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FAZIT

Nr. 85

6/2012 EURO 2,50 Erscheinungsort Graz Verlagspostamt 7204 Neudörfl P.b.b. 04Z035487 M

Wirtschaft und mehr. Aus dem Süden.

Operation am offenen System

Fazitgespräch mit Kristina Edlinger-Ploder

August 2012 Zukunftsmodell Bürgerbefragung? Forschung an der Fachhochschule Joanneum Mazedonien: Ein Name blockiert das Land


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WILLKOMMEN BEI FAZIT

Z A H L

D E S

M O N A T S

250 Der Kampf der Ökonomen pro und kontra ESM eskaliert. Der deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger hatte ja den mittlerweile 250 Unterzeichnern des „Aufrufs gegen die Vergemeinschaftung der Bankenschulden“ vorgeworfen, „schlimmste Stammtischökonomie“ zu betreiben. Nun schlägt der Dortmunder Wirtschaftsprofessor Walter Krämer als Initiator des Aufrufs zurück: Bofinger sei „eine akademische Nullnummer“ und gehöre nur deshalb dem Kreis der Wirtschaftsweisen an, weil er von der Gewerkschaft hinein kooptiert worden sei. Zwei Gegenaufrufe gegen den Krämer-Brief wurden mittlerweile ebenfalls von zahlreichen prominenten Volkswirten unterzeichnet. Aber ganz egal, wie dieser Streit endet. Wenn die Eurorettung scheitert, war jedenfalls die Politik daran schuld. -jot-

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FA Z I T

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FAZIT AUGUST 2012

8 Die Stadt der vielen Fragen Die Grazer Bürgerbefragung ist vorbei. Was versprechen wir uns vom wieder entdeckten Bürgerbeteiligungsinstrument, ist die direkte Demokratie den Anforderungen der Zeit gewachsen und sind wir bereit fürs Plebiszit? Fragen über Fragen die keine Umfrage beantworten kann. Fazit stellt sie trotzdem.

22 Kristina Edlinger-Ploder im Fazitgespräch Kristina Edlinger-Ploder gilt also große Hoffnung der steirischen ÖVP. Doch bevor irgendwer über höhere Weihen nachdenken kann, muss sie sich in der Mühe der Ebeen bewähren. Die Umgestaltung der Kages samt einiger Spitalsschließungen ist ihre bisher größte Prüfung.

30 Gefahrenquelle Unterversicherung Der Versicherung wird nur selten ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt. Wenn der Schaden eingetroffen ist, ist es meistens schon zu spät. Eine Unterversicherung kann so die Existenz eines Unternehmens gefährden. Eine jährliche Überprüfung der Versicherungssumme ist daher sinnvoll. AUGUST 2012


Zum Thema 14 Forschen für den Mittelstand Die FH Joanneum will mit der Integration von Forschung in die Lehre dem hohen Konkurrenzdruck unter den Fachhochschulen trotzen. Geforscht wird dabei auch für Klein- und Mittelbetriebe. 21 Steiermark zeigt sich in München Österreich ist der wichtigste Außenhandelspartner des Freistaates Bayern. Entsprechend groß war das Interesse der deutschen Wirtschafts- und Politprominenz am Sommerempfang der WK-Außenhandelsorganisation in München. 36 Gratis-WLAN in Graz Bekannt als zuverlässiger Provider von hochwertiger IT-Infrastruktur, geht die Citycom nun einen Schritt weiter. Man will den Endkunden auf eine für Graz völlig neue Art erreichen. An neuralgischen Punkten wird man in Zukunft kostenlos im Internet surfen können. 40 Mazedonien: Ein Name blockiert das Land Der Namensstreit zwischen Mazedonien und Griechenland verhindert den Start längst überfälliger EU-Beitrittsverhandlungen. Mazedonien hat jedoch auch mit vielen anderen Problemen zu kämpfen. 44 Deutschlandsberg braucht „L601-Neu“ Wasser auf die Mühlen der Wirtschaftsinitiative „Pro L601-Neu“ liefern nun zwei Studien von „Areal Consult“ und „Joanneum Research“, die dokumentieren, dass die zukünftige Entwicklung des Bezirks Deutschlandsberg maßgeblich von der Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur abhängt.

Titelfoto: Michael Thurm Fotos: Enlarge (2), Michael Thurm, Thomas Zeiler, Adrian Sulc

INTERN SOMMER Die FAZIT-Redaktion verabschiedet sich mit dieser Ausgabe in den langersehnten Sommerurlaub. Manche Redaktionsmitglieder haben ihre Koffer schon gepackt und werden sich für ein paar Wochen nicht in den Redaktionsräumen in der Grazer Kalchberggasse blicken lassen. Ganz untätig bleiben wir aber trotz der Urlaubsstimmung nicht. Deshalb werden Sie pünktlich zum Herbstbeginn in der letzten Septemberwoche unsere Oktoberausgabe in Händen halten. Bis dahin wünschen wir Ihnen einen wunderschönen Sommer und vor allem einen erholsamen Urlaub.

RUBRIKEN 3 5 6 12 16 28

Zahl des Monats Zum Thema Editorial, WebWatch Politicks Innovationsporträt Investor

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Recht haben Zur Lage Gut geplant Mist und Musts Kultur undsoweiter Schluss, Impressum

Wenn die Politik die Entscheidung verweigert ... Warum fällt uns der Umgang mit der direkten Demokratie bloß so schwer? Ist es unsere belastete Vergangenheit, die uns als Volk, das sich schon einmal mehrheitlich zu einer schrecklichen Diktatur verleiten ließ, daran hindert, zu viel ungefilterte Macht in die Hand zu nehmen? Oder fürchtet die politische Klasse um ihren Einfluss? Direkte Demokratie ist jedenfalls nur ernst zu nehmen, wenn das Volk und nicht die gewählte Politik darüber entscheidet, worüber abgestimmt werden darf. Das verpflichtende Plebiszit nach einem Volksbegehren mit entsprechender Unterstützerzahl wäre dazu ein geeigneter Weg. Aber wollen wir das wirklich? Müssen wir uns nicht davor fürchten, dass wir mit verpflichtenden Volksabstimmungen ein Instrument schaffen, das es populistischen Parteien à la FPÖ ermöglicht, sich mit dem Rückenwind des „gesunden Volksempfindens“ Mehrheiten für dumpfe und möglicherweise diskriminierende Anlassgesetze zu sichern? Doch nicht nur Parteien, auch Interessengruppen oder Einzelpersonen mit Geld und starkem Sendungsbewusstsein könnten sich womöglich ein Plebiszit erkaufen. Ob diese Ängste begründet sind, wird man wohl nur herausfinden, wenn man das Risiko der direkten Demokratie eingeht. Selbst wenn deren Schwächen offenkundig sind: Komplexe Themen, die niemanden berühren, sind für direktdemokratische Entscheidungen untauglich, weil sie nicht auf eine entsprechende Unterstützerzahl kommen. Wenn sich also gewählte Politiker mit den falschen Fragen an die Wähler wenden, riskieren sie einen ordentlichen Denkzettel. Viele, die etwa in Graz gegen den Reininghaus-Ankauf stimmten, haben dieses Votum womöglich dazu benutzt, um über Ampelschaltungen oder GVB-Intervalle abzustimmen, weil sie sich außerstande sahen, über ein Detail der Grazer Stadtplanung zu entscheiden. Dazu kommt, dass es zweifellos Themen gibt, die den Wähler überfordern. Wir bezahlen unsere Politiker dafür, dass sie sich mit den Pros und Kontras einer Problematik auseinandersetzen und danach einen Kompromiss durchsetzen, der dem Gemeinwohl am ehesten dient. Doch Volksabstimmungen machen die Politik nicht intelligenter, sondern nur schwarz oder weiß. Die Entscheidungsalternativen müssen stark polarisierend formuliert sein, um möglichst viele Wähler zur Abstimmung zu lockern. Außerdem steigt die Zahl der „last minute deciders“, das sind Menschen, die ohne genaue Interessenabwägung aus dem Bauch heraus entscheiden, von Wahl zu Wahl. Statt Expertenhearings oder Stellungnahmen der Interessenvertretungen beeinflussen Sympathie und PR-Geschick der Proponenten das Urteil. Aber bekanntlich bezeichnete schon Churchill die Demokratie als schlechteste Staatsform – ausgenommen alle anderen. Gilt das auch für Plebiszite? Johannes Tandl, Herausgeber Sie erreichen den Autor unter johannes.tandl@wmedia.at


Editorial Über die Beschneidung elterlicher Rechte Das Landgericht Köln hat die Beschneidung männlicher Minderjähriger, fixer Bestandteil des jüdischen wie des islamischen Glaubens, in einer Entscheidung vom Mai dieses Jahres für strafbar erklärt. Mittlerweile ist die Debatte auch nach Österreich gelangt. Und dient hier neoatheistischen, Von Christian Klepej also fundamentalistisch eingestellten Religionsgegnern, als Matrize für ihren Kampf gegen alles, was mit Religion zu tun hat. Zu medizinischen Indikationen einer Beschneidung kann ich wenig sagen, solange aber die Weltgesundheitsorganisation Beschneidung als vorbeugende Maßnahme gegen eine HIV-Ansteckung (in Hochrisikogebieten) einstuft, kann es sich nicht wirklich um eine lebensbedrohende Verstümmelung handeln. Zudem ist in den USA, in Kanada oder in Australien die Beschneidung männlicher Neugeborener weit über religiöse Kreise hinaus übliche Praxis. Unter diesem Aspekt sollte es die persönliche Freiheit der Eltern bleiben, ihre Kinder religiös oder eben nicht aufzuziehen. Und wenn diese Eltern Juden oder Moslems sind, wäre es ein für mich nicht zu rechtfertigender Eingriff in deren Privatsphäre, ihnen die Beschneidung ihrer Söhne zu verbieten; vor allem aber in deren Recht, Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen. Und dieses Recht gilt, ob man nun Gottgläubig, Atheist oder Agnostiker ist. Und es ist noch nicht einmal eine Frage der Religionsfreiheit. Es ist die Frage nach der Natur des Menschen. Wenn nämlich »das Handeln«, die einzige Tätigkeit ist, in der ein Mensch im eigentlichen Sinne zu dem werden kann, was er ist, dann darf uns kein Gericht daran hindern, mit unserem »Handeln« diese Verantwortung auch für unsere Kinder zu übernehmen. Und nur die Eltern – und nicht welcher Staat auch immer – sind es, die in einer freien Gesellschaft nach besten Wissen und vor allem auch nach bestem Gewissen ihre Kinder für das Leben in der Gesellschaft vorzubereiten haben. Sie haben ihnen ja auch das Leben geschenkt. Wenn es überhaupt irgendeine Instanz geben kann, die einen solchen Eingriff in die Erziehung rechtfertigt – und auch das muss möglich sein, wenn wir nur an die unvergleichbar grausamere Beschneidung und Verstümmelung von jungen Mädchen denken – dann muss das eine internationale Instanz wie die Vereinten Nationen sein und kein noch so ehrenwertes Landgericht. Es müssen vor allem Vertreter der betroffenen Religion sein, die aus dem Wissen um die Bedeutung der Beschneidung ein anwendbares Recht definieren. Sonst ist jedes noch so strenge Urteil anmaßend und schlussendlich wohl auch wirkungslos. Christian Klepej, Herausgeber

Web

Watch Klagenfurt bekommt zumindest eine virtuelle Stadtbibliothek W

eil Klagenfurt als einzige Landeshauptstadt Österreichs über keine Stadtbibliothek verfügt, haben Netzaktivisten, allen voran Georg Holzer, das Projekt »Ingeborg« gestartet und eine virtuelle Bibliothek geschaffen. In der ganzen Stadt verteilt finden sich 70 gelbe Aufkleber. Per NFC oder QR-Code kann über die Sticker ein Buch heruntergeladen werden. Viele Smartphones verfügen heute über die NFC-Technik und in Klagenfurt kann man nun die übrigens in Gratkorn entwickelte Technik ausprobieren.

pingeb.org 70 Bücher können in ganz Klagenfurt heruntergeladen und gelesen werden.

Über das fordernde Leben als Selbstständige S

eit April 2010 betreiben die vier Mitglieder des Grazer DesignStudios »Simplease« ein Weblog über ihre Arbeit und über das aufregende und entbehrliche Leben als Jungunternehmer. Dabei schreiben sie nicht nur über ihre eigene Unternehmensphilosophie, sondern geben auch nützliche Tipps, um anderen Jungunternehmern Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. So erklären sie etwa, warum man sich Aufträge von Freunden besonders gut überlegen und nicht auf die falschen Vorbilder setzen sollte.

blog.simplease.at Das Team der Grazer Firma Simplease plaudert aus dem Nähkästchen.

Sie erreichen den Autor unter christian.klepej@wmedia.at

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NEUES IM NETZ

Ersurfenswerte Webseiten zusammengestellt

von Christian Klepej, Michael Neumayr und Michael Thurm

Die Webseite der Holding Graz in ganz neuem Look D

e|motion & I-Punkt

er Website der »Holding Graz« wurde ein neues Gesicht verpasst. Über eine zentrale Plattform können nun die Teilbereiche Linien, Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Stadtraum, Freizeit und Bestattung angesteuert werden. Zahlreiche Informationen, von der Baustelleninformation bis zum Bestattungskalender, lassen sich so problemlos finden. Außerdem finden sich wissenswerte Details über das Grazer Stadtleben. Oder wussten Sie, dass am Jakominiplatz täglich 1373 Straßenbahnen und 1417 Busse abfahren?

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31. AUGUST

im und um das Schauspielhaus Graz

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youtubetime.com Links auf spezielle Passagen von Youtube-Filmchen automatisch erstellen.

Foto: Schauspielhaus Graz / Peter Manninger

outubetime« ist eine kleine und umso praktischere Webseite, mit deren Hilfe man kinderleicht Links erstellen kann, um damit zu einer bestimmten Stelle in einem Youtube-Video zu verweisen. In Zeiten, wo Zeit ja so unglaublich wertvoll sein soll, ein durchaus nützliches Tool also. Man braucht nur die URL des Videos eingeben und die Zeit, ab der das Video zu sehen sein soll (in Minuten und Sekunden). Verschickt man den Link dann per E-Mail, startet der Empfänger das Video an der gewünschten Stelle.

AUGUST 2012 Eine Veranstaltung von

im Auftrag des


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T H E M A D I R E K T E D E M O K R AT I E

DIE STADT

der vielen Fragen VON MICHAEL THURM

Die Grazer Bürgerbefragung wird über den Tag hinaus Wirkung haben. Nicht nur, weil nun eine neue Lösung für das Feinstaubproblem gefunden werden muss, sondern weil eine neue Form der Bürgerbeteiligung ihre Potentiale gezeigt hat. Und ihre Tücken.

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s ist ein merkwürdig normaler Tag. Auf dem Grazer Magistrat treiben sich genau so viele Menschen herum, wie sonst auch. Niemand muss überdurchschnittlich lang warten bis seine Nummer aufgerufen wird und niemand macht beim Anblick der Wartenden kehrt, um später wiederzukommen. Fast ein bisschen zu normal, wenn man bedenkt das am 13. Juli 2012 zwar nicht die erste, aber doch die seit langem wichtigste Bürgerbefragung ihren Abschluss fand. Gerade einmal 209 Menschen waren an diesem Tag im Magistrat der Stadt oder einer anderen Servicestelle um ihre Stimme abzugeben. Direkte Demokratie hatte man sich doch anders vorgestellt. In der Schweizer Landsgemeinde Glarus versammelten sich heuer im April etwa 1.500 Menschen auf dem Markplatz und das Stimmvolk votierte Aug in Aug mit den Regierenden über die Anliegen der Stadt. Der ORF strahle darüber sogar einen Beitrag aus, weil Vizekanzler Michael Spindelegger in der Schweiz zu Gast war, um sich anzuschauen »wie direkte Demokratie funktioniert«. Zu diesem Zeitpunkt wusste sein Parteikollege, der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl schon ziemlich genau, wie er sich seine Bürgerbeteiligung vorstellte. Und die sah ganz anders aus, als in der Schweizer Landgemeinde. Nach einem ersten Partei-getriebenen Versuch im Jänner folgte nun im Juli die zweite Variante der Bürgerbefragung. Erneut war es möglich seine Stimme auch online abzugeben und bis dato sind auch keine Manipulationen bekannt geworden. Das lag wohl auch daran, dass es dem Bürgermeister

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MITARBEIT: EMIL MITKE

diesmal gelang mit den Stimmen den SPÖ dafür zu sorgen, dass die Unterlagen zur Umfrage nicht wie Werbematerial verschickt werden mussten, sondern mit den Adressen des Wählerverzeichnisses und via Post an alle in Graz gemeldeten Bürger geschickt wurden. Der Eindruck im Magistrat hat deutlich getäuscht. Denn nach Auszählung aller Stimmen die direkt, per Post oder E-Voting abgegeben wurden, sind beachtliche 70.593 Bürger bereit gewesen, ihre Meinung zum Ankauf der Reininghausgründe und der Einführung einer Umweltzone kund zu tun. Das Ergebnis ist bekannt: Zwei Drittel lehnten beide Projekte ab. Nachdem diese lang ersehnten Entscheidungen gefallen sind, und von den Verantwortlichen verdaut wurden, darf man darüber nachdenken, was das für die Zukunft der Bürgerbeteiligung in Grazbedeutet. Denn über die konkreten Projekte hinaus, war das eine mindestens eben so wichtige Frage. Die Abstimmungsbeteiligung trotzte selbst Gegner des Modells Anerkennung hab, immerhin waren über 30 Prozent der Wahlberechtigten dabei – das ist auch im Vergleich mit der Schweiz respektabel. Doch ob wir es mit einem Modell, oder zumindest einer Vorlage für künftige Bürgerbeteiligungen zu tun haben, ist unklar. Denn nur weil eine Entscheidung getroffen wurde, heisst es nicht, dass es die beste oder gar die richtige Entscheidung war. Wer will das schon beurteilen? Es ist ja noch nicht einmal ganz klar, wo sich diese Bürgerbefragung im Spektrum von Werbegag und Demokratiereform einordnet. Zu auffällig ist der Zeitpunkt – ein halbes Jahr vor der Gemeinderatswahl – zu groß sind die Plakate und Anzeigen mit denen die ÖVP und ihr Bürgermeister sich in den beiden Fragen positioniert haben.

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T H E M A D I R E K T E D E M O K R AT I E Aber es sei, wie es ist. Mit dieser Form der Befragung ist Nagl in jedem Fall eine Neuerung gelungen. Vielleicht ist daraus keine bessere Entscheidung hervor gegangen, als sie der Gemeinderat oder der Landtag zusammen gebracht hätte, aber es ist eine politische Entscheidung die zumindest von jenen getragen wird, die ein wachsendes Bedürfnis an politischer Partizipation haben. Wenn es nach der Wahl mit einer solchen Form der Bürgerbeteiligung weitergeht, dann war das der Auftakt zu einer große und grundlegenden Veränderung im Entstehen von politischen Entscheidungen. Eine Veränderung, die offensichtlich im Zeitgeist schwimmt.

Es geht doch auch nicht darum, dass »die Mehrheit« immer Recht hätte. Soviel sollten alle aus den Abstimmungen in der Schweiz (EU-Beitritt, Minarett-Verbot ...) gelernt haben Kaum jemand will Bürgerbeteiligung, weil er glaubt, dass Volk sei klüger als seine gewählten Vertreter. Aber es garantiert auch niemand, dass unsere Politiker immer Recht haben und klüger sind. Entscheidend ist,

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Die Kernfrage hinter solchen Abstimmungen ist, ob Politiker oder Stimmbürger (so heißen sie in der Schweiz) die besseren Entscheider sind. 60 Jahre lang galt diese Frage eindeutig zu Gunsten der Politiker beantwortet, die repräsentative Demokratie erfreute sich hoher Beliebtheit und Zustimmung. Doch in den letzten Jahren ist die Wahlbeteiligung, die Zufriedenheit mit Politikern und das zutrauen in politische Institutionen immer weiter gesunken. Nicht, weil dort zu viele „falsche“ Entscheidungen getroffen wurden, sondern weil sie mit zu viel Abstand vom Bürger und zu wenig Erklärungen erfolgten. (Und damit sind nicht Pressemitteilungen gemeint, denn davon gab es mehr als genug)

Die Verantwortung liegt am Ende des Tages nach wie vor bei Stadt- und Landespolitik. Schließlich haben die Grazer nicht gegen eine Lösung gestimmt, sondern nur gegen diesen einen Vorschlag.

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T H E M A D I R E K T E D E M O K R AT I E dass die demokratisch abgefragte Mehrheit jede politische Entscheidungen legitimiert, egal ob sie richtig oder falsch ist. So funktioniert unsere Demokratie. Weil sich Nagl aber auch zwischen den Wahlen die Legitimation der Bevölkerung holen will – nicht für sein Amt, aber für seine Pläne – muss er sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen, dass er sich aus der Verantwortung nimmt. Und natürlich besteht diese Gefahr grundsätzlich bei jeder Bürger- und Volksbefragungen. Im Fall Nagls ist es aber ein bisher nicht gerechtfertigter Vorwurf, denn niemand hat sich so klar positioniert wie er und wenn man seinen ersten Wortmeldungen Glauben schenkt, wird es das Ergebnis zwar akzeptieren, aber keineswegs vergessen, dass die Aufgabe der Feinstaubbekämpfung damit noch nicht gelöst ist. Denn diese Verantwortung liegt am Ende des Tages nach wie vor bei Stadt- und Landespolitik. Schließlich haben die Grazer nicht gegen eine Lösung gestimmt, sondern nur gegen diesen einen Vorschlag. Und an diesem wurde auch das Kernproblem dieser Befragung deutlich. Man konnte nur ja oder nein sagen – von einer Auswahl diverser Modelle war keine Spur. Dabei wäre das gerade in diesem Fall relativ leicht gewesen, denn die Modelle anderer Städte, die dank zahlreicher Benchmarkings längst auch im Rathaus bekannt sind, hätte man durchaus zur Wahl stellen können. Ebenso wie die entsprechenden Finanzierungsmodelle: Was kostet uns welche Lösung und woher könnten wir das Geld dafür nehmen. Dann hätten wohl weniger Menschen für den unbefriedigenden Status Quo gestimmt. Das ist zwar Spekulation, die in einem journalistischen Text nichts zu suchen haben sollte, aber wenn der Bürgermeister

¤ PRO TAG**

seiner Bevölkerung schon zutraut zu entscheiden, dann muss er ihr auch zutrauen, dass sie auf Grundlage von Fakten und Meinungen entscheiden kann und will. Wer glaubt, dass solche Fragen zu schwierig für eine Volksbefragung sind, muss sich überlegen ob er sich von dem Modell nicht gleich wieder verabschieden will. Denn wer seine Meinung ohne diese Informationen fällt, wird dadurch nicht benachteiligt – alle anderen bekommen aber eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage. Bleibt es bei der bestehenden Form von Fragen á la »Darf ich dieses oder jenes Projekt umsetzen oder nicht« besteht durchaus die Gefahr, dass sich damit ein Verhinderungsinstrument etabliert, dass nur noch weiter zum Bürgerfrust beiträgt. Denn für die Vorschläge, die innerhalb der nächsten Befragungen gemacht werden, ist nach wie vor die Politik verantwortlich. Schafft sie es nicht dieser Verantwortung gerecht zu werden, geht dieser Schritt, der eigentlich ein Schritt zum Bürger sein soll, nach hinten los, von ihm weg. Denn der Stimmbürger ist keinesfalls automatisch der bessere Politiker, aber in einer Zeit wo sich Politik auf größtmöglicher Distanz zur Gesellschaft befindet, ist es eine sinnvolle Variante sich wieder anzunähern. Nagls Euphorie: »Ich habe Graz repolitisiert«, könnte da zu früh sein. Denn das gelingt nicht innerhalb eines Monats, nicht unter dem Verdacht des Wahlkampfes und nicht mit einfachen Ja- Nein-Fragen. Über 70.000 Stimmbürger haben aber gezeigt, dass Sie bereit sind, sich zu artikulieren, wenn die Ergebnis solcher Abstimmungen bindend sind. 70.000 Bürger die einen Schritt auf die Politik zugegangen sind. Jetzt ist diese wieder an der Reihe.

