künstlers gelang durch Vergleich mit einer fast identischen, etwas grösseren Emaille-Miniatur (3,8 cm hoch), die auf der Konter-Emaille signiert und datiert ist „Macpherson Pinx:758“. Diese Emaille-Miniatur befand sich 2012 im Bri­tischen Kunsthandel und wurde dort beschrieben als das Bildnis eines „Nobleman“. George Montagu, der älteste Sohn des 3. Duke of Manchester, trug von 1739 bis zu dem Tod seines Vaters 1762 den Titel eines Viscount Mandeville. Unter diesem Namen besuchte er auf seiner Grand Tour Italien. In Florenz, Macphersons Geburts- und Wohnort, befand er sich Anfang 1758, von wo er nach Rom aufbrach. Am 24. Januar 1758 wurde er in Rom von Horace Mann dem einflussreichen Kardinal Albani vor­ gestellt. Anton Raphael Mengs malte ihn dort in einem ganzfigurigen Portrait, das sich noch immer auf Kimbolton Castle befindet (siehe Steffi Roettgen: Anton Raphael Mengs 1728-1779. Das malerische und zeich­nerische Werk, Bd. I, München 1999, S. 292-293, Kat.-Nr. 224). Zu Mandevilles Grand Tour, siehe Brinsley Ford und John Ingamells: A dictionary of British and Irish Travellers in Italy, 1701-1800, New Haven 1997, S. 634.

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Bernard Lens III. (1682 - 1740, London)

6470 Miniatur Portrait eines jungen Mannes in blau gefütterter altrosa Jacke, der Zipfel seiner geknoteten weißen Halsbinde durch das oberste Knopfloch drapiert, mit langer, grau gepuderter Lockenperücke; in gemalter Goldbordüre. Aquarell und Gummiarabikum auf dickem Elfenbein. 8,1 x 6,4 cm (oval). In vergoldetem Silber­ rahmen mit gerilltem Rand. 400 €

Edmund Ashfield (tätig in Großbritannien um 1669 bis um 1690)

6471 In der Art des. Portrait Miniatur eines jungen Mannes mit blonder Allongeperücke, in Rüstung mit weißer Spitzenhalsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Pergament, auf Karton kaschiert. 7,8 x 6,4 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung, rückseitig vergoldete Metallplatte. 300 € Provenienz: Wohl Besitz der Dukes of Manchester, Kimbolton Castle. In der Familie geblieben bis Alexander Drogo Montagu, 10. Duke of Manchester (1902-1977). Danach an den vorherigen Besitzer vererbt. Christie‘s, London, Auktion „The Collector“ am 17. November 2020, Los 630 mit Abbildung (mit Beigaben).


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6470

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Ozias Humphrey

George Engleheart

(1742 Honiton -1810 London)

(1752 Kew, London - 1829 Blackheath)

6472 Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit schwarzer Perücke, in pelzbesetzter altrosa Jacke mit weißer Halsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 3,6 x 2,8 cm (oval). In vergoldetem Kupfermedaillon, rückseitig braune Seide unter Glas. Beigegeben (nicht abgebildet): kleine Miniatur, französisch, um 1795, Portrait eines jungen Mannes in blauer Jacke mit rotem Kragen und weißer Halsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 2,8 x 1,7 cm (oval). In Metallfassung auf Deckel einer runden Schildpattdose (D. 5 cm).

6475 Umkreis. Miniatur Portrait einer jungen Frau mit gepuderter Lockenperücke, eine rosa Schleife um den Hals, in weißem Kleid. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 4,9 x 3,8 cm (oval). In reich verziertem, graviertem Goldrahmen (Brosche), rückseitig Haarlocken unter Glas.

250 €

200 €

William Thick(e) (um 1752 - 1830, London)

James Scouler (1741 - 1812, London)

6473 Miniatur Portrait einer nach rechts blickenden jungen Frau mit blauem Band im langen, dunklen Haar; im Hintergrund Säule mit Ausblick auf Park mit Bäumen. Unten Spuren einer entlang des linken Bildrandes absteigend verlaufenden Signatur mit Datum. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 4,4 x 3,6 cm (oval). In rückseitig geschlossenem Silberrahmen besetzt mit einer Bordüre aus markasitartig geschliffenen Stahlnägeln.

6476 Portrait Miniatur eines jungen Mannes mit gepuderter Perücke, in blauer Jacke mit weißem Jabot. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 6,5 x 5,2 cm (oval). In vergoldetem Metallrahmen, rückseitig schwarzer Filz. 400 € Provenienz: Christie‘s, London, Auktion am 17. März 1987, Los 76 mit Abbildung.

Sampson Towgood Roche

800 €

(1759 Youghal, Irland - 1847 Woodbide Hill, co. Waterford, Irland)

Ein alter auf dem Deckkarton mit Tinte geschriebener Text dieser um 1775/1780 entstandenen Miniatur identifiziert die Dargestellte als die berühmte Sopranistin Nancy Storace (1765-1817), die auch von Mozart sehr verehrt wurde.

6477 Miniatur Portrait eines Mannes mit gepuderter Perücke, in kastanienbrauner Jacke und weißer Weste mit geknoteter Halsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 5,3 x 4.5 cm (oval). In vergoldeter Metallfassung auf rechteckigem, schwarz lackiertem Papp­ maschéepaneel. Beigegeben: eine ähnliche ovale Elfenbeinminiatur von Frederick Buck, Männerbildnis, um 1800, und drei weitere ähnliche ovale britische Miniaturen, darunter ein Männerbildnis im Profil, um 1820, und ein Miniaturenpaar „Mann und Frau“, um 1820, alle ähnlich gerahmt. Alle fünf Miniaturen nicht abgebildet.

James Ferguson (1710 Banffshire - 1776 London)

6474 Portrait Miniatur einer jungen Frau mit Spitzenhäubchen im dunklen Haar, mit Perlenhalskette und Ohrring, am Dekolleté dunkle Schleife. Feder in Schwarz, grau laviert, auf Pergament. 6 x 4,8 cm (oval). In vergol­ detem Metallrahmen. 800 € Provenienz: Christie‘s, London South Kensington, Auktion am 12. Mai 1993, Los 89.

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250 € Provenienz: Sotheby‘s, London, Auktion am 19. Dezember 1977, Los 93 (Zuschlag 100 GBP). Deutschland, Sammlung R., Inv.-Nr. 171. Die Beigaben: Deutschland, Sammlung R., Inv.-Nrn. 16 (erworben in Wiesbaden, Hermien de Beisac, im Oktober 1975, für 425 DM), 4 (erworben in Ascona, Galleria Casa Serodine, im Juli 1975, für 500 DM) , 7 (erworben in Tübingen, Antiquitäten Schmidt, im September 1975, für 800 DM).


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Ignazio Pio Vittoriano Campana (1744 Turin - 1786 Paris)

6478 Miniatur Portrait eines Mädchens mit weißer Schleife im blonden Haar, in weißem Kleid mit hell­ blauem Gürtelband. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 5,8 cm. In vergoldeter Kupferfassung in quadratischem und gekehltem, schwarz gebeiztem Holzrahmen. 500 €

6478

Französisch 6479 um 1780/1785. Miniatur Portrait einer jungen Frau mit grau gepuderter Frisur, in spitzengesäumtem, weißem Morgenmantel mit offenem Mieder und gelbem Tuch, einen King Charles Spaniel auf dem Schoß haltend, auf gelb gepolstertem Sessel sitzend. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 5,8 cm. In vergoldetem Metallrahmen. 250 €

6479

Norditalienisch 6480 um 1785/1790. Miniatur Portrait einer jungen Frau mit grau gepuderter Lockenfrisur, in weißem Kleid mit Gaze-Fichu und Rüschenärmeln, einen Brief in der rechten Hand haltend, auf einem blau gepolsterten Sessel an einem Tisch vor grünblauer Draperie sitzend. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 6,4 cm. In vergoldeter Kupferfassung. 400 € Typisches Werke des namentlich bislang unidentifizierten Hofmalers des Königs Vittorio Amedeo III. von Sardinien. Von seiner Hand sind zahlreiche Miniaturen von Mitgliedern der Savoyen-Familie bekannt, doch keine ist signiert. 6480 20


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Europäisch

Deutsch

6481 um 1761/1765. Miniatur Portrait des Karl Alexander, Herzog von Lothringen, mit grau gepuderter Perücke, in weißer Uniformjacke mit Goldborten, um den Hals das Kreuz des Hochmeisters des Deutschen Ritterordens. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 3,4 x 2,6 cm (oval). In rückseitig verkapseltem Silberrahmen.

6482 um 1765. Miniatur Portrait Doppelbildnis Ernst Friedrich Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld (17241800) und seine Gemahlin Sophie Antonia (1724-1802), geborene Herzogin von Braunschweig-Wolfenbüttel, vor violetter Draperie in Querrechteck unter gemalter Herzogskrone. Aquarell und Gummiarabikum auf querrechteckigem Pergament, in querovalen Karton eingelassen. 6 x 7 cm (queroval). Auf querrechteckigen Karton montiert.

400 € Provenienz: Sotheby‘s, Amsterdam, Auktion „An Important Private Collection from Hanover“ am 27. bis 29. März 2007, Los 1407.

600 €

Karl Alexander, Herzog von Lothringen (1712 Lunéville - 1780 Tervueren), heiratete 1744 Erzherzogin Maria Anna, die Schwester der Kaiserin Maria Theresia. Als Bruder des Kaisers Franz Stephan war er dadurch mit der Kaiserin doppelt verschwägert. 1758 diente er als Feldmarschall im Siebenjährigen Krieg gegen König Friedrich den Großen, und arbeitete im Auftrag seiner Schwägerin als Statthalter der Österreichischen Niederlande in Brüssel. 1761 wurde er ohne vorherige Zugehörigkeit zum Deutschen Orden gleich zum Hochmeister gewählt. Ähnliche Darstellungen des Karl Alexander sind abgebildet in Robert Keil: Die Porträt­ miniaturen des Hauses Habsburg, Wien 1999, S. 57 Kat.-Nr. 72, und in Raphael Beuing (Hrsg.): Die Schatzkammer des Deutschen Ordens, Zwickau 2015, S. 335-336 Kat.-Nr. 282.

Ernst Friedrich, Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld, war berüchtigt für sein wenig vorteilhaftes Aussehen. Die als ebenso unattraktiv geltende (und deswegen oftmals verschmähte) zehnte Tochter des Herzogs Ferdi­ nand Albrecht von Braunschweig-Wolfenbüttel war somit eine perfekte Wahl. 1749 wurde in Coburg geheiratet, und von ihren sieben Kindern überlebten drei. Zu ihren Urenkeln zählen sowohl Queen Victoria als auch deren Gatte Albert von Sachsen-Coburg-Gotha, König Ferdinand II. von Portugal, Kaiserin Charlotte von Mexiko und König Leopold II. von Belgien. 1764 erbte Ernst Friedrich von seinem Vater das Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld, aber auch dessen immense Schulden. Um diese zu tilgen, wurde vom Kaiser in Wien eine Kommission eingesetzt, die dem Herzogspaar nur eine minimale monatliche Summe übrig liess.

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Henry (nachgewiesen in Bordeaux zwischen 1773 und 1789)

6483 Miniatur Portrait eines Mannes mit gepuderter Perücke, in roter Jacke und blauer Weste mit weißem Spitzenjabot. Unten entlang des rechten Bildrandes aufsteigend signiert „henry pinxit.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 4 x 3,3 cm (oval). In ziselierter, vergoldeter Metallfassung auf dem fragmentarisch erhaltenen Deckel einer runden Elfenbeindose mit Schildpattintarsie (D. 5,7 cm). 250 €

Französisch 6484 1779/1784. Miniatur Portrait eines Offiziers mit gepuderter Perücke, in blauer Uniformjacke mit hell­blauen Revers, silberfarbiger Epaulette und Verschnürung, des 3. Regiments der königlich-französischen chevau-légers (1779–1784), und weißem Jabot, an der linken Brust vom roten Band das Kreuz des königlich-französischen Militärordens vom Heiligen Ludwig. Aquarell und Gummi­arabikum auf Elfenbein. 3,7 x 3,1 cm (oval), In prächtigem Rahmen aus vergoldeter Bronze mit Aufsatz von Rosengirlande, Lorbeerblättern und Fackel und Köcher als Liebessymbolen, rückseitig Kupferplatte. 300 € Galerie Bassenge dankt Herrn Dr. Stanislav Lyulin, Moskau, für die Ident­i­fizierung der Uniform.

Amerikanisch 6485 um 1780. Miniatur Portrait eines jungen Offiziers mit gepuderter Perücke, in blauer Jacke mit Silberepauletten der U.S.-Miliz. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 3,2 x 2,6 cm (oval). In rückseitig geschlossenem Metallrahmen. 250 € Provenienz: Sotheby‘s, Amsterdam, Auktion „An Important Private Collection from Hanover“ am 27. bis 29. März 2007, Los 1402. Galerie Bassenge dankt Herrn Dr. Stanislav Lyulin, Moskau, für seine Hilfe bei der Beschreibung dieser Miniatur.

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Französisch 6486 um 1785/1790. Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit gepuderter Perücke, in hellblauer Jacke mit weißer Halsbinde und Spitzenjabot. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 4,7 x 3,8 cm (oval). Goldgefasst auf dem Deckel einer querovalen Louis XVISchnupf­tabakdose (5,5 x 7,4 x 2,1 cm) aus schwarzem Schildpatt mit Goldmontierung, gepunzt mit beriebener Pariser Goldschmiedemeistermarke (ein Herz als différent), beriebener charge, und „Kiebitzkopf“ décharge für kleine Goldobjekte 1782-1789 des Pariser Pächters Henry Clavel und seines Nachfolgers Jean-François Kalendrin. Beigegeben: ein Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit gepuderter Perücke und schwarzem Perückenbeutel, in hellbrauner Jacke und Weste mit weißer Halsbinde und Spitzenjabot. Kontinentaleuropa, um 1780. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 3,4 x 2,7 cm (oval). In Kupferfassung in gedrechseltem, schwarz gebeiztem Holzrahmen (siehe Internetabbildung). 300 €

Polnisch 6487 um 1765/1770. Miniatur Portrait einer jungen Adeligen mit Perlen und schwarzer Reiherfeder im gepuderten Haar, in hermelingefüttertem, blauem Umhang über Goldbrokatkleid mit weißem Spitzenbesatz, um den Hals schwarze Spitzenkrause mit Diamantenschließe. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 4,8 x 3,8 cm (oval). In späterem, vergoldetem Bronzerahmen mit Schleifenaufsatz. 300 € Provenienz: Laut Etikett auf der Rückseite des Rahmens: Sammlung des Earl of Lonsdale, Lowther Castle, Cumberland, versteigert im April 1947.


