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01/2010

FILM MAG DIE PERFEKTE ILLUSION Wie Szenenbildner den Fundus nutzen

ZEITZEUGE Vor 65 Jahren begann Eric Pleskow bei der Bavaria seine Karriere im internationalen Filmgeschテ、ft. Jetzt kam er wieder zu Besuch.

DER DREH MIT 3D Erfahrungen mit stereoskopischen Projekten

Kennedys Hirn

Gテ傍EBORG LIEGT EIGENTLICH IN GEISELGASTEIG D A S

S T A N D O R T M A G A Z I N

A U S

G E I S E L G A S T E I G


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Film Mag

Filmstadt seit 1919 im süden von münchen 300 000 quadratmeter Mehr als 100 firmen ein standort geiselgasteig


Film Mag

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Film mag Liebe Leserinnen und Leser, seit 90 Jahren wird in Geiselgasteig Film gemacht. Vor 50 Jahren kam das Fernsehen dazu. Aus der Tradition eines Atelierbetriebs gewachsen, zeigt sich die Filmstadt Geiselgasteig heute als moderner Mediencampus mit einer Vielzahl von Studios und Büroräumen, mit Kulissenstraßen und Standarddekorationen. Die Infrastruktur des Filmgeländes Geiselgasteig und das breite Spektrum der angebotenen Dienstleistungen sind einzigartig in Europa. Im attraktiven Umfeld der Bavaria Film haben sich inzwischen weit mehr als 100 kleinere und größere Firmen angesiedelt, die an der Entstehung von Film und Fernsehen beteiligt sind. Alle tragen ihren Teil dazu bei, dass hier künstlerische Impulse gesetzt und innovative technische Lösungen kreiert werden. In Geiselgasteig entstehen große Kinofilme genauso wie schnelle Fernsehformate. Jeden Tag aufs Neue erleben wir Geiselgasteig als inspirierenden Medien­ standort. Impulsgeber sind dabei damals wie heute die Menschen, die mit der Umsetzung ihrer Ideen für Film und Fernsehen kreative Leistungen vollbringen. Erfahrung, Innovationsbereitschaft und das vielfältige partnerschaftliche Netzwerk sorgen dafür, dass die Attraktivität, die Leistungskraft und die Zukunftsfähigkeit des Stand­ orts gesichert bleiben. Rund zwanzig spannende Themen aus Geiselgasteig, Meldungen sowie ein ausführlicher Adress- und Serviceteil erwarten Sie in der ersten Ausgabe der neuen Publikation, die zwei Mal im Jahr erscheinen wird. Unser Glückwunsch geht dabei an die „FilmMag“-Redaktion für den gelungenen Start.

Achim Rohnke

Dr. Matthias Esche


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Film Mag

Inhalt

Bavaria Jet Set. Wie Europas flexibelstes Flugzeugstudio entstand

Seite 6 Kennedys Hirn, produziert auf zwei Kontinenten, begonnen in Geiselgasteig

Seite 16 Eric Pleskow zu Besuch bei der Bavaria

Seite 22

03 Editorial

12 FTA Film- und Theater-Ausstattung

20 Kurzmeldungen

Die Bavaria Film-Geschäftsführer Dr. Matthias Esche und Achim Rohnke gratulieren zum Launch des FilmMag.

Eine Fundgrube für Requisiteure, unverzichtbar für Szenenbildner – der Fundus der FTA Filmund Theater-Ausstattung. Szenenbildnerin Jana Karen erzählt über die Zusammenarbeit mit der FTA.

Termine, Auszeichnungen, Nachrichten aus Geiselgasteig.

06 Bavaria Jet Set Erwin Schnetzer baut seit 40 Jahren Dekorationen für Film und Fernsehen. Sein bisher größtes Projekt: das Flugzeug-Drehset der Bavaria Studios.

10 Gerichtssaal Geiselgasteig hat eine Standardkulisse mehr. Premiere hatte das Gerichtsmotiv mit Götz George in einer ZDF-Komödie.

11 Kevin Costner lernt Italienisch Zusammen mit der Bavaria plant Kevin Costner das Projekt „Learning Italian“.

22 Zeitzeugen

Bavaria Sonor hat ein neues SoundtrackLabel gegründet. Erstes Projekt: die legendäre „Raumpatrouille Orion“-Filmmusik.

Eric Pleskow hat 1945 als US-Filmoffizier die Bavaria Studios geleitet. Neulich hat der Mann, der als Chef großer US-Filmverleihe Filme wie „Einer flog über das Kuckucksnest“, Billy Wilders „Eins, zwei, drei“ oder „Rocky“ produzieren ließ, die Bavaria wieder besucht.

16 Kennedys Hirn

26 Pionierarbeit auf allen Ebenen

Die Verfilmung von Henning Mankells Bestseller durch die Bavaria startete in Geiselgasteig.

In den Tonstudios der CinePostproduction wird mit „Konferenz der Tiere“ eines der ersten 3D-Filmprojekte Europas bearbeitet.

15 Den Soundtrack würdigen

30 Testdreh in 3D In Zeit und Dimension voraus Der internationale VFX-Spezialist Scanline testete die Produktionsbedingungen für den stereoskopischen Dreh.


Film mag

Testdreh in 3D In Zeit und Dimension voraus

Seite 30 Im Rausch der Farben Hochwertiger Look für schnelles Fernsehen

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Seite 38 Hier geht´s lang! Seite 58 Orientierungssystem auf dem Bavaria Filmgelände

33 Das besondere Bild

42 Berlinale

54 Meet & Eat

Die Sportfreunde Stiller im Bavaria Stunt Center.

Bavaria Film International vertreibt Kinofilme weltweit. Wie der Kino-Weltvertrieb auf der Berlinale erfolgreich punkten konnte.

Küchenchef Salvatore Armeli bewirtschaftet das Filmstadt-Restaurant und die Konferenzräume.

34 Innovativ für die Serie Bavaria entwickelt seit 18 Jahren Workfl ows für Daily Soaps und hat mit dem „tapeless Workflow“ innovative Maßstäbe gesetzt, sogar in HD.

37 Die Ärzte in Studio 1 First Entertainment hat mit „Die Ärzte – der Medizintalk im ZDF“ ein neues Format entwickelt.

38 Die Lookmacher Der glanzvolle Look täglicher Serien wie „Marienhof“ entsteht heutzutage in der Postproduktion. Wir haben den Colourgradern über die Schulter geschaut.

46 Heimatfilm pur mit Taschentuchgarantie „Die Posthalter-Christl“, ein Roman von Deutschlands erfolgreichstem unbekannten Bestsellerautor aus der Wendelstein-Region, ist jetzt verfilmt worden.

50 Rosenheim-Cops Mehr als 1 000 Episodenrollen wurden bereits besetzt. Ein Bilderbogen.

53 Bayerisches Filmzentrum Themen, Meldungen, Aktuelles.

58 Hier geht’s lang! Die Bavaria Filmstadt in Geiselgasteig gibt sich ein neues Orientierungssystem.

60 Wer, Wo, Was. Wir zeigen Ihnen, wo auf dem FilmstadtGelände die Geschichten dieser FilmMagAusgabe spielen.

62 Adressverzeichnis Firmenverzeichnis mit Geländeplan.

66 Anfahrt 66 Impressum


Bavaria Jet Set

Wie Europas flexibelstes Flugzeugstudio entstand

Erwin Schnetzer ist seit 40 Jahren Dekorationsbauer mit Passion. Er war dabei, als die Kulissen für Vico Torrianis „Der goldene Schuß“ gebaut wurden, er hat an der „Unendlichen Geschichte“ mitgewirkt. Vor einem Jahr entstand unter seiner Regie in Geiselgasteig Europas flexibelstes Flugzeugstudio. Text: Bettina J. Huber

Foto: Jens Heilmann


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Seit 40 Jahren im Dekorationsbau tätig: Erwin Schnetzer. Foto: Elke Werner

solut authentische Flugzeugkulisse zu bauen? Welche Größe soll anvisiert werden? Soll sie vollständig nachgebaut werden oder ist es sinnvoller, originale Bauteile eines ausrangierten Flugzeugs zu verwenden? Bei einem Hamburger Spezial-Zulieferer von Flugzeugteilen bestellte Erwin Schnetzer im Dezember 2008 die ersten Teile: zwei Längensegmente, vier Deckenelemente, vier Fensterfronten, zwei Unterteile und zwei Kofferbehälter. Das sollte für einen Prototypen genügen. Kurz vor Weihnachten war das Musterstück fertig. Das Flugzeug sollte aber eine vollständige Ausstattung bekommen. Also kaufte Schnetzer die komplette Inneneinrichtung, bei den Sitzreihen angefangen, über die Monitore bis zur Küche. Sogar eine voll funktionsfähige Bordtoilette hat er mitgebracht.

Es war der 12. Mai 1969. Erwin Schnetzer, ein junger Handwerker, machte sich auf den Weg nach Geiselgasteig, um sich auf eine Stelle als Dekorationsschreiner zu bewerben. Dass er gleich 40 Jahre bleiben würde, hatte er selbst wahrscheinlich am wenigsten geglaubt. Seitdem tüftelt er an Kulissen für Film und Fernsehen und schöpft dabei aus seinem gigantischen Ideen- und Erfahrungsreichtum. „Geht nicht“ gibt’s für den Studiomeister nicht. Sein bisher größtes Projekt steht im Studiogebäude 134 in der Bavaria-Filmstadt und ist 28,5 Meter lang. Es handelt sich um ein Flugzeug Mock-up, einem echten Flugzeug zum Verwechseln ähnlich. Den Jungfernflug erlebte „Europas flexibelste Flugzeug-Drehkulisse“

im März letzten Jahres beim ProSieben-EventThriller „Faktor 8 – Der Tag ist gekommen“, den Regisseur Rainer Matsutani für Wiedemann & Berg inszenierte. Seitdem haben etliche Produktionen, wie zum Beispiel „Männerherzen“ oder „Der Doc und die Hexe“, das Flugzeugstudio für einen oder mehrere Drehtage genutzt. Eine konkrete Anfrage eines Produzenten nach einer Flugzeugkulisse im Jahr 2007 rief für Michael Klee, einen der Geschäftsführer der Bavaria Studios, das Projekt „Flugzeug“ auf den Plan. Bevor der Bau in die Startphase gehen konnte, gab es essentielle Fragen zu klären: Wie schafft man es, eine für Drehbedingungen optimierte, hochflexible, darüber hinaus möglichst mobile, aber dennoch ab-

Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht geklärt, wie lang das Flugzeug werden sollte. Es musste groß genug sein, um eindrucksvolle Flugzeugszenen drehen zu können. Aber es musste auch in ein Studio passen. Und es sollte die Form des nach hinten verjüngten Rumpfes beibehalten. Einfallsreich faltete Erwin Schnetzer den Originalgrundriss eines Airbus so lange, bis er mit seiner Falttechnik einen passenden Bauplan für seine Kulisse erhielt.

„Das Flugzeug musste ins Studio passen.“ Am 7. Januar 2009 war Baubeginn. Die Zeit drängte, da schon eine erste Produktion in den Startlöchern stand. Der Holzrahmen wurde gezimmert, jedes Segment dieses Gerippes mit Wandelementen verkleidet und die Innen-


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Bauphasen in Studio 3. Fotos: Erwin Schnetzer

ausstattung montiert. Dann stellte man fest, dass ein Element an der Decke fehlte. Das Mittelstück war nicht vorhanden. Zum Glück an einer Stelle, die man später nicht sehen würde. Doch Erwin Schnetzer machte aus der Not eine Tugend. Das fehlende Deckenstück ersetzte er durch eine abnehmbare Plexiglasscheibe mit integriertem Lichtband. Damit schaffte er die Möglichkeit einer helleren Grundbeleuchtung sowie für eine bessere Luftzirkulation. Möchte man in einer Szene Qualm aufsteigen sehen, eignet sich das flexible Deckenelement hervorragend, um den Rauch auf diese Weise durch das Flugzeug zu blasen. Die Sitzreihen in der Economy- und BusinessClass wurden wie im echten Flugzeug auf Schienen montiert. Dadurch kann man die Abstände der Reihen beliebig verändern und einzelne Sitze herausnehmen, um Platz für verschiedene Kamerapositionen zu schaffen. Genauso flexibel kann mit den Wänden verfahren werden. Es gibt mehrere Sprungwände, wie zum Beispiel die des engen Waschraums, die entfernbar sind und den Blick von außen in den Innenraum freigeben. Das Flugzeug wurde so entwickelt, dass man je nach Bedarf aus dem Langstrecken-Airbus die Einzelteile zu einer schmaleren nationalen Linienmaschine zusammenfügen kann. Die segmentierte Bauweise des Flugzeugrumpfes ermöglicht es sogar, bei Bedarf den Flieger oder auch nur einzelne Segmente an einen anderen Drehort zu transportieren. In Studio 9 errichtet, wurde er für „Faktor 8“ ins Studio 3 auf dem Bavaria Film-Gelände gefahren und nach Abschluss der Dreharbeiten in einem Studio gegenüber aufgestellt. „Genauso gut könnten wir ihn auf einem Tieflader auch nach Amsterdam oder Barcelona bringen, wenn er

dort gebraucht würde“, lobt Michael Klee das modulare und flexible Konzept der Kulisse. Genauso wie das Cockpit, das im Übrigen voll funktionsfähig ist. Mit der eingebauten Flugsimulationstechnik könnte man dort sogar Flugpiloten ausbilden. Ziemlich genau zehn Wochen blieben Schnetzer mit seinem Team, um rechtzeitig vor dem ersten Drehtag am 16. März 2009 mit den gesamten Arbeiten fertig zu werden. Am Tag vor der ersten Klappe montierte er die Bildschirme über den Sitzreihen, spritzte sie noch in dem richtigen Farbton um, sorgte dafür, dass man über ein zentrales Steuerungspult die Elektrik der Lampen über den

„Man muss einfach erfinderisch sein!“ einzelnen Sitzen bedienen kann und die Monitore ein Bildsignal empfangen, damit dort Videos abgespielt werden können. Wie im richtigen Flugzeug. Für den erfahrenen Studiomeister heißt es jetzt aber nicht: Ausruhen. An einigen Stellen wird das Flugzeug weiter optimiert und werden die Erfahrungen aus dem ersten Jahr eingebracht. Erwin Schnetzer wird aber auch an neuen Baustellen erwartet, die ihm wieder einiges an Tüftlergeschick abverlangen werden. Dass Schnetzer keine Herausforderungen scheut, hat er schon oft bewiesen. Er baute im Laufe seiner 40-jährigen Berufserfahrung bei der Bavaria beispielsweise ein ganzes Dorf für Filmdrehs auf, war dabei, als die Kulissen für Vico Torrianis „Der goldene Schuß“ gebaut wurden, entwickelte das 12 Meter lange U-Boot-Modell für „Das Boot“ und

stattete es mit Torpedos aus. Ab und zu jagte er auch kleine Schiffe auf künstlichen StudioWasser fällen hinunter. Dank seiner Einfälle verneigten sich sogar die Bäume aus dem Zauberwald der „Unendlichen Geschichte“. „Man muss einfach erfinderisch sein!“ sagt er über sein Erfolgsrezept, und in seinen Gedanken entwickeln sich wahrscheinlich schon wieder erste Ideen für sein nächstes Großprojekt. Das könnte diesmal der Bau eines Zeppelins sein, hört man.


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Gerichtssaal Verurteilen leicht gemacht

Stand als Erster im neuen Drehmotiv vor Gericht: Götz George in „Nur die Guten sterben jung“ Foto: ZDF/Hagen Keller

Mit einem fertig eingerichteten Gerichtssaal hat Bavaria Film eine neue Standard-Dekoration vorzuweisen. Text: Marc Haug Foto: Jens Heilmann Schmucke Holzvertäfelungen, ein prunkvolles Portal in grünem Marmorlook, Richterpult, Anklagebank und klassische Zuschauerbestuhlung. Die Grundlage für diesen hochwertigen, festlichen Saal schufen die Filmarchitekten Götz Weidner und Hucky Hornberger, die die Dekoration anhand eines originalen Gerichtssaals entworfen haben. Im Herbst 2009 ist sie in eine der Drehvillen in der Filmstadt Geiselgasteig zu einem rund 100 Quadratmeter großen Saal mit festlichem Ambiente aufgebaut worden. Premiere feierte die neue Location mit Götz George, der im November in der von Regisseurin Vivian Naefe inszenierten ZDF-Komödie „Nur die Guten sterben jung“ dort vor Gericht stand. „Die neue Bavaria-Dekoration war für uns eine willkommene Alternative, weil der Münchner Justizpalast aufgrund von Umbauarbeiten als Option für den Dreh

‚on-location’ nur eingeschränkt zur Verfügung stand“, weiß Produktionsleiter Andreas Born von Hofmann & Voges Entertainment die Vorteile des Standardmotivs zu schätzen. „Auch mit anderen Originalmotiven, die als Location für einen Gerichtssaal dienen könnten, sieht es in München eher schlecht aus.“ Im Gegensatz zu einer vergleichbaren Original-Location, die in der Regel nur an Wochenenden genutzt werden kann, ist der Gerichtssaal auf dem Bavaria Filmstadt Gelände jederzeit anmietbar. Darüber hinaus bietet er sämtliche Vorteile des Studiogeländes, von der günstigen Parkplatzsituation bis zur unmittelbaren Nähe zum Licht-, Bühnen-, Kameralager und zum Fundus der FTA Film- und Theater-Ausstattung. Aufgrund der günstigeren Miete ist das Gerichtssaal-Motiv auch für kleine und spontane Drehs geeignet. Dabei müssen sich nicht unbedingt Angeklagte vor dem Richter verantworten. Mit wenig Aufwand kann man den Raum auch in ein Standesamt verwandeln: in einen Tanzsaal, eine Bibliothek oder in ein Wiener Kaffeehaus. www.bavaria-film.de/locations


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KeViN cOstNer lerNt italieNisch Text: Marc Haug

Foto: dpa/Rainer Jensen

Man hatte es im letzten Herbst bereits läuten hören, dass sich etwas anbahnt zwischen Hollywood und der Bavaria Film. Zuerst kam Hollywood-Regisseur Kevin Reynolds („Robin Hood – König der Diebe“) als Überraschungsgast zum Bavaria Film Open House. Wenige Tage später sah man ihn im Hippodrom auf dem Münchner Oktoberfest. Wo immer er auftrat, lobte er Bavaria Film als verlässlichen und kompetenten Partner und München als tolle Stadt. Und er sprach über sein neuestes großes Projekt „Learning Italian“, eine Agenten-Komödie mit Oscar®-Preisträger Kevin Costner („Der mit dem Wolf tanzt“) in der Hauptrolle, das er zusammen mit der Bavaria realisieren will. Costner, der mit Reynolds bereits bei „Fandango“, „Robin Hood – König der Diebe“ und „Waterworld“ zusammengearbeitet hat, wird in „Learning Italian“ einen in die Jahre gekommenen Geheimagenten spielen, dessen ruhiges, idyllisches Leben auf Sizilien abrupt endet, als sich die CIA wieder bei ihm meldet und ihn zurückbeordert. Gemeinsam mit seinem besten Freund versucht er, seinen vertrauten italienischen Lebensstil durch wagemutige Handlungen aufrecht zu erhalten und verärgert dabei nicht nur die Mafi a. Mehr will Costner noch nicht über den Inhalt des Films verraten, außer dass in dieser turbulenten Geschichte jede Menge unerwarteter Dinge passieren werden. „Es wird auf jeden Fall eine lustige Sache,“ sagte er. Costner wird nicht nur die Hauptrolle spielen, sondern

beteiligt sich auch als Koproduzent. Kevin Reynolds, der zusammen mit Ed Stone auch das Drehbuch geschrieben hat, wird Regie führen. Um das mit 35 Millionen Dollar budgetierte Projekt vorzubereiten, hat Bavaria Film im Herbst vergangenen Jahres eigens die Projektgesellschaft Bavaria Film Partners GmbH mit Markus Vogelbacher als Geschäftsführer gegründet, die sich als deutscher Koproduktionspartner einbringt und die anspruchsvolle Finanzierung unterstützt. Für die Wahl der Außenmotive haben sich in diesem Frühjahr Reynolds und sein amerikanisches Team während ihres Europaaufenthalts auf Location-Tour bis nach Süditalien begeben, auf der Suche nach den schönsten Außenmotiven in den idyllischen Örtchen an der sizilianischen Küste. Der Großteil der Innenaufnahmen des Films, den der FFF Bayern und der Bayerische Bankenfonds fördern, wird jedoch auf dem Studiogelände in Geiselgasteig entstehen. Hierfür sind unter anderem das 3 000 Quadratmeter große Studio 12, die Bayerische Filmhalle, sowie weitere Studiokapazitäten vorgesehen. Als Kernstück der Kulisse wird für die furiose Action-Komödie das Innere eines großen Luftschiffs nachgebaut. Für die visuellen Effekte sowie die komplette Postproduktion wird Kevin Reynolds ebenfalls auf die Infrastruktur vor Ort zurückgreifen. Das hohe fi lmtechnische Niveau Münchens sei eine der Gründe für ihn gewesen, das Projekt in Geiselgasteig zu produzieren, sagte er.


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Jana Karen und Thomas Hissia in der FTA

Für die perfekte

ILLUSION Szenenbildnerinnen wie Jana Karen gestalteten für unterschiedlichste Filme jeweils den passend eingerichteten Raum – bis ins kleinste Detail. Am allerbesten sei die Arbeit gelungen, wenn sich der Betrachter gar keine Gedanken über die Ausstattung macht. Im Fundus der Bavaria findet sie die notwendigen Requisiten, vom Alltagsgegenstand bis zum kuriosen Einzelstück. Und das für praktisch jede Epoche. Text: Christina Warta

Fotos: Robert Haas


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Es gibt Tage, da steht Jana Karen plötzlich bei Thomas Hissia vor der Tür und sagt: „Ich brauche sofort eine neue Wohnungseinrichtung.“ Und dann läuft sie eilig und voller Energie durch die Räume, wählt ein Sofa und ein paar Sessel aus, dazu Betten, Stühle und Vorhänge, lässt Teppiche abtransportieren, Lampen und Vasen, ein Telefon, einen Wecker, ein paar Bilder, Kleidung und all den anderen Krimskrams, den ein Mensch eben auch noch in seiner Wohnung hat. In eineinhalb Stunden hat Jana Karen meist alles beisammen – mal im Fünfziger-Jahre-Stil, mal in Barock, mal edel und teuer, mal billig und abgewirtschaftet. Je nachdem, wie es im Drehbuch steht.

