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01/2015

FILM MAG

FILM MAG 01/2015

Der Car Rental Service für die Film- und Fernsehindustrie

BIG GAME Story, Bilder, Cast und Set – alles „big“

DU BIST MEIN BIBERKOPF! Stadtgespräch mit Günter Lamprecht

FLEXIBEL UND EFFIZENT Die Studios 2 und 3 wurden runderneuert

Sixt mov(i)es.

Der Car Rental Service für die Film- und Fernsehindustrie. 10 JAHRE STURM DER LIEBE ZEHN JAHRE, ZEHN PAARE. EINE ERFOLGSGESCHICHTE.

Sixt fährt filmreif vor. Service Hotline: 0381 8070 5541

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D A S

S T A N D O R T M A G A Z I N

A U S

G E I S E L G A S T E I G


I M H O T E L B AY E R I S C H E R H O F F I N D E T M A N N I C H T N U R RU H E U N D K R A F T

S O N D E R N AU C H S PA N N U N G P U R Das seit 1841 privat geführte Hotel Bayerischer Hof ist mit seinen 340 Zimmer, inkl. 65 Suiten, seinen 5 Restaurants und 6 Bars eine Institution unter den internationalen Luxushotels. Ein weiteres Highlight ist das Premiumkino astor@Cinema Lounge, ausgestattet mit neuester Technik und aktuellem Kinoprogramm. Für die gelungene Gestaltung konnten wir den renommierten Interior Designer Axel Vervoordt gewinnen, der bereits die Restaurants Atelier und Garden mit seinem Stil prägte. Unser Küchenchef Jan Hartwig verwöhnt Sie im sternengeschmückten Atelier mit kreativer Gourmetküche. Reservieren Sie im Atelier unter +49.89.21 20-743 oder im Garden +49.89.21 20-993. Ideal für Sie: die kinofreundlichen Öffnungszeiten unserer Restaurants Garden (24 Uhr), Palais Keller (1 Uhr), Trader Vic's (3 Uhr) sowie der falk's Bar (2 Uhr) und unseres Night Clubs (3 Uhr). Relaxen Sie nach Spannung und Kultur in unserem Blue Spa, designt von Andrée Putman, mit erstklassigen Treatments und Wellness-Küche. Weitere Informationen finden Sie unter www.bayerischerhof.de  Promenadeplatz 2 - 6 D-80333 München

Fon + 49 89.21 20 - 0 Fax + 49 89.21 20 - 906

www.bayerischerhof.de info@bayerischerhof.de


EDITORIAL

Ein Jahrzehnt. Eine kleine Ewigkeit im schnelllebigen Fernsehgeschäft. Nur wenige Formate halten so lange durch. Mit unserer Telenovela „Sturm der Liebe“ haben wir eine solche Produktion im Portfolio. In der ARD-Daytime holt sie täglich im Gesamtpublikum um die 20 Prozent Marktanteil. Darauf sind wir stolz. Wie auch auf unsere anderen seriellen Formate, etwa „Die Rosenheim-Cops“. Serien sind wichtig für die Bavaria – über alle Wertschöpfungsbereiche hinweg. Deshalb wollen wir uns auf den bisherigen Erfolgen unserer seriellen Produktionen nicht ausruhen – gerade heute, da angesichts von US-Hits wie „Breaking Bad“ oder „Game of Thrones“ ein neues, goldenes TV-Zeitalter ausgerufen wird. Wir möchten dabei sein, die Entwicklung und Etablierung einer High-endSerie steht auf unserer Prioritätenliste ganz oben. Dass wir ambitionierte Projekte stemmen können, haben wir Hollywood in diesem Jahr gezeigt: Mit „Big Game“ läuft gerade ein Kinofilm mit Samuel L. Jackson, dessen Produktion auch in unseren Studios stattfand. Und zuletzt hat Oliver Stone hier in Geiselgasteig seine „Snowden Files“ gedreht – top secret, closed set. Im nächsten FilmMag werden wir etwas mehr verraten können über die Geheimnisse um diesen Politthriller. Nun aber wünschen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, zunächst viel Vergnügen mit dieser Ausgabe unseres Standort-Magazins.

Christian Franckenstein

Achim Rohnke

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALT

06 „Sturm der Liebe“ wird in diesem Sommer 10 Jahre. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist ... Das FilmMag schenkt der Telenovela eine Geburtstagsstrecke mit Interview, Bilderrätsel und Fan-Shop.

14 Uwe Ochsenknecht feierte als Udo Honig feiert auf dem Marienplatz die Meisterschaft. Einige Tage drehte er für UFA Fiction auch in den Bavaria Studios.

18 Wann ist ein Mann ein Mann? Wenn er die Großwildjagd, das „Big Game“, übersteht. Der Film mit Samuel L. Jackson ist jetzt in den Kino gestartet.

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WIR HABEN VON ANFANG AN AUF EMOTIONEN GESETZT

UDO HONIG – ÄHNLICHKEITEN DRINGEND ERWÜNSCHT

DER GEILSTE TAG

Produzentin Bea Schmidt über zehn Jahre „Sturm der Liebe“ und die Erfolggeschichte der Telenovela.

Wie Maskenbildnerin mittels HoeneßFacelifting aus Uwe Ochsenknecht Udo Honig machte.

Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz drehen ihren ersten gemeinsamen Film und begeben sich dafür in die Flugzeug-Kulisse der Bavaria Studios.

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10 JAHRE – 10 PAARE

MELDUNGEN

SPRENGUNG ZUR BLAUEN STUNDE

In zehn Jahren hat „Sturm der Liebe“ die romantischen und aufwühlenden Geschichten von zehn Traumpaaren erzählt. Wer gehört zu wem? Ein Bilderrätsel.

12 ALLES FÜR DEN FAN Wer etwas von „Sturm der Liebe“ haben will, wenn der Fernseher aus ist, wird im Filmstadt-Shop fündig. Die beliebtesten Produkte.

Der aktuelle Film mit Samuel L. Jackson liefert große Bilder mit hochkarätigem Cast und großartigen Sets.

Ranga lässt’s krachen! Für die erste Naturwundershow in den Bavaria Studios bringt der Sprengmeister Eduard Reisch Beton zum Bersten. Damit niemand zu Schaden kommt, sichert die Bavaria Film Werkfeuerwehr das Gelände hinter den Studios.

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GESPENSTISCH GUTE PRODUKTIONSBEDINGUNGEN

MELDUNGEN

18 BIG GAME

Der Studiodreh von „Gespensterjäger“ fand in Studio 12 statt. Ein Gespräch mit Regisseur Tobi Baumann über die Dreharbeiten im ziemlich grünen Studio.


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38 Hinter den Studios hat Bavaria Entertainment für „Die große Show der Naturwunder“ ein Experiment gewagt.

42 Es war die Paraderolle für Günter Lamprecht: Der Franz Biberkopf in Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“

50 Von „Wetten, dass..?“ bis „Verstehen Sie Spaß?“ – Hannes Grasheu sorgt mit seinem Team dafür, dass auf der Bühne nichts schief geht.

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„DU BIST MEIN BIBERKOPF!“

OLIVER STONES „SNOWDEN“

RUNDERNEUERT. FLEXIBEL. EFFIZIENT.

Günter Lamprecht spielte für Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“ neun Monate in der Bavaria. Im FilmMag spricht er über seine Paraderolle und über seine Ambitionen, noch einmal in einer großen Rolle vor der Kamera zu stehen.

Beim Deutschen Filmball ist Oliver Stone der Star auf dem roten Teppich. Doch sein aktuelles Projekt „Snowden“ dreht er abgeschieden von der Öffentlichkeit.

Die Modernisierung des Doppelstudios 2/3 ist der Abschluss von Bavaria’s Ein-StandortStrategie. Beim Umbau wurde auf energiesparende Technik und die Etablierung einer mobilen, vielfältig einsetzbaren Regie gesetzt.

48 MELDUNGEN

50 NACH DER SHOW IST VOR DER SHOW Zwei Jahrzehnte tourte Hannes Grasheu von Bavaria Studios mit „Wetten, dass..?“ durch Deutschland und die Welt. Jetzt bringt der Bühnenbaumeister seine große Erfahrung bei „Verstehen Sie Spaß?“ und „Die große Show der Naturwunder“ ein.

56 AUSWÄRTSSPIEL IN KATAR Für einen Sportsender in Doha hat Bavaria Studios zwei hochmoderne TV-Studios aufgebaut.

64 MELDUNGEN, IMPRESSUM

65 STIPPVISITE Germanys Next Top Model – Casting in Studio 9 | Sylvie Meis verdreht Männern den Kopf | Hannelore Elsner in „Hannas schlafende Hunde“ | Bully Herbig goes Klassik | Annette Frier und ihre Weihnachtsmänner | „Shrek“: Die Bühne wurde in Geiselgasteig gefertigt | Mark Dacascos aus „Hawaii five-0“ | Bürgermeister im Wetterstudio | Letzte Klappe für „The Trapp Family – A Life of Music“ | Showacts in den Bavaria Studios

84 SHOWRUNNER UND ANTIHELDEN Berlinale-Nachlese: Podiumsdiskussion, Preisverleihung und gute Stimmung bei Bavaria’s Re:ORIONtation-Party.

88 WER, WO, WAS

90 ADRESSVERZEICHNIS

96 ANFAHRT

98 HELMUT DIETL Eine Lanze für den deutschen Film


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10 JAHRE STURM DER LIEBE

Produzentin Bea Schmidt in Feierlaune: Seit zehn Jahren läuft die Telenovela „Sturm der Liebe“ – nach wie vor mit sehr großem Erfolg.

WIR HABEN VON ANFANG AN AUF EMOTIONEN GESETZT.

Interview: Julia Schöppner-Fleige Foto: Peter Langenhahn


07 In 10 Jahren „Sturm der Liebe“ gab es 33 Todesfälle

20 Nicht nur die 10 Traumpaare sagten ja – insgesamt gab es bisher 34 Hochzeiten bei „Sturm der Liebe“

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In 10 Jahren „Sturm der Liebe“ gab es 20 Scheidungen

23,3 Über alle Folgen hinweg liegt die durchschnittliche Zuschauerzahl für die Erstsendungen im Ersten bei 2,56 Millionen, der Marktanteil liegt bei 23,3 %

6 000 Mehr als 6 000 Filmküsse gab es in den letzten 10 Jahren

Herzlichen Glückwunsch, Frau Schmidt: Vor zehn Jahren am 26. September 2005 zeigte Das Erste die Auftaktfolge von „Sturm der Liebe“, und kürzlich wurde die Serie erneut verlängert. Hätten Sie mit diesem Erfolg gerechnet? Definitiv nicht! Wir hatten zunächst einen Auftrag über 100 Folgen, über die wir schon sehr glücklich waren. In kleinen Portionen gab es Verlängerungen. Mal 50 Folgen, mal 100 Folgen. Irgendwann ging es dann in die 200-Folgen-Tranche über. Man vergisst schnell, dass das kein Standard ist. Welche Serie wird heut zutage noch verlängert? Da stehen wir mit unserem Jubiläum fast einzigartig da. Wir tun alles dafür, dass es so weitergeht!

Blick auf die Sets in Studio 4/5.

Wie wurde 2005 aus dem Projekt „Aschenputtel“ die Telenovela „Sturm der Liebe“? Damals war das immerhin ein neues Genre. Der Auslöser war Dr. Günter Struve, damals Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen. Er wollte den Nachmittag aufpeppen und dort ein neues Programm platzieren. Und es sollte eine Telenovela sein. Ich wollte eigentlich lieber eine Telenovela für den Vorabend machen und hatte zugegebenermaßen zunächst keine Lust auf den Nachmittag.

Weshalb? Weil das Nachmittagsprogramm bis dato nicht wahrgenommen wurde. Die Quoten waren ähnlich niedrig wie beim Nachtprogramm. Doch als Produzentin dachte ich: Lieber für den Nachmittag produzieren als gar nicht. Aber warum „Sturm der Liebe“ so erfolgreich wurde – übrigens auch international, ist schwer zu sagen. Dr. Struve sagte damals: Das Projekt müsse bis Jahresende zwölf Prozent erreichen. Zuvor lag der Programmplatz um 15:10 Uhr bei fünf Prozent. Wir haben uns dann wie eine kleine Bergziege hochgearbeitet und waren schon drei Monate später bei über 20 Prozent. Anscheinend trafen Sie mit den Geschichten aus dem Hotel Fürstenhof den Nerv der Zeit! Wir haben von Anfang an auf Emotionen gesetzt. Ich lege auch heute noch großen Wert darauf, dass die romantischen Gefühle bedient werden – verbunden mit schönen Bildern. In diesem Punkt waren wir übrigens sehr innovativ: Zuvor waren E-Shots dafür da, um dem Zuschauer zu zeigen, an welchem Ort man sich in der nächsten Szene befindet. Wir haben diese Bilder gesetzt, um Geschichten sacken zu lassen, um die Gefühle zu genießen, um einen Schreck zu verarbeiten.


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Gab es denn – gerade weil die Telenovela im deutschen Fernsehen etwas sehr Neues war – Herausforderungen beim Casting? Natürlich gab es anfangs bei den renommierten Schauspielern Antje Hagen, Mona Seefried, Sepp Schauer und Dirk Galuba Berührungsängste mit diesem Genre. Doch in längeren Gesprächen gelang es mir, diese Bedenken auszuräumen. Hilfreich war damals sicher, dass wir zunächst nur 100 Folgen geplant hatten. Wenn ich damals gesagt hätte, dass wir über zehn Jahre laufen, hätten die mich wahrscheinlich für verrückt erklärt. Was waren neben der Besetzung die bisher größten Herausforderungen in all den Jahren? Wenn Schauspieler erkranken, stellt uns das vor große Schwierigkeiten. Wir hatten den einen oder anderen längeren Ausfall, der mir den Blutdruck in ungesunde Höhen getrieben hat und standen schon einige Male kurz vor Drehstopp. Aber wir haben es dann auch aufgrund unserer herausragenden Dramaturgieabteilung unter Dr. Peter Süß geschafft, die Bücher so umzuschreiben, dass der Produktionsbetrieb am Ende doch weiterlaufen konnte. Kalkulierbarer war da schon der Umzug von Studio 2 in Studio 4/5 und die Umstellung auf HD im Jahr 2011. Das war ein gigantischer Akt und eine enorme Herausforderung. Die Gelegenheit des Umzugs haben wir damals am Schopf gepackt, indem wir das Hotel explodieren ließen und so komplett neue Dekos einrichten konnten. Das war sensationell und ging produktionell weit über das Maß einer Telenovela hinaus. Die Explosion war sicherlich auch der aufwändigste Dreh in der zehnjährigen Geschichte von „Sturm der Liebe“? Absolut. Trotzdem haben wir auch zwischendurch immer wieder Szenen oder ganze Folgen, die unser Team vor – zumindest für Daily-Verhältnisse – ganz besondere Herausforderungen stellt. Wie zum Bespiel die Hochzeiten der Traumpaare. Oder unsere Ausfl üge ins Ausland nach Verona und Wien, wo wir mit unkalkulierbaren Drehverhältnissen rechnen müssen und höchste Flexibilität gefordert ist. Unserem Team bereitet das aber trotz der Anstrengungen eine große Freude. Unfassbar, was da in kurzer Zeit auf die Beine gestellt wird.

Insgesamt werden bis zur Jubiläumswoche Ende September 110 640 Sendeminuten auf Das Erste ausgestrahlt worden sein. Das entspricht rund 1 844 Sendestunden

110 640 In 10 Jahren „Sturm der Liebe“ gab es 16 Entführungen

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„Sturm der Liebe“ wurde bislang in mehr als 20 Länder verkauft, u. a. nach Italien, Österreich, Island und Polen

Das funktioniert nur mit einem so großartigen und eingespielten Team wie bei „Sturm der Liebe“. Sehen Sie sich heute mit anderen Schwierigkeiten konfrontiert als in den Anfängen? Wir müssen immer innovativer werden, um mit dem Geld zurechtzukommen. Es ist unterm Strich über die Jahre hinweg nicht mehr geworden, aber die Ansprüche steigen. Und gerade bei einer langlaufenden Serie ist es mir wichtig, dass wir dem Zuschauer immer wieder besondere Highlights bieten. Das Production Value unserer Serie muss auf einem hohen Niveau bleiben. Das ist in der Tat eine Herausforderung. Gibt es in Ihren Augen Rollen, die besonders ausschlaggebend für den anhaltenden Erfolg sind? Nein, das kann man nicht sagen. Natürlich gibt es Säulen wie die Saalfelds und die Sonnbichlers (Mona Seefried, Dirk Galuba, Antje Hagen und Sepp Schauer, d. Red.). Aber jede Rolle hat eine wichtige Funktion. Wir haben entsprechend auch einen bewusst klein gehaltenen Cast im Vergleich zu anderen langlaufenden Serien. Und wenn wir das Gefühl haben, dass eine Rolle verzichtbar wird, dann schreiben wir die Figur raus. Jeder ist auf seine Art wichtig!

Haben Sie nach all den Jahren eine Lieblingsgeschichte? Die allererste Geschichte war für mich schon etwas Besonderes. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, heißt es ja. Außerdem war das ein tolles Paar (Henriette Richter-Röhl als Laura Mahler und Gregory B. Waldis als Alexander Saalfeld, d. Red.). Im Laufe der Jahre gab es immer wieder Paare, bei denen die Chemie besser stimmte, bei anderen war ich etwas unsicherer. Worauf ich sehr stolz bin: Auch wenn wir mal Zuschauer verlieren, was bei einer langlaufenden Serie wahrscheinlich nicht zu vermeiden ist, dann haben wir es bislang immer wieder geschafft, sie wieder zurückzuholen oder auch neue Zuschauer zu gewinnen. Das ist auch aktuell wieder festzustellen. Und das in den Frühsommerwochen! Wir liegen bei durchgehend über zwei Millionen Zuschauern und über 20 Prozent Marktanteil. Darauf bin ich sehr stolz! Die Quote ist also auch nach zehn Jahren noch ein großes Thema? Ja natürlich! Wir wollen von möglichst vielen Menschen gesehen werden – im Inland wie im Ausland! Wir haben eine immense Fangemeinde, und die wollen wir nicht verlieren.


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2 305

180 000 3 000 Pro Staffel wurden ca. 300 Strumpfhosen verbraucht. Auf zehn Jahre gerechnet macht das mehr als 3 000 Strumpfhosen

Die Produzentin Bea Schmidt

Bis Mitte des Jahres werden 2 305 Folgen gedreht sein. Das entspricht fast 180 000 Drehbuchseiten

40 Derzeit arbeitet ein ca. 40-köpfiges Autorenteam um den Chefautor Peter Süß an der Entwicklung der Storylines und an den Drehbüchern

Das sieht die Bavaria sicher ähnlich ... Es ist aktuell die einzige tägliche Serie hier auf dem Gelände. Die Zeiten sind nicht mehr dergestalt, dass ständig neue Serien in Auftrag gegeben werden. Die Sender sind zurückhaltender – nicht alles lief in der Vergangenheit erfolgreich. So kann ich mit Gewissheit sagen, dass „Sturm der Liebe“ für die Bavaria ein sehr wichtiges und verlässliches Projekt ist. Blicken Sie auf die Konkurrenz im Seriengeschäft? Beispielsweise „Rote Rosen“? Eigentlich nicht. Dazu fehlt mir die Zeit. Wir unterscheiden uns auch voneinander: „Sturm der Liebe“ ist romantischer. Wir arbeiten stärker mit Intrigen und sind „fantastischer“, nicht so realitätsnah. Außerdem ist „Rote Rosen“ für mich keine Konkurrenz. Wir kommen gut miteinander klar und ich finde toll, dass die Serie auch sehr erfolgreich ist. Wir sind eine gute Kombi. Konkurrenz in dem Sinne haben wir eigentlich nicht. Im ZDF laufen Unterhaltungsprogramme, bei den Privaten sind es Trashprogramme. Damit möchte ich nicht konkurrieren. Ich möchte ein Gegenprogramm machen und die Zuschauer mit romantischen, spannenden, mitunter auch humorvollen Geschichten eine Stunde am Nachmittag aus ihrem Alltag entführen.

Sind Sie privat Serienkuckerin? Ich schaue auch privat gerne Serien – internationale sowie deutsche. Aber auch wenn ich privat schaue, kann ich das Produzenten-Hirn dabei nicht komplett ausschalten. Schließlich beschäftige ich mich seit dem Beginn meiner beruflichen Laufbahn mit Serien. Als Redakteurin habe ich „Die glückliche Familie“ mit Maria Schell oder „Aus heiterem Himmel“ verantwortet. Und hier bei der Bavaria habe ich Serien wie „In aller Freundschaft“ oder „Die Rosenheim-Cops“ auf die Schiene gebracht. Serien sind mein Metier, neben den TV-Movies, die ich natürlich auch sehr gerne mache. Was macht den Reiz aus? Man kann die Entwicklung von Figuren über einen langen Zeitraum verfolgen und ihre Geschichten immer weiterspinnen. Das finde ich sehr reizvoll. Zum Jubiläum Ende September erwartet den Zuschauer sicher auch ein geschichtliches Schmankerl ... Allerdings! Wir haben etwas ganz Besonderes vor, eine einzigartige Folge, die vollkommen herausfällt aus allem, was wir bisher gemacht haben. Verraten will ich nur so viel: Es wird sehr musikalisch ...


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10 JAHRE STURM DER LIEBE

Laura Mahler & Alexander Saalfeld

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Sandra Ostermeyer & Lukas Zastrow 3 Miriam von Heidenberg & Robert Saalfeld

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10 JAHRE, 10 PAARE 5 Julia Wegener & Niklas Stahl

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Samia Obote & Gregor Bergmeister

Š ARD, Bavaria Film, Bavaria Fernsehproduktion/Susie Knoll, Ralf Wilschewski


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Theresa Burger & Moritz van Norden

Marlene Schweitzer & Konstantin Riedmüller 6

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Pauline Jentzsch & Leonard Stahl

ORDNEN SIE DIE ROLLENNAMEN DEN RICHTIGEN DARSTELLERN ZU:  + A Dominique Siassia und Christof Arnold

 + D Henriette Richter-Röhl und Gregory B. Waldis

 + H Jennifer Newrkla und Jan Hartmann

 + B Sarah Stork und Wolfgang Cerny

 + E Uta Kargel und Lorenzo Patané

 + I Inez Bjørg David und Lorenzo Patané

 + C Liza Tzschirner und Christian Feist

 + F Lucy Scherer und Moritz Tittel

 + J Ines Lutz und Daniel Fünffrock

 + G Ivanka Brekalo und Martin Gruber

DAS TRAUMPAAR IM 11. JAHR: Ab Folge 2267 (voraussichtlicher Sendetermin 30. Juli 2015) stehen Magdalena Steinlein als Luisa Reisinger und Kai Albrecht als Sebastian Wegener im Mittelpunkt. „Sturm der Liebe“, montags bis freitags um 15.10 Uhr im Ersten.

