FF Spezial Bauen 46-2022

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Beilage zu ff 46/2022 I Vers. in Post. - 45% I Art. 1 Abs. 1 I Ges. 353/2003 (abg. Ges. 27.02.2004 Nr. 46) CNS Bozen I Poste Italiane SpA I Taxe percue / Tassa pagata

BAUEN

ff 46 17.11.2022

VERRÜCKTES DORF Zwischen Realität und Täuschung: gewagte Hotel-Architektur in Olang VERWANDLUNG

Die behutsame Renovierung eines alten Bauernhofes in Eppan

ZEITENWENDE

Der Expertentalk mit dem Vinschger Bauphysiker Peter Erlacher

ROHDIAMANT

Die Rettung eines Wohnhauses aus den 50er-Jahren im Passeiertal


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EDITORIAL LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER,

Foto: Privat

an zeitgenössischer Architektur scheiden sich die Geister. Gerade im ländlichen Raum werden moderne Bauwerke immer wieder kontrovers diskutiert. Vor allem, wenn sie optisch aus dem Rahmen fallen. Ein solches Bauwerk steht in Olang. Es fällt nicht nur aus dem Rahmen, es steht sogar Kopf und sorgt weltweit für Schlagzeilen. Wir haben mit dem Architekten gesprochen und das Projekt etwas näher beleuchtet. Genauer hinzuschauen, lohnt sich auch in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Das Bauwesen ist für einen Gutteil der klimaschädlichen Emissionen und des globalen Ressourcenverbrauchs verantwortlich. Der Ruf nach einer ökologischen Wende in der Bauwirtschaft wird immer lauter. Doch wie steht’s mit der Umsetzung? Mehr dazu lesen Sie in einem ausführlichen Interview mit Bauphysiker Peter Erlacher. Er sagt: Wir müssen den Bestand verbessern, kein Weg führt daran vorbei. Inspiration dazu liefern zwei Projekte, die einmal mehr zeigen, dass es sich lohnt, alter Bausubstanz eine Chance zu geben.

Viel Vergnügen beim Lesen! Barbara Tilli

INHALT VERKEHRTE WELT

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HYBRIDES HOFGESPANN

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GRÜNE BAUWENDE

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RETTUNG EINES ROHDIAMANTEN

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Die surreale Formensprache einer Wellnessoase in Olang. Die behutsame Renovierung eines alten Bauernhofes in Eppan. Expertentalk mit dem Vinschger Bauphysiker Peter Erlacher. Wie ein Wohnhaus aus den Fünfzigern vor dem Verfall bewahrt wurde.

IMPRESSUM „ff – Bauen“, 17.11.2022, Beilage zu ff 46, Herausgeber: FF-Media GmbH, Eintragung Landesgericht Bozen 9/80 R.ST. vom 27.08.1980, Nr. ROC 06262. Presserechtlich verantwortlich: Verena Pliger; Konzeption & Redaktion: Barbara Tilli; Grafik & Layout: Sabine Rainer; Titelseite: Alex Filz; Werbung: Elisabeth Forer-Naumann, Roswitha Rauter, Michael Disertori, Bernhard Elzenbaumer. © ® FF-Media GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf mit grafischen, mechanischen, elektronischen oder mit digitalen Mitteln reproduziert werden. Jeglicher Missbrauch wird im Rahmen des Gesetzes verfolgt.

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≥ VERKEHRTE WELT

HOTEL-ARCHITEKTUR

VERKEHRTE WELT In Olang schwebt eine surreale Konstruktion über dem Gelände. Bei ihrer Errichtung haben Architekten und ­Statiker die Schwerkraft ausgetrickst. Über ein Bauwerk, das international für Schlagzeilen sorgt. Text: Barbara Tilli | Fotos: Alex Filz

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≥ VERKEHRTE WELT

Auf dem Kopf: Die Wellnessoase des Hotel Hubertus in Olang ist ein Bauwerk im Spannungsfeld von Realität, Fiktion und Täuschung. Sie ist als schwebende Plattform konzipiert und soll ein gespiegeltes Bergdorf darstellen. R

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ealität oder Fiktion? Wer den kuriosen Baukörper oberhalb von Olang zum ersten Mal sieht, dem drängt sich diese Frage auf. Scheinbar mühelos schwebt er über der Berglandschaft und stellt die Wahrnehmung kurzerhand auf den Kopf. Seine Formen­sprache wirkt völlig surreal. Beinahe so, als hätte Maurits ­Cornelius Escher, der Meister endloser Treppen und verdrehter Häuser, eines seiner Bilder in die Wirklichkeit projiziert. In Wahrheit ist das Gebäude der neue Spa des Hotel H ­ ubertus und sein wahrer Schöpfer Lukas Rungger vom Bozner Architektur- und Designstudio noa. Mit seinem Partner Stefan Rier und einem 30-köpfigen Team schuf er eine Wellness­ oase, die international für Schlagzeilen sorgt. Die Zeitschrift ­Architectural Digest etwa, eine Art Bibel der Branche, schrieb: „Ein Hotel-Spa, frei schwebend, 15 Meter über dem Boden – in Südtirol ist alles möglich.“ Ist das wirklich so? Haben

­ rchitekten in Südtirol absolute Narrenfreiheit? Gerade im A ländlichen Raum wird Architektur häufig kontrovers diskutiert und nicht alles, was von Fachzeitschriften als „modern“ oder gar „visionär“ etikettiert wird, begeistert auch die Menschen vor Ort. Architekt Lukas Rungger jedenfalls meint, er sei es gewohnt, zu polarisieren (siehe Interview auf S. 12). Während er spricht, bewegt er die Hände, als wolle er seine Worte förmlich anschieben, um seiner Botschaft gestikulierend Nachdruck zu verleihen. Sein Outfit – ein schwarzes Zipper-­ Sweatshirt mit floralen Elementen und goldenen Akzenten, passend dazu ein schwarzer Hut mit schmaler Krempe – ist fast so ausgefallen wie sein jüngstes Projekt. In seinem Auftreten mag der 45-Jährige exzentrisch wirken, er selbst beschreibt sich als Suchender. Als einer, der, getrieben von der Neugierde, an jenen Dingen Gefallen findet, die etwas anders sind. Anders als alles andere ist auch der neue Wellnesstempel in Olang.

