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Hochschule Trier Kommunikationsdesign •1Katharina Hölz •1Almut Schmidt •1Tom Schuster •1Katharina Kobsev •1Jennifer Tatarinov •1Achim Fehrenbach •1Andreas Heinrichs •1Lynn Harles •1Judith Bürger •1Kristina Lauxen •1Juliane Rohn •1Lea Gudrich •1Inessa Popova •1Andreas Stoffels •1Michael Fink •1Bernd Zeier •1Lena Hösl •1Simon Prades •1Jan Pluimers •1Lukas Bischoff •1Tobias Schneider •1Diana Kettern •1Silvia Gessinger •1Caroline Birkel •1Sebastian Wieland •1Alexandra Prischedko •1Lisa Prokop •1Jörg Schmitt •1Tobias Küsters

•1Vanita Lauer •1Janina Marx •1Teresa Pflitsch •1Nina Maya Mertz •1Julia Schygulla •1Jill Biebricher •1Nelli Hofmann •1Viktoria Truskina •1Nelli Braun •1Annick Groben •1Niklas Glöckner •1Felix Hassemer •1Jana Friedrich •1Samuel Stark •1Philipp Esser •1Annika Bärenfeld •1Friederike Bärenfeld •1Christine Wehmeier •1Lisa Rammensee •1Arne Lauth •1Florian Luxenburger •1Katharina Ehrles •1Johannes Orthmayr •1Annika Kirner

2010 – 2015


Eine Zusammenschau ausgewählter studentischer ­­Abschluss- und Semester­ arbeiten ­des ­Studiengangs ­Kommunikationsdesign der Hochschule Trier aus den Jahren 2010 – 2015. 


Hochschule Trier Kommunikationsdesign


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DIE FACHRICHTUNG • Vorwort

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11 Über Kommunikationsdesign an der Hochschule Trier • In der sich schnell verändernden Medienwelt und Gesellschaft stellt die Arbeit im Bereich Kommunikati­ons­ design ein äußerst spannendes, ­weitgefächertes und anspruchsvolles Tätigkeitsfeld dar. Studierende, die später als Designer und Gestalter arbeiten wollen, möchten bestmöglich auf dieses dynamische Arbeits­feld vorbereitet werden. Darum ermöglichen im Studiengang Kommunikations­ design an der Hochschule Trier acht Professorinnen und Professoren, zusammen mit Lehrkräften, Lehrbeauf­ tragten und Mitarbeitern, ein abwechs­ lungsreiches und • • •


DIE FACHRICHTUNG

• • • tiefgreifendes Studienangebot. Etwa 200

Kommunikationsdesign-Studierende im Bachelorund Masterstudium nutzen es jedes Jahr. Die Fachgebiete, in denen Kommunikations­ design gelehrt wird, sind u.a. Design Buch und Illustration, Design Körper / Raum, Digitale Medien, Werbung, Fotografie, Experimentelle Ge­ staltung, Zeich­nen und Medien, Originalgrafik, Schriftgestaltung / Typo­grafie sowie Kunst- und Designtheorie.  

Die Lehrenden • sind dabei weniger reine Vortra­

gende. Sie treten vielmehr als Mentoren auf, die die gestalterische Entwicklung der Studierenden sicher und vertrauensvoll begleiten. Wissen und Kompetenz bringen die Lehrenden aus beruflichen und persönlichen Erfahrungen mit. Ihr gemeinsamer Auftrag ist es, inspirierend zu wirken, die jungen Menschen selbstverantwortlich voranzubringen und sich dabei stets offen gegenüber studentischen Initiativen und Ideen zu zeigen. Da die Projekte der Studierenden sehr unterschiedlich sind, ist das Kernelement der Leh­ re die individuelle Betreuung.

Der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Trier integriert neben der Fachrichtung Kommunika­ tionsdesign noch fünf weitere: Architektur, Innenar­ chitektur, Edelstein und Schmuck, Modedesign und Intermedia Design. Diese ergänzen und berei­ chern sich gegenseitig durch einen lebendigen interdisziplinären Austausch. Die theoretische, wissenschaftliche und praktische Auseinanderset­ z­ung mit Design, auch im Kontext anderer DesignDisziplinen, vermittelt den Studierenden die Komplexität, aber auch die vielfältigen Einsatz­ möglichkeiten und Verknüpfungen von Design, in unterschiedlichen fachlichen Bereichen.

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Vorwort

Die daraus entstehenden Erkenntnisse und Sicht­ weisen sind die Grundlage für eigenständige Design-Lösungen, neue Ideen und Konzepte.

Im Anschluss an das Bachelorstudium Kommuni­ kationsdesign bestehen zahlreiche Perspektiven und Chancen. An der Hochschule selbst gibt es zur weiteren Qualifizierung bzw. Spezialisierung das Masterstudium. Es vertieft die Kompetenzen für selbstständiges und eigeninitiatives Arbeiten und bereitet auf leitende Tätigkeiten vor. Natürlich ist mit dem Abschluss Bachelor of Arts auch der Einstieg ins Berufsleben möglich, z.B. in Agenturen für Design, Werbung, Branding, Marketing, Messe, Produkt, oder Medien allgemein. Auch Verlage und Redaktionen, Industrie- und Wirtschaftsunternehmen mit eigener Designabtei­ lung, Rundfunk- und Fernsehanstalten sind poten­ zielle Arbeitgeber. Genauso wie Facility-Houses für Unterhaltung, Musik, Film, Online- und OfflineGames, Social Networks. Nicht wenige Absolventen arbeiten auch in Kultureinrichtungen, im Bildungs­ bereich, in der Öffentlichkeitsarbeit von Behörden, Institutionen, Verbänden und Unternehmen sowie in vielen anderen Bereichen des Medien- und Kommunikationssektors. Eine weitere Option ist die selbstständige Arbeit als Designerin oder Designer, oder sogar die Gründung einer eigenen Designagentur. Diese Publikation zeigt eine Zusammenschau besonders bemerkenswerter Abschluss- und Semesterarbeiten des Studiengangs Kommunika­ tionsdesign der Jahre 2010 bis 2015.


Hochschule Trier Kommunikationsdesign โ€ข Inhalt

A B C D E F G

Design Kรถrper Raum Experimentelle Gestaltung Zeichnen und Medien Design Typografie Typografie Grundlagen Design Buch Design Werbung

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15 A Katharina Hölz Almut Schmidt Tom Schuster Katharina Kobsev Jennifer Tatarinov Achim Fehrenbach Andreas Heinrichs Lynn Harles

18 24 30 34 40 46 52 58

B Judith Bürger Kristina Lauxen Juliane Rohn Lea Gudrich Inessa Popova

66 72 78 84 88

C Andreas Stoffels Michael Fink Bernd Zeier Lena Hösl Simon Prades Jan Pluimers Lukas Bischoff

96 100 106 110 114 120 124

D Tobias Schneider Diana Kettern Silvia Gessinger Caroline Birkel Sebastian Wieland Alexandra Prischedko Lisa Prokop Jörg Schmitt Tobias Küsters

132 138 144 150 156 162 168 174 180

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Vanita Lauer, Janina Marx, Teresa Pflitsch Nina Maya Mertz, Julia Schygulla, Christine Wehmeier Friederike Bärenfeld, Jill Biebricher Nelli Hofmann, Viktoria Truskina Nelli Braun, Annick Groben Niklas Glöckner, Felix Hassemer, Jana Friedrich

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Samuel Stark Philipp Esser Annika  &   Friederike Bärenfeld Christine Wehmeier Lisa Rammensee

214 220 226

G Arne Lauth Florian Luxenburger Katharina Ehrles Johannes Orthmayr Annika Kirner

244 248 252 256 260

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Impressum

192 196 200 204 208

232 238

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A  DESIGN KÖRPER RAUM 16 • Konzeption und Realisation von Produktentwicklungen, Packungs- und Messegestaltungen, ihre Bedeutung und ihr Einsatz unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte, insbesondere die der Nachhaltigkeit


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Katharina Hölz

•1Lumino – Erlebnis Vorlesen •1Bachelorarbeit Wintersemester 2014  / 15 •1Prof. Anita Burgard •1Design Körper Raum; Produkt, Markenentwicklung

Kinder lieben es, wenn man ihnen vorliest. Und Vorteile hat es auch: Der Vorleser vermittelt Anerkennung und Wertschätzung. Durch das Vorlesen und Zuhören wird die Geduld und Ausdauer der Kinder trainiert, ihre Konzentrati­ons­ fähigkeit gestärkt und die Sprachentwicklung und Kommunikationsfähigkeit unterstützt.

Lumino® ist eine Leuchte für Kinder, die diese positiven Faktoren des Vorlesens unterstützt. Ihr zentrales Element ist die Lichtprojektion eines Bildmotivs auf eine Projektionsfläche, auf Zimmerwände oder das LichtLesezelt. Die Projektion entsteht mit Hilfe eines gelaserten, zweigeteilten auswechselbaren Lampenschirms. Der Lampenschirm zeigt ein Rundum-Motiv zu einem ausgewählten Klassiker der Kinder-­Literatur, wie beispielsweise Peter Pan.

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Katharina Hölz

1 LichtLesezelt – Kinder bauen mit Vorliebe kuschelige Höhlen, in die sie sich zurückziehen können. Tuch, Klammern und Seil dienen als unterstützende Accessoires zum Produkt LichtLeseLampe. 2 LichtLeseSchirm – Die detaillierten Illustrationen bestehen aus über 200.000 Laserpunkten in unter­ schiedlichen Größen Die Projektion der LichtLeseLampe entsteht durch eine Aufspaltung der Lichtstrahlen durch Löcher im Schirm. 3 Die LichtLeseLampe mit ihren technischen Features zu Material und Funktion. Durch den integrierten Lautsprecher ist es auch möglich, dass Kinder ihre Lieblingsabenteuer mit einem Hörbuch alleine erleben können. 3

4, 5 Die erste Edition visualisiert James M.Barrie´s Peter Pan. Die ­Geschichte von dem Jungen, der nie erwachsen wird. Gemeinsam mit Wendy, Michael und John erlebt man ein unvergessliches Abenteuer im Nimmerland. 6 lumino® schafft eine besondere Atmosphäre, die aktives Vorlesen zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lässt. Kinder können in der geschaffenen Atmosphäre durch ihre Fantasie in die Welten der Geschichten eintauchen.

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Lumino – Erlebnis Vorlesen

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Katharina Hölz

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Lumino – Erlebnis Vorlesen

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Almut Schmidt

•1Herznoten – eine Wanderausstellung •1Bachelorarbeit Wintersemester 2012  / 13 •1Prof. Anita Burgard •1Design Körper Raum; Erscheinungsbild, Ausstellungsinszenierung

„Daher lebt der beste Teil unseres Gedächtnisses außerhalb von uns, in dem feuchten Hauch eines Regentages, dem Geruch eines ungelüfteten Raums oder dem Duft eines eben entzündeten, aufflammenden Feuers”  Marcel Proust

Herznoten bezeichnet den Charakter eines Duftes, der unsere Herzen oft ohne Vorwarnung berührt und längst vergessene Erinnerungen zu neuem Leben erweckt. Eine Wanderausstellung zum Thema Duft und Erinnerung ruft den oft wenig beachteten Geruchssinn wieder ins Gedächtnis und sensibilisiert die Menschen für Gerüche und die Zusammenhänge zwischen Duft und Erin­ner­ung. Denn anders als Sehen oder Hören, ­umgeht der Geruchssinn oft das denkende Hirn, wenn er nicht eingeordnet werden kann, aber ­Emotionen und  • • •

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Almut schmidt

1 Gesammelte Dufterinnerungen in Herznotenflakons, die im Museumsshop erworben werden können. 2 Detail Papier-Duftfächer. 3 Einladungskarte in Form eines Duftfächers mit Terminen und Stationen der Wanderausstellung. 4 Detail der geöffneten Eintrittskarte, mit der der Besucher frei nach Proust begrüßt wird: „Willkommen im unermesslichen Gebäude der Erinnerung“. 5, 6 Zitat-Banner als Überleitung der Ausstellungsbereiche von Geschichte zu Biologie und zur Erinnerung.

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7 Duftstation innerhalb des Duft­­ erlebnisbereichs der Aus­stel­lung, die aus einer Plexistele mit PapierDuftfächern besteht und in Verbindung mit einer Nebelwand, die jeweiligen Dufterinnerungen als Projektion sichtbar werden lassen.


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Herznoten – eine Wanderausstellung • • • Erinnerungen auslöst. Eine im Vorfeld der Ausstellung durchgeführte Umfrage lieferte eine Vielzahl interessanter Dufterinnerungen. Aus ihnen wurden Berichte ausgewählt und ausformuliert und für die Ausstellung dokumentiert. Im Vordergrund standen dabei nicht Duft und Gerüche selbst, sondern die damit einhergehenden subjektiven Gefühle und Geschichten. Während der Ausstellung lernt der Besucher im ersten Teil Wissenswertes über Geschichte, Biologie und Erinnerung, im zweiten Teil unterschiedliche Düfte kennen und erfährt die mit ihnen verbundenen Geschichten und Emotionen.

Herznoten ist aber auch eine Reise in die Welt der eigenen Gefühle und Erinnerungen, denn bevor sich die Geschichte einer Note dem Besucher offenbart, lässt er den Duft auf sich selbst wirken und weckt eigene, vielleicht längst vergessen geglaubte Erinnerungen, die wiederum am Ende der Ausstellung gesammelt und dokumentiert werden können.

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Almut schmidt

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Herznoten – eine Wanderausstellung

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Tom Schuster

•1Blidu – the new landscape of office furniture •1Bachelorarbeit Sommersemester 2013 •1Prof. Anita Burgard •1Design Körper Raum; Produkt, Markenentwicklung

Warum nicht einen Arbeitstisch schaffen, der die Grundbedürfnisse aller Gestalter, Designer und Kreativen erfüllt - und trotzdem noch Raum für Individualität lässt?

Der Tisch Blidu bricht mit der Tradition glatter Oberflächen. Er erscheint durch seine raffinierte Formsprache, die an frühe computergenerierte Low-Poly-Designs angelehnt ist, anorganisch und futuristisch. Zudem wurde Blidu mit vielfältigen, nützlichen Funktionen ausgestattet, wie eingebauten Dockingstations und zusätzlichem Stauraum. Er lässt auch zahlreiche, individuelle Anpassungsmöglichkeiten zu, die über einen eigens • • •

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Tom Schuster

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Blidu – the new landscape of office furniture • • • entworfenen Onlineshop erhältlich sind. Die hölzerne Tischplatte ist in verschiedenen Variationen erhältlich und lässt jeden Tisch aufgrund der natürlichen Maserungen zu einem Unikat werden. Im Kontrast hierzu stehen die reduzierten, aus einfachem Aluminium bestehenden Tischbeine. Im Gegensatz zum rustikalen, organischen Charakter des Holzes stehen sie für technischen Fortschritt und Funktionalität.