„Szenenbild ist gestalteter Raum“ Die Wohnungen, Büros, Labors und alle anderen Kulissen, die Jana Karen entwirft und einrichtet, sind nichts als reine Illusion. Sie bilden in Kinofilmen, im Fernsehen und im Theater den Hintergrund für das eigentliche Geschehen. Für den preisgekrönten Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ von Marc Rothemund hat die Münchnerin alle Räume entworfen und realisiert: das Gewölbe, in dem die Geschwister ihre Flugblätter druckten, die Gefängniszelle, den Gerichtssaal. Die Filmarchitektin wurde dafür 2005 für den Europäischen Filmpreis nominiert. Aber auch so manchen „Tatort“ oder TV-Filme wie den „Seewolf“ von Christoph Schrewe hat sie gestaltet, ebenso wie „Die lustigen Weiber von Windsor“ (Peter Beauvais) an der hiesigen Staatsoper. „Das Szenenbild ist gestalteter Raum, die perfekte Illusion“, sagt sie, „der Zuschauer nimmt es als Realität.“ Vielen Menschen sei gar nicht bewusst, dass die meisten Räume, die man im Hintergrund eines Films sieht, nicht wirklich existieren. Die Suche nach echten Kulissen, die sich zugleich optimal für Filmaufnahmen eignen, wäre im stets hektischen Filmalltag viel zu langwierig. Also werden die idealen Räume nach Jana Karens Skizzen in Studios erst

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aufgebaut. „Wir arbeiten wie Architekten“, sagt sie über ihren Berufsstand, „aber wir reißen das Haus hinterher wieder ab.“ Am allerbesten ist die Arbeit gelungen, wenn sich der Betrachter gar keine Gedanken darüber macht, welche Möbel die Handlung umrahmen – weil einfach alles passt. Doch woher die alten Fernsehapparate nehmen mit den hübsch bespannten Lautsprecherboxen, woher den frühbarocken Stuhl, auf den später eine erschöpfte Herzogin niedersinken wird, und woher den verbeulten Blechtopf, in dem in der ärmlichen Bauernhütte die Kartoffelsuppe erwärmt wird? Jana Karen steht in einem Gebäude in der Filmstadt in Geiselgasteig, deutet auf zahllose Lampen, auf Stühle aus allen Epochen, die in den Regalen um sie herum stehen und liegen, und sagt: „Ohne einen Fundus wie diesen wären Filme nicht drehbar.“

„Wir realisieren mehrere komplette Umzüge am Tag“ Der Bavaria-Fundus heißt eigentlich „Film- und Theater-Ausstattung GmbH“, kurz „FTA“, fünf Niederlassungen gibt es deutschlandweit mit 50 Mitarbeitern. Seine Geschichte begann 1948 als Antiquitätenladen, 1969 wurde er von der Bavaria gekauft. In der Filiale im Süden Münchens sammeln, katalogisieren und verleihen die Mitarbeiter auf 9 000 Quadratmetern alles, was in Film-, Fernseh- und Theaterprojekten gebraucht wird. 13 000 Möbel und 19 000 Lampen stehen in der Lagerhalle, 110 000 Kostüme hängen auf Kleiderbügeln, 17 500 Stoffe aus allen Epochen werden dort aufbewahrt. In der Requisitenabteilung mit 72 000 Stücken gibt es afrikanische Masken, Telefone mit Brokatüberzug und sogar einen Maschinentelegrafen. Allein 100 Regalmeter stehen mit Vasen voll: aus Kristallglas, chinesisch, aus rissigem Porzellan oder von Ikea. „Pro Jahr werden bei der FTA in München 157 000 Artikel ausgeliehen“, sagt Fundus-Chef Thomas Hissia, das sei mehr als die Hälfte des Gesamtbestandes.


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Beispiele eingerichteter Räume aus den Filmen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ (oben), „Faktor 8“ (unten links), „Der Seewolf“ (unten rechts). Fotos: Jana Karen

„Wir realisieren mehrere komplette Umzüge am Tag.“ Szenenbildner und Requisiteure laufen durch die Gänge und suchen all jenes aus, was zu ihrem aktuellen Dreh am besten passt. „Zuletzt gab es einen Braunbär-Trend“, erklärt Evi Scherrer von der Kostümabteilung, „aber auch katholische Priester und Achtziger-Jahre-DDR-Style waren gefragt.“ Eine Kollegin schiebt eine Kleiderstange voller Soutanen vorbei. „Ah, da kommen ja die Kardinäle wieder“, sagt Scherrer und tritt zur Seite. Hier gibt es Ritterrüstungen, Meerjungfrauen-Kostüm­e und abgewetzte Blaumänner, Polizei-, Richter- und Kochkleidung, aber auch Socken, Schuhe, Unterwäsche, Sonnenbrillen, Manschetten­ knöpfe und geschätzte 5 000 Krawatten – niemand hier hat Zeit, sie zu zählen.

„Man findet die Schlosseinrichtung viel leichter als die Armenstube“ Beim Gang durch die endlosen Reihen zieht Evi Scherrer hier und dort eine Rarität heraus – zum Beispiel die Uniform, die der zwergwüchsige Oskar Matzerath in der „Blechtrommel“-Verfilmung getragen hat. In der Clochard-Ecke sucht sie vergeblich nach ihrem Lieblingsstück. „Er ist schon wieder ausgeliehen“, sagt Evi Scherrer. „Ein wunderbar zerschlissener Mantel, so was kriegt man künstlich nicht hin.“ Kommt in einem Film, der in München gedreht wird, ein Obdachloser vor oder ein verarmter Mann – er wird mit großer Wahrscheinlichkeit diesen Mantel tragen. Ohnehin sind die abgewetzten Dinge unter den Filmausstattern am gefragtesten. „Man findet die Schlosseinrichtung viel leichter als die Armenstube“, sagt auch Jana Karen. „Das Vergammelte, Hässliche und Verranzte ist am schwersten zu bekommen.“ Auch in der Stoffabteilung ist das gefragteste Objekt nicht aus Samt oder Seide, sondern eine zerfetzte Decke, die für „Das Parfum“ eigens hergestellt wurde, aber aussieht, als wäre sie mindestens hundert Jahre alt.

Doch nicht immer haben Szenenbildner wie Jana Karen genügend Zeit, ihre Ideen in aller Ruhe zu entwickeln. „Oft muss es sehr schnell gehen“, sagt sie. Das Wetter schlägt um, der Außendreh wird abgebrochen, nun soll im Studio weiterproduziert werden. Kurz darauf steht sie bei der FTA vor der Tür, wählt Möbel und Accessoires aus, ist nach gut einer Stunde samt vollgeladenem Lkw wieder weg. Auf den 9 000 Quadratmetern kennt sich Jana Karen vermutlich genauso gut aus wie in ihrer eigenen Wohnung – wenn nicht sogar besser. Sie hat ein Faible für historische Stoffe, sagt sie, aber: „Man muss alles beherrschen: jedes Milieu, jede Zeitepoche.“ Ein bestimmtes Lieblingsstück hat sie nicht in der FTA. „Ein Lieblingsstück darf es nicht geben“, ruft sie nun ein bisschen entsetzt, „es gibt nur die Geschichte“ – und die Objekte, die die Geschichte noch plastischer machen. „Jedes Objekt hat seine Bedeutung, der Zuschauer nimmt das unbewusst wahr“, davon ist Jana Karen überzeugt. Wenn die Szenenbildnerin mit Fundus-Chef Hissia beisammensitzt, ist das ein bisschen wie bei einem Klassentreffen – sie erzählen sich eine Anekdote nach der anderen. „Weißt du noch, wie ich sechs weiße Schreibtische brauchte?“, sagt Jana Karen. „Das wäre nicht das Problem gewesen“, sagt Hissia, „wenn sie sie nicht unbedingt am nächsten Tag gebraucht hätte.“ Sie haben diese Schreibtische für ein modernes Labor in dem Fernsehfilm „Faktor 8“ am Ende irgendwie aufgetrieben, natürlich. Die schönste Anekdote aber ist die, die Jana Karen vor über 30 Jahren zur Szenenbildnerin und Filmarchitektin gemacht hat. Im Kino war sie an diesem Abend, hat „Cabaret“ mit Liza Minelli gesehen. „In einer Szene war ein wunder­ voller Sekretär zu sehen“, sagt Jana Karen, „und ich dachte mir damals: Das ist es, was ich machen will.“ Jahre später kam sie zum ersten Mal in den Fundus auf dem Bavaria-Gelände, „und hier stand er: der Sekretär. Das war ein wunderbarer Moment“.


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DEN SOUNDTRACK NACH VORNE STELLEN Bavaria Sonor würdigt Filmmusik mit neuem Soundtrack-Label Text: Sina Schymanski

Foto: Marc Haug

Was wäre ein Film ohne seine Musik? Karin Gatzke, Projekt Managerin der Bavaria Sonor erzählt von einem Workshop, bei dem eine bestimmte Szene jeweils mit unterschiedlicher Musik unterlegt wurde. „Es ist erstaunlich: Die Szene konnte amüsant aber auch spannend bis hin zu gruselig wirken.“ Wie wichtig die Musik für einen Film ist, erkennt man erst, wenn sie weggelassen wird oder unpassend erscheint. Filmmusik transportiert die Emotionen und setzt diese beim Publikum frei. So ist es der Bavaria Sonor ein besonderes Anliegen geworden, mit ihrem neuen Soundtrack-Label „Bavaria Sonor Records“ der Filmmusik und deren Komponisten eine besondere Wertschätzung zuteil werden zu lassen und ihren Stellenwert im deutschen Film zu heben. Denn ein Film ohne Musik ist wie eine Speise ohne Salz. Vorgestellt wurde das neu gegründete Label auf der vergangenen Soundtrack-Messe in Köln, wo Bavaria Sonor Geschäftsführer Dr. Rolf Moser, dessen Musikverlag in den vergangenen 30 Jahren zahlreiche Soundtrackalben von erfolgreichen Produktionen wie „Das Boot” oder „Comedian Harmonists” an verschiedene Tonträgerfi rmen lizenziert hatte, die Strategie erläuterte. „In jüngster Zeit haben wir festgestellt, dass die großen Tonträgerfirmen mit Rücksicht auf ihre internationale Geschäftspolitik dieses Marktsegment nur noch in wenigen Ausnahmefällen bedienen“, sagt Moser. Vielen kleinen Labels fehlt der Zugang zur Film- und TV-Industrie sowie die Erfahrung in der begleitenden Vermarktung. Mit einem eigenen Soundtrack-Label schließt Bavaria Sonor nun diese Lücke. Schließlich bieten zahlreiche Filmkompositionen auch losgelöst vom Medium Film und Fernsehen einen beeindruckenden Hörgenuss und haben eine eigenständige künstlerische Wertigkeit. Das gilt unbestritten für das erste Projekt, die Filmmusik zur legendären Bavaria-Produktion „Raumpatrouille Orion“, die Peter Thomas in den sechziger Jahren für Deutschlands erste Science-Fiction-Serie komponierte. „Damals bestand die Herausforderung darin, einen völlig neuen Sound zu schaffen“, erzählt der 84-Jährige auf der Soundtrack-Cologne, wo er gemeinsam mit Helmut Zerlett am Keyboard anlässlich der Label-Gründung noch einmal die sphärischen OrionKlänge des „New Astronautic Sound“ zum Besten gab. Der originale Orion-Soundtrack wurde jetzt als LP herausgebracht und auf einer CD, die zusätzlich einige bisher unveröffentlichte Bonustracks enthält, die der legendäre Filmmusik-Komponist ausgegraben hat. „Ein hochwertiges Booklet macht diese Veröffentlichung erst recht zu einem echten Sammlerstück“, sagt Kadir Karakaya. Er ist seit Herbst 2009 der Label Manager, der die Musik unter dem Label Bavaria Sonor Records ins Rampenlicht stellt und auf Tonträgern herausbringt. Die Filmmusik zu Dieter Wedels FernsehZweiteiler „Gier“, welche parallel zur Ausstrahlung in der ARD Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, ist die zweite SoundtrackAuswertung des Labels. Hierzu hat der Komponist Eberhard Schoener

Peter Thomas mit Helmut Zerlett

einmalige Songs geschrieben und in einigen Stücken auch die Schauspieler, wie Harald Krassnitzer und Ulrich Tukur, singen lassen. Anouschka Renzi ist die Überraschung des Albums, denn sie überzeugt mit einer sexy Stimme, und auch ein neu aufbereiteter Song von Sting, zusammen mit Eberhard Schoener ist zu hören. Nur wenigen ist bekannt, dass er bereits früh mit Sting und Police zusammengearbeitet hat. Die Illustrationsmusik zu „Gier“ stammt vom Grammy-Gewinner Harold Faltermeyer („Beverly Hills Cop“, „Top Gun“ etc.). Ziel sei es nicht, wie bei vielen anderen Labels mit aktueller Musik, in erster Linie großen Umsatz zu machen, sondern eine Marktnische zu bedienen. „Wir verkaufen Emotionen“, sagt Barbara Krämer, Projekt Managerin von Bavaria Sonor. Aus ihrer langen Erfahrung im Musikgeschäft versteht sie, dass Filmkomponisten um größere Anerkennung für ihre Leistung ringen – auch weil die Anforderungen oftmals nicht bei der künstlerischen Umsetzung aufhören. Manchmal muss der Komponist den Film sogar „retten“, und ist damit am Ende nicht nur kreativer Kopf, sondern auch Dienstleister am Kunden. Die beiden Projekte, „Raumpatrouille Orion“ und „Gier“, sollen erst der Anfang sein. Mit der nötigen Leidenschaft für die Musik und dem richtigen Riecher wird sich Bavaria Sonor Records weiter auf die Suche nach Musikschätzen aus Film und Fernsehen machen. Fünf bis zehn Veröffentlichungen sollen in diesem Jahr auf den Markt gebracht werden. Angedacht ist beispielsweise eine Hommage an JosephVilsmaier-Filme und deren Musik. Zurzeit ist eine „Sturm der Liebe“-Compilation zur gleichnamigen Telenovela in Arbeit. Die beliebtesten Liebeslieder sowie Teile der Filmmusik werden auf diesem Album die zahlreichen Fans erfreuen. Bald wird das Label auch Hörbücher in Angriff nehmen. „Das ist eine interessante Nische, die sich für manche Filmstoffe anbietet. So kam die Idee auf, im Rahmen unseres Labels die Produktion von Hörbüchern selber in die Hand zu nehmen“, sagt Kadir Karakaya. Anbieten würden sich hier beispielsweise große TV-Mehrteiler sowie Kinofilme aus der Bavaria Film-Gruppe. Um den Flair des Filmes zu erhalten, könnten Original-Tonspuren eingespielt und mit einer begleitenden Sprecherstimme kombiniert werden. Solche Projekte wären in erster Linie für Liebhaber von Filmklassikern gedacht. Hörbücher erfreuen sich zunehmender Beliebtheit auch im Kreis der Cineasten.


KENNED Gรถteborg liegt eigentlich in Geiselgasteig


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Hochkarätig besetzt und spannend bis zum Schluss: Als Eventzweiteiler am Ostersamstag begeisterte „Kennedys Hirn“ die ARD-Zuschauer. Die Verfilmung des gleichnamigen Henning Mankell-Romans wurde von Januar bis April 2009 auf zwei verschiedenen Kontinenten mit einem enormen organisatorischen und kreativen Aufwand gedreht. Bis zum Endergebnis, dem 180-minütigen Zweiteiler, war es ein langer Weg. Dieser begann auf dem Bavaria Film-Gelände in Geiselgasteig. Text: Franziska Zilch Fotos: Jim Rakete

Gedreht auf dem Bavaria Film-Gelände: Iris Berben als Louise Cantor und Hans-Michael Rehberg als Ingvar Holmquist in ihrer Wohnung in Göteborg. Foto: Marco Meenen

Filmpremiere in München. V.l. Volker Herres, Iris Berben, Mata Gabin, Ronald Mühlfellner und HansWolfgang Jurgan. Foto: Thomas Furtmayr

Auf der Suche nach einem Partner für die filmische Realisierung von „Kennedys Hirn“ kam die schwedische Produktionsfirma Yellow Bird, die auch die Rechte des Mankell-Stoffs besaß, auf die Bavaria zu. „Wir fanden es spannend, waren sofort an dem Projekt interessiert“, erklärt Ronald Mühlfellner, ausführender Bavaria-Produzent von „Kennedys Hirn“. Diesem Anfang folgte ein zweijähriger Prozess. Henning Mankell, der eine Hälfte des Jahres in Schweden, die andere in Mosambik lebt, war es ein Bedürfnis, dass Regisseur, Drehbuch­ autor und Produzent zu ihm nach Mosambik reisen, und zwar bevor die ersten Zeilen des Drehbuchs geschrieben wurden, also weit vor Drehstart. Sie sollten sich ein Bild von dem afrikanischen Land machen, es kennenlernen. Die Entwicklung des Drehbuchs erwies sich als nicht einfach. Denn die Romanvorlage wirft sehr viele Fragen auf, liefert aber nur wenige Antworten. Auf eine Auflösung am Ende wartet der Leser vergeblich. Warum ist Henrik gestorben? Woran? Und falls er ermordet wurde, von wem und warum? All dies bleibt im Roman ein Rätsel. Doch für einen großen Fernsehzweiteiler müsse man auf diese Fragen Antworten finden, meint Mühlfellner. Bei einem Treffen in Mosambik von Produzent, Schriftsteller und Regisseur ermunterte Henning Mankell das Team eigene Lösungen zu finden. „Wir haben an kongenialen Lösungen gearbeitet, die mit dem Roman kompatibel sind.“, so der Produzent. Mankell gefielen die Ideen der Filmemacher, und er segnete schließlich das Drehbuch ab. Internationale Starbesetzung Der Autor räumt sich bei den Verfilmungen seiner Romane neben dem Abnahmerecht für das Drehbuch auch Mitsprache bei der Wahl des Regisseurs und der Schauspieler ein. Mit dem Schweizer Urs Egger als Regisseur, der schon einmal bei der Verfilmung eines MankellRomans, „Die Rückkehr des Tanzlehrers“, glänzen konnte, zeigte sich der Autor ohnehin sehr zufrieden. Vor allem die Besetzung der Hauptfigur war Henning Mankell sehr wichtig. Mit Iris Berben in der Rolle der Louise Cantor, war er sehr glücklich. Der Zweiteiler wartet insgesamt mit einer großen internationalen Starbesetzung auf. Neben Hauptdarstellerin Iris Berben spielt Heino Ferch die Rolle des Klinikarztes Dr. Christian Holloway, Hans-Michael Rehberg ist als Louises Vater Ingvar Holmquist besetzt. Hochkarätige schwedische Stars wie Michael Nyquist als Attaché des schwedischen Botschafters Lars Hakansson und Rolf Lassgard, der Prof. Per Hellström verkörpert, schmücken die Darstellerriege. Der französische Schauspieler Christophe Malavoy (als Aron Cantor) und die aus Afrika stammende


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Henning Mankel und Iris Berben, auf der vorherigen Doppelseite mit Urs Egger, Heino Ferch und Ronald Mühlfellner, Fotostrecke: Jim Rakete

Mata Gabin in der Rolle von Henriks Freundin Lucinda gehören eben­ falls dem Cast an. Im Mittelpunkt von „Kennedys Hirn“ steht die 55-jährige schwedische Archäologin Louise Cantor, die ihren Sohn Henrik tot in dessen Wohnung in Göteborg auffindet. Alles weist auf Selbstmord durch eine Überdosis Schlaftabletten hin. Außerdem stellt sich heraus, dass Henrik HIV-positiv war. Für die Polizei ist der Fall geklärt. Doch Louise glaubt nicht an den Suizid ihres Sohnes. Sie ist sich sicher, Henrik wurde umgebracht. Um den Mörder ihres Sohnes zu finden, begibt sich Louise zusammen mit Aron Cantor, ihrem Ex-Mann und Henriks Vater, auf Spurensuche. Diese führt sie zuerst in die Hauptstadt Südafrikas, nach Kapstadt. Als Aron dort getötet wird – es scheint wie ein typischer Raubüberfall auf einen Touristen – , will Louise ihre Nachforschungen aufgeben und zurück nach Schweden reisen. Doch im letzten Moment entscheidet sie sich, einer Spur nach Mosambik zu folgen. Louise findet schließlich heraus, dass Henrik, der als Journalist arbeitete, einem humanitären Skandal auf der Spur war, der sich in einer staatlich geförderten Klinik abgespielt hatte. Doch die entscheidende Spur führt nach Schweden zurück. Zehn von 51 Drehtagen in Geiselgasteig Insgesamt waren an der 6,1 Millionen Euro teuren Produktion mehr als tausend Mitarbeiter vor und hinter der Kamera beteiligt. Ein gut funktionierendes Zusammenspiel von schwedischen, deutschen, französischen, südafrikanischen und mosambikanischen Kollegen bereicherte die Dreharbeiten. Gemeinsam konnten die anstrengende Planung, Organisation und der kreative Anteil geleistet werden. Die aufwendigen Sets führten das Team auf zwei verschiedene Kontinente, von Schauplätzen im winterlichen Schweden über Südafrika und schließlich nach Mosambik. Gedreht wurde in den Städten Göteborg, Kapstadt und Maputo. Doch die erste Klappe von „Kennedys Hirn“ fiel im Januar 2009 in München/Geiselgasteig. Geiselgasteig war für die Produktion ein bedeutsamer Drehort, an dem zehn der insgesamt 51 Drehtage stattfanden. In den Studios der Bavaria entstanden wesentliche Innenmotive, die im Film in Schweden spielen. So haben unter anderem Henriks Wohnung, Ingvars Haus oder das Stockholmer Polizeirevier eigentlich die Adresse Münchner Straße, Geiselgasteig. Bavaria-Produzent Ronald Mühlfellner erklärt, die Entscheidung für die Bavaria Studios sei ganz bewusst gefallen, schließlich hätte man ja durchaus auch in Schweden drehen können. Auf dem Studio-Gelände fand man ideale Drehbedingungen und optimale Voraussetzungen vor. Ein Dreh im winterlichen Schweden wäre sehr mühsam gewesen.