„WIR HABEN UNS AM ­LIMIT DER ­MÖGLICHKEITEN ­BEWEGT.“ LUKAS RUNGGER

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Surreal: Die schwebende Wellness­ oase erstreckt sich über 460 Quadrat­ meter. Im Obergeschoss b ­ efinden sich zwei Whirlpools, ­Duschen und ein ­Umkleideraum. Im unteren Stockwerk befindet sich ein Saunabereich. Sonderanfertigung: Die Plattform wird von 12,5 Meter langen Stahl­ säulen getragen. Sie wurden mit ­Lärchenholz verkleidet und als ­Baumstämme getarnt.

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≥ VERKEHRTE WELT

DIE KOMPAKTE, 460 Quadratmeter große Wohlfühloase ist als Plattform konzipiert. Sie steht an einem steilen Hang und ragt 15 Meter über den Boden. Erschlossen wird sie von einem schwebenden Steg. Auf der Plattform selbst befinden sich kleine Aluminium-Häuser mit Satteldach. Auf der unteren Ebene, dort, wo der Horizont eine 180-Grad-Drehung erfährt, stehen weitere Hütten, allerdings kopfüber. „Unser Ziel war es, ein gespiegeltes Bergdorf nachzubilden“, erklärt Lukas Rungger. Die Idee dafür entstand vor Ort am Infinity Pool des Hotel Hubertus – im Übrigen trägt auch diese Konstruktion seine Handschrift. „Wir wollten die Landschaft materialisieren, die auf der Wasseroberflä-

che reflektiert wird. Es ist ein Konzept, das mit der Umkehrung der Horizonte spielt, mit dem Wechselspiel der Perspektiven und dem daraus resultierenden Effekt des Staunens“, so Rungger. Die Umsetzung dieser Idee war alles andere als einfach, gesteht der Architekt: „Die reale Welt ist nun mal der Schwerkraft unterworfen. Die Dinge einfach so auf den Kopf zu stellen, war eine Herausforderung. Unseren Statikern bereitete das Projekt von Anfang an Kopfschmerzen. Wir haben uns am Limit der Möglichkeiten bewegt, am Ende hat es aber geklappt.“ Die Lösung: Eine komplexe Stahlbaukonstruktion, die auf komplizierten mathematischen Berechnungen basiert. Getragen wird

„DEN STATIKERN HAT DAS ­PROJEKT KOPFSCHMERZEN ­BEREITET.“

Kubismus: Die Konstruktion besteht aus zahlreichen Fertigbauteilen. Das ermöglichte eine ­rasche ­Zusammenstellung der ­ einzelnen Elemente vor Ort. Die ­äußere Hülle wurde aus ­witterungsbeständigen ­Aluminiumpaneelen ­ gefertigt.

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LUKAS RUNGGER

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Optische Täuschung: Der Pool auf der oberen Ebene der schwebenden Plattform ­reflektiert die Umgebung. Das Ergebnis: ein interessantes Spiel der Perspektiven.

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≥ VERKEHRTE WELT

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1. Linear: Aluminium-­ Lamellen gehen fließend in die Konstruktion über und geben der Fassade einen Rhythmus vor. Gleichzeitig dienen sie als Sicht- und Sonnenschutz.

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2. Eingerahmt: Die Sauna befindet sich in der unteren Ebene der Plattform. Großflächige Verglasungen gewähren einen Blick auf die umliegende ­Berglandschaft.

sie von zwei 12,5 Meter langen Stahlsäulen – teure Sonderanfertigungen, die dank einer Verkleidung aus Lärchenholz wie massive Baumstämme anmuten. Und auch sonst wurde jede Menge Stahl verbaut. Ein Baustoff, der in der Herstellung ressourcenintensiv ist und derzeit sehr teuer gehandelt wird. Das weiß auch Architekt Lukas Rungger: „Stahl ist ein kostspieliges Material,

aber es hat entscheidende Eigenschaften. Es ermöglicht schlanke und leichte Konstruktionen und hat eine hohe Tragfähigkeit. Zudem sind Stahlkonstruktionen erdbebensicher. Sie halten ­allen möglichen Erschütterungen stand. Sollte die Konstruktion irgendwann nicht mehr benötigt werden, kann der Stahl recycelt und wiederverwendet werden“, betont Rungger. ≥

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DER ARCHITEKT IM GESPRÄCH Sie haben ein sehr gewagtes Projekt umgesetzt. Die Fachzeitschrift A ­ rchitectural Digest schrieb: In Südtirol ist alles möglich. Wie schwer war es tatsächlich, die Baugenehmigung dafür zu ­bekommen?

Foto: Mads Mogensen

Lukas Rungger: In der Tat h ­ atten wir ein wenig Bammel davor, ­schließlich be-

Stefan Rier und ­Lukas Rungger (rechts) sind die Gründer des ­Architekturstudios noa mit Sitz in Bozen, Berlin, Turin und ­Mailand. Mit über 30 Mitarbeitenden ist noa eines der größten Architekturbüros in Südtirol.

finden wir uns in einem sehr ländlichen Kontext, aber die Bau­kommission hat das Projekt e­ instimmig für gut b­ efunden. Es gab keine kritischen Stimmen? Falls es kritische Stimmen gab, dann waren sie sehr leise. Als Architekten sind wir es grundsätzlich gewohnt, ­Kritik ausgesetzt zu sein, man ­polarisiert eben.

Wir haben hier aber keinen riesigen Palast gebaut, sondern gezeigt, dass man auch mit einem kleinen Bau­ volumen starke Impulse setzen kann. Das Projekt lässt sich ­vermutlich sehr gut über die sozialen M ­ edien vermarkten. Haben wir es hier mit einem neuen Instagram-­ Wallfahrtsort zu tun? Laut Angaben des Hoteliers beginnt der Ort zum Social-Media-Hotspot zu werden. Ich selbst beobachte diese Entwicklung sehr kritisch, wohl ­wissend, dass wir Architekten ein Teil dieser Maschinerie sind bzw. mit ­unseren Entwürfen dazu beitragen. Im Tourismus wird viel gebaut. Ganz nach dem Motto: das Hotel als Destination. Die Folge: eine gute Auftragslage für Architekten. Spielt das in die Karten? Die Auftragslage ist gut und wir ­haben in Vergangenheit sehr viel im Tourismus gearbeitet. Nun wollen wir uns aber etwas breiter aufstellen und sehen, was möglich ist. Unser letztes Projekt war die „Biblioteca Europea di Informazione e Cultura“ in Mailand. Und auch in Zukunft wollen wir uns etwas mehr auf Bildungs- und Kultureinrichtungen konzentrieren.