Als Beilage zu Schreibtisch und Website ist eine mehrseitige Broschüre entstanden. Inhaltlich erklärt sie Konzeption und Funktion des Arbeitstisches. Ihre Titelgestaltung lehnt sich mit ihrer signifikanten Prägung an die Erscheinung des Schreib­ tisches an.

1 Die Wort-Bildmarke setzt sich aus einer reduzierten Typo­ grafie und einem polygonischen grafischen Element zusammen. 2 Die Plakatserie hebt die ­einzigartige Formsprache des Tisches hervor und lässt die Tischoberflächen Textur wie ­ab­strakte Landschaften wirken. 3 Der Tisch vereint traditionelles Handwerk und technische Inno­ vation in einem Produkt. 4, 5 Verschiedene Geräte können ohne umständliche Verkabelungen über die integrierten USB-Slots angeschlossen werden. 6 Ein Schubfach bietet Stauraum für Equipment. 7 Als Merchandise Produkt wird ein USB-Stick mit der gleichen Formensprache angeboten. 8 Haptisch erfahrbare Cover­ gestaltung des Produktkataloges.

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Katharina Kobsev

•1Groom – Think global, Eat local •1Bachelorarbeit Wintersemester 2012  / 13 •1Prof. Anita Burgard •1Design Körper Raum; Packaging, Produkt, Markenentwicklung

Überfluss, ständige Verfügbarkeit und weit verzweigte, internationale Handelsbeziehungen, die viel Energie kosten, sind die vorherrschenden Merkmale der heutigen Lebensmittelindustrie. Darum entstand unter dem Namen Groom eine Kampagne, die dem Menschen ein Verständnis für nachhaltigen Konsum und ein verstärktes Umweltbewusstsein vermittelt. Ziel ist es dabei auch, das lokale Nahrungsmittelangebot wieder verstärkt in den Fokus zu rücken.

Plakate, die verschiedene Zitate rund um die ­Themen Essen, Konsum und Nachhaltigkeit aufgreifen, leiten die Kampagne ein und sind ein international verständlicher Appell zu mehr Achtsamkeit mit dem Umgang mit Lebensmitteln. Das Fantasiewort Groom setzt sich wiederum • • •

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Katharina Kobsev • • • aus den Begriffen free, room, boom, grow, und bloom zusammen, alles Begriffe, die Natürlichkeit und Nachhaltigkeit assoziieren.

Die einheitliche Gestaltung ist, wie auch der Kalender, vom Wechsel der Jahreszeiten inspiriert. Passend zu den vier Jahreszeiten wurden Illustrationen entworfen, die diese durch Form und Farbe repräsentieren. Als gemeinsames Prinzip weisen sie die Reihung auf. Die Illustrationen finden auf Kalendern Anwendung, dienen zur Orientierung und liefern einen guten Überblick über das saisonale Angebot.

Fruchtgelees in traditionell anmutenden Gläsern und ver­ schiedene Fruchtsäfte vervollständigen das Produktsortiment von Groom. Alle Produkte wurden mit passenden Zutaten versehen, die für ein nachhaltiges Konsumverhalten und stärkeres Umweltbewusstsein appellieren.

36 1 – 4 Eine spielerische gefühlvolle Typografie auf plakativen Farben fordert auf einprägsamen Plakaten zu einem nachhaltigen Konsum­ verhalten auf. 5, 6 Saisonale Kalender geben Orien­­tierung über die in der jeweiligen Jahreszeit erhaltbaren Nahrungsmittel. Übersichtliche Infografiken und liebevolle Ilustra­ tionen erfreuen beim nachhaltigen ­Handeln. 7 – 9 Detailillustration, die durch Form und Farbe Früchte und Jahreszeiten assoziiert. 10 Der Einsatz der Schrift-­ mischung assoziiert die Vielfältigkeit der lokalen Nahrungsmittel. 11 Subtile Illustrationen und auf­ fordernde Texte gestalten die Produkt­linie auf signifikante Weise.

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Groom – Think global, Eat local

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Katharina Kobsev

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JENNIFER TATARINOV

•1Barjo •1Bachelorarbeit Wintersemester 2014  / 15 •1Prof. Anita Burgard •1Design Körper Raum; Produkt, Packaging, Markenentwicklung

„Das ganze Universum ist im Umfang einer ­Kalebasse enthalten“  Gulik 1987, Diplomat

„Barjo“ ist eine Produktlinie aus ausgehöhlten und getrockneten Hüllen des Flaschenkürbisses, der Kalebasse, gefertigt mit dem Respekt vor der Natur, modifiziert mit dem recyclingbaren Material Edelstahl. Für das Naturvolk der Hamar in Südäthiopien hat die Kalebasse eine ganz besondere Bedeutung. Sie dient bei Tätigkeiten des Alltags als praktisches Werkzeug, bei kulturellen Zeremonien als Artefakt und fein bearbeitet als kunstvoller Schmuck. ­Inspiriert durch diese Werte und • • •

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JENNIFER TATARINOV • • • die Ursprünglichkeit der Kalebasse selbst, entstand eine nachhaltige Produktlinie. Sie fokussiert die einzigartige Ästhetik und vielseitige Funktionalität dieses speziellen Kürbisses.

Barjo ist nicht nur eine Marke für Käufer. Sie soll auch den Menschen in Entwicklungsländern eine echte Zukunft bieten und dort konstante Einkommensverhältnisse schaffen, wo sie dringend gebraucht. Dort werden die Kalebassen auf einem Feld in Hand­arbeit angebaut. Da es täglich regnet, wird kein zusätz­liches Trink­ wasser verbraucht. Auf Pestizide wird verzichtet, statt­­dessen werden die Pflanzen regelmäßig kontrolliert und verlesen. Nach dem Ernte­fest im August trocknen die Kale­bassen einen Monat in der Sonne und kommen dann zur weiteren Ver­ arbeitung in die Werk­statt, wo sie zugesägt und geschliffen werden. Erst danach treten sie ihre Reise nach Deutschland an und werden hier in Metallwerkstätten vollendet.

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Barjo

43 1 „Woma“ Honigtopf mit Deckel 2 Barjo bedeutet übersetzt ­Leidenschaft. 3 Die nachhaltige Verpackung wurde mit der typischen Maserung der Kallebasse bedruckt. 4 Die Kallebasse in ihrer ursprüng­ lichen Form. Kein Kürbis gleicht dem Anderen und so wird jedes Produkt zum Unikat. 5 Ein Netz aus Pflanzenfasern dient als praktische Umverpackung. 6 „Bewarzte“ Kallebassen in Funktion dekorativer Vasen 7 Sherka, Eine einfache Schale für Essen und Trinken

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JENNIFER TATARINOV

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Barjo

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Achim Fehrenbach

•1Kohlenmunk – Tradition bewahren •1Bachelorarbeit Wintersemester 2013  / 14 •1Prof. Anita Burgard •1Design Körper Raum; Produkt, Markenentwicklung

Kohlenmunk ist ein Holzkohlegrill, dessen Design und verwendete Materialien die Schwarzwald­ region assoziieren und repräsentieren. Das ausladende Walmdach der Schwarzwaldhöfe ist der zentrale Teil seiner Gestaltung. Aus ihr leitet sich die Form des Grills ab. Es weckt nicht nur Assoziationen zu Schutz und Geborgenheit, sondern ist auch ein ideales Symbol für die inzwischen fast ausgestorbenen Traditionen wie dem Beruf des Köhlers, der Holzkohle herstellte. Mithilfe des Grills kann diese bedrohte Tradition vor der Vergessenheit bewahrt werden und rückt sie über das ge­mein­­ schaftliche Grillen wieder in das moderne ­Zeit­geschehen.

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Achim Fehrenbach

1 Das Logo bestehend aus Wort-Bildmarke 2 Produktentwicklung mit eindeutiger Formensprache 3 Die glühende Kohle hat auch eine ästhetische Funktion und wurde bei der Konstruktion bewusst in Szene gesetzt. 4 Traditionelles Walmdach als Teil des Landschaftsbildes diente als wesentliche Inspirationsquelle der gesamten Arbeit. 5 Für ein besonderes Rauch­ aroma kann auch mit geschlossener Klappe gegrillt werden 6, 7 Die Broschüre enthält neben Grilltipps und Rezepten auch viele Informationen zu traditionellen und historischen Themen der Region.

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8 Landschaftsfotografien, die zur Gestaltung von Broschüren und Plakaten eingesetzt werden, veranschaulichen die wild romantische Natur des Schwarzwaldes.

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Kohlenmunk – Tradition bewahren • • • Neben Erinnerungen an Traditionen und Aspekte der Region steht natürlich auch eine komfortable Handhabung und gesundes Grillen im Vordergrund. Eine polierte Cordirietplatte, auf der Fleisch und Gemüse schonend erhitzt werden können, wirkt der Entstehung gefährlicher Substanzen entgegen. Der Grill ist komplett aus mattem Schwarzstahl, was die raue, traditionelle Arbeit des Köhlers symbolisiert. Seine Form und die geringe Berührungsfläche zum Boden lassen ihn leicht wirken, schwebend und dynamisch, was wiederum zeitgemäß ansprechend ist. Als Ergänzung zum Grill selbst ist eine mehrseitige Broschüre mit Texten und Bildern entstanden, die neben der Funktion vor allem den konzeptionellen Hintergrund der Arbeit beschreibt.

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Achim Fehrenbach

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Kohlenmunk – Tradition bewahren

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Andreas Heinrichs

•1pluszweigrad – das Eis wird dünn •1Bachelorarbeit Wintersemester 2012  / 13 •1Prof. Anita Burgard •1Design Körper Raum; Produkt, Brettspiel, Markenentwicklung

Im Sommer 2012 ist das Eis der Arktis auf ein ­Re­kordminimum geschmolzen, was ungeahnte ­globale Folgen haben kann, die uns alle betreffen werden. Gleichzeitig ist das Thema „globale ­Erwär­mung“ medial so präsent, dass eine gewisse Gleichgültigkeit oder Gewohnheit in der Gesellschaft zunimmt. Wie man Menschen verschiedener Altersgruppen für dieses nach wie vor sehr aktuelle und wichtige Thema neu sensibilisieren kann, zeigt das Spiel Pluszweigrad – das Eis wird dünn.

Als Symbolfigur steht der Eisbär für alle Lebewesen, welche die Konsequenzen der globalen Erwärmung als Erstes zu spüren bekommen. Zu Beginn des Spiels steht er auf einem Stück Packeis. Mit Hilfe von Frage- und positiven Ereigniskarten werden die Spieler mit Situationen oder • • •

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Andreas Heinrichs

1 Für das Logotype wurde eine plakative, leicht verspielte Typografie gewählt. 2 Der Eisbär als Spielfigur steht wie kein anderes Tier für die Folgen der globalen Erwärmung. 3 Frage- und Ereigniskarten 4 Motiv des Spiels ist ein von oben betrachtetes Meer in maritimen Tönen und verschiedenen Fisch- ­Illus­trationen. Das Spiel besteht aus drei verschiedenen Teilen und ist somit je nach Spielerzahl variabel. 5 Eisschollen-Karten

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6 Der Eisbär steht zu Beginn des Spiels nur auf einem Stück Packeis. Mit Hilfe von Frage- und positiven Ereigniskarten werden die Spieler mit Situationen zum Klima und oder zu schädlichen Auswirkungen des Klimas, hervorgerufen durch negative Handlungen im Alltag, konfrontiert. Durch richtige Antworten und Aktionen dürfen die Spieler Eisschollen auf der Meeresober­ fläche auslegen und so den Lebens­ raum der Eisbären vergrößern. Es gibt auch negative Ereignis­ karten, wie z.B. ein Tankerunglück, das schlechte Auswirkungen auf die Eisdecke hat. Ziel des Spiels ist es eine geschlossene Eisdecke zu erreichen.


pluszweigrad – das Eis wird dünn • • • mit für das Klima schädlichen Handlungen konfrontiert. Durch richtige Antworten und Aktionen dürfen die Spieler Eisschollen auf der Meeresoberfläche auslegen und so den Lebensraum der Eisbären vergrößern. Ziel des Spiels ist es, eine geschlossene Eisdecke zu erreichen.

So vermittelt das Brettspiel durch soziale und spielerische Interaktion wertvolle Informationen und erschafft einen Lerneffekt, ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben.

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Andreas Heinrichs

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Lynn Harles

•1Woodpacker •1Bachelorarbeit Wintersemester 2013  / 14 •1Prof. Anita Burgard •1Design Körper Raum; Produkt, Markenentwicklung

Überflüssiges Gepäck und mangelnde Übersicht gehören zu den wesentlichen Problemen mo­der­ner Rucksackreisender. Bei der Entwicklung eines neuen, praktischen Systems, war der Anspruch, etwas maximal Natürliches, etwas Nachhal­ tiges und vor allem etwas wahrlich Nützliches zu erschaffen.

Das modulare Ordnungsprinzip mit dem Eigen­ namen „Anti-Chaos System“ ist das Ergebnis. Es ­ermöglicht ein praktisches und übersichtliches Zugreifen auf das mitgeführte Gepäck, wie beispiels­ weise das integrierte Kameramodul. Außerdem lässt sich der Rucksack durch das mitentwickelte Easy-Access System auf mehrere Weisen öffnen. Das ermöglicht den individuellen Zugriff auf alle Modulsegmente. Bei der Auswahl • • •

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Lynn Harles • • • des Materials wurde weitestgehend nachhaltiges Material verwendet und Wert auf natürliche Farben gelegt.

Herzstück des „Woodpackers“ ist die formgepresste Rückenplatte mit einem leichten Balsaholzkern. Sie ist das Kern­element des modularen Systems und bietet einen ergonomisch angepassten Tragekomfort.

1 Woodpacker, Outdoor Rucksack mit modularem Packsystem. 2 Das Corporate Design basiert auf dem Prinzip der Modularität des Rucksackes. So präsentiert sich auch die Marke unter einem vielfältigen Erscheinungsbild. 3 Die Rückenplatte ist das ­Herzstück der Gestaltung und des Anti-Chaossystems. Die Platte besteht aus vereinzelten Balsaund Flugzeugsperrholzschichten, die formgepresst werden und somit eine strapazierfähige und zugleich ergonomisch flexible Rückenplatte garantiert. 4, 5 Das modulare System setzt sich zusammen aus dem Rucksack­ korpus, der Rückenplatte und unterschiedlichen Packmodulen. Die Packmodule sind in unter­ schied­lichen Ausführungen erhältlich und untereinander kombinierbar. Dem Nutzer wird so die Freiheit gelassen, den Rucksack von Innen nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten.