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Preussisch 6488 um 1750. Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit gepuderter Perücke, schwarzem Solitaire und weißem Spitzenjabot, in goldbestickter blauer Jacke. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 5,6 x 4,7 cm (oval). In Silberfassung mit originalem, facettiertem Deckglas und Messingrückseite. 800 €

6488

Französisch 6489 um 1770/1775. Miniatur Portrait eines jungen Offiziers mit gepuderter Perücke und schwarzem Perücken­ beutel mit Solitaire, in Stahlharnisch mit roter Rüschenhalskrause, weißem Jabot und blauem Umhang, an der linken Brust vom roten Band das Kreuz des königlichfranzösischen Militärordens vom Heiligen Ludwig. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 3,4 x 2,7 cm (oval). In späterem Weißmetallrahmen mit Kordelrand. 300 €

Französisch 6490 um 1760/1770. Miniatur Portrait eines Mannes mit grau gepuderter Perücke und schwarzem Perückenbeutel, in goldbestickter altrosa Jacke und grüner Weste mit weißem Spitzenjabot, ein schwarzer Dreispitz unter dem linken Arm. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 3,3 x 2,7 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung. 200 €

Deutsch 6491 um 1775. Miniatur Portrait einer jungen Frau, im langen, grau gepuderten Haar ein weißer Seidenhut geschmückt mit einer schwarzen Straußenfeder und Blumen, um den Hals eine Perlenkette, in weißem Seidenkleid mit Blumengirlande. Aquarell und Gummi­ arabikum auf Elfenbein. 4,4 x 3,4 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung mit Noppenbordüre. 300 € 24

Französisch 6492 um 1775. Miniatur Portrait eines Mannes mit gepuderter Perücke, in goldbestickter hellbrauner Jacke mit weißem Spitzenjabot. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 3,1 x 2,6 cm (oval). Unter facettiertem Glas in Kupferfassung. Beigegeben: kleine Miniatur, französisch, um 1775/1780: Portrait eines Mannes mit gepuderter Perücke, in dunkelblauer Jacke mit weißer Halsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 3,7 x 3 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung. Auch beigegeben (ohne Abbildung): querrechteckiger Rahmen (6,6 x 14,2 cm) aus vergoldeter Bronze mit drei ovalen, unvollendeten Elfenbein-Miniaturen in Samtpanneau: Mann, Kind, Frau. Deutschland, um 1770. 250 €

Französisch 6493 um 1785/1790. Miniatur Portrait eines Angestellten der königlich-französischen Marine mit gepuderter Perücke, in blauer Jacke mit goldverbrämtem Kragen, roter Weste und weißem Jabot, an der linken Brust vom roten Band das Kreuz des königlich-französischen Militärordens vom Heiligen Ludwig. Unten rechts mit Initialen signiert und undeutlich datiert „ J S / 17[..]“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 4,3 x 3,6 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung. 250 € Galerie Bassenge dankt Herrn Dr. Stanislav Lyulin, Moskau, für seine Hilfe bei der Beschreibung dieser Miniatur.


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Französisch 6494 um 1790. Miniatur Portrait einer Frau mit roter Schleife in ihrer weißen Haube, in gestreiftem, rotem Kleid mit weißem Schultertuch und Kruzifixanhänger. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 6 cm. In vergoldeter Kupferfassung. Beigegeben (nicht abgebildet): Miniatur, Deutsch, um 1800, Portrait eines hinterlistig blickenden Mannes genannt Heinrich Christian Raven, mit dunklen Haaren, in blaugrüner Jacke mit weißer Halsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 8 x 6 cm (oval). In späterem Metallrahmen. 250 €

6494

Jean-Jacques-Thérésa de Lusse (1758 Paris - 1833 Saintes)

6495 Miniatur Portrait eines Mannes mit gepudertem Haar, das Kreuz des Malteserordens am schwarzen Band an das Revers seiner olivgrüner Jacke gesteckt; vor wolkigem Himmelhintergrund. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 7 cm. In vergoldeter Kupferfassung in quadratischem und gekehltem, schwarz lackiertem Holzrahmen. 250 €

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Schweizerisch 6496 um 1795/1798. Portrait Miniatur der Dorothea de La Harpe, im langen Haar ein gestreifter weißer Turban mit Straußenfeder, in weißem Kleid mit besticktem lila Boléro, auf Holzstuhl auf einer Terrasse mit Säulen und violettem Vorhang sitzend, rechts Panorama mit Genfersee und Bergen im Hintergrund. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 7,8 cm. In Silberrahmen mit gerillter Bordüre, rückseitig Seide. 500 € Dorothea von Boethlingk (geb. 1775) war die Tochter eines wohlhabenden St. Petersburger Kaufmanns. Im Alter von nur 16 Jahren heiratete sie 1790 den berühmten Schweizer Prinzenerzieher und Politiker FrédéricCésar de La Harpe (1754 Rolle, Waadtland - 1838 Lausanne), der seit 1784 durch Zarin Katharina die Große mit der Erziehung ihrer beiden ältesten Enkel, dem zukünftigen Zaren Alexander I. von Russland und dessen Bruder Konstantin beauftragt war. 1795 kehrte Frédéric-César de La Harpe mit seiner Gattin in die Schweiz zurück - nicht ins heimatliche Waadtland, in dem er seiner politischen Ansichten wegen persona non grata war, sondern ins genferische Genthod, wo vorliegende Miniatur höchstwahrscheinlich entstand. 6496

Italienisch 6497 um 1780. Miniatur Portrait des Herzogs Ferdi­ nand I. von Parma mit gepuderter Perücke, goldbestickter Weste und weißem Spitzenjabot, seine dunkelblaue Jacke dekoriert mit zahlreichen Orden, darunter die Bruststerne des Ordens vom Heiligen Geist (Frankreich) mit blauem Cordon, St. Januarius (Königreich Neapel) mit rotem Cordon, am blauen Band das Kreuz des Konstantinischen St. Georgs-Ordens, am roten Band das Juwel des Ordens vom Goldenen Vließ; vor Terrassenhintergrund mit goldbordiertem rotem Vorhang. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 6,7 cm. In vergoldetem Kupferrahmen, rückseitig alte Seide unter Glas. 300 € Ferdinand von Bourbon (1751-1802), ein Enkel von Franzosenkönig Ludwig XV., wurde 1769 verheiratet mit Erzherzogin Maria Amalia, einer Tochter der Kaiserin Maria Theresia und Schwester der Königin Marie-Antoinette. An seiner Gattin hatte er trotz reicher Kinderschar nicht viel Freude, da sie so unerträglich nymphomanisch veranlagt war, dass deren kaiserliche Mutter - die ihre Spione überall hatte - jeglichen Kontakt zu ihr abbrach. Auch politisch war er wenig glückreich. Als Vierzehnjähriger musste er 1765 den Thron besteigen, und bald dominierte seine Gattin auch die politischen Geschehnisse. 1796 besetzten die französischen Truppen Parma und 1801 wurde es Teil der französischen Republik. Gnädigerweise durfte Ferdinand dennoch in Parma bleiben, bis er 1802 - vielleicht vergiftet - starb.

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De La Vollière (nachgewiesen 1785, und 1789 in Straßburg)

6498 Miniatur Portrait des Charles Clarke aus Westminster mit gepuderter Perücke, in blauer Jacke mit schwarzer Weste und weißem Plissé-Jabot. Mitte links signiert und datiert „De La Volliere / 1785“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 5,1 x 3,6 cm (oval). In gedrechseltem und gekehltem dunklen Holzrahmen mit vergoldeter Innenbordüre, das Deckpapier des Rahmens alt handbeschriftet „Chas Clarke of / Westminster ___ / 1785“. Beigegeben (ohne Abbildung): Portrait Miniatur, Euro­ päisch, um 1760/1770: Kind in rosa Gewand, einen Brief in der linken Hand haltend. Aquarell auf Pergament. 3,4 x 3,2 cm (oval). In rundem und gekehltem, dunklem Holzrahmen. 250 € Zu dem elsäßischen Miniaturmaler De La Vollière, siehe Nathalie Lemoine-Bouchard: Les Peintres en miniature actifs en France 1650-1850, Paris 2008, S. 332.

6498

Französisch 6499 um 1793. Miniatur Portrait des Maximilien de Robespierre (1758-1794) mit gepuderter Perücke, in hellbrauner Jacke mit ockergelber Weste und geknoteter weißer Halsbinde. Tempera auf Karton. 8,1 x 6,3 cm (oval). In etwas späterer, vergoldeter Bronzefassung. 800 € Provenienz: Mary Evelyn Hungerford Innes-Ker, Duchess of Roxburghe, geb. Lady Mary Crewe-Milnes (1915-2014), von 1935 bis 1953 erste Gemahlin des 9. Duke of Roxburghe, auf ihrem Landsitz West Horsley Place in Surrey. Sotheby‘s, London, Auktion „The Duchess - Precious Objects and Property from the Estate of Mary, Duchess of Roxburghe“ am 27. und 28. Mai 2015, Los 340 (mit Beigaben). Europäische Privatsammlung. Die Herzogin von Roxburghe, Vorbesitzerin der Miniatur, war keine Sammlerin. Nach einer sehr häßlichen Trennung von ihrem herzoglichen Gemahl zog sie sich auf das mütterlicherseits ererbte Landgut West Horsley Place zurück. Durch ihre Mutter war die Ex-Herzogin eine Enkelin der Hannah Primrose, Countess of Rosebery geborene Hannah Rothschild. Diese Hannah, die durch den Tod ihres Vaters Baron Mayer Amschel von Rothschild 1874 zur reichsten Frau Englands aufstieg, war eine begeisterte Sammlerin - ihr Schloss Mentmore Towers wurde ein wahres Schatzhaus. Da vorliegende Miniatur mit ihrer künstlerischen und historischen Bedeutung dem Rothschildschen Sammlergeschmack entspricht, ist es durchaus denkbar, dass diese Miniatur ursprünglich aus der Sammlung Rothschild stammt. 6499 28


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6500

Jean-François Lebelle (tätig um 1806 bis nach 1831 in Paris)

6500 Miniatur Ansicht der Tuilerien, von der Zentral­ allee des Tuileriengartens aus gesehen. Unten links monogrammiert „JF. DL.“. Fixé-sous-verre. 5,5 x 8,3 cm. In originalem, vergoldetem Kupferrahmen gestanzt mit einem Fries von Girlanden und Füllhörnern.

Eine sehr ähnliche Darstellung, signiert „Lebelle 1817“, aber in Lack auf einer runden schwarzen Lackdose gemalt, wurde versteigert bei Koller, Zürich, am 3. April 2019, Los 5012. Eine Schrägansicht des Tuilerienschlosses, ebenfalls vom Garten aus gesehen, befand sich in der Sammlung Pohl-Ströher, versteigert bei Sotheby‘s, London, am 5. Dezember 2019, Los 331. Vorliegender Miniatur am ähnlichsten ist die voll signierte und 1818 datierte Version im Musée Carnavalet, Paris (Inv.-Nr. P458).

700 € 29


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6501

6502

Europäisch

Jean-Baptiste Soyer (1752 Nancy - 1828 St.-Nicolas-de-Port)

6501 Miniatur Portrait einer jungen Frau mit doppel­ reihiger klassizistischer Kameenkette um den Hals, eine passende Brosche am weißen Turban, mit Perlenohrringen, in tief ausgeschnittenem, schwarzem Kleid mit kurzen weißen bestickten Gaze-Ärmeln. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 6,4 cm. In vergoldeter Kupferfassung. Um 1800/1805. 300 €

6502 um 1800. Miniatur Portrait eines bayerischen Artilleriegenerals mit gepuderter Perücke, in dunkelblauer Uniform, um den Hals am blau-gelben Band das Großkreuz des königlich-schwedischen Schwert-Ordens, an der Brust den Stern des königlich-französischen Ordens vom Heiligen Ludwig, darunter den Stern (mit Cordon) des kurfürstlich-bayerischen Ordens vom Pfälzer Löwen, und darunter wohl den Stern des königlich-schwedischen Seraphimerordens. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 6,5 cm. In vergoldeter Metallfassung. 400 € Galerie Bassenge dankt Herrn Dr. Stanislav Lyulin, Moskau, und Herrn Sergei Golovin für ihre wertvolle Hilfe bei der Beschreibung vorliegender Miniatur.

Jean-Antoine Laurent (1763 Baccarat - 1832 Épinal)

6503 Miniatur Portrait einer lächelnden jungen Frau mit schwarzem Gaze-Schleier im lockigen braunen Haar, in offenherzigem, weißem Seidenkleid mit Goldketten am rechten Arm; vor Landschaftshintergrund mit Bäumen. Unten entlang des rechten Bildrandes aufsteigend sig­ niert „Laurent“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 6,7 x 5,5 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung. Um 1800/1805. 1.000 € 6503 30


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6504

Mademoiselle oder Madame Aiguillon (nachgewiesen 1797 in Paris)

6504 Miniatur Portrait des duc de Liancourt mit grauem Hut, ein Zigarillo rauchend, in lachsfarbiger Jacke mit weißer Weste und gemustertem, violettem Halstuch. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 7,1 cm. In vergoldeter Kupferfassung auf späterem rechteckigen, mit Zitronenholz furniertem Holzpaneel mit vergoldeter Metallkartusche graviert „LA ROCHEFOUCAULD, DUC DE LIANCOURT / PEINT PAR MLLE AIGUILLON“. 500 € Literatur: Leo R. Schidlof: The Miniature in Europe, Graz 1964, Bd. I, S. 39 („There is no doubt she is a clever amateur miniaturist. The execution of the face, in ‚pointillé‘ is skilful and delicate, the drawing of the body leaves something to be desired.“), Bd. II, S. 906 Nr. 9, Bd. III, abgebildet Tafel 6 Nr. 9. Nathalie Lemoine Bouchard: Les Peintres en miniature actifs en France 1650-1850, Paris 2008, S. 43.

