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RAUM NR

das online-magazin über das leben, arbeiten und wohlfühlen in der Region

Ausgabe 01 2010

Der Wille zum Wachstum

Kooperation, Kommunikation, Partner, Wille und der richtige Zeitpunkt... Der Knoten im Gehirn Der Blues erzählt die Geschichten, die das Leben schreibt


„Raum NRW“... zeigt, wie Kultur, Wirtschaft und das Leben in der Region

wirklich aussehen. Und warum dieser Raum eine lebendige Metropole der Zukunft ist.


Hier in Nordrhein-Westfalen gehen wir einen Schritt weiter, sagen dem Papier ade und veröffentlichen mit RAUM NRW das erste Online­magazin für ganz NRW. Wir berichten für Sie multi­medial über auSSergewöhnliche Menschen, Ideen, Orte und Unternehmen in unserer Region. Dabei gehen wir neue Wege. Wir nutzen die Möglichkeiten des Internets und präsentieren unsere Berichte in drei Versionen: Als Onlineausgabe, als hochwertig gestaltetes Printmagazin mit interaktiven und multimedialen Elementen und als

Ausgabe 01 2010

Dies schrieb DIE WELT- Online am 14.04.2010

das online-magazin

„In Chile bebt die Erde, in Finnland streiken die Holzarbeiter, in China boomt die Wirtschaft - und den deutschen Verlagen geht der Rohstoff aus.“

Editorial

HAllo und herzlich willkommen,

Druckausgabe, die Sie als PDF herunterladen können. RAUM NRW können Sie wie ein Onlinemagazin nutzen oder wie ein Printmagazin genieSSen.

Sehen, hören und aktiv sein im Zeitalter der Informationsgesellschaft. Wir hoffen, Sie werden RAUM NRW genauso lieben wie wir. Ihre Ranja Ristea-Makdisi, Herausgeberin

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durchblättern, aber dabei Ani­mationen, Musik, Podcasts und Filme


Inhalt Wirtschaftlich

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Kooperation, Kommunikation, Partner, Wille und der richtige Zeitpunkt...

Interview mit den Wirtschaftsmachern HannsLudwig Brauser, Heinz Konze und Dieter Steffen.

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das online-magazin

Ausgabe 01 2010

Inhalt

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Der Hochhaus-Retter

Der Dortmunder Architekt Andreas Hanke macht aus Bausünden Wohnperlen.

Unternehmerisch

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Schwerpunkt

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Menschlich

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Mittendrin statt nur dabei!

Wir stecken mittendrin. Mittendrin im Wandel der Gesellschaft. Auch Nordrhein-Westfalen schafft den Sprung.

Der Wille zum Wachstum

Seit 1951 hat sich die TROX Group aus NeukirchenVluyn zum Global Player mit 3000 Mitarbeitern weltweit gemausert. Wie sie das geschafft haben und wie sie das bleiben wollen, erklären Heinz Trox und Geschäftsführer Udo Brinkmann.

Der Knoten im Gehirn

Rechtshändig zu sein gilt als normal. Dabei gehen Forscher mittlerweile davon aus, dass es wesentlich mehr Linkshänder gibt als bisher vermutet. Ergotherapeutin Andrea Haben aus Meckenheim hat sich auf verkannte Linkshänder spezialisiert.


Menschlich

34

Lebendig

38

34 Kinder – und kein bisschen müde

Cross und quer in NRW

Wer Crossgolf spielt, ist immer auf der Suche nach besonderen Locations. Stillgelegten Halden oder weitläufige Industriegelände gehören zu den bevorzugten Spielorten.

Kreativ

44

Das Dortmunder „U“ wurde zum Marktplatz der Bilder

Mit insgesamt fast 10.000 Besuchern hat das Fotofestival „The Market“ die Erwartungen der Organisatoren übertroffen. Ein Highlight der Kulturhauptstadt 2010.

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Suchtmittel Geige

In der Werkstatt des Violinenbaumeisters Volker Bley. Eine Audio-Slideshow von Stephan Kleiber und Tobias Jochheim, Studenten der Dortmunder Journalistik.

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40

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Jimmy Steeltown, Kinder der Arbeiterklasse aus dem Ruhrpott.

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Der Blues erzählt die Geschichten, die das Leben schreibt

Inhalt

Elisabeth Stenmans aus Euskirchen hat außer ihren beiden leiblichen Söhnen 32 Kinder aus vier Kontinenten adoptiert, die meisten traumatisiert, einige von ihnen geistig behindert.


Wirtschaftlich Ausgabe 01 2010 das online-magazin 06

Kooperation, Kommunikation, Partner, Wille und der richtige Zeitpunkt... Es sind Jobs, die naturgemäSS mit Wandel, Aufbruch, Evolutionärem zu tun haben: HannsLudwig Brauser war Chef der Wirtschaftsförderung „metropoleruhr“, Heinz Konze war Regionalplaner bei der Düsseldorfer Bezirksregierung und Dieter Steffen Geschäftsführer der Duisburger Innenhafen-Entwicklungsgesellschaft.

Spannende Tätigkeiten, die über das je­weilige Tagesgeschäft hinaus ebenso spannende Fragen aufwerfen. Beispielsweise, woher Impulse zum Umdenken kommen, wie man seine Ziele erreicht und wann sie während Veränderungsprozessen neu justiert werden müssen...


Wirtschaftlich Ausgabe 01 2010

Haben Sie den Eindruck, dass Veränderungsprozesse in immer kürzeren Abständen in Gang gesetzt werden, etwa im Vergleich zu vor zehn oder zwanzig Jahren?

Der Eindruck, dass sich Wandel in schnelleren Schritten vollzieht, hat viel damit zu tun, dass immer mehr Akteure und Interessenslagen im Spiel sind. Sind die Ziele eindeutig formuliert, ziehen die beteiligten Parteien mit, laufen Prozesse aus meiner Erfahrung reibungslos. Natürlich immer unter der Maßgabe der stetigen Kontrolle und Nachjustierung.

das online-magazin

Hanns-Ludwig Brauser In meinem beruflichen Umfeld findet Wandel jeden Tag statt. Wir müssen uns permanent auf unterschiedlichste Menschen und deren Reaktionen auf bestimmte Prozesse einstellen. Darum ist Veränderung für mich ein selbstverständlicher Bestandteil meines Jobs. Ich habe für mich entschieden, ihn offensiv anzunehmen und wenn immer es möglich ist, ihn auch für meine Ziele zu nutzen. Ein Standpunkt, der Erfahrung voraussetzt und von vielen Rückschlägen geprägt war und ist.

Dieter Steffen Ich habe oft das Gefühl, dass neue Schritte, Visionen und der Weg dorthin nicht ausreichend definiert werden. Die Ziele, die erreicht werden sollen, sind für die Beteiligten oft nicht klar genug. Daraus entstehen Gemengelagen, die nicht kontrollierbar sind. Da läuft schnell mal etwas aus dem Ruder, da muss man schnell reagieren, um wieder in jenes Gleichgewicht zu kommen, welches dem übergeordneten Ziel oder einer Vision dient.

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Welche Bedeutung hat Ver­änderung für Sie und ihre tägliche Arbeit?


