ff Extra Bauen 43-2018

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ff-extra vom 25.10.2018 – ff Nr. 43

Beilage zu ff 43/2018 I Vers. in Post. - 45% I Art. 1 Abs. 1 I Ges. 353/2003 (abg. Ges. 27.02.2004 Nr. 46) CNS Bozen I Poste Italiane SpA I Taxe percue / Tassa pagata

bauen

wohnhöhlen

Ob Porphyr, Holz oder Beton: So werden in Südtirol neue Einfamilienhäuser gebaut der diamant

Einfamilienhaus im Grünen: vieleckig in der Form, experimentell in der Ausführung

Gute nacht!

Wie man sich bettet, so liegt man: Ideen von drei Innenarchitektinnen

3x3 Meter

Das Weinhuisl: Wie sich zehn Pensionisten ihren Traum erfüllen


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Inhalt

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Foto: RenĂŠ Riller

Heimelige hĂśhle

Werner Tscholl plant ein Einfamilienhaus, das sich wie eine Muschel Ăśffnet.

12 Foto: Alexander Alber

Beton trifft design

Der Brixner Architekt Matteo Scagnol ­verwandelt ein Haus in einen Diamanten.

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Foto: Samuel Holzner

Ab in die box

Die Architektin Heike Pohl baut fĂźr sich und ihre Familie ein Haus im Haus.

30 Foto: Gustav Willeit

ZUHAUSE AUS BETON

Zwei Architekten schaffen den Spagat zwischen Ausblick und Privatsphäre.

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URHĆ„[ FRP Foto: RenĂŠ Riller

GEMEINSAM GETRENNT

Stephan Marx hĂśhlt einen Kubus aus und durchtrennt ihn mit einer Steinmauer.

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gute nacht! DAS wEINHUISL

Zu Hause schlafen wie im Design-Hotel? Inspirationen von Innenarchitektinnen.

Zehn Pensionisten erfĂźllen sich in Neustift ihren Winzertraum.

Impressum

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„ff-extra Bauen“, 25.10.2018, Beilage zu ff 43, Herausgeber: FF-Media GmbH, Eintrag. Landesgericht Bozen 9/80 R.ST. vom 27.08.1980. Presserechtlich verantwortlich: Manuel Saxl; Konzeption & Redaktion: Verena Pliger; Grafik & Layout: Sabine Rainer; Werbung: Elisabeth Forer-Naumann, Roswitha Rauter, Miriam Kaser; Titelseite: Gustav Willeit. Š ÂŽ FF-Media GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf mit grafischen, mechanischen, elektronischen oder mit digitalen Mitteln reproduziert werden. Jeglicher Missbrauch wird im Rahmen des Gesetzes verfolgt.

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Bauen mit System

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1. Natur pur: Der Vin schger Arch

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≥ Heimelige Höhle

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Heimelige Höhle Der Bauherr wollte innen wie außen pures Holz – ohne Lacke und Öle. Entstanden ist ein Einfamilienhaus, das sich wie eine hölzerne Muschel öffnet. Text: Verena Pliger Foto: René Riller

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1 1. Einheitlich: Das Einfamilienhaus wurde rundum mit einer rautenförmigen Holzverkleidung umrahmt. Die Hälfte des Hauses ist unterkellert, der Wohn- und Schlafbereich befindet sich auf einer Ebene. Für einen angenehmen Wind- und Regenschutz vor Betreten des Hauses wurde der Eingang nach innen versetzt.

2. Verglast: Nach vorne hin ist die gesamte Fassade von der Decke bis zum Boden voll ­verglast, die Wände rundum wurden mit einem Holz-Rautenmuster verkleidet. Um die große Terrasse mit dem Zirbenholzboden vor Regen zu schützen, wurde in die Dachuntersicht ­zusätzlich Glas eingebaut.

2 3. Schwebend: Vorne die grüne Wiese, hinten gepflegtes Kopfsteinpflaster, dazwischen der Holzbau, der sich leicht von der Erde abhebt. „Damit nehmen wird dem Gebäude seine Schwere. Zusätzlich hat man eine bessere Aussicht auf die grüne Wiese und die umliegende Landschaft“, erklärt Architekt Werner Tscholl.

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≥ Heimelige Höhle

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rchitekt Werner Tscholl hat sich für seine unkonventionelle zeitgenössische Architektur einen Namen gemacht. Weit über Südtirol hinaus. Er weiß architektonische Zeichen zu setzen, die faszinieren und zugleich polarisieren. Sein dafür wohl bekanntestes Beispiel ist die Kellerei Tramin. Ein Glaskubus mit einer grünen Stahlkonstruktion, deren Form den Trieben der Rebstöcke nachempfunden ist. Bekannt ist Tscholl auch für das 2009 eröffnete Passmuseum am 2.509 Meter hohen Timmelsjoch und die Mitte September eröffnete neue museale Struktur Timmel_Transit. Unkonventionell sind auch seine Entwürfe für private Wohnhäuser. Eines seiner jüngsten Projekte: Ein reines Holzhaus mitten in Naturns. Erbaut in einer Erweiterungszone mit Einfamilienhäusern aus den 70er- und 80-Jahren. Dort wurde vor eineinhalb Jahren ein baufälliges Gebäude abgebrochen und ein Neues wieder aufgebaut. Die Höhle. Wie für Tscholls Wohnhäuser typisch, ähnelt das Haus einer Höhle. Richtung Norden

zeigt es sich großteils geschlossen, Richtung Süden voll verglast. Davor befindet sich eine weitläufige überdachte Terrasse. Rundum umrahmt wurde die Höhle mit einer Holzverkleidung, rautenförmig angebracht wie ein Stoffmuster. Tscholl beschreibt das einstöckige Wohnhaus mit einer Nettowohnfläche von 120 Quadratmetern als Muschel, die sich nach vorne hin öffnet. „Normalerweise würde man die Wände gerade positionieren und zum Schutz des Holzes ein Vordach anbringen. Dieser Holzbau kommt ohne Vordach aus. Oder besser gesagt: Die Konstruktion verschluckt das Vordach. Trotzdem bekommen die Außenwände keinen Regen ab, da sie bewusst schief positioniert wurden“, so beschreibt der Vinschger Architekt die Konstruktion des Einfamilienhauses. Die Philosophie. Der Bauherr hatte eine klare Vorstellung von seinem neuen Heim. Es sollte zu hundert Prozent in Holz gebaut werden, ohne Eisen, ohne Leime, ohne Öle. Einfach Natur pur. Entsprechend sind die Wände aus massivem Holz, die Dämmung aus Holzfasern und die ≥

„Das Haus ähnelt einer ­Muschel, die sich nach vorne hin öffnet“ WERNER TSCHOLL

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≥ Heimelige Höhle

Logenplatz: Innen- und ­ ußenraum verschmelzen A mit der Landschaft, und das ­Gebäude öffnet sich wie eine Muschel Richtung Süden. Ob Küche, Ess- und Wohnraum oder das große Schlaf- und Badezimmer – alle Haupt­ räume sind nach vorne hin neben­einander ­angeordnet. Auf der Hinterseite befindet sich noch ein Schlaf- und ­Badezimmer für Gäste.

der Architekt im gespräch

Werner Tscholl: Die Verkleidung gibt dem Gebäude eine gewisse Leichtigkeit und nimmt der Holz­ verschalung ihre Schwere. Wir haben sie rund um das gesamte Haus rauten­ förmig angebracht, damit wirkt sie wie ein Stoffmuster. Das heißt, auch das Dach? Ja, genau. Ich sehe ein Gebäude als ­einen Gesamtkörper. Mir war es wichtig, dass es von jeder Ansicht, also auch von oben, immer die gleiche Oberfläche und damit ein homogenes Äußeres hat. Aber ist Holz am Dach nicht ­wahnsinnig empfindlich?

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Nein, Holz trocknet ja wieder und kann so ohne Weiteres dem Wetter ausgesetzt sein. Es kommt aber natürlich auch auf die Holzart an. Lärchenholz würde sich für eine solche Verkleidung nicht eignen. Sehr wohl aber eignet sich Zirbenholz, für ein solch großes Volumen wäre es aber zu teuer. Wir haben uns für Weißtanne entschieden. Ein astfreies Holz, das über die Jahre gleichmäßig ergrauen wird und sich trotz Witterungseinflüssen weder verzieht noch verdreht.

Der Vinschger Architekt Werner Tscholl.

Wie ist das Dach aufgebaut? Gleich wie die Wände. Sprich ­zuerst kommt die Massivholzstruktur, dann eine Dämmung, darauf eine wasserdichte Folie und darüber das Rauten­holz. Dank dieser Verkleidung verschwindet die Folie, und man sieht nur noch das Holz. Eine Besonderheit

ist die Konstruktion des Daches oberhalb der Terrasse. Dort haben wir ein Glas eingesetzt, damit ist die Struktur lichtdurchlässig und schützt zugleich vor Regen. Wenn man auf der ­Terrasse sitzt, schimmert das Licht richtig schön durch die Rauten.