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politicks Der steirische Landeshauptmann Franz Voves schließt Wahlzuckerln für 2015 kategorisch aus.

LH-Vize Hermann Schützenhöfer zeigte sich von der Umsetzung der Strukturreformen in Bayern beeindruckt.

Landesrat Christian Buchmann kämpft dagegen, dass die EU erfolgreiche Regionen schlechter stellt.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wirbt europaweit für Reformen nach deutschem Vorbild.

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Reformpartnerschaft – Jetzt geht’s ans Eingemachte Das Doppelbudget 2013/2014 wird zur großen Herausforderung der sogenannten „Reformpartnerschaft“. Ab Herbst wird offiziell verhandelt, und schon jetzt ist klar, dass die Sparziele der nächsten drei Jahre wesentlich härter werden müssen als jene der laufenden Doppelbudgetperiode. Schließlich geht es, so Landeshauptmann Franz Voves, noch einmal um jährliche Einsparungen von 200 bis 300 Millionen Euro. Erst nachdem diese Hürde geschafft ist, wollen Voves und LH-Vize Hermann Schützenhöfer bekanntgeben, ob sie noch einmal antreten oder nicht. Spannend ist diese Frage allemal. Aber nachdem zuletzt der wiedergewählte Industriellenpräsident Jochen Pildner-Steinburg anlässlich des Sommerempfangs der steirischen Industrie an die beiden appelliert hatte, bei der Landtagswahl 2015 unbedingt noch einmal anzutreten, ist es inzwischen wieder alles andere als klar, ob Voves nicht doch noch einmal die Lust verspürt, in den Ring zu steigen. Wer die Automatismen der steirischen Politik kennt, weiß, dass unter diesen Umständen das Match wie zuletzt nur Voves gegen Schützenhöfer heißen kann. Für die Steiermark ist es gut, dass diese Frage vorläufig im Hintergrund bleibt. Denn längst ist klar, dass die beiden ihr historisches Ziel, bis 2015 ein Nulldefizit zu erreichen, mit aller Kraft stemmen wollen. Die Unwägbarkeiten auf diesem Weg sind jedoch groß und zahlreich. Denn Wachstumsraten von weniger als einem Prozent verschieben das Verhältnis zwischen den stagnierenden Einnahmen und den der Inflationsdynamik unterliegenden Ausgaben ebenso wie zu erwartende Zugeständnisse an ÖGB, Bauern, Beamtenschaft und anderem Klientel sowie die ungewisse Zinsentwicklung. Für Voves ist daher klar, dass bei den sogenannten Klientelbudgets weiter gespart werden muss. Dabei geht es um Kosteneindämmungen im Sozial- und Spitalsbereich, und auch bei der öffentlichen Verwaltung wird es wohl nicht damit getan sein, die Zahl der Hofratsposten zu halbieren und die Gehälter der ehemaligen Abteilungsleiter einzufrieren. Auch Wahlzuckerln für 2015 wird es mit Voves nicht geben. Schützenhöfer und Buchmann bei CSU-General Dobrindt Beeindruckt zeigte sich Hermann Schützenhöfer anlässlich einer Steiermark-Präsentation in München von einem Gespräch mit CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. Dobrindt informierte die Steirer sozusagen exklusiv von

der geplanten Klage Bayerns gegen den deutschen Länderfinanzausgleich und argumentierte das gerichtliche Vorgehen mit der Reformunwilligkeit der Empfängerländer, allen voran die deutsche Hauptstadt Berlin. Schützenhöfer war vor allem von der Budgetdisziplin der Bayern angetan. Das Land schafft es nun bereits zum neunten Mal hintereinander, einen Budgetüberschuss von über einer Milliarde Euro – das entspricht zwei Prozent des 50-Milliarden-Haushalts – zu erwirtschaften und damit einen Teil der 22 Milliarden Altschulden zu bezahlen. Gegenüber den mitgereisten Medienvertretern erneuerte der steirische LH-Vize sein Bekenntnis zur Reformpartnerschaft und zur Notwendigkeit, mit Einsparungen das Fundament für die Zukunftstauglichkeit der Steiermark zu legen. Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann reiste nach dem Besuch in der bayrischen Metropole nach Brüssel weiter. Er sieht die Steiermark gemeinsam mit anderen erfolgreichen EU-Regionen gefordert, einen gemeinsamen Standpunkt für die Neuverhandlung des EU-Regionalbudgets 2014 bis 2020 zu formulieren, um zu verhindern, dass jene Regionen, die ihre Hausaufgaben rechtzeitig gemacht haben, von der EU durch eine Kürzung der Regionalfördermittel bestraft werden. Im Rahmen der Delegationsreise nutzte Schützenhöfer die Gelegenheit zu weiteren Gesprächen mit der bayrischen Europaministerin Emilia Müller (CSU), dem bayrischen Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) sowie dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Außerdem trafen sich die beiden auch mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zu einem kurzen Informationsaustausch. Was verbindet die deutsche Kanzlerin mit österreichischem Exminister? Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel gilt als Hüterin der Interessen der ehemaligen Hartwährungsländer in der Eurozone. Ihre Positionen sind oft unkonventionell, aber nicht immer plausibel und nur selten Parteilinie der CDU. Schließlich muss Merkel Rücksicht auf die überschuldeten EU-Staaten nehmen, die ohne deutsche Hilfe weder die Spielräume noch die Kraft dazu hätten, ihre strukturellen Defizitquellen zu beseitigen. Jedes Zugeständnis Merkels an Italien oder Frankreich stößt in Berlin naturgemäß auf Widerstand in den eigenen Reihen. Denn viele CDU- und CSU-Politiker haben große Probleme, ihre Wähler von Projekten wie dem EFSF oder dem ESM zu überzeugen. Die wegen ihrer Geschichte besonders inflationsängstlichen

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politicks politicks

MIT JOHANNES TANDL

Doppelnein bei Grazer Volksbefragung Das Doppelnein bei Sachfragen, die einer Volksbefragung unterstehen, sollte eigentlich keine Auswirkungen auf die Wahlchancen bei einer Gemeinderatswahl haben. Dennoch haben es die Grazer Parteien geschickt verstanden, Bürgermeister Siegfried Nagl zum Verlierer der Umfrage zu stempeln. Ob die Befragung Auswirkungen auf die Wählerpräferenzen hat, werden frühestens die Herbstumfragen zur Gemeinderatswahl zeigen. Zu den vermuteten Gewinnern zählt mit den Grünen

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aber ausgerechnet eine Partei, die mit direkter Demokratie nur dann etwas am Hut hat, wenn sich das zu erwartende Ergebnis eindeutig mit der Parteilinie deckt. Geschickt hat sich auch SPÖ-Chefin Martina Schröck verhalten. Sie bedankte sich bei den Wählern für das Doppelnein zur Umweltzone und zu Reininghaus und hofft nun darauf, dass auch die Wähler in Nagl den Verlierer der Befragung ausmachen. Gefährlich wird es für Nagl jedoch nur dann, wenn ihm aufgrund des Abstimmungsergebnisses sein Gewinnerimage tatsächlich verloren geht, aber dafür gibt es derzeit keine ernstzunehmenden Anzeichen. Schröcksnadel gegen Winter: Was ist da los? Ist der aktuelle Konflikt zwischen Schladmings Bürgermeister Jürgen Winter und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel nur ein Sturm im Wasserglas oder steckt mehr dahinter? Die ÖSV-Drohung, den Schladmingern den Nachtslalom zu entziehen, gilt jedenfalls als völlig haltlos. Schladming hat die WM-Vergabe bekanntlich dem persönlichen Einsatz des ÖSV-Präsidenten zu verdanken. Auch dass sich dessen übermächtiges Ego mit jenem manch Schladminger Dorfkaisers reibt, ist spätestens seit der WMGeneralprobe im März bekannt. Sollten hinter dem Konflikt, wie kolportiert, tatsächlich nur Streitereien um ein paar hundert VIP-Plätze stecken, wird wohl die für Tiroler aber auch Ennstaler Gebirgsbewohner ungewohnte Sommerhitze dafür verantwortlich gewesen sein, dass es diese belanglose Auseinandersetzung in das mediale Sommerloch geschafft hat. Bürgermeister Winter und dem mittlerweile ausgewechselten Planai-Chef Ernst Trummer sollen Schröcksnadel ja eine geharnischte Antwort auf dessen Vorwürfe bezüglich angeblicher Schladminger Vertragsbrüche gegeben haben. Dass immer noch nicht genau bekannt ist, was in diesem ominösen Brief steht, ist aber ein gutes Zeichen. Denn offenbar reichen die gekränkten Eitelkeiten der Verantwortlichen nicht aus, die schmutzige Wäsche, die im Vorfeld einer Millionenveranstaltung wie der Ski-WM schon einmal anfallen kann, an die Öffentlichkeit zu zerren. Der Countdown der WM-Vorbereitung läuft dem Vernehmen nach jedenfalls wie geplant.

Weststeirer Martin Bartenstein gilt nicht nur als persönlicher Freund Merkels, sondern auch als einer ihrer Berater.

Fotos: Robert Frankl (2), Micheal Thurm (2), Weltwirtschaftsforum, Rat der Europäischen Union, SPÖ Graz, Land Steiermark

Deutschen sehen im Euro-Rettungsschirm nämlich zuallererst eine Belohnung für jene Länder, die es verabsäumt haben, ihre Hausaufgaben zu machen. Diese Haltung teilt auch die Kanzlerin, die ein Jahr vor der Bundestagswahl auch innenpolitisch punkten muss. Merkels klare Botschaft lautet: Wer sich anstrengt, wird belohnt! Zur Untermauerung trägt sie stets eine kleine Grafik mit sich herum, die ihre Politik anschaulich machen soll. Darin vergleicht sie die Zinssätze für Staatsanleihen der Euro-Staaten mit der Wettbewerbsfähigkeit des Landes, gemessen an den Lohnstückkosten. Das Ergebnis: Die Zinssätze für Staatsanleihen sinken, wenn sich die Länder durch Arbeitsmarkt- und Sozialreformen fit gemacht haben. Das Beispiel Irland belegt das. Aber auch für Portugal ist nach den massiven Reformen und Sparmaßnahmen der Regierung eine Entspannung bei den Zinssätzen zu erkennen. Für die reformresistenten Griechen bedeutet das wiederum, dass sie mit keinerlei weiteren Zugeständnissen der deutschen Kanzlerin rechnen sollten. Diesbezüglich dürfte Merkel inzwischen sogar dazu bereit sein, den lange Zeit sakrosankten Verbleib der Griechen in der Eurozone zu riskieren. Bleibt die Frage, woher Merkel das Unterfutter für ihre eigenwillige, aber bislang erfolgreiche Politik nimmt. Lange Zeit war der Ökonom Jens Weidmann Merkels wirtschaftspolitischer Chefberater. Seit dessen Wechsel an die Spitze der Bundesbank nimmt diese Position offiziell Lars-Hendrik Röller ein. Inzwischen hört man jedoch immer öfter, dass die Kanzlerin großen Wert auf die Einschätzung des ehemaligen österreichischen Wirtschaftsministers Martin Bartenstein legen soll. Die beiden telefonieren nicht nur regelmäßig miteinander, sondern sind auch persönlich und familiär befreundet. Dass Merkel Bartenstein schätzt, ist seit der gemeinsamen Zeit der beiden Politiker als Umweltminister ihrer Länder zwischen 1995 und 1998 bekannt.

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl musste für seinen Mut zur direkten Demokratie Häme einstecken.

Vor allem die Grazer SPÖ-Chefin Martina Schröck sieht ihre Wahlchancen durch das „Doppelnein“ verbessert.

Schladmings Bürgermeister Jürgen Winter im Clinch mit ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel.

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FORSCHUNG UND BILDUNG

Forschen für den Mittelstand VON MICHAEL NEUMAYR

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ls zweitgrößter Hochschulstandort Österreichs beheimatet Graz nicht nur vier Universitäten, sondern mit der FH Joanneum und dem Campus02 auch zwei renommierte Fachhochschulen. Die FH Joanneum ist nach der FH Oberösterreich die zweitgrößte Fachhochschule im Land und bietet 3.580 Studenten eine akademische Heimat. Im Gegensatz zu den klassischen Universitäten haben die Fachhochschulen die Möglichkeit, sich ihre Studenten aussuchen zu können, und das wird auch genutzt. An der FH Joanneum fallen auf jeden Studienplatz 3,4 Bewerber. Im Fachbereich Gesundheitswissenschaften kommen sogar 5,6 Bewerber auf einen Studienplatz. Das funktioniert im Wesentlichen auch bei den kleineren Standorten in Bad Gleichenberg und Kapfenberg. Nur bei den technischen Studiengängen in Kapfenberg wünscht sich die FH Joanneum mehr Bewerber. Das habe weniger mit einem vermeintlich unattraktiven Standort, sondern mit den unpopulären technischen Studiengängen zu tun. „Bad Gleichenberg hat mehr als genug Bewerber und in Kapfenberg sind es die technischen Studiengänge, mit denen wir kämpfen. Wir

streben überall eine Überbuchung an und würden uns daher in allen technischen Studiengängen mehr Bewerber wünschen“, erklärt Karl Peter Pfeiffer, Rektor der FH Joanneum. Generell sei jedoch der Konkurrenzdruck für die Fachhochschulen gestiegen, sagt Günter Riegler, Geschäftsführer der FH Joanneum. Keine Studiengebühren Ein besonderes Merkmal der FH Joanneum sind die fehlenden Studiengebühren. Anders als die klassischen Universitäten können die Fachhochschulen schon länger autonom entscheiden, ob Studiengebühren eingehoben werden. Nachdem die SPÖ im Landtagswahlkampf 2005 die Abschaffung der Studiengebühren versprochen hatte, sind diese an der FH Joanneum 2006 gefallen. Die fehlenden Einnahmen übernimmt das Land Steiermark. Günter Riegler, Geschäftsführer der FH Joanneum, sieht auch keinen Grund, das zu ändern: „Die Landesförderung würde sinken, wenn wir Studiengebühren einheben würden. Mit Studiengebühren allein könnten wir die Fachhochschule ohnehin nicht kostendeckend führen. Vor allem die Gesundheitsstudiengänge sind vom Land Steiermark finanziert. Hier wird es immer

eine Landesförderung brauchen, weil es keine Bundesmittel gibt.“ Im Geschäftsjahr 2011/12 hat das Land Steiermark 18,7 Millionen Euro zugeschossen. Dieser Beitrag verringert sich wegen des Sparpakets um eine Million auf 17,67 Millionen Euro. Damit kompensiert man die Kürzung der Landesbudgets und deckt auch die Steigerung der Gehälter, den größten Posten in der Kostenrechnung der FH Joanneum, ab. Ein Großteil des Geldes kommt aber auch bei der FH Joanneum aus Bundesmitteln, Drittmitteln und anderen Erträgen. So decken diese Posten im Budget 2012/13 fast 29 Millionen Euro der 46 Millionen Euro betragenden Kosten. Im Gegensatz zu den Universitäten verfügen die Fachhochschulen aber über keine Basisfinanzierung, sondern werden vom Bund ausschließlich über die Studierendenzahlen finanziert. 25 Prozent der Forschungsgelder aus Drittmitteln Umso beeindruckender ist, dass die FH Joanneum mehr als fünf Millionen Euro pro Jahr mit Forschungsaufträgen lukriert. Ein Viertel davon sind Drittmittel aus der Wirtschaft. „Wir finanzieren 80 Arbeitsplätze in der Forschung nur durch Drittmittel“, stellt Riegler fest: „Außerdem nehmen wir

»Der gute Mix aus fest angestellten und externen Lehrenden zeigt, dass wir sehr stark auf Qualität setzen.« Karl Peter Pfeiffer

»Wir verstehen uns als Top-Player in der österreichischen Hochschullandschaft.« Günter Riegler

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Fotos: FH Joanneum

Die FH Joanneum will mit der Integration von Forschung in die Lehre dem hohen Konkurrenzdruck unter den Fachhochschulen trotzen.


FORSCHUNG UND BILDUNG

Mit Forschungsprojekten wie dem Flugsimulator am Studiengang „Luftfahrt/Aviation“ will sich die FH Joanneum von der Konkurrenz abheben.

eine wichtige Rolle in der steirischen Wirtschafts- und Forschungsstrategie ein. Wir ermöglichen es, Klein- und Mittelbetrieben zu forschen, und sehen uns daher als regionaler Forschungsbefruchter.“ Die Liste der Forschungspartner liest sich auf jeden Fall wie das Who is Who der steirischen Wirtschaft. Andritz, AT&S, Energie Steiermark, Magna und die VA Tech Hydro sind nur einige aus dieser Liste, die auch mit internationalen Namen wie Audi, EADS oder IBM geschmückt ist. „Forschung spielt für die FH Joanneum eine sehr wichtige Rolle. Allein die Qualität der Ausbildung und die Forschungsprojekte zeigen, dass eine Kombination von Forschung und Lehre sehr wichtig ist“, ist Pfeiffer überzeugt. In der großen Rolle der Forschung sehen sowohl Geschäftsführer Günter Riegler als auch Rektor Karl Peter Pfeiffer das große AUGUST 2012

Unterscheidungsmerkmal der FH Joanneum gegenüber anderen Fachhochschulen. Die Konkurrenz ist groß und hier könne man nur mit Qualität punkten. „Die Integration der Forschung in die Lehre hebt uns daher sehr von anderen Fachhochschulen ab. Auch der gute Mix aus fest angestellten und externen Lehrenden zeigt, dass wir sehr stark auf Qualität setzen. Das bedeutet auch, dass jeder neue Lehrende eine verpflichtende didaktische Ausbildung absolvieren muss“, hebt Pfeiffer hervor. Günter Riegler legt nach: „Wir verstehen uns als Top-Player in der österreichischen Hochschullandschaft. Das zeigt auch unser hoher Qualitätsanspruch.“

die Arbeit in kleinen Gruppen, da man bei der Fachhochschule Joanneum weniger von den Studierendenzahlen abhängig sei. Hinzu kommt, dass jeder Studiengang über ein Auswahlverfahren verfügt. „Wir haben kein Massenstudium“, stellt Riegler fest. Rektor Pfeiffer hebt außerdem hervor: „Bei uns wird niemand ins kalte Wasser geworfen. Wir bemühen uns um einen sanften Einstieg ins Studium. Es gibt Einführungslehrveranstaltungen, und wer für sein technisches Studium die Mathematikkenntnisse auffrischen will, kann freiwillig einen Warm-up-Kurs besuchen.

Niemand wird ins kalte Wasser geworfen Auch in der Qualität der Lehre zeigt die finanzielle Absicherung durch das Land Steiermark ihre Wirkung. Sie ermöglicht FA Z I T

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I N N O VAT I O N S P O RT R ÄT

Neue Handy-Zukunft dank AT&S Mobiltelefone, aber auch andere elektronische Geräte sind heute unverzichtbare Alltagswerkzeuge und entwickeln sich in rasantem Tempo weiter. Ein klarer Trend geht dabei in Richtig Miniaturisierung. Um immer kleinere und leistungsfähigere mobile Endgeräte zu ermöglichen, forscht der global führende Leiterplattenhersteller AT&S gemeinsam mit dem steirischen Kompetenzzentrum MCL (Materials Center Leoben Forschung GmbH) an einer neuen Leiterplattentechnologie, die bisherige Designkriterien revolutionieren soll.

Foto: AT&S

te Embedded Component Packaging-Technologie (ECP®). ECP® erlaubt die effiziente Miniaturisierung von elektronischen Produkten bei gleichzeitiger Leistungserhöhung des Gerätes. Das von der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG unterstützte Kompetenzzentrum MCL hilft AT&S mit seinem Know-how bei dieser innovativen Technologieentwicklung.

Leiterplattentechnologie aus der Steiermark soll in Zukunft das Design von Handys revolutionieren.

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er Markt für elektronische Geräte aller Art ist heiß umkämpft – mit immer kompakteren, leistungsfähigeren und schickeren Ausführungen wird um die Gunst der Konsumenten gerittert. Ähnlich hart ist auch der Konkurrenzkampf der Zulieferindustrie für Smartphones, Tablets

und Co. Um in Zukunft dem enormen Kostendruck aus dem asiatischen Raum zu widerstehen und konkurrenzfähig zu bleiben, werden sich heimische Produzenten verstärkt auf hochtechnologische Lösungen konzentrieren müssen. Wie dies funktionieren kann, zeigt die von AT&S entwickel-

Der neue Ansatz liegt in der Einbettung von SiliziumChips in die Leiterplatten. „Dies spart Platz an der Oberfläche und die Signalwege werden deutlich verkürzt. Die Funktionalität wird dadurch erhöht und die Leiterplatte zu einem Hightech-System“, erklärt Roland Schöngrundner, Projektverantwortlicher im MCL. Die Integration dieser Chips ermöglicht aber auch einen weiteren wichtigen Schritt in der Miniaturisierung von elektronischen Geräten. Durch kleinere, effizientere und leistungsstarke Leiterplatten werden etwa neue Designansätze für die Endgeräte ermöglicht. Dem Trend folgend, reichen die realisierten Applikationen von der Motorsteuerung über Powermodule für Industrieanwendungen bis zu Kommunikationsanwendungen im Sicherheitsbereich.

Durch die erfolgreiche Kooperation von AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG mit MCL, Thales Communications & Security, Thales Global Services und mit dem Institut für Struktur- und Funktionskeramik der Montanuniversität Leoben gelang die Serienfertigung der ECP®-Technologie am AT&S-Standort in Hinterberg. Mit der Industrialisierung dieser Technologie eröffnet sich für AT&S eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten, etwa im Medizinbereich – wie z.B. neue Generationen von Hörgeräten oder Herzschrittmachern – sowie in funktionellen Modulen, wie z.B. GPS, WLAN, Blue Tooth oder Kameramodulen. Durch diese innovative Hochtechnologie stellt AT&S ihre technologische Vorreiterrolle aufs Neue unter Beweis.

