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Oktober/November

10. Jahrgang ı Österreich € 3,00

www.fondsexklusiv.at

ISSN 1609-9370

exklusiv

03/2012

Verlagspostamt 1220 Wien, P.b.b. 02Z034543M

DAS ANLAGEMAGAZIN FÜR FINANZDIENSTLEISTER

Gesteuert ins Kursziel

exklusiv

In Kooperation mit

Multi-Asset-Fonds als Anlagelösung?

BIOTECH-FONDS

private equity

EXPERTEN-GESPRÄCH

Eine Rally hat den Sektor auf neue Rekordhochs gehievt

Die Erholung für Unternehmens­ beteiligungen setzt sich fort

Finanzberatung: Schmerzhafte Prozesse beinhalten eine Riesenchance

MICHAEL KEPPLER

Der „Quant-Shop“-Manager erklärt, warum zwischen Wirtschaftswachstum und der Börsenkursentwicklung kein Zusammenhang besteht

Michael j. gelb Wie neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass mentale Kapazität im fortgeschrittenen Alter sogar zunehmen kann


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Die vorliegende Marketingmitteilung stellt keine Anlageanalyse, Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Insbesondere ist sie kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Investmentfondsanteilen. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu. Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab und kann künftigen Änderungen unterworfen sein. Der Prospekt einschließlich der Fondsbestimmungen sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen (Kundeninformationsdokument) der in dieser Unterlage beschriebenen Investmentfonds sind jederzeit kostenlos bei der Allianz Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH, Hietzinger Kai 101-105, 1130 Wien, sowie im Internet unter www. allianzinvest.at in deutscher Sprache erhältlich. Erstelldatum: September 2012


Investmentkultur Editorial

Bröckelnde Weisheiten Liebe Leserinnen, liebe Leser! Börsenweisheiten sind gerade für Privatanleger hilfreich. Basierend auf jahrzehntelangen Erfahrungen von Börsianern helfen sie, unüberlegte Handlungen zu vermeiden, wenn es an den Börsen allzu turbulent zugeht. Sicherlich kennen Sie auch welche? „Politische Börsen haben kurze Beine“, lautet eine. Sie besagt, dass sich politische Ereignisse nur kurzfristig auf die Aktienmärkte auswirken. Schnell geben dann wieder Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen die Richtung für die Kursentwicklungen vor. Gilt das aber noch? Gespannt schauen Aktienhändler, Analysten und Anleger nach Griechenland, Brüssel oder wo sonst Europas Politiker, Regierungschefs und Notenbanker tagen, reden oder verlautbaren, wie sie die Euro- und Schuldenkrise bändigen wollen. Je nachdem, wie die „Ergebnisse“ interpretiert werden, laufen die Kurse in die eine oder andere Richtung. In den zurückliegenden Wochen geht es erfreulicherweise eher nach oben. Nachdem das deutsche Bundesverfassungsgericht dem „Euro-Rettungsschirm“ unter Auflagen „grünes Licht“ gab und die Europäische Zentral­ bank (EZB) die Geldschleuse weiter offen hält, hellte sich die Stimmung an den Aktienmärkten merklich auf. Nun richtet sich der Blick darauf, wie die Troika aus Vertretern des Internationalen Währungsfonds, EU-Kommission und EZB die Sparmaßnahmen Griechenlands bewerten. Fündig geworden sind Anleger offenbar bei der Frage, welche Fonds mit solchen schwierigen Marktverhältnissen am besten klar kommen: die Multi-Asset-Fonds. FONDS exklusiv hat sich diese „Alleskönner“ in seiner Titelgeschichte genauer angeschaut – und ist zu differenzierten Ergebnissen gekommen. Wir widmen uns viel versprechenden Anlagethemen, wie Biotechnologieund Wasserfonds und berichten von unserem Roundtable, der sich u. a. mit dem Paradigmenwechsel im Rentenmanagement beschäftigt. Im Vorsorgebereich runden ein Experten-Gespräch zur Beratungsqualität und Aktuelles zu Unisex-Tarifen sowie zum Social Networking die Themenpalette ab. Ans Herz legen möchte ich Ihnen unser Interview mit Michael J. Gelb. Der US-Leadership-Experte erklärt, wie Sie Ihre mentale Kapazität im Alter sogar noch steigern können. Gerade vor dem Hintergrund der politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten wollten wir auch wissen, wie Sie sich als Privatanleger optimal aufstellen können. Finger weg von Anleihen, Rohstoffe nur beimischen und langfristig auf Aktien setzen, meint Fondsmanager Michael Keppler im Interview mit unserer New Yorker Redakteurin Bettina M. Gordon. Für den „Meister der Langstrecke“ steht fest, dass die Dividendenpapiere weiterhin die höchsten Erträge liefern dürften. Auch hier bröckeln alte Börsenweisheiten: Diversifikation, also die Streuung von Kapitalanlagen auf verschiedene Anlageklassen, ist zwar nach wie vor unerlässlich, um Wertverluste zu begrenzen. Das kann nur gelingen, wenn die Assets so gering wie möglich miteinander korrelieren, also nicht voneinander abhängen. Nur dann besteht die berechtigte Hoffnung, dass beim nächsten Kurseinbruch an den Börsen nicht das gesamte Depotvermögen unter die Räder kommt.

Kay Schelauske, Chefredaktion k.schelauske@fondsverlag.com

exklusiv

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Inhalt 03/12

22 Michael Keppler

88 Michael J. Gelb

18 Biotech-Fonds

50 Unisex-Tarife

Der „Meister der Langstrecke“ ist für Aktien optimistisch

10 Titel: Multi-Asset-Fonds

Stetige Erträge und begrenzte Verluste: Durch eine dynamische Steuerung der Asset Allocation und eingebautes Risikomanagement überzeugen viele Anlagekonzepte

Die Rally hat den Sektor auf neue Rekordhochs geführt

40 Immobilien

trader´s corner

06 Chartanalyse

Austro-Immo AGs liegen teilweise weit unter ihrem Net Asset Value

Weniger Risiko dank Nachhaltigkeits-Screenings

10 Multi-Asset-Fonds Bessere Anlageergebnisse durch

18 Nun purzeln die Rekorde

44 Experten-Gespräch

pensionsvorsorge

dynamische Steuerung

Gibt es triftige fundamentale Gründe für die Biotech-Hausse?

22 Interview mit Michael Keppler Warum Investoren jetzt verstärkt

auf Aktien setzen sollten

32 Alternative für Bondanleger Mit zweistelligen Kurszuwächsen

erfreuen Wasserfonds die Anleger

50 Unisex-Tarife

Fondsprominenz soll die Anlegerschaft locken

38 Talk mit M. Kaiser, Veritas

„Zuerst die Allokation, dann die passenden ETFs wählen“

Jetzt einsteigen oder warten?

54 BKV-Vorsorge

Sicherheit gefragt/Gesetzgeber erleichtert Zugang

58 Impressum

36 Nomen est omen

„Schmerzhafte Prozesse beinhalten auch eine Riesenchance“

Geschlossene Fonds 60 VAI-Kommentar 62 Die Suche nach den Nuggets

Gold zählt zu den begehrtesten Rohstoffen der Welt

Die Erholung setzt sich fort

Finanzdienstleister 68 Wertpapiervermittler

70 Fachgruppe NÖ: Neue Seminare 71 F. Meingast, Wüstenrot, im Talk Starke Nachfrage nach sicheren

Bauspardarlehen

72 News 80 Talk mit W. Kretschmer, Pioneer

„Aktuelle Investmentthemen in turbulenten Zeiten“

84 EU-Finanzaufsicht Lieber den Spatz in der Hand 86 Alles zur Mündelsicherheit 88 Interview mit Michael J. Gelb

„Denken wie ein Genie“

94 XING-Überblick Schweizer Messer des Networking

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Gleichbehandlung schlägt auf die Beiträge

64 Private Equity

42 Kreditratings

Investmentfonds

Wie Ihre mentale Kapazität im Alter sogar zunehmen kann

exklusiv


Der neue Zins heißt „Dividenden-Zins“. DWS Top Dividende ★★★★★ – eine SachwertAnlage mit 3,5 % Ausschüttung in 2011.1 Wenn Sie in unruhigen Zeiten nach einer langfristigen Anlage suchen, sollten Sie auch Dividendenwerte ins Auge fassen. Durch die jährlichen Ausschüttungen bieten sie ein regelmäßiges Einkommen. So konnte der 5-Sterne Fonds DWS Top Dividende seit seiner Auflegung durchschnittlich 3,8 % Ausschüttung pro Jahr auszahlen. Profitieren auch Sie von einer substanzstarken Sachwert-Anlage mit laufendem Einkommen aus „Dividenden-Zins“. Jährliche Ausschüttung pro Anteil.1 in 2007: 3,2 % 1

in 2008: 3,1 %

in 2009: 4,3 %

in 2010: 3,6 %

in 2011: 3,5 %

∅ Ausschüttung seit Auflegung in 2003: 3,8 %

Bezogen auf den durchschnittlichen Rücknahmepreis des jeweils abgeschlossenen Geschäftsjahres (01.10. bis 30. 09.). Quelle: DWS.

» www.DWS.at

Dies ist eine Marketingmitteilung, keine Analyseempfehlung, keine Finanzanalyse, keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung und kein Verkaufsangebot. Die DWS/DB Gruppe ist nach verwaltetem Fondsvermögen der größte deutsche Anbieter von Publikumsfonds. Quelle: BVI, Stand: Ende Juni 2012. Eine Anlageentscheidung sollte ausschließlich auf Grundlage des Kundeninformationsdokuments und des veröffentlichten Prospekts sowie sämtlicher ergänzender Angebotsunterlagen erfolgen. Allein diese Unterlagen sind verbindlich. Die vorgenannten Unterlagen erhalten Sie in elektronischer oder gedruckter Form kostenlos in deutscher Sprache bei Ihrem Finanzberater, bei Deutsche Bank AG Filiale Wien, 1010 Wien, Fleischmarkt 1, auf der Webseite www.dws.at, und bei DWS Investment GmbH, D-60327 Frankfurt am Main, Mainzer Landstrase 178–190. Der Verkaufsprospekt enthält ausführliche Risikohinweise. Gesamtkostenquote p.a. (Stand 30. 09. 2011): DWS Top Dividende 1,450 % zzgl. 0,099 % erfolgsbez. Vergütung aus Wertpapierleihe-Erträgen. Das Sondervermögen weist aufgrund seiner Zusammensetzung/der vom Fondsmanagement verwendeten Techniken eine erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteilspreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume stärkeren Schwankungen nach unten oder nach oben unterworfen sein. © (2012) Morningstar Inc. Stand: Ende Juli 2012. Alle Rechte vorbehalten. Die hierin enthaltenen Informationen 1. sind für Morningstar und/oder ihre Inhalte-Anbieter urheberrechtlich geschützt; 2. dürfen nicht vervielfältigt oder verbreitet werden; und 3. deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wird nicht garantiert. Weder Morningstar noch deren Inhalts-Anbieter sind verantwortlich für etwaigige Schäden oder Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Angaben über die Wertentwicklung beziehen sich auf die Vergangenheit und lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung des Fonds zu.


Trader’s corner Chartanalyse ANALYST: BJÖRN HEIDKAMP; ROSS TRADING GMBH RH = Ross-Haken Chartformation

S&P 500 (Quartalschart)

Zwischen 1550 und 1576 Punkten befinden sich massive Widerstände

DAX (Monatschart)

S&P 500 am Jahreshoch Der abgebildete Chart zeigt die historische Kursentwicklung des S&P 500. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des S&P 500 für jedes Quartal ab. Im April 2012 erreichte der S&P 500 bei 1.422 Punkten ein bisheriges Jahreshoch. Bis zum Juni korrigierte das wichtigste US-Börsenbarometer bis auf ein Niveau von 1.267 Punkten, ehe der S&P 500 zu einer erneuten Aufwärtsbewegung an das Aprilhoch bei 1.422 Punkten ansetzte. Nach erfolgreichem Überschreiten der Zone zwischen 1.420 und 1.440 Punkten, eröffnet sich nun weiteres langfristiges Aufwärtspotenzial bis in den Bereich von 1.550 bis 1.576 Punkten. Hier befinden sich massive Widerstände in Form des Allzeithochs aus Oktober 2007 und einem wichtigen Hoch aus dem Januar 2000. Diese massiven Widerstände stellen die Hochs einer seit über 12 Jahren andauernden Seitwärtsbewegung dar! Kurse unter 1.258 Punkten beenden den aktuellen Aufwärtsimpuls. Jedoch erst Kurse unter 1.075 Punkten verschlechtern die seit März 2009 positive Chartsituation.

DAX mit neuem high Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des deutschen Aktienindex DAX. Jeder Notierungsstab stellt die Kursbewegung des DAX für ­einen Monat dar. Im März 2012 erreichte das deutsche Börsenbarometer bei 7.194 Punkten ein erstes Jahreshoch. Die Abwärtsbewegung in den Monaten April bis Juni auf ein Niveau von 5.914 Punkte ist als idealtypische Korrektur der Aufwärtsbewegung von September 2011 bis März 2012 zu bewerten. Der seit Juni bestehende Aufwärtsimpuls trieb den DAX nun über die charttechnisch und psychologisch wichtige 7.000er-Marke. Das erfolgreiche Überschreiten der Zone von 7.194 Punkten eröffnet nun weiteres Kurspoten­zial bis 7.600 Punkte. Bei Kursen unter 6.480 Punkten neutralisiert sich das Chartbild. Eine richtungslose Seitwärtsbewegung scheint dann wahrscheinlich. Extrem verschlechtern würde sich das langfristig positive Chartbild erst bei Kursen unter 5.900 Punkten.

Extrem verschlechtert sich das Chartbild erst bei Kursen unter 5.900 Punkten

EURO BUND FUTURE (Monatschart)

Euro Bund Future mit starker Unterstützung bei 140% Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Euro Bund Futures. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Euro Bund Futures für jeden Monat ab. Ende Juli 2012 erreicht der Bund Future, der Gradmesser für den europäischen Anleihemarkt, ein neues Allzeithoch bei 146,26%. Danach fielen die Kurse des Bund Futures auf das jetzige Niveau. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt aber weiterhin intakt, wurde aber durch eine Konsolidierung zwischen 146 und 140,50% unterbrochen. Zwischen 140,50 und 139,70% findet der Bund Future ein ganzes Bollwerk an Unterstützungen. Sollte dieses Unterstützungsniveau unterschritten werden, so eröffnet sich dem europäischen Zinsbarometer Korrekturpotenzial bis 138,30%, die nächsttieferen Unterstützungen befinden sich bei 135 und 133%. Kurse darunter trüben das langfristig positive Chartbild ein. Bei Kursen über 146,26% ist mit einer Fortsetzung der Rally bis auf 150% zu rechnen.

Bei Kursen über 146,26% ist mit einer Rally-Fortsetzung zu rechnen

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exklusiv


Aufgespürt: Konsumstarke Trendsetter Ob Turnschuhe von Nike und Adidas, Hightech-Produkte von Apple oder auch trendige Mode von Zara: Marken- und Lifestyle-Produkte sind bei der jungen Generation gefragt – und das weltweit. Das Fondsmanagement des Gamax Funds Junior (WKN 986703) spürt viel versprechende Trends auf und setzt gezielt auf solche Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für eine konsumstarke, junge Zielgruppe entwickeln und anbieten.

W

enn die Portfoliomanager Jan Ehrhardt und Moritz Rehmann von „der jungen Generation“ sprechen, dann meinen sie damit die Altersgruppe bis 35 Jah­ re. Im Fokus steht vor allem die Kauf­ kraft, die sich hinter dieser Alters­ gruppe verbirgt – und dies weltweit:

steigenden Absatz ihrer Produkte und Dienstleistungen. Dazu zählen Unter­ nehmen wie Apple, Sportartikelher­ steller wie Adidas und Asics oder auch die internationale Systemgastronomie mit Anbietern wie Taco Bell und Ken­ tucky Fried Chicken, die beide zum Konzern Yum Brands gehören.

GAMAX FUNDS Junios (A) vs. MSCI Daily TR Net World USD (in Euro) 30 20

GAMAX FUNDS – Junior (A) MSCI Daily TR Net World USD (in Euro)

0 -10 -20

Quelle: Bloomberg

Performance in %

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-30 -40

Advertorial

-50 Aug ´07

Feb ´08

Aug ´08

Feb ´09

Aug ´09

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„In Deutschland verfügen Kinder von 6 bis 13 Jahren über fast sechs Mil­ liarden Euro Taschengeld jährlich*. Und in Asien, insbesondere in Chi­ na, ist das Einkommen der 19- bis 35-Jährigen bedeutend höher als das der älteren Generation“, so Ehrhardt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist für ihn das ausgeprägte Markenbewusst­ sein der jungen Generation. Zahlrei­ che Studien belegen, dass junge Leute beim Kauf von Handys, Computern, Kleidung und auch beim Fast Food besonders auf das Markenimage ach­ ten. Für rund die Hälfte der jungen Käufer ist dies sogar ausschlaggebend für die Kaufentscheidung. Hersteller, die den Nerv der Zielgruppe treffen, erfreuen sich länderübergreifend am

Aug ´10

Feb ´11

Aug ´11

Feb ´12

Aug ´12

Starke Marken mit Wettbewerbsvorteil „Das einzelne Produkt ist gerade bei den auf eine junge Zielgruppe fokus­ sierten Unternehmen der wesentliche Schlüssel zum Erfolg“, sagt Moritz Rehmann mit Blick auf die Titelaus­ wahl. Auf der Suche nach geeigneten Kandidaten prüft das Fondsmana­ gerteam daher zunächst, wie die Pro­ dukte bei der Zielgruppe ankommen, was die Fachpresse dazu schreibt und ob sich gegebenenfalls Erfolg verspre­ chende neue Produkttrends daraus entwickeln könnten. Erst dann neh­ men sie die hinter den Produkten ste­ henden Unternehmen unter die Lupe. Ein wichtiges Kriterium ist dabei die Marke: „In konjunkturell schwieri­

gen Phasen haben sich Hersteller mit starken Marken in der Vergan­ genheit besser geschlagen. Zudem ist die Marke in Wachstumsmärkten ein entscheidender Vorteil. So wachsen Nike und Adidas in China, während lokale Anbieter mit schwachen Mar­ ken mit Absatzproblemen zu kämpfen haben“, weiß Rehmann. Über die Mar­ ke hinaus müssen die Unternehmen im Portfolio des Gamax Funds Junior grundsätzlich in der Lage sein, weiter Marktanteile zu gewinnen und sollten ein Gewinnwachstum von über zehn Prozent im Jahr aufweisen. Der Stand­ ort rückt eher in den Hintergrund: „Die Konsumgewohnheiten ähneln sich international. Viele Hersteller vermarkten ihre Trendprodukte glo­ bal“, so Ehrhardt. Ein Wertzuwachs von 21,7 Prozent (Stand 31.07.2012) über die letzten fünf Jahre zeigt, dass Ehrhardt und Rehmann bei der Titel­ auswahl das richtige Gespür für Pro­ dukte und Trends mitbringen. Mit seinem klaren Konzept erweist sich der Gamax Funds Junior als schlüssi­ ge Alternative zu breiter streuenden Aktienfonds im Anlegerportfolio.

Gamax funds junior

WKN 986703 / ISIN LU0073103748 Auflegung: 3. Februar 1997 Fondsvermögen: 61,85 Mio. EUR (31.07.2012) Performance seit Auflegung: 70,2 Prozent Vertriebskontakt max.xs financial services AG mainBuilding Taunusanlage 19 60325 Frankfurt Tel.: 069/719 189 70 E-Mail: info@max-xs.de Internet: www.max-xs.de

*Quelle: Kids-Verbraucher-Analyse

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Trader’s corner Chartanalyse

EURO/USD (Quartalschart)

Bei Kursen unter 1,19 verschlechtert sich das langfristig neutrale Chartbild

GOLD (Monatschart)

Bei Kursen unter 1.526,50 eröffnet sich Korrekturpotenzial bis 1.200

ROHÖL (Monatschart)

Euro/USD mit gegenbewegung Der abgebildete Chart zeigt die historische Kursentwicklung des Währungspaares EUR/USD. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Euros für jedes Quartal ab. Seit Oktober 2008 handelt der EUR/USD in einer großen neutralen Seitwärtsbewegung zwischen 1,1914 und 1,5150 USD. Innerhalb dieser Schiebezone hat sich seit Mai 2011 ein Abwärtstrendkanal ausgebildet. Im Juni wurde innerhalb dieses Kanals mit einem Zweijahrestief bei 1,2051 USD ein erster Anlauf auf die wichtige Kreuz­ unterstützungszone zwischen 1,20 und 1,1914 genommen. Genau in dieser Phase halfen Diskussionen der EZB über erneute Ankäufe von euro­päischen Staatsanleihen unserer Gemeinschaftswährung, sich von diesem Unterstützungsbereich abzusetzen. Bei Kursen klar unter diesem Bereich würde sich das langfristig neutrale Chartbild extrem verschlechtern. Der nächsttiefere Unterstützungsbereich bei 1,16 USD dürfte dann nur ein „technisches Zwischenziel“ sein! Erst Kurse über der oberen Trendkanalbegrenzung bei momentan 1,3230 USD verbessern das Chartbild.

Gold: ausbruch nach konsolidierung Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Gold Futures. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Gold Futures für jeden Monat ab. Im September 2011 erreichte das gelbe Edelmetall bei 1.908,60 USD/Unze das bisherige Allzeithoch. Danach korrigierte der Goldpreis auf ein Niveau von 1.526,50 USD/Unze. Der innerhalb des großen Aufwärtstrends eingezeichnete sekundäre Abwärtstrendkanal wurde vor kurzem durchbrochen. Seit Juni 2012 handelte Gold zwischen 1.640 und 1.548 USD/Unze. Die Kursspanne verringerte sich. Die Bewegung nach dieser Konsolidierung fiel dann relativ stark aus! Ein Test des nächsthöheren Widerstands um 1.805 USD/Unze ist nun wahrscheinlich. Kurse darüber eröffnen dem Gold Future weiteres Potenzial bis zum Allzeithoch. Bei Kursen unter 1.526,50 USD/Unze eröffnet sich dem Gold Future größeres Korrekturpotenzial bis 1.200 USD/Unze.

Rohöl in neutraler Seitwärtsbewegung Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des RohölFutures. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Rohöl Futures für jeden Monat ab. Im Februar 2012 stoppte der seit Oktober 2011 bestehende Aufwärtsimpuls bei 110,33 USD/Barrel abrupt. Ausgehend von diesem Pivotpunkt fielen die Kurse dann im Juni wieder ganz zurück bis an das Oktobertief 2011 bei 77,70 USD/Barrel. Von dort stabilisierten sich die Kurse des schwarzen Goldes in der aktuellen Aufwärtsbewegung bis auf das jetzige Niveau. Seit Mai 2011 schwingt der Rohöl Future aus der Perspektive des langfristigen Monatscharts in einer großen neutralen Seitwärtsbewegung hin und her. Die Begrenzungsmarken dieser Schiebezone sind am Hoch bei 115,55 und 110,33 USD/Barrel und am Tief bei 78,30 und 77,70 USD/Barrel zu markieren. Erst Kurse außerhalb des angegebenen Bereiches etablieren einen neuen langfristigen Trend.

Seit Mai 2011 befindet sich Öl in einer großen neutralen Seitwärtsbewegung

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Titelstory Investmentfonds

gesteuert ins kursziel

Der Ruf nach zweistelligen Kursgewinnen ist längst verstummt. Privatanleger wollen vielmehr Wertverluste vermeiden und die realistische Option auf stetige, jährliche Wertzuwächse oberhalb der Inflationsrate. Multi-Asset-Fonds sollen Anleger in dieses Kursziel steuern. Gelingt ihnen das tatsächlich, angesichts der unsicheren, stark schwankenden Aktienmärkte? Nicht immer, aber es gibt viel versprechende Ansätze. von Kay Schelauske

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olatile Börsen, politische Bör­ sen. Bisweilen reichen schon Willensbekundungen von Po­ litikern und Notenbankern, um die Kurse an den Börsen Europas in die eine oder andere Richtung zu schicken. Konjunkturdaten und Unternehmens­ zahlen treten da in den Hintergrund. Die Halbwertzeit von Marktprogno­ sen ist gering geworden. Wer will heu­ te noch eine fundierte Aussage darü­ ber treffen, wo DAX oder EuroStoxx in drei, sechs oder gar zwölf Monaten stehen werden? Lassen sich überhaupt noch reale Renditen erzielen, ohne nachts eine Schlaftablette einwerfen zu müssen, weil einem sonst Verlust­ risiken den letzten Schlaf rauben? Mischfonds oder Multi-Asset-Fonds, wie die Geldanlagen neuerdings ge­ nannt werden, können es richten, meinen Fondsanbieter. Kein anderer Fondstyp wird in jüngster Zeit auch nur in annähernder Weise als Anla­

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gelösung propagiert. Die Begründung ist ebenso einfach wie einleuchtend: Wird das Kapital in verschiedene ­Assetklassen investiert, schmilzt das Depotvermögen infolge von Kursein­ brüchen lediglich im Umfang der be­ troffenen Investments. Im Fachjargon wird diese Streuung als Diversifikation bezeichnet. Wahrlich kein neuer Anla­ gegrundsatz. Umgesetzt wird er seit Jahrzehnten in Mischfonds. Je nach­ dem, ob die Fonds offensiv, ausgewo­ gen oder defensiv ausgerichtet sind, investiert das Fondsmanagement in einem mehr oder weniger großen Umfang in Aktien- bzw. Rententitel – ergänzt durch Beimischungen wie Rohstoffe und ausgestattet mit der Option, die Liquidität nach Bedarf steuern zu können. Reicht das aber? Gemischter Anlageerfolg Zwei aktuelle Untersuchungen lassen Zweifel aufkommen. Das Münchener Institut für Vermögensaufbau hat

zusammen mit der Deutschen Schutz­ vereinigung für Wertpapierbesitz un­ tersucht, inwieweit die aktive Manage­ mentleistung von Publikumsfonds wichtiger Anlageklassen zu Überren­ diten gegenüber einer klassischen Benchmark geführt haben. Trotz ihrer größeren Anlagefreiheiten erzielten nur 6,7 Prozent der Mischfonds über einen Zeitraum von zehn Jahren ei­ nen entsprechenden Mehrwert – und damit im Übrigen deutlich weniger als Aktien- und Rentenfonds. Bei einer Mischfondsanalyse über drei Jahre stellte die Ratinggesellschaft Morningstar fest, dass der beste Fonds eine annualisierte Jahresren­ dite von 11,7 Prozent erzielte, wäh­ rend der schlechteste im Schnitt 7,8 Prozent pro Jahr verlor. Folglich ist das Risiko für den Investor groß, bei der Fondsauswahl daneben zu greifen. „Hinzu kommt die Problematik, dass selbst die guten aktiven Fondsmana­


Titelstory Investmentfonds

Sind Multi-Asset-Fonds und Misch­ fonds überhaupt dasselbe, sprich: wird hier nur alter Wein in neuen Schläu­ chen den Privatanlegern feilgeboten? „Nein“, meint nicht nur Patrick Bas­ tian. Der Leiter Multi-Asset-Strate­ gien bei Allianz Global Investors sieht in den Fonds eine Weiterentwicklung herkömmlicher Mischfonds, die zu­ nächst überwiegend im institutionel­ len Bereich von Bedeutung war, doch längst den Publikumsfondssektor er­ fasst hat. „Mischfonds sind eher stati­ sche Fonds, die einer definierten Aus­ richtung folgen. Multi-Asset-Fonds nutzen hingegen zumeist eine breitere Anlagepalette und setzen auf eine ak­

nen ausgeprägten Top-Down-Ansatz.“ Und Trevor Greetham, Multi-AssetFondsmanager bei Fidelity Worldwide Investment, bringt es nicht nur für sein Haus auf folgenden Nenner: „Die Assetklassen werden auf der Basis ihres Risiko-Ertrags-Profils, Korrela­ tionskennziffern und Diversifikations­ effekten allociert.“

tive Steuerung der Asset Allocation“, sagt Bastian. Matthias Hoppe, Vize­ präsident und verantwortlicher Port­ foliomanager für Multi-Asset-Strate­ gien bei Franklin Templeton, weist auf ein weiteres Differenzierungsmerk­ mal hin: „Während bei Mischfonds der Bottom-up-Ansatz dominierend ist, besitzen Multi-Asset-Fonds häufig ei­ Die Korrelation steigt (von risikobehafteten Assetklassen*) 0.8 0.7 0.6 0.5 0.4 0.3

Quelle: first private

Illustration: Mario Groschner

ger selten in der Lage sind, konstant eine Outperformance zu erwirtschaf­ ten“, schreibt Gordon Rose in seiner Analyse und stellt fest: „Wer in einem Jahr der Beste seiner Peer Group ist, findet sich im Jahr darauf häufig nur im Mittelfeld wieder.“

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*S&P500, Rohstoffe, Schwellenländer-Aktien und -währungen, US-High Yields

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Titelstory Investmentfonds

Die Korrelation steigt (von risikobehafteten Assetklassen*) 0.8 0.7 0.6 0.5

Dynamische Anpassung der Aktienquote (über 3 Jahre*) Aktienquote Strategie des BHF Flexible Allocation FT (linke Skala) EuroStoxx 50 (rechte Skala) 5500

Maximale Quote

90 %

5000

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60 %

4000

50 %

neutrale Quote

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30 %

3000

Minimale Quote

20 %

10 % 07/09 10/09 01/10 04/10 07/10 10/10 01/11 04/11 07/11 10/11 12/11 03/121 06/12

Keine Erträge mit Buy and hold Über dreieinhalb Jahre stand der „BHF Flexible Allocation FT“ nur Kunden der BHF-Bank offen. Vor wenigen Wo­ chen hat Frankfurt-Trust den inzwi­ schen 92 Millionen Euro großen Mul­ ti-Asset-Fonds fürs breite Publikum geöffnet. „Mit Buy and Hold-Strate­ gien lassen sich einfach keine Erträge mehr erzielen“, sagt Fondsmanager Manfred Schlumberger mit Blick auf die hohen Wertschwankungen an den Börsen. Ausgerichtet auf Europa, ver­ sucht der Fonds über eine Steuerung der Aktienquote von Aufwärtsbewe­ gungen der Börsen stark zu partizipie­ ren, Verluste in Abwärtsphasen aber zu begrenzen (siehe Grafik oben). In diesem Jahr überwog bisher der Opti­ mismus: In einem Korridor von 50 bis 75 Prozent variierte Schlumberger die Aktienquote. Dabei werden 15 bis 20 Prozent abgesichert, um das „EventRisiko“ aus dem Fonds zu nehmen. Die Titelauswahl richtet sich nach Value- und Growth-Kriterien. Stim­ mungsindikatoren und Aspekte der Behavioral Finance spielen eine Rol­

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le. Zudem will Schlumberger einen Bewertungsabschlag bei jenen Titeln sehen, die er ins Portfolio nimmt. „In diesem Jahr ist noch kein Titel ins Mi­ nus gerutscht“, sagt der Fondsmana­ ger. Während 2011 performanceseitig mit einer Null abgeschlossen wurde, beträgt das Plus im laufenden Jahr per Ende Juli 12,3 Prozent. Noch einen draufgelegt hat kürzlich die Investmentgesellschaft Schroders mit der Auflage ihres vierten MultiAsset-Fonds, dem „Schroder ISF Glo­ bal Multi-Asset Income“. Im Gegen­ satz zu dem bestehenden Trio strebt der Fonds eine jährliche Ausschüttung von fünf Prozent an. Diese Zielmarke spiegelt sich in der Titelauswahl wi­ der: Es werden Anleihen gesucht, die bei Fälligkeit eine Rendite von min­ destens 4,5 Prozent ermöglichen. Im

risikomanagement: titel werden täglich überprüft Anhand solcher Allocationsgewich­ tungen, der Ertragsziele und der da­ mit einhergehenden maximalen Ver­ luste lässt sich schnell ein Überblick hinsichtlich der Chance-Risiko-Profile auch dieser drei schon länger beste­ henden Fonds gewinnen. Während der „Global Conservative“ Aktien und High Yields im Umfang von 30 und 20 Prozent halten darf, sind es beim „Global Dynamic Balanced“ schon 50 und 20 Prozent. Beim „Global Diver­ sified Growth“ liegen die Grenzen bei 75 und 25 Prozent, wobei die Aktien­ quote nicht auf null gesenkt werden darf, sondern mindestens 25 Prozent betragen muss. Zudem hält der Fonds keine Investment Grade-Staatsanlei­ hen. Alle drei Multi-Asset-Fonds kön­

Explodierende Notenbankbilanzen EZB-Bilanzsumme (linke Skala) in Mrd. Euro FED-Bilanzsumme (rechte Skala) in Mrd. Dollar

in Milliarden Euro

Die Unterschiede sind überzeugend. Bleibt aber die Frage, wie sie in der Praxis umgesetzt werden und ob sie zu spürbar besseren Anlageergebnissen führen? Ein genauer Blick in etablierte Multi-Asset-Fonds und Neuauflagen großer und kleinerer Investmentge­ sellschaften gibt Aufschluss.

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*Zeitraum: 31.7.2009 – 31.7.2012 Quelle: Frankfurt-Trust, Morningstar

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Quelle: HPM

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in Milliarden Dollar

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0.4 Aktienbereich stehen Wertpapiere im Fokus, deren Dividendenrendite um 0.3 zwei Prozent über dem Niveau der im 0.2 MSCI World gelisteten Titel liegt. Als 0.1 Beimischungen werden alternative Instrumente wie0 Derivate sowie Reits 99 00 01 02 03 04 05 0 -0.1 und ETFs eingesetzt. „Wir wollen mit *S&P500,der Rohstoffe, Schwellenländer-Aktien und -währung diesem Fondskonzept wachsen­ den Nachfrage nach zuverlässigen Er­ tragsströmen Rechnung tragen“, sagt Fondsmanager Aymeric Forest. Der Aktienanteil darf maximal 50 Prozent betragen, die Anleihenallocation sich in einer Spanne zwischen 25 und 90 Prozent bewegen.


Titelstory Investmentfonds

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Fondsname

12 Monate rollierend

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Schroder Global Conservative Fund Schroder Global Dynamic Balanced Fund Schroder Global Diversified Growth Fund 1

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Schroder ISF Global Diversified, A-Anteile EUR Schroder ISF Global Dynamic Balanced Schroder ISF Global Conservative, A-Anteile EUR

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First Private Wealth

2

2009-2011

3

2 Jahre p.a

LU0739346053 LU0671563582 LU0739345915

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Gewichtung der Risikobeiträge bestimmt Asset AlloCation „Früher wurden rein die Assetklassen gewichtet“, sagt Christian Hille, „heu­ te ergibt sich die Asset Allocation aus der Gewichtung der Risikobeiträge der einzelnen Assetklassen.“ Der Fonds­ manager des „DWS Invest Multi As­ set Allocation“ strebt im langfristigen Durchschnitt ein ausgewogenes Ver­ hältnis zwischen internationalen Ak­ tien und Rentenpapieren an, kann die Aktienquote aber bei Bedarf auf null herunterfahren. Im Rahmen der tak­ tischen Allocation versucht Hille sich bietende Opportunitäten als Ertrags­ quellen zu nutzen. Jüngst gelang dies bspw. mit einem Value Basket-Zertifi­ kat auf Werte aus der europäischen Pe­ ripherie, das sich aus exportorientier­ ten Unternehmen zusammensetzt. „Hier weisen einige Unternehmen eine sehr niedrige Bewertung, also ei­ nen Abschlag, aufgrund der Euro-Kri­

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Max. WE 3 Jahre WE seit Verlust 1 p.a.2 Auflage k. A. 7,88 19,6 -5,50 2,773 13,1 k. A. 7,57 12,0

Anmerkung: alle Wertangaben in %

nen zusätzlich über Swaps in Rohstoffe sowie in Gold und Infrastruktur inves­ tieren. Den beiden offensiver ausge­ richteten Fonds wurden zudem die Tü­ ren für Vola-Strategien, Private Equity, Wandelanleihen und Immobilien über Reits oder Derivate geöffnet. Fonds­ manager Gregor Hirt betont, dass alle vier Fonds einem Risikomanagement unterliegen, das Schroders selbst ent­ wickelt hat. „Jede Fondsposition wird täglich insbesondere auf Basis von Vor­ lauf-, Stimmungs- und Stress-Indikato­ ren überprüft“, sagt Hirt.

