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6/2018

Dez./Jan.

EUR 9,-

Nr. 140

sfr 14,-

C 31071

fitness MANAGEMENT international 6/2018 Nr. 140 Offizielles Organ DSSV e. V. und BfB e. V. Deutschland | Österreich | Schweiz

Mehr Spitzensport auf Seite 26

Foto: © Deutscher Eishockey-Bund e.V. (DEB) / City-Press GmbH

Fitness Handball-WM 2019: Vier Stars im Porträt

Gesundheit BGM: Fitnessstudios mit besten Voraussetzungen

Management OFB Portal: Günter Noll im Gespräch

Markt Studio des Jahres 2018: Racket Center Nußloch

www.fitnessmanagement.de

DSSV Für`s Studio-Recht fit gemacht


Foto: Klaudia Lech

Birgit Schwarze Chefredakteurin

fMi – mehr als die Summe ihrer Beiträge Eine Silbe ist … mehr als bloß die Summe ihrer Bestandteile, soll der griechische Philosoph Aristoteles gesagt haben. Allgemein formuliert: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Genauso verhält es sich auch mit jeder Ausgabe der fitness MANAGEMENT international (fMi). Ausgewählte Beiträge aus der fMi 6/2018: Das Racket Center Nußloch ist Studio des Jahres 2018. Was macht diese nach der DIN-Norm 33961 zertifizierte Anlage so besonders? Dr. Matthias Zimmermann und seinem Team geht es um mehr als nur um Sport. Seine Idee ist die körperliche und geistig-kulturelle Ansprache der Menschen: seiner Mitglieder wie seiner Mitarbeiter/innen. Das ausführliche Studioporträt lesen Sie auf den S. 12 ff. Wenn wir von Qualität sprechen: Die Normenreihe DIN 33961 („Fitness-DIN“) wird um den Bereich EMS-Training erweitert. Dieser neue Teil 5 der Normenreihe wird voraussichtlich im Januar 2019 veröffentlicht. Dadurch wird es zukünftig auch im EMS-Markt mehr Qualität und Rechtssicherheit geben. Mehr dazu erfahren Sie auf S. 80. Erlebt Handball-Deutschland bei der WM 2019 noch einmal ein Wintermärchen wie 2007? Wir haben vier hochdekorierte Nationalspieler um ihren WM-Tipp gebeten. Aber natürlich wollten wir auch wissen, warum Handball fasziniert, welche Rolle Fitness und Athletik spielen und was letztendlich den Ausschlag gibt: die individuelle Klasse oder das Team? Vier lesenswerte Porträts finden Sie auf den S. 18 ff. Seit Jahren lädt der DSSV zu Seminarreihen ein. Eine davon war die im Oktober und November bundesweit durchgeführte Veranstaltung zu dem Thema „Für`s Studio-Recht fit gemacht“. Die positive Resonanz der Teilnehmer wie der Referenten ist der freundlich formulierte Wunsch nach Fortsetzung. Eine Nachlese gibt es auf den S. 52 f. Apropos Nachlese. Mit Freude schauen wir zurück auf den Aufstiegskongress 2018 (S. 28 ff.), auf die BELFIS 2018, die größte Fitnessmesse in Südosteuropa (S. 38 ff.), auf den IHRSA Europa-Kongress in Lissabon (S. 42 f.) und auf den INLINE Kongress (S. 46 f.). Warum? Weil auf diesen Veranstaltungen unsere Branche zusammenkommt, netzwerkt sowie von- und miteinander lernt. Mit dem neuen Online-Fitness-Bewertung-Portal hat Günter Noll ein Instrument für die Bewertung von gebrauchten Geräten in Fitnessanlagen geschaffen. Wie das OFB Portal funktioniert und „was mein Fitnessstudio wert ist“, lesen Sie auf den S. 58 f. Die Perspektive lohnt. Fitness- und Gesundheitseinrichtungen bieten optimale Voraussetzungen, um Unternehmen bei der Umsetzung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements zu unterstützen. Qualifizierte Trainer können sowohl als externe Berater in den Betrieben aktiv werden, als auch Belegschaften in Ihren Anlagen und Studios betreuen. Mehr dazu erwartet Sie auf den S. 64 ff. Ich würde mich freuen, wenn Sie nach dem Lesen meine Überzeugung teilen: Auch die fMi 6/2018 ist mehr als die Summe ihrer Beiträge.


INHALT 06/18

36 52 56 57 124

Foto: Racket Center Nußloch

DSSV Kommentar: Die Zukunft im Blick Seminarreihe: Für`s Studio-Recht fit gemacht Neue Fördermitglieder Neue Mitglieder Recht im Studioalltag: Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019

FITNESS Handball-WM 2019: Vier Stars im Porträt MATRIX und der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) Fundamental Fitness: Das Fundament der Bewegung Rechtssicherheit im EMS-Training durch DIN-Norm 33961 TECHNOGYM: Indoor-Bike mit Outdoor-Fahrgefühl fMi im Gespräch mit Professor Dr. Robert Gugutzer Influencer-Marketing für die Fitnessbranche (Teil 2) LES MILLS: Immersive Fitness Bankdrücken: Trainingswissenschaft für die Praxis (Teil 3)

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Studio des Jahres: Racket Center Nußloch

CHRISTIAN SCHWARZER

GESUNDHEIT 64 96 104 120 122 128

BGM: Fitnessstudios mit besten Voraussetzungen for me do: Abnehmen mit Erfolg Achtsamkeit – der Stressfalle entfliehen SUNS: 30-jähriges Firmenjubiläum BfB e. V.: Interview mit Dr. Alexander Wunsch Trugge: Computergesteuerte Ausschanksysteme

KLAUS-DIETER PETERSEN

MANAGEMENT FACEFORCE: Digitales Marketing OFB Portal: Günter Noll im Gespräch Herausforderung Unternehmensnachfolge und -übernahme Gothaer: GewerbeProtect Aidoo: Studios und Mitglieder in der Onlinewelt DSB: MYGYM Private GymPool: trainiere. einfach. überall. Vom Net Promoter System in der Praxis profitieren Kolumne: Thomas Kämmerling eGym: Lösungen für mehr Effizienz und höhere Umsätze Kolumne: Michael Kerstan BSA-Zert: DIN-Zertifizierung als Bestätigung der eigenen Arbeit Kolumne: Antonio e Silva

MARKT

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Handball-WM 2019: Vier Stars im Porträt

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OFB Portal: Günter Noll im Gespräch

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BGM: Fitnessstudios mit besten Voraussetzungen

Foto: DSSV e. V.

Aktuelles aus der Fitness- und Gesundheitsbranche Studio des Jahres: Racket Center Nußloch Aufstiegskongress 2018 BELFIS 2018 in Belgrad IHRSA Europa-Kongress in Lissabon INLINE Kongress 2018 Kennzahl des Monats: 1:2 bei EMS-Training DHfPG/BSA Aktuell Personenporträt: Nina Roeser Buchtipp und Impressum

ANNA LOERPER

Foto: © zinkevych - Fotolia.com

08 12 28 38 42 46 84 116 126 130

..

BJORN ZINTEL

Foto: © Alen Ajan - Fotolia.com | Lars Marschalek | Foto: © guteksk7 - Fotolia.com

50 58 60 68 70 72 74 76 88 92 102 118 132

v. l.: Foto: Klaus-Dieter Petersen - THW Kiel/Sascha Klahn | Foto: Björn Zintel - Jenniver Röczey/Jenniver Fotografie | Foto: Christian Schwarzer - Paul Cohen über TBV Lemgo Lippe | Foto: Anna Loerper - SG BBM Bietigheim

18 26 48 80 90 100 106 110 112

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Seminarreihe: Für`s Studio-Recht fit gemacht


v. l.: Foto: Klaus-Dieter Petersen - THW Kiel/Sascha Klahn | Foto: Björn Zintel - Jenniver Röczey/Jenniver Fotografie | Foto: Christian Schwarzer - Paul Cohen über TBV Lemgo Lippe | Foto: Anna Loerper - SG BBM Bietigheim

Foto: © Alen Ajan - Fotolia.com | Lars Marschalek | Foto: © guteksk7 - Fotolia.com

Internationale Leitmesse für Fitness, Wellness & Gesundheit Messegelände Köln l 4 – 7 April 2019

#fibofam // fibo.com


AKTUELLES | ANZEIGE Foto: © innervisionpro - Fotolia.com

Foto: PRIME TIME fitness

IHRSA European Club Leadership Award 2018 für Henrik Gockel

DIN-Zertifizierung für EMS-Anbieter

Henrik Gockel, Gründer und Geschäftsführer von PRIME TIME fitness sowie Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG/BSA-Akademie, hat den IHRSA European Club Leadership Award 2018 erhalten. Der Preis wurde während des 18. Europäischen Jahreskongresses der Vereinigung in Lissabon verliehen. Mit der Auszeichnung wird jährlich ein Leader in der europäischen Fitnessclub-Branche geehrt, der durch starke Führung und Leistung sein Unternehmen und die Branche vorangebracht hat.

Fitness- und Gesundheitseinrichtungen lassen sich bereits erfolgreich von der BSA-Zert neutral und unabhängig die Einhaltung der Qualitätsstandards nach der DIN-Norm 33961 für Fitnessstudios bestätigen. Nun wurde die Normenreihe DIN 33961 um den Bereich EMS-Training erweitert. Dieser neue Teil 5 der Normenreihe wird voraussichtlich im Januar 2019 veröffentlicht. Die BSA-Zert führt nach Veröffentlichung auch eine Zertifizierung von EMS-Anbietern durch. Weitere Informationen folgen in Kürze.

bit.ly/Henrik-Gockel_IHRSA-Award

bit.ly/DSSV_EMS_Sondernews

Foto: DHfPG/BSA

Foto: Scotfit GmbH

Joanna Palmowski verstärkt den Vertrieb von Scotfit

BSA-Personal-Trainer-Zertifikat: Professionelle Grundlage, dann Spezialisierung

Die Scotfit GmbH hat Verstärkung bekommen. Seit November unterstützt Joanna Palmowski das Vertriebsteam des Bochumer Unternehmens. Als ehemalige Studioleiterin einer großen Fitnesskette konnte Joanna reichlich Branchenerfahrung sammeln. Somit weiß sie nicht nur genau, wie Betreiber denken, sondern auch, was Mitglieder interessiert. Damit hat der Komplettausstatter für Fitness- und Gesundheitsanlagen eine starke Frau an Bord, um das große Produktportfolio deutschlandweit weiter auszurollen.

Zunächst eine professionelle Grundlage aneignen, dann spezialisieren: daran orientiert sich das neu konzipierte „Personal-Trainer-Zertifikat“ der BSA-Akademie. Die drei Basislehrgänge „Fitnesstrainer-B-Lizenz“ sowie „Fitnesscoach“ und „Existenzgründung“ (beides neue BSA-Lehrgänge) schaffen die Grundlage hierfür. Zur Spezialisierung entscheiden sich die Teilnehmer dann für mindestens zwei frei wählbare Lehrgänge, zum Beispiel im Bereich Fitness- und Athletiktraining, Mentale Fitness, Gesundheit oder Ernährungsberatung.

www.scotfit.de

www.bsa-akademie.de/pt

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AKTUELLES | ANZEIGE

www.fitnessmanagement.de

Foto: DHfPG/BSA

Seit mehr als 20 Jahren ist fitness MANAGEMENT Sprachrohr und Informationsquelle unserer Branche. Mit mehr als 60 Beiträgen pro Monat informieren wir tagesaktuell über News aus der Praxis, der Wissenschaft und der Industrie. „Content is king“ und diesen Content verbreitet fM über seine Online-Kanäle. So erscheint jeden Montag ein Beitrag aus der HYROX-Serie, jeden Donnerstag eine Infografik, jeden Freitag ein Baustein aus unserer Serie „Kraft-Ausdauer“.

