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SPECIAL

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e n t g e l t l i c h e Ve r l a g s b e i l a g e z u F a l t e r 4 0 , 2 0 1 4

Fotos: Karin Wasner (2), Anna-Clara Holmberg, LOFFICE Coworking Wien

d  Gründen in Wien d

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Tag der Start-ups in Wien d  d  d  d  d 

W e r i n v e s t i e r t i n I d e e n ?     Brigitte Ederer, Oliver Holle und Gerhard Hirczi im Gespräch W e r h i l f t b e i m G r ü n d e n ?     Unterstützung und Förderleistungen in der Stadt W o g i b t e s d i e b e s t e n Ti p p s z u m G r ü n d e n ?     120 Unternehmen zeigen, wie es geht W i e w i r d e i n e I d e e z u m E r f o l g ?     Wiener Start-ups erzählen ihre Geschichte A l l e L o c a t i o n s b e i „ G r ü n d e n i n W i e n “     Eine Karte zeigt sie auf einen Blick


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Gründen in wien

„International sichtbarer werden!“

Sie investieren in Wiener Start-ups: Brigitte Ederer, Aufsichtsratsvorsitzende der ÖBB und Business Angel, Oliver Holle, Start-up-Gründer und Investor, sowie Gerhard Hirczi, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien

um Gründen braucht man Geld. Das kommt zum einen als Förderleistung von der Wirtschaftsagentur Wien. Doch ein Start-up benötigt für den Markteintritt auch Finanziers. Wir baten die Investorin Brigitte Ederer und den Investor ­Oliver Holle sowie den Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien Gerhard Hirczi zu einem Gespräch über das Investitionsklima in Wien.

Falter special: Frau Ederer, Sie sind nun auch als Business Angel tätig. Was ist denn das? Brigitte Ederer: Die Bezeichnung für eine Investierende – nur ist ein Business Angel vielleicht mit mehr Herz bei der Sache …

Gerhard Hirczi: Und wenn es vor der Investition nicht dabei ist, dann kommt es im Verlauf der Tätigkeit für das Start-up zum Vorschein … Ederer: … ziemlich sicher. Mir ist es

ein Anliegen, dass die Start-up-Szene in Wien mehr Gewicht bekommt.

Den Zugang zu ihr habe ich über die Investoren Hansi Hansmann und Oliver Holle bekommen und versuche nun, meinen Teil zur Stärkung der Start-up-Szene in Wien beizutragen. Was mich dabei besonders fasziniert, ist ihre hohe Innovationsdynamik.

Oliver Holle: Als ich 1992 mit meinem Start-up SYSIS begonnen habe, wussten wir noch nichts von In-

novationsprozessen, wie sie große Unternehmen für ihre Neuerungen entwickeln. Doch mittlerweile gibt es das auch für Start-ups. Im Internet findet man dazu Informationen unter dem Stichwort „Lean Startup-Paradigma“. Da erfährt man, wie man von seiner Idee zu einem marktfähigen Produkt kommt. Mit einem marktfähigen Produkt macht man sich auf die Suche nach Finanziers oder Business Angels.

Programmpunkt Infos: www.gruendeninwien.at „The stage is yours! powered by CONDA Crowdinvesting“: Im Wohnwagon, 7., MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, kann man von 11.30 bis 17.30 Uhr seine Idee der Crowd und der Jury präsentieren – von der innovativen Weltverbesserungsidee bis zum Investment Case. Auch der Unterhaltungsfaktor ist wichtig! 4 von 5 Pitch-Slots werden vorab vergeben, einer bleibt jeweils für am selben Tag registrierte Pitcher frei. Rundherum stellen sich Start-ups wie

Wohnwagon, NIXE, Burgermasta, EgoKits etc. vor. „Hardware Start-ups on Stage“: In den Barocken Suiten, 7., Museums-Quartier, Museumsplatz 1, heißt es von 17 bis 20 Uhr „Bühne frei!“ für neue Technologie! Ausgewählte Start-ups haben die Chance, live auf der Bühne – vor anderen „Talents“ und Expertinnen und Experten renommierter Unternehmen – zu pitchen! Mehr Infos und zur Anmeldung: www.gruendeninwien.at

Heute ist ein solcher Innovationsprozess mit rund 300.000 Euro und in ein paar Monaten möglich. Anfang 2000 ging man noch davon aus, dass dazu mehrere Millionen notwendig sind. Das ist schon eine enorm positive Entwicklung, die viele Geschäftsideen heute möglich macht.