Innovative steirische Unternehmen: Eine Serie der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG

Steirische Wirtschaftsförderung

Informationen zu den steirischen Kompetenzzentren Kompetenzzentren sind Forschungseinrichtungen, in denen Wirtschaft und Wissenschaft auf höchstem Niveau forschen. Hier werden die Grundlagen und Ideen der Produkte von morgen entwickelt. In der Steiermark gibt es 18 Kompetenzzentren, welche alle in das bundesweite COMET-Förderungsprogramm eingebunden sind. Mehr zu den steirischen Kompetenzzentren finden Sie unter http://sfg.at/kompetenzzentren.

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Nikolaiplatz 2 8020 Graz +43 316 70 93-0 http://sfg.at AUGUST 2012


menschen Demenz: Volkshilfe unterstützt mit bis zu 750 Euro pro Jahr

Meisterwelten: Genossenschaft für das Handwerk

Vom Floristen bis zum Tischler. Die Handwerksbetriebe vereint ihre hohe Qualität, handwerkliche Kompetenz und Zuverlässigkeit auf höchster Ebene. „Die Meisterwelten sind ein branchenübergreifendes Netzwerk für qualitätsorientierte Meisterbetriebe in der Steiermark. Wir sind eine Genossenschaft und unsere Mitglieder sind Handwerksbetriebe, die durch Besonderheiten glänzen“, so Heide Zeiringer, Obfrau der Meisterwelten Steiermark bei einer Präsentation der Plattform im steirischen Presseclub.

Rund 130.00 Österreicherinnen und Österreicher sind an Demenz erkrankt. Die Volkshilfe bietet in der Steiermark auch finanzielle Unterstützung sowie Beratungsund Betreuungsleistungen. „Es können Rechnungen bis max. 750 Euro pro Person und pro Jahr eingereicht werden, die direkt mit der Erkrankung Demenz zu tun haben. Von Gedächtnistrainingseinheiten über Pflegebehelfe bis hin zu Beratungsstunden durch unsere speziell ausgebildeten Demenzbeauftragten“, erklärt Gabriele Kroboth.

Fotos: Archiv; Meisterwelten; Heiltherme Bad Waltersdorf; Novapark;

Heiß her ging es im Nova-Spa. Unter dem Motto Fire & Ice lud das Hotel Novapark unter der Führung von Natascha Koschutnig zum Sommerfest über den Dächern von Graz. Bei perfektem Wetter genossen die Gäste coole Cocktails, köstliche Grillereien und ein wunderbares Buffet. Einen Höhepunkt bildete Martin Schlamberger mit seiner spektakulären Cocktail-FlairShow, die alle zum Staunen brachte.

Zahlreiche Besucher trotzten dem regnerischen Wetter und feierten gemeinsam mit Geschäftsführer Gernot Deutsch die Wiedereröffnung der Heiltherme Bad Waltersdorf. Der bekannte ORF-DJ Erich Fuchs sorgte mit seiner Tanz- und Schlagerparty für Stimmung pur. Mit dabei war auch Dancing Stars-Teilnehmer Willi Gabalier mit seiner Tanzpartnerin. Der sympathische Entertainer begeisterte durch seine lockere Art und wirbelte mit einer Braut, die zufällig zum Fest gestohlen wurde, über die Tanzfläche.

85 Jahre Raiffeisen-Landesbank Steiermark

Mit einem Festakt in der Grazer Stadthalle hat die Raiffeisen-Landesbank Steiermark ihren 85. Geburtstag gefeiert. Die 1927 gegründete Bank hat sich in den 85 Jahren ihres Bestandes zum Flaggschiff der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark entwickelt. „Wir sind in dieser Zeit von einer Bilanzsumme von 5,8 Millionen Schilling auf eine Bilanzsumme von über 10 Milliarden Euro angewachsen“, so Generaldirektor Markus Mair. AUGUST 2012

FAZIT sprach mit WK-Präsident Josef Herk über den Ausgang der Grazer Volksbefragung. Die Wirtschaftskammer hatte ja im Vorfeld Tausende Unterschriften gegen die Umweltzone gesammelt. Ist die Ablehnung der Umweltzone durch die Grazer Bevölkerung ein Sieg für die Wirtschaft und wie soll es in der Sache jetzt weitergehen?

Sommerfest: Nova-Spa in Flammen

Sommerfest bei der Heiltherme Bad Waltersdorf

KURZ IM GESPRÄCH

Das war vor allem ein Sieg für die direkte Demokratie. Wir haben ja ein sozialpartnerschaftliches Punkteprogramm ausgearbeitet. Darin fordern wir unter anderem eine Vorsteuerabzugsmöglichkeit für schadstoffarme PKW und eine sinnvolle Mobilitätsentwicklung. Das Problem mit der Feinstaubbelastung im Großraum Graz muss so oder so nachhaltig gelöst werden. Aber jetzt hat die Bevölkerung auch den Ankauf der Reininghausgründe abgelehnt. Ist das ein Schaden für die Wirtschaft?

Ich bin davon überzeugt, dass diese Flächen ein Thema für eine moderne Stadtentwicklung bleiben werden. Nur weil die Stadt jetzt nicht als Käufer auftreten wird, entzieht sich die künftige Nutzung ja dennoch nicht der öffentlichen Hand. Das Raumordnungsrecht, aber auch die Baugesetze sehen ja zahlreiche Möglichkeiten vor, an der Flächenentwicklung teilzuhaben. Ich hoffe natürlich, dass sich auch nach diesem Votum die entsprechenden Möglichkeiten für den Wirtschaftsstandort Graz ergeben. Das Areal bleibt jedenfalls im Fokus der künftigen Stadtentwicklung. Glauben Sie, dass sich Bürgermeister Nagl mit dieser Befragung geschadet hat?

Das glaube ich nicht, denn es waren demokratische Sachentscheidungen. Wer Demokratie ernst nimmt, muss das Risiko in Kauf nehmen, dass es anders ausgeht als erhofft. Daraus eine Niederlage abzuleiten, wäre völlig falsch. Dem Bürgermeister ist viel eher zu seinem Mut zur direkten Demokratie zu gratulieren. Dass er das Ergebnis dieses Votings akzeptieren wird, steht für mich ohnehin außer Zweifel. FA Z I T

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Arnold Schwarzenegger besuchte Landhaus

Bei einem Kurzbesuch in Graz machte die steirische Eiche Arnold Schwarzenegger mit Edi Hamedl eine Radtour durch die Murmetropole. Nach dem Morgensport besuchte Schwarzenegger das Landhaus. ÖVP-Klubobmann Christopher Drexler führte den Schauspieler und ehemaligen Gouverneur durch die Räumlichkeiten des Landtages und zeigte auch den neu renovierten Sitzungssaal des steirischen Landtages.

Eintauchen in die Welt des Lichts

bit media erhält Comenius EduMediaSiegel

bit & Nemetschek Charity Cup ein voller Erfolg

Insgesamt 21 Mannschaften unterschiedlichster beruflicher Sparten lieferten sich beim bit & Nemetschek Charity Cup spannende Spiele und faire sportliche Auseinandersetzungen. Der Sieger des Turniers war das Team „Physiotherapie Marco Jerovsek“. Alle Einnahmen des Turniers gingen an wohltätige Zwecke wie „Steirer helfen Steirern“ und „bit social – best for others“. „Die bit gruppe und ihre Mitarbeiter haben selbst eine soziale Initiative ins Leben gerufen und möchten mit dieser neue Akzente im Bereich des sozialen Engagements in der Steiermark setzen“, erklärt bit-Inhaber Stephan Sticher.

WB-Obfrau Gmeinbauer: Nein zur Umweltzone und Citymaut

Die Grazer WB-Obfrau Daniela Gmeinbauer wundert sich über den erneuten Vorschlag der Stadträtin und Grazer SPÖ-Vorsitzenden Martina Schröck, eine Citymaut einzuführen, und fordert die rasche Umsetzung eines nachhaltigen und effizienten Mobilitätskonzeptes sowie die Forcierung der Vorschläge aus dem vorliegenden Luft- und Klimapaket der Sozialpartner. „Das Ergebnis der Grazer Bürgerbefragung ist für uns wenig überraschend. Es ist sehr erfreulich, dass die Bevölkerung den Weg gegen Feinstaub ohne Einschränkung der Mobilität unterstützt“, so Gmeinbauer. 18

FA Z I T

Der E-Learning-Spezialist bit media wurde erneut mit einer Comenius EduMediaAuszeichnung prämiert. Das Lernprogramm „Social Media Guidelines“, mit dem bit media sein umfangreiches Compliance-Angebot um einen weiteren inhaltlichen Baustein ergänzt, überzeugte als didaktisches Multimediaprodukt die Jury im Bereich „Ethische, soziale und eurokulturelle Bildung“.

KMU gehen optimistisch ins zweite Halbjahr

„Die konjunkturelle Stimmungslage im Großraum Graz ist derzeit gut“, sagt WK-Regionalstellenobfrau Sabine Wendlinger-Slanina. Das Konjunkturbarometer zeigt, dass sich die derzeitige Geschäftslage im Großraum Graz gegenüber der Umfrage im November 2011 deutlich verbessert hat. Rund 95 Prozent der befragten Klein- und Mittelbetriebe bezeichnen die augenblickliche Geschäftssituation als gut oder zufriedenstellend. Besonders der Tourismus und der Handel sind optimistisch.

Alberer eröffnet Kanzlei in Graz

Zehn Jahre lang war Gerald Alberer Notar in Leoben. Seiner Heimatstadt Graz blieb er jedoch treu und übersiedelte bereits 2010 wieder an die Murmetropole. Eineinhalb Jahre danach eröffnete er auch offiziell im Rahmen eines Kanzleifestes mit Kunden und Freunden seine Grazer Niederlassung. AUGUST 2012

Fotos: ÖVP Steiermark; CIS; WB; bit; Raiffeisen; Volker Wohlgemuth; Harry Schiffer;

Bei XAL GmbH können die Besucher ab sofort Design und Herstellung von Leuchten live miterleben. Dafür wurde dem Unternehmen am 4. Juli das Gütesiegel „Erlebniswelt Wirtschaft – made in Styria“ verliehen. „Die Innovationskraft der heimischen Unternehmen wird dank Erlebniswelt Wirtschaft für alle Steirerinnen und Steirer sichtbar“, freut sich Landesrat Buchmann.


NEUES AUS DER HAUPTSTADT

Nächtigungsplus in Graz

Nach dem touristischen Rekordjahr 2011 steigen auch im ersten Halbjahr 2012 die Nächtigungen auf 413.522. Das sind 19.130 Übernachtungen oder 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein neues Rekordjahr zeichnet sich deshalb trotzdem nicht ab, denn 2011 sprengte vor allem der Juli mit der Chorweltmeisterschaft, der Football-Weltmeisterschaft und einem Großkongress alle Rekorde. Besonders erfolgreich ist Graz aber im Qualitätssegment. Mehr als die Hälfte aller Nächtigungen entfallen auf Hotels mit vier Sternen.

Grazer Architekten bauen mit Frachtcontainern

Die Grazer Architekten Michaela Maresch und Gerald Brencic bieten mit dem Projekt ContainMe! ganz neue Sicht- und Nutzungsweisen für Frachtcontainer. Die weltweit einzigartige Modulbauweise lässt Niedrigstenergiebauten in Kombination von ökologischem Bausystem und ISO-zertifizierten Containern entstehen. Neben der Nutzung von Containern sahen die Architekten eine große Herausforderung, ein ansprechendes Design mit ökologisch hohen Standards zu verbinden.

Laura Stadtegger in der Grazer Raiffeisen-Galerie

Kräftige Farben, großformatige Bilder, viel griechische Mythologie und eine junge Künstlerin prägen derzeit die Grazer Raiffeisen-Galerie. Private Banking-Chef Stefan Tschikof hat der Grazerin Laura Stadtegger Raum gegeben, um ihre Werke zu präsentieren. „Ich mag kräftige Farben“, gesteht die Künstlerin. „Es gibt viel zu viel Reduziertes und Grau. Das muss man mit Farbe aufpeppen.“

Bezirksfest Puntigam wird nachgeholt

Das 10. Puntigamer Bezirksfest am Ackern-Gelände fiel buchstäblich ins Wasser. Veranstalter Rupert Triebl lässt aber nicht locker und will das Bezirksfest noch dieses Jahr abhalten. Gemeinsam mit dem Ackern-Initiator Franz Grossauer wurde nun festgelegt, dass der Tag des Ackern-Endes gleichzeitig der Puntigamer Bezirkstag ist. Die Veranstaltung findet am 19. August um 16:30 Uhr statt. Neben zahlreichen freien Getränken werden auch die beliebten „Ackern-Krüge“ als Geschenk unter den Besuchern verteilt.

WB-Direktor Egger:

WB-Direktor Kurt Egger ärgert sich über die oberflächliche Bildungsdiskussion kurz vor der alljährlichen Sommerpause und fordert dringend Vorschläge für eine Schulreform und eine echte Schulautonomie in Österreich.

W

ir müssen endlich eine umfassende Diskussion über die Schulverwaltungsreform in Österreich führen. Die aktuelle Schulschluss-Debatte führt wie schon in den letzten Jahren ins Nichts“, mahnt WB-Direktor Kurt Egger. „Der momentane Stillstand in der Schulverwaltungsreform ist gefährlich! Oberflächliche Diskussionen über eine Ferienteilung, Lehrergehälter und Strafen für Schulschwänzer bringen uns nicht weiter. Wir brauchen AUGUST 2012

endlich eine Neuordnung im österreichischen Bildungssystem“, fordert Egger: „Diese Bereiche sind nur Teilaspekte. Für die sichere Zukunft unserer Jugend müssen wir umfangreichere Reformvorschläge auf den Tisch legen. Die Diskussion um eine Bildungsreform darf jetzt im Sommer nicht wie in der Vergangenheit einfach auf Urlaub gehen.“ Der WB-Direktor tourt seit mehr als 8 Wochen durch die Steiermark und stellt er-

nüchtert fest: „Wir müssen der nächsten Generation Zukunftsperspektiven geben. Die Wirtschaft ist bereit dafür. Aber die Jugendlichen fehlen zunehmend.“ Die brisante Arbeitsmarktsituation für die heimischen Betriebe verschärft sich in ganz Österreich. 2016 gibt es erstmals mehr Berufsaussteiger als Berufseinsteiger. Konkrete Vorschläge für die Schulverwaltungsreform hat der Wirtschaftsbund in einem Modell zusammengefasst. „Dieses beinhaltet die Forderung nach Managerqualitäten bei Direktoren und Eignungsprüfungen bei Lehrern, mehr Entscheidungsfreiheit und klare Zielvorgaben für Direk-

Foto: WB Steiermark

Bildungsdiskussion darf nicht auf Urlaub gehen! Kurt Egger: „Wir brauchen eine Neuordnung im Bildungssystem.“ toren und Bildungsstandards“, so Egger. Auf die Qualität der Wissensvermittlung und wirtschaftliche Führung in Schulen müsse größerer Wert gelegt werden. „Zukünftige ‚Manager-Direktoren‘ müssen die Möglichkeit haben, die besten Lehrer für unsere Jugend auszuwählen. Zugleich müssen unsere Schulen von den besten Direktoren geführt werden“, fordert Egger. FA Z I T

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MENSCHEN

Pildner-Steinburg als IV-Präsident wiedergewählt

Die steirische Industriellenvereinigung setzt auf Kontinuität. Deshalb wurde Jochen Pildner-Steinburg, Geschäftsführender Gesellschafter der GAW technologies, einstimmig für eine dritte Periode zum Präsidenten der steirischen Industriellenvereinigung gewählt. Dafür wurden die Statuten bereits im Frühjahr einstimmig geändert. Wiedergewählt wurde auch Vizepräsident Stefan Stolitzka. Neu im Team ist Georg Knill. Er löst Werner TessmarPfohl ab, der sich nicht mehr der Wahl stellte.

Normalerweise fliegen sie mit einem ChristopherusRettungshubschrauber zu den Unfällen. Auf Einladung der AUVA absolvierten die Besatzungsmitglieder des Christopherus 14 nun ein Fahrsicherheitstraining im Fahrtechnikzentrum Kalwang. „Auf dem Weg von zu Hause zum Stützpunkt, also zu ihrem Arbeitsplatz, sind die Crew-Mitglieder üblicherweise mit Autos oder Motorrädern unterwegs. Den Umgang damit galt es zu perfektionieren. Das wurde begeistert angenommen“, freut sich Wolfgang Umgeher, Direktor der AUVA-Landesstelle Graz.

Lyoness startet eigenen Internet-Fernsehkanal

Die Einkaufsgemeinschaft Lyoness setzt mit seinem neuen Internet-Fernsehkanal Lyoness.tv auf Unterhaltung und Service. Alle zwei Wochen, jeweils Dienstag ab 20 Uhr, wird das neue Programm aus dem hauseigenen Sendestudio in Graz eingespeist. Mehr als 100.000 Zuseher haben seit Anfang Juni die 15-minütige Sendung bereits gesehen. Die Sendung wird auf Deutsch und Englisch präsentiert. Untertitel gibt es in den Sprachen Ungarisch, Französisch, Rumänisch, Slowakisch und Türkisch.

Steirisches Know-how in der Formel 1

Die Steiermark ist im internationalen Rennzirkus prominent vertreten. Allen voran mit Helmut Marko, der als Motorsport-Chef die Geschicke des Red Bull Racing Teams lenkt. Aber auch steirische Unternehmen wie AVL und Pankl mischen in der Formel 1 kräftig mit. Bei einer Veranstaltung des ACstyria diskutierten Helmut Marko, Peter Schöggl und Gerold Pankl über das steirische Know-how in der Formel 1.

Erfolgreiche Betriebsübergaben sichern regionale Wertschöpfung Die Nachfolgeinitiative „Follow me“ kann eine erfolgreiche Bilanz ziehen. Seit 2007 wurden rund 5.000 Unternehmen übergeben. Die Initiative des Wirtschaftsressorts des Landes Steiermark, der Wirtschaftskammer Steiermark und der Stadt Graz wird von zahlreichen namhaften Projektpartnern unterstützt.

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Foto: Lienhardt

llein im vergangenen Jahr 2011 konnten über die Betriebsnachfolge-Initiative

Landesrat Christian Buchmann mit Helmut Winkler, der seine Bäckerei an Ursula Winkler übergeben hat. 20

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„Follow me“ wieder 896 steirische Betriebe erfolgreich an Nachfolger übergeben werden. „Damit liegt für ,Follow me‘ eine Erfolgsbilanz vor, die sich sehen lassen kann“, freut sich Günther Stangl, Obmann der WK-Regionalstelle FeldbachFürstenfeld. So wird die Herausforderung des Generationenwechsels bei den steirischen Unternehmen bestmöglich gemeistert. „Bis 2018 werden mehr als 7.000 steirische Betriebe zur Übergabe anstehen. Von der erfolgreichen Weiterführung dieser Unternehmen hängen rund 60.000 Arbeits-

plätze ab“, so Stangl über die Bedeutung von gelungenen Betriebsübergaben.

Generationenwechsel für Innovationssprung nutzen

Für den Wirtschaftsstandort Steiermark werden Betriebsübergaben immer wichtiger. Deshalb hat Landesrat Christian Buchmann die Initiative „Follow me“ als wichtige Säule in der „Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020“ verankert. Ein wesentliches Ziel der Strategie ist es, innovative Unternehmen mit Wachstumspotenzial zu unterstützen. Vor-

bereitung ist das Um und Auf: „Es ist entscheidend, dass sowohl der Übergeber als auch der Nachfolger gut vorbereitet in die Betriebsübergabe gehen. Dank der kompetenten Beratung des ,Follow-me‘-Teams konnten seit 2007 fast 5.000 Betriebe in der Steiermark erfolgreich übergeben werden“, freut sich Buchmann. Neben dem steirischen Wirtschaftsressort und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützen auch namhafte Projektpartner: Steiermärkische Sparkasse, Notariatskammer für Steiermark, Kammer der Wirtschaftstreuhänder und Fachgruppe der Ingenieurbüros. Informationen finden Sie auf www.wko.at/stmk/followme. AUGUST 2012

Fotos: AUVA; IV Steiermark; Lyoness; ACstyria

Fahrtechniktraining für Christopherus-Crew


MENSCHEN

Die Steiermark zeigt sich in München Österreich ist der wichtigste Außenhandelspartner des Freistaates Bayern. Entsprechend groß war das Interesse der deutschen Wirtschafts- und Politprominenz am Sommerempfang der WKAußenhandelsorganisation in München. Zum zweiten Mal seit 2008 erhielt die Steiermark die Gelegenheit, sich dort als Wirtschaftsstandort und als Tourismusdestination zu präsentieren.

VON JOAHNNES TANDL

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iel der prominent besetzten Delegation um LHVize Hermann Schützenhöfer, Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann, WK-Präsident Josef Herk und Industriellenchef Jochen Pildner-Steinburg war es, die Basis für die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern weiter auszubauen. Aktuell exportiert die Steiermark jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von etwa zwei Milliarden Euro in das wirtschaftlich erfolgreichste deutsche Bundesland. Dem stehen Importe von lediglich 0,8 Milliarden Euro gegenüber. Hauptverantwortlich für diesen Überschuss ist der Automotive-Bereich. Auch für den Tourismus ist Bayern ein hochinteressanter Markt. Mehr als AUGUST 2012

ein Viertel der zwei Millionen deutschen Gästenächtigungen kommen von bayrischen Gästen. Im Zentrum der touristischen Präsentation stand die alpine Skiweltmeisterschaft 2013 in Schladming. Im Mittelpunkt der politischen Gespräche, die Schützenhöfer und Buchmann mit hochrangigen bayrischen Politikern führten, standen die gemeinsamen Positionen beim Ausbau der europäischen Hochleistungsbahnnetze sowie die Akkordierung der Positionen zur neuen EU-Budgetperiode 2014 bis 2020. Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann und die bayrische Europaministerin Emilia Müller sehen in der drohenden Kürzung der Regional- und Kohäsionsmittel für die beiden Bundesländer eine Bestrafung jener EU-Regionen, die rechtzeitig damit begonnen

und der EU-Schnitt liegt bei zwei Prozent. Am Empfang im noblen Hotel „Bayrischer Hof“ nahmen zudem der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude sowie der stellvertretende Ministerpräsident Martin Zeil teil. Ude nützte den WKO-Außenhandelsempfang zu einem launigen Statement über die hervorragenden Beziehungen zwischen Bayern und Österreich. Er kündigte jedoch an, niemals mehr eine österreichische Bank kaufen zu wollen. Für Zeil wiederum seien Unternehmensbeziehungen zwischen Bayern und Österreichern längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Export nach Österreich sei demnach gar kein richtiger Export, sondern eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Fotos: GEPA

In der CSU-Zentrale trafen sich LH-Vize Hermann Schützenhöfer und Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann mit dem bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer sowie mit CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt (nicht im Bild).

haben, ihre Strukturen anzupassen, um die Schuldenbelastung einzudämmen. Die Bayern verbinden mit der Steiermark vor allem eine intakte Natur, Herzlichkeit und kulinarische Erlebnisse. Als Wirtschaftsland wurde die Steiermark bisher kaum aktiv wahrgenommen. Und so hat sich die gemeinsame Präsentation von Tourismus und Wirtschaft – wie schon auf anderen deutschen Zielmärkten auch – in München bewährt. Als Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann auf dem WKOAußenhandelsempfang nämlich auf die Rekord-F&E-Quote der steirischen Wirtschaft von 4,3 Prozent verwies, ging ein Raunen durch die Schar der 400 bayrischen Gäste. Die Bayern kommen „nur“ auf drei Prozent

Im Mittelpunkt der touristischen Präsentation stand die Ski-WM 2013 in Schladming: v.l: Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann, LH-Vize Hermann Schützenhöfer, Oberbürgermeister Christian Ude, Hopsi und der Schladminger Bürgermeister Jürgen Winter.