Fotos: Thomas Schlegel | © Kzenon | © milanmarkovic78 - Fotolia.com

Folgen Sie uns ONLINE!

dhfpg.de/eckdaten Eckdaten-Studie 2019 Aktuell führen der Arbeitgeberverband DSSV, das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte und die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG erneut ihre gemeinsame Erhebung zum deutschen Fitnessmarkt durch. Diese Analyse für das Jahr 2018 liefert der gesamten Branche umfangreiche Planungsdaten. Sie trägt zur Erhöhung der Transparenz innerhalb der Fitnessbranche bei, von der auch Sie als Betreiber einer Fitness- und Gesundheitsanlage profitieren. www.dhfpg.de/eckdaten

Foto: DHfPG/BSA

Foto: GoCardless

GoCardless Kundenzufriedenheits-Boot-Camp

Chancen für Studio-Mitarbeiter: Studium auch ohne Abitur

Lesen Sie unsere 6 Business Workouts, um Ihre durchschnittliche Mitgliedschaftsdauer zu erhöhen, Ihre Abwanderungsrate zu reduzieren und die Mitgliederzufriedenheit in Ihrem Fitnessstudio zu steigern.

Für Studioleiter ist die stetige Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter ein wichtiger Faktor für den langfristigen Erfolg. Das duale Studienkonzept der DHfPG bietet hierfür ideale Bedingungen. Neben der schulischen Hochschulzugangsberechtigung ist auch ein einschlägig anerkannter Ausbildungsberuf mit ausreichender Berufserfahrung als Zulassungskriterium anerkannt. Hierfür kann ein Antrag bei der DHfPG als „beruflich besonders qualifizierte Person“ gestellt werden.

Als Zahlungsanbieter für mehr als 1.500 Fitnessstudios weltweit teilen wir in diesem eGuide unsere Einblicke für Ihren Erfolg. www.gocardless.com

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STUDIO DES JAHRES

Racket Center Nußloch:

Mein Sport hat ein Zuhause

Wohltuende Kommunikation, gemeinsames Erleben und nachhaltige Beratung der Kunden sowie eine nach DIN-Norm 33961 zertifizierte Qualität der Ausstattung und Dienstleistungen als Basis für das Geschäftsmodell Fitness- und Gesundheitscenter – unter diesem Dach könnte man das Racket Center Nußloch unter der Leitung von Dr. Matthias Zimmermann ansiedeln. Das Motto der Homepage lautet: „Mein Sport hat ein Zuhause“, aber es geht in dieser Anlage um viel mehr als nur Sport! Es geht um die körperliche und um die geistig-kulturelle Ansprache der Menschen – und damit sind nicht nur die Mitglieder gemeint, sondern auch alle Mitarbeiter bis hin zur Geschäftsleitung. So gelingt es, in einem großen Einzugsgebiet viele Menschen zu erreichen, denn die Gemeinde Nußloch selbst – gelegen im Rhein-Neckar-Kreis etwas südlich von Heidelberg – hat ungefähr 12.000 Einwohner. 12

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Fotos: Racket Center Nußloch

Physiotherapie und ZAP Wellness, die Tennisakademie Rhein-Neckar, den RC ProShop mit Online-Präsenz und das Marea Ristorante & Bar mit Garten- und Inselterrasse. Weitere Institutionen unter dem Dach des Racket Centers sind der Rehasportverein ProAktiv Nußloch e. V., der Turniersportverein Racket Center e. V. und der Förderverein Bildung durch Sport e. V. Dank der GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH mit seinen Geschäftsbereichen Beratung & Begleitung, Kommunikation & Gestaltung sowie Veranstaltung & Vermarktung werden alle Marketingmaßnahmen des Racket Centers von einer eigenen Agentur betreut und darüber hinaus weitere externe Auftragnehmer mit Agenturdienstleistungen versorgt. Die Kerndienstleistungen des Hauses bieten sowohl Kindern als auch Erwachsenen die Möglichkeit der sportlichen Betätigung mit vielfältigen Qualifikationen im Racket Sport und auf dem Gebiet der Gesundheit, der Fitness und der Prävention. Dabei profitiert das Unternehmen von einem breit aufgestellten Partnernetzwerk mit hoher Qualität. Kindern und Jugendlichen ermöglicht das Racket Center frühzeitig sportliche Aktivitäten durch Kursangebote, bspw. im Ballett, im Viet Vo Dao oder in der Ballschule Heidelberg. Hierbei wird innerhalb des Ausbildungskonzeptes großer Wert auf Lernfreude, Leistungswille, Kreativität und Sozialkompetenz gelegt. Neben Badmintonund Squash-Ausbildungsmaßnahmen bietet die Tennisakademie Rhein-Neckar den Nachwuchssportlern mit qualifizierten Trainern (Tennis, Squash, Badminton) ein hochwertiges Training. Im ZAP Zentrum Aktiver Prävention können Kunden ein individuell angepasstes Gesundheits- und Präventionstraining unter dem Motto „Muskelhygiene“ absolvieren, wobei sie von Trainern nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen beraten und begleitet werden. Ein Cabrio-Dach über der 2.000 m2 großen Trainingsfläche ermöglicht es in deutschlandweit einzigartiger Weise, unter freiem Himmel Fitnesstraining an Geräten zu betreiben. Abgerundet wird das Training durch einen Aufenthalt in der ZAP Wellness-Oase mit einer Fläche von 600 m2 und sechs Saunen unterschiedlicher Art. Begleitet werden diese Angebote durch ein breit aufgestelltes Fitness-Kursprogramm (u. a. Rehasport, Spinning, Yoga) und regelmäßig stattfindende Vorträge zu Themen aus Gesundheit und Fitness, Prävention und Therapie im Rahmen der Vortragsreihe „ZAP-Gesundheitslinien“. Die ZAP Physiotherapie bietet Patienten mit orthopädisch-traumatologischen Krankheits- bzw. Verletzungsbildern die Möglichkeit, sich einem ärztlich verordneten Therapieprogramm zu unterziehen.

D

ie Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG ist ein mittelständisches Unternehmen in der Metropolregion Rhein-Neckar. Es arbeiten ca. 120 Mitarbeiter in unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen hier, in Voll- und Teilzeit: Aushilfen und Freiberufler, Azubis, DHfPG-Studierende und Hochschulpraktikanten. Das Unternehmen betreibt eine der wohl schönsten gewerblichen multifunktionalen Sport- und Freizeitanlagen in Deutschland. Die Sportanlage beinhaltet Tennis- (5 Frei- und 3 Hallenplätze mit Cabrio-Dach), Badminton- (8 Courts) und Squashsport (5 Courts), das Zentrum Aktiver Prävention mit ZAP Fitness und Prävention, ZAP

Dr. Matthias Zimmermann und sein Team nehmen die Auszeichnung von Refit Kamberovic, Sabrina Fütterer (beide DSSV) und Janosch Marx (fitness MANAGEMENT) entgegen.

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STUDIO DES JAHRES

ECKDATEN RACKET CENTER NUSSLOCH – Zertifizierung nach DIN-Norm 33961

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Fläche in m2

Mitarbeiter

Squash 522 Badminton 1.282 Tennis 4.900 Zentrum Aktiver Prävention 2.400 (Fitness, Physio, Wellness) RC gesamt mit Parkplatz, Büro und Außenflächen 28.404

Festangestellte 33 Freiberufler 16 Aushilfen 36 Studierende DHfPG 4 Praktikanten 4 Gesamt 93

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Foto: Denis Herrmann

Racket Center Nußloch – zertifiziert nach DIN-Norm 33961 Ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein in der Ausstattung, in sämtlichen Dienstleistungen und ganz besonders in der Kundenbetreuung ist für die Mitarbeiter des Racket Center Nußloch seit Jahren selbstverständlich. Um diesen intern gelebten Qualitätsgedanken auch nach außen aufzeigen zu können, fehlte bisher ein neutraler Qualitätsnachweis.

Das Racket Center Nußloch hat diese Chance erkannt und sich im Sommer 2018 die Einhaltung der DIN-Norm 33961 durch ein „ZertFit"-Zertifikat der unabhängigen Zertifizierungsstelle BSA-Zert bestätigen lassen. Vertrauen, Rechtssicherheit, Qualitätsbestätigung und Marketingwirkung sind nur einige Vorteile, die eine Zertifizierung bietet. Weitere Informationen zum DAkkS-akkreditierten Zertifizierungsprogramm „ZertFit“ der BSA-Zert sind zu finden unter: www.bsa-zert.de

v. l. Eric Sattel (Leitung Trainingsfläche), Daniela Völker (Leitung BGM), Christian Schumann (Leitung Zentrum Aktiver Prävention)

Fotos: Racket Center Nußloch

Dies hat sich mit Einführung der DIN-Norm 33961 geändert. Als erstes Land weltweit verfügt Deutschland nun über eine demokratisch legitimierte Norm speziell für Fitnessstudios. Die Zertifizierung „ZertFit“ gemäß der DIN-Norm 33961 belegt Studioinhabern u. a. die Qualität ihres Angebots und macht sie für Kunden und Kooperationspartner sichtbar.


STUDIO DES JAHRES

Dr. rer. pol. Matthias Zimmermann

Dr. rer. pol. Matthias Zimmermann, geboren am 12. Oktober 1968, studierte Sportökonomie an der Universität Bayreuth. Nach dem Diplomabschluss war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Jochen Sigloch am Lehrstuhl für betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung mit den Zuständigkeitsbereichen „Sportökonomie“, „Unternehmensplanspiel“ und „Rechnungswesen/Finanzmathematik“ beschäftigt. Nach einem Jahr wechselte er an den Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement mit den Zuständigkeitsbereichen „Sportökonomie“

und „Wirtschaftswissenschaftliche Zusatzausbildung für Studierende der Rechtswissenschaft“. Er arbeitet heute als Geschäftsführer der Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG und betreibt als Geschäftsführender Gesellschafter die „GSM – Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH“. Akademisch ist er derzeit als Lehrbeauftragter der TU Darmstadt engagiert. Im Ehrenamt ist Dr. Matthias Zimmermann Mitglied im Kuratorium der Manfred-Lautenschläger-Stiftung und Gründer des „Fördervereins Bildung durch Sport e. V.“.