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≥ VERKEHRTE WELT

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≥ VERKEHRTE WELT

Geheim: In den umgedrehten Giebeln wurde die Wasseraufbereitungsanlage der Wellnessoase untergebracht. Versteckte Zwischenräume hat man genutzt, um Kabel und Leitungen zu verlegen.

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DIE EINZELNEN HÜTTEN oberhalb und unterhalb der Plattform, die in ihrer Gesamtheit wie ein Bergdorf in Miniatur anmuten und sämtliche Annehmlichkeiten einer Wellnessoase beherbergen, wurden aus witterungsbeständigen Aluminiumpaneelen gefertigt, genauso die Lamellen vor den Fenstern. Sie gehen nahtlos in die Fassade über, dienen als Sonnenschutz und gewähren den Besuchern im Inneren die nötige Privatsphäre, ohne den Blick ins Freie zu versperren. „Die versetzt angeordneten Hütten und die wechselnde Ausrichtung der Firste ermöglichen es, die Berge immer im Blick zu haben“, betont Rungger. Die Entscheidung mit umgekehrten Dächern zu arbeiten, hatte aber auch funktionale Gründe: „In einem Wellnessbereich muss viel Technik untergebracht werden. Mithilfe der umgedrehten Giebel ist es uns gelungen, die Wasseraufbereitungsanlage zu verstecken, Leitungen und Kabel in Zwischenräumen zu verlegen und sogar Sitzstufen für die Saunas zu bilden. Die Dampfbäder befinden sich in der unteren Ebene der Plattform. Wer dort hinabsteigt, erlebt ein Gefühl der Entfremdung. Die Temperatur steigt an, die Umgebung wird intimer. „Es fühlt sich an wie ein Abstieg ins Innere der Erde, wo die Gesetze der Schwerkraft plötzlich auf dem Kopf stehen“, philosophiert Rungger. IN NUR VIER MONATEN ist es seinem Team gelungen, ein beispielloses Projekt fertigzustellen. „Möglich war das nur, weil die Konstruktion aus zahlreichen Fertigbauteilen besteht, die vor Ort wie ein Lego zusammengebaut wurden“, erklärt Rungger. Bei dem Gedanken an die bunten Bauklötze muss er schmunn zeln: „Die Umsetzung war trotzdem kein Kinderspiel.“ R

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Nomen est Omen: Hoch oben, weitab von Trubel und Straßenlärm, entsteht in zentralster Bozner Stadtlage ein ganz außergewöhnliches Wohnquartier. Das Dach des WaltherPark-Baukörpers wird zur Wohnoase mitten im Grünen.

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ie Wohnhäuser im Sky Garden sind tatsächlich von Gärten umgeben, die sich 15 Meter über der Erdgeschossebene befinden. Also Gartenwohnungen mitten im pulsierenden Zentrum mit viel Licht, Ruhe und Ausblick auf die Bergwelt rundherum. Keine andere Wohnlage in der Stadt bietet diese einzigartige Kombination aus Stadtleben, Erreichbarkeit, Ruhe, Grünraum und Panorama. Die Frage nach dem Komfort, der Erreichbarkeit und Parkmöglichkeit direkt im Haus, die in historischen Stadtzentren gerne zu wünschen übrig lassen, wird hier schnell und eindeutig beantwortet. Höchste Komfortklasse ist beim Sky Garden Standard. Das beinhaltet Nachhaltigkeit (Klima Haus A Natur Standard und Kühlung durch Flusswasser) und Barrierefreiheit am Puls der städtebaulich neuen Zeit. Aber auch beste Ausführung und hochwertige Ausstattung im edlen italienischen Design. Das Ganze trägt die Handschrift des Stararchitekten David Chipperfield. Am verkehrsberuhigten Knotenpunkt Am Bahnhof in Bozen kommt der Verkehr aus allen Landesteilen und in unterschiedlichster Ausprägung zusammen. Und trotzdem befindet sich der direkt angrenzend gelegene Sky Garden nicht nur wegen seiner baulichen Abgehobenheit in einer verkehrsberuhigten Zone. Auch weil der Verkehr hier unter die Erde geleitet und der Zugang selektiv gewährt wird. So entsteht ein zu Fuß begehbares Umfeld – mit dem neu gestalteten Bahnhofspark –, welches alles bietet, vom großen bis zum kleinsten Geschäft, vom schicken Dinner Place bis hin zur unkomplizierten Trattoria. Die Infrastruktur für individuelle Mobilität bleibt stets vorhanden, und zwar in Form von zahlreichen unterirdischen Parkplätzen und der direkten Anbindung an sämtliche Südtiroler Hauptverkehrsrouten. Vielfältig und werthaltig In seiner Gesamtheit erfüllt der WaltherPark eine ganze Reihe von Funktionen: In den ersten Geschossen des Baukörpers finden sich

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Im Herzen von Bozen, mitten im Grünen

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ein attraktives Shopping Center mit breiter, besonders interessanter Auswahl an Geschäften und Marken; zahlreiche unterschiedliche Gastronomiebetriebe und Bars; ein modernes City Hotel; Büroflächen; das größte Fitness-Center der Stadt. Eine Kindertagesstätte sowie weitere soziale Einrichtungen auch für Senioren runden das Angebot ab. Obenauf der Sky Garden und Tower mit sechs schicken Wohnhäusern mitten im Grün: Rund 110 lichtdurchflutete Wohnungen (2–4–Zimmer- und Penthousewohnungen) bieten hier Lebensraum für höchste Ansprüche – mit viel Freiraum in privaten Gär-