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Fondsname First Private Wealth

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se auf“, erklärt der Fondsmanager. Als Multi-Asset-Fonds besteht der Fonds erst seit rund zwei Jahren. Nach ei­ nem Minus von 8,6 Prozent in 2011 ist Hille nun gefordert, den Fonds zu­ mindest in verlustfreies Fahrwasser zu führen. Seit Beginn dieses Jahres liegt der Fonds bei einem Plus von 6,3 Prozent per Ende Juli. Mitte August 2011 hatte es auch den „Allianz Dynamic Multi Asset Plus“ kalt erwischt. „Seinerzeit hatten wir stabile Aufwärtstrends in allen As­ setklassen, sodass der Fonds zu über 90 Prozent in risikotragenden Anla­ geklassen investiert war“, erinnert sich Bastian. Bekanntermaßen kam es anders. Mit einem Minus von 8,3 Pro­ zent habe sich der Fonds noch in dem ihm gesetzten Rahmen von einem ma­ ximalen Verlust von 15 Prozent über zwölf Monate bewegt – dank des be­ stehenden Risikomanagements. „Eine breite Diversifikation ohne flankie­ rendes Risikomanagement reicht zur Verlustbegrenzung nicht aus“, betont der Leiter Multi-Asset-Strategien mit Blick auf die Markteinbrüche in 2008 und 2011. In beiden Jahren wurden Wertpapiere unterschiedlicher Asset­ klassen aufgrund ihrer Risikoprämien unisono verkauft, weil sich Investoren ein Investment unter Risikogesichts­ punkten nicht mehr leisten wollten oder konnten. „Seinerzeit haben alle Assetklassen außer Euroland-Staats­ anleihen in einer Spanne von acht bis 40 Prozent an Wert verloren“, sagt der

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ISIN

Max. WE 3 Jahre WE seit Verlust 1 p.a.2 Auflage DE000A0KFTH1 1,0% 6,3 25,8

Anmerkung: alle Wertangaben in %

Multi-Asset-Experte von AGI. Zuneh­ mend setzt die Fondsgesellschaft bei diesem Anlagethema auf eine aktive Allocationssteuerung. „Auf diesem Weg lässt sich der maximale Verlust eines Fonds um bis zu 50 Prozent ver­ ringern“, liefert Bastian den Grund gleich mit. regionale diversifikation reicht allein nicht aus Auch bei den drei Multi-Asset-Fonds von Franklin Templeton spielt die ak­ tive Allocationssteuerung eine zent­ rale Rolle. Bei den Anlagen handelt es sich um Dachfonds, die einmal mehr mit unterschiedlichen Aktienquoten ausgestattet sind. Der verbleibende Teil wird in Rentenfonds investiert, liquide gehalten oder für Beimischun­ gen wie z. B. in Rohstoff- oder Hed­ gefonds genutzt. Der Investment­ prozess ist zweigeteilt: einerseits die Bottom-up-getriebene Fonds-Selek­ tion, andererseits die dynamische As­ set Allocation, mit der globale Trends ausgenutzt werden sollen. „Eine allei­ nige regionale Diversifikation reicht nicht aus“, sagt Matthias Hoppe. Der Fondsmanager sucht deshalb auch Fonds aus, deren Investmentstile und Anlagestrategien möglichst gering korrelierende Überrenditen eröffnen. Beispiel: der „FTIF Franklin US Op­ portunities Fund“ und der „Delaware Investment US Large Cap Value Fund“ weisen im Durchschnitt über zwölf Monate eine negative Korrelation auf. Hoppe ergänzt: „Beide Fonds erzie­

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Titelstory Investmentfonds

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Fondsname

12 Monate rollierend

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ISIN

DWS Invest Multi Asset Allocation LD

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LU0179218861

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len eine hohe Überrendite gegenüber dem S&P 500 Index, tun dies aber in unterschiedlichen Phasen des Markt­ zyklus.“ „Eine geringe oder nicht vorhande­ ne Korrelation ist eine zwingende Voraussetzung für positive Diversi­ fikationseffekte und eine Steigerung der Portfolioeffizienz“, erläutert Ri­ chard Zellmann, Geschäftsführer der First Private Investment, mit Blick auf den „First Private Wealth“ (ISIN DE0000A0KFTH1). Der Fonds sucht Ertragschancen unabhängig vom Ka­ pitalmarktumfeld, indem Bewertungs­ differenzen ausgenutzt und relative Risiken gegeneinander eingegangen werden. Beispiel: Kupfer partizipiere vom Konjunkturaufschwung, während Gold in Zeiten wirtschaftlicher Ab­ schwünge profitiere. „In puncto Risiko­ profil entspricht der Multi-Asset-Fonds einem Rentenfonds“, sagt Zellmann. Bei einer niedrigen Volatilität von vier Prozent konnten sich Anteilsinhaber in den vergangenen drei Jahren über einen jährlichen Wertzuwachs von im Schnitt 7,7 Prozent freuen. Aktuell be­ trägt die Aktien-Rentenquote 12,5 zu 67,1 Prozent und das Jahresplus per Ende Juli 4,4 Prozent. Beim „Invesco Balanced-Risk Allo­ cation Fund“ ist der Name sozusa­ gen Programm: Angestrebt wird eine Drittelung des Risikogewichts fol­ gender dreier Assetklassen, mit de­ nen sich das Fondsmanagement in

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Franklin Templeton Strat Con A Acc € Franklin Templeton Strat Bal A Acc € Franklin Templeton Strat Dyn A Acc €

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Fondsname

ISIN

Franklin Templeton Strat Con A Acc € Franklin Templeton Strat Bal A Acc € Franklin Templeton Strat Dyn A Acc € 1

12 Monate rollierend

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2009-2011

unterschiedlichen wirtschaftlichen Szenarien gut aufgestellt sieht: Roh­ stoffe profitieren von inflationärem Wachstum, Industrieländer-Aktien von nicht inflationärem Wachstum und währungsgesicherte, lang lau­ fende Staatsanleihen im Umfeld ei­ ner Rezession. Anders als man es von klassischen Mischfonds kennt, ergibt sich der Risikobeitrag einer Assetklas­ se eben nicht aus der Asset Allocation. Vielmehr ist die Gleichgewichtung der Risikobeiträge maßgeblich für die strategische Gewichtung der Anlage­ klassen von 60 Prozent Anleihen und je 20 Prozent Aktien und Rohstoffe. Denn der Risikobeitrag von Aktien und Rohstoffen in einem Portfolio ist höher als der von Renten. Drei Assetklassen für wirtschaftliche Szenarien Innerhalb der Assetklassen diversifi­ ziert Fondsmanager Scott Wolle zwi­ schen sechs regionalen Aktienindizes wie Hang Seng Index und dem S&P 500, sechs regionalen Anleihenmärk­ ten und vier Segmenten auf der Roh­ stoffseite: Agrarrohstoffe, Rohöl, Gold und Kupfer. Aus Gründen der höheren Liquidität werden Aktien- und Anlei­ heninvestments über Futures sowie Rohstoffe über ETCs gekauft. Schließ­ lich sollen im Rahmen einer taktischen Allocation Mehrwerte durch eine akti­ ve Positionierung und Anpassung der Assetklassen an das aktuelle Markt­ umfeld erreicht werden. Während das Aktien-Renten-Verhältnis Ende Mai

LU0236640628 LU0236640206 LU0236639612

Max. WE 3 Jahre WE seit Verlust 1 p.a.2 Auflage -9,84 2,17 2,59 -22,36 -0,87 0,74 -31,64 -2,57 -0,30

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von den Risikobeiträgen her noch bei 29 zu 40 lag, kehrte es sich inner­ halb der beiden Folgemonate auf 48 zu 25 in etwa um. „Wenn man in Ab­ schwungphasen nicht so stark an Bo­ den verliert, braucht man in der fol­ genden Erholung nicht so viel wieder gutzumachen“, sagt Christian Ulrich, Senior Portfolio Manager im Global Asset Allocation Team. Bislang geht das Fondskonzept auf: In den ersten beiden vollen Jahren lieferte das Ma­ nagement ein Plus von 13,3 Prozent und 2011 von 11,6 Prozent. Ebenso unterteilt Fidelity die Asset­ klassen mit Blick auf ihr Verhalten in wirtschaftlichen Phasen. So gelten Ak­ tien, Rohstoffe und Immobilienaktien als von Natur aus zyklische Werte, die auf lange Sicht bei wirtschaftlichem Wachstum und steigender Inflation besser performen. Die andere Gruppe, vornehmlich Staatsanleihen, würde sich in rezessiven Konjunkturphasen in Verbindung mit hoher, aber auch niedriger Inflation gut entwickeln. „Je geringer die Korrelation zwischen diesen beiden Gruppen ausfällt, des­ to höher wird der Mehrwert durch die Diversifikation ausfallen“, meint Trevor Greethams, Manager der drei Fidelity Multi Asset Fonds. Die Anla­ gen investieren unterschiedlich stark in die aus Anleihen und Geldmarkt­ titeln bestehende Wertsicherungs­ komponente. Den verbleibenden Teil kann Greethams in Immobilienaktien und Rohstoffe investieren. Die größ­


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Fondsname

12 Monate rollierend

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Invesco Balanced-Risk Allocation Fund

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LU0432616737

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te Freiheit hat er aber beim „Multi Asset Navigator“ – je nach Marktein­ schätzung kann das Portfolio von 100 Prozent Wachstum auf 100 Prozent Wertsicherung gedreht werden. So erreichte auch dieser Fonds in den zurückliegenden drei Jahren ein Plus von durchschnittlich 7,7 Prozent p.a. neuauflagen als beimischung Wenngleich die Investmentansätze verschieden sind und nicht alle über­ zeugen, wird deutlich: Die Multi-As­ set-Fonds heben sich von Mischfonds alter Couleur klar ab. Dabei erscheint es viel versprechend, auch hier zusätz­ lich über die Fondsauswahl die Anla­ gerisiken zu streuen – zumal es in den zurückliegenden Monaten einige inte­ ressante Neuauflagen gegeben hat. Mit einer über zwölf Monate rollie­ renden Wertuntergrenze von minus fünf Prozent steht beim „Johan­ nes Führ Multi Asset Protect“ (ISIN DE000A1JXM27) die Kontrolle des Verlustrisikos im Vordergrund. „Nicht unsere Markteinschätzungen, sondern der Risiko-Overlay-Prozess ist entscheidend für die Asset Alloca­ tion“, sagt der für die Rentenanlagen verantwortliche Portfoliomanager Thomas Mühlberger von Johannes Führ AM, die den Fonds zusammen mit Dexia AM aufgelegt haben. Bei positiver Wertentwicklung im rollie­ renden Zwölf-Monats-Durchschnitt wird die Wertuntergrenze des Invest­ ments nach oben nachgezogen. Das

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Fidelity Multi Asset Strategic Defensive Fund Fidelity Multi Asset Strategic Fund Fidelity Multi Asset Navigator Fund

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Max. WE 2 Jahre WE seit Verlust 1 p.a.2 Auflage -5,40 12,5 40,1%

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12 Monate rollierend

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Fidelity Multi Asset Strategic Def. Fund Fidelity Multi Asset Strategic Fund Fidelity Multi Asset Navigator Fund 1

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Fondsmanagement strebt eine Vola­ tilität auf bzw. eine Wertentwicklung oberhalb des Niveus einer Anlage in Staatsanleihen der Eurozone an. In­ vestiert wird in ein breites Spektrum von Assetklassen, um unsystema­ tische Risiken zu begrenzen, wie es heißt. Die Aktienquote ist auf 40 Pro­ zent begrenzt. Einer sachwertorientierten und in­ flationsschützenden Anlagestrategie hat sich der „Riße Inflation Oppor­ tunities UI“ (ISIN DE000A1JUWR3) von der Hanseatischen Portfolioma­ nagement und Universal Investment verschrieben. Angesichts der steigen­ den Geldmengen, die sich auch in den explodierenden Bilanzen der Notenbanken ausdrücken, will der Börsenexperte Stefan Riße u. a. durch das stetige Verfolgen von Fundamen­ taltrends und Stimmungsindikatoren markt­unabhängige Renditen erzielen. Dafür wird weltweit in Aktien, Renten, Rohstoffe und Währungen angelegt. Der Einsatz von Futures und Optionen soll Erträge auch bei fallenden Märkten ermöglichen. „Investiert wird immer dann, wenn sich Opportunitäten bie­ ten“, sagt Riße und ergänzt: „Erfolg­ reich ist derjenige, der sich bei Extre­ men in die eine oder andere Richtung gegen den Massentrend stellt.“ Eine nicht weniger interessante Op­tion zur Diversifikation bieten schließlich die Schwellenländer. Vor knapp einem Jahr lancierte die Investmentgesell­

LU0413543991 LU0267386521 LU0286670350

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Max. WE 3 Jahre WE seit Verlust 1 p.a.2 Auflage -4,20 – 16.0 -30,50 5.5 5.6 -29,44 7.2 2.6

Anmerkung: alle Wertangaben in %

schaft Barings mit ihrem „Baring Dy­ namic Emerging Markets Fund“ (ISIN IE00B404P481) einen solchen regio­ nal fokussierten Multi-Asset-Fonds. Percival Stanion und Hartwig Kos in­ vestieren vor allem in Staatsanleihen, derzeit mit einem Schwerpunkt von über 60 Prozent. Der Aktienanteil ist nur gut ein Drittel so groß. Außerdem werden die sich bietenden Optionen zur Anlage­streuung über Regionen und Währungen genutzt. Die momen­ tan defensive Ausrichtung des Port­ folios zeigt sich auch darin, dass die Währungsposi­tionen der Anleihen­ investments größtenteils abgesichert sind. Gerade bei Multi-Asset-Fonds, die auf angesagte Themen oder Regionen set­ zen, gilt: Klumpenrisiken beachten. Sonst könnte das Mischen solcher Fonds im Depot das Ziel des Anlegers konterkarieren: Es entstehen zusätz­ liche Anlagerisiken, die eigentlich be­ grenzt werden sollen.

Auf den Punkt gebracht Multi-Asset-Fonds gelten in diesen unsicheren Börsenzeiten als viel versprechende Anlagelösung. Tatsächlich bieten sie mehr als Mischfonds klassischer Bauart: Die Asset Allocation folgt zumeist einer dynamischen Steuerung. Zudem unterliegen die Fondsportfolios teils eigens entwickelten Risikomanagementsystemen. Die Marktanalyse offenbart überzeugende Anlagen, aussichtsreiche Produktlösungen, aber auch Ansätze, die bisher nicht aufgingen. Spezialisierte Neuauflagen erleichtern eine gestreute Fondsauswahl für das eigene Depotvermögen.


INTERVIEW Investmentfonds

„Skandinavien bietet langfristig orientierten Anlegern gute Renditechancen“

Advertorial

Interview mit Mike Judith, Head of Austria und Vice President bei DNB Asset Management

FONDS exklusiv: Herr Judith, DNB Asset Management ist in Skandina­ vien zu Hause. Warum sollten Anleger gerade jetzt in die dortigen Aktien­ märkte investieren? Mike JuDith: Die skandinavischen Länder sind zwar klein, aber genau aus diesem Grund waren sie immer auf Absatzmärkte in Übersee angewiesen. Daher bieten Aktien aus Skandinavien Zugang zu vielen international bedeutenden Unternehmen. Das gilt insbesondere für die Wachstumsmärkte in den Schwellenländern – skandinavische Firmen sind dort hervorragend aufgestellt, wie es unser Investment in Novo Nordisk verdeutlicht. Aber auch die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Skandinavien stimmen. Die Länder übertreffen selbst in der Finanzkrise die Prognosen hinsichtlich des Wirtschaftswachstums, haben gesunde Staatshaushalte, stabile soziale Verhältnisse und starke Binnenmärkte. Davon profitieren Anleger, die eine Absicherung gegenüber den unsicheren Entwicklungen in der Euro-Zone suchen. Außerdem sind die skandinavischen Märkte auch deshalb so attraktiv, weil viele profitable Firmen sehr gute Bilanzen mit relativ niedrigen Verschuldungsquoten aufweisen können und obendrein günstig bewertet sind. Aufgrund weltkonjunktureller Schwankungen müssen wir kurzfristig mit Volatilität rechnen: Die Märkte bieten also besonders langfristig orientierten Anlegern gute Renditechancen.

als Marktführer in der Diabetes-Behandlung gilt. Neben Standardwerten kauft Høgtun gezielt kleine, innovationsstarke Firmen mit sehr guten Entwicklungschancen, wie zum Beispiel den Browserhersteller Opera. Das Unternehmen ist in den Schwellenländern besonders stark positioniert: mit 30 Prozent Marktanteil in Asien und 65 Prozent in Afrika, ebenfalls einem Wachstumsmarkt der Zukunft.

Mike Judith, Head of Austria und Vice President DNB Asset Management

Mit dem DNB Scandinavia bieten Sie eine Fondslösung an, die primär in den skandinavischen Markt investiert. Welche Strategie verfolgt der Port­ foliomanager? M. J.: Fondsmanager Karl Høgtun und sein Team verwalten den Fonds von Oslo aus und nutzen mit dem DNB Scandinavia die spezifischen Stärken skandinavischer Unternehmen. Die Top-Assets sind große, international gut aufgestellte Firmen wie die Modekette Hennes & Mauritz oder etwa der Nutzfahrzeughersteller Volvo, der erst im zweiten Quartal 2012 neue Umsatzrekorde vermeldete und wegen steigender Nachfrage aus den USA über eine sehr gute Auftragslage verfügt. Oder der Pharmakonzern Novo Nordisk, der übrigens schon seit den 1960er Jahren in China aktiv ist und dort heute

Könnten Sie zum Abschluss auch etwas über die Währungskomponente bei einem Investment im hohen Norden sagen? M. J.: Gerne. Als wichtiger Ölexporteur erlebt Norwegen eine Sonderkonjunktur, die vom Rohölpreis beeinflusst wird. Zurzeit wirken sich schwankende Ölpreise allerdings nicht negativ auf die Währung aus – im Gegenteil, der Kurs der norwegischen Krone ist in letzter Zeit trotz nachgebender Ölpreise gestiegen. Grundsätzlich können Anleger mit Aktien aus Norwegen und Schweden also in starke Fremdwährungen investieren. Allerdings ist dieser Aspekt bei den Kronenwährungen gerade für gut diversifizierte Aktienportfolios von geringerer Bedeutung, weil die meisten Unternehmen aus dem hohen Norden weltweit aktiv sind und nur einen Teil ihrer Umsätze in der jeweiligen Landeswährung erzielen. Vielmehr haben diese Unternehmen durch ihr Engagement in verschiedensten Währungsräumen auch ein gut diversifiziertes Wechselkursrisiko.

exklusiv

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bioTech Investmentfonds

Biotech-Investoren zählen zu den wenigen wirklich standhaften Finanzanlegern, die sich auch durch eine zehnjährige Nullperformance nicht schrecken lassen. Doch eine seit fast zwei Jahren laufende Rally hat den Sektor auf neue Rekordhochs geführt. Handelt es sich dabei wieder um eine Blase oder gibt es triftige fundamentale Gründe für die Biotech-Hausse? von Wolfgang Regner

W

enn Blasen platzen, ­dauert es oft Jahrzehnte, bis sich der betroffene Sektor wieder nachhaltig erholt. Die von der InternetBubble ebenfalls in die Stratosphäre geschossenen Biotech-Titel stürzten in der Folge ebenso tief ab und erzielten gemessen am Nasdaq-BiotechnologyIndex im Zeitraum von 2002 bis Anfang 2012 eine Performance von mageren 4,3 Prozent. Wenn nun aber trotz ihrer Marktführerschaft meist in einer Seitwärtsrange herumgrundelnde Aktien wie jene von Amgen, Biogen und Gilead plötzlich binnen kurzem neue Zehn-Jahres-, zum Teil sogar Zwölf-

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exklusiv

Jahres-Rekorde erzielen, dann stellen vor allem Privatanleger die bange Frage: Ist das eine neuerliche Biotech-Blase oder ist der Höhenflug fundamental solid untermauert? Im Bereich Forschung & Entwicklung (F&E) hat sich in der Tat Spektakuläres ereignet. So hat die Anzahl der neu zugelassenen Medikamente für den letzten rollierenden Jahreszeitraum ein neues Rekordhoch erreicht. Aber auch bereits am Markt befindliche BiotechMedikamente konnten überzeugen, was Absatz und Verschreibungszahlen anbelangt.

Dazu kommt, dass viele dieser neuen Medikamente, die nur einen stark eingeschränkten Patientenkreis mit seltenen Erkrankungen erfolgreich behandeln, den ,Orphan-Drug-Status‘ von der US-Arzneimittelzulassungsbehörde FDA erhalten haben. Das bedeutet, dass diese Medikamente nicht nur ein erleichtertes Genehmigungsverfahren für die Zulassung, sondern auch das alleinige Vertriebsrecht für die zugelassene Indikation für die Dauer von sieben Jahren (in der EU sogar von zehn Jahren) erhalten.“ Christian Lach, Portfoliomanager bei Adamant Biomedical, dem Fondsmanager des Lacuna Biotech, ergänzt: „Wir profitieren von einem teils wirklich spektakulären Newsflow. So wurden vor kurzem erstmals nach zwölf Jahren wieder Produkte im Bereich Adipositas zugelassen. Sowohl Arena Pharma mit dem Produkt Belviq als auch Vivus mit Qnexa erhielten den positiven Bescheid der FDA und profitierten vom innovationsfreundlichen Klima der amerikanischen Zulassungsbehörde. Und der Ausblick für die nächsten Jahre bleibt positiv. Durchschnittlich 30 bis 35 neue Medikamente pro Jahr sollten die Marktzulassung für die USA erhalten.“

Foto: Fotolia.de

Nun purzeln die Rekorde

Der fast schon legendäre, weil seit bald 20 Jahren für den Pictet-Biotech Fonds verantwortliche, in der Schweiz beheimatete Schwede Michael Sjöström, der für die Anleger des Pictet-Biotech seit Fondsauflage (1994) über 400 Prozent Performance erzielt hat, erläutert diesen positiven Prozess: „Gute Beispiele für die so erfolgreiche erste Jahreshälfte 2012 sind etwa mittelgroße Firmen wie Regeneron, dessen Augentherapeutikum Eylea bei der Behandlung der altersbedingten Makula-Degeneration, eine der häufigsten Ursachen von Erblindung, überzeugen konnte, oder Intermune, dessen Mittel Esbriet die Therapie der bislang schwer behandelbaren und meist tödlichen Lungen­ fibrose möglich macht.


biotech Investmentfonds

Daniel Koller, Head Management Team der Beteiligungsgesellschaft BB Biotech von Bellevue Asset Management, weist ebenfalls auf positive Fundamentaldaten hin. „Das Zulassungshoch bei der FDA, politische und regulatorische Rückendeckung in Kombination mit guten klinischen Daten, tiefen Bewertungen und eine M&A-Welle, die an Fahrt gewinnt, sind für den Aufwärtstrend der Biotech-Aktien verantwortlich. So erhielt das bereits vermarktete Bydoreon von Amylin eine erweiterte Zulassung für Diabetes, Roches Erivedge zur neuen Therapie von basalem Zellkarzinom (schwerer Hautkrebs) wurde rascher als üblich genehmigt.“ Krebs, Viren & Immuntherapien Auch bei den klinischen Forschungsdaten gab es oft überzeugende Ergebnisse: So etwa bei Johnson & Johnson mit seinem in Phase III befindlichen Zytiga gegen Prostatakrebs, das noch vor der Chemotherapie eingesetzt werden kann. Das spricht auch für Medivation, das an einem ähnlichen Wirkstoff arbeitet. Reichhaltige News kamen auch von der ASCO (American Society of Clinical Oncology)-Tagung, der weltweit führenden Konferenz der Krebsforscher. „In der Immuntherapie sehen wir erhebliche Fortschritte beim Versuch, das körpereigene Immunsystem in die Lage zu versetzen, die Krebszellen von den gesunden Zellen zu unterscheiden und dann abzutöten“, erklärt Pictet-Fondsmanager Sjöström. „Außerdem lassen sich bereits zugelassene Medikamente gezielt auch bei neuen Indikationen einsetzen. So z. B., wenn bei Hirntumoren die gleichen Signalwege in einer Krebszelle gestört sind wie bei Hautkrebs und dazu bereits Substanzen entwickelt wurden.“ Dies zeigt den fundamentalen Vorsprung der Biotech-Forscher, der sich auch bei der Preissetzung positiv bemerkbar macht. „Zielgerichtete Therapien auf genau definierte Patien­tengruppen werden von den Zulassungsbehörden auch unter Kos-

Sectoral Asset Management

GROWTH P.A. 2011-2014E

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SALES 2-4%

EPS

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Generics

10-15%

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Medtechs

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Biotechs

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COGS

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Daten per 25. April 2012, Quelle: Morningstar

tengesichtspunkten bewertet – und festigen zugleich die Position der Biotech-Konzerne bei der Preissetzung“, erläutert BB Biotech-Experte Koller. Will heißen: Die in der Regel teuren Behandlungskosten lassen sich gegenüber Behörden und Krankenkassen eher rechtfertigen, wenn sich eine höhere Wahrscheinlichkeit ableiten lässt, dass sie bei den Zielgruppen wirkt. Gleich mehrfache Test-Erfolge einer einzigen Wirksubstanz erzielen konnte etwa Ariad Pharma mit einem Präparat gegen chronische myeloische Leukämie (CML), einer besonders aggressiven Form von Blutkrebs. Ponatinib unterdrückt dabei alle resistenten Tumorzellen, also auch solche, die Resistenzen gegenüber herkömmlichen Behandlungsmethoden entwickelt haben. Darüber hinaus setzt der Wirkstoff auch jene Zielmoleküle schachmatt, die akute lymphoblastische Leukämie (ALL) und das Wachstum von soliden Tumoren verursachen. Das Erfolgsgeheimnis: Die kleinmolekulare Substanz blockiert verschiedene genetisch veränderte Formen eines einzigen Proteins, das bei der Entstehung und Ausbreitung von CML eine Schlüsselrolle spielt. Auch die Konferenz der ADA (American Dia­ betes Association) offenbarte einige wissenschaftlich interessante Neuentwicklungen im Bereich Typ II-Diabetes. Damit dürfte neben der Krebstherapie auch der zweite der umsatzstärksten Biotech-Teilmärkte weiterhin hohes Wachstum generieren. „Im weiteren Jahresverlauf 2012 sind noch mindestens zehn weitere Produktzulassungen in den USA möglich: So etwa bei Amarin (Blutfettsenker), Onyx (multiples Myelom), Gilead (HIV), Novo Nordisk

(Typ II-Diabetes), Celgene (Lungenkrebs), Medivation (Prostatakrebs), Biogen (multiple Sklerose) und Ariad (chronischer Blutkrebs). Aber natürlich gab es auch Rückschläge: Celgene zog überraschend den europäischen Zulassungsantrag für sein Blutkrebsmittel Revlimid zurück. Damit hat das Unternehmen kaum Wachstumspotenzial für die nächsten Jahre“, erklärt Pictet-Experte Sjöström. DIE Entwicklung im Fokus Neben den Zulassungserfolgen geht auch die Forschung erfolgreich weiter. „Die globale Biotech-Pharma-Entwicklungspipeline erreichte 2011 mit 7.408 neuen in allen Testphasen befindlichen Medikamenten das zweithöchste Niveau seit Beginn der Finanzkrise“, erklärt Lacuna-Fondsmanager Lach. „Zudem wächst die Anzahl neuer Therapieansatzpunkte (Targets) weiter. Sie stieg von 2006 bis 2011 jährlich um 3,3 Prozent. Diese Targets bilden die Grundlage für die personalisierte Medizin. Derzeit sind z. B. über 200 Krebsarten klassifiziert. Man geht davon aus, dass die molekulargenetischen Profile eine weitere Differenzierung bedingen und die Therapie in Zukunft noch individueller und im Zeitablauf angepasst erfolgen wird.“ Das sichert eine reiche Ausbeute an neuen Medikamenten. Heute stammen bereits über die Hälfte der Top-10-Medikamente aus der Biotech-Industrie. Tendenz weiter steigend. Das größte Therapiegebiet ist weiterhin der Bereich Onkologie. Nummer zwei der attraktivsten Forschungsbereiche sind Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS). Hier ist besonders Alzheimer nach wie vor

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Performance 1 Jahr (in %) 62,66 60,47 69,75 74,90 73,97 67,72 41,06 59,83 67,05 41,99

Daten per 21.08.2012, Quelle Morningstar

nur vorübergehend symptomatisch behandelbar. Auch Alzheimer ist eine Alterskrankheit und nimmt durch die steigende Lebenserwartung stark zu. Bisher waren die Forschungserfolge in dieser Indikation jedoch rar gesät. Das Risiko des Scheiterns ist dementsprechend hoch. Weitere Segmente, in denen positive News absehbar sind, wären etwa Hepatitis C, Lungenleiden wie cystische Fibrose, weiters rheumatoide Arthritis, multiple Sklerose und eine ganze Reihe genetisch bedingter Erkrankungen. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass von den für 2016 erwarteten Medikamenten bereits mehr als 60 Prozent über Lizenzverträge verpartnert sind. Dies bedeutet auch ein Plus für die Profitabilität der Biotech-Firmen, denn der Großteil der Entwicklungskosten lässt sich häufig auslagern. Andererseits profitieren die Biotech-Firmen bei der anhaltenden Pipeline-Not der Pharma-Partner von einem höheren Gewinnanteil. Für Pharmakonzerne wird es daher nicht einfacher, Partner mit interessanten Pipelinekandidaten für sich zu gewinnen. Und last, but not least konnten die bereits in der Gewinnzone operierenden Biotech-Konzerne mit ihren Quartalszahlen überzeugen. Stellvertretend sei hier auf den Marktführer Amgen verwiesen, der nach einem überraschend starken zweiten Quartal die Jahresprognose angehoben hat. Das Umsatzwachstum lag zuletzt bei guten 13 Prozent. Kein Wunder daher, dass die M&A-Aktivitäten im Jahresverlauf deutlich angezogen haben. Viele

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mittlere und kleinere Biotech-Firmen mit innovativen Produkten in den klinischen Testphasen werden vor allem für die großen Pharmakonzerne, die mit Patentabläufen und einer schwachen Forschungspipeline zu kämpfen haben, zu attraktiven Übernahmezielen. Dabei werden immer öfter Milliardensummen bezahlt. So musste Bristol Myers 2,5 Milliarden Dollar locker machen, um Inhibitex zu schlucken, Amgen hatte für den Kauf von Micromet, einen kleinen Krebsspezialisten, 1,1 Milliarden auf den Tisch zu legen. Ähnliche Investmentstrategien Vor allem aus Risikogesichtspunkten konzentriert sich Pictet-Mann Sjöström im Mid Cap-Bereich auf Biotech-Firmen mit mehreren Produkten am Markt bzw. in der Zulassung. „Vor allem jene Unternehmen werden profitieren, die gerade ein wichtiges Produkt lancieren und zusätzlich bereits Produkte am Markt etabliert haben bzw. über eine gut diversifizierte Pipeline verfügen wie z. B. Onyx, Vertex, Biogen oder Biomarin, der Spezialist für seltene genetisch bedingte Krankheiten.“ Als Stabilisator für sein Mid Cap-Portfolio mischt der Fondsmanager auch einige große Biotech-Konzerne, aber auch spezialisierte Pharmariesen wie die dänische Novo Nordisk bei. Ähnliche Mid Cap-Strategien verfolgen auch die Fondsmanager von BB Biotech bzw. dem Lacuna Biotech. Auch beim Blick in die Zukunft setzen die Biotech-Experten ähnliche Schwerpunkte.

Kostenkontrolle bleibt angesichts hoher Budgetdefizite ein Top-Thema – und manche Healthcare-Unternehmen werden darunter leiden. So erscheint der Anteil der US-Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit über 15 Prozent kaum noch ausbaubar, als Anteil an den gesamten US-Budgetausgaben liegen die Kosten sogar bei fast 19 Prozent. Der Druck in Richtung größerer Kosteneffizienz steigt. Nur Medikamente mit deutlichen Vorteilen bei Wirksamkeit und Nebenwirkungsprofil gegenüber bereits am Markt befindlichen Produkten werden eine Chance haben, mit Preisaufschlägen gehandelt zu werden. Gleiches gilt für Produkte, die die Effizienz von Therapien steigern, etwa auch durch Kombination mit geeigneten Diagnostika, die die Identifikation jener Patientengruppen ermöglichen, die besonders von dem jeweiligen Medikament profitieren. „Ich sehe einen zweigeteilten Gesundheitsmarkt voraus, wo nur die Kosten für solche Medikamente von öffentlichen Gesundheitsdienstleistern über­ nom­men werden, die hinsichtlich Kosteneffizienz und Wirksamkeit Konkurrenzprodukten gegenüber überlegen sind. Letztere werden vom Patien­ ten privat bezahlt werden müssen“, sagt Michael Sjöström. In der Entwicklung befindliche Produkte mit einem klaren Alleinstellungsmerkmal, was Wirksamkeit und Kosteneffizienz anbelangt, werden jedoch weiterhin sehr rasch in einem verkürzten („fast-track mode“) Verfahren zum Markt zugelassen. „Der wichtigste fundamentale Faktor bleibt die Innovationsfähigkeit der Industrie“, schließt Sjöström. Auch Lacuna-Experte Christian Lach sieht in Preisdruck und härteren Rückerstattungsbedingungen die Hauptrisiken der Healthcare-Industrie. „Biotech-Firmen können sich diesem Trend nicht entziehen, sind aber dank dem (oft) hohen innovativen Charakter ihrer Produkte weniger stark betroffen.“


Rentenfonds Bond is back

Dafür spricht auch der hohe Innovationsdruck vor allem in den Gebieten Krebs, Hepatitis C / HIV sowie Autoimmunkrankheiten – der Bedarf für neue Medikamente ist enorm. „Der Trend geht aber hin zur Bezahlung nur noch bei guter Wirksamkeit im Vergleich zu bereits am Markt befindlichen Produkten, d.h. es wird nur so lange bezahlt, wie das Medikament wirkt.“ BB Biotech-Fondsmanager Daniel Koller differenziert ebenfalls stark nach Therapiegebiet und Innovationsgrad. „Es bleibt die Frage, wie lange die Privatversicherten die Preiserhöhungen noch hinnehmen können. Durch die größere Anzahl z. B. der US-Versicherten werden mehr Gesundheitsleistungen konsumiert. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass der Druck zum Kostensparen vor allem Medikamente mit großen Patientenzahlen betrifft. In diesem Umfeld können Orphan-Drug-Player – Hersteller von Medikamenten für Patientenpopula­ tionen unter 200.000 – nach wie vor von hohen Preisen profitieren.“ Probleme mit ablaufenden Patenten werden nur wenige Biotech-Firmen betreffen. „Denn während im Bereich der weniger komplexen, meist in Tablettenform vorliegenden Small-Molecule-Medikamente bereits ein sehr hoher Generikagrad im US-Markt besteht, ist ein Markt für Biosimilars noch immer praktisch inexistent. Sollten Generikahersteller tatsächlich ebenfalls groß angelegte klinische Studien durchführen müssen, bliebe der Preisdruck für komplexere Biotech-Produkte (z.B. monoklonale Antikörper) gering.“ Und so bleibt auch der Ausblick positiv: Biotech-Produkte erzielen höhere Spitzenumsätze und haben nach Ende des Patentschutzes mit einer geringeren Preiserosion zu kämpfen. Am wichtigsten Pharmamarkt der Welt, in den USA, sorgen die hohen Auflagen der Regulierungsbehörde FDA (was die Qualität der Produktionsanlagen anbelangt) dafür, dass viele Biosimilars nicht von Generikaproduzenten, sondern meist vom Originalhersteller auf den Markt gebracht werden dürften.

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Der Biotech-Sektor hat seit rund einem Jahr starke Kurs­gewinne gesehen und wie z. B. der Nasdaq Biotechnology Index neue Zehn-Jahres-Hochs markiert. Dies erscheint durch fundamentale Fortschritte auch gerechtfertigt. Denn die Anzahl neu zugelassener Medikamente am wichtigsten Pharmamarkt der Welt, in den USA, hat ebenfalls Rekordwerte erreicht. Auch die Fusions­ gerüchte bzw. M&A-Aktivitäten liefen auf Hochtouren und weisen auf nach wie vor attraktive Bewertungen hin. Anleger sollten weiterhin auf Branchenfonds setzen, die eine Mid Cap-Strategie fahren. Dazu gehören z. B. der Lacuna Biotech, die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech und auch der Fonds mit dem längsten erfolgreichen Track Record, der Pictet Biotech. Ausführliche Hinweise zu Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte dem letztgültigen Verkaufsprospekt. Maßgeblich sind die Angaben im Verkaufsprospekt sowie der aktuelle Halbjahres- und Jahresbericht. Den Verkaufsprospekt, die Berichte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen in deutscher Sprache erhalten Sie kostenlos bei der21 Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG, Graben 21, A-1010 Wien.


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Interview Wall Street

Meister der Langstrecke Fondsmanager: Sie sind meist entweder rasante Kurzstreckenläufer oder so behäbig, dass sie kaum vom Start wegkommen. Beständig erfolgreich und ausdauernd sind nur wenige, so wie Michael Keppler, der auf der Langstrecke reüssiert, wo es so manch ­risikoaffinen Kollegen aus der Kurve wirft. von Bettina M. Gordon

D

Fotos: Nathalie Schueller

er im bayrischen Ingolstadt geborene und in den frühen 80er-Jahren in die USA ausgewanderte Michael Keppler ist Inhaber und Geschäftsführer der 1992 in New York gegründeten Keppler Asset Management Inc. (KAM). Der Fondsmanager ist als einer der Pioniere des quantitativ-fundamentalen Invest­ mentansatzes bekannt. Gemeinsam mit seiner Frau Margaret und einem sechsköpfigen Team managt Keppler mehr als zwanzig Fonds und bewegt weltweit rund zwei Milliarden US-Dollar für seine institutionellen Investoren. FONDS exklusiv bat den Fondsmanager zum direkten Vergleich zwischen seinen beiden Welten Europa und Amerika. FONDS exklusiv: Herr Keppler, in Europa geht es nicht nur wetterbedingt gerade heiß her. Wie beurteilen Sie die Herausforderungen Europas? Michael Keppler: Aus New Yorker Sicht habe ich den Eindruck, dass den Amerikanern die Probleme in Europa gerade recht kommen, um von den eigenen abzulenken. Die Schuldenprob-

lematik in den USA ist im Kern größer als die in Europa: Die US-Staatsschulden liegen mit 15,9 Billionen Dollar bei 103 Prozent des Bruttosozialprodukts (BSP). Die „Schallmauer“ von 90 Prozent, die die renommierten HarvardÖkonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff als jene Schwelle ansehen, von der aus das Wachstum negativ mit der Verschuldung korreliert, wurde bereits 2010 durchbrochen. Darüber hi­ naus ist auch die Dynamik der Neuverschuldung in den USA beängstigend. Die USA weisen seit Jahren ein hohes Haushaltsdefizit aus. M. K.: Der Internationale Währungsfonds veranschlagt das BSP der Europäischen Union (EU) auf 12,6 und die Staatsschulden auf 10,4 Billionen Euro. Damit liegt der Verschuldungsgrad mit 82,5 Prozent des BSP im Vergleich zu den 103 Proeznt der USA deutlich niedriger. Europa betreibt jedoch keine einheitliche Fiskalpolitik, wodurch die Schuldübernahme einzelner Staaten durch die Union nicht möglich ist, während in den USA die Notenbank,

die mittlerweile ein knappes Drittel der Staatsschulden hält, zum größten Gläubiger aufgestiegen ist. Wie bewerten Sie Frau Merkels Führungsstil in der Eurokrise? M. K.: Die Bundeskanzlerin hat sich bis jetzt sehr erfolgreich durchmanövriert. Sie hat sich den massiven Angriffen von Ökonomen wie dem linksliberalen und deutschfeindlichen Paul Krugman erfolgreich widersetzt, dessen Vorschläge

FONDS exklusiv-Redakteurin Bettina M. Gordon im Gespräch mit Michael Keppler in New York

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Interview Wall Street

Europa braucht Wachstum. Die Frage ist, wie soll es finanziert werden. Ein größeres Defizit macht möglicherweise für Länder Sinn, die sich zu niedrigen Zinsen verschulden können.

das Europa-Problem vor allem durch deutsche Geldspritzen zu lösen, nicht nur von seinen konservativen Kollegen kritisiert werden. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi hat angedeutet, Staaten wie Griechenland und Italien unterstützen zu wollen – für manche ein Zeichen, dass Euroland „gerettet“ werden wird, für andere, dass die Situation noch schwieriger werden wird. Was ist Ihre Meinung? M. K.: Draghi hat eine schwierigere Aufgabe zu lösen als sein amerikanischer Amtskollege. Angesichts des Problems, dass die europäische Fiskalpolitik aufgrund der unterschiedlichen Dispositionen der Mitgliedsländer der EU gelähmt ist, versucht er, seine Aufgabe als Chef der EZB breiter zu definieren als dies der konventionellen Vorstellung entspricht. Draghi kopiert damit USNotenbank-Boss Ben Bernanke und spielt auf Zeit, was entscheidend für den Erfolg sein könnte. Sollte Griechenland in der Eurozone bleiben oder ausscheiden? M. K.: Als Portugal 1997 und Grie-

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chenland 2001 in den MSCI Weltaktienindex der Industrieländer aufgenommen wurden, waren wir skeptisch und plädierten dafür, beide Märkte in der Gruppe der Emerging Markets zu belassen. Ich hätte deshalb heute mit einem Austritt beider Länder aus der Eurozone kein Problem. War die Europäische Union von Anfang an fehlerhaft designed? M. K.: Die Union war nicht zwangsläufig von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Bei der Gründung der Montanunion standen 1951 überwiegend wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund. Später überwogen politische Argumente für den Ausbau der Union. Die Überlegungen gingen dahin, dass, wenn erst eine politische Einigung erzielt sein würde, etwaige Schwachstellen nach und nach angepackt werden könnten. Solange die Wirtschaft einigermaßen lief, traten die Konstruktionsfehler nicht zutage. Erst in der Finanzkrise wurde das Ausmaß der Probleme offenbar. Was braucht Europa nun wirklich: Sparprogramme oder Wachstum? Um

zu wachsen, sollten wir da nicht ein noch größeres Defizit in Kauf nehmen? M. K.: Das Problem mit dem Sparen ist, dass man im Jahr einer Missernte keinen Getreidevorrat anlegen kann. Das sollten wir eigentlich seit 3500 Jahren wissen, als Josef dem Pharao sieben fette und sieben magere Jahre prophezeite. Sparen ist grundsätzlich richtig und hätte in den vergangenen Jahren praktiziert werden sollen. Aber man kann es auch überziehen, denn wenn ich pleite bin, kann ich nicht sparen. Heute gilt es, die Betroffenen wirksam zu unterstützen, dabei aber gleichzeitig sicherzustellen, dass die alten Fehler nicht wiederholt werden. Und natürlich braucht Europa Wachstum. Die Frage ist, wie soll es finanziert werden. Ein größeres Defizit macht möglicherweise für manche Länder Sinn, die sich zu niedrigen Zinsen verschulden können. Wachstum auf Pump ist jedoch grundsätzlich immer gefährlich. War der Euro ein Fehler? M. K.: Natürlich nicht. Die Vorteile der Gemeinschaftswährung überwiegen die Nachteile.


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Interview Wall Street

nomie besser entwickeln wird als die Gesamtwirtschaft. Dennoch hat sich die Ertragssituation der großen börsennotierten Unternehmen in Europa in den letzten zwölf Monaten etwas verschlechtert. Die Eigenkapitalrenditen der im MSCI Europa-Index enthaltenen Unternehmen sind seit dem Sommer 2011 um 0,6 Prozentpunkte auf zuletzt 12,0 Prozent zurückgegangen. Dieser rückläufige Ertragstrend wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit in den kommenden Monaten fortsetzen. Auf Sicht der nächsten drei bis fünf Jahre ist aber mit einer Besserung in Richtung 14 Prozent zu rechnen.

Bereiten Sie sich auf den Zusammenbruch der Eurozone vor? Was kommt auf uns zu? M. K.: Ich erwarte nicht, dass die Eurozone zusammenbricht. Ich bin aber kein Prophet. Es gibt genügend Leute, die so tun, als hätten sie eine Kristallkugel. Ich halte es lieber mit Warren Buffett, der meint, Prognosen sagen mehr über den Prognostiker aus, als über die Zukunft. Wir geben zu, die Zukunft nicht vorhersagen zu können und richten die von uns betreuten Portfolios so aus, dass sie in nahezu jedem wirtschaftlichen Umfeld ordentliche Ergebnisse liefern sollten. Was erwarten Sie für Europas Wirtschaft in den nächsten Monaten bzw. in den nächsten Jahren? M. K.: Aus unserer Sicht ist die Entwicklung der Volkswirtschaften nicht so entscheidend wie die Entwicklung der einzelnen Unternehmen. Viele Industrieunternehmen haben bereits 2007 begonnen, ihre Bilanzen nicht nur rezessions-, sondern depressionsfest zu machen. Politiker und Gewerkschaften dachten zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht an Einsparungen. Infolge dessen rechne ich in den nächsten Jahren damit, dass sich die Mikroöko-

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Wird der Euro überleben? M. K.: Ich gehe davon aus, dass der Euro als Gemeinschaftswährung überleben wird. Die Frage nach dem Verbleib der Mitgliedsländer ist eine andere. Ziel sollte es sein, dass alle Teilnehmer im Euro verbleiben, was aber voraussetzt, dass die erforderlichen Rahmenbedingungen und Regeln auch eingehalten werden. Die Zeit für taktische Geplänkel und das Hinausschieben überfälliger Reformen ist abgelaufen. Im Moment ist nicht der Zeitpunkt, über eine neue Reservewährung nachzudenken. Schwenken wir nun in die USA. Was erwarten Sie für Amerikas Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2012 und darüber hinaus? M. K.: Die US-Regierung hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr Ende Juli nach unten korrigiert und rechnet mit einem BIP-Wachstum von 2,6 Prozent. Für das kommende Jahr liegen die meisten Schätzungen bei 2,0 bis 2,5 Prozent, während für die Jahre 2014 und 2015 wieder eine Drei vor dem Komma stehen soll. Für uns spielt das Wirtschaftswachstum gemessen am Bruttosozialprodukt keine entscheidende Rolle. Es besteht kein Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Börsenkursentwicklung – weder in der Theorie noch in der Praxis. Der Dow Jones Index stand Ende 1964 bei 874,12 Punkten und 17 Jahre

später Ende 1981 bei lediglich 875,00 Punkten. In diesem Zeitraum hatte sich das US-Bruttosozialprodukt fast verfünffacht. Dann kehrte sich die Situation um: In den siebzehn Jahren von Ende 1981 bis Ende 1998 stieg der Dow Jones von 875 auf 9.181,43 Punkte, während sich das BSP in diesem Zeitraum „nur“ etwas mehr als verdoppelt hat. Im Herbst wird es wohl spannend in Amerika. Wird sich Präsident Obama bei den Wahlen im November gegen Mitt Romney durchsetzen können? M. K.: Das ist die 10.000-Dollar-Frage. Mitt Romney hat mit seiner Wahl von Paul Ryan als Vizepräsidentschaftskandidat eine neue Komponente in den Wahlkampf eingebracht. Ryan gilt als Haushaltsexperte aus dem rechten Lager und soll beste Beziehungen zur amerikanischen Hochfinanz und damit Zugang zu Wahlkampfspenden haben. Gegen Obama spricht die chronisch hohe Arbeitslosigkeit von zuletzt 8,2 Prozent, die die Republikaner dem Präsidenten in die Schuhe schieben wollen. Dabei ist es eindeutig, dass die hohe Arbeitslosigkeit auf zu hohe Lohnforderungen der Gewerkschaften und falsche politische Zielsetzungen in den vergangenen Jahrzehnten zurückzuführen ist. Es galt im Zusammenhang mit der Globalisierung einfach zu lange der Grundsatz, die Produk­tion in Billigländer zu verlagern, während die Amerikaner Jobs im besser bezahlten Dienstleistungssektor vorzogen – Jobs, die nun in der Finanzkrise vielfach verloren gingen. Obama dürfte aber den Kampf um das Weiße Haus trotz der schwachen Konjunkturentwicklung knapp gewinnen. Laut Umfragen hat er derzeit in der Wählergunst einen hauchdünnen Vorsprung vor Romney. Würden Sie persönlich einen republikanischen Präsidenten dem Demokraten Barack Obama vorziehen? M. K.: Obama hat mich in vielerlei Hinsicht enttäuscht. Das „Too big to fail“-


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Interview Wall Street

Europäische Aktien sind im Schnitt um fast ein Drittel preiswerter als amerikanische. Da müssten ja die Gewinne der USUnternehmen fast doppelt so schnell wachsen, wie die der europäischen, um diesen Preisaufschlag zu rechtfertigen. Und daran glaube ich nicht.