Aber vor allem konnte sich das ganze Team dadurch, dass der Studiodreh gleich zu Beginn der gesamten Aufnahmen gelegt wurde, in Ruhe kennenlernen und aufeinander einstellen, bevor weitere Szenen in Göteborg gespielt wurden und schließlich der Hauptdreh in Afrika stattfand. Den Verantwortlichen war es zudem wichtig, der Crew gleich in den ersten Drehtagen das Erfolgserlebnis zu ermöglichen, konzentriert arbeiten und viel Material an einem Stück drehen zu können. Denn bei den folgenden Außendrehs sollten etwa aufgrund des Wetters oft nur wenige Minuten an Filmmaterial pro Tag entstehen. Laut Produzent Ronald Mühlfellner hat es sich bewährt, die erste Klappe auf dem Bavaria-Gelände fallen zu lassen, auch wenn im Film kein deutscher Inhalt vorkommt. Das Team hat in Geiselgasteig „sehr gute Erfahrungen gemacht, die Motive haben wunderbar funktioniert“. Erfolgreiche Filmpremiere in München Mit der Mischung aus Roadmovie und politischem Thriller gelang ein hochkarätig besetzter und bis zur letzten Minute spannender Eventzweiteiler, den die ARD prominent im Osterprogramm platzierte. Ganz im Sinne des politischen Autors Henning Mankell steht neben der Handlung auch der Ort, an dem das Geschehen stattfindet, im Vordergrund. Der Film zeichnet sich nicht nur durch eine packende Geschichte aus, sondern macht auch auf die Lebenssituation in einem der ärmsten Länder Afrikas aufmerksam. Bereits bei der Premiere am 16. März 2010 in den Münchner Forum­ kinos wurde „Kennedys Hirn“ in Anwesenheit der Hauptdarsteller und der Macher des Films vom Publikum gefeiert. ARD-Programmdirektor Volker Herres charakterisierte in seiner Premierenansprache den Film so: „Er ist ein Psychogram, aber er ist auch ein Kammerspiel, ebenso wie ein Thriller mit sozialpolitischem Sprengstoff und atemloser Krimispannung. Perfekte Unterhaltung und gleichermaßen ein furioses ‚J’accuse‘“. Dem Zynismus und der Egozentrik der westlichen Welt werde ebenso der Spiegel vorgehalten wie der vor nichts halt­ machenden Korruption skrupelloser Cliquen, in der viele arme Länder Afrikas zu versinken drohen. Und gerichtet an die Leistung von Team und Darstellern lobte er: „Was für eine Herausforderung, aus dieser Ansammlung scheinbar widersprüchlicher Zielsetzungen und Stilmittel einen Fernsehfilm aus einem Guss zu machen.“

„Kennedys Hirn“ ist eine Koproduktion der Bavaria Pictures, Yellow Bird und der ARD Degeto für Das Erste in Zusammenarbeit mit dem ORF. Die Dreharbeiten wurden realisiert von der Bavaria Fernsehproduktion.


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KURZ MELDUNGEN

Foyer für Studio 9

Studio 9 ist der Ort für große TV-Shows. Hier fanden große TV-Ereignisse statt wie 2006 zum Beispiel die bewegende Feier zu Johannes Heesters 100. Geburtstag, Spendengalas für die Welthungerhilfe oder der Jahresrückblick 2009 für das ZDF mit Thomas Gottschalk. Ein neuer FoyerAnbau sorgt jetzt für eine noch schönere Atmosphäre vor dem Event und bei der Aftershow-Party.

Katja Riemann dreht mit Stephan Krohmer In der Drehvilla 3 sowie weiteren Motiven auf dem Gelände, in und um München entsteht der neue Film des Grimme-Preis gekrönten Duos Stephan Krohmer (Regie) und Daniel Nocke (Drehbuch). Katja Riemann spielt in „Eine fremde Familie“ die Übersetzerin Ira Wolfens, die ihren pflegebedürftigen Vater zu sich holt und damit ihr gesamtes bisheriges Leben in Frage stellt. Bavaria Fernsehproduktion produziert im Auftrag des BR. Drehzeit ist vom 16. März bis 21. April 2010.

Der neue 5er in Geiselgasteig

CineMedia AG zieht nach Geiselgasteig

Jede Menge Prominenz, darunter TatortKommissar Miroslav Nemec, Ursula Prinzessin von Bayern oder Regine Sixt, versammelte sich am 18. März 2010 in Studio 9, als BMW mit einer großen Eventgala dort seine neue 5er-Limousine vorstellte. Dazu spielten die „Sportfreunde Stiller“ – was nach ihrem Besuch in der StuntshowKulisse vor einem Jahr bereits ihr zweiter Auftritt in der Bavaria Filmstadt war.

Die Zentrale der CineMedia AG zieht von der Münchner Orleansstraße in die Bavaria Filmstadt. Damit rückt sie in die unmittelbare Nähe zu ihrer operativen Tochter CinePostproduction Bavaria Bild & Ton. Im Sommer werden die Räume im neu errichteten Gebäude, das aufgrund der günstigen Südausrichtung des Dachs mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet ist, bezogen.


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Lola-Nominierungen für Wickie

„Picco“ ausgezeichnet

Der erfolgreichste deutsche Film des Jahres 2009 „Wickie und die starken Männer“ (Rat Pack/Constantin Film/herbX film), dessen Studiodreh und Postproduktion in Geiselgasteig stattfanden, wurde im Rennen um den Deutschen Filmpreis in vier Kategorien nominiert: Beste Tongestaltung (Michael Kranz und Ben Rosenkind), Beste Filmmusik, Bestes Szenenbild und Bestes Maskenbild.

Philip Koch, seit letztem Jahr Mitarbeiter in der „Werkstatt Bavaria“, einem Förderprojekt der Bavaria Film, wurde für seinen Film „Picco“ beim Max-Ophüls-Preis mit dem zweiten Hauptpreis (Preis des saarländischen Ministerpräsidenten) ausgezeichnet. Entwickelt wurde der Kinostoff „Picco“ im First Movie Program.

TV-Klassiker aus Geiselgasteig auf DVD

EuroVideo hat im Frühjahr die inzwischen zweite DVD-Box der Kultserie „Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger“ auf den Markt gebracht. Die dritte DVDCollection der Vorabendserie der Bavaria aus den 60er und 70er Jahren mit den Volksschauspielern Beppo Brem, Maxl Graf und Fritz Strassner erscheint im April.

Traditioneller Empfang

Vom 28. Juni bis 3. Juli 2010 findet das 28. Filmfest München statt. Einer der gesellschaftlichen Höhepunkte ist der traditionelle Bavaria Film Empfang am 29. Juni im Künstlerhaus am Lehnbachplatz, bei dem, wie jedes Jahr, die Prominenz aus Film und Fernsehen geladen ist.

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022 Film 22 Mag Eric Pleskow, geboren am 24. April 1924 in Wien.

Zeitzeugen

Eric Pleskow

meets Geiselgasteig

1945 kam der US-Filmoffizier Eric Pleskow zur Bavaria und leitete drei Jahre die Studios in Geiselgasteig. Es war der Startpunkt einer beispiellosen Karriere zu einem der erfolgreichsten Filmproduzenten im internationalen Filmgesch채ft der letzten Jahrzehnte. Vor einigen Monaten stattete Pleskow der Bavaria einen Besuch ab. Text und Foto: Marc Haug


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Diesmal kommt Eric Pleskow mit dem Flugzeug nach München. Pleskow, der heute in Connecticut, USA, lebt, in Wien geboren wurde, wegen der Nazis emigrierte, die amerika­nische Staatsbürgerschaft annahm, als Besatzungssoldat in Europa eingesetzt wurde und 1945 als Filmoffizier der US-Army die Leitung der Bavaria Studios übertragen bekam, nutzt seinen Aufenthalt bei der letzten Viennale für einen Abstecher zur Bavaria. Dem Ort, wo der heute 85-jährige Pleskow seine eindrucksvolle und einzigartige internationale Karriere im Filmgeschäft begann. Wir haben ihn eingeladen, das FilmstadtGelände zu besuchen und uns über seine Zeit bei der Bavaria zu erzählen. Während wir vom Flughafen über Grünwald Richtung Geiselgasteig fahren, an den Grünwalder Villen vorbei, uns der Haupteinfahrt am Bavariafilmplatz 7 nähern, schildert der damalige US-Offizier, wie er im Frühjahr 1945 auf dem Gelände der Filmstadt Geiselgasteig ankam. Im Panzer, mit Stahlhelm und in Uniform. „Damals war hier weitgehend unbebautes Land mit wenigen Studiohallen. Es weideten sogar Kühe auf dem Gelände,“ erinnert sich Pleskow. „Als wir eintrafen, waren wir überrascht, dass in einer Halle tatsächlich noch gearbeitet wurde. Erich Engel drehte den Film ‚Wo ist Herr Belling?’. Außen leuchtete das rote Licht zum Zeichen, dass niemand das Studio betreten dürfe. Als wir dennoch die Studiotüre öffneten, zischte der Regisseur: ‚Psst, es wird gedreht!’ Als ob er noch Herr des Geschehens sei.“ Das Sagen hatte jetzt das US-Militär, das für die Entnazifizierung und Neuordnung der Filmproduktion in der amerikanischen Besatzungszone sorgen sollte. „Typisch Filmleute“, lacht Pleskow heute über Engels Reaktion, und man kann sich vorstellen, dass er die Anekdote schon oft zum Besten gegeben hat, in den folgenden Jahrzehnten, in denen er ebenfalls zu einem derjenigen wurde, die ihr Leben dem Film verschrieben haben: Er lebte und arbeitete lange in Deutschland, Südafrika, Frankreich und den USA, prägte als Chef großer Filmgesellschaften den USamerikanischen und europäischen Film, wurde Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Science, die für die Oscar®-Verleihung verantwortlich ist und ist seit 1998 Präsident der Viennale und Ehrenbürger der Stadt Wien. Die Dreharbeiten zu Engels Film wurden also unterbrochen. Allerdings nicht, weil der damalige Filmstar und Hauptdarsteller Emil Jannings erkrankt war. Pleskow ärgert sich, dass diese Version der Geschichte immer wieder erzählt wird. „Ich kann Ihnen sagen, so war das nicht!“ Und er reklamiert für sich: „Ich war es, der ihnen gesagt hat: Jetzt ist der Krieg zu Ende, da ist auch der Film zu Ende.“ Damals kam ihm die Situation gespenstisch vor, sagt er. Heute schmunzelt er

darüber. „Vielleicht bilde ich es mir ein, aber als ich anfing mit den Leuten zu sprechen – mit leichtem österreichischem Akzent – kam es mir vor, dass sie die Augen verdrehten und irritiert dachten: ‚Schon wieder einer aus Österreich’.“ Wie kommt ein amerikanischer Soldat mit gerade mal 21 Jahren dazu, Chef der Bavaria Studios zu werden? General McCure war auf der Suche nach einem im Filmgeschäft erfahrenen Soldaten, der die traditionsreichen Studios im Süden von München kontrollieren solle. Pleskow, der bereits in New York als Cutter von Dokumentarfilmen Erfahrung gesammelt hatte, fiel auf, weil er unter der Berufsbezeichnung „filmtechnician“ geführt wurde. Ob er sich zutrauen würde, einen Atelierbetrieb zu führen, wurde er vom damaligen Chef der Information Control Division gefragt. Seine Antwort war, obwohl er heute zugibt, damals nicht die Spur einer Ahnung vom Studiogeschäft gehabt zu haben: „Yes, I can!“ In Geiselgasteig fand er ein Studiogelände vor, das vom Krieg weitgehend verschont geblieben war, sich allerdings in einem maroden Zustand befand. Es fehlte an allem. An Nägeln, an Holz, an Baumaterial. Pleskows Aufgabe

„Trotz der schweren Zeiten hatte man den Eindruck, dass sich etwas bewegt.“ bestand zunächst darin, das Nötigste wieder instand zu setzen. „Zu keiner Zeit jedoch war geplant, Geiselgasteig als Filmstandort aufzugeben,“ betont Pleskow. Im Gegenteil: Es sollten dort wieder Filme gedreht werden, damit die Kinos wieder „sauberes“ Programm zeigen konnten. Die Leute sollten von der Straße geholt werden, man musste ihnen wieder Arbeit geben. Denn die Menschen waren ausgelaugt und litten Hunger. „Es kam vor“, erzählt Pleskow betroffen, „dass die Arbeiter vom Hunger geschwächt von den Beleuchterbrücken gefallen sind. Deswegen organisierte ich Nahrungsmittel für die Kantine. Obwohl es verboten war, fuhr ich alle zehn Tage mit dem Auto eines US-Oberst und mit einem deutschen Komplizen als Chauffeur nachts zu einem Metzger an den Tegernsee und tauschte Fleisch gegen Zigaretten und Seife, die in­ offizielle Währung damals.“ Zur Belebung der Filmwirtschaft haben die Amerikaner zügig wieder Kinos eröffnet. Das erste im Juni 1945 in München und dann hunderte weitere im Umland. Was fehlte, waren Filme, die den Kriterien der ideologischen Neuausrichtung entsprachen. Die Synchron-

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studios und das Kopierwerk hatten Hoch­ konjunktur. Diese beiden Bereiche waren die einzigen, die unmittelbar nach dem Krieg weiterarbeiten durften. „Ab September 1945 haben wir die britisch-amerikanische Wochen­ schau ‚Welt im Film’ produziert und es entstanden Dokumentarfilme. ‚Todesmühlen’ beispielsweise, ein typischer Re-EducationFilm, den die deutsche Bevölkerung in den englischen und amerikanischen Besatzungsgebieten anschauen musste, weil sie ungeschönt die Verbrechen des nationalsozia­l­is­ tischen Deutschlands sehen sollte. Der ‚Allgemeine Filmverleih’ wurde gegründet, mit ein paar englischen, französischen und auch einigen russischen Filmen. Und kein Mensch hier ging in die russischen Filme,“ erinnert sich Pleskow, der Amerikaner. Eric Pleskow bewohnte damals eine Villa aus der Jahrhundertwende auf dem FilmstadtGelände. Am Abend wurde sie oftmals kultureller Treffpunkt für prominente Film- und Theaterleute. Erich Kästner und Gerd Fröbe kamen zu Besuch. Hans Albers kam, oft begleitet von seiner Lebensgefährtin Hansi Burg. Ilse Werner, Winnie Markus und Paul Verhoeven (mit Sohn Michael Verhoeven) waren regelmäßige Gäste. „Trotz der schweren Zeiten hatte man den Eindruck, dass sich etwas bewegt.“ Bald wurde in der Bavaria wieder produziert. Die Neue Deutsche Filmgesellschaft siedelte sich hier an. Harald Braun, Regisseur und Mit­ begründer, realisierte den Film „Zwischen Gestern und Morgen“. Es war die erste deutsche Produktion aus der amerikanischen Besatzungszone, die 1946 eine Lizenz erhielt. Paul Verhoeven hat auf dem Bavaria FilmGelände 1947 ebenfalls einen Nachkriegsfilm gedreht: „Du bist nicht allein“, u.a. mit Carola Höhn, jener Schauspielerin, mit der Eric Pleskow bis zu ihrem Tod eine tiefe Liebe und jahrzehntelange innige Freundschaft verband. Viele Verleihfirmen entstanden – große Namen wie Herzog-Film oder Verleih Schorcht. Schnell zeigte sich, dass Pleskow das StudioGelände nicht nur verwalten, sondern auch kreative Impulse setzen wollte. Mit Helmut Käutner beispielsweise. „Ein toller Filme­ macher aus Hamburg“, sagt Pleskow. Er hatte in den 40er Jahren mit „Große Freiheit Nr. 7“, „Unter den Brücken“ und mit „Kleider machen Leute“ großartige Filme geschaffen, die zudem dem Weltbild der Nazis widersprachen, weswegen Käutner nach dem Krieg weiter produzieren durfte. In der Bavaria drehte er 1948 „Der Apfel ist ab“. Das einzige gemeinsame Projekt, wie Pleskow im Rückblick bedauert, aber dafür eines, das er in besonderer Erinnerung behalten sollte: In diesem Film wollte man sich in satirischer Weise der Frage nähern, was damals im Paradies beim Sündenfall zwischen Adam und Eva tatsächlich geschehen sei. Ein Stoff, den die Kirche bis


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Von links nach rechts: Eric Pleskow bei der Vorstellung seiner Biographie in Geiselgasteig. Achim Rohnke und Eric Pleskow in den Tonstudios. Billy Wilder bei den Dreharbeiten zu „Eins, zwei, drei“. Die Filmstadt Geiselgasteig 1955.

in die höchsten Hierarchien aufhorchen ließ. Sie fürchtete, dass womöglich die Darsteller nackt vor der Kamera stehen würden. Kardinal Faulhaber und Weihbischof Neuhäuser waren empört. Pleskow kümmerte das nicht. Im Gegenteil, einen Pfarrer, der das Drehbuch inspizieren sollte, hatte Pleskow kurzerhand aus dem Studio geworfen, weil er keine Einmischung dulden wollte. Ein Eklat, der wiederum ihm gehörigen Ärger mit der Militärregierung einbrachte. Man drohte Pleskow mit dem Rausschmiss aus der Armee. Das Ende indes war versöhnlich: Pleskow und der Weihbischof wurden Freunde, und den Kardinal bewegte er zu seinem ersten Kinobesuch im Leben – was allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen musste. Eine besondere Begegnung trug sich im Winter 1947 zu. Der amerikanische MusikOffizier, der im zerstörten München verzweifelt eine Unterkunft für Leonard Bernstein suchte, brachte den damals schon bekannten Dirigenten und Pianisten in der Geiselgasteig-Villa unter. „Bernstein und ich haben uns sofort sehr gut verstanden, obwohl ich eigentlich nicht über klassische Musik diskutieren konnte.“ Fast drei Jahrzehnte später haben sich die beiden bei einem Konzert in der Carnegie Hall in Manhattan wieder getroffen. Als Pleskow auf ihn zuging und meinte „Sie werden sich nicht an mich erinnern“, erwiderte Bernstein: „Aber natürlich. München 1947. Ich wohnte bei Ihnen, es war eiskalt, und wir tranken Whiskey.“ Wenn man Pleskow heute zuhört, wie er aus seinem Geiselgasteiger Erlebnisschatz plaudert, ahnt man, wie sehr die Bavaria in diesen Jahren Teil seines Lebens geworden ist. Heute sei sein Besuch in der Bavaria ein wenig wie eine Zeitreise. Was sich verändert habe? Anders als heute wurden die Studios

damals nicht ständig bespielt. Heute sei es gut, sagt der erfahrene Filmemacher, wenn das Fernsehen für eine gesunde Grundauslastung sorge – und er bekommt unumwunden den Beweis geliefert, dass dem so ist: Im Bistro begegnet er der Schauspielerin Judith Hildebrand aus der Telenovela „Sturm der Liebe“, die ihn bewundernd mit großem Augenaufschlag anschaut, als sie erfährt, wer vor ihr steht. Pleskow verteilt charmant ein Kompliment, sie wirft ihm zum Abschied

„Es war absurd. Um den Film fertigstellen zu können, zogen wir 500 kilometer weiter aufs Bavaria-Gelände.“ eine Kusshand zu und Pleskow erzählt, wie es damals war, als junger Mann Anfang zwanzig in Geiselgasteig. Um älter zu wirken, ließ er sich einen Schnurrbart wachsen. Und wenn man auf dem Gelände in Damenbegleitung unterwegs war, gab es schnell Gerede. In Studio 4/5, jener Filmhalle, in der Pleskow damals die Dreharbeiten von „Wo ist Herr Belling?“ unterbrach und in dem heute der „Marienhof“ produziert wird, schaut sich Pleskow interessiert die Kulissen an. Er zeigt sich beeindruckt, dass das Studio noch immer bespielt wird. „So schön sah das damals natürlich nicht aus. Die Wände waren provisorisch mit Holz verkleidet. Wir hatten damals einen extrem harten Winter, das Eis stand in den Ritzen, es zog und war eisig kalt.

Die Menschen froren, das waren so harte Bedingungen, dass es unter den Arbeitern sogar einmal zum Streik kam.“ Und es gab Wohnungsnot im zerstörten München. „Ich musste zusehen, Quartiere für die Kameraleute, Regisseure, Beleuchter und Schauspieler zu finden. Zum Teil haben sie in den Garderoben gewohnt, andere habe ich in den umliegenden Häusern untergebracht. Bei mir war keiner obdachlos“, sagt Pleskow stolz. Leicht war das nicht, aber irgendwie musste es gehen. Es gab beispielsweise in der Grünwalderstraße ein Haus, wo das Dachgeschoss ausgebaut wurde. Oder die Villa von Ulrich Graf in Grünwald, die Pleskow vom US-Militär räumen ließ. „Ulrich Graf war Schuld an Hitler als solchem,“ erklärt Pleskow. „Er war Hitlers persönlicher Leibwächter, der sich während des Hitler-Ludendorff-Putsches 1923 vor Hitler geworfen hatte, mit mehreren Einschüssen verletzt wurde und zum Dank für seine ‚Heldentat’ von der Stadt München jene Villa in Grünwald eingerichtet bekam.“ „Sie verstehen, dass ich damals nicht sonderlich große Sympathie für die Deutschen empfinden konnte. Ich bin nicht hergekommen, nur um dem deutschen Film zu helfen, sondern auch, um den amerikanischen zu etablieren.“ Damit hatte er im Übrigen eine grundsätzlich andere Haltung als Erich Pommer, der als Produzent von „Metropolis“ und „Der blaue Engel“ bereits Weltruhm erlangt hatte und 1946 zum ranghöchsten amerikanischen Filmoffizier in Berlin ernannt wurde. Mit Pommer habe er sich nie wirklich verstanden. Pommer wollte den deutschen Film zügig wieder wettbewerbsfähig machen. Pleskow bestand hingegen darauf, dass die deutsche Filmwirtschaft dezentral über die Länder neu aufgebaut wird. Dass er, der junge Pleskow,


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sich gegen den erfahrenen, weltberühmten Produzenten Pommer aufzulehnen wagte, erzählt Pleskow nicht ohne Stolz. Vor allem, weil sich das Konzept einer dezentralen Filmwirtschaft durchsetzte. Und mit leichter Genugtuung zitiert er Pommer mit dem Satz: „Ich werde Bayern nicht betreten, solange Eric Pleskow hier ist.“ Das war erst 1948 möglich. Da hat Pleskow die Bavaria verlassen, freiwillig, wie er betont, weil er nicht berufsmäßig Besatzungsoffizier sein wollte.