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Emma Strobl & Felix Saalfeld

Eva Krendlinger & Robert Saalfeld

LÖSUNGEN: 4+A, 3+B, 8+C, 1+D, 10+E, 6+F, 9+G, 5+H, 2+I, 7+J

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10 JAHRE STURM DER LIEBE

ALLES FÜR DEN FAN Wer etwas von „Sturm der Liebe“ haben will, wenn der Fernseher aus ist, wird im Filmstadt-Shop fündig. Die beliebtesten Produkte. Cap mit gesticktem Logo Art.-Nr.: 2918 € 14,50

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Porzellanbecher mit Samtband

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weißes Bade-/ Saunatuch

Naturseife Art.-Nr.: 2920 € 9,90

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ÄHNLICHKEITEN DRINGEND ERWÜNSCHT Der Grat zwischen Satire und Parodie ist schmal. Die Produktion „Udo Honig – Kein schlechter Mensch“ wagt dennoch einen Tanz darauf. Maskenbildnerin Sylvia Niehues hat ihren Anteil, dass der TVFilm über den Aufstieg und Fall eines populären bayerischen Fußballmanagers zu keiner platten Parodie verkommt. Text: Thomas Ebert

Foto: Arvid Uhlig


UDO HONIG – KEIN SCHLECHTER MENSCH

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nerin. Denn auf dem Grat zwischen Satire und Parodie Als das Team zum Schluss der knapp sechswöchigen biegt „Udo Honig – Kein schlechter Mensch“ links ab. Dreharbeiten Station auf dem Bavaria Film-Gelände Das SAT.1-Eventmovie erzählt Honigs Leben als macht, ist Sylvia Niehues erleichtert. „Auch wenn wir Real-Satire, als Komödie, die niemanden überspitzt vieles vorbereitet hatten, konnten wir uns während des bloßstellen will. Damit es eben nicht zur Parodie Drehs eigentlich nie zurücklehnen“, gesteht sie. „Die verkommt, wurden bei allen Figuren die Gesichtszüge einzig etwas ruhigere Zeit war die letzte Drehwoche der Darsteller belassen. Sie künstlich anzupassen, bei der Bavaria. Alles stand soweit und wir konnten kam nicht in Frage. Es galt daher, innerhalb der endlich an einem festen Ort drehen, ohne ständig gesetzten Physiognomie eine möglichst große Ähnumziehen zu müssen.“ Am 31. März 2015 ist Drehlichkeit herzustellen. Bei einer Masken- und Kamera­ schluss für die Produktion mit dem Arbeitstitel „Udo probe auf dem Bavaria Film-Gelände wurden dann die Honig – Kein schlechter Mensch“. Für Maskenbildnerin vorab erarbeiteten Konzepte getestet. Sylvia Niehues Sylvia Niehues und ihre Kollegin Constanze Madlindl war dabei selbst überrascht, wie gut Ochsenknechts gehen eine anstrengende Dreh- und vor allem Vor­be­ Hoeneß-Facelifting auf Anhieb funktionierte. Maskenrei­tungs­zeit zu Ende. Denn die UFA-Fiction-Produktibildner wie sie sind dabei natüron basiert auf realen Figuren und auch auf die Kooperation der Ereignissen. Udo Honig alias Uli SYLVIA NIEHUES LÄSST lich Schauspieler angewiesen. „Das Hoeneß gelingt der Sprung aus wird selbstverständlich zusamder elterlichen Metzgerei zu einem IHM GRÜNE KONTAKT­ men entwickelt“, erläutert sie. erfolgreichen Fußball-Spieler und LINSEN ANFERTIGEN, „Ich erklärte, was ich mir vor­ späteren Manager des FC Rotstelle, und Uwe Ochsenknecht DIE STOPPELN LEICHT Weiß Oberbayern. Durch Steuersagte sofort ‚Klar, lass uns das hinterziehung erfolgt der harte Fall ERGRAUEN UND FÜGT probieren!‘ Und wenn das dann auf den Boden der JVA Bergland. noch dem Regisseur gefällt, der Doch hier endet Honigs Weg DIE KLEINE HOENESSuns ohnehin bei der Arbeit nicht. Denn der Film von RegisTYPISCHE ERHEBUNG großen kreativen Spielraum seur Uwe Janson lehnt zwar stark an Hoeneß’ Geschichte an, erAN DER LINKEN WANGE gelassen hat, wird das so abgenommen.“ Grund zu Änderungen zählt aber auch eine eigene: Udo gab es nach der Maskenprobe Honig peppt hinter Gittern nicht HINZU. glücklicherweise nicht. Der enge nur die Gefängnismetzgerei auf, Zeitplan hätte auch kaum Anpassungen erlaubt. sondern lenkt auch die Geschicke der hauseigenen Fußballmannschaft und das selbstverständlich mit Am 24. Februar 2015 ist Drehstart in Berlin. Udo großem Erfolg. Honigs Zelle in der JVA Bergland steht auf dem Drehplan. Später kickt der FC Rot-Weiß Oberbayern Die Nacherzählung von fünf Jahrzehnten teilweise im Berliner Olympiastadion. Und wer mit der realen realer Geschichte bedeutete für Sylvia Niehues eine Geschichte des deutschen Rekordmeisters aus Menge Arbeit. Als sie zum ersten Mal das fertige München vertraut ist, wird schnell mehrere Figuren Drehbuch las, war sie sich jedoch sicher, dass sich neben Hoeneß sofort wiedererkennen – zum Beispiel diese Arbeit auszahlen wird. „Ich habe lange nicht Bayern-Urgestein Paul Greitner alias Paul Breitner, mehr so ein gutes Buch gelesen“, erzählt sie begeisgespielt von Wolfgang Fierek. Gerade bei dieser Rolle tert, „und historisch zu arbeiten macht mir zudem war die Arbeit von Sylvia Niehues sehr viel schwerer unglaublich Spaß, auch wenn in diesem Fall die als bei Uwe Ochsenknechts Honig. Obwohl sich Vorbereitungszeit sehr knapp war.“ Sie begann zuFierek selbst einen Vollbart wachsen ließ, brauchte er nächst, Fotos der realen Vorbilder zu recherchieren zusätzliche Unterstützung durch eine handgeknüpfte und sammelte sie in Moodboards. Anhand der typiVerlängerung am Oberlippenbart. Die Haare weiter schen Eigenheiten im Gesicht erstellte sie Konzepte, oben bereiteten der Maskenbildnerin noch mehr die dann noch auf jeden Darsteller speziell angepasst Sorgen. Denn eine Breitner-typische Lockenperücke werden mussten. Für die Maskenvorbereitung war es musste her. Drei Wochen benötigt man üblicherweise enorm von Vorteil, dass die Besetzung von Uwe für das Knüpfen einer einzigen Perücke. Für „Udo Ochsenknecht als Udo Honig bereits relativ früh Honig – Kein schlechter Mensch“ brauchte sie gleich feststand. „Uwe Ochsenknecht brachte da zum Glück mehrere, neben Fierek unter anderem für Gisela schon einiges an Ähnlichkeiten zu Uli Hoeneß mit. Und Schneeberger als Udo Honigs Ehefrau und die dann haben wir noch markante Merkmale herausgearJungschauspieler der Siebziger-Jahre-Pendants. Im beitet.“ Sylvia Niehues lässt ihm im Vorfeld grüne Vorfeld war dafür keine Zeit, also musste während der Kontaktlinsen anfertigen, passt die Haarlänge entspreDreharbeiten geknüpft werden. „Normalerweise chend an, lässt die Stoppeln leicht ergrauen und fügt fertigen wir alle Sachen selbst, doch das war nicht zu die kleine Hoeneß-typische Erhebung an der linken Wange hinzu. „Es ist keine Eins-Zu-Eins-Übersetzung, schaffen. Wir haben dann einen Maskenbildner in Berlin wir haben es nur angelehnt“, erklärt die Maskenbild­ gefunden, der alle ihm zur Verfügung stehenden


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Links: Sie ver­körpern die Kunst­figuren des FC Rot-Weiß Oberbayern: Peter Kremer (als Vorstandsvorsitzender Guido), Hannes Jaenicke (als Kitz­ bühel-gebräunte Fußball-Lichtgestalt Franz Kaiser), Uwe Ochsenknecht (als Udo Honig) und Wolfgang Fierek (als Spieler-Legende Paul Greitner). Rechts: Maskenbildnerin Sylvia Niehues verpasst Uwe Ochsenknecht ein Hoeneß-Facelifting.

Personen aktiviert hat“, erinnert sich Niehues, „und die haben Tag und Nacht geknüpft.“ Diese Parallelarbeit konnte natürlich nur funktionieren, da nicht alle Rollen sofort ab Drehbeginn disponiert waren.

in sein bestehendes Haar. Und das jeden Drehtag aufs Neue. „Viele Darsteller brauchten pro Drehtag ihre ein oder anderthalb Stunden im Maskenmobil“, erinnert sich Niehues, „aber am längsten dauerte es zweifelsohne bei Hannes Jaenicke.“

Um in solch enorm stressigen Situationen dennoch die Zum Abschluss der Dreharbeiten rollt das Masken­ Ruhe zu bewahren, hilft ein Stück weit Erfahrung. Mitte mobil auf das Bavaria-Gelände. Hier führt Udo Honigs der achtziger Jahre begann Sylvia Niehues ihre Karriere Weg unter anderem in das Büro des Gefängnisdirekals Maskenbildnerin bei den Münchner Kammer­ tors Ludwig Moser, gespielt von Heiner Lauterbach. spielen. Dann widmete sie sich dem Film. Zusammen Zusammen fädeln die beiden dubiose Transfers für die mit ihrem Mann Heiner Niehues, der bereits am hauseigene Fußballmannschaft der JVA Bergland ein. Bavaria-Klassiker „Die unendliche Geschichte“ Maskenbildnerin Sylvia Niehues kann nun endlich mitarbeitete, war sie in Produktionen wie „Stalingrad“, durchatmen. Durchatmen und stark sein sollten auch „Nanga Parbat“, „Die Geschichte vom Brandner alle FC Bayern-Fanatiker und Hoeneß-Anhänger. „Wir Kasper“ oder „Ludwig II.“ für das Maskenbild ver­ hatten während der Produktion schon etwas Angst antwortlich. Vor zwei Jahren starb ihr Mann Heiner. und uns immer wieder vorgestellt, wie es wäre, wenn Nun alleine Filme zu machen bedeutet für sie auch ein wir jetzt in die Allianz-Arena gehen würden“, lacht sie. Stück Erinnerung. „Absolut“, gibt sie zu, „und es sind Darf Satire wirklich alles? Auch das sehr schöne Erinnerungen. Wir hatten Gut Fußball im gelobten dreißig Jahre lang eine ganz tolle Zeit. UDO HONIG PEPPT heiligste Land Bayern auf die Schippe nehDeshalb mache ich weiter. Aufhören HINTER GITTERN men? „Die Besonder­heit in Bayern kam nicht in Frage, weil wir immer mit ist schon, dass Uli Hoeneß und das sehr viel Herzblut an unsere Arbeit NICHT NUR DIE Thema FC Bayern München hier gegangen sind. Ich stehe hinter jebesonders behandelt werden“, dem Film, den ich gemacht habe, GEFÄNGNISgesteht sie. „Der Hintergrund des auch hinter diesem.“ METZGEREI AUF Buches war hier ganz anders zu spüren. Zwar ist der Film eine Satire, Am 15. März 2015 ist der Marienplatz aber in erster Linie auch eine Komödie – und ich in München abgesperrt – die inszenierte Meisterfeier glaube, das kann man alles schon mit Humor nehmen.“ des FC Rot-Weiß Oberbayern als plagiierter HöheDie Ausstrahlung für „Udo Honig – Kein schlechter punkt der bajuwarischen Fußballkultur. Mit auf dem Mensch“ ist im Herbst 2015 auf SAT.1 geplant. „Ich Rathausbalkon posiert Franz Kaiser alias Franz bin immer gespannt, wie die Filme beim Publikum Becken­bauer. Die Lichtgestalt, verkörpert von Hannes ankommen“, gesteht Niehues, „und ich denke, Udo Jaenicke, war eine der größten Herausforderungen Honig wird super ankommen. Ich habe ein sehr gutes für das Maskenbildner-Team. Der wohlstandsbraune Gefühl.“ Für die Maskenbildnerin steht bereits das Golfplatz-Teint war dabei noch die kleinste Hürde. nächste spannende Projekt in München bevor, zu dem Vor allem das beckenbäuerliche Kräuselhaar nachzusie aber noch nichts verraten will. Das Strahlen in ihren ahmen, war eine noch höhere Hürde als bei allen Augen, wenn sie über ihre Arbeit spricht, hat sich anderen Rollen. Denn eine solche Haarstruktur ist als Sylvia Niehues über all die Produktionen bewahrt: Perücke sehr schwer herzustellen. Sylvia Niehues’ „Manche Dreharbeiten sind schon sehr hart, aber Kollegin Constanze Madlindl bediente sich deshalb diese Kreativität, die du immer wieder zeigen kannst, dem traditionellen Handwerk des Ondulierens. Dabei die gibt mir den Antrieb.“ brannte sie Darsteller Hannes Jaenicke kleine Locken


MELDUNGEN

Filmfest München: „Pampa Blues“ und „Brief an mein Leben“ Zwei Fernsehfilme von Bavaria Fernsehproduktion feiern beim Filmfest München ihre Weltpremiere. Das ZDF-Drama „Brief an mein Leben“ von Urs Egger (Produzentin: Anna Oeller) und die SWR-Produktion „Pampa Blues“ von Regisseur Kai Wessel (Produzentin: Doris Zander). Beide Filme werden in der Reihe „Neues Deutsches Fernsehen“ gezeigt. Frei nach Motiven des gleichnamigen Buchs von Miriam Meckel erzählt Regisseur Urs Egger in „Brief an mein Leben“ von der Karrierefrau Toni. Die ist durchaus stolz auf ihr hektisches Leben, ignoriert jedoch die Erschöpfungsrufe ihres Körpers - bis ihr Lebenstempo sie komplett aus der Bahn schleudert und in eine Klinik für psychische Erkrankungen katapultiert. Die Hauptrollen in diesem Gesellschaftsdrama übernehmen Marie Bäumer, Christina Hecke, Hanns Zischler, Annette Paulmann und Petra Morzé. „Pampa Blues“ basiert auf dem erfolgreichen gleichnamigen Jugendroman von Rolf Lappert, der auch das Drehbuch schrieb. In den Hauptrollen spielen u.a. Sven Gielnik, Joachim Król, Paula Beer, Klaus A. Müller-Oi und Adam Markiewicz. Die Coming-of-Age-Geschichte handelt vom 16-jährigen Ben, der in dem verschlafenen Nest Endlingen festsitzt, wo es nicht viel mehr gibt als eine Tankstelle, den Baggersee und die schöne Friseuse Anna. Als der Visionär Maslow Nachrichten von einem UFO verbreitet, um den Ort in eine Pilgerstätte zu verwandeln, taucht die junge Lena mit ihrer Kamera auf. Maslows Plan scheint zu funktionieren. Doch dann treibt das UFO in den Nachbarort ab, Polizei und Presse hegen einen Mordverdacht, Lena ist gar keine Journalistin – und Ben ist verliebt.

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Nominierungen beim Kinder-Medien-Preis Förderpreis Neues Deutsches Kino Bavaria Film, Bayerischer Rundfunk und DZ-Bank verleihen im Rahmen des Filmfest München am 3. Juli 2015 den mit insgesamt 70.000 Euro dotierten Förderpreis Neues Deutsches Kino. Im Wettbewerb um den Förderpreis sind automatisch alle Regisseure, Produzenten, Drehbuchautoren und Schauspieler, deren Spielfilm für die Reihe Neues Deutsches Kino ausgewählt wurde, sofern es sich um ihren ersten, zweiten oder dritten langen Kinospielfilm handelt. Bei Produzenten darf es höchstens der sechste Film sein. Über die Auszeichnungen entscheidet eine dreiköpfige unabhängige Jury.

Zwei Produktionen aus der Bavaria Film Gruppe dürfen sich über die Nominierung für den Kinder-Medien-Preis „Weißer Elefant“ freuen. So hat die Jury zum einen Sven Gielnik als Nachwuchsdarsteller im TV-Movie „Pampa Blues“ (Bavaria Fernsehproduktion) in der Kategorie „TV-Serien/-Filme“ nominiert. In der Kategorie „TV-Formate“ schaffte es die Kinderquizsendung „Die beste Klasse Deutschlands“ (Bavaria Entertainment) auf die Nominierungsliste. Der „Weiße Elefant“ wird am 28. Juni 2015 zum 14. Mal im Rahmen des Filmfest München verliehen. Der vom Medien-Club München e.V. initiierte Kinder-MedienPreis zeichnet herausragende Produktionen für Kinder und Jugendliche aus.

„Die Rosenheim-Cops“ zur beliebtesten TV-Serie gewählt „Die Rosenheim-Cops“ sind im Februar zur beliebtesten deutschen TV-Serie gewählt worden. Die repräsentative TNS Emnid-Umfrage im Auftrag der Zeitschrift Neue Post ergab, dass 10,8 Prozent der Befragten am liebsten einschalten, wenn die bayerische Krimiserie im ZDF läuft Auch hinsichtlich der gemessenen Quoten zählt die bayerische Krimiserie mit bis zu 5,32 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 17,9 Prozent für die 14. Staffel zu einem der erfolgreichsten Formate.

Kein Wunder, dass der von Bavaria Fernsehproduktion (Produzent: Alexander Ollig) produzierte Dauerbrenner im ZDF-Vorabend in die bereits 15. Staffel geht. Seit 24. März stehen die Kommissare in Rosenheim und Umgebung sowie in den Bavaria Studios für neue 28 Folgen vor der Kamera.


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KINO | BIG GAME

BIG G „Big Game“ liefert große Bilder, mit hochkarätigem Cast und großartigen Kulissen. Text: Romain Geib

Foto: Stephanie Kulbach


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GAME „Big Game“ bedeutet übersetzt Großwildjagd. Im Film haben es die Jäger, allen voran Hazar (Mehmet Kurtulus, Mitte re.) und Morris (Ray Stevenson, Mitte li.) auf keinen geringeren als den US-Präsidenten abgesehen.


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BIG G Gediegene Mahagoni Holztäfelung wie in einer präsidialen Hotelsuite prägt auch den zeitgemäßen Look der Innenausstattung in der privaten Kabine des US-Präsidenten, gespielt von Samuel L. Jackson.

Von wem der Plotpoint mit der größenwahnsinnigen Ursprungsidee vom Absturz der US-Präsidentenmaschine nun eigentlich stammte, von ihm selbst oder von Kumpel Jalmari, vermag der Produzent und Co-Autor von „Big Game“, Mika Jokiranta, im Nachhinein nicht mehr genau auszumachen: „Wir sponnen diesen Ansatz weiter und schielten auf den USamerikanischen Markt, obwohl wir genau wussten, dass wir eine europäische Produktion planten, die auch in Europa spielen und gedreht werden sollte.“ Entsprechend bemaß sich dann auch das 8,5 Millionen Euro Produktionsbudget, das man zusammengetragen hatte. Bei der Realisierung setzten die Produzenten ganz oben an und gewannen Samuel L. Jackson für die Hauptrolle. „Think big“ lautete die Devise. Big Concept. Auf jeden Fall mussten sich die beiden Finnen trefflichst überlegen, welche Schauplätze in ihrer suspensegespickten Filmhandlung vorkommen sollten. Denn sie hatten sich das populäre Actiongenrekino zum Vorbild genommen, mit Bösewichten wie bei „Die Hard“. Folglich sollten also auch die Locations für die große Leinwand etwas hermachen und deren Optik der gewünschten bigger-than-life Dramaturgie folgen. Die naturelle Bergwildnis-Szenerie ließ der Regisseur Jalmari Helander dabei wirkungsvoll mit Szenen im dämmerigen volltechnisierten Washingtoner CIA-

Kommandobunker kontrastieren, wo US-Geheimdienstler auf Großbildschirmen die Such-Operationen per Satellit virtuell mitverfolgen. Am Ende freute sich der deutsche Koproduzent Jens Meurer (EgoliTossell) über das beeindruckende Production Value, angesichts der Tatsache, dass kein Hollywoodübliches Blockbuster-Budget zur Verfügung stand. Wettgemacht hat das die deutsch-finnische Crew mit Ideenreichtum und einer guten Portion technischem Know-how. „Big Game“ lebt von Leinwandbildern mit großen Schauwerten in fettem 1:2,35 Format Breitwand-Scope.

Big Story. Ausgehend von einer alten heute noch praktizierten lappländischen Tradition, begleitet der Film den finnischen Jungen Oskari (Onni Tommila), der ein Männlichkeits-Ritual vollziehen und dafür einen Tag und eine Nacht alleine in der Wildnis verbringen muss. Ausgerechnet in dieser Nacht allerdings wird die US-Präsidentenmaschine von Terroristen über dem Waldgebiet abgeschossen und der Präsident mit einer Rettungskapsel in die Wildnis abgeworfen. Damit liegt das Schicksal des mächtigsten Mannes der Welt in den Händen eines Teenagers. Und es beginnt eine Großwildjagd der ungewöhnlichsten Art durch die Wälder Nordlapplands, mit dem US-Präsidenten im Fadenkreuz einer Verschwörergruppe, deren Hintermänner in Washington sitzen.


21 Big Deal. Klar war den Machern von Anfang an, dass sie mit ihrer Produktion auf den großen internationalen Markt abzielen wollten. Umso erfreulicher war die Nachricht, dass Luc Bessons Medienunternehmen EuropaCorp (Action-Filme wie „Transporter“, „Taxi“, „Taken“) den Streifen diesen Sommer als erste europäische Produktion in den USA flächendeckend in die Kinos bringen wird. Beim letzten Toronto International Festival hatte der französische Regisseur, Verleiher und Studiobetreiber den wahren Coup gelandet, internationalen Konkurrenten die US-Kinorechte vor der Nase wegzuschnappen – laut Hollywood Reporter für ganze vier Millionen Dollar.

tigen Präsidentenberaters, entstammt dem festen Ensemble der „Harry Potter“- und „Bridget Jones“Filme; schließlich Felicity Huffmann, die eine forsche CIA-Chefin spielt. Sie wurde bereits einmal Oscar®nominiert, ist Golden Globe-Gewinnerin und kassierte Preise für ihre Langzeitrolle in der Serie „Desperate Housewives“. In der nach Film noir Art düster und bedrohlich wirkenden Kulisse des CIA-Kommandobunkers des Washingtoner Pentagons agiert das authentisch besetzte Schauspieler-Ensemble geschlossen als offizieller Krisenstab. Wie größtenteils sämtliche Studiobauten des Films wurde auch dieses Innenmotiv komplett in Originaldimensionen errichtet.

Big Production Value. Die Filmhandlung spielt in Finnlands Bergwäldern fernab jeglicher Zivilisation. Da es für Regisseur Helander in seiner finnischen Heimat zwar Wälder, aber kaum Landschaften mit großen Bergen gab, die aber für sein spektakuläres Storytelling unverzichtbar waren, hat sich die Produktion für die bayerische Alpenregion als Location entschieden, mit dichtem Waldgebiet vor grandioser Bergmassiv-Kulisse. Zusätzliche Production Values zieht der Film aus den diversen in den Bavaria Studios errichteten Setbauten, die in drei Studios parallel bespielt werden konnten. Unter Leitung von Production Designer Christian Eisele und Art Director Hucky Hornberger bewiesen sie in enger Absprache mit dem finnischen Kameramann Mika Orasmaa („Iron Sky“) ein gutes Händchen für die Bedürfnisse einer internationalen Produktion. Die Effektspezialisten der Münchner ScanlineVFX werteten die realen Kulissen mit Greenscreen- und Rückpro-Aufnahmen nebenan in den Filmhallen zusätzlich digital auf.