Interview mit Dr. Matthias Zimmermann fM: Was ist Ihr primäres Ziel als Fitness-Unternehmer? Dr. Matthias Zimmermann: Ich möchte, dass dieses Haus das schönste multifunktionale Sport- und Freizeit-, Therapie- und Prävention-, Fitness- und Wellness-Zentrum bleibt, so wie es jetzt ist. Dafür müssen wir uns stetig weiterentwickeln, so wie es auch die Gesellschaft tut. Wir möchten aber auch die Gesellschaft prägen – hier in unserer Region, wo wir Einfluss nehmen können. fM: Welche Rolle spielen die ideellen Projekte, die in Ihrer Anlage unterstützt werden wie - TDKET (www.tdket.org – ein Tennisbildungsprojekt in Addis Abeba), - Schulkooperationen zur Bildungs- und Gesundheitsförderung, - Kostenlose Vortragsreihe zu Themen aus Gesundheit, Prävention und Therapie unter dem Motto „Wissen wirkt“ als kommunaler Bildungsbeitrag, - Selbstverständnis als Kultur-, Kommunikations- und Bildungszentrum durch die Gründung des Fördervereins „Bildung durch Sport e. V.“ mit zahlreichen Sponsoring und Förderprojekten für lokale Einrichtungen? Dr. Matthias Zimmermann: Tatsächlich empfinde ich das, was wir als gewerbliche Anlage tun, auch ein Stück weit als ideelles Projekt, weil wir ja nicht nur Gesundheit transportieren, sondern auch Kultur und Bildung. Mit Veranstaltungsprogrammen unterschiedlicher Art bringen wir Menschen in unserem Haus zusammen, bereiten Wohlbefinden und fördern die Lebensqualität. 16

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fM: Das ZAP war Standort für die Pilotphase des Kurskonzeptes „Aktiv leben nach Krebs“, das Teil einer Kooperation der Manfred-Lautenschläger-Stiftung, des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG ist. Wie bewerten Sie das Projekt? Dr. Matthias Zimmermann: Im Rahmen der 8-wöchigen Erprobungsphase konnten im ZAP wichtige Erkenntnisse als Grundlage für die Weiterentwicklung gesammelt werden. Dank der funktionierenden Kollektivarbeit war diese Pilotphase mehr als nur ein Startschuss für ein erfolgreiches Projekt. Daraus hat sich z. B. ein vielfältiges Angebot für Menschen nach Krebserkrankungen entwickelt. Und nicht zuletzt hat die DHfPG in der Folge den Master-Studienschwerpunkt „Lebensstilintervention und Krebs“ ins Leben gerufen, um Kursleiter für „Aktiv leben nach Krebs“ akademisch und interdisziplinär zu qualifizieren. Beim DHfPG-Schwesterunternehmen, der BSA-Akademie, können sich Kursleiter mittlerweile auch nebenberuflich zum „Trainer für Fitnesstraining in der Krebsnachsorge“ weiterbilden. fM: Was sind Ihre Kriterien bei der Auswahl der Mitarbeiter und der Mitarbeiterführung? Dr. Matthias Zimmermann: Wichtiges Kriterium ist natürlich die Qualifikation des Mitarbeiters bzw. ein gutes Abitur als Basis für die anschließende Ausbildung oder das Studium. Und ohne ein offenes, freundliches und sehr kommunikatives Wesen geht es in der Dienstleistung nicht. Der Mitarbeiter muss mir das Gefühl vermitteln, dass er ein Entwicklungspotenzial in sich sieht und dass er sich freut, dieses mit unserer Hilfe herauszubilden und zu fördern. Wir sind ja im wahrsten Sinne des Wortes ein Qualifikationsbetrieb und suchen durch entsprechende Auswahlverfahren gezielt nach jungen Leuten, die genau an dieser Maxime Freude haben. Mitarbeiterführung bedeutet für mich immer Fördern und Fordern – da sollte man sich nichts vormachen. Wir könnten jetzt viel reden über Werte, Kommunikation und Ähnliches, aber bisweilen muss man junge Leute auch bis an ihre Belastungsgrenze führen. Der Lohn ist die Freude, die ein junger Mensch hat, wenn er erfolgreich ist und sich gestärkt, motiviert und selbstbewusst der nächsten Herausforderung stellen kann. Von dieser gemeinsamen Entwicklung profitieren beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer! fM: Wo sehen Sie die Perspektive für die Fitnessbranche in den nächsten 10 Jahren? Dr. Matthias Zimmermann: Ich sehe uns als Problemlöser – nicht nur für Fragen zu Gesundheit und Fitness, sondern auch als Anlaufstelle für ein umfassenderes kulturelles Bedürfnis. Die Menschen wollen auch Zugehörigkeit erleben und ein gutes Gefühl bekommen aus körperlicher Aktivität und Kommunikation, um ein Mehr an Lebensqualität zu entdecken. Der Schlüssel ist ein empathisches, interessiertes und ehrliches Miteinander. Es ist das direkte Kundengespräch, das den Markenkern eines Dienstleisters prägt. Diejenigen, die ihr Heil allein in der Werbung suchen und versäumen, sich aus dem direkten Kundenkontakt im Studio als Marke zu etablieren, werden aus dem Markt (zumindest aus dem der Qualitätsanbieter) ausscheiden. fM: Wie kritisch sehen Sie die Preisentwicklung bei den Beiträgen? Dr. Matthias Zimmermann: Wir haben es mit zwei Aspekten zu tun. Einmal existiert eine Stagnation bei den Preisen, zum zweiten sind die Menschen immer weniger bereit, sich längerfristig zu bin-


den. Wenn jemand z. B. mit einem Attest kommt, um den Vertrag vorzeitig beenden zu wollen, dann muss man sich entscheiden zwischen einem Imageschaden, der entsteht, weil man Mitglieder zwingt, im Vertrag zu bleiben, oder man baut Brücken, sodass jemand vielleicht später wieder einsteigt. Preise müssen differenzieren zwischen Menschen, die mehr wollen und solchen, die nur eine Kernleistung in Anspruch nehmen und auch nicht für weitere Dienstleistungen bezahlen möchten. Also braucht man Modulsysteme für die Verträge, wozu es sowohl Beratungs- als auch der Verwaltungskompetenz bedarf.

fM: Welche Rolle spielen in Ihrer Anlage Kooperationspartner? Dr. Matthias Zimmermann: Eine sehr große Rolle. Da sind einmal die Vereine vor Ort, die wir im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen. Dann kommen aus den Unternehmen größere Gruppen für BGM-Maßnahmen zu uns, die wir hier realisieren können. Wichtig sind uns auch sehr viele Sponsoren, Anzeigenkunden und Förderer, damit wir unser hauseigenes „Life Skills Magazin“ RC Premium dreimal im Jahr mit einer Auflage von 6.000 Exemplaren editieren können. Bildungseinrichtungen wie die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, die Ballschule Heidelberg, das ISSW Heidelberg oder das Mannheimer Institut für Public Health und natürlich der DSSV als Arbeitgeberverband fordern uns, um Schritt zu halten und informiert zu bleiben. Nur das schafft letztlich Entwicklung, und uns geht es immer darum, Dinge weiterzubringen. Die Partner geben uns wichtige Impulse. Sonst verbleibt man mit seinem Denken wie auf einer einsamen Insel – und das wollen wir nicht.

fM: Welche Rolle würden Sie Social Media für Ihre Anlage zusprechen? Dr. Matthias Zimmermann: Social Media ist natürlich ein Instrument für die Akquisition von Kunden; man kann das Unternehmen darstellen, Kontakte anbahnen und kommunizieren. Alles, was die Digitalisierung uns bietet, können wir nutzen, aber nur instrumentell. Ich sehe uns primär als eine Art „Gegenwelt“. Und in dieser – in unserer – Welt will ich mit den Leuten reden, mich mit ihnen austauschen, ihnen in die Augen sehen und ihnen zuhören. Wir wollen die Menschen begleiten, aber nicht belehren. Das ehrliche Interesse an den Menschen ist unser Credo. Die Förderung des Dialogs auch zwischen unseren Mitgliedern ist ein wichtiges Prinzip für die Betreuung auf der Trainingsfläche, den Kontakt an der Service- und Empfangstheke und bei Veranstaltungen. Wir müssen direkt an die Leute ran, das ist doch das Entscheidende, oder?

Foto: Klaudia Lech

fM: Sehen Sie durch Personal Training – im reinen Fitness-, nicht im Physiobereich – eine Zukunft? Dr. Matthias Zimmermann: Ja, die sehe ich für uns. Man muss aber auch hier differenzieren. Personal Training wird oft assoziiert mit Menschen, die es sich leisten können und gleichzeitig sehr leistungsorientiert sind. Zum Beispiel, weil sie einen Marathon mitlaufen wollen – das tut nun mal der 50-jährige Leistungsträger, der „muss ja auch mal“ einen Marathon laufen oder auf den Mount Everest steigen. Und dann gibt es die Menschen, die einfach Sicherheit und ein soziales Band haben wollen – einen Personal Trainer, der ihnen ein gutes Gefühl vermittelt und sie motiviert, der aber auch über ein körperliches Training hinausdenken kann und damit auch ein wichtiger Lebensbegleiter wird. Und das bedeutet dann Bildung, damit man mit seinem Gegenüber genauso empathisch wie kenntnisreich kommunizieren kann und zudem fundiert beraten und vor allem begleiten kann.

fantastischen Job, auch weil wir nicht immer sofort zufrieden sind, sondern ein sehr kritisches Miteinander pflegen. Ich erachte Gespräche mit Mitgliedern und Mitarbeitern als eine enorme Chance, mein Leben zu bereichern. Für einen Kommunikator gilt der Grundsatz: Immer auf alles gefasst sein. Es ist spannend und interessant, sich immer wieder auf die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und deren Stimmungen einzustellen. „In Vielfalt vereint” ist ein Motto für Europa – und das ist es für uns im Kleinen auch.

www.racket-center.de www.zap.nussloch.de www.zap-physiotherapie.de

Fazit von Refit Kamberovic Im Racket Center Nußloch hat man sich entschieden: Im Mittelpunkt der Anlage steht der Mensch und alle Angebote des Betriebes sind dazu da, ihn mit seiner Persönlichkeit dort abzuholen, wo er sich befindet. Und Angebote gibt es viele – sei es im sportlichen Bewegungsbereich oder in kommunikativen und kulturellen Thematiken. Der Anspruch, die Menschen, seien es Kunden oder Mitarbeiter, in ihrer Komplexität einzubinden, wird von Dr. Matthias Zimmermann mit großer Konsequenz verfolgt. So wundert es nicht, dass die umfangreichen Programme im nicht-sportlichen Sinne einzigartig und sicherlich einmalig für eine Fitness-Anlage in Deutschland sind!

Fotos: Racket Center Nußloch

fM: Gutes Marketing bedeutet also auch, sich für viele Dinge zu öffnen? Dr. Matthias Zimmermann: Ich betrachte unsere Anlage auch ein Stück weit als Kommunikationsunternehmen. Wir sind ständig im direkten Austausch mit den Menschen und leisten uns eine hohe Personalpräsenz. Wenn jemand unser Haus verlässt und er hat während seines Aufenthalts nicht ein einziges Mal gelacht, dann haben wir etwas falsch gemacht. Wenn wir die Branche stärken wollen, dann müssen wir es schaffen, dass den Menschen wirklich etwas fehlt, wenn sie mal eine Zeit lang nicht bei uns waren. Wir haben eine Fluktuationsquote von 17 Prozent – gemessen am Bundesdurchschnitt ein ausgezeichneter Wert. Die viele Energie, die wir in das Kommunikationsgeschick unseres Teams gesteckt haben, zahlt sich aus. Da machen unsere Mitarbeiter einen 06/18

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ATHLETIKTRAINING | ANZEIGE

Deutsche Eishockey-Nationalmannschaft und MATRIX auf dem Weg zur WM 2019

Vertrauen als Basis Eishockey gilt als die schnellste Mannschaftssportart. Schnelligkeit und Kraft haben aufgrund der Intensität des Spiels einen großen Stellenwert, sodass dem Athletiktraining und der Regeneration der Spieler eine besondere Bedeutung zukommt. In der erfolgreichen Partnerschaft im Segment Fitness und Athletiktraining unterstützt MATRIX die DEB-Auswahl zuverlässig mit den Geräten, die das Team braucht.

D

er Deutsche Eishockey-Bund e. V. (DEB) und die Johnson Health Tech. GmbH gaben im Juli 2018 ihre Zusammenarbeit bekannt. Die Kooperation konzentriert sich auf die Marke „MATRIX“ und deren Cardio- und Kraftgeräte. Die hochwertigen Geräte stehen den Nationalmannschaften im Rahmen der Länderspiele zur Verfügung – so auch beim Deutschland-Cup 2018 vom 8. bis 11. November in Krefeld.

nach Penalty-Schießen. Leider konnte die DEB-Auswahl ihrem Erfolgstrainer Marco Sturm, der in die NHL wechselt, trotz engagierter Leistung im letzten Spiel des Turniers keinen Erfolg zum Abschied schenken.