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DAS FAZITGESPRÄCH

OPERATION am lebenden System Das erste was im Büro von Kristina Edlinger-Ploder auffällt, ist ein großer blauer Bildschirm auf dem die S-Bahn-Abfahrten vom Grazer Hauptbahnhof angezeigt werden. Ein Relikt aus ihrer Zeit als Verkehrslandesrätin. Ein Andenken aus einer Zeit als Politiker noch nicht unter dem Dogma der Budgetkonsolidierung stand.

VON MICHAEL THURM

Auch wenn all das noch nicht einmal zwei Jahre her ist, hat sich viel geändert. Edlinger-Ploder hat das schwierige Gesundheitsressort übernommen und musste zuletzt eine tiefgreifende Umstrukturierung des Landeskrankenhauses (LKH) West organisieren. Das sorgte nicht nur für den üblichen Protest der Opposition, sondern auch die Mitarbeiter des LKH machten ihren Unmut deutlich. Ein Gespräch über die Tücken der Gesundheitspolitik. Frau Edlinger-Ploder, Sie waren zuerst als Landesrätin für den Verkehr zuständig, jetzt für Gesundheit und Wissenschaft. Daraus ergibt sich die aufgelegt Frage: Wo gibt es mehr Baustellen? Und die Schulen hab ich ganz zu Beginn auch schon einmal gehabt. Also quantitativ sind es noch immer mehr Baustellen im Verkehrsbereich, qualitativ gibt es die größeren im Gesundheitsressort. Beim Verkehr hat man inzwischen Mechanismen gefunden, mit denen man Planungen schlüssig vorwegnehmen kann. Da gibt es genug Erfahrung um Fahrpläne, Verkehrskonzepte und so weiter neu zu gestalten. Das ist bei der Gesundheit noch nicht so und das hat vor allem etwas damit zu tun, dass die Zahl der Anbieter und Nachfrager viel größer ist. Noch dazu, wo die Betroffenen und ihre Interessen noch unterschiedlicher sind, als bei der Infrastruktur. Stimmen Sie der These zu, dass der Gestaltungsspielraum den sie jetzt haben deutlich geringer ist als in ihren alten Ressorts? Schon, denn die Landeskompetenz bei der Gesundheit ist doch recht eingeschränkt. Da muss vieles mit den Sozialversicherungen abgestimmt werden. Aber das war auch ein Grund, warum wir in der aktuellen Regierung gesagt haben, dass wir nicht wieder Pläne

schreiben, was die anderen machen sollen, sondern wir konzentrieren uns auf die Bereiche, in denen das Land tatsächlich zuständig ist und das ist eben der stationäre Bereich, die Krankenhäuser des Landes, auch wenn diese nur einen kleinen Teil ausmachen. Vermissen Sie manchmal Ihr altes Ressort? Da hatten Sie zumindest immer mal den Erfolg irgendetwas zu eröffnen. Jetzt müssen Sie meist erklären, was geschlossen wird und wo gespart wird. Es ist immer einfach, wenn es ums aufsperren geht ... Liegt das nur am Ressort oder auch am neuen Paradigma der Budgetkonsolidierung? Das ist schon beides. Wir haben uns als Landesregierung schon eines hohes Ziel gesetzt. Wir wollen innerhalb dieser Legislatur einen ausgeglichen Haushalt aufstellen. Und der Paradigmenwechsel besteht viel mehr darin, dass wir nicht mehr darauf schauen, was die anderen alles nicht machen, sondern und darauf konzentrieren, was unsere Aufgabe ist. Und dann ist es manchmal sehr hart zu Menschen zu kommen, und ihnen zu erklären, dass man nicht neue Ideen umsetzt, sondern ein paar Dinge zurücknehmen muss. Da geht es aber auch um das Wiedererlangen eines Gestaltungsspielraumes, damit wir dann irgendwann einmal wieder Dinge umsetzen können. Dahin ist es noch ein langer Weg. Aber da muss man Geduld haben – auch ich mit mir selbst. Wer glaubt, dass eine Gesundheitsreform innerhalb von drei Jahren die Untätigkeit bei Strukturveränderungen der letzten 30 Jahre wett machen kann, der irrt. Das würde auch bedeuten, dass man

Kristina Edlinger-Ploder wurde 1971 geboren, maturierte am Akademischen Gymnasium in Foto: Michael Thurm

Graz und studierte Rechtswissenschaft an der Karl-Franzens-Universität. 1998, zwei Jahre nach der Sponsion, begann sie im Büro der damaligen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic zu arbeiten, 2002 wurde sie dort Büroleiterin. Ein Jahr später wurde sie bereits Mitglied der Regierung. Zuerst als Landesrätin für Bildung. Bis heute folgten mehrere Wechsel durch die Ressorts: Finanzen, Verkehr, Wissenschaft und Gesundheit. Die beiden letztgenannten liegen aktuell in ihrer Verantwortung.

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DAS FAZITGESPRÄCH die Leute überhaupt nicht mehr mitnehmen kann, das wäre viel zu rasch. Mir ist auch bewusst, dass viele Hotspots, an denen wir jetzt dran sind, nur Teillösungen sind. Einzelfälle neben vielen anderen. Aber das heisst ja nicht, dass ich es nicht angreifen kann, will und muss. Sondern wir fangen jetzt mit einem Problem an, weil es ein Landesproblem ist – auch wenn wir wissen, dass noch fünf andere Probleme daneben stehen. Sie haben als Motivation für Ihre Arbeit einmal genannt, dass Sie Ihren Kindern ein bezahlbares und funktionierendes Gesundheitssystem hinterlassen wollen. Was macht Sie so sicher, das Ihre Schritte dafür die richtigen sind? Ich glaube, dass wir da einen sehr guten Blick über die europäischen Systeme haben. Diese sind ja sehr unterschiedlich und wir sehen, wo was funktioniert. Und da gibt es ein paar Länder, die das deutlich besser schaffen als wir. In Skandinavien und den Niederlanden wird wesentlich weniger Geld ausgegeben und gleichzeitig ist der Output besser. Wir gehen also keinen ganz neuen Weg und das macht es etwas leichter. Und sowohl die Experten aus der Medizin, als auch externe Berater zeichnen da einen relativ klaren Weg vor. Trotzdem müssen Sie ja hier mit mehreren Altlasten kämpfen und können nicht einfach funktionierende Systeme aus anderen Ländern übernehmen. Sie müssen Probleme wie das LKH West – um nur das aktuellste Beispiel zu nennen – lösen. Dort haben Sie jetzt einen Betreiberwechsel beschlossen, der einen aufwendigen Umzug mit sich bringt und erstmal jede Menge Geld kostet. Das ist ein Punkt, aber wir haben nachvollziehbare Berechnungsmethoden. Und was am Anfang immer unwahrscheinlich klingt: 70 Prozent des Geldes gehen in den laufenden Betrieb und Personalkosten. Die restlichen 30 Prozent sind Investitionen. Aber diese Investitionen beeinflussen wie teuer der Rest wird. Wegen der Beschäftigungsgarantie für die Angestellten wird es aber auch dort eine Zeit lang dauern, bis es zu Einsparungen kommt. Man muss unterscheiden: Es gibt eine Beschäftigungsgarantie für jene, die jetzt im Betrieb sind. Nach einer gewissen Umstrukturierungsphase wird aber irgendwann schon weniger Personal gebraucht. Aus zwei kleinen Abteilungen eine große zu machen, das ist kostensparend. Das gilt auch, wenn ich in einer Übergangsphase erst einmal investiere und mehr Personal beschäftige als nötig. Aber so halten wir die Angestellten im Betrieb. Wir haben in der Kages insgesamt knapp 17.000 Mitarbeiter und da gibt es eine Fluktuation von fast 1.000 Mitarbeitern im Jahr. Da ist es sehr wahrscheinlich, dass wir nach einer gewissen Zeit weniger Personal haben und damit auch weniger zahlen werden müssen.

Das halt ich für nicht ganz haltbar. Wie dem auch sei. Entscheidend ist, dass dieser Betreiberwechsel in ein Gesamtsystem eingebettet ist. Und da gehen wir davon aus, dass wir mehrere Betreiber mit einem öffentlichen Versorgungsauftrag ausstatten und diese Betreiber dann bezahlen. Mir ist wichtig, dass der Gesundheitsbereich öffentlich bleibt. Aber gerade weil ich dadurch den Wettbewerb so massiv einschränke, halte ich es 24

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Foto: Michael Thurm

Es wird kolportiert, dass der Orden der Barmherzigen Brüder, die jetzt das LKH West übernehmen soll, 20-25 Prozent günstiger wirtschaftet, als vergleichbare Kages-Häuser. Warum schaut man sich nicht einfach an, warum die Barmherzigen Brüder günstiger sind und lernt daraus? Diese Rechnung ist zu einfach und ich selbst habe diese Zahl von 20 Prozent nie in den Mund genommen, weil man das auch ganz anders berechnen kann – ich habe auch von einigen Berechnungen gehört, nach denen die Brüder sogar teurer sind ...

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für nötig, mehrere Partner zu haben. Nur so kann ich vergleichen und die eine oder andere Innovation oder Idee umsetzen, die nicht von uns selbst stammt. In Eggenberg haben wir jetzt den Sonderfall, dass wir das Haus der Barmherzigen Brüder für 65 Millionen sanieren müssten. Das steht ihnen als FondKrankenhaus per Gesetz zu. Um diesen Betrag zu sparen, habe ich gesagt, dass wir den Leistungsauftrag neu definieren müssen und daraus ergab sich dieser Betreiberwechsel. Warum vermeiden Sie in diesem Fall den Ausdruck der Privatisierung so vehement? Weil es keine Privatisierung ist. Wir haben jetzt schon mehrere Vertragspartner innerhalb der öffentlichen Gesundheitsversorgung, die nicht als privatwirtschaftliche sondern als gemeinnützige Institutionen den öffentlichen Auftrag entgegen nehmen und dafür eben bezahlt werden. Wenn ich privatisieren würde, müsste ich europaweit ausschreiben. Es geht ja auch darum, dass einige Versorgungsaufträge vom Grazer Westen in andere Häuser verlegt werden. Dazu gehört auch, dass die Landesnervenklinik Sigmund Freud im Grazer Süden ausgebaut wird. Das wird ja noch einmal Geld kosten. Ist schon sicher, wie viel von den 65 Millionen, die man sich durch die ausbleibende Sanierung erspart, am Ende übrigen bleiben wird? In unserem Entwurf bleibt ein Investitionsbedarf von 39 Millionen für alle Häuser. Der wirkliche Knackpunkt sind die Betriebskosten, da haben wir eine Obergrenze von 22 Millionen pro Jahr. Und das ist richtig viel Geld. Die Ausarbeitung der Details steht zwar jetzt erst an, aber so können wir allen Beteiligten die Möglichkeit geben sich noch einzubringen. Bei all diesen Plänen sind auch die zuletzt viel gerügten Beratungsfirmen involviert. Wenn es um die Kages geht, wird seit 2003 eine Wiener Firma hinzugezogen. Was war in diesem Fall deren Aufgabe? Wir hatten drei Pläne wie die Umgestaltung der Häuser aussehen könnte. Das eine war jener der Ordensspitäler, der andere stammte von der Kages und die dritte Variante kam von der Gesundheitsplattform; und der jetzige Plan ist ein Kompromiss, eine Mischvariante daraus. Die Beratungsfirma hatte die Aufgabe das alles durchzurechnen und auszuarbeiten. Mich interessiert wie diese Zusammenarbeit läuft. Auf der einen Seite sollen die Beteiligten mitreden dürfen, dann haben auch Sie einen Gestaltungswillen und dann gibt es diese Beratungsfirmen ... Ja, das ist so. Jedes Unternehmen, dass Reformen in dieser Größenordnung durchführt AUGUST 2012

sucht sich jemanden Externen, der dann auch Fähigkeiten mitbringt, die man selbst nicht permant auf Vorrat haben kann. In der Kages gibt es ja keine Abteilung für Strukturreformen ... Obwohl das bei einem so großen Unternehmen vielleicht angebracht wäre. Das könnte man tatsächlich relevant finden. Aber die Spezialkompetenz ist das eine und dann ist eine Perspektive von außen auch noch immer sinnvoll, um Strukturprobleme zu erkennen. Ich kenne kaum einen Fall, wo solche Änderungen, wie wir sie durchführen, ohne externe Berater gemacht wurden. Der Berater ist ja nicht dafür da, dass er mir die Entscheidung abnimmt. Im Normalfall hat er eine ganz klare Vorgabe und gerade zu Beginn meiner Amtszeit war das sehr wichtig. Da hatte ich die Prämisse der Standortgarantie noch aus den alten Papieren übernommen und das musste ich dann ganz schnell kippen, weil ich Dank der externen Berater erkennen konnte, was es für Konsequenzen hätte, wenn ich mich an diese Standortgarantie für alle steirischen Spitäler gebunden hätte. Gibt es über den Spezialfall des LKH-West hinaus grundsätzliche Überlegungen, wie man die Kages umstrukturieren könnte? Diese macht ja jährliche Verluste von 500 Millionen pro Jahr, unabhängig von diesem einen Krankenhaus. Es gibt auch andere Teilprojekte, die dazu beitragen, dass wir ein effizienteres System bekommen. Aber grundsätzlich steht schon die Nachfrage und das Wohl des Patienten im Vordergrund und daher ist es nicht unser Ziel solange zu arbeiten, bis wir eine schwarze Null haben. So leicht ist es nicht. Ich hatte ja auch die Überlegung, hier und da noch 100 Betten zu reduzieren, aber da wäre vollkommen klar, das wir dadurch ganz andere Probleme bekommen würden. So wie es jetzt geplant ist, gibt es keinen Qualitätsverlust. Obwohl die Auslastungen heute schon relativ hoch sind? Ich muss es ganz einfach sagen: Die Spitäler werden in ein System hineingedrängt, das davon ausgeht, dass die Betten in diesem Spital zu einem gewissen Grad ausgelastet sind. Erst dann gibt es eine betriebswirtschaftlich positive Rechnung. Die Spitäler sind gezwungen, die Betten zu belegen, auch wenn es vielleicht nicht immer sinnvoll und notwendig ist? Ja, aber das ist betriebswirtschaftlich immer noch besser, als wenn sie das Bett leer lassen würden. Daher müssen wir die Motivation jener, die ein effizientes Spital führen können, entsprechend unterstützen. In peripheren Häusern ist das zum Teil gar nicht möglich, weil diese den Bedarf der regionalen Bevölkerung nicht haben können. Deshalb können Sie nur einen anderen Bedarf decken und dann wird halt öfter gesagt: „Legen Sie sich mal hin und wir schauen mal.“ Der Sicherheitsgedanke, den viele haben, ist ja auch verständlich und angenehm, aber notwendig ist das eben nicht immer. Gibt es Bestrebungen die privaten Ärzte auch in diese Umstukturierungen einzubinden? In einigen europäischen Ländern gibt es wieder Polikliniken, in denen sich innerhalb eines öffentlichen Hauses mehrere verschiedene Privatärzte niederlassen. Wir haben das im Einzelfall schon in Form von kleinen Gruppenpraxen. Als Patienten sind wir es ja immer mehr gewohnt zu einem One-Stop-Shop zu kommen. Dem Patienten ist am Ende auch egal, in welchem Dienstverhältnis sein Arzt steht, er will kompetent behandelt werden. Und warum soll es nicht beides unter einem Dach geben? Viele kommen ja mit Anliegen in den stationären Bereich, die sich ohne weiteres ambulant behandeln lassen würden. Wir müssen schon davon wegkommen, das einfach so lang nach etwas FA Z I T

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Foto: Michael Thurm

DAS FAZITGESPRÄCH

gesucht wird, was man als Krankheit bezeichnen kann, bis etwas gefunden wird. Nicht jeder Patient braucht alle Tests. Und doppelt und dreifach braucht es erst recht niemand.

nug ist und außerdem auch einen gewissen symbolischen Wert hat. Es zahlen dann nämlich Ältere für Ältere und das wäre in der Frage der Generationengerechtigkeit schon sinnvoll.

Das klingt alles nach Projekten und Erziehungsmaßnahmen für die nächsten 20 Jahre. Was wollen und können Sie in dieser Legislatur noch umsetzen? Mit dem stationären Sektor sind wir heuer fertig. Wir haben eine Umsetzungsperiode, die bis 2020 geht und ich möchte solche Projekte ordnungsgemäß erledigen und nicht ständig ändern. Das Zweite sind die ambulanten Erstversorgungen. Da sind vier Standorte als Pilotmodelle definiert und da wollen wir möglichst neue Leistungen anbieten. In Mariazell verzichten wir künftig auf Betten und ich will, dass es möglich wird, dass dort in Zukunft auch stundenweise die Leistung von niedergelassenen Ärzten angeboten wird. Eine ganze Stelle für einen Hautarzt ist dort zum Beispiel nicht sinnvoll, aber warum nicht zehn Stunden in der Woche? Nach solchen Modellen werden wir künftig suchen und schauen, was sich umsetzen lässt.

Warum wurde diese Überlegung so schnell wieder begraben? Weil wir als ÖVP, und das kann ich durchaus nachvollziehen, den Grundsatz haben, dass wir erst einmal die Ausgaben in den Griff bekommen müssen und nicht jedes Mal, wenn es finanziell eng wird, neue Abgaben oder Steuern erfinden sollten.

Die große Linie bleibt also, dass beim Land zwar der Auftrag bleibt, die Leistung aber zunehmend von privaten Ärzten und Partner erbracht wird? Genau, bzw. geht es uns darum, dass wir mit der Sozialversicherung auf einen Nenner kommen, so dass die Versicherung, die Ärztekammer und das Land gleichberechtigt nach Lösungen suchen.

Entweder als Steuerzahler oder Beihilfenbezieher. ... über die politischen Inhalte gibt es kaum mehr Verständigung und da klaffen Politik und Bürger sehr weit, zu weit, auseinander.

Sie haben vor einem Jahr einmal die Idee geäußert, dass die Kosten für die Pflege zum Teil über eine Erbschaftssteuer querfinanziert werden könnten. Das ging dann in der allgemeinen ÖVP-Linie schnell wieder unter. Warum ist nicht mehr daraus geworden? Ich bin kein so großer Fan der bestehenden Pflegeversicherung, weil wir dort nur die steuerpflichtige Bevölkerung belasten und viele andere mitfinanziert werden. Meine Grundaussage damals war einfach, dass mir eine steuerfinanzierte Regelung lieber wäre, als das Versicherungssystem. Und auf die Frage, was ich mir da vorstellen könnte, fiel mir die Erbschaftssteuer ein, weil sie potent ge26

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Aber vom Wähler wird das, bis auf einige Ausnahmen, nicht honoriert. Naja, der Österreicher ist inzwischen schon ein gelernter Beihilfenbezieher. Meine früheste politische Erinnerung ist jene an Bruno Kreisky, unter dem es eine lange Phase der gesellschaftlichen Vereinnahmung gab. Und das ist halt eingebrannt. Man ist jetzt auch in einer schwierigen Phase, weil der Materialismus noch immer sehr präsent ist. Auf der anderen Seite gibt es eine große und messbare Sehnsucht nach Nähe und Gemeinschaft. Zum Staat gibt es hingegen nur noch eine starke Beziehung über das Konto ...

Wird auf Landesebene darüber nachgedacht Bürgerbefragungen, ähnlich wie aktuell in Graz, durchzuführen. Nein, im Moment nicht. Ich bin auch skeptisch, weil immer beklagt wird, dass sich Politiker aus der Verantwortung stehlen oder überhaupt keine Verantwortung übernehmen. Durch eine Befragung wird diese Verantwortungslosigkeit ja sogar noch legitimiert und das halte ich für verkehrt. Frau Edlinger-Ploder, vielen Dank für das Gespräch.

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MENSCHEN

Steirische Konjunktur im positiven Trend Die Wirtschaftskammer Steiermark präsentierte Anfang Juli das Ergebnis ihres Konjunkturbarometers, der Befragung von 800 Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern, bei der die aktuelle Geschäfts- und Auftragslage sowie der Ausblick auf die nächsten sechs Monate erhoben wurden. Das Ergebnis lässt sich als Konsolidierung auf hohem Niveau mit einigen langfristigen Risiken und einer Stagnation auf dem Arbeitsmarkt interpretieren.

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ie konjunkturelle Entwicklung in der Steiermark verläuft in einer Seitwärtsbewegung auf eher moderatem Wachstumskurs“, fasste WK-Präsident Josef Herk die Ergebnisse zusammen. Der befürchtete große Abschwung sei trotz vorhandener Unsicherheiten erfreulicherweise ausgeblieben, so Herk. Er forderte daher eine entschlossene Politik, um diesen Unsicherheiten wirkungsvoll zu begegnen. Anstatt die Unternehmen mit aktionistischen Maßnahmen – wie zuletzt bei der Umweltzone – zu quälen, fordert die WK wirkungsvolle Maßnahmen zur Unterstützung betrieblicher Investitionen. Investitionsförderungen seien auch deshalb notwendig, weil der Ausfall der öffentlichen Nachfrage sonst negative Auswirkungen auf die Unternehmen und den Arbeitsmarkt habe. Die Sanierung der öffentlichen Haushalte bleibt für Herk dennoch unabdingbar. In diesem Zusammenhang begrüßte er einmal mehr die Maßnahmen der steirischen Reformpartnerschaft.

betriebe nicht, dass sie ihre Verkaufspreise in den kommenden Monaten erhöhen können. Damit bleibt die Ertragslage angespannt. Die steirischen Unternehmen beschäftigten im Juni 2012 487.000 Mitarbeiter. Das ist, so Spann, um 6.000 mehr als vor einem Jahr. Aktuell übersteigt die Zahl der Betriebe, die Arbeitskräfte suchen, nur knapp die Zahl jener, die Personal abbauen wollen. Die moderaten Wachstumsraten lassen auch längerfristig auf keine Trendumkehr schließen.

geblieben seien. Positiv sei jedoch, dass sich die Erwartungen im Vergleich zu den Werten vom November 2011 deutlich verbessert hätten. Aktuell stufen rund 38,3 Prozent der steirischen Unternehmen die allgemeine Geschäftslage als gut ein, 9,1 Prozent bewerten sie als schlecht. Deutlich positiver fallen die Geschäftserwartungen für das zweite Halbjahr 2012 aus. Ähnlich sieht es bei der Auftragslage aus: Einem gegenüber Ende 2011 nur leicht verbesserten Auftragsstand stehen deutlich bessere Auftragserwartungen gegenüber. Dennoch glauben die steirischen Klein- und Mittel-

Am besten gestaltet sich die allgemeine Geschäftslage derzeit in den Sparten Gewerbe/Handwerk und Information/ Consulting. Einen etwas überraschenden Aufwärtstrend gibt es im Handel. Deutlich schwächer sind hingegen die Einschätzungen der Tourismus- und Verkehrsunternehmen.