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BAUKULTUR

„WIR SIND OPFER ­SCHLECHTER VISIONEN“ Seit Jahrzehnten engagiert sich Bauphysiker Peter Erlacher für einen ­Paradigmenwechsel in der Bauwirtschaft. Er meint: Die grüne Wende ist keine Option, sondern eine Pflicht – und bisher wurde sie versäumt. Interview: Barbara Tilli | Foto: Alexander Alber

Herr Erlacher, das Bauwesen ist ­bekanntlich für einen Gutteil der ­klimaschädlichen Emissionen und des ­globalen Ressourcenverbrauchs ver­antwortlich. Wie schaut es in ­Südtirol aus? Peter Erlacher: Der Bausektor produziert weltweit 38 Prozent der CO2-Emissionen. National und regional haben wir zwar keine genauen Daten, aber wir können annehmen, dass bei uns dieser Wert eher höher als niedriger ist. Warum? Weil in armen Regionen der Welt viel weniger und vor allem weniger luxuriös gebaut wird als bei uns. Wo müssen wir ansetzen? Wir müssen Ressourcen einsparen, von Anfang an. Wir brauchen naturverträgliche Stoffkreisläufe, mehr Wiederverwertung und Müllvermeidung, aber vor allem müssen wir den Energieverbrauch nachhaltig reduzieren. 45 Prozent der gesamten Energie wird im Bausektor verbraucht. Da gibt es noch großes Einsparpotenzial, und zwar im ganzen Lebens­zyklus eines Gebäudes: angefangen bei der Produktion der Baustoffe, der Erstellung des Gebäudes, bis hin zum Energieverbrauch für Heizung, Kühlung und Strom, aber letztendlich auch beim Rückbau bzw. der Entsorgung des Gebäudes. Am meisten Potenzial liegt aber 18 No. 46 / 2022

im Bestand. Wir müssen den Bestand verbessern, kein Weg führt daran vorbei. Was bedeutet das konkret? Drei Viertel der Wohnungen in Südtirol sind älter als 25 Jahre und verbrauchen für die Heizung rund 6-mal mehr Energie als ein Neubau. Das sind wahre Energiefresser und die gehören saniert. In der EU produziert der Gebäudebestand 36 Prozent der CO2-Emissionen. Wenn das europaweit so ist, dann kann man annehmen, dass das so in etwa auch auf Südtirol zutrifft. Das wäre ein starkes Argument, endlich mehr in Altbausanierungen zu investieren. Bei den Neubauten hingegen sind wir dank Klimahaus schon sehr gut unterwegs. Nachhaltig bauen oder energetisch sanieren kann sich aber nicht jeder leisten. Nachhaltig bauen kostet kaum mehr. Allerdings muss man bei den Kosten den gesamten Lebenszyklus des Hauses berücksichtigen. Herstellung, Instandhaltung und Entsorgung des Gebäudes. Das tun zurzeit die Allerwenigsten. Es fehlt also auch an Weitsicht? Absolut, aber es stimmt: Bauen in Südtirol ist prinzipiell sehr teuer, unter anderem auch wegen der hohen Grundstückspreise. Wenn es keine Unterstützung von den Eltern gibt, dann reichen zwei lohnabhängige Einkommen meistens nicht aus –

Förderungen miteingerechnet. Deshalb versuchen Bauherren zu sparen und wählen z. B. Dämmstoffe, die im Einkauf zwar günstiger, aber nicht ökologisch sind, wie etwa Styropor. Das ist das Dilemma. Was wären die Alternativen? Ökologische Alternativen sind zum ­Beispiel Holzfaser, Zelluloseflocken, Hanf oder Flachs. Sie sind im Einkauf zwar teurer, aber wenn wir die ­Belastung der Umwelt bei der Herstellung und ­Entsorgung berücksichtigen, sieht es ­wieder anders aus. In Südtirol ver­wenden wir 30 bis 40 Prozent ökologische Dämmstoffe. Da sind wir recht gut ­unterwegs. Trotzdem gibt es Potenzial nach oben, auch beim Klimahaus. Können Sie ein Beispiel nennen? Nehmen wir das Beispiel Klimahaus Nature her. Der Name ist ziemlich irreführend. Man kann nicht eine Zertifizierung vergeben, die Natur s­ uggeriert, die es dann aber ermöglicht, eine ganze Außen­dämmung aus Styropor zu ­machen. In der technischen Regelung steht, man muss schadstoffarme Baustoffe verwenden oder eine Lüftungsanlage einbauen. Was wird gemacht? Bauherren nutzen diese Lücke und verbauen günstigere, aber weniger ökologische Baustoffe, vorausgesetzt es wird eine Lüftungsanlage eingebaut, die bei Neubauten ja sowieso eingebaut werden muss. Nur bei Schulen und Kinder­ R

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Peter Erlacher, 70, ist Bauphysiker und Baubiologe. Er war Gastdozent an den Universitäten Bozen, ­Trient, Rom und Guimaraes in Portugal. Heute ist er in der Beratung und Fortbildung tätig. Erlacher ist ­Mitglied im Arbeitskreis Südtiroler Holzhaus, Vertreter für Südtirol im Europäischen ­Dachverband der Zimmerer, Klimahaus-Referent und Buchautor.

gärten gelten striktere Regeln. Warum nur dort? Das müsste meiner Meinung nach für alle Bauten gelten.

sender Rohstoff und insofern ausge­ sprochen klimafreundlich. Das gilt aber nur, wenn das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft und im Idealfall aus ­Südtirol stammt. Das heißt aber auch, dass dem Wald nicht mehr Holz entnommen werden darf als nachwächst.