Provenienz: Paris, Sammlung Maxime Hébert (1853-1945), Inv.-Nr. 278. London, Sammlung Leo R. Schidlof (1880-1966). Nachlass Leo R. Schidlof, Inv.-Nr. 63. München, Kunsthandel Gertrud Rudigier. Sammlung Hinrich Bischoff (1936-2005). Mademoiselle Aiguillon ist vielleicht identisch mit der Madame d’Aiguillon, die am 3. Oktober 1797 begann, bei Jean-Baptiste Jacques Augustin in Paris das Miniaturmalen zu erlernen (siehe LemoineBouchard, supra). Bei dem Dargestellten handelt es sich wahrscheinlich um François XIII. Armand Frédéric de La Rochefoucauld (1765-1848), der seit 1827 den Titel des 8. duc de La Rochefoucauld, und seit 1828 den des 2. duc de Liancourt trug. Er war der Sohn des bekannten Politikers François XII. Alexandre Frédéric de La Rochefoucauld (1747-1827), der seit 1765 1. duc de Liancourt und, seit 1792, 7. duc de La Rochefoucauld war.

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6506 6505

Französisch 6505 um 1800/1805. Miniatur Portrait einer weiß gekleideten jungen Frau mit Frisur „à la Noyade“, in der linken Hand eine Miniatur an langer Halskette haltend, an einem Schreibtisch mit Briefen sitzend. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 6,1 cm. In vergoldeter Metallfassung, rückseitig altes Etikett mit handgeschriebener Identifikation der Dargestellten. 600 € Diese Miniatur besticht durch ihre naive Qualität, die darlegt, dass Miniaturen auch für weniger betuchte Menschen von großem sentimentalen Wert waren. Der Text auf der Rückseite des Deckkartons liest sich als: „Mademoiselle Pagote Lamontagne / fiancée à Mr. Chabert vers 1804 / et ensuite / mariée à M. Empereur de / Pont-à-Mousson.“.

Alpenländisch 6506 um 1800. Miniatur Portrait eines jungen Mannes in blauer Jacke über quergestreifter Weste mit blaugestreifter geknoteter Halsbinde, einen Brief in der rechten Hand haltend. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 5,2 cm. In vergoldetem Kupferrahmen reich verziert mit Flussperlchenbordüre, rückseitig Goldmonogramm „GBB“ auf dunklem Haargrund. 500 € 6507 32


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6508

Sebastiano Storace (aus Genua, nachgewiesen in Italien 1806, 1820 in Mailand und 1834)

6507 Miniatur Portrait einer auf einem Holzstuhl sitzenden jungen Frau in weißem Kleid mit Rüschenkragen und grünem Kaschmir-Schal. Unten entlang des rechten Bildrandes aufsteigend signiert und datiert „Sebast.no Storace Pitt.re Milano. 1820._“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 6 cm. In quadratischem, vergoldetem Stuck- und Holzrahmen mit vier Spandrillen in den Ecken. Beigegeben (ohne Abbildung): ovale Miniatur, Deutsch, um 1800: Portrait eines Mannes mit gepudertem Haar, in Schwarz mit weißer Halsbinde. Aquarell und Gummi­ arabikum auf Elfenbein. 5,2 x 4,4 cm (oval). In recht­ eckigem, vergoldetem Stuck- und Holzrahmen mit vier Spandrillen in den Ecken. 250 €

Sebastiano Storace ist als Miniaturmaler nicht gelistet. Am 1. Mai 1806 empfahl Sicardi dem Direktor der Académie de France in Rom, JosephB. Suvée, den aus Genua stammenden Sebastiano Storace aufzunehmen, „pour se perfectionner dans la peinture“. Ein großformatiges Ölgemälde von etwa 1834, Giuseppe Perone darstellend, ist Storace zugeschrieben und befindet sich in Lodi.

Französisch 6508 um 1775-1825. Gruppe von 10 Miniaturen auf Panneau: darunter fünf Portraits von Frauen, vier von Männern, und eines von einem Kind. Davon neun Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein und eines auf Pergament. Zwischen 3 und 6 cm (sechs ovale, zwei runde). In Metallmontierungen eingelassen in ein Kartonpanneau bezogen mit abgewetztem Samt, in vergoldetem Stuckund Holzrahmen des 19. Jahrhunderts. 250 € 33


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6510, Rückseite

6509, Rückseite

Sampson Towgood Roche

Britisch

(1759 Youghal, Irland - 1847 Woodbide Hill, co. Waterford, Irland)

6511 um 1800. Portrait Miniatur eines jungen Mannes mit buschigen Augenbrauen und grau gepudertem Haar, in blauer Jacke mit schwarzem Samtkragen. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 7,3 x 6 cm (oval). In vergoldetem Metallrahmen, rückseitig blaues Glas über guillochierter Metallfolie, mittig ovale hellbraune Haarreserve mit Resten von Initialen in Saatperlen.

6509 Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit gepuderter Perücke, in blauer Jacke mit schwarzem Samt­ kragen; vor Himmelhintergrund. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 7,2 x 5,7 cm (oval). In vergoldetem Metallrahmen, rückseitig Milchglasplatte mit hellbraunen Haarlocken besetzt mit Halbperlen und Golddraht, in der Mitte Goldinitiale „P“ auf blauem Glastondo. 300 €

300 €

Provenienz: Sammlung Hinrich Bischoff (1936-2005).

Provenienz: Christie‘s, London South Kensington, Auktion am 2. Juni 1989, Los 119.

Britisch

Britisch

6510 um 1800/1805. Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit weiß gepudertem Haar, in blauer Jacke und hellgrün gestreifter weißer Weste mit weißer Halsbinde; vor stürmischem Wolkenhintergrund. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 6,9 x 5,5 cm (oval). In vergoldetem Kupfermedaillon, rückseitig unter Glas opaleszierende Glasplatte über guillochierter versilberter Kupferfolie, darauf zwei gespiegelte dunkelblonde Haarlocken, in der Mitte kleines ovales blaues Glasplättchen umgeben von Saatperlen, mit Darstellung eines Ankers aus Saatperlen mit Goldspitzen und Goldtau, flankiert von Saatperl-Initialen „JD“. 200 €

6512 um 1795/1800. Miniatur Portrait einer jungen Frau in weißem Kleid mit Rüschenkragen und blauem Gürtelband, ein blaues Band im dunklen Haar; vor bewölktem Himmelhintergrund. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 6,5 x 5,2 cm (oval). In vergoldetem „fausse-montre“Metallrahmen mit innerer Gold-Églomisé Bordüre, rückseitig blaues Glas mit mittiger vertikaler ovaler Reserve von braunem Haargeflecht unter Glas in vergoldeter Metallfassung.

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250 €


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Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6513

Englisch 6513 um 1815/1820. Miniatur Portrait der Elizabeth Besley Dunsford mit Juwelenschmuck, in dunkelblauem Samtkleid mit gelbem Schal. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 5,7 x 4,5 cm. In vergoldeter Messingfassung in gegossenem Messingrahmen mit Lorbeerblattbordüre, rückseitig Messingverkapselung mit alt beschriftetem Papier.

6514

Alfred Edward Chalon (1780 Genf - 1860 London Kensington)

6514 Miniatur Portrait des William Besley Dunsford in dunkelblauer Jacke mit cremefarbiger Weste und weißer Halsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 5,7 x 4,5 cm. In vergoldeter Messingfassung in gegossenem Messingrahmen mit Lorbeerblattbordüre, rückseitig Messingverkapselung mit alt beschriftetem Papier.

400 €

500 €

Das Papier auf der Rückseite des Rahmen ist beschriftet „Miniature by Ross. / Elizabeth (née Lyde) / wife of William / Besley Dunsford / For Edward / Dunsford / (His great / Grandmother)“. Elizabeth Lyde (1788 - 1865), Tochter des James Lyde und seiner Gattin Elizabeth, geb. Watkins, war verheiratet mit William Besley Dunsford (siehe Los 6514).

Das Papier auf der Rückseite des Rahmen ist beschriftet „Miniature by Chalon / William Besley / Dunsford of / Swindon / For Edward / Dunsford / (His great / Grandfather)“. William Besley Dunsford aus Swindon (1784 - 1845), Sohn des James Dunsford und der Catherine Sophia Dunsford geb. Jaquery, war verheiratet mit Elizabeth Dunsford geb. Lyde (siehe Los 6513).

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6515

Samuel John Stump (1778 wohl in Amerika - 1863)

6515 Miniatur Portrait einer jungen Frau mit reichem Perlenschmuck, in Renaissance-Stil Kleid mit geschlitzten Puffärmeln und weißem Stehkragen. Unten rechts eingekratzt signiert und datiert „Stump / pinx.r / 1815.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 6,6 x 5,2 cm (oval). In originalem, vergoldetem Rocaille-Stuckrahmen auf braunem Samt in rechteckigem, mit Leder bezogenem Rahmen, rückseitig lila Samt. 400 €

Britisch 6516 um 1808. Miniatur Portrait einer jungen Frau mit geflecktem Schildpattkamm im kunstvoll frisierten, dunklen Haar, in weißem Kleid mit roter Brosche, um den Hals zwei Goldketten und eine weiße Spitzenhalskrause. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 6,9 x 5,3 cm (oval). In vergoldetem Messingrahmen, auf dem Deckpapier mit Bleistift beschriftet „Novr 17 / 1778“ und „1808“. 400 €

6516

Britisch 6517 um 1800/1805. Miniatur Portrait einer jungen Frau in weißem Kleid, vor bewölktem Himmelhintergrund. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 7,5 x 5,9 cm (oval). Auf dem Deckkarton alte Inschrift „Jane Mallings / 1796. / Heny Edridge. / Dufours Place / Golden Square“. In versilbertem Metallrahmen. Beigegeben: 8 Miniaturen: eine ovale britische Elfenbeinminiatur, um 1800, Portrait eines Offiziers in roter Uniformjacke, und vier weitere ähnliche ovale britische Miniaturen, darunter drei ovale Männerbildnisse auf Karton, um 1790 bis um 1840, eines auf Elfenbein in Etui, und zwei deutsche Frauenportraits, Ende 18. Jh. (beide auf Elfenbein, eine rund, die andere oval). Alle neun Miniaturen nicht abgebildet. 250 € Literatur: Sidney Hand: Signed Miniatures, o.O. 1925, S. 4, abgebildet Case 1, Nr. 69. Provenienz: Sammlung Sidney Hand, um 1925. New Orleans, Sammlung Edward Grosvenor Paine (1911-1989). Sotheby‘s, London, Auktion „Fine Portrait Miniatures from the Collection of Mr Edward Grosvenor Paine“ am 22. Juni 1981, Los 129 mit Abb. (als von Henry Edridge; Zuschlag 320 GBP). Deutschland, Sammlung R., Inv.-Nr. 201.

Provenienz: Kunsthandel Edwin Bucher, Trogen (380 CHF).

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Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6518 6519

Britisch

Britisch

6518 um 1830/1840. Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit Backenbart, in schwarzer Jacke und weißer Weste, mit weiß gepunkteter blauer Halsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 3,8 x 2,7 cm (achteckig). In graviertem Goldrahmen (Armbandschließe).

6519 um 1810/1815. Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit buschigem Backenbart und Windstoßfrisur, in brauner Jacke mit lachsfarben gestreifter Weste und geknoteter weißer Halsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 5,6 x 4,4 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung auf rechteckigem und gekehltem, schwarz gebeiztem Holzrahmen mit vier traubenförmigen Spandrillen aus vergoldeter Bronze. Beigegeben (ohne Abbildung): Portrait Miniatur, Britisch, um 1840: nach rechts blickender Mann mit ergrautem Backenbart, in Schwarz mit weißer Weste und schwarzer Seidenhalsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 8,3 x 6,5 cm (oval). In rechteckigem, vergoldetem Metall-Passepartout in vergoldeter Metallfassung auf samtbezogener Pappmaschéeplatte.

150 €

250 €

William C. Dubisson (nachgewiesen in London 1821 bis 1836)

6520 Miniatur Portrait einer jungen Frau in auberginefarbigem Samtkleid mit Goldschmuck, in ihrer linken Hand einen weißen Spitzenschleier haltend; vor grüner Brokatdraperie mit Troddel. Unten entlang des rechten Bildrandes aufsteigend signiert und datiert „Dubisson PxT. / 1836“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 10 x 8 cm. In späterem vergoldeten Stuck- und Holzrahmen. 100 € 6520 38


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Französisch 6521 um 1800/1810. Miniatur Portrait eines kleinen Jungen in weißem Hemd, in Intérieur vor blauem Vorhang auf Kissen sitzend mit Trommel und Spielzeugsoldaten und anderem Spielzeug. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 7,6 cm. In Stahlblechrahmen mit Lorbeerblatt- und Schleifenaufsatz, rückseitig Karton. 150 €

6521

Norditalienisch 6522 um 1815. Miniatur Portrait einer jungen Frau mit vier kleinen Kindern, in weißem Kleid an einem Tisch stehend und ein kleines Mädchen in blauem Kleid haltend, rechts neben ihr zwei kleine Mädchen und ein kleiner Junge stehend. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 13,3 x 13 cm. In blauem Kartonpassepartout in vergoldetem Holzrahmen von Alexander Schott, München (mit gedrucktem Händleretikett). 800 € Provenienz: Italienische Privatsammlung, Inv.-Nr. 246 (als von Sofia Leclerc 1778-1835). Sotheby‘s, Florenz, Auktion „Miniature, Icone e Argenti“, am 15. Mai 1978, Los 15 mit Abb. (als „Scuola italiana, circa 1810“, Zuschlag 580.000 LIT). Kunsthandel Gertrud Rudigier, Miniaturen-Kabinett, München, abgebildet im Katalog der Münchener Kunst- und Antiquitätenmesse 1978, S. 233 (als Werk der Sofia Giordano, geb. Leclerc, 1779 Turin 1829). Erworben bei Kunsthandel Gertrud Rudigier im Oktober 1980 für 4.900 DM. Deutsche Privatsammlung, Inv.-Nr. 01580, als Werk der Sofia Giordano geb. Leclerc 1778-1829. 6522 39


Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Gustave Blés (auch Blès) (1797 Toulouse - 1877 Paris)

6523 Miniatur Portrait einer jungen Frau mit Schildpattkamm im dunkelblonden Haar, in schwarzem Kleid mit Perlenschmuck. Mittig entlang des rechten Bildrandes aufsteigend signiert „Gustave Blés.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 4,1 x 3,2 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung. Um 1825. Beigegeben: kleine Miniatur, französisch, um 1825/1830: Portrait eines jungen Mannes mit dunkler Lockenfrisur und Koteletten, in schwarzer Jacke mit weißer Halsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 2,5 x 2,1 cm (oval). In ehemaliger Armbandschliesse aus vergoldetem Silber mit gravierter Bordüre. 300 €

Deutsch 6526 um 1840. Miniatur Portrait eines schnurrbärtigen blonden Hauptmanns des württembergischen Generalstabs in blauer Uniform mit Gold­epauletten und Ordenskreuz. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 4,7 x 3,7 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung in rechteckigem, schwarz gebeiztem Holzrahmen. Beigegeben: ein Miniatur Portrait eines schurrbärtigen schwarzhaarigen Offiziers in dunkelblauer Uniform mit roten Epauletten (cuirassier du 3e régiment), Kontinentaleuropa, um 1830. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 7,8 x 6,3 cm (oval). In Kupferfassung in rechteckigem, dunkelbraun gebeiztem Holzrahmen. 400 € Galerie Bassenge dankt Herrn Dr. Stanislav Lyulin, Moskau, für die Identifizierung der Uniform des Dargestellten auf der Hauptminiatur.