WK-Präsident Josef Herk und WK-Direktor Thomas Spann bei der Präsentation des Konjunkturbarometers.

WK-Direktor Thomas Spann führte aus, dass die Einschätzungen zur allgemeinen Geschäftslage gegenüber der Novemberumfrage im Wesentlichen unverändert

Foto: WK-Stmk

Steirische KMU auf moderatem Wachstumskurs

Forderungen der WK Steiermark »» »» »» »» »» »» »» »» »»

EU-Regionalmittel für Entwicklung der gewerblichen Wirtschaft in den ländlichen Regionen einsetzen unbefristete Verlängerung der Schwellenwertverordnung im Vergabebereich, da öffentliche Investitionen gerade regional ins Stocken geraten sind Freisetzung öffentlicher Mittel für Investitionen in den Standort (Infrastruktur, Bildung, F&E) Einführung eines Investitionsprämienmodells, das auf die Begünstigung des Investitionszuwachses (10 %ige Prämie) abzielt Einführung eines voll absetzbaren Handwerkerbonus auf Handwerksleistungen bis zu 2.000 Euro Vorsteuerabzugsfähigkeit für betrieblich genutzte PKWs steuerliche Absetzbarkeit für Büros im Wohnungsverband kurzfristige steuerliche Absetzbarkeit von Sanierungsmaßnahmen bei Gebäuden, in Form einer vorzeitigen AfA (5 Jahre) steirisches Unternehmensrechtsgesetz, One-Stop-Shop bei Betriebsanlagengenehmigungen, kompetenzmäßige Aufwertung der BHs, Gemeindezusammenlegungen etc.

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Steuer Board

investor Was machen Privatanleger falsch? Immer wieder zeigt sich, dass Privatanleger nicht in der Lage sind, langfristig auf den Finanzmärkten zu reüssieren. Während Profis auch ohne langfristige Trends Gewinne lukrieren können, bezahlen Amateure oft ein übermäßig hohes Lehrgeld. Auf der Suche nach den häufigsten Fehlern von Privatinvestoren ist FAZIT auf einen Bestseller über Warren Buffet gestoßen.

Sommerzeit ist Praktikantenzeit Die Sommermonate sind Zeit der „Ferialjobs“. Je nach Zweck der Tätigkeit gelten unterschiedliche arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Bestimmungen. Echte Ferialpraktikanten sind Schüler bzw. Studierende, die eine im Rahmen des Lehrplanes bzw. der Studienordnung vorgeschriebene praktische Tätigkeit verrichten ohne dafür Geld- oder Sachbezüge zu erhalten. Sie sind während ihrer Tätigkeit im Rahmen der Schüler- bzw. Studentenunfallversicherung ohne Beitragsleistung des Dienstgebers und ohne Anmeldung zur Sozialversicherung unfallversichert. Werden sie als Dienstnehmer in persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit beschäftigt oder unterliegen sie aufgrund eines ihnen gewährten Geld- oder Sachbezugs der Lohnsteuerpflicht, müssen sie bei der Gebietskrankenkasse angemeldet werden! Werden Ferial-Arbeiter bzw. -Angestellte wie herkömmliche Arbeitnehmer in persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit gegen Entgelt beschäftigt, unterliegen sie als Dienstnehmer der Pflichtversicherung. Volontäre sind Personen, die sich zum Zwecke der Erweiterung und Anwendung von meist theoretisch erworbenen Kenntnissen ohne Arbeitsverpflichtung und ohne Entgelt in einem Betrieb betätigen. Kennzeichnend ist, dass keine Bindung an eine bestimmte Tätigkeit vorliegt und das Ausbildungsverhältnis überwiegend dem Volontär zugutekommt.

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s ist ein großes Problem von Privatanlegern, dass sie sich von der Psychologie – und damit unausweichlich vom Herdentrieb und vom irrationalen Verhalten – anstecken lassen“, sagt etwa der inzwischen in Graz lehrende Ökonom Max Otte. Robert G. Hagstrom beschreibt in seinem Bestseller „Warren Buffett: Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.“ nicht nur die Veränderungen, welche die Investmentbranche in den vergangenen zehn Jahren durchgemacht hat. Er liefert ein facettenreiches Bild über die Anlagestrategie des amerikanischen Investmentgurus Warren Buffet und beschreibt unter anderem die Fehler, aufgrund derer Privatinvestoren häufiger Federn lassen müssen als professionelle Anleger.

Wesen diese verarbeiten.“

„An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.“

Kurzfristiges Denken

„Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und

Risikotoleranz

„Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche

Informationen

Übertriebene Zuversicht

Foto: Börsebuchverlag

Mag. Alexander Hofer

da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.“ Verlustaversion „Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.“

Verdrängen

„Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene ‚Konten‘ zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.“

Robert G. Hagstrom, „Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.“, Börsenbuchverlag 2011. AUGUST 2012


investor investor

REDAKTION: JOHANNES TANDL

Die konjunkturelle Dynamik des ersten Quartals konnte in den letzten Monaten nicht gehalten werden. Dies zeigt die jüngste von der Industriellenvereinigung Steiermark durchgeführte Konjunkturumfrage, an der sich 70 Unternehmen mit rund 46.000 Beschäftigten beteiligten.

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auptverantwortlich dafür macht die IV das schwierige internationale Umfeld, insbesondere die Abkühlung auf den asiatischen Märkten und die anhaltende Unsicherheit in Europa. Die unter den Erwartungen gebliebene aktu-

elle Lage schlägt auf die Produktionsplanung für das dritte Quartal durch. Erfreulich stabil zeigt sich hingegen die Personalplanung der Unternehmen: Jeder fünfte Industriebetrieb will in den nächsten drei Monaten Personal aufneh-

men, jeder siebente plant hingegen mit sinkendem Personalstand. Diese Werte sind trotz verschlechterter Geschäftslage praktisch ident mit jenen des Vorquartals - für die IV ein Beleg für den aktuell vielfach nicht gedeckten Bedarf an qualifizierten Arbeitnehmern. Am deutlichsten ist die Auswirkung der rückläufigen Entwicklungen beim fehlenden Optimismus für das nächste halbe Jahr zu bemerken.

Foto: IV

Schwieriges Umfeld für steirische Industrie

Das schwierige Umfeld drückt auf die Investitionsbereitschaft so Thomas Krautzer.

Fresenius Kabi investiert in der Steiermark F

ür den Geschäftsführer von Fresenius Kabi Austria, Dr. Oskar Haszonits, ist die Steiermark „ein auch im internationalen Vergleich sehr konkurrenzfähiger Pharma-Standort“. Fresenius Kabi Austria ist spezialisiert auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Produkten für die Infusions- und Ernährungstherapie. „Über alle Be-

reiche gerechnet werden wir bis 2015 insgesamt 160 neue Arbeitsplätze an den steirischen Standorten schaffen“, blickt Oskar Haszonits positiv in die Zukunft. In Linz ist der Rohstoffbereich des Unternehmens konzentriert. Fresenius Kabi Austria verzeichnete im Jahr 2011 einen Gesamtumsatz von 327,2 Millionen Euro bei 976 Mitarbeitern.

Foto: Fresenius

Fresenius Kabi Austria investiert bis 2015 rund 34 Millionen Euro an den Standorten Graz und Werndorf und schafft damit innerhalb von drei Jahren 160 neue Arbeitsplätze.

Fresenius Kabi investiert groß in die Zukunft.

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Foto: Landesfeuerwehrverband Steiermark

Oft entscheidet die Versicherungspolizze, ob ein Unternehmen nach einem Hochwasser weiter existiert oder nicht.

Gefahrenquelle Unterversicherung Versicherung wird nur selten ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt. Wenn der Schaden eingetroffen ist, ist es meistens schon zu spät. Eine Unterversicherung kann so die Existenz eines Unternehmens gefährden. Eine jährliche Überprüfung der Versicherungssumme ist daher notwendig.

VON MICHAEL NEUMAYR

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as Schicksal eines Unternehmens hängt oft am seidenen Faden. Oft können ein Schicksalsschlag, ein Unfall, eine Betriebsstörung oder Probleme mit einem Kunden die Existenz des gesamten Unternehmens gefährden. Sich über solche Szenarien Gedanken zu machen gehört zum verantwortungsvollen Führen eines Unternehmens dazu. Eine Möglichkeit, wie man solchen Schicksalsschlägen vorbeugen kann, ist eine Versicherung. Und spätestens im Schadensfall sucht man aus dem Aktenschrank die verstaubte Versicherungspolizze und erkennt, dass man vielleicht doch mehr Zeit für die Wahl der Versicherung investieren sollte. Immerhin geht es hier oft um den Fortbestand des Unternehmens. Besonders wichtig ist hier nämlich die Bewertung des betrieblichen Risikos. Jedes Unternehmen birgt andere Gefahren, die mit enormen Schäden einhergehen können.

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Die Auswirkungen sind vielfältig. Deshalb werden gewerbliche Versicherungen sehr individuell zusammengestellt. Das Risikomanagement, also die systematische Vorgangsweise bei der Analyse von Risiken, ist daher besonders wichtig, da jedes betriebliche Risiko individuell zu betrachten ist.

Risikomanagement

Ein Versicherungsmakler unterliegt hier gesetzlichen Vorgaben, die ein sehr genaues und professionelles Arbeiten erfordern. Deshalb beginnt Risikomanagement bereits bei der Kundenanalyse. Je nachdem, ob es sich beim Kunden um den Eigentümer, Pächter oder Mieter des zu versichernden Objektes handelt, sind schon entsprechende Abgrenzungen erforderlich. Ebenso ist es wichtig, dass alle infrage kommenden Gefahren erkannt, erfasst und bewertet werden. Wesentlich sind folgende Fragen: Was steht unter Versicherungsschutz? Gegen welche Gefahren bin ich geschützt? Wie wurde bewertet? Was steht im Kleingedruckten? Da sich Werte

im Unternehmen immer wieder verschieben und verändern, braucht es eine jährliche Evaluierung, um die Versicherung zu optimieren und entsprechend anzupassen. „Wichtig ist, dass sich Unternehmen mit der richtigen Versicherungssumme absichern. Ist das nicht der Fall, droht das Risiko der Unterversicherung. Eine Unterversicherung kann enorme finanzielle Einbußen nach sich ziehen, weil die Versicherung im Schadensfall die Entschädigung nur anteilig berechnet“, warnt Susanne Völkl von der Donau Versicherung.

Individuelle Lösungen suchen

Auch beim steirischen Anbieter Fuchs und Partner, einem Unternehmen der Captura-Gruppe, beschäftigt man sich mit Risikomanagement. Dort warnt man vor standardisierten Versicherungsprodukten, die zu bösen Überraschungen führen können. Unterversicherung sei nämlich leider keine Erfindung von Versicherern, die sich vor Schadenszahlungen drücken wollen. Der Grund der Unterversicherung findet sich im österreichischen Versicherungsvertragsgesetz. Dort ist geregelt, dass, wenn die Versicherungssumme kleiner als der Versicherungswert ist, der Schaden nur anteilig berechnet wird. AUGUST 2012


Donau setzt auf Regionalität orientierung und die Kompetenz unseres Beraterteams sich genau auf die Bedürfnisse unserer Kunden einzustellen.“

Seit Mitte Juni präsentiert sich die Donau Versicherung mit einer neuen Werbekampagne in ganz Österreich. Flexible Produkte und Lösungen, eine familiäre Unternehmenskultur und eine stabile wirtschaftliche Ausrichtung sind die Basis und gleichzeitig die Erfolgsgrundlage, die die Donau ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an die Hand gibt, um Kundinnen und Kunden mit bestem Service zu überzeugen.

Die Kampagne basiert auf der Idee eines virtuellen Sprachkurses. Übersetzt entspricht der Dialekt-Sager einem speziellen Vorteil der Donau bzw. einer speziellen Donau Serviceleistung. Parallel zur Plakatkampagne ist die Donau österreichweit auch im Radio präsent. Im August wird das Unternehmen bei der Fortsetzung der Werbekampagne mit weiteren Plakatsprüchen überraschen.

Donau BeraterInnen haben die Gewissheit und den Rückhalt, für eines der größten Versicherungsunternehmen des Landes tätig zu sein, das darüber hinaus ein attraktives soziales Umfeld bietet. „Do hauts di nieda!“ Die neue Werbekampagne unterstreicht mit witzigen Plakaten und Hörfunk-Spots die Regionalität, Serviceorientierung und Beratungsqualität der Donau Versicherung. Dabei steht das Thema Vorsorge im Vordergrund. Die Texte der Donau-Plakate und Hörfunkspots sind allesamt Dialekt- oder Mundartausdrücke aus den Bundesländern. Jedes Bundesland hat sein eigenes Plakat.

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Donau Generaldirektorin Mag. Johanna Stefan: „Wir sind in allen Bundesländern mit Beraterinnen und Beratern vertreten, die unseren Kundinnen und Kunden als Ansprechpartner in allen Versicherungs- und Vorsorgefragen zur Verfügung stehen. Auf unseren Plakaten kommunizieren wir die Service-

Donau sucht Verstärkung Die private Vorsorge für die Pension und die Gesundheit ist den Österreicherinnen und Österreichern sehr wichtig. Das hat eine von Sophie Karmasin Market Intelligence GmbH im April dieses Jahres durchgeführte Studie ergeben, die von der Donau Versicherung beauftragt wurde. Dadurch ergibt sich ein hohes Potenzial für die Versicherungsbranche, was private Vorsorgelösungen anbelangt. Die Donau Versicherung ist mit ihren Lösungen erfolgreich am Markt verankert und wächst. Der wachsenden Kundenzahl will das Unternehmen mit Service und regionalen Ansprechpartnern weiter gerecht werden. Die Tatsache, dass die Menschen grundsätzlich das Bedürfnis nach Sicherheit haben, macht den Beruf des Versicherungs- und Vorsorgeberaters krisensicher und die Versicherungswirtschaft zu einer stabilen Zukunftsbranche. Der Ansatz der Donau möglichst nahe beim Kunden zu sein und Versicherungs- und Vorsorgelösungen gemäß dem tatsächlichen Bedarf zu entwickeln ist für das Unternehmen der Schlüssel zum Erfolg. Neuen BeraterInnen bietet das Unternehmen eine umfangreiche Ausbildung, um sie auf ihre Tätigkeit optimal vorzubereiten. Jeder Berater und jede Beraterin kann sich das Einkommen mit dem eigenen Einsatz selbst gestalten.

Donau Versicherung Steiermark expandiert

An der Spitze der Donau in der Steiermark steht Landesdirektor Heimo Karpf: „Wir sind ein sehr engagiertes und erfolgreiches Team und unsere Beraterinnen und Berater sind in allen Regionen des Landes präsent. Wir möchten weiter wachsen und suchen zur Verstärkung motivierte Damen und Herren, die unsere Kundinnen und Kunden in der Steiermark beraten. Der persönliche Kontakt steht neben unserer breiten Produktpalette an Vorsorge und Versicherungslösungen im Fokus unseres individuellen Beratungszugangs. Wir bieten Damen und Herren mit Verkaufsorientierung den Rückhalt eines großen Unternehmens und eine abwechslungsreiche Tätigkeit.“ Nähere Informationen und regionale Ansprechpartner: Landesdirektion Steiermark Telefon: 050 330 -70140 www.donauversicherung.at WERBUNG

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Recht haben

Es passiert wohl auch dem ordentlichsten Unternehmer: Eine Leistung wird erbracht, dann aber versehentlich nicht fakturiert, oder eine offene Rechnung nicht rechtzeitig gemahnt. Wie lange kann eine offene Schuld eigentlich gefordert werden? Als Faustregel für die meisten Angelegenheiten des allVon Andreas Kaufmann täglichen Wirtschaftslebens kann gesagt werden, dass nach drei Jahren – gerechnet ab der ursprünglichen Fälligkeit – die Verjährung eingetreten ist. Der Schuldner muss nicht mehr bezahlen, eine Klage würde abgewiesen werden. Im Einzelnen ist Beginn und Ende der Frist oft gar nicht so einfach festzustellen. Bei Lieferungen und Leistungen ist die Sache verhältnismäßig einfach. Die Verjährungsfrist beginnt zu dem Zeitpunkt, wo die Forderung erstmals hätte erhoben werden können, also grundsätzlich mit Lieferung oder Fertigstellung der Leistung. Nicht entscheidend ist hingegen, wann die Rechnung tatsächlich gelegt wurde. Komplexer wird es bei Schadenersatzansprüchen, wo die Verjährung nicht mit dem Eintritt des Schadens beginnt, sondern erst dann, wenn der Schädiger und der Schaden bekannt werden. Das kann unter Umständen viel später sein als der Ablauf von drei Jahren ab Fertigstellung. Im Extremfall kommt dann erst die „absolute“ Verjährungsfrist von 30 Jahren zum Tragen. Eine Besonderheit stellen die in Kollektivverträgen häufig vorzufindenden Fristen für die Geltendmachung von arbeitsrechtlichen Ansprüchen dar. Das Ziel dieser Bestimmungen ist es, möglichst rasch zu einer Erledigung der Ansprüche herbeizuführen. Kollektivvertragliche Fristen sind teilweise – etwa für Überstundenentgelte - mit wenigen Monaten tatsächlich sehr kurz bemessen, wenngleich in der Praxis teilweise nicht in voller Strenge gehandhabt. Diese – wie die Verjährungsvorschriften insgesamt – sollen letztlich bewirken, dass es zumindest nach Ablauf der jeweiligen Fristen zu einem „endgültigen“ Rechtsfrieden kommt, da die Aufklärung eines Sachverhaltes mit der Zeit erfahrungsgemäß immer schwieriger wird. Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass die Verjährung durch Mahnungen und dergleichen unterbrochen werden kann. Die Verjährung verhindert zuverlässig ausschließlich die Klage, bevor die Verjährungsfrist abgelaufen ist. Sollte es tatsächlich so sein, dass beispielsweise kurz vor Ablauf der Frist noch Versuche unternommen werden, eine außergerichtliche Einigung zu finden, sollte der Gläubiger eine sogenannte Verjährungsverzichtserklärung verlangen. Im Ergebnis ähnlich ist die Situation rund um Verjährungsfristen: Kommt es innerhalb der 2-jährigen (bei unbeweglichen Sachen 3-jährigen) Gewährleistungsfrist nicht zu einer Behebung der Mängel, muss geklagt werden, weil die Ansprüche sonst endgültig verloren gehen. Dr. Andreas Kaufmann ist Rechtsanwalt und Universitätslektor in Graz, Daghofer, Kaufmann & Lausegger, Mariahilferstraße 20, Tel. 0316/7222950, www.dklra.at

ÖAAB:

Mehr Anerkennung für Pflege Der steirische ÖAAB fordert im Bereich der Pflege sowohl finanzielle als auch gesellschaftliche Anerkennung. Auch eine private Pflegeversicherung ist denkbar.

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er ÖAAB hat gemeinsam mit dem Soziologen Leopold Neuhold eine aktuelle Broschüre zum Thema Pflege herausgegeben. Entwickelt wurde diese Publikation auf Basis zahlreicher Diskussionsveranstaltungen mit Pflegerinnen, Pflegern und Angehörigen. Wichtig ist dabei auch, wie in Zukunft die Pflege organisiert und finanziert wird.

Private Pflegeversicherung

ÖAAB-Obmann Christopher Drexler könnte sich zum Beispiel ein mehrstufiges Modell einer Pflegeversicherung vorstellen: „In einer ersten Stufe sollten steuerliche Anreize geschaffen werden. Über kurz oder lang könnte aber eine verpflichtende Pflegeversicherung kommen.“ Genaue Modalitäten, etwa wie nicht berufstätige Menschen versichert werden sollen, müssten mit der Versicherungswirtschaft erarbeitet werden. Für Sozialethiker Leopold Neuhold ist es aber auch notwendig, soziale und finanzielle Anerkennung für die Pflege zu Hause zu bieten. Er hält ein Mindestgehalt für

pflegende Familienangehörige im Ausmaß von 20 Stunden für sinnvoll: „Damit könnte man teure Pflegeeinrichtungen entlasten und in manchen Fällen auch eine humanere Pflege ermöglichen.“ Ihm schwebt ein Drei-Schichten-Modell vor, eine Kombination aus Pflege durch Familienangehörige und Unterstützung durch professionelle Pflegedienste und ehrenamtliche Helfer. Dabei müssen aber auch gesellschaftliche Entwicklungen berücksichtigt werden. Oft fehlen die wohnlichen Voraussetzungen für eine häusliche Pflege. Hier braucht es neue Lösungen, zum Beispiel betreutes Wohnen. Die hohe Quote der häuslichen Pflege, derzeit finden 80 Prozent der Pflege zu Hause statt, wird sich in Zukunft nicht mehr halten lassen. Hier fordert der ÖAAB auch mehr Informationen für Angehörige. In den Gemeinden soll ein geschulter Informationsbeauftragter installiert werden. Dort sollen sich Angehörige über die Möglichkeiten der Pflege informieren können.

Foto: ÖAAB Steiermark

Verjährung und Verfristung

ÖAAB-Obmann Christopher Drexler, Landessekretär Herbert Rossmann und Sozialethiker Leopold Neuhold fordern mehr Anerkennung für die Pflege. AUGUST 2012


Fotos: Generali

MENSCHEN

Generali-Generaldirektor Luciano Cirinà und Regionaldirektor Wolfgang Gratzer präsentierten eine erfolgreiche Bilanz für 2011 mit einem EGT von über 100 Millionen Euro.

Generali:

Trotz Krise erfolgreich! Mit mehr als 2,5 Milliarden Euro Prämienaufkommen ist die Generali Gruppe die drittgrößte Versicherung Österreichs. Mit einem Prämienplus von 1,2 Prozent trotzt der Konzern dem Marktverlauf von minus 1,7 Prozent. Dadurch konnte der Marktanteil auf 15,2 Prozent aufgestockt werden.