In Sachen nachhaltiges Bauen wird immer wieder der Baustoff Holz ­angepriesen. Ist Holzbau im großen Stil die Antwort oder opfern wir hier unseren wichtigsten Helfer in der ­Klimakrise? Ich bin ein Verfechter des Holzbaus, aber es ist nicht die Antwort auf alles. Holz ist ein natürlicher und nachwachR

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Trotzdem: Wir können nicht alle mit Südtiroler Holz bauen. Der jährliche Holzzuwachs in ­Südtirols Wäldern beträgt rund 2 Millionen ­Festmeter. Oder anders ausgedrückt:

In Südtirols Wäldern wächst jede Stunde ein Holzhaus. Damit könnten jährlich rund 1.000 Holzhäuser gebaut werden. Allein damit könnte ein bedeutender Anteil vom Neubau in Holz gebaut werden, während zurzeit der Neubau in Holz nur rund 12 % ausmacht. Entnommen wird aus Südtirols Wäldern jährlich nur rund die Hälfte des Holzzuwachses. Damit haben wir in unseren Wäldern sozusagen eine Überproduktion an Holz, die zurzeit nicht genutzt wird. No. 46 / 2022

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≥ „WIR SIND OPFER S ­ CHLECHTER VISIONEN“

Stichwort ressourcenschonende ­Heizungs- bzw. Kühlsysteme: Worauf sollte man setzen? Altbau und Neubau müssen sich mehr an der Sonne orientieren, sprich ­Fotovoltaik für Stromverbrauch und Heizung mit Wärmepumpe. In ­Zukunft werden wir mit unseren Häusern nicht nur den eigenen Energiebedarf ­decken müssen, sondern auch den der ­Mobilität, sprich den Bedarf für unsere ­E-Autos. Davon bin ich überzeugt. Fest steht: In der Bauindustrie braucht es eine Wende. Braucht es hierfür auch mehr politische ­Reglementierung oder gar Verbote? Reglementierung ja, Verbote nein. Bisher hat die Freiwilligkeit aber nicht funktioniert. Sie funktioniert, wenn die Politik dafür etwas hergibt, in Form von nach­haltigen Förderungen, aber vor allem wenn

„WIR MÜSSEN DEN BESTAND VERBESSERN, ­DARAN FÜHRT KEIN WEG VORBEI.“ PETER ERLACHER

sie es selbst mit öffentlichen Bauten vorlebt – was zurzeit nicht der Fall ist. Ich bin auch überzeugt, dass im Bereich ­Innovation vieles leichter wäre, wenn man die Bürger beteiligen würde. Im neuen Gesetz für Raum und ­Landschaft ist die Bürgerbeteiligung bereits verankert. Ja, aber die Bürgerbeteiligung ist oft nur ein Feigenblatt. Die Arbeitsgruppen, die für den Bürgerbeteiligungsprozess

g­ ebildet werden, setzen sich noch zu ­wenig durch, weil über die Bürger ­hinweg entschieden wird. Klimaneutralität lautet das Ziel der EU für das Jahr 2050. Südtirol will das schon innerhalb 2040 schaffen. So viel zu den guten Vorsätzen. Schaffen wir die grüne Wende im Bausektor? Das kann ich mir kaum vorstellen. Da ist schon zu viel falsch gelaufen. Wir haben großen Nachholbedarf. Die Zeit ist reif für einen Paradigmenwechsel, die ­Technologien sind vorhanden. Wir werden mehr Geld in die Hand ­nehmen müssen, weil wir bisher zu wenig getan haben. Derzeit sind wir noch Opfer s­ chlechter Visionen. Es ist Zeit, zu handeln. Dafür braucht es mehr Mut von allen Beteiligten im Bausektor. Wir leben in einem wohlhabenden Land. Es ist unsere Pflicht, unseren Beitrag zu leisten. n Zurzeit tun wir das noch nicht.

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EINE EMPFEHLUNG VON HERZEN

Alp House: Umgeben von Wald und Blumenwiesen, mit unverstelltem Blick auf den gewaltigen Dolomitengipfel Schlern stand einmal ein kleines, gemütliches Sommerfrische-Häuschen.

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Was für ein schöner Ort! Die Lage des Hauses bei Völs am Schlern ist sehr besonders. Ein Kraftort zwischen Seen und Bergen, zwischen MTB-Trails im Sommer und Skipisten im Winter. Die komplette Freiheit, sich hier in dieser Idylle beim Hausbau austoben zu können, war für Denise und Franz eher eine Belastung als ein Vorteil. Beide hatten keine Vorkenntnisse in Sachen Hausbau, das Bau-Zeitfenster war begrenzt und sie suchten nach einem Partner, der ihre Vorstellung vom Traumhaus berücksichtigt und dem sie zu 100 Prozent vertrauen können. Und dann ging alles ganz schnell … Es ging dann direkt in die Planung. Projektleiter Alexander stand beratend zur Seite und es wurde alles versucht, um den Wünschen und Vorstellungen der Familie gerecht zu werden. Das haben Denise und Franz auch gespürt. Eine Situation ist Denise ganz besonders in Erinnerung geblieben: Ein nicht unwesentliches Detail des Erstentwurfs hatte sie nicht wirklich überzeugt. Da die Planung an dieser Stelle des Hauses jedoch schwierig war, nahm sie schweigend den Kompromiss an: „Offensichtlich haben sie aber gespürt, dass ich nicht ganz glücklich mit der Lösung war. Nach ein paar Tagen kam ein Anruf von Alp House mit einem Alternativvorschlag und dann war es perfekt – genau so, wie ich es mir gewünscht hatte! Dass sie das von sich aus bemerkt und noch einmal die Pläne überarbeitet haben, das hat ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl

Foto: clicktext

ier, mitten im Grünen, lebten die ehemalige Skirennläuferin Denise Karbon und MTB-Profi Franz Hofer glücklich und zufrieden. Als jedoch das Sportlerpaar zur Familie wuchs und ihre Tochter Pia 2015 auf die Welt kam, wurde der Platz zu eng und ein neuer Wohn(t)raum musste geschaffen werden. Sie folgten der Empfehlung einer Freundin und fanden sich schon bald beim Erstgespräch mit der Firma Alp House wieder.