Big Stunt. Vom unterschwelligen, typisch finnischen Humor der Drehbuchautoren zeugt der witzige Einfall, einer profanen Kühltruhe eine handlungstragende Rolle zuzuweisen: Hoch oben in den einsamen Bergen, zwischen Geröll und Schnee, steht das Gerät, leicht ramponiert und notdürftig betrieben durch einen knatternden Dieselgenerator. Darin, ein frisch erlegter Hirsch, gedacht als väterliche Hilfestellung an seinen jagdunbegabten Sohn. Den verrosteten Kühlkasten bauen die Filmemacher kurzer Hand in eine atemlose Verfolgungsjagd ein – als wohl originellstes Fluchtvehikel der Filmgeschichte, um den mächtigsten Mann der Welt vor seinen psychopathischen Verfolgern zu retten. Das Ausstattungsstück kullert Berghänge hinunter, schwebt durch die Luft, baumelt zwischen den Baumspitzen, um in weitem Bogen tief hinab in ein Bergwasser zu platschen und schließlich samt Besatzung sicher auf einen See hinauszuschwimmen. Der kleine Onni Tommila selbst hing bei einem Stuntdreh an Seilen befestigt zehn Meter über dem Boden, als der Hubschrauber zusammen mit der Kühltruhe abhob. Auch Actionstar Samuel L. Jackson machte einen kleinen Stunt selbst. Der Mann, der kurz zuvor noch in „Django Unchained“ etliche Leben riskierte, musste sich von der Kühltruhe aus einen knappen Meter abrollen. Doch das ging schief. Schmerzhaft war’s, aber halb so schlimm: Am nächsten Tag konnte weitergedreht werden. Der misslungene Stunt wurde kurz darauf zur willkommenen Anekdote, die er bei einer Talkshow im US-Fernsehen zum Besten gab.

GAME Big Air Force One. Beim Absturz der „Air Force One“ kann sich der Präsident im Film mit einer Rettungskapsel retten. Das im Bavaria Studio nachgebaute Flugzeug diente gleich mehrfach als Drehkulisse: Das obere Deck nutze das Team erst für die Flug- und Absturzszenen und danach, fachmännisch zerlegt (oder besser: fachmännisch zerstört) als schwimmendes Wrackteil und als Schauplatz für den finalen Showdown des US-Präsidenten (Samuel L. Jackson) mit seinem bösen Gegenspieler (Mehmet Kurtulus). Filmarchitekt Christian Eisele hatte für diese Szenen im Studio extra ein 1,5 Meter hohes wasserdichtes Set bauen lassen, um die Kabine nach allen Regeln der Filmkunst zu fluten.

Big Pentagon. Am Set der Pentagon-Kulisse versammelte sich für einige Drehtage ein besonders eindrucksvoller Cast aus hochkarätigen amerikanischen und britischen Darstellern: Der Brite Victor Garber, der den Vize-Präsidenten gibt, hat zuletzt in den Oscar®-prämierten Filmen „Argo“ und „Titanic“ mitgewirkt und wurde für seine TV-Rollen sechsfach Emmy-nominiert; Ted Levine als militärischer Stabschef, ist seit Jahren in der US-Serie „Monk“ fester Castbestandteil; Oscar®- und Golden Globe-Preisträger Jim Broadbent, in der Rolle des undurchsich-

Die Originalkulisse der Air Force One, die Rettungskapsel, die Kühltruhe und der Videoausschnitt aus der Talkshow gibt es übrigens aktuell im Rahmen der Filmstadt-Führung zu sehen.


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AIR FORCE ONE „UNSERE AIR FORCE ONE IST NOCH EINEN TICK MODERNER ALS DAS ORIGINAL“, SAGT SET-DESIGNER CHRISTIAN EISELE.


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Von einer Rakete getroffen, wurde die Kommandozentrale der nachgebauten Air Force One nach allen Regeln der Filmkunst zerstรถrt.


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PENTAGON EIN BISSCHEN „MONK“, EIN BISSCHEN „DESPERATE HOUSEWIVES“, JEDE MENGE OSCAR®-NOMINIERTE UND GOLDEN GLOBE-GEWINNER.


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In Studio 6 wurden die Szenen im Pentagon gedreht. Wie größtenteils sämtliche Studiobauten des Films wurde auch dieses Innenmotiv komplett in Originaldimensionen errichtet.


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WASSERTANK „KEIN SCHAUSPIELER WILL BEI DER ARBEIT NASS WERDEN, WEIL KALTES WASSER DIE KONZENTRATION STÖRT.“ SAMUEL L. JACKSON

Studio 7 in Geiselgasteig. Im Wassertank entstanden die Szenen im gefluteten Flugzeug, in das Samuel L. Jackson als US-Präsident flüchtete.


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KÜHLTRUHE DER JUNGE ONNI TOMMILA BEWÄLTIGTE VIELE SEINER STUNTS SELBST. FÜR DEN ACTIONERPROBTEN HOLLYWOOD-STAR SAMUEL L. JACKSON WURDE DER SPRUNG VON DER KÜHLTRUHE ZUM RISKANTEN SPIEL.

Beim Stunt zog sich „Mr. Supercool“ eine schmerzhafte Schulterverletzung zu, die er gleich als Anekdote in US-Talkshows verwertete.


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GESPENSTISCH GUTE PRODUKTIONSBEDINGUNGEN Drei Wochen lang hatten die „Gespensterjäger“ in Studio 12 ihr Hauptquartier aufgeschlagen. Wir sprachen mit Regisseur Tobias Baumann über die „farbintensiven“ Dreharbeiten in realer und virtueller Umgebung, über die Verrücktheiten eines Szenenbildners und warum Schauspieler besser geeignet sind, als grüne Säcke mit Augen. Interview: Manuela Waberski

Foto: Bernd Spauke und Michael Hilscher

Oben: 360 Grad Green Screen in Studio 12 Gespensterjägerin Hedwig Kümmelsaft (Anke Engelke) und Tom (Milo Parker)


GESPENSTERJÄGER

FilmMag: Herr Baumann, hatten Sie vor „Gespenster­ jäger“ schon mit einem Projekt zu tun, in das so viel Animation involviert war? Baumann: „Gespensterjäger“ ist meine erste Erfahrung mit einer Animationsfigur überhaupt. Dass diese, das Gespenst Hugo, dann auch gleich eine so tragende Rolle spielt, war für mich durchaus ein Sprung ins kalte Wasser und eine große, aber auch tolle Herausforderung. Generell habe ich noch kein Projekt mit einem so hohen CGI-Anteil umgesetzt. Neben dem allein schon sehr aufwändigen Anteil an Animation gab es auch noch eine Menge an klassischen Visual Effects wie Set Extensions, Eiseffekte und vielem mehr. Es ist ganz schön was los in diesem Film, mal sichtbar und mal unsichtbar. Holt man sich da auch mal einen Rat ein bei Kollegen, die damit schon große Erfahrungen gemacht haben? Leider haben wir in Deutschland ja nicht so wahnsinnig oft die Möglichkeit, auf diesem Feld zu arbeiten. Deshalb gibt es auch wenige, bei denen man sich Rat holen könnte. Ich habe aber durchaus im Vorfeld mit dem einen oder anderen Kollegen gesprochen, auch mit verschiedenen VFX-Experten. Mein Kameramann Thomas Kiennast brachte auch schon Erfahrungen von „Hexe Lilli“ mit, bei der ja auch der animierte Drache Hector eine Rolle spielt. Die daraus gewonnen Erkenntnisse konnte er einbringen. Wir haben uns auch einige internationale Produktionen angeschaut und vor allem versucht, mehr über deren Herangehensweise beim Dreh herauszufinden. Bei mir hat sich daraus vor allem sehr klar das Bedürfnis herauskristallisiert, unseren Character vor dem Dreh mit Bastian Pastewka als Schauspieler zu entwickeln und diese Performance als Inspiration für die Animatoren und auch für unser Timing am Set und im Schnitt zu nutzen. Dennoch bin ich natürlich in diese mir komplett neue Welt der Animation erst so richtig nach dem Dreh eingetaucht. Zusammen mit dem erfahrenen spanischen Animation Director Miguel Fuertes, der einige Jahre für ILM gearbeitet und u.a. Projekte wie „Casper“, „Happy Feet“ und „Star Wars – Episode 1“ betreut hat, bin ich langsam in diesen Kosmos hineingewachsen. Ich habe bei dieser sehr inspirierenden Arbeit eine Menge gelernt. Sie haben ja auch am Drehbuch mitgewirkt. Wie sah Hugo zu dem Zeitpunkt in Ihrer Vorstellung aus, oder stand da bereits der Entwurf für den Look der ge­ spenstischen, aber doch sehr niedlichen Hauptfigur? Zu Anfang stand eigentlich nur fest, dass Hugo im Gegensatz zu der Romanvorlage kein klassisches menschliches Gespenst, sondern eher ein kleines grünes Schleimmonster werden soll. Wir haben Hugo stets wie einen ganz normalen Charakter behandelt. Natürlich waren Entscheidungen wie die, dass er den Gesetzen der Schwerkraft gehorcht und nicht durch Wände hindurchfliegen kann, sondern dann eben dagegen klatscht und runterrutscht, bereits in der Buchphase entschieden. Wir konnten das daraus entstehende Comedy-Potenzial dann gleich nutzen. Aber Hugo sollte weniger ein Gimmick werden, das

dauernd ulkig aussieht. Er sollte eine echte Figur sein, die für Tom zu einem richtigen Freund wird und mit Hedwig auf Augenhöhe streiten kann. Parallel zur Entwicklung des Drehbuchs, haben wir auch das Design von Hugo nach den entstehenden Bedürfnissen weiter vorangetrieben. Haben Sie später mit Storyboards gearbeitet? Wir haben den gesamten Film weitestgehend vom Storyboarder Marc Ewert zeichnen lassen. Natürlich hat die Visualisierung gerade planerisch komplizier­ terer Szenen große Vorteile. Man kann in der gesamten Vorbereitung allen beteiligten Gewerken viel genauer vermitteln, was wir später sehen wollen. Auch für die Kommunikation mit den verschiedenen beteiligten VFX-Studios ist diese Art der Visualisierung sehr wichtig und hilfreich. Außerdem hat die Arbeit eines Storyboarders auch den Vorteil, dass der Kameramann und ich einen weiteren Kreativ-Partner an unserer Seite haben, der seine filmische Sicht der Dinge mit einfließen lässt und so mit uns gemeinsam den Film visuell entstehen lässt. Nach Drehorten in Wien und Nordrhein-Westfalen entstand ein wesentlicher Set in den Bavaria Studios – und zwar das CGI, die „Zentrale der Gespensterjäger“. Als Szenenbildner war der renommierte Christoph Kanter mit an Bord. Er hat die realen Dekorationen im Studio entworfen. Der Dekobau selbst wurde von Mitarbeitern der Bavaria Studios umgesetzt. Wie war die Zusammenarbeit? Hat das Team eine Gespenster­ jäger-Zentrale geschaffen, wie Sie sie sich vorgestellt hatten? Christoph Kanter hat dem gesamten Konzept der CGI erst wirklich Leben eingehaucht. Er hat sich eine richtige Historie dieser Organisation ausgedacht, die sich über die Jahrhunderte weiterentwickelt hat von der Gründung in einem alten Gewölbe bis hin zur Moderne. Diese spiegelt sich in der Verwendung verschiedener Stile und Materialien wider. Er hat sogar einen fiktiven Wikipedia-Eintrag dazu verfasst, den er mir eines Tages schickte. Da wusste ich: Christoph ist ein ziemlich verrückter Typ, aber er schafft genau das, was wir uns vorgestellt haben – eine nachvollziehbare geheime Parallelwelt. Es gab natürlich jede Menge visueller Umsetzungen von klassischen Skizzen über 3D-Modelle. Wenn man dann aber am Ende in diesem riesigen Set steht und die bis ins Detail gebaute Qualität bewundert, ist man trotzdem völlig fassungslos vor Glück. Die gesamte Crew um Christoph Kanter hat hier wunderbare Arbeit geleistet. Gleichzeitig diente die große Studiohalle als riesiges Green Screen-Studio, damit später Figuren wie das Gespenst Hugo, das „Urzeitliche Eisgespenst“ (UEG) und weitere Bestandteile computergeneriert einge­ setzt werden konnten, d.h. die Darsteller hatten es mit abwesenden Mitstreitern zu tun. Haben Sie mit dem grünen Set anfangs sehr „gefremdelt“? Das gebaute Set ist ja nur ein Teil dieses beeindruc­ ken­den Hauptquartiers. Der Rest entstand am

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Regisseur Tobias Baumann (r.) führt in die hohe Kunst der Gespensterjagd ein. Rechte Seite oben und unten rechts: Szenenbildner Christoph Kanter hat sich eine richtige Historie der Gespenster­ jäger­Zentrale ausgedacht, die sich über die Jahrhunderte weiterentwickelt hat bis hin zur Moderne. Unten links: Als reales Double für das virtuelle Gespenst fungierte bisweilen ein grüner Sack.

Computer der Firma Fish Blowing Bubbles, natürlich auch nach den Entwürfen von Christoph Kanter. Wir kamen in dieses zweite Drittel unseres Drehs von sehr vielen beeindruckenden Originaldrehorten in Wien wie z.B. der Universitätsbibliothek, dem Kanal aus „Der dritten Mann“, und waren durchaus froh, nun für einige Zeit in einem kontrollierten Studio-Umfeld drehen zu können. Das Ausmaß dieses Sets mit einem riesigen fahrbaren Lichtrigg von Cape Cross, verschiedenen Multifunktions-Dekorationen und den großen Green Screen-Flächen und nicht zuletzt der massive Einsatz von Spezialeffekten wie Schnee und Eis haben es uns dort aber nie langweilig werden lassen. Um ehrlich zu sein, bekommt man nach mehr als zwei Wochen dann doch langsam eine leichte Aversion gegen die Farbe Grün und wünscht sich mal wieder eine ganz normale Location. Trotzdem waren wir auch traurig, dieses tolle Set nach drei Wochen wieder zu verlassen.

Beides hat sicherlich zu der Entscheidung beigetragen. Die Produzenten haben ja eine längere Verbindung mit der Bavaria. Für uns war es auch einfach sehr praktisch, unseren Dreh von Wien über München nach NRW zu gestalten. Die Locations in Wien und NRW haben unserem Film den universellen europäischen Look verpasst, den wir uns gewünscht hatten, die Bavaria hat uns mit Studio 12 die Voraussetzungen für ein zentrales und ziemlich beeindruckendes Set gegeben.

Sie kennen ja die Bavaria Studios. Hier haben Sie auch die ersten zehn Folgen der ersten deutschen Pay TV­Serie „Add a friend“ inszeniert. Was schätzen Sie an den Produktionsbedingungen in Geiselgasteig? Ich habe bisher in den Bavaria Studios immer sehr positive Erfahrungen gemacht. So ein klassisches Studiogelände, wo man vorne reinfährt und dem Pförtner zuwinkt und dann alles an einem Platz hat, ist eine tolle Sache. Als ich ein Kind war und die „Unendliche Geschichte“ gesehen hatte, war es immer ein großer Traum, mal auf dem Glücksdrachen Fuchur zu reiten. Ich hatte gehört, man könnte das bei der Bavaria Filmtour. Leider hat es sich bis heute nicht ergeben. Immer wenn ich dort bin, habe ich ja eine Menge zu tun.

Wie war es für Sie und auch den Kamera­ mann, bei den Live Action­Szenen nicht­ existente Hauptdarsteller im Bild zu haben? Ist das nicht eine große Heraus­ forderung? Man muss sich auf diesen Aspekt sicherlich einlassen und damit konstruktiv umgehen. Wir wollten vermeiden, durch die Existenz eines animierten Characters und vieler CG-Effekte einen statischen und sehr davon geleiteten Film zu machen. Oft hat man dann plötzlich zwei Filme, die nicht mehr so richtig zusammenpassen – den realen live action part und den EffektFilm. Um das zu verhindern, haben wir auch alle Szenen mit Hugo und den anderen CG-Effekten immer versucht, sehr authentisch und organisch umzusetzen. Die Effekte sollten einen nicht anspringen, sondern eher „by the way“ mitspielen. Vor allem muss man sich halt daran gewöhnen, dass nach jeder Szene die VFX-Abteilung noch Zeit braucht, um Cleanplates, Referenzfotos und all diese Dinge zu machen. Das kann schon ein wenig auf den Rhythmus des Drehs schlagen. Wir haben immer auch in der Planung versucht, eine gute Balance zwischen technisch anspruchsvollen Szenen und Spielszenen zu halten.

Fiel die Wahl auf die Bavaria, weil die Produzenten des Films – Lucky Bird Pictures – in München ansässig sind oder aus Gründen der Filmförderung?

Man muss den Darstellern die nicht anwesenden Filmfiguren wie Hugo ausreichend markieren: Gibt es eine Art Dummy oder nur Markierungen auf dem

Boden, die man anspielt? Aber wie schafft man es dann, dass die Blickrichtungen der Darsteller aus Fleisch und Blut auf die Gespenster dann auch wirklich stimmen? Wir haben mit den unterschiedlichsten Hilfsmitteln wie Markierungen, grünen Säcken für Interaktionen, Laserpunkten und natürlich auch mit den obligatorischen Tennisbällen gearbeitet. Das Wichtigste allerdings war ein junger Kollege namens Lars Walther, ein junger Schauspieler, den ich ausschließlich zu dem Zweck gecastet hatte, um mehr als 40 Tage lang am Set im Off zu stehen und die von Bastian Pastewka und mir erarbeitete Performance von Hugo so perfekt wie möglich nachzuahmen. Er hat das ganz toll gemacht und war so für die Schauspieler immer als echter Spielpartner vorhanden. Es macht halt doch einen Unterschied aus, ob man einen Sack mit Augen oder einen echten Kollegen anspielt. Hinzukam, dass der Film auf Englisch gedreht wurde. Für die Darsteller außer Milo Parker eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, da man bei der hohen Konzentration auf den fremdsprachigen Text auch das Schauspielen nicht verges­ sen darf. War das anfangs schwierig? Da ich selbst mit einer zweiten Sprache aufgewachsen bin, hat mir das Drehen in Englisch eher Spaß als Stress bereitet. Mit Anke Engelke hatten wir neben Milo Parker eine erwachsene Hauptdarstellerin, die in Kanada geboren und teilweise aufgewachsen ist und überhaupt keine Probleme damit hat, in englischer Sprache zu spielen. Sie kann aus dem Stehgreif die Berlinale oder den europäischen Filmpreis in Englisch moderieren, ihren Charme und Witz in die andere Sprache übertragen, und ich habe mich ohnehin immer gefragt, warum sie bis heute noch niemand international eingesetzt hat. Die beiden haben von Anfang an eine besondere Chemie entwickelt und wurden zu einem sensationellen Gespann vor wie hinter der Kamera.


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ALS ICH DIESES SET SAH, WAR ICH FASSUNGSLOS VOR GLÜCK.


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Die Dimension des 3 000 qm großen Studios hat Szenenbildner Christoph Kanter voll ausgeschöpft und baute ein endlos wirkendes Gangsystem im Hochsicherheitstrakt des Zentralen Gespensterjäger Instituts „CGI“.

Auch Karoline Herfurth hat bereits Erfahrung in englischsprachigen Produktionen gesammelt, Ruby O. Fee ist im Ausland aufgewachsen, und Christian Ulmen hat mal eine Zeitlang in London gelebt. Zusätzlich hatten wir über die gesamte Drehzeit mit Marc Needham einen tollen dialogue coach am Set, der stets den Schaupielern bei Aussprache und Betonung geholfen und auch im Vorfeld mit ihnen am Text gearbeitet hat. Mir war immer sehr wichtig, dass wir das Timing und die Schlagfertigkeit im Spiel erhalten können. Im Nachhinein hat sich ein Dreh in Englisch auch wirklich ausgezahlt. Denn so ist es unserem Weltvertrieb Beta Cinema gelungen, den Film weltweit sehr gut zu vermarkten. Er wird in diesem Jahr noch in England ins Kino kommen, und auch in USA, Kanada und Australien und vielen anderen Ländern wird Hugo bald sein Unwesen treiben. Milo Parker ist DIE Entdeckung des Films und ein hochtalentierter Newcomer. Wie hat er es geschafft, so viele Szenen vor Green Screen zu meistern? Milo ist ein absolutes Ausnahmetalent. Ihn gefunden zu haben aus Hunderten von gecasteten Kindern, war wirklich ein Glücksfall. Natürlich musste auch er sich an die besondere Situation gewöhnen, mit einem Partner zu spielen, der physisch nicht am Set vorhanden ist. Aber er verfügt über so außerordentliche Fähigkeiten, dass er diese Herausforderung wie auch alle anderen ganz hervorragend gemeistert hat. Milo hat mich wirklich jeden Tag aufs Neue begeistert und beeindruckt, zumal das erst sein zweiter Film war. Mittlerweile hat er mit Mr. Holmes und einem Tim Burton-Film zwei weitere gedreht. Ich bin sicher, er wird einen ganz hervorragenden Weg machen und ein großer Star. Es bereitet mir große Freude zu sehen, wie er aufwächst als Schauspieler und als Mensch, und ich bin sehr stolz auf ihn. Sie haben sich ja mit einem Team umgeben, mit dessen Mit­ gliedern Sie zum Teil schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten, u.a. Anke Engelke, Bastian Pastewka oder auch Christian Tramitz. Ist eine Filmfortsetzung geplant – und wird sich dann das ange­ stammte Team wieder versammeln? Und dann auch wieder in Geiselgasteig? Es hat großen Spaß gemacht, mit einigen alten Freunden aus unserer kleinen „Quatschfamilie“ zu arbeiten und neue dazuzugewinnen. Eine Fortsetzung wäre natürlich toll. Und dann würden wir sicherlich auch wieder an die Tür der Bavaria Studios klopfen. Vielleicht schaffe ich es ja dann endlich mal, auf dem Glücksdrachen zu reiten ...

EIN STUDIOGELÄNDE, WO MAN VORNE REINFÄHRT, DEM PFÖRTNER ZUWINKT UND ALLES AN EINEM PLATZ HAT, IST EINE TOLLE SACHE.“

Milo Parker und Anke Engelke mit dem Schleim­ gespenst Hugo bei der Premiere in München. © Warner Bros / Kurt Krieger Gespensterjäger – Der Film Die Mischung aus Real­ und Animationsanteilen ist eine Produktion von Lucky Bird Pictures (Produzenten Oliver Schündler und Boris Ausserer) nach einer Vorlage von Bestseller­Autorin Cornelia Funke. Vor der Kamera standen u.a. der Newcomer Milo Parker, Anke Engelke, Christian Tramitz, Karoline Herfurth, Christian Ulmen – und als prominente Synchronstimme von Hugo ist Bastian Pastewka zu hören.