Problem der Großbanken wurde nicht angepackt. Wenn Unternehmen trotz staatlicher Unterstützung mehr als 90 Prozent ihres Firmenwertes verlieren, muss man sich ernsthaft Gedanken über ihre Bedeutung für die Eigentümer, Mitarbeiter und die Gesellschaft machen. Der zweite Fehler Obamas war es, seiner linksradikalen Parteigenossin Nancy Pelosi zu folgen und der Wirtschaft in der Krise eine äußerst mies finanzierte Gesundheitsreform nach dem Motto „das Volk braucht das, die Privatwirtschaft soll es bezahlen“ aufzuzwingen. Romney hat sich durch unqualifizierte Bemerkungen zur Außen­politik als Diplomat und Staatsmann disqualifiziert. Ich habe mich noch nicht entschlossen, wem ich meine Stimme geben werde. Ich muss mir überlegen, was mir lieber ist: Pest oder Cholera. Würden Sie Anlegern empfehlen, momentan lieber in den USA anzulegen als in Europa? M. K.: Das ist schlicht eine Frage des Kaufpreises. Europäische Aktien sind im Schnitt um fast ein Drittel preiswerter als amerikanische. Da müssten die Gewinne der US-Unternehmen fast doppelt so schnell wachsen wie die der europäischen, um diesen Preis-

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aufschlag zu rechtfertigen. Und daran glaube ich nicht. Allein die Dividendenrendite des MSCI Europa-Index ist mit 4,0 Prozent knapp doppelt so hoch wie die des MSCI US-Index. Die Buchwerte der europäischen Unternehmen liegen in Relation zu ihren Aktienkursen um mehr als 50 Prozent über denjenigen der US-Firmen. Und der Cashflow ist ebenfalls um ein Drittel höher. Kann FED-Chef Ben Bernanke noch effizient in die US-Wirtschaft eingreifen? M. K.: Bernanke galt in akademischen Kreisen schon lange als Experte der Weltwirtschaftskrise. Sein Rezept war es, alle Hebel auf Expansion zu schalten. Damit hat der monetäre Ankurbelungseffekt aber bereits den Höhepunkt der Effizienz überschritten. Die entscheidenden Anreize müssten jetzt von der Fiskalpolitik kommen. Und da sollte man weder vor noch nach den Wahlen große Impulse erwarten. Sehen Sie Inflationsgefahr? M. K.: Man muss unterscheiden zwischen Sachwert- und Konsumentenpreisinflation. Die Preise für Grundstücke, Immobilien (mit Ausnahme der USA) und Edelmetalle sind seit Jahren im Steigen begriffen und haben zum

Teil blasenartige Zustände erreicht. Die Konsumentenpreise werden jedoch vor allem aufgrund niedriger Lohnkostensteigerungen nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Globalisierung im Zaum gehalten. Auf lange Sicht ist man gut beraten, wenn man die Zahl Drei im Auge behält. So hoch war die Inflationsrate im Durchschnitt der letzten 100 Jahre. Seit unserem letzten Gespräch sind mehr als vier Jahre vergangen: Sind die Märkte riskanter geworden? M. K.: Gemessen an den Kursschwankungen sind die Märkte heute riskanter als früher. Wir messen das Investitionsrisiko jedoch an der Bewertung. Demnach ist der MSCI Weltindex heute weniger als halb so teuer wie Ende 1999 – dem Zeitpunkt seiner Höchstbewertung. Damals lag das Kurs/ Gewinn-Verhältnis bei 35,7 – heute nur bei 13,7. Die Dividendenrendite des MSCI Weltindex ist heute mit 3,9 Prozent fast dreimal so hoch wie 1999. Darüber hinaus lag die Rendite 10-jähriger US-Staatspapiere Ende 1999 bei 6,5 Prozent – heute sind wir bei 1,5 Prozent. Also auch die Opportunitätskosten sprechen derzeit eindeutig für Aktien. Wo sehen Sie derzeit bessere Chancen: In den Industriestaaten oder in den Emerging Markets? M. K.: Der MSCI Emerging Markets Aktienindex hat sich seit der Jahrtausendwende bis Ende Juli 2012 mit wiederangelegten Dividenden in etwa verdoppelt. Demgegenüber verlor der MSCI-Weltindex der Industrieländerbörsen in diesen 12 Jahren und 7 Monaten knapp 15 Prozent. Damit haben die Emerging Markets ihren Bewertungsabschlag von damals jetzt weitgehend abgebaut. Entsprechend gibt es auch keine stichhaltigen bewertungstechnischen Argumente zugunsten der einen oder anderen Anlageklasse. Können Sie bitte etwas konkreter werden? Wie sollen Investoren denn nun


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Interview Wall Street

Margaret und Michael Keppler gründeten Keppler Asset Management 1992

ihr Geld am besten anlegen? M. K.: Die Anleihezinsen sind zuletzt auf ein Jahrhunderttief gefallen. Anders ausgedrückt: Anleihen waren noch nie so teuer wie heute. Damit sind die Aussichten für Anleihen auf Sicht des nächsten Jahrzehnts extrem ungünstig. Die jährlichen Zinsen 10-jähriger Bundesanleihen liegen heute unter 1,5 Prozent und damit halb so hoch wie die langfristigen Inflationsraten. Also Vorsicht und Finger weg! Für Anlagen in Rohstoffe sind unbedingt Spezialkenntnisse erforderlich. Als Beimischung sollten sie nicht mehr als fünf bis zehn Prozent des Aktienanteils betragen. Bei Aktien haben viele Anleger nach mehr als zwölf Jahren Seitwärtsbewegung im MSCI Weltindex eine „NeinDanke“-Mentalität. Die vom Neuen Markt oder der High-Tech-Blase zur Jahrtausendwende Geschädigten wollen mit Aktien einfach nichts mehr zu tun haben. Dennoch sollten Anleger, die einen langfristigen Vermögensaufbau zum Ziel haben, in Aktien investieren. Aktienmärkte sind zwar kurzfristig sehr schwankungsanfällig, langfristig dürften sie aber weiterhin die höchsten Erträge liefern.

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Keppler Asset Management ist als „Quant Shop“ bekannt. Haben Ihre Modelle ein höheres Ertragspotenzial und wie lässt sich dieses beziffern? M. K.: Unsere Strategien weisen tatsächlich sowohl absolut als auch in Relation zu ihren jeweiligen Benchmarks hohe Ertragspotenziale auf. Wir messen diese daran, wie viele Einheiten an Substanz (gemessen an den Buchwerten) und Ertrag (gemessen am Cashflow, den Gewinnen und den Dividenden) wir mit einem Portfolio für einen Kaufpreis von beispielsweise 100 Euro erwerben können und vergleichen diese Werte dann mit der Benchmark. Je höher diese Werte in Relation zum Kaufpreis sind, umso besser sind die Ertragsaussichten. In der Vergangenheit waren unsere Aktienstrategien nur im Herbst 1974 und im Sommer 1982 attraktiver als heute. In beiden Fällen folgte ein massiver Börsenaufschwung. In turbulenten Zeiten wie diesen suchen manche Anleger sich mit Garantie-Zertifikaten gegen Verluste zu schützen. Was halten Sie davon? M. K.: Diese Produkte sind gut für die Banken, aber nicht für die Anleger. Es handelt sich dabei meist nicht um Investitionen, sondern um Wetten, dass die Aktienkurse, Zinsen oder Rohstoffpreise in bestimmten Bandbreiten verlaufen. Anleger, die ihr Portfolio

strategisch ausrichten, brauchen solche Produkte nicht. Sie können durch ihre strategische Vermögensaufteilung das kurzfristige Verlustrisiko dadurch verringern, dass sie den Anteil risikoreicher Anlageklassen reduzieren, indem sie beispielsweise anstatt 100 nur 50 oder 25 Prozent Aktien halten. Das kostet nichts und spart Gebühren und Transaktionskosten. Welche Ratschläge können Sie unseren Lesern bezüglich Geldanlage noch ­geben? Wie soll man sich als Anleger in der aktuellen Situation verhalten? M. K.: Wir befinden uns in einer sehr schwierigen Zeit für Anleger. Die vermeintlich risikolosen festverzinslichen Wertpapiere bieten keine Alternative – Stichwort „renditefreies Risiko“. Zunächst muss einmal geklärt werden, wie viel Geld kurz- bis mittelfristig benötigt wird. Stichwort Notgroschen. Als konservative Faustregel gilt das 12- bis 24-fache Monatseinkommen. Nur darüber hinaus vorhandenes Vermögen steht für die langfristige Vermögensplanung zur Verfügung. Das bedeutet: Nur Kapital, das auf Sicht von mehr als fünf – besser zehn oder fünfzehn – Jahren nicht für Konsum oder für einen Hauskauf benötigt wird, steht dafür zur Verfügung. Der Rest muss festverzinslich angelegt werden – egal wie niedrig die Zinsen auch sein mögen.

Der „Quant-shop-manager“ Was die Aktienanlagen anbelangt, sind Sparer laut ­Michael Keppler heute mit Blue Chips mit hohen Dividendenrenditen am besten beraten. Der Fondsmanager schlägt vor, beispielsweise mindestens fünf preiswerte Titel in fünf verschiedenen Branchen und Ländern zu erwerben oder in einen geografisch breit diversifizierten Aktienfonds, wie den Schwellenländer-Aktienfonds Keppler-Emerging Markets-LBB-INVEST (ISIN DE000A0ERYQ0), oder den ABAKUS World Dividend Fund (LU0245042477), der sowohl in den Industrieländern als auch in den Emerging Markets investiert, anzulegen. Beide Fonds werden von Keppler Asset Management betreut und gehören laut dem Firmengründer zu den besten in ihren Vergleichsgruppen. Weitere Informationen zur Keppler Asset Management finden Sie auf www.kamny.com.


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Wasser Investmentfonds

Alternative für Bondanleger Mit zweistelligen Kurszuwächsen erfreuen Wasserfonds ihre Anleger. Deren Manager setzen unterschiedliche Schwerpunkte – bei der nachhaltigen Ausrichtung und der Titelauswahl. Die Emerging Markets rücken anbieterübergreifend stärker in den Fokus. von Kay Schelauske

rung und den Ausbau ­ihrer Wasser- und Abwassersysteme“ von jährlich 0,35 bis 1,2 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes konfrontiert sehen. Noch dringender ist der Investi­tionsbedarf in den Entwicklungsländern: Notwendige Investitionen in Höhe von jährlich 18 Milliarden US-Dollar stehen dreimal so hohen Kosten für die Instandhaltung der bestehenden Wasser- und Abwassersysteme gegenüber.

„Der Schlüssel zur Senkung des Wasserverbrauchs liegt in der Landwirtschaft“, sagt Gerhard Wagner, Manager des „Swisscanto (LU) EF Water Invest“. Hier investiert der Fonds sowohl in Unternehmen, wie z. B. die amerikanische Lindsay Manufactoring, die intelligente Bewässerungs-

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systeme herstellt, als auch solche, die Substitute für den extrem wasserintensiven Anbau von Baumwolle vorantreiben. Wagner: „Vor Ort lassen sich so mehr als 50 Prozent des örtlichen Wasserverbrauchs einsparen.“ Die Verringerung des Wasser­verbrauchs ist einer von drei zentralen Invest­ment­ ansätzen von Wasserfonds. Im Fokus stehen besonders Unternehmen mit Produktlösungen, die zu einer effizienteren Wassernutzung führen. Zudem investieren die Aktienfonds in Wasserversorger und Unternehmen, die in Infrastrukturbereichen unterwegs sind. Auch hier ist der Handlungsbedarf enorm. Laut OECD-Studie gilt das selbst für die Industrieländer, die sich in den nächsten zwanzig Jahren mit „gewaltigen Kosten für die Modernisie-

Ganz anders ist die Lage bei den Wasserversorgern, die aktuell mit über 43 Prozent am stärksten beim „Pictet Water P“ gewichtet sind. Die Unternehmen agieren auf hoch regulierten Märkten und schließen Konzessionsverträge über Jahrzehnte ab. „Nur etwa alle fünf Jahre werden die Preise schon aufgrund veränderter Infla­ tions­raten neu fixiert“, berichtet Walter Liebe, Produktexperte bei Pictet Asset Management. Daher ließen sich

Foto: Fotolia.de

D

ie Wasser-Story ist intakt. In doppelter Hinsicht. Denn trotz mancher Fortschritte werden im Jahr 2050 rund 200 Millionen Menschen keinen Zugang zur Wasserversorgung haben, heißt es in der aktuellen Wasser-Studie der OECD (mehr über die Ergebnisse lesen Sie auf Seite 35). Ein wesentlicher Grund: Der weltweite Wasserverbrauch steigt stärker als das Bevölkerungswachstum (siehe Grafik nächste Seite).

Unisono suchen die Fondsmanager vor allem auf diesen drei Feldern viel versprechende Investments, regional gestreut und mit einem Schwerpunkt in den USA. Dies allerdings bei unterschiedlichen Gewichtungen mit prägenden Auswirkungen auf den Anlageerfolg. So führt Swisscanto das Plus von über 18 Prozent per Ende Juli dieses Jahres vor allem auf zyklische Werte zurück, die mit einem Anteil von über 35 Prozent am stärksten im Fonds vertreten sind. Solche zyklischen Investments sind gebunden am Investitionsverhalten der Kunden der Wasserunternehmen und gelten damit als relativ konjunktursensibel.


Wasser Investmentfonds

Abgesehen von Einzelinvestments dürfte in dieser voneinander abweichenden Strukturierung ein Grund im unterschiedlichen Abschneiden beider Fonds zu finden sein: Beide haben den MSCI World zwar in den zurückliegenden fünf Jahren bei zwei Ausnahmen klar outperformt. Während der Swiss­ canto-Fonds auf Drei-Jahres-Sicht per Ende der ersten Hälfte dieses Jahres auf dem Siegertreppchen steht, kann ihn der Pictet-Fonds auf Sicht von zwölf Monaten klar toppen. Vonseiten Pictets wird der Großteil der Outperformance gegenüber dem MSCI World, die über die zurückliegenden zwölf Jahre auf 76 Prozent beziffert wird, auf ein besseres Abschneiden in schwierigen Märkten zurückgeführt. Der so erzielte Vorsprung müsse bei Kurserholungen nicht wieder erarbeitet werden. „Die Reduzierung von Rückschlägen ist ein wesentlicher Faktor für eine langfristig

China und Indien investieren in Wasserinfrastruktur 500 450 400

Indien

350 300 250

China

200

US

150 100 50 0

10. 5-Jahres-Plan 12. 5-Jahres-Plan (Anfang 2000) (Anfang 2010, Prognose) Quelle: KBI

Weltweiter Wasserverbrauch steigt weiter an 18

6 5

15

Weltbevölkerung

Wasserverbrauch

12

4

9

3

6

2

3

1

0 1900

1940

1950

1960

1970

1980

1990

1995

2000

2010

0 2025

weltweiter Wasserverbrauch pro Jahr (1000 Kubikkilometer)

Weltbevölkerung (Milliarden)

die Erträge gut prognostizieren, zumal der Wasserverbrauch nicht so stark von Konjunkturverläufen abhängt. Je nach Standort schütten die Unternehmen Dividenden in Höhe von drei bis acht Prozent aus. Deswegen rechnet man bei Pictet und Swisscanto damit, dass diese Titel weiter von Mittelzuflüssen profitieren werden – gerade von Anleiheninvestoren, die in Wasser­ investments vielfach ein attraktiveres Chance-Risiko-Profil vorfinden.

Quelle: UN, Pictet AM

erfolgreiche Performance“, sagt Liebe und bezeichnet den Wasserfonds als tendenziell defensiveres Investment als internationale Aktienfonds. Nachhaltige Unterschiede Erkennbare Unterschiede gibt es auch in der nachhaltigen Ausrichtung beider Wasserfonds. Der Nachhaltigkeitsprozess bei Swisscanto verbindet Positiv- und Negativkriterien miteinander. Grundsätzlich tabu sind Beschleuniger des Klimawandels wie fossile Energieträger, Autoproduzenten und Airlines. Nicht akzeptiert werden Aktivitäten, die den Abbau der Ozonschicht oder den Rückgang der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren fördern. Auch Kernenergie, Gentechnik sowie die Herstellung von Waffen, Tabak und PVC/Vinylchlorid stehen auf der „roten Liste“. Hierbei wird der Fondsanbieter von der Research-Agentur Inrate unterstützt, dann folgt ein Positiv-Screening in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft, Arbeitsbedingungen, Governance sowie Produktanalyse. Wagner: „Vorausgesetzt, die Unternehmen erfüllen die definierten Nachhaltigkeitskriterien, werden dann jene Firmen ausgewählt, die einen Beitrag dazu leisten, Wirtschaftswachstum und Wasserverbrauch voneinander zu entkoppeln.“ „Wird Nachhaltigkeit als der Ausschluss von kontroversen Handlungen der Portfolio-Unternehmen definiert,

dann sind Wasserinvestments typischerweise nachhaltig“, betont hingegen Liebe. Denn die Gesellschaften würden eben grundsätzlich nicht in kritischen Bereichen wie Waffen, Pornografie oder Kinderarbeit Umsätze erzielen. Deshalb verzichtet Pictet beim Wasserfonds auf den Scoringbasierten Nachhaltigkeitsprozess, wie er bei anderen hauseigenen grünen Fonds umgesetzt wird. Dennoch gibt es Restriktionen: Hervorzuheben ist hier die Überwachung des Portfolios im Hinblick auf Reputationsrisiken. Werden entsprechend kritische Aktivi­ täten identifiziert, können diese Titel ausgeschlossen werden, um finan­ zielle Risiken für den mit einem Volumen von 2,2 Milliarden Euro größten Wasserfonds zu vermeiden. Oder es wird, wie in der Vergangenheit bereits mehrfach geschehen, ein kritischer Dialog zusammen mit der Schweizer Gesellschaft Ethos angestoßen. „Deshalb betrachten wir den Fonds trotzdem als nachhaltig“, betont Liebe. Auch Kleinwort Benson Investors ist der Auffassung, dass der sich im oberen Drittel der Fondsgruppe behauptende „KBI Institutional Water Fund“ bereits von seinem Anlagefokus her nachhaltig ist. „Wir investieren nicht in Hersteller von Mineralwasser, weil wir darin keine nachhaltige Lösung sehen“, sagt Fondsmanagerin Catherine Ryan. Nur wenn Großinvestoren eine spezifische Nachhaltigkeitsana-

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Wasser Investmentfonds

Wasserfonds im Überblick Name

Fondsanbieter

ISIN

Fondsvolumen (in Mio. Euro)

Wertentwicklung (in %) 1 Jahr 3 Jahre 10,3 51,2

Swisscanto (LU) EF Water Invest B

Swisscanto Fondsleitung

LU0302976872

89,9

iShares S&P Global Water1

Barclays Global Investors

DE000A0MSAG2

142,5

11,4

50,3

KBI Institutional Water A

Kleinwort Benson Investors

IE00B2Q0L939

79,5

12,6

47,4

Pictet Funds Water P

Pictet Funds

LU0104884860

2.242,9

12,3

46,5

Tareno Waterfund

Vontobel Fonds Services

LU0319773478

62,6

13,3

45,0

KBC ECO Fund Water

KBC AM

BE0175478057

123,0

12,3

43,1

Sarasin Sustainable Water Fund A

Sarasin Investmentfonds

LU0333595436

208,2

1,4

42,8

Amundi Funds Aqua Global - C

Amundi AM

LU0272932475

33,1

9,9

36,4

SAM Sustainable Water Fund

SAM Sustainable AM

LU0133061175

676,1

2,0

33,4

ÖkoWorld Water For Life

Ökoworld Lux

LU0332822492

9,3

4,8

29,2

PowerShares Palisades Global Water Fund

Invesco PowerShares CM

IE00B23D9026

5,0

-6,8

25,3

FBG 4Elements - Water

Acolin Fund M

LU0298627968

14,6

-7,3

15,5

Fondswährung US-Dollar, Wertentwicklung per 29. Juni 2012, Quelle: Morningstar

1

lyse wünschen, überprüft der Fondsanbieter das Portfolio im Hinblick auf fünf Nachhaltigkeitskriterien: Umweltbelastungen, Atomenergie, Menschenrechte, Waffen und Corporate Governance. Der Ökoworld Lux dürfte dies zu wenig sein. Die Gesellschaft gilt in der Branche als Anbieter von Nachhaltigkeitsfonds mit Positiv- und vergleichsweise strengen Ausschlusskriterien. Beim Wasserfonds handelt es sich um die Verletzung von Menschenrechten, Geschäfte mit Waffen, Atomenergie und -technik, Raubbau an natürlichen Ressourcen und Geschäfte mit Produkten, die die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt schädigen. Auf diese Aspekte hin wird das Anlageuniversum von einem dreiköpfigen Team untersucht und dabei durch einen Fachbeirat unterstützt. „Im Zweifel nehmen wir eher Abstand von einem Investment“, ergänzt Fondsmanager Felix Schnella. Mit einem Plus von 16,6 Prozent in den ersten sieben Monaten dieses Jahres ist der „Ökoworld Water for Life“ derzeit erfolgreich unterwegs. Auf Sicht von drei und fünf Jahren fällt die Bilanz im Wettbewerbs- und Benchmarkvergleich nicht überzeugend aus. Auch Schnella zeigt sich mit den zurückliegenden Entwicklungen nicht zufrieden, verweist aber auf die Aufstellung des Fonds, die deutlich offensiver aus-

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gerichtet ist und die gesamte Wertschöpfungskette abbildet. So befinden sich beispielsweise auch Unternehmen der ökologischen Landwirtschaft und Produzenten von wassereffizienten Produkten im Portfolio. Hinsichtlich der Performancebewertung gilt es schließlich zu berücksichtigen, dass es Ende 2009 eine Umstrukturierung im Fondsmanagement gab. Mit einem Anteil von über 30 Prozent sind die Emerging Markets im Wasserfonds der Ökoworld am stärksten vertreten. Aber auch die Mitbewerber haben die 20 Prozent-Hürde längst gerissen. Ganz abgesehen vom indirekten Exposure. Gemeint sind Unternehmen aus den Industriestaaten, deren Aktivitäten in den Entwicklungs- und Schwellenländern maßgeblich für den Geschäftserfolg sind. Schon aufgrund der großen Versorgungs- und Effi­ zienz­defizite vor Ort verwundert das nicht. Dass dennoch die für Investoren attraktiven Wassertechnologiebetriebe fast ausschließlich in den USA beheimatet sind, liegt laut Wagner vor allem an den bestehenden hohen Markteintrittsbarrieren. „Die technologischen Produkte basieren auf jahrelangen Kundenbeziehungen, anders als dies zumeist in der Solarbranche der Fall ist“, erläutert der Fondsmanager. Mittelfristig erwartet er weitere Übernahmen von Gesellschaften, die in einem Wassersegment über Schlüsseltechnologien verfügen. Wagner:

„Diese Unternehmen gilt es ausfindig zu machen.“ „China hat den Wasserschutz im vergangenen Jahr zum Thema mit höchster Priorität erklärt und Fördermittel zur Verbesserung der Wasserversorgung angekündigt“, betont die KBIFondsmanagerin. Auch Wagner geht davon aus, dass der Wassersektor aufgrund seiner strategischen Bedeutung von zusätzlichen Konjunkturprogrammen überdurchschnittlich profitieren wird. Auf ein weiteres Aktionsfeld verweist Liebe. „Wir gewichten zurzeit den Bereich Abfallwirtschaft höher“, betont der Pictet-Fondsmanager, weil der eher spätzyklische fragmentierte Markt unabhängiger Anbieter aufgrund eines verstärkten Wettbewerbs und infolgedessen fallender Preise in den USA vor einer Neuordnung steht. Auch diese Beispiele bestätigen: Die Wasserstory geht unvermindert weiter.

Auf den Punkt gebracht Wasser ist kostbar. Weltweit sind Menschen und Unternehmen daher gefordert, verantwortungsvoll mit Wasser umzugehen. Diese Notwendigkeit eröffnet zahlreiche Investmentchancen. Denn weltweit bieten Unternehmen Produktlösungen in diesem Sektor an, die vor allem einen effizienteren Umgang mit dem lebenswichtigen Gut ermöglichen – angefangen bei der Aufbereitung über die Versorgung bis hin zum Verbrauch von Wasser. Durch den Einstieg in Wasserfonds können Anleger diese Prozesse unterstützen und davon profitieren.


Analyse Nachhaltigkeit

Wassermangel bremst Wachstum Selbst im Jahr 2050 werden über 200 Millionen Menschen keinen Zugang zur Wasserversorgung haben. Es gibt Wege, um gegenzusteuern. Doch bald könnte der Wassermangel städtische Regionen bedrohen und wirtschaftliches Wachstum bremsen. von Kay Schelauske

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ie gute Nachricht zuerst: In den meisten Regionen – mit Ausnahme von Subsahara-Afrika – wird das „Millenniumsentwicklungsziel“ erreicht: Bis 2050 Halbierung der Zahl an Menschen gegenüber dem Jahr 1990, die keinen nachhaltigen Zugang zu sicherem Trinkwasser haben. Die schlechte: Dieses Ziel wird nur gemessen an der Zahl von Menschen erreicht, die Zugang zu einer „verbesserten“ Wasserversorgung, aber eben nicht zu „sicherem“, für den menschlichen Verzehr geeignetem Trinkwasser haben. Ernüchternd sind auch die Prognosen zur Sanitärversorgung. Laut der Wasser-Studie „Meeting the water Reform Challenge“ der Organisation für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung“ (OECD) werden hier im Jahr 2050 immer noch 1,4 Milliarden Menschen keinen Zugang haben. Der Wettbewerb um Wasser zwischen den verschiedenen Verbrauchsarten und Verbrauchergruppen nimmt zu, stellen die Studienverfasser fest. Zudem bedarf es erheblicher Investitionen, um die Wasserinfrastrukturen instand zu halten und zu modernisieren. Hauptursachen dieser Herausforderungen sind das Bevölkerungswachstum, die zunehmende Verstädterung und ein steigender Lebensstandard. Außerdem werden die mit dem Klimawandel einhergehenden räumlichen und zeitlichen Schwankungen

Millionen Menschen ohne Wasserversorgung (1990 bis 2050) Rest der Welt

2030 städtisch

ländlich

Quelle: OECD-Studie „Meeting the water Reform Challenge“, 2012

BRIICS

Millionen Menschen

OECD

des Wasserangebots diese Spannungen zusätzlich verstärken. Nahezu die Hälfte der ­Weltbevölkerung wird in Wassereinzugsgebieten leben, die unter schwerem Wasserstress stehen. Der Wasserverbrauch wird den Projektionen zufolge um 55 Prozent zunehmen, bedingt durch den wachsenden Bedarf im verarbeitenden Gewerbe (+400 Prozent), in der thermischen Stromerzeugung (+140 Prozent) und in privaten Haushalten (+130 Prozent). Angesichts dieser Bedarfskonflikte wird wenig Spielraum bestehen, um mehr Wasser für Bewässerungszwecke zur Verfügung zu stellen. Laut Studie könnten diese Entwicklun­ gen insgesamt dazu führen, dass das Wachstum in zahlreichen Wirtschafts­ bereichen durch Wassermangel beein­ trächtigt wird. Der Grundwasser­ schwund könnte zur größten Bedrohung für die Landwirtschaft und die Wasserversorgung in städtischen Räumen werden. Selbst im Jahr 2050 werden, den derzeitigen OECD-Projektionen zufolge, 200 Millionen Menschen überhaupt keinen Zugang zur Wasserversorgung haben. „Ehrgeizige­ re Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen im Wasserbereich sind notwendig“, schreiben die Studienverfasser und weiter: „Wasser muss zu einem wesentlichen Aspekt des umweltverträglichen Wachstums werden.“

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NOMEN EST OMEN Investmentfonds

Fondsprominenz soll Anleger locken Investmentfonds, die den Namen ihres Managers im Titel tragen, versprechen den Investoren ein erfolgreiches Investment. Das Kalkül der Investmentgesellschaften: Der bekannte Name bürgt für Qualität. von Heino Reents (Drescher & Cie)

Klar ist aber: Renommierte Köpfe lassen sich am besten verkaufen. Beispiel DWS. Frei nach dem Motto „Nomen

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est omen“ setzt die Deutsche BankTochter auf Prominenz und hat im vergangenen Jahr den „DWS Concept Kaldemorgen“ aufgelegt. Der Marktführer setzt damit bewusst auf ihren bewährten Leistungsträger, Klaus Kaldemorgen, lange Zeit Chef der Aktienseite des Hauses und zwischenzeitlich sogar Sprecher der Geschäftsführung. Im Sommer 2011 gestartet, soll der Fonds Anleger mit einem „Total ReturnAnsatz“ an Aktienkursgewinnen beteiligen, sie gleichzeitig aber in Krisenzeiten ein Stück weit absichern. Möglich machen soll das eine „Multi-Strategie à la Kaldemorgen“, wie es im Fondsprospekt heißt. Je nach Marktlage kann der Fondsmanager flexibel die Gewichtung einzelner Anlageklassen verschieben. Neben Aktien, die den Schwerpunkt des Portfolios bilden sollen, kann er auch in Wandel- sowie in Unternehmensanleihen investieren.

„Kursgewinne bei Aktien folgten in den letzten Jahren immer wieder Phasen mit heftigen Kursverlusten“, sagt Kaldemorgen. „Dies hat dazu geführt, dass viele Investoren sich frustriert von Aktien abgewendet haben.“ Der DWS Concept Kaldemorgen versucht deshalb, eine aktienähnliche Performance mit einem deutlich niedrigeren Risiko als am Aktienmarkt zu erzielen. „Mit einer Wertentwicklung von rund neun Prozent in diesem Jahr bei einer Volatilität von knapp sieben Prozent ist das Anlageziel bisher mehr als erreicht“, sagt Kaldemorgen zufrieden. Er ist fest überzeugt: „Der Fonds bietet sich als risikoärmere Alternative zu reinen Aktienprodukten an.“ Auch das Pendant des ebenfalls bekannten und erfahrenen Fondsmanagers Peter E. Huber hat nach anfänglichen Schwierigkeiten die Kurve gekriegt. Beim Starcapital Huber Strategy 1

Fotos: beigestellt (6)

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armignac, Flossbach, Kaldemorgen oder Huber – gleich eine ganze Reihe bekannter Fondsmanager managt Produkte, wo der Name Programm ist und der Anleger auf den ersten Blick sieht, wer für das Management verantwortlich ist. Die prominenten Fondsgrößen stehen aber nicht nur unmissverständlich mit dem eigenen Namen für das Portfolio ein, sie sollen gleichzeitig auf diese Weise auch um Vertrauen bei den Investoren werben. Die Namensgeber sind offenbar davon überzeugt, eine gute Leistung abzuliefern und die Anleger nicht zu enttäuschen. Aber sie tragen ein hohes Risiko: Denn die Manager stehen mit ihren Namen dafür ein, dass die Fonds die erwarteten Ergebnisse bringen.


NOMEN EST OMEN Investmentfonds

kann Huber die Aktienquote bis zu 100 Prozent hochfahren. Langfristig wird aber eine durchschnittliche Aktienquote von 60 Prozent angestrebt. Darüber hinaus kann er auch in Anleihen, Festgeld, Zertifikate, Rohstoffe, Währungen und Immobilienfonds investieren. Trotz bekannter und erfolgreicher Aktien- und Rentenfonds wie StarCapital Priamos oder StarCapital Argos sieht die 1996 gegründete Gesellschaft aus Oberursel ihre Kernkompetenz auf Produktebene im ganzheitlichen Fondsmanagement. „Wir haben unsere Wurzeln in vermögensverwaltenden Anlagen, die sowohl Aktien als auch Renten in einem Portfolio vereinen“, erläutert Huber, der jedoch nur in dem einen Fonds damit mit seinem Namen bürgt. Trotz der zahlreichen Krisenherde hält Huber im Huber Strategy derzeit eine neutrale Aktienquote von 50 Prozent. Er kündigt an, rückläufige Kurse antizyklisch zum Aufbau weiterer Aktien-Positionen nutzen zu wollen. „Die Liquiditätspolster geben uns die Flexibilität, Marktrückschläge für antizyklische Zukäufe zu nutzen“, erläutert Huber. Einen der bekanntesten vermögensverwaltenden Ansätze managt immer noch Edouard Carmignac. Wie ein Blick auf den Carmignac Patrimoine zeigt, hat auch „Monsieur“ die Krise gut überstanden und wie seine Leistung belegt, entgegen anders lautenden Meinungen von Marktbeobachtern vor der aktuellen Krise, nichts verlernt. Auf zehn Jahre rückblickend liege der Wertzuwachs des etwa 23 Milliarden

schweren Fonds bei knapp 130 Prozent. Experten weisen jedoch immer wieder gerne darauf hin: Die Stärke des Flaggschiffes Carmignac Patrimoine ist zugleich ein Risiko. Denn die Qualität steht und fällt mit der Person Edouard Carmignac. Das gilt auch für Eckhard Sauren. Der Dachfonds-Pionier aus Köln hat gleich selbstbewusst alle Fonds mit seinem Namen versehen. Und auch bei Jens Ehrhardt hängt viel an dem Geschick des erfahrenen und bekannten Fondsmanagers, auch wenn im Fondsnamen immer nur DJE (Dr. Jens Ehrhardt) steht. Doch natürlich verrät das bekannte Firmenkürzel den Anlegern auf den ersten Blick, dass es sich um ein Ehrhardt-Produkt handelt. ENORME MITTELZUFLÜSSE Zu den Stars der Fondsbranche zählt derzeit Bert Flossbach von der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch. Vor allem der Multi-AssetFonds Flossbach von Storch Multiple Opportunities ist aktuell der Renner bei den Anlegern. Flossbach kann sehr flexibel in jene Vermögensklassen investieren, die er in der jeweiligen Marktsituation für aussichtsreich hält, oder auch das Risiko im Portfolio seiner Markteinschätzung anpassen. Er muss sich dabei nicht an einem Vergleichsindex orientieren, sondern ist völlig frei und flexibel in seiner Anlagestrategie. Aktien zählen zu den bevorzugten Anlageklassen: „Es geht darum, jene Aktien von qualitativ guten Firmen zu

Investmentfonds bekannter Köpfe Name DWS Concept Kaldemorgen Johannes-Führ-UI-Renten-Global Lingohr-Systematic-LBB-Invest Starcapital Huber Strategy 1 Carmignac Patrimoine Flossbach von Storch Multiple Opportunities Mack & Weise Privat Sauren Global Defensiv* *Nicht-Meldefonds; Quelle: Finanzen.net, Stand: 25.08.2012

ISIN LU0599946893 DE0009790790 DE0009774794 LU0350239504 FR0010135103 LU0323578657 LU0275832706 LU0313459959

Performance in % 1 Jahr 3 Jahre 16,30 – 7,50 14,70 16,10 27,40 6,80 13,40 6,70 16,40 17,20 55,60 1,40 14,90 2,10 6,90

Gebühr in % 1,50 0,53 1,65 1,20 1,50 1,53 1,60 0,45

selektieren, die attraktive und nachhaltig stabile Ausschüttungen bieten“, sagt Flossbach. „Sie sind derzeit die attraktivste Anlageklasse überhaupt. Noch nie war der Vorteil der Dividendenrendite eines Korbes erstklassiger, renditestarker Aktien gegenüber lang laufenden Bundesanleihen so groß, wie es heute der Fall ist.“ Der Erfolg des Fonds hat sich längst herumgesprochen. Die Mittelzuflüsse sind enorm. Mittlerweile verwaltet Fondsmanager Flossbach rund 1,6 Milliarden Euro. Zu den erfolgreichen seiner Branche zählt auch Johannes Führ. Er ist einer der gefragtesten Anleihenfondsmanager Deutschlands. Da liegt es nahe, dass die Produkte auch seinen Namen tragen, wie etwa der Johannes Führ-UI-Renten-Global. Der aktiv gemanagte und global ausgerichtete Rentenfonds investiert ausschließlich in Euro-denominierte Unternehmensund Staatsanleihen, die über eine aus Sicht des Fondsmanagements sehr gute Qualität verfügen. Diese Strategie wirkt sich nicht nur auf die Sicherheit, sondern auch auf die Rendite positiv aus. Seit der Auflage 1993 schüttet der Fonds seinen Anteilsinhabern halbjährlich einen Euro „fest“ aus, was einer Rendite von rund 4,5 Prozent pro Jahr entspricht. Bis heute erfolgte keine dieser Ausschüttungen aus der Substanz. Vom Fondsnamen zum Fondsmanager können Anleger auch bei weiteren Produkten schließen. Speziell bei Private Label-Fonds sind Namensfonds keine Seltenheit. Der Grund ist einfach: Die Anlageentscheidungen trifft derjenige, der sich das Fondskonzept überlegt hat –- meist ein Vermögensverwalter ohne eigene KAG. Er wählt auch den Namen seines Produkts aus. Bei diesen Fonds übernimmt die Kapitalanlagegesellschaft lediglich Verwaltungsaufgaben. Allerdings ist die Verbindung von Namen und Manager bei den Tausenden von Fonds hierzulande bisher klar die Ausnahme.

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INTERVIEW Investmentfonds

„Zuerst die Allokation, dann die passenden ETFs wählen“ Mit der „A2A-Dachfondsfamilie“ von Veritas Investment können Anleger entsprechend ihres Risikoprofils von den globalen Aktienmärkten profitieren. Geschäftsführer und Fondsmanager Markus Kaiser erläutert das zugrunde liegende Trendphasenmodell und warum ETFs aktiv gemanagten Fonds vorzuziehen sind.

Der Anteil von Rentenpapieren richtet sich also nach der jeweiligen Aktienquote? M. K.: Richtig, die Aktiengewichtung dominiert den Investmentprozess. Zudem wird ein kleinerer Anteil in breit diversifizierte Rohstoffindizes investiert. Sollten sich aber die Rentenmärkte ebenfalls nicht positiv darstellen, bleibt der Geldmarkt. Dort ist zwar derzeit keine Rendite zu erwirtschaften. In solchen Marktphasen geht es dann aber vorrangig um den Kapitalerhalt.

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Was kennzeichnet das Fondskonzept? M. K.: Je nach persönlichem Anlagehorizont und Risikobereitschaft können Anleger in drei Risikoprofile investieren: den „A2A Defensiv“ mit einer Aktienfondsquote von null bis 30 Prozent, den „A2A Wachstum“, der eine Quote zwischen 30 und 60 Prozent vorsieht, oder den „A2A Offensiv“ mit einem Aktienanteil zwischen 60 und 100 Prozent. In welchem Maß diese Quoten ausgeschöpft werden, hängt davon ab, inwieweit die einzelnen Märkte positive Trendsignale liefern.

Nach welchen Kriterien richtet sich die Fondsauswahl? M. K.: Die ETFs müssen über ein ausreichendes Fondsvolumen verfügen und liquide an der Börse gehandelt werden. Deshalb schauen wir darauf, wie stabil die Preisstellung von Market Makern gerade in schwierigen Börsenphasen ist. Für uns ist es wichtig, sicherzustellen, dass Positionen schnell auf- bzw. abgebaut werden können. Zudem be-

Foto: beigestellt

FONDS exklusiv: Renten oder Aktien, Herr Kaiser, mit welcher Grundausrichtung sind Privatanleger künftig besser aufgestellt? Markus Kaiser: Aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus erwirtschaften Privatanleger mit Staatsanleihen negative Realrenditen. Demgegenüber spricht die positive Entwicklung bei Aktien klar für eine Bevorzugung von Dividendenpapieren. Ein Einstieg sollte aber breit diversifiziert stattfinden und die hohen Volatilitäten an den Börsen berücksichtigen. Beides erlaubt unsere vor rund zehn Jahren aufgelegte „A2A“-Dachfondsfamilie.

Wie funktioniert der systematische ­Investmentprozess? M. K.: Das Fondsmanagement analysiert die Märkte nach einem Trendphasenmodell, mit dem auf Wochen- und Tagesbasis die weltweit aussichtsreichsten Märkte und Anlageklassen bestimmt werden. Hieraus ergibt sich die Allokationsentscheidung, und erst auf dieser Grundlage gilt es, die passenden ETFs zu finden.


