Bassenge Kunstauktion 118: Gemälde Alter und Neuerer Meister

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BASSENGE AUKTION 118 GEMÄLDE ALTER UND NEUERER MEISTER

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Galerie Bassenge . Erdener Straße 5a . 14193 Berlin Telefon: 030-893 80 29-0 . E-Mail: art@bassenge.com . www.bassenge.com


I H R E A N S P R E CH PA RT N E R F Ü R D I E S E N KATALO G / E X P E RT S FO R T H I S CATA LO G U E :

Abteilung Gemälde und Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts / Department of 16th – 19th Century Paintings and Drawings Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den gewünschten Losnummern zu erfragen, da Angaben zum Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog notiert sind. Dr. Ruth Baljöhr

+49 (0)30 - 893 80 29 22 r.baljoehr@bassenge.com

David Bassenge

+49 (0)30 - 893 80 29 17 david@bassenge.com

Eva Dalvai

+49 (0)30 - 893 80 29 80 e.dalvai@bassenge.com

Lea Kellhuber

+49 (0)30 - 893 80 29 20 l.kellhuber@bassenge.com

Nadine Keul

+49 (0)30 - 893 80 29 21 n.keul@bassenge.com

Harald Weinhold

+49 (0)30 - 893 80 29 13 h.weinhold@bassenge.com

Die Galerie Bassenge ist Mitglied bei

Eindeutig identifizierbare Werke mit einem Schätzpreis von mindestens 2500 Euro werden vor der Auktion mit dem Art Loss Register abgeglichen.


T ER M I N Ü BER SICH T

AU KT ION 118

MITTWOCH, 1. Dezember 2021 Vormittag 10.00 Uhr Druckgraphik des 15. bis 17. Jahrhunderts Nr. 5000-5200 Druckgraphik des 18. Jahrhunderts Nr. 5201-5296 Nachmittag 15.00 Uhr Druckgraphik des 19. Jahrhunderts und des Fin de Siècle Nr. 5297-5392 Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik Nr. 5393-5624 des 15. bis 18. Jahrhunderts DONNERSTAG, 2. Dezember 2021 Vormittag 10.00 Uhr

Gemälde Alter und Neuerer Meister Antiquitäten und Rahmen

Nr. Nr.

6000-6220 6221-6225

Nachmittag 15.00 Uhr

Auf Papier gezeichnet – In Kupfer gestochen Zeichnungen und Druckgraphik der deutschen Romantik aus der Sammlung Stephan Seeliger

Nr.

6300-6417

Portraitminiaturen Nr. 6450-6580

17.00 Uhr

FREITAG, 3. Dezember 2021 Vormittag

11.00 Uhr

Nachmittag 15.00 Uhr

Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts

Nr.

6600-6823

Moderne und Zeitgenössische Kunst II

Nr.

7000-7236

Nr.

8000-8267

(Katalog nur online)

SONNABEND, 4. Dezember 2021 Nachmittag

14.00 Uhr

Moderne und Zeitgenössische Kunst I

VORBESICHTIGUNG Um einen reibungslosen Ablauf der Vorbesichtigung aufgrund der aktuellen Einschränkungen gewährleisten zu können, bitten wir Sie um eine vorherige Anmeldung per Telefon oder E-Mail. Druckgraphik, Gemälde, Zeichnungen des 15. bis 19. Jahrhunderts, Sammlung Stephan Seeliger: Erdener Straße 5A, 14193 Berlin Montag, 22. bis Montag, 29. November, 10.00–18.00 Uhr, Dienstag, 30. November 10.00–15.00 Uhr Moderne und Zeitgenössische Kunst: Rankestraße 24, 10789 Berlin Montag, 22. November bis Donnerstag, 3. Dezember, 10.00–18.00 Uhr Vorabtermine sind nach Vereinbarung ab Dienstag, dem 16. November möglich. Schutzgebühr Katalog: 15 €

Umschlag: Los 6036, Johann Georg Ziesenis d. J. und Los 6093, Italienisch, 19. Jahrhundert



GEM Ä L DE DE S 15. BIS 18 . JA HR H U N DERT S


Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6000

Italienisch 6000 1. Hälfte 16. Jh. Die Flucht nach Ägypten. Öl auf Holz. 57,9 x 68,3 cm. 4.500 €

Neroccio di Bartholomeo di Benedetto de’ Landi (1447–1500, Siena)

6001 Umkreis. Madonna mit Kind. Öl auf Holz, parkettiert. 47,5 x 33,7 cm. Um 1480. 9.000 € Provenienz: Sammlung Schlieker, Hamburg. Lempertz, Köln, Auktion 477 am 15. April 1964, Los 88. Rheinische Privatsammlung. Lempertz, Köln, Auktion 715 am 20. Mai 1995, Los 910 (als Oberitalienischer Meister des 15. Jh.) Privatsammlung Niedersachsen.

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6001

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Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6002

Maestro del Tondo Borghese (tätig in Florenz zwischen 1485–1515)

6002 Die Verkündigung. Tempera auf Holz. 26,6 x 48,5 cm. 15.000 € Provenienz: Sotheby‘s, New York, Auktion 6849 am 16. Mai 1996, Los 11 (mit Abb.). Privatsammlung Niedersachsen. Der Maestro del Tondo Borghese wurde bereits von H. Ulmann und G. de Francovich stilistisch als eigenständiger Künstler aus dem Umkreis Cosimo Rossellis bzw. Domenico Ghirlandaios anhand des namengebenden Tondos mit der Anbetung des Kindes in der Sammlung der Galleria Borghese in Rom identifiziert (vgl. H. Ulmann: „Piero di Cosimo“, in: Jahrbuch der Königlichen Preussischen Kunstsammlungen, XVII, 1896, S. 139; G. de Francovich: „Appunti su alcuni minori pittori fiorentini della seconda metà del secolo XV“, in: Bolletino d’Arte, VI, 1926/27, S. 535-540). Ausgehend von diesem Werk identifizierten Ulmann und Francovich ein ganzes Œuvre des Meisters und versuchten, den Maler mit einem Schüler Giorgio Vasaris als Jacopo Tedesco überein zu bringen. Dagegen plädierte jedoch zuerst Everett Fahy in einer 1976 erschienenen Schrift bereits dafür, den Meister als eigenständigen Künstler zu sehen (E. Fahy: Some Followers of Domenico Ghirlandaio, 1976, S. 167-168) und gab ihm den bis heute gültigen Namen. Wichtig für den ihm eigenen

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Stil waren die Einflüsse der wegweisenden Entwicklungen aus der Werkstatt Verrocchios und vor allem dessen Schülers Ghirlandaio; aber auch Stilmittel und motivische Inspirationen Cosimo Rossellis oder Botticellis sind in seinem Werk spürbar. Während seine frühen Werke wohl bereits aus dem Anfang der 1480er Jahre datieren und womöglich in der Werkstatt oder dem Umkreis Ghirlandaios entstanden, deuten mehrere datierbare Werke ab Mitte der 1490er Jahre bis etwa 1505 auf eine nähere Anlehnung an den Stil Rossellis und verdeutlichen auch den regen stilistischen Austausch der Künstler. Unser Gemälde wurde vor seiner letzten Versteigerung bei Sotheby‘s im Mai 1996 von Everett Fahy, Kurator am Metropolitan Museum of Art, New York im Original begutachtet und von ihm als ein eigenhändiges Werk des Meisters eingeordnet.

Arcangelo di Jacopo del Sellaio (um 1477/78–1530, Florenz)

6003 zugeschrieben. Madonna mit Kind und Apfel. Öl auf Leinwand, alt doubliert. 42,5 x 30,7 cm. 8.000 € Provenienz: Sotheby‘s, London, Auktion 5628 am 18. Oktober 1995, Los 56 (dort als Florentinische Schule, um 1480). Privatsammlung Niedersachsen.


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6003

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Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6004

Oberrheinisch 6004 um 1480. Die Dornenkrönung; Christus vor Kaiphas. 2 Tafeln, je Öl auf Holz, parkettiert. Je ca. 21,5 x 12,5 cm 4.000 € 10


_________________________________________________________________________________________________________________________________________________ Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts

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Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6005

Venezianisch 6005 17. Jh. Festtagsregatta auf dem Canal Grande nahe der Rialtobrücke. Öl auf Leinwand, doubliert. 57,5 x 74,5 cm. 7.500 € Der Ursprung der venezianischen Regatten reicht zurück bis in das 13. Jahrhundert und begann der Legende nach als Zeitvertreib der Gondolieri, während sie bei großen Feierlichkeiten auf die Rückkehr ihrer Herrschaften warteten. Hervorgehoben war jedoch auch stets die Bedeutung des mit den Wettkämpfen verbundenen Trainings für die militärische Bereitschaft der Seeleute der Serenissima. Die erste offizielle Regatta wurde im Jahre 1300 anlässlich der Feier des Marienfestes veranstaltet. Bereits im Jahre 1493 durften zu Ehren des Besuchs der Mailänder Fürstin Beatrice d‘Este auch Frauen erstmals an den Regatten teilnehmen. Mit

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teils als Pfau oder Pegasus äußerst aufwendig gestalteten Booten nimmt auf vorliegendem Gemälde eine Vielzahl verschiedenster Bürger und Edelleute an dem freundschaftlichen Wettkampf teil, während sie von Schaulustigen von den Balkonen der umliegenden Palazzi und vom Ufer aus bejubelt und angefeuert werden. Bis zum Untergang der Republik im Jahre 1793 galten die jährlichen Wettkämpfe als eine der als aufsehenerregendsten Veranstaltungen des Kontinents und zogen schon früh zahl­reiche Reisende und Künstler aus ganz Europa in ihren Bann. Einer der frühesten Chronisten unter ihnen war der Maler Joseph Heintz der Jüngere (um 1600 Augsburg - 1678 Venedig), der schon seit den 1620er Jahren die Feste der Stadt in seinen detaillierten und vielfigurigen Gemälden wiedergab und einer der gefeiertsten Künstler Venedigs wurde. Erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die alte Tradition der Regatten wieder aufgenommen und bildet bis heute einen der festlichen Höhepunkte des Jahres in der Lagunenstadt.


_________________________________________________________________________________________________________________________________________________ Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts

6006

Italienisch 6006 um 1600. Christus am Kreuz mit Maria Magdalena. Öl auf Schiefer. 28 x 19,5 cm. 1.200 € 13


Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6007

Italienisch 6007 2. Hälfte 17. Jh. Vulkan, auf seinen Hammer gestützt, betrachtet die von ihm gefertigten Rüstungsteile. Öl auf Leinwand, auf fester Malpappe aufgezogen. 75,4 x 61 cm. 6.000 € 14


_________________________________________________________________________________________________________________________________________________ Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts

6008

Annibale Carracci (1555–1619, Bologna)

6008 nach. „Le Raboteur“: Die Heilige Familie mit Joseph als Schreiner. Öl auf Holz. 34,5 x 59,5 cm. 800 €

Das Original-Gemälde Annibale Carraccis mit dem Titel „Le Raboteur“ befand sich ehemals in der Sammlung Orléans. Später ging es in den Besitz des Earl of Suffolk über. Von seinem Sitz im Charlton Park wurde es am 11. Oktober 1856 gestohlen. Das verschollene Gemälde von Carracci ist durch Nachstiche bekannt, so folgt unser vorliegendes Gemälde wohl einem der Stiche, die unter anderem von Jean Pesne (um 1670-86) oder Jacques Couché (1786) überliefert sind.

Niederrheinisch 6009 Anfang 17. Jh. Anbetung der Hirten. Öl auf Kupfer. 16,1 x 13,3 cm. Verso mit der Antwerpener Schlagmarke des Peeter Stas (PS). 900 € Unser wohl im Umkreis des Joachim Beuckelaer entstandenes Gemälde folgt einem in mehreren Versionen bekannten Motiv Jacopo Bassanos (ca.1510/15-1592), welches 1599 von Jan Sadeler in Venedig gestochen wurde (Hollstein 183). Auf der Rückseite der Kupfertafel findet man eine „PS“ monogrammierte Schlagmarke. Es handelt sich um den Antwerpener Tafelmacher Peeter Stas (ca. 1565 - nach 1616). Seine Marken sind ab 1602 nachweisbar (vgl. Jørgen Wadum, „Peeter Stas: An Antwerp Coppersmith and his Marks“, in: Painting Techniques History, Materials and Studio Practice. London 1998, S. 140-144. ). Jørgen Wadum vermutet, dass es sich bei vorliegender, bisher nicht bekannter Schlagmarke, um eine frühe Variante vor 1602 handeln könnte. Mit einem Gutachten von Jørgen Wadum vom 9. August 2021 zur Schlagmarke des Peeter Stas. 6009 15


Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

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Hans Bol (1534 Mechelen – 1593 Amsterdam)

6010 Sommerliche Landschaft mit Schloss und Bauern bei der Kornernte und der Schafschur. Gouache auf Papier oder Pergament, ringsum mit Einfassungslinie in Goldfarbe, auf eine Eichenholztafel kaschiert. 12,5 x 19,2 cm (Einfassungslinie), 14,5 x 21 cm (komplette Tafel). 15.000 € Der flämische Miniaturmaler und Zeichner Hans Bol wird in Mecheln vermutlich bei seinen beiden Onkeln, den Malern Jacob Bol I. und Johannes Bol in der lokalen Tradition der „water-verwers“ (Wassermaler) oder „doekschilders“ (Leinwandmaler) ausgebildet. Nach zwei Jahren Aufenthalt in Heidelberg zurück in Mecheln sind die in Wasserfarben gemalten Landschaften des 18-Jährigen bei Sammlern bereits sehr gesucht. Mit 25 wird er Meister der Mechelner Lukas-Gilde. Hans Bols Landschaftsmalerei ist von den Werken seines Zeitgenossen Pieter Bruegel d. Ä. beeinflusst. Mit ihm teilt er auch die Vorliebe für die Darstellung der

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Jahreszeiten und Monate. Bruegel hat diese mittelalterliche Tradition mit einer monumentalen Monatsreihe aus dem Jahr 1565 wiederbelebt. In den folgenden Jahren fertigt Hans Bol Entwürfe für eine Serie von Drucken der Vier Jahreszeiten an. Das Projekt ist ursprünglich von Bruegel als Auftrag für den bekannten Antwerpener Drucker Hieronymus Cock begonnen worden. Als Bruegel 1569 stirbt, hat er nur die Entwürfe für Frühling und Sommer fertiggestellt. Dass Bol von Hieronymus Cock gebeten wird, Entwürfe für Herbst und Winter anzuferti­gen, ist ein Beweis für die hohe Wertschätzung, die er um 1570 genoss. Durch diesen Auftrag wird der junge Bol praktisch zum Nachfolger des alten Bruegel. Vor der spanischen Invasion flieht Bol nach Antwerpen und wird 1574 Mitglied der dortigen Malergilde. In Antwerpen konzentriert er sich auf die sogenannte Kabinett-Miniatur. Es entstehen größtenteils Landschaften in Gouache auf Pergament, die, auf Holz geleimt, als Pretiosen geschätzt werden. Bol zählt mit diesen überaus fein mit spitzem Pinsel gemalten Landschaften, die von zahlreichen Figuren und Tieren belebt und mit detailreich geschilderten Architekturen ausstaffiert sind, zum wohl erfolgreichsten Vertreter dieser Kunstgattung. Die


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Hans Bol Miniaturen entstehen hauptsächlich in den späten 1570er Jahren. Wegen weiteren Kriegswirren verlässt er 1584 Antwerpen. Nach verschiedenen Aufenthaltsorten wie Delft und Dordrecht verschlägt es ihn schließlich nach Amsterdam, dessen Bürger er 1591 wird. Zahlreiche Stecher arbeiten nach seinen Vorlagen, darunter de Bruyn, Cock, die beiden Galle, Hondius, Merian, de Passe, Jan Sadeler, Wierix und Adriaen Collaert. Von letzterem kennen wir eine schöne Folge von 12 Blatt mit Monatsdarstellungen im Rund nach Hans Bol. Der Juni zeigt, unter dem Tierkreiszeichen des Krebses, Bauern bei der Schafschur, im Juli und im August sehen wir Gras mähende Bauern und im Hintergrund Bauern bei der Getreideernte und -verarbeitung, alles Tätigkeiten, die wir auch auf unserer Miniatur finden, bereichert noch um eine kleine Jagdgesellschaft in der Ferne. - Mit einem Photogutachten in Kopie von Klaus Ertz vom 3. Juli 2021.

6011 Flusslandschaft mit Burganlage, im Vordergrund Bauern bei der Apfelernte. Gouache auf Papier oder Pergament, ringsum mit Einfassungslinie in Goldfarbe, auf eine Eichenholztafel kaschiert. 12,5 x 19,2 cm (Einfassungslinie), 14,5 x 21 cm (komplette Tafel). 15.000 € Wie in der vorherigen Losnummer beschrieben zeigt auch diese Kabinett-Miniatur in brillanter Detailfreude Tätigkeiten dreier Monate, in diesem Fall des Herbstes. Im September pflücken die Bauern links auf hohen Leitern Äpfel von den Bäumen, im Oktober tragen Frauen mit Trauben gefüllte Bütten zur Kelter, Männer schaffen auf Wagen Fässer heran. Der November schließlich steht im Zeichen des Holzschlagens durch Lohnarbeiter, ein Pferdegespann steht bereit, um das Holz in einem großen Rungenwagen abzutransportieren.- Mit einem Photogutachten in Kopie von Klaus Ertz vom 3. Juli 2021.

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Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

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Alexander Keirincx (1600 Antwerpen – 1652 Amsterdam)

6012 Umkreis. Bewaldete Flusslandschaft mit zwei Wanderern, im Hintergrund eine Stadt. Öl auf Holz, parkettiert. 31 x 25 cm. 4.000 € Provenienz: Sotheby‘s, London, Auktion „Old Master Paintings“ am 2. Dezember 2002, Los 128.

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6013

Flämisch 6013 1. Hälfte 17. Jh. Das Paradies mit der Erschaffung Evas, Sündenfall und Vertreibung. Öl auf Holz, rückseitig mit Holzplatte hinterlegt und die Kanten ringsum eingefasst. 73,8 x 105,5 cm. 12.000 € Provenienz: Weinmüller, München, Auktion am 15.-16. März 1961, Los Nr. 865 (als „Art des Roeland Savary“). Das erzählfreudige, die paradiesische Geschichte Adam und Evas in Simultandarstellungen zeigende Gemälde geht auf einen von Jan Bruegel d. Ä. (1568-1625) und seinem Sohn Jan Bruegel d. J. (1601-1678) in zahlreichen Beispielen zu findenden Bildtypus zurück (u.a. Rom, Galleria Doria Pamphilij, Inv.Nr. 278; Budapest, Szépmüvészeti Múzeum, Inv.Nr. 548; Paris, Louvre Inv.Nr. 1092; Gemäldegalerie Berlin Inv.Nr. 742; vom Jüngeren gerne auch hochformatig). Der Wunsch, möglichst viele Tiere gleichzeitig darstellen zu können, zeigt das enzyklopädische Interesse an allen Dingen der Welt, welches um 1600 überall einsetzt. Den auch wirtschaftlichen Erfolg des Sujets spiegelt die Zahl von im Laufe eines halben Jahrhunderts entstandenen, etwa 200 Paradiesdarstellungen wider, die heute allein mit dem Namen Bruegel in Verbindung gebracht werden. Die flämische Paradieslandschaft wird aber auch von Malern wie

Roelant Savery (1576/78-1639), seinem Bruder Jacob Savery I (15661603) und Denis van Alsloot (1570-1626) mitgetragen. So wurde unser Gemälde 1961 auch als in der „Art des Roeland Savary“ (sic!) versteigert. Allerdings lässt sich im Werkverzeichnis von Savery von K. J. Müllenmeister (1988) kein direkter Prototyp unseres Gemäldes nachweisen. In den letzten Jahrzehnten werden auf dem Kunst- und Auktionsmarkt eine große Zahl von Werken dieses Gemäldetypus der weitverzweigten Malerfamilie Bouttats gegeben, zuallererst deren berühmtestem Ver­ treter Frederick Bouttats I (1612-1661). Über dessen Leben ist nur sehr wenig bekannt. Laut freundlichem Hinweis von Nadja Garthoff vom RKD in Den Haag ist allerdings keines der dort unter diesem Namen verzeichneten Bilder signiert oder monogrammiert, ganz im Gegensatz zu den Druckgraphiken seiner Hand, die jedoch fast ausschließlich Porträts darstellen. Außerdem weisen die Gemälde, die derzeit Bouttats zugeschrieben werden, große Qualitätsschwankungen auf und können nicht von der Hand desselben Meisters sein. Hier fallen dann gelegentlich die Namen Frederick Bouttats II (?-1676) und Jacob Bouttats (16601718). Dies lässt unseres Erachtens plausibel vermuten, dass der Name Bouttats augenblicklich nur als Platzhalter für alle der Bruegel/SaveryWerkstatt als „nach“, „Nachfolger von“ oder „Umkreis von“ kategorisierten Gemälde dient. Trotz aller Zuschreibungsfragen bleibt letztendlich die auch hier vorliegende malerische Qualität entscheidend.

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Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6014

Flämisch 6014 frühes 17. Jh. Winterlandschaft mit der Anbetung der Hirten. Öl auf Holz. 41,6 x 54,7 cm. Verso mit Brandmarken Antwerpener Hand und stilisierte Burg sowie den geritzten Initialen MV (ligiert). 2.400 € Die Komposition des vorliegenden Gemäldes geht auf ein Motiv des 16. Jahrhunderts zurück, das in verschiedenen Fassungen bekannt ist. Eine davon wurde am 29. November 1983 in Brüssel versteigert und irrtümlicherweise Cornelis de Baellieur I zugeschrieben. Zwei andere Gemälde mit nahezu identischer Komposition wurden in der Vergangenheit dem Umkreis von Marten van Cleve II und Pieter Stevens I zugeschrieben, beides Künstler des 16. Jahrhunderts. Die Brandmarke auf der Rückseite ist wohl die des Tafelmachers Michiel Vrient. Er verwendete sie (MV auf dem Kopf stehend) ab 1615. Er starb 1637 und sein Unternehmen wurde 1638 geschlossen. - Wir danken Nadja Garthoff vom RKD, Den Haag, für die wissenschaftliche Beratung.

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Peter Paul Rubens (1577 Siegen – 1640 Antwerpen)

6015 Schule. Die Heilige Familie mit der hl. Anna. Öl auf Leinwand, doubliert. 126,5 x 116 cm. 18.000 € Provenienz: Ralph Cross Johnson. The National Museum of American Art, Smithsonian Institution, Washington (1919-1992). Christie‘s, New York, Auktion am 16. Januar 1992, Los 79 (als „attributed to Pieter van Lint“, 42.000 USD Zuschlag). Privatbesitz, Berlin.


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6015

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Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

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Niederländisch 6016 um 1650. Portrait eines jungen Mannes mit weißem Flachkragen und zwei Quasten. Öl auf Leinwand, doubliert. 67,8 x 54,5 cm. 1.200 € Peter Paul Rubens (1577 Siegen – 1640 Antwerpen)

6017 Werkstatt. Die Kreuzigung Christi. Öl auf Leinwand, doubliert. 114 x 80 cm. 8.000 € 22

Vor einer dunklen Landschaftskulisse scheint der blasse Leib Christi zu schweben. In einem bemerkenswerten Balanceakt wird der Schmerz in dem verzerrten Gesicht zwar nicht verhehlt, doch verleiht der leicht geschwungene Oberkörper und die gerade Beinstellung dem Gemarterten unverkennbare Würde. Die Darstellung überzeugt durch die differenzierte Wiedergabe des Inkarnats mit dem bläulich schimmernden Unterton, der besonderes in den expressiven Gesichtszügen den ambivalenten Zustand zwischen Leben und Tod zu vermitteln vermag. Bei dieser qualitätvollen Arbeit handelt es sich laut Dr. Jan Kosten, Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie, Den Haag, um ein Gemälde aus der Werkstatt des Rubens nach einem verschollenen Original des Meisters, am besten vergleichbar mit einer Atelierarbeit im Philadelphia Museum of Art, Johnson G. Johnson Collection (Inv.nr. 657, RKDImages record no 23608): „Your painting shows the same kind of quality as the Philadelphia one and might have originated under the eyes of the master“. Das Gutachten von Jan Kosten vom 27. November 2007 liegt im Original vor.


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Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

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_________________________________________________________________________________________________________________________________________________ Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts

6020

Bartholomeus Jansz. Molenaer

Anthonie Palamedesz.

(um 1618–1650, Haarlem)

(1601 Delft – 1673 Amsterdam)

6018 zugeschrieben. In der Dorfschule. Öl auf Eichenholz. 35 x 40 cm. Um 1640.

6019 Elegante musizierende Gesellschaft in einem Interieur. Öl auf Holz, parkettiert. 24,3 x 33,5 cm.

2.400 € Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Bartholomeus Molenaer wuchs als Sohn eines Schneiders mit sieben Geschwistern in Haarlem auf. Zwei seiner Brüder wurden ebenfalls Maler, der Genremaler Jan Miense Molenaer und der Landschaftsmaler Nicolaes Molenaer. Bartholomeus wurde 1640 zum Mitglied der berühmten Lukasgilde ernannt. In seinen Werken widmete er sich insbesonders Genreszenen mit Bauern. Diese zeigt er oft entweder fröhlich feiernd, zechend oder Karten spielend in einem Gasthaus oder wie in unserem Fall in einer einfachen Dorfschule, wo das Lesen geübt wird. Molenaer, der dem einfachen Leben mit einer gewissen Sympathie begegnet zu sein scheint, starb bereits mit Anfang 30. Neben vier Kindern hinterließ er seinen Erben auch die Schulden von 18 Monaten Miete für die Malerwerkstatt.

1.500 € Ab 1621 ist Anthonie Palamedesz. Mitglied der Malergilde in Delft und führt dort eine erfolgreiche Werkstatt. Berühmt wird er mit seinen Darstellungen von Wachstuben und Interieurs mit Gesellschaften des gehobenen Bürgertums

Niederländisch 6020 17. Jh. Dorffest: Tanzende Bauern vor einer Schänke. Öl auf Leinwand, doubliert. 66 x 61 cm. 2.400 € 25


Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

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Jacob de Heusch (1657 Utrecht – 1701 Amsterdam)

6021 Weite italienische Flusslandschaft mit rastenden Fischern und bukolischer Staffage. Öl auf Leinwand. 51,8 x 69,5 cm. Unten auf dem Felsen mittig signiert „JDHeusch f“ (Initialen ligiert). 4.000 € Provenienz: Joseph Fievez, Brüssel, Auktion am 18./19. Dezember 1934, Los 92 mit Abb. Tafel 6 (als Willem de Heusch).