Robert & Horst, München

BIG GAME BIG WORK

Bavaria Studios Art Department GmbH, Bavariafi lmplatz 7, 82031München / Geiselgasteig, www.bavaria-studios-ad.de

Fotos © Bavaria Studios Art Department

Handwerk mit Hollywood Effekt! Wir haben sämtliche Dekorationen für den Kinofilm BIG GAME gebaut und sind stolz auf unsere eigene Air Force One in Originalgröße. Bei uns gibt es alles, wovon Sie träumen. Überzeugen Sie sich selbst!


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DER GEILSTE TAG

Massenszenen mit natürlich wirkenden Figuren (l.), Verfolgungsfahrten in der futuristischen Stadt Neo Seoul (r.) oder gigantische Wasserexplosionen (vorherige Seite) zählten zu den VFX-Shots, die Scanline für Cloud Atlas beisteuerte.

EIN GEILER TAG IM FLIEGER Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer drehen in München „Der geilste Tag“. Und der beginnt in einer Flugzeugkulisse der Bavaria Studios. Text: Dominik Petzold

Foto: Pantaleon Films


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Die Bayerische Medienministerin Ilse Aigner zu Besuch am Set: Hinter ihr stehen (v.l.) Martin Moll (Bavaria Studios), Florian David Fitz, Klaus Schaefer (FFF Bayern), Produzent Dan Maag, Matthias Schweighöfer.

Sterben muss ja auch was Gutes haben. Also sitzen Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz jetzt im Flugzeug, auf dem Weg ins sonnige Afrika. Schweig­ höfer hat einen Schlauch im Gesicht und ist gezeichnet von der schweren Krankheit. Fitz dagegen sieht blendend aus wie immer, und auch seine Laune ist blendend, obwohl auch er bald stirbt. Und trotzdem liegt jetzt viel Gutes vor ihm, unter ande­ rem: „Der geilste Tag“. So heißt die Tragikomödie, die beide Stars gerade in München drehen, ihr erstes ge­meinsames Projekt. Der Münchner Florian David Fitz hat das Drehbuch geschrieben, führt Regie, produziert und übernimmt eine Hauptrolle. Die andere spielt Matthias Schweighöfer, und mit seiner Münchner Firma „Pantaleon Enter­ tainment“ ist er ebenfalls Produzent des Films. „Ich habe Matthias bei einem Essen drei Themen vorgestellt“, sagt Fitz, „und bei einem hat er sofort gesagt: Das will ich machen.“ Und zwar bei folgendem: Zwei Todkranke büchsen aus dem Hospiz aus, um die verbleibende Zeit noch mal richtig zu genießen – um eben den „geilsten Tag“ ihres Lebens zu verbringen. Ihr Vorteil: Wegen der Kosten müssen sie sich keinen Kopf machen. Denn sie werden den Tag nicht mehr erleben, an dem die Rechnun­ gen im Briefkasten liegen. DER TOD IST GANZ NORMAL Eine Komödie über zwei Todgeweihte – geht das? „Mich nervt, dass wir aus dem Tod so eine heilige Sache machen“, sagt Florian David Fitz. „Der Tod ist das Nor­ malste auf der Welt, Teil des Lebens. Wenn wir nicht sterben würden, wäre das

Leben eine unendliche langweilige Ge­ schichte.“ Also sitzen seine beiden Haupt­ figuren in der First Class auf dem Weg nach Mombasa, um noch mal eine kurz­ weilige Geschichte zu erleben. Das Flugzeug, in dem Fitz und Schweighöfer das drehen, ist schon mal im Ozean gelandet, bei „Türkisch für Anfänger“. Seit 2009 steht es in den Bavaria Filmstudios. Für „Der geilste Tag“ hat das Produktions­ team noch First Class-Requisiten einge­ baut. Doch bevor hier der Dreh an Produk­ tionstag acht weitergeht, begrüßen Fitz und Schweighöfer noch Gäste im Flug­ zeug: Ministerin Ilse Aigner und Klaus Schaefer von der bayerischen Filmförde­ rung. Die hat den Film mit einer Million Euro mitfinanziert – im echten Leben muss halt doch irgendjemand zahlen. DER WEIN SCHMECKT ANSTÄNDIG Danach wuseln wieder dutzende Produk­ tionsmitarbeiter in und vor dem Requisiten­ flugzeug rum. Drinnen kabbeln sich die todkranken Komödienfiguren durch Szene 68. Denn dem vorsichtigen Schweig­höferCharakter kommt der gemeinsame Plan jetzt doch ziemlich krank vor, und das lässt er die Fitz-Figur wissen. Die dagegen lässt die Sau raus, hantiert mit einer Knarre, bestellt zwei Flaschen Wein und Kaviar, denn: „Der schmeckt gar nicht so scheiße, wie er aussieht.“ Nach ein paar Versuchen huscht Fitz aus dem Flugzeug, um sich in der Halle das Gedrehte auf dem Monitor anzuschauen – er ist ja auch Regisseur. Schweighöfer bleibt derweil stoisch an seinem Platz und schmökert in dem Buch, das seine FilmFigur auf dem Flug liest: „1 000 Orte, die man gesehen haben muss, bevor man stirbt“.

DREHEN MIT HUND Wie es wohl ist, wenn zwei der wenigen deutschen Stars einen Film zusammen machen? „Wir sind zwei Alphatiere, und da ist es schon spannend, wie man sich findet“, sagt Fitz. Die beiden kennen sich zwar schon lange, aber bisher noch nicht richtig gut. Zum Kennen­lernen sind sie vor Drehstart die Isar entlang gewan­ dert, nur Fitz’ Hund durfte mit. Und jetzt lernen sie sich beim Drehen besser kennen, Tag für Tag. „Man muss erst mal eine Trenn­schärfe zwischen den Figuren herstellen, ihre Körperlichkeit finden“, sagt Fitz. „Man findet sich so allmählich, und das macht total Spaß.“ Schweighöfer wiederum hat Spaß daran, mal nicht Regie zu führen. „Es ist schön, auch mal wieder eine Drehpause zu haben. Ich kenne das gar nicht“, sagt er. „Und das Schöne an Flo ist, dass er das Gespräch sucht. Er ist nicht wie andere Regisseure, bei denen man gar nicht durchkommt, wenn man einen Vorschlag hat.“ Fitz wiederum freut sich über die zweite Meinung: „Es ist schön, von Matthias ein Feedback zu bekommen“, sagt er. „Ich habe in dem Film eine Taktgeberrolle, ich pushe den Matthias durch Szenen. Wenn ich da nur auf ihn gucke, verliere ich mich selber. Deshalb hilft es mir sehr, wenn Matthias mir Feedback gibt.“ Bis Ende Mai dauerte der Dreh in München. Anschließend stiegen die beiden wirklich in den Flieger, um den Rest des Films in Südafrika zu drehen. Im Februar 2016 kommt er ins Kino.


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DIE GROSSE SHOW DER NATURWUNDER

SPRENGUNG ZUR BLAUEN STUNDE Auf der Außenfläche der Bavaria Studios wird für „Die große Show der Naturwunder“ mit hoch explosivem Sprengstoff hantiert. Zum Einsatz kommt Deutschlands Sprengmeister, der vor zwanzig Jahren als „Krater-Edi“ bundesweit für Aufregung sorgte. Text: Marc Haug

Foto: Marc Haug und SWR


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Seit drei Jahrzehnten besitzt Eduard Reisch die Lizenz zum Sprengen. Seitdem hat er etliche Autobahnbrücken zum Einstürzen gebracht, riesige Schornsteine gefällt und Hochhäuser dem Erdboden gleich gemacht. Die Sprengung des Agfa-Hochhauses im Jahr 2008 in München geht auf sein Konto, genauso wie 2010 der Einsturz des 150 Meter hohen Kamins einer Zucker fabrik in Regensburg oder ein Jahr später der Zusammenbruch der 8 500 Tonnen schweren, 180 Meter langen Stahlbetonbrücke über der A3 bei Theilheim. Vergangenes Jahr sprengte er mit fast 1 000 Kilo Sprengstoff, verteilt auf 1 400 Bohrlöcher den 116 Meter hohen AfE-Turm der Uni Frankfurt. Es war die bis dahin höchste Gebäudesprengung Europas. Statt mit großen Bauwerken hatte der „Sprengmeister der Superlative“ es im Mai bei der Bavaria Film mit einer vergleichsweise kleinen Explosion zu tun. Für ein Experiment in der „großen Show der Naturwunder“ sollte er die Festigkeit eines neuen, von Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts entwickelten Spezialbetons im Vergleich zu konventionellem Beton testen. Die zu sprengenden Objekte: Zwei Betonplatten, einen knappen Quadratmeter groß und eine Handbreit dick. SICHERHEIT UND SET-DESIGN Wichtig sei, immer alles unter Kontrolle zu haben, sagt der erfahrene Sprengmeister. Bei jeder noch so kleinen Sprengung gelte das Gebot der absoluten Sicherheit und der absoluten Konzentration, betont Reisch und lässt die Frage, ob das Experiment für ihn nicht ein Kinderspiel sei, erst gar nicht gelten. In diesem besonderen Fall hat er es schließlich mit einer Situation zu tun, in der der Sprengort in erster Linie ein Drehort ist. Er wird auch diesmal nichts dem Zufall überlassen. Bis ins kleinste Detail ist im Vorfeld mit dem Produktionsteam der Bavaria Entertainment, den Verantwortlichen von Bavaria Studios und dem Auftrag gebenden SWR sowie dem Sicherheitsbeauftragten und der Werkfeuerwehr der Bavaria Film der Ablauf durchgeplant worden. Der Ort des Geschehens befindet sich auf einem Kiesplatz auf dem Außengelände hinter den Bavaria Studios. Angesetzt ist das Experiment zur sogenannten „blauen Stunde“ und muss aus Sicherheitsgründen über die Bühne gehen, bevor es völlig dunkel ist. Anders als bei den üblichen Sprengarbeiten, wo es lediglich darauf ankommt, ein Objekt kontrolliert zu beseitigen, ohne die Umgebung zu beschädigen, spielen beim Fernsehen eben auch optische Überlegungen eine große Rolle. Sicherheit und Set-Design sind gleichermaßen gefragt, wenn das Experiment für den Zuschauer attraktiv in Szene gesetzt werden soll.

Dazu werden die beiden Betonplatten nicht einfach nur in einen Sandhaufen platziert. Ein großes grellgelbes Warndreieck mit dem Symbol für „Vorsicht Sprengung“, das der 50 Meter entfernt postierten Kamera als dekorativer Vordergrund dient, wird davor ausgerollt. Vier Warnlampen grenzen das Set ein und setzen in der aufkommenden Dämmerung leuchtende Lichtakzente. Der Standort, an dem Ranga Yogeshwar später moderieren und Eduard Reisch die Sprengung zünden wird, befindet sich in sicherem Abstand. Eine Plexiglaswand schützt zusätzlich vor eventuell herumfliegenden Betonsplittern. Die Feuerwehr der Bavaria Film ist mit einem Einsatzwagen vor Ort. Sie sichert das Areal ab und sorgt dafür, dass niemand Unbefugtes das Gelände betritt. Gegen 19.30 Uhr ist alles bereit: Eduard Reisch hat die Zündschnur verlegt, das Set ist eingeleuchtet, die Kameras sind in Position. Ein letzter Check. Jemand stellt fest, dass der Schutzwall aus Sand die Sicht auf die Explosion stören könnte. Also müssen die Mitarbeiter des Dekorationsbaus noch mal nachjustieren. Außerdem wünscht man sich, das Feuerwehrauto mit dem blinkenden Blaulicht und dem heldenhaft postierten Feuerwehrmann auf dem Fahrzeugdach in das Blickfeld der Kameras zu rücken. Am Sprengort wartet Eduard Reisch, roter Overall, orangene Warnweste, Sicherheitsschuhe, Schutzhelm. Das Signalhorn steckt in seiner linken Hosentasche. Er gibt die Anweisung, das Set zu räumen. Alle, die Mitarbeiter vom Dekorationsbau und der Ausstattung, Produktions- und Aufnahmeleiter, Redakteure, Kameraleute, Beleuchter, Kabelträger und jede Menge anderer Helfer sollen sich aus dem Gefahrenbereich begeben. Moderator Ranga Yogeshwar und Professor Werner Riedel vom Fraunhofer-Institut gehen hinter der Plexiglaswand in Stellung. Reisch befestigt eine Portion Plastiksprengstoff an die Betonplatte. 20 Gramm dieser orangefarbenen Masse sollten genügen, um den Beton mit lautem Knall zum Bersten zu bringen. Kurze 50 Nanosekunden wird jede Sprengung dauern. Ein Augenblick, der mit vier Kameras aus unterschiedlichen Perspektiven eingefangen wird. Eine wird vom Kamerakran aus geschwenkt, eine filmt erhöht von einer Hebebühne, eine weitere macht Slow-MotionAufnahmen und eine kleine GoPro ist im Sand direkt vor den Betonplatten postiert – in der Hoffnung, dass sie die Explosion überlebt und spannende Bilder aus dem Zentrum der Detonation liefert. Reisch gibt drei Warntöne aus seinem Signalhorn ab. „Eins, zwei, drei, ... Sprengung!“ Ranga Yogeshwar hält sich mit den Fingern die Ohren zu. Reisch kurbelt am Sprengzünder. Ein lauter Knall. Die Erde vibriert unter den Füßen. Im Studio kommentiert Frank Elstner später: „Das hat nicht schlecht gerummst!“.

Ranga Yogeshwar erklärt in „Die große Show der Naturwunder“ auf dem Außengelände, worum es beim nachfolgenden Experiment geht. Die Kandidaten im Studio müssen raten, wie sich der Spezialbeton bei einer Explosion verhält.


Im hinteren Bereich des Studio-Geländes wird das Set aufgebaut und die Sprengung durchgeführt. Für Alfred Spitzer (l.), den Leiter der Bavaria Film Werkfeuerwehr, und den Sprengmeister Eduard Reisch (r.) stehen Sicherheit an erster Stelle.

„DAS HAT NICHT SCHLECHT GERUMMST!“

Als der Staub sich lichtet, begutachten Werner Riedel und Ranga Yogeshwar das Ergebnis. Während der konventionelle Beton der Sprengung nicht standhält, gibt es beim neuen Material nur eine Ausbeulung. „KRATER-EDI“ HAT ALLES UNTER KONTROLLE Das Experiment hat geklappt und demonstriert dem Publikum im Studio und vor den Bildschirmen, warum der neuartige Beton sich als Sicherheitsbaustoff zum Schutz von kritischen Punkten, wie Botschaften, Kraftwerken oder Rechenzentren eignet. Selbst an neuralgischen Punkten des neuen World Trade Centers wird dieser biegsame Beton verwendet. „In den Beton sind viele kleine Eisenstäbe eingearbeitet, die in alle Richtungen zeigen und bewirken, dass Mikrorisse vermieden und die Energie über die Verformung aufgefangen werden“, erklären die beiden Wissenschaftler.

Auch Eduard Reisch ist zufrieden mit dem Abend. Er hatte jederzeit alles unter Kontrolle. War er angesichts seines kleinen Fernsehauftritts wenigstens etwas nervös? „Überhaupt nicht“, sagt er. Schließlich sei er den Umgang mit den Medien gewohnt. Und das spätestens seit er vor 20 Jahren in der Nähe von Kloster Andechs ein drei Meter tiefes Erdloch sprengte. Mit dieser vermeintlich harmlosen Aktion sorgte Eduard Reisch 1995 nämlich bundesweit für Aufsehen. Halb Deutschland glaubte damals an einen Meteoriten-Einschlag – und Reisch schaffte es als „Krater-Edi“ in die Gazetten der Republik. Dabei hatte er, ganz legal und angemeldet, für einen befreundeten Bauern zur Schaffung eines neuen Biotops lediglich einen Krater in den Boden gesprengt – mit einer Sprengkraft, kaum größer als die im Experiment für „Die große Show der Naturwunder“.


MELDUNGEN

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Deutsche Filmkritik würdigt „Die geliebten Schwestern“ und „Die Frau des Polizisten“ Die beiden Bavaria-Produktionen „Die geliebten Schwestern“ und „Die Frau des Polizisten“ wurden mit dem Preis der deutschen Filmkritik 2014 ausgezeichnet. Dominik Grafs „Die geliebten Schwestern“ (Bavaria Filmverleih) wurde in zwei Kategorien geehrt. Cutterin Claudia Wolscht erhielt den Preis für den besten Schnitt und ihre Kollegen Sven Rossenbach und Florian van Volxem für die beste Musik. Über den Preis der deutschen Filmkritik in der Kategorie Beste Kamera durfte sich Philip Gröning für die Bildgestaltung seines Films „Die Frau des Polizisten“ (Bavaria Pictures) freuen. Der Preis der deutschen Filmkritik ist der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Filmkritikern vergeben wird. Er richtet sich nach unabhängigen künstlerischen Kriterien. Die diesjährige Jury bestand aus Günter Agde, Bettina Hirsch, Cosima Lutz, Michael Meyns, Ralf Schenk, Rüdiger Suchsland und Holger Twele.

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GÜNTER LAMPRECHT

„DU BIST MEIN BIBERKOPF!“ Der Schauspieler Günter Lamprecht über seine Paraderolle, den Franz Biberkopf in „Berlin Alexanderplatz“, über Fassbinder, über die Bavaria und über seine Ambitionen, noch einmal in einer großen Rolle vor der Kamera zu stehen. Text: Marc Haug Foto: Bavaria Film / Archiv


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Günter Lamprecht (l.) als Franz Biberkopf und Regisseur Rainer Werner Fassbinder bei den Dreharbeiten zu „Berlin Alexanderplatz“.


ICH WAR IMMER AUF DER SUCHE NACH STOFFEN, MIT DENEN MAN ETWAS IN DER GESELLSCHAFT AUSLÖSEN KONNTE.

Seine 85 Jahre sieht man ihm nicht an. Vor vier Monaten hat er ein neues Knie­ gelenk bekommen. Ansonsten ist Günter Lamprecht ganz der Alte. Wir treffen uns am Abend vor der Münchner Premiere von „Die Fassbinder Story“ in der „Kulis­ se“, der Bar bei den Münchner Kammer­ spielen. „Kommen Sie oft nach München?“ „Nein“, sagt Günter Lamprecht. Den sogenannten Weißwurstäquator habe er selten unterschritten. „Aber ich bin ... schon ganz gerne hier“. Er spricht den Satz so zögerlich, dass man nicht genau weiß, ob er das nicht nur aus Höflichkeit sagt. Zumindest waren München und vor allem „Berlin Alexanderplatz“ eine der ganz wichtigen Stationen im Leben des gebürtigen Berliners. Wie er zu „Berlin Alexanderplatz“ kam? An einem der ersten Drehtage von „Die Ehe der Maria Braun“ platzte es aus Rainer Werner Fassbinder wie ein „Heureka“ heraus: „Du bist mein Biberkopf!“, schrie er. Lamprecht selbst war skeptisch, ob er die Hauptfigur in Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ spielen wolle. Dieser Roman sei unmöglich zu verfilmen, befand er. Doch Fassbinder überzeugte ihn vom Gegenteil. „Er schickte mir die fertigen Drehbücher. Es waren 14 Stück. Damit habe ich mich an die Ostsee zurück­ gezogen. Eine Woche lang habe ich die Bücher studiert und war begeistert. Da war mir klar: Das muss ich machen.“ Die Dreharbeiten begannen 1979 in Berlin. Die meisten Originalschauplätze lagen jedoch hinter der Mauer. An eine Dreherlaubnis dort war nicht zu denken. In Westberlin konnten nur einige Motive gedreht werden. So fand der überwie­

gende Teil in der Bavaria statt. Und so landete Günter Lamprecht zunächst für ganze neun Monate in München. Sein erster längerer Kontakt mit dieser Stadt, mit der der Berliner nur langsam warm wurde. Weil er von Wolfgang Petersen, der parallel dazu in den Bavaria Studios „Das Boot“ drehte, für eine Rolle als Kapitän besetzt wurde, verlängerte sich der Aufenthalt an der Isar auf etwa ein Jahr. Für Lamprecht war die Bavaria damals „wat janz Großes“, berlinert er. Erste Berührungspunkte mit dem Studio gab es 1960 mit „Die Brücke des Schicksals“. In diesem Film von Michael Kehlmann spielte er einen Schläger in einer Tanzbar. Die Rolle des Franz Biberkopf zwanzig Jahre später in „Berlin Alexanderplatz“ war eine ganz andere Nummer. „Dort war ich ja jeden Tag am Set. Ich bekam eine eigene Garderobe mit Dusche und Bad und allem, was man brauchte. Ein extra für mich abgestellter Garderobiere sorgte für meine Rundumbetreuung. Jeden Morgen stand der Chauffeur der Produk­ tion um 8 Uhr vor der Tür, brachte mich ins Studio und nach Drehschluss wieder zurück. Abends habe ich den Text gebüf­ felt. Es waren über 1 000 Seiten, die ich auswendig gelernt habe.“ Da blieb nicht viel Zeit für das Privatleben, außer vielleicht mal ein paar Versorgungs­ einkäufe am Samstag auf dem Viktualien­ markt. Der Sonntag gehörte schon wieder dem Textlernen. Das war richtig harte Arbeit. Bei seinen ersten Arbeiten mit Fassbinder, bei seinen Rollen in „Martha“ und „Welt am Draht“, war das atem­ beraubende Tempo, mit dem Fassbinder seine Filme erledigt hatte, noch auszuhal­

ten. Bei „Berlin Alexanderplatz“ brauchte Lamprecht viel Kraft, um die Ungeduld Fassbinders zu ignorieren. Lamprecht: „Ich war so drauf auf dieser Rolle, kannte die Figur in­ und auswendig, habe sie aufge­ sogen und tauchte völlig in die biberköpfige Seele ein.“ Auf der Pressekonferenz zum Film ehrte Fassbinder den Schauspieler entsprechend mit der Feststellung: Günter Lamprecht sei kein „Fassbinder­Schau­ spieler“, der einfach nur den Anweisungen des Regisseurs gehorche. Nein, Lamprecht habe den Franz Biberkopf „allein aus sich selbst herausgespielt“. Und wie kam Lamprecht mit dem Exzen­ triker Fassbinder, dem man nicht gerade nachsagt, ein einfacher Mensch gewesen zu sein, zurecht? „Wir haben uns eigent­ lich gut verstanden. Es war ein Verhältnis von gegenseitigem Respekt. Von den elf Monaten, die ich mit Rainer Werner Fassbinder zusammen gearbeitet habe, hatten wir nur drei größere Auseinander­ setzungen“, erinnert sich Lamprecht. Aber an die erinnert er sich bestens. Denn Fassbinder war Münchner und Lamprecht Berliner. Einmal gerieten sie an der Frage des authentischen Dialekts aneinander. Dem Berliner stellten sich die Haare zu Berge, wenn er süddeutsche Ausdrücke wie ‚schau mal‘ sprechen musste. „Een Berliner sacht höchstens ‚guck mal‘ oder ‚kiek mal‘“. Die Folge war ein Krach, bei dem sogar der damalige Bavaria­Chef Günter Rohrbach schlichtend eingreifen musste. Am Ende durfte Lamprecht über den Berliner Dialekt wachen. Doch solche Streits waren schnell verziehen. „Wir freuten uns über den sensationellen Erfolg. In den USA sind wir eine ganze

© Henning Kaiser /dpa

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Szene aus „Berlin Alexanderplatz“: Günter Lamprecht und Hanna Schygulla


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G端nter Lamprecht hat die Rolle des Franz Biberkopf voll aufgesogen.