INTERVIEW Investmentfonds

Welche Vorteile bietet der Einsatz von ETFs gegenüber aktiv gemanagten Fonds? M. K.: Da ETFs die Wertentwicklung der zugrunde liegenden Indizes passiv abbilden, wissen wir genau, was wir bekommen, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger als die tatsächliche Marktentwicklung. Bei aktiv gemanagten Fonds muss davon ausgegangen werden, dass der Fondsmanager auch mal sehr stark vom zugrunde liegenden Markt abweicht und es so zu bösen Überraschungen kommen kann. Ein weiterer Vorteil von ETFs ist das höhere Maß an Transparenz hinsichtlich der Preisstellung, da man nicht an irgendwelche Orderlimits der Fondsanbieter gebunden ist. Zudem ist der Kostenvorteil von ETFs überzeugend. Ein ETF allein ist jedoch kein Garant für den Investmenterfolg, da er immer nur einen Markt abbildet und einzelne Märkte gut oder schlecht laufen können. Wenn ein Anleger durch eine falsche Fondsselektion Wertverluste erzielt, weil der ausgewählte Aktienmarkt auf Talfahrt ist, helfen ihm die gesparten Anlagekosten letztlich überhaupt nicht. Und genau diese schwierigen Allokationsentscheidungen nimmt ihm der Dachfondsmanager der „A2A-Fonds“ ab. Trotz zwischenzeitiger Aufwärtstrends entwickelten sich die Aktien-

märkte in jüngster Zeit eher seitwärts. Kann das zugrunde liegende Trendphasenmodell auch in solchen Marktphasen Erträge generieren? M. K.: Die zurückliegenden 15 Monate waren in der Tat nicht einfach, weil die Märkte mehrfach durch politische Entscheidungen kurzfristig in eine Richtung getrieben wurden. Nachhaltige Trends ergaben sich daraus jedoch kaum. Deshalb analysieren wir mit unserem Trendphasenmodell die Märkte auf Tages- und Wochenbasis und filtern so die kurzfristigen Bewegungen he­ raus. Über die Analyse auf Wochenbasis verringern wir die Zahl der notwendigen Portfolio-Anpassungen und blenden damit gleichzeitig einige Fehlsignale aus. Dennoch kann es vorkommen, dass die Fonds nicht gleich zu Beginn eines neuen Aufwärtstrends voll investiert sind. Bei anhaltenden wirklichen Trends ist das aber nicht entscheidend. Wie beurteilen Sie die aktuelle Marktsituation? M. K.: Wir gehen davon aus, dass die Aktienmärkte wieder in eine positive Trendphase gestartet sind, denn seit Monaten ist eine sukzessive Verbesserung an den Börsen zu beobachten. Die Kursentwicklungen an den Börsen sind jedenfalls deutlich besser als die Stimmung.

Veritas empfiehlt die A2A-Dachfonds auch für den Einsatz in Lebenszykluskonzepten und damit auch für die ­Altersvorsorge. Woran machen Sie dies fest? M. K.: Es ist sinnvoll, das Portfolio an den Anlagezielen auszurichten und damit an der Zeit, die bis zum Erreichen des Zieldatums verbleibt. Illustrie­ren lässt sich dies am besten am Beispiel eines 30-jährigen Anlegers, der sein aufgebautes Vermögen mit Beginn des Ruhestandes abrufen will. Aufgrund der zu Beginn noch langen Ansparphase startet der Anleger beispielsweise mit einem Anteil von 70 Prozent beim „A2A Offensiv“ und 30 Prozent beim „A2A Wachstum“. Im Zeitverlauf wird die Aktienquote seines Gesamtportfolios sukzessive zugunsten der Renten- oder Geldmarktanlagen heruntergefahren. Zu seinem 67. Lebensjahr ist das Kapital dann zu 90 Prozent im „A2A Defensiv“ und zu zehn Prozent im „A2A Wachstum“ investiert. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass der Anleger über die gesamte Anlagezeit von den Ertragschancen an den Börsen und dem Zinseszinseffekt partizipiert. Gleichzeitig ist sein Kapital zum Ende der Laufzeit keinen nennenswerten Verlustrisiken mehr ausgesetzt, das Altersvermögen damit gesichert.

140 130 120 110 100 A2A Offensiv A2A Wachstum A2A Defensiv

90 80 70 2005

Fondsname A2A Defensiv A2A Wachstum A2A Offensiv

2006

2007

2008

ISIN DE0005561666 DE0005561641 DE0005561658

2009

2010

WE 3 Jahre p.a. 3,9 % 3,7 % 3,4 %

2011

2012

WE seit Auflage 30,4 % 46,3 % 41,2 %

exklusiv

Quelle: Veritas

trachten wir die Anlageprozesse der Fonds, um herauszufinden, mit welchem Produkt sich der zugrunde liegende Index am effizientesten abbilden lässt. Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob der ETF voll replizierend oder Swap-basiert konstruiert wurde. Außerdem wollen wir die Investments nicht nur mit Blick auf die Märkte breit diversifizieren, sondern auch im Hinblick auf die Emittenten. Zwar sind die Marktführer in den Portfolios am stärksten vertreten, gleichwohl haben neuere Anbieter eine Chance, sich mit ihren Produkten für unser Portfolio zu qualifizieren, vorausgesetzt, sie erfüllen unsere Anlagekriterien.

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IMMOBILIEN Investmentfonds

„ImmobilienaktienMarkt der zweiten Welle“ Während die Kurse vergleichbarer deutscher Immobilienaktien bereits wieder in der Nähe oder bei ihrem Net Asset Value notieren, liegen jene der Austro-Immo-AGs teils noch weit darunter. Dies bietet Fantasie. von Linda Kappel

„Die heimischen an der Börse notierten Immobilienunternehmen hinken dem allgemeinen Immobilienboom der vergangenen Monate in Österreich hinterher“, sagt Alfred Reisenberger, Leiter des Asset Management der Wr. Privatbank SE. Und auch notierten sie immer noch unter ihrem jeweiligen NAV (Net Asset Value; die Differenz der Marktwerte des Vermögens und der Schulden der Gesellschaft) – anders als viele deutsche Branchenkollegen, die bereits deutlich aufgeholt hätten. Am stärksten haben in Deutschland seit rund einem

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exklusiv

Jahr jene Unternehmen im Kurs angezogen, die den Geschäftsschwerpunkt auf Vermietung und Verkauf von Wohnungen gelegt haben, und Wohn­immobilien werfen im Nachbarland derzeit höhere Renditen ab als in Österreich. Die Austro-Immo-AGs haben ihren Fokus mehrheitlich eher im Gewerbesegment (Büros, Einkaufszentren, Logistikobjekte, Hotels etc.), dieses Segment ist naturgemäß von Konjunkturschwankungen stärker betroffen. „Der österreichische Markt ist ungleich weniger liquide als der deutsche; von daher rührt die Zurückhaltung der Investoren. Wer in Immobilien­ aktien investieren will, bevorzugt derzeit noch die großen Länder“, führt Reisenberger weiter aus. Allerdings: Dieser Umstand kann aber auch dazu führen, dass sich die Situation sehr rasch ändert und die Papiere erfreuliche Kurssprünge nach oben machen, wenn die Investoren ihre Vorsicht

ablegen. Ein Einstieg könnte also lohnen, um bei den „Immo-AGs der zweiten Welle“ dabei zu sein – zumal die Austro-Player mit der „PortfolioOptimierung“ Ernst machen. Interessant sind die Immo-Werte auch, weil sie mehrheitlich dazu übergegangen sind, Dividenden auszuschütten. Das Papier mit der höchsten Dividendenrendite ist die Immofinanz. Osteuropa-Exposure als Bremse Das Schwergewicht Immofinanz wird gleich von zwei Research-Abteilungen als Kauf angesehen: Die Raiffeisen Centrobank (RCB) hat das Kursziel von 3,3 auf 3,5 Euro angehoben, die Erste Group jenes von 3,4 Euro bestätigt. In den kommenden 12 Monaten sehen die RCB-Analysten einen großen Schritt bei der Rentabilitätssteigerung des Unternehmens. Als Dividendenausschüttungen sehen die Experten für die Jahre 2012/13, 2013/14 und 2014/15 jeweils 0,20 Euro je Aktie pro Jahr.

Foto: Fotolia.de

Z

uletzt erhielt das österreichische Segment der Immobilien­aktiengesellschaften wieder neuen Auftrieb: Dies lag zum einen an den teils erfreulichen Halbjahresergebnissen der Unternehmen, zum anderen an den Überlegungen der Immofinanz, die Wohnimmobilientochter Buwog als Spin-off auszugliedern und an die Börse zu bringen.


IMMOBILIEN Investmentfonds

IATX und ATX im Vergleich - 1-Jahresentwicklung

Die Portfolio-Restrukturierung und wie oben erwähnt das separate Listing der Buwog könnten helfen, zu einer Neubewertung der Aktie zu führen. Es würde mehr Klarheit ins Portfolio des traditionell sehr den Ost-Märkten (Russland, Polen, Südeuropa) verhafteten und auf Gewerbeimmobilien konzentrierten Unternehmens bringen. Genau dieser CEE/SEE-Fokus hat bisher zum hohen Bewertungsabschlag der Immofinanz geführt. Immofinanz-CEO Eduard Zehetner hat das Buwog-IPO nicht grundsätzlich ausgeschlossen, es könnte bis dahin aber noch ein langer Weg sein. Gleichfalls als „Buy“ gilt für einige Analysten, so auch für Stefan Scharff von SRC Research, die Aktie der CA Immobilien Anlagen AG. Die Cash-Erträge sehen gut aus, die Mieteinnahmen haben nach wichtigen Fertigstellungen in Deutschland um zehn Prozent auf 141 Millionen Euro zulegen können. Das operative Ergebnis (auf EBITDABasis) ist sogar um 28 Prozent, verglichen mit der Vorjahresperiode, auf knapp 113 Millionen Euro gestiegen. Erst vor Kurzem wurden wesentliche Verkäufe getätigt: Der 50-ProzentAnteil des Warsaw Financial Center wechselte um 105 Millionen Euro den Besitzer, unbebaute Liegenschaften in Berlin wurden um ca. 50 Millionen losgeschlagen. Branchenkollege S Immobilien AG ist Scharff ebenfalls eine Kaufempfehlung wert. Die S Immo hat ihr Portfolio ebenfalls bereinigt und auf knapp 1,9 Milliarden Euro (1. Hj. 2011: 2,0 Mrd. €) reduziert – durch den Verkauf von 16 Objekten sowohl in Deutsch-

110% 105% 100% 95% 90%

Quelle: comdirect

IATX ATX

85%

Okt

Nov

Dez

Jan

Feb

land als auch in Österreich. Bei einem Transaktionsvolumen von 97,4 Mil­ lionen Euro seien die Objekte um 5,8 Millionen über dem Buchwert ver­ äußert worden. Obwohl die Portfoliogröße sich verringert hat, sanken die Mieteinnahmen nur geringfügig um knapp 2 Prozent auf 60,6 Millionen Euro. Der Nettogewinn hat sich nahezu verdoppelt (auf 14,3 Mio. €). Auch wiederum aus Liquiditätsgründen würden viele Investoren laut Reisenberger von der Wr. Privatbank der CA Immo den Vorzug geben. Sehr stark im von deutschen Anlegern präferierten Wohnimmo-Segment ist zwar auch die heimische Conwert SE, und die Analysten von Kepler sprechen weiterhin ein „Buy“ aus – jedoch haben die Experten in Reaktion auf die jüngsten Halbjahreszahlen die Gewinnschätzung für die Aktie des Immobilienentwicklers für heuer nach unten angepasst: Die Prognose für den Gewinn je Aktie des laufenden Geschäftsjahres 2012 wurde von 0,50 auf 0,39 Euro revidiert.

Mär

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Als Kursziel errechneten die Experten 11,10 Euro. Erholung im Hotelsegment Von der Erholung im Hotelbereich profitiert das Hotel- und Gewerbe­ immobilienunternehmen Warimpex. Verkäufe zu akzeptablen Preisen seien wieder möglich und wahrscheinlich, so das Unternehmen. Derzeit habe Warimpex mehrere Verkäufe ins Auge gefasst, bereits im April wurde eine Vorvereinbarung über die beabsichtigte Veräußerung des 50-ProzentAnteils am Hotel InterContinental in Warschau unterfertigt, das Closing könnte demnächst über die Bühne gehen – Veräußerungserlöse (inklusive InterConti) von bis zu 20 Millionen Euro winken. Warimpex verfügt über sehr hohe stille Reserven und kann mit kontinuierlich steigenden Umsätzen aus dem laufenden Hotelbetrieb rechnen, vor allem im für das Hotelgeschäft typischerweise stärkeren zweiten Halbjahr, insbesondere aus dem Verkauf des InterContinental Hotels in Warschau.

Ausgewählte Immobilien-Investments AG Immofinanz Atrium European Real Estate Ltd.* Conwert CA Immo S Immo Warimpex

ISIN AT0000809058 JE00B3DCF752 AT0000697750 AT0000641352 AT0000652250 AT0000827209

Marktkapitalisierung 3.234,00 Mio. 1.517,88 Mio. 777,62 Mio. 750,73 Mio. 317,16 Mio. 40,50 Mio.

Schwerpunkt Gewerbe, Einzelhd., Wohnen Ö/D/CEE Gewerbe CEE Wohnimmobilien D/Ö/CEE Gewerbe- und Wohnimmos Ö/D/CEE Gewerbe- und Wohnimmos Ö/D/CEE Hotels

Kurs € 2,84 4,04 9,23 8,54 4,67 0,74

plus ytd in % 23,6 18,03 6,8 3,05 4,24 -5,48

Div.-Rendite 5,32 4,08 2,82 4,47 2,12 6,63

* nicht in Wien börsennotiert; Quelle: www.derboersianer.com, Daten per 19.9.2012

exklusiv

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KREDITRATINGS Investmentfonds

Weniger Risiko dank Nachhaltigkeits-Screening Die aktuelle Staatsschuldenkrise zeigt, dass die traditionellen Kreditratings an ihre Grenzen stoßen. Die Rolle als Indikator für die Zukunftsfähigkeit von Staaten können jetzt immer mehr nachhaltige Ratings übernehmen. von Heino Reents (Drescher & Cie)

„Klassische Länderratings decken unserer Ansicht nach längst nicht alle Risiken ab“, so Rüter. „Es gibt zahlreiche Indikatoren, die die direkte oder indirekte Zukunftsfähigkeit eines Landes beschneiden und damit langfristig Auswirkung auf die Bonität haben“, sagt der Analyst und nennt als Beispie-

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exklusiv

le den Umgang mit Korruption, Investitionen in Bildung oder das Thema Energieeffizienz. Das Länderrating von Oekom diene in erster Linie Investoren und Finanzdienstleistern als Entscheidungsgrundlage für nachhaltige Kapitalanlagen. Die Bank Sarasin bewertet Staatsanleihen mithilfe eines eigenen Nachhaltigkeitsratings. „Man kann mit nachhaltigen Produkten Risiken im Portfolio senken“, findet auch Andreas Knörzer, Leiter Sustainable Investment bei der Schweizer Privatbank Sarasin, und verweist auf die eigenen Rentenfonds: So seien die Bonds der sogenannten PIIG-Staaten Portugal, Irland, Italien und Griechenland in den nachhaltigen Sarasin-Rentenportfolios vor Ausbruch der Staatsschuldenkrise nicht mehr vertreten gewesen – weil sie aus unterschiedlichen Gründen vorher ausgeschlossen wurden. Allerdings hat das Angebot entsprechender Produkte Nachholbedarf. Laut des Sustainable Business Instituts waren Ende des ersten Quartals im deutschsprachigen Raum lediglich 57 nachhaltige Rentenfonds zum Vertrieb zugelassen, gegenüber 205 Aktien­

fonds. „Das Anlegerverhalten unterstreicht deutlich, dass dieses Verhältnis nicht genau die Anlegerinteressen wiedergibt. Denn es besteht ein immenser Bedarf an Investitionen in nachhaltige Anleihen“, erklärt Reto Niggli, Portfoliomanager im Bereich Nachhaltigkeit von Swisscanto. „Insgesamt waren die nachhaltigen Rentenfonds für die Anleger in den vergangenen Jahren die bessere Wahl als nachhaltige Aktienfonds: Sie liefen gleichmäßiger und waren ertragreicher“, sagt Jörg Weber, Chefredakteur von Ecoreporter. „Bei nachhaltigen Rentenfonds sind aber nicht ausschließlich Staatsanleihen drin, sondern zum Teil auch viele Unternehmensanleihen“, so Weber. Anleger sollten deshalb genau hinschauen, was sich in den Portfolios befindet. Zumal die Fondsgesellschaften und die beauftragten Researchunternehmen verschiedene Kriterien verwenden und eine Vergleichbarkeit der Analysen daher oft schwierig sei. Während Staatsanleihen der USA unter anderem wegen der Todesstrafe in den meisten Fällen ausgeschlossen sind, findet sich z. B. Norwegen bei fast allen Nachhaltigkeits-Ratings ganz

Foto: Fotolia.de

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urch die Einbeziehung von ethischen Kriterien gelingt es, Risiken auszuschließen, die aus Bilanzen allein schwer herauszulesen sind. „Griechenland hat bereits schlechte Bewertungen in unserem Nachhaltigkeitsrating erhalten, als konventionelle Ratingagenturen hier noch Noten im A-Bereich verteilt haben“, sagt etwa Oliver Rüter, Research Director bei Oekom Research. Für Staaten mit niedrigen Umweltstandards und hohen Korruptionsraten – wie Griechenland – ist kein Platz im Portfolio. „Bei Investoren, die sich in der Vergangenheit am Nachhaltigkeitsrating orientiert haben, liegen heute keine griechischen Staatsanleihen im Depot“, sagt Rüter. Und nicht nur das: Im aktuellen Länderrating der Nachhaltigkeits-Ratingagentur geht neben Griechenland auch für Italien, Portugal und Spanien der Daumen nach unten.


vorne wieder. „Dabei hält sich die norwegische Regierung nicht an den Walfangstopp“, gibt Ecoreporter-Experte Weber zu bedenken. Ein Aspekt, der vielen nachhaltig orientierten Investoren sauer aufstoßen dürfte. „Bei manchen Fonds fehlen mir die genauen KO-Kriterien“, kritisiert der Fachjournalist. Viele Gesellschaften könnten kaum überzeugend erklären, wann eine Anleihe Nachhaltigkeitskriterien genügt – und welche Kriterien eigentlich sinnvoll sind. Ein Kritikpunkt, den auch OekomAnalyst Rüter einräumt: „In jedem Land kann man natürlich etwas Nichtnachhaltiges finden.“ Die Frage sei für den Investor nur, ab welchem Prozentsatz ein Vergehen Einfluss auf das Anlageuniversum haben sollte. Dennoch. Dem Anleger muss klar sein: „Es gibt kein Land, das eine 100-prozentige weiße Weste hat“, sagt Rüter. Die aktuelle Staatsschuldenkrise zeige jedoch, dass die traditionellen Kredit­ ratings von S&P, Fitch oder Moody´s an ihre Grenzen gestoßen sind, findet Sarasin-Experte Knörzer. Sie könnten nicht mehr, wie eigentlich vorgesehen, als Indikator für die Zukunft wirken. Diese Rolle könnten nun nachhaltige Ratings übernehmen. „Die Zahlungsfähigkeit und damit die Bonität eines Landes sind eng mit seiner nachhaltigen Leistungsfähigkeit verbunden“, meint Knörzer. Laut Sarasin werden im globalen Wettbewerb nur Länder mit hoher Ressourcenverfügbarkeit und -effizienz erfolgreich und leistungsfähig bleiben. Und genau diese Länder seien eher in der Lage, ihre staatlichen Verpflichtungen – dazu gehören auch die planmäßigen Zins- und Tilgungszahlungen auf Staatsanleihen – zu erfüllen. Dazu zählen u.a. Schweden, Australien, Brasilien, Japan, die Niederlande und Deutschland. Bei den besonders von der Schuldenkrise betroffenen Ländern handelt es sich dagegen meistens um wenig nachhal-

tig agierende Volkswirtschaften. Dies habe einen negativen Einfluss auf die Performance der Staatsanleihen. Eine positive Wertentwicklung verzeichnen vielmehr Länder, die reich an Ressourcen sind und diese vergleichsweise effizient nutzen, sagt Knörzer.

Eintauchen und profitieren.

SPEZIELLES NH-MODELL Auch die belgische Fondsgesellschaft Petercam – seit 2011 auch in Deutschland am Markt – hat ein eigenes Modell entwickelt, das Länder nach ihrer Nachhaltigkeit einstuft. Zu den wichtigen Faktoren zählen Transparenz und Demokratiewerte, Umwelt, Bevölkerung, Gesundheitsversorgung und Vermögensverteilung, Ausbildung sowie gewisse Wirtschaftsindikatoren. Auffällig: Auch bei Petercam stehen die skandinavischen Länder sowie die Schweiz ganz oben. Deutschland hat es in der 33 Staaten umfassenden Liste immerhin auf Rang neun geschafft, die USA sind Viertletzter. Schlechter sind nur Griechenland, Mexiko und die Türkei. Italien, Spanien und Portugal sind ebenfalls unter der kritischen Linie. In Anleihen aus diesen Ländern dürfen die Fondsmanager nicht investieren. „Abgesehen vom Schuldenberg schneiden diese Länder in Sachen Bildung, Korruptionsbekämpfung und Sicherheit ziemlich schwach ab“, erläutert Stijn Decock, SRI-Koordinator von Petercam. Doch gerade diese Faktoren sind aus Sicht von Petercam wichtig, um die Volkswirtschaft wieder richtig anzukurbeln und damit wieder aus der Krise zu kommen. „Es ist kein Zufall, dass die Länder, die in unserem Nachhaltigkeits-Ranking gut abschneiden, über eine hohe Bonität verfügen“, sagt Decock. „Nachhaltige Staaten haben in der Regel ihre Volkswirtschaften gut geordnet und erfüllen ihre Versprechen gegenüber ihren Anleihegläubigern.“ Decock ist sich deshalb sicher: „Die ­Risiken von Staatsanleihen können dank unseres Nachhaltigkeits-Screenings besser abgefedert werden.“

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EXPERTEN-gespräch Beratungsqualität

Die Teilnehmer des Experten-Gesprächs (v.l.n.r.): Bernhard Fasching/Standard Life, Gerhard Heine/Wiener Städtische, Kay Schelauske/FONDS exklusiv, Michael Bolz/OVB und Michael Miskarik/HDI-Gerling

„Schmerzhafte prozesse beinhalten riesenchance“ Gibt es gravierende Beratungsmängel oder muss nur der Beratungsansatz geändert werden? Bekannte Vertreter der Finanzbranche diskutieren über die richtige Kommunikation gegenüber Das Gespräch leitete Kay Schelauske dem Kunden und die Folgen der Überregulierung.

FONDS exklusiv: Studien und Kun­ denumfragen decken immer wieder Beratungsmängel auf. Wo sehen Sie die größten Defizite? Michael Miskarik: Wir haben uns in der Finanzdienstleistungsindustrie bislang in erster Linie als Produktlieferanten verstanden und den ungebundenen Vermittlern, mit denen wir zusammenarbeiten, innovative und an den Kundenbedürfnissen ausgerichtete Produkte bereitgestellt. Bis dato wurde es dabei vielfach verabsäumt, eine qualifizierte Story bzw. einen strukturierten Beratungsansatz zum Produkt zu liefern. Verdeutlichen Sie das bitte anhand ­eines Beispiels.

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exklusiv

M. M.: Gerne. Nehmen Sie das wichtige Thema Berufsunfähigkeit. Im Vorfeld einer Produkteinführung haben wir Veranstaltungen mit Sozialversicherungsexperten durchgeführt, die den anwesenden Maklern die Reichweite sowie die Leistungsgrenzen der gesetzlichen Absicherung aufzeigten. So erhalten Berater auf Fakten basierende qualifizierte Argumente, die es ihnen ermöglichen, ihre Kunden für dieses Thema zu sensibilisieren, ohne zunächst über Produktlösungen zu sprechen. Derzeit sind immer noch viele Vermittler mit gefährlichem Halbwissen unterwegs und verunsichern Kunden, statt sie bedarfs- und lösungs­ orientiert aufzuklären.

Gerhard Heine: Ich würde nicht sagen, dass die Beratungsqualität in der Vergangenheit schlecht war. Vielmehr muss sich der Beratungsansatz ändern. Der vorrangige Fokus auf Rendite gehört der Vergangenheit an, heute geht es um Wertsicherung, Planbarkeit und Sicherheit. Hier muss ein Umdenken in Richtung bedarfsorientierter Vorsorge stattfinden und das bedeutet eine Fokussierung auf die klassische Lebensversicherung. Nur hier können Versicherte Vorteile, wie beispielsweise eine lebenslange Sterbetafelgarantie, nutzen. Berndhard Fasching: Die Beratung und die Vertriebsapparate haben sich weiterentwickelt. Die Akteure sind


experten-gespräch Beratungsqualität

besser geworden, der Ausbildungs- und Wissensgrad ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Auf der Gegenseite verfügen Privat- wie Firmenkunden über mehr Know-how. Gleichzeitig müssen wir mit Blick auf die zurückliegenden Jahre resümieren, dass Entwicklungen eingetreten sind, die wir zuvor für undenkbar hielten. Wer hätte früher schon gedacht, dass Banken und Versicherungen in existenzielle Schieflagen geraten können? Niemand. Heute sind wir gescheiter. Dies darf bei der Bewertung der Beratungsqualität nicht ausgeblendet werden. Wir als Produktanbieter und die Beraterschaft entwickeln sich weiter, sind nun aber gefordert, mit allen Entwicklungen zu rechnen und diese, wenn möglich, sogar zu antizipieren. Herr Bolz, stimmen Sie mit diesen ­Bewertungen überein oder wie be­ urteilen Sie das Qualifikationsniveau der Berater? Michael Bolz: Ich stimme den Herren in vielen Bereichen zu. Die Qualität des Beratungsansatzes und die Qualifizierung bei Systemvertrieben sind deutlich gestiegen. Wir sind noch nicht am Ziel, aber auf dem richtigen Weg. Es gibt einen sehr systematischen Ansatz zum Erlernen unseres Führerscheins, sei es als Vermögensberater oder als Versicherungsagent und Makler. Ich kenne kaum noch einen Systemvertrieb, der sich nur auf eine

„Aufgrund der Zinssituation erscheint es schwierig, die zugesagten Garantiewerte zu verdienen.“ Michael Miskarik,

Geschäftsführer, HDI-Gerling Österreich

Qualifikation konzentriert. Vielmehr werden verschiedene Ausbildungen angeboten – angefangen beim Start in den Beruf, über Weiterbildungen bis hin zu gewerblichen Qualifizierungen und Spezialthemen aus dem Wertpapiergeschäft. Kurzum, ich denke, dass die Gesellschaften heute gemeinsam mit Partnern sehr viel tun, um Qualifikationen nicht nur den gesetzlichen Anforderungen anzupassen, sondern auch proaktiv voranzutreiben. Diese geschaffenen Qualifizierungen müssen dann allerdings in die Beratungsprozesse überführt werden, damit sie vom Berater erfolgreich beim Kunden eingesetzt werden können. Haben Sie in jüngster Zeit Kunden ge­ fragt, wo sie Defizite in der Beratung wahrnehmen?

„Wir werden so stark reglementiert, dass jene Produkte, die die Kunden­ bedürfnisse decken, nicht mehr realisiert werden können.“ Gerhard Heine,

Leitung Alternativer Vertrieb, Wiener Städtische Versicherung

M. B.: In der Tat, die Ergebnisse haben gezeigt, dass unsere Kunden selten wegen der realisierten Produkte und Konzepte unzufrieden sind. Bemängelt wird vielmehr, dass, anders als bei Vertragsabschluss zugesagt, gerade in diesen wirtschaftlich außergewöhnlich schwierigen Zeiten kein persönlicher Ansprechpartner für ihre Fragen und Anliegen da war. Entsprechend groß ist der Vertrauensverlust. G. H.: Es gibt einen sehr starken Zusammenhang zwischen der Kundenzufriedenheit und der begleiteten Kundenbetreuung. Wir haben Kundenumfragen durchgeführt, die zeigen, dass zufriedene Kunden mehr Verträge abschließen und von ihrem Vermittler nicht über Jahre allein gelassen, sondern betreut und begleitet werden. M. M.: Nur so empfehlen Kunden ihren Vermittler auch weiter. Schließlich ist es so, dass ein Berater, der bei einem Kunden ausschließlich ein Risiko abgesichert hat, mit einer Stornowahrscheinlichkeit von rund 12,5 Prozent rechnen muss. Gelingt es diesem Vermittler, einen zweiten Risikokreis zu platzieren, also zum Beispiel neben der Haus- und Eigenheimversicherung eine Unfallvorsorge, dann reduziert sich die Quote um mehr als die Hälfte auf in etwa 5,5 Prozent. Kommt noch ein Produkt einer dritten Sparte hinzu, vorzugsweise aus der Personenversi-

exklusiv

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experten-gespräch Beratungsqualität

„In Großbritannien hat der Gesetzgeber seit 1988 so aggressiv reguliert, dass sich die Zahl der Vermittler mehr als halbiert hat.“ bernhard Fasching,

Leiter Vertriebsdirektion, Standard Life Österreich

cherung, die durch lange Laufzeiten geprägt ist, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Stornos noch mal auf zirka 2,25 Prozent. Mit anderen Worten: Die Stornowahrscheinlichkeit steht in kausalem Zusammenhang mit der kundenspezifischen Spartendichte und der Qualität der Beratungsleistung.

rekt wiedergeben können, ganz gleich, ob sie selbstständig oder als Angestellte unterwegs sind. Das ist eine Grund­ voraussetzung. Zum Qualitätsmerkmal wird das Know-how aber erst, wenn es dem Berater gelingt, die Inhalte so zu vermitteln, dass sie von seinem ­Gegenüber verstanden werden.

Gut, lassen Sie uns kurz zum Eingangs­ thema zurückkehren und den Begriff Beratungsqualität aufschlüsseln. Wo­ durch zeichnet sich diese heute aus? G. H.: Ganz wesentlich zeichnet sich Beratungsqualität dadurch aus, dass der Vermittler die Ist-Situation des Kunden analysiert und daraus den Bedarf ermittelt, um ihm erst dann aufzuzeigen, auf welchen Wegen dieser erfüllt werden kann. Wir haben Ansprache-Konzepte entwickelt, die zu Gesprächsbeginn überhaupt nichts mit Produktlösungen zu tun haben, sondern wo der Kunde erkennen soll, wo er welche Gefahrenpotenziale für sich selbst sieht.

M. M.: Anders als viele Jahre in der Lebensversicherung üblich, muss der Berater die Pensionsvorsorge laufend adaptieren und an die sich verändernden Lebensverhältnisse des Kunden anpassen. Wenn dies nach einer wie geschildert umfassenden Beratung dauerhaft gelingt, gewinnt der Kunde Vertrauen und ist durchaus bereit, schwierige, auch verlustreiche Phasen an den Kapitalmärkten auszuhalten. Entscheidend ist, dass die Situationen offen besprochen werden, sodass der Kunde die Hintergründe versteht. Es wäre fatal, wenn der Berater abtaucht, weil z. B. der Tilgungsträger ,unter Wasser‘ steht.

B. F.: Ein ganz wesentlicher Faktor ist, dass die Masse der Kunden nicht verstanden hat, was sie gekauft hat…

Hat möglicherweise die Krise zu einem Wertewandel in der Beratung geführt? M. B.: Vor 15 Jahren, als ich nach Österreich kam, war der Markt rein kapitalorientiert ausgerichtet. Es zählten nur Rendite und Steueroptimierung. Hierüber liefen 80 Prozent der Umsätze. Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich das verändert. Kunden erwarten heute eine hohe Beratungs-

…hat sich das heute wirklich zum Bes­ seren gewendet? B. F.: Ja, es hat sich einiges verbessert, aber es gibt weiterhin viel zu tun. Vermittler müssen immer die gesetzlichen, rechtlichen und fachlichen Fakten kor-

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exklusiv

qualität. Die beginnt bei der Erfassung der Kundendaten und reicht über die Erarbeitung und des Verkaufs eines mehrschichtigen Konzepts bis zu einem nachhaltigen Servicesystem, das gemeinsam mit Partnern umgesetzt werden muss. Dabei muss ich mir heute als Berater Gedanken machen, wie ich den Kunden dauerhaft anspreche und ihn an mich binde, den Kunden informiere, ohne ihn zu überfordern. M. M.: Ja, im Grunde hat die gesamte Branche einen standardisierten, mehrstufigen Ansatz in ihre Kundenberatung implementiert. Doch der Berater, so wie er hier beschrieben wird, muss ein echter Ausnahme-Typ sein: fachlich kompetent, über eine hohe soziale Kompetenz verfügen und noch dazu aktiv auf Kunden zugehen können. Egal welche Vertriebsform wir betrachten, ist aber festzustellen, dass rund zwei Drittel der Berater diese Anforderungen nicht einmal ansatzweise erfüllen. Vielmehr verursachen sie einen nachhaltigen Schaden, der unserem Image nicht gut tut. Ich denke, wir gestalten den Zugang in die Finanz- und Vorsorgeberatung zu einfach. M. B.: Da muss ich widersprechen: Warum lassen wir uns immer an den Negativbeispielen messen? Im langfristigen Durchschnitt arbeiten rund 80 Prozent sauber, nur die verbleibenden 20 Prozent verursachen für uns Stresssituationen. Zweitens meine ich, dass sich die Qualität des Auswahlprozesses von Menschen in der Finanzberatung in Österreich schon wesentlich verbessert hat. Denn Ausbildung kostet Geld. Wir investieren heute in jeden Menschen, der zu uns ins Unternehmen kommt, bis zum Erreichen der Vermögensberaterprüfung etwa 1.200 Euro. Folglich ist ein qualitativer Auswahlprozess unerlässlich, wenngleich man hier gerade am Anfang oft daneben liegen kann. Früher ließ sich mit einer unternehmerischen Mittelmäßigkeit ein ordentliches Einkommen erzielen. Diese Zeiten sind vorbei.


Altersvorsorge

Je früher, desto besser. Mit der Altersvorsorge verhält es sich, wie mit so vielem im Leben: Wer rechtzeitig mit seinem Vorhaben beginnt, wird seine Ziele besser und leichter erreichen. Machen Sie mit Ihren Kunden eine Vorsorgebilanz und zeigen Sie ihnen, welchen Einfluss der Vorsorgehorizont auf das Ergebnis hat – Ihre Kunden werden erstaunt sein. Je früher sie mit der Eigenvorsorge beginnen, desto unbeschwerter können Ihre Kunden sein. Mit den vielfältigen Versicherungslösungen der NÜRNBERGER lässt sich eine individuelle Altersvorsorge aufbauen und Risiken absichern. Außerdem sind Ihre Kunden auch für einen allfälligen Pflegeaufwand gut gerüstet. Sicherheit und Eigenvorsorge für die Pension.

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experten-gespräch Beratungsqualität

G. H.: Die Wiener Städtische ist ein Kompositversicherer. Für einen Mitarbeiter oder Berater ist es de facto nicht möglich, die gesamte Produktpalette fachlich kompetent abzubilden. Allein in der Lebensversicherung bieten wir heute über 150 verschiedene Tarife an. Vergleichbar ist die Situation bei Maklern im Hinblick auf Produktvergleiche verschiedener Gesellschaften. Hier wird den Kunden vorgegaukelt, sie bekämen das beste Produkt am Markt. Die Wirklichkeit sieht zumeist anders aus. M. M.: Ich habe kürzlich den bereits mehrfach überarbeiteten Entwurf zur neuen Vermittlerrichtlinie IMD2 erhalten. Vieles ist noch in Diskussion, doch klar scheint schon heute zu sein: Die Transparenzanforderungen werden erneut steigen. Folglich müssen wir die fachliche und persönliche Qualifizierung von Beratern weiter steigern. Dies erfordert einen erhöhten Aufwand, mit dem sich gegenüber dem Kunden ein Beratungshonorar rechtfertigen lässt sowie das Sichtbarmachen von Leistungen gewährleistet ist. Bei Rechtsanwälten und Notaren ist es selbstverständlich, dass sie ihren Arbeitsaufwand in Rechnung stellen. Von uns wird Qualität verlangt, die nichts kosten dürfen soll? Das passt nicht zusammen! Hier ist es dringend notwendig, dass wir als Branche geschlossen unser Anliegen vertreten, sonst kommen wir nicht weiter! G. H.: Wir werden so stark reglementiert, dass ausgerechnet jene Produkte, die die Kundenbedürfnisse decken, nicht mehr realisiert werden können. Aufgrund von Solvency II müssen klassische Lebensversicherungen mit enormen Eigenmitteln hinterlegt werden. Das muss sich ein Versicherer leisten können und auf Sicht gesehen wird es auch nicht viele geben, die sich das leisten wollen. Wir werden durch die Reglementierungen immer mehr eingeschränkt und müssen am Ende die Bedürfnisse der Kunden an die Regelungen anpassen. Dabei müsste es umgekehrt sein.

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exklusiv

M. M.: Aufgrund der aktuellen Zinssituation erscheint es schwierig, Garantiewerte, die den Kunden zugesagt sind, zu verdienen. Obwohl ich hier in erster Linie als überzeugter Repräsentant für fondsgebundene Vorsorgesparten spreche, bin ich auch ein Verfechter der konventionellen Tarife, sei es bei der klassischen Ablebens-, Kapital- oder Rentenversicherung. Denn es gibt de facto keine Alternative, um das Langlebigkeitsrisiko abzusichern. B. F.: Wohin eine konsequente Regulierung führen kann, konnte man in Großbritannien beobachten. Dort hat der Gesetzgeber bereits seit 1988 derart aggressiv reguliert, dass sich die Zahl der Vermittler inzwischen mehr als halbiert hat. Von den neuen Regeln haben besonders unabhängige Vermittler profitiert, die die höheren Anforderungen erfüllen konnten. Inzwischen machen in Großbritannien unabhängige Vermittler 70 Prozent des Neugeschäfts aus. Die Gewinner waren also die Makler, die auf qualitativ hochwertige Beratung statt reinen Abverkauf gesetzt haben. Haben auch die Kunden von der Regu­ lierung profitiert? B. F.: Grundsätzlich ja. Nach der Regulierung sind in Großbritannien deutliche Verbesserungen bei der Altersvorsorge-Beratung spürbar. Vermittler sind besser ausgebildet und beraten die Kunden entsprechend hochwer-

„Derart gewaltige Verände­ rungsprozesse gab es in der Finanzbranche noch nie.“ Michael Bolz,

Geschäftsführer, OVB Allfinanzvermittlung Österreich

tiger. Die Kunden haben mehr Vertrauen in ihren Makler und sind ihrerseits bereit, für die gute Beratung zu zahlen. Dies bedeutete allerdings auch, dass für die Vorsorgeberatung ein hohes Entgelt verlangt wird – mit dem Ergebnis, dass sie nicht mehr für alle Briten zugänglich war und die Gefahr der Altersarmut durch die Regulierung nicht gelöst wurde. Dies ist vielleicht eine wichtige Lehre: Für die Menschen ist ein Zugang zu einer qualifizierten Beratung unerlässlich. Daher sollte der Gesetzgeber alles daran setzen, dass qualifizierte Beratung bezahlbar bleibt. M. B.: Richtig, aber derart gewaltige Veränderungsprozesse auf der Marktwie auf der regulatorischen Seite, die mit einer solchen Tiefe und Dynamik in der Finanzbranche stattfinden, gab es aus meiner Sicht noch nie. Für den Berater gilt es deshalb zu prüfen: Ist das eigene Unternehmen richtig aufgestellt? Welche Geschäftsmodelle lassen sich künftig noch betreiben und welche nicht? Welche Assets empfehlen sich zur Vermögensbildung und welche big points müssen bei Mitarbeitern und Kunden gesetzt werden? Die Prozesse werden schmerzhaft, aber sie beinhalten gleichzeitig eine Riesen-Chance. Nur wer diese Marktveränderungen positiv durchläuft, wird später die Ernte einfahren können – vorausgesetzt, die Felder wurden über viele Jahre richtig bestellt.


Wer sagt eigentlich, dass Versicherungen keine Trends erkennen Maxxellence Invest. Ă„ndert alles.

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Unisex-Tarife Pensionsvorsorge

Gleichbehandlung schlägt auf die Beiträge Die meisten Verbraucher können mit Unisex-Tarifen wenig anfangen. Beratern liefern sie gute Gründe, beim Kunden aktiv zu werden. Handlungsdruck besteht zwar kaum, aber die erwarteten Beitragsunterschiede könnten sich über die Vertragslaufzeit zu ordentlichen Mehrkosten oder Ersparnissen summieren. von Kay Schelauske

Kurzer Rückblick: Am 1. März 2011 urteilte der Europäische Gerichtshof,

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dass geschlechtsspezifische Tarife, sogenannte Bisex-Tarife, nur noch bis zum 20. Dezember 2012 verkauft werden dürfen. Fortan müssen die Tarife geschlechtsneutral sein. Faktoren, wie die durchschnittlich längere Lebenserwartung von Frauen, dürfen dann bei der Kalkulation von Prämien und Leistungen keine Rolle mehr spielen. Hintergrund ist die EU-Gleichstellungsrichtlinie 2004/113/EG, die „jede Diskriminierung aufgrund des Geschlechts beim Zugang zu und bei der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen untersagt“ – und somit auch bei Versicherungen. Für die Konsumenten bedeutet dies: Durch das Nivellieren geschlechtsspezifischer Merkmale können die Versicherungen günstiger, aber auch teurer werden. Hierbei wird es nicht nur um Cent-Beträge gehen. Denn über die Vertragslaufzeit gesehen, können sich

die künftig zu erwartenden Ersparnisse bzw. Kostensteigerungen zu ansehnlichen Summen addieren. Letzteres rechnet die WWK am Beispiel einer 30-jährigen Frau vor, wenn sie eine Ablebensversicherung mit einer Versicherungssumme von 100.000 Euro nach dem Stichtag abschließen würde. Die Unisex-Vorgaben würden bei ihr am Ende der 25-jährigen Vertragslaufzeit zu Mehrbelastungen von über 1.800 Euro führen. Wäre die Kundin zehn Jahre älter, kletterten die Mehrbelastungen auf gut 5.100 Euro, beim Eintrittsalter 45 Jahre auf 8775 Euro. Damit Kunden keine Befürchtungen haben brauchen, ihnen könnten höhere Leistungen im Zusammenhang mit der Unisex-Umstellung entgehen, bietet ihnen der in München beheimatete Versicherer eine Wechseloption für in diesem Jahr abgeschlossene Verträge an. Das bedeutet konkret: Kunden

Foto:Fotolia.de

U

nisex – kein anderes Thema hält die Branche so in Atem. Die Versicherer müssen ihre Produkttarife neu kalkulieren. Makler und Vermittler suchen nach Wegen, wie sie das Thema bei ihren Kunden platzieren. Denn bei denen, die mit den Folgen leben müssen, herrscht große Unkenntnis: Rund ein Viertel der Männer und Frauen in Österreich hat von Unisex-Tarifen bisher nur beiläufig etwas gehört. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Online-Studie der GfK Austria, bei der Österreicher beider Geschlechter im Alter zwischen 15 und 65 Jahren befragt worden sind. Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben sogar an, dass sie noch nie etwas von der entsprechenden Richtlinie der Europäischen Union gehört haben (siehe Grafik).