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Woodpacker

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Lynn Harles

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Woodpacker

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B  EXPERIMENTELLE GESTALTUNG 64 • Freie und angewandte Kunst nach vorgegebenen und eigenen Themen, von der Handzeichnung bis zur Malerei, Figur  / Objekt und multimedialen ­Installationen


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JUDITH BÜRGER

•1verstehen, nicht verstehen •1Bachelorarbeit Sommersemester 2014 •1Prof. Anna Bulanda-Pantalacci •1Experimentelle Gestaltung; Editorial Design, Illustration

Obwohl wir uns international mit Englisch quasi perfekt verständigen können, entwickeln sich oft Missverständnisse, die nicht auf der verbalen ­Kommunikation, sondern auf nonverbaler Ebene entstehen. Was sind nonverbale Signale und wie schaffen wir es, uns trotz aller kultureller ­Unterschiede zu verstehen?

Diese Arbeit befasst sich mit der nonverbalen Kommunikation. Sie ist in keiner Weise ein Handbuch mit Regeln zum Verständnis von Nonver­ balität, vielmehr beschreibt sie eventuelle Konflikte und Missverständnisse, die zwischen Personen auftreten können. Sie unterstreicht die Unterschied­ lichkeit der Menschen • • •

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JUDITH BÜRGER

1 Doppelseite; Infografik und Fotografie zur Verdeutlichung der Textinformationen. 2 Übersicht aller entstandenen Produkte; Buch, Grußkarten, ­Sticker, bedruckte Tshirts, Stifte. 3 Großformatige Illustrationen verbildlichen das Geschriebene und brechen den Textfluss auf. 4 Grußkarten mit diversen Motiven. 5, 6 Doppelseite und Detailansicht.

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verstehen, nicht verstehen • • •  und hebt die Sensibilität hervor, die wir aufbringen müssen, um unser Gegenüber zu verstehen. Entwickeln wir diese Sensibilität, schaffen wir es, auf einer kooperativen Basis, Konflikte zu lösen.

Durch neue Piktogramme werden verschiedene Vorgänge be­schrieben und anschaulich erklärt. Ein durchgängiges Element ist der Affe. Er taucht in Piktogrammen und den sieben Illustrationen auf. Die Illustrationen sind Bruchseiten, die mit ihrem vollseitigen Druck und ihrem anderen Papier den Leser in seinem Flow unterbrechen. Mit ihrem auffällig anderen Erscheinungsbild provozieren sie neue Aufmerksamkeit. Die komplette Bachelorarbeit ist in Eigenarbeit entstanden, von der Recherche über die Texte bis hin zur Gestaltung von Illustrationen und Piktogrammen. Teile der Texte, die zitiert oder kopiert wurden, wurden durch Fußnoten gekennzeichnet.

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JUDITH BÜRGER

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verstehen, nicht verstehen

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • B Experimentelle Gestaltung

OM M AN I PEM E HUN G Installationen zum Thema Buddhismus und Meditation aus westlicher Sicht Vernissage 27. Juni 2014, 17.00 Uhr. 28.−29. Juni 15.00−18.00 Uhr. Burgunderstr. 13, Trier Kürenz. omph.werkbericht.net

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KRISTINA LAUXEN

•1Om Mani Peme Hung — Installationen zum Thema

­ uddhismus ­und ­Meditation aus westlicher Sichtweise B Bachelorarbeit Sommersemester 2014 Prof. Anna Bulanda-Pantalacci Experimentelle Gestaltung; Installation, Ausstellung

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„Om mani padme hum“ ist das älteste und bis heute populärste Mantra des tibetischen Buddhismus. Es bedeutet so viel wie „Oh du Juwel in der Lotusblüte“. Unter diesem Motto wurden auf einem Dachboden im ehemaligen französischen Viertel in Trier Kürenz insgesamt acht Installationen gezeigt. Alle behandelten als zentrales Thema Buddhismus und Meditation. Das Medium Ausstellung funk­ tionierte als emotionaler Vermittler, um das zentrale Thema für Besucher nicht nur visuell sondern, auch interaktiv erlebbar und somit intensiver erfahrbar zu machen.

­ •

Ob der Besucher selbst Buddhist war oder nicht, spielte keine Rolle. Primär ging es um das Sehen und Erspüren, nicht direkt darum, mit Logik alles zu verstehen. Die Ausstellung zeigte Orte, die nahe und doch fernab der realen und gedanklichen ­Alltagswelt liegen. Gäste und Besucher konnten an ihnen im Hier und Jetzt verweilen und einfach nur ihr Sein wahrnehmen.

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KRISTINA LAUXEN 1 Ausstellungsplakat.

2 Das Rechen im Sand kommt im Zen einer meditativen Arbeit gleich. Felsen und Steinen messen die japanischen Buddhisten eine beson­ dere Bedeutung zu. Im Zentrum der Wellen steht dieser helle und glatte Stein für den ruhenden Pol bei unruhiger See. 3 Labyrinth – 3.000m Schnur und ca. 2.000 Nägel bilden das Labyrinth des Lebens voll von Hindernissen. Mit Hilfe von Meditation wollen sie durchschritten werden, um daran zu wachsen, nicht zu verzweifeln. 3

4 Karmaschleudern – Gebetsmühlen mit dem Mantra im Original Sanskrit. Im Uhrzeigersinn werden die Karmaschleudern gedreht und dienen dem Buddhisten als Hilfsmittel in der Meditation. 5 Das Dach der Welt – Der Wind von drei Ventilatoren trägt die ­Wünsche auf den Gebetsfahnen in die Welt hinaus. Der Heilige Berg Kailasch lädt die Besucher zum Ver­ weilen und Meditieren ein.

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6 Mantrasteig  –  Auf 2 x 8 Stufen wird das weltberühmte Mantra Om Mani Peme Hung (glz. Titel der Ausstellung) auf den Treppenstufen wiederholt.

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Om Mani Peme Hung

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KRISTINA LAUXEN

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Om Mani Peme Hung

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JULIANE ROHN

•1way to fare – welt · kultur · café —

Erscheinungsbild, Café-Konzept Bachelorarbeit Wintersemester 2014  / 15 Prof. Anna Bulanda-Pantalacci Experimentelle Gestaltung; Erscheinungsbild

•1 •1 •1

„way to fare – welt · kultur · café“ ist eine mobile Kultureinrichtung. Sie bringt dem Besucher auf außergewöhnliche Weise fremde Länder und deren Kultur näher. In dem Café kann jedes Land, das gerade Thema ist, in seinem kompletten Spektrum wahrgenommen werden – frei nach Friedrich ­Nietzsches Aussage: „Kultur ist die Einheit des künstlerischen Stils in allen Lebensäußerungen eines Volkes.“

Das Café sieht vor, seinen Besuchern ein lehr­ reiches und weitreichendes Angebot zu bieten. Deshalb sind die Kulturwochen semestral ­an­gedacht. Diese pro Land vierwöchige Veran­stal­ tungsreihe ermöglicht es, ein authentisches, ­landestypisches und  • • •

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JULIANE ROHN • • • vielfältiges Programm anzubieten. In Form von Workshops, Vorträgen, Konzerten, Ausstellungen oder Filmvorführungen thematisiert es dann unter anderem Geschichte, Religion, Kunst und Werte des jeweiligen, aktuellen Landes.

1 Geschenktaschen als Blickfang und Werbemittel.

Passend zu seinem Thema „Kulturreise“ hat das Café „way to fare“ keinen festen Standort. Es befindet sich in einem umgebauten Wohnmobil, inklusive Küche. Darin können tra­­di­ tionelle Gerichte gebacken, verkauft und auch verspeist werden. Somit ist es möglich, den Standort beliebig zu verändern, und auch die Veranstaltungen an unterschiedlichen Plätzen, Stadtteilen oder Städten durchzuführen.

3 Veranstaltungsflyer (Leporello) mit komplettem Wochenprogramm.

Mit diesem Projekt können sich Menschen näher kommen, wird die Individualität eines jeden Landes positiv dargestellt und auf sympathische Weise für mehr Toleranz, Respekt und Akzeptanz geworben. Als visuelles Ergebnis sind am Beispiel des Landes Japan ein Corporate Design und verschiedene Werbeprodukte entstanden.

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2 Postkarten mit verschiedenen Motiven.

4 Produktlinie zur Promotion des Kulturcafés (Thema: Japan). 5 Prototyp: 3D-Modell des ­Cafémobils. 6 Visitenkarten mit dem „way to fare“ - Pattern.


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way to fare – welt · kultur · café

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JULIANE ROHN

• Projektübersicht

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way to fare – welt · kultur · café

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LEA GUDRICH

•1Meine Zeitzeugin •1Bachelorarbeit Sommersemester 2014 •1Prof. Anna Bulanda-Pantalacci •1Experimentelle Gestaltung; Illustration

„Mein Elternhaus ist ein großes, altes Haus in der Eifel, 20 km vor zur luxemburgischen Grenze. Da bin ich groß geworden. Und es ist nicht die Eifel, nicht das Dorf, sondern einzig unser Haus mit ­Garten, das meine „Heimat“ ist. Wenn unsere Fami­ lie diesen Platz verlieren würde, würden mir die Wurzeln genommen, und ich glaube, jeder Mensch braucht Wurzeln. Aber noch die Familien beider meiner Eltern mussten im Krieg fliehen, ihre Heimat verlassen. Sie wurden entwurzelt. Sie mussten neu wurzeln, neu anfangen, neu verwachsen, für nachfolgende Generationen einen Platz suchen, den ich heute sehr wertschätze.“

„Meine Großmutter ist 90 Jahre alt und war jünger, als ich heute, als sie ihre Heimat verlassen musste. Bis auf wenige Koffer musste sie alles zurücklassen. Bevor sie stirbt, und niemand mehr etwas über ihr Leben, ihre Gefühle, ihre Erinnerungen an die Flucht und die Zeit des Krieges von ihr erfahren • • •

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LEA GUDRICH • • • kann, habe ich ihre Kindheit, ihre Jugend, ihr Erleben als junge Frau zum Thema meiner Diplomarbeit gemacht.“

1 Kindheit I, Maße: ca. 700 x 900.

2 Hitlerjugend, Maße: ca. 750 x 1100.

Dies ist ein völlig subjektiver Bericht einer jungen Frau, die 1923 in Schleiz, im Osten Deutschlands geboren wurde, sich in Schlesien verheiratet hat und im Zweiten Weltkrieg nach Westdeutschland fliehen musste. Der Bericht erhebt keinen Anspruch auf historische Korrektheit. Er ist vielmehr eine Erzählung der Großmutter für die Enkelin. Aus den Erzäh­ lungen der alten Dame entstanden dreizehn großformatige Gemälde mit einem dazu gehörigen Textkatalog.

3 Kindheit II, Maße: ca. 750 x 1100. 4 Flüchtling sein, Maße: ca. 750 x 1100. 5 Der Fall, Maße: ca. 900 x 1900. 6 Flüchtling sein, Maße: ca. 750 x 1100.

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Meine Zeitzeugin

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INESSA POPOVA

•1Pädagogisches Konzept und Ausstellungskonzept

zum ­Thema „Masken“ – Kreativer und pädagogischer Workshop mit ­anschließendem Ausstellungskonzept Bachelorarbeit Sommersemester 2014 Prof. Anna Bulanda-Pantalacci Experimentelle Gestaltung; Workshop, Ausstellung

•1 •1 •1

Für das Projekt wurde mit einer Gruppe Kinder aus problematischen Familiensituationen ein Workshop abgehalten. Der Workshop lief unter dem Thema „Masken“. In erster Linie sollten die Kinder dabei kreativ gefördert werden. Aber es ging auch um eine psychologische Stärkung.

Weil viele der Kinder aus schwierigen, sozialen Ver­ hältnissen kommen und sie bereits viel Stress in  ihrem jungen Leben erleben mussten, war es die Absicht, die Kinder bewusst in sich gehen zu lassen. Sie bekamen die Gelegenheit darüber nachzu­ denken, welche Masken sie herstellen wollten und warum sie sich für • • • 

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INESSA POPOVA

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Pädagogisches Konzept und Ausstellungskonzept zum ­Thema „Masken“ • • • eine Maske entschieden. Die anschließende Ausstellung ihrer Arbeiten sollte das Selbstbewusstsein der Kinder stärken, sie fördern und ermutigen, offener für ihre eigenen Werke einzustehen. Denn es liegt an uns Erwachsenen, ihnen nicht nur ein Vorbild zu sein, sondern ihnen auch das Gefühl der Anerkennung für ihre geleistete Arbeit zu vermitteln, sie in ihrem konstruktiven Schaffen zu ermutigen und ihnen Per­spek­ tiven aufzuzeigen.

1 Voller Konzentration erstellten die Kinder ihre ersten „Roh-­Masken“ für die „Ganze Maske“. 2 Der Ausstellungsraum im ­Überblick. Die „Ganzen Masken“ an der Wand, die halben Masken auf Podesten. Über jeder Maske auf den Podesten ein Banner mit dem jeweiligen Kind, das die Maske gestaltet hat. 3 Ausstellungsraum –  Die „ganzen Masken“ an der Wand 4 Den kleinsten Projektteil­ nehmern half ich gelegentlich bei der Realisierung ihrer Ideen. 5 Die Projektdokumentation in gedruckter Form. 6 In der Fotodokumentation des Workshops wurden die Arbeiten und Ergebnisse der Kinder ­präsentiert. 7 Eine der halben Masken. Gestaltet von Leila mit dem Titel „Afrika“. 8 Impressionen der Ausstellung.

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INESSA POPOVA

• Projektübersicht

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Pädagogisches Konzept und Ausstellungskonzept zum ­Thema „Masken“

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C  ZEICHNEN UND MEDIEN 94 • Entwicklung gestalterischer Fähigkeiten anhand des Zeichnes für das spontane Abbilden fachlicher und persönlicher Inhalte und deren Transfer in medienübergreifende Projekte


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ANDREAS STOFFELS

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•1Ludumania Pragmagaperostorge •1Masterarbeit Wintersemester 2014 /15 •1Prof. Babak Mossa Asbagholmodjahedin •1Zeichnen und Medien; Installation, Projection Mapping

Der „Turm Luxemburg“ steht seit der Bundes­ gartenschau 2004 als Wahrzeichen auf dem Trierer Petrisberg. Für diese Arbeit wurde er szenografisch inszeniert, mittels Licht- und Bildprojektionen, als „Turm der Träume und Sehnsüchte“.