Zu Besuch bei Familie Karbon-Hofer. „Die Zusammenarbeit mit Alp House ist wirklich besonders und da fällt es leicht, die Begeisterung und das gute Gefühl zu teilen, das wir mit dem Bau unseres Hauses verbinden“.

uns wirklich imponiert. Das hätten sie ja nicht tun müssen. So entsteht Vertrauen!“ Anfang Februar 2017 wurde das Fundament gegossen und nach knapp vier Monaten Bauzeit haben Denise, Franz und Pia das erste Mal im neuen Haus geschlafen. Kurz nach Fertigstellung kam Sohn Samuel zur Welt. Selbst darauf wurde Rücksicht genommen und alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass der Umzug noch vor Geburt des zweiten Kindes stattfinden konnte. Lieblingsplätze Fünf Jahre wohnt Familie Karbon-Hofer nun schon im neuen Haus und inzwischen hat jeder seine ganz persönliche Lieblingsecke gefunden. „Die Küche hat bei uns eigentlich den schönsten Platz. Man sieht die Kinder von Weitem, wenn sie nach der Schule mit gepflückten Blumensträußen in der Hand über die Wiesen hochgelaufen kommen, und natürlich auch den Schlern!“, berichtet Denise. Franz genießt am liebsten die wunderbare Aussicht vom Sofa

aus oder verbringt seine Zeit in der Werkstatt und im Garten. Die Kinder Samuel und Pia lieben ihr Spielzimmer auf der Empore. Auf dieser zusätzlichen Ebene sind die Kinder mitten drin im Familienleben und haben trotzdem ihren Platz zum Spielen und ihren Rückzugsort. Nach Hause kommen „Einfach ein feines Gefühl“, findet Franz. „Hier geht’s uns gut, zu Hause ist der Ort, wo wir als Familie immer wieder alle zusammenkommen, wo wir spüren, was im Leben wirklich wichtig ist. Unser Garten und der Wald strahlen Ruhe aus und helfen uns immer wieder in die Energie zu kommen.“ ❧

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Ensemble: Die Fassade des Haupthauses (links) ­wurde ­geöffnet, um Platz für eine kleine, überdachte ­Loggia zu schaffen. Im ehemaligen ­Wirtschaftsgebäude (rechts) befindet sich die neue ­Wohneinheit. Ein einziges Dach mit durchgehender ­Traufe ver­bindet die beiden Gebäude.

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EPPAN

HYBRIDES HOFGESPANN Drei Jahre lang haben Architekten, Handwerker und Restauratoren einen ­Eppaner Bauernhof aus dem Jahr 1903 saniert. Das Ergebnis: ein gelungenes Z ­ usammenspiel aus Alt und Neu. Text: Barbara Tilli | Fotos: Oliver Jaist

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rächtige Burgen, ehrwürdige Ansitze, alte Gutshöfe und idyllisch gelegene Weinberge prägen das Landschaftsbild in Eppan. Etwas außerhalb des Dorfkerns, am Fuße des Gandberges, steht ein bescheidener und doch recht stattlicher Bauernhof aus dem Jahr 1903. Einst wurde hier Wein produziert, Gemüse angebaut und Getreide verarbeitet. 24 No. 46 / 2022

Auch Nutztiere gab es auf dem Hof, bis sich der damalige Junior-Bauer dazu entschloss, die Viehhaltung und den Getreideanbau aufzugeben. 1975 wurde das letzte Schwein geschlachtet und der Stadel zum Speicher umfunktioniert. Fortan setzte man alle Bemühungen auf den Obst- und Weinbau. Rundherum, in der unmittelbaren Nachbarschaft, verschwanden die Grünflächen

allmählich – sie mussten einer modernen Wohnbauzone weichen. Der alte Bauernhof jedoch steht noch heute unbeirrt an seinem Platz. Drei Jahre lang – die Coronapandemie hat die Arbeiten verzögert – wurde er behutsam saniert und umgebaut. Sein neues Erscheinungsbild würdigt die Vergangenheit und setzt ein Zeichen für die Gegenwart. R

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Heiz- und Kühldecke

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Alles Gute kommt von oben!

Fusion: Die Fassade des Bauernhofes ist ein Zusammenspiel aus Alt und Neu. Das Scheunentor des ehemaligen ­Wirtschaftsgebäudes, die Fenster und Teile des alten ­Mauerwerks wurden ­behutsam ­restauriert. Die dunkle ­Holzverkleidung ­erinnert an das ­sonnenverbrannte ­Lärchenholz des alten ­Stadels.

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WAS IST ERHALTENSWERT? Was muss neu gedacht werden? Und: Wie kann man sparsam mit Ressourcen umgehen? Diese Fragen stellten sich die Architekten Martin Egger und Martin Trebo gemeinsam mit Geometer Christian Vitroler, als sie vor der großen Herausforderung standen, den alten Bauernhof zu sanieren. „Das Gebäude ist nicht denkmalgeschützt. Trotzdem war es uns wichtig, auf die b­estehende R

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Innenleben: Um mehr Licht ins Haupthaus zu holen, ­haben die Architekten ­Wände und Decken abgebrochen. Das Ergebnis: ein heller, ­zweigeschossiger Raum. Die Treppe verbindet die Wohnküche mit einer ­überdachten Loggia.

­ ausubstanz zu reagieren und die SpuB ren der Zeit zu ehren“, erklärt Martin Egger. Die Hausherrin, heute selbst im Obst- und Weinbau tätig, wünschte sich ein modernes Zuhause in alten Gemäuern – für sich und die neue Generation. Das gebaute Erbe der Familie sollte aber spürund sichtbar bleiben. Anzeige_FFMedia_184x70mm.pdf

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DAS HAUPTHAUS mit seinen massiven Steinwänden war recht gut in Schuss. „Es wurde sehr solide mit bäuerlichem Hausverstand gebaut, also haben wir uns auf punktuelle Eingriffe konzentriert“, erklärt Martin Trebo. Um mehr Licht im Inneren des Hauses zu erzielen, wurde die Fassade in der obersten Etage geöffnet und

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eine kleine Dachterrasse geschaffen. Darüber hinaus wurde ein bereits bestehendes Fenster vergrößert. Im Inneren haben die Architekten einzelne Wände und Decken abgebrochen und so den Grundriss des Hauses geöffnet. Das Ergebnis: ein heller Wohnraum für die Familie, die sich von Anfang an nach mehr Licht sehnte.

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Hereinspaziert: Der neue Wohntrakt punktet mit perfekten Symmetrien, massiven Holzböden aus Eiche und maßgefertigten Einbaumöbeln.