Foto: Alexander Alber

Das Gebäude trägt ein Kleid aus Holz, warum?

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≥ Heimelige Höhle

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≼ Heimelige HÜhle

A­uĂ&#x;enver­k­leidung wiederum mit Holz verkleidet. Die Vollholzteile ohne Leim und Metall wurden vom Unternehmen Holzius aus Prad am Stilfser Joch vorgefertigt. Mit einem LKW wurden die fertigen Wände inklusive Installationsschlitzen auf die Baustelle nach Naturns geliefert. Dort konnte das Unternehmen A-Net aus Sigmundskron die schlĂźsselfertige AusfĂźhrung Ăźbernehmen. Das Gebäude in seiner Rohfassung stand innerhalb nur einer Woche. Bis zur Fertigstellung ist am Ende ein Jahr vergangen. „Mir geht es nicht darum, einen Rekord zu brechen, sondern einen Bau ruhig und richtig anzugehen“, argumentiert Werner Tscholl.

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Die Holzstruktur. Genau so wie im AuĂ&#x;enbereich dominiert auch im Inneren der Werkstoff Holz. Doch anders als die Wände auĂ&#x;en wurden die Wände innen nicht verkleidet. Die massive tragende Struktur aus Fichtenholz wurde vĂśllig in Sicht belassen. „So, wie man frĂźher eben ein Holzhaus gebaut hat“, meint der Architekt.

Holz in Holz. Alle Wohn- und Schlafräume, hier im Bild das Wohnzimmer und die ­KĂźche, verteilen sich auf einer Ebene und haben vollen Blick ins Freie. Die tragenden Massivholzwände aus Fichtenholz wurden in Sicht belassen. Auf Wunsch des ­Bauherren ist auch der Eichenholzboden naturbelassen, er wurde nur geseift, aber nicht lackiert oder geĂślt. Damit hat er dieselbe Tonalität wie die Innenwände. Ton in Ton. Die KĂźchenzeile wurde aus Eiche gefertigt, der Anschluss zur Decke – wiederum passend zur Wand – in Fichtenholz. Der KĂźchenblock in U-Form dient ­zugleich als Trennung zum Wohnraum und kann auch als Theke benutzt werden.

Die Energieversorgung. Da bereits ein Gasanschluss vorhanden war, wird das Gebäude mit Gas beheizt. Werner Tscholl schätzt den Energieverbrauch dennoch als sehr gering ein. Einerseits dank der guten Isolierung, aber auch dank der sonnenexponierten Lage und der groĂ&#x;flächigen Verglasung. Bewusst wurde die Glasfassade Richtung SĂźden ausgerichtet, und auch alle Wohnräume und das Schlafzimmer orientieren sich dorthin. Die bis zu vier Meter hohen Räume kĂśnnen so vollständig belichtet werden. „Im Winter steht die Sonne sehr tief, und die Bäume im Garten sind ohne Laub, so gelangt Ăźber die Glasfassade viel passive Energie in n die Wohnräume“, erklärt der Architekt.

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≥ Heimelige Höhle pr-info

das Fertig(durchdachte)haus

Alp House Ein schlüsselfertiges Ziegelhaus mit Fixpreisgarantie – das innovative Konzept des Sterzinger Fertighausherstellers. Baustelle im Baukastensystem montiert. Somit können wir wetterunabhängig arbeiten und ersparen uns zudem sehr viel Zeit. Wie ist die Auftragslage zurzeit? Im Jahr bauen wir ungefähr 30 Einfamilienhäuser und sind nicht nur in Südtirol tätig, sondern auch außerhalb der Landesgrenze. Auch im Hotelbau ist unsere Fertigbauweise immer mehr gefragt, nicht nur weil wir weniger Zeit brauchen als die konventionelle Bauweise, sondern auch wegen der genannten Wetterunabhängigkeit und unserem Fixpreis.

Helmuth Leitner, Geschäftsführer der Alp GmbH

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it Weitsicht hat Helmuth Leitner den Grundstein für sein erfolgreiches Unternehmen gelegt. Nach der Lehre als Maurer und der Meisterprüfung machte sich Helmuth Leitner 1983 selbständig. Nach und nach spezialisierte sich das Unternehmen auf den Bau von Passiv- und Niedrigenergiehäusern und legte großen Wert auf innovative Techniken, Weiterbildungen und Verbesserungen ihrer Tätigkeit. Die richtigen Zutaten, um aus einem kleinen Betrieb ein führendes Bauunternehmen zu machen.

den entstehen zu lassen. Durch die präzise Planung kann auch unsere Kalkulation sehr genau durchgeführt werden, deshalb können wir Anfang an eine Fixpreisgarantie bieten. So können unsere Bauherren ihr Budget genau planen und erleben hinterher keine bösen Überraschungen. Was erwartet einen Häuslebauer nach der Planung? Wenn der Plan zur Zufriedenheit aller steht, geht es darum, alle bürokratischen Angelegenheiten abzuwickeln. Durch unsere lange Erfahrung im Hausbau stehen wir auch hier den Bauherren helfend und beratend zur Seite. Unsere geschulten Mitarbeiter führen gekonnt, mit Übersicht und Klarheit durch den Bürokratiedschungel und liefern wichtige grundlegende Informationen zu baurechtlichen Fragen.

ff: Herr Leitner, warum sollten sich Häuslebauer für ein Haus von Alp House entscheiden? Helmuth Leitner: Zum einen bieten wir eine flexible Planung und Ausführung, das unterscheidet uns von anderen Fertighausherstellern. Bei der Planung ist es besonders wichtig, dass alle Beteiligten mit einbezogen werden, nur so können wir sicherstellen, dass alle Wünsche und Vorstellungen unserer Kunden auch in die Realität umgesetzt werden. In diese Phase investieren wir deshalb die meiste Zeit, um so das Traumhaus unseres Kun-

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Wie geht es dann weiter? Nun geht es an die Verwirklichung des Hauses. Alle Mauerteile, bereits inklusive Elektroinstallation, werden sorgfältig nach Plan in unserer Produktionshalle in Sterzing vorgefertigt, auf den LKW geladen und auf der

Was ist das Erfolgsgeheimnis Ihres Unternehmens? Ich kann mich immer zu 100% auf mein Team verlassen. Für mich ist es sehr wichtig, dass die Mitarbeiter zufrieden sind und sich als Teil der Alp House Familie fühlen. Einmal im Monat setzten wir uns alle an einen Tisch und frühstücken gemeinsam. Seit kurzem haben wir auch eine Zusatzversicherung für all unsere Mitarbeiter und deren Familien ausgearbeitet. Gesunde, motivierte und zufriedene Mitarbeiter sind unser Kapital! Was macht Sie zum idealen Partner für den Hausbau? Das Projekt Hausbau ist nach dem Kinderkriegen nun einmal einer der wichtigsten Abschnitte im Leben. Träume und Wünsche sollen so weit als möglich umgesetzt werden. Unser Bestreben ist es daher, am Ende einen glücklichen Hausherrn in sein Traumhaus einziehen zu sehen, und deshalb setzen wir alles daran, ein zuverlässiger und kompe❧ tenter Partner zu sein.

Alp GmbH Karl von Etzel Straße 6, I-39049 Sterzing (BZ) Tel. +39 0472 767 111 Fax +39 0472 767 911 info@alphouse.it www.alphouse.it

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KLERANT – BRIXEN

Der Diamant Michael Fischer hat sich seinen eigenen Designtraum ­verwirklicht: Ein Einfamilienhaus im Grünen, vieleckig in der Form, experimentell in der Ausführung. Text: Verena Pliger

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Foto: Alexander Alber

Rundumsicht: Bauherr ­Michael Fischer hat für sich und seine Familie einen zweigeschossigen Traum ­erfüllt. Die vieleckige und miteinander verbundene Struktur des Daches verleiht dem Einfamilienhaus in Klerant eine Rundumsicht. Unten befinden sich die drei Kinderzimmer, oben der Wohnbereich und das ­Eltern-Schlafzimmer mit Zugang zu zwei weitläufigen Terrassen.

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Foto: Alexander Alber

≥ Der Diamant

Designverliebt: Bauherr Michael Fischer betreibt mit zwei Partnern das Einrichtungshaus Trias in Brixen und Meran. In Klerant erfüllte er sich seinen ganz persönlichen Wohntraum. Hier treffen Designstücke auf moderne Architektur. Einer seiner Lieblingsplätze ist der Ohrensessel Egg Chair, den Arne Jacobsen für Fritz Hansen entworfen hat. Positioniert ist der Designklassiker vor dem schwebenden Kamin im Wohnraum.