Pieter Neefs II (1620 – nach 1675, Antwerpen)

6022 Kircheninterieur einer gotischen Kathedrale. Öl auf Holz, parkettiert. 24,6 x 19,4 cm. Unten links signiert „P. Neeff(s).“ 16.000 € Provenienz: Privatsammlung, Trier. Lempertz, Köln, Auktion 786 am 20. Mai 2000, Los 709. Privatsammlung Niedersachsen.

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Pieter Neefs d. J. und sein Vater Pieter Neefs d. Ä. gelten als zwei der bedeutendsten flämischen Architekturmaler ihrer Zeit. Neefs d. J. erhielt seine erste Ausbildungbei seinem Vater und bei Hendrick van Steenwyck d. J. Nach einem mehrjährigen Studienaufenthalt in Italien zwischen 1655-1657 kehrte Neefs nach Antwerpen zurück und trat in die Werkstatt seines Vater ein. Die hohe künstlerische Qualität seiner Arbeiten lässt die neuere Forschung zunehmend an der althergebrachten Händescheidung zwischen Vater und Sohn zweifeln. Tatsächlich arbeiteten beide Künstler lange Jahre sehr eng zusammen und gingen auch Kooperationen mit denselben Figurenmalern ein, darunter Künstler wie Frans Francken d. J., David Teniers, Sebastian Vrancx und Hieronymus Janssens. Die damalige Werkstattpraxis lässt sogar die gemeinsame Arbeit beider Künstler an ein und demselben Gemälde denkbar erscheinen. Einziger Anhaltpunkt für eine Händscheidung könnte die meist wärmere Farbwahl und die farblich stärker differenzierten Raumeindrücke des Sohnes gegenüber dem Vater sein. (vgl. u.a. Ursula Härting, AKL Bd. 92, S. 103f). Das vorliegende Gemälde zeigt das sonnendurchflutete Mittelschiff einer spätgotischen Kathedrale, das - wie viele von Neefs Kircheninterieurs - von der Liebfrauenkirche in Antwerpen inspiriert zu sein scheint. Am Hauptaltar, wie auch in der kleinen Kapelle zur Linken werden gerade Messen gelesen. Gut erkennbar sind die beiden Altargemälde, die eine Kreuzigung und eine Anbetung zeigen. - Mit einer schriftlichen Expertise von Dr. Walther Bernt, München vom 2. Dezember 1971.


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Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

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6024

Niederländisch

Niederländisch

6023 18. Jh. Trompe l’œil: Steckbrett mit Schere, Federkiel, Briefen und einer Kamee. Öl auf Holz. 65,5 x 48 cm. Unten links bez. „N 81“.

6024 18. Jh. Gehöft vor der Stadt mit geöffnetem Holztor und Staffage. Öl auf Holz. 34,5 x 42,5 cm.

4.000 €

1.800 €

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Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Deutsch 6025 1. Hälfte 18. Jh. Konturfigur einer Edeldame mit Kopfputz, roten Saffianlederhandschuhen und Fächer. Öl auf Eichenholz, silhouettiert. 114 x 35 cm (maximale Höhe und Breite). 800 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Berliner Modeschöpfers Uli Richter. Mit wachem Blick fixiert die elegante junge Frau ihr Gegenüber, mit der rechten Hand die Stoffbahnen des Gewandes gerafft, während sie in der linken einen Fächer hält. Die Figur erinnert an die Aufstellfiguren, die der mecklenburgische Hofmaler Georg David Matthieu (1737-1778) von den Mitgliedern der Herzogsfamilie von Mecklenburg-Schwerin im 18. Jahrhundert täuschend echt gemalt hat und die als beinahe lebensgroße Aufstellbilder in Ölfarben auf Holz in den edlen Gemächern des Schlosses Ludwigslust Verwendung fanden. Sie bildeten also eine Art von Zimmertheater zur Zeit des Rokoko. Der Mode nach zu urteilen, dürfte vorliegende Konturfigur zeitlich in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts datieren.

Italienisch 6026 wohl 18. Jh. und später. Madame de Cochon: Bildnis einer Dame mit Schweinekopf, lockigem Haar und blauer Schleife. Öl auf Leinwand, doubliert. 49,5 x 41 cm. 2.400 € Was verrät unsere Physiognomie über unseren Charakter? Diese Frage stellte sich bereits Aristoteles, und sie zieht sich weiter durch die Jahrhunderte. Nicht selten wurde die Frage mit dem Vergleich zwischen der physiognomischen Konstitution des Menschen und des Tieres verbunden, wie beispielsweise bei Charles Le Brun, der im März 1671 an der Königlichen Akademie Paris einen Vortrag über die Verbindungen zwischen der menschlichen und tierischen Physiognomie hielt. Erhalten sind lediglich die skurrilen Zeichnungen zu dieser Vorlesung, die menschliche Körper mit Tiergesichtern zeigen - es ging überspitzt gesagt um die Erforschung des Tieres im Menschen. Dass die Studien des „Tiermenschen“ längst überholt sind, ist bekannt. Unsere Dame ist wohl auch eher als humoristisches Bravourstück eines anonymen Künstlers zu interpretieren, der der Edeldame in eleganter Kleidung und akkurater Handhaltung mit Silberbesteck einen borstigen, rosafarbenen Schweinekopf mit freundlichen blauen Augen aufsetzt und damit dem Betrachter ein Schmunzeln entlockt. Vielleicht ist sie auch als ein karikaturistischer Blick auf die Affektiertheit des Adels zu verstehen. 6025 30


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Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

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Flämisch 6027 17. Jh. Das Katzenkonzert. Öl auf Leinwand, doubliert 53,5 x 63 cm. 9.000 € Das ungewöhnliche Personal dieses charmanten Gemäldes bilden rund ein Dutzend verschiedenst gearteter Katzen. Unter der Leitung einer gestreng blickenden Eule mit Taktstock miauen sie um ein Notenpult im Chor - Wirklichkeit gewordene „Katzenmusik“. Man fragt sich, ob es die Mäuschen auf der linken Partiturseite sind, die den Ton angeben. Bei dem Werk handelt es sich wohl um eine Persiflage der damals beliebten Hauskonzerte, bei denen sich auch weniger begabte Laien zu musika­ lischen Darbietungen hinreißen ließen. Den Bildtypus des Katzenkonzerts machte David Teniers d. J. berühmt, flämische Zeitgenossen wie Cornelis Saftleven folgten seinem Vorbild.

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6028

Faustino Bocchi (1659–1742, Brescia)

6028 zugeschrieben. Kleiner Zwergenumzug. Öl auf Leinwand. 29,5 x 37 cm. 3.000 €

Abraham Diepraam (geb. vermutl. in Oudenaarde – nach 1677 Rotterdam)

6029 zugeschrieben. Bauernjunge mit Katze. Öl auf Karton, auf festem Karton aufgezogen. 10 x 8 cm. Verso auf dem Untersatzkarton von alter Hand in schwarzer Feder bez. „Abraham Diepraam 1640“. 1.200 € 6029 33


Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6030

Francesco Guardi (1712–1793, Venedig)

6030 Umkreis. Rio dei Mendicanti. Öl auf Leinwand. 47 x 38 cm. Wohl 18. Jh. 1.800 € 34


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6032

Italienisch 6031 18. Jh. Drei Männer am Lagerfeuer bei stürmischer See. Öl auf Leinwand. 49,4 x 37,8 cm. Auf den Ballen am unteren Bildrand monogrammiert „OT.“ und datiert „A 51“. 900 €

J. Zobel (tätig 18. Jh.)

6032 18. Jh. Grotte mit Fischern. Öl auf Holz. 14 x 19,8 cm. Unten rechts auf dem Felsen signiert „J. Zobel“. 900 € 6031 35


Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6033

Venezianisch 6033 17. Jh. Zetes und Kalais vertreiben die Harpyien von Phineus‘ Tafel. Öl auf Leinwand, doubliert. 63,3 x 76,2 cm. Verso auf dem Keilrahmen ein altes Etikett des Rahmenherstellers „Frost & Reed“ aus Bristol. 1.800 € Dargestellt ist eine Szene aus der Argonautensage, wonach sich die Argonauten nach ihrer Ankunft in Thrakien Rat suchend zum König und blinden Seher Phineus begeben. Diesen hinderten als göttliche Strafe die Harpyien am Essen, indem sie die Speisen von der Tafel raubten oder durch ihren Unrat verunreinigten. Als Bedingung für seine Hilfe verlangt Phineus Unterstüzung von den Helden, worauf Zetes und Kalais, Söhne des Nordwindes Boreas, in die Luft steigen und die Harpyien vertreiben.

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Andrea Locatelli (1695–1741, Rom)

6034 Umkreis. Küstenlandschaft mit sitzendem Krieger und Fischern am Ufer; Küstenlandschaft mit stehendem Krieger und Fischern im Boot. 2 Gemälde, je Öl auf Leinwand, doubliert. Je 48,7 x 63,8 cm. 3.500 € Andrea Locatelli gehört zu den erfolgreichsten Landschaftsmalern seiner Zeit. Sehr früh von Jacob de Heusch beeinflusst, setzt er sich um 1720 mit dem Werk Salvator Rosas auseinander. Dieser Einfluss spiegelt sich auch deutlich in unserem in Locatellis Umkreis entstandenen Gemäldepaar vor allem in den Kriegergestalten, die deutlich an Rosas Figurine angelehnt sind.


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Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Johann Christian Fiedler (1697 Pirna – 1765 Darmstadt)

6035 Friedrich der Große mit Feldherrenstab. Öl auf Leinwand, doubliert. 145 x 110 cm. Verso von der Hand des Restaurators bez. „Joh. Chr. Fiedler pinx.“ (die Signatur Fiedlers auf der ursprünglichen Leinwandrückseite wiederholend). 8.000 € Provenienz: Wohl aus dem Besitz des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt (1868-1937). Danach entsprechend einem Schreiben des Vorbesitzers vom 17. Oktober 1973 an den Direktor der Schlösser und Gärten Bad Homburg, Dr. Heinz Biehn, sowie einem Auszug eines undatierten Schreibens an die Tochter des MAN-Werksleiters, Dr. Richard Reinhardt, Ende der 1930er oder Anfang der 1940er Jahre in Mainz im Antiquariat Hofe (?) im Auftrag des Direktors des MAN Werkes Gustavsburg, für einen neuen Sitzungssaal erworben. 1947 (oder 1955?) Verkauf durch die MAN und Kauf durch den Vorbesitzer, der Werbeleiter des Werkes war. (Verso auf dem Keilrahmen Auslassschein und Zahlbestätigung der MAN Werke aus dem Jahre 1955). Seitdem Privatbesitz Berlin. Der Darmstädter Hofmaler Johann Christian Fiedler stammte aus einem wohlhabenden Elternhaus und studierte zunächst ab 1715 in Leipzig

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Jura, bevor er sich der Malerei zuwandte. Bereits im Jahre 1717 begann er, sich die Miniaturmalerei autodidaktisch anzueignen und konnte schon 1719 auf der Messe in Braunschweig eine eindrucksvolle Sammlung von Bildnissen vorstellen. Diese brachten ihm zahlreiche Portraitaufträge und ein Reisestipendium des Herzogs von Braunschweig mit Aussicht auf eine spätere Einstellung als Hofmaler ein. Fiedler begab sich daraufhin zum Studium für mehrere Jahre nach Paris, wo er bis 1724 blieb und sich vor allem an den Werken Largillières und Rigauds schulte. Auf dem Rückweg nach Braunschweig machte er Station am Hofe von Darmstadt, wo er so gut aufgenommen wurde, dass er dort sogleich eine Stelle antrat und schon 1725 zum Hofmaler ernannt wurde. Das vorliegende Gemälde geht wohl auf ein Gemälde von Antoine Pesne (1683-1757) aus dem Jahre 1739 zurück, das Friedrich kurz vor seiner Thronbesteigung als Kronprinzen zeigt und das sich heute im Schloss Brühl bei Bonn befinden soll. Es folgt dabei einem von Pesne für die Feldherrenportraits des Preußenkönigs entwickelten Darstellungtypus, der hier aber zugunsten der majestätischen Hauptfigur in zahlreichen Details abgewandelt ist. So ist die umgebende Szenerie reduziert und auf das Hauptmotiv fokussiert; auf den ansonsten häufig dargestellten Tisch mit dem königlichen Hermelin wird in der Version für den Darmstädter Hof verzichtet. Dafür ist der Dreispitz prominenter dargestellt und der Schmuck des Mantels weiter angereichert, auch der bei Pesne meist prominent sichtbare Zopf der Perücke ist zugunsten der majestätischen Statur des Dargestellten deutlich reduziert.


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Schloss Fuchshöfen, Ostpreußen: Das Speisezimmer mit unserem Gemälde links.

Johann Georg Ziesenis d. J. (1716 Kopenhagen – 1776 Hannover)

6036 Bildnis des Oberhofmarschalls Hans Adam Freiherr von Studnitz im blauen Samtrock. Öl auf Leinwand, doubliert. 91,8 x 75,8 cm. Verso mit Klebeetikett, dem Zufolge auf der originalen Leinwand signiert und datiert „F. G. Ziesenis pinxit 1761“ sowie mit weiteren alten Etiketten mit Angaben zum Künstler und Dargestellten. 24.000 € Provenienz: Im Besitz Hans Adam Freiherr von Studnitz. Familie von Wangenheim, Schloss Fuchshöfen, Ostpreussen (heute Slawjanskoje, bei Kaliningrad). Durch Erbfolge an die Familie von Bassewitz, Fuchshöfen, später Gotha. Durch Erbfolge an den heutigen Besitzer, Norddeutschland. Der Porträtist und hannoversche Hofmaler Johann Georg Ziesenis bewegte sich mit seinen sehr persönlichen Bildnissen europäischer Adeliger und Bürger auf der Höhe der aufklärerischen Entwicklung der Bildniskunst seiner Zeit. Seine Modelle stellte er in ungezwungener Atmosphäre dar, die sie natürlich umgebenden Gegenstände sollten den Eindruck von Bildung und weltgewandtem Leben vermitteln. Eines der mit Abstand schönsten Beispiele hierfür ist das vorliegende Bildnis des Hans Adam von Studnitz (1711-1788). Den kunstverständigen Schlesier hatte es in den frühen 1730er Jahren nach Thüringen an den Gothaer Hof verschlagen, wo er sich beharrlich über einen Zeitraum von über fünfzig Jahre

vom bescheidenen Hofjunker zum einflussreichen Oberhofmarschall hocharbeitete. Trotz der zahlreichen Ämter, die Studnitz bekleidete, erinnert man sich heute der Leitung des Hoftheaters wegen an ihn, an dessen Errichtung er maßgeblich beteiligt gewesen war. Das heute noch betriebene Ekhof-Theater auf Schloss Friedenstein zählt zu den ältesten erhaltenen Barocktheatern mit noch funktionstüchtiger Bühnenmaschinerie. Ziesenis hielt Studnitz 1761 auf dem Zenit von dessen Karriere fest. Nach dem Tod eines langjährigen Konkurrenten war er zum mächtigsten Mann am Hof nach dem Herzog aufgestiegen. Mit klarem Blick und leicht gehobenen Brauen sitzt Studnitz in lockerer Haltung vor einem schlichten Hintergrund in gedämpftem Braungrün. Nichts im Fond lenkt von der virtuosen Behandlung des Gewandes und des weichen Inkarnats ab. Besonders dem blau leuchtenden Samt verleiht Ziesenis durch gekonnt gesetzte Lichtakzente eine beeindruckende Stofflichkeit von geradezu haptischer Qualität und Brillanz. Den Porträtierten umgeben nur wenige, ausgewählte Gegenstände. In der Rechten hält er eine Tabatière, der Zeigefinger der linken Hand markiert die Seite eines Heftes, vielleicht ein Libretto, als sei die Lektüre nur kurz unterbrochen, schließlich steht auf dem Beistelltischchen eine Tasse aufgeschäumter Schokolade mit Gebäck. Auf dem ersten Blick evoziert Ziesenis eine Atmosphäre privater Häuslichkeit. Dahinter verbirgt sich jedoch aufs subtilste inszenierter Standesrang. Spitze und Pelz säumen die edle Mise des Theatermannes, Tabatière sowie Doppelhenkelbecher sind aus Porzellan und heiße Schokolade hatte sich seit Mitte des Jahrhunderts ausgehend von Versailles als modisches Luxusgetränk in ganz Europa durchgesetzt.

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Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

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Johann Georg de Hamilton (1672 Brüssel – 1737 Wien)

6037 Umkreis. Waldgrund mit Erdbeeren, Eidechse und Schmetterlingen; Sumpfiges Terrain mit Laubfrosch und Distel. 2 Gemälde, je Öl auf Kupfer. Je ca. 10 x 13 cm. 2.800 € 42


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Johann Heinrich Schröder (1757–1812, Meiningen)

6038 Bildnis einer jungen Frau im weißen Chemisenkleid mit blauem Umhang vor Landschaft. Öl auf Holz. 38 x 30 cm. 2.400 € 43


Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

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Heinrich Friedrich Füger (1751 Heilbronn – 1818 Wien)

6039 Kopf einer jungen Frau, aufblickend. Öl auf Leinwand. 45,5 x 34,1 cm. Nach 1800. 4.000 € Der vielseitige Heinrich Friedrich Füger meisterte intime Miniaturen mit der gleichen Souveränität wie monumentale Historienbilder. Seine fein verstreichende Malweise und die elegant bewegten Körper verleihen den Figuren eine glaubhafte Wärme, die bei aller Entrücktheit jeglicher klassizistischer Kühle entbehrt. Diese Lebendigkeit wirkt auch, ja vielleicht umso intensiver, in der konzentrierten Isolierung einer einzelnen Figur; in der Intensität des Ausdrucks im aufgerichteten Blick, theatralisch gesteigert durch den zarten Lichtreflex in den Augen und der kleinen Drehung des Nackens. Robert Keil, Wien, bestätigt die Autorschaft Fügers (schriftliches Gutachten vom Dezember 2020 als Kopie beiliegend) und ordnet das Werk in das Spätwerk Fügers nach 1800 ein. Er verweist dabei auf ein vergleichbares Damenbildnis im Städtischen Museum

in Heilbronn (vgl. Marc Gundel (Hg.): Heinrich Friedrich Füger 1751-1818: Zwischen Genie und Akademie, Ausst.Kat. Heilbronn 2011-2012, Kunsthalle Vogelmann, München 2011, S. 202, Abb. S. 152).

6040 Zwei aufblickende Frauen in Andacht. Öl auf Leinwand, doubliert. 46,9 x 35,7 cm. 2.500 € Füger verarbeitet vorliegendes Motiv in mehreren Fassungen, die sich sämtlich in kleinen Details, etwa bei der Kleidung oder Haltung der Hände, unterscheiden (vgl. Robert Keil: Heinrich Friedrich Füger 17511818. Nur wenigen ist es vergönnt das Licht der Wahrheit zu sehen, Wien 2009, WV 500 und WV 501). Wir danken Dr. Robert Keil, Wien, der die Autorschaft Fügers bestätigt.

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Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts___________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Spiegel 6041 Klassizistischer Wandspiegel. Holz, geschnitzt, vergoldet. Gerade, hochrechteckige Spiegelrahmung aus Perlstab mit Eckzier, oben mittig kannelierte Säule mit schleifenbekrönten Lorbeergirlanden. 126 cm x 73,5 cm. Deutschland, um 1800. 750 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Berliner Modeschöpfers Uli Richter.

Rokoko-Konsole 6042 Rokoko-Konsole. Holz, geschnitzt, stuckiert, gefasst und vergoldet. Bombierte, durchbrochen gearbeitete Zarge aus Volutenspangen und mit Blütendekor auf stark geschwungenen Beinen aus gegenläufigen Voluten, unterhalb durch gebogten Steg verbunden. Gering überstehende, profilierte Deckplatte aus grau und weiß gemasertem Marmor (Platte gebrochen und restauriert). H. 78 cm x Br. 82 x T. 33,7 cm. Deutschland oder Frankreich, um 1760. 1.400 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Berliner Modeschöpfers Uli Richter.

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GEM Ä L DE DE S 19. JA HR H U N DERT S U N D N EU ER ER M EIST ER 47


Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

6043

Friedrich Georg Weitsch (gen. Pascha, 1758 Braunschweig – 1828 Berlin)

6043 Bildnis des Schauspielers und Intendanten Heinrich Bethmann. Öl auf Leinwand. 57,8 x 46 cm. Unten rechts im Hintergrund monogrammiert und datiert „FGW A / 1808“. 6.000 € Literatur: Reimar F. Lacher: Friedrich Georg Weitsch - Maler, Kenner, Akademiker, Berlin 2005, Nr. W160 („Verbleib unbekannt“). Das bislang als verschollen geltende Portrait des Schauspielers und Theaterintendanten Heinrich Bethmann (1774-1857) war bis heute nur durch druckgraphische Reproduktionen bekannt. Verschmitzt mit Mund und Augen lächelnd, präsentiert sich der Dargestellte gemäß aufgeklärter Bildnismalerei durch lebendiges Mienenspiel weniger als Repräsentant eines Standes, sondern als lebensnaher Charakter. Bethmann debütierte

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nach Engagements im Rheingebiet und Schwerin 1794 am königlichen Nationaltheater in Berlin, wo er bis zu seiner Pensionierung 1819 zu den wichtigsten Mitgliedern des Ensembles gehörte. 1805 heiratete er die beliebte und erfolgreiche Hofschauspielerin Friederike Unzelmann, nach deren Tod (1815) er sich von der Bühne zurückzog. Ab 1823 kehrte er als Direktor und Regisseur zurück. In dieser zweiten, umtriebigen Lebensphase war Bethmann unter anderem in Berlin, Leipzig und Aachen tätig. Als Intendant am Stadttheater Magdeburg ermöglichte er dem jungen Richard Wagner die Uraufführung seines „Liebesverbots“. Vorliegendes Portrait entstand 1808 zu Hochzeiten seiner Schauspielkarriere in Berlin von der Hand Friedrich Georg Weitschs. Der Hofmaler und Akademiedirektor zählt zu den bedeutendsten Portraitmalern des ausgehenden 18. Jahrhunderts in Norddeutschland. Im selben Jahr schuf Weitsch auch das Portrait von Bethmanns Frau Friderike und ihrem Söhnchen (op. cit., W159), das vom preußischen Königshaus angekauft wurde.


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Franz Krüger (1797 Großbadegast – 1857 Berlin)

6044 Umkreis. Ausritt zweier Herren mit Zylinder. Öl auf Papier, kaschiert auf Malkarton. 20 x 26 cm. Am Unterrand bezeichnet „18 März 1854“, verso bezeichnet „Frau Alice Immich / Charlottenburg Fredericiastr. 1“. 1.800 €

Eugen Börmel (1858 Königsberg – 1932 Berlin (?))

6045 Gussmodell der Portraitbüste der Königin Luise von Preußen. Zweiteilige Bronze mit bräunlicher Patina. H. 15 cm. Verso signiert und datiert „E. Börmel 1889“ und mit dem Gießerstempel „Aktien=Gesellschaft vorm. H. Gladenbeck & Sohn Friedrichshagen“. 400 € 1875-79 lernt Eugen Börmel an der Akademie Berlin bei Fritz Schaper und in der Meisterklasse von Reinhold Begas. Im Anschluss arbeitet er zehn Jahre an plastisch-dekorativen Bauplastiken im Atelier von Otto Lessing. Ab 1889 arbeitet er selbstständig. Die meisten seiner großen Denkmäler sind heute zerstört. Beiliegend die Modellkarte mit der Nummer C67/745 der Gießerei. 6045 49


Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

Österreichisch 6046 um 1830. Bildnis einer jungen Frau im weißen Seidenkleid mit Parure aus Gold und Mondsteinen. Öl auf Leinwand. 31,7 x 26,5 cm. Verso auf dem Keilrahmen in Bleistift eine alte Zuschreibung an Peter Fendi. 450 €

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Deutsch 6047 frühes 19. Jh. Blumenbouquet mit gefüllten Rosen, Winden und Kapuzinerkresse auf einer Steinplatte. Öl auf Holz. 29 x 20 cm. 1.200 € 6047 50


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6048

Louise Adéone Joubert-Drölling (1797–1831, Paris)

6048 Die Kinderstube. Öl auf Holz. 31,2 x 42 cm. Verso signiert „A Mm[Madame] Joubert“. Nach 1826. 4.500 € Louise-Adéone Drölling wird in eine klassische Künstlerfamilie geboren. Ihr Vater, der angesehene Maler Martin Drölling, dem sie als Kind oftmals Modell stand, ermutigt sie - ebenso wie ihren älteren Bruder Michael Martin -, eine Karriere als Malerin zu beginnen. In den Jahren 1827 und 1831 werden ihre Gemälde im Salon des Amis des Arts ausgestellt und für das Werk „Interieur mit junger Frau mit Blume“ erhält sie schließlich eine Goldmedaille. Ihr feinmalerischer Stil, der dem des Vaters und Bruders folgt, brachte ihr oft die Verwechslung mit einem der beiden Familienmitglieder ein, bis hin zu falschen Zuschreibungen. Nachdem sie verwitwet 1826 erneut heiratet, signiert sie mit „Madame Joubert“. Wie Louise-Adéone selbst in einem Brief von 1828 zugibt, zählt sie sich nicht zu den produktivsten Künstlerinnen, dementsprechend sind ihre Gemälde eher selten auf dem Auktionsmarkt zu finden.

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Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

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A. A. de Meyiez

Eugène Verboeckhoven

(tätig 19. Jh. )

(1798 Warneton/Waasten – 1881/1889 Brüssel)

6049 Eisvergnügen. Öl auf Holz. 42,8 x 64,5 cm. Unten links signiert „A. A. de Meyiez ft“.

6051 Ruhende Schafe an einem Flussufer. Öl auf Holz. 18 x 21,6 cm. Unten rechts signiert und datiert „Eugène Verboeckhoven 1850“.

750 €

800 €

Jean-Baptiste Andre de Noter (1787 Waelhem (Antwerpen) – 1855 Mecheln)

6050 Reiter bei der Rast. Öl auf Holz. 37,5 x 46 cm. Signiert und datiert unten links „JB (ligiert) de Noter / 1833“, verso mit einem alten handschriftlichen Etikett in brauner Feder „P.F. de Noter / Pleisterplaats in Holland“. 1.200 € Der belgische Veduten- und Interieurmaler Jean-Baptiste de Noter ist Schüler von Antoine Verhulst. Bis 1828 ist er in Gent, ab da in Mecheln tätig. Sein älterer Bruder ist der Bildhauer, Vedutenmaler, Radierer und Holzschneider Pieter Frans de Noter d. J.