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Hanns-Ludwig Brauser Das sehe ich ähnlich. Die empfundene Beschleunigung ist zum Teil selbstverschuldet. Man hat Dinge einfach laufen lassen und der Punkt, wo das Chaos droht, ist schnell erreicht. In dem Moment kann man nur noch reagieren und muss Entscheidungen schnell und teilweise überhastet treffen. So haben wir in den letzten dreißig Jahren im Ruhrgebiet viele gute Chancen verpasst. Eigentlich könnten wir schon weiter sein, wenn wir uns frühzeitig auf gemeinsame Ziele geeinigt hätten. ­In den letzten Jahren ist der Druck auf die handelnden Personen gewachsen, aber auch die Erkenntnis, sich zu verständigen und zu kooperieren. Heinz Konze Zunächst einmal glaube ich, dass man noch so gute Ideen haben kann. Wenn man das richtige Zeitfenster nicht erwischt, hat man keine Chance, diese zu realisieren. Aber ich gebe Herrn Brauser und Herrn Steffen Recht: Stehen wichtige, sogar bahnbrechende Entscheidungen an, wird oft nicht ausreichend kommuniziert. Es wird nicht automatisch und zwangsläufig das vorhandene Wissen allen Beteiligten zugänglich gemacht. Aus welchen Gründen auch immer. Lassen wir hier mal Interpretationsspielraum in Hinsicht auf Sicherheitsdenken, Eitelkeiten, Sachzwänge usw. Unterschiedliche Informationsstände führen dazu, dass die Einsicht des Einzelnen, Ziele aktiv anzugehen, verschieden ausgeprägt ist. In Bezug auf das Ruhrgebiet und den Strukturwandel fordere

ich von der Politik, ihre Möglichkeiten frühzeitig und zwingender einzusetzen und Kooperation und Kommunikation einzufordern.

Wie entwickeln sich denn diese Erkenntnisprozesse, die letztlich den Impuls für Neues setzen? Dieter Steffen Zunächst einmal braucht es jemanden mit einer Vision, mit dem Willen, eine Sache voranzutreiben. Und der einzelne Akteur muss gut vernetzt sein und die richtigen Partner auf verschiedenen Ebenen kennen. Aber das Wichtigste: Er braucht Beharrlichkeit. Dann kann ein Prozess erfolgreich angestoßen und Veränderung erreicht werden. Das ist Grundvoraussetzung, aber noch lange kein Patentrezept. Heinz Konze Sie haben Recht. Es braucht definitiv den Einzelnen mit einer Idee. Grundlage von Erfolg ist immer die Entwicklung des Bewusstseins bei vielen Akteuren, dass das Vorhandene allein nicht ausreichen wird, um Unternehmen, die Region und damit auch das Land in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Hanns-Ludwig Brauser Klar, der Akteur, der alles ins Rollen bringt, ist wichtig, auch sein Durchhaltevermögen. Der Erfolg aber ist extrem abhängig von Investitionen in Wissenschaft und Infrastruktur.


Gibt es eine Konstante, die bei allen erfolgreichen Prozessen immer wieder auftritt? Dieter Steffen In meinen Augen sind die handelnden Akteure in allen Veränderungsprozessen entscheidend. Sind sie überzeugt und beharrlich, kann der Prozess erfolgreich verlaufen. Heinz Konze Ja, aber mindestens ebenso entscheidend ist die Frage der finanziellen Ausstattung der Akteure. Ohne ausreichend Geld in der Hinterhand sind bislang noch so gute Ideen oft zum Scheitern verurteilt.

Abschließend ein Fazit: Wann kommt Veränderung zum Tragen? Hanns-Ludwig Brauser Die gesteckten Ziele erreicht man nur, wenn es gelingt, die typischen win-win-Situationen zu schaffen. Wenn alle Partner profitieren, gewinnt auch der Prozess. Es ist eine Art Schachspiel: Man muss die, die quer treiben, schmeißen und die favorisieren, die mitmachen. Heinz Konze Man muss belastbare Netzwerke aufbauen und sich austauschen. Informationen kennen und weitergeben und schließlich verbindliche Verabredungen treffen. Nur die machen eine Entwicklung hin zu etwas Neuem überprüfbar, ergeben einen Zugzwang und veranlassen die Partner, Tempo aufzunehmen. Vielen Dank für das Gespräch!

Wirtschaftlich Ausgabe 01 2010

Dieter Steffen Und nicht zuletzt muss die Betroffenheit der involvierten Gruppen hoch genug sein, um überhaupt offen zu sein für neue Dinge. Die Akzeptanz für die angestrebte Veränderung muss vorhanden sein.

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Heinz Konze Und Psychologie. Ich glaube, oftmals ist der Erfolg zu fünfzig Prozent vom psychologischen Geschick und der emotionalen Kompetenz der Verantwortlichen abhängig.

Hanns-Ludwig Brauser Sie haben beide Recht. Und ich füge noch ein drittes Argument an: Vision und Geld allein reichen nicht. Man benötigt in jedem Falle realistische Umsetzungsschritte für den Prozess. Man muss Allianzen schmieden und so den Prozess treiben. Trotz ständiger Auseinandersetzungen eigentlich eine schöne Aufgabe, wenn man mit den Beteiligten über das „Wie“ diskutieren darf und nicht immer wieder über das „Ob“.

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Das belegen Strukturwandelprojekte wie Pittsburgh oder Sevilla. Denn einer allein bekommt es nicht hin. Da bedarf es des Zusammenspiels möglichst aller Kräfte.


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r e t t e R s au Der Hochh ke macht aus

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Ausgabe 01 2010

Wirtschaftlich

an Architekt Andreas H len r e p n h o W n e d n ü s u Ba Hochhaussiedlungen und Großwohnanlagen aus von Claudia Pejas

den 70er Jahren gibt es fast in jeder größeren Stadt in Deutschland. Früher waren sie be­gehrter, moderner Wohnraum. Doch seit den 80er Jahren hat sich ihr Image immer mehr ins Negative geändert. Oft sind sie heute heruntergekommene, soziale Brennpunkte, in denen niemand mehr wohnen will. Doch es gibt Rettung: Der Dortmunder Architekt Andreas Hanke hat sich der Sanierung und Modernisierung solcher Anlagen verschrieben. Er verwan­delt die Bausünden der Vergangenheit wieder in lebendige Quartiere mit hohem Wohnwert. Wie die siebzehn gräulichen Wohnkisten in der Höxterstraße in Hagen.


Die Anlage der Gemeinnützigen Wohnstättengenossenschaft Hagen hat der Architekt in einen wunderschönen Ort in Anmutung eines mediterranen Bergdorfes umgestaltet. In einen Wohnraum, der heute mehr an luxuriöse Eigentumswohnungen als an sozialen Wohnungsbau erinnert.

Diesen Prozess hat Filmemacher Adolf Winkelmann („Contergan – eine einzige Tablette“) zwei Jahre lange von Anfang bis Ende mit der Kamera begleitet. In 76 Minuten zeigt der Bambipreisträger, wie aus dem unfreundlichen Viertel wieder ein Ort wird, an dem die Menschen gerne wohnen.

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Ausgabe 01 2010

Wirtschaftlich

Der Film „Ein neues Kleid für 17 Kisten“ soll bald im Fernsehen zu sehen sein. Den Trailer gibt es jetzt schon.