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ür den CEO der Generali Holding Vienna AG Luciano Cirinà war 2011 ein gutes Jahr. Das EGT beträgt über 100 Millionen Euro und auch die Vorschau auf das laufende Jahr 2012 sieht bisher positiv aus. Die Generali Gruppe, zu der neben anderen Beteiligungen die Generali Versicherung, die BAWAG PSK Versicherung, die Europäische Reiseversicherung oder die 3 Banken-Generali Investment-GesmbH und die Generali Bank gehören, beschäftigt mehr als 4.900 Mitarbeiter. Die Kapitalanlagen sind im Vorjahr um 0,3 Prozent auf über 10 Milliarden Euro gewachsen. Dabei ist das Marktumfeld in Österreich alles andere als einfach, bestätigte auch der Generali-Regionaldirektor für die Steiermark, Kärnten und Osttirol Wolfgang Gratzer: „Wir spüren die deutlich schlechter AUGUST 2012

gewordene Förderlandschaft im Bereich der privaten Vorsorge“ und Cirinà legte nach: „Österreich ist das einzige Land Europas, in dem die Regierung gegen die private Pensionsvorsorge vorgeht.“

Generali behauptet sich in der Steiermark

Auch in der Steiermark konnte die Generali ihre starke Marktposition weiter festigen. Das erreichte Prämienaufkommen lag bei 227,5 Millionen Euro. „Diese zufriedenstellende Entwicklung ist darauf zurückzuführen“, so Regionaldirektor Gratzer, „dass die Steirer insbesondere in Krisenzeiten ihren persönlichen Versicherungsschutz verstärken.“ Gewachsen ist die Generali vor allem im Sachversicherungsbereich, aber auch bei den Krankenpolizzen. Immer mehr Steirerinnen und Steirer setzen offenbar auf die private Ergänzung der

staatlichen Leistungen. Die Generali ist in der Steiermark mit insgesamt 23 Geschäftsstellen und 28 Konzernagenturen flächendeckend aufgestellt. Insgesamt haben die Steirer rund 940.000 Versicherungsverträge bei der Generali abgeschlossen. Im Fokus der Vertriebsaktivitäten stehen spezielle Risikovorsorge-Pakete, die eine Rundumabsicherung für die unterschiedlichsten Lebensphasen bieten. Im ersten Halbjahr 2012 hat die Generali diese Offensive mit den Zielgruppenpaketen „Risk-Care“ und „Kids-Care“ gestartet. Ebenfalls im Fokus sind die neu gestalteten GeneraliHaushalts- und -Eigenheimversicherungspakete. Gratzer erwartet zudem eine verstärkte Nachfrage nach privaten Pflegeversicherungen. „Nur durch eine private Pflegeversicherung kann vermie-

den werden, dass im Falle der Pflegebedürftigkeit das private Vermögen zur Deckung der hohen Pflegekosten aufgebraucht wird“, so der steirische Generali-Direktor. „Wir sind mit der Entwicklung der Generali in der Steiermark angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durchaus zufrieden“, betonte Generaldirektor Cirinà und führte unter anderem folgende Ursache für diesen Erfolg an: „Ausschlaggebend für diese erfreuliche Entwicklung war nicht zuletzt die hervorragende Betreuungsqualität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese Kompetenz werden wir heuer noch weiter verstärken.“ Und so versucht die Generali, bis zu 200 chancenreiche kompetente Arbeitsplätze für Kundenbetreuer zu schaffen. Derzeit bildet die Generali zudem an die 100 Lehrlinge aus. FA Z I T

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Zur Lage (50)

Eigentlich nur über direkte Demokratie und dafür nichts über Stefan Petzner und Frank Stronach. VON CHRISTIAN KLEPEJ

Fotos: Calidius, Steindy, Grüne Wien, Dieter Zirnig, Clever Cupcakes, Robert Frankl, Enlarge

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er Großes versucht, ist bewundernswert, auch wenn er fällt.« Mit diesem Sinnspruch Lucius Annaeus Senecas – Seneca der Jüngere, wie wir Wikipedianten sagen –, hat die Grazer Volkspartei kurz nach der Veröffentlichung des Ergebnisses der »BürgerInnenfrage 2012« ausnehmenden Sinn für Ironie bewiesen. Mir hat das den letzten Freitag erhellt und vor allem hat es mir endlich einen würdevollen ersten Satz für diese meine letzte Lage – zumindest vor der Sommerpause – geliefert. Eigentlich wollte ich uns diesmal ja ein »Best of Lage« präsentieren (50 Lagen!), aber dann ist eben diese Grazer Bürgerbefragung dazwischengekommen. Ich persönlich halte ja von der direkten Demokratie soviel wie etwa von Facebook. Überhaupt nichts, also wirklich gar nichts. Nicht, dass Sie jetzt denken, ich hielte Facebook für was Anrüchiges, Schlechtes oder sonstwie dem antifaschistischen Grund-

dieser Befragung unterzogen haben. Jetzt werden Sie denken, das sei widersprüchlich und ich schreibe Ihnen gerne, ja, das ist es. Erstens bin ich sowieso widersprüchlich und zweitens liegen solche Experimente mit Instrumentarien der direkten Demokratie ja voll im Trend der Zeit. Alle wollen das. Zumindest alle, deren Anliegen auf besonders offene Ohren der immer gerne modernen Medien(orgeln) treffen. Etwa die Piraten. Die sind ja sogar so direktdemokratisch, dass deren gerade gewählte Repräsentanten durch die sogenannte »Liquid Democracy« nach zwei, drei Tagen oft schon wieder ganz andere Positionen vertreten, als es die Piraten tun. »Liquid Democracy« ist zum einen ein dummdämlicher Begriff, bei dem sich noch niemand die Mühe gemacht hat, eine sinnvolle deutschsprachige Übersetzung zu liefern und soll zum Anderen eine »Mischform zwischen indirekter und direkter Demokratie« darstellen. Ganz genau hab ich

»Daraufhin hat diese demokratischste Partei von allen eine weise Entscheidung getroffen: Es gibt keine Abstimmung.« konsens dieses Landes Widersprechendes. Es ist nur in letzter Konsequenz für nichts wirklich gut. Und schauen Sie, bei all den menschenrechtlichen Erfordernissen, die an eine mögliche direktdemokratische Fragestellung gestellt sind, bleibt ja in letzter Konsequenz nichts mehr Interessantes, um darüber abzustimmen. Und dafür, dass mich irgendeine Körperschaft darüber »entscheiden« lässt, ob ich für das »Eine Gute« oder das »Andere Gute« bin, sollte selbst dieser Körperschaft die Zeit fehlen. Trotzdem finde ich es toll, dass Siegfried Nagl und die Grazer ÖVP sich den Mühen FA Z I T

das aber nicht verstanden. Da die (bundesdeutschen) Piraten, die bei allem und vor allem bei allen Anderen ganz besonders viel Wert auf »Transparenz« legen, auf einem ihrer letzten Parteitage eine »pressefreie Zone« eingerichtet haben – sozusagen eine »Zone der Intransparenz« –, nehme ich die Piraten nun nicht mehr ganz so ernst, wie ich sie ob ihres halblustigen Namens sowieso nie genommen habe. Oder die Grünen. Die sind ja Weltmeister nicht nur im Erklären der eigentlichen Wirkungen der Welt, sondern auch in allen Fragen direkter Demokratie. Mit der kleinen

Einschränkung halt, dass die Grünen nur dann dieser direkten Demokratie vertrauen, wenn im Vorfeld sichergestellt ist, dass eine Abstimmung so ausgeht, wie sie sich das wünschen. Oder besser: Wie sie wissen, dass es gut für die Welt ist. Im von den Grünen mitregierten Wien etwa, hat sich schon im Vorfeld abgezeichnet, dass eine etwaige Abstimmung über eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung nicht ganz im Sinne der Grünen ausgehen hätte können. Daraufhin hat diese demokratischste Partei von allen eine weise Entscheidung getroffen: Es gibt keine Abstimmung. Zumindest nicht vor der Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung. Später wolle man dann, vielleicht, eine Abstimmung abhalten. Das ist sicher auch ein Zugang, im Großen und Ganzen erscheint mir da aber der Weg des Grazer Bürgermeisters der zumindest sympathischere zu sein. Aber egal. Abschließend muss ich mir noch den Platz nehmen, um endlich auf den immer wiederkehrenden (und gleich zu lesenden) Schlußsatz einzugehen. Da schreibe ich von einer »großen Koalition«. Damit ist – selbstredend – eine große Koalition auf Bundesebene gemeint. Die Alternativenlosigkeit – im Grunde geht es ja jetzt schon nur mehr darum, wird auf die Nationalratswahl 2013 eine Koalition aus SPÖ und ÖVP folgen oder müssen die Grünen zwecks Erreichung einer wenigstens einfachen Mehrheit mitregieren – ist es nämlich, die unsere Politikerverdrossenheit nährt und die das ganze Herumspielen mit der Demokratie notwendig erscheinen lässt. Ich wünsche Ihnen einen herrlichen Sommer! Im Übrigen bin ich der Meinung, dass eine große Koalition dem Lande nicht nutzen kann. AUGUST 2012


innovation SPÖ-Leichtfried: gestellte Weichen für Wachstum und Jobs

Österreichische Länderversicherer freuen sich über starkes Geschäftsjahr

Insgesamt blicken die Länderversicherer auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück. Die Prämien sind um 2,03 Prozent gewachsen. Die Position am heimischen Versicherungsmarkt wurde weiter gefestigt. Derzeit liegen die Länderversicherer auf Platz fünf im österreichischen Versicherungsranking. „Die Länderversicherer sind ein stabiler und zuverlässiger Partner für mehr als 1,4 Millionen Kunden“, erklärt Othmar Ederer, Generaldirektor der Grazer Wechselseitigen Versicherung AG und Vorsitzender der VÖL.

„Einen großen Umschwung im Denken in der Europäischen Union hat meines Erachtens der letzte Gipfel der Staats- und Regierungschefs gebracht“, zeigt sich EUAbgeordneter und SPÖ-Delegationsleiter Jörg Leichtfried erfreut. „Es sind erstmals verbindlich Wachstumsziele festgelegt worden, nämlich dass über 120 Mrd. Euro für Wachstum, d.h. für Arbeitsplätze in Europa ausgegeben werden sollen, somit sind die Weichen gestellt, um in Europa die Schuldenkrise zu bewältigen“, ist Leichtfried überzeugt.

AK fordert Ausbau des Sozialstaats

Fotos: Remus; Grawe; SPÖ; Steiermark Tourismus; AK Steiermark;

Planai: Neue Geschäftsführung stellt Weichen

Nach der Entscheidung über die neue interimistische Planai-Geschäftsführung durch Georg Bliem wurden sofort die Weichen für die nächsten Monate bestmöglich gestellt. „Ich kann mich auf ein professionelles und bewährtes Team von 27 Mitarbeitern bei Steiermark Tourismus verlassen. Auch bei den Planai-Bahnen steht mir ein ebenso kompetentes Team zur Seite, um bis zur WM alle noch notwendigen Maßnahmen umsetzen zu können.“

Eine Lanze für den Sozialstaat brach der Wirtschaftsforscher Markus Marterbauer bei der heutigen Vollversammlung der steirischen Arbeiterkammer. Investitionen in die Kinderbetreuung und Bildung seien volkswirtschaftlich sogar ein „Positiv-Summen-Spiel“ für das Budget. AKPräsident Walter Rotschädl fordert eine Kurskorrektur beim EU-Krisenmanagement: „Eine Wachstumspolitik, die der explodierenden Arbeitslosigkeit den Kampf ansagt, muss anders aussehen.“

StyrianSkills 2012: Beste Lehrlinge ausgezeichnet

Bei der Abschlussfeier der steirischen Lehrlingswettbewerbe sind die 40 besten steirischen Nachwuchskräfte ausgezeichnet worden. Über 700 Teilnehmer traten bei den Nachwuchsbewerben an. Bei der feierlichen Abschlussfeier überreichten WK-Präsident Josef Herk und Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann den Fachkräften von morgen die gläsernen Trophäen. „Innovationen und Weiterentwicklung beginnen mit Knowhow und Können – und die richtige Ausbildung liefert die Basis dafür. Die steirischen Lehrlingswettbewerbe beweisen jedes Jahr aufs Neue, wie gut unser duales Ausbildungssystem funktioniert“, so Herk. AUGUST 2012

KURZ IM GESPRÄCH Angelika Kresch ist Geschäftsführerin der steirischen Unternehmensgruppe REMUSSEBRING. Mit ihr hat FAZIT über das richtige Sounddesign von Fahrzeugen und das Engagement im Rennsport gesprochen. Elektrofahrzeuge erzeugen keinen Lärm und haben keinen Auspuff. Wie geht REMUS damit um? Wir haben erkannt, dass das Elektrofahrzeug besonders im urbanen Verkehr für Radfahrer und Fußgänger zur Gefahrenquelle werden kann. Jeder, der mit so einem Fahrzeug schon gefahren ist, weiß, dass man einfach nicht gehört wird. Deshalb haben wir „REMUSSound for Safety“ entwickelt. Es handelt sich dabei um ein Sicherheitsfeature mit einem motorähnlichen Sound. Dieser ist drehzahlabhängig gesteuert, dezent, aber gut hörbar. So soll auf nicht aufdringliche Art auf das Fahrzeug aufmerksam gemacht werden. Welche Rolle spielt das Motorgeräusch eines Fahrzeuges bei der Kaufentscheidung? Wir haben uns den Schlagworten Sound, Design und Power verschrieben. Sound steht bewusst an der ersten Stelle, da Sound das emotionalste Thema für die Kaufentscheidung ist. Sound ist daher ein sehr wesentliches Thema für REMUS. Deshalb haben wir schon vor zehn Jahren in ein Forschungszentrum mit dem Schwerpunkt Sounddesign investiert. Vor allem der Sound im Innenraum ist sehr wichtig. Der Fahrer soll sich in einer angenehmen Soundkulisse befinden. Was macht einen guten Auspuff aus und warum ist er so wichtig für ein Auto? Ein guter Auspuff muss sich sowohl beim Motorrad als auch beim Auto perfekt in das Fahrzeug integrieren und als Designelement gut dazu passen. Über Sportschalldämpfer kann man Fahrzeuge außerdem entsprechend optimieren. Es muss ein dumpfer, satter Sound sein, der nicht störend ist und sämtlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen genügt. FA Z I T

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Gut geplant

Die Österreicher sind sich in der Regel recht unsicher, womit sie für ihre spätere finanzielle Absicherung sparen sollen. Das Sparbuch ist noch immer recht beliebt, obwohl im Grunde jeder weiß, dass damit kein Vermögen gebildet werden kann. Negative Realverzinsung (höhere Inflation als Von Stefan Koller Nettorendite) und der doch immer wieder bittere Beigeschmack einer reinen „Bankveranlagung“ machen zwar viele stutzig, aber man liebt halt meist den bequemsten Weg. Ob Bausparer oder Kapitalsparbuch – für die Altersvorsorge (gezielte Kapitalvorsorge über mehr als 10 Jahre) sind alle reinen Bankbzw. Geldmarktprodukte nicht geeignet. Doch laut aktuellen Umfragen ist das zweitbeliebteste Sparprodukt für die Altersvorsorge (wieder) die Lebensversicherung. Und innerhalb dieser Sparte bekommt die klassische österreichische Lebensversicherung bzw. Rentenversicherung wieder immer mehr Bedeutung zugeschrieben. In den letzten Jahren ist das Sicherheitsbedürfnis deutlich gestiegen. Hier punktet die klassische Lebensversicherung, da ihre Veranlagungsvorschriften dafür sorgen, dass Verluste nach Möglichkeit ausgeschlossen und Erträge garantiert sind. Sie ist mit einem garantierten Zinssatz versehen und „gewinnbeteiligt“. Der variable Gewinnanteil (die Gewinnbeteiligung) resultiert aus dem erwirtschafteten Veranlagungsgewinn des sogenannten Deckungsstocks, der über den Garantiezins hinausgeht. Einmal zugeteilte Gewinne bleiben garantiert erhalten und können nicht mehr geschmälert werden (im Gegensatz zu fondsgebundenen oder britischen Lebensversicherungen). Der Deckungsstock gilt als Sondervermögen der Versicherung, welches getrennt von den übrigen Vermögenswerten treuhänderisch zu verwalten ist und somit nicht in die Masse im Falle einer Insolvenz fallen kann. Die Deckungserfordernisse müssen durch dafür reservierte Vermögenswerte (und Rückversicherungsketten) stets voll erfüllt sein. Die Ansprüche der Kunden bleiben somit immer gewahrt. Im Übrigen ist seit 1936 keine einzige österreichische Versicherung je in finanzielle Bedrängnisse geraten – nicht zuletzt wegen strenger Regeln am Versicherungsmarkt. Die Lebensversicherung punktet aber vor allem auch durch die möglichen Versicherungsleistungen, die bei Vorsorgesparen wesentlich sein können. Insbesondere ist hier die Abdeckung des Langlebigkeitsrisikos zu nennen – eine lebenslange Rente wird lebenslang bezahlt, egal ob man länger oder kürzer als der Durchschnitt lebt. Das kann kein Sparbuch, ist aber in der heutigen Zeit existenziell wichtig. Zudem ist die Lebensversicherung derzeit noch die einzige Sparform in Österreich, die endbesteuert und somit frei von Kapitalerstragsteuer (KESt) oder Vermögenssteuern ist. Mag. Stefan KOLLER ist Betriebswirt und Prokurist der Captura-Wirtschaftsberatung,

36 F A Z I T 37-39, 8010 Graz, Tel. 0316/267000, E-Mail: office@ captura.cc Schubertstrasse

Fotos: Citycom

Die richtige finanzielle Absicherung

Bei diesen Hinweisschildern gibt es in ganz Graz verteilt Gratis-Internet.

Bekannt als zuverlässiger Provider von hochwertiger ITInfrastruktur, geht die Citycom nun einen Schritt weiter. Man will den Endkunden auf eine für Graz völlig neue Art erreichen. An neuralgischen Punkten wird man in Zukunft kostenlos im Highspeed-Internet surfen können. Das könnte in Graz zu einer wahren Internetrevolution führen.

VON MICHAEL NEUMAYR

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it einem Leitungsnetz von mehr als 40.000 Kilometern in Graz verfügt die Citycom, ein Unternehmen der Holding Graz, über ein hochwertiges und leistungsfähiges Netzwerk. Neben anderen Providern, die sich in das Netz der Holding Graz einmieten, profitiert vor allem

der gewerbliche Endkunde von dieser Infrastruktur. Verkaufsleiter Bernd Stockinger freut sich: „Die Hälfte unseres Umsatzes machen wir im Retail-Bereich. Also mit gewerblichen Endkunden, vor allem in Graz.“ „Dabei steht die Qualität im Vordergrund“, stellt Igo Huber, Geschäftsführer der Citycom, fest: „Innovative Unternehmen brauchen eine gute IT-Infrastruktur.“ AUGUST 2012


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Gratis W-LAN in Graz Deshalb liefert Citycom eine symmetrische Internetverbindung. Das bedeutet, dass der Upload genauso schnell ist wie der Download. Dabei ist die Citycom nicht nur in Graz, sondern in ganz Österreich tätig. Mit Partnernetzen in ganz Österreich und einem eigenen Backbone nach Wien und Linz. Außerdem werden von der Citycom zwei Datencenter in Kapfenberg und Raaba versorgt. „Auch hier können wir also Lösungen anbieten“, so Stockinger, „wir sind ein vollwertiger IKT-Provider und konzentrieren uns auf Infrastruktur und Services. Wir sind aber kein Systemhaus, stellen also zum Beispiel keine Hardware zur Verfügung.“ Die Infrastruktur, die Citycom bietet, wird ständig ausgebaut. „Jede infrastrukturelle Baumaßnahme in Graz wird

von uns begleitet“, so Huber. So werden bei jeder größeren Baustelle in Graz auch Leitungen der Citycom mit verlegt. „Auch bei der großen Baustelle der Annenstraße und der Nachverkehrsdrehscheibe am Hauptbahnhof sind wir mit dabei“, so Huber.

City Access: Gratis-WLAN an neuralgischen Punkten

Diese leistungsfähige Infrastruktur lässt es nun zu, dass in Graz eine wahre Internetrevolution ausgerufen wird. Bis Jahresende entstehen unter dem Namen „City Access“ an 25 neuralgischen Punkten der Stadt Hochleistungshotspots. „Die Hotspots sind mit einer 100-Mbit-Leitung versorgt und garantieren einen schnellen und vor allem kostenlosen Internetzugang via WLAN“, erklärt Stockinger. „Das ist natürlich auch eine Kampfansage an die Mitbewerber, denn eine handelsübliche 3G-Internetverbindung kann mit unseren Hotspots nicht mithalten.“ Zehn Hotspots, darunter auch ein Hotspot am Hauptplatz, am Jakominiplatz und im Forum Stadtpark, sind bereits in Betrieb. User können sich ohne Registrierung einloggen und kostenlos im Internet surfen.

CityPad: GratisHighspeed-Internet für den Gast Berd Stockinger: „CityPad ist ein reines B2B Produkt.“ AUGUST 2012

Bei diesen 25 Hotspots von City Access soll es aber nicht bleiben. Mit einem neuen Pro-

dukt will Citycom das größte kostenlose WLAN Österreichs aufbauen. „CityPad“ soll in Zukunft für gewerbliche Endkunden eine günstige Highspeed-Anbindung an das Internet garantieren. „Dabei handelt es sich um ein reines B2B-Produkt“, sagt Stockinger. Versorgt sollen vor allem Punkte werden, die zum Verweilen einladen, denn die „CityPad“-Kunden stellen mit dieser Verbindung einen weiteren Hotspot für das City Access-Netzwerk zur Verfügung. Mit einer individuellen Startseite können „CityPad“-Kunden diese Hotspots als Werbeplattform nutzen. In den nächsten Wochen werden rund 30 potenzielle Standorte mit großem Vorbildcharakter gezielt angesprochen. Vor allem Kaffeehäuser, Restaurants und Kinos sind potenzielle Kunden für eine „CityPad“-Verbindung. Überall, wo Internetuser länger bleiben wollen und ein schneller Internetzugang erwartet wird. Und schnell sind die „CityPad“-Netzwerke. Und mit Geschwindigkeit kann „CityPad“ punkten, denn mit einer 8-Mbit-Leitung kann kaum ein WLAN-Hotspot in Graz mithalten. Angesprochen soll dabei vor allem die junge Zielgruppe werden. „Das ermöglicht Dienste, die bisher nicht finanzierbar waren“, ist Huber überzeugt. So können Dienstleistungen der Stadt, Menüpläne und individuelle Apps

der einzelnen Standorte über die individuelle Einstiegsseite vertrieben werden. Für Bernd Stockinger ist der Ausbau von CityAccess auch eine standortpolitische Frage: „Wir wollen damit die Grundbedürfnisse der Grazerinnen und Grazer erreichen und Graz als innovativen Standort stärken.“ Beschränkt ist das Service jedoch derzeit auf das klassische Internetsurfen. Dienste wie Skype oder das Abrufen von E-Mails soll aber in Zukunft mit einer kleinen Jahresgebühr möglich sein. Dann kann man auch wirklich von einem mobilen Büro sprechen und unabhängig vom Bürostandort arbeiten. Bernd Stockinger freut sich: „Wie schlagkräftig unser Angebot ist, zeigt, dass bereits andere Städte aus ganz Österreich Interesse an unserem Konzept haben.“

Igo Huber: „Qualität steht im Vordergrund.“ FA Z I T

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Auf dem Weg zum ökologischen und energieautarken Krankenhaus Im AUVA-Unfallkrankenhaus Kalwang wurden in den letzten beiden Jahren zahlreiche technische Innovationen durchgeführt, um den Betrieb des Hauses energieeffizienter gestalten zu können.

Foto: AUVA

men werden, zudem wurde die gesamte Außenbeleuchtung auf LED-Technologie umgestellt, wodurch sich nicht nur eine wesentlich bessere Beleuchtung des Areals ergibt, sondern auch eine Energieersparnis von 75 Prozent.

Bis 2020 soll das UKH Kalwang energieautark arbeiten.