„Eins, zwei, drei“ hat Pleskow zwar in Berlin vorbeigeschaut, zum Drehort in Geiselgasteig ist er nicht gefahren. So dauerte es ganze 50 Jahre nach seiner Zeit bei der Bavaria, bis er wieder mit dem Filmstadt-Gelände in Berührung kam. Das war 1998 am Rande des Münchner Filmfestes, als er den CineMerit Award für sein Lebenswerk erhielt – überreicht übrigens von Michael Verhoeven.

Erst 13 Jahre später – inzwischen war Pleskow Chef des großen US-Labels „United Artists“ – kam er mit einem Projekt zur Bavaria zurück, mit Billy Wilders genialer Komödie „Eins, zwei, drei“. Pleskow war am 13. August 1961 in Berlin, wo er Billy Wilder bei den Dreharbeiten mit Horst Buchholz und Liselotte Pulver besuchte. Einem historischen Datum, wie sich herausstellte: dem Bau der Berliner Mauer. Von einem Tag auf den anderen war es nicht mehr möglich, am Brandenburger Tor, einem Hauptmotiv für Billy Wilders Film, zu drehen. „Es war absurd. Um den Film fertigstellen zu können, zogen wir 500 Kilometer weiter aufs Bavaria-Gelände. Dort haben wir das Brandenburger Tor als Kulisse nachbauen lassen und im Studio den Flughafen Tempelhof nachgestellt.“ Vorbild für Billy Wilders Geschichte war übrigens Pleskows Person selbst, verrät er. „Mein Assistent hieß Scheffler, im Film wurde daraus Schlemmer. Und weil man United Artists schlecht aussprechen konnte, wählte man als Company schließlich Coca Cola.“ Es war der letzte Film, den Pleskow zusammen mit Billy Wilder realisierte. Für seinen nächsten Film „Fedora“ bekam der Regisseur von Pleskow eine Absage. Das Drehbuch habe ihn nicht überzeugt. Wilder realisierte ihn dennoch, wieder in der Bavaria, aber für einen anderen Verleih. Für

„Nehmen sie eine berührende Geschichte, ein gutes Drehbuch und einen leidenschaftlichen regisseur. Dann braucht man noch einen bekannten Hauptdarsteller und eine große Portion Glück.“ Gefragt nach den Ingredienzien seines Erfolgsrezepts, soll Pleskow geantwortet haben: „Nehmen Sie eine berührende Geschichte, ein gutes Drehbuch und einen leidenschaftlichen Regisseur. Dann braucht man noch einen bekannten Hauptdarsteller und eine große Portion Glück.“ Wenn man Pleskow weiter zuhört, möchte man hinzufügen, dass zusätzlich Willensstärke, Risikobereitschaft und Entschlusskraft erforderlich sind. „Bei ‚Der mit dem Wolf tanzt’ sagte man mir, das Drehbuch brauchst du erst gar nicht zu lesen,“

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so Pleskow. „Der Film sei zu lang, habe Untertitel, und man könne ohnehin keine erfolgreichen Filme mit Indianern fürs Kino machen, weil das Fernsehen das Genre kaputt gemacht habe. Ich habe das Buch dennoch gelesen. Ich fand es toll und rührend. Am nächsten Tag sagte ich: Natürlich, wir machen das – und es wurde ein großer Erfolg. Man riet mir auch: Mach’ keine Filme über Boxen. Das würde nicht funktionieren. Dann produzierten wir mit ‚Rocky’ wieder einen erfolgreichen Film.“ Insgesamt wurden zehn Filme, an denen Pleskow als Produzent beteiligt war, mit dem Oscar® belohnt. Jetzt, beim Rundgang übers BavariaGelände, treffen wir in den Tonstudios zufällig Joseph Vilsmaier, der gerade an den letzten Feinheiten seines „Nanga Parbat“ arbeitet. Vilsmaier unterbricht seine Arbeit, um den Überraschungsgast zu begrüßen. Im Dunkel des Studios erkennt er ihn kaum. Und Pleskow? Der erinnert sich sofort an ein Drehbuch von Vilsmaier, das er vor einigen Jahren beim Filmfonds Wien, wo er in der Jury saß, begutachtet hatte. „Ich habe das für gut befunden,“ sagt Pleskow anerkennend, „aber ich war damals der einzige in der Runde“. Vilsmaier hat das Projekt zwischenzeitlich in die Schublade zurückgelegt. Aber irgendwann wird er es realisieren, verspricht er. Offenbar ganz nach Pleskows Devise: „Man macht das, von dem man meint, dass es gut ist. Das heißt nicht, dass es immer erfolgreich ist. Man muss einfach an seine Projekte glauben.“

Im Picus Verlag ist 2009 eine Biographie über Eric Pleskow erschienen: Andrea Ernst: Eric Pleskow. Ein Leben für den Film, 181 Seiten, 22,90 Euro ISBN 978-3-85452-632-2


Michael Kranz in Tonstudio A. Foto: Jens Heilmann

Filmausschnitte: Š Constantin Film


PIONIERARBEIT auf allen Ebenen


Mit „Konferenz der Tiere“ produziert Reinhard Klooss seinen neuen Animationsfilm in 3D. In den Tonstudios von CinePost­ production Bavaria Bild & Ton begegnen wir dem Produzenten und sprechen mit ihm und Cheftonmeister Michael Kranz über die Erfahrungen bei einem der ersten europäischen 3D-Filme.

dass sie in der dreidimensionalen Darstellung eindrucksvoll aus dem Bild herausragen und so die räumlichen Effekte des 3D-Films zum Tragen kommen. Auch die Landschaften – von der Weite einer Steppe bis zur Tiefe eines Canyon – wurden unter diesen Gesichtpunkten entworfen.

Text: Franziska Zilch

Das bisherige Ergebnis sind „richtig gute und beeindruckende Bilder mit großer Detailgenauigkeit“, zeigt sich Michael Kranz, Leiter der Tonstudios und zugleich Cheftonmeister der CinePostproduction beeindruckt. Der Anspruch, solch großartige Optik durch den Ton entsprechend zu unterstützen, ist da natürlich besonders hoch.

Wenn „Konferenz der Tiere“ im Oktober 2010 in den Kinos anläuft, wird die Arbeit an dieser Premiere insgesamt etwa vier Jahre in Anspruch genommen haben; davon zwei bis zweieinhalb allein für die reine Produktionszeit. Der erste europäische 3D-Film, eine Produktion der Constantin Film in Zusammenarbeit mit Ambient Entertainment, ist ein sehr langwieriges und aufwendiges Projekt und absolute Pionierarbeit. Im Münchner Grading Studio der CinePostproduction erfolgt die Bildbearbeitung und Lichtbestimmung. Parallel dazu wird in den Tonstudios an der Mischung des Animationsfilms gearbeitet. Die Produzenten Reinhard Klooss und Holger Tappe (Ambient Entertainment) haben bereits mit „Urmel aus dem Eis“ (2006) und „Urmel voll in Fahrt“ (2008), die u.a. in Koproduktion mit Bavaria Pictures entstanden waren, Erfahrungen in der Herstellung computeranimierter Filme gemacht. Schon bei diesen beiden Filmen stammten die Animationen aus dem CGI-Studio Ambient Entertainment in Hannover. „Wir hatten von Anfang an darüber nachgedacht, ‚Konferenz der Tiere’ in 3D zu realisieren,“ erzählt Klooss. Alles wurde von vorneherein auf 3D-Kompatibilität ausgerichtet. „Es ist also kein Film, der im Nachhinein dimensionalisiert wird, bei dem der 3D-Effekt nachträglich auf­ gepfropft wird.“ So konnten die spezifischen Möglichkeiten, die die räumliche Wahrnehmung bietet, ausgereizt werden. Im Bildaufbau beispielsweise sind im Vordergrund stehende Tiere so angeordnet,

Auf die Bearbeitung von 3D-Projekten ist die CinePostproduction gut präpariert. Seit einem Jahr befindet sich im Studio C unmittelbar neben den Tonstudios eine Grading Suite, die die Möglichkeit bietet, das in 3D angelieferte Material in einem 3D-projektionsfähigen Format zu bearbeiten und im benachbarten Vorführungsraum V1 mit Kino-Feeling zu betrachten. „Das ist eine Werkbankstrecke, mit der es großen Spaß macht zu arbeiten und die vor allen Dingen ein professionelles Handling sehr komplexer Fragen ermöglicht“, stellt Reinhard Klooss fest. Der große Vorteil für den Arbeitsprozess ist dabei die Vernetzung der Studios miteinander. In Bezug auf 3D ist die „Konferenz der Tiere“ auch für einen Tonmisch­ meister wie Michael Kranz, der seit 22 Jahren Kinofilme bearbeitet und zu den Renommiertesten seines Fachs zählt, ein spannendes Projekt. „Die Tonmischung hatte auch vor zwanzig Jahren mit 6-Kanal-Ton die Aufgabe, zum flachen Bild eine Raumwahrnehmung zu suggerieren und damit beim Zuschauer das Gefühl zu stärken, dass er sich in einer Realwelt befindet. Jetzt kommt eine weitere Bilddimension dazu. Es wird daher spannend sein zu erfahren, wie man darauf mit der Ton­mischung reagieren kann.“


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© Constantin Film

Muss man, wenn man Naheinstellungen im dreidimensionalen Film aus dem Bild herauswachsen sieht, auch im Ton mehr Perspektive geben als üblicherweise? Nicht unbedingt, meint Kranz nach ersten Erfahrungen. Offenbar verlangt das dreidimensionale Bild nicht notwendigerweise weitere Unterstützung. Spannender wird es eher in der Tiefe des Bildes, also im atmosphärischen Bereich, glaubt Kranz. Als Beispiel nennt er Szenen aus der „Konferenz der Tiere“, die in einem Canyon spielen. Die Struktur der Felsen wirken im 3D-Bild ganz anders, realistischer. Wo das Setzen von Echos im zweidimensionalen Film schnell kitschig wirken kann, könne es im 3D-Bild hingegen viel besser funktionieren. Auch bei den Bildern aus der Steppenlandschaft mit der unendlichen Weite bietet es sich an, diese in der Tonmischung mit bestimmten Atmosphären zu beschreiben. Kranz geht ferner davon aus, dass man etwas mutiger sein darf, wenn man ein Geräusch im Hintergrund setzt. Was im 2D-Film den Zuschauer irritieren könnte, kann jetzt viel besser zur Wirkung kommen, da der Zuschauer sich bereits in einer dreidimensionalen Welt befindet. Im Prinzip wird es also keine neuen speziellen Toneffekte geben. In Kombination mit dem 3D-Bild können die herkömmlichen Geräusche völlig anders wirken. Und Michael Kranz ist überzeugt: Wenn Bild und Ton in einem 3D-Film gut miteinander harmonieren, bietet sich die Chance, dass sich der Kinozuschauer noch intensiver als Teil der Geschichte fühlt. Wenn sich dann möglicherweise herausstellt, dass die ein oder andere Sequenz zum Beispiel für Kinder zu bedrohlich wirkt – etwa weil in einer Szene eine Herde Tiere brüllend auf den Zuschauer zurennt – kann auf der Tonebene immer noch korrigiert werden. „Wir überprüfen die Wirkung einzelner Szenen immer wieder, indem wir sie uns auf einer 3D-fähigen Leinwand anschauen“, sagt Reinhard Klooss. Auch, um einen Jahrmarktseffekt auszuschließen. Das gelte für den

Cheftonmeister Michael Kranz, Foto: Thomas Furtmayr

Ton genauso wie für das Bild. Grundsätzlich müsse der Zuschauer von der Dramaturgie, den Charakteren, den Gefühlen, dem Witz und der Action gefangen werden, nicht einfach nur durch Effekthascherei. Vielleicht wird auch ein harter Ortswechsel bei einem 3D-Bild intensiver wahrgenommen als bei einem fl achen Bild. Muss der Ton dem Atmosphärenwechsel in gleicher Härte folgen, wenn das Bild vom Canyon auf eine Szene in der Steppe umgeschnitten wird? Oder verlangt gerade der harte Bildwechsel, dass der Ton die Übergänge weicher gestaltet? „Das sind bisher Mutmaßungen“, sagt Kranz, „aber wir werden das alles während der Endfertigung dieses Films zum ersten Mal abwägen können.“


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Die Spezialisten von Scanline VFX überlegten gemeinsam mit dem erfahrenen Stereografen Florian Maier und dem Stuntteam von Mac Steinmeier einen Versuchsablauf für stereoskopische Testaufnahmen, die neulich im Bavaria Film Stunt Center gedreht wurden. Gabriel Dedic und Thomas Zauner von Scanline haben daraus wertvolle Erkenntnisse für ihre Arbeit an 3DFilmen gezogen. Text: Annette Zöh

Foto: Walter Wehner

Die Sprache der Bilder in makelloser Schönheit und lebendiger Kraft auf die Leinwand und in die Herzen der Zuschauer zu bringen und dabei unvergleichliche visuelle Eindrücke zu hinterlassen, gehört zur Kunst des Global Players Scanline VFX, der vor mehr als zwanzig Jahren auf dem Bavaria Film-Gelände im Süden von München gegründet wurde und inzwischen weltweit anerkannter und preisgekrönter Experte auf dem Gebiet anspruchsvoller, spitzfindiger visueller Effekte ist. Der Zeit technologisch immer einen Schritt voraus und bei technischen Anforderungen stets die Herausforderung suchend, sammelte die Firma jetzt in einem stereoskopisch gedrehten Inhouse Projekt eigene praktische Erfahrungen, um gewappnet für künftige 3D-Filmprojekte zu sein. Es geht den VFX-Experten mit dem Test darum, den tatsächlichen produktionstechnischen Aufwand, die logistischen Voraussetzungen sowie die Mehrkosten eines 3D-Drehs beurteilen zu können. Mit Augenmerk auf technische Merkmale sowie die Besonderheiten beim stereoskopischen Filmen gerichtet, erläuterten Gabriel Dedic und Thomas Zauner von Scanline ihre Erkenntnisse aus diesem Test-

dreh anhand von Bildern und Filmausschnitten im firmeneigenen Kino. Grundvoraussetzung für ein Projekt dieser Art sei ein gut funktionierendes Networking von Verleih, Produktionsleuten und Stereografen. Voraussetzungen, für die die Bavaria Filmstadt gerade zu prädestiniert sei. Dazu komme die Bereitschaft, neue Ideen auszuprobieren, Workflows zu präzisieren und herauszufinden, welche Komponenten gegebenenfalls selbst entwickelt werden müssen, um einem Produzenten letztendlich einen kompetenten und reibungslosen Ablauf garantieren zu können. Anbieter für das stereoskopische Filmen können, wenn sie nicht über entsprechende Erfahrung verfügen, weder den finanziellen und zeitlichen Aufwand abschätzen noch ein qualitativ hochwertiges Ergebnis garantieren – ein Risiko für jedes Projekt und für jeden Produzenten, der einen 3D-Film realisieren will. Grundsätzlich gibt es gewisse Grundparameter zur Schaffung guter Stereobilder. Um gerade hier die notwendige Sicherheit zu gewinnen, überlegten sich die Spezialisten von Scanline VFX zusammen mit dem erfahrenen Stereografen Florian Maier und dem Stuntteam von Mac Steinmeier einen Versuchsablauf für Testaufnahmen, die jüngst im Bavaria Film Stunt Center gedreht wurden: Man sieht einen Stuntman, wie er durch das Fenster vom ersten Stock der Brooklyn-Kulisse springt. Glassplitter wirbeln durch die Luft. Er kommt mit beiden Füßen auf den Boden auf. In einer choreografi sch schön eingespielten und auf technisch anspruchsvollem Niveau inszenierten Stuntshow werden temporeiche Szenen in leicht dämmriger Lichtstimmung gespielt. Feingliedrige Objekte, wie zum Beispiel ein Blumenstrauß, werden durch das Bild be-


in Zeit

nSiOn Film mag

wegt. Im Vordergrund stehen drei blinkende Baustellen-Laternen. An mehreren Stellen im Set sind Greenscreens integriert, in die später Hintergründe und Straßenfluchten eingesetzt werden können. Jedes Objekt, jede Bewegung und jede Szene ist darauf ausgerichtet, die Wirkung beim stereoskopischen Dreh zu untersuchen. Es wurden deswegen beim Inhouse-„Scanline Stunt-Stereodreh“ nicht nur Idealfälle, sondern bewusst problematische Einstellungen gefilmt. Zu diesem Zweck wurden absichtlich falsche Parameter vorgegeben. Wie wirkt es sich aus, wenn Kameraeinstellungen nicht stimmen? Absichtlich erzeugte Wackelbilder und Grenzsituationen hinsichtlich der Bildstabilität, Kamerafahrten, die nicht perfekt sind sowie zahlreiche Drehsituationen hinsichtlich der Tiefe und der Beleuchtung gehörten zum Versuchsdesign. Es wurde ein für normale Arbeitsbedingungen reales Drehumfeld simuliert. Zwei bis drei Wochen Vorbereitungszeit standen zur Verfügung. Der Drehzeitraum wurde auf fünf Tage begrenzt, um ein Arbeiten wie im Alltag zu erzeugen: Mit Zeitdruck und Kompromissen, wie es bei einem normalen Dreh der Fall ist.

Spannung in Stereo – der Dreh mit 3D Für den Test von Scanline wurde bestes Equipment ausgewählt: Zwei HD-Kameras, Sony F 35 mit Arri Ultra Prime Objektiven inklusive Stereo Rig und Kameraaufhängung. Zwei Stereomonitore am Set kontrollierten jeweils nach jedem einzelnen Dreh die Aufnahmen. Parallel dazu wurde auch auf Festplatte digital aufgezeichnet. Während bei einer zweidimensionalen Visualisierung beiden Augen

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des Betrachters dasselbe Bild geliefert wird, arbeitet die Stereoskopie mit zwei unterschiedlichen Bildern, die im Abstand der menschlichen Augen mit zwei Kameras aufgenommen werden. Das Stereo Rig ermöglicht es, die beiden Kameras so versetzt zu befestigen, dass sie über einen Spiegel Bilder aufnehmen können – und das aus einer Perspektive, die kleiner als der engste Abstand nebeneinander gestellter Kameras ist. Das heißt: Während eine Kamera von oben auf einen Spiegel sieht, schaut die andere Kamera von hinten durch einen Spiegel. Aus den beiden Bildströmen entsteht das StereoBild. So kann der gewünschte Kameraabstand und die damit einhergehende 3D-Wirkung stufenlos eingestellt werden. Die ersten Erkenntnisse aus dem Testdreh beziehen sich auf Licht und Beleuchtung: Um den Lichtverlust auszugleichen, der durch den Einsatz des Stereo Rigs entsteht, muss eine Szene von vornherein etwas heller ausgeleuchtet werden. Weil beim Stereodreh aber mit zwei Kameras zwei unterschiedliche Bilder aufgenommen werden, verhalten sich auch die Dinge wie Lichtrefl exe und Glanzlichter unterschiedlich, verursacht durch die Polarisationseffekte, die bei den Aufnahmen durch den Spiegel entstehen. Die spannende Frage sei nun, mit welchen technologischen Tricks es gelingen kann, die unterschiedlichen Charaktere der beiden Bilder entsprechend anzugleichen. Der stereoskopische Dreh verlangt auch einen anderen Blick auf das Set-Design. Es zeigte sich, dass Objekte, die zu dicht zur Kamera positioniert sind, schnell ihre Dimensionalität verlieren. Ebenso verursacht es Probleme, wenn sie sich zu nah am Bildrand befinden,


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Zeit menS wie die Aufnahmen der drei Baustellen-Laternen im Versuchsset bestätigten. Randverletzungen, sogenannte „screen violations“, sind die Folge. Hier kommt der Stereograf ins Spiel, dessen Aufgabe es ist, bereits bei der Vorplanung des Drehs darauf zu achten, dass solche Störeffekte vermieden werden.

Das Einfrieren der Sprungszene – Mac Steinmeier landet mit den Füßen auf dem Boden – stellte gleich ein Problem dar, denn Kamera und Stereo Rig fanden auf einem gewöhnlichen Stativ keinen stabilen Halt. Die Gerätschaften waren einfach zu groß. Als provisorische Lösung wurde das Equipment schlichtweg auf den Boden gestellt. Eine bessere Kameraaufhängung wird für solche Drehs künftig also erforderlich sein. Eine der größten Herausforderungen: Für eine gute stereoskopische Aufnahme müssen beide Bilder absolut synchron aufgenommen werden. Bei Kamerafahrten jedoch, bei denen jede der beiden Kameras ein unterschiedliches Eigenschwingungsverhalten zeigt, müssen deswegen beide Kameras unabhängig voneinander getrackt werden. Im Set klebte man dazu Leuchtdioden an unbewegliche Gegenstände, aufgrund deren Position in der Postproduktion die Bewegungen der einzelnen Kameras zueinander präzise nachgebildet werden können. Anders wäre es auch nicht möglich, dass bei Seterweiterungen aus nachträglich in den Hintergrund eingesetzten Häusern und Straßenfluchten, diese absolut „rocksteady“ sind, das heißt im Verhältnis zum stereoskopisch aufgenommenen Bild nicht wackeln oder sich verschieben. Um diese technischen Herausforderungen zu umgehen, wird heute oft eine Technik angewendet, die

sich „Dimensionalisieren“ nennt. Hier wird am Set ganz normal mit einer Kamera gearbeitet und der Stereoeffekt erst in der Nachbearbeitung hinzugefügt. Dazu muss das Bild der zweiten Kamera mit Hilfe unterschiedlicher und teilweise recht aufwendiger Techniken aus dem einen gedrehten Bild rekonstruiert werden. Der Aufwand steigt allerdings mit der Komplexität der abgebildeten Strukturen und Bewegungen dramatisch an, wenn man eine Qualität erreichen will, die in die Nähe eines Drehs mit zwei Kameras kommen soll. Es gibt durchaus auch Objekte, bei denen diese Technik an ihre Grenzen kommt. Im Versuchsdesign stellte der Blumenstrauß in einer Szene eine solche Grenzsituation dar. Nicht nur, weil er in der inszenierten Geschichte einer Verbrecherjagd eher skurril wirkte, sondern weil er aus der Sicht der Stereoskopie ein hochanspruchsvolles Objekt mit vielen kleinen, komplexen Einzelteilen darstellt und somit ein gutes Beispiel ist, einem Produzenten den Unterschied und die Grenzen des Dimensionalisierens im Gegensatz zum echten Stereodreh zu demonstrieren. Ohnehin müsse man noch klären, inwieweit das Auge beziehungsweise das Gehirn sensibler auf Fehler reagiert, wenn es stereo sieht. Lassen sich Fehler, die bei 2D noch „tricksbar“ sind, bei 3D noch korrigieren? Wie leicht lässt sich das Auge im Stereoraum betrügen? Ein dreidimensionaler Eindruck kann sich zum Beispiel auflösen, wenn Actionszenen zu schnell aufeinander folgen. Die Spezialisten von Scanline, Thomas Zauner und Gabriel Dedic, sind sich in einem auf jeden Fall sicher – so viel technologisch auch möglich sei: Damit das Seherlebnis eines 3D-Films beim Zuschauer optimal zur Geltung kommt, müsse man die Effekte beherrschen, dürfe sie aber nicht übertreiben.