Die alten Steinwände wurden mit einem innen liegenden Dämmputz versehen, so wie es oft bei denkmalgeschützten Häusern üblich ist. „Wir wollten nicht mit gängigen Dämmplatten arbeiten. Dämmputz erschien uns für dieses alte Gebäude die bessere Lösung. Er besteht aus natürlichem Kalk, lässt das alte Mauerwerk atmen, bewahrt vor Wärmeverlust und besitzt eine natürliche Oberflächenerscheinung“, erklärt

Clever: Eine große Fensterfront flutet die Küche im neuen Wohntrakt mit Tageslicht. In die vertäfelten Holzwände aus Fichte (rechts) wurde eine Schiebetür eingebaut, die optisch kaum erkennbar ist. Sie dient als Verbindungselement zum Treppenhaus.

Martin Egger. Ein weiterer Vorteil: Die charakteristischen, bauchigen Wände des alten Bauernhauses blieben intakt. DAS WIRTSCHAFTSGEBÄUDE wurde in ein neues Zuhause für die Tochter des Hauses und ihre kleine Familie verwandelt. Die massiven Stützen des ehemaligen Stadels sind erhalten geblieben, die ausgewaschene Fassade wurde aufwendig saniert. „Die alten Mauern bestehen aus

einem improvisierten, selbst gemischten Beton. Solche Mauern weisen eine besondere Oberfläche auf, wie man sie so nur im ländlichen Kontext findet, und zwar überall dort, wo Bauern auf einfache Art und Weise selbst ihre Mauern herstellten. Dieses Grobe und Unperfekte hatte einen gewissen Charme, den wir unbedingt erhalten wollten. Also haben wir die Fassade von Restauratoren aufwendig sanieren lassen. Das sind absolute Profis,

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Verwandt: Der neue Zubau (links) schließt bündig an das ehemalige Wirtschaftsgebäude an. Das alte Mauerwerk hebt sich optisch ab. Die neue Fassade passt farblich zum Bestand und besteht aus einem stark gestockten Beton.

die sich normalerweise mit Kirchen befassen. Dank ihrer Expertise konnte das Mauerwerk gerettet werden“, erklärt Martin Trebo. Auch die alten Fenster und das große Scheunentor wurden wieder auf Vordermann gebracht. Sie sind stumme Zeugen alter Zeiten, die den Umbau überdauert haben.

DER NEUE ZUBAU, der bündig ans Wirtschaftsgebäude anschließt, wurde im Holzbau gefertigt. Umhüllt wird er von einer Schale aus Beton. „Wir wollten die massive Bauweise fortführen und wo möglich mit Holz reagieren“, erklärt Martin Trebo. Auch an der Fassade wurde punktuell mit Holz gearbeitet. Die

schwarz gebeizten Verkleidungen und Lamellen erinnern an das sonnenverbrannte Lärchenholz des alten Stadels. Erschlossen wird der Bauernhof über einen neuen Treppenaufgang, der zu einem hellen, einladenden Verteilerraum führt. Er dient als funktionales Bindeglied zwischem dem Haupthaus

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1. Knotenpunkt: Ein Verteilerraum aus hellem ­Fichtenholz verbindet das ­Haupthaus mit dem ehe­maligen ­Wirtschaftsgebäude und dem ­neuen Wohntrakt. Er soll ein ­gemeinsamer Treffpunkt für die ­Bewohner des Hauses sein.

1 und dem neuen Wohntrakt und soll als gemeinsamer Treffpunkt für die Bewohner dienen. Auch das Dach des Bauernhofes wurde neu errichtet: „Ursprünglich gab es zwei Dächer, die scheinbar

2. Praktisch: Im ehemaligen ­ irtschaftsgebäude befindet W sich ein offener Multifunktions­ raum. An warmen Sommertagen wird er als überdachte Terrasse genutzt. Die lasierten Holz­ lamellen der F­ assade sorgen für einen a­ ngenehmen ­Luftaustausch und dienen als ­Sichtschutz.

ungeplant aufeinandertrafen. Wir ­haben sie mit einem neuen, einheitlichen Sattel­dach ersetzt, das über eine durchgehende Traufe verfügt.“ Im Sinne des gemeinsamen Wohnens verbindet es

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nun auf elegante Art und Weise beide Gebäude. Es vereint Alt und Neu und bildet so ein gelungenes Hofgespann, das noch zahlreiche weitere Jahre übern dauern wird.

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Wiederbelebt: Aus kleinen, ­finsteren Räumen haben Martin ­Pfitscher und Barbara ­Pixner ein ­helles, luftiges ­Zuhause ­gezaubert. Kombiniert: Zeitgenössische ­Möbel, Original­elemente aus dem ­Bestand und ­antike Fundstücke, wie dieser 500 Jahre alte Lebens­mittelkasten, ­prägen das Interieur.

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ST. LEONHARD IN PASSEIER

RETTUNG EINES ROHDIAMANTEN Niemand wollte das Gebäude haben, sie gaben ihm eine Chance: Martin Pfitscher und Barbara Pixner haben ein Wohnhaus aus den 50er-Jahren vor dem Verfall bewahrt. Text: Barbara Tilli | Fotos: Florian Andergassen

Kreatives Duo: Martin Pfitscher und Barbara Pixner sind beruflich und privat ein Paar. Er ist Innenarchitekt, sie Grafikerin. Gemeinsam führen sie die „Kohlstaette“, ein Büro für ­Innenarchitektur, Gestaltung und Kommunikation.

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Trendige Kombi: Alte Stühle und neue Designerstücke ­verleihen dem Essbereich ­Geschichte und Persönlichkeit. Der Tisch und die Bank aus ­Zirbe wurden geseift. Das ­bewahrt vor Unreinheiten und verleiht dem Holz eine samtige Haptik.

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„WENN MARTIN NICHT GEWESEN WÄRE, HÄTTE ICH DIESES HAUS NIE GEKAUFT.“ BARBARA PIXNER

Elegantes Design: Die Küche ist ein Statement-Piece in Schwarz. Sie steht im Kontrast zu den hellen Wänden und dem grauen Betonboden. In Szene gesetzt wird der Küchenblock von einer schwebenden Lampe.