Französisch 6524 um 1815. Miniatur Portrait des Königs Ludwig XVIII. von Frankreich (1755-1824) mit gepudertem Haar, in dunkelblauer Uniform mit Goldepauletten und blauem Cordon des Saint-Esprit Ordens und rotem Band des königlich-französischen Ordens der Ehrenlegion; vor rotbrauner Draperie. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 6,4 x 5,5 cm (oval). In vergoldetem Metall­ rahmen mit gestanzter Bordüre. 300 € Nach dem Gemälde von Gérard.

Französisch 6525 um 1840. Portrait Miniatur eines braunhaarigen kleinen Mädchens in schwarzer Samtjacke mit weißem Rüschenkragen. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 4,4 x 3,6 cm (oval). In graviertem, vergoldetem Silberrahmen mit Broschenmontierung, rückseitig braunes Leder. 300 € Provenienz: London, Kunsthandel Stewart Antiques, 17. Oktober 1992. 6526, Beigabe

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6523, Beigabe 6523

6524

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Henri Johns (1769/1770 Brüssel - nach 1841)

6527 Miniatur Portrait eines zur Seite blickenden jungen Mannes mit blonden Locken, in schwarzer Jacke mit brauner Weste und geknoteter weißer Halsbinde. Mittig entlang des rechten Bildrandes aufsteigend signiert „Johns p:t“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 8,9 x 7,6 cm. In vergoldeter Bronzefassung mit gestanztem Palmettenrand. 500 € Vorliegende Miniatur, entstanden in den 1830er Jahren, gehört der Brüsseler Schaffenszeit des Künstlers an. Schon 1825 wird er als in Brüssel wohnhaft erwähnt. 1829, im Alter von 60 Jahren, wohnt er in der rue du Nord Nr. 57 in Brüssel, und 1834 zieht er in die rue du Parchemin Nr. 15. 1841 ist er zurück in der rue du Nord, Nr. 7. Danach verlieren sich seine Spuren.

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James Gay Sawkins (1806 Yeovil, Somerset - 1878 Turnham Green bei London)

6528 Miniatur Portrait einer älteren Frau mit aubergine­ farbigem „tignon“, in gelbem Kleid und weißem, mit Spitzen besetztem Schultertuch. Unten links diagonal aufsteigend signiert und datiert „SAWKINS / 1843“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 7,6 x 6,3 cm. In vergoldeter Metallfassung. 300 € Der vielgereiste britische Künstler Sawkins, der im Alter von 14 Jahren mit seiner Familie nach Baltimore zog, kam, nach einem Aufenthalt in Mexiko, um 1835 in Kuba an, wo er als Zeichenlehrer arbeitete. 1842 ist er in Puerto Principe nachgewiesen, und 1844 wohnte er in der calle San Felix Nr. 53 in Santiago de Cuba. 1843 entstand vorliegendes Bildnis, ein seltenes Dokument einer kubanischen Miniatur. Nachdem Sawkins als verdächtig ausgewiesen wurde, verliess er Kuba am 19. Januar 1847. 1850 bis 1852 war er in Hawai, arbeitete dann in Australien und kehrte 1855 nach England zurück. Die Dargestellte trägt einen tignon, einen turbanartigen Kopfschmuck, der seinen Ursprung in der Kopfbedeckung farbiger Frauen in der damaligen französischen Kolonie Louisiana hatte, die sich unvorteilhaft von den „weißen“ Frauen unterscheiden sollten - doch der tignon wurde ein Modephänomen. Besonders kreolische Frauen trugen diese oftmals fantasievollen Kopftücher. 6528 42


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Johan Görbitz (1782 Sandviken bei Bergen, Norwegen - 1853 Oslo )

6529 Miniatur Portrait des Malers Anton Graff mit Rundbrille, in brauner Jacke mit hellblauer Weste und geknoteter weißer Halsbinde. Mittig entlang des rechten Bildrandes aufsteigend signiert und datiert „J: Görbitz. 1807“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 6,7 x 5,2 cm. In vergoldeter Metallfassung auf rechteckigem, dunklem Holzpaneel. 800 € Nach vierjähriger Ausbildung als Maler in Kopenhagen von 1798 bis 1802 kehrte Görbitz nach Bergen zurück um dort als Portraitmaler zu arbeiten. Von 1805 an setzte er sein Studium in Kopenhagen fort und reiste dann 1807 nach Dresden, wo vorliegendes Bildnis höchstwahrscheinlich entstand. Es ist eine Teilkopie nach einem Selbstbildnis von Anton Graff (1736 - 1813) von 1805/1806, welches auf der am 5. März 1806 eröffneten Ausstellung der Dresdner Kunstakademie vom sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. für die Dresdner Gemäldegalerie angekauft wurde (siehe Ekhart Berckenhagen: Anton Graff. Leben und Werk, Berlin 1967, S. 160-161 Kat.-Nr. 526).

6529

Jean-Baptiste Jacques Augustin (1759 Saint-Dié, Vogesen - 1832 Paris)

6530 Werkstatt. Miniatur Portrait des Miniaturmalers Jean-Baptiste Jacques Augustin (1759–1832), seine dunkelbraunen Haare modisch „à la noyade“ ins Gesicht frisiert (unvollendet). Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 7,9 x 6,1 cm. In originalem, vergoldetem Kupferrahmen. 1.500 € Literatur: Bernd Pappe: Jean-Baptiste Jacques Augustin 1759–1832. Une nouvelle excellence dans l‘art du portrait en miniature, Verona 2015, S. 285, Kat.-Nr. 474 mit Abb., als „Jean-Baptiste Jacques Augustin (ou atelier)“, ohne Größenangabe und Aufbewahrungsort. Provenienz: Hôtel Drouot, Paris, Auktion am 10. Dezember 1999, Los 55 mit Abb. (Zuschlag 17.000 FFR).

6530 43


Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Französisch 6531 um 1815. Miniatur Portrait einer jungen Frau mit Perlendiadem im hellbraunen Haar, in weißem Kleid mit rosa Schal. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 6 cm. In vergoldeter Kupferfassung. 300 €

6531

Deutsch

Deutsch

6532 um 1810/1815. Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit Windstoßfrisur und Koteletten, in brauner Jacke mit weißer Weste. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 4,6 x 3,7 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung auf rechteckigem, schwarz gebeiztem Holzpaneel. Beigegeben (ohne Abbildungen): Paar runde Portrait Miniaturen, Deutsch, um 1810/1815: Mann in Schwarz und Frau in Weiß mit Goldflakon an Halskette. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. je 5,1 cm. In Elfenbeinringen auf rechteckigen Holzrahmen.

6534 um 1795/1800. Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit sternförmiger goldener Krawattennadel an der weißen Halsbinde, in dunkelblauer Jacke und bunter Weste. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 5,2 x 4,5 cm (oval). In vergoldetem Metallmedaillon, rückseitig braunes Haargeflecht.

250 €

Europäisch

Nordeuropäisch

6535 um 1840. Miniatur Portrait eines bärtigen jungen Mannes mit Schlapphut, vor Himmelhintergrund mit Gebirge. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 6,1 x 5 cm (oval). In vergoldetem Bronzerahmen mit Lorbeerbordüre und Schleifenaufsatz.

6533 um 1800. Miniatur Portrait einer jungen Frau mit Perlenschnüren im blonden Haar, um den Hals weitere Perlenketten, in tief ausgeschnittenem, blauem Kleid. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 4 x 2,9 cm (oval). In vergoldeter Metallfassung. 250 € Provenienz: Salzburg, Sammlung Commodore Theodor Josef Ethofer (1849 Wien - 1915 Baden bei Wien). München, Galerie Helbing, Auktion „Miniaturensammlung Comm. Th. Ethofer, Salzburg“ am 23. November 1911, Los 95 mit Abb. auf Tafel VI (Schätzpreis 90 Mark, Rückgang bei 80 Mark).

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250 €

250 €


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Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Russisch 6536 um 1814. Miniatur Portrait des Leutnants Alexander Ivanovich Shepelev in weißer Uniform mit Epauletten und kaiserlich-russischen Orden; vor Wolkenhintergrund. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 4,5 x 3,7 cm. In vergoldeter Silberfassung mit rückseitiger Kupferplatte. 300 € Alexander Ivanovich Shepelev, Sohn des Ivan Dimitrievich Shepelev und der Elisabeth Petrovna Shepeleva, war Leutnant (poruchik) des Cavaliergarde Regiments (Kavalergardsky polk). Er fiel 1814 in der Schlacht von Fère-Champenoise in der Champagne, auf der Seite der siegreichen Koalitionstruppen gegen das Napoleonische Heer. Er hatte die kaiserlich-russischen Orden von St. Georg, St. Anna (4. Klasse) und die Medaille des Feldzugs von 1812 erhalten.

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Galerie Bassenge dankt Herrn Dr. Stanislav Lyulin, Moskau, für seine Hilfe bei der Beschreibung vorliegender Miniatur und Herrn Sergei Golovin für die Identifikation des bislang unbekannten Dargestellten.

Russisch 6537 1811. Miniatur Portrait eines Mannes in schwarzer Jacke mit weißer Weste und geknoteter Halsbinde. Unten rechts kyrillisch signiert und datiert „1811 God / I: Kondr / 1811“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 5,9 x 4,8 cm (oval). In vergoldetem Silberrahmen. 150 €

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Russisch 6538 um 1820. Miniatur Portrait einer jungen Frau mit schwarzer Schleife und geflochtenem Zopf im dunklen Haar, mit Perlohrring, in rosa Kleid. Aquarell und Gummi­ arabikum auf Elfenbein. 5,7 x 4,6 cm (oval). In Messingrahmen mit Kordelrand, auf dem Deckpapier in kyrillisch beschriftet. 150 €

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Osteuropäisch 6539 1821. Miniatur Portrait einer Frau mit weißer Spitzenhaube, in braunem Kleid mit weißem Rüschenkragen und mit bunten Blumen besticktem Schal. Unten rechts monogrammiert und datiert „B. 1821“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 7,7 x 6,4 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung. 150 €

Deutsch 6540 um 1810/1815. Miniatur Portrait einer jungen Frau mit Goldkamm im braunen Haar, Perlenkette und Ohrringen, in weißem Empirekleid mit kurzen Puffärmeln und blauem Schal. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 5,6 x 4,3 cm (oval). In rechteckigem, gehämmertem Metallblechrahmen auf Holzbasis. Beigegeben (ohne Abbildung): Portrait Miniatur, Deutsch, um 1810/1815: junge Frau in weißem Empirekleid mit Stehkragen und blauem Schal, im lockigen Haar ein mit blauen Perlen besetzter Kamm. Aquarell und Gummiarabi­ kum auf Elfenbein. 5,8 x 4,6 cm (oval). In Kupferfassung. 300 €

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Fridolin Ott (1775 - 1849 Bischofszell, Kanton Thurgau)

6541 Miniatur Portrait einer jungen Frau mit brauner Lockenfrisur, in schwarzem Kleid mit altrosa Schal. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein (am oberen Rand original angestückt). 7,7 x 6,3 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung. 250 €

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Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

J. Roze (tätig um 1825 bis um 1843, wohl in Frankreich)

6542 Miniatur Portrait eines jungen Mannes in grauer Jacke mit weißem Hemd, schwarzer Weste und geknoteter Halsbinde. Unten rechts signiert und datiert „J.Roze / 1825“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 8,2 x 6,6 cm (oval). In geprägter vergoldeter Bronzefassung in rechteckigem und gekehltem, schwarz gebeiztem Holzrahmen. 400 € Miniaturen von dieser Hand sind extrem selten. Ein signiertes und 1832 datiertes Frauenbildnis wurde hier versteigert am 4. Juni 2020, Los 6551.

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Charles Antoine Claude Berny d’Ouville (1771 Clermont - 1856 Paris)

6543 Miniatur Portrait des Edward Thomas Lloyd im Alter von 25 Jahren, mit dunkelblondem Haar und Backenbart, in auberginebrauner Jacke mit gelber Weste und geknoteter schwarzer Seidenhalsbinde. Unten entlang des rechten Bildrandes aufsteigend signiert und datiert „Ch.es Berny. 1827.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 9,5 x 8 cm. In originalem, vergoldetem Kupfer- und Messingrahmen mit gestanzter Bordüre, rückseitig alter handgeschriebener Text zum Dargestellten. 600 € Literatur: Charles Antoine Claude Berny d‘Ouville, Werkverzeichnis Nr. 44 (https://berny-douville.blogspot.com, eingesehen am 21. September 2021). Provenienz: Sotheby‘s, London, Auktion am 5. Juli 1976. Sotheby‘s, Zürich, Auktion am 24. November 1978, Los 257 mit Abb., Zuschlag 1.600 CHF an Haas für Galerie Bednarczyk, Wien. Geboren um 1802/1804 im kolonialbritischen Kalkutta, Westbengalen, diente der Dargestellte bei den Royal Engineers der Britischen Armee. Als Lieutenant-Colonel war er unter den 746 Soldaten der British Armed Forces, die für ihren Einsatz im Krim-Krieg 1854-1856 von der alliierten französischen Regierung mit dem kaiserlich-französischen Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet wurde. Er brachte es zum General. Spät berufen, heiratete er 1858 die über dreissig Jahre jüngere Annabella Barbara Durnford (18341885) mit der er schnell noch sieben Kinder zeugte. Er starb 1883. 6543 48


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6544

J. J. Becker (um 1780 Bonn - nach 1840)

6544 Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit gelocktem, braunem Haar und Koteletten, in blauer Jacke und weißer Weste mit schwarzer Halsbinde. Unten links diagonal aufsteigend signiert „Becker px“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 6,8 x 5,2 cm. In schwarz gebeiztem Holzrahmen mit vergoldeter Innen­ bordüre. Um 1820/1830. 2.500 € 49


Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6545

Adalbert Suchy (1783 Schwihau, Bezirk Klattau in Böhmen - 1849 Wien)

6545 Miniatur Portrait einer nach links blickenden Frau mit Spitzenhaube in der braunen Lockenfrisur, in weißem, spitzenbesetztem Seidenkleid mit Schleife; vor bewölktem Himmelhintergrund. Mitte links entlang des Bildrandes in Gold absteigend beschriftet und datiert und unten rechts entlang des Bildrandes in Gold aufsteigend signiert „Gebohren 788. Gemahlt 826. / von Ádalbert Suchý.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 6,6 cm. In vergoldeter Kupferfassung. Rückseitig alter Karton mit handgeschriebener alter Inventarnummer 57. 800 € Provenienz: Sammlung Hinrich Bischoff (1936-2005).