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Ausgabe 01 2010

Wirtschaftlich

Unsere Reporterin Claudia Pejas im Gespräch mit Architekt Andreas Hanke

Herr Hanke - wie wird man Hochhaus-Retter? Hanke: Als junger Architekt bin ich in die Hände eines sehr souveränen Managers der Wohnungswirtschaft geraten. Der hat mich vor viele Aufgaben gestellt – und die Schwierigste war, die Wohnanlagen aus den 70er Jahren, in denen keiner mehr leben wollte, wieder in Schuss zu bringen. Ich habe erst sehr widerwillig angefangen, mich damit zu befassen – schließlich träumt man als junger Architekt eher davon schicke Museen zu bauen. Aber wenn man dann mit dem gleichen Ehrgeiz an die Hochhäuser geht, kommen einem erstaunlich gute Ideen. Kann man denn jedes Hochhaus retten? Hanke: Nein. Es hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen hat es mit dem Standort der Anlage zu tun und zum anderen, wem diese Anlage gehört und wie gut sie verwaltet und instand gehalten wird. Wenn eine solche Anlage zum Beispiel an einen gewachsenen Ortskern angebunden ist, ist das ein Pluspunkt. Aber wenn solche Anlagen isoliert stehen und wenn der Eigentümer die Anlage jahrzehntelang verwahrlosen lässt und nicht darauf achtet, wer einzieht, geht schnell die soziale Balance verloren. Es kommt zu Van-

dalismus und plötzlich entsteht diese ganz schlimme Atmosphäre, in der keiner mehr wohnen will. Für manche Hochhäuser ist Abriss ein guter Weg – aber viele andere kann man auch erhalten. Welche Zutaten braucht eine erfolgreiche Rettung? Hanke: Zuerst einmal eine ehrliche Analyse der Situation. Wir versuchen dann, das Negative in etwas Positives zu verwandeln. Mein Mittel ist die narrative Architektur. Ich suche und finde eine Geschichte, die zu dem Stadtteil, dem Ort, den Menschen und dem Gebäude passt. So verwandeln wir die namenlosen Wohnkisten der 70er Jahre wieder in etwas Eigenes, Individuelles, in etwas, das sich die Menschen wünschen. Und wenn das gelingt, gibt es interessanterweise auch keinen Vandalismus mehr. Auch wenn man nicht das Geld für das eigene Traumhaus hat – wenn ich in einem Hochhaus wohne, das klasse aussieht, einen tollen Eingang hat und von dem ich auch gerne meinen Freunden erzähle, dann reicht das für das gefühlte Glück vom eigenen Zuhause. Was halten ihre ArchitektenKollegen von Ihrer Arbeit? Hanke: Sie finden sie oft zum Kotzen. Aber


Adolf Winkelmann hat eines Ihrer Projekte in Hagen von Anfang bis Ende zwei Jahre begleitet und filmisch dokumentiert. Wie war das für Sie? Hanke: Das war sicherlich mit das Schönes, was passieren konnte. Dass es gelungen ist, ein Stück Arbeit zu dokumentieren, ein Projekt an dem so viele Menschen beteiligt waren, in etwas Zeitloses zu gießen. Und dass der Film dann noch so großartig geworden ist – für mich ist das etwas ganz Besonderes, ein Glücksfall.

Vielen Dank für das Gespräch.

Weiterführende Links: www.stadtbildplanung.de www.gwg-hagen.de

Wirtschaftlich Ausgabe 01 2010 das online-magazin

In den letzen Jahren wurden viele Wohnanlagen an Finanzinvestoren verkauft, die häufig als Heuschrecken die Wohnbestände ausbeuten und dann weiterziehen. Wie ist Ihre Prognose: Gewinnen die Heuschrecken zum Schluss? Hanke: Ich hoffe nicht – aber es hat momentan was von der Geschichte David gegen Goliath. Es sind sehr reiche Investmentfonds, die unsere Bestände aufkaufen. Im Klartext heißt das: Sie kaufen die Wohnanlagen, investieren wenig, während sie hohe Renditen rausziehen. Und wenn die Anlagen heruntergewirtschaftet sind, verkaufen sie sie wieder – und die Probleme fallen auf uns zurück. Das ist etwas sehr Kaltblütiges und Ernstes,

denn hier geht es um die Menschen und unser Städte. Aber hier ist nicht Amerika, wo es im Wohnungsbau nur um Gewinn geht. Ich baue auf die europäische Tradition. Bei uns hatte das Wohnen immer auch eine soziale Komponente. Die Wohnungsbaugenossenschaften zum Beispiel und es gibt ganz viele Aufrechte, die dagegen arbeiten.

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das stört mich nicht. Denn ich will, dass meine Konzepte den Menschen gefallen. Neben einigen tollen, begabten jungen Architekten, die wunderschöne Sachen bauen, gibt es unter uns immer noch viele, die dem allgemeinen Credo folgen, möglichst minimalistisch, mit viel Weiß, Schwarz, Silber Glas und Metall zu bauen. Oft sieht dann alles gleich aus. Ich baue aber nicht für meine Zunft, sondern für die Menschen. Da muss man als Architekt manchmal seine eigene Eitelkeit hinter sich lassen.


Unternehmerisch Ausgabe 01 2010 das online-magazin 16

Mittendrin statt nur dabei!

Wir stecken mittendrin. Mittendrin im Wandel der Gesellschaft. Wir sind längst auf dem Weg von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft. Heute und in Zukunft spielen Rohstoffe und Maschinenkraft nicht mehr die alles entscheidende Rolle. Viel eher sind Intelligenz, Wissen und Kreativität gefragt. Produktionsprozesse sind und werden immer stärker abhängig von der Kreativität der Menschen und von ihren Fähigkeiten, zu kommunizieren und bedarfsbezogen zusammenzuarbeiten.

Was nützt es dem Chemieunternehmen, Faserkugeln zu entwickeln, die biologisch abbaubar sind und große Wassermengen speichern können, wenn man nicht weiß, wo die Anwendungsfelder liegen? Erst die Tatsache, dass sie im Gartenhandel die Kübel mit schwerer, nasser Erde ersetzen können und so helfen, Transport- und Versandkosten zu senken, machen die Kügelchen zu einer Innovation. Zwei Dinge sind offensichtlich entscheidend für die Entwicklung innovativer Produkte: Die Kreativi­tät der Beteiligten und der Transfer des Wissens. Grob ausgedrückt geht es darum, die Inhaber von Technologie mit Akteuren der Wirtschaft zusammenzubringen, um das Wissen und die Technologien in Produktion und Wirtschaft zu nutzen. Keine neue Idee. Wird doch schon seit Jahren in Innovations- und Technologiezentren

versucht, diese Prozesse anzustoßen und zu etablieren. Viele dieser isolierten Angebote haben sich nicht so entwickelt wie gehofft, der Output an Innovationen war oftmals überschaubar. Daher findet zurzeit ein Umdenken statt, die Dinge neu zu ordnen, die Reize zu verändern, um so die Basis für mehr Innovationen zu schaffen. Begonnen hat dieser Prozess bereits im Jahr 2000 mit der Verabschiedung der sogenannten Lissabon-Strategie. Die EU hatte damals formuliert, Europa bis 2010 zum „wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum“ der Welt zu machen. Ein hehres Ziel, vor allen Dingen, wenn man die Probleme Europas betrachtet und bedenkt, dass das Jahr 2007 so gut wie vorbei ist und die


Unternehmerisch Ausgabe 01 2010 das online-magazin 17

Ausbildungsvertrag mit Siemens: Jährlich kommen 15 Stipendiaten in die Hochschule Niederrhein, um dort job-bezogen den Bachelor-Studiengang anzutreten. Dabei geht es auch darum, Schlüsselqualifikationen aufzubauen: Teamfähigkeit oder Offenheit für neue Einsatzgebiete. Das ist die Innovation in der Personalentwicklung – Wissen allein reicht nicht mehr, sondern es kommt auf die Soft skills an.