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Augustus Wynantz

Jacobus van der Stok

(1795 Düsseldorf – 1848 Den Haag)

(1794 Leiden – 1864 Amsterdam)

6052 Gent: Blick über den Fluss Leie auf die Sankt Michaelskirche. Öl auf Holz, teils parkettiert. 23 x 29,3 cm. Unten rechts signiert und datiert „Wynantz 1827“.

6054 Abendliche Landschaft mit Fischerhäuschen an einem See. Öl auf Leinwand. 29 x 38 cm. Unten links signiert „J v d Stok“.

900 €

1.200 €

Niederländisch 6053 19. Jh. Fährboot vor einem Wasserschloss. Öl auf Holz. 21,3 x 16,2 cm. Verso unleserlich bezeichnet. 600 € 55


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Joseph Karl Stieler

Leopold von Stoll

(1781 Mainz – 1858 München)

(1800 – nach 1874 )

6055 Umkreis. Bildnis der Gräfin Josephine von Berchem, geb. Beierlein. Öl auf Leinwand. 73 x 59,3 cm. Verso auf der Leinwand bezeichnet „Josephine, Gräfin von Berchem / geb. Beierlein / geboren 1806 zu Landshut / gemalt 1828 von Winterhalter [später gestrichen und durch den Namen ‚Stieler‘ ersetzt]“. Um 1828/30.

6056 Blumenstillleben mit Früchten und kleinem Äffchen (Haubenlangur). Öl auf Leinwand, doubliert. 79 x 63 cm. Auf der Vase signiert und datiert „L. v. Stoll / 1837“ sowie unten rechts wiederholend „L. Stoll / 1837“. 12.000 €

7.500 € 56

Viel ist nicht bekannt über den aus Holland stammenden Leopold von Stoll, der ab 1828 in Krakau lebt und sich wenig später in Warschau und


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Sankt Petersburg in den botanischen Gärten mit Blumenstillleben befasst. Anschließend geht er nach Wien und ist ab 1844 Mitglied des Österrei­ chischen Kunstvereins. In Wien entsteht 1836 eines seiner bekanntesten Werke, das „Blumenstillleben mit dem Schönen Brunnen und der Nymphe Egeria im Park von Schloss Schönbrunn“ (Dorotheum, Auktion 20. April 2010, Los 39). Auch vorliegendes Werk muss in seiner Wiener Zeit entstanden sein. Ein bunt, leuchtender Strauß Dahlien in einer Glasvase steht im Zentrum der üppigen Komposition. Darunter in einer Schale und auf dem Tisch akribisch drapiert Weintrauben, Zwetschgen, Äpfeln, Birnen

und eine Ananas. Dem Tontopf rechts entwachsen in weißer Blütenpracht zwei Schopflilien (Eucomis), auch Ananaslilien genannt - dahinter versteckt sich eine kleine, scheue Meerkatze, ein sogenannter Haubenlangur, der ursprünglich aus Südostasien stammt. Die Dahlie, die bereits bei den Azteken blühte, kam erst 1790 aus Mexiko über den Atlantik und auch die Ananaslilie, in Afrika beheimatet, findet ihren Weg erst im 18. Jahrhundert in die botanischen Gärten Europas. Mit seinem beeindruckenden Bouquet exotischer Pflanzen reiht sich Stoll in die Riege bekannter Wiener Stilllebenmaler wie Sebastian Wegmayer oder Franz Xaver Petter ein.

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Kai Jeppe Drews (d.i. Poul Rønne, 1884 Frederiksberg – 1964)

6057 Interieur mit Barockkommode und roten Rosen. Öl auf Leinwand. 48,5 x 39 cm. Unten rechts signiert „Poul Rönne.“. 450 €

Ferdinand Küss (1800 Wien – 1886 Pörtschach a. See)

6058 Studie mit vier Rosen und Almrausch (Alpenrose). Öl auf loser Leinwand. 27,4 x 25,5 cm. Eigenhändig mit Buchstaben bezeichnet, wohl für eine Legende. 1.200 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (Nachlassstempel verso).

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Friedrich Ritter von Amerling (1803 Spittelberg – 1887 Wien)

6059 Bildnis des dänischen Dichters Adam Gottlob Oehlenschläger (1779-1850). Öl auf Leinwand. 47,4 x 38 cm. Links bezeichnet und datiert „A. Oehlenschläger / 1844“, verso auf dem Keilrahmen ein altes Etikett des Künstlerbedarfs „D. Baumgartner in Wien“. 8.000 € Literatur: Ludwig August Frankl: Friedrich von Amerling: Ein Lebensbild, Wien 1889, S. 73-77. Die Biografie über Friedrich von Amerling, die Ludwig August Frankl als lang verbundener Freund der Familie auf Wunsch der Witwe „des hingeschiedenen Meisters“ kurz nach dessen Tod 1889 verfasste, erzählt eine wunderbar amüsante Anekdote über die Entstehung des vorliegenden Gemäldes: „Der berühmte dänische Dichter, den auch die Deutschen den Ihren nennen, kam im Sommer des Jahres 1844 nach Wien. Er las sein neustes, später im Hofburgtheater aufgeführtes Trauerspiel ‚Korfiz Uhlfeld‘ in der Weilburg dem Erzherzog Karl, von dem er geladen war, vor […]“. Offenbar gab es in Wien zu dieser Zeit kein Konterfei des hochgeschätzten Dichters, und so wurde die Idee geboren, - Frankl war hier wohl involviert - ein Porträt des Dichters anfertigen zu lassen. So regte man Oehlenschläger dazu an, einige Wiener Porträtisten in ihren Ateliers zu besuchen, um einen Maler zu wählen. Im Atelier von Amerling entdeckte Oehlenschläger ein Porträt seines Landsmannes Bertel Thorvald­ sen. Mit Begeisterung rief er Amerling zu: „‚Das ist nicht Thorwaldsen‘s Porträt, das ist er selbst! Das ist die grösste Freude, die ich in Wien erlebe!‘. Amerling entgegnete ‚Wenn Ihnen das Bild so gelungen erscheint, Sie wären ein glänzendes Seitenstück zu dem nordischen Gott‘. Oehlenschlä6058 58


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ger erwiderte, dass er sehr gerne Porträt sitzen möchte, jedoch schon bald abreisen müsse. Da fragt Amerling, ‚Sind Sie jetzt beschäftigt? Ich malte Thorwaldsen in zwei Stunden. Wollen Sie mir sitzen?‘. Oehlenschläger erwiderte „Mit Freuden!‘ Nun stürzte Amerling, um die Eile zu charakterisiren, durchs Atelier, sprang, stürzte Sessel um, ergriff eine Leinwand, setzte Farben auf, sass vor der Staffelei, Oehlenschläger ihm gegenüber. All dies vollzog sich in kaum fünf Minuten. Auf die Bitte

Oehlenschläger‘s mussten wir das Bild Thorwaldsen‘s vor ihn hinstellen, um es fort und fort betrachten zu können“ (op.cit, S. 73-76). Das fertig gestellte Gemälde wurde anschließend auf dem Fest, welches die ‚Concordia‘ [Wiener Künsterverein] dem Dichter im Saale des „Hotels zu Kaiserin Elisabeth“ in Wien gab, präsentiert. Als der Vorhang des verhüllten Gemäldes fiel, erfolgte „ein allgemeiner Jubelruf“ (op.cit, S. 76).

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Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

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Italienisch 6060 1857. Das Grabdenkmal der Prinzen Wilhelm und seines Bruders Friedrich Hannibal von Thurn und Taxis in Vicenza. Öl auf Leinwand. 30 x 39,4 cm. Unten rechts unleserlich signiert und datiert „1857“. Verso auf dem Rahmen mit einer alten handschriftlichen Bezeichnung in schwarzer Feder „Grabdenkmal des Prinzen Wilhelm von Thurn und Taxis / am Campo santo zu Vicenza /: + 11. Ju 1848 :/ an seiner Seite ruht sein Bruder Prinz Friedrich Hannibal, + zu Venedig am 17. Jänner 1857, der ihm das Denkmal errichten liesz. / Das Bild ist ein Geschenk an die Prinzessin Aurora - Witwe des Prinzen Friedrich H. - geborene / Gräfin Batthány - von ihrem Vetter Grafen Alexander Erdödy.“. 600 € 60

Provenienz: Wohl Maria Aurora Prinzessin von Thurn und Taxis, geborene Gräfin Batthyány von Német-Ujvár. Prinz Wilhelm von Thurn und Taxis (1801-1848), der jüngste Sohn des Prinzen Maximilian Josef (1769-1831), widmete sich gleich seinen fünf Brüdern der militärischen Laufbahn und wurde 1844 Generalmajor der kaiserlich österreichischen Armee. Im ersten italienischen Unabhängigkeitskrieg traf ihn beim Sturm auf Vicenza am 10. Juni 1848 ein Schuss in die Brust, an dessen Folgen er den darauffolgenden Tag verstarb. Sein zwei Jahre älterer Bruder Friedrich Hannibal (1799-1857) ließ das Grabmal am Cimitero Maggiore in Vicenza errichten. Seit 1854 General der Kavallerie wurde er im selben Jahr Obersthofmeister der Kaiserin Elisabeth, die er 1856 auf ihrer Reise nach Venedig begleitete. Er verstarb dort im Januar 1857 an Typhus und wurde an der Seite seines jüngeren Bruders in Vicenza beigesetzt.


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Bertel Thorvaldsen (1770–1844, Kopenhagen)

6061 nach. Ino, Bacchus und Merkur. Öl auf Leinwand. 49 x 48 cm. 3.500 € Bacchus ist das Ergebnis einer Liebschaft, die Zeus und mit der sterblichen Semele hatte. Als Zeus‘ Gattin Hera von der Untreue ihres Gemahls erfuhr, übte sie Rache und erwirkte den Tod der Semele. Der Knabe

jedoch überlebte und wurde von Merkur der Schwester der Semele, Ino, übergeben, sodass sie sich um das Kind kümmern könne. Vorliegendes in Grisailletechnik ausgeführtes Gemälde geht auf eine als Relief gearbeitete Komposition Thorvaldsens zurück. Das Thorvaldsen Museum bewahrt die Version in Gips, die zwischen 1809-1811 entstanden ist. Das vollendete, in Carrara Marmor ausgeführte Relief befindet sich in der Biblioteca Ambrosiana in Mailand.

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Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

6062

Giuseppe Canella (1788 Verona – 1847 Florenz)

6062 zugeschrieben. Neapel: Via Medina mit Blick auf die Piazza Municipio und das Castel Nuovo. Öl auf Leinwand, doubliert. 40,3 x 60,2 cm. Um 1830. 4.500 € Dargestellt ist der Blick auf das Südende der Via Medina, ehemals Largo delle Corregge, in Richtung des Largo di Castello, heute Piazza Municipio, und dem Castel Nuovo, vor dessen markanter Bastion der Neptunbrunnen, der auch als Fontana Medina bekannt ist, auszumachen ist. Zu sehen ist die alte Straße mit den überwiegend im 17. und 18. Jahrhundert erbauten Palästen und Kirchen, die mehrheitlich Umbauten jüngerer Zeit weichen mussten. Von ihrer historischen Bedeutung als hafennahe Händlerstraße zeugen im Gemälde das rege Treiben und die ausgestellte Tuchware rechts. Auf der linken Straßenseite ist die neoklassische Fassade der heute noch stehenden Kirche Pietà dei Turchini zu sehen.

Franz Ludwig Catel (1778 Berlin – 1856 Rom)

6063 Zwei Mönche in einem Kreuzgang mit Ausblick durch gotische Fensteröffnungen auf eine Schlossarchitektur am Meer bei Mondschein. Öl auf Malkarton. 43,5 x 46,7 cm. 6.000 € Literatur: Das Bild wird in das in Vorbereitung befindliche Verzeichnis der Werke des Künstlers von Dr. Andreas Stolzenburg aufgenommen.

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Eines der erfolgreichsten Motive des Berliner Malers Franz Ludwig Catel, der von 1811 bis zu seinem Tod in Rom lebte und arbeitete, waren Mönche in Kontemplation. Angeregt durch François-René de Chateaubriands Epos „Le Génie du Christianisme“ von 1802 und vergleichbare Klosterdarstellungen des mit dem Künstler bekannten französischen Malers François-Marius Granet entstanden spätestens ab 1818 zahlreiche Variationen dieses Bildthemas. Dabei postierte Catel stets sinnende Mönche oder Nonnen in von ihm aufgesuchten Klöstern, vorzugsweise bei schaurigem Mondlicht, die im Zuge der Aufhebung derselben meist weitgehend unbewohnt waren. In seinen und den Bildern Granets wurden diese Örtlichkeiten mit einem romantisch inspirierten Figurenpersonal zu neuem Leben erweckt. Zwei Mönche in weißen Kutten - vermutlich Karthäusermönche - schreiten in Rückenansicht durch einen hohen gotischen Raum, der sich zum nächtlichen, durch das Mondlicht erleuchteten Meer in drei hohen Bögen hin öffnet. Das helle Mondlicht dringt eindrücklich durch die Bogenöffnungen in den Innenraum hinein und wird kontrastiert durch die Öllampe an der Decke eines Nebenraumes im Durchblick der links zu sehenden Tür, durch die hindurch die Mönche gehen werden. Die wiedergegebene aufstrebende gotische Architektur, die die Komposition des Bildes prägt, wird durch das schmale Hochformat des Bildträgers unterstützt und bildet eine kompositionell sehr gelungene Einheit. Die unbezeichnete, voll ausgeführte Ölstudie zeigt neben den gängigen und vielfach bekannten romantischen Motiven der nächtlichen Küste, der Mönche sowie der gotischen Architektur durchgehend auch die typische Malweise Catels, besonders in der Gestaltung des Mondes. Die Architektur im Durchblick der Bogenöffnungen ist augenscheinlich vom Palazzo Donn‘Anna auf dem Posillipo am Golf von Neapel inspiriert. Andreas Stolzenburg


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Deutsch 6064 1. Hälfte 19. Jh. Bildnis eines jungen Mannes im Dreiviertelprofil nach rechts. Öl auf Leinwand, alt auf festen Karton aufgezogen. 27,2 x 21,3 cm. Verso mit altem Klebeetikett der Rahmenhandlung Gebr. Schiebel, Leipzig. 2.400 €

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Dänisch 6065 um 1840. Bildnis des Archäologen Carl Christian Rafn als Halbfigur. Öl auf Leinwand. 34,5 x 26 cm. Verso auf der Leinwand bezeichnet „C. C. Rafn“. 750 € Der dänische Archäologe und altnordische Philologe Carl Christian Rafn (1795 Schloss Brahesborg/Fünen - 1864 Kopenhagen) machte erstmals die nordischen Sagas der Welt bekannt. Er war gleichzeitig der erste Wissenschaftler, der die Erkenntnis von der Entdeckung Amerikas durch die Wikinger populär machte. 6065 64


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Johan Laurentz Jensen (1800–1856, Gentofte b. Kopenhagen)

6066 Rote Nelken. Öl auf Holz. 22 x 27 cm. Unten rechts signiert „I.L. Jensen“. 3.200 € 65


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Leonard Johannes de Gijselaar (1827 Amsterdam – 1890 Arnheim)

6067 Havarie eines Linienschiffs vor der Küste von Neapel mit Blick auf den Vesuv. Öl auf Leinwand. 69 x 91 cm. Links unten unter der Rahmung signiert „L. J. Gijselaar f.“. Um 1850.

Deutsch 6068 um 1840. Hafen bei La Spezia mit Sarazenenturm. Öl auf Holz. 20,5 x 26,9 cm. Verso auf einem Etikett bezeichnet „Ausblick / auf / Spezia“. 750 €

6.000 € Im warmen Abendlicht liegt ein in dichten Rauch gehülltes imposantes Linienschiff der Marine vor der italienischen Küste. Flammen schlagen am Hauptmast empor, der gerade in diesem Moment zur Seite zu stürzen droht. In allerletzer Sekunde verlässt die Mannschaft das Schiff. Einige Seeleute seilen sich gerade noch rechtzeitig vom Bug des Schiffes ab, wo sie von Kameraden in Rettungsbooten erwartet werden. Raffiniert siedelt der Maler den Blickpunkt dicht über der Wasserlinie an, so dass der Betrachter das Geschehen aus knapp sicherer Entfernung verfolgen kann und im Sinne der romantischen Ästhetik in der Tradition Edmund Burkes die furchtbar-schöne Erhabenheit des eingefangenen Moments erfahren kann.

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Franz Stegmann (1831 Gandersheim – 1892 Düsseldorf)

6069 Der Venustempel in Baiae mit dem Blick auf den Golf von Pozzuoli bei Neapel. Öl auf Leinwand. 37,5 x 46,5 cm. Unten links signiert und datiert „F. Stegmann [18]66“ sowie verso auf der Leinwand wohl eigenhändig bezeichnet „Ruine Venus [...] / Fr. Stegemann“. 1.800 €


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Robert Reinick (1805 Danzig – 1852 Dresden)

6070 Häuser bei Marina Piccola auf Capri, im Vordergrund eine Familie unter einer Pergola. Öl auf Papier, kaschiert auf Leinwand. 30,7 x 24,2 cm. Am Unterrand monogrammiert „R.R.“. Um 1840.

Deutsch 6071 um 1840. Blick von Baiae über den Golf auf Pozzuoli, im Hintergrund der Vesuv. Öl auf Leinwand. 27,5 x 38 cm. Unten links monogrammiert „GH“. 750 €

2.400 € Reinick, der in Berlin bei Carl Joseph Begas Malerei studierte und 1831 nach Düsseldorf zu Friedrich Wilhelm von Schadow wechselte, begab sich 1838 auf eine Studienreise nach Italien und wurde in Rom Mitglied der Ponte-Molle-Gesellschaft, deren Präsident er von 1840 bis 1841 war. Neben der Malerei war Reinick auch als Dichter tätig.

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6072 um 1840. Baiae: Blick auf das Castello di Baiae. Öl auf Leinwand. 27,5 x 38 cm. Unten rechts monogrammiert „GH“. 600 €


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Arthur Blaschnik

Johann Wilhelm Schirmer

(1823 Strehlen – 1918 Berlin)

(1807 Jülich – 1863 Karlsruhe)

6073 Blick über den Nemisee auf Genzano. Öl auf Leinwand. 33 x 59,6 cm. Unten links signiert und bezeichnet „Blaschnik Rom“.

6075 zugeschrieben. Tiberlandschaft bei Acqua Acetosa. Öl auf Papier, kaschiert auf Malkarton. 26,5 x 45 cm. Verso zugeschrieben „W. Schirmer“. Um 1839.

1.200 €

3.500 €

Bernard Fiedler (1816 Berlin – 1904 Triest)

6074 Voralpenlandschaft im Abendglühen. Öl auf Leinwand, auf Karton kaschiert. 19,5 x 45,1 cm. Unten rechts signiert „Bh. Fiedler“, verso von fremder Hand bez. „B. Fiedler Triest“ sowie „Erworben v. Frl. Fiedler / [unleserlich]“. 600 € Provenienz: Wohl aus dem Besitz der Nachfahren des Künstlers (siehe Vermerk verso).

Nicht die antiken Kunstschätze, sondern die Natur zog den Landschaftsmaler Johann Wilhelm Schirmer nach seiner Ankunft in Rom im August 1839 in ihren Bann. Bis zur Erschöpfung studierte er während seines einjährigen Aufenthaltes die Campagna und die wildromantische Gegend der östlich gelegenen Berge. Dabei entstanden wunderbar lichthaltige Ölstudien, die sämtliche heroisch-arkadische Topoi überwindend Landschaft als Resonanzraum für die so typischen Licht- und Luftphänomene auffassen. In unserer großzügigen Panoramaansicht schlängelt sich der Tiber sanft durch die Ebene und lenkt den Blick von den warmen Braunund Grüntönen des Vordergrunds zu den blauviolett schimmernden Hängen der kahlen Berge. Dabei steht nicht das Einzelmotiv oder die detaillierte Topographie im Mittelpunkt, sondern die Großzügigkeit der atmosphärischen Weite.

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Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

6077

Frederick Hamilton Jackson (1848 Islington bei London – 1923 Wandsworth)

6076 Villen in den Hügeln von San Miniato bei Florenz; Hügelkette im Morgennebel in der Toskana nahe Florenz. 2 Ölskizzen auf Papier, auf dünne Spanplatte aufgezogen. 11,8 x 20 cm und 9,5 x 20 cm. Rechts unten jeweils bezeichnet und datiert „... S. Miniato Dec. 27 / [18]76.“ und „Florence Jan 3 / [18]77)“. 750 € Frederick Hamilton Jackson war im viktorianischen England ein bekannter und besonders vielseitiger Künstler, Designer und Schriftsteller. Ausgebildet an der Royal Acadamy beschickte er 1870 bis 1909 regelmäßig die großen Akademieausstellungen, auf denen er sich vor allem mit seinen Landschaftsdarstellungen hervortat. Einige Bedeutung erlangte Jackson auch als akademischer Lehrer und Illustrator sowie als

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Entwerfer kunsthandwerklicher Arbeiten. Die wohl vor Ort auf einer Reise durch die Toskana zum Jahreswechsel 1876/77 entstandenen Arbeiten bestechen durch ihre Unmittelbarkeit der Naturbeobachtung. Abbildungen Seite 70

Deutsch 6077 19. Jh. Ansicht von Tivoli mit dem Tempel der Vesta. Öl auf Leinwand, auf dünnem Holz kaschiert. 45,5 x 39,7 cm. 900 €


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6078

Maximilian Albert Hauschild (1810 Dresden – 1895 Neapel)

6078 Lacco Ameno auf der Insel Ischia mit dem Monte Epomeo und dem Vesuv im Hintergrund. Öl auf Leinwand, doubliert. 45 x 67 cm. Unten links signiert „M. Hauschild“, verso auf einem alten Etikett wohl eigenh. bezeichnet „Lacco, auf der Insel Ischia / mit dem Berge Epomeo / gemalt von Max Hauschild in Rom“. Um 1857. 12.000 € Provenienz: Österreichische Privatsammlung. Maximilian Hauschild begann seine Ausbildung zum Architekten im Jahr 1826 an der Dresdener Akademie, wo er anschließend von 1838 bis 1858 als Professor wirkte. Nach Beendigung seiner Lehrtätigkeit reiste er

wiederholt nach Rom und ließ sich schließlich in Neapel nieder. Hauschild war regelmäßig mit Werken - meist Architekturdarstellungen mit Bauwerken der Gotik und Romanik - auf den Ausstellungen in Rom vertreten. Vorliegendes Gemälde zeigt aus einer leichten Vogelperspektive den Ort Lacco Ameno an der Nordküste Ischias. Links ist der rauchende Vesuv zu sehen, davor erstreckt sich das leuchtend blaue Meer im Golf von Neapel und die kleine Bucht von Lacco Ameno mit dem sogenannten Pilzfelsen, il Fungo. Über die Stadt mit ihren Terrassen und Gärten wandert der Blick weiter zum Monte Epomeo. Im untergehenden Licht der Sonne kann der Betrachter die Dorfbewohner bei ihren verschiedenen Tätigkeiten beobachten: auf der Terrazza eines Hauses vergnügen sich Paare beim Saltarello-Tanz, eine Frau holt Wasser aus dem Brunnen und andere kehren mit ihrem Esel in die Stadt zurück. Hauschild bietet uns hier in qualitätvoller Manier ein eindrucksvolles Panorama der Insel aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel.

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Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

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Carl Morgenstern

Wilhelm Brücke

(1811–1893, Frankfurt am Main)

(1800 Stralsund – 1874 Berlin)

6079 Blick auf den Monte Pellegrino bei Palermo im Abendlicht. Öl auf Leinwand, doubliert. 20,7 x 31,8 cm. Um 1835.

6080 Kleine Kapelle an einem oberitalienischen Bergsee. Öl auf Papier, auf Leinwand und Karton kaschiert. 34,3 x 45,3 cm.

7.500 €

1.800 €

Der in vierter Generation aus einer Frankfurter Malerfamilie stammende Carl Morgenstern reiste 1834 nach Italien und hielt sich bis 1837 meist in Rom auf. Auf seinen zahlreiche Studienreisen im Land, wurde er teils von Malerfreunden, wie Ernst Willers oder Hanns Gustav von Haugk begleitet. Bereits der Vater und später sein Lehrer Carl Rottmann in München hatten ihm den hohen Stellenwert des Naturstudiums vermittelt, aber erst seine eigenen Reisen durch die lichtdurchfluteten Landschaften der Campagna, Neapels und Siziliens veranlassten ihn, eine ganz eigene Bildsprache zu entwickeln. Diese wird vor allem in seinen Landschaftsstudien deutlich, die - wie wohl auch die vorliegende Arbeit – häufig vor Ort entstanden: Im warmen Licht der sommerlichen Abenddämmerung thront der Monte Pellegrino majestätisch über der Tief­ ebene der damals noch kleinen Hafenstadt Palermo. Während sich die langsam länger werdenen Schatten bereits über die Küste im Bildvordergrund legen, erstrahlen die Bucht und das Bergmassiv noch im Schein der Abendsonne, deren Lichtstimmung Morgenstern durch ein sanftes Sfumato unterstreicht.

Als Sohn eines Stralsunder Goldschmiedes besuchte Wilhelm Brücke nach der obligatorischen Goldschmiedeausbildung in seiner Heimatstadt die Kunstakademie in Berlin unter Johann Erdmann Hummel. 1829 konnte er durch die Förderung seiner Lehrer und das Wohlwollen Friedrich Wilhelm III. mit einem kleinen Stipendium für einige Jahre nach Rom gehen und Italien bereisen. Dort widmete er sich neben Schilderungen der römischen Architektur auch der Darstellung der Landschaften und Menschen Italiens. Die vor Ort entstandenen Skizzen und kleineren Arbeiten flossen dann, zum Teil erst Jahre später, im Atelier, in seine Gemälde ein.