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Die Sportfreunde Stiller im Stunt Center. Ein gutes Jahr ist es her, dass die Band dort zu Gast war. Warum? Am 22. Mai 2009 erschien ihr Album „mtv unplugged in new york“. Was liegt da näher, als die New York Dekoration der Stuntshow in der Bavaria Filmstadt für ihre Aufnahmen zu nutzen. Zumal das Stunt Center nicht nur thematisch passte, sondern durch seine bereits vorhandene Zuschauertribüne für das Konzert vor einem kleinen, aber feinen Publikum den idealen Rahmen bot. Am 16. und 17. Januar 2009 spielten die Sportfreunde dort exklusiv für MTV – unplugged. Normalerweise zeigen in dieser Halle die Stuntleute um Mac Steinmeier den Besuchern der Bavaria Filmstadt ihr Können. Während der Saison finden täglich mehrere Shows statt. Die genauen Zeiten unter www.filmstadt.de .

Foto: blickpunkt-pop

Unplugged im Stunt Center

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Daily-Soaps: Evolution der technischen Workflows

innoVAtiV FÜr Die Serie Studio 2 in Geiselgasteig. Dort produziert die Bavaria die ARD-Daily „Sturm der Liebe“ und stellt täglich 48 Sendeminuten her – inklusive Postproduktion. Ein derartig hoher Output für eine Daily-Soap ist nur zu erzielen, wenn die technischen Abläufe optimal auf Produktionsgeschwindigkeit und Effizienz ausgerichtet sind. Dafür sorgen seit Jahren die Workflow-Entwickler der Bavaria Production Services. Text: Andreas von Creytz

Foto: Jo Bischoff


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An drei Dailys sind die Workflows gewachsen: „Marienhof“ , „Eine für alle“, „Sturm der Liebe“. Fotos: Jo Bischoff, Foto m.u. : Markus Benk

Als die Bavaria Film 1992 den Workflow für „Marienhof“ ausarbeitete, orientierte man sich noch stark an der Vorgehensweise aus der Filmproduktion. Alle Produktionsschritte liefen nacheinander ab. Nur wurden statt einer Filmkamera Videokameras (Beta SP- und später Digibeta-Camcorder) gewählt. Zu der Zeit wurde auf den Fachmessen in Montreux und Brighton das erste Avid-Schnittsystem für einen computerbasierten Schnitt auf der Basis eines Mac-Rechners präsentiert. Das Stichwort „nonlinearer Schnitt“ machte die Runde. Nonlinear bedeutet, dass man die Schnitt­ abfolge der Zuspielbänder zu jeder Zeit des Schnitts tauschen und ändern kann.

Vom „Briefmarken-Fernsehen“ und dem ersten Avid in Deutschland 1992 schaffte die Bavaria Film das erste Avid-System überhaupt in Deutschland an. Die Software war damals hinsichtlich ihrer Funktionsbreite überzeugend, lief aber nicht zuverlässig genug stabil. Um ein hinreichend performantes Arbeiten zu gewährleisten, stand dem Cutter für den Offline-Schnitt das Bild nur in sehr geringer Auflösung zur Verfügung. Die Branche spottete „Briefmarken-Fernsehen“. Dennoch: Der Avid ermöglichte als erstes computergesteuertes Schnittsystem nonlineares Arbeiten. Zudem konnte der Avid damals schon die zuvor offline erstellte Filmsequenz in Schnittlisten wandeln und auf deren Basis beim sogenannten „Onlinen“ auf einem angeschlossenen Recorder und Player zur fertigen Folge zusammenschneiden. Nur Blenden, Effekte, Titel und Verpackung mussten anschließend im linearen Schnitt

erledigt werden. Zu Beginn der „Marienhof“-Ära gelang es so, die täglichen Aufnahmen zweier Außendreh-Teams zu einer Folge pro Woche zusammenzustellen. Die Anforderungen an die Produktionsgeschwindigkeit stiegen enorm, als ein Jahr später der „Marienhof“ zur Daily wurde. Zu dieser Zeit war der lineare Online-Schnitt in der Praxis tatsächlich schneller als die nonlineare Vorgehensweise. Die Straffung sämtlicher Konzepte (Vorschnitt in einer Regie, gut geplante Bücher) ermöglichte es, auch am linearen Schnittplatz pro Tag fast eine gesamte Folge fertigzuschneiden. 1993 kam zum Außendreh der Studiodreh hinzu. Im großen Doppel­ studio 4/5, in dem bis dahin RTL „Der Preis ist heiß“ produzierte, wurden die verschiedenen Sets eingerichtet. Eine entscheidende Verbesserung des Workflows bestand in der Anbindung der Aufzeichnungstechnik im Studio an die Aufzeichnungsregie.

Live-Schnitt: Effizienz durch vorgemischte Bilder Die Zwischenstufe zum heutigen Workflow stellt der digitale, lineare, tapebasierte Schnitt auf Digibeta sowie die digitale Aufzeichnung mit vorgeschnittenen Bildern dar. Das Prinzip, die Signale der Kameras mit einem Bildmischer und einer Kreuzschiene im Live-Schnitt auf eine MAZ aufzuzeichnen, war ein entscheidender Schritt zur Geschwindigkeitssteigerung. Die Bavaria war eine der ersten, die den Produktionsablauf einer Daily auf diese Weise umsetzte. Jetzt konnte eine Folge pro Tag mit dem neuen Workflow fertig geschnitten werden.


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WORKFLOW HD-PRODUCTION STUDIODREH, REGIE

POSTPRODUKTION MC Nitris DX

Sony HDC 1500

Regie/ PDW HD 1500

Mediastation

Professional Disc 3D Grafik/ VFX

Interplay

AUSSENDREH

Tonmischung/ ProTools

Unity Medianet

Sony PDW 700

Professional Disc

Beim HD-Workflow wird im Studio und außen mit HD-Kameras gedreht. Das Material wird auf einer Professional Disc gespeichert und gelangt anschließend über das Unity Interplay in den Postproduktions-Kreislauf, in dem der Schnitt, die Tonmischung, eventuelle Grafiken/Special Effects und abschließend der Look generiert werden. Dabei können alle Postsysteme auf das Unity Interplay als zentralen Speicher zugreifen. Abschließend wird das Material per Filetransfer auf XDCam als Sendeband ausgespielt.

„Sturm der Liebe“: Erste Daily-Produktion mit „tapeless“-Workflow Für die Produktion „Sturm der Liebe“ erhielt die Bavaria im Mai 2005 von der ARD den Zuschlag für zunächst 100 Folgen mit etwa 45 Minuten Sendelänge – im Vergleich zu „Marienhof“ fast eine Verdoppelung des täglichen Produktionsvolumens. Das Drehen auf Bändern hätte eine riesige Materialschlacht ausgelöst. Die Bavaria entschied sich deswegen für einen filebasierten Workflow – Dateien auf Festplatten statt Videosignale auf Bändern. Die fi lebasierte Datenübertragung ersetzt das zeitlich aufwendige Eindigitalisieren der Bänder in Echtzeit. Durch das Halten der Metadaten in einer serverbasierten Datenbank behält man angesichts des großen Datenvolumens den Überblick. Das Prinzip des Live-Schnitts wurde für „Sturm der Liebe“ aus dem „Marienhof“-Workfl ow übernommen. Die Aufnahmen der Studiokameras werden vorgeschnitten, aber auf einem Fieldpack-Recorder aufgezeichnet. Im Außendreh zeichnet man auf Camcordern auf, die ebenfalls mit Fieldpacks ausgestattet sind. Der Online-Schnitt erfolgt inzwischen nonlinear auf drei Avid-Schnittsystemen, die an einen zentralen Postproduktionsserver (Avid Unity Server) angeschlossen sind. Für den Offline-Schnitt bleibt bei einer Daily dieses Outputvolumens keine Zeit. Umso wichtiger wird die Pfl ege und Verwaltung der Metadaten. Jede einzelne Datei muss verschlagwortet werden, damit man sie eindeutig zuordnen und auch später wiederfi nden kann. Das geschieht über ein Content Management System auf der Basis einer Avid Interplay Datenbank. Das Material von 20 bis 30 Folgen liegt auf dem Unity-Speicher, bis die Schnittabnahme erfolgt.

Colourgrading LOOK / Scratch

Grafik Workstation

FTP: //

XDCam

FTP Server/ Filetransfer

„Eine für Alle“: Bandlos und erstmals in High Definition Für die Produktion der täglichen Serie „Eine für alle“ (100 Folgen à 25 Minuten) entschied man sich für den Einsatz von Sonys XDCam HD und produzierte damit vor einem Jahr die erste Daily im hoch aufl ösenden High Defi nition Format. Das bisher etablierte „tapeless“-Konzept von „Sturm der Liebe“ wurde hier noch einmal verfeinert, indem möglichst alle Tools der Postproduktion – für den Schnitt, die Grafik, die Tonmischung und die Farbbearbeitung – an den Produktionsserver angebunden werden. Von diesen ständig verbesserten und optimierten Entwicklungsprozessen profitieren wiederum die anderen Produktionen. Der bei „Sturm der Liebe“ etablierte Workfl ow wurde inzwischen in ähnlicher Form auch beim „Marienhof“ eingeführt. Und wenn eine der Serien auf HD umgestellt wird, ist man Dank „Eine für alle“ ebenfalls bestens vorbereitet. Dennoch wird man in jedem Projekt eigene Anpassungen vornehmen müssen, je nach Kundenwünschen, Genre und vorhandenem Budget. Grundsätzlich ist das Zusammenspiel der Schnittstelle von „Mensch und Maschine“ neben der sich permanent verändernden Technologie die größte Herausforderung für die Entwickler dieser sehr softwarelastigen Produktionsprozesse. Gefragt ist deswegen interdisziplinäres Know-how, das nicht standardmäßig auf dem Markt abrufbar ist. Dieses Wissen wird laufend in Test- und Entwicklungsprozessen erarbeitet und stellt einen enormen Wert und Marktvorteil für Produktionsunternehmen dar. Denn letztendlich geht es vordergründig darum, dem Produzenten kreative Freiheiten bei der Umsetzung seiner Stoffe zu ermöglichen. Die dafür eingesetzte Technik indes ist immer nur Werkzeug und Mittel zum Zweck.


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Moderatorin Andrea Ballschuh und die Ärzte Dr. med. Thomas Kurscheid, Joe Bausch und Dr. med. Karella Easwaran.

Die Ärzte in Studio 1

First Entertainment produzierte in Studio 1 mehr als 30 Folgen von „Die Ärzte – Der Medizintalk im ZDF“ mit Andrea Ballschuh als Moderatorin. Produzent Florian Bähr ist sich sicher, dass sich neue Formate mit Medizinthemen ähnlich wie die aktuellen Kochshows im deutschen Fernsehen durchsetzen werden. Text: Marc Haug

Foto: ZDF/Ursel Düren

Andrea Ballschuh hat für das neue ZDFFormat „Die Ärzte – Der Medizintalk im ZDF“ in Studio 1 historischen Studioboden betreten. Dort wurde 1920 mit „Der Ochsenkrieg“ Geiselgasteigs erster Film gedreht. Alfred Hitchcock nutzte diesen Ort für seine frühen Filme. Nicht zuletzt fand Bully Herbig in Studio 1 im Rahmen einer Casting-Show die geeigneten Darsteller für seinen „Wickie“Film. Von Oktober 2009 an war das Studio reserviert für „Die Ärzte – Der Medizintalk im ZDF“, dem neuen Format der First Entertainment, mit Andrea Ballschuh als Moderatorin und ihrem Ärzteteam, bestehend aus Thomas Kurscheid, Sport- und Ernährungsmediziner, dem Allgemeinmediziner Joe Bausch (den man auch als Schauspieler aus dem „Tatort“ kennt, wo er einen Pathologen spielt) und der Kinderärztin Karella Easwaran. „Das ZDF ist mit unserem Format der erste Sender, der in Deutschland das Thema Medizin in dieser Art aufgreift“, sagt Produzent Florian Bähr. Über die Anfänge des Projekts erzählt er: „Wir waren schnell davon überzeugt, dass Medizin ein großes Thema im deutschen Fernsehen werden kann. Wie heute jeder Sender ein Quizformat oder ein Gameformat in seiner Palette hat, so wird es

auch mit den Medizinformaten geschehen. Die Mediziner werden die neuen Köche im deutschen Fernsehen.“ Nachdem die Pilotfolge in der Marktforschung getestet wurde, wagte man im Herbst eine Probewoche bestehend aus fünf Sendungen. „Das bestätigte uns, mit diesem Format eine Farbe zu schaffen, die gerade für das öffentlich-rechtliche Fernsehen interessant sein könnte.“ Das ZDF gab dann eine Staffel von 34 Folgen in Auftrag, mit der beim ZDFPublikum beliebten Moderatorin Andrea Ballschuh. Für Florian Bähr ist sie ohnehin eine Spitzenbesetzung: „Sie tut dem Format unheimlich gut. Sie ist hoch sympathisch und gibt der Sendung die notwendige Seriosität, kombiniert mit einer unheimlich charmanten Leichtigkeit.“ Das Konzept: In jeder Sendung werden mehrere medizinische Themen unterhaltsam und informativ so aufbereitet, dass sie für jeden zuhause verständlich sind. Fremdwörter haben hier nichts zu suchen, und Fachbegriffe müssen sofort erklärt werden. Die Zuschauer sollen verstehen, was im Körper passiert und sehr praxisnah erfahren, wie man sich in punkto Gesundheit verhalten muss. Zur Vorbereitung der Ärzte und der Moderatorin auf jede Sendung erstellte die Redakti-

on für jedes Thema ein ausführliches Dossier. Für die Realisierung des täglichen Formats wurde vom gesamten Produktions­team ein hohes Maß an Vorbereitung verlangt. Andrea Ballschuh meinte nach der ersten Produk­ tionswoche: „Wir zeichnen an einem Tag ein Pensum von drei Sendungen vor Publikum auf. Da die Aufzeichnung nicht durch Einspieler unterbrochen wird, müssen wir während der gesamten Zeit einer 45-minütigen Sendung permanent präsent sein. Ich muss zum einen fachlich richtig im Thema drin sein und zum anderen die Fragen stellen, von denen ich meine, dass sie der Zuschauer interessiert. Es ist eine hohe Konzentrationsarbeit, die hier geleistet wird, von allen.“ Die erste Staffel wurde bis Ende Januar produziert und bis in den März hinein täglich von Montag bis Freitag im Vormittagsprogramm des ZDF ausgestrahlt. Nach den Ärzten ist Studio 1 bereits wieder belegt. Diesmal produziert First Entertainment dort im Auftrag von Disney Channel und SuperRTL am 9. April 2010 die große Fanshow zur Erfolgsserie „Die Zauberer vom Waverly Place“. Absoluter Höhepunkt: der erste Auftritt im deutschen Fernsehen von Teenie-Superstar Selena Gomez.


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DIE LOOKMACHER Im Rausch der Farben

Beim aktuellen Relaunch des „Marienhof“ wird an vielen Stellschrauben gedreht. Für den neuen Look sind Colourgrading-Spezialisten wie Waheed Zamani und Harald Mauch von D-Facto Motion am Werk. Marie Wagner hat sich die Arbeit der „Lookmacher“ angeschaut. Text: Marie Wagner

Fotos: Jens Heilmann

Ich schüttle, und eine wahre Farbexplosion prasselt auf meine Sehnerven nieder. Ich schüttle wieder, jetzt ein ganz anderes Bild: Kirschrote und purpurne Sterne auf himmelblauem Hintergrund – das Spiel der Farben nimmt kein Ende beim Blick ins Kaleidoskop. Ungefähr so muss es Colourgradern gehen, nachdem sie einen ganzen Tag gegradet haben, denke ich. Im Rausch der Farben. Colourgrading wird mit Farbgraduierung übersetzt, als Look bezeichnet man das äußere Erscheinungsbild. Es steckt jedoch weitaus mehr dahinter. Wer hat nicht schon einmal erlebt, wie ein in einem warmen Farbton gestrichenes Zimmer eine gewisse Gemütlichkeit ausstrahlt. Das bestätigt auch folgendes Experiment: Versuchspersonen hielten sich in verschiedenen Räumen mit unterschiedlichen Wandfarben auf. Die Lufttemperatur dieser Räume wurde dabei so lange angeglichen, bis die Probanden sie als „gleich angenehm“ empfanden. Dadurch wurde festgestellt, dass Räume mit warmen Wandfarben als bis zu drei Grad wärmer empfunden werden. So bezeichnet Look auch immer die Farbstimmung, das Empfi nden des Betrachters. Die Aufgabe des Colourgraders ist es daher, ein bestimmtes Lookand-Feel, eine Anmutung, die zur Stimmung im Film passt und dem Betrachter gefällt, zu erreichen. Mittel wie das Justieren von Farbnuancen, Abstufungen von Helligkeit/Dunkelheit und Effekte, wie zum Beispiel Glanz werden kreativ eingesetzt, um dieses Ziel zu erreichen. Das gilt für die Traumfabrik Kino genauso wie für die tägliche TV-Serie, geht es doch darum, mit Farbstimmungen die Emotionen der Handlung zu unter“malen“. Wer einmal „Pleasantville“ gesehen hat, weiß, wie intensiv eine einzige rote Rose in einer tristen Umgebung wirken kann. Der Film beschreibt das Leben von David und seiner Schwester Jennifer, die sich eines Tages in ihrer schwarz-weißen 50er-JahreLieblingssendung wiederfinden. Während David versucht, die Regeln des herausgeputzten Örtchens aufs Genaueste zu beachten, stellt

die rebellische Jennifer von Anfang an das Dorf auf den Kopf. Mit der Rose als Farbklecks beginnt die Metamorphose des Ortes. Je mehr die Teenager ihre Individualität, Kunst und Kultur entdecken, desto bunter wird Plea santville. Auch, oder gerade emotionsgeladene Daily Soaps erhalten durch den ihnen eigenen Look den letzten Schliff. Für den Zuschauer eher unbewusst wahrgenommen, unterstützt der Colourgrader den romantischen, dramatischen oder authentischen Charakter einer Serie. Aktuelles Beispiel: der Relaunch des „Marienhofs“. Für „Marienhof“Produzent Simon Müller-Elmau war klar, dass man hierfür an allen Stellschrauben drehen muss. Der Habitus des „Marienhofs“ wurde modifiziert und alte Strukturen neu überdacht. So entwarfen zum Beispiel Setdesigner innovative Studiodekorationen. Zusätzlich wurde in den Räumen der Bavaria Production Services der Look komplett überarbeitet. Waheed Zamani, Chef-Grader der ersten Stunde, ist einer derjenigen, der den neuen Look kreiert hat. Dafür hat er Farbräume definiert und ein spezielles Look-and-Feel herausgearbeitet. Der „Marienhof“ sei „wärmer und kontrastvoller“ geworden und als Konsequenz daraus insgesamt angenehmer, sagt Waheed Zamani. Der Zuschauer werde mitgenommen in das Vorabendprogramm, raus aus dem grauen Alltag in eine Parallelwelt. Vorder- und Hintergrund wurden plastisch herausgearbeitet, um eine bessere Tiefe zu erreichen. Bei der Aufzeichnung im Studio wurde das Licht etwas zurückgenommen. Glanzpunkte, Kontrast und der letztendliche Farbton entstehen am Ende des Produktions ablaufs – in der digitalen Postproduktion. Abgenommen wird der Look dann vom Kameramann sowie dem Produzenten. Dazu Simon Müller-Elmau, der vor dem „Marienhof“ bereits die Daily „Verbotene Liebe“ umgesetzt hat: „Der Look ist ein sich ständig erneuernder Prozess, der nie stehen bleibt.“ Genauso, wie sich das Erscheinungsbild unserer realen Umgebung


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verändert, so verändert sich mit der Zeit auch der Habitus der Serie. Trends aus der Mode- und Jugendszene werden beobachtet, für die Daily aufbereitet und implementiert. Müller-Elmau jedenfalls begeistert der neue Look. Die Bildsprache sei „sehr wertig umgesetzt, einer der besten Looks einer Daily momentan im deutschen Fernsehen“, findet er.

Waheed Zamani, Geschäftsführer von D-Facto Motion und Colourgrader der ersten Stunde.