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≥ Der Diamant

1. Harmonisch: Gekonnt kombinieren die Bauherren verschiedene Designstücke. Den Esstisch von Hay umgeben ­Holzstühle von Carl Hansen & Søn. Einen starken Akzent setzen die von ­Louis Weisdorf designten geometrischen ­Pendelleuchten von Gubi.

Foto: Alexander Alber

2. Edel: Die Bulthaup-Küche ist ein Mix aus Holz und Aluminium. Die Küchen­ zeile mit integriertem Kombidampfgarer ist aus Eichenholz und lehnt am Betonkern. In die Mitte des Raumes wurde ein über drei Meter langer Küchenblock ­platziert. Die Fronten sind aus sand­ farbenem Aluminium, in die Arbeitsplatte wurde ein Waschbecken und ein ­ Kochabzugsystem von Bora integriert.

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3. Praktisch: Alle Fronten der Küche sind grifflos. Die Arbeitsplatte des ­Küchenblocks ist aus gebürstetem ­Edelstahl. „Überraschenderweise fühlt sich die Oberfläche nicht kalt an. ­Zugleich ist sie so hitzebeständig, dass ihr selbst ein heißes Backblech nichts anhaben kann“, erklärt der ­Bauherr und Einrichtungsexperte.

Foto: Filippo Molena

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as Flachdach hat Südti­rols­ Architektur über Jahre­ geprägt. Die bekanntesten Architekten des Landes setzten auf flache Dächer. So wie Matteo ­Scagnol, der mit seiner Frau Sandy Attia das ­Studio MoDus Architects führt. Der Brixner Architekt war einer der Ersten, der dem Dach seine Erhöhung nahm. Und er war einer der Ersten, der dem Südtiroler Dach wieder seine typische Struktur zurückgab. „Seit 2004 bauen

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wir wieder verstärkt Häuser mit Sattelund Steildächern. Ich habe mittlerweile ein richtiges Faible für Dächer mit Struktur“, meint Scagnol. Blick ins Freie. Bekannt für seine Visionen und Innovationen, ging er nun einen Schritt weiter. In Klerant am Ploseberg, oberhalb von Brixen, hat er einem Einfamilienhaus ein ganz neues Dach übergestülpt. Ein Dach in Form eines Diamanten. Eine vieleckige und miteinan

der verbundene Struktur, die dem Haus eine Rundumsicht verleiht. Richtung Süden auf die grüne Wiese und ins untere Eisacktal, im Osten auf den Radlsee, im Westen auf den Wald des Plosebergs, im Norden auf den Gitschberg. „Ursprünglich wollten wir das Haus nur mit Blick Richtung Süden bauen. Wir hatten es aber mit einem sehr steilen Gelände zu tun. Aufgrund der Schräglage mussten wir in die Diagonale gehen, und im Zuge der Bewegung öffnete sich das Haus ≥ No. 43 / 2018

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≥ Der Diamant

der architekt im ­gespräch Was gefällt Ihnen am Haus am besten? Matteo Scagnol: Es mag komisch klingen, aber es sind die design­ affinen Bauherren. Echt jetzt! Sie haben die architektonischen Gedanken bis zu Ende gedacht und die Einrichtung darauf abgestimmt. Das ist natürlich ein Glücksgriff. Es kommt selten vor, dass auch die Einrichtung genau unseren Vorstellungen entspricht.

„Ich mag keine ­perfekten Gebäude“ MATTEO SCAGNOL

Waren Sie und die Bauherren ­immer einer Meinung? Bis auf den Putz ja, dort haben wir lange hin und her diskutiert. Am Ende haben wir uns für einen sehr groben, aber trotzdem weichen und haptischen Putz entschieden. Ich mag keine perfekten Gebäude, wir sind doch auch nicht perfekt. Wir verändern uns, wir altern, ­werden im Alter aber immer ­schöner, erfahrener und gelassener. Genauso ist es mit den Wandoberflächen, sie müssen nicht ein ­Leben lang gleich bleiben. Sie sollen sich ver­ändern dürfen. Damit der Putz von Beginn an nicht perfekt aussieht, haben wir ihn per Hand mit einer Spachtel aufgebracht. Man erkennt also die Handgriffe des Menschen.

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1. Der Farbmix: Matteo Scagnol ließ die Hausmauer im Eingangsbereich in unterschiedlichen ­Farben und geometrischen Formen streichen. „Es ist eine moderne ­Interpretation einer Wandmalerei, wie wir sie von alten Südtiroler ­Gebäuden kennen“, so der Architekt. 2. Die Skizze: Ein Markenzeichen von Scagnol: Die Klinke der ­Eingangstür bildet den Grundriss des Gebäudes nach. „Kunden ­ärgern sich zwar über die Zusatzkosten, am Ende ist es aber was ganz Besonderes“, meint Scagnol.

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Fotos: Alexander Alber

Die Bauweise ist ein Mix aus ­Beton und Ziegel, warum? Die Außenmauern wurden in ­Ziegelbauweise errichtet, der Kern des Hauses und das Dach sind dagegen aus Beton. Innen haben wir den Beton an den Dachuntersichten mit Zirbenholz verkleidet, außen mit Blech überzogen. So bekommt der Beton etwas ­Weiches und wirkt, anders als ­vielfach ­befürchtet, nicht mehr so kalt.


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≥ Der Diamant


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1. Design-Hommage: Zwischen Sichtbeton an der Wand und Holzverkleidung an der Decke dominiert auch im Wohnzimmer moderne Zeitlosigkeit. Der Glastisch von Walter Knoll ist ein filigraner Kontrast zum üppigen mintgrünen Ecksofa des dänischen Labels Hay.

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Fotos: Filippo Molena

2. Boden-Kunst: Nicht nur die Böden im Obergeschoss, sondern auch alle Duschen wurden in Wachszement ausgeführt. Ein natürlicher Belag, ganz ohne ­chemische Zutaten. „Man kann darauf angenehm ­barfuß laufen, und er ist einfach zu ­reinigen“, erklärt der Bauherr. 3.+4. Beton-Konstrukt. Rund um den Betonkern ­ordnen sich alle Räume an. ­Flankiert wird der Kern von einer Holztreppe, die vom ­Wohnraum ins ­Untergeschoss mit den drei ­Kinderzimmern führt.

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≥ Der Diamant

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Foto: Filippo Molena

Fotos: Alexander Alber

1+2. Schlafen mit Witz: Das Eltern­ chlaf­zimmer mit dem Boxspringbett des S ­Wiener Herstellers Wittmann befindet sich auf einer Ebene mit dem Wohnraum. Hier treffen helle Naturtöne auf die sägeraue Zirbenholzverkleidung an der Decke. In schmaler Perlinenform montiert, bringt sie Wärme in den Raum und bedeckt Belüftung und Akustikvlies. Die Seitenwand wurde mit einer ­Tapete mit Affenmuster bezogen. Kleiner Gag: Sie lässt sich einen Spalt öffnen, für einen Blick ins ­Wohnzimmer.

2 3. Kleiden mit Stil: Begehbar und doch geschlossen zeigt sich der geräumige Eichenholz-Schrank im Schlafzimmer. Innen sorgt ­Zirbe für guten Duft. 4. Baden mit Genuss: Genauso wie die Türklinke empfindet auch der Spiegel im Badezimmer den Grundriss des Gebäudes nach. Die Seitenwände wurden in Sichtbeton belassen. Wie alle Maß­ möbel wurde auch der Bad-Unterschrank aus Eichen­holz von einer Tischlerei aus St. Andrä gefertigt.

Foto: Filippo Molena

Foto: Filippo Molena

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in alle Richtungen. Es ist ein Spiel mit Diagonalen und soll das Gefühl vermitteln, dass dieses Haus fließend ist und nirgends zu Ende geht“, so Scagnol. Beton im Herzen. Bauherr Michael Fischer und seine Frau Cristina Merler ließen dem Architekten bei der Planung freie Hand. Bis auf eine klare Vorgabe: „Wir wollten kein Haus mit

einem klassischen Flur, von dem links und rechts die Zimmer wegführen“, erzählt die Bauherrin. Für den Architekten eine neue Herausforderung, aus der sich ein neuer Gedanke er­gab: ein Betonkern in der Mitte des Hauses. Er zieht sich vom Untergeschoss bis zum Dach. Rund um dieses Element ordnet sich alles an, der Wohnraum, die Küche und das Eltern-Schlafzimmer im oberen Geschoss, die Zimmer der drei Kinder, das Büro und der Waschraum im Untergeschoss. Jeder Raum hat eine andere Aussicht. Licht in Sicht. Scagnols Betonkern-Idee gefiel. „Matteo hat uns das Modell gezeigt, und wir waren sofort begeistert, vor allem weil das Haus so schön lichtdurchflutet ist“, erzählt Michael Fischer, der mit zwei Partnern das Einrichtungshaus Trias in Brixen und Meran betreibt. Auch der Architekt selbst findet immer mehr Gefallen an seinem Entwurf. „Es war ein Experiment, und es gefällt mir immer besser. Das Gebäude erinnert mich an ein Zelt, ohne regulären Grundriss, das dank der großen Fensterflächen dennoch sehr modern wirkt“, so beschreibt es Matteo Scagnol. n

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≥ Der Diamant

Foto: Andrea Cazzaniga, Alpina Dolomites

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Latsch

heike und die box Die Architektin Heike Pohl hat für sich und ihre ­Familie ein Haus im Haus gebaut. Dominant, ungewöhnlich, speziell.