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„GÜNTER LAMPRECHT IST KEIN ‚FASSBINDER-SCHAUSPIELER‘. ER HAT DEN FRANZ BIBERKOPF ALLEIN AUS SICH SELBST HERAUSGESPIELT.“ Rainer Werner Fassbinder

Woche lang gefeiert worden“, erzählt Lamprecht mit einer Mischung aus Begeisterung und Verwunderung. „Die Presse im Ausland war, anders als in Deutschland, fantastisch. Da bin ich erst richtig aufgewacht“. Das schönste Kom­ pliment jedoch erhielt der Schauspieler in Paris. „Wir saßen auf der Bühne in einem großen Pariser Kino. Da erhob sich im Publikum ein Mann und sagte: ‚Ich möch­ te behaupten, dass der Günter Lamprecht schon im Kopfe meines Vaters existiert haben muss, als er den Roman schrieb‘. Das war Stephan, einer der Söhne von Alfred Döblin. Ich war voller Stolz, wenn ich die Gazetten las. Einmal war ich in den Charts der wichtigsten Schauspieler sogar auf Platz 3 gelistet, direkt hinter Ben Kingsley, der damals Gandhi spielte. Und auch, wenn ich heute nach New York oder Paris komme, in Kreisen, die mit Film zu tun haben, erlebe ich eine unheimlich große Hochachtung. Das macht mich glücklich, wenn ich sehe, wie die Leute die Leistung honorieren und ihr mit Respekt begegnen.“ Was nicht heißen muss, dass Lamprecht sich nicht auch schon mal für das seich­ tere Genre hat überreden lassen. Nicht zuletzt die Aussicht auf drei Wochen Karibik hatte ihn trotz anfänglicher Zweifel verführt, beim „Traumschiff“ anzuheuern. Den Seitensprung beim „Traumschiff“ hat er leicht überwunden. „Es war eine lustige Zeit, das Geld hat gestimmt“, lacht er. Aber: „Als ich zurückkam, lief zur gleichen Zeit ‚Berlin Alexanderplatz‘ im Fernsehen. Den Schlachtermeister auf dem Traum­ schiff, den haben die Leute gefeiert, den mochten sie, und ich wurde auf der Straße erkannt. Aber kein Mensch hat

mich auf ‚Berlin Alexanderplatz‘ ange­ sprochen, obwohl ich dort doch so eine großartige Rolle abgeliefert hatte.“ „Als jemand, der jahrelang im Film als proletarischer Held gedient und immer auch für politische Stoffe gestanden hatte, geht es mir nicht nur um die schauspiele­ rische Anerkennung, sondern darum, mit der gespielten Figur Einfluss zu nehmen“, betont Lamprecht. „Ich war immer auf der Suche nach Stoffen, mit denen man etwas in der Gesellschaft auslösen konnte.“ Er nennt als Beispiel das Drama „Rückfälle“, in dem er einen Alkoholiker spielt. Der Film wird heute noch in Suchtkliniken thera­ peutisch eingesetzt. „Das ist, wie man heute sagt, eine gewisse Nachhaltigkeit. Ähnlich ging es mir mit der Figur des Bäckers in ‚Das Brot des Bäckers‘ von Erwin Kreusch. Und so war es auch bei ‚Berlin Alexanderplatz‘.“ Große Popularität erlangte Lamprecht später in den 90er Jahren durch die Rolle des Berliner „Tatort“­Kommissars Franz Markowitz. Der letzte größere Film ist allerdings nun schon eine Weile her, „Epsteins Nacht“ an der Seite von Mario Adorf und Bruno Ganz aus dem Jahr 2002. Gerne würde Lamprecht noch einmal eine große Rolle übernehmen, sagt er. Die Chance dazu war letztes Jahr zum Greifen nahe. Atom Egoyan meldete sich aus Kanada und wollte den deutschen Schauspieler für sein Holocaust­Drama „Remember“ engagieren. Der Regisseur hatte Lamprecht in seiner Paraderolle in „Berlin Alexanderplatz“ gesehen. „Ich sollte einen ehemaligen deutschen KZ­ Aufseher spielen.“ Alles schien zu stimmen. Deutscher Akzent, auch das Alter passte.

Das wäre wieder etwas gewesen, das den großen Charakterdarsteller gereizt hätte. „Dann bekam ich plötzlich eine schlimme Grippe, so dass ich schweren Herzens absagen musste. Zum Glück hat er mir verziehen und hofft, mich bald wieder besetzen zu können.“ Sie warten also auf den großen Film? „Das wäre übertrieben. Aber auf einen schönen Stoff. Ich habe seit vier Monaten ein neues Kniegelenk. Aber es geht mir gut. Ich bin viel unterwegs, lese viel, schreibe viel und wohne sehr schön zwischen Köln und Bonn auf dem Land. Wenn man mich dort rauslocken will, muss schon was Besonderes kommen. Ein Film zum Beispiel, für den man einen Alten braucht. Der kann ruhig auch im Rollstuhl sitzen. Eine solche Rolle würde ich gerne spielen.“ Einzige Vorausset­ zung: Es muss etwas Vernünftiges sein. Derzeit arbeitet Günter Lamprecht daran, Grimmelshausens Abenteuerroman „Simplicissimus“ für eine Literaturlesung aufzuarbeiten. Ein weiteres aktuelles Projekt ist ein abendfüllender Dokumen­ tar film, den Miguel Schütz und Carsten Degenhardt über den Ausnahmeschau­ spieler machen wollen. „Sie wollen mit mir Orte aufsuchen, wo ich meine Lebensge­ schichte erzählen kann: Berlin mit Sicher­ heit, vielleicht auch New York und natürlich München. Die Bavaria und die Studios waren mir so vertraut. Wenn man wie ich vor zwei Jahren das erste Mal nach 30 Jahren an diesen Ort zurückkehrt, über­ kommt einen wieder so ein Gefühl ... Ich bin richtig vorsichtig gegangen und behutsam aufgetreten, damit ich in meiner Erinnerung nichts kaputt mache.“


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MELDUNGEN

Eberhard Schoener übergibt einen Rechtestock von mehr als 1 000 Titeln. V.l.: Dr. Rolf Moser (Geschäftsführer, Enterprises Sonor), Eberhard Schoener, Dr. Alexander Coridaß (Geschäftsführer, ZDF Enterprises), Dr. Christian Franckenstein (CEO, Bavaria Film). Foto: Marc Haug

Enterprises Sonor erwirbt Production Music von Eberhard Schoener Enterprises Sonor Musik GmbH, ein Joint Venture von Bavaria Media und ZDF Enterprises, wird sich zukünftig im Bereich Production Music engagieren. Den Anfang macht ein Rechtestock von mehr als 1 000 Titeln, die der weltbekannte musikalische Grenzgänger, Komponist, Dirigent und Musiker Eberhard Schoener produziert und mit seinem Team im Auftrag der Enterprises Sonor für die Auswertung im Bereich Production Music aufbereitet hat. Schoener: „Die Arbeit war eine äußerst intensive Auseinandersetzung mit meiner gesamten kompositorischen Tätigkeit. Die Herausforderung bestand darin, aus meinem umfangreichen Oeuvre geeignete Aufnahmen auszuwählen, zusammenzustellen, technisch aufzubereiten und zu einem Gesamtkunstwerk von klassischer bis moderner Filmmusik werden zu lassen. Ein Glücksfall ist die professionelle wie auch menschliche Zusammenarbeit mit dem Team der Enterprises Sonor.“ Schoener hat nicht nur Filmmusik für über 300 Film- und TV-Produktionen geschrieben, sondern auch mit Künstlern wie Sting, Procol Harum, Gianna Nannini, Andrea Bocelli und Deep Purple zusammengearbeitet. Im vergangenen Jahr hat er den Ehrenpreis der Soundtrack Cologne erhalten. Aktuell sind bei Enterprises Sonor weitere Produktionen bekannter Künstler in der Studio- bzw. Aufbereitungsphase. Geschäftsführer Dr. Rolf Moser: „Wir werden einen außergewöhnlichen Production

Musikkatalog mit einem Spektrum von Weltmusik über Jazz/Rock bis Kinderlieder aufbauen. Unser Verlagsteam und unsere erfahrene Beraterin Corinna C. Poeszus, vormals General Manager bei Universal Publishing Production Music, sind hochmotiviert, unsere Erfolge in der verlegerischen Betreuung originärer Filmmusik nun auch in der Auswertung vorbestehender Filmmusik fortzuschreiben. Wir setzen dabei ausschließlich auf Premium-Qualität und bekannte Künstler sowie faire Vergütungsmodelle. Damit bieten wir eine attraktive Alternative zu der austauschbaren Massenware und den GEMA-freien Katalogen, die diesen Markt überfluten.“ Weltweiter Partner ist Warner/Chappell Production Music GmbH, die den Katalog der Enterprises Sonor unter deren eigenem Label in einer Art „Shop in Shop“ vertreibt. Markus Hedke, Vice President bei Warner/Chappell Music Germany: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Verlagskollegen und den hochwertigen Katalog, den wir nicht nur Online vertreiben, sondern unseren Kunden auch auf CD anbieten werden.“ Sascha Peters, Leiter der Production Music Unit von Warner/Chappell Music Germany: „Die Zusammenarbeit mit einem so renommierten Unternehmen wie der Enterprises Sonor Musik GmbH sowie deren hochkarätigen Werke und Komponisten unseren Kunden anbieten zu dürfen, ist eine großartige Bereicherung für uns. Wir sind hocherfreut und motiviert, gemeinsam neue Wege zu beschreiten.“

Vertragsunterzeichnung zwischen Enterprises Sonor und Warner/Chappell Production Music (WCPM). V.l.: Bianca Kramer (Project Controlling & Label Manager, Enterprises Sonor), Sascha Peters (Director Marketing & Business Development, Warner/Chappell Production Music), Karin Gatzke (Projekt Manager, Bavaria Sonor), Markus Hedke-Wontka (Executive Vice President, Warner/Chappell Music Germany), Dr. Rolf Moser (Geschäftsführer Enterprises Sonor und Bavaria Media), Barbara Krämer (Projekt Manager, Enterprises Sonor). Foto: Sebastian Kiesmüller


MELDUNGEN

Bavaria Sonor übernimmt WWE-Licensing-Mandat Seit Jahresbeginn vertritt die Münchner Lizenzagentur Bavaria Sonor die deutschsprachigen Lizenz-Rechte der Word Wrestling Entertainment (WWE).

Bavaria Film-Azubis gewinnen beim Jugendfilmfest „flimmern&rauschen“

Die WWE forciert den Aufbau und die Vermarktung des Themas in Deutschland und hat dazu vor einem Jahr die WWE Deutschland, ebenfalls mit Sitz in München gegründet. Deren CEO Stefan Kastenmüller, ein Ex-Disney-Mann, zeichnet verantwortlich für den Markenaufbau, u.a. durch Free TV, Social Media Aus 65 Wettbewerbsfilmen wurden beim 32. Jugendfilmfest „flimmern&rauschen“ in München die Kurzfilme „Slapkick“ von Chon-Dat Nguyen und „RE Z – Plötzlich ist was faul“ von Alexander Kleinrensing ausgezeichnet. Beide Kurzfilme entstanden als Abschlussarbeiten der Ausbildung zum Mediengestalter.

Howard Brathwaite (WWE, SVP, Global Licensing), Warwick Brenner (WWE, Senior Director, EMEA), Bernhard Haberfelner (Bavaria Media, Licensing Director), Stefan Kastenmüller (WWE Germany, Vice President & General Manager), Carl Lawrence (WWE, Regional Licensing Manager, EMEA), Dr. Rolf Moser (Geschäftsführer Bavaria Media), Oliver Kainz (Bavaria Media, Senior Sales Manager).

und Live Events. Er steuerte mit den englischen und amerikanischen Partnern den Agentur-Pitch. Zum Ergebnis meint Kastenmüller: „Wir haben viel in den deutschen Markt investiert und sehen bereits heute steigende Marktanteile im Free TV, ausverkaufte Live Events und eine stark anwachsende Fanbase. Wir kennen das Potential für Merchandising und wollen dies voll ausschöpfen. Um weiter zu wachsen, brauchen wir motivierte Partner, die die Marke und den Markt kennen. Hier hat uns die Bavaria Sonor überzeugt.“ Bernhard Haberfelner, Licensing Director der Bavaria Sonor ist ebenfalls optimistisch: „Die WWE hat sich enorm Mühe gegeben, uns in das Thema einzuführen und den Markt vorzubereiten. Zu Besuch bei der WWE in London und München sowie live in Frankfurt haben wir gesehen, welches Potential die Marke bietet. Daher gehört dem Thema unsere ganze Aufmerksamkeit. Hier wollen alle den ganz großen Erfolg.“

Den Preis der jungen Erwachsenen (Kategorie 22 bis 26 Jahre) erhielt Alexander Kleinrensing für seinen Zombiefilm „RE Z – Plötzlich ist was faul“. Die Jury lobte unter anderem die komödiantische Annäherung des Regisseurs an das Genre „Zombiefilm“, das um Elemente aus dem Western ergänzt wird. Chon-Dat Nguyens Kurzfilm „Slapkick“ erhielt den Sonderpreis „Inklusion“ und erzählt die Geschichte des Postboten Dang, der seinen Körper nicht unter Kontrolle hat: will Dang aufstehen, zwingen ihn seine Beine liegen zu bleiben, will er rennen, bleiben sie stehen. Dieses Handicap führt fast dazu, dass Dang seinen Job verliert. Schritt für Schritt lernt er nun, auf seine Gefühle zu hören und bringt seine Beine schließlich dazu, gemeinsam mit ihm zu funktionieren. Die Jury war nicht nur von der Geschichte beeindruckt, sondern auch von der kreativen technischen Umsetzung, die dem Zuschauer im Abspann enthüllt wird. „Slapstick“ http://bit.ly/1cWeyuS

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PORTRAIT

NACH DER SHOW IST VOR DER SHOW

Bühnenmeister Hannes Grasheu konnte sich viele Jahre ein Leben ohne „Wetten, dass..?“ nicht vorstellen. Heute arbeitet er für „Verstehen Sie Spaß?“ Text und Bilder: Marc Haug


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Erst wenn das Studiolicht aus ist, macht sich bei Hannes Grasheu Entspannung breit. Dann liegen sich er und seine Kollegen, die bei der Show für die Bühne der großen Unterhaltungsshows in den Bavaria Studios zuständig sind, in den Armen. Hannes Grasheu hält das Team aus Schreinern, Malern, Allround­Hand­ werkern und weiteren Helfern zusammen. Der Bühnenmeister zählt zu den Erfahrens­ ten seines Fachs und ist live­erprobt wie kaum ein anderer. Dennoch packt ihn bei jeder neuen Sendung die Nervosität. Auch wenn man ihm das nach fast 30 Jahren Berufserfahrung kaum ansieht. Allein 20 Jahre tourte er mit dem ehemaligen ZDF­ Flaggschiff „Wetten, dass..?“ durch die Republik. Es wird wohl keine größere Veranstaltungshalle im deutschsprachigen Raum geben, die Hannes Grasheu in dieser Zeit nicht kennengelernt hat. Und als Highlight des Jahres sendete das ZDF die Sommer­Specials aus Mallorca oder anderen Hochburgen sonnenhungriger Pauschaltouristen.

dem weiteren Berufsweg hat funktioniert. 1991 suchte man bei den Fernsehstudios München, den späteren Bavaria Studios, jemanden, der für Live­Produktionen geeignet sei. Theater ist immer live. So landete Hannes Grasheu genau am richtigen Platz und es begann seine aufregende Zeit beim Fernsehen. EIN LEBEN FÜR „WETTEN, DASS..?“ Für das ZDF ging er mehrere Jahre mit dem „Sonntagskonzert“ durch Europa auf Tour. „Eine wahnsinnig abwechslungs­ reiche Zeit“, erinnert er sich, „jede Woche

VOM THEATER ZUM FILM Hannes Grasheu kam ursprünglich vom Theater. Der gelernte Schreiner, der damals gerne Filmregisseur geworden wäre, heuerte 1985 beim Münchner Gärtnerplatz­Theater an. Er solle „was G’scheiteres machen, als hier und da ein Filmchen für die Filmhochschule zu dre­ hen“, sagte der Vater seiner Freundin, damals technischer Direktor beim Staats­ theater. Er riet seinem Schwiegersohn in spe dazu, ganz solide auf seiner Schreiner­ lehre aufzubauen und sich zum Bühnen­ meister fortzubilden. Die Liebe zur Direkto­ rentochter hat gehalten, und auch das mit

waren wir an einem anderen Ort in Europa, im spanischen Granada, in Schweden oder San Remo ...“. Mitte der 90er Jahre stieg er bei „Wetten, dass..?“ ein. Die Sendung sollte in der Folge sein berufli­ ches Leben bestimmen. Er erlebte die erfolgsverwöhnten Zeiten mit Thomas

Hannes Grasheu beim letzten Sommer„Wetten, dass..?“ im Juni 2013 in der Arena „Coliseo Balear“ in Palma de Mallorca.

MEINE JUNGS MUSSTEN PRO SENDUNG ETWA 1 000 TONNEN BEWEGEN.


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Während sich die Zuschauerränge leeren, ist die Arbeit von Hannes Grasheu und seinem Team noch nicht beendet, denn direkt im Anschluss wird mit dem Abbau begonnen.

DIE LIEBE ZUR DIREKTORENTOCHTER HAT GEHALTEN, UND AUCH DAS MIT DEM WEITEREN BERUFSWEG HAT FUNKTIONIERT.

Gottschalk genauso wie das unvermeid­ bare Ende mit Markus Lanz im Dezember 2013. In fast 20 Jahren hat er an rund 120 Sendungen mitgearbeitet. „Meine Aufgabe bestand darin, den Auf­ und Abbau der Bühne zu koordinieren und mich um die gesamte Logistik sowie um die Sicherheitsfragen zu kümmern“, erzählt Grasheu. Um eine Vorstellung von den Dimensionen dieser Mega­Show zu bekommen, rechnet er vor: „Meine Jungs mussten pro Sendung etwa 1 000 Tonnen bewegen – 500 Tonnen beim Aufbau, 500 Tonnen beim Abbau. Das entspricht einer Ladung von 30 Containern in 8 Sattelschleppern.“ Ein enormer Kraftakt und auch jedes Mal eine Erfolgsgeschich­ te. Ihm werde bei den Erinnerungen an die großartigen Zeiten noch immer weh­ mütig ums Herz, gibt Grasheu zu. Die großen Stars wie Bryan Adams, Michael Jackson, Elton John, Robbie Williams, Santana oder Kevin Costner, die Zusam­ menarbeit mit den internationalen Kolle­ gen, das eingeschworene Team, das sich zu jeder Sendung wiedertraf. Der Adrena­ lin­Kick, wenn man sich bei spontanen Änderungswünschen kurz vor einer Sendung in Windeseile eine Lösung beim Wettaufbau einfallen lassen muss­ te, die nicht nur funktionierte, sondern zudem auch noch im Fernsehen gut aussah. „Die vielen Erlebnisse haben das Team zusammengeschweißt“, sagt er. Es war nicht leicht für ihn, nach so langer Zeit die Ära „Wetten, dass..?“ einfach abzuhaken.

Jetzt ist Grasheu bei „Verstehen Sie Spaß?“ und bei „Die große Show der Naturwunder“ eingesetzt. Beide Shows finden seit Neuestem im großen Show­ studio 9 der Bavaria statt. „Verstehen Sie Spaß?“ gibt ihm bei seiner neuen Aufgabe den Live­Kick. „Die große Show der Natur­ wunder“ mit den ungewöhnlichen Experi­ menten, den Selbstversuchen von Ranga Yogeshwar und den mitunter gefährlichen Tieren auf der Bühne erinnert ihn an seine Zeit bei „Wetten, dass..?“: „Selbst bei größtmöglicher Vorplanung wird es bei Sendungen dieser Art immer wieder Unwägbarkeiten geben“, ist sich der Bühnenmeister sicher. PREMIERE FÜR „VERSTEHEN SIE SPASS?“ IN DEN BAVARIA STUDIOS Im April ist es soweit. Die letzten Vor­ bereitungen für die erste „Verstehen Sie Spaß?“­Sendung in Studio 9 laufen. Die Kulisse mit 40 Metern Spannweite und einer Tiefe von etwa 12 Metern füllt die gesamte Studiobreite aus. Bevor die Studiotore für das Publikum geöffnet werden, die Zuschauer sich auf die Tribüne begeben und der Warm­Upper in der Halle für gute Stimmung sorgt, zieht sich Hannes Grasheu für ein paar Minuten zurück und streift um die Studiohalle. Er beobachtet, wie sich das Studio füllt, geht noch einmal gedanklich die Dispo durch und dreht sich zur Entspannung eine Zigarette. Sobald die Sendung beginnt, werden Grasheu und sein Team auf den


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Punkt konzentriert sein. Natürlich, mit „Wetten, dass..?“ wurden schon weit aufwendigere Produktionen gestemmt. Aber sie wissen aus ihrer Erfahrung auch: Jede Livesendung hat ihre eigenen Geset­ ze. Und „live“ heißt eben, dass alles gut terminiert und fehlerfrei funktionieren muss. Zum Auftakt der ersten „Verstehen Sie Spaß?“­Sendung des Jahres wird sich Moderator Guido Cantz spektakulär von der Beleuchterbrücke abseilen. Die größte Herausforderung an diesem Tag jedoch werden für Grasheus Team die reibungs­ losen Wechsel bei den Showacts sein: Die Scorpions, die deutsche Hoffnung für den Eurovision Song Contest Ann Sophie und Marc Marshall, begleitet von seinen blonden Backgroundtänzerinnen – jeder der Auftritte verlangt sein eigenes Bühnen­ bild, seine eigene Lichtshow, hat individu­ elle Vorlieben. NACH DER SHOW IST VOR DER SHOW Nach knapp zwei Stunden ist dann fast wie erwartet doch alles gut über die Bühne gegangen. Hannes Grasheu klopft seinen Kollegen auf die Schulter. Die Protagonis­ ten der Sendung sammeln sich für die Pressefotografen zum Fotocall auf der Bühne. Gäste aus dem Publikum versu­ chen, mit einem der VIPs noch ein Selfie hinzubekommen. Wenn sich dann langsam das Studio leert, ist Hannes Grasheu immer noch da. Er resümiert, wie die Show verlaufen ist. Die Anspannung fällt ab, es bleibt aber kaum Zeit zum Durchatmen. Gleich am nächsten Tag wird der Abbau der Bühne organisiert und direkt im Anschluss das Bühnenbild für „Die große Show der Naturwunder“ aufgebaut. Es gibt zwei, drei Probentage. Spätestens dann wird der Adrenalinspiegel von Hannes Grasheu wieder auf Show­Niveau steigen. Wetten, dass?

Fulminanter Auftritt von Guido Cantz bei der „Verstehen Sie Spaß?“-Premiere in den Bavaria Studios (links). Hannes Grasheu mit seinem Kollegen Johannes Valicek (oben, Foto: M. Hilscher), das gesamte Produktionsteam (mitte, Foto: Ralph Larmann), Lichtprobe in Studio 9 (unten, Foto: M. Hilscher).