Deutschland Cup 2018 Das Vier-Nationen-Turnier war mit Gastgeber Deutschland, Olympiasieger Russland, Vizeweltmeister Schweiz und der Slowakei herausragend besetzt. Die junge deutsche Auswahl erreichte mit zwei Energieleistungen erneut einen Achtungserfolg. In den Spielen gegen Rekordweltmeister Russland und die Schweiz lieferte das DEB-Team den Zuschauern zwei dramatische EishockeyKrimis und unterlag jeweils nur knapp in der Verlängerung sowie 26

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DEB-Präsident Franz Reindl und Volker Lichte


Interview Im Rahmen des Deutschland Cups hatte fitness MANAGEMENT die Gelegenheit, DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel, Athletiktrainer Johannes Egelseer und MATRIX Key-Account-Manager Volker Lichte Fragen zur Organisation des Fitnesstrainings der deutschen EishockeyNationalmannschaft zu stellen.

fM: Nach Fußball und Basketball jetzt Eishockey: die Johnson Health Tech. GmbH stattet mit der Marke MATRIX inzwischen drei deutsche Auswahlteams mit Trainingsgeräten aus. Was bedeutet das für MATRIX als Marke? Volker Lichte: Die Tatsache, dass wir inzwischen der Fitnessgeräte-Ausstatter für mehrere deutsche Auswahlteams sind, zeigt, dass MATRIX absolut hohen Ansprüchen gerecht wird. Für die Marke MATRIX ist dies ein Beweis für Vertrauen in unsere Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit. Es zeigt, dass man uns im nationalen Spitzensport vertraut: in Bezug auf die Qualität der Geräte, die Zuverlässigkeit in der Abwicklung, die langjährige Erfahrung und die Synergie in einer Partnerschaft – also die Grundpfeiler für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, nicht nur mit den Nationalmannschaften, sondern vor allem auch im täglichen Business. fM: Welche Geräte verwenden Sie für Training und Regeneration? Volker Lichte: Beim D-Cup in Krefeld sind aufgrund der hohen Anzahl von drei Spielen in nur vier Tagen primär die MATRIX CXP Indoor-Bikes im Einsatz. Der Vorteil liegt hier insbesondere in dem gezielten wattgesteuerten Regenerationstraining. Wir können zudem durch die klassischen Fahrräder und Ruderergometer das Ausdauertraining noch variabler gestalten.

Beim Fußball ist alles viel größer, angefangen beim Medienrummel und den Sicherheitsvorkehrungen. Rein sportlich sind die Unterschiede nicht so groß. Die Spieler und die Teams dahinter sind in allen Sportarten auf Top-Niveau, arbeiten extrem professionell und geben alles. fM: Welche Faktoren gaben den Ausschlag für MATRIX als „Offizieller Partner des Deutschen Eishockey-Bundes e. V.“? Stefan Schaidnagel: MATRIX stellt für uns qualitativ einen Mehrwert im Bereich unserer athletischen Ausrichtung dar und ergänzt die Möglichkeiten der Spieler zur optimalen Vorbereitung vor Trainingseinheiten und Spielen. fM: Gibt es aus Ihrer Sicht wesentliche Unterschiede zwischen dem Athletiktraining von Eishockeyspielern und dem Athletiktraining anderer Sportarten, wie z. B. Handball oder Fußball? Wenn ja, welche sind das? Johannes Egelseer: Das Ziel des Athletiktrainings sollte neben der Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der Sportler sein, diese schneller und kräftiger zu machen, auch wenn z. B. die bewegende Masse im Fußball und auf Schlittschuhen anders gewichtet werden muss.

Ansonsten geht es vor den Trainings- und Spieleinheiten primär um die dynamische Aktivierung des Bewegungsapparates durch Übungen mit der Black Roll, Minibands und anderen Kleingeräten.

Der große Unterschied liegt meines Erachtens in der Ausdauer, beim Eishockey verbunden mit schnellkräftigen Bewegungen. Während im Fußballspiel die Bewegung eher konstant über einen längeren Zeitraum mit kurzen Unterbrechungen absolviert wird, haben wir im Eishockey kurze Phasen über meist 30 bis 40 Sekunden mit maximaler Belastung, die entsprechend in den Pausen kompensiert werden müssen.

fM: Wo liegen für das MATRIX-Team die größten Unterschiede zwischen der Betreuung der Eishockey-Nationalmannschaften und der Betreuung anderer Sportarten? Volker Lichte: Der größte Unterschied liegt eher in der Atmosphäre. Hier beim Eishockey sind wir einfach dichter dran – an den Spielern, an den Verantwortlichen und auch im Trainingsbereich. Diese Nähe ist schon etwas Besonderes, auch wenn man wie ich schon lange dabei ist.

fM: In welchen Bereichen des Trainings und der Spieloder Turniervorbereitung kommen die MATRIX-Geräte schwerpunktmäßig zum Einsatz? Johannes Egelseer: Wir nutzen vor allem die Indoor-Bikes von MATRIX, sowohl im Aufwärmprogramm als auch zur aktiven Regeneration nach Training und Spiel. Für uns ist es natürlich von Vorteil, zu wissen, dass wir uns bei ständig wechselnden Stadien auf konstant vorhandenes Material mit hoher Qualität verlassen können.

Fotos: © Deutscher Eishockey-Bund e. V. (DEB)/City-Press GmbH

DEB-Athletiktrainer Johannes Egelseer und Volker Lichte im Trainingscamp der Eishockey-Nationalmannschaft in Krefeld

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VERANSTALTUNGEN

Aufstiegskongress 2018

Wieder mehr als 1.000 Teilnehmer 1.020 Minuten aktuelles Fachwissen rund um das Hauptmotto „Touch & Tec – Mensch und Technologie“, aufbereitet von 24 Experten in 20 Vorträgen, Fach-Foren, Masterclasses und einer Podiumsdiskussion für erneut mehr als 1.000 Teilnehmer – das war der Aufstiegskongress 2018 zusammen mit dem erstmalig durchgeführten wissenschaftlichen Vorkongress „Up-to-date“. Der Aufstiegskongress ist zu einer guten Tradition geworden. Bereits zum zwölften Mal fand am 5. und 6. Oktober dieses Jahres der offene Fachkongress der Fitness- und Gesundheitsbranche statt. Zusammen mit dem am Vortag erstmals durchgeführten wissenschaftlichen Vorkongress konnten die Veranstalter an den drei 28

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Veranstaltungstagen erneut mehr als 1.000 Teilnehmer im Mannheimer m:con Congress Center Rosengarten begrüßen. Im Mittelpunkt stand die Digitalisierung. Kein Unternehmen, auch nicht die mehr als 10.000 Fitness- und Gesundheitsanlagen in Deutschland, kann sich dieser Entwicklung entziehen. Eher heißt es, den Fortschritt in Form der Digitalisierung aktiv zu gestalten, sodass alle Beteiligten von der Entwicklung profitieren werden. Eine der vorrangigsten Aufgaben dabei ist, die Schnittstelle von Touch & Tec, von Mensch und Technologie, so zu definieren, dass die digitale Unterstützung die Mitglieder in den Fitness- und Gesundheitsanlagen noch zufriedener macht. Der Aufstiegskongress machte deutlich: Wer sich der Gestaltungsaufgabe Digitalisierung stellt und die sich durch das Zusammenspiel von Touch & Tec ergebenden Chancen sieht, ergreift und schließlich unternehmensspezifisch nutzt, wird Erfolg haben.


Foto: Thomas Plettenberg

Prof. Dr. Thomas Wessinghage Prorektor der DHfPG

fM: Touch & Tec lautete das Motto des Aufstiegskongresses 2018. Wo sehen Sie dessen Aktualität?

”Der heutige Alltag ist mehr und mehr durch digitale Vernetzung geprägt. Social Media, Industrie 4.0, Big Data sind nur einige Schlagworte, die dieses Phänomen beschreiben. Während die Digitalisierung für viele schon selbstverständlich ist und große Chancen eröffnet, ist sie für andere mit weitreichenden Herausforderungen und Berührungsängsten verbunden."

fM: Wo sehen Sie Herausforderungen für die Fitnessbranche?

”Gerade in dienstleistungsgeprägten Bereichen wie der Fitness- und Gesundheitsbranche spielen der Mensch und die persönliche Beziehung zwischen Dienstleister und Kunde immer noch eine wichtige Rolle. Diese gewachsene Beziehung ist mitentscheidend für die Kundenzufriedenheit und für den Unternehmenserfolg."

fM: Hat der Aufstiegskongress 2018 Ihre Erwartungen erfüllt?

”Der Aufstiegskongress 2018 zeigte eindrucksvoll auf, welche Foto: DHfPG/BSA

Potenziale die digitale Vernetzung der Branche bietet, welche Faktoren bei personennahen Dienstleistungen berücksichtigt werden müssen und wie dadurch personelle Ressourcen frei werden, um für den Kunden ein Erlebnis zu schaffen.

Partner des Aufstiegskongresses 2018

©

Medienpartner

Veranstalter Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement

University of Applied Sciences

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BSA-Akademie

BSA-Zert

School for Health Management

Zertifizierungsstelle der BSA-Akademie

Prävention, Fitness, Gesundheit

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VERANSTALTUNGEN

Das Wissenschaftsquintett: v. l. Joshua Berger (TU Kaiserslautern), Florian Schmidt (DHfPG), Prof. Dr. Christoph Eifler (Prorektor DHfPG und verantwortlicher Leiter des Vorkongresses), Philipp Kopp (TU München), Matthias SchömannFinck (DHfPG)

Was hat Sie am Vorkongress am meisten beeindruckt?"

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Beeindruckt hat mich, dass sehr junge Vortragende dabei waren. Ich hatte eher mit älteren Vortragenden gerechnet. Und das fand ich sehr super, weil auch die junge Generation, die auch mich betrifft, Teil des Ganzen ist.”

Die Premiere hat mich überzeugt. Der Vorkongress „Up-to-date” war eine echte Bereicherung. Das Wichtigste aber ist: Wir haben die Erwartungen der Teilnehmer übertroffen. Das neue Format bietet uns eine wunderbare Möglichkeit, über den aktuellen Forschungsstand verschiedener Fragestellungen zu informieren und mit Interessierten ins Gespräch zu kommen.”

Corinna Kirchhöfer Personal Trainerin

Prof. Dr. Christoph Eifler, Prorektor DHfPG und verantwortlicher Leiter des Vorkongresses

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Signierstunde Wie bringt man seine beste Leistung auch unter Druck und bei Stress? Sportpsychologe Prof. Dr. Jan Mayer signierte sein neuestes Buch „Wenn's drauf ankommt“ Wer hoch hinaus will, muss mental und körperlich optimal aufgestellt sein. Der Sportpsychologe betreut in der Praxis die Mannschaft des Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim und ist als Dozent für den Bereich Sportpsychologie und Coaching an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG tätig. Wie kein Zweiter kann er aus dem Profisport bewährte Konzepte aufzeigen, die auch für jedermann praktikabel und Erfolg versprechend sind. Sein Buch ist ein Must-have für all diejenigen, die auf den Punkt das Beste aus sich herausholen möchten – egal ob im Sport oder Beruf.

Fotos: DHfPG/BSA

Am meisten beeindruckt hat mich die Intensität der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Ich hätte nicht geglaubt, dass die nach den einzelnen Vorträgen angesetzte Diskussionsrunde zeitlich nicht ausreichen würde, um das Thema hinreichend zu behandeln. Zum Glück gab es ja auch noch die Pause und die Zeit nach dem Vorkongress.” Philipp Kopp TU München


VERANSTALTUNGEN

Der Kongress in Zahlen Stellte sich kompetent und charmant allen Fragen: Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann

1.020 Minuten aktuelles Fachwissen rund um das Hauptmotto „Touch & Tec – Mensch und Technologie“, aufbereitet von 24 Experten in 20 Vorträgen, Fach-Foren, Masterclasses und einer Podiumsdiskussion – das war der Aufstiegskongress 2018 zusammen mit dem erstmalig durchgeführten wissenschaftlichen Vorkongress „Up-to-date”.

1.200 Äpfel der Sorte Jona Gold Royal vom Herzapfelhof im Alten Land lagen für die Teilnehmer zum Verzehr bereit. Sie kennen das Sprichwort: „An apple a day keeps the doctor away.“ Der Apfel ist gesund. Er ist reich an Wasser, Vitaminen, Pektinen und er enthält kein Fett. Sich neben allem Inhalt und Austausch etwas Gesundes gönnen: Mit den gebrandeten Äpfeln konnte die Verbundenheit der Teilnehmer zu den Veranstaltern des Aufstiegskongresses sogar durch den Magen gehen.