Pierre-Édouard Dagoty (1775 Florenz - 1871 Bordeaux)

6546 Miniatur Portrait einer jungen Frau mit schwarzer Lockenfrisur, in tief ausgeschnittenem, weißem Kleid mit korallenrotem Gürtelband. Unten links signiert „Dagoty“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 5,8 cm. In vergoldeter Kupferfassung auf rechteckigem, schwarz gebeiztem Holzrahmen. 600 € Provenienz: Am 17. Juli 1979 erworben bei „Siroux“ für 3.900 FFR. Ein typisches Werk aus Dagotys bester Schaffensperiode, den letzten Jahren der Empirezeit um 1810/1815.

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Nordeuropäisch 6547 um 1820/1825. Miniatur Portrait Paar: Frau in grünem Kleid mit weißem Spitzeneinsatz, ihr dunkelblondes Haar in Rollen frisiert und reich geschmückt mit weißen Spitzenrüschen, gestreiften Seidenbändern und einem schwarzen Hut mit Straußenfeder; der Mann in brauner Jacke über gestreifter ockergelber Weste und geknoteter weißer Halsbinde. Beide Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. Jeweils 7,1 x 5,8 cm (oval). In vergoldeten Kupferfassungen, rückseitig Weißmetallplatten. 400 € Henri-Louis Convert (1789 - 1863, Colombier, Kanton Neuenburg)

6548 Miniatur Portrait eines dunkelblonden Mannes in blaugrüner Jacke und blauer Weste mit weißem Hemd, geknoteter schwarzer Halsbinde und goldener Krawattennadel. Mittig entlang des rechten Bildrandes aufsteigend signiert und datiert „convert. pinxit. / 1835.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 7,2 cm. In vergoldetem Kupferrahmen, rückseitig rotes Maroquinlederpaneel mit alter Beschriftung. 300 € Zu Henri-Louis Convert, siehe Jean-Claude Genoud (Hrsg.): 100 ans de miniatures suisses 1780-1880, Genf 1999, S. 97.


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Französisch 6549 um 1810/1815. Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit schwarzen Locken und Koteletten, in auber­ ginebrauner Jacke, weißer Weste und Halsbinde mit roter Krawattennadel. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 6 x 4,7 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung. Beigegeben (nicht abgebildet): Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit dunkelbraunen Locken und Koteletten, in dunkelblauer Weste mit weißer Halsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 4,9 cm. In vergoldeter Kupferfassung. 250 €

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Französisch 6550 um 1800. Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit weiß gepudertem, krausem Haar und Koteletten, in blauer Jacke mit schwarzem Kragen, gestreifter gelber Weste und geknoteter weißer Halsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 5,1 cm. In vergoldeter Kupferfassung. Beigegeben (nicht abgebildet): Miniatur, Bernhard Edler von Guérard (gest. 1836) zugeschrieben: Portrait eines jungen Mannes mit grau gepudertem Haar, in hellbrauner Jacke mit weißer Weste und geknoteter Halsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 6,3 cm. In Kupferfassung. 250 € 6550

Deutsch 6551 um 1820/1830. Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit rotblonder Windstoßfrisur, in schwarzer Jacke mit weißer Weste und schwarzer Halsbinde. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 6,7 x 5,2 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung in rechteckigem, schwarz gebeiztem Holzrahmen. Beigegeben: ein Miniatur Portrait eines jungen Mannes in blauer Jacke mit gestreifter Weste, England, um 1790. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 3,6 x 2,3 cm (oval). In gedrechseltem, dunkelbraun gebeiztem Holzrahmen (siehe Internetabbildung). 250 € Provenienz: Die Beigabe: Bonhams, London, Auktion „Portrait Miniatures“ am 12. März 2002, Los 234 (als Beigabe; Zuschlag 320 GBP plus Aufgeld). 6551 52


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6553

6552

Aglaé Marie de Maré geb. de Saint-Chamans

Franz Xaver Fahrländer

(1800 Orléans -1831 Brest)

(1793 Ettenheim, Breisgau - nach 1831)

6552 Miniatur Portrait des Stanislas Alphonse de Maré in der dunkelblauen Marineuniform eines capitaine de vaisseau de l‘Etat-Major de la Marine mit goldfarbenen Epauletten und dem königlich-französischen Militärorden des Hl. Ludwig und dem königlich-französischen Orden der Ehrenlegion; vor wolkigem Himmelhintergrund. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 10,5 x 7,9 cm (oval). Auf dem Deckkarton beschriftet „A. de Maré, fait par / Aglaé de Maré; née de St Chamans.“ In vergoldeter Kupferfassung auf rechteckigem, schwarz gebeiztem Holzpaneel besetzt mit vier Spandrillen aus vergoldeter Bronze.

6553 Miniatur Portrait eines jungen Mannes in dunkelgrauer Jacke und Weste, mit blumenförmiger Krawattennadel an der geknoteten weißen Halsbinde; vor Wolkenhintergrund. Unten entlang des linken Bildrandes absteigend mit Bleistift signiert „Fahrländer“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 9 x 7,2 cm (oval). In späterem vergoldeten Messingrahmen, rückseitig Karton. 500 €

400 € Aglaé Marie Gaetane de Saint-Chamans war die Tochter des MarieGeorges de Saint-Chamans, Seigneur auf Villetran, und der Marie Henri­ ette Victoire de Thienne. Sie heiratete am 26. April 1825 den Schiffs­ kapitän der königlich-französischen Marine Stanislas Alphonse de Maré (1792 Metz - 1843 Tours), den sie auf dieser Miniatur darstellte. Sie wurde nur 30 Jahre alt, dementsprechend selten sind ihre Werke. Zwei Weinkelleransichten von ihrer Hand, signiert und 1826 datiert, wurden versteigert bei Briscadieu in Bordeaux am 5. Juni 2021, Los 95.

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Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6554

Balthasar Wigand (1770 Wien -1846 Felixdorf bei Wiener Neustadt)

6554 und vielleicht Werkstatt. Miniatur Aquarell Szene: Erzherzog Carl von Österreich (1771-1847) in der Schlacht bei Aspern. Unterhalb der Darstellung auf schwarzem Rand in Gelb betitelt „Erzherzog Carl in der Schlacht bei Aspern.“ Unten links signiert „Wigand“. Aquarell und Gummiarabikum auf Papier. Ungerahmt wie in der Katalogabbildung: 17 x 21,4 cm. In Metallrahmen (dort 15,9 x 21,4 cm). 800 € Provenienz: Galerie Fischer, Luzern, Auktion 372 H vom 15. April 2000, Los 4177 (Zuschlag 3.000 CHF plus Aufgeld).

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Eine Ansicht der Schlacht von Aspern, signiert und datiert „den 22. May/ 1809/Wigand f.“ war Kat.-Nr. 7 der Ausstellung Balthasar Wigand (1770– 1846). Bilder und Kunsthandwerk aus Empire und Biedermeier, Historisches Museum der Stadt Wien, 1977 (ohne Abbildung). Die Schlacht bei Aspern (im französischen Sprachgebrauch bataille d‘Essling genannt) gilt als die erste bedeutende Niederlage der Napoleonischen Truppen auf dem Schlachtfeld. Euphorisch – und vorschnell– wurde Erzherzog Carl durch Heinrich von Kleist als „Überwinder des Unüberwindlichen“ gefeiert. Doch wenige Wochen später unterlag Erzherzog Carl den Franzosen in der Schlacht von Wagram und schloss mit Napoleon eigenmächtig den Waffenstillstand von Znaim – was seine Entlassung und das Ende seiner militärischen Karriere bedeutete.


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Faustin Herr (tätig um 1834 - 1839, Wien und München)

6555 Miniatur Portrait eines sitzenden blonden Mannes in dunkelgrauer Jacke mit weißer Weste über weißem Hemd mit geknoteter schwarzer Halsbinde, in der rechten Hand ein Buch haltend. Unten mit Bleistift signiert und datiert „Fa. Herr 834.“. Aquarell auf Karton. Am unteren rechten Eck Teil eines Prägestempels. Ungerahmt wie abgebildet: 24,6 x 20,1 cm. In späterem, vergoldetem Metallrahmen (dort 23,9 x 18,9 cm). 300 € Provenienz: Phillips, London, Auktion „Watercolours“ am 17. März 1998, Los 136 (Zuschlag 170 GBP plus Aufgeld). Heinrich Fuchs (Die österreichische Bildnisminiatur von den Anfängen bis zur Gegenwart, Bd. I, Wien 1981, S. 87) schreibt über Faustin Herr: „Er gilt als sehr tüchtiger Künstler, dessen Werke außerordentlich selten sind.“

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Josef Kriehuber (1800 - 1876, Wien)

6556 Miniatur Portrait eines dunkelblonden schnurrbärtigen Mannes in dunkelgrauer Jacke mit gelber Weste über weißem Hemd mit geknoteter schwarzer Halsbinde. Unten rechts mit Bleistift signiert und datiert „Kriehuber 840“. Aquarell auf Karton. Ungerahmt wie abgebildet: 17 x 12,4 cm. In späterem, vergoldetem Metallrahmen (dort: 15,9 x 12,2 cm). 500 € Provenienz: Phillips, London, Auktion „Fine Watercolours and Miniatures“ am 5. November 1996, Los 258 (Zuschlag 260 GBP plus Aufgeld). 6556 55


Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Eduard Schuler (1806 Straßburg - 1882 Lichtenthal bei Baden-Baden)

6557 Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit dunkler Lockenfrisur, in Jacke, Weste und Hemd mit geknoteter Halsbinde. Unten entlang des rechten Bildrandes aufsteigend signiert „Ed. Schuler. del:“. Graphit leicht gehöht mit Wasserfarbe auf Papier. 9,1 x 7,4 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung in rechteckigem und gekehltem, dunkelbraun gebeiztem Holzrahmen. 100 € Provenienz: Sammlung Hinrich Bischoff (1936-2005). Eduard Schuler war Zeichner, Stahlstecher und Lithograph. Er arbeitete in Straßburg und Karlsruhe.

6557

Carl Ludwig Hummel de Bourdon (um 1769 - 1840 Wien)

6558 Miniatur Portrait eines schwarz gelockten Mannes in dunkelblauer Jacke mit goldfarbigen Knöpfen und gelber Weste über weißem Hemd mit Halsbinde; vor stilisiertem Landschaftshintergrund. Unten entlang des rechten Bildrandes aufsteigend signiert und datiert „HUMMEL 1814.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Karton. 12,2 x 9,3 cm (oval). In originalem rotem Maroquinleder Klappetui gefüttert mit weißer Seide. 800 € Provenienz: Sotheby‘s, London Olympia, Auktion „Silver, Vertu and Miniatures“ am 18. Dezember 2003, Los 14 mit Abb. (Zuschlag 450 GBP plus Aufgeld). 6558 56


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6559

Carl Ludwig Hummel de Bourdon (um 1769 - 1840 Wien)

6559 Miniatur Portrait des jugendlichen Grafen Władysław Zamoyski in husarenartigem Kostüm, mit aufgeschlagenem Buch in der linken Hand in Landschaft sitzend, rechts im fernen Hintergrund Ansicht einer Burg auf Hügel. Unten links auf der Stuhllehne signiert und datiert „Hummel / 1816.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Karton. 14,6 x 10,9 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung, rückseitig altes Sammlungsetikett mit maschinengeschriebenem Katalogtext. 3.000 €

Graf Władysław Stanisław Zamoyski (24. März 1803, Warschau – 11. Januar 1868, Paris) war der vierte Sohn des königlich-polnischen Senatspräsidenten Stanisław Kostka Zamoyski und dessen Gattin Zofia Zamoyska geb. Czartoryska, Tochter des berühmten Fürsten Adam Czartoryski. Zamoyski kämpfte sein Leben lang für die Unabhängigkeit Polens. So nahm er am November Aufstand von 1830–1831 teil. Im März 1831 erhielt Zamoyski das Großkreuz des Virtuti Militari Ordens. Nach der Niederschlagung des Aufstands emigrierte er nach Frankreich – sein Heimatland sollte er nie wiedersehen. 1835 konfiszierten die russischen Besatzer all seine polnischen Güter. Mit seiner Nichte und Gattin Jadwiga Działyńska, 1852 geehelicht, hatte er vier Kinder.

Provenienz: Dorotheum, Wien, 551. Kunstauktion am 15. März 1961, Los 190 mit Abb. auf Tafel 86.

Galerie Bassenge dankt Herrn Dr. Stanislav Lyulin, Moskau, für seine Hilfe bei der Beschreibung dieser Miniatur.