„LIVE“ HEISST, DASS ALLES GUT TERMINIERT UND FEHLERFREI FUNKTIONIEREN MUSS.


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ART DEPARTMENT


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AUSWÄRTSSPIEL IN KATAR Ob Fußball, Handball, Tennis oder Golf – der Wüstenstaat Katar avanciert zu einer der Sporthochburgen der Welt. Für den Sportsender ALKASS in Doha hat das Bavaria Studios Art Department nun zwei nagelneue TV-Studios aufgebaut.

Text: Marc Haug und Michael Hilscher Foto: Michael Hilscher


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ZU SCHAFFEN MACHTEN DIE EXTREMEN TEMPERATURUNTERSCHIEDE – DRAUSSEN 50, INNEN HERUNTERGEKÜHLTE 16 GRAD

Spätestens seit der Entscheidung der FIFA, 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft an den Wüstenstaat zu vergeben, ist Katar in aller Munde. Dieses kleine Emirat schickt sich an, einen Spitzenplatz für die Austragung von Sportgroßveranstaltungen zu erobern. Erst im Dezember 2014 ermittelten die Schwimmer ihre Champions auf der Kurzbahn. Im Januar drauf fand die Handball-Weltmeisterschaft statt. 2018 folgt die WM der Turner, 2019 die der Leichtathleten. Um die Olympischen Spiele hat sich Katar auch schon beworben. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass Katars staatlicher Sportsender ALKASS in den Aufbau einer leistungsfähigen Medieninfrastruktur investiert – selbstverständlich auf Weltniveau. Für das Design und den Bau von zwei neuen Fernsehstudios hielt der Sender international Ausschau nach den besten Partnern. Unter anderem wurde der Münchner Studiodesigner Jürgen Bieling angefragt. Er ist nicht nur der preisgekrönte Architekt der Studios für die Tagesthemen und für das Heute Journal. Er hat sich auch in-

ternational mit Projekten in Dubai, Kuwait und zuletzt für den chinesischen Sender CCTV einen Namen gemacht. ART DEPARTMENT HAT SICH GEGEN WETTBEWERBER AUS ENGLAND, PORTUGAL ODER INDIEN DURCHGESETZT Er bekam den finalen Auftrag für ein 300 Quadratmeter-Set für die Sportformate „90 Minutes“ und „The Referee“. Bavaria Studios Art Department hat den Part des Dekorationsbaus eingebracht – und den Zuschlag für dieses ambitionierte Projekt bekommen. Dabei hat man sich gegen Wettbewerber aus England, Portugal oder Indien durchgesetzt und wurde zusätzlich für eine weitere, 600 Quadratmeter Multichannel-Dekoration beauftragt, die verschiedene Sets beinhaltet und in einem Studio variabel mit einer Technik bespielt werden kann. Kaum vier Monate hatten die Set-Bau Spezialisten unter Leitung von Jesko Sasse Zeit für die Realisierung des Projekts in einem kontrastreichen Land,

in dem man Kamelrennen auf glühendem Wüstensand genauso erleben kann, wie Weltmeisterschaften in klimatisierten Sportarenen. Vieles funktioniert dort anders. Es wird der Ramadan gefeiert. Hierarchien werden anders gelebt. So traditionsbewusst die Menschen dort auf der einen Seite sind, so selbstbewusst modern präsentiert sich das in die Höhe geschossene Stadtbild, das europäische Metropolen in den Schatten stellt. Am 50 Milliarden Dollar schweren Maßnahmenplan, dem „Qatar National Vision 2030“, lässt sich die Dimension des ehrgeizigen Modernisierungsvorhabens ablesen. Entsprechend werden überall höchste Ansprüche hinsichtlich Design, Material und Verarbeitung gestellt. Das gilt für öffentliche Bauten genauso wie für ein TV-Studio. Auf Basis der Architektenplanung hat das Art Department daher wie bei einem hochwertigen Innenausbau die CNCKonstruktionszeichnungen ausgearbeitet. Zusätzlich mussten Fragen bezüglich der besonderen Funktionalität einer Studiodeko gelöst werden und eine komplexe


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LED Technik integriert werden. Ein Auf­ gabenfeld, das für das Art Department quasi ein Heimspiel bedeutete. A propos Heimspiel: Alle Sets wurden komplett in Deutschland gefertigt und in den Werkstätten in Egenhofen bei München testweise aufgebaut. Erst danach wurde das aufgebaute Set wieder in Einzelstücke zerlegt, verpackt, per Flugzeug verschickt und nach dem Baukastenprinzip später in Katar zusammengesetzt. Selbst das komplette Aufbauteam wurde aus Deutschland eingeflogen.

wenn Materialien fehlen und nachbestellt werden müssen? Selbst die Großbaustellen erhalten komplette Lieferungen, mit allem was sie brauchen. Ein klassischer Baumarkt nach deutschem Verständnis existiert nicht. Dass es eine Kiste mit Werkzeugen tagelang nicht durch den Zoll schaffte, war dabei eines der kleineren Probleme. Zu schaffen machten vor allem die extremen Temperaturunterschiede – draußen 50, innen heruntergekühlte 16 Grad, das mussten sowohl die Mitarbeiter, als auch die Materialien überstehen.

STUDIO ALKASS MADE IN GERMANY

Am Ende war der Kunde sehr zufrieden und legte den Ausbau eines Stockwerks in einem Wolkenkratzer der Skyline von Doha als neues Projekt in die Hände des Bavaria Studios Art Department. Somit erwies sich der Ausflug nach Katar als Auswärtsspiel, bei dem man wertvolle Punkte mit nach Hause nehmen konnte. Bavarias Art Department ist auf dem besten Weg, sich im internationalen Wettbewerb weiter zu etablieren. Der nächste Auftraggeber aus dem arabischen Raum steht schon vor der Tür. Wieder ein Fernsehsender. Diesmal kommt er aus dem Oman.

Was auf den ersten Blick umständlich und kompliziert wirkt, bedeutete aus Sicht der Dekobauer auf „Nummer Sicher“ zu gehen. Denn bei einer kalkulierten Aufbauzeit ab Anlieferung der Kisten bis zur Fertigstellung von nur zwei Wochen kann man sich keine unplanmäßigen Verzögerungen erlauben. Auch wenn in Katar derzeit viel gebaut wird, qualifizierte Arbeitskräfte findet man kaum. Niemand kann vorhersagen, wie es mit der Verfügbarkeit von Werkzeugen in Katar bestellt ist. Was ist,

V.l.: Skyline von Doha, Art Department Standort in Egenhofen, Planbesprechung bei ALKASS, fertiges Set.

Unten: Projektleiter Jesco Sasse im neuen ALKASS-Studio


Hauptdarsteller Erdwärme Grünwald GmbH Tölzer Straße 19 82031 Grünwald Telefon: 089 / 6 20 30 85 25 Telefax: 089 / 6 20 30 85 20 Mail: info@erdwaerme-gruenwald.de www.erdwaerme-gruenwald.de

Hier muss jeder Tropfen Wasser durch, den wir aus 4.000 Meter Tiefe hochholen. Denn erst wenn der Tiefenwasserfilter seinen Job gemacht hat, geht’s weiter zum Wärmetauscher. Dort überträgt das Thermalwasser seine Wärme ans Fernwärmewasser, und dieses heizt dann verlässlich Grünwalder Haushalte, Unternehmen, Seniorenheime, Schulen, Kindergärten … und die Bavaria Film. So spielt der Tiefenwasserfilter in der Geothermie eine Hauptrolle. Und das „Stück“ hat’s in sich: dauerhaft fließende Energie aus heimischem Boden, Versorgungssicherheit, Klimaschutz und seit Ende 2014 auch grüner Strom. Fortsetzung folgt. Weitere Informationen unter www.erdwaerme-gruenwald.de


OLIVER STONES „SNOWDEN“

HOLLYWOOD GOES TO BAVARIA

Beim Deutschen Filmball im Januar war Oliver Stone der Star auf dem roten Teppich. Sein aktuelles Projekt, ein Politthriller über Edward Snowden, drehte er abgeschieden vom öffentlichen Medienrummel, verordnete in den Bavaria Studios closed set und auch ansonsten wurde Geheimhaltung gross geschrieben. Man wolle die Diskussion um Snowden nicht weiter anheizen. Text: Heike Angermaier*

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dem roten Teppich mball 1 Oliver Stone auf beim Deutschen Fil und Achim Rohnke yle De lzhu Sc ilip 2 Oliver Stone, Ph März 2015 dieses ten Drehtag am 3. a vitt postete zum ers Le n selfie. This is gonn rdo rst fi Go ’s ph ne se 3 Jo mmentar: „Oliver Sto to Ko me m d de ke t as mi he ok t bo d tha Foto bei Face sincerely privilege th film, and I feel so be Oliver’s twentie t am play this part.” seph Gordon Levit t: Ein Selfie von Jo ste po ge ok bo ce 4 Ebenfalls auf Fa Woodley eiten mit Shailene röfRande der Dreharb n Dreharbeiten ve Stone bisher von de r ive ite Ol Se die r r, de de an t Bil ier en az nig sp 5 Eines der we Edward Snowden als tt evi on ati n-L loc rdo on Go t, ph dens Freundin spiel fentlichen ließ: Jose dem Thriller Snow in die , ley od Wo von Shailene D.C. us in Washington, vor dem Weißen Ha zur Bavaria h kam Oliver Stone 6 Für den Studiodre


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Oliver Stone hat Mitte Mai die Dreharbeiten zu „Snowden“ (AT) abgeschlossen. Den Politthriller über den von den USA gejagten Whistleblower produzieren Stones langjähriger Produzent Moritz Borman und Philip Schulz-Deyle. Gedreht wurde er zu großen Teilen in München und Bayern. „Wir wollten auf keinen Fall in den USA drehen“, so Moritz Borman, der zusammen mit Eric Kopeloff von Onda Entertainment den US-Part der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit beim mit knapp 40 Millionen Euro budgetierten Independentfilm stemmt und den für den brisanten Stoff geradezu prädestinierten, für „Platoon“ und „Geboren am 4. Juli“ mit dem Regieoscar prämierten Oliver Stone an Bord holte. Zu heikel sei das Thema dort, mögliche Probleme wollte man nicht riskieren. „Und in Europa gab es eigentlich nur drei Möglichkeiten: Berlin, Budapest oder München.“ Man entschied sich für München. Dort boten sich die passende Infrastruktur und vor allem die beste Unterstützung.

Philip Schulz-Deyle, Geschäftsführer der in München angesiedelten Telenormfilm, ist der deutsche Partner. Der Produzent von „Waffenstillstand“ und „Eine ganz heiße Nummer“ rief für „Snowden“ Krautpack Entertainment ins Leben und stellte den Kontakt zum deutschen Verleih Universum Film her, der „Snowden“ am 7. Januar 2016 in die Kinos bringt. Der FFF Bayern griff für den hochkarätigen Kinofilm besonders tief in die Tasche und förderte ihn im Rahmen eines Sonderprogramms für internationale Koproduktionen mit 1,6 Millionen Euro. Weitere deutsche Partner sind DFFF, der über drei Millionen Euro beisteuerte, und RTL.

Die beiden Produzenten schätzen nicht nur die finanziellen Rahmenbedingungen in Bayern, sondern auch die Unterstützung bei „der eigentlich größten Herausforderung beim Dreh, der Logistik“, so Schulz-Deyle. Das 120 Mann starke Team schlug im Februar sein Hauptquartier in den Postgaragen an der Hackerbrücke auf. Dort drehten sie den Teil der Handlung, der in den Büros der NSA spielt. Weitere Szenen wurden in den Bavaria Studios gedreht. Von München war es nicht weit zu anderen bayerischen Locations, die als Orte aus der ganzen Welt firmieren, in denen Snowden Station machte. So fungierte etwa der Starnberger als Genfer See und Bodenwöhr als militärisches Ausbildungslager in Georgia. Außer in Bayern drehte man in Hongkong und jeweils ein paar Tage doch noch in den USA, auf Hawaii und in Washington –„mit einem kleinen Team von 25 Leuten“, ergänzt Schulz-Deyle. Zum Kernteam gehört der Oscar-ausgezeichnete und experimentierfreudige Kameramann Anthony Dod Mantle, der als Erster die neue Arri 65 ausprobieren durfte. Auch Arris Alexa war im Einsatz; etliche Szenen wurden mit zwei Kameras gefilmt.

Über den visuellen Stil wollen die Produzenten nichts erzählen, überhaupt wird Geheimhaltung großgeschrieben – selbst im Team. Nur wenige, die Heads of Department und Hauptdarsteller, durften das komplette Drehbuch lesen. Man wolle die Diskussion um Snowden nicht weiter anheizen, so Borman. Die Produzenten verraten nur, dass der Film „die Lebensgeschichte Snowdens erzählt und ein Spionagethriller ist, der zum Politthriller wird“. In den USA schon ab Weihnachten, zur traditionell starken und umkämpften Kinosaison, geht „Snowden“ mit seinem hochaktuellen Thema, dem passenden Regisseur und einem aufregenden Cast – neben Joseph Gordon Levitt in der Titelrolle spielen etwa Shailene Woodley, Tom Wilkinson und Nicolas Cage – ins Rennen um die Gunst des erwachsenen Publikums.

* Der Artikel ist ein Auszug des Beitrages aus Blickpunkt:Film 21+22/15. Copyright: Blickpunkt:Film.

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MELDUNGEN

Zwei Lolas für „Die geliebten Schwestern“

IMPRESSUM FILM MAG Das Standortmagazin aus Geiselgasteig AUSGABE 1/2015 (#09) HERAUSGEBER Bavaria Film GmbH Dr. Sebastian Feuß (Unternehmenssprecher) Bavariafilmplatz 7 82031 Geiselgasteig +49 (0)89 6499 3900 REDAKTIONSLEITUNG/REALISATION Marc Haug  ART DIRECTION Gunther Weis REDAKTION Ana Djurasovic, Stefanie Hofhus GRAFIK Angie Fuchs, Sandra Thoms

Dominik Grafs „Die Geliebten Schwestern“, im vergangenen Herbst als bester Deutsche Beitrag für den Wettbewerb um die Oscars 2015 ausgewählt, darf sich über zwei weitere Ehrungen freuen. Bei der feierlichen Gala zum 65. Deutschen Filmpreis im Palais am Funkturm in Berlin am 19. Juni 2015 wurden Barbara Grupp für das „Beste Kostümbild“ sowie Nannie Gebhardt-Seele und Tatjana Krauskopf in der Kategorie „Bestes Maskenbild“ mit der begehrten Lola ausgezeichnet. Der Film, der die Liebe des deutschen Dichters Friedrich Schiller zu den Schwestern Charlotte und Caroline von Lengefeld aufgreift, wurde von der Bavaria zusammen mit mehreren Co-Produzenten realisiert. „Heutzutage einen Kostümfilm zu stemmen, ihn dank Dominik Graf so modern zu

inszenieren, eine hymnische Presse dafür zu bekommen und noch dazu das Publikum zu begeistern, das passiert einem nicht so oft im Leben“, sagte Produzentin Uschi Reich bereits anlässlich der fünf Filmpreis-Nominierungen. Zusätzlich zu den Kategorien „Bestes Kostümbild“ und „Bestes Maskenbild“ schaffte es der Film auf die Vorschlagsliste für die Kategorien „Beste Regie“ (Dominik Graf), „Beste weibliche Nebenrolle“, (Claudia Messner) und „Bestes Szenenbild“ (Claus Jürgen Pfeiffer). „Damit wird das absolute Qualitätsbewusstsein gewürdigt, das wir uns für diese wie für alle unsere Produktionen zum Ziel gesetzt haben“, sagte Produzentin Uschi Reich. „Ich freue mich sehr für die Bavaria und alle Mitwirkenden, die mir in der langen Zeit unseres Zusammenseins sehr ans Herz gewachsen sind.“

AUTOREN Heike Angermeier, Thomas Ebert, Romain Geib, Marc Haug, Michael Hilscher, Felix Neunzerling, Dominik Petzold, Julia Schöppner, Manuela Waberski PRAKTIKANTIN Flora Muscinelli FOTOS Bavaria Film /Archiv, Jan Betke, Kay Blaschke, Ana Djurasovic, Wolfgang Gärtner, Geisler-Fotopress, Robert Gongoll, Tobias Hase /dpa, Marc Haug, Erika Hauri, Jens Heilmann, Michael Hilscher, Felix Hörhager /dpa, Richard Hübner /ProSieben, Henning Kaiser /dpa, Alexander Klug /SWR, Susie Knoll, Stephanie Kulbach, Peter Langenhahn, Ralph Larmann, Pantaleon Films GmbH, picture alliance, Gisela Schober/getty images, Bernd Spauke / Warner Bros., Kerstin Stelter/enigma film, Arvid Uhlig /Sat.1, Oliver Wand, Ralf Wilschewski, ZDF TITELBILD © Jens Heilmann KONZEPT UND LAYOUT Robert&Horst, die Agentur für Design und Kommunikation, München DRUCK G. Peschke Druckerei GmbH, München © BAVARIA FILM GMBH Nachdruck nur nach vorheriger schriftlicher Erlaubnis durch Bavaria Film. Für die Richtigkeit der Veröffentlichungen übernimmt der Herausgeber trotz sorgfältiger Prüfung keine Haftung.

• Moderne und antike Farbtechniken • Umweltschonende und lösungsmittelfreie Anstriche Michael Nechansky Birnbaumstraße 16 82362 Weilheim

Telefon 0177-63 75 830 info@team-nechansky.de


STIPPVISITE

Immer wieder bekommt die Bavaria Filmstadt mehr oder weniger überraschenden Besuch. Top-Models kommen für Werbeaufnahmen. Gelegentlich sogar Fußballweltmeister. Filmschaffende schauen an den Orten ihres früheren Wirkens vorbei oder folgen Einladungen in Fernsehshows. Manche Gäste kommen einfach aus langer Verbundenheit und beehren uns mit einer – Stippvisite.

Stippvisite

SEITE

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Germanys Next Top Model – Casting in Studio 9

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Sylvie Meis verdreht Männern den Kopf

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Hannelore Elsner in „Hannas schlafende Hunde“

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Bully Herbig goes Klassik

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Annette Frier und ihre Weihnachtsmänner

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„Shrek“: Die Bühne wurde in Geiselgasteig gefertigt

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Mark Dacascos aus „Hawaii five-0“

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Bürgermeister im Wetterstudio

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Letzte Klappe für „The Trapp Family – A Life of Music“

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Showacts in den Bavaria Studios

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Germany’s Next Top Model – Casting in Studio 9

Eine schöner als die andere. Hunderte bildhübsche junge Schönheiten pilgerten zum großen GNTM-Casting in die Bavaria Studios, alle in der Hoffnung, den kritischen Blicken von Heidi Klum, Thomas Hayo und Wolfgang Joop zu genügen und sich für „Germanys Next Top Model 2015“ zu qualifizieren. Beim großen Massencasting kam es für viele zunächst darauf an, aus der Masse der Mädchen herauszustechen. So haben sich in der Hoffnung auf doppelten Eindruck zwei Zwillingsschwestern gemeinsam beworben. Oder Julia mit der Nummer M3048: Sie räkelte sich lasziv auf dem Studioboden. Chiara „Kiki“ Hölzl, 17 Jahre, 1,80 groß, bekam von der Jury erst einmal zu hören, dass sie ihre Schönheit nicht zukleistern solle. Und Lisa, 21 Jahre, behauptete von sich, einzige weibliche Michael Jackson Imitatorin zu sein und inszenierte sich entsprechend mit schwarzem Hut und einer Tanzeinlage. Alles vergebens. Sie durfte nicht einmal in Runde zwei den Bikini-Walk mitlaufen. Da hatte Dennis, 24 Jahre, Transvestit, der in Köln noch gescheitert war, mehr Glück. Als einziger Mann unter den Bewerberinnen durfte er beim zweiten Anlauf in München sogar seine „Bikini-Idealfigur ohne CelluliteGefahr“ unter Beweis stellen.

Frenetischer Jubel in Studio 9: Das Publikum begrüßt die GNTM-Jury: Heidi Klum, Thomas Hayo und Wolfgang Joop. Foto: ProSieben/Richard Hübner


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Sylvie Meis verdreht Männern den Kopf

Es soll gelegentlich vorgekommen, dass sich Männer nach Sylvie Meis umdrehen. So auch bei „Sophie kocht!“, einer Produktion von Bavaria Fernsehproduktion (Produzent: Marc Conrad, Producerin: Maren Knieling). Als Passanten beim Dreh auf dem Bavaria-Gelände die prominente Schönheit und Ex von Rafael Van der Vaart entdeckt hatten, zückten sie ihre Smartphones und versuchten, aus der Ferne das bezaubernde Lächeln einzufangen. In „Sophie kocht!“ mischt Sylvie Meis, (die bezeichnender Weise im Film ebenfalls Sylvie heißt) die eingeschlafene Ehe von Sophie (Annette Frier) und Hubertus (Hans-Jochen Wagner) auf. Weil deren Leben irgendwie die Spannung verloren hat, vergräbt Hubertus sich zunehmend in

seinen geschäftlichen Verpflichtungen, verbringt immer weniger Zeit zu Hause und nimmt seine Gattin kaum noch wahr. Viel lieber guckt Hubertus auf der Straße der attraktiven jungen Fitnesstrainerin Sylvie hinterher. Wie im echten Leben. „Sophie kocht!“, der Fernsehfilm (Regie: Ben Verbong) u.a. mit Annette Frier, Marc Terenzi und Jutta Speidel sowie interessanten Gastrollen (neben Sylvie Meis traten auch Claudia Kleinert und Alfons Schuhbeck auf), war am 22. Mai 2015 im Ersten zu sehen.

Sylvie Meis in der Bavaria Filmstadt.


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Hannelore Elsner in „Hannas schlafende Hunde“

Im Herbst 2014 begannen in München die Arbeiten zum Kinofilm „Hannas schlafende Hunde“ mit dem Studiodreh in der Drehvilla auf dem BavariaGelände. Dort standen u.a. Hannelore Elsner und die junge Nina Seitz vor der Kamera. In weiteren Rollen unter der Regie von Andreas Gruber sind Franziska Weisz, Christian Wolf, Michaela Rosen und Johannes Silberschneider zu sehen. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Elisabeth Escher. Er erzählt die authentische Geschichte der kleinen (Jo)Hanna im Wels der Sechziger Jahre. Als sie das Geheimnis ihrer jüdi-

schen Identität entdeckt, weckt sie in ihrem Umfeld die „schlafenden Hunde“ der Vergangenheit. Im Frühjahr 2015 wurde das historische Drama in Österreich an Originalmotiven in Linz und Wels fertiggestellt. Der Spielfilm ist eine Produktion von der deutschen Enigma Film und der österreichischen Provinzfilm in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk, dem ORF und Mixtvision Film. Die Produzenten sind Fritjof Hohagen und Andreas Gruber. Kinostart ist für den Winter 2015 /16 geplant.