Hirczi: Die Finanzierung des Markt-

eintritts ist die Aufgabe von Investierenden. Die Beratung für den Start mit einer Idee und später die Förderung eines Produkts bieten wir in der Wirtschaftsagentur an. Wir investieren öffentliches Geld. Unser Finanzierungscoaching etwa hilft, schon beim Start auf die wichtigsten Geschäftsfaktoren aufmerksam zu werden. Mit Erfolg: Über siebzig Prozent derer, die bei uns ein Coaching machen, gründen tatsächlich ein Start-up. Von denen sind seit 2008 noch 94 Prozent im Geschäft.

Ederer: Eine erstaunlich hohe Zahl!

Das Grundproblem, das ich bei Start-ups wahrnehme, ist die Gefahr

Fotos: Karin Wasner

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Gründen in wien

SPECIAL

der Selbstausbeutung. Und dass man sich dabei verrennt. Man will nicht wahrhaben, dass man womöglich auf dem falschen Weg ist. Daher ist es für Start-ups wichtig, sich erfahrene Personen von außen zu holen, die für ein entsprechendes Feedback sorgen können.

Holle: Es ist eine unternehmeri-

sche Aufgabe von Start-ups, sich um Business Angels zu kümmern, die mit Geld und Erfahrung unterstützen. Man findet sie in Netzwerken und auf Onlineplattformen wie dem Equity-Finder von Austria Wirtschaftsservice AWS oder bei privat organisierten Events. Man muss sich persönlich um die Investierenden kümmern, denn letztlich ist eine Investition immer eine Frage persönlichen Vertrauens.

Ederer: Für einen geringen Mitgliedsbeitrag beim AWS erhält man auch regelmäßig ausgezeichnete Informationen über junge Unternehmen, die Investoren suchen. Hirczi: Und bei Veranstaltungen

wie dem Pioneers Festival in Wien findet man sie auch. Wien verfügt mittlerweile über eine beeindruckende Start-up-Szene. Darunter befinden sich viele Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund. Letztes Jahr hatten wir Gründerinnen und Gründer in Wien aus 130 Nationen, also praktisch aus der ganzen Welt. Leider sind wir bei den Investierenden noch nicht so international. Da fehlt es am meisten.

Ederer: Paradoxerweise ist Wiens

Ruf als Stadt mit hoher Lebensqua-

Holle: Die internationale Techno-

„Um internationale ­ Kontakte kümmern.“  Oliver Holle

„Es heimischen Investierenden erleichtern.“ Brigitte Ederer

„Pro Jahr über 8.000 ­ Wiener Gründungen.“ Gerhard Hirczi lität, mit Musik und Kultur gerade in Wirtschafts- und Investierendenkreisen wenig nützlich. So können sich die wichtigsten Persönlichkeiten im weltweiten Wirtschaftsgeschehen Wien als Wirtschaftsstandort kaum vorstellen. Sie gehen bei einem Wienbesuch womöglich in die Oper, kommen aber nicht auf die Idee, die Stadt für Investitionen wahrzunehmen.

logie- und Investierendenszene ist eigentlich vergleichsweise klein. Damit ist sie allerdings auch recht einfach zu erreichen. Das ist ein Vorteil. Doch sie denkt in ganz anderen Kategorien als Kunst und Kultur …

Ederer: … das war wohl auch früher schon so, etwa bei Technikpionieren wie Siemens oder Edison …