Foto: Samuel Holzner

Text: Verena Pliger

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≥ Heike und die Box

Boxen-Konzept: Im Obergeschoss wurden das Stübele, die Küche und der Waschraum in eine Box aus Fichten­ sperrholz gesetzt. Box Nummer EINS: Das Stübele ist das klare Gegenstück zum Sichtbeton. Die Täfelung und der Holzboden ­stammen aus dem abgerissenen Vorgängerhaus. Ergänzt wurden die Relikte mit einem Divan und einer neuen hellen Eckbank. Für optische Ruhe kann die Box mit einem Lodenvorhang geschlossen werden.

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elbst internationale Medien haben im vergangenen Jahr über Heike Pohl berichtet. Die Vinschger Architektin, die seit 2011 mit Andreas Zanier das Architekturbüro Tara in Meran führt, erschloss die enge Plimaschlucht im Hintermartelltal. Mit vier kunstvoll gefertigten Aussichtsplattformen aus Stahl, die Besucher an markante Punkte am und über den Rand der Schlucht führen. Pohl und Zanier bauen aber weit mehr als Skulpturen in der Landschaft. Sie planen Hotelumbauten – wie das Miramonti in Hafling – und natürlich Einfamilienhäuser. Darunter Pohls eigenes Heim in Latsch. Ein Neubau mit schwieriger Ausgangslage mitten im Dorfzentrum, direkt neben der Dorfstraße, zwischen bereits bestehenden Wohnhäusern. „Wir wollten eine Gegenposition zur Hochglanzarchitektur von Architektenkollegen im Einfamilienhausbau schaffen“, meint Heike Pohl. Zweieinhalb Jahre haben sie in die Planung investiert. „Wir versuchten, das Gebäude in das Gefüge des Dorfzentrums einzupassen. Für ausreichend Privacy und zugleich genügend Offenheit in diesem eng bebauten Umfeld“, erzählt Pohl. Gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrem Studiopartner schaffte sie den architektonischen Spagat. Das dreigeschossige Wohngebäude zeigt sich offen und geschlossen, leicht und kompakt zugleich. Erbaut wurde das Gebäude in Massivbauweise. Die Wände innen wurden in Sichtbeton gehalten, außen wurden sie mit einer dunklen Holzhülle überzogen. ≥

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≥ Heike und die Box

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1. Box Nummer ZWEI: Der Waschraum befindet sich in der geschlossenen Box links im Bild. Die Box beherbergt das Tages-WC sowie einen Wirtschafts­ raum mit Waschmaschine und Trockner. 2. Box Nummer DREI: Die Küche ist ein Mix aus Metall und Stoff. Die Fron­ ten des Küchenblocks und der Küchenzeile haben eine metallisierte Oberfläche, die Innenflächen der Box wurden mit einer Wand­ tapete verkleidet. „Obwohl untypisch für die Küche, hat sich die Tapete bewährt, und sie hält auch stunden­ langes Suppekochen aus“, erzählt Heike Pohl. 3. Wohnraum: Das Wohnen spielt sich im großzügigen Raum zwischen den Boxen ab. So wurde in der Mitte des Raumes ein langer Essund Arbeitstisch platziert.

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≥ Heike und die Box

DIE BAUHERRIN IM ­GESPRÄCH

„Wir haben einfache ­materialien zur Höchstleistung gebracht“

Weniger ist mehr – trifft das auf Ihr Heim zu? Heike Pohl: Ja, durchaus. Durch das Haus ziehen sich ganz einfache Baumaterialien. Wir wollten sie zur maximalen Performance bringen. Den Sichtbeton etwa haben wir durch ein durchdachtes Schal- und Fugenbild zur Höchstleistung gebracht. Maximal zur Geltung kommt auch das Fichtenholz, mit dem wir das Gebäude ummantelt haben. Dabei handelt es sich um ein ganz bescheidenes Holz. Wir haben es so bearbeitet, dass es sich für alle Flächen eignet, sowohl für die Fassade als auch für die Untersicht und sogar für das Dach.

Heike pohl

Wie haben Sie das Holz be­ handelt, damit es der ­Witterung standhält? Wir haben dem Fichtenholz eine passende Lasur verpasst. Die erste Pinselbeschichtung erfolgte in der Werkstatt, der Endanstrich direkt am Gebäude. Uns ist natürlich ­bewusst, dass das Holz arbeitet und gerade an den Sonnenseiten stark beansprucht wird. Die Fassade werden wir alle paar Jahre ­streichen müssen, und sie wird auch etwas matter und unhomogener ­werden. Aber uns stört das nicht, man soll ruhig sehen, dass wir ­keine Kunststoffplatten verwendet ­haben. Wenn man möchte, dass das Haus nicht altert, dann darf man solche Materialien natürlich nicht wählen.

Foto: Alexander Alber

Warum ausgerechnet ­Fichtenholz? Rein kostentechnisch ist es sicher unschlagbar. Aber das sollte nicht den Ausschlag geben. Wir ­wollten beweisen, dass es dieselben ­Aufgaben erfüllen kann wie ein Holz, das doppelt so viel kostet.

Die Architektin: Heike Pohl mit ihrem Ehemann Karl Hafele (Mitte) und ihrem Studiopartner Andreas Zanier, mit dem sie das Architekturstudio Tara in Meran führt.

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≥ Heike und die Box

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≼ Heike und die Box

Eingepasst: In einer BaulĂźcke mitten im Dorfzentrum von Latsch hat Architektin Heike Pohl fĂźr sich und ihre Familie ein Gebäude mit einer dunklen HolzhĂźlle errichtet. „Wir haben die Firstlinie im Grundriss gedreht und geneigt, um innen ein maximales RaumgefĂźhl zu erzielen. Damit handelt es sich zwar um ein Satteldach, das jedoch auf ein ausladendes Vordach verzichtet“, erklärt die Hausherrin.

Foto: Alexander Alber

Fotos: Samuel Holzner

Eingehßllt: Die Holzfassade zieht sich auch ßber das Dach. Damit kein Wasser eindringt, wurde unter der Holzverkleidung eine Bitumenbahn angebracht, sie dient zugleich als ­Hinterlßftungsebene, die gerade im Sommer einen positiven klimatischen Effekt bewirkt.

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Spiel mit der Box. FĂźr einen besseren Ausblick und genĂźgend Abstand zur HauptstraĂ&#x;e wurden die beiden Wohn- und Schlafebenen nach oben verlegt. Im etwas lauteren Erdgeschoss befindet sich die Garage und der Eingangsbereich. Geruht und geschlafen wird im ersten, gewohnt im zweiten Obergeschoss. Dort wurden die drei klar abgrenzbaren Funktionen, also das StĂźbele, die KĂźche und der Waschraum, in jeweils eine Box aus Fichtensperrholz gesetzt. „Es handelt sich um ein sehr grobes Material, das eigentlich fĂźr Transportkisten auf Containerschiffen verwendet wird. Durch eine gezielte Verarbeitung ist es uns gelungen, dem Material seine Grobheit zu nehmen“, meint Pohl. Die wichtigste Funktion, das Wohnen, spielt sich im groĂ&#x;zĂźgigen Raum zwischen den Boxen ab. So wurde in der Mitte des Raumes ein langer Tisch platziert, er fungiert sowohl als Ess- als auch als Arbeitstisch. Hingucker Ăźber dem Tisch sind einfache GlĂźhbirnen, die Ăźber einen n StahlbĂźgel drapiert wurden.