VON MICHAEL NEUMAYR

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rst kürzlich wurde in einem unserer Häuser, nämlich dem UKH Graz, ein enormer Betrag in neueste Medizintechnik investiert, nunmehr investierte die AUVA beinahe zwei Millionen Euro in das UKH Kalwang, um dieses Haus in eine energieautarke und ökologische Zukunft führen zu können“, sagt Wolfgang Umgeher, Direktor der AUVA-Landesstelle Graz, in dessen Verantwortungsbereich die Unfallkrankenhäuser Graz, Kalwang und Klagenfurt angesiedelt sind.

we process the future

In einem Zwei-Stufen-Plan in den Jahren 2011 und 2012 wurde eine Solaranlage mit einer Fläche von 206 m² installiert, mit der die Warmwasserbereitung des Hauses über einen Großteil des Jahres bewerkstelligt werden kann. Zusätzlich wurde mit der zweiten Baustufe eine Pufferungsanlage mit 15.000 Liter installiert, die zur Heizungsunterstützung für die Lufterwärmung und die Fußbodenheizung dient. Im Juni 2012 konnte eine Photovoltaik-Aufdachanlage mit 500 m² und einer Leistung von 85 kW in Betrieb genom-

Durch die Umrüstung der Kältemaschinen auf Maschinen der neuesten Generation mit dem sogenannten „Freecooling“ ist es nunmehr möglich, den hohen Energieaufwand der Kälteerzeugung mit Kältemaschinen um 20 Prozent zu reduzieren. „Das entspricht bereits im ersten Jahr des Betriebes einer Stromersparnis von 40.000.- Euro, wodurch sich die Investition schon in acht Jahren amortisiert hat“, so der Verwaltungsleiter des UKH Kalwang, Helmut Kreiner. Derzeit läuft im UKH Kalwang auch der Austausch sämtlicher Heizungspumpen, die durch energieeffiziente Pumpen der neuesten Generation ersetzt werden, wodurch sich die Energiekosten in diesem Bereich um 60 Prozent senken lassen. „Unser Ziel ist es, unser Haus bis 2020 energieautark zu machen. Deshalb wurde mit Jahresbeginn auch eine Arbeitsgruppe – bestehend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Bereiche des Hauses – eingerichtet, die sich mit den Themen Energiesparen und Ökologie in allen Bereichen des Krankenhauses beschäftigt“, so Helmut Kreiner.

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AUGUST 2012


Foto: Steiermarkbahn

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V.l.n.r.: Mag. Gernot Kohlmayr, Birgit Fritzl, Wolfgang Sauseng, DI Franz Brünner, Dr. Helmut Wittmann (alle Steiermarkbahn), Verkehrslandesrat Dr. Gerhard Kurzmann, Ing. Franz Proksch (Siemens Österreich)

Steiermarkbahn fährt nun mit Siemens-Mehrsystemlokomotive Mit einer neuen Lokomotive setzt die Steiermarkbahn auch auf steirische Qualität. Die Fahrwerke der neuen „Taurus“ stammen aus Graz.

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m 28. Juni 2012 wurde in Anwesenheit des steirischen Verkehrslandesrates Dr. Gerhard Kurzmann am Terminal Graz Süd beim Rollout die neue Mehrsystemlokomotive „Taurus“ der Steiermarkbahn GmbH präsentiert. „Für uns ist diese Investition ein wichtiger Schritt für die weitere positive Entwicklung unseres Unternehmens“, erklärt Steiermarkbahn-Geschäftsführer Dr. Helmut Wittmann. „Eurosprinter können flexibel an den Bedarf des Kunden angepasst werden. Sie sind so konstruiert, dass sie einen grenzüberschreitenden Schienenverkehr möglich machen – zum Vorteil von Bahnbetreibern und Passagieren. Wir freuen uns, dass sich die Steiermarkbahn für eine solch maßgeschneiderte Lok entschieden hat“, betont Mag. Arnulf Wolfram, Leiter des Sektors Infrastructure & Cities, Siemens Österreich. Das Fahrzeug mit einer Leistung von 6.000 kW und einer Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h ist in den Hausfarben der Steiermarkbahn (Weiß-Grün) gestaltet. Ein besonderer Eyecatcher ist der steirische Panther. Die auffällige Lackierung soll ein Werbebotschafter für die Steiermark sein, wird doch die Lokomotive in verschiedenen europäischen Ländern unterwegs sein. Immerhin hat die Lokomotive die Zulassungen für Österreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien und Slowenien. Die Genehmigung für die Slowakei soll in Kürze folgen. AUGUST 2012

Vor allem im Güterverkehr eingesetzt

Die Steiermarkbahn ist eine 100 %-Tochter der Steiermärkischen Landesbahnen. Sie ist ein ambitioniertes Eisenbahnverkehrsunternehmen, das seit 2002 operativ am Schienenverkehrsmarkt tätig ist. Das Unternehmen beschäftigt sich überwiegend mit dem Güterverkehr. Ganzzugsverkehre wurden bislang mit gemieteten E-Lokomotiven oder mit Diesellokomotiven der Baureihe 2016 („Herkules“) ebenfalls vom Hersteller Siemens abgewickelt. Neben dem Ganzzugsverkehr ist die Steiermarkbahn auch im Bereich Baustellenlogistik und Anschlussbahnbedienung tätig. Fallweise werden auch Sonder-

züge im Reiseverkehr zu Großveranstaltungen durchgeführt. Bei der Abwicklung der Verkehre arbeitet die Steiermarkbahn mit österreichischen und internationalen Partnern zusammen. Beim Kauf der Lokomotive setzte man auch auf steirische Qualität. Die Fahrwerke wurden im Siemens-Werk in Graz gefertigt. Der Investition ist eine europaweite Ausschreibung vorausgegangen. Nach einem mehrstufigen Vergabeprozess wurde schlussendlich Siemens als Bestbieter ausgewählt. Damit festigt Siemens seine führende Position als Lokomotivhersteller in Österreich und dem CEE-Raum. Die neue Mehrsystemlokomotive gehört zur Eurosprinterfamilie und ist für den Einsatz im Personen- sowie Güterverkehr geeignet.

Die neue „Taurus“ der Steiermarkbahn präsentiert sich in den Hausfarben Weiß-Grün. FA Z I T

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Alexander der Große sorgt für einen Namenskonflikt mit Griechenland. Denn Griechenland weigert sich, den Namen „Mazedonien“ anzuerkennen.

Mazedonien:

Ein Name blockiert das Land Der Namensstreit zwischen Mazedonien und Griechenland verhindert den Start längst überfälliger EUBeitrittsverhandlungen. Mazedonien hat jedoch auch mit vielen anderen Problemen zu kämpfen.

MICHAEL NEUMAYR AUS SKOPJE

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er Mazedonien besucht, kommt an Alexander dem Großen und Mutter Theresa nicht vorbei. Flughafen, Autobahn, zahlreiche Schulen und öffentliche Plätze sind nach den beiden mazedonischen Vorbildern benannt. Zentrum dieser nationalen Suche nach Identität ist der Hauptplatz von Skopje, in dessen Mittelpunkt eine pompöse Alexanderstatue, bewacht von zahlreichen mazedonischen, eindeutig nicht griechischen, Speerkämpfern aus Bronze, den Platz überblickt. Mazedonien scheint noch seine Identität suchen zu müssen. Erst 1991 erstmals unabhängig geworden, wird das politische Leben im jungen Land nämlich vor allem durch den Namenskonflikt mit den Nachbarn Griechenland und Bulgarien geprägt und blockiert. Griechenland akzeptiert den Namen „Republik Mazedonien“ nicht und verhindert damit, dass die Verhandlungen zum wichtigen EU-Beitritt seines 40

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nördlichen Nachbarn beginnen. Denn obwohl Mazedonien seit 2005 offizieller EU-Beitrittskandidat ist, gibt es noch immer keinen Fahrplan. Diesen wird es auch in Zukunft nicht geben, denn der EU-Ministerrat hat klargestellt, dass es ohne Lösung des Konflikts keine Beitrittsverhandlungen gibt.

EU könnte Mazedonien stabilisieren

Für Mazedonien ist eine EU-Mitgliedschaft jedoch überlebenswichtig. Ein Großteil der internationalen Handelsbeziehungen findet mit Ländern der Europäischen Union statt. Aber auch politisch würde die EU das Land entscheidend stabilisieren. Erst 2001 kam es fast zu einem Bürgerkrieg zwischen den Mazedoniern und der albanischen Minderheit, die fast 25 Prozent der Bevölkerung stellt. Die im Vergleich zu Albanien bessere EU-Perspektive Mazedoniens beruhigt jedoch die ethnischen Konflikte. Angesichts der jahrelangen Blockade kann sich das aber ändern. Ohne EU wird Mazedonien große Probleme politischer und wirtschaftlicher

Natur haben, hört man immer wieder aus politischen Kreisen. Das weiß auch die Bevölkerung und entsprechend groß ist bei Umfragen die Zustimmung zum EU-Beitritt. Jüngsten Umfragen der Tageszeitung Dnevnik zufolge sprechen sich rund 90 Prozent der Befragten für einen EU-Beitritt aus. Kritisch wird jedoch die Rolle der EU beim Namenskonflikt zwischen Mazedonien und Griechenland gesehen. Nur 53 Prozent vertrauen hier der Politik der EU, wobei die albanische Minderheit mit 85 Prozent Zustimmung sich klar von der mazedonischen Mehrheitsbevölkerung (41 Prozent Zustimmung) abgrenzt.

Griechenland war wichtiger Wirtschaftspartner

Aber nicht nur wegen des Namenskonflikts mit Griechenland ist ein EU-Beitritt in weiter Ferne. Auch Mazedonien hat aufgrund der Wirtschaftskrise schwer zu kämpfen. Die Handelsbeziehungen mit Griechenland, einst wichtigster Wirtschaftspartner und großer Investor, sind AUGUST 2012


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seit 2008 eingebrochen. Das habe zwar Mazedonien durch die Erschließung anderer Märkte und zum Vorteil für Deutschland und Österreich abfedern können, heißt es aus EU-Kreisen, zahlreiche Mazedonier hätten jedoch in Griechenland als Saisonarbeitskräfte gearbeitet. Diese Jobs sind nun verloren und verschärfen die angespannte Arbeitsmarktsituation weiter. Die Jugendarbeitslosigkeit in Mazedonien liegt derzeit bei 45,8 Prozent. Die mazedonische Nationalbank schätzt das Wirtschaftswachstum für 2012 auf zwei Prozent. IMF und die Weltbank sind hier pessimistischer und rechnen aufgrund der Wirtschaftskrise nur mit einem Prozent Wirtschaftswachstum in Mazedonien.

die Vorteile Mazedoniens als Handelspartner hervor: „Die Flat-Tax von zehn Prozent wurde in der Wirtschaftskrise nicht erhöht und besonders in den Bereichen Energie, Umwelt und Infrastruktur gibt es noch viel Potenzial.“ Außerdem sei die Währung Denar seit mehr als 15 Jahren stabil. Allerdings räumt Bavdaz ein, dass der österreichische Energieversorger EVN immer wieder Probleme bei der Eintreibung von Forderungen habe: „Seit 2010 ist es um die Liquidität in Mazedonien etwas schlechter bestellt. Forderungen werden daher immer später bezahlt.“ Mit ein Grund dafür ist die geringe Bezahlung. Viele Mazedonier müssen, obwohl sie arbeiten, mit weniger als 200 Euro im Monat auskommen. Wie angespannt die wirtschaftliche und politische Lage in Mazedonien ist, zeigt auch, dass kaum jemand offen über politische

Anita Bavdaz, die österreichische Außenhandelsdelegierte in Skopje, streicht jedoch

und wirtschaftliche Themen sprechen will. Vertreter der Europäischen Union, österreichischer Unternehmen, aber auch Professoren und Studenten bevorzugen es, nicht zitiert zu werden. Hinter vorgehaltener Hand ließ man durchblicken, dass die konservative Regierung, die seit 2006 im Amt ist, sensibel auf kritische Meinungsäußerungen reagiere.

Republik Mazedonien (Republika Makedonija; FYROM) Fläche: 25.713 km² Einwohner: 2.057.284 (2010) Bruttoinlandsprodukt: 9,8 Mrd. US$ (2011) Inflationsrate: 3,9 Prozent (2011) Wirtschaftswachstum: 3,3 Prozent (2011) Arbeitslosenrate: 31,4 Prozent (2011)

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Fotos: STG

Die schönsten Ausflugsziele Österreichs – zu finden in der Steiermark

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GENUSS UND SCHÖNHEIT Die Steiermark, das Grüne Herz Österreichs, besticht durch landschaftliche Vielfalt und Lieblichkeit, kulinarische und lukullische Hochgenüsse sowie eine Gemütlichkeit, die ihresgleichen sucht. Die besondere Vielfalt und Gastlichkeit machen einen Besuch der schönsten Ausflugsziele und ausgezeichneten Kulinariumswirte zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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Erfolgreicher erster Lyoness Kinderflugtag in Graz Die Lyoness Child & Family Foundation veranstaltete gemeinsam mit der Einkaufsgemeinschaft Lyoness erfolgreich den ersten Kinderflugtag am Flughafen Graz. Über 400 Besucher fanden sich am 23. Juni 2012 am Segelflieger-Gelände ein und verbrachten dort einen unvergesslichen Tag.

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er Flughafen Graz war am 23. Juni 2012 Schauplatz des ersten Lyoness Kinderflugtages. Die Idee, Kindern die Möglichkeit zu einem Rundflug zu geben, entstand im vergangenen Jahr, als die Child & Family Foundation beim Kinderflugtag in Hohenems, Vorarlberg, mitwirkte. Das Interesse karitativer Organisationen am Lyoness Kinderflugtag war groß. Über 200 Kinder wurden angemeldet und konnten neben den Rundflügen auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm erleben – vom Bungee Run über zwei Hüpfburgen bis hin zu einem OLPCStand (One Laptop Per Child), wo sich Kinder und Jugendliche mit multimedialen Lernmöglichkeiten vertraut machen konnten.

Der Child & Family Foundation gelang es, den Flughafen Graz als Unterstützer für den Kinderflugtag zu gewinnen. Im Rahmen der Kooperation wurden für diesen Tag das Flughafen-Gelände und mehrere Kleinflugzeuge zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erklärten sich zahlreiche Piloten bereit, die Veranstaltung zu unterstützen. Für die Verpflegung aller Beteiligten sorgte das Lyoness-Partnerunternehmen „Clocktower“ aus Graz. Gemeinsam mit den Betreuern und Helfern der jeweiligen Organisationen bot die Child & Family Foundation allen Kindern und Jugendlichen die Gelegenheit, einen unvergesslichen Tag zu erleben. Der erste Lyoness Kinderflugtag in Graz war somit ein voller Erfolg.

Foto: Lyoness

Mehr als 200 Kinder nahmen am Lyoness Flugtag teil.

Mentoring für MigrantInnen ein voller Erfolg Zur Halbzeit des aktuellen Programms „Mentoring für MigrantInnen“ zieht Wirtschaftskammer-Direktor Thomas Spann eine erfolgreiche Zwischenbilanz. Mehr als 1.400 Personen haben sich bisher österreichweit am Projekt beteiligt.

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chtzehn MigrantInnen aus insgesamt sechzehn verschiedenen Herkunftsländern wie Rumänien, Kroatien, Brasilien, der Türkei, Australien oder Kanada starteten am 26. März mit ihren Mentoren in der Steiermark in die dritte Runde des Erfolgsprojekts „Mentoring für MigrantInnen“. Gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice Steiermark und dem Österreichischen Integrationsfonds forciert die Wirtschaftskammer Steiermark den erleichterten Zugang für qualifizierte Schlüsselkräfte mit Migrationshintergrund zum Arbeitsmarkt und damit zur Wirtschaft. „Dazu nahmen im Frühjahr wieder 18 in der Wirtschaft gut etablierte Personen in der Rolle als Mentor je einen Mentee mit Migrationshintergrund buchstäblich in die Hand“, erklärt WK-Direktor Thomas Spann. Spann selbst hat da42

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bei eine bulgarische Marketing-Expertin beim Aufbau eines beruflichen Netzwerks unterstützt.

Win-win-Situation

Zur Halbzeit des Programms zieht Spann nun eine positive Zwischenbilanz. Die Paarbildungen erfolgen aufgrund beruflicher und regionaler Merkmale. Auch Sprachkenntnisse werden berücksichtigt. Österreichweit haben sich in den vergangenen Jahren mehr als 700 Paare gebildet. Dabei handelt es sich durchwegs um eine Win-win-Situation für Mentor und Mentee. „In der sechsmonatigen MentoringPartnerschaft können die Mentees durch den Perspektivenwechsel mit ihrem Mentor wertvolle Kenntnisse über den österreichischen Arbeitsmarkt erlangen und ihre

Foto: WK Steiermark

Mehr als 700 Paare sind bisher die sechs Monate dauernde Mentoring-Partnerschaft eingegangen.

Potenziale für ihren beruflichen Erfolg herausarbeiten“, sagt Beatrix Lewandowski, stellvertretende Geschäftsführerin des Österreichischen Integrationsfonds. Aber auch die heimische Wirtschaft wird nachhaltig gefördert, ist Spann überzeugt: „Der Bedarf der Wirtschaft an gut qualifizierten Arbeitskräften wird weiter steigen, während die demografische Entwicklung immer stärker zu einem Mangel an jungen und qualifizierten Fachkräften führt. Die Förderung gut qualifizierter MigrantInnen ist daher besonders wichtig.“ AUGUST 2012


leben

WISSEN

Mit Sommercamp AutomotiveFaszination wecken

Vernissage der FH Industrial Design

Im Auftrag von Bene hat sich der Studiengang „Industrial Design“ der FH Joanneum mit dem Stichwort „Garderoben – neu interpretiert“ beschäftigt. Innerhalb von vier Wochen haben die Studenten herausragende Arbeiten entwickelt. Nicht umsonst zählt der Studiengang, geleitet von Gerhard Heufler, zu den zehn besten Designschulen der Welt.

Fotos: Heiltherme Bad Waltersdorf; bene; ACstyria; CIS; Steiermärkische Sparkasse;

Steiermärkische Sparkasse kürt Jungwinzer

Die steirischen Jungwinzer können mit Stolz von einem herausragenden Jahrgang 2011 sprechen. „Als heimische Regionalbank liegen uns Wein als steirisches Kulturgut und die Weinbauern als maßgebliche Leistungsträger für die wirtschaftliche Entwicklung in der Steiermark besonders am Herzen“, sagt Franz Kerber, Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter der Steiermärkischen Sparkasse. Bei der Prämierungsfeier konnten fünf steirische Jungwinzer mit Gold ausgezeichnet werden.

Käseprämierung: Landessieger gekürt

Sieben Landessiege gingen an Newcomer und etablierte Käseproduzenten. Den Doppellandessieg holte sich die Biohofkäserei Grabenhofer aus St. Kathrein. „Wir können stolz auf die steirischen Käsemacher sein. Sie erzeugen traditionelle und innovative Köstlichkeiten aus heimischer Milch“, gratuliert Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski. AUGUST 2012

Klassische Geschlechterrollen versperren jungen Frauen oft den Weg hin zu technischen Berufen. Das Automotive Summercamp des Steirischen Autoclusters ACstyria setzt hier an und will bei Mädchen die Faszination für die Automobilbranche wecken. „Die gezielte Rekrutierung von engagiertem Nachwuchs wird darüber entscheiden, ob sich die Steiermark auch in Zukunft als Automotive-Standort beweisen kann“, so ACstyria Geschäftsführer Franz Lückler.

Hört, hört! Neuroth wird zur Erlebniswelt Wirtschaft

Die Neuroth AG in Wolfsberg im Schwarzautal blickt auf eine mehr als 100-jährige Unternehmensgeschichte in der Hörgeräte-Herstellung zurück und lädt ab sofort alle Interessierten zu Erlebnistouren in die Welt des Hörens. Dafür wurde das südsteirische Unternehmen von Landesrat Christian Buchmann mit dem Gütesiegel „Erlebniswelt Wirtschaft – made in Styria“ ausgezeichnet. „Wirtschaft mit allen Sinnen erlebbar zu machen ist für uns als Unternehmen, das sich mit dem Gehörsinn befasst, ein Projekt, an dem wir uns mit Leidenschaft beteiligen“, zeigt sich Lukas Schinko, Vorstandsvorsitzender der Neuroth AG, überzeugt.

KURZ IM GESPRÄCH Gertraud Krobath leitet das Styrian Spa in der Heiltherme Bad Waltersdorf. FAZIT hat mit ihr über den Stressfaktor Urlaub gesprochen und erfahren, wie man diesen reduzieren kann. Oft artet der wohlverdiente Urlaub in Stress aus. Wie kann man sichergehen, dass er auch wirklich entspannend ist? Man sollte sich schon vor dem Antreten des Urlaubs mit dem Hotel auseinandersetzen und die umfangreichen Angebote sondieren. Dann kann man auch schon rechtzeitig seine gewünschten Anwendungen reservieren. Nicht versuchen, bei allen Programmpunkten dabei zu sein, sondern nur ein bis zwei pro Tag anpeilen. Und sich unbedingt ausreichend Ruhezeit im wohlig-warmen Thermalwasser gönnen. Damit ist Entspannung und Stressabbau garantiert. Welche Rolle spielt die richtige Ernährung im Stressabbau? Man kann allein durch richtige Ernährung keinen Stress abbauen, aber es ist möglich, den Körper stressresistenter zu machen. Es sei aber auch gesagt, dass das Essverhalten gleich wichtig ist wie die richtige Ernährung. Wichtig bei der Ernährung ist auch wahrzunehmen, was tut mir gut und was nicht. Das richtige Essverhalten kommt einem bewussten Genießen der Lebensmittel gleich. Außerdem wenn ich bewusst esse, nehme ich sowohl den Geschmack als auch das Aroma wahr. Diese Art zu essen kann schon einen Stressabbau unterstützen. Wie kann man sich vor Stress im Urlaub schützen? Viele Menschen arbeiten bis zur letzten Minute des Urlaubsbeginns. Hetzen von der Arbeit nach Hause, packen schnell und starten in den Urlaub. Viele überprüfen auch im Urlaub EMails und nehmen berufliche Telefonate entgegen. Man sollte sich mindestens einen Tag vor Urlaubsbeginn freinehmen, gemütlich packen, durchatmen. Dann kann man gelassen in den Urlaub gehen. FA Z I T

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Fotos: Aktiv-Zeitung/Jauk; Archiv

Mit zwei brisanten Gutachten dokumentiert die Initiative „Pro L601Neu“ den dringenden Bedarf für die Entlastung der B76.

Studie: Deutschlandsberg braucht „L 601-Neu“ Wasser auf die Mühlen der Wirtschaftsinitiative „Pro L601-Neu“ liefern nun zwei Studien von „Areal Consult“ und „Joanneum Research“, die dokumentieren, dass die zukünftige wirtschaftliche und demografische Entwicklung des Bezirks Deutschlandsberg maßgeblich von der Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur abhängt. Die bestehende B76 stößt bereits jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen.