Holle: Ja, und man muss in Wien lernen, sich in dieser Szene bemerkbar zu machen. Mit Marketinggags ist da nichts zu machen. Es braucht eine starke Start-up-Szene mit spannenden Innovationen. Wir müssen uns ständig um internationale Kontakte kümmern und an internationalen Benchmarks orientieren. Wir müssen in der Welt der Investierenden sichtbar werden. Hirczi: Gerade ist es geglückt, dass Cisco in Wien sein Entrepreneursin-Residence-Programm startet – und nicht in London oder Berlin. Wir haben auch entdeckt, dass der südkoreanische Markt für uns entwickelbar ist. Daher laden wir auf unsere Kosten ein südkoreanisches Start-up zum Pioneers Festival. Auch Franz Beckenbauer ist als Investor bei einem heimischen Biotech-Startup eingestiegen. Immerhin werden pro Jahr in Wien 8.000 Betriebe gegründet, ein Drittel davon beschäftigt mehr als eine Person. Was, könnte man sagen, ist das schon bei 800.000 Beschäftigten in der Stadt? Doch diese Neugründungen sind der Motor des Wirtschaftslebens und 8.000 pro Jahr macht in zehn Jahren 80.000 neue Unternehmen.

Begriffe aus der Start-up-Szene Accelerator: verhilft Start-ups in einem be-

sonengruppe, die bereit ist, eine Idee zu unter-

Inkubator: In der Gründungsszene stellen

stimmten Zeitraum durch Coachings und Ser-

stützen. Eine Möglichkeit für Gründerinnen und

Inkubatoren Start-ups eine Umgebung zur Ver-

viceleistungen zu einer schnellen Entwicklung.

Gründer, Kapital für die Realisierung ihrer Ideen

fügung, die optimale Bedingungen für einen

Business Angel: Menschen mit unternehme-

zu sammeln, indem sie andere überzeugen.

erfolgreichen Start ins Geschäftsleben bietet.

rischer Erfahrung, die Entrepreneurs finanziell,

Crowdinvesting: Finanzierung von Start-ups

Skalieren: Größenveränderung – expandie-

mit Know-how und Netzwerken unterstützen.

durch viele Einzelne. Im Gegenzug halten Per-

ren oder wachsen.

Co-working Space: (größere) Räumlichkei-

sonen oder kleinere Gruppen Anteile an dem

Start-up: ein kürzlich gegründetes Unterneh-

ten, die gemeinsam von FreiberuflerInnen,

jeweiligen jungen Unternehmen.

men, das sich durch einen bestimmten Grad

Kreativen und Start-ups als Arbeitsplätze ge-

Entrepreneur: Begriff für Unternehmerin

an Innovation und Skalierungsmöglichkeiten

nutzt werden. Diese müssen nicht unbedingt

oder Unternehmer. Er steht für Persönlichkei-

auszeichnet.

zusammenarbeiten. Die Nutzung der Räum-

ten, die mit großer Verantwortung und gleich-

Venture Capital: Wagnis- oder Risikokapital,

lichkeiten ist unverbindlich und zeitlich flexibel.

zeitig hohem Risiko umgehen können und ihr

das als Beteiligung in als riskant geltende Unter-

Crowdfunding: Finanzierung durch eine Per-

Unternehmen zum Erfolg führen.

nehmen investiert wird.

3 Ederer: Jede neue wirtschaftliche

Entwicklung vernichtet Arbeitsplätze – das zieht sich durch die Wirtschaftsgeschichte. Doch es entstehen dabei auch ständig neue Formen der Beschäftigung. So auch jetzt – nur orientieren sie sich halt nicht an unserer Vorstellung von herkömmlichen Arbeitsplätzen.

Holle: Wir haben in Wien einen

Nachteil im Vergleich zu Berlin oder London. Dort sitzen die Investmentfonds mit der großen Brieftasche, man kann mit ihnen auf ein Bier gehen – und das stärkt das Vertrauen. Start-ups in Wien müssen zu ihren ausländischen Investierenden fliegen, können nicht ständig in persönlichem Kontakt stehen, das macht es schwieriger. Gerade deswegen brauchen wir Netzwerke und persönliche Achsen nach außen ganz stark.