Thema der Inszenierung ist „Liebe“, was einerseits ein großer Gesamtkomplex ist, andererseits in verschiedene Typen aufgegliedert werden kann. Dieser Arbeit liegt das Modell des Soziologen John Allen Lee zugrunde, der in seinem Buch „Lovestyles“ 1973 sechs „Farben der Liebe“ unter­ scheidet. Die Primärformen sind Eros – die Liebe zur idealen körperlichen Schönheit, Ludus – die Liebe als Spiel und Storge – die freundschaft­ liche Liebe. Die Sekundärformen sind Mania – die Liebe als Obsession, Pragma – die realistische Liebe und Agape - die ideale, als Pflicht aufgefasste Liebe. Diese Spielarten mischen sich und gehen ineinander über, was sich im bizarren • • • 2

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ANDREAS STOFFELS

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Ludumania Pragmagaperostorge • • • Titel der Arbeit widerspiegelt. Für die Projektion sind zwei Kerneigenschaften des Turms von Bedeutung. Zum einen ist es die persönliche Wirkung des Turms: Wer den Turm besteigt, erlebt in ihm ein eigenartiges Wechselspiel von Bewegung und Eingrenzung des Blickfeldes auf den Treppen sowie das Rasten und Ausweitung des Blickfeldes an den vier Aus­ sichtspunkten. Hohe seitliche Begrenzungen an den Treppen halten Geräusche von außen fern und der hohle Klang der Schritte hallt wider. Die andere Kerneigenschaft ist seine praktische Gegebenheit vor Ort, was vor allem die Projektions­ flächen selbst angeht. Flächen bietet die tierähnliche Skulptur reichlich, vor allem an den Außenseiten, den Flanken, aber auch an der Frontseite.

Für jede Liebesvariante ist eine, bzw. sind mehrere Projektions­ flächen vorgesehen, deren Platzierung je nach Bedeutung oder Charakter ausgewählt wurde. Die Ornamentierung erfolgt mit unterschiedlichen Dreiecks- bzw. mit quasi-kristallinen Mustern, die der jeweiligen „Farbe der Liebe“ entsprechen. Die komplette Bachelorarbeit ist in Eigenarbeit entstanden, von der Recherche über die Texte bis hin zur Gestaltung von Illustrationen und Piktogrammen.

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99 1 Die Farben der Liebe als ­Ornamentwolke dargestellt: Jeder Bereich besteht aus Dreiecken, die durch unterschiedliche Propor­ tionen und Musterungsprinzi­ pien zu differenzierten Ornamenten fügen lassen. 2, 3 Gesamtansicht Installation. 4, 5 Seitansicht und Details.


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MICHAEL FINK

•1Nazareth Tango •1Diplomarbeit Wintersemester 2010  / 11 •1Prof. Babak Mossa Asbagholmodjahedin •1Zeichnen und Medien; Buchgestaltung, Illustration, Crossmedia, Design Medien

Nazareth Tango erzählt die Geschichte einer von Krieg zerfressenen Welt, die sich in zwei Abschnitten in Damaskus und Deutschland abspielt.

Das Buch stellt ein neuartiges Erzählmedium in einer Mischform aus Graphic Novel und Hörbuch dar. Es verzichtet auf geschriebenen Text und ­verweist den Leser stattdessen auf QR-Codes. Diese können mit einem Handy eingescannt wer­ den, worauf sich der Leser die mit Musik und ­Geräuschen untermalte Erzählung anhören kann, ­während er das Buch durchblättert. Das Buch wird von Sebastian Schaar, Max Dreste und Michael Fink  als „Tagg-Book“ bezeichnet, da • • •

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MICHAEL FINK • • • die anzuhörenden Texte auf den Seiten „getaggt“ (d.h. mit Symbolen gekennzeichnet) sind. Durch den Verzicht von Texten und für die Graphic Novel typischen Panels kann sich der Betrachter vollkommen auf den gesprochenen Text konzentrieren, während seine Augen durch die doppelseitigen Illustrationen wandern. Die Illustrationen verbinden fließend mehrere Szenen der Handlung miteinander, wodurch die chronologische Abfolge von Motiven aufgelöst und es dem Betrachter überlassen wird, welche Details er sich ansehen möchte. Der vorgespielte Text bestimmt dabei die Geschwindig­ keit der Handlung. Blättergeräusche machen dem Betrachter deutlich, auf die nächste Seite zu wechseln.

Die beklemmenden Illustrationen mit einem starken Licht- und Schattenverhältnis sind je nach Handlungsabschnitt in einem staubigen Gelb für Damaskus und einem kalten Grün für Deutschland gehalten. Die manuell erscheinenden Bleistiftillus­ trationen sind durch den Einsatz diverser Medien entstanden – darunter Pappmodelle, digitale 3D-Konstruktionen, Fotografi­ en und Retuschen. Die Hintergründe und Charaktere wurden zunächst von Modellen und Schauspielern abfotografiert und anschließend digital, dreidimensional nachkonstruiert, um mit dem Rechner korrekte Perspektive und Schattenwurf zu simulieren. Die so entstandenen Rohbilder wurden letztendlich ausgedruckt und per Hand umgesetzt.

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Nazareth Tango

1 – 2 Auszüge in Form von ­Ilustrationen aus dem Buch. 3 Ansicht Cover des gebundenen Buches mit illustriertem Bildmotiv und QR Code. 4 – 8 Auszüge in Form von ­Ilustrationen aus dem Buch.

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MICHAEL FINK

• Projektübersicht

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Nazareth Tango

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BERND ZEIER

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•1Man In A Black Suit •1Bachelorarbeit Sommersemester 2013 •1Prof. Babak Mossa Asbagholmodjahedin •1Zeichnen und Medien; Animation, Bildnarration, Film, Storyentwicklung

„Man In A Black Suit“ erzählt eine Geschichte über eine Reise durch verschiedene Medien. Es ist die Reise eines Mannes, der sich in seiner Wahr­ nehmung beschränkt und gefangen fühlt und nun versucht die Barrieren dieser zu durchbrechen, und hofft, seinen Schöpfer zu finden.

Was ist Realität? Was ist Fiktion? Wie funktioniert Sprache? Und wie steht es um unseren freien ­Willen? Erzählen wir? Oder werden wir erzählt? Teile der Geschichte sind von den Arbeiten von William S. Burroughs, Charles Bukowski, Hunter S. Thompson, Ralph Steadman, Alan Watts, Tom Waits und vielen Weiteren inspiriert.

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BERND ZEIER 1 – 8 Ausschnitte aus dem ­animierten Kurzfilm „Man In A ­Black Suit“

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Man In A Black Suit

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LENA HÖSL

•1Bilder auf der Haut •1Diplomarbeit Wintersemester 2011  / 12 •1Prof. Babak Mossa Asbagholmodjahedin •1Zeichnen und Medien; Illustration, Originalgrafik

Bilder auf der Haut ist ein Projekt über die Täto­wier­ kunst. Es entstand eine 7-teilige Posterserie und ein Buch. Aus ihrem Kern heraus beantwortet die Arbeit die Fragen, warum lassen sich Menschen tätowieren und warum hat sich eine so alte Tradi­tion bis heute bewährt und weiterentwickelt?

Die Poster zeigen, welche Fülle an Leben, an Ge­ danken und Gefühlen in der Hautkunst stecken. Auf den Postern werden sie erkennbar und deutlich. Um die traditionellen Motive und die Geschichten hinter den Tattoos aufzugreifen, wurden die grund­ legenden Gefühlszuständen, die jeden betreffen, aufgegriffen: Liebe, Freiheit, Hass, Angst, Trauer, Hoffnung und Mut. Zusammen lehnen sie sich an die traditionellen Seefahrermotive mit den dicken schwarzen Outlines und den Farbflächen an. Mit tra­ ditionellen Stilelementen und • • •

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LENA HÖSL • • • einem eigens entworfenem Arbeitsstil, ergibt sich auf den Postern eine komplett neue Stimmung. Kompositorisch wurden die Einzelelemente auf eine spannende Konstellation ausgerichtet und weisen unterschiedliche Stimmungen auf. Ein angepasstes Farbkonzept rückt das Thema Gefühle in das richtige Licht, was sowohl einen roten Faden darstellt, als auch die Komposition der Darstellung hervorhebt. Jedes Poster stellt eine Stimmung dar und erzählt eine eigene Geschichte, wie es die Bilder auf der Haut auch tun. So entsteht eine persönliche Gefühlswelt, die den Betrachter in seinen Bann ziehen und für einen Moment fesseln kann.

1 Ansicht Plakatmotiv. 2 Ansicht einer Doppelseite aus dem zur Arbeit gehörigen Magazin. 3 Ansicht Plakatmotiv. 4 Produktübersicht. 5 Tshirts und Taschen mit ­aufgedruckten Illustrationen. 6 Detailansicht der Motive als entstandenen Druckerzeugnisse.

Das Buch Seemannsgarn („Bilder auf der Haut“) unterstützt Elemente der Posterserie. Der Name „Seemannsgarn“ spielt auf die traditionellen Seefahrertätowierungen an. Es bietet einer­ seits einen Einblick in die Welt der Tätowierungen mit ihrer Tradition und aktuellen Entwicklung. Andererseits wurde das Thema illustrativ umgesetzt und in die Neuzeit übersetzt. Auch Künstler und Tätowierer werden mit ihren Arbeiten vorge­ stellt. Mit dezenter Schriftauswahl kommen die Fotos und Arbeiten der Künstler perfekt zur Geltung. Das große Format, einem beschnittenem A3 Seitenformat, bietet den Geschichten und Bildern genügend Platz sich zu entfalten und auf den Leser zu wirken.

7 Ansicht einer Doppelseite mit Einleger.

Mit ihrer Tiefe an Informationen und Eindrücken tritt die ganze Arbeit dem schlechten Ruf der Tätowierung entgegen und zeigt, wie wunderbar die Tätowierkunst ist.

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Bilder auf der Haut

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SIMON PRADES

•1Unterm Strich – Zeichnen als zentrale

­ usdrucksform über einen Zeitraum von A zehn Wochen. Was bleibt unterm Strich? Diplomarbeit Sommersemester 2012 Prof. Aniela Kuenne-Müller und Prof. Babak Mossa Asbagholmodjahedin 1Zeichnen und Medien; Bildnarration, Design Buch, Illustration

•1 •1 •

Zeichnen als zentrale Ausdrucksform. Zehn Wo­ chen lang Zeichnen, auf einer fortlaufenden 0,75 x 20 m Papierrolle, die auf einem Tisch befes­ tigt ist. Was entsteht dabei? Aber es ging nicht nur um die Zeichnungen selbst, sondern um zusätz­ lichen Ebenen. Was würde funktionieren? Was ­würde sich aus all dem Leben der zehn Wochen in den Bildern wiederfinden? Welcher Rhythmus ­würde entstehen, und würde sich dieser aus der Zeichnung ableiten lassen? Welcher Zeichenstil, welches Material, welche Formensprache würde sich als geeignet erweisen?

Diese Fragen und Gedanken greift das Buch auf, das im Anschluss an die Zeichenarbeit entstanden ist. Zudem dokumentierte eine Fotokamera von der Decke hängend den Zeichentisch. Aus diesem Fotomaterial entstand ein kleiner Film, der im Zeitraffer die Entstehung der Zeichnungen zeigt.

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • C Zeichnen und Medien

115 1 Ausschnitt aus Dokumentarfilm über die Abschlussarbeit, Darstellung des Arbeitsprozesses. 2 – 3 Auszüge der Illustrationen aus dem Buch „Unterm Strich“. Dokumentarfilm unter: youtube.com/watch?v=S7t6KaI2t3Y


SIMON PRADES

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Unterm Strich

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SIMON PRADES

• Projektübersicht

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Unterm Strich

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JAN PLUIMERS

•1Raymonds Erbe •1Diplomarbeit Sommersemester 2009 •1Prof. Babak Mossa Asbagholmodjahedin •1Zeichnen und Medien; 3D Animation,

Bildnarration, Characterdesign, Concept Art

Der Trailer zeigt die Erlebnisse einer Space­­shuttleCrew, die auf einem fremden Planeten gestrandet ist und feststellen muss, dass sie dort nicht allein ist. Er zeigt wesentliche Szenen der Handlung und konzentriert sich auf elementare Schlüssel­ ereignisse. Dabei erzeugt er eine besondere Span­ nung – natürlich ohne zu viel zu verraten.

Der Trailer spielt geschickt mit Stilmitteln wie ­weichen Blenden, Unschärfen, bruchstückhaften Aufnahmen und Kamerafahrten aus Froschund Vogelperspektive. Sie gestalten den Span­ nungsbogen elementar mit. Am Ende wird der ­Zuschauer mit der ungelösten Frage entlassen, was am Ende des Films geschehen wird. Die Entwicklung eines Trailers ist im Bereich der Animation eine besondere Herausforderung, weil er eine komplexe filmische Handlung knapp, prägnant und • • •

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JAN PLUIMERS

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Raymonds Erbe • • • Darum ging dem letztendlich nur knapp zweieinhalb-minü­ tigen Trailer mit vollständiger Animation, Sprechern und Musikuntermalung auch ein sehr aufwendiger und intensiver Konzeptionsprozess voraus.

Der schlüssige, flüssige und eindrucksvolle Gesamteindruck entwickelte sich Schritt für Schritt aus den verschiedenen Stadien der Skizzen zur Charaktergestaltung von Menschen, Roboterwesen und Schauplätzen, und wuchs über das handgezeichnete Storyboard der Einzelszenen und Kamera­ führung bis zur Umsetzung als Animatic mit ersten angedeu­ teten Bewegungen. Umgesetzt wurde der Trailer in einem 3D-Programm, das realistische Texturen und Licht- und Schatteneffekte erlaubt. So konnten die stilisierten Charaktere und irreale Landschaft erzeugt werden, die den spannenden Kontrast zwischen Realität und Fiktion erschaffen.

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1 Character Lineup. 2 – 8 Ausschnitte aus dem ­entstandenen Animationsfilm. Film unter: vimeo.com/9626378


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LUKAS BISCHOFF

•1Zwodrei •1Diplomarbeit Wintersemester 2011/ 12 •1Prof. Babak Mossa Asbagholmodjahedin •1Zeichnen und Medien; 3D, Crossmedia, ­Design ­Medien, Interaktion  /  Games

Zum Verständis: Um Räumlichkeit messbar zu machen, benötigt man ein Größensystem, in dem jede physikalische Größe eine Dimension besitzt. Bekannt sind diese dimensionalen Darstel­ lungen unter den Abkürzungen 2D, 3D und 4D. Zeit, die vierte Dimension, stellt keine Raumkoordi­ nate dar, wird aber gerne als solche visualisiert. Um einen räumlichen Eindruck entstehen zu lassen, egal ob 2D oder 3D, benötigt man eine Methode, die Objekte oder Flächen als solche abbildet. ­Diese Methode fasst man unter dem Begriff Pers­ pektive zusammen.