Branchenpioniere und Influencer: Refit Kamberovic und Albert Busek

Das Finale des ersten Kongresstages: das Get Together. Ungezwungenes Zusammenkommen und entspanntes Netzwerken bei leckerem Essen, guter Musik und Tanz nach anregenden Vorträgen und Impulsen, Ehrungen und Signierstunde, nach tollen Gesprächen mit Kongresspartnern und Teilnehmern. Fotos: DHfPG/BSA

Was hat Sie am Aufstiegskongress 2018 am meisten beeindruckt?

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Bis heute habe ich keinen Aufstiegskongress verpasst. Es ist immer wieder ein Gefühl wie nach Hause kommen. Und auch dieser Aufstiegskongress überzeugte durch seine Vielseitigkeit und die Bandbreite der Themen. Alle Referenten empfand ich als extrem fesselnd in der Art und Weise ihres Vortrages. Die sehr hohe Referentenqualität imponiert mir jedes Jahr aufs Neue.”

Die Vorträge haben eine enorme Qualität, beispielsweise der von Prof. Dr. Oliver Schumann. Er hat die Frage gestellt, wie man Digitalisierung am besten umsetzt. Unsere Branche ist die Branche mit den meisten Kundenkontakten. Und deswegen ist es enorm wichtig, bei der Digitalisierung mitzumachen, dass wir aber bei allem Digitalen den Kundenkontakt nicht vergessen.”

Kristina Isabel Doll monte mare SAUNA SPA SPORTS

Artur Wysokinski Studioleiter EASYFITNESS Geesthacht

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VERANSTALTUNGEN

Danke Der Aufstiegskongress war wieder einmal ein anregendes Branchenevent und ist das Ergebnis einer gemeinsamen Sache. Die drei Veranstalter – Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG, die BSA-Akademie und die BSA-Zert – dankten den mehr als 1.000 Gästen für die Teilnahme am Aufstiegskongress und am Vorkongress sowie den mehr als 30 Kongress-Partnern für ihre Unterstützung. Ihr Interesse und ihre Begeisterung werteten die Veranstalter als Ansporn und Verpflichtung.

Im angeregten Austausch: Wolf Harwath und Henrik Gockel

Zur Videogalerie

www.aufstiegskongress.de/rueckblick/videogalerie-2018.html Fotos: DHfPG/BSA

Save the Date!

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Was hat Sie am Aufstiegskongress 2018 am meisten beeindruckt?

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Was ich megainteressant finde, sind die Zukunftsprognosen. Wie wird sich die Digitalisierung entwickeln? Und: Wie wird der Mensch zukünftig in die technologischen Prozesse eingebunden sein? Das sind Fragen, die mich fesseln und die der Aufstiegskongress behandelte.”

Begeistert hat mich am meisten die Begeisterung der Dozenten, die sie dem Publikum mitgaben. Die Ansprache, etwas zu bewegen, Chancen für die Zukunft zu sehen, wohin man sich gerne entwickeln möchte.”

Florian Enderle Studierender B. A. Sportökonomie

Rabea Kalka Studierende B. A. Gesundheitsmanagement

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INTERNATIONAL

Portugiesisches Flair

Internationaler fMi-Korrespondent Hans Muench (links)

Über 600 Teilnehmer

Gute Netzwerkmöglichkeiten

Ehrung von Henrik Gockel (PRIME TIME fitness)

Informative Kongressvorträge

18. IHRSA European Congress in Lissabon

Die europäische Fitnessbranche erhält Inspirationen in Portugal Beim 18. jährlichen IHRSA European Congress vom 15. bis 18. Oktober 2018 in Lissabon waren über 600 Teilnehmende aus 36 Ländern registriert. Darunter waren größere Gruppen aus Russland, Frankreich und Iberia. Der Event begann und endete traditionell mit einer Clubtour. Highlights dieser Tour waren unter anderem der Besuch von Holmes Place Amoreiras, Solinca, Fitness Hut und Club VII.

I

n seiner Eröffnungsrede bedankte sich Joe Moore, CEO der IHRSA, bei José Carlos Reis, dem Präsidenten des portugiesischen Fitnessverbands (AGAP/Portugal Active): „IHRSA ist besonders dankbar für die Unterstützung durch den nationalen Verband, die 33 Sponsoren und natürlich für unsere vielen Länderpartner, die dazu beigetragen haben, die diesjährige Veranstaltung zu einem wirklich einprägsamen Event zu machen.“ Florian Cartoux (IHRSA Europe Director) und Alison O’Kane Giannaras (IHRSA Vice President) schlossen sich Moore an: „Es ist eine Ehre, den Event nach 10 Jahren wieder in Portugal zu veranstalten und erstmalig die europäische CEO-Studie vorzustellen.“

Seminare und Referate – Herzstück des Events Auch in diesem Jahr bot der Event die Möglichkeit, an sehr vielen Seminaren und Vorträgen teilzunehmen. Renommierte Speaker referierten dabei zu aktuellen Themen und Herausforderungen der Branche. Eine spannende und kurzweilige Präsentation bot Bryan O’Rourke, Präsident des Fitness Industry Technology Council (FITC) und Mitglied des IHRSA Board of Directors. Er referierte über die neue Ära der Nutzererfahrung in Clubs sowie über die Technologie, die Nutzererfahrungen verbessert. Juan del Río Nieto (Viva Gym) referierte 42

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über Low-Cost-Fitness als Veränderungsprozess. Viva Gym hat – nach einem Merger mit Fitness Hut Ende 2017 – über 70 Clubs mit 600 Personal Trainern im Einsatz (und sucht derzeit 250 weitere). José Texeira, Geschäftsführer von Solinca, einer traditionellen und wachsenden portugiesischen Clubkette, die im Besitz der Konsummarke Sonae ist, beschäftigte sich in seinem Vortrag mit der Customer Journey und der Lebensdauer einer Mitgliedschaft. Er zeigte Wege des Kunden-Trackings auf, um das Kundenverhalten und -erlebnis zu optimieren, beispielsweise durch den Einsatz der Beacon-Technologie, die im Einzelhandel seit Längerem im Einsatz ist. Bei der sogenannten Beacon-Technologie (Deutsch: Leuchtfeuer) handelt es sich um kleine Sender. Sobald sich ein Smartphone-Besitzer den Beacons nähert, registriert das der Sender das via Bluetooth Low Energy (BLE) und kann eine Nachricht an das Smartphone übermitteln. In Fitnessstudios zum Beispiel kann durch die Beacon-Technologie das Verhalten der Mitglieder besser nachvollzogen werden. Eine amüsante Präsentation, die für frischen Wind sorgte, lieferten David Barton und Leila Timergaleeva von TMPL GYM, New York. Ihr Thema war: Die fünf Bereiche, über die Sie Bescheid wissen müssen und die Ihre Ansicht über Design verändern werden.


In der Metropole Lissabon

Networking und Erfahrungsaustausch – dafür lohnte sich die Reise Die Gemeinschaft der IHRSA präsentierte sich in gewohnt starker Form. Das zeigte sich an den regen Unterhaltungen bei den Empfängen und in den Pausen des Events. Clubbetreiber tauschten offen ihre Strategien, Erfolge und Herausforderungen mit anderen Inhabern und Managern aus. Teilnehmer aus der DACH-Region kamen bei den sogenannten Round Tables am zweiten Event-Tag zusammen. Hier wurden die wichtigsten Erkenntnisse ausgetauscht und diskutiert. Dabei waren u. a. Solveig Schlüter von KAIFU LODGE Hamburg, Lars Hildebrandt von CleverFit, Vincent McHardy von Fitness First Germany, Cornelia und Christian Hörl von Vita Club Salzburg, Ernst Minar von John Harris Fitness sowie Paul Eigenmann von QualiCert und Mitglied des IHRSA Europe Council.

Award und Sponsoren Der European Club Leadership Award der IHRSA wurde 2018 an Henrik Gockel, Gründer und Geschäftsführer von PRIME TIME fitness sowie Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG und der BSA-Akademie, verliehen. Mit dem European Club Leadership Award der IHRSA wird jährlich von der Internationalen Health, Racquet & Sportsclub Association ein Leader in der europäischen Fitnessclub-Branche geehrt, der durch starke Führung und Leistung sein Unternehmen und die Branche vorangebracht hat. Der Sponsor Showcase war wieder mit 20 Ausstellern ausverkauft. Technogym sponserte drei der Hauptreferenten sowie die europäische CEO-Studie der IHRSA. Andere regelmäßige Sponsoren wie Virtuagym, Core Health & Fitness und Keiser waren ebenfalls vor Ort.

Kommende Veranstaltungen Die IHRSA 2019 wird vom 13. bis 16. März 2019 in San Diego stattfinden.

Fotos: IHRSA

Studio-Tour durch lokale Fitnessclubs


INTERVIEW

Exklusivinterview mit Günter Noll über Online-Bewertung

Das neue OFB Portal: die Schwacke-Liste für die Fitnessbranche

Mit dem neuen Online-Fitness-Bewertung-Portal (kurz: OFB Portal) hat der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige Günter Noll ein Instrument für die Bewertung von gebrauchten Geräten in Fitnessanlagen geschaffen. Dieses Tool verfügt zusätzlich über eine für den Studiobesitzer ausgesprochen wichtige Ergänzung: die Darstellung von Unternehmenswerten. Im Exklusivinterview mit fitness MANAGEMENT erläutert Günter Noll wie das OFB Portal funktioniert und gibt Antworten auf die häufig gestellte Frage: „Was ist mein Fitnessstudio wert?“

fM: Herr Noll, was ist das OFB Portal? Günter Noll: Hierzu möchte ich kurz ausholen. Wenn es um den „unbestechlichen“ Wert von gebrauchten Autos geht, denkt jeder Fahrer automatisch an die Schwacke-Liste. Was die wenigsten wissen: Sie wurde 1957 erstmals herausgegeben von Hanns W. Schwacke, dem es ein Anliegen war, den Restwert von gebrauchten Fahrzeugen anhand wichtiger Kriterien wie Modell, Baujahr, Kilometerstand, Ausstattung etc. zu ermitteln. Er war sozusagen ein Visionär, denn heute ist diese Restwertermittlung aus der Automobilwirtschaft nicht mehr wegzudenken und wird ganz häufig von den Banken genutzt, um maximale Beleihungswerte zu ermitteln. In der Fitnessbranche allerdings fehlte es bis dato an einem solchen Instrument. fM: Und Sie haben das nun geändert? Günter Noll: Exakt. Das Online-Fitness-Bewertung-Portal ist eine vollständig online-basierte Plattform, auf der man unterschiedlichste Dinge der Fitnessbranche bewerten kann. In der Grundlage besteht es aus zwei Säulen. Auf der einen Seite geht es um die Bewertung von Fitnessgeräten und Equipment. Auf der anderen Seite 58

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befasst sich das Portal mit der Bewertung von Unternehmen – eine sogenannte datenbasierte Online-Unternehmenswertermittlung. fM: Warum wurde das OFB Portal ins Leben gerufen und warum jetzt? Günter Noll: Also, um es ganz einfach darzustellen: Das OFB Portal wurde erstellt, weil Refit Kamberovic in seiner Funktion als Hauptgeschäftsführer des DSSV mich als Sachverständigen angesprochen hatte: „Wir haben so viele Anfragen zu der Wertermittlung von Geräten und Studios, denen wir in unserer Geschäftsstelle nicht gerecht werden können. Es wäre sinnvoll und lobenswert, wenn sich ein Experte dieser Thematik annehmen und ein Geschäftsmodell auf standardisierte Weise im Web, zum Beispiel als Portal, anbieten würde.“ Letztlich ging es darum, etwas zu kreieren, was dem „normalen User“ die Möglichkeit gibt, online und unkompliziert ohne große Kommunikationswege Bewertungen zu erhalten. fM: Wie sieht die Zielgruppe des OFB Portals konkret aus? Günter Noll: Die Zielgruppe ist relativ groß gehalten. Letztendlich ist das OFB Portal primär für gewerbliche Nutzer geeignet. Auf der