Unternehmerisch Ausgabe 01 2010 das online-magazin 18

EU-Strategen sich im Endspurt befinden müssten. Und auch in Deutschland sieht man sich steigenden Herausforderungen im internationalen Innovationsstreben gegenüber.

der Wirtschaft. Ziel ist die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft durch moderne Clusterpolitik und neue Instrumente des Wissens- und Technologietransfers.

Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren gesetzliche Rahmen sowie Anreize und Förder­maßnahmen ins Leben gerufen, die insbesondere in den Forschungs- und Entwicklungsbereichen der unterschiedlichen HighTech-Branchen Wirkung erzielen sollen. Besonders geförderte Leuchtturmprojekte sollen Brücken schlagen von der reinen Forschung hinüber zu den Zukunftsmärkten

Dass man gerade auf den FuE-Bereich fokussiert, ist kein Zufall. Gelten doch die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung als Gradmesser für das Innovationstempo einer Volkswirtschaft. Je mehr Geld für FuE ausgegeben wird, umso größer werden die Aussichten auf eine dynamische Wirtschaftsentwicklung. Und nach und nach scheinen diese Maßnahmen erste Früchte zu tragen.

In der InnovationsAllianz NRW arbeiten 23 Partnerhochschulen für mehr Inno­va­tionen zusammen. Ziel ist, gemeinsam mit der Wirtschaft die Forschungskapazi­täten intensiver als bisher zu nutzen. Weitere Informa­ tionen finden sich unter www.innovationsallianz.nrw.de


Aufgrund der Historie und den in langen Jahren gewachsenen industriellen Strukturen ist die FuE- Landschaft in NRW sehr heterogen. Diese manchmal als unübersichtlich kritisierten Strukturen sind die eigentliche Stärke Nordrhein-Westfalens. Denn die Kompetenz, die sich hierzulande in vielen Industrie- und Forschungsbereichen gebildet hat, braucht keinen europäischen Vergleich zu scheuen. Um diese Stärken noch besser zu nutzen, ist die Regierung bestrebt, Clusterinitiativen zu bündeln und die Politik der Kooperationen und Netzwerke neu auszurichten. Ein Ausdruck dieses Strebens sind die vom NRW-Kabinett beschlossenen Leitlinien der „Initiative Zukunft Ruhr“. Die Leitlinien

Zum Austausch und zur Kooperation fehlen oftmals noch die geeigneten Plattformen, die dem Wissenstransfer auf die Sprünge helfen. Marktplätze für Ideen also und die Bereitschaft aller Beteiligtenn sich auszutauschen, offen zu sein. Wurden früher extern entwickelte Innovationen von Unternehmen abgelehnt, sind Entscheider heute eher bereit, auch solche Lösungen für ihr Business einzusetzen. Vom Handel mit Wissen können schließlich alle Seiten profitieren. Für viele Experten steht schon heute fest, dass das Geschäft mit Wissen der nächste Schritt auf der Entwicklungsleiter von Unternehmen sein wird.

Unternehmerisch Ausgabe 01 2010

Im gleichen Zusammenhang ist die Formulierung eines neuen NRW-EU-Ziel-2-Programms bis 2013 zu sehen: Das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen möchte damit erreichen, in allen Regionen bestehende Cluster zu stärken und die Bildung neuer Cluster zu unterstützen. Unter dem Schlagwort „Wissensbasierte Wirtschaft“ ist die Cluster-Förderung ausdrücklich vorgesehen.

das online-magazin

Auch in Nordrhein-Westfalen orientiert sich die Politik um.

geben eine Strategie vor, die beim Wandel und der Entwicklung des Landes und speziell des Ruhrgebietes auf kreative Ideen und den Willen zum Wandel bei Bürgern und Unternehmen setzt. Erstmals sollen die verschiedenen Ressorts, von der Bildungspolitik über die Wirtschafts- bis hin zur Infrastrukturpolitik, übergreifend und umfassend zusammenarbeiten.

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Zwar haben wir laut der aktuellen Studie „Standort Deutschland 2007 – Deutschland und Europa im Urteil internationaler Manager“ von Ernst & Young in diesem Jahr im Vergleich zu 2006 weiter an Attraktivität als Wirtschaftsstandort eingebüßt. Doch hat Deutschland den zweiten Platz hinter den USA verteidigt. Die Studie attestiert, dass ausländische Unternehmen Deutschlands Stärken beim Stand der Technologie und in FuE- Bereichen positiv beurteilen. Und, so die Studie weiter, es benennen 31 Prozent dieser Unternehmen die Innovationskraft als größten Vorteil Deutschlands.


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Ein Beispiel ist das „Inhaus2“ in Duisburg: Hier arbeiten neun Fraunhofer-Institute und derzeit 30 Partner aus der Wirtschaft gemeinsam daran, Konzepte und Ideen für das zukünftige Bauen und Betreiben von Gewerbeimmobilien zu entwickeln. „Mit diesem umfassenden Projekt soll ein Innovationsschub für die Immobilienbranche erreicht werden. Auch Betreiber von Hotels, Büro- oder Senior-Care-Gebäuden können davon profitieren“, sagt Prof. Ulrich Buller, Vorstand Forschungsplanung der Fraunhofer-Gesellschaft. Kooperationsbasis ist dabei die branchenübergreifende For­ schungsarbeit. Im Mittelpunkt der Überlegungen steht der umweltverträgliche und wirtschaftliche Betrieb einer Immobilie von Anfang bis Ende. „Unser Ziel ist es, den Planungs- und Bauprozess zu optimieren, den Betrieb von Räumen und Gebäuden zu verbessern und Mehrwerte in der Anwendung zu schaffen“, so Klaus Scherer vom Fraunhofer-Institut für Mikro­elektronische Schaltungen IMS in Duisburg.