Eine räumliche Wirkung mithilfe der Perspektive lässt sich schon mit einfachsten Mitteln erzeugen. Beispielsweise durch die „Kulissenwirkung“, bei dem eine Vordergrundebene vor einem Hinter­ grund eine Räumlichkeit simuliert. Im Zusammen­ hang mit der Camera obscura wurde • • •

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LUKAS BISCHOFF • • • beispielsweise die Zentralperspektive entdeckt, die in etwa dem Sehen mit dem menschlichen Auge enstpricht. Welche von den vielen Darstellungsmethoden, die es gibt, Anwendung findet, ist vor allem vom späteren Endprodukt abhängig.

1 Gerendertes 3D-Experiment zum Thema Räumlichkeit. 2, 3 Teil der illusionalen Icon Serie.

4 „Räume“ werden gefüllt.

Je nach Ausgangsmaterial hat jede Methode Vor- und Nachteile und ist mehr oder weniger praktikabel oder sinnvoll. Es gilt, im Vorhinein abzuschätzen, welche Methode für den gewünsch­ ten Zweck am besten geeignet ist.

5 Objekte im Wechsel zwischen 2D und 3D. 6 Ordnungssystem der ­Internetplattform.

Die Arbeit: Kern der Arbeit sind Überlegungen bezüglich des Wechselspiels von Raum und Fläche, das spannende Fragen aufwirft, wie: Ab welchem Punkt kann das menschliche Auge zwischen 2D und 3D unterscheiden? Um eine plastische Wirkung, also den Unterschied von 2D und 3D beim Betrachter hervorzurufen, spielen mehrere Aspekte eine Rolle. Licht, Schatten, Perspektive, Flächen, Farben, Tiefenschärfe usw. Einige davon lassen sich alleine anwenden, andere wiederum funktionieren nur im Zusammenspiel. Die faszinierende Welt der Räumlichkeit lässt in dieser Hinsicht vielerlei Fragen offen, die es zu beantworten gilt – und zu vielen gestalterische Spielereien einladen.

7 Das Internetportal für Projekte rund um die Dimensionalität.

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Zwodrei

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LUKAS BISCHOFF

• Projektübersicht

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Zwodrei

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D  DESIGN TYPOGRAFIE 130 • Vom Entwurf über die Konzeption typografischer Systeme, das Layout­ design, die Entwicklung von Alphabeten, Logotypes und Zeichen bis zur experimentellen Typografie


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Tobias Schneider

•1Andrei Tarkowski – Konzeption und

Umsetzung einer Monografie sowie Begleitmedien zu den Spielfilmen Bachelorarbeit Sommersemester 2014 Prof. Andreas Hogan Typografie; Buch

•1 •1 •1

Andrei Tarkowski lebte und arbeitete bis ca. 1983 in der Sowjetunion als Filmemacher und (Dreh­ buch-)Autor. Aufgrund von unüberwindbaren Differenzen mit dem sowjetischen Staatsapparat verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens im Exil in Italien und Schweden. Sein Lebenswerk umfasst unter anderem sieben Spielfilme, mit denen er die Avantgarde des europäischen Autorenfilms nachhaltig beeinflusste.

Die Arbeit umfasst eine Monografie über Tarkowskis Leben sowie jeweils ein Begleitbuch zu jedem seiner Spielfilme. Diese schlüsseln die vielschichtigen Strukturen • • •

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • D Design Typografie

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Tobias SCHNEIDER • • • der Filme auf und vermitteln Hintergrundinformationen. Tarkowskis Arbeit wird in einen zeitgemäßen Kontext gesetzt und auf gestalterischer Ebene wird die Ästhetik seiner Filme und seine Persönlichkeit aufgegriffen.

Besonders eindrücklich ist neben den visuellen Zitaten an Tarkowski vor allem die freie Erzählstruktur der Bücher, die von den Filmen inspiriert ist. Die einzelnen Kapitel, jeweils ein Heft, sind mit Magneten aneinandergeheftet, sodass der Leser die Abfolge der Kapitel verändern kann und selbst bestimmen kann, in welcher Reihenfolge der Inhalt aufge­ nommen werden soll.

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Andrei Tarkowski – Konzeption und Umsetzung einer • • •

1 Monografie und Filmbuch „Stalker“ mit Schutzumschlag. 2 Monografie und Filmbuch „Stalker“ mit Schutzumschlag. 3 Inhaltsangabe zum Film – Bildund Textelemente verbinden sich.

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4 Anmerkungen aus Tarkowskis Tagebüchern geben Zusatz­ informationen auf einer zweiten Ebene. 5 Detail der Textverweise. 6 Vergrößerte Textauszüge „beschleunigen“ das Lesetempo. 7, 8 Eigene Experimente und Auseinandersetzung mit dem Bewegtbild, Visualisierung einer Kamerafahrt auf einer Aufklappseite.

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Tobias SCHNEIDER

• Projektübersicht

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Andrei Tarkowski – Konzeption und Umsetzung einer • • •

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • D Design Typografie

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DIANA KETTERN

•1Lorem Ipsum •1Studienarbeit Wintersemester 2012  / 13 •1Prof. Andreas Hogan •1Design Typografie; Editorial

Was macht man eigentlich, wenn man eine Zeitung gestalten möchte, aber keine Inhalte hat? Eine findige Designerin hat immer eine Lösung:

Warum nicht aus der Not eine Tugend machen und ausschließlich mit Blindtexten arbeiten? Und siehe da: Es entstand eine Zeitung mit Blindtexten! Neben vielen bekannten und unbekannten, neuen und alten Blindtexten kommen Pangramme zum Einsatz, weil auch diese gut als Platzhalter fungieren können. Und einen weiteren Kniff gibt es noch: Einige Redewendungen zum Thema „Blind“ dienten als Inspiration für die Illustrationen • • •

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DIANA KETTERN

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Lorem Ipsum

141 1 Die Zeitung „Lorem Ipsum“ im Close-up. Im Hintergrund befindet sich ein Rapport der vier Illustrationen. 2 Die Aufmacherseite zeigt den „Blindfisch“ sowie die Anzahl der Wörter des darauf folgenden Blindtextes. 3 Die Aufmacherseite zeigt die „blinde Kuh“ sowie die Anzahl der Wörter des darauf folgenden Blindtextes. 4 Die Headline wird durch einen Geviertstrich eingeleitet. Er weist den Blindtexten eine besondere Bedeutung zu. 5 Ein Pangramm oder auch holoalphabetischer Satz genannt, enthält alle Buchstaben des Alpha­ bets. Die bekanntesten Pangramme werden ebenfalls als Blindtext eingesetzt, hier „the quick brown fox“.

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6 Die kürzeren Blindtexte sind auf dieser Seite zu finden. Die Wörter- und Zeichenanzahl ersetzt die Headline. Die Collage zeigt einen „blinden Passagier“.


DIANA KETTERN

• Projektübersicht

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Lorem Ipsum

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • D Design Typografie

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Silvia Gessinger

•1Stadtmarketing im Designkontext •1Masterarbeit Sommersemester 2012 •1Prof. Andreas Hogan •1Design Typografie; Corporate Design, Buch, Studies & Research Förderpreis der Hochschule Trier, Designpreis Rheinland-Pfalz 2014 Kommunikationsdesign (Design Studies & Research, Design Talents)

•1

Stadtmarketing ist für Städte ein zunehmend wichtiger Erfolgsfaktor und eine besondere Heraus­ forderung für Designer. Das interdisziplinäre, sehr strategische Arbeiten mit vielen Akteuren und einer sehr heterogenen Zielgruppe fordert höchste Leistungen. Die Arbeit, die hier entstand, umfasst insgesamt drei Bände mit vielen, detaillierten Ausführungen.

Band I beinhaltet die theoretischen Grundlagen, Definitionen, Entwicklungen und Ziele zu Design, strategischem Designmanagement, Marke, Corporate Identity, Stadt, Marketing sowie der ver­ schiedenen Marketingausrichtungen. Anschließend folgen zwei • • •

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Silvia Gessinger • • • weiterführende Bände, in denen praktische Anwen­dungs­ beispiele dargestellt, analysiert und bewertet werden. Diverse Corporate Designprojekte, aber auch Werbeaktionen und imageträchtige Veranstaltungen sind Bestandteile der Praxisanalyse.

1 Übersicht der Masterarbeit: Drei Bände mit Schuber. 2 Herleitung des Logos für die Stadt Trier.

3 Anwendungsbeispiel Plakat­serie: Das entstandene Zeichen wird groß­ flächig eingesetzt. Bildausschnitte, Texturen und Muster sollen Interesse und Neugier beim Betrachter erwecken.

Auf Grundlage der Recherchen wurde die eigentliche Master­ thesis erstellt. Der Theorieabschnitt beschäftigt sich mit Zeichensystemen und Zeichen, Semiotik und Signographie, Markentypologie, der Kategorisierung von Marken sowie deren Besonderheit für Kommunen, Städte, Regionen, Bundesländer und Staaten.

4 Anwendungsbeispiel Plakat Wall: Die römischen Mosaike bilden die Grundlage der Bildsprache. Die antike Mosaikkunst wurde abstrahiert und liegt über dem Bild­ ausschnitt, was Spannung erzeugt und den historischen Background der Stadt widerspiegelt.

Im praktischen Teil der Arbeit wird das exemplarisch erarbei­ tete Corporate Design für die Stadt Trier in allen Phasen vorgestellt. Hierbei stehen zunächst die unterschiedlichen Ansätze zur Logogestaltung im Vordergrund. Resümierend werden Ideen und Vorgehensweisen aufgezeigt, wie ein neues Erscheinungsbild erfolgreich gestaltet, auf dem Markt einge­ führt und langfristig etabliert werden kann.

5 Inszenierung Rheinisches Landesmuseum: Museen, römische Bauwerke, Behörden und weitere wichtige architektonische und bedeutsame Gebäude sollen in das Corporate Design eingebunden werden. Stilisierte Baumringe, die auf die Gründungsurkunde der Stadt (Baumscheibe) hinweisen sowie auf den Sitz der Dendrochro­ nologie (Auswertung von Jahres­ ringen) im Landesmuseum befinden sich vor dem Gebäude.

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Stadtmarketing im Designkontext

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Silvia Gessinger

• Projektübersicht

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Stadtmarketing im Designkontext

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Caroline Birkel

•1Handpressenschriften Franz & Gloria •1Studienarbeit Sommersemester 2014 •1Prof. Andreas Hogan •1Design Typografie; Typedesign, Letterpress

Das Ziel des Projektes bestand in der Gestaltung und Herstellung von Holzlettern für den originalgrafischen Plakatdruck. Hierfür wurden in einem komplexen Arbeitsprozess zwei neue Schriften entwickelt, die Franz und die Gloria. Der Vorgang der Schriftgestaltung- und Herstellung ist in einem 128-seitigen Buch umfassend und anschaulich dokumentiert. Das Buch zeigt die auf­ wändige Arbeit von der ersten Skizze, über analoge und digitale Bearbeitungen bis zu den fertigen Lettern bzw. bis zum Druckergebnis zwischen Buchdeckeln aus gelaserten Holzflächen. Doch im Zentrum der Arbeit stehen natürlich die zwei Schriften für den Handsatz.

Die Franz ist eine Script Schrift. Ihre Grundzüge entstanden aus den Ergebnissen handschriftlicher Gestaltungen mit dem Pinsel. Aus vielen • • •

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • D Design Typografie

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Caroline Birkel • • • Formen wurden die gelungensten Buchstaben ausgewählt, zeichnerisch weiterentwickelt und schließlich digitalisiert. Das besondere Merkmal der individuellen und charakter­ starken Glyphen sind die vom Schreibwerkzeug abgeleiteten Strichstärkenwechsel und gerundeten Konturformen.

1 Druckvorgang an der Handpresse.

Die Gloria entstand als konstruierte serifenlose Schrift für die Verwendung als Plakatschrift. Inspiriert wurde das Design von historischen Satzschriften aus der Plakatgestal­ tung und Werbung. Die eng stehenden und hochgestreckten Buchstaben ergeben ein kompaktes und gleichzeitig elegantes Schriftbild.

4 Letterbestandteile vor dem Leimen.

2 Detail aus dem Druckvorgang. 3 Lasercut der Glyphen.

5 Detail aus dem Druckvorgang. 6 Individueller Zuschnitt der Kegel. 7 Druck der Posterserie.

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Handpressenschriften Franz & Gloria

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Caroline Birkel

• Projektübersicht

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Handpressenschriften Franz & Gloria

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Sebastian Wieland

•1Tintenstaub & Pixelfass •1Diplomarbeit Wintersemester 2012  / 13 •1Prof. Andreas Hogan •1Design Typografie; Editorial, Kalligrafie, Zeichnung, Typedesign

Obwohl sowohl Gestalter als auch Betrachter von kalligrafischen Arbeiten sehr angetan sind, ist dieser schriftkünstlerische Bereich in der Grafik hierzulande wenig präsent. Dass Kalligrafie außer schönen Buchstabenformen weitaus mehr kann, ist bislang vor allem in einzelnen Medien und Publikationen diverser Kalligrafen wahr­ zunehmen. Sie vermittelt Gefühle, drückt Persön­ lichkeit aus, sie lässt kulturelle Ursprünge aufleben und hat mit unter sogar etwas Meditatives. Was kann also schreiberische Gestaltung für das Grafik­design der heutigen Zeit bedeuten und wie wird die Zukunft der Kalligrafie aussehen?

In „Tintenstaub & Pixelfass“ geben die zwölf Protagonisten, haupt- und nebenberufliche Kal­ ligrafen / -innen, Grafikdesigner, Typografie­ dozenten und Typedesigner, einen Einblick • • •

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • D Design Typografie

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Sebastian Wieland

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Tintenstaub & Pixelfass • • • sowie Ausblick in die Welt der kalligrafischen Gestaltung. Aus ähnlichen Grundelementen ist parallel ein zweites Werk mit Namen „Lettergrafie – Zwischen Kalligrafie und Lettering“ entstanden. Es dokumentiert kalligrafische Arbeiten, ange­ wandte Produktgrafiken, Logotypes, und einiges mehr bis hin zu einem generierten, kalligrafischen Alphabetdesign.

1 Offene Bindungen auf Bänder. 2 Inhaltsverzeichnis. 3 Covergestaltungen der beiden entstandenen Buchtitel. 4 Detail einer Portraitzeichnung. 5 Beispiel einer Aufmacherseite. 6 Detail Inhaltsverzeichnis. 7 „Mit dem Rundpinsel um die Welt“, Beispielseite aus der Städteserie, eigene Arbeit in „Lettergrafie“.