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Günter Noll • wohnhaft in Bonn • geb. 15.07.1960 in Ahrweiler • Abitur: 1978 • Studium: 1979 – 1986 - Sportwissenschaftliches Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn - Deutsche Sporthochschule Köln • Abschluss: 1986 als Diplomsportlehrer • 1-jähriger Studienaufenthalt in den USA • verschiedene Dozenten- und Referententätigkeiten • Gründung des Wirtschaftsinstituts für Fitness und Freizeit – W.I.F.F. GmbH 1995 • Gründung der regionalen Frauen-Fitnesskette Donna`s mit derzeit 6 Anlagen seit 1998 • Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von Fitness- und Freizeitanlagen durch die IHK Bonn/Rhein-Sieg seit 2000 • Mitarbeiter im DIN-Normenausschuss Sport- und Freizeitgerät (NASport) • NA 112-01-10 AA Arbeitsausschuss Fitness-Studios seit 2014 • Mitarbeiter/Begutachter der DAkkS – Deutsche Akkreditierungsstelle seit 2016 • Gründung OFB Portal 2017

einen Seite sind dies die unterschiedlichsten Studiobetreiber, die aus verschiedensten Gründen wissen möchten, was ihre Geräte und ihr Unternehmen wert sind. Auf der anderen Seite haben wir die Hersteller, Finanzdienstleister, Banken, Leasinggesellschaften und natürlich auch Händler im Second-Hand-Markt. fM: Was ist das Besondere am OFB Portal? Günter Noll: Das Besondere ist, dass man ohne großen Aufwand in ganz wenigen Schritten zu dem geführt wird, was man wissen möchte: nämlich zum Wert seines Unternehmens und der Gerätschaften. So hat man am Ende eine verlässliche Aussage, die auf komplexen Verfahren und Standardisierungen basiert. Ganz wesentlich ist, dass am Ende ein verwertbares Ergebnis testiert wird – für einen fairen Preis, der auch jederzeit über das Portal abrufbar ist. Der Kunde bekommt keinen Schätzwert, sondern eine Bewertung, die auf ganz vielen Kriterien basiert und einen hohen repräsentativen Wert hat. fM: Wann nutzt man das OFB Portal beispielsweise? Günter Noll: Wenn jemand vor der Veräußerung seines Unternehmens und seiner mobilen Anlagenwerte steht, kann er sich auf das Portal berufen und bekommt in wenigen Schritten alle direkten Informationen, die er benötigt: im Rahmen einer Veräußerung, im Rahmen einer internen Bewertung, aber auch bei einer außerordentlichen Bewertung beispielsweise vonseiten des Steuerberaters oder auf Anforderung von Banken. Nicht zu unterschätzen ist, dass seriöse Bewertungen eine große Rolle bei der Auseinandersetzung mit Partnern, bei Gesellschaftsauflösungen oder Übertragungen spielen. Denn jeder Unternehmer hat einen stillen Gesellschafter: das Finanzamt! fM: Herzlichen Dank für das Gespräch. www.online-fitness-bewertung.de

Foto: Lars Marschalek

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STUDIONETZWERK | ANZEIGE

Foto: © lassedesignen - stock.adobe.com

GymPool – trainiere. einfach. überall.

Neue Zielgruppe sorgt für mehr Auslastung GymPool sorgt in Fitnessstudios und bei Sportanbietern für mehr Auslastung – und das im fairsten System. Jeder Besuch wird bezahlt – garantiert! Die GymPool-Gründer Stefan Haake und Burkhard Westermann sind selbst Studiobetreiber wissen von den digitalen Veränderungen und den Wünschen der Mitglieder und Sportler im Allgemeinen. Was ist die Idee hinter GymPool? Burkhard Westermann: Menschen in Bewegung zu bringen – diese Mission hat GymPool. Sport hat so viele positive Effekte, dass wir ein Umdenken anstoßen möchten, um vielen Menschen diese Vorteile zu ermöglichen. „trainiere.einfach.überall.“ ist unser Credo. Dabei kann „trainieren“ schwimmen, laufen, Yoga oder vieles mehr heißen: in einer Mitgliedschaft, überall in Deutschland und monatlich kündbar – einfach online anmelden und upgraden. Herr Haake und Herr Westermann, Sie beide sind selbst Studiobetreiber. Glauben Sie nicht mehr an das Konzept des klassischen Fitnessstudios oder warum ist GymPool eine digitale Lösung für ganz Deutschland? Burkhard Westermann: Natürlich brauchen wir klassische Sportstätten. Aber die modernen Lebensumstände bringen einfach Neuerungen mit sich, auf die reagiert werden muss. Flexibilität ist heutzutage ein hohes Gut ebenso wie Zeit. Mit einem breiten Angebot an Sportarten und vielen Standorten werden wir diesen Werten gerecht. Worin unterscheidet sich GymPool von anderen Angeboten? Burkhard Westermann: GymPool ist sportart- und standortunabhängig. Die GymPooler nutzen unbegrenzt die Angebote unserer Partner und diese wiederum profitieren vom fairen Vergütungssystem. Dank unserer Software ist eine check-in-genaue Vergütung möglich. 23 Prozent der Umsätze beanspruchen wir für Verwaltung und Marketing. Der restliche Anteil wird absolut transparent und garantiert an die Partner ausgeschüttet. Wie setzt sich Ihr Netzwerk zusammen, haben Sie Vorgaben an die Partner? Burkhard Westermann: Vom Discounter bis zum Personal Trainer in der Luxusanlage kann jeder Partner werden und selbst entscheiden, welchem Tarif er zugeschrieben wird. So kann differenziert festgelegt werden, welches Angebot für welchen Preis nutzbar sein soll. 74

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Lohnt sich GymPool denn für potenzielle Partner? Burkhard Westermann: Definitiv! Nahezu jede Sportanlage hat noch freie Kapazitäten in der Auslastung. Durch die Abschaffung von Barrieren generieren wir neue Zielgruppen, die sonst nicht in die Sportanlage gekommen wären. Dabei ist GymPool absolut kostenlos und wir halten die Spielregeln für alle gleich – Partner und Sportler können monatlich kündigen. Wo sehen Sie GymPool in 3 Jahren? Burkhard Westermann: In 3 bis 5 Jahren sind wir das größte Sport-Netzwerk Deutschlands mit über 5.000 Partnern und 1 Prozent der deutschen Bevölkerung hat die GymPool-App auf dem Smartphone. Der 10-Jahres-Plan erfüllt einen Traum: Jedem Kind unter 16 Jahren bezahlt GymPool den Beitrag im örtlichen Sportverein. Sport soll von klein auf gelebt werden! Herr Haake, was passiert denn konkret in den nächsten 1 bis 3 Jahren? Burkhard Westermann: Wir fokussieren uns derzeit total auf den Anbietermarkt. Gestartet sind wir schon im Raum Krefeld und Bremen, der Rest kommt! Und dafür brauchen wir die Unterstützung aller Betreiber von Sport- und Freizeitanlagen! Risikofrei Partner werden, mit uns wachsen und schon bald heißt es dann auch in deren Anlagen: „trainiere.einfach.überall.“ Jetzt einfach online Partner werden unter: www.partner.gympool.de

Infos & Kontakt GymPool GmbH Martinistraße 62-66 28359 Bremen +49 421/377 0 760 stefan@gympool und burkhard@gympool.de; www.gympool.de


FACHARTIKEL KUNDENORIENTIERUNG

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Kundenfeedback schnell und einfach erfassen:

Vom Net Promoter System in der Praxis profitieren Kundenfeedback ist eine der wichtigsten Informationsquellen für Unternehmen, wenn es darum geht, die eigenen Leistungen zu verbessern und das Unternehmen langfristig auf Erfolgskurs zu halten. Doch wie kann man das Meinungsbild der Kunden, die Kundenloyalität, aber auch Quellen der Unzufriedenheit schnell und einfach erfassen? Der Net Promoter Score erfüllt genau diese Anforderungen und kann gerade dadurch auch für Fitness- und Gesundheitsdienstleister sehr interessant sein.

W

as ist der Net Promoter Score (NPS) und wie wird er berechnet? Der Net Promoter Score ist eine Kennzahl, welche die Loyalität, das Engagement und die Begeisterung der Kunden quantifiziert und somit messbar macht. Der NPS basiert dabei auf einer einzigen Frage: der Frage nach der Weiterempfehlungsbereitschaft der Kunden (vgl. Abb. 1). Mithilfe der vorgegebenen Skalierung von 0 bis 10 kann die Einstellung der Kunden zum Unternehmen genau erfasst werden. Die Teilnehmer lassen sich hierbei in folgende drei Kundengruppen kategorisieren, die sich hinsichtlich ihres Verhaltens und ihrer Loyalität gegenüber dem Unternehmen stark voneinander unterscheiden (vgl. Abb. 2). Hat sich das Unternehmen das Ziel gesteckt „Kunden zu begeistern“, so kann mit dieser Klassifizierung und dem darauf aufbauenden NPS der kundenfokussierte Erfolg des Unternehmens gemessen werden. Errechnet wird der NPS ganz einfach, indem vom Prozentsatz der Promotoren der Prozentsatz der Kritiker abgezogen wird. Der NPS kann folglich von +100 bis -100 variieren.

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Abb. 1: Net Promoter Score (modifiziert nach Reichheld & Markey, 2011, S. 21)


Kritiker

Bewertung

Charakteristika der Kundengruppe

Ziele des Unternehmens

6 oder weniger

Passiv zufriedene Kunden

7 oder 8

Promotoren

9 oder 10

unzufriedene Kunden fühlen sich enttäuscht oder sind verärgert sehr hohe Wechselbereitschaft raten Freunden und Kollegen aktiv vom Unternehmen ab belasten das Betriebsklima im Unternehmen demoralisieren Mitarbeiter

zufriedene, aber keine loyalen / begeisterten Kunden haben die Leistungen erhalten, für die sie gezahlt haben eingeschränkte Weiterempfehlungsbereitschaft anfällig für Angebote der Mitbewerber / erhöhte Wechselbereitschaft

begeisterte Kunden geben konstruktives Feedback geringe Wechselbereitschaft empfehlen aktiv weiter

Gründe dieser Unzufriedenheit schnellstmöglich herausfinden, da durch das Verhalten dieser Personen auch die Gefahr eines größeren Unternehmensschadens besteht

zufriedene Kunden zu Promotoren entwickeln eigene Leistungen so gestalten, dass diese Personengruppe eine höhere Begeisterung verspürt

Anzahl der Promotoren steigern Begeisterung dieser Kunden erhalten Mitarbeiter würdigen und belohnen, die für diese Begeisterung sorgen

Abb. 2: Teilnehmer kategorisiert in Kundengruppen

Wieso wird beim NPS gerade die Weiterempfehlungsbereitschaft als Maßstab für die Qualität einer Kundenbeziehung herangezogen? Damit eine persönliche Weiterempfehlung ausgesprochen wird, müssen Personen zum einen rational vom Unternehmen absolut überzeugt sein (Preis-Leistungs-Verhältnis, Qualität etc.), zum anderen sich aber auch emotional stark mit dem Unternehmen verbunden fühlen (verstanden und wertgeschätzt werden, Wohlfühlfaktor etc.). Gelingt es dem Unternehmen beim Kunden beide Dimensionen gemeinsam anzusprechen, werden sowohl der Verstand als auch das Herz des Kunden berührt, wodurch die emotionale Begeisterung und damit auch die Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit des Kunden steigen. ! Wichtig: Die Zusatzfrage!