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Deutsch 6081 um 1840. Sitzender Mönch im Kloster Santa Scolastica in Subiaco. Öl auf Papier, kaschiert auf Karton. 30,3 x 25,5 cm. 1.800 €


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6082

Monogrammist AT 6082 Capri mit Marina Piccola und den Faraglioni im Abendlicht. Öl auf Malkarton. 20,8 x 25,2 cm. Unten rechts monogrammiert und datiert „A Th (18)72“. 450 € 76


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G. Carelli (tätig 19. Jh. )

6083 Der Golf von Sorrent, im Hintergrund der Vesuv. Öl auf Leinwand, in den Ecken auf einen Malkarton genäht. 12,2 x 33,3 cm. Verso auf der Leinwand bezeichnet „G. Carelli“.

6084 Der Golf von Neapel. Öl auf Leinwand, in den Ecken, teils auf einen Malkarton genäht. 12,2 x 33,3 cm. Verso auf der Leinwand bezeichnet „G. Carelli“.

900 €

900 € 77


Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

6085

Heinrich Hansen (1821 Hadersleben – 1890 Kopenhagen)

6085 Motiv aus der Alhambra in Granada. Öl auf Papier, auf Leinwand aufgezogen. 37 x 28,6 cm. Rechts unten in die Farbe geritzt „Alhambra“, darunter monogrammiert „H H“. 4.500 € 78

Hansen war von 1842 bis 1846 Schüler der Akademie der schönen Künste in Kopenhagen, ab 1847 dort Hilfslehrer, ab 1858 Mitglied und ab 1864 Professor für Perspektive. Eine Studienreise durch das westliche Europa von 1850 bis 1852, auf der er in größter Detailtreue vielgelobte Architekturansichten, Veduten und Interieurs schuf, führte ihn bis nach Spanien.


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6086

Wilhelm Friedrich Frey (1826 Karlsruhe – 1911 Mannheim)

6086 Indischer Tiger in einer Felsenhöhle. Öl auf Leinwand. 64,5 x 95 cm. Unten rechts signiert und datiert „Frey. 1869“. 7.500 € Provenienz: Verso auf dem Keilrahmen mit dem Etikett des Norddeutschen Gesamt-Kunstvereins „NDGKV No. 694“. Der Anblick eines Tigers war im 19. Jahrhundert in unseren Breiten­ graden – in Deutschland entstanden gerade die ersten Zoos – eine noch besondere wie seltene Erfahrung. Überwiegend dank fahrender Menagerien war es dem heimischen Publikum möglich, diese prachtvollen Tiere zu bewundern. Es ist kaum verwunderlich, dass auch Künstler sich von den exotischen Großkatzen fasziniert zeigten. So muss es auch Wilhelm Frey ergangen sein. Der Karlsruher hatte von 1845 bis 1852 an der Münchner Akademie studiert und sich nach einem Intermezzo als

Tenorsänger ab 1869 wieder voll der Malerei zugewandt. In jene Zeit fällt vermutlich auch das Zusammentreffen zwischen Künstler und Tiger denn ein Treffen darf zumindest angenommen werden. Wie sonst hätte Frey die Färbung des dichten Fells in dieser Präzision, die weichen Falten um die Hinterbeine, die kräftigen Pranken und den wachen Blick so naturnah auf die Leinwand bannen können? Selbst in der gewählten Ruhepose strahlt das Tier die ihm innewohnende gespannte Kraft aus. Nur die tropische Landschaft mit den indischen Mahuts auf ihren Elefanten im Hintergrund ist wohl eine Phantasiezutat, da sich der Künstler nie außerhalb Mitteleuropas aufhielt. Das Malen von Tieren war Frey wohlvertraut, widmete er sich doch in seinem Werk intensiv der heimischen Tierwelt. Die raffinierte Lichtführung, durch die er die Beschaffenheit von unterschiedlichen Fellen beinahe taktil wiederzugeben vermochte, besticht auch in vorliegendem Werk. Geschickt inszeniert er zudem durch die dunkle Felskulisse die Schönheit der Raubkatze in all ihrer Erhabenheit.

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Deutsch 6087 19. Jh. Felsige Schlucht im Kaukasus. Öl auf Malkarton. 30,1 x 43,3 cm. 450 €

August Anton Tischbein (1805 Rostock – 1855 Triest)

6088 Brustbild eines Mannes mit Turban. Öl auf festem Papier, auf Karton kaschiert. 18,2 x 12,7 cm. 400 € 6088 80


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Louis Gurlitt (1812 Altona – 1897 Naundorf b. Schmiedeberg)

6089 Blick auf die venezianische Festung von Kotor. Öl auf Leinwand. 58 x 87 cm. Unten rechts signiert „Gurlitt“. Nach 1852. 7.500 € Im Sommer des Jahres 1852 unternahm Louis Gurlitt von Wien aus eine Reise nach Dalmatien. Hier erhoffte er sich, neue Motive zu finden, die die Sammler in Wien, wo Gurlitt zu der Zeit lebte, goutieren würden. Die Reise mit dem Dampfschiff führte ihn über Zadar nach Spalato (Split) und weiter in die Buch von Kotor (Cattaro) im Süden des Landes, wo das Fort Precieca den äußersten Vorposten des Habsburger Reiches an der

türkisch-montenegrinischen Grenze bildete. Gurlitt, der von der chaotisch-wilden Felsnatur und der Üppigkeit der Vegetation fasziniert war, hielt es aber wegen der Hitze und des gleißenden Lichtes, das den Maler fast erblinden ließ, nicht länger als sechs Wochen aus. Krank kehrte der Künstler nach Wien zurück, doch brachte er 30-40 Zeichnungen zurück, die als Stahlstiche herausgegeben wurden und andere Studien, die er in seinem Atelier als Grundlage für Gemälde nahm. Die 1879 datierte „Bucht von Kotor“ etwa im Altonaer Museum in Hamburg ist ein solches Werk, das auf die gezeichneten Impressionen der Dalmatien-Reise zurückgeht (s. Ausst. Kat. Louis Gurlitt 1812-1897, Porträts europäischer Landschaften in Gemälden und Zeichnungen, Hamburg 1998, Nr. 109 mit Abb. 90).

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Deutsch 6090 um 1860. Bildnis einer jungen Frau vor Wolkenhintergrund. Öl auf Papier. 26,8 x 21 cm. 800 € Ein Blick, der sich im Nichts zu verlieren scheint. Virtuos modelliert der Maler das Bildnis dieser jungen Frau mit edlen Gesichtszügen mit fein verstreichendem Farbauftrag auf Papier. Die Studie, die offenbar direkt nach dem Modell entstanden ist, zeigt eine gewisse Affinität zu den enigmatischen Frauendarstellungen Anselm Feuerbachs aus den 1860er Jahren, die sich gerade dadurch auszeichnen, dass die Modelle ihren Blick vom Betrachter abwenden und sich so ihr Geheimnis bewahren.

Karl Theodor Boehme (1866 Hamburg – 1939 München)

6091 Felsenküste im Abendlicht. Öl auf Leinwand. 51 x 81 cm. Unten rechts signiert und datiert „K. Böhme. 1889 d. 23/10. 1.800 € 82

Nur einige wenige Seevögel beleben die einsame aus Fels und Sand gebildete Küste, die der Künstler wahrscheinlich auf einer seiner frühen Reisen in den Norden aufgenommen hat. Eine besondere Finesse ist das Licht, das von der von dunklen Wolken verdeckten Sonne ausgeht und sich nur als weißer Widerschein auf der Wasseroberfläche und der Brandung findet. Boehme, der sich der Darstellung der maritimen Landschaft verschrieben hat, hat seine Gemälde stets vor Ort im Freien unter dem direkten Eindruck der Naturgewalten angefertigt.

Karl Heilmayer (1829–1908, München)

6092 Venedig im Mondschein mit San Giorgio Maggiore. Öl auf Leinwand, doubliert. 23,4 x 39,3 cm. Unten links signiert und datiert „K. Heilmayer 1857“. 1.800 €


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Italienisch 6093 19. Jh. Kleiner Maulesel. Öl auf Leinwand, auf Holz kaschiert. 41,5 x 43 cm. 1.800 €

Gottlieb Biermann (1824–1908, Berlin)

6095 Schmuggler in der blauen Grotte von Capri. Öl auf Leinwand. 84,5 x 103 cm. Unten links signiert „G. Bierman“. Um 1865. 1.200 €

Johann Theodor Goldstein (1798 Warschau – 1871 Dresden)

6094 Stürmische See am Golf mit Blick auf Capri. Öl auf Leinwand, doubliert. 24,5 x 31 cm. Unten links signiert „J Goldstein“. 2.400 € Goldstein studierte ab 1816 in Berlin Malerei und versuchte sich, geprägt durch die Architekturmalerei Karl Friedrich Schinkels, selbst in der Malerei gotischer Kathedralen. Später ging er nach Dresden und lernte bei Johan Christian Clausen Dahl. Gefördert von Kronprinz Friedrich August II. und seinem Mäzen Johann Gottlob von Quandt reiste Goldstein in den 1820er Jahren nach Italien und widmet sich der Landschaftsmalerei. In dieser Zeit muss auch vorliegendes Gemälde entstanden sein. Nagler schreibt 1837, dass sich Goldsteins Ölbilder „durch die treue Nachahmung der Natur und durch die warmen, reichen Farbentinten auszeichnen. Seine Landschaften sind phantasiereich, voll Wärme und milden Sonnenlichtes“ (Georg Kaspar Nagler, Neues allgemeines Künstlerlexicon, Bd. 5, S. 266).

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Ausstellung: Berliner Central-Ausstellung von neuen Meisterwerken der bildenden Kunst, 1865 („Blaue Grotte mit Schleichhändlerstaffage“). Der Berliner Maler Gottlieb Biermann lernte an der heimischen Akademie und vervollständigte sein Studium ab 1850 nach dem Erhalt eines dreijährigen Reisestipendiums in Paris und Italien. Nach seiner Rückkehr schuf er zunächst Historien und italienische Genrebilder, ehe er sich zunehmend und mit stetigem Erfolg der Portraitmalerei zuwandte. Biermann war seit 1877 Mitglied und Professor der Berliner Akademie.


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Robert Kummer (1810–1889, Dresden)

6096 Waldsaum im Abendlicht. Öl auf Papier, auf Malpappe aufgezogen. 33,3 x 25,6 cm. Um 1830-40. 2.400 € Schöne, koloristisch feinsinnig behandelte Naturstudie Robert Kummers, die durch ihre Schlichtheit besticht. Verso mit einem Papieretikett der Kunsthandlung Friedrich Axt, Dresden aus dem Jahre 1936. Das Gemälde ist im unpublizierten Nachtrag zum Werkverzeichnis von Frau Dr. Elisabeth Nüdling verzeichnet.

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August Anton Tischbein (1805 Rostock – 1855 Triest)

6097 Der Ponte di San Francesco bei Subiaco. Öl auf Papier, auf Leinwand und Holz kaschiert. 28,4 x 43,5 cm. 1.500 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (Nachlassstempel verso).

August Anton Tischbein 6098 Am Gardasee: Blick von Desenzano nach Sirmione auf das Westufer. Öl auf Papier, auf Karton kaschiert. 22,5 x 18,1 cm. Unten rechts bezeichnet „Desenzano“. 900 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (Nachlassstempel verso). 6098 87


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August Anton Tischbein 6099 Tiroler Hirtenjunge beim Flötenspiel. Öl auf festem Bütten, auf Untersatzpapier montiert. 31,5 x 20,9 cm. Unten links bezeichnet und datiert „Gell 27ter_ Octbr / 1835 / Tyrol „. 900 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (Nachlassstempel verso auf dem Untersatzpapier)

6100 Kleiner Innenhof mit hölzernem Brunnen. Öl auf Papier, auf Karton kaschiert. 26,1 x 29,4 cm. Unten mittig auf dem Holzboden unleserlich bezeichnet und datiert „P... 23ten Septbr“. 1.200 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (Nachlassstempel verso).

6101 Hof im Alpenland mit Blick in den Gemüsegarten. Öl auf Papier, auf Karton kaschiert. 28 x 37 cm. 1.200 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (vgl. Nachlassstempel verso).

6102 Die Flussaue. Öl auf Papier, auf festem Karton kaschiert. 26,2 x 33,1 cm. 900 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (Nachlassstempel verso) 6099

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Johann Jacob Dorner d. J.

Johann Wilhelm Schirmer

(1775–1852, München)

(1807 Jülich – 1863 Karlsruhe)

6103 Alpenlandschaft mit Wassermühle an einem Wildbach. Öl auf Leinwand, doubliert. 37 x 44 cm. Unten rechts monogrammiert „J D 1837“.

6105 zugeschrieben. Schmadribachfall und Tschingelhorn im hinteren Lauterbrunnental im Berner Oberland in den Schweizer Alpen. Öl auf Papier, kaschiert auf Malkarton. 34,5 x 42 cm. Verso auf einem alten Etikett handschriftl. bezeichnet „Schmadribachfall und Tschingelhorn im hinteren Lauterbrunnenthal“. Um 1835.

2.400 € Verso auf dem Keilrahmen ein Klebeetikett mit handschriftl. Bezeichnung in brauner Feder „No 13 Dorner Jacob / Geschenk des Künstlers“.

Frederik Christian Jakobsen Kiærskou (1805–1891, Kopenhagen)

6104 Alpenlandschaft am Königsee mit Blick auf Kloster Sankt Bartholomä in der Ferne. Öl auf Leinwand. 37 x 50 cm. Unten links teils undeutlich signiert (berieben) „F. C. Kiaer(skou)“. 800 € 90

2.400 € Auf seinen zwei Reisen in die Schweiz widmete sich Johann Wilhelm Schirmer 1835 und 1837 intensiv den faszinierenden Gesteinsformationen und Gletschermassen der Alpenwelt. Dem Schmadribachfall, dem bereits 1822 Joseph Anton Koch ein imposantes Denkmal gesetzt hatte, nähert sich Schirmer mit offensichtlichem Interesse für die Durchbildung des schneebedeckten Gipfels im Sonnenlicht. Eine kompositorisch vergleichbare Ölstudie vom Wetterhorn befindet sich in Privatbesitz (vgl. Ausst.Kat. Johann Wilhelm Schirmer. Vom Rheinland in die Welt, München 2010, Kat. 6, Vergleichsabb. 6a).


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François Xavier Roffiaen (1820 Ypern – 1898 Ixelles)

6106 Sommer am Walenstädter See (Walensee) bei St. Gallen. Öl auf Leinwand, doubliert. 35,4 x 37,8 cm. Unten rechts signiert und datiert „F. Roffiaen 1874“, verso auf dem Rahmen ein altes Etikett der Rahmenhandlung „Cadres & Dorure Gabriel van Thienen, Bruxelles“. 4.800 € Der belgische Landschaftsmaler, Radierer und Naturforscher Jean François Xavier Roffiaen reist im Herbst 1846 nach Genf, um bei Alexandre Calame zu lernen. Hier entdeckt er - nicht nur durch Calames Landschaftsgemälde, sondern durch die beeindruckenden Bergketten vor der Haustüre - seine große Leidenschaft für die alpine Landschaft.

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Anton Erik Christian Thorenfeld (1839 Svendborg – 1907 Kopenhagen)

6106a Partie am Limfjord. Öl auf Leinwand. 63 x 94,5 cm. Unten links signiert und datiert: „A. Thorenfeld 1893“, verso auf der Leinwand eigenh. betitelt und signiert „...Eftermiddag ved Lim­ fjord...A. Thorenfeld 1893“. 3.000 € 93


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Carl Robert Kummer (1810–1889, Dresden)

6107 Blick auf die Festung Königstein und den Lilien­ stein in der Sächsischen Schweiz. Öl auf Leinwand. 40,5 x 59,5 cm. Verso zugeschrieben und bezeichnet „Robert Kummer / Königstein“. Um 1827. 4.500 € Von Westen aus breitet sich das weite Panorama des Elbtals vor unseren Augen aus. Rechts erhebt sich majestätisch die berühmte Burganlage der Festung Königstein. Ihr Gegenüber zu unserer Linken auf der anderen Seite der Elbe der markante Lilienstein. Wie so viele Maler vor ihm zog es auch Kummer in das berühmte Elbstandsteingebirge mit seinen ein-

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drucksvollen Tafelbergen, senkrechten Steilwänden und tiefen Tälern. Kummer verweilte auf seinen Wanderungen durch die Sächsische Schweiz meist in der Hohensteiner Mühle, unterhalb des Hocksteins. Besonders beindruckt hat ihn wohl der Lilienstein, so schreibt Kummer in einem Eintrag: „Mit dem Erwachen des Frühlings konnte ich nicht mehr im Zeichensaale verbleiben […], Mit einem Vermögen von zwei Thalern machte ich einen Ausflug in die sächsische Schweiz, da mir schon lange der Lilienstein imponirt hatte. In der Hohensteiner Mühle war die erste Rast, ich hielt diesen Platz für geeignet, zur Füllung meines Mappe“ (Zitat aus Elisabeth Nüdling: Carl Robert Kummer (1810-1889): Ein Dresdner Landschaftsmaler zwischen Romantik und Realismus, 2008, 29f.). Wir danken Frau Dr. Elisabeth Nüdling, Fulda, für die Bestätigung der Autorschaft anhand einer digitalen Abbildung (Oktober 2021).


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Dresdener Schule 6108 um 1830. Blick über die Dächer von Rom auf die Piazza del Popolo. Öl auf Leinwand, auf Malkarton kaschiert. 16,6 x 20,5 cm. 1.500 € Der Blick des Betrachters gleitet über die Dachlandschaft Roms hin zu den beiden Kuppeln der Zwillingskirchen Santa Maria in Montesanto und Santa Maria dei Miracoli, die an der Piazza del Popolo den nördlichen Eingang zur Stadt flankieren.

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Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

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Carl Friedrich Lessing

Carl Morgenstern

(1808 Breslau – 1880 Karlsruhe)

(1811–1893, Frankfurt am Main)

6109 Eifellandschaft in der Dämmerung. Öl auf Leinwand. 17 x 21 cm. Unten mittig monogrammiert und datiert „CFL 1836“.

6111 Die Schleuse des Rödelheimer Dammes bei Frankfurt. Öl auf Papier, auf Pappe kaschiert. 18,4 x 24,1 cm. Verso auf dem Untersatz vom Sohn Friedrich Ernst Morgenstern bez. „Die Schleuse der Dammwiese am Rebstoeker Wald b. Frankfurt M. / Das ausgeführte Oelbildchen befindet sich im Prehn‘schen Cabinet / im Städtischen Historischen Museum in / Frankfurt a. Main / geschrieben 7. Juni 1911 / F. Ernst Morgenstern“. Um 1831.

2.400 € Provenienz: Galerie Hermann Abels, Köln (Galerieetikett verso auf dem Keilrahmen).

Ferdinand Chevalier (1835 Trier – nach 1890)

2.400 €

6110 Wildbach im Hohen Venn. Öl auf Malkarton. 24,5 x 32,5 cm. Unten links signiert „F. Chevalier. (18)59“.

Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (Nachlaßstempel verso auf dem Untersatz). Nachlassversteigerung, F. A. C. Prestel zu Frankfurt a. M., Auktion am 9. Mai 1899, Los 6 („Die alte Schleusse auf der Rödelheimer Wiese“).

750 € Von 1855 bis 1861 studierte Ferdinand Chevalier an der Kunstakademie Düsseldorf Malerei u.a. bei Josef Wintergerst und dem Landschafter Fredrik Gude. Seine Ausbildung ergänzte er durch Privatunterricht bei Andreas Achenbach. Nach dem Studium lebte Chevalier in Brüssel und schuf romantische Landschaften, oft aufgrund von Studien oder als Freilichtmalerei aus dem Gebirge, etwa aus der Gegend von Stavelot und aus dem Hohen Venn.

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Jugendwerk Morgensterns aus den Frankfurter Jahren, das bereits die Hinwendung zu effektvollen wie flüchtigen Licht- und Atmosphäresituationen vorwegnimmt, die der Künstler ab 1832 in München und 1834-1837 in Italien zur vollen Ausreifung brachte. Diese intim wirkende Studie der Rödelheimer Hochwasserschleuse in der Auenlandschaft der Nidda bei Frankfurt dürfte im Zuge einer im Juli 1831 unternommenen Wanderung in die Taunusgegend entstanden sein. Mit raschen, treffsicheren Pinselstrichen hingeworfen, stellt sie für Morgenstern einen entscheidenden Schritt hin zu einer selbstständigen Kunst- und Stilauffassung dar; eine Loslösung von den im väterlichen Atelier anhand von Landschaftsformeln holländischer Prägung erlernten Konventionen zugunsten einer wie zufällig wirkenden Natürlichkeit. Im selben Jahr führte Morgenstern im Atelier basierend auf der Studie ein nur unwesentlich größeres Tafelgemälde aus, das er mit Jägerstaffage bestückte (vgl. Inge Eichler: Carl Morgenstern. Unter besonderer Berücksichtigung seiner Schaffensphase von 1826-1846 (Kunst in Hessen und am Mittelrhein. 15/16), Darmstadt 1976, Kat. Ö 24).


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Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________ Kostüm lässt an das Spanien des 16. Jahrhunders denken und könnte einen Hinweis auf die dargestellte Architektur geben. Eine Zeichnung Gerhardts mit demselben Motiv befindet sich in der Sammlung Georg Schäfer in Schweinfurt (Inv. MGS 1488A, siehe Ausst. Kat. Eine Loge im Welttheater. Interieurbilder des 19. Jahrhunderts aus der Graphischen Sammlung des Museums Georg Schäfer. Schweinfurt 2013, S. 82-83, Nr. 27 mit Abb.).

Eduard von Grützner (1846 Großkarlowitz – 1925 München)

6113 Falstaff: Edelmann mit Weinglas. Öl auf Holz. 25,2 x 20,2 cm. Oben links signiert und datiert „E. Grützner / 1919“. 15.000 € Provenienz: Kunsthandlung Gustav Gerstenberger, Chemnitz. Sammlung Hugo Truppel, Chemnitz (erworben 1927 von vorigem, Korrepondenz und Quittung in Kopie vorhanden). Österreichische Privatsammlung.

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Eduard Gerhardt (1813 Erfurt – 1888 München)

6112 Blick in ein gotisches Vestibül, im Vordergrund ein Edelmann mit seinem Hund. Öl auf Leinwand. 25,5 x 20,5 cm. Verso auf dem Rahmen bezeichnet „Ainmiller“. 900 € Seit den 1840er Jahren machte Eduard Gerhardt eine erstaunliche Karriere als Architekturmaler. Er hatte in den 1830er Jahren als Lithograph und Architekt in Köln begonnen, sich dann aber ab 1837 in München der Malerei, vor allem der Architekturmalerei zugewandt. Gerhardt unternahm mehrere Reisen nach Italien und begab sich von 1848-1851 im Auftrag des preußischen Königs nach Spanien und Portugal. Von dort brachte er zahlreiche Studien mit, die er in Gemälden verarbeitete. Unser Gemälde zeigt den Blick in die Eingangshalle eines gotischen Baus, die ein Edelmann mit seinem Hund durchschreitet. Sein

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Ausgebildet in München, übernimmt Grützner zwar den feinmalerischer Detailrealismus seines Lehrers Carl Theodor von Piloty, verhält sich motivisch jedoch konträr zu diesem und kümmert sich nicht um staatstragende Historienmalerei. Grützners Markenzeichen war vor allem das Genre des Wein oder Bier trinkenden heiteren Zeitgenossen. Seine Gemälde erfreuten sich schon zu Lebzeiten großer Beliebtheit und fanden sich in zahlreichen großbürgerlichen Sammlungen wieder. Da Grützner mit Vorliebe Mönche darstellte, die dem asketischen, klösterlichen Leben durch leibliches Wohlergehen, wie den Genuss von Wein, Bier und Wurst entflohen, war sein Spitzname auch „Mönchsmaler“. Aber auch der sogenannte „Falstaff“, wie Grützner in hier zeigt, gehört ab den 1870er Jahren zu seinem Repertoire. Die fiktive Person stammt aus Shakespeares Stück „Heinrich IV“ und kommt später auch in „Die Lustigen Weiber von Windsor“ vor. Sir John Falstaff wird als ein wohlbeleibter Angeber und Genießer beschrieben. „Falstaff war ein Thema, das dem Künstler [Grützner] in seinen späteren Jahren zum Freund und Begleiter wurde […]. Den Zechkumpan porträtierte er nach dem früheren Rekrutenmusterungs-Gemälde […] in allen Lebenslagen. Er schuf den denkbar besten, geradezu idealen klassischen Falstafftypus. Den alten Schlemmer, der allerhand Ungehöriges und Ungezogenes anstellte, sich ständig auf Sauftouren befand, weiberte, log und auch noch feige war, behandelte er mit Nachsicht. Sein Held hatte zwar eine Glatze, aber Grützner zeigte ihn mit netten weißen Locken um die Ohren. Aus dem rötlichen Gesicht ließ er lustig blinzelnde Augen herausblicken. Sein Mondgesicht versah er mit Schnurr- und Knebelbart, wodurch er recht schneidig aussah. Trotz des großen, dicken Bauches malte er ihn gut proportioniert. Also mit einem Wort, Falstaff sah recht wohlgefällig aus und hatte etwas Einnehmendes. Man konnte ihm nicht böse sein.“ (László Balogh, Eduard von Grützner. 1846-1925. Ein Münchner Genremaler der Gründerzeit, Mainburg 1991, S. 104ff.). Stellte Grützner den Falstaff in verschiedensten Varianten dar, am Tisch sitzend, ganzfigurig mit Dolch und Schwert oder umgeben von anderen Wirtshausgästen und ihn umgarnenden Frauen, so fokussiert sich der Maler hier ganz auf die Nahaufnahme, das Porträt des Zechkumpans. Ganz und gar naturalistisch gemalt, blickt uns der Falstaff mit seinen weinseeligen Augen und roten Wangen selbstzufrieden entgegen. Vorliegendes Gemälde darf hinsichtlich seiner Qualität als auch der Unmittelbarkeit des Dargestellten sicherlich zu Grützners meisterhaftesten und zeitlosesten Falstaffbildern zählen.