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Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6560

6560

Alois von Anreiter (1803 Bozen - 1882 Wien)

6560 Miniatur Portrait Paar: junger Mann mit Backenbart und hellbraunem Lockenhaar, auf rot gepolstertem Armstuhl sitzend, und junge Frau mit blonder Locken­ frisur, in schulterfreiem, weißem Kleid mit juwelenbesetzter rosa Schleife am Dekolleté und schwarzer Stola um die Schultern drapiert; vor bewölktem Himmelhintergrund. Das Männerbildnis unten rechts senkrecht aufsteigend mit Bleistift signiert und datiert „vo Anreiter 839“, das Frauenbildnis unten links senkrecht absteigend mit Bleistift signiert und datiert „Anreiter 839“. Beide Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. Beide 10 x 8,2 cm. In reich verzierten, originalen vergoldeten Biedermeier-Holzrahmen mit rückseitigen inkorporierten Klappständern aus Holz. Auf der Rückseite des Männerbildnisses die dazugehörige Bleistift-Vorzeichnung auf Papier. 1.500 € 6561 58


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6561

Moritz Michael Daffinger (1790 - 1849, Wien)

6561 Miniatur Portrait Paar: Junge Frau in weißem Seiden­ kleid mit Perlenbrosche am Dekolleté, eine vier­reihige Perlenkette um den Hals; und junger Mann mit rotem Backenbart, nach rechts blickend, in brauner Jacke und Weste mit weißem Hemd und geknoteter schwarzer Seidenhalsbinde; beide vor bewölktem Himmelhintergrund. Sie unten entlang des linken Bildrandes absteigend mit

Bleistift signiert „Daffinger“, er unten entlang des rechten Bildrandes aufsteigend mit Bleistift signiert „Daffinger“. Beide Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. Jeweils 9 x 7,2 cm. In den originalen, gegossenen und feuervergoldeten Bronzerahmen, rückseitig originale Metallplatten mit Klappständern. 3.000 € 59


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Deutsch 6562 um 1850. Miniatur Portrait in Ganzfigur einer stehenden, reich geschmückten jungen Adeligen in schwarzem Spitzenkleid, links im Hintergrund rot gepolsterter Sessel mit Hermelinmantel und Schoßhund. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 5,9 x 4 cm. In rückseitig verkapseltem Messingrahmen. 300 € Laut Vorbesitzer handelt es sich bei der Dargestellten wohl um Prinzessin Therese von Sachsen-Altenburg (1823 Hildburghausen - 1915 Altenburg). Als zweite der vier überlebenden Töchter des Herzogs Joseph von Sachsen-Altenburg und der Amalie von Württemberg, galt sie als die attraktivste der Schwestern, wies aber alle Heiratskandidaten zurück, darunter den zukünftigen französischen Kaiser Napoleon III. Sie widmete sich hauptsächlich der Pflege ihrer kranken Eltern.

6562

Italienisch 6563 um 1820. Miniatur Portrait der Beatrice Cenci in weißem Gewand mit weißem Turban, über ihre linke Schulter blickend. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 13,1 x 10,4 cm. In vergoldeter Messingfassung. 300 € Beatrice Cenci (1577–1599), eine römische Patrizierin, wurde im Alter von 22 Jahren wegen des von ihr angestifteten Mordes an ihrem brutalen und perversen Vater hingerichtet. Mit von der Partie waren ihre Stiefmutter und ihre beiden Brüder. Der Mord selber wurde von Beatrices Liebhaber Olimpio per Hammerschläge ausgeführt; Olimpio wurde danach als lästiger Zeuge durch einen Freund der Cencis entsorgt. Während Beatrices jüngerer Bruder glücklicherweise mit einer lebenslangen Galeerenstrafe davonkam, wurden der ältere Bruder, Beatrice und die Stiefmutter zum Tode verurteilt. Beatrices älterer Bruder wurde öffentlich mit glühenden Zangen gequält, dann mit einem Hammer erschlagen und zuguterletzt gevierteilt. Viel weniger spektakulär wurden Beatrice und ihre Stiefmutter auf dem Platz der Engelsburg nur geköpft. Vorliegende Miniatur basiert auf dem Guido Reni zugeschriebenen, sicherlich posthumen Bildnis der Beatrice, das sich in der Galleria Nazionale d‘Arte Antica in Rom befindet. 6563 60


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6564

6564

Carl Louis Georg Bostelmann (1824 oder 1825 Hannover - 1912 Beverstedt oder Hannover)

6564 Miniatur Portrait Paar: dunkel gekleideter Mann mit Backenbart, und Frau in mit weißen Spitzen gerändertem roten Kleid und Blumenbouquet an der Schulter. Das Männerbildnis Mitte links signiert und datiert „CBostelma. / 1888.“ und auf dem Deckkarton in Bleistift sig­niert, ortsbezeichnet und datiert „CBostelmann / von Wachholz / [in] Hann [over] / 1888 gemalt“, das Frauenbildnis auf dem Deckkarton in Bleistift signiert, ortsbezeichnet und datiert „CBostelmann / von Wachholz / in Hannover / gemalt 1888“.

Beide Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. Das Männerbildnis 7,3 x 6,3 cm (oval), das Frauenbildnis 6,6 x 5,6 cm (oval). Beide in rechteckigen, reich verzierten und durchbrochenen Metallrahmen des Historismus auf bordeauxroten Samtplatten mit rückseitigen Seidenpaneelen mit Klappständern. 300 € Bostelmann war von 1847 bis 1866 am königlichen Hof von Hannover als Miniaturen-Porträt-Maler beschäftigt. Nach seiner Pensionierung zog er sich auf sein 1858 erworbenes Gut Wachholz bei Beverstedt zurück. 1896 verkaufte er es und zog in ein kleines Haus in Beverstedt.

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Mabel Lee Hankey geb. Hobson (1867 Bath, Somerset - 1943 Storrington, Sussex)

6565 um 1920. Miniatur Portrait eines jungen Mannes in hellbrauner Jacke und Weste mit hellblauem Hemd und weinroter Krawatte. Unten entlang des rechten Bildrandes aufsteigend signiert „Mabel Hankey.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 8 x 6 cm (oval). In vergoldetem Messingrahmen mit rückseitiger Plüschplatte, in originalem Klappetui aus beigem Leder mit Klappständer, rückseitig goldgestempelt von JC Vickery, Regent Street. Beigegeben: ein Miniatur Portrait einer jungen Frau in weißem Kleid, unten entlang des rechten Bildrandes signiert „Ch. Monor.“. Frühes 20. Jh. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 6,8 cm. In vergoldeter Metallfassung, rückseitig Brokat. 400 €

6565

Mabel Emily Hobson heiratete den Künstler William Lee Hankey 1896. Nach ihrer Scheidung 21 Jahre später benutzte sie ihren Mädchennamen Mabel Emily Hankey. An der Royal Academy stellte sie insgesamt über 70 Miniaturen aus. Sie gehörte zu den Lieblingsminiaturisten der britischen Royal Family. Besonders bekannt sind ihre Bildnisse der Queen Mum, darun­ter das Hochzeitsgeschenk an ihren Gemahl, den damaligen Duke of York. Diese Miniatur befindet sich jetzt auf dem Schreibtisch Ihrer Majestät der Königin Elizabeth II. Jugendbildnisse der späteren Königin Elizabeth II. und ihrer Schwester Margaret zählen zu den letzten Werken der Künstlerin. Die Royal Collection besitzt die grösste Sammlung ihrer Werke. Siehe auch: Carmela Arturi und Frederick Roger Phillips: Dictionary of Miniature Painters 1870-1970, o. O. 2012, S. 212-213.

Marion Alexandra Clayton Jones geb. Clarke (1871 Edmonton - nach 1929)

6566 Miniatur Portrait eines nackigen Mannes mit schwarzen Haaren und Gurt quer über die muskulöse Brust. Unten rechts diagonal aufsteigend signiert und datiert „M. Clayton / 1910.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 11,2 x 7,5 cm (oval). In vergoldetem Rahmen. 500 € Biographische Details zu dieser interessanten Künstlerin sind zu finden in Carmela Arturi und Frederick R. Phillips: Dictionary of Miniature Painters 1870-1970, o. O. 2012, S. 44. 6565, Beigabe 62


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6566

Marguerite Delaroche (1873 Brunoy - 1963 Versailles)

6567 Miniatur Portrait der kleinen Louise de Benoist de Gentissart, eine Taube an ihre Brust drückend, an ihrem rechten Arm ein Strohhut mit Rosenbordüre hängend, vor Waldlichtung mit Sonnenuntergang stehend. Unten entlang des linken Bildrandes absteigend signiert und datiert „M. DELAROCHE 1921.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 10,1 x 8,1 cm (oval). Auf dem Deckkarton wohl von der Künstlerin original beschriftet „Louise de Benoist / de Gentissart / née en 1912.“. In vergoldeter Metallfassung auf rechteckigem, mit Fruchtholz furniertem Holzpaneel, rückseitig mit Leder bezogener Karton mit Klappständer, alt beschriftet mit biographischer Information zur Dargestellten. 300 € Die Dargestellte, Louise de Benoist de Gentissart, geboren am 18. Februar 1912 in Amiens, heiratete am 18. August 1932 den zukünftigen général de corps d‘armée und grand-croix de la Légion d‘honneur François Henry de Belenet (1905-1968). Die beiden hatten drei Söhne und drei Töchter. Sie starb im Alter von 83 Jahren am 25. April 1995 in Paris. Die Künstlerin, Marguerite Delaroche, war eine Schülerin der berühmten Gabrielle Debillemont-Chardon und stellte ab 1892 im Salon des Artistes Français aus. Auf der Pariser Exposition Universelle anno 1900 erhielt sie eine Bronzemedaille. Ihre Werke sind von großer Seltenheit. 6567 63


Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6568

6569

Kate Winifred Collyer (1867 Leicester - 1949 Birmingham)

6568 Miniatur Portrait des kleinen Arthur Vernon Richards mit blondem Haar, in blauem Gewand mit weißem Kragen. Unten entlang des linken Bildrandes absteigend signiert und datiert „K. W. Collyer Feb 1893.“ und auf dem Deckkarton beschriftet „Arthur Vernon / son of / S. Richards Esq.re / The Old Friary / Nottingham / Painted by / K. Winifred Collyer / Feb. 16th 1893.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 4,1 cm. In vergoldetem Kupferrahmen mit blauem Emailband, rückseitig Glas. 200 € Interessante biographische Details zu dieser Künstlerin sind zu finden in Carmela Arturi und Frederick R. Phillips: Dictionary of Miniature Painters 1870-1970, o. O. 2012, S. 188-189.

Gabrielle (tätig 1874)

6569 Miniatur Portrait eines blonden kleinen Jungen in weißem Rüschengewand mit blauem Gürtelband, seine rechte Hand aufs Herz gelegt. Mitte rechts diagonal in Braun signiert und datiert „Gabrielle / 1874“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 3,8 x 2,9 cm (oval). In vergoldetem Messingrahmen mit Lorbeerrand und Blumen- und Lorbeerkranzaufsatz, rückseitig Klappständer aus Messing. 100 € 6570 64


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6571

6571

B. de Veber Morgan (tätig in Nordamerika um 1904)

6570 Miniatur Portrait des Morrison Ulman als Kind, weiß gekleidet, sein blondes Haar mit schwarzer Schleife und großem weißen Hut; vor wolkigem Himmelhintergrund. Unten entlang des rechten Bildrandes aufsteigend in Gelb signiert und datiert „B. de Veber Morgan. 1904.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 8,3 x 6,4 cm (oval). In vergoldetem Sterling Silberrahmen der New Yorker Juweliere Black, Starr & Frost, mit Firmenmarke 1874-1908 auf der Rückseite des Rahmens unten eingestanzt, darüber der Name des Dargestellten eingraviert „Morrison Ulman“, darüber ovale „off-centre“ Reserve mit blondem Haar des Dargestellten. 100 € Morrison Ulman (15. Januar 1900, New York - 22. September 1960, Suffolk, New York), genannt „Mu“, war der Sohn des Morris Solomon Ulman und der Alice M. Ulman, geb. Garrison. Aus seiner 1928 geschlossenen Ehe mit Katherine Van Rensselaer Ulman (1904-1989) gingen drei Kinder hervor, eine Tochter (Mrs Graham M. Brush Jr.) und zwei Söhne, Steve und Cornelius Morrison Ulman. „Mu“ hatte in Princeton studiert und war in der Abschlußklasse von 1922. Im 2. Weltkrieg gehörte er der amerikanischen Air Force und der in England stationierten 96 Bomb Group an. Er starb an einem Herzinfarkt.

Europäisch 6571 Miniatur Portrait Paar des Reichsgrafen von Medem und einer Frau, der Reichsgraf mit gepuderter Perücke, in lila Umhang mit aufgesticktem Malteserkreuz über Uniform mit Epaulette und, um den Hals, zwei Ordenskreuzen darunter dem des Malteserordens; und die Frau mit Rosen am Dekolleté, in fliederfarbigem Mieder und weißem Fichu. Beide unten rechts beschriftet „Péri“. Beide Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. Beide 5,9 x 4,9 cm (oval). Beide in vergoldeten „fausse-montre“-Metallrahmen, rückseitig in Gouache auf Papier gemalte Blumengirlanden-Monogramme „JK“ (der Reichsgraf) und „PK“ (die Frau). 300 € Das Bildnis des Reichsgrafen Johann Friedrich von Medem (1763-1838) ist inspiriert von Augustin Christian Ritts signierter Miniatur von 1798, die erstmals im Katalog der Münchner Miniaturen-Ausstellung von 1912 abgebildet wurde (Kat.-Nr. 663). Zu Ritts Originalminiatur, siehe auch Galina Nikolaievna Komelova: Avgustin Ritt - russkiy miniatyurist 1765-1799. Zhizn‘ i Tvorchestvo, St. Petersburg 2004, S. 104-105. Das Frauenbildnis erinnert an Werke von Pierre-Adolphe Hall, beispielsweise sein Bildnis der Madame de Septeuil, das ebenfalls 1912 erstmals publiziert wurde (siehe Régine de Plinval de Guillebon, Pierre-Adolphe Hall 1739-1793, Paris 2000, Kat.-Nr. 110, S. 58 und 120). Ein ähnliches Paar, davon das Männerportrait nach Ritt aber mit anderem Frauenbildnis, wurde versteigert bei Lempertz, Köln, 430. Auktion am 7. Dezember 1950, Los 564 mit Abb.

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Emanuel Thomas Peter (1799 Jägerndorf, Österr. Schlesien - 1873 Wien)

Europäisch

6572 nach. Zwei Miniatur Portraits der Kaiserin Marianne von Österreich mit Blumen im Haar. Beide entlang des rechten Bildrandes aufsteigend signiert, die eine „P. St“, die andere „C. W.“. Beide Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 6,2 x 4,6 und 5,7 x 4,7 cm (oval). Die eine in gepunztem Silberrahmen, die andere in gepunztem 18-Karat Goldbroschenrahmen.

6574 Paar Miniatur Portraits: junge Frau mit Perlenschnüren und rosa Tuch im dunklen Haar, eine Perlenkette und rosa Tuch um den Hals; und junger Mann mit gepudertem Haar, in hellblau gefütterter, rostbrauner Jacke mit gelber Weste. Beide beschriftet „Romney“. Beide Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 4,7 x 3,9 und 4,6 x 3,7 cm (oval). In Kupferfassungen auf rechteckigen, reich geschnitzten Beinpaneelen in intarsierten Ebenholzrahmen.