Der NPS als Kennzahl ermöglicht es Unternehmen, hinsichtlich der Kundenbegeisterung und Weiterempfehlungsbereitschaft Zeitvergleiche und durch die hohe weltweite Popularität des NPS auch branchenübergreifende Vergleiche durchzuführen. Fügt man der Befragung eine zweite Frage hinzu, die den Grund der Bewertung abfragt (z. B. „Was ist der Hauptgrund für Ihre Bewertung?“), so

bieten die Antworten der Kunden auf diese Zusatzfrage weitere Ansätze zur Diagnose und Lösung unternehmensspezifischer Probleme, ohne die Bewertung selbst zu beeinflussen. Der NPS kann somit auch als kontinuierliches Lern- und Verbesserungsinstrument im Unternehmen implementiert werden. Die Einsatzmöglichkeiten des NPS sind enorm vielseitig. Zum einen kann der NPS in regelmäßigen Abständen (z. B. 1- bis 2-mal jährlich) zur Erfassung der allgemeinen Zufriedenheit bzw. Loyalität aller Mitglieder herangezogen werden. Hier empfiehlt sich eine Online-Umfrage, auf die bestehende Mitglieder per E-Mail aufmerksam gemacht werden. Auch über SMS oder WhatsApp könnten Kunden erreicht und zur Teilnahme bewegt werden. Durch den geringen zeitlichen Aufwand bei der NPS-Umfrage ist die Reaktionsquote einer solchen Befragung erfahrungsgemäß deutlich höher als bei klassischen Zufriedenheitsbefragungen, die teils zehn oder mehr Minuten Zeit in Anspruch nehmen. Dieser eher allgemeine Ansatz der Kundenbeziehungsanalyse ermöglicht die schon angesprochenen Unternehmensund Branchenvergleiche, misst Fortschritte und kann auf einen allgemeinen Verbesserungsbedarf des Unternehmens hinweisen.

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FACHARTIKEL KUNDENORIENTIERUNG

Darüber hinaus kann der NPS aber auch im Tagesgeschäft wertvolle Dienste leisten. Durch den systematischen Aufbau von Feedbackschleifen in die täglichen Abläufe des Unternehmens können Lern- und Verbesserungsprozesse im Unternehmen implementiert werden, die auf einer direkten Interaktion des Unternehmens mit seinen Kunden basieren. Ein fest installiertes Tablet oder ein Monitor am Ausgang des Studios bzw. an der Rezeption ermöglicht die Abfrage des NPS nach jedem Kundenbesuch. Die Befragung kann auch nach einem Beratungsgespräch, einer Gesundheitsanalyse, PT-Stunde oder auch nach einer Beschwerde, bei Reklamationen und Ähnlichem durchgeführt werden. An jedem Touchpoint, an dem das Unternehmen mit dem Kunden direkt in Kontakt tritt, ist die Implementation des NPS in den bereits bestehenden Prozess möglich. Gerade die Mitarbeiter im direkten Kundenkontakt können auf diese Weise die Erfahrungen der Kunden sofort nachvollziehen, Probleme bereits auf Geschäftsprozessebene diagnostizieren, daraus lernen und problemlösende Maßnahmen ergreifen. Der NPS könnte darauf aufbauend sogar als weitere Kennzahl zur Mitarbeiterbeurteilung herangezogen werden. Eine noch kundenfokussiertere Unternehmenskultur wäre das Ergebnis.

NPS-Werte aus der Fitnessbranche & übergeordnete Branchenvergleiche Während für viele Wirtschaftssektoren bereits umfangreiche Studien und Benchmark-Zahlen zum NPS vorliegen, existieren im Bereich der Fitness- und Gesundheitsanbieter bisher (noch) nur vereinzelte Vergleiche. Auf der IHRSA 2015 wurden hierzu erstmals detaillierte Ergebnisse zum US-Fitnessmarkt veröffentlicht (vgl. Tab. 1). Hier zeigt sich, dass die inhabergeführten Unternehmen im Vergleich zu großen Ketten im Durchschnitt einen signifikant höheren NPS aufweisen. Unternehmen mit einem höheren NPS verfügen in der Praxis meist über eine bessere Kundenbindung und verzeichnen einen höheren Umsatz pro Mitglied. Je näher also die Fitnessunternehmen mit ihren Kunden agieren, umso eher sind diese

Tab. 1: NPS-Wert in der Fitnessbranche (USA) (modifiziert nach Hills & Bonom, 2015, S. 16)

Durchschnittlicher NPS-Wert (gesamt)

43 %

Höchster Wert – inhabergeführtes Einzelunternehmen

89 %

Niedrigster Wert – Einzelbetrieb, regionale Kette

-37 %

Durchschnittswert – inhabergeführte Einzelunternehmen

53 %

Durchschnittswert – inhabergeführte Unternehmen mit mehreren Standorten

34 %

Durchschnittswert – große Kettenbetriebe

14 %

bereit, mehr Geld auszugeben bzw. das Studio weiterzuempfehlen. Diese Ergebnisse decken sich auch mit den Befunden des digitalen IT-Consultingdienstleisters Listen 360, die CEO Richard Thomas ebenfalls auf der IHRSA 2015 vorgestellt hat. Auf Basis der über 2.000 untersuchten Unternehmen lag der NPS der Fitnessstudios hier bei 52 Prozent. Die wichtigsten Gründe, warum die Promotoren (also die loyalen Mitglieder NPS 9 bzw. 10) das Unternehmen weiterempfehlen, sind demnach: freundliche, qualifizierte Mitarbeiter, ein qualitativ hochwertiges Equipment und ein abwechslungsreiches, attraktives Kursprogramm. Angesichts weiterer Analysen (Kane, 2016) ist der durchschnittliche NPS der Fitness- und Gesundheitsbranche im Vergleich zu anderer B2C-Branchen deutlich höher. Jedoch ist bei der Interpretation zu beachten, dass dieser übergeordnete Branchen-Score je nach Ausrichtung, Studiokonzept etc. differenziert betrachtet werden sollte, da die einzelnen NPS-Werte deutlich variieren können (vgl. Abb. 3).

Abb. 3: Bandbreite der NPS-Werte im Branchenvergleich (modifiziert nach Kane, 2016, S. 8)

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Literaturverzeichnis - Hills, M. & Bonom, P. (The Retention People) (2015). Shaping the Industry: An In-Depth Exploration on Member Behavior (Vortrag IHRSA 34th Annual International Covention & Trade Show). Zugriff am 14.09.2018: de.slideshare.net/TheRetentionPeople/ihrsa-2015-presentation-shaping-the-industry-an-indepth-exploration-on-member-behavior-by-mike-hills-and-phil-bonomo - Kane, B. (Precor Incorparted (Hrsg.)) (2016). Fitnesskonsumenten von heute: Sie bewegen und verändern die Branche stärker als je zuvor. Zugriff am 12.09.2018: https://www.precor.com/de/ resources/so-bewegen-und-ver%C3%A4ndern-fitnesskonsumenten-die-branche-st%C3%A4rker-als-je-zuvor - Reichheld, F. & Markey, B. (2011). The Ultimate Question 2.0 (Revised and Expanded Edition): How Net Promoter Companies Thrive in a Customer-Driven World. Bain & Company Inc.: Boston. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

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Der NPS ist eine einfach zu gewinnende Kennzahl mit einer hohen Aussagekraft für Unternehmen. Gekoppelt mit der Zusatzfrage bildet er, in unterschiedliche Prozesse implementiert, eine solide Basis zur Entwicklung einer Feedbackkultur mit kontinuierlichen Lernschleifen im Unternehmen, von denen sowohl die Kunden als auch die Mitarbeiter und das gesamte Unternehmen profitieren. Selbstverständlich kann eine einzelne Frage nie klassische Kundenzufriedenheitsanalysen ersetzen. Daher sollten sich Unternehmen nicht nur rein auf den NPS als Erhebungsinstrument fokussieren, sondern auch regelmäßig weitere detaillierte Kundenanalysen durchführen, um wertvolles Kundenfeedback zu erhalten.

Thorsten Clemann Thorsten Clemann, B. A. Betriebswirtschaftslehre, M. A. Prävention und Gesundheitsmanagement, sammelte als Trainer sowie in Marketing und Vertrieb umfangreiche praktische Erfahrungen in der Fitness- und Gesundheitsbranche. Als freiberuflicher Berater unterstützt er Start-ups und Gründer in der Planungs-, Gründungs- und Aufbauphase. Er ist als Dozent, Autor und Tutor für die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie tätig. www-dhfpg-bsa.de

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Fazit

Florian Schmidt Florian Schmidt absolvierte nach einem Studium im Hotelmanagement ein Master-Studium in Sportwissenschaft. Während seines Studiums arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sportökonomie und Sportsoziologie an der Universität des Saarlandes (UdS). Er ist als Dozent, Wissenschaftsredakteur und Tutor für die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie tätig. www.dhfpg-bsa.de


KENNZAHL DES MONATS

KENNZAHL DES MONATS

1: 2 G

anzkörper-EMS-Training führt über den sehr hohen Umfang an zeitgleich beanspruchter Muskelmasse zu einer sehr hohen metabolischen Belastung des Organismus. Die Gefahr unerwünschter Komplikationen (z. B. cardiovaskulärer Ereignisse) ist daher beim Ganzkörper-EMS-Training im Vergleich zu einem konventionellen Fitnesstraining als höher einzustufen. Insbesondere bei Personen ohne sportliche Vorerfahrung sowie bei Personen mit zusätzlichen gesundheitlichen Einschränkungen ist daher auf eine hinreichend sichere und behutsame Ganzkörper-EMS-Anwendung zu achten. Das Gefährdungspotenzial entsteht durch die großflächige Anwendung des Ganzkörper-EMS-Trainings in Verbindung mit der Möglichkeit, eine für jede Körperregion supramaximale Reizintensität generieren zu können. Es besteht somit die Notwendigkeit, Ganzkörper-EMS-Training verantwortungsvoll zu nutzen und die Ganzkörper-EMS-Anwendung nach wissenschaftlichen Kriterien auszuführen.

Konsensus-Konferenz gibt Handlungsempfehlungen In der Vergangenheit herrschte in wichtigen Fragen Unsicherheit hinsichtlich einer sicheren und dennoch effektiven GanzkörperEMS-Anwendung. Auf Anregung der im EMS-Bereich forschenden Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln, der Technischen Universität Kaiserslautern sowie der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg wurden daher im Rahmen einer Konsensus-Konferenz im Dezember 2015 mit Vertretern aus EMSForschung, -Ausbildung und -Geräteherstellern Handlungsempfehlungen erarbeitet und publiziert (vgl. Kemmler et al., 2016), die bei der Ganzkörper-EMS-Anwendung künftig Berücksichtigung finden sollen. Diese Handlungsempfehlungen richten sich an EMS-Anwender, Betreiber von EMS-Studios sowie an Trainer, die mit Ganzkörper-EMS arbeiten.

Richtlinien für die Trainingspraxis Im Kontext dieser Handlungsempfehlungen sprechen Kemmler et al. (2016) unter anderem auch organisatorische Sicherheitsaspekte an, die vor, während und nach der Ganzkörper-EMS-Anwendung zu beachten sind. Folgende Richtlinien werden für den EMS-Trainingsvollzug ausgesprochen: • Der Trainer bzw. das geschulte und lizensierte Personal hat sich während der Trainingseinheit ausschließlich um die Belange der EMS-Anwender zu kümmern. Vor, während und nach dem 84

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So lautet der maximale Betreuungsschlüssel für sicheres EMS-Training. Bei der Anwendung von EMS-Training ist die Sicherheit des Trainierenden entscheidend. Die Branche hat dies früh erkannt und unter dem Titel „SAFETY FIRST“ konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt. Diese basieren auf den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen der im EMS-Bereich forschenden Wissenschaftler der Universitäten Köln, Kaiserslautern und Erlangen-Nürnberg.