Enthusiastische Looks erwachsen durch passionierte Mitarbeiter, die daran schrauben und drehen. Trifft man Waheed Zamani am „Scratch“, dem aktuellen Colourgradingsystem, erkennt man sofort, wie begeistert er in das vielschichtige System eintaucht – glänzende Augen inklusive. Das Multitalent arbeitet auf der kreativen Seite als Head-Operator, kennt sich aber auch auf der kaufmännischen, organisatorischen Seite bestens aus. Als Geschäftsführer von D-Facto Motion GmbH führte er seinen Mitarbeiter Harald Mauch in die komplexen Vorgänge des Colourgradings ein. Wenn Harald Mauch über seinen Job spricht, bekommen auch seine Augen diesen speziellen Glow. Er absolvierte zunächst bei der Bavaria Film eine Mediengestalter-Ausbildung, arbeitete sich dann in die 2D- und 3D-Bildbearbeitung ein und tauchte anschließend in die Welt der Farben ab. Pro Tag schafft er ein bis zwei Folgen „Marienhof“, abhängig von der Schnittrate. Bis zu 700 Schnitte können schon einmal pro Folge anfallen. So lernt sein Auge blitzschnell auf unterschiedlichste Farbnuancen zu reagieren und diese entsprechend anzupassen. Doch auch der Inhalt lässt ihn nicht kalt. „Manchmal spule ich die Serie vor, um zu schauen, was geschieht“, verrät er mit einem Zwinkern. Wenn man jedoch seinen gesamten Tag in der Gradingsuite verbringt, verliert man schon einmal das Zeitgefühl. „Es ist, als fi ele man in ein großes, schwarzes Loch“, beschreibt Waheed den Vorgang. „Da man ganz tief in das Serienuniversum eindringt, kommt einem die reale Welt manchmal ein wenig trist vor. Besonders im Winter, wenn alles so grau und grieselig ist“, schmunzelt Waheed. So kam er ein Mal aus der Gradingsuite und dachte, der Look der realen Welt sei falsch. „Das Ganze könnte ein wenig mehr Glow gebrauchen“, meinte er. „Ich mal’ mir die Welt, wie sie mir gefällt“ – als Lookmacher trifft dieser Satz zu. Das hätte auch Pippi Langstrumpf gefallen. Doch wie wird man nun Colourgrader? Technisches Verständnis, ein bildliches Vorstellungsvermögen und ein Gefühl fürs Bild sind elementar wichtig. „Eine große Portion Geduld gehört auch dazu“, ergänzt Harald Mauch, und eine gute Basisausbildung, wie er sie als Mediengestalter genossen hat. Die Herausforderungen wachsen mit der Einführung der HD-Technik in die Serienproduktion, sagen die Colourgrading-Spezialisten, die bereits im vergangenen Jahr Erfahrungen bei einer HD-Daily gesammelt haben. Nicht, weil dadurch dann noch riesigere Datenmengen auf dem Produktionsserver auflaufen. Da das Bild schärfer ist und keine Fehler verzeiht, müssen in der Post öfter als früher kleinere Missgeschicke wieder geradegebogen werden. Deswegen wird zunehmend wichtiger, dass bereits während des Drehs die Bedürfnisse in der Postproduktion berücksichtigt werden. „Ideal ist es, wenn bereits ein Postbetreuer am Drehort anwesend ist“, glaubt Waheed Zamani, „damit ein stringenter Workflow entwickelt werden kann, der von der Aufzeichnung bis hin zur Distribution eine Linie fährt.“ Know-how wie das Wissen um Farbräume, Kamerawerte und Formate erweisen sich schon beim Dreh

als nützlich. Das Spezialwissen von Waheed Zamani als Set-Supervisor jedenfalls möchte vor Ort keiner mehr missen. Wie bei jedem Projekt tauchen immer wieder neue Herausforderungen auf. Scratch ist zwar eine an sich variabel einsetzbare Software, dennoch müssen immer wieder sogenannte Colour Bundles, Farbpakete, die wie ein Filter auf das Bild gelegt werden, weiterentwickelt werden. So entstehen vielfältige Farbwelten in diversesten Abstufungen. Falls im Workfl ow keine passenden Bundles vorhanden sind, programmiert Zamani diese selbst und garantiert damit jeweils den individuellen Look seiner Projekte. Maßkonfektion und kein Look von der Stange eben. Natürlich wird für den Relaunch nicht nur in der Postproduktion gearbeitet. Nicht zuletzt wird auch in der Dramaturgie justiert, damit sich der Zuschauer mit den Darstellern und den Erzählsträngen besser identifi zieren kann. Neue Impulse erwartet man vom erfahrenen Daily-Macher Werner Lüder, der den Autoren beratend zur Seite steht und wie kaum ein anderer die Geschichten der „Marienhöfler“ kennt. Die erste Folge lief am 1. Oktober 1992. Zuerst als Weekly, von einer Stunde Sendezeit, wurde der „Marienhof“ später auf 25 Minuten gekürzt, dafür aber als tägliches Format ausgestrahlt. Alle Drehbuchseiten bis heute aneinander gelegt ergeben eine Strecke von rund 46 Kilometern. Mit 33 Toten, 22 Hochzeiten und 11 Kindern ist bereits eine große „Marienhof“-Familie mit einer treuen Fangemeinde entstanden. Auf der ARD-Website zur Serie laden Foren mit Titeln wie „Lieblingsschauspieler“ und „Schauplätze“ zum Posten ein. Plattformen wie Facebook eröffnen eine ergänzende Welt. Zusätzliches Goodie ist die Playlist, die jeder Serie zugeordnet wird. So kann man auf den ersten Blick schauen, welche Titel in der letzten Folge liefen. Simon Müller-Elmau schaut ganz genau in die Foren, um die Stimmung der Leute einzufangen. „Im Publikumsaustausch gibt es gute Anstöße“ stellt er fest. Dennoch müsse man aufpassen, „dass man die Meinungen nicht vorschnell übernimmt. Dabei soll der ‚Marienhof’ wieder authentischer werden“, so Müller-Elmau. Offenheit ist heutzutage sehr gefragt bei der Jugend, bleibt aber immer eine Gratwanderung: Auf der einen Seite möchte der Zuschauer entführt werden in eine Welt voller Kreativität, auf der anderen Seite erwartet er einen ungekünstelten, authentischen Auftritt. Hier den richtigen Weg zu finden, ist eine Herausforderung für alle Beteiligten im kreativen Prozess – vom Drehbuchautor, dem Schauspieler, über den Regisseur bis zum Colourgrader. Zum Schluss noch ein kleiner Denkanstoß: Der Hirnforscher Gerhard Roth vertritt die Auffassung, dass die „erlebte Wirklichkeit“ unserer Welt, einschließlich der Farben, nur die durch unser Gehirn interpretierte Realität ist. Das mag zwar im wissenschaftlichen Sinne richtig sein, jedoch sind Dailys auch immer das: eine Art überhöhte Wahrheit der realen Welt, die den Alltag versüßt und das Leben ein wenig bunter macht. Ganz im Sinne des Colourgradings.


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VORHER

Waheed Zamani und Harald Mauch in der Colourgrading-Suite in den R채umen der Bavaria Production Services.

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Das Team von Bavaria Film International

Ort des EFM: der Martin-Gropius-Bau

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin Text und Fotos: Sebastian Kiesmüller

Kunst, Glamour, Party und Geschäft lagen auch 2010 zwei Wochen lang eng beieinander, als die Berlinale ihr 60. Jubiläum feierte. Mehr als 19 000 Fachbesucher aus 136 Ländern akkreditierten sich dieses Jahr bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin. Ein Mammuter­ eignis, aber auch ein Fest der Begegnungen und Diskussionen. Mit dem Rekord von rund 300 000 verkauften Kinokarten hat die Berlinale 2010 erneut ihren Ruf als weltweit größtes Publikumsfilm­ festival bestätigt. Bavaria Film International, die Spielfilm-Abteilung der Bavaria Media, ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil dieser renommierten Veranstaltung im Februar. Die Vorbereitungen auf das Großereignis beginnen bereits etliche Monate vorher. Für das Marketing-Team und die Festival-Koordination herrscht dann in Geiselgasteig Hochkonjunktur. Mit Spannung wird erwartet, welche der eingereichten Filme im Wettbewerb um die Bären mitspielen dürfen. Eine positive Entscheidung des Berlinale-Auswahlgremiums, welcher Film in welcher Sektion antreten darf, stellt bereits die erste Adelung einer Kinoproduktion dar. Die Medien werden aufmerksam, die Werke besprochen, und im Scheinwerferlicht des roten Teppichs erhöhen sich deren Karrierechancen enorm. Ein treffsicheres Gespür für die richtige Auswahl jener Filme, mit denen man sich auf der Bühne von Deutschlands großem A-Festival messen will, sichert nicht nur die Einladung zum Festival. Es ist gleichermaßen auch die Grundvoraus­


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Michael Ballhaus, Juliane Lorenz, Robert Fischer, Marcus Claren und Christoph Meiser starten nächstes Fassbinder-Restaurationsprojekt

Täglich bis zu 2 400 Menschen kamen zum European Film Market

setzung für einen erfolgreichen Marktauftritt. Thorsten Ritter, Leiter von Bavaria Film International, setzt dabei auf ein zahlenmäßig über­ sichtliches und in dieser Konzentration dennoch breit aufgestelltes Film-Portfolio und folgt einer Strategie, die sich auch in den schwierigen Zeiten des Spielfilmlizenzmarktes der letzten Jahre bewährt hat. Mit sechs Filmen in Berlin – von Arthaus bis Kommerz Als einen heißen Bären-Kandidat schickte Ritter in diesem Jahr den russischen Wettbewerbsbeitrag „How I Ended This Summer“ ins Rennen. Frühzeitig hatte er sich die Weltvertriebsrechte für diesen Film gesichert. Nach „Koktebel“ und „Simple Things“ ist es der dritte Film des Regisseurs Alexei Popogrebsky. Daneben konnte Bavaria Film International weitere vier Filme in offiziellen Sektionen präsentieren: „Henry Of Navarre“, die von Regina Ziegler produzierte und von Jo Baier inszenierte Verfilmung des Heinrich-Mann-Epos um Heinrich IV., war einer der Filme, der nach der Gala-Premiere im „Berlinale Spezial“ von den Einkäufern und der internationalen Presse gewürdigt wurde. Mit dem diesjährigen „Panorama Spezial“-Beitrag „Por Tu Culpa“ ­ von Anahi Berneri setzte Thorsten Ritter die langjährige fruchtbare Zusammenarbeit mit dem argentinischen Produktionshaus BD Cine um den zweifachen Bären-Gewinner Daniel Burman und Diego Dubkovsky fort. Mit dem Film „Joy“ der niederländischen Regisseurin Mijke de Jong legte er den Grundstein zur Kooperation mit der hollän­ dischen Produktionsfirma IDTV, mit der bereits seit Längerem Gespräche auch über andere Projekte geführt wurden. Die erfolg­ reichen deutschen Produktionen „Zweiohrküken“ in der Sektion „German Cinema“ sowie „Friendship!“ und „Liebe Mauer“ als Markt­premiere rundeten schließlich das Berlinale-Programm von Bavaria Film International ab. Bavaria-Präsenz auf dem European Film Market Mit diesem Line-Up im Gepäck startete das Sales-Team in den Euro­ pean Film Market (EFM), der jährlich parallel zur Berlinale stattfindet. Der EFM im Martin-Gropius-Bau, nur wenige Gehminuten vom Festivalzentrum am Potsdamer Platz entfernt, ist seit 2006 der zentrale Anlaufpunkt für den Handel mit Lizenzrechten. Neben dem Marché du Film in Cannes und dem American Film Market in Santa Monica ist der EFM einer der drei größten Handelsplätze der Branche weltweit.

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Bavaria Film Geschäftsführer Dr. Matthias Esche trifft Festivalleiter Dieter Kosslick am Messestand

Insgesamt 419 Aussteller aus 42 Ländern trafen in diesem Jahr auf Einkäufer aus 62 verschiedenen Nationen. Schon nach der ersten Hälfte des diesjährigen European Film Markets wurden nahezu 40 000 Besucher gezählt. Allein am ersten Festivalwochenende haben sich täglich etwa 2 400 Menschen über den Markt gedrängt, rund 700 mehr als im vergangenen Jahr. Dort sollte sich zeigen, wie sich das Bavaria Film International-Portfolio aus Arthaus-Filmen und deutschen Spielfilmerfolgen gegen die Filme der Konkurrenten behaupten und das Interesse auf dem internationalen Parkett wecken konnte. Der Bavaria-Messestand war jederzeit stark frequentiert. Der „Point of Sale“ wurde von Einkäufern aus der ganzen Welt mit großem Interesse aufgesucht, was die Verkaufszahlen bestätigen: Bavaria Film International verbuchte Lizenzverkäufe in mehr als 35 Länder. Startschuss für zweites Fassbinder-Restaurationsprojekt Nicht nur das aktuelle Filmprogramm, auch frühere Bavaria-Erfolge sorgten für prominente Gäste. Kameralegende Michael Ballhaus und die Präsidentin der Fassbinder Foundation, Juliane Lorenz, markierten mit einem Fototermin den Startschuss für ein neues FassbinderRestaurationsprojekt: Nach „Berlin Alexanderplatz“ ist „Ich will doch nur, dass ihr mich liebt“ der zweite Fassbinder-Klassiker, den Bavaria Media digital aufbereiten lässt. Die Münchner CinePostproduction Bavaria Bild & Ton wird hierfür erneut die aufwendigen Restaurierungs­ prozesse durchführen und Michael Ballhaus die Arbeiten aus der Sicht des damaligen Kameramanns begleiten. Silberne Bären für Bavaria Film International Zum Abschluss der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin konnte sich Bavaria Film International noch einmal richtig freuen: Der Film „How I Ended This Summer“ von Alexei Popogrebsky, der im Original „Kak Ya Provel Etim Letow“ heißt, wurde gleich mehrfach ausge­ zeichnet: Regisseur und Schauspieler Sergei Puskepalis sowie das in Berlin frenetisch gefeierte Nachwuchstalent Grigori Dobrygin wurden ex aequo als beste Hauptdarsteller in dem russischen Wettbewerbsbeitrag mit dem Silbernen Bären geehrt. Kameramann Pavel Kostomarov erhielt den Silbernen Bären für seine herausra­ gende künstlerische Leistung. Drei Bären, auf die auch Thorsten Ritter und sein Team stolz sein können.


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Ankunft der Bavaria Film International in Berlin: Die Berlinale beginnt für uns mit Start-Schwierigkeiten am Münchner Flughafen – Maschinen müssen enteist werden, können nur mit erheblicher Verspätung abheben. Diejenigen, die dieses „Glück“ nicht haben, müssen auf die Deutsche Bahn ausweichen. Letztlich kommen wir alle rechtzeitig an. Empfangen werden wir von einer ganz Berlin überziehenden Eisschicht – alle Spikes bereits seit Tagen „sold out“.

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ARTE-Empfang: Volles Haus, ARTE ruft und sehr viele kommen. Dank der 16 Location am Brandenburger Tor ein Gefühl wie „Live aus dem Hauptstadt17 studio“. 15

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Manche Kunden müsse n leider auf die normalen Stühle ausweichen.

Selbst auf diesen Stühlen kann man sich 9 mal gelassen zurücklehnen, wenn der Chef 9 dabei sitzt und das Gespräch übernimmt.

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Ein guter Jubiläumsmarkt geht zu Ende, und der Stand wird wieder für den Rücktransport nach Geiselgasteig verpackt. Müssen wir noch irgendwo Platz in einer Kiste für einen vielleicht heute Abend gewonnenen Bären einplanen?! Wie sich bald herausstellt, genügt der Platz für einen nicht …

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Nach unzähligem Trailer zeigen und Gespräche führen werden die ersten Verträge unterzeichnet. Nach überstandener Aufregung, Gang über den roten Teppich und einer gelungenen Premiere von POR TU CULPA herrscht ausgelassene Stimmung beim Fotocall.

Dr. Matthias Esche und Achim Rohnke am Bavaria Stand.

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3 silberne Bären in 2 Kategorien für 10 HOW I ENDED THIS SUMMER . 9

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Rene Zellweger und unser Bären Hauptdarsteller Gregori.

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Gregori erntete jedes Mal, wenn er den Raum betrat, tose nden Applaus un d Standing Ovatio ns vom erlauchte 19 n Kreis der Gäste beim Bärendinn er im 20 Borcherts .

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Ein gelungener Abschluss in der Newton Bar im kleinen Kreis.


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Heimatfilm pur

MIT TASCHENTUCH GARANTIE


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Hauptdarstellerin Gloria Nefzger. Video unter www.bavaria-film.de/posthalter-christl

Die starke Marke Hans Ernst kommt ins Bayerische Fernsehen. Bayern und bayerische Heimat haben sich in den letzten Jahren immer wieder als kreativer Jungbrunnen für erfolgreiche TV- und Kinofilme erwiesen. In Zeiten überall schrumpfender Etats ist es den Münchner Produzenten Ernst Geyer (Moviepool) und Stephan Reichenberger (Bavaria Fernsehproduktion) gelungen, das Bayerische Fernsehen (Redaktion: Thomas Jansing und Elmar Jäger) als Auftraggeber für einen Pilotfilm nach einer Romanvorlage des Heimatschriftstellers Hans Ernst (1904-1984) zu gewinnen. Wer ist Hans Ernst? Ernst Geyer: Deutschlands erfolgreichster unbekannter Bestsellerautor mit einer Gesamtaufl age von mehr als sieben Millionen Exemplaren. Hans Ernst ist vom Bauernknecht zum bayerischen Erfolgsschriftsteller aufgestiegen, er hat die Wendelsteinregion in gut hundert Romanen zum Schauplatz urwüchsiger, phantasievoller und handlungsstarker Dorfgeschichten gemacht. Stephan Reichenberger: Das Bavaria-Team um Regisseur Alexander Wiedl fand in Brannenburg, Flintsbach und auf der Arzmoos-Alm wirkungsvolle Motive, die Dreharbeiten wurden von Bürgern und Gemeinden sowie von Ensemblemitgliedern des Volkstheaters Flintsbach mit hoher Motivation unterstützt. Ernst Geyer: Die Titelrolle der Wirtstochter Christl Gruber spielt Neuentdeckung Gloria Nefzger. Der Part des jungen Arztes Thomas Lafret ist ebenfalls mit einem Hauptrollen-Debütanten besetzt: Bernhard Piesk. Renommierte bayerische Volksschauspieler wie Ilse Neubauer, Bettina Redlich, Andrea Wildner, Gabriele Dossi, Winfried Hübner, Thomas Schuler, Viktor Schenkel und Florian Simbeck wirken an dem Versuch mit, im Bayerischen Fernsehen Sendeplätze für „Heimatfi lm pur“ zu erobern … Stephan Reichenberger: … für Filme mit Taschentuchgarantie, die zu Herzen gehen, ohne den Kopf zu beleidigen. Das Bestreben aller Beteiligten ist es, aus Hans Ernst auch im Fernsehen eine starke, populäre Marke zu machen, um die sich eine kreative bayerische Großfamilie aus Mitwirkenden vor und hinter der Kamera schart.

Die Drehbücher hat eine gewisse Agnes Brandauer verfasst. Klingt stark nach Pseudonym ...? Ernst Geyer: Ja, dahinter stecken die Münchner Autoren Cornelia Willinger und Stephan Reichenberger, Spezialisten u. a. für Volksstücke und Komödien mit bayerischem Flair. Frau Willinger hat fürs Bayerische Fernsehen unter anderem die legendäre „Hausmeisterin“ geschrieben und – zusammen mit Stephan Reichenberger – viele Folgen „Pfarrer Braun“. Nun ist es ihnen gelungen, den Bestseller „Die Posthalter-Christl“ aus der vorletzten Jahrhundertwende in eine zeitlose Gegenwart zu verlegen, ohne Hans Ernsts romantischfarbenprächtige Romanwelt zu beschädigen. Der Heimatfi lm ist eines der ältesten Genres. Die Herstellungstechnik für die geplante Reihe aber ist höchst innovativ. Worin liegen die Besonderheiten? Stephan Reichenberger: In nur 15 Tagen – gefilmt wurde in HD-Technik – wurde unser Movie an authentischen Schauplätzen gedreht. Für alle Beteiligten bedeutete das erhöhtes Arbeitspensum und kreatives Neuland. Die hochauflösenden Digitalbilder stellen Kameramann, Licht, Maske und Ausstattung vor ungewohnte Herausforderungen. Auch in der Postproduktion wurden neue Wege erprobt und mit Erfolg beschritten. Das Budget für den 90-minütigen MoviePiloten lag dabei deutlich unter den branchenüblichen Pauschalen. Der Film hat am 8. Mai 2010 um 20:15 Uhr im Bayerischen Fernsehen Premiere. Können wir schon einmal ein paar Szenen sehen? Stephan Reichenberger: Gerne …


DIE ROSENHEIM-COPS 50

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BLICK AUF MEHR ALS 1000 EPISODENROLLEN – UND WEITERE WERDEN FOLGEN


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In diesem Frühjahr haben die Dreharbeiten für die 10. Staffel der „Rosenheim-Cops“ begonnen. Gedreht wird wieder an Original-Locations in Oberbayern und im Kommissariat auf dem Studiogelände Geiselgasteig

Seit ihrem Start im Jahr 2001 sind die „Rosenheim-Cops“ aus der Serienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Gedreht an OriginalLocations in Oberbayern und im BavarioSystem-Studio in Geiselgasteig, geht die inzwischen 10. Staffel mit 30 neuen Folgen in Produktion. Insgesamt war damit das ungleiche Ermittlerteam Korbinian Hofer und Sven Hansen mit Unterstützung von Christian Lind, Tobias Hartl und Florian Prantl 217 mal auf Mörderjagd und das mit einer Aufklärungsquote von 100 Prozent und wachsender Fangemeinde. Immer dabei sind Hofers Schwester Marie, Sekretärin Miriam Stockl und POM Michi Mohr, Polizeichef Gert Achtziger, Controllerin Patrizia Ortmann und neuerdings Pathologin Sabine Eckstein. Darüber hinaus wurden mehr als 1000 Episodenrollen besetzt, darunter Prominente wie Dieter Thomas Heck oder ZDF-Moderator Rudi Cerne. Simone Thomalla gab sich als 1000. Stargast die Ehre, sogar in einer Doppelrolle. Und auch die 10. Staffel wartet wieder mit Überraschungsgästen auf.