Ederer: Man könnte es auch der

heimischen Investierendenszene leichter machen. Etwa indem man für Fonds, die ihr Geld ausschließlich in Unternehmensentwicklungen stecken, die Mindestsumme von 100.000 auf bis zu 30.000 Euro senkt. Viele Menschen, die es zu Geld gebracht haben, möchten davon ihrem Land oder ihrer Stadt etwas zurückgeben, indem sie in Start-ups investieren und Arbeitsplätze schaffen. Doch dafür muss der gesetzliche und administrative Rahmen für Investitionen stimmen. Hier kann wirklich noch einiges getan werden.

Holle: Wir mit unserer Firma Speedinvest sind stolz darauf, 34 vermögende Personen gefunden zu haben, die wir zu Investitionen in heimische Start-ups bewegen konnten. Hirczi: Wien bietet Start-ups eine

Reihe von Vorteilen, die sie in anderen Städten missen müssen. Bei uns gibt es neben kostenloser Beratung und Coaching auch finanzielle Förderungen. Immerhin 60 Prozent der bestehenden Start-ups haben solche Förderleistungen bezogen. Wenn wir jetzt auch noch die Investorenszene für unsere Start-ups gewinnen können, sollte die Kulturstadt Wien auch zu einem europäischen Startup-Hub werden.  Moderation: Christian Zillner


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Gründen in wien

Gründen, aber wie? In Wien entstehen jährlich über 8.000 ­Unternehmen. ­Guten Rat für Gründungswillige gibt es dafür sogar kostenlos, wenn man weiß, wo und bei wem …

urch reden kommen die Leute zusammen“, sagte schon meine Großmutter. Heute nennen wir es Kommunikation und Netzwerken. Damals wie heute geht es dabei um dasselbe – den Austausch von Erfahrungen und Wissen. Um eine gute Geschäftsidee umzusetzen oder eine eigene Firma gründen zu können, braucht es das – und tatkräftige Unterstützung. „Seit 2008 fördern wir Start-ups intensiv. Seit damals hat sich die Start-up-Szene in Wien grundlegend geändert. Um die enorme Kraft und Leistung der Jungunternehmerinnen und -unternehmer zu zeigen, veranstalten wir am 10. Oktober zum ersten Mal ,Gründen in Wien‘“, freut sich Gabriele Tatzberger über das Pilotprojekt. Viele Start-ups und Stakeholder machen beim Tag der offenen Tür mit und gewähren Interessierten Einblick in ihr Unternehmen. Mit der Veranstaltung, die in mehreren Bezirken stattfindet, möchte die Wirtschaftsagentur vor allem Jugendliche und Studierende ansprechen, die Start-upSzene aber auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen. „Zu uns kann kommen, wer eine

Co-working Space

­ nternehmensgründung plant. U Oder sich erste Gedanken darüber macht und auf der Suche nach Informationen ist“, erklärt die Abteilungsleiterin der „Start-up-Services“ (vormals „Mingo“). „Unser Angebot reicht von einem Orientierungsgespräch bis zu speziellen Angeboten wie einem vierstündigen, kostenlosen Coaching mit unseren Expertinnen und Experten. Dazu gibt es über hundert Work-

in Wien. Das Unternehmen ist selbst ein Start-up

shops, die wir in unserer Academy zu verschiedenen Themen kostenlos anbieten.“ Die Themen sind vielfältig – vom Erstellen eines Businessplans über Finanzierungsmöglichkeiten, Fragen des Steuerrechts bis hin zu Marketing und Personalmanagement. Dieses Leistungspaket der Startup-Services hat sich bewährt: Über 7.500 Personen kamen bislang in die Academy, 2.500 nahmen das