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John Anderson (1835 Annon, Dumfrieshire – 1919 Coventry)

6114 „A Pool“ - Seerosenteich bei Coventry. Öl auf Leinwand. 46 x 76,5 cm. Verso auf der Leinwand bezeichnet „A Pool W Coventry / by John Anderson“, sowie auf einem alten Etikett auf dem Keilrahmen mit Feder in Schwarz „No. 1 / A Pool / W Coventry / by John Anderson / Marlborough L / Coventry“. Um 1880. 3.500 € Der im schottischen Annan geborene John Anderson studierte am Royal College of Art in London und wurde in seinen Lehrjahren sehr von der Kunst der Präraphaeliten beeinflusst. Im Jahre 1863 wurde er zum Professor an der Coventry School of Art berufen, wo er bis 1906 lehrte und als einer der prägenden Vertreter der Landschaftsmalerei der späten viktorianischen Ära eine ganze Generation von Landschaftsmalern beeinflusste. Den im vorliegenden Gemälde dargestellten, malerisch von Seerosen bewachsenen Teich wählte er auch bei einem anderen, etwas kleineren und ebenfalls nicht signierten oder datierten Werk im Herbert Art Gallery & Museum zum Motiv (Inv. Nr. VA.1950.0097). Während sich in jenem Gemälde die Seerosen schon wieder etwas zurückgezogen haben und ein mit dichten Wolken behangener Himmel den späten Herbst anzukündigen scheint, ist die Landschaft in vorliegendem Gemälde wohl noch an einem Tag im Frühherbst oder Spätsommer dargestellt. Die letzten Sonnenstrahlen des Sommers brechen durch eine dichter werdende Wolkendecke und erste braune Blätter zeigen sich in den Bäumen. Auf dem noch dicht von Seerosen bedeckten Teich lassen diese nur eine kleine Fläche offen, in der sich die Bäume am Ufer reizvoll spiegeln. 6117

Anders Andersen-Lundby (1840 Lundby – 1923 München)

6115 Winterlandschaft mit einer kleinen Wassermühle bei München. Öl auf Leinwand. 37 x 46,7 cm. Unten links signiert und datiert „A. Andersen-Lundby 1880“. 1.200 € Im Jahre 1861 begann Andersen-Lundby seine Ausbildung als Maler in Kopenhagen. Einige Jahre später zog er jedoch nach München, wobei er regelmäßig sowohl in seine Heimat, als auch nach Italien reiste. Als ihm die Akademie in Kopenhagen die Mitgliedschaft vorschlug, lehnte er ab. Indessen trat er später eine Professur an der Akademie in München an. Vorliegende Arbeit repräsentiert Andersen-Lundbys Vorliebe für Schneelandschaften, denen er sich ab 1877 verstärkt widmete. Dabei verbindet er in seinen Kompositionen in der Darstellung der Landschaft häufig dänische Stilelemente mit einer an der deutschen Romantik orientierten atmosphärischen Interpretation der Szenerie, die vor allem auch in der dramatisch gesetzen Lichtstimmung spürbar ist.

Deutsch 6116 um 1860. Reisigsammlerinnen an steinigem Bachlauf. Öl auf Leinwand. 66,2 x 54,7 cm. 450 € 6116 101


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Robert Schleich (1845–1934, München)

6117 Landschaft mit zwei Reitern und einem Hirten. Öl auf Leinwand, um die Darstellung vergoldet, auf festen Karton montiert. 16,7 x 13,2 cm. Verso auf dem Karton bezeichnet „Prof. Robert Schleich / novbr. (18)83“. 900 € Der Landschafts- und Genremaler Robert Schleich, Sohn des Jagdmalers Adrian Schleich, war Schüler von Wilhelm von Diez, Ehrenmitglied der Akademie in München, Professor, Mitglied im Reichsverband bildender Künstler Deutschlands und der Münchner Künstler-Genossenschaft. Er bevorzugte kleine Formate. Abbildung Seite 101

Deutsch 6118 19. Jh. Fels mit zwei Kiefern, im Vordergrund bäuerliches Gerät. Öl auf Papier, alt auf fester Pappe aufgezogen. 32 x 13,4 cm. Verso in Rot unleserlich bezeichnet. 900 € Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland.

Louis Marandat (um 1850–1899, Montigny-sur-Loing)

6119 Landschaft mit Windmühle bei Fontainebleau. Öl auf Holz. 18,8 x 35 cm. Unten links signiert. Um 1880. 800 €

Deutsch 6120 um 1830-40. Felsige Landschaft. Öl auf Leinwand. 19,1 x 34,7 cm. 400 €

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6121 19. Jh. Wiesenstück mit Bachlauf bei Gotzing in Oberbayern. Öl auf Papier, auf festem Malkarton kaschiert. 12,1 x 33,5 cm. Unten rechts datiert und bez. „24/7 / gotzing“. 600 € Bei Gotzing könnte es sich um den Ortsteil des oberbayrischen Weyarn handeln, das nördlich unweit des Mangfalltals liegt.

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Matthew Hastings

Otto Press

(1834 Georgetown, Washington, D.C. – 1919 St. Louis)

(tätig 1860–1880 in Berlin)

6122 Missouri-Indianer durch die Prärie reitend. Öl auf Leinwand. 55,5 x 68,5 cm. Unten links signiert „M. Hastings“.

6123 Blick über eine weite Landschaft bei Sonnenuntergang. Öl auf Leinwand. 54 x 72 cm. Unten links signiert „O. Press“.

6.000 € Der in Georgetown, Washington, geborene Hastings begann sein Malereistudium 1840 in St. Louis, entschloss sich 1857 jedoch seinen Freunden, dem Maler Charles Wimar und George Caleb Bingham nach Deutschland an die Düsseldorfer Akademie zu folgen. Er blieb bis zum Ende seines Studiums in der Rheinmetropole, bevor er zurück nach St. Louis kehrte, um dort als Porträt- und Genremaler zu arbeiten. Studienreisen unternahm er vor allem durch den Bundesstaat Missouri. Um 1870 begleitete Hastings eine Expedition, die der Jesuit Pierre-Jean De Smet, einem Freund von Sitting Bull, zur Missionierung von Indianern am oberen Missouri River anführte. Hastings schuf auf dieser Expedition zahlreiche Reiseskizzen und Darstellungen der Missouri-Indianer. Unter dem Eindruck dieser Erfahrungen dürfte auch das vorliegende Gemälde entstanden sein. Erst auf den zweiten Blick erkennt der Betrachter hier die eigentliche Geschichte im Bild: die Entführung einer Frau - oder vielleicht doch eher eine Rettung? Begleitet von seinen galoppierenden Kameraden, hält der Reitende in der Mitte eine dahingesunkene Frau im weißen Seidenkleid in seinen Armen. Ob Hastings hier eine real beobachtete Situation zeigt, oder diese Szenerie nur in seiner Fantasie entstand und er damit einen Topos der Kunstgeschichte bediente, muss jedoch offen bleiben.

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800 €

Johannes Bartholomäus Duntze (1823 Rablinghausen – 1895 Düsseldorf)

6124 Norwegische Gebirgslandschaft mit Wasserfall, im Vordergrund zwei Angler. Öl auf Holz. 25,5 x 38,8 cm. Unten links signiert und datiert „J. Duntze 1877“, verso Reste eines alten Klebe­etiketts „Norwegisch/Waserfall (?)/ von J. Duntse zu Düsseldorf“. 2.500 € Duntze studierte seit 1838 an der Münchener Akademie und wurde anschließend als Privatschüler von Wilhelm August Leopold Krause in Berlin ausgebildet. Auf seinen Reisen durch Belgien, Holland, das Rheinland, Tirol und Norwegen findet er die Motive seiner Winter- und Gebirgslandschaften.


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August Friedrich Piepenhagen (1791 Soldin, Preußen – 1868 Prag)

6125 Blick auf ein Gehöft mit Holzbrücke. Öl auf Papier. 20,9 x 29,2 cm. Unten links monogrammiert „AP“ (in die nasse Farbe geritzt). Verso von einem Mitglied der Familie Piepenhagen in Bleistift bez. „A [für August Piepenhagen] (....)“. 900 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers. Seitdem im Besitz der Familie.

Charlotte Piepenhagen (1821–1902, Prag)

6126 Blick auf einen Gebirgssee. Öl auf Papier. 21,9 x 29,7 cm. 800 € Provenienz: Aus dem Nachlass der Künstlerin. Seitdem im Besitz der Familie.

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Charlotte Piepenhagen 6127 Blick in einen Waldesgrund. Öl auf Papier. 26,4 x 17 cm. Verso in Bleistift von einem Mitglied der Familie Piepenhagen bez. „Ch [für Charlotte Piepenhagen ] 8 Studien Weißenkirchen“. 800 € Provenienz: Aus dem Nachlass der Künstlerin. Seitdem im Besitz der Familie.

Charlotte Piepenhagen 6128 Baumstudien. Öl auf Papier. 31,5 x 25 cm. 800 € Provenienz: Aus dem Nachlass der Künstlerin. Seitdem im Besitz der Familie. 6128 107


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Charlotte Piepenhagen 6129 Die italienische Küste bei Neapel. Öl auf Papier. 21,5 x 39,3 cm. Verso von einem Mitglied der Familie Piepenhagen in Bleistift bez. „Ch“ [für Charlotte Piepenhagen] sowie betitelt „Neapel auf dem Weg nach Podzolli [gemeint ist Pozzuoli]“. 1.200 € Provenienz: Aus dem Nachlass der Künstlerin. Seitdem im Besitz der Familie.

6130 Nächtlicher Park mit Springbrunnen. Öl auf Papier. 23,5 x 30,2 cm. Verso von einem Mitglied der Familie Piepenhagen in Bleistift bez. „Ch“ [für Charlotte Piepenhagen]. 1.200 € Provenienz: Aus dem Nachlass der Künstlerin. Seitdem im Besitz der Familie.

6131 Voralpenlandschaft mit unterschiedlichen Wolkenformationen: Zwei Studien auf einem Blatt. Öl auf Papier. 25,6 x 20,4 cm. 800 € Provenienz: Aus dem Nachlass der Künstlerin. Seitdem im Besitz der Familie.

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Friedrich Johann Gottlieb Lieder (gen. Franz, 1780 Potsdam – 1859 Budapest)

6132 Selbstbildnis mit grauem Pelzkragen und blauer Schleife. Öl auf Malkarton. 36 x 29 cm. Verso mit dem Stempel und Etikett des Künstlerbedarfs Franz Theyer, Wien. Um 1850. 7.500 € Provenienz: Sammlung Alfred Strasser, Wien (Bleistiftanntotation verso sowie erneut „A.S.“. Vgl. auch damit wohl korrespondierend die Erwähnung der „Sammlung A. Strasser, Wien“ in Thieme-Becker XXIII, S. 204, dort ohne Nennung des Titels). Privatsammlung E.S. (wohl E. Strasser), Wien. Kunstauktionshaus „Kärntnerstrasse“ Ferdinand Nagler, Auktion am 20. Juni 1944, Los 70, mit Abbildung auf dem Titel. Privatsammlung Wien. Bereits im Jahre 1797 stellte Friedrich Lieder im Alter von nur 17 Jahren erstmals zwei Zeichnungen auf der Berliner Akademieausstellung aus und erregte damit einige Aufmerksamkeit. Im Jahre 1802 machte er erneut durch ein Bildnis Napoleons von sich reden und wechselte im Jahre 1804 zum Studium von Berlin an die École des Beaux-Arts in Paris, wo er Schüler von keinem geringeren als Jacques-Louis David wurde. Schnell etablierte sich der geschickte Portraitist in der Pariser Gesellschaft und heiratete die Tochter des Chevalier d‘Ellevaux de Limon. Auch international wurden seine Fähigkeiten als Bildnismaler erkannt, und so erhielt er unter anderem zahlreiche Aufträge des ungarischen Adels und reiste dafür nach Budapest, Preßburg und Tyrnau. Ab dem Jahre 1812 arbeitete er zunächst in Wien, wo er stark von Isabey beeinflusst wurde und auf dem Wiener Kongress mit großem Erfolg als Bildnismaler und Miniaturist tätig war. Dort fiel er unter anderem Fürst Metternich auf, der ihn fortan förderte. Zwischen 1816-19 hielt er sich auf Einladung Wilhelms III. in Berlin auf und wurde zum Hofmaler ernannt. Seine große internationale Bekanntheit sorgte dafür, dass er auch später viele Reisen unter-

nahm, sich aber meist in Wien oder Budapest aufhielt, wo seine Portraits und Bildnisminiaturen vor allem von den Mitgliedern des Hochadels geschätzt wurden. In vorliegendem Selbstbildnis brilliert der Künstler in der Wiedergabe von Stofflichkeit und modischen Details. Sowohl im Kunsthistorischen Museum Wien als auch in der staatlichen Gemäldesammlung und dem Wiener Belvedere befinden sich weitere Selbstbildnisse des Künstlers, auf denen Lieder sich stets in selbstbewusster Pose mit der Palette vor einem Bild oder in seinem Atelier zeigt. Im Gegensatz zu diesen offiziellen Künstlerportraits, die Lieder in Ausübung seines Berufes zeigen, stellt sich der Künstler hier als arrivierten Bürger und Privatmann dar. Mit wachem Blick sitzt der Künstler in einem Mantel mit elegantem Pelzkragen gekleidet vor einer nicht näher definierten Wand. Raffiniert schmückt eine blaue Schleife den Stehkragen und weist Lieder als äußerst modebewussten Herren im besten Alter aus. Die schon leicht ergrauten Haare kontrastieren wunderbar mit der lebendigen Hautfarbe und dem markanten blonden Schnurrbart. Das im Oval gehaltene Portrait konzentriert den Blick auf die Person und gleichzeitig nutzt Lieder die malerische Gestaltung der Rahmenzwickel für einen gekonnt gestalteten Trompel‘œil-Effekt. Subtil bringt Lieder so alle seine malerischen Fähigkeiten zur Geltung, ohne vom Hauptmotiv abzulenken. Auffällig ist, dass Lieder in diesem Selbstportrait offensichtlich gezielt die Form der für ihn typischen Brillenfassung mit dem raffiniert gestalteten Nasensteg, die sich auch auf den anderen Selbstportraits findet, abändert und oval gestaltet, um seine Augenform stärker zu betonen. Vermutlich sollte das für den privaten Kontext geschaffene Bildnis eben nicht in erster Linie seine berufliche Relevanz, sondern seine ihm innewohnende Persönlichkeit unmittelbar erfassen und für Familie und Nachwelt erhalten.

Österreichisch 6133 19. Jh. Vier Rosenblüten. Öl auf loser Leinwand. 20,3 x 29,1 cm. 600 € 111


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Deutsch 6134 19. Jh. Wolkenbänder über gepflügten Äckern. Öl auf Malkarton. 23 x 33,3 cm. Verso Farbproben. 450 €

Hans Richard von Volkmann (1860–1927, Halle a. d. Saale)

Heinrich Buntzen (1803 Kiel – 1892 Ordrup)

6136 Sommerliche Uferlandschaft mit Adlerhorst in der Baumkrone einer knorrigen Eiche und grasenden Schafen. Öl auf Malpappe. 21,7 x 38,3 cm. Unten links signiert „H. Buntzen“. 2.400 €

6135 Ginsterhang bei Heimbach in der Eifel. Öl auf Leinwand. 33,3 x 47 cm. Unten rechts monogrammiert, bezeichnet und datiert „HR. v. V. / Heimbach. Juni 1888“ sowie verso bezeichnet „HR. v. Volkmann Ginsterhang“. 800 € 113


Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

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6139

Heinrich Hartung (1851–1919, Koblenz)

6137 Gewitterstimmung über der römischen Campagna mit der Aqua Claudia. Öl auf Leinwand, kaschiert auf Malkarton. 30 x 40,5 cm. Unten links signiert „H. Hartung“. 1.500 €

Jabin zeigte schon früh künstlerisches Talent, so dass ihm nach dem frühen Tod des Vaters einige kunstliebende Mäzene eine Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf ermöglichten. Er studierte von 1850 bis 1855 Landschaftsmalerei bei Johann Wilhelm Schirmer. In diesen Jahren gehörte er auch der Künstlervereinigung Malkasten an. Nach der Ausbildung zog er in den Harz, wo er die meisten seiner Motive fand wie etwa den Brocken im Mondschein, den Eckerfall, den Regenstein, den Falkenstein oder das Oker- und das Ilsetal.

Georg Jabin (1828 Braunschweig – 1864 Harzburg)

6138 Harzlandschaft mit Jäger bei aufziehendem Gewitter. Öl auf Leinwand, auf Holz aufgezogen. 42,2 x 62,9 cm. Signiert unten links „George Jabin“. 1.800 €

Karl Heilmayer (1829–1908, München)

6139 Vollmondnacht im Gebirge. Öl auf Leinwand. 49 x 60,5 cm. Unten links signiert und datiert „K. Heilmajer 1866“. 1.200 € 115


Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

6140

Frederik Winther (1853 Kopenhagen – 1916 Frederiksberg)

6140* Sommertag im Schlossgarten Sorgenfri bei Kopenhagen. Öl auf Leinwand, 75 x 132 cm. Unten rechts signiert und datiert „Fr. Winther 1886“. 2.000 € Der Garten des Schlosses Sorgenfri nördlich von Kopenhagen ist ein ruhiger, bewaldeter Naturgarten, der um den Lyngby-See und den Mühlbach herum angelegt ist. Das inmitten des Schlossgartens gelegene Schloss Sorgenfri wurde ursprünglich 1706 erbaut und 1756 im neoklassizistischen Stil umgebaut. Der weitläufige Garten, ursprünglich im Stil des Barock angelegt, wurde um 1800 in einen englischen Landschaftgarten mit Brunnen, einer Grotte und verschiedenen Pavillons umgewandelt. Der Palast und der Garten sind bis heute der dänischen Königsfamilie vorbehalten. Frederick Winther zeigt eine Partie am Mühlbach, in dem sich die Baumkronen der den Fluss säumenden Bäume spiegeln. Der Künstler hat im selben Jahr 1886 ein weiteres Motiv aus dem Garten von Sorgenfri gemalt, das den Weg entlang des Mühlbachs zeigt. Dieses Werk wurde 1887 auf der Ausstellung in Charlottenborg und auf der Weltausstellung in Chicago 1893 gezeigt, wo es mit einer Medaille ausgezeichnet wurde. 6141 116


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6142

Paul Weber

Julius Köckert

(1823 Darmstadt – 1916 München)

(1827 Leipzig – 1918 München)

6141 Sommerlicher Wildbach mit kleinem Wasserfall bei einer Lichtung. Öl auf Leinwand. 48 x 51,8 cm. Rechts unten signiert „Paul Weber“.

6142 Mittagsruhe. Öl auf Leinwand. 45,5 x 60 cm. Rechts unten signiert „J. Köckert“, verso mit Fragmenten zweier alter Ausstellungsetiketten. Um 1875.

800 €

3.000 €

Nach Ausbildungen in Darmstadt, Frankfurt, München und Antwerpen wandert der Landschaftsmaler Paul Weber 1849 in die USA aus. 1854 zieht er von Cincinnati nach Philadelphia und unterrichtet dort an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts. Zu seinen Schülern zählen einige Vertreter der Hudson River School, einer Gruppe amerikanischer Landschaftsmaler, die, von der Schule von Barbizon und der Düsseldorfer Malerschule beeinflusst, eine realistische Wiedergabe der Natur anstreben. Viele seiner Gemälde entstehen daher auf Studienreisen auch direkt en plein air in der Natur, z.B. in der Umgebung des Hudson River und den Catskill Mountains. Trotz großer Erfolge in den USA kehrt Paul Weber 1861 nach Deutschland zurück, wo er die letzten vier Jahrzehnte seines Lebens hochangesehen als Landschaftmaler in München arbeitete.

Provenienz: Sammlung Th. H. Thomann. Rudolf Bangel, Frankfurt, Auktion 965 am 2. Oktober 1918, Los 47. Sammlung Kurt Lindauer (?, laut schwer lesbarem rückseitigem Etikett). Privatsammlung Frankreich. Julius Köckert, Sohn des Opernsängers und späteren Direktors der Theater in Köln und Aachen Gustav Köckert, erhielt seine erste künstlerische Ausbildung an den Akademien in Koblenz und Köln. 1843 ging er nach Prag, um sein Studium im Atelier von Christoph Christian Ruben zu vollenden. 1848 siedelte er nach Bayern über und ließ sich schließlich 1850 in München nieder, wo er sich als Historien- und Genremaler etab­ lierte. Seine enge Freundschaft mit Wilhelm von Kaulbach führte auch zu verschiedenen öffentlichen Aufträgen für großformatige Wandmalereien. Durch ein Augenleiden fast erblindet, konnte er einige Jahre kaum arbeiten, jedoch konnte er durch eine neuartige Operation weitgehend geheilt werden und war bis zum Ende seines Lebens äußerst produktiv und erfolgreich tätig.

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Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

6143

Eugène Feyen

Friedrich Voltz

(1815 Bey-sur-Seille (Meurthe-et-Moselle) – 1908 Paris)

(1817 Nördlingen – 1886 München)

6143 Junge Reisigsammlerin. Öl auf Hartfaserplatte. 31,9 x 25 cm. Unten rechts signiert „EUG. FEYEN.“. Um 1893.

6145 Wiesenboden mit Wurzelholz im Sonnenlicht. Öl auf Malkarton. 26 x 44,5 cm. Unten rechts monogrammiert „F. V.“, verso zwei nummerierte Etiketten „733“ und „87“.

800 € Konzentrierte, von einem kühlen, aber einnehmenden Realismus geprägte Figurenstudie mit autonomen Charakter für das 1893 im Salon des Artistes Français ausgestellten Gemälde „La cuisson des crevettes - îles Chausey“ (Garnelenkochen auf den Îles Chausey).

August Fink (1846–1916, München )

6144 Waldweiher im Vorfrühling. Öl auf Holz. 32,3 x 37,7 cm. Unten links signiert „A. Fink“ sowie rechts datiert „12/4 [18]93“. 1.200 € 118

750 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (Stempel verso). Nachdem Voltz zunächst von seinem Vater in der Radiertechnik unterrichtet wurde, ging er 1834 an die Akademie nach München, um dort zu studieren. An der Akademie stieß er jedoch auf wenig Förderung und so bildete er sich hauptsächlich autodidaktisch weiter. Die Werke der Niederländer in der Pinakothek sowie die Natur des Münchner Umlands schulten dabei seinen malerischen Blick. Auch beeinflussten ihn Albrecht Adam und seine Freunde Carl Spitzweg und Eduard Schleich d. Ä., für den er zeitweise sogar die Kühe in dessen Landschaften malte. Seine Werke zeugen von stimmungsvollen, saftig grünen Landschaften mit wolkenreichen Himmeln und einer Plastizität, die er durch gekonnte Regie von Licht und Schatten erzeugt. Sicherlich hat ihn auch seine Italienreise mit Schleich 1871 in seiner Landschaftsauffassung geprägt. In vorliegendem Werk klammert Voltz die Tiere einmal aus und fokussiert sich ganz auf das poetische Spiel der Sonnenstrahlen auf dem grasbewachsenen Erdboden mit Wurzelstöcken.


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6146

Karl Millner (auch Carl, 1825 Mindelheim – 1895 München)

6146 Alpine Landschaft mit rastenden Holzsammlern am Wildbach. Öl auf Leinwand, doubliert. 69 x 96,4 cm. Signiert und datiert unten links „C. Millner 1874“. 1.800 € Karl Millner zählt nach dem Studium an der Münchener Kunstakademie und Ankäufen durch König Ludwig I. für die Neue Pinakothek rasch zu den erfolgreichsten Münchener Landschaftsmalern. Beeinflusst von Carl Rottmann und Eduard Schleich d.Ä. macht sich Millner schnell einen Namen als exzellenter Maler insbesonders alpenländischer Landschaften. Mit hoher Akribie malt er weite Bergpanoramen, die sich durch feine Details und gekonnt eingesetzte Licht- und Schattenkontraste auszeichnen. Charakteristisch ist auch ein niedrig angesetzter Betrachterstandpunkt, der die Großartigkeit und Erhabenheit der Berge betont. Seine Heimatstadt Mindelheim eröffnete 2012 im Jesuitenkolleg die seinem Werk gewidmete Carl-Millner-Galerie. 6148 120


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6147

Carl Morgenstern (1811–1893, Frankfurt am Main)

6147 Blick über den Walensee in St. Gallen nach Osten. Öl auf Leinwand. 30,8 x 40,9 cm. Unten links monogrammiert „C.M.“ sowie verso auf dem Keilrahmen mit alten Nummernetiketten. Um 1856. 4.000 € Provenienz: Kunsthandlung J. P. Schneider Jr., Frankfurt a. M. (Stempel auf dem Keilrahmen). Deutsche Privatsammlung (erworben 1984). Durch Erbfolge Schweizer Privatsammlung. Galerie Fischer, Luzern, Auktion am 17. Juni 2015, Los 1172. Berliner Privatsammlung. Bis zu seiner ersten Schweizreise 1849 hatte Morgenstern die Alpenregion nur en passant auf dem Weg nach Süden erlebt. Auf der Suche nach

neuen Motiven bereiste er das Land erneut 1851 und ein drittes Mal im Spätsommer 1856. Dietrich Schindler lud ihn bei dieser Gelegenheit „zu einem Ausflug an den Walensee und hinauf nach Mollis und Obstalten ein, welchen der Künstler wiederum zu Landschaftsstudien nutzte, die er während des Winters seinen Staffeleibildern zugrunde legte.“ (Inge Eichler: Die Frankfurter Malerfamilie Morgenstern, Frankfurt 1999, S. 100).

August Christian Geist (1835 Würzburg – 1868 München)

6148 Waldlichtung mit Baumstumpf und zwei jungen Bäumen. Öl auf Papier, auf Platte aufgezogen. 23,9 x 29,4 cm. Verso auf Klebeetikett neu bezeichnet „August Geist“. 400 € 121


Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

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6151

Frederik Nils Rohde (1816–1886, Kopenhagen)

6149 Abendstimmung am Lago di Garda. Öl auf Leinwand. 27 x 42 cm. Unten links signiert und datiert „F. Rohde 1862“. 2.200 €

Valentin Ruths (1825–1905, Hamburg)

6150 Partie in den Sabiner Bergen. Öl auf Malkarton, kaschiert auf Holz. 36,3 x 53,7 cm. Unten links signiert „V. Ruths“. Um 1883. 800 € Der in Hamburg geborene Künstler verdient sich nach seiner Ausbildung zum Lithographen seinen Lebensunterhalt zunächst mit dem Verkauf von Ansichten seiner Heimatstadt. Ein Stipendium ermöglicht es ihm, 1850 sein Akademiestudium in Düsseldorf in der Landschaftsklasse von Johann Wilhelm Schirmer aufzunehmen. 1855 bricht Ruths nach Italien auf und lebt bis 1857 in Rom. Auf Studienfahrten in die Albaner Berge und die Serpentara bei Olevano findet er, gemeinsam mit dem dreizehn Jahre älteren Hamburger Malerfreund Louis Gurlitt, seine Motive. Er

kehrt 1857 nach Hamburg zurück und arbeitet ununterbrochen. Zu seinen Auftraggebern und Käufern zählt vor allem das angesehene Hamburger Bürgertum, mit deren Familien Ruths freundschaftlich verbunden ist. Diesen Kontakten ist es wohl auch zu verdanken, dass Ruths 1880 von Alfred Lichtwark den Auftrag für die Ausgestaltung des 1867 fertiggestellten Treppenhauses der Kunsthalle Hamburg erhält. Dafür fertigt er in den folgenden Jahren acht monumentale Wandgemälde mit den vier Jahreszeiten und vier Tageszeiten an. Valentin Ruths darf zu den Pionieren der deutschen Landschaftsmalerei zählen. Im vorliegendem Gemälde deuten die Motivwahl , die Anlage der Perspektive, der Bildträger sowie die weniger ausgearbeiteten und schnell ausgeführten Partien im Vordergrund mit der fehlenden Staffage darauf hin, dass Ruths dieses als Vorstudie für sein Gemälde „Felsige Heide - In den Sabiner Berger“ angefertigte (vgl. Friedrich von Boetticher: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts, Nr. 152).