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Auch aus Unternehmen selbst heraus kann Innovation entstehen. Etwa bei der BYK-Chemie aus Wesel. Das Unternehmen hat die Bereitschaft und auch die notwendigen Strukturen geschaffen, innovative Ideen wachsen zu lassen. Basis dieser Struktur ist eine Binsenweisheit: Man muss das Ohr ganz nah am Kunden haben. Nur wer zuhört und versteht, was die Kunden benötigen, hat die Chance, Neuheiten zu entwickeln, die wei-

terhelfen und erfolgreich sind. Hört sich abgedroschen an, ist aber deshalb nicht falsch. Die BYK-Chemie schwört alle ihre Außendienstmitarbeiter ein, Anregungen, Wünsche und Kritik der Kunden im Unternehmen zu kommunizieren. Was anderswo als „nervig“ abgetan wird, verdient bei der BYK-Chemie eine Prämie. Der Erfolg gibt dem Unternehmen Recht. Rund 380 Produkte aus dem Bereich der Additive hat man im Angebot, über 10 Prozent davon sind jünger als ein Jahr.Und die Marktführerschaft in diesem Bereich zeigt den Machern, den richtigen Weg zu gehen. Und wie sieht es aus mit dem Wissens- und Technologietransfer aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen? Den Transfer zu intensivieren, die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu verbessern und damit die Innovationskraft von Unternehmen zu stärken, muss das Ziel der nächsten Jahre sein. In die neu abzuschließenden Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen Hochschulen und Land sollen auch Hochschulerfindungen, Patentanmeldungen und Verwertungserfolge als Leistungsindikatoren aufgenommen werden. Damit entstehen neue Anreize, Patente und Lizenzstrategien zu entwickeln und hochschulintern umzusetzen. Sylvia Folgmann ist seit rund 15 Jahren Transferbeauftragte der Hochschule Niederrhein. In der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft beschäftigt sie sich täglich mit der zentralen Frage: Was können Hochschulen für Unternehmen tun bzw. was benötigen Unternehmen von Hochschulen, damit


Zu lange seien die Hochschulen eher zurückhaltend mit ihren Fähigkeiten umgegangen. Anders als die Wirtschaft haben sich die Forschungsstätten nie richtig positioniert und zu wenig für die Außendarstellung getan. „In der gegenwärtigen Debatte weicht diese Zurückhaltung dem Anspruch, selbstbewusst mit Exzellenzen umzugehen, Talente zu fördern, Spitzenklasse werden zu wollen“, beschreibt Folgmann, die gleichzeitig zum Vorstand der „InnovationsAllianz der NRW-­Hochschulen e. V.“ gehört. In diesem Netzwerk haben sich 23 NRW-Hoch­schulen zusammengeschlos­sen und bilden somit das bundesweit größte Bündnis dieser Art. Als Dachmarke der NRW-Forschung soll gemeinsames Marketing betrieben werden, um

Flagge verbessert werden. Hierzu sollen die einzelnen Transferstellen ein durchgängiges Qualitätsmanagement erhalten. Da es dabei natürlich um sensible Felder wie Geschäftsideen, Patentschutz oder Betriebs- und Personaldaten geht, reichen Broschüren, Infoveranstaltungen oder Pressemitteilungen nicht aus, um Partner zusammenzubringen: „Meine Erfahrung sagt mir, dass vertrauensbildende Gespräche im kleinen Kreis viel wichtiger sind. Kein Unternehmer wird sich auf ein Podium stellen und über Geschäftsideen plaudern oder Explosionszeichnungen seiner Maschinen zum Besten geben“, erklärt die Transferbeauftragte der Hochschule Niederrhein.

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„Technologietransfer ist nie einseitig. Es geht nicht nur darum, den richtigen Professor mit dem passenden Unternehmen zusammenzubringen. Den Anfragen entnehmen wir aktuelle wirtschaftliche Anforde­rungen und die Bedürfnisse der Industrie und ihrer Märkte. Alle Professoren, die an der Hochschule Niederrhein anfangen, müssen zuvor lange in der Wirtschaft tätig gewesen sein, um praxisbezogen forschen zu können“, sagt sie.

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deutlich zu machen, dass sich Wissenschaft und Investieren im Land lohnen. Anfang dieses Jahres gegründet, soll die Kooperation innerhalb der Wissenschaft, vor allem aber mit Unternehmen, kommunalen Einrichtungen und Verbänden unter gemeinsamer

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sie am Markt bestehen bleiben? Das Spektrum reicht von technischen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen bis hin zum Produktdesign oder Personalbeschaffung. Darüber hinaus bildet ihr Team eine interne Anlaufstelle für Existenzgründer.


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Ausgabe 01 2010 Unternehmerisch


gesellschaften in 22 Ländern auf allen fünf Kontinenten, eine Eigenkapitalquote von 50 Prozent... Es ist ohne Frage eine Erfolgsgeschichte, die TROX hinlegt. Sie begann im Jahr 1951 mit einer Pionierleistung, die unternehmerischen Mut gefordert hat. Die TROX Group hat sich konsequent erweitert, neue Länder und Märkte erobert. Mit ausgereiften Komponenten und Systemen der Lüftungs-, Klima- und Brandschutztechnik, die weltweit ihresgleichen suchen.

Unternehmerisch Ausgabe 01 2010

3.000 Mitarbeiter weltweit, 380 Millionen Euro Umsatz in 2008, 24 Tochter­

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Der Wille zum Wachstum

Keine Lobhudelei, sondern Tatsache. Die nur dadurch möglich wurde, dass

Wert auf Forschung und Entwicklung gelegt hat, kluge Personalpolitik und

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sich das Unternehmen von Anfang an ständig aktiv angepasst, expandiert,

solide Finanzpolitik betreibt. Allesamt Eigenschaften, die für den aktiven Umgang mit sich ändernden Rahmenbedingungen stehen. Die Redaktion sprach mit Heinz Trox, Hauptgesellschafter und Mitglied des Aufsichtsrats, und Udo Brinkmann, Geschäftsführer der TROX GmbH.


Unternehmerisch Ausgabe 01 2010 das online-magazin 24

Heinrich Trox, Firmengründer Als Global Player, der es mit unter­schied­lichen Märkten zu tun hat, sind Sie ge­ra­d­ezu gezwungen, sich auf Änderungen einzustellen. Wie machen Sie das? Heinz Trox Natürlich setzen wir uns strategisch mit Veränderungen, konjunkturellen Schwankungen im Baumarkt aktiv auseinander. So arbeiten wir beispielsweise in den Gremien mit, die für Klimatisierung entscheidend sind und die Normen setzen. Flexibel zu sein ist hier die Hauptsache. Wir arbeiten in über 20 Ländern. Die Entwicklungen in den jeweiligen Märkten werden durch unsere Managements in den Tochtergesellschaften vor Ort genau beobachtet und analysiert. Mitte des Monats haben wir alle Zahlen in der Zentrale und wissen, wie die Gruppe steht. Und da TROX ein inhabergeführtes Unternehmen mit flachen


Heinz Trox Diese evolutionäre Anpassung an neue Märkte und Strukturen hat bei uns schon sehr früh eingesetzt. Bereits in den 1960er Jahren sind wir aus Deutschland herausgegangen, weil es uns zu klein erschien. Zunächst haben wir den Vertrieb auf England ausgeweitet, dann Frankreich. Uns so haben wir uns systematisch Land für Land aufgebaut und Tochtergesellschaften gegründet.

War dieser enorme Expansionswille nicht untypisch für die Zeit?

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Udo Brinkmann Das alleine würde sicher nicht ausreichen, um auf der Erfolgsspur zu bleiben. Da muss man sich schon täglich dem Markt stellen. Der Vertrieb ist jeden Tag beim Kunden, wir sind in engem Kontakt mit Architekten, Anlagenbauern, den beratenden Ingenieuren etc. Das machen wir weltweit. Und neben der Produkttechnik ist die Beratung ein wichtiger Faktor im aktiven Umgang mit wirtschaftlichen Veränderungen. Heute sind wir weltweit führend, wenn es gerade bei komplexen Bauvorhaben um die Frage geht, wie Luft am besten geführt und geleitet werden kann.