Hannelore Elsner und Nike Seitz in „Hannas schlafende Hunde“. Foto: Kerstin Stelter/Enigma Film Licht wird für die Enigma Film Produktion „Hannas schlafende Hunde“ durch das Fenster der Drehvilla geflutet. Foto: Marc Haug


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Michael Bully Herbig: Fotoshooting für „Der Karneval der Tiere“

„Wenn euch das nicht gefällt, gebe ich euch die Telefonnummer des Veranstalters“, ulkte Michael Bully Herbig, als er im Februar vor der Premiere seines Projekts „Der Karneval der Tiere“ vom Bayerischen Rundfunk interviewt wurde. Aber das war nicht nötig. Das Publikum war begeistert. Im Herbst geht Bully, diesmal begleitet von der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg, mit der „Großen zoologischen Phantasie“ von Camille Saint-Saëns erneut auf Tour. Zunächst hat sich Bully aber zum Fotografieren des Tournee-Plakats mit Fotograf Dieter Mayr ins Studio begeben. Und das liegt ja quasi direkt vor seiner Haustür.

Glauchau über Wien nach Kempten und schließlich Leipzig. Die Konzertreise ist eine Sache, die Bully sehr am Herzen liegt: Er wolle auf diese Weise seine eigene Begeisterung für klassische Musik weitergeben. Dafür versetzt er sich als Erzähler in die Rolle knochenklappernder Fossilien, singender Esel, CanCan-tanzender Schildkröten und imitiert viele andere charakterstarke Tiere. Bully wäre aber nicht Bully, wenn er nicht in seiner selbst geschriebenen Moderation beispielsweise dem König der Tiere die Stimme eines „Kaisers“ (nämlich die von Franz Beckenbauer) verpasst! Oder das Totenkopfäffchen auf einmal wie der Boandlkramer spricht.

Ab 6. November geht die Tour los, von Rosenheim und

Weitere Informationen zur Tournee: info@carpeartem.de

Die fest eingerichtete Hohlkehle in Studio 6 eignete sich für die Aufnahmen, die Michael Bully Herbig für sein Plakat machen ließ. Foto: Michael Hilscher


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Sind Wolfgang Stumph, Heiner Lauterbach und Oliver Korittke eine berüchtigte Verbrecherbande? Annette Frier wird das herausfinden. Foto: Erika Hauri

Ja ist denn schon wieder Weihnachten? Von Februar bis Ende März konnte es nicht nur passieren, dass es auf dem Bavaria Film-Gelände schneit. Es war durchaus auch möglich, dass man dort einem Weihnachtsmann über den Weg läuft. Dabei hätte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Heiner Lauterbach, Wolfgang Stumph oder Oliver Korittke gehandelt. Sie spielten in der turbulenten Verwechslungskomödie „Die Weihnachtsmänner“ (AT) die drei Freunde Fritz, Walter und Andi, die in Weihnachtsmannkostümen bei einem vermeintlichen Einbruch auf frischer Tat erwischt werden. Aber sind die Freunde wirklich eine berüchtigte Verbrecherbande? Annette Frier als Hauptkommissarin Caroline Bremer

und ihr Kollege Schmidt (gespielt von Martin Brambach) mussten ausgerechnet am Heiligabend diesen ominösen Fall übernehmen. „Weihnachts-Männer“ ist eine Produktion von ConradFilm (Produzent: Marc Conrad) sowie der Bavaria Fernsehproduktion (Producerin: Maren Knieling) im Auftrag von ARD Degeto für Das Erste. Regie führt die KomödienSpezialistin Franziska MeyerPrice. Das Drehbuch von Kerstin Oesterlin und Jessica Schellack basiert auf der erfolgreichen italienischen Kinokomödie „La Banda Dei Babbi Natale“ von Paolo Genovese, die ab Kinostart im Dezember 2010 binnen zwei Monaten über drei Millionen Besucher erreichte.

Annette Frier und ihre Weihnachtsmänner


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„Shrek“: Die Bühne wurde in Geiselgasteig gefertigt Der Film „Shrek – Der tollkühne Held“ begeisterte Millionen. Er gewann einen Oscar als bester animierter Spielfilm und machte den großen, grünen Oger und seine Freunde zu Kultfiguren. Als Musical startete „Shrek“ im Dezember 2008 am Broadway. Es folgte eine zweijährige Tournee durch über 60 Städte in den USA. 2011 zog Shrek nach Großbritannien und feierte Premiere am Londoner West End. Nun kam das preisgekrönte Musical in einer neu inszenierten Version auf die großen Bühnen im deutschsprachigen Raum. Die Erfolgsgeschichte: Shrek – ein großer, grüner Oger – lebt in einem weit entfernten Königreich, wo plötzlich alle Dinge auf den Kopf gestellt werden, als eben dieser Oger – und nicht ein hübscher Prinz – sich aufmacht, um eine kratzbürstige Prinzessin zu retten. Hinzu kommen ein ständig plappernder Esel, ein herrschsüchtiger Bösewicht, ein eingebildeter Keks sowie jede Menge aufgeregte Fabelwesen. Es entsteht ein riesiges Durcheinander, das nach einem echten Helden verlangt. Und nach einer entsprechend einfallsreich gestalteten Kulisse. Die wurden von Bavaria Studios Art Department gefertigt und Anfang des Jahres auf Tournee geschickt, mit Start in Düsseldorf und weiteren Stationen in Berlin, München, Zürich und Wien.

Fantasievolle Kulissen für die Theaterbühne der Musicalproduktion „Shrek“.


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Mark Dacascos aus „Hawaii five-0“ Der in L.A. lebende Schauspieler Mark Dacascos hat seine Fans weltweit. Populär wurde er durch seine Rolle als Killer im Actionthriller „Crying Freeman - der Sohn des Drachen“ und aus dem Fantasyfilm „Pakt der Wölfe“. Deutsche Fans kennen ihn vor allem als Held in der Serie „Hawaii Five-O“. Jetzt wurde er für den Martial-Art-Streifen „Ultimate Justice“ in der Nähe von Stuttgart besetzt. „München ist nicht weit“, dachten sich die Produzenten von Silent Partners und brachen Ende September mit ihm zu einem Besuch in die Bavaria Filmstadt auf. Weil Dacascos Bruder an der Isar zuhause ist, ließ sich der sogar mit einem kleinen Familientreffen verbinden. Was Dacascos nicht wusste: Ein Posting mit der Ankündigung seines Besuchs verbreitet sich rasant in den sozialen Netzwerken. Umso verblüffter war er, als seine Fans, ausgestattet mit „Hawaii Five-O“-T-Shirts, ihn bereits am Eingang der Studios zahlreich erwarteten. Er genoss das überraschende Bad in der Menge und nahm sich kurzerhand Zeit für seine Fans. Vor seiner Schauspielerei war Dacascos, Sohn eines Kung Fu-Meisters, als Kampfsportler erfolgreich. Wie in seinen Filmen, stellte er sein Können auch uns gerne unter Beweis und führte beim spontanen Fotoshooting vor den Studiotoren das vor, was er am besten kann: Martial Art Action.

Als Kampfsportler und als Schauspieler erfolgreich: Mark Dacascos. Foto: Robert Gongoll Bereitwillig erfüllte Dacascos jeden Autogrammwunsch.


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Bürgermeister im Wetterstudio

Die Bavaria Filmstadt liegt in Geiselgasteig, und Geiselgasteig ist ein Ortsteil von Grünwald. Der Bürgermeister von Grünwald, Jan Neusiedl, kennt die Bavaria gut. Was er bislang nicht wusste: Dass das ARD-Wetterfernsehen, wie das tägliche „TagesthemenWetter“ oder das „Wetter vor acht“ in einem neuen Design ausgestrahlt wird – und zwar live aus Studio 11. Erfahren hat er das als Leser der letzten FilmMagAusgabe. Nichts lag also näher, als einen interessierten Blick hinter die Kulissen zu werfen und sich von den Fachleuten vor Ort den Ablauf der Sendungen erklären zu lassen.

Bildschirm wird im Hintergrund eine für den Grünwalder Bürgermeister maßgeschneiderte Wetterkarte eingeblendet: Überall dichte Wolken mit hoher Regenwahrscheinlichkeit. Einzig über Grünwald scheint die Sonne, die zumindest für diesen Tag augenzwinkernd die These unterstreicht: Das beste Wetter kommt aus der Bavaria Filmstadt.

So steht er zusammen mit Moderator Sven Plöger im grünen virtuellen Studio. Auf dem

Grünwalds Bürgermeister Jan Neusiedl mit Moderator Sven Plöger im ARD-Wetterstudio.


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Letzte Klappe für „The Trapp Family – A Life of Music“

Die Geschichte der weltberühmten Familie Trapp wird neu verfilmt. Rechtzeitig zum 50-JahrJubiläum des legendären Filmerfolgs „The Sound of Music“ hat Regisseur Ben Verbong die Geschichte der Familie Trapp aufgegriffen. Basierend auf der Autobiografie „Memories Before and After The Sound of Music“ erzählt er den topbesetzten, internationalen Spielfilm aus der Sicht der ältesten Tochter Agathe und will dabei jeden HollywoodKitsch herauslassen, wie er selbst sagt. Unter seiner Regie standen bis Ende Juni u.a. Oscar-Preisträgerin Vanessa Redgrave, Matthew Macfadyen, Eliza Hope Bennett, Cornelius Obonya, Annette Dasch, Yvonne Catterfeld, Robert Seeliger, Johannes Nussbaum und Cosima Shaw vor der Kamera. Das Drehbuch stammt von Tim Sullivan und Christoph Silber. Gedreht wurde in den USA sowie an Originalschauplätzen in Salzburg und Umgebung. Anschließend zog die Produktion nach Bayern. Die Dreharbeiten endeten in den Bavaria Studios in München. „The Trapp Family - A Life of Music“ ist eine Produktion der Clasart Film, München (Executive Producer Herbert G. Kloiber, Produzent Rikolt von Gagern) in Zusammenarbeit mit ORF und Concorde Media, Wien. Der Film soll im November weltweit in die Kinos kommen.

Oben, v.l. Regisseur Ben Verbong mit Eliza Bennett als Agathe von Trapp und Matthew Macfadyen als Georg von Trapp. Unten, v.l. Yvonne Catterfeld als Maria von Trapp, Matthew Macfadyen als Georg von Trapp, Eliza Bennett als Agathe von Trapp. Fotos: Jan Betke


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Showacts in den Bavaria Studios:

Das Showjahr in den Bavaria Studios endete im Dezember mit dem ZDF-Jahresrückblick „Menschen 2014“ und setzte sich im Frühjahr mit zwei Ausgaben von „Verstehen Sie Spaß?“ mit Guido Cantz fort. Unter den VIPs durften zum Jahresausklang die frisch ge­backenen Fußball-Weltmeister nicht fehlen. Markus Lanz hatte stellvertretend Jérôme Boateng und Mario Götze eingeladen. Letzteren befragte er über die Anweisung von Jogi Löw, als ihn der Bundestrainer im WM-Finale für Miroslav Klose einwechselte. „Zeig der Welt, dass du besser bist als Messi“, soll dieser gesagt haben. So einfach kann Fußball sein. Wenige Minuten später hat Götze das entscheidende Tor geschossen. Einen der Showacts während des Jahresrückblicks bot der Musiker Cro bei seinem Auftritt mit obligatorischer Pandamaske. Top-Acts auch bei „Verstehen Sie Spaß?“, der großen Unterhaltungsshow aus Studio 9: Dragqueen Conchita Wurst performte am 6. Juni live ihren Song „You are unstoppable“. In der Sendung zuvor punktete Ann-Sophie mit dem deutschen Eurovision Songcontest-Beitrag „Black Smoke“ zumindest beim Studiopublikum. Am gleichen Abend ließ Marc Marshall, Sohn von Schlagerlegende Tony Marshall, die Puppen zu seiner „perfekten Affaire“ tanzen und heizte mit flottem Tanzschritt schon einmal ein für den Hardrocker Klaus Meine und seine Scorpions.


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Waren bei „Menschen 2014“ eingeladen: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, die Fußball-Weltmeister Jérôme Boateng und Mario Götze mit Moderator Markus Lanz (linke Seite, oben). Einen der Showacts während des Jahresrückblicks bot der Musiker Cro bei seinem Auftritt mit obligatorischer Pandamaske (unten links). Fotos: Tobias Hase, dpa


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STUDIO 2/3

RUNDERNEUERT. FLEXIBEL. EFFIZENT. „Aktenzeichen XY ... ungelöst“, „Leschs Kosmos“ und „1, 2 oder 3“ haben seit vergangenem Herbst in Geiselgasteig im Zwillingsstudio 2 und 3 ihr neues Zuhause. Dessen modernisierte Infrastruktur ist auf hohe Flexibilität der Workflows ausgerichtet und setzt durch den Einsatz von effizienter LED-Lichttechnik die Green Studio-Strategie von Bavaria Film konsequent fort. Text: Romain Geib

Foto: Marc Haug, Martin Henne und Michael Hilscher

Ein Blick nach links und ein Blick nach rechts auf das Doppelstudio 2 und 3.


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Der runderneuerte Studiokomplex 2 und 3 hat im vergangenen November die Feuertaufe bestanden. Zunächst erfolgte dort der Sendestart der Wissenschaftssendung „Leschs Kosmos“. Wenige Tage später ging Rudi Cerne mit „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ erstmals aus Geiselgasteig auf Verbrecherjagd. Im Januar schließlich folgte die beliebte Kindershow „1, 2 oder 3“ mit Moderator Elton. Der Umzug der drei ZDF-Produktionen auf das Bavaria Film-Gelände war die logische Konsequenz aus der sogenannten Ein-StandortStrategie von Bavaria Studios, ihre Aktivitäten im TV-Unterhaltungsbereich im Münchner Raum an einem Standort zu

bündeln. Die erste „Aktenzeichen XY“Sendung war gleichzeitig die Live-Premiere für den Studiokomplex, der heute alle Anforderungen an modernste LiveFernsehproduk tionsbedingungen erfüllt. DIE FILMHALLEN WURDEN ZUM MODERNEN TV-STUDIO Beim Umbau wurde die solide Gebäudesubstanz erhalten, aber völlig entkernt und baulich auf den neuesten Stand gebracht: In der Studioinfrastruktur wurden die produktionstechnische Ausstattung, die Lichttechnik, die moderne netztechnische Anbindung, ebenso wie die Klima- und

Entlüftungstechnik einer Rundumerneuerung unterworfen. „Die technologischen Veränderungen der letzten Jahre sind in vielen Bereichen eine echte Revolution. Das hat zu einer massiven Veränderung der Workflows geführt, die wir jetzt so optimal wie möglich in den neuen Studios umgesetzt haben“, berichtet Philip Gassmann, der als erfahrener Show-Regisseur und Creative Director sowohl für öffentlich-rechtliche wie private Auftraggeber tätig ist und genau weiß, in welchem Maße die technischen Rahmenbedingungen eines Studios entscheidend sind. Insbesondere die neuen Anlagen im Bereich Rigging und Licht haben die


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ehemaligen Filmhallen in einen technisch modernen TV-Studiokomplex verwandelt. Gerade Livesendungen stellen besondere technische Erfordernisse an die Produk­ tionsabläufe: „Flexibilität ist das Zauberwort. Völlig unterschiedliche Formate wie ‚Aktenzeichen XY ... ungelöst‘, ‚Leschs Kosmos‘ und ‚1,2 oder 3‘ folgen in raschem Wechsel aufeinander. Jedes Format hat sein eigenes Production Design, andere technische Setups und künstlerische Anforderungen“, so Gassmann.

„FLEXIBILITÄT IST DAS ZAUBERWORT. VÖLLIG UNTERSCHIEDLICHE FORMATE FOLGEN IN RASCHEM WECHSEL AUFEINANDER. JEDES FORMAT HAT SEIN EIGENES PRODUCTION DESIGN, ANDERE TECHNISCHE SETUPS UND KÜNSTLERISCHE ANFORDERUNGEN.“

Philip Gassmann

ÜBERZEUGENDE LED-LICHTTECHNIK Für die Lichttechnik im Studio 3 wurde von den Lichtspezialisten der Firma DeSisti ein hochmodernes motorisiertes Rigging ausgetüftelt und installiert. „Das ist den schnellen Wechsel der Produktionen und den unterschiedlichen Anforderungen geschuldet. Rund 40 verfahrbare Leuchtenhänger sind im Einsatz.“ Im benachbarten Studio 2 wurde ein Festrigg installiert, weil das Studio längerfristigen Produktionen vorbehalten ist, die nur geringen Lichtumbau erfordern. Auch das Arbeitslicht in den neuen Studios wurde komplett auf LED umgestellt. Für das Weißlicht am Set werden versuchsweise die ersten 20 LED Stufenlinsenscheinwerfer des Herstellers DeSisti in der Produktion eingesetzt. Nach und nach werden neue LED-Einheiten den konventionellen Bestand ablösen. Anfängliche Vorbehalte der Beleuchtercrew gegenüber den neuen LED-Lichtquellen lösten sich schnell auf, als man die italienischen LED-Scheinwerfer von der Messtechnik hatte durchmessen

lassen, berichtet Gassmann. Im weiteren Verlauf konnte die neue LED-Technik selbst den hohen ästhetischen Ansprüchen eines Wissenschaftsformats wie bei der Aufzeichnung von „Leschs Kosmos“ bestens gerecht werden. Die hochwertige LED-Lichtqualität ließ sich dabei problemlos mit den konventionellen Scheinwerfern mischen. Angesichts der längeren Lebensdauer, einer 80 prozentigen Stromersparnis und geringeren Wärmeerzeugung der Leuchtkörper sei der Wechsel zum energieeffizienteren LED-Licht aus ökologischen und ökonomischen Erwägungen nur vernünftig, meint Philip Gassmann. Der Modernisierungsprozess der zwei Studios erfolgte unter knappen zeitlichen Vorgaben. Philip Gassmann: „Unser Timing war wirklich sportlich. In sechs Monaten musste alles über die Bühne gehen.“ Beim Studio 3 wurde das komplette Dach samt Trägerstruktur ersetzt, was nur dank der besonderen Einsatzbereitschaft der Konstruktionscrew des Gebäudemanagements der Bavaria Film planmäßig gelingen konnte, wie Gassmann unterstreicht. Das Aufsetzen kilometerlanger Stromnetzwerke für die Lichtriggs wurde von Spezialisten der Firma Zuhr Lichttechnik in die Hand genommen. PRODUKTIONSSTUDIOS MIT MOBILER KOMBI-REGIE Im Hinblick auf die wahlweise Nutzung in den verschiedenen Studioeinheiten auf dem Bavaria Film-Gelände konzipierte man gemeinsam mit dem Mainzer Ü-Wagen Spezialist BFE Studio und Medien Systeme GmbH eine maßgeschneiderte


Oben: Studio 3 während der Bauphase. Rechte Seite: Heute sind in den zum TV-Studiokomplex ausgebauten ehemaligen Filmhallen die ZDF-Formate „Leschs Kosmos“ mit Prof. Harald Lesch, „1, 2 oder 3“ mit Elton sowie die LiveSendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ mit Rudi Cerne beheimatet. (Fotos: ZDF)


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„DER WECHSEL ZUM ENERGIEEFFIZIENTEREM LED-LICHT IST AUS ÖKOLOGISCHEN UND ÖKONOMISCHEN ERWÄGUNGEN VERNÜNFTIG.“ Philip Gassmann


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mobile Ü-Wagen-Regie in zeitgemäßer HD-Technik. Philip Gassmann: „Jeder Regisseur möchte so nah wie möglich am Geschehen sein. In anderen Studiobetrieben sind es teilweise mehrere hundert Meter vom Studio bis zur Regie. Die Bavaria Studios haben sich für einen eigenen Ü-Wagen entschieden, der direkt am eingesetzten Studio steht.“ Vom Aufbau her musste der neue HDÜbertragungswagen „Bavaria OB1“ multifunktional ausgestattet sein und sowohl den Einsatz auf dem Studiogelände als auch bei Außenübertragungen ermöglichen. Mit dem Konzept des flexiblen Produktions-Setups mit frei konfigurierbaren Systemkomponenten sollte den oftmals im Produktionsalltag verkürzten Zeiten für Vorbereitung und Produktion Rechnung getragen werden. Sämtliche für heutige Studiotechnik notwendige Funktionen einer Festregie wurden mit denen einer mobilen RegieEinheit im Ü-Wagen kombiniert. Auf Basis eines Sattel-Aufliegers mit einem 3-Achs Fahrgestell umfasst der neue Bavaria OB1 fünf Arbeitsbereiche, unterteilt in einem Tonraum, zwei Bildregien, Bildtechnik mit Avid-Arbeitsplätzen und einen zentralen Geräteraum. ANGENEHMES AMBIENTE BEI EINER RÜSTZEIT VON NUR 15 MINUTEN Zur angenehm großzügigen Innengestaltung trägt zusätzlich das konstruktive Novum eines hydraulisch ausfahrbaren Seitenteils bei, das über die gesamte Fahrzeuglänge eine räumliche Erweiterung um 1,60 m hinzuzaubert. Alle verkabelungsintensiven Geräte wurden im feststehenden Teil angeordnet, um die

Beanspruchung der Kabelverbindungen weitgehend zu reduzieren. Ein weiteres technisches Detail: Der Wagen verfügt über eine automatische Niveauregulierung. Insgesamt beträgt die Rüstzeit des Aufliegers gerade mal eine Viertelstunde. Die Produktionseinheit ist nach ergonomischen Gesichtspunkten für größtmögliche Flexibilität konzipiert: so können die Bildregien A und B durch die Verschiebung der verglasten Raumteiler zu einer großen Regie zusammengeführt werden. Die Multifunktions-Arbeitsplätze hinter den Bildregien verfügen über frei beschaltbare Monitore und sind somit universal für Slomo, Grafik und als Redakteursplätze nutzbar. Der AudioBereich in schallisolierter Kabine wurde mit Video-Monitoring und einem hochwertigen Abhörsystem ausgestattet und ermöglicht beste Wiedergabe in Dolby 5.1.-Qualität. Von seiner Konfiguration her ist der Bavaria OB1 für Übertragungen mit bis zu 16 Kameras ausgelegt und bereits im mehrmonatigen Kombibetrieb in der Zwillingsstruktur der Studios 2 und 3 sowie inzwischen auch für die Übertragung der beiden SWR-Shows „Verstehen Sie Spaß?“ und „Die große Show der Naturwunder“ aus dem großen Showstudio 9 erfolgreich im Einsatz. Als nächster Ausbauschritt steht auf dem Studiogelände die netzwerkbasierte Aufzeichnungstechnologie auf dem Programm, mit der man noch schneller und mobiler zwischen den zwölf Studios hin und her switchen könne. Die entsprechenden Glasfaserverkabelungen zwischen den Studios und einem zentralen Aufzeichnungsbereich sind bereits verlegt.

Der neue HD-Übertragungswagen umfasst fünf Arbeitsbereiche, unterteilt in einen Tonraum, zwei Bildregien, Bildtechnik mit AvidArbeitsplätzen und einen zentralen Geräteraum.


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BERLINALE – NACHLESE

Die Bavaria auf der Berlinale

SHOWRUNNER UND TOPTALENTE 1

Antihelden, Showrunner und die Suche nach neuen Talenten bildeten den roten Faden, der sich durch die Veranstaltungen der Bavaria Film während der diesjährigen Berlinale zog. Rund 350 Interessierte kamen am 9. Februar 2015 in die Räume der Bayerischen Landesvertretung in Berlin zum Serienpanel mit der Frage „Was braucht die deutsche Serie zum internationalen Erfolg?“.