Training überprüft der Trainer verbal und per Augenschein den Zustand des Trainierenden, um gesundheitliche Risiken auszuschließen und ein effektives Training zu gewährleisten. Bei möglichen Kontraindikatoren ist das Training sofort abzubrechen. • Während des Trainings sind die Bedienelemente des Gerätes für den Trainer und auch für den Trainierenden jederzeit direkt erreichbar. Die Bedienung bzw. Regelung muss einfach, schnell und präzise erfolgen können. Beim Ganzkörper-EMS-Training ist es überaus wichtig, die Belastungsverträglichkeit der EMS-Anwendung zu kontrollieren. Dies erfolgt in erster Linie über die visuelle Kontrolle der Kunden während der EMS-Anwendung oder Rückmeldung. Visuell sichtbare Anzeichen einer zu hohen Impulsstärke bzw. einer Belastungsunverträglichkeit (z. B. schmerzverzerrtes Gesicht, plötzlicher Wechsel der Gesichtsfarbe, Atemnot) sollten zu einer sofortigen Herunterregulierung der Impulsstärke oder bei stark ausgeprägten Erschöpfungs- bzw. Überlastungssymptomen sogar zum sofortigen Abbruch durch den Trainer führen. Das Gleiche gilt auch, wenn ein Kunde während der Ganzkörper-EMS-Anwendung über subjektives Unwohlsein klagt.

Betreuungsrelation maximal 1:2 Damit ein sofortiges Einschreiten des Trainers im Falle von Überlastungssymptomen erfolgen kann, ist eine angemessene Betreuungsrelation beim Ganzkörper-EMS-Training unerlässlich. Um die von Kemmler et al. (2016) formulierten Sicherheitskriterien adäquat umsetzen zu können, sollte nach Ansicht der Experten-Gruppe der Konsensus-Konferenz eine Betreuungsrelation von 1:2 (1 Trainer in Relation zu 2 Kunden) nicht überschritten werden. In diesem Zusammenhang sieht die Experten-Gruppe die Vorgehensweise von einigen EMS-Anbietern kritisch, den Betreuungsschlüssel auf ein Maß zu erhöhen, welches auch bei Berücksichtigung der technischen Entwicklung und Trainerqualifikation ein individualisiertes und somit sicheres Training nicht mehr zulässt.

Literatur: Kemmler et al. (2016). Whole-Body Electromyostimulation – The need for common sense! Rationale and guideline for a safe and effective training. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 67 (9), 218-221.


WAS ERWARTEN DIE EMS-KUNDEN? 87,9 %

Kompetente Trainer mit Fachwissen Gute Terminverfügbarkeit Ambiente zum Wohlfühlen Öffnungszeiten vor 9 Uhr Öffnungszeiten nach 18 Uhr Öffnungszeiten am Wochenende TÜV-Zertifizierung Regelmäßige Körperanalyse Ernährungsplan/-konzept Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln Duschmöglichkeiten Parkmöglichkeiten Musik während des Trainings

63,3 % 56,5 % 15,9 % 42,9 % 35,8 % 24,4 % 55,3 % 37,1 % 10,5 % 50,3 % 53,0 % 42,3 %

ÜBERBLICK ZUM DEUTSCHEN EMS-MARKT ANZAHL ANLAGEN

UMSATZ IN MRD.*

8.988 1.064

42,2 %

5,20 0,13

28,3 % 17,7 %

ø UMSATZ PRO ANLAGE *

MITGLIEDER IN MIO.

6,4 % 1,4 % 0,9 % 0,5 % 1,7 % 0,4 % 0,5 %

578.OOO 124.OOO

10,61 0,13

ø ZUSATZBEITRAG IN %

ø FLÄCHE IN m2

9,7 14,3

1.219 107

ø MITGLIEDER PRO ANLAGE 1.180 126

Gesamtmarkt EMS-Anlagen

ZUFRIEDENE KUNDEN MIT HOHEN ANSPRÜCHEN

ø MITGLIEDSBEITRAG PRO MONAT ** 44,03 89,59

* in Euro (netto) ** in Euro (brutto)

10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

sehr zufrieden

vergebene Punkte

sehr unzufrieden

© fitness MANAGEMENT | Quelle: Fröhlich & Eifler 2017 (fM ONLINE), miha bodytec 2018 (fMi 3/2018)

EMS-TRAINING: INDIVIDUELLES TRAINING VS. GRUPPENKURSE? Alleine/Privat

EMS-Personal-Training 1:1

EMS-Personal-Training 1:2

Gruppe/Kleingruppe (1:3,1:4,1:5,1:x)

Effektivität

Ohne Begleitung durch einen Trainer ist das Finden der optimalen Reizhöhe nur schwer möglich. Dadurch ist nur ein eingeschränktes Ergebnis zu erwarten.

Ein ausgebildeter und erfahrener Trainer kann das Training individuell gestalten und sorgt damit für das maximale Ergebnis. Der Trainer kann zu jeder Zeit die Belastung anpassen und regulieren.

Ein ausgebildeter und erfahrener Trainer kann ein standardisiertes Training auch für maximal zwei Personen hocheffizient umsetzen.

Ohne enge Betreuung durch einen Trainer und die direkte Kommunikation ist das Finden der optimalen Reizhöhe nur bedingt möglich. Dadurch ist nur ein eingeschränktes Ergebnis zu erwarten.

Motivation

Der Motivationsgrad ist abhängig von der Eigenmotivation des Trainierenden.

Die enge Interaktion zwischen Trainer und Trainierenden sorgt für den maximalen Antrieb. Der Trainer überwacht auch die Einhaltung der regelmäßigen Trainingstermine und sorgt damit für Nachhaltigkeit.

Die enge Interaktion zwischen Trainer und den Trainierenden sorgt für den maximalen Antrieb. Der Trainer überwacht auch die Einhaltung der regelmäßigen Trainingstermine und sorgt damit für Nachhaltigkeit.

Mit wachsender Gruppengröße sinkt die Möglichkeit des Trainers, auf jeden Einzelnen persönlich einzugehen. Daher ist hier eine hohe Eigenmotivation des Trainierenden notwendig.

Sicherheit

Sehr kritisch!

Optimal!

Noch optimal!

ECKDATEN 2019 UMFRAGE

der deutschen Fitness-Wirtschaft

Kritisch!

Jetzt teilnehmen! www.dhfpg.de/eckdaten 06/18

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KOLUMNE

Der richtige Group Fitness Trainer G

ut ausgebildete Group Fitness Trainer werden immer wieder dringend gesucht. Leider herrscht in vielen Fitnessstudios eine zu große Trainerfluktuation, was sich negativ auf die Zufriedenheit der Kunden auswirkt. Wechselt ein Trainer in ein anderes Studio, nimmt er in der Regel pro Jahr bis zu 100 Kunden mit.

Ich entscheide nicht … Wie bei allen Mitarbeitern, kann sich auch bei Group Fitness Trainern nach zwei bis drei Monaten herausstellen, dass der neue Mitarbeiter oder die neue Mitarbeiterin nicht die nötigen Voraussetzungen erfüllt und man sich von ihm oder ihr trennen muss. Die frei gewordene Stelle muss selbstverständlich wieder neu besetzt werden. Diese Neubesetzung kostet viel Geld und ist für das Image eines Fitnessstudios nicht gut. Der Ablauf ist immer der gleiche: eine Stellenanzeige wird geschaltet, Interessenten bewerben sich, danach wird ein Jobinterview vereinbart und bei einem interessanten beruflichen Lebenslauf wird die entsprechende Person angestellt. Entspricht ein derartiges System dem Ideal eines personell gut geführten Studios? Sicher nicht.

Das Urteil der Mitglieder entscheidet Eine mögliche Lösung für die beschriebene Problematik wäre, die Studiomitglieder per Meinungsumfrage an der Trainereinstellung teilhaben zu lassen. Im Einstellungsgespräch wird der neue Group Fitness Trainer darüber informiert, dass er für die Zeitspanne von einem Monat testweise Kursstunden übernimmt – selbstverständlich gegen Vergütung. Die Teilnehmer seines Kurses haben die Möglichkeit, ein positives oder negatives Votum bezüglich seiner beruflichen Qualitäten abzugeben. Bei einem positiven Feedback wird er sofort übernommen und die Probezeit ist beendet. Foto: Volker Beushausen

Warum ist diese Mitarbeiter-Einstellungsmethode die optimale Lösung?

Antonio e Silva Sales Director/Vertriebsleiter for me do

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• Die Kursteilnehmer sind diejenigen, die das Produkt „kaufen“, nicht der Clubinhaber. • Der neue Trainer wird seine sportlichen Fertigkeiten, sein Wissen, seinen Leistungswillen sowie seine soziale und personale Kompetenz zeigen.

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Foto: © Kalim - Fotolia.com

• Die Studiomitglieder lieben es, ihr Feedback zu geben. Sie erwarten aber auch, über das Ergebnis ihrer Entscheidung in Kenntnis gesetzt zu werden.

Der „Casting-Bogen“ Jeder Fitnesskunde bekommt beim Check-in einen DIN-A6-Bewertungsbogen ausgehändigt, auf dem er oder sie nach der Kursstunde seine oder ihre Meinung zur Qualität der Stunde zum Ausdruck bringen kann. Anschließend werfen die Kunden ihre Bewertungsbögen in eine Box an der Rezeption. Auf dem Bogen werden nur drei Kriterien erfasst und ähnlich einer Notenskala von 1 bis 5 bewertet: a) Die Stunde war interessant – Note 1 (      ) 2 (      ) 3 (      ) 4 (      ) 5 (      ) b) Die Stunde hat Spaß gemacht – Note 1 (      ) 2 (      ) 3 (      ) 4 (      ) 5 (      ) c) Ich würde das Fitnessstudio, in dem diese Art von Kurs angeboten wird, weiterempfehlen – Note 1 (      ) 2 (      ) 3 (      ) 4 (      ) 5 (      ) Dieser Bogen wird über die Dauer eines Monats bzw. während der Testphase an alle Kunden verteilt. Im Anschluss werden die Ergebnisse vom Personal ausgewertet und in einer individuellen Besprechung erläutert. Diese Einstellung per „Casting-Methode“ hat den Vorteil, dass die Ergebnisse der Auswertung ein realistisches Bild neu eingestellter Mitarbeiter widerspiegeln. Ich habe die interessante und sehr positive Feststellung gemacht, dass aktive Mitglieder beispielsweise die Stunden im Kursbereich häufig durch eine andere „Brille“ sehen und dementsprechend anders beurteilen, als ich es als Studiobesitzer tun würde – auch in Bezug auf die fachlichen und personenbezogenen Qualitäten des kursleitenden Trainers.

Bewertungen als Marketinginstrument Qualität ist immer ein entscheidendes Kriterium, mit dem Ihr Fitnessstudio die dominierende Stellung gegenüber seinen Mitbewerbern vor Ort behaupten kann. Starten Sie viermal im Jahr eine Bewertungsaktion für den Kursbereich bzw. für Functional Training. Lassen Sie die Teilnehmer die beiden Bereiche nach den oben aufgeführten Kriterien jeweils dreißig Tage lang begutachten. Die Umfrage könnte beispielsweise in den Monaten Januar bis März und September bis November stattfinden. Über Newsletter könnten Sie dann über die Schwerpunkte des Feedbacks informieren und auch darüber, welche Maßnahmen Sie ergriffen haben.


6/2018

Dez./Jan.

EUR 9,-

Nr. 140

sfr 14,-

C 31071

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Fitness Handball-WM 2019: Vier Stars im Porträt

Gesundheit BGM: Fitnessstudios mit besten Voraussetzungen

Management OFB Portal: Günter Noll im Gespräch

Markt Studio des Jahres 2018: Racket Center Nußloch

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DSSV Für`s Studio-Recht fit gemacht

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Eine der führenden Fachzeitschriften im Fitness-, Wellness- und Gesundheitsmarkt in Europa.

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