200 €

250 €

Provenienz: Die erste: Bonhams, London, Auktion „Portrait Miniatures“ am 12. März 2002, Los 234 (mit Beigabe; Zuschlag 320 GBP plus Aufgeld). Die zweite: Stuker, Bern, Herbstauktion 1999 am 26. November 1999, Los 5117 (Zuschlag 650 CHF plus Aufgeld).

Britisch

6573 nach. Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit gepudertem Haar, in blauer Jacke mit hellgrüner bestickter Weste und weißer Halsbinde mit plissiertem Jabot. Unten entlang des rechten Bildrandes aufsteigend beschriftet „Dumont.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. D. 6,2 cm. In Goldfassung. Beigegeben: ein Miniatur Portrait nach Garneray, Doppelbildnis der Hortense de Beauharnais in weißem Kleid, in ihren Armen den zukünftigen Kaiser Napoleon III. mit Rosengirlande haltend. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 7,2 x 5,8 cm (oval). In vergoldeter Kupferfassung.

6575 spätes 19. Jahrhundert. Miniatur Portrait des britischen Dichters, Bankiers und Kunstkenners Samuel Rogers (1763-1855), auf rotem Sessel sitzend. Am rechten Rand aufsteigend in Rot beschriftet „Lawrence.“. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein. 8,1 x 6 cm (oval). In Metallrahmen. Beigegeben: drei weitere ovale Miniaturen des späten 19. / frühen 20. Jahrhunderts, nach Gemälden von Thomas Lawrence, in Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein: Bildnis der Schauspielerin Elizabeth Farren, später Countess of Derby, in pelzbesetztem Umhang, nach dem Gemälde im Metropolitan Museum of Art. 10,2 x 8,5 cm. In Kupferfassung; und Bildnis der Georgiana Cavendish, Duchess of Devonshire mit schwarzem Hut. 7,1 x 5,5 cm. In vergoldetem Metallrahmen mit Schleifenaufsatz; und Bildnis der Maria da Gloria, Königin von Portugal, mit Ordensschärpen, frei nach dem Gemälde von 1829 in der Royal Collection. 7,3 x 5,1 cm. In vergoldetem Metallrahmen mit rückseitigem Klappständerchen (Beigaben 2 und 3 schlecht erhalten). Alle vier Miniaturen nicht abgebildet.

300 €

100 €

Die mit „Dumont“ beschriftete Miniatur ist kopiert nach Augustin Dubourgs Miniatur aus der Sammlung Flesch-Festau, abgebildet in Leo R. Schidlof: Die Bildnisminiatur in Frankreich im XVII., XVIII. und XIX. Jahrhundert, Wien und Leipzig 1911, Tafel XIV. Das Doppelportrait ist kopiert nach einer Miniatur von Auguste Simon Garneray, früher Sammlung Pierpont Morgan, nun in der Sammlung des Fondo per l‘Ambiente Italiano (FAI) in der Villa Necchi Campiglio, Mailand. Die Originalminiatur, früher Isabey zugeschrieben, wurde häufig abgebildet, darunter in George C. Williamson: Portrait Miniatures, London, Paris und New York 1910, Tafel XLIII.

Provenienz: Wiesbaden, Kunsthandel Hermien de Beisac, im Juni 1976 (1.250 DM). Deutschland, Sammlung R., Inv.-Nr. 83. Beigabe 1: Köln, Kunsthandel Hans Günther Klein, am 18. November 1975 (3.800 DM). Deutschland, Sammlung R., Inv.-Nr. 41. Beigabe 2: Ludwigsburg, Auktion, im Mai 1976 (150 DM). Deutschland, Sammlung R., Inv.-Nr. 79. Beigabe 3: Wiesbaden, Antiquitäten Heinemann, im Februar 1976. Deutschland, Sammlung R., Inv.-Nr. 52.

Kaiserin Marianne, geborene Prinzessin Maria Anna von Savoyen (1803-1884), war die Gattin des Kaisers Ferdinand I. von Österreich.

Augustin Dubourg (eigentlich Georges-Nicolas-Toussaint Augustin, 1750 St. Dié - nach 1800)

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Nach dem Portrait von Sir Thomas Lawrence (1825) in der National Portrait Gallery, London (Inv.-Nr. NPG 400).


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Portraitminiaturen __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Europäisch 6576 Miniatur Portrait einer jungen Frau genannt Princesse de Lamballe, in Louis XVI-Intérieur sitzend, eine Blumengirlande bindend. Unten rechts in Rot beschriftet „A. B.“. Auf Elfenbein. D. 6,5 cm. In Messingrahmen, rückseitig brauner Samt. 100 € Provenienz: Christie‘s, London South Kensington, Auktion am 15. September 1988, Los 269. Nach einer Miniatur aus der Sammlung Pierpont Morgan, abgebildet in George C. Williamson: Portrait Miniatures, London, Paris und New York 1910, Tafel XXXVII und beschrieben als ein Werk von Pierre Adolphe Hall.

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Nicholas Dixon (um 1640 England - nach 1708 London)

6577 In der Art. Miniatur Portrait eines jungen Mannes mit langer hellbrauner Lockenperücke, in Rüstung mit weißer Spitzenkrawatte und rot-weißer Schärpe. Aquarell und Gummiarabikum auf Elfenbein oder Elfenbeinersatz. 7,6 x 6 cm (oval). In Kupferrahmen, rückseitig braunes Samtpaneel. 100 €

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________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________ Portraitminiaturen

Europäisch 6578 Miniatur Portrait des Königs Ludwig XIV. von Frankreich (1638-1715) mit Allongeperücke und Spitzenhalsbinde. Brunaille auf Elfenbeinersatz. 2,7 x 2,1 cm (oval). In vergoldetem Messingrahmen. 100 € Provenienz: Laut gedrucktem Etikett auf der Rückseite des Rahmens: Sammlung des Kunsthistorikers und Miniaturenkenners Dr. George Charles Williamson (1858-1942), handgeschriebene Inv.-Nr. 16. 6578

Europäisch 6579 Frühes 20. Jahrhundert. Miniatur Portrait eines jungen Mädchens mit schwarzer Lockenfrisur, um den Hals eine goldene Kette mit Anhänger, in weißem Hemd mit orangem Überwurf. Tempera auf semi-transluzidem Perlmutt, unter Glas. 4,9 x 3,7 cm (oval). In vergoldetem 880er Silbermedaillon (gepunzt), der Rand mit sechs Ösen zum Fixieren einer schwarzen Kordelhalskette mit Quaste unten. 100 € 6579

Europäisch 6580 19. Jahrhundert. Konvolut: Onyx-Kamee mit klassizistischem Frauenkopf im Profil nach rechts, in vergoldeter Metallfassung als Brosche, Karneol-Kamee mit Männerkopf nach rechts, in Saatperlenbordüre mit Goldrevers als Brosche, und Amulettanhänger mit geschnitztem Elfenbeinputto auf Kartusche knieend. 4,8 x 3,4 cm (oval, inkl. Fassung), 2,8 x 2,3 cm (oval, inkl. Fassung) und 9,5 x 3,9 cm (inkl. Aufhängeröse). 150 €

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Künstlerregister (auch Werkstatt, Schule, Umkreis, Nachfolge, zugeschrieben, in der Art von, nach)

A Aiguillon, Mademoiselle 6504 Anreiter, Alois von 6560 Ashfield, Edmund 6471 Augustin, Jean-Baptiste J. 6530 B Becker, J. J. 6544 Berny d‘Ouville, Charles 6543 Bingham, Margaret 6469 Blés (auch Blès), Gustave 6523 Bostelmann, Carl Louis G. 6564 Boullemier, Antonin Hilaire 6464 Buck, Frederick 6477 Burchardt 6451 C Campana, Ignazio Pio V. 6478 Chalon, Alfred Edward 6514 Clayton, Marion 6566 Collyer, Kate Winifred 6568 Convert, Henri-Louis 6548 D Daffinger, Moritz Michael 6561 Dagoty, Pierre-Édouard 6546

De La Vollière 6498 De Lusse, Jean-Jacques 6495 Delaroche, Marguerite 6567 Dixon, Nicholas 6577 Dubisson, William C. 6520 Dubourg, Augustin 6573 E Engleheart, George 6475 F Fahrländer, Franz Xaver 6553 Ferguson, James 6474 G Gabrielle 6569 Garnerey, Auguste 6573 Görbitz, Johan 6529 Guérard, Edler von 6550 H Hankey, Mabel 6565 Henry 6483 Herr, Faustin 6555 Hummel, Carl 6558, 6559

Humphrey, Ozias 6472 J Johns, Henri 6527 K Kriehuber, Josef 6556 L Laurent, Jean-Antoine 6503 Le Nain, Antoine 6457 Lebelle, Jean-François 6500 Lens, Peter Paul 6467 Lens III., Bernard 6470 Liotard, Jean Étienne 6466 Lucan, Countess 6469

R Roche, Sampson T. 6477, 6509 Roze, J. 6542 S Sawkins, James Gay 6528 Schuler, Eduard 6557 Scouler, James 6473 Soyer, Jean-Baptiste 6501 Storace, Sebastiano 6507 Stump, Samuel John 6515 Suchy, Adalbert 6545 T Thick(e), William 6476 V Veber Morgan, B. de 6570

M Macpherson, Giuseppe 6468 Maré, Aglaé Marie de 6552 Monor, Ch. 6565

W Wigand, Balthasar 6554 Wocher, Marquard 6450

OP Ott, Fridolin 6541 Peter, Emanuel Thomas 6572

Z Zincke, Christian Friedrich 6462, 6463

Besitzer 1: 6451, 6542, 6545. 2: 6456. 3: 6500, 6530. 4: 6477, 6517, 6575. 5: 6453. 6: 6561. 7: 6452, 6479, 6484, 6489, 6492, 6508, 6523, 6532. 8: 6459, 6466, 6472, 6491, 6494, 6503, 6505, 6524, 6527, 6528, 6544, 6549, 6550, 6566. 9: 6464, 6504, 6509, 6547, 6557. 10: 6454, 6483, 6498, 6507, 6519, 6531, 6533, 6534, 6535, 6540, 6574. 11: 6496. 12: 6450, 6455, 6457, 6486, 6488, 6506, 6513, 6514, 6515, 6516, 6526, 6529, 6538, 6541, 6546, 6551, 6552, 6554, 6555, 6556, 6558, 6562, 6565, 6572, 6573. 13: 6480, 6501, 6502. 14: 6522. 15: 6543, 6560. 16: 6482. 17: 6469, 6475, 6490, 6510, 6518, 6520, 6521, 6536, 6537, 6539, 6548, 6553, 6559, 6564, 6567, 6568, 6569, 6570, 6577, 6579, 6580. 18: 6462, 6463, 6467, 6468, 6471, 6474, 6476, 6511, 6525, 6576. 19: 6458, 6460, 6461, 6465, 6470, 6473, 6478, 6481, 6485, 6487, 6495, 6497, 6499, 6512, 6563, 6571, 6578. 20: 6493.


BASSENGE

Friedrich Johann Gottlieb Lieder (1780–1859). Selbstbildnis mit grauem Pelzkragen und blauer Schleife. Öl auf Malkarton. Um 1850.

Gemälde Alter und Neuerer Meister 2. Dezember 2021 GA L E R I E BA S S E N G E  ·   E R DE N E R S T R A S S E 5A  ·  14193 BE R L I N Telefon: (030) 893 80 29-0 · Fax: (030) 891 80 25 · E-Mail: art@bassenge.com  ·  Kataloge online: www.bassenge.com


V ER ST EIGERU NG S - BEDI NGU NGEN 1. Die Galerie Gerda Bassenge KG, nachfolgend Versteigerer genannt, versteigert als Kommissionärin im eigenen Namen und für Rechnung ihrer Auftraggeber (Kommittenten), die unbenannt bleiben. Die Versteigerung ist freiwillig und öffentlich im Sinne des § 383 III BGB. 2. Der Versteigerer behält sich das Recht vor, Nummern des Kataloges zu vereinen, zu trennen, außerhalb der Reihenfolge anzubieten oder zurückzuziehen. 3. Sämtliche zur Versteigerung kommenden Gegenstände können vor der Ver­steigerung besichtigt und geprüft werden. Die Sachen sind gebraucht. Erhaltungszustände der einzelnen angebotenen Arbeiten bleiben im Katalog in der Regel unerwähnt. Die Katalogbeschreibungen sind keine Garantien im Rechtssinne und keine vertraglich vereinbarten Beschaffenheitsangaben. Gleiches gilt für individuell angeforderte Zustandsberichte. Sie bringen nur die subjektive Einschätzung des Versteigerers zum Ausdruck und dienen lediglich der unverbindlichen Orientierung. Alle Gegenstände werden in dem Erhaltungszustand veräußert, in dem sie sich bei Erteilung des Zuschlages befinden. Soweit nicht in der Katalogbeschreibung explizit erwähnt, sind Rahmungen nicht bindender Bestandteil des Angebots. Der Käufer kann den Versteigerer nicht wegen Sachmängeln in Anspruch nehmen, wenn dieser seine Sorgfaltspflichten erfüllt hat. Der Versteigerer verpflichtet sich jedoch, wegen rechtzeitig vorgetragener, begründeter Mängelrügen innerhalb der Verjährungsfrist von 12 Monaten ab dem Zeitpunkt des Zuschlags seine Ansprüche gegenüber dem Einlieferer (Auftraggeber) geltend zu machen. Im Falle erfolgreicher Inanspruchnahme des Einlieferers erstattet der Versteigerer dem Erwerber den Kaufpreis samt Aufgeld. Die Haftung des Versteigerers auf Schadensersatz für Vermögensschäden – gleich aus welchem Grund – ist ausgeschlossen, es sei denn, dem Versteigerer fiele Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last. Die Haftung bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit bleibt unberührt. 4. Der Zuschlag erfolgt nach dreimaligem Aufruf an den Höchst­ bieten­den. Der Versteigerer kann den Zuschlag verweigern oder unter Vor­behalt erteilen. Wenn mehrere Personen dasselbe Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot erfolgt, entscheidet das Los. Der Versteigerer kann den Zuschlag zurücknehmen und die Sachen erneut ausbieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen worden ist oder wenn der Höchst­bietende sein Gebot nicht gelten lassen will oder sonst Zweifel über den Zuschlag bestehen. 5. Im Falle eines schriftlichen Gebotes beauftragt der Interessent den Versteigerer für ihn während der Versteigerung Gebote abzugeben. In schriftlichen Aufträgen ist bei Differenzen zwischen Nummer und Kennwort das Kennwort maßgebend. 6. Telefonische Gebote und Online-Direkt-Gebote über das Internet bedürfen der vorherigen Anmeldung beim Versteigerer und dessen Zustimmung. Für die Bearbeitung übernimmt der