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Sebastian Wieland

• Projektübersicht

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Tintenstaub & Pixelfass

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Alexandra Prischedko •1Embody – KörperSprachen •1Studienarbeit im ersten Mastersemester Wintersemester 2013  / 14 Prof. Andreas Hogan Design Typografie; Editorial

•1 •1

„Ich weiß nicht, was ich gesagt habe, bevor ich die Antwort meines Gegenübers gehört habe.“  Paul Watzlawick

„Embody – KörperSprachen“ ist ein Magazin. Es betrachtet Körpersprache jeweils aus der Pers­ pektive einer bestimmten Berufsgruppe. Das Ziel des Magazins ist es, Körpersprache bewusst zu machen und deren Relevanz in der heutigen Gesell­ schaft, in Kultur und Kunst darzustellen. Besonders bedeutend sind bei dieser Arbeit die zahlreichen Fotografien. Sie halten eine Bewegung nicht nur fest, sondern machen sie überhaupt erst erkennbar und somit als Körpersprache analy­ sierbar. Alle Fotografien sind Originalaufnahmen, unbearbeitete Ablichtungen der Situationen • • •

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • D Design Typografie

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Alexandra Prischedko

1 Das Poetische im Tanz wurde durch gelaserte Textseiten visuell interpretiert. 2 Körpersprache macht transparent. 3 Unendlich viele Bewegungen gleichzeitig sichtbar gemacht. 4 Choreographische Höhepunkte zur Sichtbarmachung des Tanzkonzeptes. 5 „Animierte optische Illusion“. 6 Eingeschobene Zitate auf Textseiten.

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Embody – KörperSprachen • • • In dieser Ausgabe geht es um den Blick des Tänzers auf die Arbeitsweise mit dem Körper. Sie ist in vier Rubriken eingeteilt: 1. das Wesen der spezifischen Berufsgruppe Tänzer, 2. die Herstellung einer Identität als Tänzer, 3. der Spielraum, in diesem Fall die Bühnendarstellung und 4. die Kommunikation des Tänzers durch Körpersprache. Die einzelnen Rubriken sind durch gelaserte Seiten vonein­ ander getrennt. Sie symbolisieren die Fähigkeiten des Verste­ ckens, des Durchscheinens und des Transparentwerdens der Körpersprache.

Eine Besonderheit, die den Versuch unternimmt das eher statische Medium des Magazins in Bewegung zu versetzen, ist die „Animierte Optische Illusion“. Die auf den ersten Blick abstrakt wirkenden Linien nehmen durch die Überlagerung und Verschiebung (von links nach rechts) des beigelegten Rasters, neue Formen an. So entsteht ein auf die zentrale Charakteristik reduzierter Bewegungsablauf.

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Alexandra Prischedko

• Projektübersicht

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Embody – KörperSprachen

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Lisa Prokop

•1TO DESIGN – Fachbegriffe  |  Terms •1Bachelorarbeit Sommersemester 2014 •1Prof. Andreas Hogan •1Design Typografie; Buch

Wenn Designer in die Situation kommen, ihre Arbeit auch auf Englisch zu präsentieren, kann der fehlende Fachwortschatz ein Problem werden. Dieses Wörterbuch soll ein kleiner Begleiter für Ge­ stalter sein, um ihnen die Kommunikation zu erleich­ tern. Außerdem ist es ein Nachschlagewerk mit vielen Begriffserklärungen und Illustrationen.

Konzipiert wurde eine Wörterbuchreihe mit dem Titel „TO DESIGN – Fachbegriffe | Terms“. Jede Ausgabe befasst • • •

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • D Design Typografie

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Lisa Prokop • • • sich mit einem Thema aus dem Designbereich. Die entstan­ dene Ausgabe zum Thema Typografie und Buchbinden enthält über 700 deutsche und englische Fachbegriffe.

Eine Besonderheit in der Gestaltung ist das piktogrammartige Leitsystem. Es ordnet zahlreiche Wörter bestimmten Themen­ komplexen zu und erläutert diese auf Zwischenseiten. Für eine leichte Überleitung zwischen dem deutschen und dem eng­ lischen Part wurde auf die bildhafte Sprache der Drucker und Schriftsetzer zurückgegriffen. Wortherkünfte werden anhand von Texten und Illustrationen erklärt, die auf ihren Ursprung in der mittelalterlichen Sprachkultur verweisen.

1 Fertige Ausgabe zum Thema Typografie und Buchbinden. 2 Vollständige Produktausstattung mit Covergestaltungen zu weiteren Ausgaben. 3 Klärung von Wortherkünften im Mittelteil: Die bildhafte Sprache der Drucker und Schriftsetzer. 4 Ein Leitsystem nach außen hin: Verschiedene Papiersorten- und färbungen. 5 Zwischenseite mit Illustration zum Thema Buchstabenanatomie. 6 Piktogramme mit Seitenverwei­ sen zur jeweiligen Zwischenseite. 7 Begriffslisten mit Piktogrammleiste.

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TO DESIGN – Fachbegriffe | Terms

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LISA PROKOP

• Projektübersicht

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TO DESIGN – Fachbegriffe | Terms

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Jörg Schmitt

•1Telegraph Schriftsippe in

Serif & Sans Serif Diplomarbeit Sommersemester 2010 Prof. Andreas Hogan Design Typografie; Typedesign, Editorial, Objekt Designpreis Rheinland-Pfalz 2010 (Juniordesign)

•1 •1 •1 •1

Die Mutter aller Schreibmaschinenschriften, die Courier, hat eine neue, sehr gelungene Erweiterung gefunden: die Schriftfamilie Telegraph. Hintergrund dieser Arbeit ist das technische Pro­ blem früherer Schriftsetzer. Für die Schreibma­ schine brauchte man Monospaceschriften, deren Schriftglyphen gleiche Vor- und Nachbreiten haben mussten, um Lücken innerhalb der Buchstaben­ abstände zu vermeiden. Probleme machten beson­ ders Buchstaben wie „M“ und „l“. Erstere wirkten oft gequetscht und zweitere zu sehr in die Breite gezogen.

Trotz, oder vielleicht gerade wegen der Verzer­ rungen erfreuen sich Typewriter Anmutungen bei Grafikern großer Beliebtheit. So gibt • • •

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • D Design Typografie

Telegraph serif

Telegraph sans

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Jörg Schmitt • • • es heutzutage von vielen ursprünglich proportionalen Schriften schon Monospace­schriften mit ähnlichem Charakter. Doch warum nicht auch einmal anders herum?!

1 Telegraph Schriftsippe in Serif & Sans Serif (Schriftmuster).

Anfang der neunziger entwickelte Erik Spiekermann auf Grund­lage der Letter Gothic die proportionale ITC Officina. Diese Herangehensweise war der Anlass, für die Courier einen breiter laufenden Entwurf mit einem Serif und einem Sans Serif Font für die Mutter aller Schreibmaschinenschriften zu entwickeln. Der Charakter der ursprünglichen Monospace­schrift ist noch gut erkennbar, doch das neue Schriftbild erscheint deutlich ruhiger und ausgeglichener.

5 – 7 Innenseiten der Präsentations­ broschüre zu „Telegraph“.

2 – 4 Telegraph-Präsentationstisch.

8 Präsentationsbroschüren in Kreuzfadenheftung.

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Telegraph Schriftsippe

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Jörg Schmitt

• Projektübersicht

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Telegraph Schriftsippe

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Tobias Küsters

•1Autism from a different perspective – 

Visuelle und konzeptionelle Auseinandersetzung mit autistischen Phänomenen. Bachelorarbeit Sommersemester 2014 Prof. Andreas Hogan Typografie; Buchgestaltung, Editorial

•1 •1 •1

Was ist das allgemeine Verständnis von Autismus? Die Beantwortung dieser Frage und das gestal­ terische Potenzial von Autismus als Wahrneh­ mungsstörung sind Kernelemente dieses Werks. Der Leser wird mittels verschiedener Gestaltungs­ elemente mit der besonderen Wahrnehmung von Autisten konfrontiert.

Im ersten Buch ergänzen sich wissenschaftliche Inhalte und Erfahrungsberichte. Das gestalterische Leitmotiv ist die Wiederholung. Auszüge von ­Bilderserien werden wiederholt und drängen sich bewusst störend in den Lesefluss, was auch für die Bedeutung von Routinen im Alltag von Autisten steht. Ebenso greift ein penetrant wiederkehren­ des Inhaltsverzeichnis das Bedürfnis von Autisten auf, jederzeit die genaue Abfolge von Geschehnis­ sen kennen zu wollen. Wiederholungen zeigen sich auch innerhalb von Bildern. Infografiken und • • •

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • D Design Typografie

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Tobias Küsters

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Autism from a different perspective – Visuelle und konzeptionelle • • • • • • Illustrationen basieren auf einem konsequenten Strich­raster, das auf das Konzept der Wiederholung zurückgeht. Eine Tendenz zum „In-sich-gekehrt-sein“ findet sich als Gestaltungs­ konzept im zweiten Buch wieder. Eine Skalierung des Satz­ spiegels symbolisiert für den Leser den Rückzug des Menschen aus seiner Umgebung. Als Inhalt hat es Interviews, die teils vor Ort mit Betroffenen geführt wurden.

Kernelement der Gestaltung ist eine Schriftmodifikation auf Basis der Akzidenz Grotesk. Es entstand ein Universalschnitt, um auf die subtile Andersartigkeit im Autismus anzuspielen. Einige Buchstaben wurden auf ihren Schriftrythmus reduziert und ihrer eigentlichen Funktion entledigt, wie auch Autisten auf Routinen alleine zum Zweck der Wiederholungen und Rythmisierung des Alltags angewiesen sind. Die zweischrittige Schriftmodifikation erlaubt subtile Eingriffe bis hin zu einer starken Chiffrierung.

183 1 dechiffriertes Covermotiv. 2 Zwischenseite –  verwendete Schriftmodifikation mit Anspielung auf zwanghaftes Wiederholen. 3 Darstellung der Buchcover. 4 Darstellung einer Interview­ seite – Textauszüge spielen im korrespondieren Buch eine Rolle. 5 Doppelseite mit Informations­ grafik –  Fließtexte werden von ­Texten in der Form bedrängt. 6, 7 Bild Wiederholungen und Bild-Text-Überlagerungen lassen das Erfassen von Texten zum Teil nicht mehr zu. 8 Kapitelbeginn mit Artikelindex, der sich im Laufe eines Kapitels mehrmals wiederholt. 9 Bildfolgen nehmen groß­formatig mehrere Seiten ein und halten repetiven Gesten autistischer ­Menschen fest. Auszüge daraus ­erscheinen auf Folgeseiten und stören den Lesefluss.

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Tobias Küsters

• Projektübersicht

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Autism from a different perspective – Visuelle und konzeptionelle • • •

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E  TYPOGRAFIE GRUNDLAGEN 186 • Grundlagen der Schrift und Typografie in praxisnahen und experimentellen Aufgabenstellungen in verschiedenen Medien mittels diverser Techniken der Schriftgestaltung


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Vanita Lauer, Janina Marx, Teresa Pflitsch

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•1Kafkas Kladde •1Studienarbeit Sommersemester 2013 •1Dozent: Till Neuer Dipl.-Des. •1Typografie Grundlagen III; Buch

Grundlage für dieses Buch ist der Text des Literaturklassikers „Die Verwandlung“ von Franz Kafka. Das Gestaltungskonzept ist wiederum von der Person Franz Kafka selbst inspiriert.

Der Autor Kafka arbeitete hauptberuflich als Sachbearbeiter in einer halbstaatlichen Unfallversicherungsanstalt. Die für ihn nicht besonders anspruchsvolle Büroarbeit empfand er als bedrückend. In Anlehnung an diese Bürotätigkeiten • • •

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • E Typografie Grundlagen

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Vanita Lauer, Janina Marx und Teresa Pflitsch

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Kafkas Kladde • • • ist dieses Buch wie eine Akte oder Kladde gestaltet. Zusätzlich greift es einige grafische und typografische Elemente aus der Zeit Kafkas auf.

1 Schuber mit Kafka-Portrait.

Neben der Gestaltung des Textes nach den grundsätzlichen Regeln der Typografie, die auf eine optimale Lesbarkeit abzielen, sind an verschiedenen Stellen frei typografischexperimentelle Buchseiten eingestreut. So entsteht mit hauptsächlich typografischen Mitteln der stark eigenständige Charakter des Buches.

3 Gebrochene Schriften unterstützen den historisierenden Charakter.

2 Die Kladde ist in lockerer Form nur mit Faden gebunden.

4, 5 Handschriftliche und hand­ gedruckte Typografie fügt sich in den digitalen Schriftsatz ein. 6, 7 Grafische Stempel­elemente erzeugen einen Charakter von amtlichen Dokumenten.

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • E Typografie Grundlagen

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Nina Maya Mertz, Julia Schygulla, Christine Wehmeier

•1unterton •1Studienarbeit Sommersemester 2013 •1Dozent: Till Neuer Dipl.-Des. •1Typografie Grundlagen III; Editorial

Dieses mehrseitige Layout für eine Zeitung orientiert sich an den klassischen Elementen einer modernen Zeitung. Die fertigen Layouts wurden auf original anmutendem, grauen Zeitungspapier in Originalformat ausgedruckt, sodass ein sehr anschauliches Dummy-Exemplar vorliegt.

Der Inhalt der Zeitung besteht aus Texten moderner Popsongs sowie einigen Sekundärinformationen über die Songs und die Künstler. Die grafische Verfremdung der grob im Punkt­ raster aufgelösten Bilder verbindet sich optisch außergewöhnlich gut mit der typografischen Gestaltung des Titelkopfes.

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Nina Maya Mertz, Julia Schygulla und Christine Wehmeier

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unterton

1 Das grafische Element des Punktrasters findet sich in verschiedenen Details wieder. 2 Durch die Nutzung von echtem Zeitungspapier entsteht ein realistisches Dummy-Exemplar. 3, 4 Wichtiges Kriterium bei der Gestaltung ist die Erstellung von typografischen Hierarchien. 5, 6 Die Bilder sind durch eine grobe grafische Aufrasterung verfremdet.

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Friederike Bärenfeld, Jill Biebricher

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•1NORD SUED •1Studienarbeit Wintersemester 2013  / 14 •1Dozent: Till Neuer Dipl.-Des. •1Typografie Grundlagen III; Editorial

Beim Layout dieser Zeitung stehen die Lesbarkeit, logische, typografische Hierarchien und ein sinnvolles Rastersystem im Vordergrund. Diese Ele­mente werden genutzt, um eine moderne, sehr ansprechende Ästhetik zu schaffen. Inhalt dieser Zeitung sind die Themen Reisen und Freizeitsportarten.