Unisex-Tarife Pensionsvorsorge

„Der Berater kann seinen Kunden garantieren, dass ihnen höhere ­Leistungen im Zuge der Unisex-­Umstellung nicht entgehen werden.“ Ansgar Eckert,

Bereichsleiter Marketing, WWK

können mit Beginn des zweiten Versicherungsjahres in den Unisex-Nachfolgevertrag wechseln – und dies unter Beibehaltung der Vertragskonstella­ tion und gleichem garantiertem Bruttobeitrag. „Der Berater kann seinen Kunden damit garantieren, dass ihnen eventuell höhere Leistungen im Zuge der Unisex-Umstellung nicht entgehen werden“, sagt Ansgar Eckert, Bereichsleiter Marketing bei der WWK, mit Blick auf die Folgen der Umstellung für die Altersvorsorge. Oder die Kunden führen ihren Vertrag einfach in der Beitragshöhe und den Leistungen des bisherigen geschlechtsspezifischen Tarifs weiter. Denn das EuGHUrteil bezieht sich nicht auf Verträge, die vor dem 21. Dezember 2012 abgeschlossen wurden. Es gibt also einen Bestandsschutz. Versicherer geben Wechselund Umtauschgarantien Derartige Wechsel- oder Umtauschgarantien machen Schule. So bietet z. B. die Nürnberger Versicherung Beratern mit dem Zertifikat „Tarifwechseloption“ eine ebenfalls kostenlose Möglichkeit an, entsprechende Wege mit ihren Kunden zu beschreiten. Genutzt werden können die Wechseloptionen bis zum 30. Juni 2013 für die Berufsunfähigkeits- und Ablebensversicherung. Genauso terminiert ist die Umtausch-Option von HDI. Bei Kun-

den, die hierauf bei ihrem Einstieg zugreifen wollen, werden die Verträge rückwirkend ab Vertragsbeginn auf die für sie günstigeren Unisex-Tarife umgestellt. Um die Umtausch-Optionen nutzen zu können, muss der Antrag bis zum Stichtag polizziert oder vom Versicherer eine „Annahmeerklärung“ zugegangen worden sein, bspw. wenn noch eine Risikoprüfung aussteht. „Wenn wir die Annahmeerklärung ausgestellt haben, kann der Kunde nach erfolgter geschlechtsspezifischer Polizzierung unsere Umtausch-Option im nächsten Jahr nutzen“, sagt Christian Wagner, Produktmanager bei der HDI. Unisex – Noch nie gehört! 80 70

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5% noch nie gehört

nur beiläufig davon gehört

Thema ist bekannt u. mit den Folgen auseinandergesetzt

*Die Angaben gelten für Frauen und Männer; Ausnahme: der 5%-Wert bezieht sich auf Männer, bei Frauen waren es hier 4%. Der Rest machte jeweils keine Angaben, repräsentative Online-Studie der GfK Austria.

Etwas anders geht die Dialog-Leben vor. Der Spezialversicherer greift der Unisex-Umstellung vor und bietet bis zum 30. November 2012 für nicht rauchende Männer einen Übergangstarif in der Ablebensversicherung an: Dessen Prämie ist um 12,5 Prozent reduziert bei unverändertem Leistungsumfang. Am 1. Dezember stellt der Spezial-Versicherer bereits um – verbunden mit einer Wechselgarantie, sollte der Unisex-Tarif doch günstiger ausfallen. welche Polizzen werden teurer, wo sinken die beiträge? Auf solche verbindlichen Zusagen sollten Berater und Vermittler in den verbleibenden Wochen und Monaten dieses Jahres im Zuge eines Vertragsabschlusses achten. Nur bei welchen Versicherungssparten müssen Herr und Frau Österreicher eigentlich damit rechnen, dass sich ihr Versicherungsschutz verteuert bzw. sogar Geld gespart werden kann? Die Aktuare in den Versicherungsgesell­schaften kalkulieren die Produkttarife der Personenversicherungen anhand von statistischen Daten der jeweiligen Versicherungsnehmer. So haben ­Frauen, nach Angaben des österreichischen Versicherungsverbandes, eine um sieben Jahre höhere Lebenserwartung als Männer, sind weniger von Unfällen betroffen, nehmen aber Leistungen der Krankenversicherung stärker in Anspruch. Berücksichtigt werden diese Entwicklungen in sogenannten Sterbe- und Wahrscheinlichkeitstafeln. Hier in die Versicherungsmathematik einzusteigen, würde zu weit führen. Wichtig ist aber: In welchem Umfang sich die Beiträge im Zuge der Unisex-Umstellung verändern werden, hängt maßgeblich von der Zusammensetzung der jeweiligen Versichertenbestände ab, also ob bspw. ein Frauen-Anteil von 50 oder 30 Prozent angenommen wird. Je nachdem, welches Mischverhältnis der Kalkulation

exklusiv

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Unisex-Tarife Pensionsvorsorge

So wirken sich die Unisex-Tarife für Männer und Frauen aus teurer

billiger

Versicherungsart

Frauen

Männer

Berufsunfähigkeitsversicherungen

Ablebensversicherungen Kapitallebensversicherungen

Quelle: Eigene Recherchen

Rentenversicherungen Pflegeversicherungen Unfallversicherungen

zugrunde gelegt wird, können die Ergebnisse stark variieren, heißt es vonseiten eines Versicherungsexperten. Da die Mischverhältnisse für die anstehende Unisex-Kalkulation bisher nicht bekannt sind, geht z. B. die HDI nach eigenen Angaben zunächst von einem hälftigen Mischverhältnis aus. Tatsächliche Unisex-Tarife stehen noch nicht fest In jedem Fall sind die derzeit veröffentlichten Beitragsveränderungen mit Vorsicht zu genießen. Denn noch stehen die tatsächlichen Unisex-Tarife nicht fest. Zeigen lassen sich aber Tendenzen: Was haben Frauen und Männer bei den einzelnen Versicherungssparten nach dem 20. Dezember zu erwarten – und woran liegt das im Grundsatz. Ein Überblick: •

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BU-Versicherungen: Männer zahlen derzeit tendenziell geringere Beiträge für einen BU-Schutz als Frauen. Denn statistisch gesehen werden sie seltener berufsunfähig. Ergo dürfte sich der Versicherungsschutz nach dem Stichtag für Männer verteuern, während sich Frauen wohl über ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis freuen können.

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Ablebens- und Kapitallebensversicherungen: Aktuell profitieren Frauen gegenüber Männern von einem günstigeren Versicherungsschutz. Der Grund: Frauen besitzen eine deutlich längere Lebenserwartung als Männer, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Leistungsfalls folglich größer ist. Durch die tarifliche Gleichstellung dürfte der Versicherungsschutz nach dem Stichtag für Männer günstiger werden und für Frauen teurer. Rentenversicherungen: Aufgrund ihrer statistisch geringeren Lebenserwartung sollten Männer

„In der bAV werden bezüglich der UnisexTarifierung die gleichen Vorgehensweisen wie bei der privaten Altersvorsorge angewendet.“ Christian Wagner,

Produktmanager, HDI

im Zuge der Unisex-Umstellung mit Beitragssteigerungen rechnen. Denn der kalkulatorische Vorteil gegenüber den Frauen fällt weg. Entsprechend dürften Männer künftig von einem schlechteren Preis-Leistungs-Ver­ hältnis ausgehen. Pflegeversicherungen: Ähnlich verhält es sich hier. Die niedrigere Lebenserwartung und der damit einhergehend geringere Pflegeaufwand bevorteilt Männer aktuell. Im Gegenzug dürften Frauen nach der Umstellung Preis-/Leistungsverbesserungen erwarten. Unfallversicherungen: Unfallsta­ tis­tiken zeigen, dass Männer deutlich stärker von solchen Ereignissen betroffen sind als Frauen. Dementsprechend war dieser Versicherungsschutz bislang für das männliche Geschlecht teurer. Sie dürften also von den künftigen Unisex-Tarifen profitieren.

Und wie ist die Situation in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV)? „In der bAV werden bezüglich der UnisexTarifierung die gleichen Vorgehensweisen wie bei der privaten Altersvorsorge angewendet“, sagt Wagner und verweist dabei auf die Durchführungswege Zukunftssicherung, Abfertigungsvorsorge und Rückdeckungen von Pensionszusagen.


Unisex-Tarife Pensionsvorsorge

Unterm Strich dürfte im Zuge der Unisex-Umstellung mit nennenswerten Beitragsanpassungen zu rechnen sein. Gleichwohl werden die Gesellschaften aufpassen, dass sie am Ende nicht als „Preistreiber“ im Rampenlicht stehen. Alternativ könnten aber auch solche Leistungen gestrichen werden, die vom Kunden bisher nicht angenommen wurden. Welche Wege die Versicherer einschlagen werden, bleibt abzuwarten. geldwerte anstösse bei kunden Zunehmend lauter trommeln die Gesellschaften derzeit für einen fristgerechten Abschluss bis zum 20. Dezember dieses Jahres. Direkter Handlungsdruck besteht zwar nicht. Bei Kunden mit Absicherungslücken oder solchen, die den Einstieg in einen Versicherungsschutz bereits suchen, kann die Unisex-Tarifierung

gleichwohl geldwerte Anstöße geben. Denn in beiden Fällen wäre es alles andere als clever, mögliche Beitragsersparnisse jetzt nicht zu nutzen. Immerhin können sich die Unterschiede über längere Vertragslaufzeiten ordentlich summieren. Und dies vor Augen, dürfte wohl manche Entscheidungsschwelle beim Kunden sinken. Zwar stimmt der Hinweis mancher Versicherer, dass durch einen rechtzeitigen Vertragsabschluss Versicherungslücken früher abgedeckt und beim Vermögensaufbau Zinseszinseffekte genutzt werden können. Diese Argumentation gilt aber schon immer, losgelöst von der Unisex-Umstellung. Eine Zuspitzung wird es vermutlich bei den klassischen Kapitallebensund Rentenversicherung geben. Planungen der Finanzmarktaufsicht

zufolge soll der Garantiezinssatz erneut um 0,25 auf dann 1,75 Prozent sinken. Wer mit diesen Polizzen seine Pen­sionsvorsorge stärken will, sollte seinen Berater aufsuchen – eben aus doppeltem Grund.

Auf den Punkt gebracht Die Unisex-Umstellung von Versicherungen kommt, und zwar zum 21. Dezember 2012. So viel ist sicher. Denn die Vorgaben des Europäischen Gerichtshofes lassen keinen Spielraum. Betroffen sind nur Neuverträge. Aber bei welchen Versicherungen müssen Frauen, bei welchen Männer mit Beitragsersparnissen bzw. zusätzlichen Kostenbelastungen rechnen? Tendenzen lassen sich bereits benennen – und die liefern vielfach gute Gründe, beim Kunden aktiv zu werden. Besonders bei klassischen Lebensversicherungen.

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BKV Betriebliche Altersvorsorge

Pensionskasse ade? Mehr Wechseloptionen zur BKV Beschäftigte und Pensionisten erhalten neue Möglichkeiten, um von der ungeliebten Pensionskasse zur betrieblichen Kollektivversicherung zu wechseln. Gerade die Aktienmärkte könnten den Versicherern das erhoffte Zusatzgeschäft vermiesen. von Kay Schelauske sitive Impulse bei Dienstgebern und Beschäftigten gesorgt. Die Folge: Die Verbreitung der bAV in der mittelständischen Wirtschaft Österreichs nimmt nur langsam zu.

D

rei von vier Österreicher wünschen sich ein betriebliches Vorsorgemodell in ihrem Unternehmen. Gleichzeitig gaben 59 Prozent von tausend befragten Bürger an, dass ihr Arbeitgeber kein Modell der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) anbietet bzw. sie es nicht genau wissen. Damit weisen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Wiener Städtischen und der Marktforschungsgesellschaft meinungsraum.at auf ein anhaltendes Defizit hin: Viele Betriebe haben die Vorteile einer betrieblichen Altersvorsorge, wie die Stärkung der Mitarbeiterbindung, noch nicht zum eigenen Nutzen umgesetzt. Dabei würde laut Umfrage gut jeder Zweite auf eine Gehaltserhöhung zugunsten

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einer bAV verzichten. Das verwundert nicht. Immerhin fällt die Pension aufgrund von Steuer- und Kostenvorteilen, nach Angaben des Versicherers, um 20 Prozent höher aus als bei einer Veranlagung der Nettobeiträge. „Nur 25 Prozent der österreichischen Dienstnehmer kommen überhaupt in den Genuss eines betrieblichen Vorsorgemodells“, bestätigt Wolfgang Weisz. Während Großunternehmen nahezu komplett versorgt sind, gibt es bei klein- und mittelständischen Betrieben sehr großen Nachholbedarf, ergänzt der Abteilungsleiter bAV bei der Allianz. Allerdings hätten die jüngsten Negativ-Schlagzeilen bei den Pensionskassen nicht gerade für po-

Vielfach werde betriebliche Vorsorge noch mit Pensionskassen gleichgesetzt. Begründet liege dies in der Historie. Während die Betriebliche Kollektivversicherung (BKV) erst Anfang 2006 an den Markt kam, gibt es Pensionskassen schon seit 1990 in Österreich. Seinerzeit profitierten sie besonders stark von der Auslagerung betrieblicher Pensionszusagen. Entsprechend stärker sind die Pensionskassen in Tarifverträgen, wie in der Papier verarbeitenden Industrie, verankert. Ein Trend, der trotz der Verwerfungen an den Kapitalmärkten offenbar weiter anhält. „Junge Kollektivverträge, wie für die Universitäten in 2009 oder die IT-Branche im vergangenen Jahr, legen ihre Mitglieder ausschließlich auf das volatilere Pensionskassen-Modell fest“, wundert sich Hemma Massera. Nach Einschätzung der Leiterin Betriebliche Personenversicherung bei der Generali Versicherung liege dies neben den unterschiedlichen Startbedingungen vor allem in einer zu geringen Verbreitung und Bekanntheit der BKV begründet. Die Folge: Wird ein betriebliches Vorsorgemodell angeboten, handelt es sich in einem Großteil der Fälle um eine Pensionskasse. Sehr zum Leidwesen mancher Versicherer und der Politik.

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Mehr Wahloptionen


berechtigten und Pensionisten mehr Möglichkeiten gibt, in die sichere Veranlagung der BKV zu wechseln. Bislang war dies nur in zwei Situationen möglich: 1. bei Pensionsantritt können die Pensionisten ihr Pensionskassenvermögen in ein solches Versicherungsmodell übertragen lassen - vorausgesetzt, der Dienstgeber schließt einen entsprechenden Rahmenvertrag ab und es wurden noch keine Rentenzahlungen geleistet. 2. bei Ausscheiden aus dem Unternehmen können Dienstnehmer ihre unverfallbaren Ansprüche zum neuen Dienstgeber mitnehmen. Dies setzt aber voraus, dass in dem neuen Betrieb ein BKVModell existiert.

Unter dem Eindruck der Euro-Schuldenkrise und im Zuge der umgesetzten Pensionskassen-Reform könnte sich genau das auf mittlere Sicht ändern. Denn die Zeiten scheinen eher für das Versicherungsmodell zu sprechen. Immerhin 72 Prozent der Umfrageteilnehmer halten den Einstieg in eine BKV für attraktiver als in eine Pensionskasse. „Die BKV fristet noch ein Schattendasein, aber sie ist ein wachsendes Modell, dem sich durch die Pensionskassenreform einige Chancen eröffnen“, betont Weisz. Auch die Generali-Expertin geht davon aus, dass Betriebsräte und Arbeitgeber ihren Mitarbeitern diese Option nicht versperren und die rechtlichen Voraussetzungen durch Betriebsvereinbarungen und Rahmenverträge schaffen werden. „Die BKV wird davon profitieren“, erwartet Massera, weil das Vorsorgemodell dadurch bekannter und besser verstanden wird.

Große Defizite bei der betrieblichen Vorsorge Welche der folgenden Vorsorge-Systeme gibt es in dem Unternehmen, in dem Sie tätig sind? 0%

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Pensionskasse

Arbeitgeber bietet keines an / Weiß nicht

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30%

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Zukunfssicherung gemäß §3 Einkommensgesetz

Anderes

Gratis

Zwei weitere Wechseloptionen sind nun durch die ab 1. Jänner 2013 geltende Pensionskassen-Reform hinzugekommen: 1. Mit Beginn des vollendeten 55. Lebensjahres können Anwartschaftsberechtigte künftig ebenfalls in die BKV wechseln. Eine entsprechende Erklärung muss bis spätestens 31. Oktober des laufenden Kalenderjahres bei der Pensionskasse und beim Dienstgeber einlangen. „Allerdings muss der Arbeitgeber einen Rahmen-

Rund 50.000 Pensionen sind nach Angaben des Fachverbandes der Pensionskassen im heurigen Jahr von Kürzungen um durchschnittlich 4,5 Prozent betroffen. Das bedeutet, teils war der Einschnitt sogar deutlich tiefer (FONDS exklusiv berichtete). Vor diesem Hintergrund hat der Gesetzgeber eine Pensionskassen-Reform umgesetzt, die den Anwartschafts-

Pensionszusage

Das Magazin für Versicherungsmakler und Finanzdienstleister Bei Interesse kontaktieren Sie uns einfach telefonisch oder per mail

neue wechseloptionen

„BKV wird profitieren“

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BKV Betriebliche Altersvorsorge

BAV wichtiger als Gehaltserhöhung Nehmen wir an, Sie könnten sich zwischen einer Gehaltserhöhung und einer betrieblichen Altersvorsorge entscheiden - was würden Sie wählen?

33% 53%

14%

Würde Gehaltserhöhung wählen Würde die betriebliche Altersvorsorge wählen Weiß nicht Quelle: Wiener Städtische

vertrag mit einer BKV abschließen, damit seinen Mitarbeitern die Wechseloption tatsächlich offen steht“, betont der AllianzExperte. Unter diesen Voraussetzungen kann das Pensionskassenvermögen zum 1. Jänner des folgenden Kalenderjahres auf das Versicherungsmodell übertragen werden, also erstmals frühestens zum 1. Jänner 2014. Ab diesem Zeitpunkt wären dann auch die laufenden Prämien in die BKV zu entrichten. 2. Auch den Leistungsberechtigten wird einmalig mit dem Jahr 2013 ein Zeitfenster für einen Wechsel geöffnet. Hierfür müssten sie den Wechsel bis zum 31. Oktober 2013 gegenüber ihrer Pensionskasse erklären. Zum 1. Jänner 2014 wäre der Wechsel in die BKV dann bei entsprechendem Vertragsabschluss perfekt. Der letzte Arbeitgeber muss dabei nicht eingebunden werden. „Für die Pensionisten wird das zunächst natürlich eine Pensionskürzung nach sich ziehen“, betont Weisz. Der Grund ist einfach, wird aber auch bei der privaten Pensionsvorsorge

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gern unterschlagen: Garantien kosten immer Geld, schmälern also das Altersvermögen bzw. die ausbezahlte Rente. „Aber dafür ist es die letzte Kürzung“, hebt der Allianz-Experte hervor. „Für uns greift die aktuelle Pensionskassenreform zu kurz“, betont Ralph Müller. Der Vertriebsvorstand bei der Wiener Städtischen erneuert seine Forderung nach der Durchlässigkeit der Systeme, die auch von drei Viertel der Umfrageteilnehmer gewünscht wird. Mit dem Ziel, Anwartschaftsberechtigten den Zugang in die BKV zu erleichtern, ist der Versicherer mit einem „Dualmodell“ auf den Markt gekommen.

Neues „Dualmodell“

Zunächst sind nach Angaben des Versicherers einige rechtliche Voraussetzungen zu schaffen: Bis Jahresende müsste das Unternehmen den Pensions­kassenvertrag kündigen und einen Rahmenvertrag mit dem Versicherer sowie einer Pensionskasse, ggf. derselben, abschließen. Beide Gesellschaften würden danach eine Übernahmeerklärung ausfüllen. Anschließend startet das Pensionssystem neu und jeder Mitarbeiter müsste sich entscheiden, ob sein bereits angespartes Pensionskapital und die zukünftigen Beiträge in der Pensionskasse oder in der BKV veranlagt werden sollen, heißt es weiter. Würde die Kündigung noch heuer ausgesprochen, ergäbe sich für alle Mitarbeiter aufgrund einer einjährigen Kündigungsfrist eine Wahlmöglichkeit zum 1. Jänner 2014. Die durch die Pensionskassen-Reform geschaffenen Wechselmöglichkeiten ließen sich dabei integrieren, sodass jedem Dienstnehmer bis zu drei Op­ tionen für einen individuellen Wechsel offen stünden. „Wenn der Dienstnehmer echte, harte Garantien will, dann ist der Einstieg in die BKV sinnvoller als in eine Sicherheits-VRG, da hier nur die erste

tatsächliche Pension garantiert wird“, sagt Weisz. Die BKV gewährt dem Kunden hingegen eine Art Höchststandsgarantie, da sie auf dem Garantiezins und der Gewinnbeteiligung des Versicherers basiert. Sobald diese Werte zugeteilt sind, kann die Rente nicht darunter sinken, erläutert der bAV-Experte und fügt hinzu: „Damit hat sie ein erheblich höheres Garan­ tiemomentum.“ Für die Generali-Expertin überzeugt die BKV vor allem dadurch, dass sie die Kunden gänzlich von Verlusten abschirmt. „Gewinne werden nach Zuweisung fixiert, daneben sichern der garantierte Rechnungszins sowie garantierte Rententarife sowohl die Untergrenze an Kapitalaufbau als auch die Rente selbst über viele Jahrzehnte“, betont Massera. Vonseiten der Wiener Städtischen wird zudem betont, dass die Rentenhöhe auf Basis der zu Vertragsabschluss gültigen Rententafel berechnet wird. Das bedeute, dass die lebenslang ausbezahlte Rente in Zeiten steigender Lebenserwartung höher ausfalle, da von einer geringeren durchschnittlichen Auszahlungsdauer der Rente ausgegangen wird. „Der Versicherer übernimmt damit das Langlebigkeitsrisiko“, betont Müller und macht dies an einem Beispiel

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fest: Ein Kunde, der kürzlich seinen 100. Geburtstag gefeiert hat, bezieht eine lebenslange monatliche Rente, die aufgrund seines erfreulich hohen Alters bereits das Dreifache des ursprünglich veranlagten Betrages ausmacht. Dies entspreche einer jährlichen Rendite von 11,8 Prozent - eben aufgrund der langen Rentenlaufzeit.

BKV-zusatzgeschäft könnte ausbleiben

Dennoch bleibt es abzuwarten, wie sich Dienstnehmer und Pensionisten künftig entscheiden werden. Möglicherweise könnte das seitens der Versicherer erhoffte Zusatzgeschäft am Ende doch ausbleiben. Aus mehreren Gründen. Erstens wurden den Pensionskassen mit der Reform ebenfalls neue Wege eröffnet. Neben den bereits erwähnten SicherheitsVRG wurden sogenannte Lebensphasenmodelle eingeführt. Sie ermöglichen den Anwartschaftsberechtigten bis zu drei Mal zwischen verschiedenen Veranlagungsmodellen zu wechseln. Zweitens würde die erwartete Senkung des Garantiezinses auf 1,75 Prozent pro Jahr auch auf die BKV durchschlagen. Vor allem aber stoßen Aktienanlagen zusehends auf Zustimmung. Angesichts schleichender Inflationssorgen gefällt nicht nur ihr Sachwertcharakter. Auch die Anlegerstimmung an den Börsen hellt sich sichtbar auf. Wundern dürfte es dann nicht, wenn viele Anwartschaftsberechtigte - angesichts dieser Entwicklungen - dann doch nicht das „Vorsorgevehikel“ wechseln. Zwar gilt es, sich bei der Pensionsvorsorge wie Geldanlage zu entscheiden: Höhere Sicherheiten, aber begrenzte Ertragschancen oder Optionen auf höhere Kapitalzuwächse bei gleichzeitig größeren Verlustrisiken? Auf diese einfache Anlageregel läuft es am Ende immer hinaus. Nur wird dieser Grundsatz ebenso gern vernachlässigt wie der des antizyklischen Handelns: Wenn die Aktienmärkte weiter steigen, wollen schließlich auch Herr und Frau Österreicher dabei sein - obwohl dann, so lehren es die vergangenen Jahrzehnte, die nächste Korrektur nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Altersvorsorge

IMPRESSUM MEDIENINHABER UND REDAKTION FONDSMAGAZIN Verlagsgesellschaft m.b.H. Donaufelder Straße 247, 1220 Wien Tel.: +43 1 713 70 50, Fax: DW 40 ISDN: +43 1 713 71 61 E-MAIL: office@fondsverlag.com HERAUSGEBER Mag. Gerald Schröter CHEFREDAKTION Mag. Linda Kappel, Kay Schelauske VERLAGSLEITUNG Michael Görner CHEF VOM DIENST Andreas Berger SEKRETARIAT Michaela Oprea Grafisches Konzept & Produktion Mario Groschner AUTOREN David Bauer, Andreas Dolezal, Bettina M. Gordon, Andreas Jagersberger, Mag. Linda Kappel, Johannes Muschik, Heino Reents, Wolfgang Regner und Kay Schelauske ANZEIGEN Mag. Danja Bauer (Tel.: +43 1 713 70 50-13) Alexander Lößner (Tel.: +43 1 713 70 50-12) ANZEIGENPREISE Preisliste: September 2010 DRUCK UND HERSTELLUNG Druckerei Berger, 3580 Horn, Wiener Straße 80 VERTRIEB Morawa Pressevertrieb GmbH 1140 Wien, Hackingerstraße 52 ERSCHEINUNGSWEISE: vierteljährlich PREIS: 3,00 Euro (inkl. MwSt.) ISSN 1609-9370

Auf den Punkt gebracht Jüngste Rentenkürzungen bei den Pensionskassen haben den Gesetzgeber auf den Plan gerufen: Sicherheits-VRG und Lebensphasenmodelle sorgen künftig für mehr Sicherheit innerhalb der Pensionskasse. Wer trotzdem in eine BKV wechseln will, hat hierzu ebenfalls mehr Möglichkeiten. Die Versicherer erhoffen sich dadurch ein erhebliches Zusatzgeschäft und eine Stärkung des Versicherungsmodells. Ob die Anwartschaftsberechtigten und Pensionisten aber ihr „Vorsorgevehikel“ tatsächlich wechseln werden, bleibt abzuwarten. Denn schon hellt sich die Stimmung an den Aktienmärkten merklich auf.

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betriebliche vorsorge Pensionsvorsorge

Nach der Pensionskassenreform: Umstiegsmöglichkeiten in die Betriebliche Kollektivversicherung Die Wiener Städtische sieht in der Betrieblichen Kollektivversicherung einen Weg, zu einer kalkulierbaren, verlässlichen Pension zu kommen und informiert über Umstiegsvarianten, Optionen und Prozedere.

D

ie Wiener Städtische bie­ tet ihren Kunden mehrere Varian­ten eines teilweisen oder kompletten Umstiegs von der Pensionskasse (PK) in die Betriebliche Kollektivversicherung (BKV) an. „Die BKV ermöglicht unseren Kunden eine kalkulierbare und verlässliche Pen­ sion, die von Schwankungen des Ka­ pitalmarkts und demografischen Ent­ wicklungen kaum beeinflusst wird“, erläutert Wiener Städtische Vertriebs­ vorstand Dr. Ralph Müller. Folgende Varianten sind möglich:

Foto: Wiener Städtische, Bubu Dujmic

• Einführung eines Dualmodells mit individuellen Wechsel­Möglichkeiten Diese Variante ist für viele Unter­ nehmen die interessanteste, da die Einführung eines Dualmodells mit individuellen Wechsel-Möglichkei­ ten angesichts der derzeit geltenden Rechtslage die größte Flexibilität ­zulässt. Voraussetzung ist die Kündigung des Pensionskassenvertrags und der Ab­ schluss eines Rahmenvertrags mit einer BKV und einer PK (kann auch wieder dieselbe sein). Das ganze Pen­ sionssystem startet neu und jeder Mitarbeiter muss sich entscheiden, ob sein Vermögen in der PK oder in der BKV veranlagt werden sollen. Wird die Kündigung noch heuer ausgesprochen, ergibt sich eine Wahlmöglichkeit aller Mitarbeiter zum 1. Jänner 2014.

Dr. Ralph Müller, Vertriebsvorstand Wiener Städtische

Zusätzlich werden auch die Wechsel­ möglichkeiten durch die Pensions­ kassenreform (siehe unten) in die Be­ triebsvereinbarung aufgenommen.

haltung der gesetzlichen Bedingungen und frühestens mit 1. Jänner 2014, ab dem vollendeten 55. Lebensjahr und zum Pensionsantritt möglich.

• Kündigung der PK und Komplett­ umstieg in eine BKV Für den Umstieg aller Dienstnehmer von einer Pensionskasse in eine Be­ triebliche Kollektivversicherung ist die Kündigung des Pensionskassenvertra­ ges notwendig. Kündigt der Arbeitgeber noch heuer, so wechseln alle Dienstneh­ mer mit 1. Jänner 2014 in die BKV.

Die Vorteile liegen auf der Hand Die BKV bietet neben den steuerlichen Vorteilen von PKs zusätzliche Vorteile der klassischen Lebensversicherung wie eine Garantieverzinsung (derzeit zwei Prozent). Die Gesamtverzinsung bei der Wiener Städtischen beträgt ak­ tuell vier Prozent. Zusätzlich sind alle zugeteilten Gewinne unverfallbar und mit der inkludierten Rententafelgaran­ tie trägt das Risiko der steigenden Le­ benserwartung die Wiener Städtische. Dadurch kann bereits zu Vertragsab­ schluss eine garantierte Rente ausge­ wiesen werden, die sich jährlich durch die zugeteilten Gewinne erhöht und niemals fallen kann.

• Pensionskassenreform: Wechsel erst ab dem 55. Lebensjahr möglich Voraussetzung dafür ist eine Ände­ rung der bestehenden Betriebsverein­ barung und der Abschluss eines Rah­ menvertrages mit einer BKV. Damit ist der Wechsel in die BKV, unter Ein­

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KOMMENTAR Geschlossene Fonds

Private Equity – Die Alternative zur Diversifikation des Portfolios

Private Equity-Anlagen bieten hervorragende Anlagemöglichkeiten gerade auch für institutionelle Investoren. Die Renditen sind überdurchschnittlich.

G

zugelassenen Private Equity-Vehikeln (Beteiligungsgesellschaften, Private Equity Management Gesellschaften) ein weiterer Anlageweg, ein Private Equity-Portfolio aufzubauen:

enerell haben sich Private Equity-Investitionen im letzten Jahrzehnt gelohnt. Anleger mit einem langfristigen Horizont konnten mit Private Equity-Investitionen zwischen 2002 und 2011 eine jährliche Performance von 11,2 in Europa und 9,8 Prozent in den USA erzielen. Auch 2011 erwies sich, trotz des schwierigen Marktumfeldes, als erfolgreiches Jahr. Diversifikation des Portfolios Private Equity-Anlagen ermöglichen eine zusätzliche Diversifikation des Anlageportfolios. Eine von Unigestion durchgeführte Untersuchung hat gezeigt, dass sich Private Equity-Anlagen im Falle von Stressperioden, wie z.B. in den Jahren 2008/09, zu einzelnen Aktienindizes sogar entkoppelt verhalten. Positiv zu bewerten sind außerdem die Mehrrenditen, die im Vergleich zu den Aktienmärkten erwirtschaftet wurden. Im 10-Jahres-Vergleich zu an der Börse zugelassenen Aktienanlagen übertrafen die europäischen Private EquityFonds den MSCI Europa um 10,7, in den USA liegt die Mehrrendite zum S&P 500 bei 7,5 Prozent. Die historisch belegte Outperformance im Vergleich zu Aktien und das zusätzliche Diversifikationspotenzial ermöglichen somit ein verbessertes Risiko-RenditeProfil des Gesamtportfolios. So erhöht sich durch die Beimischung von Private Equity in ein klassisches Anlageportfolio die Gesamtrendite pro Risikoeinheit (gemessen als Sharpe Ratio). Mittel- bis langfristiger Horizont Private Equity-Anlagen bringen jedoch auch eine Reihe von Herausforderun-

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Mark Engler, Senior Vice President Private Equity, Unigestion SA, Genf/Zürich, www.unigestion.com

gen mit sich: Investoren sollten über einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont verfügen und die Bereitschaft mitbringen, eine gewisse Illiquidität in Kauf zu nehmen. Darum hat sich diese Anlageklasse gerade bei institutionellen Investoren etabliert, die aufgrund ihrer langfristigen Verpflichtungen in der Lage sind, von der Illiquiditätsprämie der Anlagen zu profitieren. In der Praxis existiert für institutionelle Investoren neben Direktinvestitionen in Unternehmen und börsen-

Mit rund 6.000 weltweit tätigen Private Equity-Managern bieten spezialisierte Private Equity-Fonds das breiteste Anlageuniversum. Der geschlossene Fonds mit einer fixierten 10-jährigen Laufzeit gilt als das gängigste Anlagevehikel. Je nach Anlagestrategie beteiligt sich ein Fonds an 10 bis 20 Unternehmen, um eine optimale Diversifikation zu erreichen. Nach einer Halteperiode von 5 bis 7 Jahren werden die einzelnen Beteiligungen veräußert, wobei die Realisierungserlöse jeweils an die Anleger ausbezahlt werden. Aufgrund des breiten Universums an Private EquityFonds ist die Auswahl der besten Fonds (Due Diligence) ein herausforderndes Unterfangen. Ein fundiertes Wissen zur Beurteilung der Private EquityManager ist entscheidend, denn die besten Manager übertreffen die Durchschnittsrendite systematisch.

1- und 10-Jahres-Performance p.a. von Private Equity-Fonds 2002-2011 Europa (EUR) USA (USD)

2011 Europa (EUR) USA (USD)

Private Equity *

11,2%

9,8%

6,0%

9,4%

Aktien **

0,5%

2,3%

-8,3%

1,5%

Mehrrendite von Private Equity

10,7%

7,5%

14,3%

7,9% Daten per 31.12.2011

* Quelle: Thomson One Venture Economics. Annualisierte geometrische Mittelwerte von quartalsweisen IRR-Werten. Private Equity umfasst alle Buyout, Venture Capital und übrige Fonds ** Quelle: Bloomberg. MSCI Europa für Europa, S&P 500 für die USA (Total Net Return Indizes)

VAI

Die Vereinigung Alternativer Investments (VAI) ist die erste unabhängige Interessenvertretung der Alternativen Investment-Branche in Österreich. Die VAI wurde 2003 gegründet und versteht sich als zentrale Anlaufstelle in allen Belangen von Alternativen Investments. Die Vereinigung Alternativer Investments setzt sich für die sachgerechte Information zum Thema Alternative Investments sowie für die Förderung von Alternativen Investments in Österreich ein.


Der Private Equity Turbo:

Der neue Secondary IV Wenn Ihr erster Gedanke der Anlagesicherheit gilt und schon Ihr zweiter einer attraktiven Rendite innerhalb kurzer Laufzeit, dann ist der Secondary IV genau der richtige Tempomacher. Er bietet dank gezielter Fondsauswahl und breiter Streuung größtmögliche Sicherheit. Dazu kürzere Laufzeit als bei allen anderen Private Equity Fonds, attraktive Renditen und die bewährte RWB-Realwirtschafts-Garantie. 2011 war das umsatzstärkste Secondary-Jahr in der Geschichte, und der Markt wächst rasant weiter. Deshalb das Erste, was Sie schon wegen der kurzen Zeichnungsfrist sofort tun sollten: Topaktuelle Information einholen vom führenden Private Equity Spezialisten Ihres Vertrauens:

RWB Global Market Fonds • Secondary IV www.rwb-secondaries.de www.rwb-austria.at Wertschöpfung ist die beste Wertanlage.


Gold Geschlossene Fonds

Die Suche nach den Nuggets Seit Jahrtausenden begeistert und fasziniert es Menschen auf der ganzen Welt. Gold zählt zu den mit Abstand wertvollsten und begehrtesten Rohstoffen, die unser Planet zu bieten hat. Aber wie wird es gefördert? Wo befinden sich die letzten Reserven dieses Edelmetalls? Wie können sie abgebaut werden und auf welche Weise können Anleger von Gold profitieren?

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in Sieb, Gummistiefel und ein Herz voller Träume. Mehr brauchte es in den vergangenen Jahrhunderten nicht, als die ersten Goldräusche tausende Menschen nach Amerika und Kanada lockten, um ihr Glück zu versuchen und ein paar Nuggets aus den Flüssen Nordamerikas zu fischen. Bis heute wurden weltweit mehr als 150.000 Tonnen Gold gefördert. Würde man das gesamte je geförderte Gold zu einem Würfel gießen, er hätte eine Kantenlänge von etwas mehr als 18 Metern und ein Volumen von 8.000 Kubikmetern. Experten sind sich einig, dass der Großteil des auf der Welt existierenden Goldes bereits gefördert wurden. Rechnet man das gesamte auf der Erde vorhandene Gold zusammen, das bereits geförderte und das noch nicht geförderte, kommt man auf einen Wür-

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fel mit 20 Metern Kantenlänge. Viel ist es also nicht mehr, das es noch aus der Erde zu holen gilt. Umso wichtiger ist es geworden, das Edelmetall zielorien­ tiert und effizient abzubauen. Eines der höchsten noch bestehenden Goldvorkommen liegt im Westen Kanadas, in der Provinz British Colombia. Wie schon vor zweihundert Jahren, findet auch hier wieder ein Goldrausch statt. Anstelle der Siebe und Gummistiefel sind allerdings riesige Bagger und hochmoderne Technik am Werk. Hard Rock Mining Auch wenn den heutigen vom ersten Goldrausch Jahrhunderte trennen, die Methoden, wie Gold gewonnen wird, sind noch immer nahezu dieselben. Nach Gold kann entweder gegraben werden oder es wird ausgewaschen. Die weitaus effizientere und heute vorwiegend eingesetzte Methode ist

jedoch das Graben nach Gold. Hier wird zwischen Hard Rock Mining und Placer Mining unterschieden. Beim Hard Rock Mining handelt es sich vorwiegend um fix installierte Minen und das Gold wird untertage gewonnen. Diese Methode des Goldabbaus benötigt eine Menge Vorlaufzeit, bis endlich Gold gefördert und somit Gewinne erzielt werden können. Es müssen Stollen und Tunnel in den Berg gegraben und etliche weitere Eingriffe in die Natur gemacht werden, um eine effektive und rentable Goldgewinnung in solchen Minen sicherzustellen. Die enormen negativen Einflüsse auf die Umwelt und nicht zuletzt die für uns mehr als grenzwertig geltenden Arbeitsbedingungen der Minenarbeiter haben solche UntertagGoldminen mehr und mehr in Verruf gebracht. Dennoch wird aufgrund der Gewinne, die sich selbst mit kleinsten

Foto: beigestellt

von Andreas Jagersberger


Gold

Geschlossene Fonds

Mengen Gold machen lassen, weiterhin an dieser Abbaumethode festgehalten. Eine der ältesten Goldminen dieser Art steht übrigens in Georgien. Das Sakdrissi Goldbergwerk wurde im Laufe der Zeit immer wieder modernisiert und ausgebaut, bekannt ist diese Mine allerdings schon seit etwa 5.000 Jahren. Placer Mining Im Vergleich zum Hard Rock Mining ist das Placer Mining weitaus umweltfreundlicher, zeitsparender und kostengünstiger. Hier wird nicht in einen Berg gebohrt, es benötigt keine aufwendigen Tunnel- und Stollensysteme und auch die Arbeitsbedingungen der Minenarbeiter sind weitaus moderater. Beim Placer Mining wird an der Oberfläche Schicht für Schicht Erde mit Planierraupen und Baggern abgetragen und das Gold aus dem Sediment herausgewaschen. Bei dieser Methode der Goldgewinnung werden Goldlagerstätten abgebaut, die von den Kräften der Natur aus dem Berg herausgelöst, abtransportiert und an Ablagerungsorten konzentriert wurden. Dadurch spart das Placer Mining eine Menge Energie und die Bodeneingriffe sind viel geringer als beim Hard Rock Mining. Auf diese Weise ist es möglich, weitaus schneller Golderträge zu erzielen, wovon neben den abbauenden Unternehmen auch Anleger solcher Beteiligungen profitieren. Gewappnet für den Ernstfall Auch wenn Gold in jedem Portfolio vorhanden sein sollte, sind es gerade wirtschaftlich stürmische Zeiten wie diese, in denen sich Anleger vermehrt in den sicheren Goldhafen flüchten. Beflügelt durch einen schwachen Euro und eine unsichere Zukunft der Wirtschaft, klettert der Goldkurs immer weiter nach oben. Allerdings gibt es auch Experten, die vor einer aufkommenden Euphorie warnen und Anlegern aufgrund des hohen Goldkurses abraten, jetzt noch in großen Mengen Gold zu kaufen. Ganz andere Töne in

Sachen Goldkauf bekommt man zu hören, fragt man nach einem Worst Case Szenario. Genau für solche, durchaus realistisch gewordenen Szenarien bieten immer mehr Unternehmen Kleinstmengen physischen Goldes zum Kauf an. Eine renommierte Anlaufstelle auf diesem Gebiet ist die Van Goethem Edelmetalle GmbH mit Hauptsitz im Schweizer Kreuzlingen. Zum Kauf angeboten werden unter anderem Goldtafeln der Heimerle + Meule und der ESG Edelmetall Service GmbH & Co. KG. Diese Tafeln bestehen aus 50 Gramm Feingoldbarren. Das Besondere an diesen Gold- und Edelmetalltafeln ist, dass die einzelnen Feingoldbarren durch Sollbruchstellen miteinander verbunden sind und im Bedarfs- oder Krisenfall auch einzelne dieser Barren abgetrennt und veräußert werden können. Eine weitere, altbewährte Form der Absicherung gegen Krisenfälle mittels Gold ist der Kauf von numismatischen, also limitierten Münzen. Nicht außer Acht zu lassen ist hier allerdings, dass sowohl im Design als auch in der Herstellung und im Münzdruck hohe Kosten versteckt sind, die der Käufer zu tragen hat. Am Beginn der ­Wertschöpfungskette Es gibt aber auch Alternativen, vom ho­hen Goldkurs zu profitieren, ohne selbst physisches Gold kaufen zu müssen. Das deutsche Emissionshaus Canada Gold Trust GmbH hat Mitte dieses Jahres bereits den zweiten, höchst erfolgreichen Goldförderfonds auf den Markt gebracht. Im Cariboo Gold District der kanadischen Provinz British Colombia wird mittels Placer Mining Gold abgebaut und die Anleger werden so direkt an den Beginn der Wertschöpfungskette des begehrten Edelmetalls gesetzt. Beachtlich ist dabei nicht nur die Tatsache, dass bei weiter steigendem Goldpreis ein Sonderbonus zusätzlich zu den 14 Prozent per anno ausgeschüttet wird, sondern dass auch im Falle eines ein-

brechenden Goldkurses der Anleger mittels Hedging abgesichert wird. Für die Fondslaufzeit von dreieinhalb Jahren ist der Anleger so in jedem Fall vor der Inflation geschützt und kann sein Geld ohne Währungsrisiko Gewinn bringend investieren. Größtes Risiko bei dieser Beteiligung ist, wie bei jedem anderen Edelmetall fördernden Fonds, dass einfach kein Gold in den vorgesehenen Claims gefunden wird. Aber auch dieses Risiko wurde seitens des Fondsmanagements für jeden einzelnen Fonds abgefedert. Sollte im vorgesehenen Claim des Fonds, trotz genauer geophysikalischer Untersuchungen und Probebohrungen, kein Gold gefunden werden, so steht ­jeweils ein zweiter Claim mit 600 ­Hektar Fläche als Ausweichmöglichkeit zur Verfügung. Ein Großteil des Fondsvolumens von 15 Millionen Euro konnte der aktuelle Fonds Canada Gold Trust II GmbH & Co. KG bereits einsammeln. Angesichts der rekordverdächtigen Platzierungszeiten beider Fonds ist es allerdings nur eine Frage der Zeit, bis ein dritter Fonds folgen wird. Der Startschuss zum vielleicht letzten Goldrausch auf die noch verborgenen Reste des wertvollsten Rohstoffes der Welt ist definitiv gefallen.