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Dieses regelmäßige Abklopfen der Märkte ist dann schon das erste Instrument im Umgang mit Veränderungen?

Unternehmerisch

Hierachien und kurzen Kommunikationswegen ist, können wir unternehmerisch sehr schnell auf diese Reports reagieren. Wie gesagt, diese Justierung erfolgt Monat für Monat.

Heinz Trox Absolut, zumal wir uns relativ schnell nach Übersee orientiert haben. Südafrika, Brasilien, USA. Bis wir im letzten Jahrzehnt unsere Liebe für Osteuropa und den fernen Osten entdeckt haben. Wenn man aufhört zu wachsen, kann man die Uhr danach stellen, wann über dem Haupteingang


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nicht mehr der eigene Name steht. Und wir wollen und werden weiter wachsen. Und zwar einerseits aus eigener Kraft und andererseits durch Akquisitionen. Das Agieren in Deutschland und in europäischen Nachbarländern erfordert doch sicher eine andere Herangehensweise als beispielsweise in den Emiraten oder in China? Wie stellen Sie sich auf Kulturen und Mentalitäten ein? Udo Brinkmann Unsere lokalen Managements sind überwiegend mit einheimischen Mitarbeitern besetzt, da sie sich mit den jeweiligen Sitten und Gebräuchen am besten auskennen. Mit dieser multikulturellen Personalstrategie sind wir immer gut gefahren. Heinz Trox Dies gilt allerdings nicht nur für die fernen oder exotischen Länder. Selbst in Frankreich, Italien oder den Niederlanden muss man die Ansprache sehr differenziert angehen, um ins Geschäft zu kommen oder Projekte zu generieren. Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass hier in der Zentrale der rote Faden vorgegeben wird in Hinblick


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Udo Brinkmann Ich denke, es ist die Mischung. Ein Beispiel: Ich sprach vorhin von anspruchsvollen architektonischen Aufgabenstellungen in der Klimatechnik. Aus sehr individuellen Lösungen, die wir gemeinsam mit Kunden entwickeln, können später serienreife Produkte entstehen. Zudem hat TROX mittlerweile zwölf Forschungs- und Entwicklungszentren weltweit, in denen bestehende Produkte weiterentwickelt oder neue Ideen in die Tat umgesetzt werden. Das Thema Kunststofffertigung sei hier exemplarisch benannt. Eine aussichtsreiche Technologie, mit der wir uns in Zukunft intensiv beschäftigen wollen. Vielen Dank für das Gespräch!

das online-magazin

Ideen, Erfindungen, Innovationen... Veränderungen beginnen immer im Kopf. Wer setzt die Impulse dazu? Der Wettbewerb, die Nachfrage, der eigene Antrieb?

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auf Corporate Identity, Strategie, Forschung und Entwicklung und so weiter.


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Wie Linkshändern die rechte Hand das Leben schwer machen kann Rechtshändig zu sein, gilt als normal. Dabei gehen Forscher mittlerweile davon aus, dass es wesentlich mehr Linkshänder gibt als bisher vermutet. Nur ist ein Großteil von ihnen auf die nicht-dominante Hand umgeschult. Das kann weitreichende Folgen haben.

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das online-magazin

Der Knoten im Gehirn

von Marion Theisen


Menschlich Ausgabe 01 2010 das online-magazin

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Menschlich Ausgabe 01 2010 das online-magazin 30

„Oh

prima, jetzt brauche ich meinen Psychologen nicht mehr“, freute sich die 55-jährige Marlies D., als sie von ihrer Linkshändigkeit erfuhr. Sie litt unter chronischer Erschöpfung, ihr Leben verlief äußerst chaotisch. Das änderte sich schon während der Rückschulung auf die linke – dominante – Hand. Dieser Prozess aber ist nicht immer einfach. Bei Frank Ellbrunner (43) aus Köln zum Beispiel hat es etwa ein Jahr gedauert. Genau wie bei Marlies D., hatten ihn die Eltern darauf getrimmt, das vermeintlich schöne Händchen zu nehmen. So schrieb er mehr schlecht als recht mit rechts, fühlte sich dabei aber nie so ganz im Gleichgewicht.

Dabei machte er alles andere gerne mit links. Freunde bestärkten ihn darin, sich beraten zu lassen, und so kam er zu Andrea Haben, einer Ergotherapeutin in Meckenheim, die auf die Rückschulung von Linkshändern spezialisiert ist. Mittlerweile gelingt ihm das, was ihm am meisten am Herzen liegt: Er schreibt Gedichte, manchmal bis tief in die Nacht hinein. Wenn er für die Gedichte einen Verlag gefunden hat, soll ein Roman folgen. Die Gedanken dazu waren schon lange in seinem Kopf, aber mit der rechten Hand schreibend, konnte er sie nicht sortieren und kanalisieren. Das ging erst mit links, und dann sogar mit


Beim 7-jährigen Simon führte das dazu, dass er sich in der Schule „Auszeiten“ nahm und ins Träumen geriet. Er ist nun seit einem halben Jahr in der Rückschulung. „Man merkt schon, dass er viel offener und fröhlicher ist. Außerdem hat sich seine Orientierung in Zeit und Raum sehr gebessert. Die linke Hand tut

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Auch für einen Erwachsenen wäre das im Arbeitsalltag nicht anders möglich“, meint Andrea Haben, die Ergotherapeutin. Sie gibt die Übungen und den Zeitrahmen vor; gerade bei Erwachsenen muss sie auch schonmal bremsen. „Die haben dann jahrelang ihre psychischen und emotionalen Probleme mit sich herumgeschleppt und wollen die endlich los sein.“ Wer zu ihr kommt, leidet oft schon länger unter Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Dauermüdigkeit oder dem Gefühl, den Alltag nicht in den Griff zu bekommen. Manche haben sich schon von ihrem Freundeskreis zurückgezogen, wollen sich keinem mehr zumuten. „Es ist gut zu sehen, wie zufrieden Kinder und Erwachsene nach der Rückschulung sind. Auch wenn der Weg dahin nicht immer einfach ist“, weiß die Ergotherapeutin. Hauptsache, er lohnt sich.

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Kind ein umgeschulter Linkshänder sein könnte. Um in Bezug auf diesen Punkt sicher zu sein, gibt es einen bundesweit einheitlichen Test. Darin wird einerseits der spontane Handgebrauch des Kindes genauestens beobachtet, und zwar bei den verschiedensten und – vorrangig - ungeübten Tätigkeiten. Andererseits spielen auch der Verlauf von Schwangerschaft und Geburt sowie die frühkindliche Entwicklung eine große Rolle. Bevor ein Kind als linkshändig gilt, muss nämlich ausgeschlossen werden, dass es etwa bei einer Sauerstoff-Unterversorgung bei der Geburt kleinste Gehirnschäden davongetragen hat, die zu ähnlichen Symptomen führen können wie eine umgeschulte Händigkeit. Zu einer – oft auch unbewussten – Umschulung der Händigkeit kommt es durch Erziehung, Nachahmung oder auch durch eine länger andauernde Verletzung der dominanten Hand. Ist ein Mensch aber auf die nicht-dominante Hand umgeschult, so hat sein Gehirn wesentlich mehr zu tun als es nötig wäre. Es kommt zu einer Überbelastung der nicht-dominanten Gehirnhälfte, zu einer Unterbelastung der anderen.

ihm gut“, sagt Simons Mutter. Die Rückschulung für Simon wird noch eine Weile dauern. „Zur Zeit malt er etwas oder wir spielen Watte-Fußball auf dem Tisch, schnipsen kleine Watte-Bälle in selbstgebastelte Tore“. Als Nächstes stehen dann Übungen zum Nachspuren an, in denen mit Filzstiften Striche und Kringel nachgezogen werden. Dann erst geht es an die Buchstaben. Das ist der normale Weg. „Ein Kind soll ja in der Schule nicht ins kalte Wasser geworfen werden, die Hand muss erst trainiert sein.