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≥ Heike und die Box

GREEN CODE IST WOHNFÜHLKLIMA GREEN CODE KLIMADECKE® - HEIZEN UND KÜHLEN MIT AKTIVIERTEN BETONFERTIGTEILEN PROGRESS THERMOWAND® - BAUEN MIT GEDÄMMTEN BETONFERTIGTEILEN

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Durch die Green Code Klimadecke® sind jeder Raum und alle einzelnen Zonen separat regelbar. Das bringt eine Heizkostenersparnis mit sich, da die „Wohnfühl“-Raumtemperatur um rund drei Grad niedriger ist als angenommen. Zudem benötigt dieses Heizsystem niedrige Vorlauftemperaturen, da in der Decke hundert Prozent aktive Fläche zur Verfügung stehen – schließlich behindert kein Möbelstück oder Bodenbelag den Weg für die saubere Luft. Besonders geeignet ist die Green Code Klimadecke® für regenerative Energiegewinnung, da nur eine niedrige Vorlauftemperatur notwendig ist. Der Wohnraum wird behaglich erwärmt und bringt ein angenehmes Wärmeempfinden durch gleichmäßige Erwärmung aller Gegenstände über die Wärmestrahlung mit sich. Durch die geringe Thermik wird kein Staub aufgewirbelt; die Green Code Klimadecke® ist somit die ideale Lösung für Allergiker.

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≥ Porphyr-Traum

GIRLAN

Porphyr-traum Viel Ausblick, wenig Einblick: Das wünschten sich die Bauherren für ihr Zuhause. Zwei Architekten schafften den Spagat. Text: Verena Pliger | Fotos: Gustav Willeit

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≥ Zuhause aus Beton

Zuhause aus Beton: Eingebettet in ­Weinreben, erhebt sich dieser ­Neubau in Girlan. Ein homogenes Einfamilienhaus auf drei Stock­ werken, geplant von den beiden ­Architekten Andreas Lengfeld und ­Pavol Mikolajcak. Links befindet sich die Garage, rechts die 45 Quadratmeter ­große Einliegerwohnung, ­darüber wohnt der ­Bauherr mit seiner Familie.

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Klug geteilt: Oberhalb der Einliegerwohnung, also im Erdgeschoss, ­befindet sich eine große Terrasse. Sie ist vom Wohnzimmer und von der Küche aus erreich­ bar. Im zweiten Ober­ geschoss wurden die Schlafebenen ange­ ordnet: Links der Eltern­ bereich mit Bade- und Schlafzimmer, rechts die drei Kinderzimmer mit ­eigenem Bad und ­Zugang zur Terrasse. Stimmig kombiniert: Die Geländer der ­Terrassen wurden aus ­Eisen gefertigt. Farblich passen sie sich an die graphitschwarzen HolzAlu-Fensterrahmen und die Fassade der ­Einliegerwohnung an. Gut geschützt: Die für die Ortschaft typischen Weintrauben wurden in das Verschattungs­ element der Einlieger­ wohnung integriert. „Wir wollten die Woh­ nung nicht nur robust verschatten, sondern auch einbruchsicher ­machen. Dafür haben wir Drehschiebeelemente aus Stahl entworfen. ­Jeweils vier ­Elemente lassen sich auf- und zu­ klappen, damit kann man die Verschattung be­ liebig weit öffnen oder schließen“, erklärt Archi­ tekt Andreas Lengfeld. Für einen zusätzlichen Sicht- und Sonnenschutz sorgt das Trauben­muster, das sich nach oben hin immer weiter öffnet.

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≥ Porphyr-Traum

1. Kompakt: Die Gebäudehülle besteht aus porphyrrot eingefärbtem Sichtbeton, er verleiht dem Gebäude einen monolithischen Charakter. 2. Geschützt: Hereinspaziert! Der überdachte Eingangsbereich wurde als schlichter Rücksprung geplant.

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3. Aussichtsreich: Im Südosten, wo Küche und Wohnzimmer in den Garten führen, blicken die Bauherren Richtung Rungg. Darüber ­befindet sich eine Dachterrasse für die drei Kinder­ zimmer. Die Mönch- und-Nonne-Ziegel am Dach und die Kupfer-­ Dachrinnen ­haben dieselbe Tonalität wie der Beton der Fassade. Zur Verschattung wurden Markisen angebracht, die man über das Smartphone steuert.

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lles hier dreht sich um den Wein. Weinreben, so weit das Auge reicht. Der edle Tropfen bestimmt Girlans Leben. Entsprechend waren es in den vergangenen Jahren vor allem die Weinkellereien, die architektonisch für Furore gesorgt haben. Nun hat ein privater Bauherr Neues gewagt. Südlich des Dorfes, Richtung Rungg, hat er für seine Familie ein großzügiges Wohnhaus geschaffen. Mitten in den Weinbergen mit geradem Blick auf die Mendel genauso wie auf die Texelgruppe und das Rittner Horn. Der Neubau steht an derselben Stelle, wo sein Großvater Ende der 60er-Jahre ein Haus für seine Familie schuf. Da in die Jahre gekommen, entschied sich der Bauherr für einen Wiederaufbau. Drei Büros lud er zum Wettbewerb ein. Am Ende konnten Andreas Lengfeld und Pavol Mikolajcak überzeugen. Mit einem Gebäude, das sich ohne großes Spektakel in die Weinreben einfügt. Harmonisch in den Farben, bescheiden in der Form. Die Aussenhülle. Im Februar 2016 begannen die beiden Architekten mit der Planung, im Februar dieses Jahr zogen die Bauherren ein. Entstanden ist ein dreistöckiges Einfamilienhaus mit Bezug zum Ort. „Der Sichtbeton wurde in derselben Tonalität gefertigt wie der Porphyr vom Montiggler Steinbruch. Also mit leicht roten und braunen Nuancen. Die Farbe wirkt sehr ruhig, hält sich zurück und sticht nicht raus“, erklärt Architekt ≥ Andreas Lengfeld.

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≥ Porphyr-Traum

1 1. Wohnen: Von der Küche gelangt man auf die großflächige ­Terrasse. Der Steinboden in gebrochenem Weiß zieht sich durch das ­gesamte Erdgeschoss. Die Haptik der ­Außenwand entspricht der eines sehr groben Putzes.

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2. Genießen: Der lange Esstisch aus Eiche und die dazu passende Holzbank befindet sich direkt ­hinter der Küche. Wohnzimmer und Küche können auf Wunsch mit einem raumhohen Schiebebereich geschlossen werden.

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3. Leben: Für ein harmonisches Ambiente sorgt die Reduktion der Materialien. Alle Einbaumöbel, wie auch die Wohnzimmerwand vor dem Kamin mit Zugang zu einer kleinen Stube, wurden in hellem ­Eichenholz gefertigt.

4. Kochen: In der Mitte ein weißer freistehender rechteckiger ­Küchenblock mit integriertem Waschbecken und einer eleganten Arbeitsplatte aus Korian. Gekocht wird an der Küchenzeile vor einer grauen Rückwand.

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DAS HAUS DER UNBEGRENZTEN MÖGLICHKEITEN.

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≥ Porphyr-Traum

„Jeder raum hat seine ganz besondere aussicht“ Andreas lengfeld

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1. Schlafen mit Genuss: Zurück zur Natur, heißt es im Eltern-Schlafzimmer im Obergeschoss. Bodendielen aus Eichenholz sorgen für ­Gemütlichkeit. Sie treffen auf hellen Naturstein im angrenzenden Badezimmer mit freistehender Wanne. Für ein angenehmes Raumgefühl sorgt der Biokalkputz an den Innenwänden.

Fotos: Privat

2. Spielen mit Aussicht: Die Kinderzimmer im Obergeschoss sind mit einer Wand vom Eltern­ zimmer abgetrennt. Alle drei Zimmer haben ­Zugang zu zwei schönen Terrassen. Zusätzlich wurde unter der Dachspitze eine Galerie mit Blick auf die Mendel errichtet, die im Moment vor allem als Spielzimmer genutzt wird.