Auf den Punkt gebracht Die Geschichte des Goldes und dessen Abbau ist seit der erstmaligen Entdeckung etwa 5.000 Jahre vor Christus sehr beeindruckend. So lange Menschen die Erde bewohnen, wird es eines der faszinierendsten und begehrtesten Rohstoffe unseres Planeten bleiben. Und wie schon bei so vielen Krisen zuvor, wird es uns auch durch die nächsten, wodurch auch immer verursachten, Krisen einen stabilen Wert bieten. Sei es in Form einer Beteiligung, in Münzen, die wir zu Hause lagern, oder eben in Form von Ein-Gramm-Goldbarren, die uns vielleicht helfen, unsere Grundbedürfnisse zu sichern. Gold wird, egal ob durch Hard Rock Mining oder Placer Mining gefördert, den Menschen Zeit seines Lebens begleiten.

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Private equity Geschlossene Fonds

Private Equity: Die Erholung setzt sich fort Auf der Fremdkapitalseite zeigt sich Schwäche – vor allem wegen finanzschwacher Banken werden Risikoinvestments nur mehr wenig kreditfinanziert. Das spielt der Private EquityBranche in die Hände, denn angesichts der starken Basismärkte für öffentliche Aktiengesellschaften steigt auch die Investitionsneigung der Eigenkapitalanleger. von Wolfgang Regner

F

ür die Private Equity-Branche läuft es 2012 bisher recht gut – es wird mehr frisches Kapital eingeworben und es gibt wieder spektakuläre Übernahmen, vor allem im sogenannten „Midmarket“, also dem Bereich von kleinen und mittleren Unternehmen. Doch wie sehen erfolgreiche Brancheninsider diese Entwicklung? „Der Private EquityMarkt hat wieder Fahrt aufgenommen. Das Fundraising befindet sich weiterhin im Aufwärtstrend und auch große Private Equity Fonds wurden geschlossen, was während den Jahren 2009 und 2010 kaum möglich war“, erklärt Birgit Schmolmüller, Vertriebsdirektorin bei RWB Austria.

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„In 2011 hat sich die Anzahl der Exits in Europa im Vergleich zum Krisenjahr 2009 mehr als verdoppelt. Exitkanäle waren vor allem Verkäufe an Unternehmen und Übernahme durch Private Equity-Investoren. Im ersten Halbjahr 2012 wurden weltweit 600 Exits realisiert. Der Großteil hiervon waren Trade Sales“, sagt Schmolmüller. Eine der wichtigsten Erfahrungen der Finanzkrise für den Private Equity-Sektor war sicherlich die Erkenntnis, dass Market Timing nichts bringt. Auch das ist ein positives Zeichen für die Eigenkapitalaufbringung, denn: Private Equity-Investitionen sind langfristig orientiert und setzen auf kontinuierliche Investitionstätigkeit.

Doch wie unterschiedlich entwickeln sich die wichtigsten Private EquitySegmente? Im Bereich Large Caps war es am Höhepunkt der Finanzkrise so gut wie unmöglich, neue Fonds aufzulegen und zu finanzieren. Das hat sich mittlerweile zum Positiven geändert. „Wir sehen eine Erholung des Marktes über alle Finanzierungsanlässe hinweg. Die fünf größten Buy-out-Fonds haben alleine im 2. Quartal 2012 mehr als 17 Mrd. US-Dollar bei ihrem Fundraising eingesammelt. Auch Mega-Fonds sind wieder möglich. AXA Secondary Fund V, an dem auch die RWB beteiligt ist, hat im zweiten Quartal 2012 mit 7,1 Mrd. US-Dollar geschlossen“, weiß RWB-Direktorin Schmolmüller.

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„In den letzten 13 Jahren hat sich gezeigt, dass eine ausgewogene Streuung über die verschiedenen Lancierungsjahre der Fonds das beste Ergebnis bringt. Gute Private Equity Manager können in jedem Zyklus gute Investitionen realisieren“, meint Schmolmüller. „Privates Beteiligungskapital hat als Vermögensanlage für Investoren einen gesunden Konsolidierungsprozess hinter sich“, erklärt Matthias Hallweger, Vorstand der Alfred Wieder AG (AWAG). „Die Orientierung auf kurzfristige Marktchancen wurde ganz überwiegend abgelöst von dem Streben nach nachhaltiger und dauerhafter Wertsteigerung durch Innovation und Neuentwicklungen in wachsenden Märkten.“


Private equity Geschlossene Fonds

Bunter Strategie-Mix Interessant auch, welche Investmentstrategie unterschiedliche Private Equity-Häuser verfolgen. Generell geht es darum, die Erfolgsmerkmale bei überdurchschnittlich guten PE-Sub-Fonds zu identifizieren und den Auswahlprozess des eigenen Asset Managements strikt auf diese Faktoren auszurichten. RWB-Direktorin meint hierzu: „Entscheidend ist es, die besten und erfahrensten Fondsmanager mit einem überzeugenden Track Record, einer klaren Strategie und einem Höchstmaß an Transparenz zu finden. Dies gelingt durch eine detaillierte Due Diligence. Dazu gehören die akribische Prüfung des Track Records und des Teams sowie Besuche vor Ort, Gespräche mit anderen Investoren und die Besichtigung von Portfoliounternehmen.“ Eine ähnliche, wenn auch etwas anders gewichtete Sichtweise wird beim vorrangig auf dem Venture Capital-Segment aktiven Investmenthaus Alfred Wieder offenkundig: „Der Erfolg eines Private Equity Fonds hängt vor allem von einer klaren Investitionsstrategie ab, die von einem erfahrenen, unternehmerisch geprägten Management konsequent umgesetzt wird. Natürlich gehört auch das notwendige Quäntchen Glück dazu, um die ganz großen Erfolge zu erreichen. Unternehmensbeteiligungen in technologisch komplexen Feldern als aktive Investoren zu begleiten, fordert vom Fondsmanagement hohes Know-how: Nicht nur muss ein Verständnis vom jeweiligen Geschäftsbereich des Beteiligungsunternehmens gegeben sein, sondern vielmehr müssen die zahlreichen unternehmerischen Herausforderungen eines Wachstumsunternehmens im Idealfall mit eigener unternehmerischer Erfahrung begleitet werden können. Am Beispiel unserer MIG Fonds wird dies deutlich“, erklärt Hallweger. Das Fondsmanagement der MIG Verwaltungs AG setzt auf junge Technologieunternehmen mit klarem Allein-

stellungsmerkmal in stark wachsenden Märkten. So sehr im Einzelfall stets eine externe Expertise für das konkrete potenzielle Beteiligungsunternehmen eingeholt wird, kann jedoch aufgrund eigener Expertise der Industriebereich gut eingeschätzt werden. Bei allem technologischem Anspruch für ein Beteiligungsunternehmen darf jedoch der Blick für die unternehmerischen Herausforderungen nicht verloren gehen: „Im Team der Fondsmanager der MIG Verwaltungs AG kann jeder Fondsmanager eigene unternehmerische Erfahrung vorweisen und kann so mit besserem Verständnis seine Rolle und Funktion ausüben“, erläutert AWAG-Vorstand Hallweger. Demgegenüber verfolgt die RWB AG ihren hauseigenen „Balanced“-Ansatz. Das bedeutet, dass das Kapital der Anleger möglichst breit gestreut über viele unterschiedliche Finanzierungsanlässe investiert wird. „Dennoch können dank der Expertise der Mitglieder des Investitionsausschusses regionale und segmentorientierte Schwerpunkte gelegt werden,“ sagt RWB-Direktorin Schmolmüller. Der Track Record ist alles Doch wie sieht der Track Record der PE-Investmentmanager aus? „Wir haben heuer bereits 156 Millionen Euro in zehn Zielfonds investiert und werden bis Ende des Jahres 300 Mio. Euro investiert haben. Auch auf der Exitseite konnten wir herausragende Erfolge verzeichnen. Alleine im ersten Halbjahr haben wir 34 Exits erzielt. Zum Teil wurde das eingesetzte Kapital vervierfacht. Im Durchschnitt ergab sich ein Multiple von 2,5x“, so Schmolmüller. Auch AWAG-Vorstand Hallweger hat Grund zur Freude: „Wir konnten im Jahr 2012 bereits zwei Exits vermelden: Die Anteile an der Ident Technology AG wurden im Februar und die Anteile an der CorImmun GmbH im Juni veräußert. Insbesondere bei der Veräußerung der CorImmun GmbH

konnte hier eine erhebliche Vervielfachung des eingesetzten Kapitals erreicht werden.“ Und welche Faktoren sprechen mittelfristig für eine positive Entwicklung der Branche? „Gute PE-Manager fokussieren sich auf operative und nachhaltige Verbesserungen in ihren Portfoliounternehmen. Genau diese Manager stehen im Fokus der Investoren. Dies hat zur Folge, dass schwache Fondsmanager auf Dauer vom Markt verschwinden. Damit geht einher, dass Vertragsbedingungen investorenfreund­licher werden,“ weiß RWB-Expertin Schmolmüller. Branchenkollege Hallweger holt bei dieser Frage etwas weiter aus: „Der wichtigste Faktor für eine positive Entwicklung der Private Equity-Branche ist die starke Substanz der getätigten Investments. Auf der anderen Seite leben ganze Industriefelder und Industriebereiche in dynamischen Umwälzungsprozessen von den Innovationen aus jungen Technologieunternehmen. Der Bedarf nach diesen Unternehmen ist hoch. Große Industrieteilnehmer halten genau für solche Unternehmensübernahmen hohe Liquiditätsbestände bereit. Mit anderen Worten: In den kommenden Jahren werden wir viele Unternehmensübernahmen sehen. Junge Technologieunternehmen werden in großen Industriepartnern aufgehen. Die Private Equity-Branche wird davon in erheblichem Maße profitieren.“

Auf den Punkt gebracht Mit der für Private Equity typischen zeitlichen Verzögerung hat auch der Markt für Unternehmensbeteiligungen eine Erholung gestartet. Positiv ist anzumerken, dass die Lehren aus der Finanzkrise gezogen wurden. Heutzutage ist der Leverage (Fremdkapitalanteil) bei Unternehmensübernahmen (Buy-outs) deutlich niedriger und es wird weniger auf den schnellen Profit, sondern mehr auf stetiges Wachstum der gekauften Unternehmen hingearbeitet. So können viele Beteiligungen allein schon durch globale Ausweitung ihres Geschäfts deutliche Wertzuwächse verzeichnen.

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Unternehmensportrait Geschlossene Fonds

Private Equity: Entwicklung trotz Wachstumsschwäche Die Entwicklung der MIG Fonds, die exklusiv von den Venture Capital-Spezialisten der Alfred Wieder AG (AWAG) vertrieben werden, sind auf dem richtigen Weg. „Unser Platzierungserfolg mit den MIG Fonds liegt begründet auch und gerade in der glasklaren Transparenz, die wir unseren Vermögensberatern und Finanzdienstleistern, aber auch vor allem unseren Anlegern bieten. Diese Transparenz führt zu Überzeugung und diese Überzeugung zu weiterer Nachfrage nach den MIG Fonds. Die Erfolgsstory MIG hat gerade erst einmal begonnen“, erklärte AWAGVorstand Dr. Matthias Hallweger.

S

o ist es auch nicht verwunderlich, dass die AWAG im Jahr 2012 entgegen der spürbaren FinanzUnsicherheit bei der Bevölkerung, der Euro-Krise und der schwierigen wirt­ schaftlichen Lage erneut mit positi­ ven Meldungen Schlagzeilen schreibt – zwei erfolgreiche Exits wurden im ersten Halbjahr realisiert. Im Februar wurde die Beteiligung an der Ident Technology AG Gewinn brin­ gend an den US-amerikanischen Chip­

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hersteller Mikrochip Technology AG veräußert. Vier Monate später konn­ ten sich die Anleger über den nächsten Verkauf freuen – 100% der Anteile der corImmun GmbH wurden erfolgreich an die Janssen-Cilag GmbH, PharmaTochter der börsennotierten Firma Johnson & Johnson, verkauft. Zuletzt nahm die deutsche Bundesbil­ dungsministerin Annette Schavan in einem Interview mit der „Frankfurter

Allgemeinen Zeitung“ zum Exit der corImmun GmbH Stellung. Die Minis­ terin lobte den Deal, da nicht nur die Anleger über die MIG Fonds, sondern auch das Bundesforschungsministe­ rium das Unternehmen gefördert hat­ten: „Davon profitieren viele: Patienten können auf ein neues Herzmedika­ ment hoffen. Die Steuerzahler in Deutschland verdienen am Verkauf. Sieger ist auch der Forschungsstand­ ort Deutschland.“

Advertorial

Diese Herren lenken erfolgreich die Unternehmensgruppe (v.l.n.r.): Michael Motschmann, Alfred Wieder und Dr. Matthias Hallweger


Unternehmensportrait Geschlossene Fonds

Außerdem bestätigte Schavan, dass Deutschland „vorne mit dabei“ ist, wenn es um Therapien für Herzkranke, innovative Nanomaterialien oder Energie sparende OLED-Leuchten geht. Und im Bereich der OLEDs findet sich das innovativste Unternehmen im Portfolio der MIG Fonds: Die cy­ nora GmbH entwickelt und patentiert neue, kostengünstige und effiziente Materialien für optische Halbleiter­ anwendungen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf lösliche Stoffe für organische Leuchtdioden (sogenannte OLEDs). Die OLED-Technik ist vorrangig für

Bildschirme und Displays geeignet. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die großflä­ chige Raumbeleuchtung. Aufgrund der Materialeigenschaften ist eine mögli­ che Verwendung der OLEDs als biegsa­ mer Bildschirm und als elektronisches Papier interessant. Eine Revolution im Bereich Lichtmanagement und Ener­ gieeffizienz zeichnet sich hier ab. Die Bundesbildungsministerin spricht der MIG aus dem Herzen. Denn die von ihr besonders hervorgehobenen un­ ternehmerischen Entwicklungs­schritte sind die Eckpfeiler, die bei einem Exit eines Beteiligungsunternehmens ver­ folgt werden. So gehört es selbstver­ ständlich zur Philosophie der MIG Verwaltungs AG, als Portfoliomanager der MIG Fonds, das stetige Wachstum der Beteiligungsunternehmen im Blick zu haben und nicht auf den schnellen, sondern den guten Profit aus zu sein. Nur dadurch ist es möglich, mittel­ fristig gute Renditen für Eigenkapi­

talinvestoren zu erwirtschaften: „Wir wissen, dass Innovation einen langen Atem und Investitionen auf hohem Ni­ veau braucht“, so Schavan weiter. „Wenn wir Geld investieren, geht es nicht um die Spekulation, dass das unveränderte Investmentobjekt am nächsten Tag von irgendjemandem für mehr Geld gekauft werden soll. Bei uns geht es darum, dass mit unserem Geld und dem Input aus unserem Be­ teiligungsmanagement der MIG Ver­ waltungs AG ein echter, substanzieller und nachhaltiger Mehrwert geschaffen wird. Eine Technologie, die bahnbre­ chend für bestimmte Industrien ist, oder Produkte, die weltweit das Poten­ zial zur Marktführerschaft besitzen, erhöhen den Wert des von uns finan­ zierten Unternehmens erheblich. So wird ein echter, produktiver Sachwert geschaffen und genau das unterschei­ det uns von vielen Finanzjongleuren, die darauf hoffen, dass andere entwe­ der die Arbeit verrichten oder dumm genug sind, einfach mehr für das er­ worbene Produkt zu bezahlen“, ergänz­ te Dr. Hallweger. Die AWAG sorgt dabei durch ihr Fund­ raising für permanenten Kapitalzufluss in die MIG Fonds. In Deutschland ist sie dabei zum Marktführer im Bereich direkte Unternehmensbeteiligungen aufgestiegen. In Österreich ist AWAG Austria die Spitze der freien Finanzver­ triebe im geschlossenen Anlagebereich. „Österreich ist eminent wichtig für uns, ein echter Brückenpfeiler des gesamten Konstrukts. Andreas Höfler, Vorsitzen­ der des Vertriebsmanagement-Teams Österreich der AWAG, und sein hoch­ professionelles Team leisten da auch in einem schwierigen Marktumfeld richtig gute Arbeit “, so Dr. Hallweger weiter. „Glitzer, Glamour und Hochglanzun­ terlagen mögen schick sein, Substanz in der Vermögensanlage, Klarheit in den Antworten und Rendite für den Anleger sind für uns die viel wichtige­

Andreas Höfler, Vorsitzender Vertriebsmanagementteam Österreich

ren Argumente“, so beschreibt Höfler seine gelebte Philosophie. Nach dem durchaus erfolgreichen Blick in die vergangenen Monate gilt es, das Augenmerk wieder nach vorne zu richten. Die Zukunftsperspektiven des Marktes außerbörslicher Unterneh­ mensbeteiligungen sind gerade ange­ sichts der industriellen Revolutionen, die in vielen Bereichen zu erwarten sind, enorm. Mit der Unternehmensbeteiligung an der maxbiogas GmbH aus dem Bereich erneuerbare Energien und der erfis GmbH im Bereich der neuen Werk­ stoffe konnte kürzlich das Portfolio der MIG Fonds wieder substanzstark erweitert werden.

Auf den Punkt gebracht Mit der gesamten Firmengruppe um die Alfred Wieder AG, MIG Verwaltungs AG und HMW Emissionshaus AG wurden mittlerweile 15 Venture Capital Fonds am Markt angeboten. Außerdem gerade in Platzierung befindliche MIG Fonds 12 und 13 konnten alle bisherigen Fonds vor der prognostizierten Zeit vollständig bzw. teilweise nur unter Ausnutzung von Überzeichnungsreserven mit entsprechendem Eigenkapital gefüllt werden – und weitere MIG Fonds sind bereits in Planung.

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Fachverband Finanzdienstleister

Finanzielle Allgemeinbildung – Herausforderung der Zukunft

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Gefahr der Altersarmut Vor allem die drohende Altersarmut ist ein gesellschaftliches Problem, das Po­ litik und Wirtschaft vor große He­raus­ forderungen stellt. Experten warnen vor einer immer größer werdenden Pensionslücke für die zukünftige ältere Generation. Denn um im Alter den Le­ bensstandard erhalten zu können, ist eine nachhaltige private Pensionsvor­ sorge unbedingt erforderlich. Finanzwissen – Kapital für die Zukunft Eine umfassende Finanzberatung kann allerdings nur dann zum Ziel führen,

Vorbereitungskurs zum „Wertpapiervermittler“ Termin: 8.-10. Oktober 2012 (Prüfungen im November 2012) Ort: Spartenhaus der Wirtschaftskammer Wien, Schwarzenbergplatz 14, 1040 Wien Kosten: EUR 650,- inkl. Skripten Anmeldung/Kontakt E-Mail: info@faf.at Tel.: +43 (0)1 514 50-3732

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ildung ist in jeder Hinsicht ein brisantes Thema, das auch im Bereich der Finanzpolitik eine große Rolle spielt und die Gesetzgebung beeinflusst. So wurde zur Stärkung des Beratungsstandards für das neue Berufs­ bild des Wertpapiervermittlers, das seit 1. September 2012 in Kraft ist, eine Ver­ pflichtung zur laufenden Weiterbildung vorgesehen. Finanzdienstleister über­ nehmen im Rahmen ihrer Beratungs­ leistung auch eine Bildungsaufgabe, in­ dem sie Konsumenten umfassend über die Risiken bei der Geldanlage aufklären und sie bestmöglich über die komple­ xen Zusammenhänge der Marktbedin­ gungen auf die Produkte informieren. Eine Aufgabe, die es erfordert, ständig am Ball zu bleiben. Denn längst schon steht der Laie einem wenig überschau­ baren Finanzmarkt gegenüber, in dem er sich ohne professionelle Hilfe kaum zurechtfinden kann. Studien belegen, dass Konsumenten auf dem Gebiet des persönlichen Finanzmanagements über zu wenig Fachwissen verfügen. Dies ist gerade im Hinblick auf die Pensionspro­ blematik eine alamierende Erkenntnis.

wenn die komplexen Zusammenhänge der Kapitalmärkte sowie die wesent­ lichen Charakteristika der Produkte vom Kunden auch tatsächlich verstan­ den werden. Als Interessenvertretung setzen wir uns seit jeher für Qualitäts­ standards in der Finanzdienstleistung ein. Gleichzeitig ist es aber notwendig, einen höheren Wissensstandard in der Bevölkerung in Bezug auf Finanzange­ legenheiten zu erzielen. Es erfordert viel Know-how, sich langfristig richtig zu positionieren und aus einer Vielzahl an Produkten jene auszuwählen, die dafür am besten geeignet sind. Faktum ist: Je höher das Basiswissen eines Kon­ sumenten, desto besser kann der zur Aufklärung verpflichtete Berater das Finanzportfolio auf die Bedürfnisse und Ziele seines Kunden zuschneiden. Nur dann werden die Konsumenten auch vermehrt erkennen, dass sich gute Finanzberatung im wahrsten Sinne des Wortes lohnt – und das zur Verfügung stehende Vermögen vermehrt in An­ lagestrategien investieren, die bessere Renditen als das klassische Sparbuch erzielen sowie gleichzeitig die Lebensri­ siken absichern können. Finanzwissen spielt eine wichtige Rolle, wenn es um nachhaltige Anlage geht, und kann so­ mit zu Recht als Kapital für eine gut ab­ gesicherte Zukunft angesehen werden.


ÖISG

Finanzdienstleister

Fremdwährungskredite: Ein Daueraufreger Die Vorgehensweise so mancher Bank ist fragwürdig.

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anchmal will man meinen, dass die Akteure in Bankinsti­ tuten in erster Linie durch Gerichtsurteile lernen. Wie sollte man sonst das Verhalten gegenüber Fremd­ währungskreditnehmern (FWK) verste­ hen? Nach Ausbruch der Finanzkrise, die ja zum Erstarken des Schweizer Fran­ ken führte, wurde Kunden vielfach unter Hinweis auf entsprechende Klauseln im Kreditvertrag bzw. auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen nahe gelegt, in den Euro umzusteigen. Die Forderungen lauteten beispielsweise: • Nachbesicherungen von Sicherheiten, Erhöhung des Aufschlages, der laut Kreditvertrag vereinbart wurde • Zusätzliche Verrechnung eines Liqui­ ditätsaufschlages • Androhung der möglichen Zwangs­ konvertierung • Umstellung auf einen abzustattenden FW-Kreditvertrag • Briefe an die Kunden, wonach inner­ halb von wenigen Tagen tausende Euro hinterlegt werden sollen. Mittlerweile gibt es bereits ausjudizierte Urteile diverser Gerichte, die derartige Maßnahmen unterbinden. Der Rat be­ reits damals an die Vermögensberater, Kunden dazu anzuhalten, nur in Beglei­ tung eines unabhängigen Beraters zum Banktermin zu gehen, hat sich als gold­ richtig herausgestellt. Aus zahlreichen Feedbacks wissen wir, dass, wenn Hilfe beigezogen wurde, die Vertreteter der Bank sich mit hoher Wahrscheinlichkeit anders verhalten haben, als wenn der Kunde allein gegenüber gesessen wäre. Andere Möglichkeiten wurden disku­ tiert, herausgearbeitet und beschlossen. Nach dem Rundschreiben der Finanz­

marktaufsicht, in dem die Bankinstitute dazu angehalten wurden, keine Fremd­ währungskredite mehr zu vergeben. Doch ein hoher Prozentsatz an Finanzie­ rungen war zu dem Zeitpunkt bereits im Schweizer Franken abgeschlossen. Um genau diese Klientel geht es nun. Wir bemerken verstärkt, dass mit allen möglichen Argumenten und Aussagen versucht wird, die Verunsicherung, die ohnehin schon groß ist, noch zu erhöhen. Vor wenigen Tagen gab es beispielsweise eine Pressemeldung einer Großbank, wonach sie den FW-Kunden im Falle ei­ nes Umstiegs einen Fixzinssatz anbietet auf zehn Jahre, ein Mitbewerber bietet 2,875 Prozent auf zehn Jahre. Es bleibt zu hoffen, dass die Kunden über sämtliche Konsequenzen des Aus­ stiegs aus dem FW-Kredit informiert werden, auch über die nachteiligen, wie etwa Realisierung des Kursverlustes, er­ höhter Kreditbetrag im Euro, meist eine höhere Rate, meist eine Stilllegung oder Prämienfreistellung des Tilgungsträgers. Wer ein Beratungsgespräch mit seinem Bankbetreuer geführt hat, sollte sich al­ les schriftlich aushändigen lassen, nicht nur eine Vereinbarung unterfertigen, in der zu lesen steht, dass der Kunde diese Entscheidung auf eigenen Wunsch hin gefällt hat. Etwaige Ansprüche ließen sich dann nur sehr schwer durchsetzen. Es gibt sogar bereits Briefe von Bankins­ tituten, in denen die Rede davon ist, dass der Franken in sehr naher Zukunft zum Euro in Richtung eines Wechselkurses von 1,00 bis 1,1 gehen könnte. Ein Laie, der vor zahllosen Jahren seinen Kredit abgeschlossen hat und sich nicht ein­ gehend mit Wechselkursen beschäftigt, weiß zumeist nicht viel mit einer solchen

Information anzufangen. Übereilte Ent­ scheidungen könnten die Folge sein. Ver­ mögensberater dagegen sind nicht in der Zwickmühle, ihre Bilanz verbessern oder die Vorlagen im Franken finanzieren zu müssen. Damit soll nicht in Abrede ge­ stellt werden, dass fallweise ein FrankenAusstieg tatsächlich vernünftiger ist. Als Instrument für eine sehr gute Ge­ genüberstellung eignet sich der „Szena­ riorechner des ÖISG (Österreichischer Interessenverband zum Schutz in Geld­ angelegenheiten). Dieser ist im Internet unter www.öisg.at zu finden. Er ermög­ licht eine Hochrechnung der Zinserspar­ nis anhand fiktiver Wechselkurse und damit eine Voraussage, bis zu welchem Limit sich der Kurs €/CHF bewegen darf, um noch bis Ende der Kreditlaufzeit mit einem Nullsummenspiel auszusteigen. Berater können beim ÖISG entsprechen­ de Broschüren bestellen und diese in der Beratung mit dem Kunden einsetzen. Der ÖISG sucht vor allem in den Bun­ desländern versierte Berater, die vor Ort als Ansprechpartner für den ÖISG fun­ gieren wollen. Interessenten sind ein­ geladen, aussagekräftige Unterlagen an info@öisg.at zu mailen. Aber auch für die Kunden gibt es Service: Wer ÖISG-Mitglied wird (12 € Jahres­ beitrag) erhält immer die neuesten Infos und Unterlagen (im geschützten Bereich auf der Homepage).

Mitglied werden: unter www.öisg.at registrieren

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FachGruppe NÖ Finanzdienstleister

Neue Seminare: Mehr Abschlüsse mit mehr Sozialkompetenz

Die Fachgruppe der niederösterreichischen Finanzdienstleister informiert künftig in FONDS exklusiv über aktuelle Trends, Brancheninitiativen und Aktivitäten der Fachgruppe.

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in der sämtliche Vor- und Nachteile der Finanzierung im Schweizer Franken abgewogen, gegenübergestellt und dann neu beurteilt werden. Ein gewerblicher Vermögensberater agiert jedenfalls bank­unabhängig.

Michael Holzer, Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister Niederösterreichs

Fremdwährungskredite – Chance für Vermögensberater Der Druck auf Kunden, die Fremdwährungskredite aufgenommen haben, nimmt zu (s. nächste Seite). Mittels Briefen, Anrufen, Aussagen bei Bankgesprächen bzw. Vorladungen soll der Kreditnehmer zu einem Umstieg in eine EuroVariante bewegt werden. Tatsächlich ist dies in einigen Fällen gelungen – mit dem Ergebnis, dass die Kunden nun den Verlust realisiert haben: Den Kursverlust und auch jenen, der infolge des vorzeitigen Ausstiegs aus dem Tilgungsträgermodell entstanden sein könnte. Diese Personen zahlen nun im Euro einen wesentlich höheren Zinssatz und müssen ein höheres Euro-Kreditobligo zurückführen. Für Vermögensberater stellt dies eine Chance dar: Sofern er aktiv wird und die Fremdwährungs-Kunden kontaktiert, ja, sogar auch Nicht-Kunden, denn wichtig ist nicht der „Ausstieg ohne Wenn und Aber“, sondern eine neutrale Beratung,

Ausbildungsinitiative für Finanzdienstleister in NÖ Der Ausschuss der NÖ-Fachgruppe hat einstimmig in der letzten Sitzung beschlossen, gerade in dieser schwierigen Phase eine neue Initiative in der Ausbildung zu setzen. Aufgrund von Marketingumfragen ist bekannt, dass Persönlichkeit, Vertrauen und das Auftreten wesentliche Faktoren sind, durch die man beim Kunden punkten kann – natürlich neben der Fachkompetenz. Niederösterreichische Finanzdienstleister können kostenlos zwei Seminare besuchen, die sich diesen Themenkreisen widmen: „Der Kunde 3.0“: Social Economy – die neue Ära, verändertes Kundenverhalten – veränderter Vertrieb, der „unübersichtliche Markt“ – neue Anforderungen – neue Chancen. „Die 6 größten Fehler im Verkauf“ und wie sie vermieden werden können. Neue Rezepte für Kundenansprache, vertriebsunterstützende Kommunikation, Werte, Customer Experience Management etc. als Basis des Erfolgs. Lesen sie in Ausgabe 4 / 2012: Ein Gutachten gibt Aufschluss: Wem steht welche Abschluss-, Folge- und Bestandsprovision zu, insbesondere bei Bestandsübertragungen bzw. Wechsel von einem Unternehmen zum anderen.

Foto: beigestellt

eit 1. September 2012 ersetzt der Wertpapiervermittler (WPV) den Finanzdienstleisterassistenten (FDLA). Dieser „neue“ WPV kann nun für neue interessierte Gewerbetreibende, nach erfolgter Ablegung einer schriftlichen und mündlichen Prüfung sowie nach Vorlage eines Vertretungsverhältnisses zu einem Rechtsträger, bei der Gewerbebehörde angemeldet werden. Für bestehende FDLA, die ihr Gewerbe nach dem 31. August 2011 angemeldet haben, ist die Frist mit 1. September 2012 abgelaufen. Der FDLA darf daher nicht mehr als Vermittler tätig werden und muss umgehend die Zulassung als „neuer“ WPV beantragen. Für alle jene, die vor dem 31. August 2011 schon einen FDLA-Gewerbeschein gelöst haben oder Vermögensberater sind, gilt die verlängerte Frist bis 31. August 2014. Problematisch kann es werden, wenn man vom Rechtsträger selbst zu ­einem Wertpapiervermittler „gemacht wird“. Denn dann erhalten alle anderen Rechtsträger, wo man ebenfalls als FDLA registriert war, eine Mitteilung, dass diese den FDLA innerhalb von zwei Wochen ebenfalls ummelden müssen. Wird dies nicht in die Wege geleitet, wird die Deaktivierung behördlich aufgetragen. Alle jene Wertpapiervermittler, die diese Vorgehensweise nicht wünschen, weil ja berechtigterweise die Übergangsfrist bis 31. August 2014 genutzt werden kann, müssen sich direkt an die Finanzmarktaufsicht (FMA) wenden, sollte ein Rechtsträger eigenmächtig aktiv geworden sein. Mit Meldung an die FMA lässt sich der alte Zustand wieder herstellen.


bausparen Finanzdienstleister

„Zusammenhang zwischen Sparen und Finanzierung stärker betonen“ Die Bausparkasse Wüstenrot erlebt derzeit eine enorme Nachfrage nach sicheren Bauspardarlehen. Vorstandsdirektor Franz Meingast erklärt, welche Akzente Wüstenrot aktuell setzt.

Foto: Wüstenrot/Rafaela Pröll

FONDS exklusiv: Bausparen ist in Österreich mit 5,2 Millionen Verträgen eine der beliebtesten Formen des Sparens. Wie entwickelt sich nach der Prämienkürzung die Zahl der neuen Verträge und was ist für das Gesamtjahr zu erwarten? Franz Meingast: Bis zur Beschlussfassung des Gesetzgebers herrschte zwar eine gewisse Unsicherheit, was wirklich kommt. Aber ab Mitte April hat sich das Geschäft wieder zu festigen begonnen, heute sind wir auf einem guten Weg, das Vorjahresniveau zu erreichen. Ob man diese 6 bis 8 Wochen aufholen kann, wird uns der Herbst zeigen, weil dies die traditionell stärkste Bausparzeit ist. Das Bausparsystem hat sich in Österreich in den fast 90 Jahren seines Bestehens immer bewährt: Es ist leicht verständlich, risikoarm und beliebt – gerade in Zeiten der Instabilität auf den Finanzmärkten. Wie sind die Zinsen beim Spartarif? F. M.: Wüstenrot hat die Startverzinsung bei neuen Verträgen deutlich verbessert und macht damit den Klassiker „Bausparen“ noch attraktiver: Wer bis spätestens 31.12.2012 einen prämienbegünstigten Dynamischen Bausparvertrag abschließt, sichert sich einen Startzinssatz von 4,5 Prozent (statt bisher 3,5 Prozent) für volle zwölf Monate. Für junge Sparer unter 26 Jahren wurde die Startverzinsung von 4,0 auf 5,0 Prozent angehoben. Damit haben wir aktuell das beste Angebot aller österreichischen Bausparkassen!

nahmen verwendet werden. So wird eine Höherqualifizierung für jeden leistbar und Kostenbelastungen für Pflegeaufwendungen werden kalkulierbar.

Franz Meingast, MBA, Vorstandsdirektor von

Wüstenrot

Wie lässt sich das Geschäft beleben, welche Akzente setzt Wüstenrot? F. M.: Wir setzen darauf, den Zusammenhang zwischen Sparen und Finanzierung wieder stärker zu betonen. Zum einen ist der Bausparvertrag nach wie vor hoch interessant, weil er das einzige geförderte Sparprodukt ist. Zum anderen ist er zugleich eine sichere Finanzierungsmöglichkeit. Er wird daher auch in Zukunft eine wesentliche Rolle für alle spielen, die sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen wollen. Zudem kann der Darlehensanspruch auch auf Familienmitglieder übertragen werden, etwa für bauliche Adaptierungen zum barrierefreien Wohnen der Eltern. Außerdem kann ein Bausparvertrag auch für Bildungs- oder Pflegemaß-

Wie sind die Zinsen bei grundbücherlich besicherten Finanzierungen gestaltet? Wie hoch ist die maximale Darlehenssumme? Wie sind die möglichen Laufzeiten und die Zwischendarlehenslaufzeit gestaltet? F. M.: Bis zur Zuteilung beträgt der Zinssatz 0,99 % fix für die gesamte Zwischendarlehens-Laufzeit von längstens 18 Monaten, danach zwischen 2 und maximal 6 %. Die höchstmögliche Darlehenssumme ist derzeit 180.000 pro Person, die Laufzeiten bewegen sich zwischen 7 und 31,5 Jahren. In jedem Fall ist das Bauspardarlehen mit seiner klar definierten Zinsbandbreite, der kostenfreien Absicherung vor hohen Zinsen und der Unabhängigkeit von Kurs- und Währungsschwankungen eine solide und berechenbare Finanzierungsform, die Planungssicherheit für viele Jahre gibt. Wie ist der Trend bei der Bausparfinanzierung? F. M.: Investitionen in Immobilien sind gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten eine kluge Entscheidung. Viele Menschen investieren jetzt in die Schaffung eines Eigenheims – egal, ob Wohnung, Haus oder Grundkauf. Die Nachfrage nach sicheren Bauspardarlehen ist derzeit enorm.

exklusiv

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News Finanzdienstleister

Raiffeisen legt Zielfonds mit Corporates auf Laufzeit bis 2017 – Zeichnung bis zum 6. November

Christian Jost, Vorstand der C-Quadrat KAG

C-Quadrat-Fonds mit All-time-highs

C-Quadrat APM Absolute Return: von einem Hoch zum nächsten

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er C-Quadrat APM Absolute Return Fonds markierte nach seinem Höchststand im Juli auch im August ein weiteres, neues All-time-high. Auch Fonds aus der C-Quadrat ARTSProduktfamilie sowie Fonds aus den Produktkategorien „Active Fonds“ und „Multi Asset Fonds“ stemmten sich gegen das von volatilen Börsen und Euro-Krise geprägte negative Umfeld und erreichten neue Höchststände, berichtet das Fondshaus. Zudem konnten viele von der KAG gemanagten Mandate für institutionelle Kunden neue Hochs erreichen.

R

aiffeisen Capital Management hat einen neuen Fonds begeben, den Raiffeisen-Unternehmensanleihen 2017 (ISIN: AT0000A0W4H5). Noch bis zum 6. November kann der Fonds gegen Einmalerlag gezeichnet werden. Die jährliche Ausschüttungshöhe wird so gewählt, dass am Ende der Laufzeit eine Tilgung mindestens zum ersten errechneten Wert (100 Euro) möglich sein sollte. Aktuell sind 3,50 Euro Bruttoausschüttung je Anteil geplant. Investiert wird in ein breites Spektrum an Corporate Bonds – mit Rating von AAA bis BBB – und auch Hochzinsanleihen. Die Fondsmanager beurteilen insbesondere die fundamentale Unternehmenssituation.

Mathias Bauer, Geschäftsführer der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft

Fenja Multi Strategy Fonds zugelassen

Automatisierter Handelsansatz – Liechtensteiner UCITS IV Fonds

er Fenja Fund Multi Strategy (ISIN LI0145168402) wurde in Österreich zum öffentlichen Vertrieb registriert. Der Fonds wurde in Liechtenstein als UCITS IV (europaweit standardisierte Richtlinien) zugelassen und kann sowohl als Einmalerlag, als auch per Sparplan gezeichnet werden. Gemanagt wird das Vermögen mit diversen automatisierten Systemansätzen; investiert wird in die liquidesten Aktien- bzw. Anleihenindizes, in diverse Forex-, Rohstoff- und Futuresmärkte in diversen Zeiteinheiten.

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exklusiv

ACM Bernstein: 3 neue EM-Bond-Fonds Unternehmens- und festverzinsliche -Anleihen

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CMBernstein hat drei neue Anleihen-Fonds im Emerging MarketsSektor aufgelegt. Das Emerging Market Corporate Debt Portfolio (LU0736563114) investiert in erster Linie in Unternehmensanleihen von Emittenten aus Schwellenländern, zudem dürfen vereinzelt staatliche und quasi-staatliche Anleihen in das Portfolio aufgenommen werden. Das Asia Pacific Income Portfolio (LU0736556092) fokussiert auf attraktive und langfristige Erträge aus asiatischen Staats- und Unternehmensanleihen und sichert darüber hinaus Fremdwährungsrisiken ab. Das Emerging Market Local Currency Debt Portfolio (LU0736561928) profitiert auch von der erwarteten Aufwertung der lokalen Währungen.