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chiefe Außenwände, bröckelndes Mauerwerk, un­ dichte Fenster. Schon von außen machte das ver­ waiste Bauwerk im Zentrum von St. Leonhard in Passeier keinen guten Eindruck. Sein Innenleben aber war geradezu gespenstisch: kleine, schummrige Räume, vollgestopft mit alten, staubigen Möbeln. Hier und dort, am Boden verstreut, lagen alte Konservendosen und vermoderte Pa­

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pierstapel – als wäre das Gebäude von heute auf morgen verlas­ sen worden. Beim ersten Lokalaugenschein fanden Innenarchi­ tekt Martin Pfitscher und Grafikerin Barbara Pixner sogar das alte Gebiss des ehemaligen Besitzers. „Diesen Anblick werde ich wohl nie vergessen“, erzählt Barbara. Heute kann sie darüber schmunzeln. Damals aber war sie über den Zustand des Gebäu­ des schockiert. „Wenn Martin nicht gewesen wäre, hätte ich die­ No. 46 / 2022

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1. Schwarzer Kubus: Der bestehende Zubau dient als Bindeglied zwischen Wohnküche und Terrasse. Er wurde mit schwarz lasiertem Fichtenholz verkleidet und hebt sich optisch vom Hauptgebäude ab. 2. Charmanter Logenplatz: Die Terrasse ist als Wohnraum im Freien gedacht. Die Dielen aus unbehandeltem Zirbenholz sind widerstandsfähig und splittern nicht – ideal zum Barfußlaufen.

ses Haus nie gekauft“, gesteht sie. Als Innenarchitekt ging Mar­ tin etwas pragmatischer an die Sache ran: „Die Bausubstanz war in keinster Weise erhaltenswert. Viele hätten die Finger davon gelassen, aber ich war überzeugt, dass das Gebäude wandelbar ist und dass es uns ein gutes Leben im Dorfzentrum ermögli­

chen würde. Zudem bot das Haus genügend Platz, um Büro­ räumlichkeiten für uns beide einzurichten“. Mit der Zeit ver­ festigte sich der Gedanke, das Gebäude zu sanieren. Und so ging er die Wette ein – wohl wissend, dass der Umbau eine Heraus­ forderung sein würde.

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DIE GRUNDMAUERN des Gebäudes stammen teilweise aus dem Jahr 1905. Der Rest des Hauses wurde in den Fünfzigern er­ baut. In den darauffolgenden Jahren kamen immer wieder neue Elemente und neue Räume dazu, und zwar „ohne Logik, ohne Konzept“, betont Martin. Das Ergebnis: ein kurios anmutendes Haus mit einem verschachtelten Grundriss. Eine Heizung gab es nicht, geschweige denn eine Außenisolierung, stattdessen feuchtes Mauerwerk. „Es war eine verzwickte Situation. Um das herun­ tergekommene Haus in ein Zuhause mit modernen Annehm­ lichkeiten zu verwandeln, mussten wir das Gebäude bis auf die 38 No. 46 / 2022

tragende Struktur zurückbauen“, erklärt Martin. Hierfür wurden Trennwände abgerissen, Decken neu gezogen und bestehende Fensteröffnungen vergrößert. Auch der modrige Holzbodenauf­ bau und die alten Fliesen mussten weichen. Die Hülle des Hauses jedoch blieb erhalten. Um eine thermische Verbesserung zu erzie­ len, wurde die Fassade mit Mineraldämmplatten gedämmt. Das Dach wurde völlig neu errichtet. „In sechs Monaten haben wir einiges verändert, doch der Bestand hat uns viele Entscheidungen abgenommen. Und das ist auch gut so. Man muss sich eben auf den gegebenen Rahmen einlassen“, betont Martin. R

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Ruhe-Oase: Das Elternschlafzimmer ­erstrahlt ganz in Weiß. Die Möbel stammen zum Teil aus vergangenen Wohnsituationen, unter anderem aus der Studienzeit.

DAS INTERIEUR ist als zeitloser Rahmen gedacht. Puristisch, aber keineswegs steril. Der Gedanke dahinter: „Die Wohnung soll im ständigen Wandel sein. Das schlichte Innenleben er­ möglicht es uns, immer wieder neue Objekte hinzuzufügen“, erklärt Martin. Originalelemente des Bestands, wie eine alte, schräge Terrazzotreppe, treffen auf Böden aus Beton, Fenster aus Zirbenholz und maßgeschneiderte Einbaumöbel. Hier und dort setzen ausgewählte Grafiken und Illustrationen kunstvolle Akzente.

Blickfang: Beinahe schwerelos schiebt sich die offene Wangentreppe aus Metall durch den Raum. Wer die Holzstufen nach oben steigt, gelangt ins derzeit noch ­unausgebaute Dachgeschoss.

Das Herzstück des Hauses ist die offene Wohnküche. Ein luftig-leichter Raum mit einem Holzofen und einem domi­ nanten schwarzen Küchenblock. Gekonnt hebt er sich vom schlichten Interieur ab. Zwei große Fenster fluten den Raum mit Licht. Die Rahmen aus unbehandelter Zirbe bilden eine Sitzbank. Martin ist im elterlichen Tischlereibetrieb Wendl aufgewach­ sen. Heimisches Holz liegt ihm am Herzen. In seinem Zuhau­ se setzt er damit bewusst Akzente. Ein besonderer H ­ ingucker

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Authentisch: Die alte, etwas schräge Treppe aus Terrazzo hat die Umbauarbeiten überlebt. Mühelos geht sie einen Dialog mit dem neuen­ ­Innenleben des Hauses ein.

ist das Wohnzimmer geworden: ein offener, getäfelter Raum aus Zirbenholz, der wie eine moderne Stube anmutet. Schlicht und gelassen wirkt die zeitgenössische Interpretation. Keine Spur von rustikalem Kitsch, auch nicht im restlichen Haus. Stattdessen dominieren ausgewogene Formen, Farben und Proportionen. Und doch sind da kleine Unebenheiten und

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Spuren der Vergangenheit: Die Grundmauern des ­Hauses aus dem Jahr 1905 sind erhalten geblieben. Sie schmücken die Büroräumlichkeiten im Erdgeschoss des Gebäudes.

versetzte Ebenen zu finden, die an die Vergangenheit des Hauses erinnern. Für Martin Pfitscher und Barbara Pixner ein Grund mehr, ihr Zuhause zu lieben: „Bis heute ist nicht jede Wand perfekt im rechten Winkel, und auch sonst weist das Haus kleine Makel auf. Es ist eben nicht perfekt und das ist n gut so. Wir sind es nämlich auch nicht.“

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