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ür Gunther Riedlsperger, den Sprecher der Initiative „Pro L601-Neu“ ist es nicht hinnehmbar, wie das Land Steiermark mit den Unternehmern und der Bevölkerung außerhalb des Grazer Zentralraums umgeht: „Während etwa für den Grazer Südgürtel in den nächsten Jahren 150 Millionen Euro aufgewendet werden, wird der ländliche Raum sträflich vernachlässigt,“ so Riedlsperger. Eine von der Initiative beauftragte Verkehrszählung hat ergeben, dass die B76 täglich von 22.000 Fahrzeugen frequentiert wird. Staus an den zahlreichen Kreisverkehren zwischen Lannach und Deutschlandsberg gehören längst zur Tagesordnung. Da in den nächsten Jahren mit einem Anstieg des Verkehrsaufkommens auf 26.000 Fahrzeuge zu rechnen ist, droht während den morgendlichen und abendlichen Verkehrsspitzen bald der völlige Stillstand. „Schon jetzt flüchten viele Aus- und Einpendler vor der überlasteten B76 auf die nicht ausgebaute L601 und sorgen dort nicht nur für verstopfte Ortsdurchfahrten, sondern immer wieder für gefährliche Situationen“, beschreibt Riedlsperger die Situation und führt aus: „Mit dem Ausbau

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der L601 zu einer Verkehrsverbindung der Kategorie B, bei der die Ortszentren umfahren werden, steht eine verkehrssichere Alternativroute zur überlasteten B76 zur

Gunther Riedlsperger: „Die weitere Verschleppung des Ausbaus der L601 gefährdet die wirtschaftliche Entwicklung der Region Deutschlandsberg.“

Verfügung, auf der man die Strecke zwischen Deutschlandsberg und dem Autobahnknoten Graz West dann in weniger als 30 Minuten zurücklegen kann.“ Die Initiative, der auch der Unternehmer Hans Rinner, der Deutschlandsberger Bürgermeister Josef Wallner, der Nationalratsabgeordnete Beppo Muchitsch sowie 200 weitere Unternehmer und Privatpersonen angehören, spricht sich klar dagegen aus, dass sich die steirischen Regionen von der Politik gegeneinander ausspielen lassen. Und so hat sich die Initiative „Pro L601-Neu“ auch bereits mit anderen Plattformen, die für die steirische Verkehrsinfrastruktur kämpfen, zu einer überregionalen Bewegung zusammengeschlossen: „Weil das Land Steiermark den Straßenbau dermaßen vernachlässigt, sehen sich langfristig immer mehr Unternehmen in ihrem Bestand gefährdet. Dass gespart wird, ist schon sinnvoll, aber das ausgerechnet bei der Verkehrsinfrastruktur zu tun, gefährdet die Zukunft ganzer Landstriche“, zeigt sich Riedlsperger kämpferisch. Er ist davon überzeugt, dass die „L601-Neu“ innerhalb von 10 Jahren umgesetzt werden kann. AUGUST 2012


Fotos: Steirischer Landestiergarten GmbH

Löwe und Zebra: Herberstein – so nah liegt Afrika.

Tierische Abenteuer in Herberstein und Mautern Sommer, Ferien, Reisezeit, es locken ferne Länder und die Sehnsucht, Neues zu entdecken. Doch hierfür muss man nicht unbedingt ins nächste Flugzeug steigen, exotische Eindrücke liegen quasi ums Eck in der Tierwelt Herberstein und der Abenteuerwelt Mautern, die seit 2006 bzw. 2011 der Steirischer Landestiergarten GmbH angehören. Polarwölfe beim Spielen oder bunJunge te Aras beim Flug zu beobachten, klingt

mehr als verlockend. Um in die faszinierende Welt der Tiere einzutauchen, braucht es in der Steiermark keine lange Planung. Ausgestattet mit den notwendigen Reiseutensilien kann das Gelände der Tierwelt Herberstein, das über 130 Tierarten aus fünf Kontinenten beherbergt, erkundet werden. Die Haltung von Wildtieren hat in Herberstein lange Tradition; bereits im 17. Jahrhundert wurde Damwild gehalten. Erstreckte sich der Tierpark anfänglich über die Hänge der Feistritzklamm, so wurde er seitdem ständig erweitert, in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und um Exoten bereichert. Heute ist die Tierwelt Herberstein ein nach wissenschaftlichen Erkenntnissen geführter Zoo, der eine Vielzahl an Aufgaben im Arten- und Naturschutz wahrnimmt. Eine Reise durch die Tierwelt Herberstein umfasst alle fünf Kontinente. Königlich thront das Löwenmännchen auf einer Anhöhe und scheint von den Besuchern der Afrikawelt völlig unbeeindruckt. Umtriebigkeit herrscht dagegen nebenan bei den Geparden, die hungrig auf ihre Fütterung warten. Der Streifzug durch die Tierwelt führt bergauf und bergab über verwinkelte Pfade durch Asien, Amerika und Australien, wo Pelikane, Bisons und Kängurus die Besucher in ihren Bann ziehen. Bis zum 30. September dreht sich in der Tierwelt Herbstein alles um die tierischen Begleiter des Urvolks am Amazonas, die Inka. AUGUST 2012

Abenteuer am Berg

Wer der Hitze entfliehen möchte, den erwartet in der Abenteuerwelt Mautern ein erfrischendes Erlebnis. Die Talstation liegt unmittelbar neben der Autobahnabfahrt Mautern. Per Sessellift gelangt man in das auf 1.100 m Seehöhe gelegene Herzstück der Abenteuerwelt. Bis 2011 als Elfenberg bekannt, und seitdem vom Land Steiermark gepachtet, übt die Kombination von Erlebnispark und Tiergehege auf Groß und Klein eine ganz besondere Faszination aus. Angekommen an der Bergstation, zeigt sich das atemberaubende Panorama der Eisenerzer Alpen und Seckauer Tauern. Der Lageplan schafft erste Orientierung über das 88 Hektar große Gelände, das nicht nur Lebensraum von 250 heimischen ist, sondern auch verschiedenste Attraktionen wie Sommerrodelbahn und Nautic Jet für Geschwindigkeitsliebhaber zu bieten hat. Von der Bergstation führt der Weg über das Luchsgehege zum größten Bärengehege Europas, das mit und drei Bärinnen einem Bär ein besonders beliebter Besuchermagnet ist. Das Besondere

an der Abenteuerwelt Mautern ist, dass man Tiere wie den Steinbock in direkter Nähe erleben kann. Zu einer der Hauptattraktionen zählt die tägliche Greifvogel-Flugschau in der Naturarena. Falke, Uhu, Gänsegeier und Weißkopfseeadler ziehen durch die Lüfte, ihre unverkennbaren Schreie hallen über das Tal. Eine unterirdische Wolfshöhle bringt die Besucher dem Wolfsrudel im Halbdunkel ganz nahe. Nach einer ausgiebigen Runde in der Abenteuerwelt können die Besucher auf der 1,2 km langen Sommerrodelbahn oder den Bergrollern hinunter ins Tal sausen. Durch die faszinierende Kombination von modernster Freizeittechnik und den schönsten Tiergehegen ist die Abenteuerwelt Mautern das ideale Ausflugsziel für Familien, Großeltern mit Enkelkindern sowie Jugendlichen.

Bär und Rodelbahn: Bäriges Sommerrodelerlebnis in Mautern FA Z I T

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Genuss Hauptstadt Graz:

Es ist angerichtet

Foto: Graz Tourismus

LEBEN

Die kulinarischen Stadtrundgänge zeigen: Wenn man in Graz zu Tisch bittet, ist Genuss garantiert.

Graz ist die einzige Genuss Hauptstadt Österreichs! Eine Auszeichnung dafür, dass die Grazer Gastronomen großartige Gastgeber sind und ganz besonders auf regionale Produkte setzen. Besondere Highlights sind „Die Lange Tafel der Genuss Hauptstadt“, die kulinarischen Stadtrundgänge und die Ausflugsfahrten in die Genuss Regionen.

Kulinarischer Bierrundgang

WEIN

4. Mai – 28. September 2012 Treffpunkt: 17.00 Uhr bei der Graz Tourismus Information Inklusive: Verkostung verschiedener Biersorten und bodenständiger Gerichte in drei Bierlokalen Dauer: ca. 3,5 Stunden Preis: € 44,00 pro Person

:::SAMSTAGS::: Kulinarischer Rundgang

Jeden Samstag im August, September und Oktober 2012 Treffpunkt: Graz Tourismus Information Abfahrt: jeweils 14.00 Uhr, Rückkehr: jeweils gegen 19.00 Uhr Preise: Erwachsene € 34,00 p.P., Kinder (6 – 15 J.) € 11,00 p.P. Familienpaket (2 Erw. + 1 K.) € 69,00

Graz Tourismus Information, Herrengasse 16 T 0316/8075-0, info@graztourismus.at www.graztourismus.at

Beim Sommerfest der Volksbank ging es dieses Jahr besonders bunt zu. Im Hotel Paradies feierten rund 600 Gäste und nutzten die Veranstaltung, um Kunden und Freunde zu treffen.

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6. Mai – 30. September 2012 Treffpunkt: 10.30 Uhr vor der Halle des Hotel Weitzer Inklusive: Gabelfrühstück, Aperitif, Fleischgericht mit Weinbegleitung und Espresso zum Dessert Dauer: jeweils ca. 3,5 Stunden Preis: € 49,00 pro Person

Anmeldung erforderlich!

Straßenkunst beim Volksbank Sommerfest S

Kulinarischer Rundgang

14. Jänner – 17. November 2012 Treffpunkt: 10.30 Uhr vor der Oper beim Springbrunnen Inklusive: 4 kulinarische Stationen mit Weinbegleitung und Espresso zum Dessert Dauer: ca. 3,5 Stunden Preis: € 49,00 pro Person

Kostproben vom Südsteirischen Weinland

traßentheater, Pantomime, Akrobatik, Tanz und viele Clowns beherrschen jedes Jahr im Sommer für einige Tage das Stadtbild von Graz. Längst ist das Festival zu einem beliebten Fixstern am Kultursommerhimmel in der Landeshauptstadt geworden und ganz Graz tanzt während dieser Zeit nach einer anderen Pfeife. Die Frage liegt nahe, was nun Street Art mit dem bereits zwölften Sommernachtfest der Volksbank verbindet? Beide verfolgen dasselbe Ziel. Neben Unterhaltung und künstlerischen Darbietungen kann ein Netzwerk mit Kunden, Institutionen und Freunden aufgebaut werden. Die rund 600 Besucher im Hotel Paradies bewiesen, dass dieses Zusammenspiel auch heuer wieder erfolgreich funktionierte.

:::SONNTAGS:::

Mit außergewöhnlich, erstaunlichen und bunten Darbietungen präsentierte sich das Fest im Hotel Paradies dann auch am 22. Juni. Jongleure, Pantomimen, Stelzengeher und Paradiesvögel verwandelten das „ALBERGO PARADISO“ am Fuße von St. Martin in eine Bühne und luden zu einer faszinierenden Feier mit einer einzigartigen Mischung aus Musik und Theater. Schon beim Empfang der Gäste spürte man den magischen Charakter der besonderen Zirkuswelt. Bereits am Nachmittag hatte Vorstandsvorsitzender Gerhard Reiner in der ordentlichen Generalversammlung einen Rückblick auf die Bilanz des Jahres 2011 geworfen und stolz das höchste Betriebsergebnis in der 103-jährigen Geschichte des Hauses präsentiert. Getrübt

Foto: Volksbank Graz-Bruck

:::FREITAGS:::

Der Vorstand und die Geschäftsleitung der Volksbank Graz-Bruck sorgten mit den KünstlerInnen für ein buntes Fest.

wurde dieses Ergebnis einzig durch die Abschreibung der Beteiligung an der Österreichischen Volksbanken AG. Trotz dieser Turbulenzen rund um die ÖVAG kann die Volksbank Graz-Bruck mit der positiven Bewertung durch ihre Kunden durchaus zufrieden sein, denn das Vertrauen der Kunden in das Bankhaus ist beständig und ungebrochen. Begeistert zeigten sich die Besucher von der Welt der Straßenkunst, die an jeder Ecke und auf den Terrassen unerwartete und faszinierende Entdeckungen vorbereitet hatten. AUGUST 2012


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Minimales Risiko

Nur keine Angst vor zeitgenössischen Komponisten. Denn egal ob beim esoterischen Nähkränzchen oder beim Jogging durch den Park: Philip Glass tut keinem weh. VON THOMAS EDER

Fotos: Pasquale Maria Salerno, Orange Mountain Music, Rainer Lück, Spielstätten Graz

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hilip Glass weiß, dass seine Musik belächelt wird. Das hat der Komponist in Interviews oft genug zu verstehen gegeben – meist mit einem resignierten Schmunzeln auf den Lippen. Er macht es seinen Kritikern aber auch einfach: Schreibt ein Concerto für Tirol Werbung, komponiert Soundtracks für Blockbuster wie „The Truman Show“ und verbeugt sich in seiner 1. und 4. Symphonie vor den Melodien David Bowies. Dazu das allgegenwärtige Zelebrieren des Wohlklanges, der kultische Charakter der Wiederholung. Da schrillen die Alarmglocken der Adorno-Verehrer, da sieht man die Errungenschaften der Neuen Musik in Gefahr. Grabenkriege dieser Art sind nichts Neues. Man erinnere sich nur an die intellektuellen Ringkämpfe zwischen Wagner und Brahms oder Stravinsky und Schönberg. Heute ist klar: Keiner hat verloren, alle haben gewonnen. Und in hundert Jahren lacht man verständnislos über die bösen Worte, die Glass über sich ergehen lassen musste. Oder auch nicht. Denn der populärste Komponist Amerikas stagniert seit etwa 30 Jahren – und das nicht gerade auf hohem Niveau. Vor dieser Zeit war Glass ein Rebell der Minimal Music, der mit „Einstein on the Beach“ die Dramaturgie der Oper auf den Kopf stellte. Fünf lange Stunden wurden melodische, harmonische und sprachliche Zellen wiederholt, bis schließlich alle Konnotationen eliminiert waren. Was blieb, war reiner Klang, befreit vom Schwulst und Subjektivismus der Romantik. Glass hatte damit einen ähnlichen Effekt erzielt wie die europäische Avantgarde, ohne auch nur in Ansätzen dissonant zu klingen. Nach dieser Großtat folgte ausgerechnet die Hinwendung zur romantischen Geste und der Durchschnittshörer hatte endlich was er brauchte: Einen repetitiven Klangteppich, auf den er sich fallen lassen konnte und AUGUST 2012

sehnsuchtsvolle Melodien, die zum Träumen, jedoch nicht zum Denken anregten. Diesem Erfolgsrezept blieb Glass für Jahrzehnte treu. Nun also das neue Werk. Am Neujahrstag in Linz uraufgeführt und kürzlich auf CD erschienen – dem Chefdirigenten Dennis Russell Davies, einem großen Bewunderer und Freund des Komponisten, sei Dank. Und als Verehrer des rebellischen Frühwerks beginnt man zu hoffen. Schließlich handelt es sich um die 9. Symphonie – die sagenumwobene, die gefährliche, die Symphonie, die bereits so viele Komponisten unter sich begrub und ebenso viele zu Höchstleistungen anspornte. Doch Glass geht kein Risiko ein und klaut wie immer bei sich selbst. Wenn etwas überrascht, dann der symmetrische Aufbau der einzelnen Sätze sowie der gesamten Symphonie: Leise, laut, leise. Auch die ungelenk integrierten Schlaginstrumente lassen aufhorchen und stören den hochprofessionellen Wohlklang. Aber egal, Hauptsache das Fließband läuft: Glass hat nun auch die Neunte hinter sich gebracht, die Zehnte liegt bereits zur Aufführung bereit und es ist nichts passiert. Von wegen sagenumwoben. Von wegen gefährlich.

Philip Glass – Symphony No. 9 Eingespielt vom Bruckner Orchester Linz unter der Leitung von Dennis Russell Davies. Erschienen bei Orange Mountain Music, ca. 50 Minuten, 19,99 Euro. Könnte Hörern gefallen, die auch Max Richter, Ludovico Einaudi und Jean Sibelius schätzen. Biographie und Diskografie unter www.philipglass.com

LESBAR TA G E B U C H Peter Sloterdijk schreibt Tagebuch. Das ist doch mal eine schöne Neuigkeit. Zumindest schreibt er so etwas ähnliches wie Tagebuch. Seit vierzig Jahren macht sich der deutsche Philosoph Notizen zum täglich alltäglichen. Eine transkribierte Auswahl der Jahre 2008 bis 2011 erscheint im August bei Suhrkamp und verspricht viel Merkwürdiges und Amüsantes, sowie einiges vom Peinlichen und Belanglosen. Peter Sloterdijk, Zeilen und Tage, Notizen 2008 bis 2011, 639 Seiten, Suhrkamp, 25,70 Euro.

AVISO (I) KONZERT Noch bis zum 10. September erklingen jeden Montag die Schlosskonzerte in Eggenberg. Die bereits 40 Jahre währende Tradition wird heuer unter dem Titel „Solo für einen Pfau“ fortgesetzt. Im Planetensaal des Schloss Eggenberg spielen unter anderem das Klavierduo Stenzl und Nicholas Angelich. Jeden Montag bis zum 10. 9. 2012 im Schloss Eggenberg.

AVISO (II)

OPER Es gibt wenige Orte, die es mit der Arena di Verona, dem alten Amphietheater in der Stadt von Romeo und Julia, aufnehmen können. Die Grazer Kasematten sind zumindest sehr nah dran. Deshalb passt es auch gut, dass Aida, sonst in Verona daheim, am 19. August ein Gastspiel in Graz hat. Sollten Sie also heuer nicht in Italien urlauben, ist dieser Termin ein guter Trost. Am 19. August, 20 Uhr, Kasemattenbühne. FA Z I T

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KOMMENTAR

Thurm macht Schluss!

Allmonatliche Finalbetrachtungen von Michael Thurm

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aben auch Sie abgestimmt? Wenn Sie Bürger oder Bürgerin der Stadt Graz sind, dann waren Sie ja in der Pflicht ihre Meinung zum Ankauf der Reininghausgründe und zur Einführung einer Umweltzone abzugeben. Dabei gab es natürlich genügend Gründe den Umschlag, der so opulent mit Oberflächlichkeiten befüllt war, gleich wieder der städtischen Müllabfuhr zu übergeben. Die Stadt hatte uns vor eine Wahl gestellt, die sich zwar auf den ersten Blick mit Ja und Nein beantworten ließ, bei der aber offen war und immer noch offen ist, ob ein Ja ein Ja und ein Nein ein Nein ist. Wir hatten zum ersten die Wahl, ob die Stadt für 75 Millionen Euro eine Firma kaufen soll, der die Reininghausgründe gehören. So war die Frage allerdings nicht formuliert. Und wir hatten zum zweiten die Wahl, ob wir einer halbherzigen Fahrverbotsregel zustimmen, von der niemand weiß, ob sie das bringt, was sie bringen soll. Im ersten wie im zweiten Fall sind zu wenig Details bekannt gewesen – auch die Infobroschüre der Stadt Graz, die zusammen mit den Abstimmungsunterlagen verschickt wurde, brachte da wenig Neues. Es waren vor allem die schönen Computergrafiken

Wo war das Kästchen in dem all jene ein Kreuz machen konnten, die sich ein vernünftiges Gesamtpaket wünschen?

eines futuristischen Stadtteils und das Versprechen auf ein bisschen bessere Luft, mit denen man hoffte, die Grazer zur Zustimmung zu bewegen. Das war offensichtlich zu wenig. Die Wahl zwischen dem unbefriedigenden Status Quo und der von schönen Versprechungen getriebenen Hoffnung auf ein schöneres Graz wurde eindeutig entschieden. Besonders bei der Umweltzone hat die Informationspolitik der Stadt wenig dazu beigetragen, dass man sich aus vernünftigen Gründen dafür entscheiden konnte. Die Gegner hatten da einen eindeutigen Argumentationsvorsprung. Unter den oberflächlichen Pro- und Kontraargumenten der Stadt fand sich statt eines aufklärenden Benchmarkings über Erfolge in anderen Städten, das schönste bon mot zu dieser Befragung. In ihrer eigenen Broschüre stellt die Stadt erstmals und in nie dagewesenen Ehrlichkeit fest: „Der öffentliche Verkeher ist derzeit unzureichend ausgebaut und somit kaum attraktiv“ Warum das nun ein Argument gegen die Umweltzone ist, konnte Nagl schon in seiner ersten ÖVP-Befragung zur Umweltzone nicht erklären. Bei aller berechtigter Kritik an den Grazer Linien – so schlimm ist‘s dann doch nicht. Dabei wären vernünftigere Argumente in jedem Fall nötig gewesen. Gerade bei der Umweltzone stand jede und jeder vor dem Dilemma, dass er sich entweder für einen halbgaren Lösungsversuch zum Feinstaubproblem entscheiden musste oder mit einem „Nein“ auch dieses kleine Signal im Keim erstickt, dass gegen zu hohes Verkehrsaufkommen und schlechte Luft etwas getan werden muss. Wo war das Kästchen in dem all jene ein Kreuz machen konnten, die sich ein vernünftiges Gesamtpaket wünschen, bei dem alle Bereiche, also Verkehr, Hausbrand und Industrie ihren Beitrag leisten? Die meisten haben sich offensichtlich gegen die Umweltzone entschieden, in der Hoffnung, dass doch noch irgendwann ein besse-

rer Vorschlag kommt. Ob dieser dann auch durch eine Bürgerbefragung legitimiert werden wird, ist eben so offen wie sein genauer Inhalt. Und so weiß ich nach dieser jüngsten Grazer Bürgerbefragung nicht, ob ich noch einmal darauf hoffen soll, dass die Stadt eine weitere Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung auf die Beine stellt. Wenn Nagl aber erneut seine oft demonstrierte Lernfähigkeit unter Beweis stellt, könnte es nach der Wahl im Jänner 2013 tatsächlich mehrere Bürgerbefragungen geben, die frei vom Verdacht des Wahlkampfmanövers und der Bürgerverblödung sind.

Sie erreichen den Autor unter michael.thurm@wmedia.at

Herausgeber Horst Futterer, Christian Klepej & Mag. Johannes Tandl Medieninhaber & Verleger Klepej & Tandl OG, 8010 Graz Chefredaktion Christian Klepej, Mag. Johannes Tandl Leitender Redakteur Michael Thurm Redaktion Mag. (FH) Michael Neumayr, Mag. Maryam Laura Moazedi, Ann-Marie Stark, Mag. Josef Schiffer, Mag. Johannes Pratl, Helmut Wagner, Karl Zaunschirm, Katharina Zimmermann, Vanessa Fuchs (Organisation) Lektorat x-korrektor, Victoria Graf Grafik & Produktion noahgraphics Vertrieb & Anzeigenleitung Horst Futterer Kundenberatung DI (FH) Gerald Gaksch, Sophie Serec Redaktionsanschrift Kalchberggasse 1/II, A-8010 Graz, T. 0316/671929*0. F.*33, office@wmedia.at WWW.WMEDIA.AT AUSGABE AUGUST 2012 / IX. Jahrgang / Nr. 85 FAZIT © WMedia/Klepej &Tandl Graz Alle Rechte vorbehalten. Mit

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Fazit 85  

Fazit Ausgabe 85 (August 2012)

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