Gebrochene Schriften unterstützen die Seh­ gewohnheiten, die man von klassischen Zeitungen kennt. Einerseits machen sie einen „seriösen“ Eindruck, andererseits wirkt die Zeitung durch die Konzeption des Layouts in Kombination mit anderen Schriftarten und zusätzlichen grafischen Elementen nicht antiquiert. Die Auswahl und die Ästhetik der eingesetzten Bilder verleihen dem Gan­zen einen dynamischen und modernen Charakter.

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • E Typografie Grundlagen

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Friederike Bärenfeld und Jill Biebricher 1, 2 Auch gebrochene Schriften können eine moderne grafische Anmutung erzeugen. 3 Grafische Hintergrundelemente unterstützen das ansprechende Gesamtbild. 4, 5, 6 Wichtiges Kriterium bei der Gestaltung ist ein dramaturgisch ansprechender Seitenablauf. 7 Der Titelkopf ist bis ins kleinste Detail realistisch gestaltet.

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NORD SUED

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Nelli Hofmann, Viktoria Truskina

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•1Verwandlung wörtlich •1Studienarbeit Sommersemester 2013 •1Dozent: Till Neuer Dipl.-Des. •1Typografie Grundlagen III; Buch

Die Kurzgeschichte „Die Verwandlung“ von Franz Kafka ist die Grundlage für diese Arbeit. Das Gestaltungskonzept zeigt eine kontinuierliche Wandlung und Steigerung, die sich in typografischen Spielereien ausdrückt, die sich wiederum analog zur Geschichte entwickeln.

Der typografische Grundaufbau berücksichtigt die Grundregeln der Lesbarkeit und der typografischen Hierarchien. Für die gestalterische Auflockerung sind experimentell typografische Anmutungen in den dramaturgischen Gesamtaufbau der Seitenabfolge integriert. Ähnlich wie sich der Protagonist verwandelt, beginnt auch die Typografie zu leben. Die Gesamtgestaltung steigert sich zu einem spielerisch, absurd und fantastisch wirkenden Organismus.

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • E Typografie Grundlagen

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Nelli Hofmann und Viktoria Truskina

1 Typografische Hervorhebungen strukturieren den Textfluss. 2 Buchumschlag mit typo­ grafischer Illustration. 3, 4 Zwischendurch sind transparente Seiten eingefügt. 5 Neben Schwarz kommt Gelb als zusätzliche Auszeichnungsfarbe zum Einsatz. 6 Typografie verwandelt sich in ein Insekt. 7, 8 Verschiedene Schriftarten fügen sich zum Organismus zusammen.

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Verwandlung wรถrtlich

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • E Typografie Grundlagen

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Nelli Braun, Annick Groben

•1Typografische Materialcollage •1Studienarbeit Sommersemester 2013 •1Dozent: Till Neuer Dipl.-Des. •1Typografie Grundlagen III, Corporate Design

Es ist der aktuelle Spielplan des städtischen The­a­ters in Trier, der als Inhalt für diese typogra­ fische Plakatreihe dient. Die verschiedenen Genres, wie Schauspiel, Musical, Operette oder Kinderschauspiel, werden in einer gemeinsamen Motiv­-Serie eindrucksvoll kommuniziert.

Für dieses Gestaltungskonzept wurden Materialcollagen verbildlicht. Der neutrale, weiß-graue Hintergrund eines jeden Plakatmotivs symbolisiert dabei die • • •

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Nelli Braun und Annick Groben

1 Wichtiges Kriterium der Gestaltung ist die Erstellung einer zusammengehörigen Plakatreihe. Hier wird die Reihe durch ein festes typografisches Rahmensystem zusammengehalten. 2 Die verschiedenen zum Einsatz kommenden Materialien geben Hinweise auf die jeweiligen Inhalte der Theaterstücke. 3 Überprüfung der Plakatidee im urbanen Umfeld. 4 – 8 Die graue Hintergrund­fläche wirkt wie eine Bühne, auf der die typografische Gestaltung präsentiert wird.

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Typografische Materialcollage • • • Bühne, auf der die verschieden gestalteten typografischen Elemente zur Darstellung gebracht werden.

Jedes Bild stellt auf verschiedenen Ebenen Bezüge zum In­halt des Stückes her. Ein übergreifendes typografisches Rahmensystem umfasst alle Plakate – und alle weiteren Medien wie Programmflyer, Eintrittskarten und Broschüren.

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Niklas Glöckner, Felix Hassemer, Jana Friedrich

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•1Ehrliche Haut •1Studienarbeit Sommersemester 2013  / 14 •1Dozent: Till Neuer Dipl.-Des. •1Typografie Grundlagen III, Corporate Design

Diese Plakatreihe kündigt laufende Aufführungen des örtlichen Stadttheaters an – auf typografische Weise aber auch darüber hinausreichend. Es ist sogar auf andere Medien übertragbar, was die Mög­lichkeit für ein kleines Kampagnen-Konzept bietet. Die Herausforderung war, die literarischen, oft abstrakten Themen der Theaterstücke in einen freien und kreativen Umgang mit Typografie zu bringen, der neben den reinen Informationen auch künstlerische und emotionale Aspekte über Typo­grafie transportiert.

Das Plakatkonzept nutzt die Körper der Schau­ spieler als Kommunikationsfläche. Sie lassen die Titel der Theaterstücke auf • • •

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • E Typografie Grundlagen

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Niklas Glöckner, Felix Hassemer und Jana Friedrich

210 1 Die Auffälligkeit einer Plakatidee wird in einem realistischen Umfeld überprüft. 2 Der Rücken des Schauspielers dient als lebendes Plakat. 3 Das Gesamtkonzept umfasst die Gestaltung unterschiedlichster Medien bis hin zur Eintrittskarte. 4, 5 Verschiedene handschrif­t­liche Anmutungen geben Hinweise auf die jeweiligen Inhalte der Theaterstücke. 6, 7 Das Motiv „Haut“ wird auch in einem Programmflyer als Hintergrundbild verwendet.

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Ehrliche Haut • • • ihren Körper schreiben. Sie fungieren also als lebende Plakate. Einige Studierende übten dafür verschiedene Handschriften ein. Der Duktus der verschiedenen Schriften wurde an den jeweiligen Inhalt angepasst. Für die Übertragung des Konzeptes auf weitere Medien wurde aus einer der Handschriften ein digitaler Schriftfont entwickelt, der in Kombination mit anderen Schriftarten ein eigenständiges Erscheinungsbild entstehen lässt.

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F  DESIGN BUCH 212 • Illustration und Buchgestaltung, Entwurf und Umsetzung von Einzelbildern und Bildserien und ihre Anwendung in Buch- und Medienprojekten


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Samuel Stark

•1Grenzüberwinder •1Bachelorarbeit Wintersemester 2014  / 15 •1Prof. Henriette Sauvant •1Design Buch; Illustration, Originalgrafik

Grenzen begegnen uns immer wieder. Um sie zu überwinden, bedarf es Mut und Entschlossenheit. Diese Arbeit zeigt, wie Grenzen zwischen schwarzen und weißen Menschen, Grenzen in Technik und Bildung und Grenzen in unserer Geschichte überwunden wurden. Drei historische Persönlichkeiten, drei unterschiedliche Ziele, drei verschiedene Geschichten wurden dafür beispielhaft illustriert.

Die Illustrationen sind zweifarbig angelegt; eine Farbe wurde mit Linol gedruckt, die andere mit Schablonen.

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • F  Design Buch  

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SAMUEL STARK

1 Gesamtansicht Leporello „one small step...“. 2 Schwerelosigkeit im All. 3 Start der Saturn 5 Rakete. 4 Das Attentat. 5 Machtübernahme der Taliban. 6 Swat Valley. 7 Gesamtansicht Leporello „one book...“.

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Grenzüberwinder

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SAMUEL STARK

• Projektübersicht

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Grenz端berwinder

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PHILIPP ESSer

•1Lampedusa •1Studienarbeit Wintersemester 2014  / 15 •1Prof. Henriette Sauvant •1Design Buch; Illustration

Lampedusa ist die weltweit bekannte, kleine italienische Insel zwischen Tunesien und Sizilien, die als wichtige Anlaufstelle für afrikanische Bootsflüchtlinge fungiert. Jedes Jahr versuchen mehrere Tausend Menschen, die ihre vom Krieg zerstörten Länder verlassen mussten, auf diesem Weg Europa zu erreichen. Nur wenige kommen an. Viele überleben die Fahrt nicht und ertrinken im Mittelmeer.

Diese Arbeit visualisiert diese lebensbedrohliche Reise der Bootsflüchtlinge sowie die schweren Verluste der Überlebenden in einer Illustrationsreihe.

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • F  Design Buch  

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PhiliPp Esser

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Lampedusa

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PhiliPp Esser

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Lampedusa

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ANNIKA  &   FRIEDERIKE BÄRENFELD •1Viaje a traves del paraiso – República

Dominicana, ein Reisebericht in Bildern Studienarbeit Sommersemester 2014 Prof. Henriette Sauvant Design Buch; Illustration, Graphic Novel

•1 •1 •1

„Viaje a traves del paraiso“ ist ein Reisebericht einer 11-tägigen Rundreise durch die Dominikanische Republik im März 2014. In diesem Reisetagebuch sind die Erlebnisse und Höhepunkte von Annika und Friederike Bärenfeld auf dieser einzigartigen Reise in ausdrucksstarken Bildern festgehalten.

Ihre Reise startete in Punta Cana, ganz im Osten der Insel, in einer luxuriösen Hotelanlage. Als Rucksackreisende besuchten sie zuerst die Halbinsel Samana, wo sie ohne Spanischkenntn­isse Schwierigkeiten gehabt hätten, wären dort nicht alle Leute hilfsbereit und freundlich gewesen. Die karibische Kultur zeigte • • •

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • F  Design Buch  

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ANNIKA & FRIEDERIKE BÄRENFELD • • • ihnen lateinamerikanische Musik an allen Ecken, streunende Hunde und Mopeds auf allen Straßen. Die Designerinnen sahen weiße Sandstrände mit türkisblauem Wasser, ritten auf Pferden zu wunderschönen Wasserfällen, spazierten an den besten Surfstränden in Cabarete und reisten weiter ins Landesinnere nach Jarabakoa, wo die Landschaft von Plantagen geprägt ist. Nach einem kurzen Abstecher in die Hauptstadt Santo Domingo auf den Spuren von Kolumbus ging es wieder zurück zum Ausgangspunkt und von dort aus zurück nach Deutschland.

1 Buch Ansicht – Japanbindung. 2 Kokusnuss am Strand. 3 unterwegs. 4 Cabarete. 5, 6 Cocosnussmilch – Punta Cana. 7 Palme – Punta Cana.

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Viaje a traves del paraiso – República Dominicana, ein Reisebericht in Bildern

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ANNIKA & FRIEDERIKE BÄRENFELD

• Projektübersicht

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Viaje a traves del paraiso – República Dominicana, ein Reisebericht in Bildern

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Christine Wehmeier

•1Island – Ein Reisetagebuch •1Studienarbeit Sommersemester 2014 •1Prof. Henriette Sauvant •1Design Buch; Illustration

Dieses illustrierte Reisetagebuch zeigt einen Aufenthalt in Island im April 2014. Auf fünf Doppelseiten werden Erlebnisse der Reise dargestellt. Zu sehen sind der Präsident, bei dessen Empfang Christine Wehmeier Gast sein durfte, ein altes, einsames Fischerdorf und der berühmteste Hotdog-Stand der Welt, an dem schon Bill Clinton aß.

Die Illustrationen zeigen nicht nur eine Kombination aus Linie und Fläche, sondern auch eine Kombi­ nation aus digitalem und analogem Arbeiten. Sie stellen einen Zusammenhang zwischen Inhalt und Land her. Darum fiel die Wahl auch auf das extreme Querformat. Die Illustrationen mit ihrem groß­ flächigem Weißraum verweisen auf die Weiten Islands. Kurze Texte, in einem hand­geschriebenen Schnitt, unterstützen den Charakter des persön­ lichen Reisetagebuches.

Island Ein Reisetagebuch

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • F  Design Buch  

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Christine Wehmeier 1, 2 Covermotiv. 3 Hjalteyri. 4 Hvitserkur.

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Bei unserer Ankuft lag das winzige Dorf im Nebel, was zu einer umwerfen Atmosphäre beigetragen hat. Hier hat Julia ihr Sommerprojekt gefunden: das Floß nachbauen.

Hjalteyri

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Nachdem wir ihn nach einem endlosen Weg gefunden hatten, dachten wir uns: Und wie kommt man da jetzt näher ran?

Hvítserkur


Island – Ein Reisetagebuch

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Christine Wehmeier

• Projektübersicht

Bei unserer Ankuft lag das winzige Dorf im Nebel, was zu einer umwerfen Atmosphäre beigetragen hat. Hier hat Julia ihr Sommerprojekt gefunden: das Floß nachbauen.

Hjalteyri

Zu Gast beim Präsidenten und die Frage des Abends,, wie begrüßt man das Staatsoberhaupt? Hello.

Harpa

Nachdem wir ihn nach einem endlosen Weg gefunden hatten, dachten wir uns: Und wie kommt man da jetzt näher ran?

Hvítserkur

Nicht nur Bill Clinto hat hier schon Islans besten Hotdog gegessen. Unkompliziert und lecker!

Bæjarins Beztu

Eine Tankstelle, ein Toilettenhäuschen, das nur in den Sommermonaten geöffent hat und jede menge Mücken. Aber der Wasserfall ist beeindruckend.

Goðdfoss


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Island – Ein Reisetagebuch

Island Ein Reisetagebuch


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Lisa Rammensee

•1Lauschangriff •1Bachelorarbeit Wintersemester 2014  / 15 •1Prof. Henriette Sauvant •1Design Buch; Illustration, Siebdruck, Packaging

Lauschangriff ist ein Konzept für ein HörbuchAbonnement, das durch handgefertigte Siebdrucke, die auf Stoff gedruckt sind, eine visuelle und haptische Komponente bekommt. Das HörbuchAbonnement vereint damit zwei Leidenschaften: einmal den Genuss, den inzwischen viele Hörer teilen, sich zu Hause gemütlich Hörbücher anzuhören, und zweitens das besondere Erlebnis der haptisch ansprechenden Illustrationen, deren Motive sich erst im Laufe der Geschichte offenbaren.

Das Abonnement sieht vor, dass der Kunde alle zwei Monate ein neues Hörbuch aus einem von ihm gewählten Genre bekommt, natürlich jedes Mal mit neuen, künstlerischen Illustrationen. Eine Box in limitierter Auflage sowie die Herstellung von Unikatdrucken steigern den Wert der entstandenen Arbeit.