Heinrich Bürkel (1802 Pirmasens – 1869 München)

6151 Am Hintersee bei Berchtesgaden. Öl auf Papier, auf Pappe kaschiert. 31,4 x 39,2 cm. Verso bezeichnet „Hintersee“ sowie alt nummeriert „No 17315“. 2.400 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (Nachßstempel verso auf dem Untersatz).

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Edmund Friedrich Kanoldt (1845 Großruderstedt – 1904 Bad Nauheim)

6152 Strand von Sori, Ligurien. Öl auf Leinwand. 50 x 36 cm. Unten links signiert „Edm. Kanoldt.“, verso auf der Leinwand wohl eigenhändig bezeichnet „No. 107 Strand von Sori / Edmund Kanoldt / Mai 1888“. 1.200 €

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Ausstellung: Ausst. Edmund Kanoldt, Landschaft als Abbild der Sehnsucht, 10. Dezember 1994 bis 19. Februar 1995, Städtische Galerie Karlsruhe 1994. Kat. Nr. 53 mit Abb. Provenienz: Nachlass des Künstlers. Dessen Nachlassauktion, Galerie Helbing, München, Auktion am 4. November 1907, Los 102. Dr. Robert Weber und Familie, München, 1912 (laut handschriftl. Vermerk verso). Seitdem Privatsammlung Süddeutschland.


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J. Oltremer 6153 Blick auf die Bucht von Monaco. Öl auf Leinwand. 19 x 26,8 cm. Unten links monogrammiert „JO“, auf einer Plakette am Rahmen bez. „J. Oltremer“.

6154 Monaco: Auf der Terrasse des Casinos von Monte Carlo. Öl auf Leinwand. 19,3 x 27,2 cm. Unten rechts monogrammiert „JO.“, auf einer Plakette am Rahmen bez. „J. Oltremer“.

800 €

800 €

(französischer Künstler, tätig um 1900)

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6157

Robert Alott (1850 Graz – 1910 Wien)

6155 Die Riviera di Ponente bei Pegli nahe Genua, Ligurien. Öl auf Holz. 26,2 x 47,2 cm. Unten rechts signiert und datiert „R. Alott 1887“, verso auf einem alten Etikett alt bezeichnet „Seglie di Ponente“. 4.500 €

Vorliebe galt den Bergen seiner Heimatregion Venetien und Bayerns, wobei er letztere im Zuge seines Studiums an der Münchner Akademie ausgiebig kennen und schätzen gelernt hatte. Auch bei seinen Reisen in den Mezzogiorno zog es ihn in das Landesinnere, wie unser kleines Gemälde vorführt. Das vielfältige Grün von Feigenkakteen und niedrigem Buschwerk, das changierende Grau der Felsen und ein Himmel, der vom nahen Meer zu künden scheint, bilden ein harmonisches Ganzes, das die faszinierende Dichotomie von Kargheit und Reichtum einzufangen weiß, die den Süden Italiens prägt.

Vittorio Avanzi (1860 Verona – 1913 Campofontana)

6156 Karstfelsen und Kakteen auf Sizilien. Öl auf Leinwand, auf Holz kaschiert. 31 x 41,1 cm. Unten links signiert „V. Avanzi“. 800 € Der Veroneser Künstler Vittorio Avanzi verschrieb sich mit einem besonderen Sinn für Farb- und Lichtverhältnisse der Landschaftsmalerei. Seine

Marco Grubacs (1839–1910, Venedig)

6157 Gondoliere vor der Piazza San Marco in Venedig. Öl auf Leinwand. 18,5 x 31,7 cm. Unten links signiert „M. Grubas.“. 2.800 € 127


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Wouterus Verschuur d. J.

Spyridon Vandoros

(1841 Amsterdam – 1936 Lausanne)

(griechischer Künstler, 1882–1940)

6158 Alte Olivenbäume im Mezzogiorno. Öl auf Leinwand, auf dem wohl originalen Keilrahmen. 41,3 x 33,2 cm. Unten links signiert und bewidmet „W. Verschuur / à / mon ami C. Kool“, verso auf dem Keilrahmen schwer leserlich bezeichnet „Gen... 1897“ sowie auf der Leinwand mit dem Stempel des Pariser Künstlerbedarfs „P. Aprin“.

6159 Sommerlicher Olivenhain in Strofyli (Kifisias) bei Athen. Öl auf Holz. 26,2 x 34,3 cm. Unten links auf Griechisch signiert „S. Vandoros“, verso auf Griechisch ortsbezeichnet und betitelt „Mordshitze“ sowie mit Stempel des griechischen Kulturministeriums. 600 €

1.200 € Intime Freundschaftsgabe des eigentlich als Pferde- und gelegentlich als Hundemaler tätigen Holländers Wouterus Verschuur, dessen treffsichere Auffassungsgabe sich gerade hier im unbeschwert Privaten offenbart.

Suzanne Perrin Bernot (1899–1982, Frankreich)

6160 Maurische Villa in Algiers. Öl auf Leinwand. 44,5 x 60,5 cm. Unten links signiert „S Perrin Bernot“. Um 1925. 750 € 129


Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

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6162

Attilio Pratella

Alois Arnegger

(1856 Lugo – 1949 Neapel)

(1879–1964, Wien)

6161 Frühling in Neapel. Öl auf Leinwand. 61 x 38 cm. Unten rechts signiert „A. Pratella“ sowie verso auf der Leinwand „A. Pratella Napoli“.

6162 Das Theater von Taormina mit Blick auf die Ostküste von Sizilien. Öl auf Leinwand. 69 x 98 cm. Unten rechts signiert „A. Arnegger“.

3.500 €

7.500 € 131


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6165

James Webb

Arthur Blackburn

(1825–1895, London)

(tätig 19. Jh. )

6163 Segelboot am Strand vor der Küste. Öl auf Papier, kaschiert auf Holz. 17,6 x 37,8 cm. Unten links signiert und datiert „JWebb / [18]62“.

6164 Englische Landschaft im Sommer mit Heuhaufen. Öl auf Leinwand. 40,5 x 61 cm. Unten links signiert „A. Blackburn“.

750 €

1.200 €

Der englische Landschaft- und Marinemaler James Webb stellte seine Werke zwischen 1853 und 1888 in der Londoner Royal Academy aus. Seine Motive erarbeitete er sich auf Reisen durch England, nach Holland, Frankreich und in das Rheinland sowie nach Konstantinopel und Kairo. Bevorzugt malte Webb jedoch die englische Küste und gilt daher als klassischer Vertreter der englischen Landschaftsmalerei.

Robert Parlow (1835 Stepenitz – 1901 Stettin)

6165 Kleines Fischerboot bei stürmischer See. Öl auf Leinwand. 24,5 x 35 cm. Unten links signiert und datiert „Rob: Parlow 1888“. 600 € Robert Parlow ist einer der wenigen Marinemaler, die selber ein eigenenes Schifffahrtspatent hatten und zur See fuhren. Nach seiner Ausbildung an der Kunstschule bei Prof. Richard Eschke in Berlin ging Parlow zurück in seine Heimat am Stettiner Haff. Das mit zwei Männern besetzte Fischerboot kämpft sich durch Wind und Wellen und wie sonst selten spürt man bei dieser Darstellung die Betroffenheit des Malers, der die Situation besonders gut nachempfinden konnte.

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6166

Düsseldorfer Schule 6166 um 1835. Ölstudie zweier Männerbildnisse. Öl auf Leinwand, kaschiert auf Malkarton. 18 x 29,5 cm. 1.500 € Österreichisch 6167 um 1830-40. Brustbildnis des Carl Friedrich Bernhard Beck, Ritter von Schwörburg. Öl auf Papier, auf Papier aufgezogen. 13,3 x 10,3 cm. Verso auf der Rahmenabdeckung ein Zettel mit alten Angaben zum Dargestellten „Bernhard Beck Geh[eimer]. Kriegsrat in / Wien // Bruder des Großvaters Dr. Carl Josef / Beck Geheimer Hofrat u. Professor der / Chirgurgie [sic!] u. Augenfachkunde an der / Universität in Freiburg i/Br.“. 600 € Provenienz: Aus dem Besitz eines Großneffen od. einer Großnichte des Dargestellten (vgl. Annotationen verso). Der Dargestellte Carl Friedrich Bernhard Beck (1792-1870) entstammte einer badischen Familie und stand lange Zeit im Dienste des kaiserlichen Hofes in Wien, wo er mehrere Funktionen, zuletzt die des Hofkriegsrates inne hatte. 1854 wurde er als Ritter Beck von Schwörburg in den Adelsstand erhoben. Er war Bruder des in Freiburg tätigen Mediziners und Universitätsrektors Carl Joseph Beck (1794-1838). 6167 134


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6168

Johan Barthold Jongkind (1819 Lattrop – 1891 Côte-St. André)

6168^ Gewitterstimmung über einer Flusslandschaft. Öl auf Holz. 19,2 x 27,5 cm. Unten links signiert „Jongkind“. Um 1850. 12.000 € Provenienz: Sammlung Walter Pach, New York (verso mit dem handschriftlichen Vermerk „Walter Pach, 3 Washington Square, [...] N.Y.C. / Property of Nikifora / Walter Pach“ . Christie‘s, London, Auktion am 15. Juni 2011, Los 201. Privatsammlung Schweiz. Johan Barthold Jongkind gilt als einer der wichtigsten Vorläufer des französischen Impressionismus. In seinen Werken lässt er sich sowohl von den künstlerischen Traditionen seiner niederländischen Heimat als auch von neuen Strömungen der Pariser Kunstszene inspirieren. Seine Gemälde zeigen eine inhärentes Interesse an der stilistischen Behandlung von Atmosphäre und Licht, ähnlich dem Stil Corots, während die Struk-

tur seiner Landschaften mit niedrigem Horizont und wolkenreichem Himmel auf sein ausgeprägtes niederländisches Erbe verweist. Nichtsdestotrotz ebnen Jongkinds prägnanter, lockerer Pinselstrich und die tief kontrastierenden Töne den Weg für impressionistische Experimente. Tatsächlich wurde seine zentrale Rolle als Vorläufer dieser Bewegung umso direkter, als er als Mentor von Claude Monet fungierte und eingeladen wurde, seine Gemälde in der ersten Impressionisten-Ausstellung 1874 zu zeigen. Motivisch konzentrierte sich Jongkind auf Meeres- und Flusslandschaften. Nachdem er 1848 nach Paris zog, wurden die Ufer der Seine zu einem seiner bevorzugten Motive. Obwohl vorliegendes Gemälde nicht datiert ist, kann es in die Zeit um 1850 eingeordnet werden. Im Vergleich mit einer anderen Flusslandschaft, die etwa zehn Jahre später zu datieren ist, wird Jongkinds impressionistische Stilentwicklung während dieser Jahre deutlich (National Gallery London, „River Scene“, Inv.-Nr. NG4583). Hier ist er jedoch noch den alten Traditionen verhaftet.

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Christian Frederik Emil Eckardt

Jeanna Bauck

(1832–1914, Kopenhagen)

(auch Johanna, 1840 Stockholm – 1926 München)

6169 Ein Dampfer vor der Küste von Genua. Öl auf Leinwand. 31,5 x 49,5 cm. Rechts unten signiert, datiert und bezeichnet „Genua 23/6 (18)74 C Eckardt“.

6171 Fischerboot „Gloria“ im Hafen vor Anker. Öl auf Leinwand, kaschiert auf Malkarton. 38,7 x 55,5 cm. Unten links signiert „J Bauck“, verso ein Klebeetikett bezeichnet „[...] 50 Johanna Bauck, Fischerboote im Hafen. 37 x 55 cm. Bez. J. Bauck“.

1.500 € Christian Eckardt studierte von 1846 bis 1852 an der Kopenhagener Akademie nachdem er eine fünfjährige Malerlehre absolviert hatte. Als Marinemaler konnte er bald einige Erfolge feiern und fand in dem Kaufmann J. A. Larsen einen seiner wichtigsten Förderer, in dessen Museum in Kerteminde auch zahlreiche seiner Werke vertreten sind. Motivisch konzentrierte er sich meist auf die Darstellung von Strand- und Hafenszenen, in denen das Meer meist eine majestätische Ruhe ausstrahlt. So auch in vorliegendem Gemälde, das Eckardt auf seiner großen Europa­ reise der Jahre 1873-1874 schuf, die ihn nach Dalmatien, Italien, Frankreich und England führte. Kraftvoll branden die Wellen gleichmäßig auf die Felsenküste und ziehen sich sogleich wieder auf dem flach auslaufenden Strand zurück. Versiert kontrastiert Eckardt so das rhythmische Wogen der Wellen mit der ruhigen Weite des Meeres auf dem sich in der Ferne ein Dampfer der Hafeneinfahrt nähert, während in weiter Ferne ein paar Segler am Horizont entschwinden.

Franz Emil Krause (1836 Niederschönhausen/Berlin – 1900 Conway/Wales)

6170 Fischerboot an der Kreideküste Englands. Öl auf Holz. 35 x 45 cm. Unten links signiert „F. Krause“. 1.200 €

1.200 € Bauck zählt zu den wenigen Frauen, die sich als angehende Malerin Mitte des 19. Jahrhunderts alleine auf Ausbildungsreise begibt und - für damalige Zeiten ungewöhnlich - als Frau in die Aktklasse des Dresdner Professors Adolf Erhardt aufgenommen wird. Später wechselt sie an die Düsseldorfer Akademie zu Albert Flamm. Anschließend führt ihr Weg nach München, um dort bei Jozef Brandt und Dietrich Langko zu lernen. In München lernt Bauck die Künstlerin Bertha Wegmann kennen, mit der sie zeitlebens befreundet bleibt und ein Atelier betreibt, in dem die beiden vornehmlich Künstlerinnen die Möglichkeit zur Malerausbildung bieten. Die Künstlerfreundinnen unternehmen gemeinsame Studienreisen in den Süden und ziehen schließlich nach Paris weiter, wo sie sich auf dem Salon von 1881 und 1882 mit mehreren Werken erfolgreich behaupten können. Zurück in Deutschland unterrichtet Bauck zunächst in München, dann in Berlin. Ihr ist stets daran gelegen, junge Künstlerinnen zu fördern, um sich der männerdominierten Kunstwelt entgegenstellen zu können. Zu ihren bekanntesten Schülerinnen zählt Paula ModersohnBecker, die Bauck als einen unkonventionellen, wenig auf das Äußere achtenden Augenmenschen beschreibt. Bauck kämpfte als emanzipierte Künstlerin für die Gleichstellung der Frau an den Kunstakademien und gehörte selbst zu den wenigen Künstlerinnen in der Männerriege der Malerschule.

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Anton Daniel Melbye (1818 Kopenhagen – 1875 Paris)

6172 Raddampfer unter dänischer Flagge in Begleitung mehrerer Segelschiffe. Öl auf Leinwand, doubliert. 28,2 x 40,2 cm. Um 1850. 1.800 € Provenienz: F. Dörling, Hamburg, Auktion 103, 1981, Los 4843. Privatsammlung Berlin. Abbildung Seite 137

Deutsch 6173 19. Jh. Blick in ein Maleratelier. Öl auf Malkarton. 60 x 49,7 cm. 1.800 € Das Atelier, das mittig ein verwaistes Landschaftsgemälde auf einer Staffelei zeigt, beinhaltet die charakteristische Ausstattung, so finden sich im Hintergrund eine Marmorstatue, eine Malerpalette, Skizzenblätter, Blumen. Rechts - beinahe wie ein Stillleben anmutend - drapiert sich um eine Holzkiste herum das Ensemble eines Sonnenschirms, eines Huts mit Blumenbouquet und eines roten Kleidungsstücks sowie eines Instrumentenkoffers. Vielleicht sind Schirm und Hut ein Hinweis darauf, dass das Atelier einer Künstlerin gehörte, die hier bei Ankunft flüchtig ihre Sachen ablegte.

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Dänisch 6174 19. Jh. Blätterdickicht mit Farnen und Wild­ blumen. Öl auf Leinwand. 41 x 51,5 cm. 1.200 €

Barbara Elisabeth „Babette“ Popp (1802 Hirschau – 1870 Regensburg)

6175 Portrait der Schwester, der Landschaftsmalerin Mina Popp. Öl auf Leinwand. 61,9 x 50 cm. Verso auf der Leinwand alt bezeichnet „B. Popp“ und „gemalt in Rom / Nov. 1832“ sowie auf dem Keilrahmen bezeichnet „Portrait v. Mina Popp, gemalt v. Barbara Popp“. 1.800 € Barbara Popps Vater wurde 1815 zum Leibarzt des Fürsten Karl Alexander von Thurn und Taxis ernannt. Durch Vermittlung des Dichters Eduard von Schenk, einem Freund der Familie, und dessen Beziehungen zu Johann Peter von Langer wurde es der 18-jährigen Barbara als eine der ersten Frauen überhaupt ermöglicht, ab 1820 an der Münchener Akademie der Bildenden Künste zu studieren. 1821 erhielt sie ein Stipen-

dium des Bayerischen Hofelemosinariats, das ihr das Weiterstudium bis zum Abschluss 1826 erlaubte. Mit ihrer Schwester, der Landschaftsmalerin Wilhelmina (Mina) Popp (1804-1873) reiste sie 1832 nach Rom, wo sie v.a. bei Friedrich Overbeck weiterstudierte, und im Kreis der Nazarener um Joseph Anton Koch, Bertel Thorvaldsen, Ludwig Schwanthaler und Louise Seidler verkehrte. Beide Frauen bereisten mutig auch alleine die römische Campagna. 1833 kehrten sie nach Regensburg zurück. Barbara Popp erhielt im Folgenden, neben einigen Portraitaufträgen, vor allem Aufträge für Altarbilder, insbesonders mehrere für den Regensburger Dom sowie zur Restaurierung Bayerischer Klöster. Doch trotz ihres überregionalen Rufes und des intensiven Austauschs mit den erwähnten Künstlern, zu denen sie auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland weiter Kontakt pflegte, erhielt sie kaum größere Aufträge. Ihr Selbstportrait um 1830 befindet sich im Historischen Museum, Regensburg.

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Gregor von Bochmann (eigtl. Alexander Heinrich Gregor Bochmann, 1850 Gut Nesat in Estland – 1930 Ratingen-Hösel)

6176 Auf dem Lande in Estland. Öl auf Holz. 13,5 x 18 cm. Unten links signiert „G. Bochmann“. 800 € 140


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Peder Mork Mønsted (1859 Balle Mølle bei Grenå – 1941 Fredensborg)

6177 Flusslandschaft bei Ørholm. Öl auf Seide. 21,5 x 15,1 (Darstellung); 28,2 x 19,8 cm (Außenmaß). Rechts unten signiert, datiert und bezeichnet „P Mönsted Ørholm 1894“. 900 € Laut einer dänischen Sammlerbezeichnung auf der Rückpappe eigenhändige Wiederholung nach einem Gemälde Mønsteds in Amalienborg, das für Königin Alexandrine entstand. Nach den handschriftlichen Notizen eines Vorbesitzers auf der Rückpappe wohl von dieser als Geschenk an den Haushofmeister des Palais gegeben und 1955 an die Mutter eines der Vorbesitzers geschenkt worden.

6177

Julius Sergius von Klever (auch Yuliy Yulevich Klever, 1850 Dorpat – 1924 St. Petersburg)

6178 zugeschrieben. Winterlandschaft im Sonnen­ untergang. Öl auf Leinwand, auf Malkarton kaschiert. 31,5 x 26 cm. Unten links in kyrillisch signiert und unleserlich datiert. 1.200 € 6178 141


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6182

Niederländisch 6179 um 1910. Dünen an der Nordsee. Öl auf Leinwand. 38,2 x 51,7 cm. Unten links unleserlich signiert „L[...] K[...]“. 750 € Hermann Seeger (1857 Halberstadt – 1945 Krössinsee)

6180 Bäume in den Dünen der Ostsee. Öl und schwarze Kreide auf Papier. 35,7 x 50,4 cm. Unten rechts signiert und unleserlich datiert „HSeeger / 19[...]2“, links unten mit einem undeutlichen Trockenstempel. 750 €

Carl Maria Nikolaus Hummel (1821–1907, Weimar)

6182 Die Ostseeküste bei Heringsdorf auf Usedom. Öl auf Papier, auf Karton kaschiert. 32,5 x 47,6 cm. Unten rechts signiert, datiert und bez. „C. Hummel. 1864 Heringsdorf“. 3.000 € Carl Hummel, der seine Sommerfrische oft an der Ostsee verbrachte, zeigt den Blick auf das Seebad Heringsdorf von Nordwesten auf den Kulm, einer Erhebung am Ortsausgang Richtung Bansin. Auf dem Kulm entstand 1825 mit dem sogenannten Weißen Schloss auch das erste Gästequartier in Heringsdorf. Dieses im Stil der Bäderarchitektur errichtete Gebäude ist auf Hummels Ölstudie deutlich zwischen den Bäumen zu erkennen, rechts daneben befindet sich der Kirchturm der „Kirche im Walde“. Als Wahrzeichen von Usedom erscheint auch die Seebrücke mittig im Bild.

Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.

6181 Blühende Bäume im Garten des Künstlers. Öl auf Papier. 33,9 x 44,6 cm. Unten rechts signiert sowie unleserlich bezeichnet „HSeeger [...]“. 600 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.

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6184

Johann Harmsen

Hermann Kauffmann

(1817–1888, Bergedorf bei Hamburg)

(1808–1889, Hamburg)

6183 Blick auf Schloss Bergedorf; Wassermühle im Sachsenwald. 2 Gemälde, je Öl auf Papier, auf Holz aufgezogen. Je ca. 22 x 31,5 cm. Je am Unterrand signiert „Harmsen“.

6184 Winterlandschaft mit der Kirche von Alt-Rahlstedt, Hamburg. Öl auf Leinwand. 58,5 x 73,7 cm. Unten rechts signiert „H. Kauffmann, Hamburg“.

750 €

7.500 €

Die an der Bille gelegene Schlossanlage von Bergedorf wurde im 16.-17. Jahrhundert errichtet und ist heute das letzte erhaltene Schloss im Hamburger Stadtgebiet - hier mit dem nicht mehr erhaltenen Turm festgehalten.

Provenienz: Privatsammlung Hamburg. Hermann Kauffmann widmet sich in seinen Bildern dem Leben und der Arbeit der Menschen auf dem Land, wie er es in der Umgebung Hamburgs beobachtete. In vorliegendem Bild sind die Dorfbewohner AltRahlstedts auf dem Weg zur Sonntagsmesse. An einem sonnigen Wintertag öffnet der rote Backsteinbau der spätgotischen Kirche seine Pforten und empfängt die durch die Kälte pilgernden Besucher. Ein zeitgenössischer Kritiker beschreibt die Stimmung des Gemäldes wie folgt: „Die Ruhe der Natur ist mit der Sonntagsruhe in vollkommender Übereinstimmung und verleiht dem Ganzen eine eigentümliche Weihe. Nicht bloß der den Mittelpunkt streifende Sonnenblick wärmt das Herz, sondern auch der volle Orgelton, den man aus der Kirche zu vernehmen glaubt. […] Mit besonderem Glück gelingt Kauffmann […] der winterliche Luftton sowie das kahle, mit Schnee bedeckte Baumgeäst, welches in unserem Gemälde die Kirche mit seinem Kirchhofe ringsum trefflich umgiebt“. Die Kirche in Alt-Rahlstedt, die 1248 erstmals urkundlich erwähnt wurde, zählt heute zu den ältesten Kirchengebäuden im norddeutschen Raum.

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6187

Anton Erik Christian Thorenfeld

Carl Irmer

(1839 Svendborg – 1907 Kopenhagen)

(1834 Babitz b. Wittstock – 1900 Düsseldorf)

6185 Weite Landschaft an der Küste von Morsø, Jutland. Öl auf Leinwand. 39 x 62 cm. Unten links bezeichnet „Moorsö“ sowie rechts signiert und datiert „A. Thorenfeld 1878“.

6186 Abendstimmung an der holsteinischen Nord­ seeküste. Öl auf Leinwand. 57 x 34,5 cm. Unten links bez. „C. Irmer Nachlass“.

1.500 €

600 €

Von 1858-62 studierte Thorenfeld u.a. bei den Professoren Peter Christian Thamsen Skovgaard und Vilhelm Kyhn an der Akademie in Kopenhagen. Doch mit der häufig kritisierten, idealistischen und trockenen Theorie der Akademie konnte er sein künstlerisches Schaffen nicht ausreichend vorantreiben und begann, regelmäßig Kyhns altes Hafenatelier, die „Huleakademiet“, eine freie Model- und Studienakademie, zu besuchen. Dort erfuhr er eine Art von Privatunterricht und traf u.a. Christian Zacho, Kristian Zahrtmann und Pietro Krohn. Thorenfeld gehört zu der nächsten Generation von Landschaftsmalern, die unter dem Einfluss von Skovgaard standen. Zudem zeigen sich Thorenfelds Landschaften tief verwurzelt in den Ideen von Eckersberg und Høyen, einem exakten Naturstudium im Freien zu folgen und sich dabei auf die Schönheit der Landschaft Dänemarks zu fokussieren.

„Die Bilder [Carl Irmers] zeigen unspektakuläre Motive in einer scharf beobachteten Naturtreue, beseelt durch eine lyrische Sicht, und strahlen eine zarte Gesamtstimmung und Stille aus“ (Allgemeines Künstlerlexikon, S. 375).