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Leichtigkeit. Wahrnehmungs-Probleme und Konzentrations-Schwierigkeiten sind auch bei Kindern die häufigsten Ursachen, zu Andrea Haben in die Praxis für Ergotherapie zu kommen. Wie bei Simon (7) haben die Eltern meist zumindest eine Vermutung, dass ihr


34 Kinder – und kein bisschen müde

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von Marion Theisen

Elisabeth Stenmans aus Euskirchen hat außer ihren beiden leiblichen Söhnen 32 Kinder aus vier Kontinenten adoptiert; die meisten traumatisiert, einige von ihnen geistig behindert. Auf ihren Reisen nach Brasilien, Äthiopien, Sri Lanka und Rumänien hat die heute 60-jährige vor allem Hilfsprojekte vor Ort angestoßen und durchgeführt. Den Kindern aber, die in ihrer Umgebung keine Chance auf eine gute Entwicklung gehabt hätten, hat sie in Euskirchen ein neues Zuhause gegeben.


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Zwanzig Kinder leben zur Zeit noch in den fünf Häusern, die auf einem großen Grundstück verteilt und durch einen Garten verbunden sind. Die anderen halten den Kontakt, leben aber schon außer Haus.

Die Eltern von Elisabeth Stenmans, ein wohlhabendes Fabrikanten-Ehepaar, haben sie christlich erzogen. Allerdings fanden sie recht bald, dass sie es „mit dem christlichen Leben etwas übertreibt.“ Als Kind begleitete sie ihren Vater auf eine Kreuzfahrt nach Afrika und sah das Elend, das in krassem Gegensatz zu ihrem Reichtum stand. Fortan spendete sie ihr Taschengeld und versuchte zu helfen wo sie konnte.

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Vier ihrer Kinder sind Erstklässler, fünf weitere sind im letzten Jahr zur Kommunion gegangen. Da ist gute Organisation die halbe Miete. „Beim ersten Kind, vor 38 Jahren, war ich auch gestresst. Das gebe ich schon zu“, sagt Elisabeth Stenmans und lächelt. Das hat sich aber mit der Zeit relativiert. Außerdem helfen erwachsene Töchter als ausgebildete Pädagogen. Sie legen für die Kleineren die Sachen zum Anziehen heraus, bereiten das Frühstück vor oder machen Förderangebote. Der Haushalt andere Pflichten werden auf alle Schultern verteilt.

Wer nun denkt, dass man bei 34 Kindern leicht den Überblick verlieren könnte und nicht jedem gerecht würde, hat weit gefehlt. Jeden Tag werden die Hausaufgaben der Kleineren nachgeschaut, es gibt eine Mittagsruhe und am Nachmittag dann drei mögliche Programmpunkte zur Auswahl. Sport, Musik und Kultur spielen im Hause


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Stenmans eine wichtige Rolle. So besucht die Mutter mit Gruppen von zehn bis fünfzehn Kindern regelmäßig Museen und Ausstellungen. Schief angeguckt werden sie dabei nach ihrer Aussage nicht. „Die Leute sind eher neugierig und staunen, wie interessiert und konzentriert die Kinder sind.“ Eigentlich hatte sie nicht geplant, so viele Kinder zu adoptieren. Die erste Zäsur gab es nach sieben Kindern. Das Haupthaus war voll, und es sollte ja jedes Kind noch sein eigenes Zimmer haben. Mittlerweile kamen jedoch auch Anfragen von außen auf sie zu.

Sie ließ ein Nebenhaus anbauen, hatte 12 Kinder, es folgte die nächste Zäsur. Im Familienrat wurde mit allen Beteiligten über jede neue Veränderung beratschlagt. „Wir überlegten: können wir das noch leisten, finanziell, physisch, aber auch psychisch.“ Die Antwort war: ja! So baute Elisabeth Stenmans drei weitere kleine Häuschen auf ihr großes Grundstück. Die Kinder wirken glücklich, ausgelassen und sehr gut erzogen. Um sie individuell fördern und ihre traumatischen Erlebnisse auffangen zu können, approbierte Elisabeth


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Mit ihrem Verein Hände reichen – Hilfe zur Selbsthilfe in Afrika e.V. bietet sie vor allem Hilfe vor Ort an. So bekommen Frauen, die von Prostitution und Gewalt bedroht sind, das Startkapital, um sich einen kleinen Imbissstand oder eine Nähstube aufzubauen und auf eigenen Beinen zu stehen. Auch die

Erlöse aus ihrem Buch „Jedes Kind ist ein Geschenk“ fließen dorthin. Der Focus richtet sich zur Zeit auf Addis Abeba, die Hauptstadt von Äthiopien. Dorther stammen zwanzig Kinder der Familie Stenmans, die, denen vor Ort nicht geholfen werden konnte, weil ihre Mütter entweder süchtig, kriminell oder gar verstorben sind. Die Elisabeth StenmansStiftung kümmert sich zudem – auch in Deutschlang - um die Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen. In beiden Einrichtungen sind Mitarbeit und Spenden stets willkommen.

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Stenmans als Kinder- und Jugendpsychotherapeutin und machte die verschiedensten Zusatzausbildungen. Ihr eigentlicher Beruf, in dem sie auch viele Jahre gearbeitet hat, ist Lehrerin für die Fächer Deutsch, Geschichte und Kunst.


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Der Blues erzählt die Geschichten, die das Leben schreibt Das Leben schreibt Geschichten. Jeden Tag und überall. Sie handeln von Liebe, Trennung und Schmerz. Von Hoffnung und Enttäuschung. Von Moral und Erwartungen. Die Geschichten sind durch ihre Akteure zwar individuell und manchmal kulturell, religiös oder gesellschaftlich anders geprägt, aber im Kern sind sie auf unser Leben übertragbar. Denn jeder von uns hat schon geliebt, gehasst oder gehofft. Wurde enttäuscht, belogen oder verführt. Verraten, verletzt oder beschützt. Der Blues erzählt die Geschichten, die das Leben schreibt. In all Ihren Facetten. Er ist schonungslos, aufrichtig und ehrlich. Aber nicht um traurig zu wirken oder Trauer zu hinterlassen. Der Blues ist wie ein reinigendes Gewitter, das sich zuerst mit einer unvorstellbaren Urgewalt entlädt und am Ende eine einzigartige reine Luft hinterlässt. Wenn der Blues kommt, wird es dunkel in unseren Herzen und Seelen. Aber wenn er geht, lässt er uns klarer sehen und uns mit unserer eigenen Geschichte auseinandersetzen. Er berührt uns und er lässt vor allem Gefühle zu. Gefühle, die man akzeptieren und durchleben muss, damit Neues und Gutes beginnen kann. Wir erzählen heute die Geschichten des Lebens. Aus unserer Perspektive. Mit unseren Stimmen. Und wir haben den Blues im Gepäck. Wir sind Jimmy Steeltown, Kinder der Arbeiterklasse aus dem Ruhrpott. Und wir tragen die reinigende Kraft des Blues unters Volk.