DIE ARCHITEKTEN

Erbaut wurde das Gebäude in Massivbauweise mit einer zweischaligen Fassade. Sprich: Die Betonaußenwände bestehen aus zwei massiven Mauerschalen mit einer dazwischen liegenden Kerndämmung. Laut Architekten hat der Beton eine sehr große Dichte. Entsprechend besitzt er eine geringe Wasseraufnahmefähigkeit, kann mechanisch stärker beansprucht werden und ist somit auch langlebiger als ein klassischer Putz. „Auch wenn die Anschaffungskosten um rund 25 Prozent höher liegen als bei einem hochwertigen Putz. Langfristig gesehen rechnet sich die Investition, denn die Erhaltungskosten sind minimal. Die Fas36 No. 43 / 2018

Andreas Lengfeld (links) und Pavol Mikolajcak ­haben bereits mehrere Projekte gemeinsam geplant und entworfen, unter anderem das Stadthaus am Delagoplatz in Bozen, das Mehrzweckgebäude in Barbian und die Feuer­ wehrhalle in Lajen. Lengfeld ist gebürtiger Deutscher und hat in Leipzig studiert, ­Mikolajcak stammt aus der Slowakei und hat in Wien studiert. Die beiden Architekten leben seit über 15 Jahren in Südtirol und führen seit ­einigen Jahren ein eigenes Studio in Bozen.

sade kann in einigen Jahren mit einem Hochdruckreiniger ganz einfach gereinigt werden“, erklärt Lengfeld. Die Aussensicht. Nach hinten, also Richtung Straße, gibt sich das Gebäude sehr geschlossen, mit wenig Öffnungen und einer klaren Linie. Seine volle Pracht zeigt es nach vorne hin – mit großflächigen Verglasungen. Dort entstand eine zusätzliche Einliegerwohnung. Eine 45 Quadratmeter große Wohnung mit einem separaten Zugang, die im Moment für befreundete Gäste offensteht. n

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≥ Porphyr-Traum

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Erweiterung Hotel Weinegg*****, Girlan / Eppan

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VINSCHGAU

Gemeinsam getrennt Zwei Architekten, ein Kubus, eine Steinmauer: Wie daraus ein sonniges und windgeschütztes Familienhaus entsteht. Text: Verena Pliger Foto: René Riller

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≥ gemeinsam Getrennt

Moderne trifft Ursprung: Ein weißer Kubus mitten in den Obstwiesen einer Vinschger Gemeinde. Die Architekten Stephan Marx und Elke Ladurner ­haben Neues gewagt: ­Genau mittig wurde der Baukörper mit ­einer ­Steinmauer gespalten. Außen trifft Innen: Die Vinschger Architekten ­haben den Kubus Schritt für Schritt ausgehöhlt. ­Entstanden ist ein Wohnhaus mit Ausblick. Und das Beste: Die Sonne kommt nur dort rein, wo sie auch wirklich erwünscht ist. Stein trifft Holz: Die ­geschützten Terrassen ­wurden mit ­unbehandelter ­Vinschger Lärche ver­kleidet. „Da die Lärche keinen Nieder­schlägen ausgesetzt ist, wird sie auch mit den ­Jahren ihre ­ Farbe kaum ­verändern“, so ­Architekt Marx. Unten trifft Oben: Im Untergeschoss wird ­geparkt, im Erdgeschoss gewohnt, im Obergeschoss geruht. Die Steinmauer trennt im Erdgeschoss die Küche vom Wohnraum, im Obergeschoss die Schlafräume der Eltern von jenen der Kinder.

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Erdgeschoss ²

Obergeschoss ²

1 1. Klar, linear, geradlinig: Die Hinterseite des Wohnhauses ist ganz in Weiß gehalten. Die Wandoberfläche ist aus einem klassischen Zement-Kalk-Putz, die Dachfläche aus Blech.

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Sinnvoll gedacht: Das Dach wurde aus dem Gesamtvolumen ­rausgeschnitten. So ergibt sich eine schräge Dachform, die gegen Mitte höher ist als an den Außenwänden. Besonders praktisch: ­Direkt unterhalb des Daches ist ein Luftvolumen entstanden, das als Dachraum genutzt wird. Natürlich belüftet wird es mit den ­horizontalen Schlitzen an der Ost- und Westseite des Hauses. 2. Klug geplant: Das viereckige Fenster an der Westseite des ­Hauses bringt Licht und Sonne in die dahinter liegende Terrasse und schützt zugleich vor dem kräftigen Wind.

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ie Hänge sind karg, die Vegetation trocken, das Gestein eine einzigartige Mischung aus Granit, Schiefer und Gneis. Dem Vinschgauer Sonnenberg wird eine ganz besondere Aura nachgesagt. Eine Strahlkraft, die zu inspirieren weiß. Zu sehen an der Architektur. Vinsch­ger Architekten wie Walter Dietl, Arnold Gapp oder Werner Tscholl zählen zu den Pionieren der zeitgenössischen Architektur in den Alpen. Nicht minder erfolgreich sind zwei etwas jüngere Architekten aus Schlanders: Stephan Marx und Elke Ladurner. Einen Namen gemacht haben sie sich etwa mit dem Umbau des denkmalgeschützten „Ansitz zum Löwen“ 40 No. 43 / 2018

in Burgeis. Innovativ und mit viel Liebe für den Ursprung haben sie Vorhandenes in die Zukunft geführt. Bei einem ihrer jüngsten Projekte haben sie Neues geschaffen. Ein Einfamilienhaus am Dorfrand einer Vinsch­ger Gemeinde. Mitten in Obstwiesen ruht hier seit Anfang des Jahres eine zweistöckige Wohnskulptur. Ein Wohnhaus ganz in Weiß, mit einem polygonalen – also vieleckigen – Grundriss. „Bei einem traditionellen Bau ragen die Balkone und Terrassen aus einem Grundbauvolumen hervor. Bei diesem Gebäude ist es umgekehrt. Wir haben uns für eine negative Architektur entschieden. Das

heißt, wir haben erst einen kompakten Kubus gebaut und haben ihn dann Schritt für Schritt ausgehöhlt“, erklärt Architekt Stephan Marx. Durch die gezielten Ausschnitte konnten die einzelnen Wohnzonen genau dort positioniert werden, wo sich die Bauherren besonders viel Sonne oder extra viel Privatsphäre wünschten. Besonders stark ausgehöhlt und großflächig verglast wurde der Kubus Richtung Süden. Also dort, wo am meisten Sonne ins Haus strömt. „Außen die harte Außenschale, innen der weiche Kern. Vergleichbar mit einem Apfel, je mehr man von der harten Schale abbeißt, desto näher kommt man dem Kern“, erklärt der ≥ Architekt.

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Der ARCHITEKT IM GESPRĂ„CH

Stephan Marx: VordergrĂźndung stecken rein formale Ăœberlegungen dahinter. Kennzeichen des Vinschger Sonnenberges sind die vielen Trockensteinmauern, die sich terrassenformig Ăźber den Berg ziehen. Diese Eigenheit wollten wir in den weiĂ&#x;en Kubus integrieren. Hat die Spaltung des KĂśrpers auch praktische GrĂźnde? Ja, durchaus. So trennt die Steinmauer im Obergeschoss die Schlafebene der Eltern von jener der Kinder ab. Im Erdgeschoss dagegen wird das Mauerwerk zu einem verbindenden Element. Die Mauer dient als Ofen, darin wurde ein Tunnelkamin mit einer groĂ&#x;en Glasscheibe integriert. Somit kann man das Feuer sowohl vom Essraum als auch vom Wohnzimmer betrachten. Wir haben bewusst auf lokale Materialien gesetzt: Das Holz fĂźr die Verkleidung stammt vom fraktionseigenen Waldanteil und der Naturstein vom Vinschger Sonnenberg.

Was hat Ihnen bei der Planung Kopfzerbrechen ­bereitet? Die Akustik sprich der Widerhall. Das ist der Nachteil moderner lichtdurchfluteter Bauten mit so groĂ&#x;flächigen Verglasungen. Wir sind also nicht drum herumgekommen, im KĂźchenbereich eine akustische Decke einzubauen.

Vinschger ­Architekten: ­ Stephan Marx & Elke Ladurner ­fßhren seit 2011 ein ­gemeinsames ­Architekturbßro in Schlanders. Foto: Privat

Warum haben Sie das Wohnhaus mit einer Steinmauer durchtrennt?

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„Wir haben das Bauvolumen Schritt für Schritt ausgehöhlt“ Stephan Marx

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Die Terrasse: Der Terrassen­ boden ist aus unempfindlichem ­Zirbenholz, die Verkleidung aus Lärche, die Rahmen der groß­ flächigen Fenster aus Holz und pulverbeschichtetem Stahl.

Der Belag: In den Schlafzimmern läuft man auf Ulmenholz, im Erdgeschoss auf Beton mit Zementspachtelung. Dieser Belag zieht sich durch das gesamte Entrée, die Küche und das Wohnzimmer.

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Die Küche: An der Wand eine grifflose dunkelgraue Küchen­ zeile, in der Mitte eine mächtige weiße Arbeitsinsel mit einer ­Arbeitsplatte aus Quarzit und ­einer angedockten Holztheke.

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Blick zum Himmel: Das Gebäude wurde so ­aufgeschlitzt, dass es auf den Terrassen sonnig und zugleich angenehm windgeschßtzt ist.

Dem Feuer ganz nah: Ess- und Wohnzimmer wurden mit der Steinmauer voneinander getrennt. ­Darin integriert: ein Tunnelkamin mit Glasscheibe. Damit ist das Feuer von beiden Räumen gleich gut sichtbar. Die Schlitze ober- und unterhalb des Holzkamins sorgen fßr eine ideale Wärmezirkulation.