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LISA RAMMENSEE

1 Die Abobox besteht aus einer Kiste, die in einen Bucheinband eingeklebt und mit einem Gummiband zusammengehalten wird. 2 Abobox samt Inhalt zum Roman „Der Schwarm“. 3 Abobox samt Inhalt zum Roman „Die dunkle Seite des Mondes“. 4, 5 Das Schwarz in den Illustra­ tionen wird jeweils mit einer leuchtenden Neonfarbe ergänzt. 6 Das Notizbuch enthält als ein­ ziger nicht-waschbarer Gegenstand einen NFC-Chip, über den sich das Hörbuch herunterladen lässt. 7 Die Fairtrade-T-Shirts werden in der gewünschten Größe des Kundens geliefert. Das Banner misst etwa 1,10 m in der Höhe. 3

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Lauschangriff

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G  DESIGN WERBUNG 242 • Vom Briefing über die Konzeption bis hin zur Umsetzung des kreativen Prozesses mittels praktischer Kreativ-Methoden anhand vielseitiger Medienprojekte


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ARNE LAUTH

•1Love to Create •1Bachelorarbeit Sommersemester 2013 •1Prof. Hermann Vaske •1Design Werbung; Narration, Filmtrailer

Diese Arbeit zeigt, dass es auch ohne „HollywoodBudget“ möglich ist, einen Film zu erstellen, der dem eines „Hollywood-Spielfilms“ ähnelt. Da es aber im Rahmen einer Bachelorarbeit unmöglich ist, einen hochwertigen, 90-Minuten Spielfilm zu realisieren, entstand erst einmal der Trailer. Er liefert einen Einblick in die Story und zeigt den Bildstil, der sich mit modernen Kino­ filmen messen kann.

Zusätzlich zum Spielfilm-Trailer entstanden eine locker geschriebene, 46-Seite Dokumentation mit dem Titel „INDIE FILMMAKING“, ein Filmposter, ein DVD-Label, eine Portfolio-Website mit der erfolg­ reich Sponsoren, Unterstützer und Spezialequipment akquiriert wurden, eine Film-Website sowie einige T-Shirts • • •

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Hochschule Trier Kommunikationsdesign • G Design Werbung

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ARNE LAUTH

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Love to Create • • • und Art Prints als Merchandising. Die Handlung: Das Liebesdrama love to create handelt von einem Paar, einer bisher erfolglosen Modedesignerin und einem Grafikdesigner mit einer schweren Krankheit, das ein gemeinsames Ziel hat. Sie wollen ein Modelabel gründen, haben aber bisher nicht die nötigen finanziellen Mittel für das eigene Projekt. Als er ihr überraschend mitteilt, dass er Partner der Agentur wird, entsteht eine große Chance. Plötzlich ist Geld da. Während Sie nun Vollzeit an der Kollektion arbeitet, nutzt er seine neuen Kontakte, um ein Vertriebsnetzwerk vorzubereiten und eine Markenidentität zu kreieren. Im Rausch des gemeinsamen Glücks und der kreativen Arbeit übersieht Sie jedoch, dass etwas nicht stimmt. Sie weiß weder von seiner schweren Krankheit noch woher die Gelder zur Realisierung ihres Traums wirklich kommen. Erst als Sie Ihre Kollektion fertigstellt und beide einen gemeinsam Laden in bester Lage eröffnen, beginnt Sie, Fragen zu stellen.

1 Screenshot aus dem Trailer. 2 Filmposter. 3 Making-of Foto. 4 – 7 Screenshots aus dem Trailer.

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FLORIAN LUXENBURGER •1Why not around the world •1Diplomarbeit Sommersemester 2012 •1Prof. Hermann Vaske •1Design Werbung; Fotografie und Buchgestaltung

Anstatt sein Praxissemester in einer Agentur zu verbringen, reiste Florian Luxenburger um die Welt. Er lies sich von den unterschiedlichsten Menschen aus den verschiedensten Kulturkreisen inspirieren und schuf daraus einen imposanten Fotobildband, der nicht nur einzigartige Bilder zeigt, sondern auch eine ganz eigene Geschichte erzählt.

Der massive Bildband enthält fotografische Serien, die den Stand seines fotografischen Könnens am Ende des Studiums widerspiegeln. Sie zeigen Experimente mit diversen Genres und Techniken, die von ausgeprägter Individualität zeugen. Kleine Texte und Grafiken • • •

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FLORIAN LUXENBURGER • • • ergänzen die Fotografien. Eine Serie zeigt die Chronik einer Tauschgeschichte von Gegenständen, die einmal und den ganzen Erdball reicht. Diese Facette der umfangreichen Fotodokumentation wurde auch von der Presse aufgegriffen und sorgte für kontroverse Diskussionen.

1 – 3 Analoge Fotografien aus dem Projekt (Mittelformat). 4, 5 Ansichten des entstandenen Buches. 6 Analoge Fotografie aus dem Projekt (Mittelformat). 7 Ausschnitt aus einer Fotografie.

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Why not around the world

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KATHARINA EHRLES

•1Critical Whiteness – Kritische Weißheiten •1Bachelorarbeit Sommersemester 2014 •1Prof. Hermann Vaske •1Design Werbung; Film, Experiment

„Critical Whiteness – Kritische Weißheiten“ ist ein künstlerisch-experimenteller Dokumentarfilm. Er setzt sich auf sehr vielfältige Weise kritisch mit der weißen Hautfarbe auseinander. Er lenkt auch das Augenmerk auf Privilegien, die damit einher­ gehen, weiß zu sein und leitet an, diese Vorteile zu erkennen und verantwortungsbewusst mit ihnen umzugehen.

Renommierte Wissenschaftler und Akteure der Critical Whiteness Studies kommen zu Wort. Sie definieren Begrifflichkeiten und liefern wich­ tige Erkenntnisse zu deren Forschungsarbeiten. Verschiedene Interview-Partner sprechen über persönliche Erfahrungen im Kreise ihrer Familie, beschreiben das „Rasse“-Konstrukt mitsamt dessen Historie und ermutigen den Zuschauer, festgefahrene Denkmuster, die schon im Kindes­ alter antrainiert werden, abzulegen. Der Film vermittelt, von welch großer Bedeutung es ist, sich mit weißen Machtstrukturen auseinanderzusetzen. Und er demonstriert auch • • • 2

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Critical Whiteness – Kritische Weißheiten • • • Verständnis dafür, dass es sich bei dieser Thematik für den (weißen) Zuschauer um Neuland handelt, woraus leicht eine automatische Abwehrhaltung gegenüber den angeführten Thesen entsteht, die es im Sinne der Menschlichkeit zu überwinden gilt.

Experimente, künstlerische Bilder und visualisierte Definitionen, die sich mit der Schwarz-Weiß-Thematik befassen, schaffen eine zusätzliche Verständnisebene. Sie ermöglicht es dem aufgeschlossenen Zuschauer, die Problematik des Weißseins zu verstehen und zu akzeptieren. Mit all diesen verschiedenen Filmelementen wird ein ästhetisches Gesamtkunstwerk geschaffen. Es entsteht eine Mischung aus Infor­mationen und Experimenten – ein Dokumentarfilm, der die tägliche Selbstreflexion des Zuschauers fordert, ohne zu überfordern.

1 Künstlerische Aufnahmen in Verbindung mit dem Kontrast zwischen Schwarz und Weiß. 2 Katharina Ehrles im Selbst­ versuch: Whitefacing. Wie weiß ist „Weiß“? 3 Filmtitel: Critical Whiteness – Kritische Weißheiten 4 Katharina Ehrles im Selbst­ versuch: Whitefacing. Wie weiß ist „Weiß“? 5 Eske Wollrad promovierte 1999 zu afrikanisch-feministischer Theologie in Kassel. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zen­ trum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der Uni­ versität Oldenburg und forscht seit über 20 Jahren zu Rassismus, Weißem Feminismus, Postkolonialismus und Critical Whiteness Studies. 6 Mona Massumi ist Lehrbeauf­ tragte am Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln. Ihre Aufgabengebiete reichen von Koordination Diversity und Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte bis zu lernbiografischer Beratung mit Schwerpunkt für Studierende mit Migrationshintergrund. Eines ihrer Interessenfelder sind ebenfalls Critical Whiteness Studies. 7 Markus Textor ist Sozialpäda­ goge und Aktivist. Er hat seine Masterarbeit im Forschungsbereich der Critical Whiteness Studies absolviert und ist als Streetworker bei der Mobilen Jugendarbeit Ludwigsburg tätig. Zusätzlich begleitet er Seminare und Diskussionsrunden zum Thema Rassismus, Racial Profiling und Critical Whiteness. 8 Experiment: 15 Frauen unterschiedlicher Herkunft werden gebeten, sich nach ihrer Hautfarbe – von dunkel nach hell – aufzustellen. Es wird veranschaulicht, wie weich die Übergänge zwischen den ein­ zelnen Hautschattierungen sind, sodass rein optisch keine klare Grenze zwischen Schwarz und Weiß gezogen werden kann – gesellschaftlich hingegen wird diese Linie jedoch immer noch sehr klar gezogen („Color Line“).

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JOHANNES ORTHMAYR

•1Flotte Istanbul •1Diplomarbeit Wintersemester 2011 / 12 •1Prof. Hermann Vaske •1Design und Werbung; Kurzfilme, Filmportraits, Internetplatform, Dokumentarstudie

„Begegnungen sind einer Reise größtes Geschenk.“ Unter diesem Motto stand die Reise von Florian Luxenburger und Johannes Orthmayr im Sommer 2011. Ihre dreimonatige Autoreise brachte sie von Trier nach Istanbul. Überall wo es sich ergab, filmten sie ihre menschlichen Begegnungen auf dem Weg durch den Balkan bis an die Grenze Asiens. Die heimischen Freunde wurden während ihrer Reise kontinuierlich über einen Blog über jüngste Ereignisse informiert. Bei Künstlern, bei Designern und anderen Menschen kamen sie unter, die sie spontan trafen oder durch beste­hende Freundschaften kennenlernten.

Ihr Film gewährt Einblicke in das Leben der verschiedenen Protagonisten und Gastgeber. Er zeigt unter anderem • • •

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Flotte Istanbul • • • einen selbstständigen Modedesigner aus Berlin und zwei Cousins in Rumänien, die mit bloßen Händen Fische fangen. Die Dokumentarstudie offenbart eine vielfältige Welt, eine Welt, deren Zeit an manchen Orten stehen geblieben zu sein scheint und an anderen in einer unfassbaren Geschwindigkeit nach Neuem sucht.

Insgesamt entstanden sechs Kurzporträts eines unvergess­ lichen Balkansommers.

1 DVD Packaging. 2 DVD Menu Design. 3 Filmplakat „Flotte Istanbul“. 4 – 7 Beitrag über Simon Prades,   Simon Prades in der Druck­ werkstatt der Hochschule Trier. 8 Angler am Bosporus. 9, 10 Flotte Istanbul – Corporate Design  /  Innenansicht DVD Packaging. Filme unter: www.flotte-istanbul.de

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ANNIKA KIRNER

•1The Inspiring Book of Inspiration •1Bachelorarbeit Wintersemester 2010  / 11 •1Prof. Hermann Vaske •1Design Werbung; Buchgestaltung, Film und Internetplatform

„Inspiring Inspiration“ ist ein umfangreicher Rat­ geber für junge Kreative, die auf der Suche nach (neuen) Inspirationsquellen sind. Was inspiriert eigentlich Nick Hornby? Woher nimmt Stephen Shore seine Ideen? Welche Rolle spielt eigentlich Musik bei der Ideenfindung? 22 Interviews mit namhaften Schriftstellern, Fotografen, Designern und Kreativen aus England, Deutschland, USA, Australien und Neuseeland gehen dem Thema auf den Grund.

Entstanden ist ein Buch, das nicht nur interessante und wissenswerte Antworten sowie Videos enthält, sondern auch Orte der Inspiration aufzeigt, die inspirierendsten Musikstücke auf einer Musik-CD versammelt, Filmszenen und Webpages bündelt, und so selbst eine Inspirationsquelle für Nachwuchs-Kreative ist.

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The Inspiring Book of Inspiration

263 1 The inspiring book of inspiration: Buchcover. 2 Interview mit Nick Hornby: „Creativity in any form is inspiring.“ 3 „The inspiring map of inspiration“ zeigt eine Karte der inspirierendsten Orte. 4 Ein Sammelwerk der Interviews zum Thema Inspiration. 5 Via QR-Codes sind zusätzlich Ausschnitte der Interviews abrufbar. QR Code Illustrationen: Sebastian Schaar. 6 Übersicht der Interviewpartner u.a. Nick Hornby und Stephen Shore. 7 Interview mit Peter Thaler und Lars Denicke von Pictoplasma: „Inspiration ist leider oft sehr wenig wert.“ 8 „The inspiring artist of inspiration“ zeigt eine Liste der inspirierendsten Künstler.

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IMPRESSUM

Herausgeber Hochschule Trier Fachrichtung Kommunikationsdesign Paulusplatz 4 54290 Trier www.kommunikationsdesign-trier.de kd.sekretariat@hochschule-trier.de Tel.: +49 (0) 651 8103 118 Grafik und Konzeption Tobias Schneider, B.A., portfolio.tobias.schneider@gmail.com Tobias Küsters, B.A., www.tobias-kuesters.de Mitarbeit Selâle Franger (Assistenz) Redaktion Fachrichtung Kommunikationsdesign Axel Stirn, www.axelstirn.de Tobias Schneider, Tobias Küsters Fotografie Prof. Anita Burgard (S. 265 unten, 267 unten) Bernhard Lutz (S. 7, 8, 9, 267 oben) Marc Fliegle (S. 2, 3, 4, 5, 268, 269) Maxi Virgili (S. 6, 264, 265 oben) Tobias Küsters (S. 266) Tobias Schneider (S. 267 unten) Bei Abbildungsvorlagen, die uns ohne Hinweis auf die Fotografen von den Leihgebern überlassen wurden, ist der jeweilige Leihgeber nachgewiesen. Wir haben uns bemüht, alle Rechtinhaber zu ermitteln. Wir bitten um freundliche Information, falls Angaben dennoch nicht korrekt sein sollten. Druck TeamRepro Druck, Wadgassen Bindung Buchbinderei Schwind, Trier Erstauflage, 2015 Printed in Germany

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Hochschule Trier - Kommunikationsdesign 2010-2015  

Eine Zusammenschau ausgewählter studentischer Abschluss- und Semesterarbeiten der Fachrichtung Kommunikationsdesign der Hochschule Trier aus...

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