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Aktuelle Songs GONNA FIND ANOTHER YOU JUST ANOTHER VICTIM STARS AND MOON


Cross und quer

Golf-Kick jenseits gepflegter Grünflächen Fotos von Pascal Amos Rest

Crossgolf steht für Sport und Spaß jenseits von Etiketten und gepflegten Grünflächen. Wer Crossgolf spielt, ist immer auf der Suche nach besonderen Locations. Stillgelegte Halden oder weitläufige Industriegelände gehören zu den bevorzugten Spielorten.

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Crossgolf-Highlight im Kulturhauptstadtsjahr waren die Ruhrpott-X-Golfer Open. Wie schon im Jahr davor spielten sich die Teilnehmer des offenen Turniers gemeinsam einmal quer durchs Ruhrgebiet. Organisiert wird das Turnier durch den 2001 gegründeten Ruhrpott-X-Golfer e.V. Der Verein gehört zu den wenigen offiziell genehmigten Vereinen der Crossgolf-Szene und hat sich durch sein großes Engagement bereits bis weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus einen Namen gemacht. Wer am Ende einer CrossgolfChallenge den Sieg davonträgt, steht übrigens nicht an erster Stelle. Was in der Szene zählt, ist der Kick, die kultigsten Spots ausfindig zu machen und sie für einige Stunden zu den außergewöhnlichsten Golfplätzen der Umgebung umzufunktionieren.


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Cross Golfer

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Das Dortmunder „U“ wurde zum Marktplatz der Bilder Mit insgesamt fast 10.000 Besuchern

hat das Fotofestival „The Market“ die Erwartungen der Organisatoren übertroffen. Es wurde zu einem Highlight der Kulturhauptstadt 2010


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Das TWINS2010 Projekt wurde ausgerichtet von der Regionalgruppe Dortmund des Freelens e.V., der größten Fotojournalisten-Vereinigung Deutschlands in Kooperation mit dem Fachbereich Design der Fachhochschule Dortmund, und der spanischen Kunstschule „Escuela de Arte de Oviedo“ als internationalem Partner. Ziel der Organisatoren Pascal Amos Rest (Freelens e.V), Holger Jacoby (Freelens e.V.) und Prof. Cindy Gates (FH Dortmund) war es, die Kulturhauptstadt mit „The Market“ zum internationalen Marktplatz der Bilder werden zu lassen. Vom 28. Mai bis zum 22. Juni wurden die 22 Gewinnerarbeiten des „The Market“-Fotowettbewerbs auf ca. 500 qm Ausstellungsfläche im Dortmunder U präsentiert. Ermittelt wurden die besten Arbeiten durch eine externe Jury bestehend  Barbara Stauss (Bildchefin bei der Zeitschrift mare u.a.), Prof. Roman Bezjak (Fachhochschule Bielefeld), Gerald Sagorski (Bildredakteur Spiegel Online) und Bertram Solcher (Vorstandsvorsitzender FREELENS). Der besondere Reiz der Ausstellung lag einerseits in der Thematik der ausgestellten Fotos und andererseits in der Art ihrer Auswahl und Präsentation.


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Alle Anwesenden, die Gäste aus dem Inn- und Ausland genauso wie die Referenten und Veranstalter, waren sich am Ende einig: Das Symposium war ein voller Erfolg und das Programm genauso spannend wie lehrreich. Einer der Gäste brachte auf den Punkt, was wohl alle dachten: „Schade, dass dieser Marktplatz der Bilder, Ideen und des gegenseitigen Informationsaustausches nicht jedes Jahr statt finden kann!”.

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Ergänzend zur Ausstellung fand vom 04.-06. Juni im Gebäude des Fachbereichs Design ein Symposium statt. Das Programm des 3-tägigen Symposiums bestand neben der offiziellen Ehrung der Preisträger-Arbeiten aus Vorträgen renommierter Fotografen wie Stanley Greene, Philippe Dudoit, Alfredo D’amato oder Alice Smeets, einer Podiumsdiskussion zur „Zukunft und Entwicklung des Bildermarktes“ und weiteren Highlights. Eingeladen zu den Veranstaltungen waren alle Interessierten, die der Fotografie auf eine besonders intensive Weise verbunden sind. Etwa 10.000 Besucher sind der Einladung gefolgt und haben damit die Erwartungen der Organisatoren übertroffen. Trotz der Unterstützung der Twins ­­2010, der Ruhr2010 und der Pro­jektpartner wäre dieser große Erfolg ohne die Hilfe der Sponsoren, der ehrenamtlichen Mitarbeiter und der Studierenden nicht möglich gewesen. Das durchweg positive Feedback seitens der Besucher, Fotografen, Bildredakteure und auch der Presse entschädigte die Organisatoren für alle Anstrengungen der Planungs- und Organisationsphase des Projektes.


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Geigen sind für die meisten Menschen etwas Fragiles, Antikes, Fremdes. Für einige wenige sind sie Werkzeuge. Für Geigenbaumeister Volker Bley hingegen ist die Violine ein „Suchtmittel“, zu dem er auch andere verführen will. Mit dem Gang in seine Werkstatt im Dortmunder Kreuzviertel betritt man eine eigene Welt, in der die Zeit still zu stehen scheint.

Eine Audio-Slideshow von Stephan Kleiber und Tobias Jochheim


Impressum RAUM NRW das online-magazin über das leben, arbeiten und wohlfühlen in der Region Es erscheinen 4 Ausgaben im Jahr. Herausgeber: RAUM NRW Agentur für kreative Medien Dipl. Des. Ranja Ristea-Makdisi Hahnenmühlenweg 29 . 44147 Dortmund ranja.ristea@raum-nrw.de . www.raum-nrw.de Redaktionsteam: Jan Polte Stefan Weist Claudia Pejas Fototeam: Pascal Amos Rest Britta Radike Gestaltung: RAUM NRW Agentur für kreative Medien mail@raum-nrw.de Umsetzung: RAUM X Agentur für kreative Medien Huckarder Str. 12 . 44147 Dortmund mail@raum-x.de . www.raum-x.de

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Seite 34 Text: Marion Theisen, Bilder: Marion Thies, Istockphoto

Seite 16 Text/ Bilder: Jan Polte

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Seite 18 Text: Jan Polte, Bilder: Istockphoto (Titel), Siemens AG Pressebilder, Hochschule Niederrhein Seite 24 Text: Jan Polte, Bilder: TROX GmbH, Animation: Istockphoto

Seite 40 Text/Bilder: Pascal Amos Rest Seite 44 Text: Nina Rest, Bilder: Holger Jacoby Seite 48 Film: Stephan Kleiber und Tobias Jochheim


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