Versteigerer jedoch keine Gewähr. Telefonische und OnlineGebote werden nur akzeptiert, wenn der Bieter bereit ist, den ihm zuvor mitgeteilten Mindestpreis des jeweiligen Loses zu bieten. Auch bei Nichtzustandekommen einer Verbindung gilt, dass für den Auktionator dieses Gebot in Höhe des Mindestpreises verbindlich ist. Für das Zustandekommen einer entsprechenden Telefon- oder Onlineverbindung übernimmt der Versteigerer keine Gewähr. Das Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen findet auf solche Gebote keine Anwendung (§ 312d Abs. 4 Nr. 5 BGB). 7. Mit der Erteilung des Zuschlages geht die Gefahr für nicht zu vertretende Verluste und Beschädigung auf den Ersteigerer über. Das Eigentum an den ersteigerten Sachen geht erst mit vollstän­ digem Zahlungseingang an den Erwerber über. 8. Auf den Zuschlagspreis ist ein Aufgeld von 28% zu entrichten, in dem die Umsatzsteuer ohne separaten Ausweis enthalten ist (Differenzbesteuerung) oder ein Aufgeld von 23% auf den Zuschlag zzgl. der USt von z.Zt. 19% (Regelbesteuerung), bei Büchern beträgt die Umsatzsteuer 7% (Regelbesteuerung). Die im Katalog mit einem * gekennzeichneten Objekte unterliegen in jedem Fall der Regelbesteuerung (Aufgeld von 23% auf den Zuschlag zzgl. der USt von z.Zt. 19%). Bei den im Katalog mit einem ^ gekennzeichneten Objekten ist Einfuhrumsatzsteuer angefallen. In diesen Fällen wird zusätzlich zu einem Aufgeld von 25% (Differenzbesteuerung) die verauslagte Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von z.Zt. 7% auf den Zuschlag erhoben. Für bundesdeutsche Kunsthändler und Antiquare, die zum Vor­s teuer­abzug berechtigt sind, kann die Gesamt­rech­nung auf Wunsch, wie bisher nach der Regelbesteuerung ausgestellt werden. Von der Umsatzsteuer befreit sind Ausfuhrlieferungen in Dritt­ länder (außerhalb der EU) und – bei Angabe ihrer USt.-Identi­ fikations-Nr. bei Auftragserteilung als Nachweis der Berechtigung zum Bezug steuerfreier innergemeinschaftlicher Lieferungen – auch an Unternehmen in anderen EU-Mitgliedsstaaten, unter der Voraussetzung, dass sie für gewerblichen Gebrauch einkaufen. Eine Korrektur nach Rechnungsstellung ist nicht möglich. Alle anderen Käufe aus EU-Ländern unterliegen der Umsatzsteuer. Ausländischen Käufern außerhalb der Europäischen Union wird die Umsatzsteuer erstattet, wenn binnen 4 Wochen nach der Auktion der deutsche zollamtliche Ausfuhrnachweis und der zollamt­ liche Einfuhrnachweis des entsprechenden Importlandes erbracht werden. Bei Versand durch uns gilt der Ausfuhrnachweis als gegeben. Bei Online-Live-Geboten über externe Internetplattformen erhöht sich das Aufgeld um die dort anfallende Transaktions­gebühr. Wäh­rend oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rech­ nun­­gen bedür­fen einer beson­de­ren Nachprüfung und eventueller Berichtigung; Irrtum vor­behalten. Katalog- und Zusatzabbildungen dürfen nicht ohne Genehmigung verwendet werden. Reproduktionsrechte und digitale Dateien der Abbildungen können gegen Gebühr erworben werden. Gegebenenfalls noch bestehende Urheberrechte Dritter bleiben davon unberührt und müssen u.U. gesondert eingeholt werden.


9. Die Auslieferung der ersteigerten Stücke erfolgt in unseren Ge­ schäftsräumen gegen Bezahlung. Kreditkarten (Mastercard, VISA, American Express), Schecks sowie andere unbare Zahlungen werden nur erfüllungshalber angenommen. Bankspesen/ Transaktionsge­bühren bzw. Kursverluste können zu Lasten des Käufers gehen. Die Auf­ bewahrung erfolgt auf Rechnung und Gefahr des Käufers. Der Versand wird gegen Vorabrechnung des Rechnungsbetrages ausgeführt. Die Versandspesen sowie die Kosten für Versicherung gegen Verlust und Beschä­digung gehen zu Lasten des Käufers. Übersteigen die tatsäch­lichen Versandkosten die vorab berechnete Pauschale, so wird die Differenz dem Käufer nachträglich in Rechnung gestellt. 10. Bei der Ausfuhr von Kulturgütern aus dem Gemeinschaftsgebiet der EG ist gem. der EG-Verordnung Nr. 116/2009 abhängig von Kategorie und Wert des Objekts ggf. eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich. Aus Gründen des Artenschutzes können Objekte aus bestimmten, geschützten Materialien (u.a. Elfenbein, Schildpatt, Perlmutt und einige Korallenarten) besonderen Im- und Export­beschränkungen unterliegen. Zum Zwecke des Exports (insbesondere außerhalb der Europäischen Union) kann hierfür eine spezielle Ausfuhrgenehmigung gemäß der Verordnung (EG) Nr. 338/97 erforderlich sein. Entsprechende Ausfuhrgenehmigungen können nur unter strengen Bedingungen erteilt und ggf. auch gar nicht erlangt werden, auch kann der Import dieser Gegenstände in manche Staaten ein­geschränkt oder untersagt sein. Der Käufer ist selbst dafür verantwortlich, sich über etwaige Im- und Exportbeschränkungen zu informieren. Export und Import entsprechender Objekte erfolgen allein auf Rechnung und Gefahr des Käufers. 11. Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme. Der Kaufpreis ist mit dem Zuschlag fällig. Der Versteigerer ist berechtigt, falls nicht innerhalb von zwei Wochen nach der Versteigerung Zahlung geleistet ist, den durch den Zuschlag zustande gekommenen Kaufvertrag ohne weitere Fristsetzung zu annullieren, Verzugszinsen in

banküblicher Höhe – mindestens jedoch 1 % auf den Bruttopreis je angebrochenen Monat – zu berechnen und von dem Ersteigerer wegen Nichterfüllung Schadenersatz zu verlangen. Der Schadenersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, dass die Sache in einer neuen Auktion nochmals versteigert wird und der säumige Käufer für einen Minder­erlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung einschließlich der Gebühren des Auktionshauses aufzukommen hat. Zu einem Gebot wird er nicht zugelassen, auf einen etwaigen Mehrerlös hat er keinen Anspruch. 12. Erfüllungsort und Gerichtsstand im vollkaufmännischen Verkehr ist Berlin. Es gilt ausschließlich deutsches Recht. Das UNAbkommen über Verträge des internationalen Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung. 13. Die im Katalog aufgeführten Preise sind Schätzpreise, keine Limite. 14. Der Nachverkauf ist Teil der Versteigerung, bei der der Interessent entweder telefonisch oder schriftlich (im Sinne der Ziffern 5 und 6) den Auftrag zur Gebotsabgabe mit einem bestimmten Betrag erteilt. 15. Die Abgabe eines Gebotes in jeglicher Form bedeutet die Anerkennung dieser Versteigerungsbedingungen. Der Versteigerer nimmt Gebote nur aufgrund der vorstehenden Versteigerungs­ bedingungen entgegen und erteilt dementsprechend Zuschläge. Kommissionäre haften für die Käufe ihrer Auftraggeber. 16. Sollte eine der vorstehenden Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, so bleibt die Gültigkeit der übrigen davon unberührt. David Bassenge Geschäftsführer Stand: November 2021


CON DI T IONS OF SA L E 1. The Galerie Gerda Bassenge KG, subsequently called “the auctioneer” carries on business as commission-agent in its own name on behalf of its voluntary con­signors. This auction sale is a public one in the sense of § 383 III BGB. 2. The auctioneer reserves the right to combine, to split, to change or to withdraw lots before the actual final sale. 3. All objects put up for auction can be viewed and examined prior to the sale at the times made known in the catalogue. The items are used and sold as is. As long as not explicitly mentioned in the catalogue description, framing is not an inherent part of the offer. As a rule, the condition of the individual work is not given in the catalogue. Catalogue descriptions are made with as much care as possible, but the descriptions do not fall under the statutory paragraph for guaranteed legal characteristics. The same applies for individually requested condition reports. These also offer no legal guarantee and only represent the subjective assessment of the auctioneer while serv­ing as a non-binding orientation. The liability for damage to life, body or health shall remain unaffected. In case of a justified claim, however, he will accept the responsibility to make a claim for restitution on behalf of the buyer against the consignor within a period of 12 months, running from the fall of the hammer. In the event of a successful claim the auctioneer will refund the hammerprice plus premium. 4. The highest bidder acknowledged by the auctioneer shall be deemed the buyer. In case of identical bids the buyer will be deter­ mined by drawing lots. In the event of a dispute the auctioneer has the absolute discretion to reoffer and resell the lot in dispute. He may also knock down lots conditionally. 5. In the case of a written bid the bidder commissions the auctioneer to place bids on his behalf during the auction. In cases where there is a discrepancy between number and title in a written bid the title shall prevail. 6. Telephone and direct online bidding via the internet must be approved in advance by the auctioneer. The auctioneer cannot be held liable for faulty connections or transmission failure. In such a case the bidder agrees to bid the reserve price of the corresponding lot. For such bidding the regulations of long distance contracts do not apply (Fernabsatzverträge) [cf § 312d IV,5 BGB]. 7. On the fall of the auctioneer’s hammer title to the offered lot will pass to the acknowledged bidder. The successful buyer is obliged to accept and pay for the lot. Ownership only passes to the buyer when full payment has been received. The buyer, however, immediately assumes all risks when the goods are knocked down to him.

8. A premium of 28% of the hammer price will be levied in which the VAT is included (marginal tax scheme) or a premium of 23% of the hammer price plus the VAT of 19% of the invoice sum will be levied [books: 7%] (regular tax scheme). Buyers from countries of the European Union are subject to German VAT. Items marked with an * are subject to the regular tax scheme (premium of 23% of the hammer price plus the current VAT of 19%). Items marked with an ^ are subject to import duty. In these cases in addition to a premium of 25% (marginal tax scheme), the charged import tax of currently 7% will be added to the hammer price. Exempted from these rules are only dealers from EU-countries, who are entitled, under their notification of their VAT ID-Number, to buy on the basis of VAT-free delivery within the European Union. Notification of VAT ID-Numbers must be given to the auctioneer before the sale. For buyers from non EU-countries a premium of 23% will be levied. VAT will be exempted or refunded on production of evidence of exportation within 4 weeks of the auction, or, if appropriate, importation to another country. This is taken as given when the dispatch is effected by us. Live bidding through external online platforms entails a transaction fee stipulated by the platform and will be added to the premium. Due to the work overload of the accounting department during auctions, invoices generated during or directly after an auction require careful revision and possible correction; errors excepted. Catalogue images may not be used without permission. Repro­ duction rights and digital files can be acquired for a fee. Any copyrights of third parties that may still exist remain unaffected by this and may have to be obtained separately. 9. Auction lots will, without exception, only be handed over after pay­ment has been made. Credit cards (VISA, Mastercard, American Express), checks and any other form of non-cash payment are accepted only on account of performance. Exchange rate risk and bank charges may be applicable. Storage and dispatch are at the expense and risk of the buyer. If the shipping costs exceed the lump sum on the invoice the outstanding amount will be billed separately. 10. According to regulation (EC) No. 116/2009, an export license is necessary when exporting cultural goods out of European Community territory, depending on the type or value of the object in question. 
For the purposes of wildlife conservation, it is necessary to obtain an export license according to regulation (EC) No. 338/97 when exporting objects made from certain protected materials (incl. ivory, tortoiseshell, mother-of-pearl and certain corals) out of the territory of the European Community. Export licenses for objects made of protected materials are only granted under strict conditions or may not be granted at all. The import of such objects


may be restricted or prohibited by certain countries. It is the buyer’s responsibility to inform himself, whether an object is subject to such restrictions. Export and import of such objects are at the expense and risk of the buyer. 11. The buyer is liable for acceptance of the goods and for payment. The purchase price shall be due for payment upon the lot being knocked down to the buyer. In case of a delayed payment (two weeks after the sale) the purchaser will be held responsible for all resultant damages, in particular interest and exchange losses. In case of payment default the auctioneer will charge interest on the outstanding amount at a rate of 1% to the gross price per month or part of month. In such an event the auctioneer reserves the right to annul the purchase contract without further notice, and to claim damages from the buyer for non-fulfilment, accordingly he can reauction the goods at the buyer’s expense. In this case the buyer is liable for any loss incurred, the buyer shall have no claim if a higher price has been achieved. He will not be permitted to bid.

13. The prices quoted after each lot are estimates, not reserves.

12. The place of fulfillment and jurisdiction is Berlin. German law applies exclusively; the UN-Treaty (CISG) is explicitly excluded.

David Bassenge As of November 2021

14. The after-sales is part of the auction in which the bidder places either by tele­phone or in written form (as stated in number 5 and 6) the order to bid a set amount. 15. By making a bid, either verbally in the auction, by telephone, written by letter, by fax, or through the internet the bidder confirms that he has taken notice of these terms of sale by auction and accepts them. Agents who act on behalf of a third party are jointly and separately liable for the fulfillment of contract on behalf of their principals. 16. Should one or the other of the above terms of sale become wholly or partly ineffective, the validity of the remainder is not affected. In the event of a dispute the German version of the above conditions of sale is valid.


BASSENGE

Johann Lorenz Kreul d. Ä. (1765–1840) - zugeschrieben. Bildnis eines Mannes im blauen Rock mit weißer Halsbinde. Pastell auf Pergament.

Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts 3. Dezember 2021 GA L E R I E BA S S E N G E  ·   E R DE N E R S T R A S S E 5A  ·  14193 BE R L I N Telefon: (030) 893 80 29-0 · Fax: (030) 891 80 25 · E-Mail: art@bassenge.com  ·  Kataloge online: www.bassenge.com