Foto: beigestellt (4), Fotolia.de (2)

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Shamaila Khan, Fondsmanagerin bei ACM Bernstein


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News Finanzdienstleister

Ist noch Zeit?

Europa steuert auf die Pleite zu – ein Schreckensszenario, das allgemein Angst und Sorge verbreitet.

Nürnberger BU mit Höchstnoten

Morgen&Morgen hat die Berufsunfähigkeitsversicherung der Nürnberger mit Top-Noten bedacht

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Portfoliomanager Ethna Funds

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ie „Staatsschulden-Krise“ hat sich ausgeweitet, mittlerweile über Europas Grenzen hinaus. Auch Japan und die USA sind in den Fokus der Märkte gerückt. Aber ist die Lage wirklich so bedrohlich, ist die finanzielle Situation der Staaten wirklich so prekär? Wirft man einen genaueren Blick auf die privaten Vermögen in den europäischen Ländern und setzt sie in Beziehung zu den jeweiligen öffentlichen Schulden, so fällt erstaunlicherweise ins Auge, dass aus dieser Perspektive von drohendem Konkurs keinesfalls die Rede sein kann. Die Privatvermögen machen in allen Fällen deutlich mehr aus als die öffentliche Verschuldung. Selbst Griechenland hatte in 2011 immer noch fast doppelt so viel Privatvermögen wie seine öffentliche Hand Schulden – warum es nun auf Finanzspritzen von vergleichbar deutlich ärmeren Ländern wie Estland, der Slowakei und Slowenien angewiesen sein soll, ist angesichts dessen schwer nachzuvollziehen. Und Deutschland als das vermeintlich „reichste“ Land Europas steht so gesehen noch lange nicht so gut da wie das angeblich so „arme“ Italien… Es ist also an der Zeit, Staat und Bevölkerung als eine Einheit zu begreifen und auch vor unpopulären Maßnahmen, die die Privatvermögen zugunsten der öffentlichen Haushalte belasten, nicht zurückzuschrecken – auch wenn möglicherweise bald Wahlen sind… Noch ist Zeit – bleibt zu hoffen, dass die Politik sie zu nutzen weiß!

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exklusiv

Vermögen und Schuldenstand der Österreicher schrumpfen Allianz-Vermögensreport: Bankeinlagen und Versicherungen werden bevorzugt

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ährend das weltweite Brutto-Geldvermögen erstmals die 100 Billionen Euro-Grenze überschritten hat, ist das Pro-Kopf-Vermögen der österreichischen privaten Haushalte im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Nach Abzug der Verbindlichkeiten liegt Österreich im internationalen Vergleich an 15. Stelle, wie der aktuelle Allianz „Global Wealth Report“ zeigt. Gemessen in Prozent der Wirtschaftsleistung, stehen mit Blick auf die private Verschuldung in Westeuropa nur die Haushalte Belgiens besser da als Herr und Frau Österreicher. Seit Ausbruch der Finanzkrise profitieren insbesondere die Anlageklassen Bankeinlagen und Versicherungen von der erhöhten Liquiditäts- und Sicherheitspräferenz der Österreicherinnen und Österreicher.

Foto: beigestellt (4), Fotolia.de (2)

Guido Barthels,

ie Nürnberger Versicherung AG Österreich hat mit ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung im Produkt-Gesamtrating der Morgen&Morgen GmbH sehr gut abgeschnitten. Der Haupttarif ‚Plan B‘ sowie die Zusatzversicherung ‚BUZ‘ wurden beim aktuel­ len Rating des deutschen Analysehauses mit der Bestnote von fünf Sternen (= Ausgezeichnet) bewertet. Die 2002 auf den Markt gebrachten BU-Tarife würden laufend weiterentwickelt und verbessert, kommentiert Produktmanagerin Barbara Neumayr: „,Plan B‘ ist das einzige Produkt in Österreich, das standardmäßig eine Leistungsvariante bereits ab 25% Berufsunfähigkeit bietet.“ Das Morgen&Morgen-BU-Rating setzt sich aus vier Teilratings mit unterschiedlicher Gewichtung zusammen: BU-Bedingungen 50%, BU-Kompetenz 30%, BU-Transparenz 10%, BU-Antragsfragen 10%. In die Beurteilung fließen damit nicht nur Bedingungen, sondern auch andere wichtige Kunden­ Barbara Neumayr, Produktmanagerin bei der Nürnberger. interessen ein.


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News Finanzdienstleister

RWB hat neuen Regionaldirektor

Thomas Terihay betreut Vertriebspartner im Süden Österreichs

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Gerald Zmuegg, Gründer der Beratungsplattform Finanzbuddha

Beratungsplattform für KMU

Support für Unternehmen mit Verlusten durch Zinsswapgeschäfte

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eratung und Unterstützung bei der Eintreibung allfälliger Schadenersatzansprüche bietet die Beratungsplattform „Finanzbuddha“ Klein- und Mittelunternehmen, die sich bei Finanzierungen durch ihre Bank im Zusammenhang mit Fremdwährungsdarlehen nach Verlusten aus Absicherungsgeschäften geschädigt fühlen. „Wir bewegen uns dabei ausschließlich im außergerichtlichen Bereich“, so Gerald Zmuegg, Director bei Finanzbuddha, man arbeite mit rund zehn Experten auf dem Gebiet zusammen, die in der Lage seien, Kapitalmarktprodukte dahingehend zu untersuchen, ob ein Schaden etwa aus versteckten Margen zugunsten eines Kreditinstituts oder aus dem Markt innewohnenden Mechanismen heraus entstanden sei. Tritt ein Unternehmer mit Finanzbuddha in Kontakt, überprüft ein von Finanzbuddha beauftragter Sachverständiger, ob ein Produkt ,sauber‘ ist oder nicht. Ein Honorar werde erst bei Erfolg fällig. In den letzten drei Jahren habe man etwa 150 Fälle abgearbeitet und in Summe Rückzahlungen der Banken in Höhe von in Summe rund 130 Millionen Euro außergerichtlich erwirken können.

homas Terihay ist neuer Regionaldirektor und betreut in dieser Funktion die Vertriebspartner von RWB PrivateCapital (Austria) GmbH in der Steiermark und in Kärnten. Terihay war jahrelang als selbstständiger Finanzdienstleiter im Privatkundengeschäft in der Steiermark tätig. 2005 wurde er bei Superfund in Graz aktiv, wo er 2006 die Leitung des Investment Centers übernahm. Den Schwerpunkt seiner Arbeit sieht Terihay darin, vorhandene RWB Partner messbar und nachhaltig erfolgreich zu machen und neue Partner für die Anlageklasse Private Equity zu gewinnen.

Thomas Terihay,

RWB Regionaldirektor Süd

Henderson Group mit neuem AR-Mitglied

„Wissens-Roadshow“ in Wien: Noch drei Termine zu Pensionen, Finanzieren, Immobilien

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Sarah Arkle als unabhängige Aufsichtsrätin

ie an der Börse London notierende Henderson Group plc, Muttergesellschaft von Henderson Global Investors, hat Sarah Arkle zum unabhängigen Aufsichtsrat (NonExecutive Director of the Henderson Group Board) ernannt. Die Zustimmung der UK-Aufsichtsbehörden stand zu Redaktionsschluss noch aus. Arkle arbeitet seit mehr als 30 Jahren in der Finanzbranche. Bis Ende Dezember 2011 war sie Chief Investment Officer (CIO) von Threadneedle.

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Organisator und Sponsoren der Event-Reihe wollen Privatanlegern unabhängige Informationen liefern

it knapp 200 Besuchern war der erste Abend der „Wissens-Road­ show“ gut besucht, nach den praxisnahen Ausführungen von Peter Brandner vom BMF zu den Themen „Staatsschulden, Euro-Rettungsschirm & Co“ fand eine Podiumsdiskussion unter reger Publikumsbeteiligung mit Experten der Fondshäuser DWS und Fidelity statt. Organisator und Branchenkenner Michael Müller sieht die Notwendigkeit von mündigen Kunden zu deren eigener Sicherheit und als wirksamer Konsumentenschutz: „Unabhängige Finanzberatung hat eine wichtige sozialpolitische Bedeutung. Am mangelnden Vertrauen der Kunden sind Finanzberater leider teils selbst schuld“, viele hätten bloß als Produktvermittler agiert. Die nächsten Termine: Freitag, 28.09.: „Vorsorgen & Absichern“; 11.10.: „Richtig Anlegen & Investieren“; 9.11.: „Finanzierungen & Immobilien“. Event-Hotline: +43-676-9170069.


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Kolumne Finanzdienstleister

Ohne Führerschein durch die Finanzwelt Wer ein Auto lenken will, muss vorher den Führerschein machen. Das ist selbstverständlich, gesetzlich vorgeschrieben und sehr sinnvoll. Oder würden Sie sich ohne jegliche Kenntnis der Technik und der Verkehrsregeln am Steuer eines Autos in den heutigen Straßenverkehr trauen? Wohl kaum. Und wie ist das bei der Geldanlage?

Österreicher/Innen auf dem letzten Platz Aktuelle Studien von AXA Investment Managers und dem Finanzkonzern ING zeigen auf, dass sich 93 (!!!) Prozent der befragten ÖsterreicherInnen mehr Finanzbildung wünschen. Immerhin 31 Prozent geben an, ihr Finanz-Know-how aus der Schule zu haben, 27 Prozent wurden von Familie und Freunden in die Geheimnisse der Geldanlage eingeweiht, 41 Prozent eigneten sich ihr Finanzwissen selbst an. Und trotzdem – oder gerade

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exklusiv

Andreas Dolezal, Finanzdienstleister & Unternehmensberater

deshalb: Bei einem Test über Finanzwissen landen die ÖsterreicherInnen europaweit auf dem letzten Platz. Die Zeit ist reif für Financial Education. Praxisnahes Finanzwissen wird nicht nur dazu führen, dass die Österrei­ cherInnen im internationalen Vergleich aufholen. Es ist von grundlegendem Vorteil und Wert für alle Akteure der Finanzdienstleistung: Produktanbieter, Vertriebsgesellschaften, Berater und insbesondere für die Kunden. Mehr Eigenverantwortung der Kunden Der Trend geht weg vom reinen Produktverkauf. Echte Beratung mit maßgeschneiderten Lösungen sind mehr

gefragt denn je. Die guten und kundenorientierten Berater verabschieden sich von ihrer Funktion als verlängerter Arm der Produktanbieter. Mit finanztechnisch gänzlich unbedarften Kunden ist es aber auch für die besten Berater schwierig, eine langfristige und zielführende Finanzplanung durchzuführen. Je besser Kunden ihre persönlichen Ziele formulieren können, desto Erfolg versprechender sind die vom Berater erarbeiteten Lösungen. Dazu brauchen die Österrei­ cherInnen grundlegendes Finanzwissen und das Bewusstsein, dass auf uns alle eine Reihe von ­Herausforderungen zukommt, Stichwort Pensionslücke oder Kaufkraftverlust durch (kommende) Inflation. Freie Finanzdienstleister können Pioniere sein Kaum eine Berufsgruppe hat in finanziellen Angelegenheiten ihr Ohr so nahe am Kunden wie die freien Finanzdienstleister. Daher sind gerade sie prädestiniert dafür, den ÖsterreicherInnen produktneutrales und praxisnahes Finanzwissen zu vermitteln. Denn keine andere Berufsgruppe kann vergleichbar glaubhaft darstellen, dass sie unabhängig von einzelnen Produkten berät und das Wohl der Kunden in den Fokus stellt. Ganz abgesehen davon, dass es auch dem Image unserer Branche gut tun würde. Was hält uns also davon ab, den ersten Schritt zu setzen?

Foto: beigestellt

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nvestmentfonds, Versiche­rungen und Beteiligungen sind viel komplexere und oft risikoreichere Veranlagungen als Sparbuch und Bausparvertrag. Die heutige Finanzwelt ist mindestens so gefährlich wie der Straßenverkehr. Wie gut finden Sie sich dort zurecht? In der Schule lernen wir praktisch nichts über die globalen Finanzmärkte. Unser Schulsystem stammt noch aus Zeiten Maria Theresias, ist also etwa 250 Jahre alt. Die Lehrpläne beinhalten kein Basiswissen zum Thema Finanzplanung, finanzielle Vor­sorge oder Finanzierung. Dabei betrifft dieses Thema ausnahmslos jeden von uns. Jeder Mensch muss irgendwann finanzielle Entscheidungen treffen, die letztendlich auch Folgen für die ­eigene oder die Existenz der ganzen Familie haben können. Und die meisten tun dies ohne jedes Grundwissen.


Vertriebspartnerschaften im Segment Klein- und Mittelbetriebe: Eine Erfolgsstory Geschäftsführer der Bank Austria Finanzservice GmbH Siegfried Prietl freut sich über starke Vertriebspartnerschaften im Kundensegment Klein- und Mittelbetriebe.

„Vertriebspartnerschaften sind mittlerweile ein zentraler Bestandteil der Expansionsstrategie der Bank Austria im GeschäftskundenSegment. “

dukte sowie Dienstleistungen wie der BranchenCheck, FinanzCheck oder der BusinessPlanner. Als Tippgeber auch unser Konto4Business, das mit unschlagbaren Konditionen punktet.

Siegfried Prietl, Geschäftsführer

Bank Austria Finanzservice GmbH

Advertorial

Sie haben vor einem Jahr Ihr Allfinanz­ konzept auf die Kundengruppe Kleinund Mittelbetriebe ausgeweitet. Hat sich dieser Schritt gelohnt? Wie ist die Bilanz? Siegfried Prietl: All unsere Erwar­ tungen wurden übertroffen. Vertriebs­ partnerschaften sind mittlerweile ein zentraler Bestandteil der Expan­ sionsstrategie der Bank Austria im Geschäftskunden-Segment. Wir konn­ ten in allen Produktgruppen – von Finanzierungen über Veranlagungen bis hin zu Dienstleistungen – gemein­ sam ­große Volumina absetzen und die Trendlinie zeigt stark nach oben. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg? S. P.: Dieser Erfolg ist stark von der hervorragenden Qualität der selbst­ ständigen Finanzdienstleister in Öster­reich getragen, denn die Bera­ tung von Klein- und Mittelbetrieben erfordert besonderes Know-how. Na­ türlich spielen auch die Rahmenbe­ dingungen in der Bank Austria eine wesentliche Rolle. Sowohl Kunden als auch Vertriebspartner sehen, dass wir Geschäft machen wollen. Im Mit­ telpunkt steht das Service für unsere

Vertriebspartner, die in den Filialen für Klein & Mittelbetriebe kompeten­ te Ansprechpartner und aktive Ver­ kaufspartner finden. Welche Produkte können vermittelt werden? S. P.: Im Finanzierungsbereich Be­ triebsmittel- und Investitionskredite, auf Wunsch auch mit einem Zinsab­ sicherungsprodukt. Wertpapier-Pro­

Kooperieren Sie im Wertpapierbereich ausschließlich mit Exklusivpartnern oder ist eine Zusammenarbeit auch als Wertpapiervermittler möglich? S. P.: Obwohl wir sehr viele Exklusiv­ partner haben, bekennen wir uns zum Wertpapiervermittler und damit zur Möglichkeit für selbstständige Ver­ mögensberater, mit mehr als einer Wertpapierfirma zusammenarbeiten zu können. Deshalb haben wir unsere Pool-Partner auch frühzeitig über die gesetzlichen Änderungen in Verbin­ dung mit der Gewerbenovelle zum Wertpapiervermittler informiert und ihnen bereits alle nötigen Unterlagen für die Anzeige beim Gewerbeamt zur Verfügung gestellt. Aktuell läuft die Umstellung.

Interesse an einer Kooperation? Unsere Regionalleiter freuen sich auf Ihren Anruf! CHMELIR Markus, DI (FH) 0664/9697629

markus.chmelir@baf.at

Oberösterreich, Salzburg

MORITZ Oswald

0664/5250042

oswald.moritz@baf.at

Tirol, Vorarlberg

ÖHLER Gabriela

0664/2528818

gabriela.oehler@baf.at

Wien

RUPPERT Sascha

0676/3813099

sascha.ruppert@baf.at

Kärnten, Steiermark

SCHANDL Reinhard

0664/3078442

reinhard.schandl@baf.at

Niederösterreich, Burgenland

Bank Austria Finanzservice GmbH Lassallestraße 5 A-1020 Wien

Telefon: +43 / (0)50505 / 53000 Telefax: +43 / (0)50505 / 54971 E-Mail: info@baf.at Internet: www.baf.at

exklusiv

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Interview Finanzdienstleister

Aktuelle Investmentthemen in turbulenten Zeiten Pioneer Investments Austria (PIA) bietet Anlegern auf der Suche nach Rendite interessante Ideen und Fondslösungen an. PIA-CEO Werner Kretschmer findet u.a. Emerging Marktes sowie europäische Aktien und Unternehmensanleihen eine Überlegung wert.

Austria

Sind Euro-Staatsanleihen derzeit nicht sehr gewagt für Kleinanleger? W. K.: Die aktuellen Risikoaufschläge – in Form hoher Zinsen – bei Staatsanleihen aus den Euro-Peripherieländern könnten mittelfristig ein interessantes Verhältnis von Risiko und Ertrag bedeuten. Insbesondere gilt das für italienische Staatsanleihen. Diese sehen wir aber ausdrücklich nur als taktische Beimischung in einem Portfolio und die Situation muss genau verfolgt werden. Aber Kleinanleger müssen ja nicht in Eigenregie Entscheidungen treffen. Wer im Pioneer Funds – Euro Aggregate Bond anlegt, kann sicher sein, dass in diesem Fonds, der in unterschiedliche Bereiche investiert, die Gewichtung der Peripherieländer entsprechend der Marktentwicklung aktiv gesteuert und dabei sowohl in Staatsanleihen als auch in Unternehmensanleihen und anderen Schuldtiteln veranlagt wird.

Beim genannten Fonds wird auch in Un­ternehmensanleihen investiert. Auch das ist für viele Anleger noch Neuland. W. K.: Viele Unternehmen haben gesunde Bilanzen und wirtschaften erfolgreich. Die Analyse zeigt, dass in Zeiten schwachen Wachstums Unternehmensanleihen mit Investment Grade Rating profitieren – ich beziehe mich hier auf Daten seit 1948 bis 2011. Die Unternehmensanleihen erzielten im Durchschnitt – in Phasen geringen Wirtschaftswachstums – nur etwas niedrigere Erträge als die ­Aktienmärkte, dies allerdings bei einer vergleichsweise geringeren Schwankungsfreudigkeit. Wir haben dazu einen auf Unternehmensanleihen fokussierten Fonds im Programm, den PIA – Euro Corporate Bond, in dem Corporates mit Investment Grade enthalten sind, d.h. mit einem Rating von AAA bis BBB-.

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exklusiv

Werner Kretschmer, CEO Pioneer Investments

Und Sie sind der Meinung, dass man europäische Aktien nicht wie der Teufel das Weihwasser meiden sollte... W. K.: In der Tat, in vielen europäischen Unternehmen wurden die Bilanzen durch straffe Kostenkontrolle gestärkt. Aus diesem Grund sind die durchschnittlichen Dividendenrenditen sehr attraktiv. Für geduldige Investoren könnte sich langfristig daher eine Rückbesinnung auf den Fokus in Richtung Qualitätsaktien durchaus lohnen. In Europa könnte man dabei als Portfoliobeimischung auf Österreich setzen: Der PIA Austria Stock investiert in österreichische Aktien. Das Fondsmanagement verfolgt einen wertorientierten Ansatz, d.h. es wird analysiert, welche Unternehmen führend bei Produktinnovationen sind, wo es Übernahmefantasie gibt und wie gut die Konzerne aufgestellt sind. Ebenfalls eingesetzt wird die Chartanalyse, mit deren Hilfe das Timing optimiert wird. Auch wenn einem europäische Märkte nahe sind, könnte es so manchem Anleger doch zu heiß sein, auf europäisches Pflaster zu setzen. Was dann? W. K.: Mittel- bis langfristig sehen wir Emerging Markets nach wie vor positiv. Die aufstrebenden Märkte agieren weiterhin als Wachstumslokomoti­ven und tragen bereits ein Drittel zur ­weltweiten Wirtschaftsleistung bei. Bei allen Anlagemöglichkeiten müssen ­unbedingt individuelle Parameter wie Risikobereitschaft oder Anlage­horizont des einzelnen Anlegers berücksichtigt werden.

Advertorial

FONDS exklusiv: Die Euro- und Schuldenkrise ist noch lange nicht ausgestanden. Auf Anleger kommen weiterhin strapaziöse Zeiten zu. Sehen Sie dennoch in selektiven Märkten Chancen? Werner Kretschmer: Die Lage in Europa ist nicht rosig. Interessante Anlagemöglichkeiten gibt es trotzdem. Wir bei Pioneer Investments Austria sehen einige interessante Themen, die Anlegern immer noch gute Chancen bieten, beispielsweise Euro-Peripherie-Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Emerging Markets. Natürlich müssen dabei immer auch die Risiken der jeweiligen Assetklasse beachtet werden.


Wo die Wohnfinanzierung zu Hause ist!

Rentenfonds Bond is back

Die professionelle Beratung ist bei der Finanzierung eines Bau- oder Kaufvorhabens wichtiger als je zuvor. Da der Fokus der Gedanken auf das Wohnprojekt gerichtet ist, bleiben zumeist wichtige Entscheidungshilfen für die richtige Finanzierungslösung außer Acht.

Die Situation am Wohnfinanzierungsmarkt ist tückisch. Aktuell leben wir, zumindest was Kreditzinsen anlangt, scheinbar im Schlaraffenland. Bei einem Zinssatz von unter 0,3% im 3 Monats Euribor und einem Refinanzierungssatz von 0,75% erleben wir gegenwärtig Wohnfinanzierungsangebote, die im Bereich zwischen 1,75 und 3% angesiedelt sind. Es stellt sich nun die Frage, welches Zinsänderungsrisiko damit verbunden ist und vor allem, welche Kreditbelastung anstehen könnte? Der Rückblick zeigt, dass nicht dauerhaft mit dieser günstigen Situation gerechnet werden darf. Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre war das Niveau um mehr als 2% höher (siehe Tabelle 3 Monats Euribor). 3 Monats Euribor ab 2003 14-09-2012 0,250% 02-01-2012 1,343% 03-01-2011 1,001% 04-01-2010 0,700% 02-01-2009 2,859% 02-01-2008 4,665% 02-01-2007 3,725% 02-01-2006 2,488% 03-01-2005 2,154% 02-01-2004 2,120% 02-01-2003 2,861%

Selbstverständlich ist der Zeitpunkt für Aktivitäten in der Wohnfinanzierung geeignet. Es ist nun wesentlich, richtig zu vermitteln, welche Ratenanpassung in der Zukunft leistbar ist. Alternativ ist abzuwägen, ob eine Fixzinsvereinbarung für einen längeren Zeitraum oder ein Bauspardarlehen mit Zinsobergrenze um den Preis etwas höherer Zinsen die bessere Lösung ist.

Bankenkredit variabler Zinssatz aktueller Zinssatz 1,875% pro 100.000,-- Rate Laufzeit 20 J. 523,-Laufzeit 25 J. 438,-Laufzeit 30 J. 381,--

Bauspardarlehen Zinsobergrenze 6% aktueller Zinssatz 2,84% pro 100.000,-- Rate Laufzeit 20 J. 608,-Laufzeit 25 J. 529,-Laufzeit 30 J. 477,--

Wir schaffen Transparenz Im Tagesgeschäft sind wir, als größter unabhängiger Dienstleister in der Wohnfinanzierung, permanent mit den angesprochenen Problemstellungen befasst. Es ist heute entscheidend, für den Konsumenten einen transparenten Zugang zur geeigneten Finanzierungslösung zu schaffen. Durch Ihre Kooperation mit FinanzPuls werden Sie mit den Marktgegebenheiten intensiv vertraut gemacht und verfügen mit FinOnline über ein unschlagbares Beratungs- und Abwicklungsinstrument. Am besten überzeugen Sie sich selbst!

Kontakt: berater@finanzpuls.com www.finanzpuls.com

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Das Scoring der Kreditabteilungen artet zum Mirakel aus Tatsächlich ist heute das Vergabethema von Wohnkrediten der Bank von unternehmensinternen, kaum nachvollziehbaren Regelwerken überfrachtet. Das bankinterne Risikomanagement hat das Sagen. Mehr und mehr schwindet damit im Vorfeld der Kreditprüfung die Einschätzung, ob ein Finanzierungswunsch realisierbar ist. Weitere Problemstellungen sind die extrem unterschiedlichen Zugänge zur Bewertung von Liegenschaften oder die Feststellung der Leistbarkeit durch individuelle Modelle von Haushaltsrechnungen. Die Kreditkondition ergibt sich letztendlich aus einem Sammelsurium von Gut- und Schlechtpunkten umfassender Beurteilungselemente.

Michael Holzer, Vorstand FinanzPuls AG

exklusiv

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Interview Finanzdienstleister

Bawag P.S.K. forciert das Kreditgeschäft Die Bawag P.S.K. stellt das Kreditgeschäft auf neue Beine. Was genau das Institut anbietet, verrät Bernhard Gugganig, Leiter Alternative Vertrieb bei der Bank, im Interview. „Das niedrige Zinsniveau macht Finanzierungen für unsere Kunden momentan sehr günstig. Diese Situation gilt es zu nutzen, und deshalb legen wir den Fokus auf das Kreditgeschäft.“

FONDS exklusiv: Herr Gugganig, die Bawag P.S.K. hat sich zum Ziel gesetzt, ihren Marktanteil im Kreditgeschäft in den nächsten Jahren deutlich zu erhöhen. Auf welche Art und Weise verfolgt die Bank dieses Ziel? Bernhard Gugganig: Wir stellen das Kreditgeschäft komplett neu auf. Mit einem Mix aus einer offensiven Vertriebsstrategie, neuen Produkt­ ideen und einem integrativen Marke­ tingkonzept wollen wir diesem ­Bereich mehr Wert geben.

Was zeichnet die neue Produktschiene aus? B. G.: Unsere neue „KreditBox“ wird seit dem 3. September 2012 im gesamten Bawag P.S.K. Vertriebsnetz angeboten. Wobei wir nicht von der „KreditBox“ sprechen, es handelt sich vielmehr um Finanzierungs-Pakete in drei verschie­ denen Ausprägungen, die sich jeweils aus einer bedarfs­orientierten Kombi­ nation von Produkt- und Servicekom­ ponenten zusammensetzen. So gibt es eine „KreditBox Schnell“ für den Kon­ sumkredit, eine „KreditBox Wohnen“ für die Schaffung oder den Kauf von Wohnraum und eine „KreditBox Ener­ gie“ für das Renovieren und Sanieren der eigenen vier Wände.

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Was genau kann man sich unter der KreditBox Schnell vorstellen? B. G.: Die „KreditBox Schnell“ steht für Finanzierungen in der Höhe von 4.000 Euro bis maximal 75.000 Euro zur Ver­ fügung, wobei die Laufzeit bis zu 10 Jahre betragen kann. Aus Anlass der Einführung dieses Finanzierungspro­ dukts haben wir uns zusätzlich etwas einfallen lassen: Das Bearbeitungsent­ gelt von bisher vier Prozent wird auf Dauer halbiert und nur mehr zwei Pro­ zent betragen. Die Finanzierung wird mit variabler Verzinsung angeboten. Tempo ist uns dabei sehr wichtig: Der Konsumkredit trägt den Zusatz „schnell“ deshalb, weil wir es schaffen wollen, dem Kunden – eine positive Kreditentscheidung vorausgesetzt – binnen zehn Minuten am Schalter den Betrag auszuzahlen; zumindest sofern der Kunde alle dafür nötigen Unterla­

gen mitbringt. Rascher und unbüro­ kratischer geht es gar nicht mehr. Darüber hinaus zeichnet sich die ­„KreditBox Schnell“ noch durch eine besondere Servicekomponente aus, das KreditübernahmeService. Darun­ ter ist zu verstehen, dass wir den Kun­ den dabei unterstützen, seine Kon­ sumkredite zu optimieren, d.h. mit einem eigens von uns entwickelten Rechentool werden die Daten sämtli­ cher bestehender Kredite erfasst. Mit dem Kalkulationsprogramm können wir aufzeigen, ob und wie viel sich der Kunde monatlich erspart, wenn er seine bestehenden Kredite an unsere Bank überträgt. Der neue Gesamtkre­ ditbetrag inklusive der Neufinanzie­ rung und die neue Gesamtkreditrate sind in der Vergleichsrechnung auf ei­ nen Blick sowohl für Kunden als auch Berater ersichtlich.

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Spielte bei dieser Neuausrichtung auch das aktuelle und wohl anhaltend niedrige Zinsumfeld eine Rolle? B. G.: Das niedrige Zinsniveau macht Finanzierungen für unsere Kunden momentan sehr günstig. Diese Situa­ tion gilt es zu nutzen, und deshalb auch der Fokus auf das Kreditgeschäft.

Bernhard Gugganig,

Alternativer Vertrieb Bawag P.S.K.


Interview Finanzdienstleister

können Kunden mit einem speziellen Online-Tool den Sanierungswunsch eingeben und den Finanzierungsbe­ darf dafür analysieren. Über unsere Homepage www.bawagpsk.com kann man den Online Energie-Check auch bequem zu Hause durchspielen. Was unterscheidet die „KreditBox“ von einem anderen Kreditprodukt anderer Häuser? B. G.: Die „KreditBox Wohnen“ und die „KreditBox Energie“ stellen nicht bloß einen Kredit dar, sondern wie bereits angedeutet ein umfassendes Angebot mit attraktiven Zusatzleis­ tungen, darunter beispielsweise auch unsere BauserviceMappen mit nützli­ chen, regionalen Informationen und Partnern rund ums Thema Bauen und Wohnen inklusive Förderungen oder den Boxenstopp Bonus.

Die „KreditBox Wohnen“ bzw. die „KreditBox Energie“ bietet individuel­ le Laufzeiten von bis zu 40 Jahren. Diese beiden Finanzierungen sind perfekte Produkt- und Service-Bündel, mit denen sich unsere Kunden einen Wohntraum erfüllen können. Je nach­ dem, ob ein Objekt gebaut, gekauft oder saniert werden soll, findet sich in unseren Angeboten die umfassende Lösung dazu. Auch Förderungen und/ oder Absicherungen werden im opti­ malen Produktmix berücksichtigt. Auch hier bieten wir ein Zuckerl: Für den Großteil der Wohnbauförderun­ gen wird ein aktueller Energieausweis vorausgesetzt, ab einer Finanzie­ rungshöhe von 15.000 Euro werden die Kosten für den Energieausweis nach Vorlage der Rechnung bis zu 450 Euro rückerstattet. Gemeinsam mit dem Berater oder der Beraterin

Letzterer belohnt KontoBox-Kunden für zusätzlich abgeschlossene Pro­ dukte rund ums Bauen, Wohnen und Sanieren. Der Kunde erhält ein Bo­ nus-Scheckheft im Wert von 120 bis 715 Euro. Es enthält je nach Art der „KreditBoxen“ Gutscheine u.a. für die BauserviceMappe, die Vergütung des Energieausweises sowie diverse an­ dere Startboni. Welche weiteren Vorteile bieten die drei „KreditBoxen”? B. G.: Ein weiteres neues Element der „KreditBox“-Familie stellt die Best­ preisgarantie dar, die für alle drei For­ men der „KreditBox“ gilt. Bei Abschluss einer der KreditBoxen überreichen un­ sere Finanzierungsexperten das per­ sönliche Bestpreisgarantie-Zertifikat. Sollten unsere KundInnen innerhalb von vier Wochen nach Abschluss des KreditBox-Kreditvertrages eine Finan­ zierungszusage einer anderen österrei­ chischen Bank für einen identen Kredit mit günstigeren Konditionen vorlegen, können sie die Bestpreisgarantie in Anspruch nehmen. Verglichen werden Bearbeitungsentgelt, Aufschlag auf den Indikator bzw. Fixzinssatz – bei

jeweils identem Kreditbetrag, Verwen­ dungszweck, identer Laufzeit, identen Kreditbeteiligten und Sicherheiten. Ist zumindest einer der verglichenen Preisbestandteile niedriger, passt die Bawag P.S.K. auf Ihren Wunsch hin alle Preisbestandteile an jene der Finanzie­ rungszusage des Mitbewerbers an. Von der Bestpreisgarantie ausgenommen sind Bausparfinanzierungen und ge­ förderte Kredite. Was genau wird im Bereich Vertrieb neu sein? B. G.: Es gibt in Bezug auf das Hypo­ thekarkreditgeschäft verschiedene Filialtypen und damit auch unter­ schiedliche Zusammenarbeitsmodelle innerhalb des Vertriebs. Wir verfügen über 47 große Kompetenzfilialen mit starker Außenpositionierung zum Thema Bauen und Wohnen sowie über mehr als 100 kleinere Kompe­ tenzstellen in den ländlicheren Regio­ nen. Daneben gibt es weitere an die 350 Stellen, die als Akquisitions- und Überleitungsfilialen für Hypothekar­ kredite fungieren. Unterstützt wird der Filialvertrieb durch ca. 20 mobile Finanzierungsexperten. Die Marke „MeinDaheim“-Finanzie­ rungsteam kennzeichnet Filialen mit Finanzierungskompetenz im Segment Bauen/Wohnen. In der Zusammen­ arbeit mit unseren Partnern bieten wir ein neues Kooperationsmodell als Tippgeber an, dabei nehmen wir unse­ ren Partnern die Kundenberatung ab. Zusätzlich werden wir zukünftig im Kreditgeschäft auch sehr stark auf die zahlreichen Postpartner setzen, die durch pro-aktive Kundenansprache In­ teressenten an unser „MeinDaheim“Finanzierungsteam weiterleiten.

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EU-FINANZAUFSICHT Finanzdienstleister

Lieber den Spatz in der Hand Mit seiner Empfehlung zur Eindämmung von Fremdwährungskrediten wurde der Europäische Ausschuss für Systemrisiken Ende letzten Jahres über Nacht in der Öffentlichkeit bekannt. In einer neuen Serie zur EU-Finanzaufsicht stellen wir diese Behörde und ihre Aufgaben näher vor. Von Johannes Muschik*

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Die neue Superbehörde Der ESRB ist Teil des Europäischen Fi­ nanzaufsichtssystems (European Sys­ tem of Financial Supervision, ESFS). Überwacht wird das gesamte Finanz­ system der Europäischen Union. Eine Mammutaufgabe, wie Kritiker der neuen Behörde von Beginn an monier­ ten. Als der Europäische Ausschuss für Systemrisiken am 20. Jänner 2011

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werden deren Regeln einfach auf die Versicherer übertragen, was aus Sicht der Branche unangemessen ist. Öster­ reich wird im ESRB übrigens durch OeNB-Chef Ewald Nowotny und FMAVorstand Helmut Ettl vertreten. Zweiter Kritikpunkt sind die in den Augen vieler Beobachter mangeln­ den Befugnisse. Das beginnt bereits bei der Beschaffung grundlegender Daten, etwa über einzelne Banken. Solche Informationen werden in vie­ len Mitgliedsländern der EU beinahe eifersüchtig gehütet. Johannes Muschik, Geschäftsführer der Vermittlerakademie

erstmals in Frankfurt zusammentrat, wurde er etwa von Carsten Brzeski, Ökonom der ING Group, mit folgen­ den Worten begrüßt: „Wenn wir auf eine Institution hoffen, die uns vor der nächsten Krise schützt, dann ist das si­ cher nicht der ESRB.“ Dieser sei „bloß eine weitere Quasselbude“, wurde Brzeski damals von der Finanz-Nach­ richtenagentur „Bloomberg“ zitiert. Solche und weitere Kritik erntete die neue Behörde vor allem aufgrund von zwei Umständen. Erstens wegen ihrer Besetzung. Im Verwaltungsrat, dem zentralen Gremium des ESRB, domi­ nieren die Zentralbanken der EU-Mit­ gliedsländer. Darüber ist vor allem die Versicherungsbranche unglücklich, weil die internationale Debatte stark durch die Banken bestimmt wird. Oft

Nationale Behörden bunkern ihre Daten Damit der ESRB seine ihm zugedachte Funktion ausüben kann, braucht die Behörde sämtliche bankenspezifischen Daten aus den EU-Mitgliedsländern. Die beaufsichtigten Finanzinsti­tute müssten also eigentlich direkt der neuen europäischen Bankenaufsicht berichten. Dagegen gibt es jedoch Wi­ derstand der nationalen Behörden, die ihre Daten nur teilweise oder gar nicht preisgeben möchten. Im Regelwerk zum Datenaustausch wurde festgelegt, dass nur aggregierte Daten von den einzelnen Organen des europäischen Finanzaufsichtssystems angefordert werden können. Mit anderen Worten, die Mitarbeiter des ESRB erhalten summarische und somit eigentlich ver­ schlüsselte Informationen. Will man Daten über einzelne Kreditinstitute, muss man zuerst einmal begründen, weshalb diese systemrelevant sein könnten. Reicht den nationalen Behör­

Foto: beigestellt

an schrieb das Jahr 2008. Europa befand sich fest im Würgegriff der Finanz­krise. Viele Bürger hatten ihr Vertrauen in das Finanzsystem verloren. Es galt, sie zukünftig besser gegen derartige Krisen zu schützen. Darum beauftrag­ te die Europäische Kommission eine Expertenrunde unter dem Vorsitz von Jacques de Larosière, dem ehemaligen leitenden Direktor des Internationalen Währungsfonds und Ex-Vorsitzenden der Europäischen Bank für Wiederauf­ bau und Entwicklung, mit der Verstär­ kung der Aufsicht. In ihrem Abschluss­ bericht kamen die Fachleute zu dem Ergebnis, dass man künftig nicht nur einzelne Marktteilnehmer wie Banken oder Investmentfonds, sondern auch das gesamte Finanzsystem im Auge haben sollte. 2009 empfahl die De-La­ rosière-Gruppe, auf Unionsebene ein Gremium einzurichten, das mit dieser Überwachung betraut ist. Danach soll­ ten noch einmal fast zwei Jahre ver­ gehen, bis am 16. Dezember 2010 die Rechtsvorschriften zur Errichtung des Europäischen Ausschusses für System­ risiken (European Systemic Risk Board, ESRB) in Kraft traten.


den, bei denen angefragt wurde, diese Erklärung ihrer obersten Finanzauf­ sicht nicht aus, dürfen sie die Heraus­ gabe der Informationen verzögern. Berichten der „Neuen Zürcher Zei­ tung“ zufolge soll es auf diese Weise schon vorgekommen sein, dass An­ fragen monatelang verschleppt wur­ den oder Fragen zu einzelnen Banken auch einmal gänzlich unbeantwortet blieben. Inzwischen ist klar, dass der Widerstand nationaler Behörden ge­ gen die Einmischung in „ihre“ natio­ nalen Angelegenheiten überwunden werden muss. Viel Kompetenz, keine Befugnisse Der ESRB soll im Finanzsystem ver­ borgene Bruchstellen entdecken oder bereits unbeachtet begonnene Vul­ kanausbrüche erkennen. Dazu werden laufend die Volkswirtschaften und der Finanzsektor der EU analysiert. Vor drohenden Gefahren sollen Politik, Marktteilnehmer und Öffentlichkeit möglichst früh gewarnt werden. In der Praxis bedeutet das: Beobachten, Mit­ teilen und Abwarten. Denn, die Behör­ de kann formal keine Entscheidungen durchsetzen. Ihre Mitteilungen sind unverbindliche Handlungsempfehlun­ gen. Mit anderen Worten. Die oberste Finanzbehörde kann letztlich nur hof­ fen, dass ihre Erkenntnisse von Eu­ ropas Politikern tatsächlich beachtet werden. Ihr einziges Druckmittel ist, dass bei Gefahr im Verzug Warnungen öffentlich gemacht werden dürfen. Mancherorts tauchte an dieser Stelle die Frage auf, wofür das ESRB dann nun letztlich gut wäre. Besser ein zahnloser Tiger als gar keiner Im Grunde genommen ist die größte Stärke der neuen Behörde, dass sich die EU-Mitgliedsstaaten überhaupt durch­ gerungen haben, sie einzurichten. Da­ vor gab es innerhalb Europas gar kein Gremium, das sich mit dem frühzei­ tigen Erkennen von Finanzkrisen be­ schäftigte. Zwar analysierten in allen

EU-Ländern nationale Regulatoren ihre Märkte. Doch ihre verschiedenen Informationen hatten sie nie unter­ einander abgeglichen. Letztlich hatte keiner ein Gesamtbild von der Lage am EU-Finanzmarkt. Ein Zustand, der in einer globalisierten, vernetzten Wirt­ schaft unhaltbar war. Heute gibt es mit dem ESRB eine offizielle Behörde, die Spekulationen und Risiken auf den ­Finanzmärkten aufspürt. Dass man dieser Verpflichtung auch nachkommt, mussten inzwischen etwa Österreich und Ungarn feststel­ len. Beide Länder wurden 2011 von den EU-Finanzaufsehern für die zu sorglose Vergabe von Fremdwährungs­ krediten kritisiert. In einem Bericht wurde vor den systemischen Risiken dieser Kredite gewarnt. Gleichzeitig veröffentlichte das ESRB eine Liste von Empfehlungen für neue, strenge­ re Vergabekriterien. Banken wurden aufgefordert, mehr Eigenkapital für Fremdwährungskredite zu hinterle­ gen und ihre Kunden genauer als bis­ her aufzuklären. Einige Geldinstitute nahmen dies zum willkommenen An­ lass (oder Vorwand), von ihren Kre­ ditnehmern Vertragsänderungen zu verlangen. Aber das ist eine andere Geschichte. * Der Autor Johannes Muschik ist Geschäftsführer der Vermittlerakademie (Wien) und Deputy-Chairman von FECIF, dem EU-Dachverband der Versicherungsvermittler und Finanzberater (Brüssel).