Christian Zacho (1843 Grenaa –1913 Kopenhagen)

6187 Blick auf Non Mølle und den Hald Sø. Öl auf Leinwand. 36 x 58 cm. Signiert, datiert und bezeichnet: „Non Mølle / 6 Septbr. 1873 Chr Zacho“. 3.500 € Der Maler Christian Zacho studierte 1862-67 an der Kopenhagener Akademie und bildete sich weiter bei Janus la Cour und P. C. Skovgaard, zu dem er in enger persönlicher Verbindung stand und in dessen Haus er vier Jahre lebte. Zacho war zu Lebzeiten ein hochangesehener Landschaftsmaler und stellte von 1865 bis zu seinem Tode auf den jährlichen Kunstausstellungen der Akademie in Charlottenborg aus. Wie sein Lehrmeister Skovgaard spielte die heimische Natur Dänemarks eine entscheidende Rolle in seinem gemalten Œuvre, wie die vorliegende, sehr atmosphärische Landschaftsstudie eindrucksvoll belegt.

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Hermann Seeger

Julius Wentscher

(1857 Halberstadt – 1945 Krössinsee)

(1842 Graudenz/Westpr. – 1918 Berlin)

6188 Studie einer liegenden, jungen Frau im blauweißen Kleid. Öl auf Papier. 39,7 x 50,7 cm.

6190 „Abend auf der Düne“ (Die Ostseeküste auf dem Darss). Öl auf Leinwand, doubliert. 92 x 142 cm. Unten rechts signiert und datiert „Julius Wentscher 1899“.

600 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.

4.500 € Ausstellung: Grosse Berliner Kunstausstellung 1899 (rückseitig auf dem Keilrahmen mit entsprechenden Klebeetiketten).

6189 Partie in den Dünen an der Ostsee. Öl auf Papier. 33,9 x 45 cm. Unten links signiert „HSeeger“. 600 € Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.

Der in Westpreußen gebürtige Julius Wentscher widmete sich zeit seines Lebens der Landschaftsdarstellung. Insbesondere jedoch die Ostseeküste, die durch das nordische Licht in immer anderen Farben erscheint, faszinierte den Künstler, der Schüler von Heinrich Gude in Berlin war. Das vorliegende Gemälde war auf der Grossen Berliner Kunstausstellung 1899 vertreten und erhielt dort die Kleine Goldene Medaille.

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Olga Potthast von Minden

Erich Kips

(1869 Sanderbusch – 1942 Varel)

(1869–1945, Berlin)

6191 Wolkenstudie. Öl auf Leinwand, auf Platte kaschiert. 34,2 x 46 cm. Mit zahlreichen eigenh. Angaben speziell zur Farbe, darunter etwa „mehrere hinaufschießende blaugrüne Wolken“ oder „Schichten graurötlichgelb unten dunkelblau“.

6192 Boote auf dem Wannsee, im Hintergrund das Strandbad. Öl auf Platte. 29 x 50,5 cm. Unten rechts signiert „Erich Kips“. 800 €

750 € Die aus Friesland stammende Olga Potthast von Minden erhielt ihre Ausbildung in Berlin bei Anton von Werner bevor sie sich im heimischen Varel bei dem Landschaftsmaler Julius Preller, einem Neffen des Weima­ rer Malers Friedrich Preller d. Ä., weiterbildete. Besonders viele Impulse für ihre Malerei erhielt sie jedoch von der weiten friesischen Landschaft und den dort oft spektakulären Wolkenhimmeln. In unserer in nahezu impressionistischer Manier ausgeführten Ölstudie fängt die Malerin den in allen Farben changierenden Abendhimmel ein und notiert dazu akribisch die Farbnuancen, wohl um die Plein Air Studie zu einem späteren Zeitpunkt in ein bildmäßig vollendetes Werk zu überführen. Beigegeben eine weitere Ölstudie: Wolkenspiegelungen. Abbildung auch Seite 175

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Hanns Schubert (1887 Späningen – 1967 wohl Greifswald)

6193 Windige Promenade. Öl auf Leinwand. 60 x 79 cm. Unten rechts signiert und datiert „H. Schubert [19]23“. 900 €


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Louis Höhn (tätig Anfang 20. Jh.)

6194 Weihnachtsmarkt am Leipziger Platz. Öl auf Malpappe. 12 x 18,7 cm. Unten rechts signiert „LHöhn“. Um 1912.

6196 Blick auf den Fichteberg in Steglitz. Öl auf Malpappe. 12 x 19 cm. Unten links signiert und datiert „LHöhn 1912“, verso in Bleistift betitelt.

600 €

600 €

6195 Das Kastanienwäldchen während des Baus des Lindentunnels. Öl auf Malpappe. 11,5 x 18,8 cm. Unten rechts signiert und datiert „LHöhn 1913“, verso in Bleistift betitelt.

Waldemar Sewohl

450 € Die Studie zeigt die Bauvorbereitungen zu dem ab 1914 gebauten Lindentunnel, der als Unterführung für die Straßenbahn gedacht war, um den Verkehr auf dem Prachtboulevard Unter den Linden zu entlasten. Der Tunnel unterquerte die Straße auf der Höhe zwischen Universität und der Neuen Wache, vor der sich auch heute noch das kleine Kastanienwäldchen befindet.

(1887 Wismar – 1967 Berlin)

6197 Blick auf die abendliche Friedrichstraße mit Café Bauer und Café Kranzler. Öl auf Leinwand. 61 x 50,5 cm. Unten links signiert „W. Sewohl“. 750 €

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Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

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Maria Slavona

George Hyde-Pownall

(eigtl. Marie Dorette Caroline Schorer, 1865 Lübeck – 1931 Berlin)

(1866 Radcliffe-on-Trent (Nottinghamshire) – 1932 Melbourne)

6198 Im Garten einer Villa. Öl auf Leinwand. 543 x 40 cm. Oben rechts signiert „Slavona“, verso auf der Leinwand in Pinsel bez. und monogrammiert „August 1911-1914 MS [Monogramm ligiert]“. 1.200 €

6199 Der erleuchtete Piccadilly Circus am Abend. Öl auf Karton. 15,1 x 23,5 cm. Unten links signiert „Geo. Hyde.“ sowie verso mit dem Galerieetikett „W. L. Schmidt“ aus Sydney.

Die Lübecker Impressionistin Maria Slavona gehörte zu den bekanntesten und erfolgreichsten Malerinnen ihrer Generation. Ihr Name wurde in einem Zug mit dem Berthe Morisots ausgesprochen, Käthe Kollwitz zählte zu ihren engen Freundinnen und ihr Salon auf dem Montmartre lockte sämtliche Größen der Pariser Kunstwelt und Bohème an. Für deutsche Künstlerinnen, denen der Zugang zu den Akademien verwehrt war, gab es im späten 19. Jahrhundert nur ein Ziel: Paris. Nach Privatstudien in Berlin und München emigrierte Slavona 1890 in die französische Metropole, die folgenden sechzehn Jahre sollten die bewegtesten, aber auch produktivsten ihres Lebens sein. Der Erfolg stellte sich 1893 mit ihrer Teilnahme an der Jahresausstellung der Société Nationale des Beaux-Arts ein, ihre Werke waren fortan in Berlin, Zürich, Paris oder Wien zu sehen. Selbst im deutschen Kaiserreich, wo weiblicher künst­ lerischer Ehrgeiz mit größtem Argwohn beäugt wurde, ehrte man sie in ihrem Todesjahr 1931 mit einer Gedächtnisausstellung im Kronprinzenpalais der Berliner Nationalgalerie.

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2.400 €

Henry Malfroy (1895 Martigues – 1944)

6200 Paris: Der Arc de Triomphe im Abendrot. Öl auf Leinwand. 33 x 46,9 cm. Unten links signiert „Henry Malfroy“. 1.500 €


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6201

Max Herterich (1880 Donauwörth – 1952 Ebermannstadt)

6201 Jugendporträt des Schriftstellers Bernhard Kellermann. Öl auf Leinwand. 40,6 x 25,2 cm. Monogrammiert unten rechts „HM“ (ligiert). Um 1903. 2.400 € Der in Fürth geborene Schriftsteller Bernhard Kellermann wächst wie der ein Jahr jüngere Maler Max Herterich in Ansbach auf, sehr wahrscheinlich kennen die beiden sich bereits aus diesen Jahren. Max Herterich studiert ab 1900 an der Akademie München bei Johann Caspar Herterich, Ludwig Ritter von Herterich und Ludwig Löfftz. Kellermann studiert ebenfalls in München, zunächst an der Technischen Hochschule, wechselt jedoch bald zu Germanistik und zur Malerei über. Das Freundschafts-

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bildnis datiert laut rückseitiger Beschriftung in das Jahr 1903, ein Jahr vor Kellermanns erster literarischer Veröffentlichung, das impressionistische Stimmungsbild „Yester und Li“. Sein bedeutendstes Buch ist der technisch-utopische Roman „Der Tunnel“, der 1913 im S. Fischer Verlag, Berlin, erscheint. Nach einem halben Jahr waren bereits 100.000 Exemplare verkauft, bis 1939 erreichte es eine Gesamtauflage in Millionen­ höhe. Von den Nationalsozialisten aus der Preußischen Dichterakademie, deren Mitglied er seit 1926 gewesen war, ausgeschlossen, wurde sein Roman „Der 9. November“ im Mai 1933 öffentlich verbrannt. 1945 wird er Mitbegründer und Vizepräsident des Kulturbundes zur Demokratischen Erneuerung Deutschlands, 1949 erhält er den Nationalpreis der DDR. Kellermann stirbt 1951 in Klein-Glienicke bei Potsdam. Dort ist eine Villa nach ihm benannt.


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6202

Georges Tournier (franz. Künstler, tätig im 19. Jh.)

6202 Der Künstler in der Dachstube. Öl auf Leinwand. 50,5 x 61 cm. Unten rechts signiert „G. Tournier“. 2.800 € Hingesunken auf seine Lagerstatt und mit geschlossenen Augen eine Pfeife rauchend zeigt sich der Künstler hier im Bild. In der spartanisch eingerichteten Dachkammer befindet sich neben dem Bett lediglich die Staffelei, ein kleiner Teppich und ein Steinzeugfass. Nicht einmal einen Ofen erblickt man hier, sodass nur die vielen Decken und Überwürfe, die auf dem Gemälde ein kunstvolles Arrangement ergeben, vor der Kälte schützen. Ein Fenster gibt den Blick auf die Dächer von Paris frei. Spätestens seit Spitzwegs Darstellung des „Armen Poeten“ ist der Künstler in der Dachstube zu einem Topos in der Kunstgeschichte geworden, der die oft kärgliche Existenz des Künstlerdaseins zum Ausdruck bringt. Georges Tournier, von dem außer einigen signierten Blumenstilleben praktisch nichts bekannt ist, hat sich hier möglicherweise selbst dargestellt.

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6203

Gaston Roullet

Gustave Mardoché Neymark

(1847 Ars-en-Ré – 1925 Paris)

(auch Neymarck, 1850 Poiters – nach 1904)

6203 Französische Flusslandschaft mit Fischerkähnen und Städtchen. Öl auf Leinwand. 41,2 x 71 cm. Unten rechts signiert „Gaston Roullet“, verso mit dem alten Etikett eines Rahmenherstellers aus Berchem.

6204 Exerzierende Soldaten zu Pferd auf dem Marsfeld vor der École Militaire, Paris. Öl auf Leinwand. 60,2 x 81,8 cm. Unten rechts signiert und datiert „G. Neymark [18]76“.

1.800 €

1.200 € Ausstellung: Pariser Salon 1876, Nr. 1536 („Le saut de l’obstacle“). Gemälde, mit dem Neymark 1876 erstmals am Pariser Salon debütierte, wo er bis 1904 regelmäßig ausstellte.

Théodore Fourmois (1814 Presles – 1871 Ixelles)

6205 Sommerlandschaft mit zwei Spaziergängerinnen. Öl auf Leinwand, doubliert. 32,5 x 46 cm. Unten links signiert „T. Fourmois“. 400 € 158


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Éduard Dantan. Le temps passe vite: Ursprüngliche Komposition vor Fragmentierung.

Modelle posierend im Atelier des Künstlers. 160


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Éduard Dantan (1848 Paris – 1897 Villerville)

6206 Le temps passe vite. Öl auf Leinwand, doubliert. 130 x 162 cm. Unten links (von späterer Hand?) bezeichnet „E. Dantan 1895“. 1894/95. 7.500 € Literatur: Sophie de Juvigny: Edouard Dantan 1848-1897, Paris 2002, S. 151 (mit Abb.). Provenienz: Erworben 1996 bei M. Clerc Antiquités, Cheverny (Rechnung in Kopie vorhanden). Privatsammlung Ruhrgebiet. Im Jahre 1895 stellte der vielseitig tätige und in Malerei, Bildhauerei und Druckgraphik gleichermaßen erfolgreiche Pariser Künstler Édouard Dantan auf dem Pariser Salon ein Aufsehen erregendes, großformatiges Gemälde mit dem Titel „Le temps passe vite“ aus. Auf der Abbildung des Ausstellungskataloges des Salons ist das ursprüngliche Motiv der einstmals sehr komplexen Komposition zu sehen: Vor einer Küstenlandschaft zieht links der übergroße, geflügelte Chronos als Personifikation der Zeit mit seiner Sense über das Land, gefolgt von einer Schar kleiner Putti. Zur Rechten sitzt das auch noch auf unserem Gemälde zu sehende

junge Paar und blickt, von den Unwägbarkeiten des Lebens noch nicht berührt, versonnen in die Ferne. Bis auf eine Vorzeichnung von 1894 im Musée des Avelines in Saint-Cloud, einem Eintrag im Atelierbuch und die Abbildung im Ausstellungskatalog war allerdings über den Verbleib des monumentalen und für das Werk Dantans wichtigen Gemäldes bis vor Kurzem nichts bekannt. Das Atelierbuch verzeichnet keine anderen Gemälde mit vergleichbaren Motiven. Und auch zahlreiche Details des vorliegenden Gemäldes sprechen dafür, dass es sich hier nicht um eine spätere Wiederholung des Motivs handelt, sondern um das letzte erhaltene Fragment der großen Komposition aus dem Salon von 1895. So sind beispielsweise unter UV-Licht noch einige Details der ursprünglichen Komposition sichtbar, wie Spuren des Beines des hintersten Putto. Auch die bis auf die umgeschlagene Leinwand fortgeführte Malerei deutet auf eine spätere Verkleinerung hin. Es ist anzunehmen, dass das extrem große Ursprungsformat zur Beschädigung der Leinwand beigetragen hat, sodass man sich entschied, das Bild auf den rechten Teil der Komposition zu verkleinern. Das immer noch eindrucksvolle Teilstück ist jedoch auch von seinem ursprünglichen Kontext befreit ein äußerst ausdrucksstarkes Zeitdokument der Belle Époque. Durch die Fokussierung auf das in die Ferne schauende Liebespaar ergibt sich eine völlig neue, sinnliche und zugleich in sich ruhende Atmosphäre.

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Alois Hans Schram (1864–1919, Wien)

6207 zugeschrieben. Antiker Hafen mit Stele mit Horusfalken. Öl auf Leinwand. 110 x 100 cm. 3.500 € Provenienz: Wohl aus dem Nachlass des Künstlers (verso handschriftl. Vermerk auf dem Keilrahmen). Privatsammlung, Wien. Seitdem Privatsammlung, Berlin.

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Aimé Perret (1847 Lyon – 1926 Bois–le–Roi)

6208 Nebelbehangener Bachlauf mit Kühen. Öl auf Holz. 43,3 x 54,9 cm. Unten rechts signiert und datiert „A. Perret. [18]67“. 750 € Aimé Perret war Schüler von Joseph Benoit Guichard, Antoine Vollon und Puvis de Chavanne an der École des Beaux-Arts in Lyon. Ab 1867 stellte er in Lyon aus, ab 1869 nahm er immer wieder an Ausstellungen im Pariser Salon teil. Perret war einer der Gründer der Societé Nationale des Beaux-Arts. Seine Gemälde, die sich in vielen verschiedenen französischen Museen befinden, inspirierten sogar Vincent van Gogh.

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Adolf Frey-Moock

Karl Wilhelm Diefenbach

(1881 Jona, St. Gallen – 1954 Egnach)

(1851 Hadamar – 1913 Capri)

6209 Nymphe mit Kentauer im Abendrot. Öl auf festem Karton. 20,4 x 29,9 cm. Unten rechts signiert „A. FREY-MOOCK“.

6210 Umkreis. Aufgepeitschte See vor Capri mit Sturmvogel. Öl auf Leinwand. 55,5 x 68,5 cm. Unten rechts signiert „Diefenbach“.

900 € Provenienz: Geschenk der Fam. Pücklmeier (?) an Ursula und Peter Klein, 1970 (handschriftl. Widmung verso).

2.500 €

Georg Janny (1864–1935, Wien)

6211 Najaden an einer Felsenküste. Öl auf Malkarton. 29 x 88 cm. Unten rechts signiert „G. Janny“. 1.500 € 164


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Otto Pippel (1878 Lodz/Polen – 1960 München)

6212 Der Königssee mit der Wallfahrtskirche St. Bartolomä, im Hintergrund der Watzmann. Öl auf Leinwand. 80,5 x 70,5 cm. Unten rechts signiert „Otto Pippel“. 1.200 € Nach Studien in Straßburg und Karlsruhe bei Friedrich Fehr und Julius Hugo Bergmann sowie bei Gotthardt Kuehl an der Dresdner Akademie ließ Pippel sich in Planegg bei München nieder. Hier entstanden seine zahlreichen Landschaften, Stillleben und Stadtveduten in impressionistischer Manier: Eine Reise nach Paris im Jahr 1909 brachte ihn mit der Kunst der Impressionisten in Berührung, die ihn stilistisch grundlegend bis zu seinem Lebensende prägen sollte. Pippels charakteristischer, pastoser, lichtvoll flimmernder Farbauftrag, der die Konturen und Formen auflöst, zeigt sich auch in unserer atmosphärischen Berglandschaft am Fuße des Watzmannmassivs.

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Georg Gelbke (1882 Rochlitz – 1947 Dresden)

6213 „Frühling“: Kniender Knabe auf einer Blumen­ wiese. Öl auf Leinwand. 105,5 x 101 cm. Unten rechts signiert und datiert „G. Gelbke. (19)09“, verso auf dem Keilrahmen wohl eigenh. bez. „Frühling G. Gelbke 09 Dresden“. 3.500 € Georg Gelbke studierte von 1901 bis 1907 an der Dresdner Akademie bei Richard Müller, Oskar Zwintscher und Gotthard Kuehl. Später wechselte er an die Münchner Akademie und setzte seine Studien bei Carl von Marr und Ludwig von Herterich fort. Eine erste Werkschau erfolgte 1911 gemeinsam mit Paul Wilhelm im Kunstsalon Emil Richter

in Dresden. Es folgen Reisen nach Böhmen, Skandinavien und vor allem nach Nidden in Ostpreußen, wo die kurische Nehrung zu einem bevorzugten Motiv des Malers wurde. - Unser Gemälde, kurz nach Gelbkes Dresdener Akademiezeit entstanden, zeigt noch deutlich die Einflüsse seines Lehrers Oskar Zwintscher und des Jugendstils Dresdener Prägung. Auf einer Blumenwiese mit kleinen Tannensprößlingen kniet ein Knabe, die Hände vor der Brust gefaltet, die Augen zum Himmel gerichtet. Die Entwicklung des Jünglings wird hier durch die frühlingshafte Natur, die nach dem Winter erwacht und neue Triebe erwachsen lässt, gespiegelt. Gelbke zeigt sich hier von der Naturmystik inspiriert, wie sie sich sonst auch in den Werken von Richard und Rudolf Riemerschmied finden.

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Edmund Steppes

Karl Oderich

(1873 Burghausen – 1968 Deggendorf)

(1856 Hagenow – 1915 Hamburg)

6214 „Ein Traum vom Staffelsee“: Badende am Ufer. Öl auf Leinwand. 25,3 x 33,7 cm. Unten links signiert „Edm[und]. St[eppes]. 1923“, verso in roter Farbe eigenhändig bezeichnet sowie malerisch verziert „Ein Traum vom Staffelsee / 1923 / E[dmund]. f[ür]. Fritzens [?] / Edmund Steppes / München / Weihnachten 1923“ sowie weitere Annotationen in Bleistift.

6216 Arco Naturale auf Capri. Öl auf Leinwand. 63 x 39 cm. Unten rechts signiert, bezeichnet und datiert „C. Oderich / Capri 1880“, verso mit dem Klebeetikett „Kunstsalon Hugo Harnisch, Hamburg“.

1.500 €

Heinrich Nüsslein

1.200 € Der spätere Meisterschüler von Hans Makart begibt sich von 1879 bis 1880 auf eine Italienreise, kurz nach seinem Abschluss an der Akademie der Künste in Berlin. Inspiriert von der landschaftlichen Kulisse des Golfs von Neapel und dem Licht des Südens entsteht auch vorliegendes Gemälde.

(1879 Nürnberg – 1947 Ruhpolding)

6215 Phantastische Berglandschaft. Öl auf Malkarton. 24,7 x 37,5 cm. 750 € 169


Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister_______________________________________________________________________________________________________________________________

6217

Edward Harrison Compton (1881–1960, Feldafing)

6217 Winkelmatt mit Blick auf das Matterhorn. Öl auf Leinwand. 60,3 x 80,8 cm. Unten rechts in Versalien signiert und datiert „E. Harrison / Compton /1957“, verso ortsbezeichnet und auf dem Keilrahmen mit Etikett „Galerie Schöninger“. 1.800 €

Georg Barlösius (1864–1908, Magdeburg)

6218 Süddeutsches Städtchen an einem Fluss. Öl auf Leinwand. 54,5 x 33 cm. Unten links signiert „Georg Barlösius“, verso auf dem Rahmen ein Etikett der „Großen Berliner Kunstausstellung 1900“. 450 € 6218 170


_____________________________________________________________________________________________________________________________ Gemälde des 19. Jahrhunderts und Neuerer Meister

6219

Österreich 6219 1. Hälfte 20. Jh. Stein an der Donau, Blick auf die Frauenbergkirche. Mischtechnik auf Spanplatte. 50,6 x 69,8 cm. 800 €

Karl Ernst Hänsel (1868 Dresden – 1947 Radebeul)

6220 Selbstbildnis vor der Staffelei. Öl auf Malpappe. 44 x 36,5 cm. Im Bild auf der Leinwand oben rechts signiert „Karl Hänsel Dresden 1938“. 750 € Karl Ernst Hänsel war Meisterschüler von Ferdinand Pauwels an der Dresdener Akademie (1889-1894). Er widmete sich meist Portraits, landschaftlichen sowie biblischen Darstellungen. Seine besondere Vorliebe galt jedoch der Radierung mit sozialkritischen Themen. Das späte Selbstbildnis zeigt ihn als Maler mit der Palette vor der Staffelei in einem gepflegten Innenraum mit zahlreichen Kunstwerken an der Wand. 6220 171


Antiquitäten ___________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6221

Regency Hall Chairs 6221 Regency Hall Chairs. Mahagoni, ausgeschnittene, ungepolsterte Sitzfläche, die geschwungene Rückenlehne mit vertieftem rechteckigen Feld, darin gemaltes Familienwappen „Schwertarm“, darüber liegendes Oval mit rückseitiger Griffmulde. H. 88 x Br. 39,5 x T. 42 cm. Englisch, 19. Jh.

6223 Klassizistischer Rahmen, Deutschland, um 1830, geschnitzt und vergoldet, Blattfries als Sichtleiste, glatte Kehle, Karnies mit Palmetten und Ranken, Vierkant als Abschluss. Lichtes Maß: 97,5 x 79 cm. Profilbreite: 10 cm. 450 €

600 € Rahmen 6222 Klassizistischer Rahmen, Deutschland, um 1830, geschnitzt und vergoldet, Lotusblattfries als Sichtleiste, ansteigende Kehle in den Ecken mit Palmetten, Vierkant als Abschluss. Lichtes Maß: 59 x 82,5 cm Profilbreite: 6,5 cm. 600 €

6224 Klassizistischer Rahmen, Deutschland, um 1820/30, geschnitzt und vergoldet, Lotusblattfries als Sichtleiste, ansteigende Kehle in den Ecken mit Palmetten, Vierkant als Abschluss. Lichtes Maß: 43 x 32 cm. Profilbreite: 6,5 cm. 250 € 6225 Vier Rahmen mit Akanthus, spätes 19. Jh. Stuck, vergoldet. Lichtes Maße: 20,5 x 23,5 cm; 22 x 27 cm. Profilbreite: 8 cm; 10 cm. 250 € Beigegeben zwei Rahmen des 20. Jh. im Renaissance-Stil (Lichtes Maß: 5,5 x 5,5 cm; 21 x 40 cm; Profilbreite: 8 cm; 7 cm).