Mehr als 1000 Episodenrollen wurden bereits besetzt. Zum Beispiel diese 78 1

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1 Thomas Fritsch, 2 Michael Lesch, 3 Hansa Czypionka, 4 Martin Feifel und Sophie Rois, 5 Gerd Anthoff, 6 Horst Janson, 7 Michael Brandner und Max Müller, 8 Heidrun Gärtner und Maria Bachmann, 9 Michaela Merten, 10 Robert Giggenbach, 11 Julia Thurnau, 12 Udo Thomer, 13 Peter Rappenglück, 14 Irene Clarin, 15 Mathieu Carrière, 16 Simone Thomalla und Alexander Duda, 17 Dieter Thomas Heck, 18 Irm Hermann, 19 Ellen ten Damme, 20 Franz Xaver Kroetz, 21 Christian Tramitz, 22 Miguel Herz-Kestranek, 23 Timothy Peach, 24 Eleonore Weisgerber, 25 Viktoria Brams, 26 Patrick Wolff, 27 Gesche Tebbenhoff, 28 Carin C. Tietze, 29 Miguel Herz-Kestranek, 30 Ernst Hannawald, 31 Wolfgang Maria Bauer und Christine Neubauer, 32 Monika Baumgartner, 33 Heinrich Schafmeister, 34 Andrea Ballschuh, 35 Wolfgang Fierek und Karin Thaler, 36 Andreas Giebel und Leon Boden, 37 Silvia Seidel, 38 Wayne Carpendale, 39 Heide Ackermann, 40 Tatjana Alexander, Diana Staehly und Tom Mikulla, 41 Florian Karlheim, 42 Cornelia Corba, 43 Steffen Wink, 44 Katja Woywood, 45 Mark Waschke, 46 Yasmina Filali, 47 Saskia Vester, 48 Diana Staehly und Rudi Cerne, 49 Martin Feifel und Igor Jeftic, 50 Oliver Stritzel, 51 Leonore Capell, 52 Jürgen Tonkel, 53 Hansi Kraus und Eisi Gulp, 54 Markus Böker und Elisabeth Lanz, 55 Hans Peter Hallwachs und Diana Körner, 56 Simon Verhoeven, 57 Django Asül, 58 Horst Kummeth, 59 Doreen Dietel, 60 Alexander Held, 61 Doris Kunstmann, 62 Michael Fitz, 63 Olivia Pascal, 64 Martin Semmelrogge, 65 Helmut Zierl, 66 Veronika von Quast, 67 Cosma Shiva Hagen, 68 Anna Thalbach, 69 John Friedman und Florian Simbeck, 70 Nicola Tiggeler, 71 Dieter Landuris, 72 Bettina Zimmermann, 73 Albert Fortell, 74 Günter Grünwald und Tom Mikulla, 75 Markus Böker und Billie Zöckler, 76 Marisa Burger und Michael Schreiner, 77 Manou Lubowski, 78 Florian Karlheim


Bayerisches Filmzentrum

„Waffenstillstand“ – Kinostart, Bayerischer Filmpreis

„Ayla“ – ab 6. Mai 2010 in den deutschen Kinos

Am 18. März 2010 startete „Waffenstillstand“ (DRIFE Deyle & Richter Filmproduktion) in den deutschen Kinos. Der u.a. mit dem Förderpreis Deutscher Film und dem VGF Nachwuchsproduzentenpreis (Bayerischer Filmpreis) ausgezeichnete Film erzählt eine actionreiche Geschichte um deutsche Journalisten und freiwillige Helfer im umkämpften Fallduscha während des Irakkrieges. In den Hauptrollen: Hannes Jaenicke, Thekla Reuten, Matthias Habich. Regie führte Lancelot von Naso.

Regisseur Su Turhan hat mit „Ayla“ einen emotional beeindruckenden Film über Liebe, Ehre, Freundschaft und die Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen geschaffen. Ab 6. Mai 2010 wird das Drama um die gleichnamige junge Türkin Ayla (gespielt von Pera Ferydoni) im Kino zu sehen sein. In weiteren Hauptrollen: Mehdi Moinzadeh, Timur Isik, Saskia Vester, Türkiz Talay und Sesede Terziyan. Das Projekt wurde im Rahmen der Nachwuchsinitiative First Movie Program entwickelt.

wtp international bringt „Engel mit schmutzigen Flügeln“ in die Kinos

Filmförderung für Produzentennachwuchs aus dem Filmzentrum

Ausstellung: Eckhart Schmidt zeigt Stars, Regisseure und Produzenten – Vernissage am 17. Juni 2010

Themen, Meldungen, Aktuelles

Mit enormer Presseresonanz startete im März der neue Roland Reber Film „Engel mit schmutzigen Flügeln“ in den Kinos. Das provokante Motorrad-Roadmovie handelt von drei jungen Frauen, gespielt von Antje Nikola Mönning, Mira Gittner und Marina Anna Eich, auf der Suche nach dem eigenen Ich und der Definition von Moral und Gesellschaft.

Drei Nachwuchsproduktionen aus dem Bayerischen Filmzentrum wurden im Februar Fördergelder vom FFF Bayern bewilligt: Der Dokumentation „Der letzte Zug“ von Oliver Tataru, produziert von Filmallee – David Lindner Filmproduktion, „Davon willst du nichts wissen“ von Tim Trachte, eine Koproduktion von Claussen+Wöbke+Putz mit viaFilm sowie die TV-Dokumentation „Wader/Wecker – Kein Leben ohne Tod“ von Schattengewächs Filmproduktion. Filmallee, viaFilm und Schattengewächs sind außerdem Stipendiaten der VGF Verwertungsgesellschaft.

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Es ist eine Show mit 60 Fotografi en von Stars, Regisseuren und Produzenten aus den Filmen, die Eckhart Schmidt in Hollywood, Rom und Deutschland in Zusammenarbeit mit dem BR gedreht hat. Der Bogen reicht von Tony Curtis, Jerry Lewis, Anita Ekberg und Omar Sharif über Francesco Rosi, Robert Wise und Dino di Laurentiis bis zu Ruth Leuwerik, Sonja Ziemann, Bernd Eichinger, Helmut Dietl u.v.a. .


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Meet & Eat Salvatore Armeli bewirtschaftet das „Filmstadt-Restaurant“ samt Caffè Bar und Konferenzräumen.

Zutaten (für 8 bis 10 Arancini)

Text: Marc Haug Fotos: Jens Heilmann

500g Reis 3-4 Eier Parmesan Butter Öl zum Frittieren Semmelbrösel zum Panieren

Seit Juni 2009 betreibt Küchenchef Salvatore Armeli vom Catering-Betrieb Eurest die Bavaria Film-Kantine. Wobei Armeli die Kantine als „Filmstadt-Restaurant“ verstanden wissen will, das Bistro wurde zur „Caffè Bar Dallucci“. Sein Ziel ist Filmstadt-Gastronomie mit Ambiente. Rot gestrichene Wände setzen nun buntere Akzente, großformatige Bilder bringen Atmosphäre in die Räume. „Alle drei Monate überlegen wir uns neue Dekorationen,“ sagt Armeli. Zurzeit baumeln pittoresk eine ganze Reihe Espressotassen vor der großen Glasfront. Nicht nur optisch hat sich eine Menge getan. Ein bisschen bringt Salvatore Armeli die italienische Lebensart aufs Filmstadt-Gelände. Die süditalienische versteht sich. 1983 kam er aus seiner sizilianischen Heimat, wo er drei Jahre Patissier gelernt hatte, nach Deutschland, um im Münchner Novotel seine Ausbildung als Koch zu absolvieren. Zehn Jahre später wechselte er zu Eurest. 1997 wurde er dort Meisterkoch. Auch wenn Armeli seit fast drei Jahrzehnten in Deutschland lebt, sein sizilianisches Temperament ist ihm geblieben, genauso wie seine Liebe zu den kulinarischen Spezialitäten seiner Heimat. Er plant, die Theke der Caffè Bar um eine Vitrine zu erweitern. Sizilianisches Gebäck, kleine Snacks und Vorspeisen aus Sizilien wird er dann zusätzlich zu den italienischen Bar-Klassikern wie Tramezzini und Foccacia anbieten. „Arancini“ zum Beispiel, frittierte, mit Hackfleisch und Käse gefüllte Reisbällchen in der Form kleiner Vulkankegel, die als Vorspeise oder als Zwischenmahlzeit unterwegs auf der Serviette aus der Hand gegessen werden. „In Süditalien ist das sehr beliebt, hier kennt das Gericht kaum jemand,“ sagt er. Aber das wird sich zumindest in der Filmstadt bald ändern.

Buon appetito!

Für die Füllung Hackfleisch, Erbsen, Tomaten, Gewürze Mozzarella oder Gouda (der heiße Käse muss Fäden ziehen) Zubereitung Den Reis kochen (1 Teil Reis zu 3 Teilen Wasser) und lauwarm werden lassen. Mit dem Parme­ san­käse, den Eiern und zer­las­se­ ner Butter vermengen, bis eine weiche, klebrige, teig­artige Masse entsteht. Zugleich eine Bolognese-Füllung aus Hackfleisch, Erbsen, Tomaten und Ge­würzen vorbereiten und abkühlen lassen. Den Käse in kleine, etwa 1 cm große Würfel schneiden. In der hohlen Hand einen handtellergroßen Reis­ fladen formen und mit der Füllung und zwei Würfeln Käse füllen. Den Fladen zu einer Kugel (in der

Größe etwa einer Mandarine) schließen und zu einem Vulkankegel formen, im Paniermehl wälzen und frittieren. Die Arancini sind fertig, wenn sie goldbraun gebacken sind.


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Oberhalb des Gastronomie-Betriebs befinden sich vier Konferenzräume unterschiedlicher Größe für Meetings inmitten der bewegten Filmgeschichte der Bavaria: Ein Raum ist Bob Fosse gewidmet, der bei der Bavaria „Cabaret“ mit Liza Minelli und Michael York drehte. An die Wirkstätte der Regisseure Ingmar Bergmann („Schlangenei“) und Rainer Werner Fassbinder („Berlin Alexanderplatz“) wird erinnert, genauso wie mit Peter Ostermayr an die Anfänge der Filmgeschichte in Geiselgasteig. Der Konferenzraum im Hauptgebäude wurde nach Billy Wilder („Eins, zwei, drei“) benannt.


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Wilder, Fassbinder & Co.

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André Heim ist seit 2007 Referent der Geschäftsführung und leitet seit 2009 den Bereich Standort Services. Stefanie Behr ist Prokuristin und Herstellungsleiterin bei Bavaria Film Interactive und seit 2001 im Unternehmen. Christoph Reile arbeitet seit neun Jahren für die Bavaria Film als Austattungsassistent für den „Marienhof“. Heike Voigt-Plewig ist seit 1989 bei der Bavaria Filmstadt und macht dort die Personalbetreuung. Stefan Bryxi, seit 1999 bei der Bavaria, leitet den Bereich Operation bei der Filmstadt. Nicole Zoller, seit 2002 bei der Bavaria, gehört als Teamassistentin der Personalabteilung an. Seit der ersten Folge im September 2005 spielt Sepp Schauer in der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“ den Hotelportier Alfons Sonnbichler. Robert Eldregde, seit 26 Jahren bei der Bavaria, arbeitet im Bereich Standort Services mit dem Schwerpunkt Location und Produktionsvermietung. Michael Noderer ist seit 45 Jahren bei der Bavaria Film und leitet den Bauhof. Babette Fürbringer koordiniert seit mehr als sieben Jahren die Ton-Dispo bei der CinePostproduction Bavaria Bild & Ton. Anke Bergmann analysiert Märkte und Trends, sie ist seit 2008 bei der Bavaria Film.

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Seite 22

Bavaria Jet Set

Die Geiselgasteig-Villa, Wohnort von US-Filmoffizier und Studiochef in den Jahren 1945-48

Seite 6

Europas flexibelstes Flugzeugstudio

Innovativ für die Serie

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Seite 34

Tonstudio der CinePostproduction

Tapeless Workflow für „Sturm der Liebe“ in Studio 2

Für die perfekte Illusion

Pionierarbeit auf allen Ebenen

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Fundusbetrieb der FTA

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin Seite 42

Bavaria Film International

Meet & Eat Seite 54

Den Soundtrack nach vorne stellen Seite 15

Gastronomie und Konferenzräume

Bavaria Sonor

Kevin Costner Seite 11

Rosenheim-Cops Seite 50

Geplanter Dreh im Studio 12

Studioaufnahmen im BavarioSystem


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Die Lookmacher Seite 38

Colourgrader für „Marienhof“

WER, WO, WAS

Bayerisches Filmzentrum Seite 53

Hier spielen unsere Geschichten

Räume für Talente

Kennedys Hirn Seite 16

Drehvilla in der Münchner Straße

Verurteilen leicht gemacht Seite 10

Standarddeko Gerichtssaal

Die Ärzte Seite 37

Entertainment-Formate in Studio 1

In Zeit und Dimension voraus Seite 30

Scanline VFX

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ADRESSVERZEICHNIS 24 Frames Film GmbH & Co.KG Monika Raebel Gebäude 70 Tel +49 (89) 6937 8970 Fax +49 (89) 6495 6440 info@24framesfilm.de www.24framesfilm.de

Bavaria Film Interactive GmbH Lars Reckmann Gebäude 40 Tel +49 (89) 6499 2288 Fax +49 (89) 6499 3038 interactive@bavaria-film.de www.bavaria-film-interactive.de

Agentur für Synchronisation Erika Gröne Gebäude 51 Tel +49 (89) 6418 51700 erika.groene@rtl2.de

Bavaria Film International Thorsten Ritter Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 2686 Fax +49 (89) 6499 3720 international@bavaria-film.de www.bavaria-film-international.de

Allfinanz Software Services GmbH Sven Kiefer Gebäude 70 Tel +49 (89) 6499 2214 sven.kiefer@mobileemail.vodafone.de Amalia Film GmbH Cornel Schäfer Gebäude 49 Tel +49 (89) 64981 128 Fax +49 (89) 64981 228 c.schaefer@amalia-film.de arbovin-ea weinimport Erhard Arbogast Gebäude 29 Tel +49 (89) 48953 111 Fax +49 (89) 48953 112 info@arbovin-ea.de www.arbovin-ea.de ARES Analysis Real Estate GmbH Andreas Althaus Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 2091 Fax +49 (89) 6499 2093 andreas.althaus@ares-muc.de AS Media Bettina Nußhardt Gebäude 4 Tel +49 (89) 7473 4360 Fax +49 (89) 7473 4311 nusshardt@vip-muenchen.de avirtico GmbH Gunther Lohneis, Michael Muschler Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1141 Tel +49 (89) 6498 1241 gunther.lohneis@avirtico.de michael.muschler@avirtico.de www.avirtico.de B. TON Medien GmbH Benedikt Hoenes Luise-Ullrich-Str.4 Tel +49 (89) 1894 2549 0 Fax +49 (89) 1894 2549 29 mix@bton.de www.bton.de Bavaria Fernsehproduktion GmbH Dr. Matthias Esche, Jan S. Kaiser, Armin Rabe Empfangsservice Gebäude 20 Tel +49 (89) 6499 0 Fax +49 (89) 6492 507 info@bavaria-film.de www.bavaria-fernsehproduktion.de Bavaria Film GmbH Dr. Matthias Esche, Achim Rohnke Empfangsservice Gebäude 20 Tel +49 (89) 6499 0 Fax +49 (89) 6492 507 info@bavaria-film.de www.bavaria-film.de

Bavaria Studios & Production Services GmbH Michael Klee, Martin Moll Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 2117 oder 1117 Fax +49 (89) 6499 2115 oder 1115 produktionsservice@bavaria-studios.de Markus Vogelbacher, Sales&Service Tel +49 (89) 6499 2655 Fax +49 (89) 6499 3753 offer@bavaria-film.de www.bavaria-studios.de Bavaria Filmverleihund Produktions GmbH Uschi Reich Gebäude 20 Tel +49 (89) 6499 2872 Fax +49 (89) 6499 3143 filmverleih@bavaria-film.de www.bavaria-filmverleih.de Bavaria Film Partners GmbH Markus Vogelbacher Gebäude 19 Tel +49 (89) 6499 2856 Fax +49 (89) 6499 3753 offer@bavaria-film.de Bavaria Kobolde, Kindergarten Gebäude 104 Tel +49 (89) 6495 8775 Fax +49 (89) 6495 8776 info@bavariakobolde.de www.bavariakobolde.de Bavaria Media GmbH Dr. Rolf Moser Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 2238 Fax +49 (89) 6499 3723 bavaria-media@bavaria-film.de Bavaria Media Television Philipp Kreuzer Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 2764 Fax +49 (89) 6499 2240 tvinfo@bavaria-media.tv www.bavaria-media.tv Bavaria Pictures GmbH Jan S. Kaiser Gebäude 13 Tel +49 (89) 6499 3721 Fax +49 (89) 6499 3788 bavaria-pictures@bavaria-film.de www.bavaria-pictures.de Bavaria Production Services GmbH Martin Moll Gebäude 3 Tel +49 (89) 6499 2283 Fax +49 (89) 6499 2014 info-bps@bavaria-film.de www.bavaria-production-services.de

Bavaria Sonor Musikverlag und Merchandising GmbH Dr. Rolf Moser Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 2238 Fax +49 (89) 6499 3723 bavaria.sonor@bavaria-film.de www.bavaria-sonor.de Bavaria Synchron GmbH Andreas Gaube Gebäude 56 Tel +49 (89) 6499 2860 Fax +49 (89) 6499 2748 andreas.gaube@bavaria-synchron.de www.bavaria-synchron.de BavariaPool International Coproductions GmbH Tobias Gerlach Gebäude 13 Tel +49 (89) 6499 2022 Fax +49 (89) 6499 3490 ulrike.gerth@bavaria-film.de Bayerisches Filmzentrum Wirtschaftsförderung GmbH Prof. Dr. Klaus Schaefer, Christine M. Conradi Gebäude 49 Tel +49 (89) 64981 0 Fax +49 (89) 64981 100 filmzentrum@filmzentrum-bayern.de www.filmzentrum-bayern.de Biz2Byte Service GmbH Jochen Plinta Gebäude 72n Tel +49 (89) 2000 0010 Fax +49 (89) 2000 0029 info@biz2byte.de www.biz2byte.de black & light GmbH Uli Maier Gebäude 31 Tel +49 (89) 6499 3013 Fax +49 (89) 6499 3019 info@blackandlight.tv Black Sail Pictures Phillip Sauermann Gebäude 8 Tel +49 (89) 6499 2908 Fax +49 (89) 6499 2493 info@blacksail.de www.blacksail.de Brand Society Communication GmbH Ines-Felicitas Rittner Gebäude 72 Tel +49 (89) 7675 7685 Fax +49 (89) 7262 5761 info@brand-society.de Carlton – The Watch GmbH Lorenz Niederleitner Gebäude 17 Tel +49 (89) 6494 6446 Fax +49 (89) 6494 6447 zentrale@carlton-watches.com www.hotelparis-bags.com CC Medienproduktions und Verwaltungs GmbH Matthias Triebel Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1750 Tel +49 (89) 6498 1751 m.triebel@cc-medien.de www.cc-medien.de

Cinecomo Professional Broadcasting – Digital Cinematography GmbH Ludwig A. von Poswik Gebäude 10 Tel +49 (89) 6499 2320 Fax +49 (89) 6499 2331 cinecomo@aol.com www.cinecomo.de CineMedia Film AG Christian Sommer Gebäude 71a Tel +49 (89) 2060 70 Fax +49 (89) 2060 7111 info@cinemedia.de www.cinemedia.de Cine Mobil GmbH Jörg Baumgart, Heinz Ratzinger Gebäude 1 Tel +49 (89) 6499 3191 Fax +49 (89) 6499 2534 jb@cine-mobil.de www.cine-mobil.de Cine Pictures Management GmbH Johannes Schnopp Gebäude 70 Tel +49 (89) 9546 6790 Fax +49 (89) 9546 67925 regele@cinepictures.eu www.cinepictures.eu CinePostproduction GmbH Christian Sommer Gebäude 8 Tel +49 (89) 6499 2740 Fax +49 (89) 6499 3226 christian.sommer@cinemedia.de www.cinepostproduction.de Cinemedia Film GmbH Willi Bär Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1133 CineMediaFilm@aol.com Cineparts Christoph F. Bruggaier Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1106 Fax +49 (89) 6498 1311 info@cineparts.net www.cineparts.de CinePostproduction GmbH Bavaria Bild & Ton Michael Welzel, Manni Gläser (Ton) Gebäude 8, 9 Tel +49 (89) 6499 2578 Fax +49 (89) 6492 183 Tel +49 (89) 6499 3669 (Ton) Fax +49 (89) 6499 3027 (Ton) michael.welzel@cinemedia.de manni.glaeser@cinemedia.de www.cinepostproduction.de Creschendo Media Berthold Kraus Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1135 Fax +49 (89) 6498 1335 bekraus@creschendo.de www.creschendo.de D & S Medien Danielle Fußstetter, Sabine Vöhringer Gebäude 17 Tel +49 (89) 6499 3399 Fax +49 (89) 6499 3390 svoehringer@abc-kinderforum.de dfusstetter@abc-kinderforum.de www.d-s-medien.de


FILM MAG

Das Produktionshaus – Film Fernsehen Multimediasystem GmbH Franz Josef Kirmaier Gebäude 3 Tel +49 (89) 6499 2999 Fax +49 (89) 6499 3955 welcome@produktionshaus.de www.produktionshaus.de

Eurovision Entrepreneurs TV Production Louis Moser Gebäude 71 Tel +49 (89) 6491 1720 Fax +49 (89) 6498 1337 moser@euroentrepreneurs-tv.de www.euroentrepreneurs-tv.de

Dekobau Jacob Sepp Jacob Gebäude 1 Tel +49 (89) 6499 3075 Fax +49 (171) 2319 444 sepp.jacob@googlemail.com

Eurovision Real Estate GmbH Louis Moser Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 2277 eurovisionrealestate@eurovisionrealestate.eu www.eurovisionrealestate.eu

Die Elektro AG Mario Seeling Gebäude 25 Tel +49 (89) 6499 3369 Fax +49 (151) 5273 3195 mario.seeling@die-eag.de www.die-eag.de

Falcom Media GmbH Sebastian Brummer Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1402 Tel +49 (89) 6498 1412 sebastian.brummer@falcom.ch www.falcommedia.de

die medienakademie AG Dr. Walther Ziegler Gebäude 32 Tel +49 (89) 6499 3001 Fax +49 (89) 6499 3004 nataliya.kotynska@diemedienakademie.de www.diemedienakademie.de

Fame Factory Ursula Mensah Gebäude 27 Tel +49 (89) 6426 0511 Fax +49 (89) 6426 0515 info@sunshinekids.de www.sunshinekids.de

Digital Audio & Pictures Achim P. Hofmann Gebäude 57 Tel +49 (89) 6499 2390 Fax +49 (89) 6499 2923 achim.hofmann@dap-bavaria.com

Film & Entertainment VIP Medienfonds Geschäftsführungs GmbH Gebäude 4 Tel +49 (89) 1894 8 0 Fax +49 (89) 1894 8111 info@vip-muenchen.de www.vip-medienfonds.de