ISP Substanz Auf den Punkt gebracht Das European Systemic Risk Board, ESRB, ist die neue „Superbehörde“ der EU-Finanzaufsicht. Sie überwacht den gesamten europäischen Finanzmarkt. Das ESRB verfügt über keine Befugnisse zur Durchsetzung seiner Erkenntnisse. Man ist auf den „Goodwill“ der nationalen Behörden und Politiker angewiesen. Die größte Errungenschaft des ESRB ist, dass es überhaupt existiert. Denn eine zentrale Überwachung ist für das Funktionieren des EU-Finanzsystems unabdingbar.

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Mündelsicher ist nicht gleich mündelsicher Sogenannte mündelsichere Papiere sind seit einigen Jahren im Kreuzfeuer von Konsumentenschützern und Gerichten. Der Begriff Mündelsicherheit von Wertpapieren selbst wird allerdings selten hinterfragt oder durchleuchtet. von Dr. David Christian Bauer*

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„Nicht alles, was von manchen Anlegern als sicherer Hafen angesehen wird, kann als mündelsicher gelten.“

n den letzten Jahren gab es immer wieder Diskussionen und eine Reihe von Gerichtsentscheidungen zu Wertpapieren, die – tatsächlich oder vorgeblich – als „mündelsicher“ beworben worden sein sollen. Bemerkenswerterweise setzen sich die höchstgerichtlichen Entscheidungen zur Anlegerhaftung in solche als mündelsicher bezeichnete Wertpapiere nicht mit dem Begriff der Mündelsicherheit auseinander. Offensichtlich wird damit undifferenziert eine „sichere Wertanlage“ verbunden. Der Begriff der „Mündelsicherheit“ hat jedoch mehrere Facetten:

Das Gesetz unterscheidet taxativ aufgezählte als mündelsicher geltende Veranlagungsformen und im Einzelfall durch das Gericht (Pflegschafts-

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gericht) zu genehmigende Anschaffungen von Wertpapieren oder auch Liegenschaften. Diesfalls darf die Anschaffung erst nach Anhörung eines Sachverständigen für das Bank- und Börsewesen und unter Sicherstellung, dass die Verwaltung und ein allfälliger Verkauf sachkundig vorgenommen werden, erfolgen. Daneben gibt es noch Wertpapiere, die aufgrund gesonderter gesetzlicher Regelung oder aufgrund einer Verordnung des Bundesministers für Finanzen oder des Bundesministers für Justiz für mündelsicher erklärt wurden. Jedenfalls als mündelsicher gelten gemäß ABGB Spareinlagen bei einem inländischen Kreditinstitut, die auf

den Namen des Mündels lauten und die Bezeichnung Mündelgeld tragen und wenn entweder allgemein für die Verbindlichkeiten des Kreditinstituts der Bund oder eines der Bundesländer oder ein eigens gebildeter unbelasteter Deckungsstock haftet. Zur Anlegung von Mündelgeld geeignet sind auch weitere gesetzlich genannte Wertpapiere, wie etwa Anleihen eines Bundeslandes oder des Bundes oder Anleihen mit einer Haftung dieser Gebietskörperschaften, weiters auch Pfandbriefe und Kommunalschuldverschreibungen. Auch gewisse Darlehen, die mit einer inländischen Liegenschaft als Hypothek besichert sind, gelten als mündelsicher.

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Das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) regelt die Veranlagung von Geld eines Minderjährigen (oder auch Besachwalteten etc.) als sogenanntes Mündelgeld. Dieses ist sicher und möglichst fruchtbringend durch Spareinlagen, den Erwerb von Wertpapieren, die Gewährung von Darlehen, den Erwerb von Liegenschaften oder in anderer Weise anzulegen. Ziel der Veranlagung ist also durchaus nicht nur der Werterhalt, sondern auch eine möglichst ertragreiche Performance. Ein gewisser Konflikt wohnt daher bereits den gesetzlichen Vorgaben inne.

David C. Bauer, Partner bei DLA Piper Weiss-Tessbach Rechtsanwälte


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Auch der Erwerb inländischer Liegenschaften, auf denen sich kein Abbaubetrieb befindet oder die nicht ausschließlich oder überwiegend industriellen oder gewerblichen Zwecken dienen, gilt als mündelsichere Veranlagung. Der Kaufpreis darf den Verkehrspreis dabei in der Regel nicht übersteigen. Die zweite Kategorie von mündelsicheren Wertpapieren ist jene, die sich im Einzelfall aufgrund einer Genehmigung des Gerichts nach Einholdung eines Sachverständigengutachtens bildet. Auf diese Art und Weise können etwa bestimmte Aktien, Mahnschuldverschreibungen, Investmentzertifikate, Sparbriefe, ausländische Wertpapiere, Bausparverträge oder Lebensversicherungen als mündelsicher qualifiziert werden. Gold ist nicht mündelsicher Nicht alles, was angesichts der Finanzkrise von manchen Anlegern als „sicherer Hafen“ empfunden wird, kann jedoch als mündelsicher gelten. So sprach der OGH unlängst aus, dass eine Veranlagung in Gold nicht mündelsicher sei, zumal der Goldpreis sehr hoch sei und es erhebliche Kursschwankungen gebe. Auch das Argument, dass in der derzeitigen Krisensituation Bankeinlagen möglicherweise unsicher sein könnten, ließ der OGH in diesem Zusammenhang nicht gelten. Bejaht ein Sachverständiger die Eignung einer Veranlagung als mündelsicher, kann es grundsätzlich zu einer Haftung gegenüber den Anlegern kommen, wenn das Gutachten nicht zutrifft. Der Gutachter müsste diesfalls aber schon zum Zeitpunkt der Gutachtenserstellung ohne die erforderliche Sorgfalt gearbeitet haben. Der OGH wies die Klage einer Anlegerin gegen einen Sachverständigen ab, die

für ihre zwei Kinder österreichische Immobilienaktien erworben hatte, die von einem Gutachter als geeignet für eine mündelsichere Veranlagung qualifiziert wurden. Der OGH verwies darauf, dass dem Gutachter ex ante nicht vorhersehbare Ereignisse (wie die USHypothekenkrise) nicht zur Last gelegt werden könnten. Zudem habe der Gutachter nicht pauschal von einer mündelsicheren Veranlagung gesprochen, sondern nur dargelegt, dass die Papiere im Rahmen eines „sinnvollen Portfoliomixes“ Teil einer mündelsicheren Veranlagung sein können. Wer sohin in mündelsichere Papiere anlegen will (oder muss), muss einerseits zwischen den gesetzlich aufgezählten mündelsicheren Papieren und den im Einzelfall als mündelsicher qualifizierten Papieren unterscheiden. Gerade bei der zweiten Kategorie kann es durchaus zu größeren Risiken kommen. Bekanntlich können selbst Staatsanleihen sehr risikobehaftet sein. Weiters ist genau darauf zu achten, in welchem Rahmen oder Umfang der Sachverständige einen Einsatz der konkreten Papiere für eine mündelsichere Veranlagung empfohlen hat. Wer das Vermögen von Minderjährigen oder unter Sachwalterschaft gestellten Personen zu verwalten hat, sollte im Zweifel auch bei Entschei-

* Dr. David Christian Bauer ist Rechtsanwalt und Partner bei DLA Piper Weiss-Tessbach Rechtsanwälte GmbH in Wien. Schwerpunkte seiner Beratung sind Bank- und Kapitalmarktrecht, Gesellschaftsrecht und Stiftungsrecht.

dungen des gewöhnlichen (ordentlichen) Wirtschaftsbetriebs (und nicht nur bei außergewöhnlichen Geschäften) die Zustimmung des Pflegschaftsgerichts für den Erwerb von Papieren einholen, die nicht vom Gesetz oder via Verordnungen taxativ als mündelsicher qualifiziert werden. Wer als gewöhnlicher Anleger Papiere erworben hat, die als „mündelsicher“ gelten, sollte sich bewusst sein, dass damit nicht zwingend (weitgehende) Risikolosigkeit verbunden ist. Die Qualifikation als mündelsicher enthebt den Anleger nicht von seiner Obliegenheit, die Veranlagung selbst zu prüfen. Insbesondere sollte kein Anleger nur „auf ein Pferd setzen“ – auch zur mündelsicheren Veranlagung geeignete Papiere sind oft nur in einem gewissen Ausmaß dafür geeignet. Dies ist schon eine Folge der gesetzlichen Vorgaben, Mündelgeld auch möglichst fruchtbringend anzulegen.

Auf den Punkt gebracht Der Begriff der Mündelsicherheit hat mehrere Facetten. Wer in mündelsichere Papiere anlegen will (oder muss), muss einerseits zwischen den gesetzlich aufgezählten mündelsicheren Papieren und den im Einzelfall als mündelsicher qualifizierten Papieren unterscheiden. Gerade bei der zweiten Kategorie kann es durchaus zu größeren Risiken kommen. Bejaht ein Sachverständiger die Eignung einer Veranlagung als mündelsicher, kann es zu einer Haftung gegenüber den Anlegern kommen.

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Interview Neuronale Plastizität

Denken wie ein Genie Älter werden? Kein Problem – zumindest nicht für Ihr Gehirn! Neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass Ihre mentale Kapazität im Alter sogar zunehmen kann. Leadership- und Innovationsexperte Michael J. Gelb weiß, wie. von Bettina M. Gordon

Fotos: Michael Mahoney

FONDS exklusiv: Ihr jüngstes Buch, „Brain Power – Improve Your Mind as You Age“, befasst sich mit den neuesten Erkenntnissen zum Thema Neuronale Plastizität. Was genau versteht man eigentlich darunter? Michael Gelb: Das Wort Neuro bezieht sich auf die Gehirnzellen und Plastizität drückt aus, dass diese Gehirnzellen flexibel und anpassungsfähig sind und sich verändern können. Bis vor Kurzem lautete der wissenschaftliche Konsens, dass unser Gehirn sich nach dem siebenten Lebensjahr nicht mehr verändert und ab dem 30. Lebensjahr stetig abbaut. Man dachte, dass die Gehirnzellen nach und nach absterben und es keine Hoffnung auf Regeneration der Zellen gab oder darauf, dass sich neue Neuronenwege formen könnten. Was hat diesen wissenschaftlichen Konsens nun ad absurdum geführt? M. G.: Wir haben heutzutage eine hochentwickelte Technologie, um die Wege des Gehirns zu erforschen. Durch Computertomographie- und Kernresonanzgeräte können wir messen, wie sich das Gehirn verändert, wenn eine Person eine neue Aufgabe erlernt, wie

zum Beispiel das Jonglieren. Wenn Sie 15 Minuten lang jonglieren üben, dann können wir heute messen, wie sich Ihr Gehirn verändert und neue Verbindungen formt. Das ist revolutionär, denn es zeigt, dass unser Gehirn sich im Alter verbessern kann und nicht schlechter werden muss wie bisher angenommen. Können Erwachsene neue Gehirnzellen generieren? M. G.: Ja, auch das ist eine relativ neue Erkenntnis, dass Erwachsene neue Gehirnzellen generieren können. Man sagt dazu Erwachsenen-Neurogenesis. Natürlich sterben Zellen auch ab,

wenn wir älter werden, aber wir haben mehr als 100 Milliarden Zellen und die meisten Menschen nutzen ihre mentale Kapazität sowieso nicht aus und können ihr Gehirn im Alter drastisch verbessern. Warum schöpfen wir unsere mentale Kapazität generell nicht aus? M. G.: Weil wir in limitierende Verhaltensmuster eingefahren sind. Wir benutzen dieselben neuronalen Verhaltensmuster immer und immer wieder und denken ähnliche Gedanken, einfach, weil wir unterbewusst automatisch auf etwas reagieren.

FONDS exklusiv-Redakteurin Bettina M. Gordon im Gespräch mit Michael J. Gelb

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Interview Neuronale Plastizität

Um unsere mentale Kapazität auszubauen, brauchen wir eine ganz bewusste Intervention, die wir in jedem Alter nachvoll­ ziehen können. Wenn wir etwas Neues lernen, dann stärken wir synaptische Verbindungen und formen neue Wege im Gehirn.

Wenn ich mich beispielsweise immer wieder über Stau auf der Straße oder das Wetter ärgere? M. G.: Ja. Viele Menschen leben wie in Trance und reagieren automatisch, ohne sich jemals zu sagen: „Nein, heute ärgere ich mich nicht über den Stau, sondern fokussiere auf das neue Audioprogramm, das ich während des Fahrens hören kann.“ Wir sind instinktiv viel mehr beschäftigt mit Routinegedanken, Ego oder Reputation, als mit Kreativität, Transformation und Vision. Um also unsere mentale Kapazität auszubauen, brauchen wir eine ganz bewusste Intervention, die wir in jedem Alter vollziehen können. Wenn wir etwas Neues lernen, dann stärken wir synaptische Verbindungen und formen neue Wege im Gehirn. Wir werden smarter. Je anspruchsvoller und herausfordernder die Aufgabe, desto gesünder und smarter wird das Gehirn. Ihr Gehirn braucht Stimulanz und den Reiz des Neuen. Wenn mein Gehirn besser funktioniert, hat das dann auch einen positiven Einfluss auf meinen Körper und meine physische Empfindlichkeit? M. G.: Ja, denn unsere Gedanken beeinflussen unseren Körper, und die

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Art und Weise, wie wir unseren Körper bewegen, beeinflusst unsere Gedanken. Es lässt sich klar messen, wie positive und optimistische Gedanken das Immunsystem stärken oder wie ein rascher Spaziergang in der Natur unsere Stimmung hebt, weil wir uns bewegen und Eindrücke aufnehmen. In einer positiven Stimmung ist die Qualität unserer Entscheidungen eine andere, als wenn wir in einer depressiven Stimmung entscheiden. Fällt es positiv denkenden Menschen einfacher, sich gedanklich fit zu halten oder ist die innere Haltung zweitrangig? M. G.: Die bekannte Professorin Dr. Becca Levy von der Universität Yale hat eine Studie mit 650 Teilnehmern gemacht. Sie teilte die Gruppe in zwei Teile, jene, die eine negative Haltung hatten gegenüber dem Älterwerden und jene, die dem Altern positiv gegenüberstanden. Die Gruppe mit der positiven Haltung hat die negative Gruppe um durchschnittlich 7,5 Jahre überlebt! Die Haltung und Einstellung eines Menschen hat ungeheuren Einfluss auf die Länge und vor allem auf die Qualität seines Lebens. Lassen Sie uns Neuronale Plastizität nun in einen Zusammenhang setzen:

Was für Auswirkungen hat die Tatsache, dass unser Gehirn Jahr für Jahr besser werden kann, wenn wir es trainieren, auf die Geschäftswelt? M. G.: Die logische Schlussfolgerung dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse ist sicherlich die, dass eine altersbedingte Pensionierung basierend auf relativer Produktivität nicht mehr gerechtfertigt ist. Wenn eine Angestellte ihre mentalen Fähigkeiten Jahr für Jahr ausbaut, dann ist sie mit 65 von höherem Wert für die Organisation als ihre jungen Kollegen! In der Arbeitswelt gibt es heute mehr Menschen über 50 als jemals zuvor. Wenn wir diesen Leuten die simplen Strategien beibringen, um ihre mentale Kapazität zu verbessern, dann beschützen und verbessern wir das menschliche Kapital in unseren Unternehmen. Wir können die Erfahrung und Weisheit der älteren Mitarbeiter zum großen Vorteil für Unternehmen und unsere Gesellschaft nutzen, anstatt sie zum alten Eisen zu degradieren. Sie sind Experte zum Thema Leadership und Kreativität und haben weltweite Erfahrung mit Firmen und Großkonzernen. Glauben Sie wirklich, dass diese wissenschaftlichen Erkenntnisse eine Unternehmenskultur nachhaltig beeinflussen werden? M. G.: Ja, denn diese Information ist für jeden Menschen interessant, egal welchen Alters. Sobald ich verstehe, dass mein Gehirn designed ist, sich zu verbessern, wenn ich das Richtige tue, dann bin ich doch viel mehr motiviert, meine mentale Kapazität durch meine gesamte Karriere hinweg auszubauen. Wenn auch jüngere Leute dieses Konzept der eigenen mentalen Weiterentwicklung aufnehmen, dann hat das einen ungeheuer positiven Einfluss auf die Unternehmenskultur. Es ist unternehmerisch gesehen viel einfacher, eine Serviceleistung, ein Produkt oder einen Prozess zu verbessern, wenn die Leute innerhalb der Organisation sich selbst weiterentwickeln und verbessern.


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Stimmt, ich bin selbst motiviert, mit der Gehirn-Verbesserung zu beginnen, obwohl ich noch ein paar Jahrzehnte Zeit bis zur Pensionierung habe. Wie lange wird es dauern, bis diese neue Erkenntnis in Unternehmen wirklich Fuß fasst? M. G.: Ich habe mit Unternehmen gearbeitet, die diese Erkenntnisse total eingebaut haben und ihre Leute in mein High Performance Learning Trainingsprogramm schickten. In diesen Fällen hat sich die Unternehmenskultur innerhalb von nur 18 Monaten grundlegend verändert. Ich nehme an, Sie haben diesen Teams nicht nur gelernt, ihre Gehirnkapazität zu verbessern, sondern gleich wie ein Genie zu denken, wie Sie in Ihrem Bestseller „Das Leonardo Prinzip“ beschreiben? M. G.: Leonardo da Vinci, meiner Meinung nach das größte Genie der Geschichte, hat in seinen Notizbüchern zahlreiche nützliche Ratschläge hinterlassen, wie wir unser Leben mit mehr Kreativität, Erfüllung und Glück leben können. Aus meinen Recherchen habe ich folgende Prinzipien destilliert: Curiosità – Neugierde – ist das erste Prinzip. Jedes Kind ist von Natur aus

neugierig und liebt es zu lernen. Aber sobald Kinder in die Schule gehen, so werden Antworten wichtiger als Fragen und die Angst sich zu blamieren wird stärker als der Drang zu entdecken. Als Erwachsene sollten wir diese kindliche Neugierde in uns dafür nützen, uns selbst zu erforschen und unser Potenzial zu entdecken. Im Businesskontext heißt das z. B. alles Wissenswerte über unsere Kunden zu erforschen. Neugierde lässt uns neue Dinge lernen und so unsere mentale Kapazität steigern. Das zweite Prinzip ist Dimostrazione, Darstellung oder Beweis. Leonardo hat immer darauf bestanden, durch persönliche Erfahrung zu lernen, anstatt anderen zu glauben. Er hat immer alles und jeden hinterfragt, sich selbst inklusive. Er hatte keine Angst, von seinen Fehlern zu lernen. Im Finanzdienstleister-Kontext würde das heißen, als Advisor immer unabhängig und kritisch zu denken und den Klienten zu helfen, objektiv über ihre aktuelle Situation und Ziele zu urteilen. Das dritte Prinzip, Sensazione, beschäftigt sich mit den fünf Sinnen und wie diese die Qualität unserer Lebenserfahrung bestimmen. Ein sehr wichtiges Prinzip in Bezug auf Neuronen Plastizität, richtig?

M. G.: Ja, denn hier liegt ein Schlüssel zur bewussten Intervention, die wir vorhin erwähnt haben. Da ­Vinci schrieb: „Der durchschnittliche Mensch schaut, ohne zu sehen, hört, ohne zuzuhören, berührt, ohne zu spüren. Er atmet, ohne Geruch wahrzunehmen, isst, ohne zu schmecken und redet, ohne nachzudenken.“ Das nenne ich Autopilot. Die Wissenschaft weiß heute, dass die Qualität unseres Umfeldes einen ganz signifikanten Einfluss auf unsere Gehirntätigkeit hat. Je besser das Umfeld, desto smarter unsere Entscheidungen. Es bedarf einer bewussten Entscheidung jedes Menschen, die lärmenden und negativen Einflüsse der Medien auszuschalten und stattdessen ein positives, bereicherndes und stimulierendes Umfeld zu schaffen. Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz, wenn möglich, ästhetisch ansprechend und auf­ bauend. Erfreuen Sie sich an Mozarts Musik, an Weltliteratur, an Kunst und gutem Essen. Sie können Ihr Leben bereichern und inspirieren, wenn Sie sinnliche Eindrücke bewusst aufnehmen und schätzen. Was sind weitere Prinzipien aus Leonardos genialem Oberstübchen? M. G.: Sfumato – das ist vielleicht der

Wenn Sie 15 Minuten lang jonglieren üben, dann können wir heute messen, wie sich Ihr Gehirn verändert und die Zellen neue Verbindungen formen. Das ist revolutionär, denn es zeigt, dass unser Gehirn sich im Alter verbessern kann.

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seine linke Gehirnhälfte dazu ein, diese Ideen zu analysieren und zu organisieren. Mind mapping – also die Kreation von Diagrammen, die Ideen rund um ein zentrales Wort oder Konzept arrangieren – ist die heutige, praktische Version seines Prozesses.

größte Unterschied zwischen Menschen im Autopilot-Gang und hochkreativen Individuen: die Gabe, Unsicherheit anzunehmen und sich auf die eigene Intuition zu verlassen. Jede Kultur hat einen Spruch wie „Auf das Bauchgefühl hören“. Aber der Bauch schickt keine SMS oder E-Mails. In Zeiten von großer Ungewissheit ist es am besten, sich Zeit zu nehmen für eine Pause, ruhig ein- und auszuatmen und in sich selbst hineinzuhorchen. Leonardo hatte viel Ungewissheit in seinem Schaffen, doch er ist seinen Prinzipien treu geblieben und hat seine Perspektive auch in besonders unsicheren Zeiten nicht verloren. Sie wollen ein effektiver Leader in einer Organisation sein? Dann müssen Sie sich Ihrer persönlichen Weiterentwicklung verschreiben, alles andere wäre oberflächlich und nicht lang anhaltend. Arte/Scienza ist die Balance zwischen Logik und Vorstellung. Leonardo war ein begabter Künstler und gleichzeitig intellektueller Vorreiter in den Berei­chen Architektur, Anatomie, Kartogra­fie, Geologie und Mathematik. Leonardo stimulierte seine Fantasie, seine rechte Gehirnhälfte, um auf Ideen zu kommen, und setzte dann

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Da Vinci war aber nicht nur für seinen Intellekt, sondern auch seinen Körper bekannt. M. G.: Er war als der stärkste Mann in Florenz bekannt und bewundert für sein gutes Aussehen und seine Haltung. Corporalità ist der Fokus auf Fitness, Haltung und Grazie. Hier sind wir wieder bei dem Punkt, dass Gehirn und Körper sich direkt beeinflussen. In Brain Power haben wir eingehend zum Thema Fitness und Gehirn geschrieben. Regelmäßige Bewegung ist wichtig, denn unser Gehirn macht durchschnittlich zwar nur zwei Prozent unseres Körpergewichts aus, verbraucht aber 20 Prozent des Sauerstoffes unseres Körpers. Spazierengehen, Schwimmen, Radfahren, Tanzen, Gewichttraining und Stretching sind alles Dinge, die dem Gehirn nutzen bringen. Sie wollen smarter werden? Dann bewegen Sie sich, essen Sie frisch zubereitetes gesundes Essen und trinken Sie Rotwein in moderaten Mengen. Das hat Leonardo schon ­gesagt und er war bis ins hohe Alter extrem produktiv. Und das siebente und letzte Prinzip? M. G.: Ist Connessione, das Verständnis dafür, dass alles in einem Zusammenhang steht. Wenn Sie Ihr Arbeitsumfeld besser verstehen und effektiver handeln wollen, dann stellen Sie „Connessione“-Fragen wie: Was ist die Rolle der Stakeholder rund um meinen Arbeitsplatz? Wie sind diese miteinander verbunden? Was passiert gruppendynamisch bei Stress? Wie bin ich von den Verhaltensmustern, die ich in meiner Familie lernte, beeinflusst in meinem täglichen Leben in der Arbeit? Ganz wichtig: Werden Sie ein charismatischer Optimist.

Klingt gut, aber wie werde ich ein ­charismatischer Optimist? M. G.: Jeder Mensch kann optimistisch sein, wenn alles gut läuft, doch wahre Leader können das auch in Krisenzeiten. Pessimisten sehen schwierige Zeiten als permanent an und halten Rückschläge für Misserfolge. Optimisten sehen schwierige Zeiten als vorübergehend an und nützen Rückschläge, um zu lernen und daran zu wachsen. Der Schlüssel zum charismatischen Optimisten ist die Art und Weise, wie Sie sich selbst in schwierigen Zeiten coachen – was für „Selbstgespräche“ Sie mit sich führen? Sobald Sie besser werden, Ihren negativen inneren Dialog umzuwandeln, werden Sie anderen helfen können. Das ist der „charismatische“ Teil im charismatischen Optimisten – die Gabe, anderen zu helfen, an sich selbst zu glauben und andere zu inspirieren und anzufeuern. Auch das kann man lernen und in jedem Alter ein charismatischer Optimist werden! Michael J. Gelb ist Pionier im Bereich kreatives Denken, beschleunigtes Lernen und innovative Führungsstile. Er berät Firmen wie Microsoft, Nike, Merck und DuPont und schrieb 12 Bücher, von denen er Brain Power – Improve Your Mind as You Age als das wichtigste ansieht. Mehr dazu finden Sie auf www.MichaelGelb.com.


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XING – Das Schweizer Messer des Networkings! Sie kennen XING bereits und sind neugierig, ob es noch Funktionen gibt, die Ihnen weiteren Nutzen bringen können? Oder haben Sie sich mit XING bisher gar nicht beschäftigt und wollen erfahren, was es Ihnen zu bieten hat? Dann lesen Sie unsere Artikelserie, die Ihnen diese und weitere Fragen rund um XING beantworten wird. In diesem ersten Teil gibt Ihnen der XING-Experte Nr. 1 Joachim Rumohr einen XING-Überblick und erläutert einige wichtige Kernfunktionen.

Joachim Rumohr beschäftigt sich seit rund 7 Jahren mit XING und hat bereits hunderte von Seminaren und Fachvorträgen über die optimale Nutzung von XING gehalten.

nung eines Ladengeschäfts am Ende einer Sackgasse, für das Sie keinerlei Werbung machen und bei dem es auch keine Schaufensterauslage gibt. Wer soll darauf aufmerksam werden, und selbst wenn es doch mal gefunden wird, wer sollte ohne Schaufenstergestaltung wissen, was es in dem Laden zu kaufen gibt?

Und gerade das Profil ist Ihre wichtigste Seite, wenn Sie mit XING erfolgreich sein möchten. Deutlich wird dies, wenn Sie das eigene Profil mit einem Ladengeschäft vergleichen. Sofern Sie nur ein Profil anlegen, es nicht weiter ausfüllen und dann abwarten, ist dies vergleichbar mit der Eröff-

Angefangen bei einem guten und aktuellen Profilbild, über einen aussagekräftigen Eintrag im Feld Firmenname (Ihre Schaufensterbeschriftung), bis hin zur verständlichen Formulierung des eigenen Angebots (Ihre Schaufensterauslage) und letztendlich der Möglichkeit, Ihren Laden

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auch zu betreten (eine eingetragene Internetseite oder Ihre „Über mich“Seite), sollte das Profil mindestens an Inhalten haben. Die Besucher Ihres Profils, die Sie als Premium-Mitglied sehen können, sind in diesem Zusammenhang Menschen, die in Ihr Schaufenster geblickt haben. Klicken diese dann in Ihrem Profil auf Ihre „Über mich“-Seite, dann betreten Sie damit vergleichsweise Ihr Ladengeschäft. Diese Personen können Sie wiederum in einer Suchliste von XING wiederfinden und damit auch direkt kontaktieren, woran Sie sehen, der Vergleich mit einem Ladengeschäft ist durchaus gegeben.

Foto: Beatrice Hermann

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ING kann man mit einem Schweizer Messer vergleichen. Es hat unwahrscheinlich viele Funktionen und Möglichkeiten, die kaum einer wirklich komplett kennt. Viele nutzen XING daher nicht richtig und haben ihr Profil, genau wie das Schweizer Messer, einfach nur in der Schublade liegen.


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Werden Sie selbst aktiv! Natürlich müssen Sie ebenfalls selbst aktiv werden und auf die Suche nach möglichen Kunden und Koopera­ tions­partnern gehen. Nutzen Sie dafür die Suche von XING und beschäftigen Sie sich auch mit den vielfältigen Optionen, die XING für die Suche anbietet. Geben Sie beispielsweise ein „OR“ zwischen zwei oder auch mehreren Suchbegriffen ein, damit XING zunächst nach Profilen mit allen gesuchten Begriffen und dann nach welchen mit dem einen oder anderen sucht. Geben Sie ein Minuszeichen direkt vor einem Begriff ein, um Profile auszuschließen, in denen dieser Begriff im angegebenen Feld eingetragen ist. XING sucht übrigens nach Begriffen im Volltext Ihres gesamten Profils einschließlich Ihrer „Über mich“-Seite. Ein weiterer gewichtiger Grund, eine solche Seite anzulegen und mit Inhalten zu füllen. Sofern Ihr Netzwerk umfangreich genug ist, sollten Sie zusätzlich immer die Option „Suche in den Kontakten meiner Kontakte“ nutzen. Damit bekommen Sie nur noch Mitglieder angezeigt, die mit jemanden über XING verbunden sind, mit dem Sie ebenfalls einen bestätigten Kontakt besitzen. In gut gepflegten Netzwerken bedeutet dies, dass beide die Person in der Mitte kennen und damit eine direkte Verbindung zueinander haben. Networking versus Akquise Sobald Sie mit dem beschriebenen Weg einen möglichen Kunden gefunden haben, geht es an die Kontaktaufnahme. Viele starten hier direkt mit der Akquise durch und wundern sich, dass es keine oder nur negative Reaktionen gibt. Grundsätzlich ist Akquisition auf XING erlaubt, sofern Sie sich an den Profilinhalten des anderen orientieren und ihm nichts anbieten, wozu er keinen Bezug hat oder nicht direkt sucht.

Doch selbst wenn genau das gesucht wird, was Sie anbieten, kommt oft keinerlei Reaktion. Das liegt unter anderem daran, dass wir heutzutage nicht mehr akquiriert werden wollen. Die Menschen wollen selbst auswählen und selbst aktiv werden. Beginnen Sie daher bei der Kontaktaufnahme im ersten Schritt mit Networking und warten Sie, bis der andere einen Impuls hat und auf Sie zukommt. Networking bedeutet unter anderem Geben ohne Erwartungshaltung. Dabei sollte man großzügig und bedingungslos vorgehen. Geben können Sie beispielsweise Informationen, Hinweise, Empfehlungen, Anerkennung sowie Aufmerksamkeit und Interesse. All dies sollte jedoch keinen Bezug zu Ihrem eigenen Angebot haben und sich jeweils nach den Regeln von XING am Profil des anderen orientieren. Beispielsweise könnte man jemandem, der laut Profil Geschäftspartner sucht, einen Hinweis auf ein Networkingevent in der Region geben oder in Bezug auf ein persönliches Interesse eine spannende Gruppe auf XING vorstellen. Als Reaktion auf Ihre so geführte Kontaktaufnahme wird in der Regel Ihr eigenes Profil aufgerufen, um zu sehen, von wem der freundliche Hinweis gekommen ist. Findet man dort entsprechende Informationen zur eigenen Suche, kann man nun selbst aktiv werden und Sie auf Ihr Angebot ansprechen. Machen Sie sich ein Bild Ihres Gesprächspartners Fragen Sie nach dem XING-Profil, wenn Sie angerufen werden, oder suchen Sie nach Ihrem Gesprächspartner, bevor Sie beispielsweise anrufen. So können Sie sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild vom Gesprächspartner machen, finden zusätzliche

Informationen und Anknüpfungspunkte. Nach der Kontaktfreigabe können Sie zudem den Kontakt und die freigegebenen Daten direkt in Ihre Kontaktverwaltung übernehmen. XING als Telefonbuch Da jedes aktive Mitglied seine Kontakt­ daten selbst aktuell hält, müssen Sie Ihr Adressbuch nicht mehr pflegen. Das ist besonders praktisch bei entfern­teren Bekannten, etwa ehemaligen Arbeitskollegen oder Schul- und Stu­ dienfreunden, mit denen man via XING leicht wieder in Kontakt treten kann. XING erleichtert die Kontaktpflege Es erinnert an die Geburtstage der direkten Kontakte, informiert, wenn ein Kontakt die Stelle wechselt oder befördert wird, unterstützt das Empfehlen interessanter Stellenangebote, zeigt, mit wem man viele gemeinsame Bekannte teilt, ermöglicht es umgekehrt auch, zwei Kontakte einander vorzustellen oder einen an den anderen zu empfehlen. Experten und Fachwissen finden XING-Gruppen und jetzt neu auch der Bereich XING-Themen eignen sich hervorragend, um sich schnell über ein Thema zu informieren und Experten zu finden. Durch hilfreiche Beiträge können Sie sich auch selbst als Experte positionieren. Nutzen Sie die Gruppen vor allem, um selbst Fragen in Themenbereichen zu stellen, in denen Sie selbst kein Experte sind. Sie werden feststellen, dass die Antwort auf Ihre Frage in der Regel innerhalb von nur einer Stunde vorliegt. Ausblick auf den zweiten Teil Lesen Sie im nächsten Teil, wie Sie sich mit Ihrem Profil professionell auf XING positionieren, welche Fehler Sie von Anfang an vermeiden sollten und wie Sie immer wieder dafür sorgen können, dass Sie Besucher in Ihrem „Ladengeschäft XING“ haben.

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Die Sportstars Heidfeld und Henman wissen es bereits: Mit Einstieg in den Hideaways Club sind sie an 50 Orten der Welt im eigenen Zuhause.

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ki fahren in Utah, Abendstimmung in der Villa Arabella in Kapstadt nach einem malerischen Golf-Tag oder doch lieber einen kühlen Drink im Banyan Tree auf den Malediven genießen? Beim Hideaways Club müssen Sie sich nicht entscheiden, hier bekommen sie alles zusammen. Lifestyle, Erlebniswert, Eigentum. In mehr als 50 Villen und Chalets haben Mitglieder des Clubs derzeit die Möglichkeit, weltweit einen Luxusurlaub ganz nach ihren eigenen Wünschen oder denen ihrer Familie zu gestalten. Die englische Tennislegende Tim Henman und der deutsche Rennfahrer Nick Heidfeld sind bereits Eigner und Mitglieder. Über zehn Jahre lang bereiteten die deutsch-englischen Gründer Mike Balfour, Stephen Wise und Helmut Schön den Boden für den Start des Hideaways Club. „Wir haben viele Geschäftsmodelle analysiert, keines offerierte den vollständigen Besitz, sondern nur die Nutzung“, erinnert sich Helmut Schön. Jetzt können die Anteilseigner Besitz-

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anteile erwerben und werden damit gleichzeitig Club-Mitglied, um ihr Eigentum im exklusiven Kreis selbst zu nutzen. Das Wichtigste war, eine große Auswahl an Immobilien zu haben und nicht an nur eine gebunden zu sein, eine quasi Qualitätsgarantie auf höchstem Niveau zu geben und die Elemente eines Luxushotels mit in das Konzept zu integrieren (z.B. Con­cierge, Zimmermädchen). Und das alles zu einem Bruchteil von Kapitalkosten und Nutzungskosten, mit der Option, durch den Besitzanteil auch noch Geld zu verdienen. Schön erzählt: „Ich habe mit Mike und Stephen zum Glück zwei Gleichgesinnte getroffen. Beide verfügen über viel Wissen und das richtige Gefühl bei Geldanlagen, Freizeitwert und Gesundheit – und sind neugierig, aus dem Guten das Optimale zu gestalten. So haben wir uns auf den Weg gemacht. Es hat sich gelohnt. Der Hideaways Club ist eine erstklassige Offerte.“ Auf der einen Seite innovativ und außergewöhnlich. Aber eben auch konservativ und sicher. Die eingesetzten

Mittel sind über die Immobilienmärkte in Europa, Amerika und Südostasien diversifiziert. Vor fünf Jahren startete der Hideaways Club mit der Classic Collection und 10 Luxusvillen, inzwischen ist der Bestand auf 50 Immobilien und 250 Mitglieder gewachsen. „Aufgrund der Nachfrage haben wir uns dann entschlossen, neben der vor allem von wunderschönen Urlaubszielen geprägten Classic Collection auch ein Angebot für die Metropolen aufzulegen“, berichtet Mitgründer Schön. So entstand 2011 die City Col­lection, die mittlerweile über 16 Immobilien und 90 Mitglieder verfügt. Im Portfolio sind sowohl ganze Besitzanteile als auch halbe oder ZweiDrittel-Anteile. Die Einstiegspreise beginnen in der Classic Collection bei ca. 170.000 Euro, in der City Collection bei ca. 85.000 Euro. Wobei der Wert des Bestandes beständig steigt. Die eigentliche Club-Mitgliedschaft erlaubt die exklusive Nutzung der erstklassig ausgestatteten Immobilien. Ob nun zum Urlaub oder geschäftlich – die persönlichen Ansprechpartner des Hide­aways Club begleiten die Reisevorbereitungen. Vom Flughafentransfer über die Autoanmietung bis zur Restaurant­reservierung, Verpflegung, Wellness, Babysitter, Buchung von Golf-Tee Times oder oder oder. Und vor Ort steht der lokale Concierge für die Wünsche, Lösungen, Tipps oder das Housekeeping auf Wunsch rund um die Uhr zur Verfügung. „Wir wollen den perfekten Service bieten für einen perfekten Aufenthalt im eigenen Zuhause. Die Familien und Freunde unserer Mitglieder werden es lieben“, verspricht Gründer Schön. Begeistert von seiner Entscheidung ist Rennfahrer Nick Heidfeld: „Ich profitiere als Mitglied nicht nur von dem Besitzanteil an sich, sondern vor allem vom persönlichen Con­cierge Service, der es meiner Familie und meinen Freunden so leicht macht, sich wirklich zu entspannen.“ Infos: www.thehideawaysclub.com

Fotos: beigestellt

Der Hideaways Club setzt neue Maßstäbe


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„Schöner kann man Vermögen nicht einsetzen“ Interview mit Mag. Markus Schmut, The Hideaways Club Österreich Mag. Markus Schmut gründete 2006 die LeCap Financial Services GmbH mit Sitz in Wien und verfügt über eine weitreichende Erfahrung aus über 20 Jahren im österreichischen Bankenwesen sowie in der EU und den GUS-Staaten mit dem Schwerpunkt Vermögensmanagement und Optimierung von Finanzprodukten. Sein Studienschwerpunkt war Wertpapieranalyse und Industriebetriebslehre mit Abschluss an der Universität in Graz. FONDS exklusiv: Herr Schmut, Sie sind Spezialist für außergewöhnliche Finanzprodukte und Dienstleistungen. Was hat Sie überzeugt, für den Hideaways Club in Österreich tätig zu werden? Markus SCHMUT: In dem zunehmend schwierigeren internationalen Marktumfeld trifft man selten auf ein solch kluges Konzept. Der Hideaways Club garantiert persönlichen Lifestyle an den schönsten Plätzen der Welt auf hohem Niveau und hat dabei auch das Wohl der Familie und Freunde in der Freizeit im Blick. Verbunden ist das mit Anteilen an Immobilienbesitz, der risikoarm über die schönsten Destinationen weltweit verteilt ist. Vermögen kann man kaum schöner und sicherer einsetzen. Was unterscheidet den Hideaways Club von beispielsweise einer eigenen Ferienimmobilie? M. S.: Zwei Dinge haben mich immer an einer eigenen Ferienimmobilie gestört: Erstens musste ich mich immer um alles selbst kümmern, zweitens konnte ich meinen Besitz nicht einfach in ein anderes Land oder einen

„Der Hideaways Club garantiert persönlichen Lifestyle an den schönsten Plätzen der Welt auf hohem Niveau und hat dabei auch das Wohl der Familie und Freunde in der Freizeit im Blick.“ Markus Schmut, LeCap Financial Services GmbH

anderen Kontinent transferieren. Ich fühlte mich gebundener als ich es sein wollte. Und manchmal meiner Zeit beraubt. Es gibt so viel zu entdecken auf der Welt. Der Hideaways Club nimmt einem beide Sorgen ab. Für wen ist der Hideaways Club gemacht? M. S.: Es ist etwas für gestandene Geschäftsleute, nichts für Glücksritter. Zu uns kommen Menschen, die ihr Leben lang hart für ihr Geld und ihren Erfolg gearbeitet haben. Mittelständler, Anwälte, Ärzte, Wirtschaftsprüfer, Vorstände, Berater, Sportler. Wer diese Erfahrung mitbringt, möchte sein Geld gut aufgehoben wissen, und das ist es. Angelegt in einem breit gestreuten Besitz, der einem die Annehmlichkeiten eines organisierten Luxusurlaubs ermöglicht, nahezu auf der ganzen Welt. Je nach Gusto mehr im ländlichen oder mehr im städtischen Raum. Wie halten Sie den Zirkel exklusiv? M. S.: Zu unseren obersten Zielen ge-

hört, dass sich unsere Anteilseigner mit ihren Begleitungen vom ersten Kontakt an wohl fühlen im Hideaways Club. Dazu zählen auch Buchungssicherheit und Wahlfreiheit. Deswegen ist die Anzahl von Mitgliedern zu Villen auf 6 zu 1 festgelegt. Das heißt, 600 Vollmitglieder bei 100 Immobi­ lien an über 50 Toplagen weltweit, beispielsweise in der Classic Collection. Sie unterscheiden dabei zwischen Besitzanteilen und Clubmitgliedschaft? M. S.: Der Hideaways Club Property Company gehört das gesamte Immo­ bi­lienvermögen, zurzeit 50 Villen und Chalets. Diese ist im 100%igen Besitz der Anteilseigner, sprich Mitglieder, und wird von der zweiten Gesellschaft, der eigentlichen Clubgesellschaft, verwaltet. Sie kümmert sich um den Betrieb der Häuser, liefert einen höchst persönlichen Concierge Service, sorgt für Personal, aber auch für den reibungslosen Ablauf der Reisevorbereitungen unserer Mitglieder und den Aufenthalt in den Immobilien.

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