2

Im Anschluss an die von Bavaria Film gemeinsam mit TOP: Talente ausgerichtete Podiumsdiskussion wurden die Preisträger des Ideenwettbewerbs zum Thema „Antiheld“ ausgezeichnet. Knapp 200 Konzepte von rund 250 Autorinnen und Autoren wurden eingereicht.

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Am Tag zuvor wurde ordentlich gefeiert. Denn Bavaria Film hatte im Rahmen der 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin Filmschaffende und Fernsehmacher, Schauspieler und vor allem junge Talente zur „re:ORIONtation“-Party in die Alte Brauerei am Schweizer Garten eingeladen.

2 IDEENWETTBEWERB „ANTIHELDEN“ Bavaria Film und die Akademie für Film- und Fernsehdramaturgie TOP: Talente forderten in einem Ideenwettbewerb junge Autorinnen und Autoren auf, Serienkonzepte zum Thema „Antihelden“ einzureichen. Am meisten überzeugte die Jury das Projekt von Axel Melzener und Alexander Frank (hinten). Platz zwei belegten Katharina Bischof und Johanna Thalmann, Platz drei Christian Krüger und Manuel Scheidegger (ganz links und ganz rechts). Der erste Platz wurde mit einer Fördersumme von 2.500 Euro prämiert. Der zweite Platz ist mit 1.500 Euro, der dritte mit 1.000 Euro dotiert.


85 Die Panelteilnehmer Thomas Lückerath (Moderator), Philipp Steffens (RTL), Rola Bauer(Tandem Communications), Alexander Coridaß (ZDF Enterprises), Hannes Heyelmann (Turner Broadcasting System), Christoph Schrewe und Ronald Mühlfellner (Bavaria Fernsehproduktion)

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MUT ZUR MUTIGEN SERIE TOP: Talente und Bavaria Film luden in Berlin zur Diskussion über die Erfolgsfaktoren der deutschen Serie im internationalen Markt ein.

Die internationale TV-Serie war eines der Gesprächsthemen auf der diesjährigen Berlinale. Erstmals saß mit „Mad Men“Erfinder Matthew Weiner ein TV-Mann in der Festivaljury. Den Serien wurde in der Reihe Berlinale Special Series ein eigener Platz eingeräumt. Und der European Film Market erweiterte sein Portfolio entsprechend. Die deutsche Produktionslandschaft blickt mit Bewunderung auf die Serienerfolge aus den USA und Skandinavien. Sender, Autoren und Produzenten schicken sich aber an, sich als Player im globalen Markt zu positionieren. Noch ist man bei der internationalen Serie „made in Germany“ trotz erster Erfolge – wie „Deutschland 83“ oder „Blochin“ – auf der Suche nach den Erfolgsfaktoren. Diese zu diskutieren war der Anlass der von TOP: Talente und Bavaria Film veranstalteten Podiumsdiskussion im voll besetzten Forum in der Bayerischen Vertretung in Berlin. DER SHOWRUNNER Ein Schlagwort in dieser Debatte: der Showrunner. Rola Bauer von Tandem hält ihn für eine hochwertige Serie für unverzichtbar. Allerdings hat sich Bauer für ihre

Produktionen Showrunner aus Amerika geholt, weil es ein solches Modell in Deutschland bisher nicht gibt. Hannes Heyelmann, Deutschland-Chef bei Turner Broadcasting, nennt Bora Dagtekin als einen der wenigen Kreativen in Deutschland, die die nötigen Qualitäten mitbringen. Man müsse ja nicht nur schreiben können, sondern auch über eine visuelle und inszenatorische Vorstellungskraft verfügen sowie eine Ahnung vom Produzieren, um die Aufgabe eines Showrunners erfüllen zu können. In Deutschland sei das noch nicht gelebte Praxis, meint „Borgia“-Regisseur Christoph Schrewe. Er führt das auf ein anders gewachsenes Selbstverständnis von Produzenten, Autoren und Regisseuren zurück, bei dem womöglich nicht zuletzt auch das eigene Ego im Wege stehe. RTL-Fictionchef Philipp Steffens musste sich, mit Blick auf den von RTL mit ausgewählten Autoren veranstalteten Workshop, der Frage stellen, ob die Sender jetzt nur noch direkt mit den Autoren reden wollten und die Produzenten nicht mehr bräuchten. Seine Antwort war salomonisch: RTL wolle mit Autoren, aber auch mit Produzenten ins Gespräch

kommen. Bei dem Workshop habe man die Autoren der Serien, die man gerne weiterentwickeln wolle, dazu aufgefordert, sich Produzenten zu suchen. Der Produzent sei für den Sender der direkte Ansprech- und Vertragspartner. Hannes Heyelmann geht offensiver mit dem Thema um: Er habe nichts dagegen, direkt mit Autoren zu sprechen, und dann, wenn eine Geschichte zusammen entwickelt wurde, den passgenauen Produzenten für das Projekt zu suchen. Andererseits: „Bei unserer Serie ,Add a Friend’ kam die Idee über den Produzenten, und auch das hat ja sehr gut geklappt.“ RADIKAL ERZÄHLT ODER WEICHGESPÜLT? Ein weiterer Diskussionspunkt war die Frage, wie radikal im deutschen Fernsehen erzählt werden dürfe. Hannes Heyelmann sieht TNT oder Sky im Vorteil, weil sie nicht die Auflagen der Quote und des Jugendschutzes erfüllen müssten. Alexander Coridaß, Geschäftsführer von ZDF Enterprises, widersprach: Es gehe nicht um Rücksichtnahme, man könne durchaus auch ohne Drastik und Vulgarismen mitreißend erzählen. „Die deutschen Serien stehen international sehr gut da; vieles hat sich auch international sehr gut verkauft“, lautet seine Einschätzung. „Gleichwohl haben wir noch Luft nach oben.“ Bavaria-Produzent Ronald Mühlfellner plädierte für mehr Mut. Er skizzierte eine brave deutsche Adaption von „Breaking Bad“, bei der Walter White am Ende wahrscheinlich die Schulkinder davon abhalten würde, Drogen zu konsumieren. Damit spielte er auf oftmals weichgespülte deutsche Fassungen von Serien an, die vor lauter vermeintlicher Political Correctness den Kern der Geschichte nicht mehr träfen. Das Serienengagement von TNT und Sky wertet er zwar positiv. Aber: Die deutsche Branche werde dadurch nicht gerettet, weil das Auftragsvolumen dort zu gering sei. Die großen Auftragsvolumina haben ARD und ZDF – es komme daher darauf an, dass die öffentlich-rechtlichen Sender die entsprechenden Sendeplätze schafften und diesen Erzählwillen förderten. (mac/ah/fh)


RE:ORIONTATION

Fotos: Wolfgang Gärtner, Felix Hörhager, Oliver Wand

86 BERLINALE – PARTY

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1 Max Bundschuh 2 Alina Levshin 3 Ruby-O-Fee 4 Oliver Vogel und Sonja Kirchberger 5 Berlin, 8.2.2015: Bavaria Film hatte unter dem Motto Re:ORIONtation in die Alte Brauerei am Schweizer Garten eingeladen 6 Bavaria Geschäftsführer Christian Franckenstein mit Tom Burow 7 Kamerateam 8 Produzent und Geschäftsführer Bavaria Fernsehproduktion Jan S. Kaiser mit Produzentin Doris Zander 9 Marleen Lohse 10 Sandra von Ruffin 11 Ralph Kretschmar und Ben Münchow 12 Sabin Tambrea, Alice Dwyer und Jordan Elliot Dwye 13 Max von Thun 14 Sonja Gerhardt, Vladimir Burlakov und Julia Koschitz 15 Jasmin Schwiers, Christian Feist und Nina Gnädig 16 Ina Paule Klink mit Nikolai Kinski

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WER, WO, WAS

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ZEHN JAHRE STURM DER LIEBE

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RUNDERNEUERT. FLEXIBEL. EFFIZIENT.

Studio 4/5 Studio 2 + 3

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Studio 13

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SPRENGUNG ZUR BLAUEN STUNDE

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BIG GAME

OLIVER STONES „SNOWDEN“

Studio 6+7 + Wald

Studio 12

Außendreh


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SHOWRUNNER UND ANTIHELDEN

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„DU BIST MEIN BIBERKOPF!“

Berlin ehem. Berliner Straße

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NACH DER SHOW IST VOR DER SHOW

WER, WO, WAS Hier spielen unsere Geschichten

Studio 9

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AUSWÄRTSSPIEL IN KATAR

Katar

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GESPENSTISCH GUTE PRODUKTIONSBEDINGUNGEN

Studio 12


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BAVARIAFILMPLATZ 7 Academy Film GmbH Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1721 Fax +49 (0) 89 6498 1324 mhf@academy-film-muenchen.com All About Video GmbH Christian Breuer Gebäude 8 Tel +49 (0) 89 6499 2335 c.breuer@all-about-video.com www.all-about-video.com Allgemeine Südboden Grundbesitz AG Gebäude 3a Tel +49 (0) 89 8563 6800 Fax +49 (0) 89 8563 68011 info@suedboden.com Amalia Film GmbH Cornel Schäfer Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1128 Fax +49 (0) 89 6498 1328 c.schaefer@amalia-film.de arbovin-ea weinimport Erhard Arbogast Gebäude 29 Tel +49 (0) 89 4895 3111 Fax +49 (0) 89 4895 3112 info@arbovin-ea.de www.arbovin-ea.de ARRI Media GmbH Franz Kraus, Dr. Jörg Pohlman, Josef Reidinger Gebäude 7 Ansprechpartner: Daniel Vogl Tel +49 (0) 89 3809 2008 dvogl@arri.de Babette Fürbringer Tel +49 (0) 89 6499 2311 Fax +49 (0) 89 6499 3027 bfuerbringer@arri.de www.arri.com/arrimedia AS Media Bettina Nußhardt Gebäude 4 Tel +49 (0) 89 7473 4360 Fax +49 (0) 89 7473 4311 nusshardt@vip-muenchen.de avirtico GmbH Gunther Lohneis, Michael Muschler Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1141 Tel +49 (0) 89 6498 1241 gunther.lohneis@avirtico.de michael.muschler@avirtico.de www.avirtico.de Bavaria Entertainment GmbH Tobias Gerlach, Oliver Fuchs Gebäude 50 Tel +49 (0) 89 6499 4100 Fax +49 (0) 89 6499 4110 info@bavaria-entertainment.de www.bavaria-entertainment.de

Bavaria Fernsehproduktion GmbH Jan S. Kaiser, Armin Rabe Empfangsservice Gebäude 20 Tel +49 (0) 89 6499 0 Fax +49 (0) 89 6492 507 info@bavaria-film.de www.bavaria-fernsehproduktion.de Bavaria Film GmbH Dr. Christian Frankenstein, Achim Rohnke Empfangsservice Gebäude 20 Tel +49 (0) 89 6499 0 Fax +49 (0) 89 6492 507 info@bavaria-film.de www.bavaria-film.de Bavaria Film Interactive GmbH Lars Reckmann Gebäude 40 Tel +49 (0) 89 6499 2288 Fax +49 (0) 89 6499 3038 interactive@bavaria-film.de www.bavaria-film-interactive.de Bavariapool Services GmbH Christian Laus, Florian Kairies Gebäude 3 Tel +49 (0) 89 6499 4111 dispo@bavariapool-services.de www.bavariapool-services.de Bavaria Studios & Production Services GmbH Martin Moll Gebäude 3 Tel +49 (0) 89 6499 2117 Tel +49 (0) 89 6499 1117 Fax +49 (0) 89 6499 2115 Fax +49 (0) 89 6499 1115 produktionsservice@bavaria-studios.de www.bavaria-studios.de Bavaria Kobolde Kinderhaus (Krippe, Kindergarten) Gebäude 16, 104 Tel +49 (0) 89 6495 8775 Fax +49 (0) 89 6495 8776 info@bavariakobolde.de www.bavariakobolde.de Bavaria Media GmbH Kino / TV Rechtevertrieb Bavaria Sonor Musikverlag Bavaria Sonor Licensing Dr. Rolf Moser Gebäude 71a Tel +49 (0) 89 6499 2238 Fax +49 (0) 89 6499 3723 bavaria-media@bavaria-film.de www.bavaria-media.de Bavaria Pictures GmbH Jan S. Kaiser Gebäude 13 Tel +49 (0) 89 6499 3556 Fax +49 (0) 89 6499 3788 bavaria-pictures@bavaria-film.de www.bavaria-pictures.de Bavaria Production Services GmbH Martin Moll Gebäude 3 Tel +49 (0) 89 6499 2283 Fax +49 (0) 89 6499 2014 www.bavaria-production-services.de

Bavaria Synchron GmbH Andreas Gaube Gebäude 56 Tel +49 (0) 89 6499 2860 Fax +49 (0) 89 6499 2748 andreas.gaube@bavaria-synchron.de www.bavaria-synchron.de Bayerisches Filmzentrum Wirtschaftsförderung GmbH Anja-Karina Richter Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 10 Fax +49 (0) 89 6498 1100 info@filmzentrum.net www.filmzentrum.net BioEffektiv Verwaltung GmbH Andreas Thiesmeyer Gebäude 70 Tel +49 (0) 89 9546 67990 Fax +49 (0) 89 9546 67985 thiesmeyer@bioeffektiv.com www.bioeffektiv.com biz2byte Service GmbH Angela Domes, Jochen Plinta Gebäude 109 Tel +49 (0) 89 2000 0011 Fax +49 (0) 89 2000 0029 info@biz2byte.de www.biz2byte.de black & light GmbH Olly Hackner, Uli Maier Gebäude 19b Tel +49 (0) 89 6499 3013 Fax +49 (0) 89 6499 3019 info@blackandlight.tv www.blackandlight.tv Blackwell Management GmbH Frank Kosyk Gebäude 8 Tel +49 (0) 171 7576 338 frank.kosyk@blackwell.ch Blancke Degenhardt Schütz Filmproduktion GmbH Christian Blancke, Carsten Degenhardt, Miguel Schütz Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1882 Fax +49 (0) 89 6498 1883 info@bds-film.de www.bds-film.de www.carlton-watches.com Cine Mobil GmbH Heinz Ratzinger Gebäude 1 Tel +49 (0) 89 6499 3191 Fax +49 (0) 89 6499 2534 hr@cine-mobil.de www.cine-mobil.de Manni Gläser (Ton) Tel +49 (0) 89 6499 3669 Fax +49 (0) 89 6499 3027 manni.glaeser@cinepostproduction.de www.cinepostproduction.de Comino Beteiligungen GmbH Jörg Hoffmann Gebäude 71a Tel +49 (0) 89 6499 4951 Fax +49 (0) 89 6499 4902 jhoffmann@munichre.com

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Presseanfragen Bavaria Film Presse + Kommunikation Dr. Sebastian Feuß Tel +49 (0) 89 6499 3900 presse@bavaria-film.de

Ausflugsziel Bavaria Filmstadt / Bullyversum Tel +49 (0) 89 6499 2000 info@filmstadt.de www.filmstadt.de

Centro Bistro im Filmzentrum Francesca Speciale Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1717 michael-kaempf@online.de Von 09.00 bis 17.00 Uhr Mittagstisch von 12.00 bis 15.00 Uhr

Pressebetreuung Ausflugsziel Filmstadt Christiane Kügler-Martens Tel +49 (0) 89 6499 2284

Öffnungszeiten 2014 Täglich geöffnet (auch am Wochenende und an Feiertagen), am 24. und 25. Dezember geschlossen Nebensaison: Bis zum 27. März 10.00 bis 17.00 Uhr Letzter Einlass „Filmstadt Komplett“ um 13.00 Uhr, letzte Führung um 15.30 Uhr Hauptsaison: 28. März bis 9. November 09.00 bis 18.00 Uhr Letzter Einlass „Filmstadt Komplett“ um 14.30 Uhr, letzte Führung um 16.30 Uhr VIP & Eventservice Tel +49 (0) 89 6499 2885 karin.dafner@bavaria-film.de www.filmstadt.de/events

Eurest Gebäude 99 Tel +49 (0) 89 6499 2607 Fax +49 (0) 89 6499 3570 eurest@bavaria-film.de Filmstadt Restaurant (Kantine) 11.30 bis 14.00 Uhr Caffè Bar Dallucci (Bistro) Mo bis Do 07.30 bis 16.30 Uhr Fr 07.30 bis 15.30 Uhr

Mc Donald’s Filmtourbahnhof Gebäude 52 Tel +49 (0) 89 6493 805 www.mcdonalds.de Täglich von 10.00 bis 15.00 Uhr Movies Bistro Michael Stoupakis Gebäude 46 Tel +49 (0) 89 6499 3487 Fax +49 (0) 89 6499 3487 movies-bistro@gmx.de www.bavaria-film.de/movies Mo - Fr 11.00 bis 16.00 Uhr


ANFAHRT

ANFAHRT Mit S-Bahn, U-Bahn, Tram: Vom Flughafen kommend nehmen Sie die S8 bis Rosenheimer Platz und steigen in die Tram 25 um. Aus der Innenstadt können Sie die S1 bis S8 bis Rosenheimer Platz nehmen, mit der U1 bis Wettersteinplatz bzw. mit der U2 bis Silberhornstraße fahren und steigen dort jeweils in die Tram 25 um. Das Bavaria Film-Gelände liegt an der Haltestelle Grünwald / Bavariafilmplatz.

25 Max-Weber-Platz

– Großhesseloher Brücke – Grünwald

ax -W W e ör ber t Ro hs t P l a se raß t z e Re nhe ge im e r O pla r P l st at t fri z z Si ed lb ho er f Te hor ge ns tr W r nse aße et e te r L K u r s te a n in dst rz p s S ü t r a l at r a ß e dt ße z iro Ti l e ro l e r St Au r P l r aß t h at z e T h arip eo la d tz K l olin in ik de M um npl a en H tz te a G r s c r l ac ro hi h ßh w ng Sc es aig hi se l e l G che ohe rü r nw r w e B r üc al g ke d, B av ar ia fil m pl at

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Fahrzeit in Minuten

Mit dem Auto: Von München Airport kommend fahren Sie auf der Autobahn in Richtung München. Am Autobahnkreuz München Nord weiter in Richtung Salzburg (A99). Am Autobahnkreuz Brunntal weiter in Richtung Garmisch (A995). Ausfahrt Oberhaching nehmen und weiter in Richtung Grünwald fahren. In Grünwald an der ersten großen beampelten Kreuzung Richtung München und den Bavaria Film-Hinweisschildern folgen.

A9

Nürnberg

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München Airport

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Stuttgart

A99

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Lindau

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Passau

A95

GarmischPartenkirchen

A8

Salzburg

Bavariafilmplatz Grünwald


Robert & Horst, München

FÜHRUNGSZEILE

Green Studio

95 Prozent fürs Klima. Wir heizen mit Geothermie und verwenden Strom aus Wasserkraft. So haben wir in den letzten zwei Jahren die Emission von Treibhausgasen um mehr als 95 Prozent reduziert. Seit 2013 bieten wir Ihnen in der Bavaria Filmstadt „klimaneutrale“ Produktionsbedingungen.

Bavaria Film GmbH, Bavariafilmplatz 7, D-82031 München /Geiselgasteig, www.bavaria-film.de

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IN ERINNERUNG AN HELMUT DIETL

HELMUT DIETL EINE LANZE FÜR DEN DEUTSCHEN FILM

Am 30. März 2015 verstarb Helmut Dietl an seinem Krebsleiden. Schwer von seiner Krankheit gezeichnet war er im Dezember noch einmal in den Bavaria Studios – als Gast beim ZDF-Jahresrückblick „Menschen 2014“. Das gesamte Publikum verneigte sich vor der Filmpersönlichkeit, der mit Gesellschaftskomödien wie „Monaco Franze“ und „Kir Royal“ den Nerv des deutschen Publikums traf. Oder mit der Bavaria-Produktion „Schtonk!“, die als bester ausländischer Film für den Oscar nominiert war, und „Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“. In Erinnerung an Helmut Dietl haben wir in unserem Archiv gesucht und sind in der damaligen Hauszeitschrift der Bavaria Film „Die Klappe“ aus dem Jahr 1992 fündig geworden. Dort bricht er in einem Interview eine Lanze für den Deutschen Film. Mit Worten, die heute noch Gültigkeit haben. In Gedenken an den großen Regisseur und Drehbuchautor dokumentieren wir diesen Auszug aus dem Gespräch:

das ist eine Frage der Mentalität. (…) Man muss ein bisschen unkommerzieller vorgehen, ein bisschen mutiger. Wenn ein Stoff interessant ist und mir gefällt, muss ich versuchen, ihn zu verwirklichen. Ob das jetzt opportun ist oder nicht. Diese pausenlose ständige Rundschau, was die anderen meinen könnten. Das ist einfach Scheiße. Die Leute sollen einfach ihre Filme machen.

Helmut Dietl: Gegen den Deutschen Film gibt es ja nun alle möglichen Gründe. Zum Beispiel das Fehlen von Stars. Ich bin der Meinung, es gibt bei uns genauso viele gute Leute wie woanders. Mit Sicherheit genauso gute Schauspieler. Es gibt sicherlich sehr gute Autoren, sehr gute Regisseure, und es gibt auch im Produzenten- und Verleihbereich wohl ebenso viel Potenzial. Ich glaube viel eher, vielen fehlt der Mut zum Risiko und

Das Interview mit dem Titel „Sternstunde des Deutschen Films“ vom 20. Februar 1992 führte Felix Neunzerling.

Man sollte Respekt haben vor dem Publikum. Ich halte die Masse nicht für dumm – wie das so viele tun – sondern ich halte die Masse gerade, wenn sie kollektiv auf ein Produkt reagiert, für gewitzter als das Individuum. Man sollte sich bemühen, seine Geschichten so zu erzählen, dass es die Leute verstehen. Deswegen muss ich nicht glatt und banal werden. Natürlich soll jeder Filmemacher sein Publikum zugleich auch fordern, das ist klar, man soll ihnen nicht alles so servieren, dass es runterrutscht wie ein platter Hamburger.


„Ich halte die Masse nicht für dumm – wie das so viele tun – sondern ich halte die Masse gerade, wenn sie kollektiv auf ein Produkt reagiert, für gewitzter als das Individuum.“ HELMUT DIETL


01/2015

FILM MAG

FILM MAG 01/2015

Der Car Rental Service für die Film- und Fernsehindustrie

BIG GAME Story, Bilder, Cast und Set – alles „big“

DU BIST MEIN BIBERKOPF! Stadtgespräch mit Günter Lamprecht

FLEXIBEL UND EFFIZENT Die Studios 2 und 3 wurden runderneuert

Sixt mov(i)es.

Der Car Rental Service für die Film- und Fernsehindustrie. 10 JAHRE STURM DER LIEBE ZEHN JAHRE, ZEHN PAARE. EINE ERFOLGSGESCHICHTE.

Sixt fährt filmreif vor. Service Hotline: 0381 8070 5541

sixt.com

D A S

S T A N D O R T M A G A Z I N

A U S

G E I S E L G A S T E I G

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FilmMag 9/2015  

FilmMag - Das Standortmagazin aus Geiselgasteig

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