Spiel von aussen nach innen. Gebaut wurde das Klimahaus A in Massivbauweise. Der Keller aus Beton, das restliche Volumen aus Ziegeln und tragenden Stahlstrukturen, eingepackt mit einer mineralischen, atmungsaktiven Wärmedämmung. Hingucker des Hauses ist das

Brockensteinmauerwerk. Eine massive Steinmauer aus Vinschger Naturstein, die sich innen und auĂ&#x;en vertikal durch die Mitte des Gebäudes zieht, vom Dach bis zur Terrasse im Erdgeschoss. „Uns hat vor allem die Farbe des Steins fasziniert, eine Mischung aus Schiefergrau und Rost-

braun. Gerade diese rostigen Nuancen, hervorgerufen durch die starke Sonneneinstrahlung am Vinschger Sonnenberg, zeichnen die Mauer aus“, erklärt Stephan Marx. FĂźr das Gebäude wurde er mit dem diesjährigen KlimaHaus Award 2018 ausgezeichnet. n

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PR-INFO

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LEUCHTENDE FASSADE IN BRIXEN FRENER & REIFER über die Realisierung der spektakulären, leuchtenden Freiform Gebäudehülle, für den neuen Hauptsitz der Durst Phototechnik AG in Brixen

Rendering: monovolume

Die derzeit wohl beeindruckendste BaustelůĞ ŝŶ ^ƺĚƟƌŽů͕ ŝƐƚ ĚĞƌ ŽƌŐĂŶŝƐĐŚ ŐĞĨŽƌŵƚĞ EĞƵďĂƵ ĚĞƐ ŝŶƚĞƌŶĂƟŽŶĂů ĂŐŝĞƌĞŶĚĞŶ hŶƚĞƌŶĞŚŵĞŶƐ ƵƌƐƚ͘ ŝĞ ŶƚƐƚĞŚƵŶŐ ĚĞƐ ŐĞƐĐŚǁƵŶŐĞŶĞŶ͕ ĞůĞŐĂŶƚĞŶ ĂƵŬƂƌƉĞƌƐ͕ ŬĂŶŶ ǀŽŶ ĚĞƌ ƌŝdžŶĞƌ ,ĂƵƉƚƐƚƌĂƘĞ ƵŶĚ ƵƚŽďĂŚŶ ĂƵƐ ŐƵƚ ďĞŽďĂĐŚƚĞƚ ǁĞƌĚĞŶ͘ ĞĞŝŶĚƌƵĐŬĞŶĚ ŝƐƚ ŶŝĐŚƚ ŶƵƌ ĚŝĞ 'ƌƂƘĞ͕ ƐŽŶĚĞƌŶ ĂƵĐŚ ĚŝĞ ŵĂƌŬĂŶƚĞ 'ĞďćƵĚĞĨĂƐƐĂĚĞ͕ ďĞƐƚĞŚĞŶĚ ĂƵƐ ϴϱϬ ƉŝdžĞůĂƌƟŐ ĂŶŐĞŽƌĚŶĞƚĞŶ &ĞŶƐƚĞƌĞůĞŵĞŶƚĞŶ ƵŶĚ ĞŝŶĞŵ ŐĞǁƵŶĚĞŶĞŶ 'ůĂƐĚĂĐŚ͘ tĂƐ ǁĂƌĞŶ ĚŝĞ ,ĞƌĂƵƐĨŽƌĚĞƌƵŶŐ Ĩƺƌ &Z E Z Θ Z /& Z ďĞŝ ĚĞƌ ZĞĂůŝƐŝĞƌƵŶŐ der Fassade und wie konnten diese ďĞǁćůƟŐƚ ǁĞƌĚĞŶ͍ FRENER & REIFER: Anspruchsvoll bei der Realisierung der Gebäudehülle war vor allem die komplexe Freiformgeometrie der Metallfassade, die aus tausenden Einzelteilen besteht. Die pixelförmigen Fensterelemente, die alle unterschiedlich sind und die später beleuchtet werden können, sind in die pulverbeschichteten Aluminiumpaneele integriert. Alle 850 Paneele wurden in Handarbeit vollständig von FRENER & REIFER ŝŶ ƌŝdžĞŶ ǀŽƌŐĞĨĞƌƟŐƚ ƵŶĚ ĚĂŶŶ ŵŽŶƟĞƌƚ͘ ^ŝĞ sind mit LEDs versehen, wodurch die Gebäudehülle nachts als dynamische, leuchtende Pixelfassade inszeniert werden kann. Über der Metallfassade erhebt sich eine markante, mehrere Tonnen schwere ^ƚĂŚůĚĂĐŚŬŽŶƐƚƌƵŬƟŽŶ͘ ^ŝĞ ǁƵƌĚĞ Ăŵ ŽĚĞŶ zusammengebaut, verschweißt und dann in fünf Teilen nach oben gehoben und präzise ĞŝŶŐĞƐĞƚnjƚ͘ ĞƌnjĞŝƚ ĮŶĚĞƚ ĚŝĞ sĞƌŐůĂƐƵŶŐ ƐƚĂƩ͕ ĚĂďĞŝ ŵƺƐƐĞŶ ϮϱϬ ƵŶƚĞƌƐĐŚŝĞĚůŝĐŚ große, teilweise dreieckige Isolierscheiben ŵŽŶƟĞƌƚ ǁĞƌĚĞŶ͘ sŽƌ ĂůůĞŵ ĚŝĞ mďĞƌŐćŶŐĞ ǀŽŶ ĚĞƌ ŚŽƌŝnjŽŶƚĂůĞŶ ŝŶ ĚŝĞ ǀĞƌƟŬĂůĞ ĂĐŚverglasung sind sehr komplex.

,ŝŶƚĞƌ ĚĞƌ ĞůĞŐĂŶƚĞŶ WŝdžĞůĨĂƐƐĂĚĞ͕ ĚŝĞ ĚĞƌnjĞŝƚ ǀŽŶ &Z E Z Θ Z /& Z ŐĞƉůĂŶƚ͕ ŐĞĨĞƌƟŐƚ ƵŶĚ ŵŽŶƟĞƌƚ ǁŝƌĚ͕ ǀĞƌďŝƌŐƚ ƐŝĐŚ ĞŝŶĞ ŬŽŵƉůĞdžĞ hŶƚĞƌŬŽŶƐƚƌƵŬƟŽŶ ĂƵƐ DĞƚĂůů͘ ŝĞ ĞŝŶnjŝŐĂƌƟŐĞ 'ĞďćƵĚĞĂƌĐŚŝƚĞŬƚƵƌ ƐƚĂŵŵƚ ǀŽŶ ŵŽŶŽǀŽůƵŵĞ͘

Neben der schwierigen Geometrie und dem hohen Qualitätsanspruch des Bauherren, musste auch der knappe Ausführungszeitraum von der Planung über ĚŝĞ &ĞƌƟŐƵŶŐ ƵŶĚ DŽŶƚĂŐĞ ĚĞƌ ŝŶƐŐĞƐĂŵƚ ca. 7.000 mϮ Glas- und Metallfassaden ďĞƌƺĐŬƐŝĐŚƟŐƚ ǁĞƌĚĞŶ͘

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SCHLAFZIMMER

gute nacht! Schlafen wie im coolen Design-Hotel, und doch ganz vertraut im eigenen Bett liegen? Das geht! Ideen von drei jungen Innenarchitektinnen. Text: Verena Pliger

chalet Purmontes

Foto: Privat

Fotos: Alex Filz

Guesthouse Gloriette

Barbara Runggatscher, 31, gebürtig aus Villnöß, lebt in Brixen und hat in Rosenheim Innenarchitektur studiert. Die Innenarchitektin verantwortet beim Bozner Architekturstudio Noa* seit drei Jahren den Bereich Interior Design.