172


_________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________ Antiquitäten

6224 6222

6225 6223 173


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Register A Alott, Robert 6155 Amerling, Friedrich Ritter von 6059 Andersen-Lundby, Anders 6115 Anderson, John 6114 Arnegger, Alois 6162 Avanzi, Vittorio 6156 B Barlösius, Georg 6218 Bauck, Jeanna 6171 Biermann, Gottlieb 6095 Blackburn, Arthur 6164 Blaschnik, Arthur 6073 Bocchi, Faustino 6028 Bochmann, Gregor von 6176 Boehme, Karl Theodor 6091 Bol, Hans 6010-6011 Börmel, Eugen 6045 Brücke, Wilhelm 6080 Buntzen, Heinrich 6136 Bürkel, Heinrich 6151 C Canella, Giuseppe 6062 Carelli, G. 6083-6084 Carracci, Annibale 6008 Catel, Franz Ludwig 6063 Chevalier, Ferdinand 6110 Compton, Edward H. 6217 D Dänisch 6065, 6174 Dantan, Éduard 6206 Deutsch 6025, 6047, 6064, 6068, 6071-6072, 6077, 6081, 6087, 6090, 6116, 6118, 61206121, 6134, 6173 Diefenbach, Karl Wilhelm 6210 Diepraam, Abraham 6029 Dorner d. J., Johann Jacob 6103 Dresdener Schule 6108 Drews, Kai Jeppe 6057 Duntze, Johannes B. 6124 Düsseldorfer Schule 6166 EF Eckardt, Christian Fr. E. 6169 Feyen, Eugène 6143 Fiedler, Bernard 6074 Fiedler, Johann Christian 6035 Fink, August 6144 Flämisch 6013-6014, 6027 Fourmois, Théodore 6205

174

Frey, Wilhelm Friedrich 6086 Frey-Moock, Adolf 6209 Füger, Friedrich H. 6039-6040 G Geist, August Christian 6148 Gelbke, Georg 6213 Gerhardt, Eduard 6112 Gijselaar, Leonard J. de 6067 Goldstein, Johann Th. 6094 Grubacs, Marco 6157 Grützner, Eduard von 6113 Guardi, Francesco 6030 Gurlitt, Louis 6089 H Hamilton, Johann G. de 6037 Hänsel, Karl Ernst 6220 Hansen, Heinrich 6085 Harmsen, Johann 6183 Hartung, Heinrich 6137 Hastings, Matthew 6122 Hauschild, Maximilian A. 6078 Heilmayer, Karl 6092, 6139 Herterich, Max 6201 Heusch, Jacob de 6021 Höhn, Louis 6194-6196 Hummel, Carl Maria N. 6182 Hyde-Pownall, George 6199 IJ Irmer, Carl 6186 Italienisch 6000, 6006-6007, 6026, 6031, 6060, 6093 Jabin, Georg 6138 Jackson, Frederick H. 6076 Janny, Georg 6211 Jensen, Johan Laurentz 6066 Jongkind, Johan Barthold 6168 Joubert-Drölling, Louise A.6048 K Kanoldt, Edmund Fr. 6152 Kauffmann, Hermann 6184 Keirincx, Alexander 6012 Kiærskou, Frederik Chr. J. 6104 Kips, Erich 6192 Klever, Julius Sergius von 6178 Köckert, Julius 6142 Krause, Franz Emil 6170 Krüger, Franz 6044 Kummer, Carl Robert 6107 Kummer, Robert 6096 Küss, Ferdinand 6058

L Lessing, Carl Friedrich 6109 Lieder, Friedrich Johann G. 6132 Locatelli, Andrea 6034 Maestro del Tondo Borghese 6002 Malfroy, Henry 6200 Marandat, Louis 6119 Melbye, Anton Daniel 6172 Meyiez, A. A. de 6049 Millner, Karl 6146 Molenaer, Bartholomeus Jansz. 6018 Monogrammist AT 6082 Mønsted, Peder Mork 6177 Morgenstern, Carl 6079, 6111, 6147 N Neefs II, Pieter 6022 Neroccio di Bartholomeo di Benedetto de’ Landi 6001 Neymark, Gustave M. 6204 Niederländisch 6016, 6020, 6023-6024, 6053, 6179 Niederrheinisch 6009 Noter, Jean-Baptiste A. de 6050 Nüsslein, Heinrich 6215 O Oberrheinisch 6004 Oderich, Karl 6216 Oltremer, J. 6153-6154 Österreich 6219 Österreichisch 6046, 6133, 6167 P Palamedesz., Anthonie 6019 Parlow, Robert 6165 Perret, Aimé 6208 Perrin Bernot, Suzanne 6160 Piepenhagen, August Fr. 6125 Piepenhagen, Charlotte 6126-6131 Pippel, Otto 6212 Popp , Barbara Elisabeth „Babette“ 6175 Potthast von Minden, Olga 6191 Pratella, Attilio 6161 Press, Otto 6123 R Rahmen 6222-6225 Regency Hall Chairs 6221 Reinick, Robert 6070

Roffiaen, François Xavier 6106 Rohde, Frederik Nils 6149 Rokoko-Konsole 6042 Roullet, Gaston 6203 Rubens, Peter Paul 6015, 6017 Ruths, Valentin 6150 S Schirmer, Johann W. 6075, 6105 Schleich, Robert 6117 Schram, Alois Hans 6207 Schröder, Johann Heinrich 6038 Schubert, Hanns 6193 Seeger, Hermann 6180-6181, 6188-6189 Sellaio, Arcangelo di Jacopo del 6003 Sewohl, Waldemar 6197 Slavona, Maria 6198 Spiegel 6041 Stegmann, Franz 6069 Steppes, Edmund 6214 Stieler, Joseph Karl 6055 Stok, Jacobus van der 6054 Stoll, Leopold von 6056 T Thorenfeld, Anton Erik Christian 6106a, 6185 Thorvaldsen, Bertel 6061 Tischbein, August Anton 6088, 6097-6102 Tournier, Georges 6202 V Vandoros, Spyridon 6159 Venezianisch 6005, 6033 Verboeckhoven, Eugène 6051 Verschuur d. J., Wouterus 6158 Volkmann, Hans R. von 6135 Voltz, Friedrich 6145 W Webb, James 6163 Weber, Paul 6141 Weitsch, Friedrich Georg 6043 Wentscher, Julius 6190 Winther, Frederik 6140 Wynantz, Augustus 6052 Z Zacho, Christian 6187 Ziesenis d. J., Johann Georg 6036 Zobel, J. 6032


___________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

6191

Besitzer 1: 6055, 6056, 6059. 2: 6010, 6011, 6108. 3: 6016, 6058, 6088, 6097, 6098, 6099, 6100, 6101, 6102, 6175. 4: 6064, 6085, 6118, 6124, 6148. 5: 6001, 6002, 6003, 6004, 6022, 6066, 6136. 6: 6043, 6111, 6151. 7: 6040. 8: 6121. 9: 6048, 6081, 6094, 6106, 6155, 6161, 6173. 10: 6077, 6183, 6208, 6209. 11: 6096, 6187. 12: 6006, 6018, 6020, 6046. 13: 6168. 14: 6026. 15: 6141. 16: 6213, 6220. 17: 6185. 18: 6045. 19: 6012, 6051, 6052, 6054, 6176. 20: 6140. 21: 6000, 6031, 6033, 6039, 6062, 6193, 6199, 6204, 6219. 22: 6044, 6063, 6070, 6075, 6083, 6084, 6105, 6107. 23: 6061. 24: 6117. 25: 6104, 6115, 6169, 6177. 26: 6069, 6135, 6137, 6144, 6145, 6150, 6152, 6163, 6170, 6171, 6174, 6179, 6214, 6215. 27: 6091. 28: 6067, 6114. 29: 6106a. 30: 6182. 31: 6068, 6112, 6167. 32: 6060, 6087, 6092, 6095, 6116, 6143, 6153, 6154, 6156, 6159. 33: 6201. 34: 6178. 35: 6160, 6198. 36: 6184. 37: 6021. 38: 6113, 6122, 6162. 39: 6008. 40: 6125, 6126, 6127, 6128, 6129, 6130, 6131. 41: 6172. 42: 6013. 43: 6032, 6166. 44: 6190. 45: 6017. 46: 6133, 6202. 47: 6142. 48: 6180, 6181, 6188, 6189. 49: 6216. 50: 6206. 51: 6038, 6299. 52: 6023, 6027, 6028, 6037, 6086, 6093, 6157, 6210, 6211. 53: 6015. 54: 6218, 6222, 6223, 6224, 6225. 55: 6005. 56: 6025, 6041, 6042, 6221. 57: 6030, 6071, 6072. 58: 6049, 6080, 6164, 6197, 6207, 6212. 59: 6078. 60: 6029. 61: 6035. 62: 6073, 6074, 6082, 6089, 6109, 6110, 6120, 6123, 6138, 6139, 6146, 6147, 6165, 6186, 6192. 63: 6158, 6200, 6203, 6205, 6217. 64: 6009. 65: 6076, 6079. 66: 6036. 67: 6007, 6014, 6019, 6024, 6034, 6050, 6053. 68: 6057. 69: 6119. 70: 6047, 6090, 6134, 6191. 71: 6132. 72: 6103. 73: 6194, 6195, 6196. 74: 6065, 6149.

175


BASSENGE

Stefan Thomas-Wagner (1951). Das Pferd. Mischtechnik auf Leinwand. 1984.

Moderne und Zeitgenössische Kunst I 4. Dezember 2021 GA L E R I E BA S S E N G E  ·   E R DE N E R S T R A S S E 5A  ·  14193 BE R L I N Telefon: (030) 893 80 29-0 · Fax: (030) 891 80 25 · E-Mail: art@bassenge.com  ·  Kataloge online: www.bassenge.com


BASSENGE

Joseph von Führich (1800-1876). Selbstbildnis mit Brille. Bleistift auf Velin. 1829.

Zeichnungen und Druckgraphik der deutschen Romantik aus der Sammlung Stephan Seeliger 2. Dezember 2021 GA L E R I E BA S S E N G E  ·   E R DE N E R S T R A S S E 5A  ·  14193 BE R L I N Telefon: (030) 893 80 29-0 · Fax: (030) 891 80 25 · E-Mail: art@bassenge.com  ·  Kataloge online: www.bassenge.com


BASSENGE

Louis Jean Desprez (1743-1804). Die große Eruption des Vesuvs. Aquarell- und Deckfarben über einer Umrissradierung von Francesco Piranesi. 67,5 x 46 cm. Um 1781. Wollin 4.

Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts 1. Dezember 2021 GA L E R I E BA S S E N G E  ·   E R DE N E R S T R A S S E 5A  ·  14193 BE R L I N Telefon: (030) 893 80 29-0 · Fax: (030) 891 80 25 · E-Mail: art@bassenge.com  ·  Kataloge online: www.bassenge.com


BASSENGE

Anton Graffs Selbstbildnis von 1805/06, in Dresden 1807 kopiert von Johan Görbitz (1782–1853). Aquarell auf Elfenbein. 6,7 x 5,2 cm.

Portraitminiaturen 2. Dezember 2021

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V ER ST EIGERU NG S - BEDI NGU NGEN 1. Die Galerie Gerda Bassenge KG, nachfolgend Versteigerer genannt, versteigert als Kommissionärin im eigenen Namen und für Rechnung ihrer Auftraggeber (Kommittenten), die unbenannt bleiben. Die Versteigerung ist freiwillig und öffentlich im Sinne des § 383 III BGB. 2. Der Versteigerer behält sich das Recht vor, Nummern des Kataloges zu vereinen, zu trennen, außerhalb der Reihenfolge anzubieten oder zurückzuziehen. 3. Sämtliche zur Versteigerung kommenden Gegenstände können vor der Ver­steigerung besichtigt und geprüft werden. Die Sachen sind gebraucht. Erhaltungszustände der einzelnen angebotenen Arbeiten bleiben im Katalog in der Regel unerwähnt. Die Katalogbeschreibungen sind keine Garantien im Rechtssinne und keine vertraglich vereinbarten Beschaffenheitsangaben. Gleiches gilt für individuell angeforderte Zustandsberichte. Sie bringen nur die subjektive Einschätzung des Versteigerers zum Ausdruck und dienen lediglich der unverbindlichen Orientierung. Alle Gegenstände werden in dem Erhaltungszustand veräußert, in dem sie sich bei Erteilung des Zuschlages befinden. Soweit nicht in der Katalogbeschreibung explizit erwähnt, sind Rahmungen nicht bindender Bestandteil des Angebots. Der Käufer kann den Versteigerer nicht wegen Sachmängeln in Anspruch nehmen, wenn dieser seine Sorgfaltspflichten erfüllt hat. Der Versteigerer verpflichtet sich jedoch, wegen rechtzeitig vorgetragener, begründeter Mängelrügen innerhalb der Verjährungsfrist von 12 Monaten ab dem Zeitpunkt des Zuschlags seine Ansprüche gegenüber dem Einlieferer (Auftraggeber) geltend zu machen. Im Falle erfolgreicher Inanspruchnahme des Einlieferers erstattet der Versteigerer dem Erwerber den Kaufpreis samt Aufgeld. Die Haftung des Versteigerers auf Schadensersatz für Vermögensschäden – gleich aus welchem Grund – ist ausgeschlossen, es sei denn, dem Versteigerer fiele Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last. Die Haftung bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit bleibt unberührt. 4. Der Zuschlag erfolgt nach dreimaligem Aufruf an den Höchst­ bieten­den. Der Versteigerer kann den Zuschlag verweigern oder unter Vor­behalt erteilen. Wenn mehrere Personen dasselbe Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot erfolgt, entscheidet das Los. Der Versteigerer kann den Zuschlag zurücknehmen und die Sachen erneut ausbieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen worden ist oder wenn der Höchst­bietende sein Gebot nicht gelten lassen will oder sonst Zweifel über den Zuschlag bestehen. 5. Im Falle eines schriftlichen Gebotes beauftragt der Interessent den Versteigerer für ihn während der Versteigerung Gebote abzugeben. In schriftlichen Aufträgen ist bei Differenzen zwischen Nummer und Kennwort das Kennwort maßgebend. 6. Telefonische Gebote und Online-Direkt-Gebote über das Internet bedürfen der vorherigen Anmeldung beim Versteigerer und dessen Zustimmung. Für die Bearbeitung übernimmt der

Versteigerer jedoch keine Gewähr. Telefonische und OnlineGebote werden nur akzeptiert, wenn der Bieter bereit ist, den ihm zuvor mitgeteilten Mindestpreis des jeweiligen Loses zu bieten. Auch bei Nichtzustandekommen einer Verbindung gilt, dass für den Auktionator dieses Gebot in Höhe des Mindestpreises verbindlich ist. Für das Zustandekommen einer entsprechenden Telefon- oder Onlineverbindung übernimmt der Versteigerer keine Gewähr. Das Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen findet auf solche Gebote keine Anwendung (§ 312d Abs. 4 Nr. 5 BGB). 7. Mit der Erteilung des Zuschlages geht die Gefahr für nicht zu vertretende Verluste und Beschädigung auf den Ersteigerer über. Das Eigentum an den ersteigerten Sachen geht erst mit vollstän­ digem Zahlungseingang an den Erwerber über. 8. Auf den Zuschlagspreis ist ein Aufgeld von 28% zu entrichten, in dem die Umsatzsteuer ohne separaten Ausweis enthalten ist (Differenzbesteuerung) oder ein Aufgeld von 23% auf den Zuschlag zzgl. der USt von z.Zt. 19% (Regelbesteuerung), bei Büchern beträgt die Umsatzsteuer 7% (Regelbesteuerung). Die im Katalog mit einem * gekennzeichneten Objekte unterliegen in jedem Fall der Regelbesteuerung (Aufgeld von 23% auf den Zuschlag zzgl. der USt von z.Zt. 19%). Bei den im Katalog mit einem ^ gekennzeichneten Objekten ist Einfuhrumsatzsteuer angefallen. In diesen Fällen wird zusätzlich zu einem Aufgeld von 25% (Differenzbesteuerung) die verauslagte Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von z.Zt. 7% auf den Zuschlag erhoben. Für bundesdeutsche Kunsthändler und Antiquare, die zum Vor­s teuer­abzug berechtigt sind, kann die Gesamt­rech­nung auf Wunsch, wie bisher nach der Regelbesteuerung ausgestellt werden. Von der Umsatzsteuer befreit sind Ausfuhrlieferungen in Dritt­ länder (außerhalb der EU) und – bei Angabe ihrer USt.-Identi­ fikations-Nr. bei Auftragserteilung als Nachweis der Berechtigung zum Bezug steuerfreier innergemeinschaftlicher Lieferungen – auch an Unternehmen in anderen EU-Mitgliedsstaaten, unter der Voraussetzung, dass sie für gewerblichen Gebrauch einkaufen. Eine Korrektur nach Rechnungsstellung ist nicht möglich. Alle anderen Käufe aus EU-Ländern unterliegen der Umsatzsteuer. Ausländischen Käufern außerhalb der Europäischen Union wird die Umsatzsteuer erstattet, wenn binnen 4 Wochen nach der Auktion der deutsche zollamtliche Ausfuhrnachweis und der zollamt­ liche Einfuhrnachweis des entsprechenden Importlandes erbracht werden. Bei Versand durch uns gilt der Ausfuhrnachweis als gegeben. Bei Online-Live-Geboten über externe Internetplattformen erhöht sich das Aufgeld um die dort anfallende Transaktions­gebühr. Wäh­rend oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rech­ nun­­gen bedür­fen einer beson­de­ren Nachprüfung und eventueller Berichtigung; Irrtum vor­behalten. Katalog- und Zusatzabbildungen dürfen nicht ohne Genehmigung verwendet werden. Reproduktionsrechte und digitale Dateien der Abbildungen können gegen Gebühr erworben werden. Gegebenenfalls noch bestehende Urheberrechte Dritter bleiben davon unberührt und müssen u.U. gesondert eingeholt werden.


9. Die Auslieferung der ersteigerten Stücke erfolgt in unseren Ge­ schäftsräumen gegen Bezahlung. Kreditkarten (Mastercard, VISA, American Express), Schecks sowie andere unbare Zahlungen werden nur erfüllungshalber angenommen. Bankspesen/ Transaktionsge­bühren bzw. Kursverluste können zu Lasten des Käufers gehen. Die Auf­ bewahrung erfolgt auf Rechnung und Gefahr des Käufers. Der Versand wird gegen Vorabrechnung des Rechnungsbetrages ausgeführt. Die Versandspesen sowie die Kosten für Versicherung gegen Verlust und Beschä­digung gehen zu Lasten des Käufers. Übersteigen die tatsäch­lichen Versandkosten die vorab berechnete Pauschale, so wird die Differenz dem Käufer nachträglich in Rechnung gestellt. 10. Bei der Ausfuhr von Kulturgütern aus dem Gemeinschaftsgebiet der EG ist gem. der EG-Verordnung Nr. 116/2009 abhängig von Kategorie und Wert des Objekts ggf. eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich. Aus Gründen des Artenschutzes können Objekte aus bestimmten, geschützten Materialien (u.a. Elfenbein, Schildpatt, Perlmutt und einige Korallenarten) besonderen Im- und Export­beschränkungen unterliegen. Zum Zwecke des Exports (insbesondere außerhalb der Europäischen Union) kann hierfür eine spezielle Ausfuhrgenehmigung gemäß der Verordnung (EG) Nr. 338/97 erforderlich sein. Entsprechende Ausfuhrgenehmigungen können nur unter strengen Bedingungen erteilt und ggf. auch gar nicht erlangt werden, auch kann der Import dieser Gegenstände in manche Staaten ein­geschränkt oder untersagt sein. Der Käufer ist selbst dafür verantwortlich, sich über etwaige Im- und Exportbeschränkungen zu informieren. Export und Import entsprechender Objekte erfolgen allein auf Rechnung und Gefahr des Käufers. 11. Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme. Der Kaufpreis ist mit dem Zuschlag fällig. Der Versteigerer ist berechtigt, falls nicht innerhalb von zwei Wochen nach der Versteigerung Zahlung geleistet ist, den durch den Zuschlag zustande gekommenen Kaufvertrag ohne weitere Fristsetzung zu annullieren, Verzugszinsen in

banküblicher Höhe – mindestens jedoch 1 % auf den Bruttopreis je angebrochenen Monat – zu berechnen und von dem Ersteigerer wegen Nichterfüllung Schadenersatz zu verlangen. Der Schadenersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, dass die Sache in einer neuen Auktion nochmals versteigert wird und der säumige Käufer für einen Minder­erlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung einschließlich der Gebühren des Auktionshauses aufzukommen hat. Zu einem Gebot wird er nicht zugelassen, auf einen etwaigen Mehrerlös hat er keinen Anspruch. 12. Erfüllungsort und Gerichtsstand im vollkaufmännischen Verkehr ist Berlin. Es gilt ausschließlich deutsches Recht. Das UNAbkommen über Verträge des internationalen Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung. 13. Die im Katalog aufgeführten Preise sind Schätzpreise, keine Limite. 14. Der Nachverkauf ist Teil der Versteigerung, bei der der Interessent entweder telefonisch oder schriftlich (im Sinne der Ziffern 5 und 6) den Auftrag zur Gebotsabgabe mit einem bestimmten Betrag erteilt. 15. Die Abgabe eines Gebotes in jeglicher Form bedeutet die Anerkennung dieser Versteigerungsbedingungen. Der Versteigerer nimmt Gebote nur aufgrund der vorstehenden Versteigerungs­ bedingungen entgegen und erteilt dementsprechend Zuschläge. Kommissionäre haften für die Käufe ihrer Auftraggeber. 16. Sollte eine der vorstehenden Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, so bleibt die Gültigkeit der übrigen davon unberührt. David Bassenge Geschäftsführer Stand: November 2021


CON DI T IONS OF SA L E 1. The Galerie Gerda Bassenge KG, subsequently called “the auctioneer” carries on business as commission-agent in its own name on behalf of its voluntary con­signors. This auction sale is a public one in the sense of § 383 III BGB. 2. The auctioneer reserves the right to combine, to split, to change or to withdraw lots before the actual final sale. 3. All objects put up for auction can be viewed and examined prior to the sale at the times made known in the catalogue. The items are used and sold as is. As long as not explicitly mentioned in the catalogue description, framing is not an inherent part of the offer. As a rule, the condition of the individual work is not given in the catalogue. Catalogue descriptions are made with as much care as possible, but the descriptions do not fall under the statutory paragraph for guaranteed legal characteristics. The same applies for individually requested condition reports. These also offer no legal guarantee and only represent the subjective assessment of the auctioneer while serv­ing as a non-binding orientation. The liability for damage to life, body or health shall remain unaffected. In case of a justified claim, however, he will accept the responsibility to make a claim for restitution on behalf of the buyer against the consignor within a period of 12 months, running from the fall of the hammer. In the event of a successful claim the auctioneer will refund the hammerprice plus premium. 4. The highest bidder acknowledged by the auctioneer shall be deemed the buyer. In case of identical bids the buyer will be deter­ mined by drawing lots. In the event of a dispute the auctioneer has the absolute discretion to reoffer and resell the lot in dispute. He may also knock down lots conditionally. 5. In the case of a written bid the bidder commissions the auctioneer to place bids on his behalf during the auction. In cases where there is a discrepancy between number and title in a written bid the title shall prevail. 6. Telephone and direct online bidding via the internet must be approved in advance by the auctioneer. The auctioneer cannot be held liable for faulty connections or transmission failure. In such a case the bidder agrees to bid the reserve price of the corresponding lot. For such bidding the regulations of long distance contracts do not apply (Fernabsatzverträge) [cf § 312d IV,5 BGB]. 7. On the fall of the auctioneer’s hammer title to the offered lot will pass to the acknowledged bidder. The successful buyer is obliged to accept and pay for the lot. Ownership only passes to the buyer when full payment has been received. The buyer, however, immediately assumes all risks when the goods are knocked down to him.

8. A premium of 28% of the hammer price will be levied in which the VAT is included (marginal tax scheme) or a premium of 23% of the hammer price plus the VAT of 19% of the invoice sum will be levied [books: 7%] (regular tax scheme). Buyers from countries of the European Union are subject to German VAT. Items marked with an * are subject to the regular tax scheme (premium of 23% of the hammer price plus the current VAT of 19%). Items marked with an ^ are subject to import duty. In these cases in addition to a premium of 25% (marginal tax scheme), the charged import tax of currently 7% will be added to the hammer price. Exempted from these rules are only dealers from EU-countries, who are entitled, under their notification of their VAT ID-Number, to buy on the basis of VAT-free delivery within the European Union. Notification of VAT ID-Numbers must be given to the auctioneer before the sale. For buyers from non EU-countries a premium of 23% will be levied. VAT will be exempted or refunded on production of evidence of exportation within 4 weeks of the auction, or, if appropriate, importation to another country. This is taken as given when the dispatch is effected by us. Live bidding through external online platforms entails a transaction fee stipulated by the platform and will be added to the premium. Due to the work overload of the accounting department during auctions, invoices generated during or directly after an auction require careful revision and possible correction; errors excepted. Catalogue images may not be used without permission. Repro­ duction rights and digital files can be acquired for a fee. Any copyrights of third parties that may still exist remain unaffected by this and may have to be obtained separately. 9. Auction lots will, without exception, only be handed over after pay­ment has been made. Credit cards (VISA, Mastercard, American Express), checks and any other form of non-cash payment are accepted only on account of performance. Exchange rate risk and bank charges may be applicable. Storage and dispatch are at the expense and risk of the buyer. If the shipping costs exceed the lump sum on the invoice the outstanding amount will be billed separately. 10. According to regulation (EC) No. 116/2009, an export license is necessary when exporting cultural goods out of European Community territory, depending on the type or value of the object in question. 
For the purposes of wildlife conservation, it is necessary to obtain an export license according to regulation (EC) No. 338/97 when exporting objects made from certain protected materials (incl. ivory, tortoiseshell, mother-of-pearl and certain corals) out of the territory of the European Community. Export licenses for objects made of protected materials are only granted under strict conditions or may not be granted at all. The import of such objects


may be restricted or prohibited by certain countries. It is the buyer’s responsibility to inform himself, whether an object is subject to such restrictions. Export and import of such objects are at the expense and risk of the buyer. 11. The buyer is liable for acceptance of the goods and for payment. The purchase price shall be due for payment upon the lot being knocked down to the buyer. In case of a delayed payment (two weeks after the sale) the purchaser will be held responsible for all resultant damages, in particular interest and exchange losses. In case of payment default the auctioneer will charge interest on the outstanding amount at a rate of 1% to the gross price per month or part of month. In such an event the auctioneer reserves the right to annul the purchase contract without further notice, and to claim damages from the buyer for non-fulfilment, accordingly he can reauction the goods at the buyer’s expense. In this case the buyer is liable for any loss incurred, the buyer shall have no claim if a higher price has been achieved. He will not be permitted to bid.

13. The prices quoted after each lot are estimates, not reserves.

12. The place of fulfillment and jurisdiction is Berlin. German law applies exclusively; the UN-Treaty (CISG) is explicitly excluded.

David Bassenge As of November 2021

14. The after-sales is part of the auction in which the bidder places either by tele­phone or in written form (as stated in number 5 and 6) the order to bid a set amount. 15. By making a bid, either verbally in the auction, by telephone, written by letter, by fax, or through the internet the bidder confirms that he has taken notice of these terms of sale by auction and accepts them. Agents who act on behalf of a third party are jointly and separately liable for the fulfillment of contract on behalf of their principals. 16. Should one or the other of the above terms of sale become wholly or partly ineffective, the validity of the remainder is not affected. In the event of a dispute the German version of the above conditions of sale is valid.


Katalogbearbeitung Dr. Ruth Baljöhr David Bassenge Eva Dalvai Lea Kellhuber Nadine Keul Harald Weinhold

Gestaltung & Satz Stefanie Löhr Fotografie / Reproduktionen Christoph Anzeneder Maria Benkendorf Philipp Dörrie Christina Wunderlich




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