Dr. Frank Consulting Dr. Dieter Frank Gebäude 6 Tel +49 (89) 6493 669 Fax +49 (89) 6493 669 df.consulting@t-online.de DRIFE Deyle & Richter Filmproduktion GmbH & Co. KG Florian Deyle, Martin Richter Gebäude 49 Tel +49 (89)6498 1181 Tel +49 (89)6498 1182 deyle@drife.com richter@drife.com www.drife.com Egger Consult GmbH Tatjana Radmer, Roland Egger Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 3780 Tel +49 (89) 6499 3781 Fax +49 (89) 6499 3782 roland.egger@egger-consult.de Engelmayer Peter Engelmayer Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1164 Tel +49 (89) 6498 1165 peter@engelmayer.com EUREST Deutschland GmbH Salvatore Armeli Gebäude 99 Tel +49 (89) 6499 2607 Fax +49 (89) 6499 3570 eurest.1291.9@compass-betriebe.de Euroboden Gmbh Isabell Ziegler Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 3177 Fax +49 (89) 6499 3175 info@euroboden.de

Filmallee – David Lindner Filmproduktion David Lindner Gebäude 49 Tel +49 (89) 6464 9811 16 Tel +49 (89) 6464 9812 16 Fax +49 (89) 6464 9813 16 info@filmallee.com www.filmallee.com Film-Line Productions Filmproduktions GmbH Arno Ortmair Gebäude 70 Tel +49 (89) 6495 640 Fax +49 (89) 6495 6440 info@filmline.de www.filmline.de Filmservice Herz Erik Herz Gebäude 1 Tel +49 (89) 6499 3537 Fax +49 (89) 6499 3571 info@filmservice-herz.de www.filmservice-herz.de Fire Ice Magic Andreas Tügel Gebäude 1 Mobil +49 (171) 2818 648 mail@fire-ice-and-magic.de www.fire-ice-and-magic.de First Entertainment GmbH Florian Bähr, Tobias Gerlach Gebäude 50 Tel +49 (89) 6499 4100 Fax +49 (89) 6499 4110 info@first-entertainment.de www.first-entertainment.de Flowline GmbH Stephan Trojansky Gebäude 48 Tel +49 (89) 6498 4743 Fax +49 (89) 6498 4711

Förderverein Dingo e.V. Melanie Triebel Gebäude 19a FR Entertainment GmbH Florian Reimann Gebäude 55 Tel +49 (89) 6499 2317 Fax +49 (89) 6499 2337 fr@fr-entertainment.de FrameWerk GmbH & Co KG Stefan Jonas Gebäude 49 Tel +49 (89)6498 1431 jonas@jctrust.ch FTA Film- und Theaterausstattung GmbH Marc Böckenförde Gebäude 137 Tel +49 (89) 6498 90 Fax +49 (89) 6498 930 mail@fta-muenchen.de www.fta-fundus.de GetpiX Su Turhan Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1444 Tel +49 (89) 6498 1445 suturhan@getpix.de www.getpix.de gm-film münchen Günter Landesberger Gebäude 72n Tel +49 (172) 5855 145 gms-gm@film.de Gulfstream TV Dieter von Brühl Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1456 information@gulfstream-tv.com Hammer Fonds Verwaltungs GmbH Andreas Althaus Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 2092 Fax +49 (89) 6499 2093 andreas.althaus@ares-muc.de www.ares-muc.de Hammer-Projekt-Fonds GmbH Andreas Althaus Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 2092 Fax +49 (89) 6499 2093 andreas.althaus@ares-muc.de HD Signs GmbH Claudia Köhler Gebäude 4 Tel +49 (89) 6499 3600 Fax +49 (89) 6499 3611 koehler.c@hdsigns.de www.hdsigns.de Hochschule für Fernsehen und Film, FFS Studiengang Prof. Josef Rödl Gebäude 31 Tel +49 (89) 6490 620 Fax +49 (89) 6490 6220 ffs@hff-muc.de www.hff-muc.de Hollywood Cinema.tv GmbH Marco Deutsch Gebäude 49 m.deutsch@hollywoodcinema.tv

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Honeywell Thorsten Hoppe Gebäude 103 Tel +49 (89) 6499 2560 Fax +49 (89) 6937 7342 Mobil +49 (170) 4574 265 - (24 Std.) thorsten.hoppe@bavaria-film.de www.honeywell.de IKEGAMI Partner Süddeutschland Ludwig A. von Poswik Gebäude 10 Tel +49 (89) 6499 2320 Fax +49 (89) 6499 2331 cinecomo@aol.com www.cinecomo.de ImbissFilm Stehle/Rehbock GbR Martin Rehbock, Michael Stehle Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1203 Tel +49 (89) 6498 1103 info@imbissfilm.de www.imbissfilm.de Insider Group AG Dr. Ulrich Eckert Gebäude 49 Tel +49 (89)6498 1121 ulrich.eckert@insidergroup.de www.insidergroup.de k.newmotion GmbH Berna Özkan Gebäude 33 Tel +49 (89) 6499 2948 backoffice@k-newmotion.de Kaissar Film GmbH & Co. KG Khaled Kaissar, Balint Tolnay-Knefely Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1700 kk@kaissar-film.com, btk@kaissar-film.com www.kaissar-film.com Kiddy’s Music School Erich Kowalew Gebäude 19 Tel +49 (89) 6499 2448 Fax +49 (89) 6499 2373 kontakt@kiddysmusic.de www.kiddysmusic.de lead link GmbH Oskar Schneider Gebäude 50 Tel +49 (89) 7263 315 00 Fax +49 (89) 7263 315 99 info@leadlink.de www.leadlink.de Lionheart Entertainment Jürgen Hebstreit Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1290 juergen.hebstreit@lionheartentertainment.de www.lionheartentertainment.de MADE ON TV Christian Herger Gebäude 72n Tel +49 (89) 6499 2624 contact@made-on.tv Maskenbildner-Akademie Romy Hutsch Gebäude 72n Tel +49 (89) 6499 2059 Fax +49 (89) 9901 6891 info@marh.de www.marh.de Mc Donalds Filmtourbahnhof Gebäude 52 Tel +49 (89) 6493 805 www.mcdonalds.de


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FILM MAG

Media Fonds 1+2 Gerd Reinsberg Gebäude 70 Tel +49 (89) 6495 6416 Fax +49 (89) 6495 6440 info@mediafonds.de www.mediafonds.de Media Spirit GmbH Stefan Weiß Gebäude 51 Tel +49 (89) 6418 51903 Fax +49 (89) 6418 51909 info@media-spirit.de www.mediaspirit.de MoreMovies Entertainment GmbH Florian Gmelch, Dieter Stempnierwsky Gebäude 49 Tel +49 (89)6498 1161 Tel +49 (89)6498 1162 Fax +49 (89)6498 1163 florian.gmelch@mm-e.de dieter.stempnierwsky@mm-e.de www.moremovies.biz Movies Bistro Michael Stoupakis Gebäude 46 Tel +49 (89) 6499 3487 Fax +49 (89) 6499 3487 movies-bistro@gmx.de www.bavaria-film.de/movies MR Beteiligungen AG Jörg Hoffmann Gebäude 70 Tel +49 (89) 6499 4900 Fax +49 (89) 6499 4902 jhoffmann@mrbetag.de Nechansky Team Michael Nechansky Gebäude 25 Tel +49 (881) 6375 83 Fax +49 (881) 6375 84 info@team-nechansky.de Neue Münchner Fernsehproduktion GmbH Helmut Ringelmann Gebäude 6 Tel +49 (89) 6492 381 Fax +49 (89) 6493 228 silvia.schmid@nmftv.de Nominal Film & TV Produktion Maximilian Plettau & Marten Schnier GbR Maximilian Plettau, Marten Schnier Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1404 Tel +49 (89) 6498 1405 marten@nominalfilm.com www.nominalfilm.com Paradigma Entertainment Sven J. Matten Gebäude 72n Tel +49 (89) 6499 3810 Tel +49 (89) 2020 7061 Fax +49 (89) 2020 7062 office@paradigma-entertainment.com www.paradigma-entertainment.com pentagramma film+verlag Rainer Erler, Renate Erler Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1428 info@Rainer-Erler.com www.rainer-erler.com pictureStream GmbH Thomas Zauner Gebäude 39 Tel +49 (89) 6499 2984 Tel +49 (89) 6498 470 Fax +49 (89) 6498 4711 tz@picture-stream.de

Pixomondo Munich GmbH & Co. KG Thilo Kuther Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1172 thilo.kuther@pixomondo.com www.pixomondo.com

Sebastian Grobler Filmund Fernsehproduktion Sebastian Grobler Gebäude 49 Tel +49 (89) 64981-260/1 Sebastian.Grobler@web.de

Producer’s Friend GmbH Marc und Konstanze Körber Gebäude 72n Tel +49 (89) 6666 5215 Fax +49 (89) 6480 94223 office@producersfriend.com www.producersfriend.de

Mariam Seifert Gebäude 19 Tel +49 (89) 3398 8631 Fax +49 (89) 6998 9907 info@seifert-architektin.de

Raphaela Film Eckhart Schmidt Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1304 eckhart.schmidt@r-film.de www.r-film.de Ritz Assecuranz und Generali Versicherung Michael Ritz Gebäude 17 Tel +49 (89) 9049 0400 Fax +49 (89) 9048 0664 michael.ritz@t-online.de Dr. Günter Rohrbach Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1127 rohrbach@filmzentrum.net rolmade filmcompany Roland Kanamüller Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1113 Fax +49 (89) 6498 1313 rol@rolmade.de www.rolmade.de RTL 2 Fernshen GmbH & Co. KG Gebäude 51 Liv-Dagover-Ring 1 Tel +49 (89) 6418 50 empfang@rtl2.de www.rtl2.de ScanlineVFX GmbH Ismat Zaidi Gebäude 48 Tel +49 (89) 5404 2560 Fax +49 (89) 5404 25611 munich@scanline.de Roland Schaffner Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1450 roland.schaffner@ocpi.net Schattengewächs Filmproduktion Rudi Gaul, Isabella von Klaas, Matthias Leitner Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1280 Tel +49 (89) 6498 1281 gaul@schattengewaechs.de klaas@schattengewaechs.de leitner@schattengewaechs.de www.schattengewaechs.de Schrittmacher GmbH Stephan Linke Gebäude 31 Tel +49 (89) 6499 3472 Fax +49 (89) 6499 3476 info@schrittmacher.de www.schrittmacher.de Schumann Consulting GmbH Sascha Schumann, Mario Liebel Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 3270 sascha.schumann@soprado.de www.soprado.de

SetCo. Werbeagentur GmbH Michael W. Seemann Gebäude 33 Tel +49 (89) 1266 0910 Fax +49 (89) 1266 0925 mws@setco.de www.setco.de SetLogistics Deutsche Film- & Bühnenservice GmbH Karsten Landwehr Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 2140 Fax +49 (89) 6499 2141 karsten.landwehr@setlogistics.de SFK-Verband Michael Hartmann Gebäude 137 Tel +49 (89) 6493 139 Fax +49 (89) 6492 908 info@sfk-verband.de www.sfk-verband.de Sims – Munich Kai Schürmann Gebäude 70 Tel +49 (89) 9546 67940 Fax +49 (89) 9546 67925 schuermann@sims-munich.com Sixt GmbH & Co. Autovermietung KG Judith Keith Bavaria Film Str. 2 Tel +49 (89) 6496 21424 Fax +49 (89) 1805 2229 3004 82 judith.keith@sixt.de www.sixt.de SKD CAPITAL GmbH Dr. Stefan Kleine-Depenbrock Gebäude 50 Tel +49 (89) 7263 315 40 Fax +49 (89) 7263 315 49 ag@skdcapital.com Soprado Gmbh & Co. KG Frank Döller Gebäude 71 Tel +49 (89) 6499 2862 Fax +49 (89) 7540 8833 frank.doeller@soprado.de www.soprado.de Stuntmac GmbH Mac Steinmeier Gebäude 1 Tel +49 (700) 7886 8622 Fax +49 (89) 6499 3209 mail@stuntmac.com www.stuntmac.com sunnysales Uli Truckenbrod Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1193 ut@sunnysales.de www.sunnysales.de Talentopia Alisan Saltik Gebäude 70 Tel +49 (89) 6495 6418 Fax +49 (89) 6495 6440 info@talentopia.de www.talentopia.de

Tele 5 / TM-TV GmbH & Co. KG Carola Munzert Gebäude 39, 40 Tel +49 (89) 6495 680 Fax +49 (89) 6495 68200 carola.munzert@tele5.de www.tele5.de TNF Telenormfilm GmbH Philip Peter Schulz-Deyle Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1236 philip@schulz-deyle.com Toni’s Cafe Hilde Kulbach Gebäude 7 Tel +49 (89) 6499 2747 Fax +49 (89) 6499 3027 TRIO Management GmbH Johannes Schnopp Gebäude 70 Tel +49 (89) 9546 679 18 Fax +49 (89) 9546 679 25 schnopp@triomanagement.de Urbanski Rechtsanwälte Karlfried Urbanski Gebäude 19 Tel +49 (89) 6496 220 Fax +49 (89) 6496 2222 info@urbanski-rechtsanwaelte.de Verlag Pfeiffer-Staar Beate Pfeiffer, Ernest Staar Gebäude 71 Tel +49 (89) 4806 8192 info@pfeiffer-staar.de viaFilm Böllhoff & Frauenknecht GbR Benedikt Böllhoff, Max Frauenknecht Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1436 Tel +49 (89) 6498 1120 benedikt.boellhoff@viafilm.de www.viafilm.de VIP Fondsverwaltungsgesellschaft GmbH Gebäude 4 Tel +49 (89) 7473 430 Fax +49 (89) 7473 4322 info@vip-muenchen.de Wackler Group GmbH Cornelia Speckner Gebäude 17 Tel +49 (89) 6499 2645 Fax +49 (89) 4272 0936 c.speckner@wackler-group.de www.wackler-group.de Watzke & Orth GbR Michael Orth, Michael Watzke Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1139 Tel +49 (89) 6498 1239 m.orth@dynamo-kurzfilm.de mcwatzke@aol.com web4sales GmbH Uli Truckenbrod Gebäude 49 Tel +49 (89) 6119 9827 Fax +49 (89) 6119 9828 ut@web4sales.net www.web4sales.net webCOLONY GmbH Dr. Robert Lackner, Friederike Behrends Gebäude 40 Tel +49 (89) 6499 2004 Fax +49 (221) 6900 250 robert.lackner@webcolony.de friederike.behrends@webcolony.de www.webcolony.de


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wtp international GmbH Marina Anna Eich, Claire Plaut, Antje Nikola Mönning, Roland Reber Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1212 Tel +49 (89) 6498 1112 wtpfilm@wtpfilm.de www.wtpfilm.de

NOT- UND STÖRFÄLLE Brandmeldetechnik/Unfall Tel +49 (89) 6499 2333 Fax +49 (89) 6499 3625 feuer@bavaria-film.de Gebäude/Technik Tel +49 (89) 6499 2222 (Hotline) Tel +49 (89) 6499 2358 Internet/Sonderleitungen Peter Oberhauser Tel +49 (89) 6499 3400 peter.oberhauser@bavaria-film.de IT-Benutzerservice Tel +49 (89) 6499 3555 Fax +49 (89) 6499 3355 it-benutzerservice@bavaria-film.de

Wasser/Heizung/Sanitär Firma Honeywell Gebäude 103 Thorsten Hoppe Tel +49 (89) 6499 2560 Fax +49 (89) 6937 7342 Mobil +49 (170) 4574 265 Roberto Walter (Heizung) Mobil +49 (174) 7676 466 Thomas Mau (Sanitär) Mobil +49 (174) 8254 480 thorsten.hoppe@bavaria-film.de www.honeywell.de

SERVICENUMMERN Anmietung von Locations, Drehgenehmigungen in den Locations Robert Eldredge, Bettina Huber Tel +49 (89) 6499 2334 Tel +49 (89) 6499 2930 Bauhof Michael Noderer Tel +49 (89) 6499 2229 Bauten Instandhaltung Frank Tosse Tel +49 (89) 6499 2667

Sicherheit/Umwelt Siegfried Riedl Tel +49 (89) 6499 2666 Fax +49 (89) 6499 2358 siegfried.riedl@bavaria-film.de

Objektmanagement, infrastrukturelles Gebäudeudemanagement Kathrin Werner Tel +49 (89) 6499 2657

Stromausfall Ludwig Klivar Tel +49 (89) 6499 2338 und 8888 Fax +49 (89) 6499 2338 Mobil +49 (172) 8587 055 Wolfgang Dobler Tel +49 (89) 6499 3405 ludwig.klivar@bavaria-film.de

Presseanfragen Bavaria Film Presse + Kommunikation Marc Haug Tel +49 (89) 6499 3900 presse@bavaria-film.de Drehgenehmigungen für die Presse Christiane Kügler-Martens Tel +49 (89) 6499 2284

Technisches Gebäudemanagement Bernd Voermann Tel +49 (89) 6499 2307 Vermietung Bernd Voermann, Bettina Huber Tel +49 (89) 6499 2307 Tel +49 (89) 6499 2930

GASTRONOMIE Centro Bistro im Filmzentrum Francesca Speciale Gebäude 49 Tel +49 (89) 6498 1717 michael-kaempf@online.de Öffnungszeiten von 09.00 bis 17.00 Uhr Mittagstisch von 12.00 bis 15.00 Uhr Eurest Gebäude 99 Tel +49 (89) 6499 3302 Fax +49 (89) 6499 3570 eurest@bavaria-film.de Filmstadt Restaurant (Kantine) Öffnungszeiten 11.30 bis 14.00 Uhr Caffè Bar Dallucci (Bistro) Öffnungszeiten Mo - Do 07.30 bis 16.30 Uhr Fr 07.30 bis 15.30 Uhr Mc Donalds Filmtourbahnhof Gebäude 52 Tel +49 (89) 6493 805 www.mcdonalds.de Öffnungszeiten täglich von 10 bis 15 Uhr

Movies Bistro Michael Stoupakis Gebäude 46 Tel +49 (89) 6499 3487 Fax +49 (89) 6499 3487 movies-bistro@gmx.de www.bavaria-film.de/movies Öffnungszeiten Mo - Fr 11.00 bis 18.00 Uhr Toni’s Cafe Hilde Kulbach Gebäude 7 Tel +49 (89) 6499 2747 Fax +49 (89) 6499 3027 Öffnungszeiten ab 08.00 Uhr bis abends

FILMSTADT Ausflugsziel Bavaria Filmstadt Tel +49 (89) 6499 2000 filmstadt@bavaria-film.de www.filmstadt.de Öffnungszeiten 2010 Täglich geöffnet (auch am Wochenende), am 24. und 25. Dezember geschlossen Hauptsaison: 27. März bis 07. November 9.00 bis 16.00 Uhr Führungen mehrmals stündlich Wintersaison: 08. November bis Anfang März 2011 10.00 bis 15.00 Uhr Führungen zu jeder vollen Stunde VIP & Eventservice Tel +49 (89) 6499 2885 karin.dafner@bavaria-film.de www.filmstadt.de/events


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Film mag

IMPRESSUM

ANFAHRT

FILM MAG Das Standortmagazin aus Geiselgasteig

Mit S-Bahn, U-Bahn, Tram

REDAKTION Marc Haug/Chefredaktion, Stefanie Hofhus, Ana Djurasovic/Bildredaktion LEKTORAT Caro Heske AUTOREN Andreas von Creytz, Marc Haug, Bettina J. Huber, Sebastian Kiesmüller, Sina Schymanski, Oliver Seibert, Marie Wagner, Christina Warta, Franziska Zilch, Annette Zöh FOTOS Markus Benk, Luftbild Bertram, ARD/Jo Bischoff, Constantin Film, ZDF/Ursel Düren, Thomas Furtmayr, Robert Haas, Marc Haug, Erika Hauri, FFF Bayern/ Olga Havenetidis, Jens Heilmann, dpa / Rainer Jensen, Jana Karen, ZDF/Hagen Keller, Bavaria Media/ Sebastian Kiesmüller, blickpunkt-pop/Marc Liebscher, Jim Rakete, Stephan Reichenberger, Christian Rieger, Erwin Schnetzer, Walter Wehner, Elke Werner

25 Max-Weber-Platz

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T. +49 (0) 89/64 99-39 00 F. +49 (0) 89/64 99-39 01 filmmag@bavaria-fi lm.de www.bavaria-film.de

Vom Flughafen kommend nehmen Sie die S8 bis Rosenheimer Platz und steigen in die Tram 25 um. Aus der Innenstadt können Sie die S1 bis S8 bis Rosenheimer Platz nehmen, mit der U1 bis Wettersteinplatz bzw. mit der U2 bis Silberhornstraße fahren und steigen dort jeweils in die Tram 25 um. Das Bavaria Film-Gelände liegt an der Haltestelle Grünwald/Bavariafilmplatz.

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HERAUSGEGEBEN VON Bavaria Film GmbH Presse + Kommunikation Bavariafilmplatz 7 82031 Geiselgasteig

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Mit dem Auto Von München Airport kommend fahren Sie auf der Autobahn in Richtung München. Am Autobahnkreuz München Nord weiter in Richtung Salzburg (A99). Am Autobahnkreuz Brunntal weiter in Richtung Garmisch (A995). Ausfahrt Oberhaching nehmen und weiter in Richtung Grünwald fahren. In Grünwald an der ersten großen beampelten Kreuzung Richtung München und den Bavaria Film-Hinweisschildern folgen.

TITELBILD Henning Mankell, Iris Berben, Heino Ferch und Urs Egger (Foto: Jim Rakete) KONZEPTION + GESTALTUNG Robert & Horst Marketing GmbH, München Gunther Weis/Creative Direction, Jörg Lackner/Projektleitung, Angie Fuchs/Art Direction, Sandra Thoms/Art Direction DRUCK G. Peschke Druckerei GmbH, München Erscheinungsweise zwei Mal jährlich Die nächste Ausgabe erscheint im Oktober 2010

Für die Richtigkeit der Veröffentlichungen übernimmt der Herausgeber trotz sorgfältiger Prüfung durch die Redaktion keine Haftung.

© Google Maps

© BAVARIA FILM GMBH Nachdruck nur nach vorheriger schriftlicher Erlaubnis durch Bavaria Film GmbH, Presse + Kommunikation


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