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Lea Mittelberger, 28, aus Bozen, arbeitet seit vier Jahren beim ­Bozner Architekturstudio Noa*. Die Architektin hat in Wien, Gent und Oslo studiert und arbeitet an der Schnittstelle zwischen ­Architektur und Interior Design.

ie Bedürfnisse von Hotelgästen werden immer besonderer, Reisen immer individueller. Die Hoteliers reagieren darauf: Sie investieren in immer schönere, immer ausgefallenere Einrichtungskonzepte. Besondere Akzente werden in den Zimmern gesetzt. Ein Bett, zwei Nachtkästchen, ein Fernseher und ein Badezimmer reichen schon lange nicht mehr. Mit einem Bett und einem Dach überm Kopf gibt sich kein Gast mehr zufrieden. Hotels der Zukunft werden zu Floating Rooms. So jedenfalls beschreibt es das Zukunftsinstitut. Die Raumnutzung definiert sich über Zonen und weniger über die herkömmlichen Raumaufteilungen. 46 No. 43 / 2018

Nadine Bauer, 24, aus Brixen im Thale (A). Nach dem Studium in St. Pölten arbeitet die Innenarchitektin bei Hotel & Spa Archifaktur im Alpbachtal und führt mit ihrem Vater ein Unternehmen, das sich auf Hotel­ innenarchitektur spezialisiert hat.

lernen Von den Besten. Wie ein solches Zimmer aussehen kann, was es können muss, und vor allem was sich der private Bauherr davon abschauen kann, drei Innenarchitektinnen verraten ihre Ideen. Sie zeigen an zwei Beispielen, wie es gelingt, mehr Wohlfühlatmosphäre ins Schlafzimmer zu bringen. Nadine Bauer ist Innenarchitektin des neuen Luxus-Chalets Purmontes in Montal, das die Familie Winkler im Juli eröffnet hat. Im selben Monat öffnete auch das neue Gloriette Guesthouse in Oberbozen seine Tore. Innen wie außen trägt es die Handschrift des Bozner Architekturstudios noa*, das Einrichtungskonzept stammt von Lea Mittelberger und Barbara Runggatscher. n

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Trend Nr. 1: Der Mix macht’s ¹ Natürliche Materialien liegen im Trend. Besonders gut in Kombination machen sich Eiche, Schwarzstahl und warme Textilien. So wirken Räume weder zu rustikal noch zu kühl. Einfach nur edel und einheitlich klar. „Traditionelles Holz macht ein Zimmer wohnlich und heimelig, Schwarzstahl liefert den Kontrast dazu und sorgt für den modernen Touch“, meint Nadine Bauer. Am Boden geht die Tendenz Richtung Holz- und Betonboden sowie großflächige ­Fliesen. Immer wichtiger werden ebene Flächen mit ­möglichst wenig Fugen. Damit der Boden wie aus einem Guss aussieht.

Foto: Chalet Purmontes

Foto: Alex Filz

Gesehen im Guesthouse Gloriette: Charakter, das haben die 25 Zimmer im neuen Guesthouse in Oberbozen. ­Gemeinsam haben sie Räume, die durch Raum-in-RaumSchalen eingeteilt wurden. Alle Einbaumöbel wurden in ­Eichenholz gefertigt. Aus demselben Holz präsentiert sich auch der Boden. Die weiß lasierten Dielen ziehen sich über eine Teilvertäfelung an der Wand weiter und finden sich auch als Raumschale oberhalb des Betts wider. Einen ­Kontrast zum Eichenholz bilden Elemente aus Schwarzstahl.

Trend Nr. 2: Aus zwei mach eins ³ Längst ist das Badezimmer kein Funktionsraum mehr. Badezimmer und Wohnraum verschmelzen zunehmend miteinander. „Wichtig: Das Zimmer so planen, dass Privatsphäre und Diskretion gewahrt bleiben. Damit der Blick vom Bett nicht direkt auf die Dusche fällt, den Duschbereich leicht nach hinten versetzen“, rät Nadine Bauer. Fliesen werden im Nassbereich zunehmend auf ein Minimum reduziert. „Im Gloriette

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Guesthouse haben wir in der ­Dusche nur die Seiten und den Boden mit Feinsteinzeug­Fliesen in leichter Steinoptik gefliest. Außerdem haben wir die Dusche so verglast, dass der Blick ins dahinter liegende Schlafzimmer und raus ins Freie führt. Mehr Freiheit geht nicht“, meint Barbara Runggatscher. Gesehen im Chalet Purmontes: Im LuxusChalet Purmontes wurden alle Möbel in leicht

gräulich gebeiztem und gebürstetem Eichenholz gefertigt, an den Wänden gibt ein natürlicher Kalkwaschputz den Ton an. Badezimmer, Dusche, Wohnbereich und Küche sind ein einziger offener Raum. Um den Raum optisch abzutrennen, wurde etwa das Bett auf ein Podest gehoben und dahinter eine halbhohe Trockenbauwand aufgezogen. Für mehr Ruhe beim Baden wurde zwischen Bett und Badewanne eine Feuerstelle mit Effektfeuer positioniert.

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≥ gute nacht!

Trend Nr. 3: Gut gebettet ¹ Auch beim Bett ist lässiger Luxus angesagt. Je ­größer, umso besser. Boxspringbetten liegen nach wie vor total im Trend. „Ich bevorzuge ­Matratzen mit einer durchgehenden Liegefläche, ohne Risiko, in der Mitte in den Spalt zu geraten“, meint Nadine Bauer.

Foto: Chalet Purmontes

Gesehen im Chalet Purmontes: Die hohen Betten im Purmontes wurden zusätzlich auf ein Podest ­gehoben – für einen tollen Ausblick in die Natur. Die Betten sind mit 210 x 220 cm deutlich größer als Durchschnittsbetten mit Maßen von 180 x 200. Das Gestell besteht aus hochwertigen Leinenstoff, so wird das Anlehnen am Kopfende zum Genuss. Für einen angenehmen Schlaf sorgt Bettwäsche aus hundertprozentigem Leinenstoff.

Trend Nr. 4: Besser erleuchtet Auch im Schlafzimmer lohnt sich die Planung eines klaren Lichtkonzepts. Für Atmosphäre sorgt ein angenehm ­gedämpftes, homogenes und warmes Licht. Das gelingt am ­besten mit indirekter Beleuchtung.

Foto: Alex Filz

Gesehen im Guesthouse Gloriette: In den Zimmern des neuen Guesthouse wurden die Leuchten punktuell gesetzt. Ein Kabel, eine Fassung und eine Glühbirne, mehr brauchen die Hängeund Pendelleuchten nicht. In Gruppen angeordnet, sind sie die moderne Version eines Kronleuchters. „Für individuelles Lesevergnügen haben wir links und rechts des Bettes eine punktuelle Leselampe vorgesehen“, erzählt Lea Mittelberger.

Trend Nr. 5: ­ Farben reduzieren ¹

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Trend Nr. 6: Textilien ³ Das Schlafzimmer wird zum Wohnraum. Wichtiges Element für ein harmonisches Ambiente: Stoffvorhänge aus Leinen oder Loden.

Foto: Chalet Purmontes

Gesehen im Chalet ­Purmontes: Im Purmontes dominieren keine ­knalligen, sondern dezente ­Farben. „Leichte Erd-, Grau- und Beigetöne etwa. Farben, die heimeliges ­Gefühl ­vermitteln und an denen man sich nicht ­sattsehen kann“, meint Nadine ­Bauer.

Foto: Alex Filz

Ein Schlafzimmer mit ­weißen Wänden kann ­sauber und frisch, aber auch kalt und steril wirken. „Gleichzeitig gilt gerade bei kleineren Zimmern: Kräftige Farben an den Wänden weitestgehend vermeiden, sonst wirkt der Raum noch kleiner“, meint Barbara Runggatscher.

Gesehen im Guesthouse Gloriette: Die Zimmer sind in vier Kategorien und Farben aufgeteilt. In Anlehnung an die ­Lorenzi-Nacht tragen im „Lorenzi-Zimmer“ alle Textilien eine tiefblaue Farbe. So auch die gepolsterte Koje, die als Sofa fungiert und in die Dachschräge eingebaut wurde.

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3x3 Meter Hier feiern zehn Pensionisten und produzieren ihren eigenen Wein. Ein Weinhuisl mitten in den Reben. Text: Verena Pliger | Fotos: Lukas Schaller

Zehn Pensionisten, eine Idee: Unten lagern Geräte und Wein, in der Holzbox mit der auskragenden Terrasse wird gemeinsam gefeiert.

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n Neustift haben zehn Pensionisten ihren Traum realisiert. Erst haben sie ein 3.500 Quadratmeter großes Grundstück gekauft, dann haben sie es mit Leben gefüllt. Sie haben Reben gepflanzt und schließlich ein Weinhuisl errichtet. Geplant wurde das Projekt vom Architektenehepaar Gerd Bergmeister und Michaela Wolf vom Brixner Architekturstudio bergmeisterwolf. Gerade mal drei mal drei Meter groß ist das Wein­huisl der zehn Neowinzer. Es sitzt auf einer für die Ortschaft typischen Trockensteinmauer. Errichtet wurde es von den zehn 50 No. 43 / 2018

Pensionisten selbst. Hinter der Mauer haben sie einen Keller geschaffen, hier lagern mittlerweile nicht nur Geräte, sondern auch immer mehr Flaschen Grüner Veltliner und Zweigelt aus eigener Produktion. Darüber thront ein konstruktives Volumen aus Lärchenholz, das mit Latten verkleidet wurde. Geschlossen ähnelt es einer Holzbox. Öffnet man die Holzklappen, dann verschmelzen Innenraum und Terrasse miteinander – für einen fantastischen Ausblick auf Brixen. „Hier sitzen die zehn Bauherren gemeinsam am Tisch, kochen Gulasch oder Polenta, spielen Karten und trinken ihren Wein, der von Jahr zu Jahr n besser wird“, erzählt Architekt Gerd Bergmeister.

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