unterstützung für Start-ups 50.000 Firmen in Wien sind Ein-PersonenUnternehmen. Die Zahl der kleinen- und mittelständischen Unternehmen macht über neunzig Prozent aller Betriebe aus. Daher ist Kooperation für Innovation und Entwicklung besonders wichtig. Mit den richtigen Kooperationspartnern werden Entwicklungsprozesse beschleunigt und wird der Markteintritt erleichtert. Eva Czernohorszky, Expertin für TechnologieServices der Wirtschafts­agentur, sagt dazu: „Wir vernetzen die Start-ups, die etwa 20 Prozent unserer Zielgruppe ausmachen, und kleine sowie mittelständische Unternehmen mit den großen, aber auch mit anderen Ansprechpartnern wie der Stadt Wien, der Wirtschaftskammer, der

Außenwirtschaft, der Austrian Business Agency ABA. Sie alle sind auch unsere Kooperationspartner. Unsere Stärke ist ein gutes Wissen über Unternehmen, die in Wien Innovationsprojekte durchführen oder Innovationsprodukte ­entwickelt haben.“ Das Dienstleistungspaket der Wirtschaftsagentur Wien für Kunden wird ständig erweitert. So arbeitet man gerade daran, einen Raum zu schaffen, wo sich die Unternehmen gegenseitig ­coachen können. Auch läuft eine Bedarfserhebung, wie ein Life-ScienceInkubator ausschauen könnte, der die Stadt Wien als Innovationsstandort noch attraktiver macht.

Coaching-Programm in Anspruch. 40 Prozent der Interessierten waren Personen mit Migrationshintergrund. Eine Evaluierung der Angebote brachte erstaunliche Ergebnisse: Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich 72 Prozent dazu entschlossen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. 94 Prozent dieser Gründungen bestehen bis heute. Davon sind ein Viertel Arbeitgeberbetriebe und 28 Prozent Teamgründungen. Gerade Firmen, die von einer Gemeinschaft gegründet wurden, wachsen am schnellsten, denn sie haben dafür die entsprechenden Kapazitäten. „Ich liebe meine Arbeit“, sagt ­Gabriele Tatzberger. „Habe ich es doch mit Menschen zu tun, die mir nicht lang und breit erklären, wie schwierig alles ist und warum etwas nicht geht. Zu mir kommen Menschen, die zielstrebig ihren Weg verfolgen – und das ist sehr motivierend.“ Auch für spätere Phasen der Entwicklung von Unternehmen bietet die Wirtschaftsagentur Wien spezielle Angebote. Außerdem gibt es viele Veranstaltungen und Branchentreffs, wie den Award, der alle zwei Jahre ausgeschrieben wird.  Text: Nora Fuchs

Foto: LOFFICE Coworking Wien

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Ein Beispiel für einen


SPECIAL

1. Öffentliche Unterstützungseinrichtungen

1.3. Inkubatoren & Accelerators

1.1. Nicht-finanzielle Unterstützung

INiTS unterstützt universitäre Gründerinnen und Gründer bei der Entwicklung, dem Start und dem Wachstum ihrer TechnologieUnternehmen. Während eines 18-monatigen Programms erhalten Start-ups finanzielle und praktische Unterstützung, Ressourcen, ein Netzwerk und einen Büroraum, um den Weg zum nächsten Level zu erleichtern. ++ Start-up Camp (100-Tage). www.inits.at

Entrepreneurship Center Network (ECN) Das ECN ist eine Gemeinschaftsinitiative von sechs Wiener Universitäten zur Förderung und Unterstützung des Unternehmertums unter Studierenden. www.ecnetwork.at Die Wiener Universitäten Die Wiener Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften engagieren sich für die Förderung von Start-ups, z. B. das Institut für Entrepreneurship & Innovation an der WU Wien. www.e-and-i.org

INiTS

2. Private Unterstützungseinrichtung 2.1. Networking & Promotion AIESEC

Junge Wirtschaft Die Junge Wirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich ist die Interessensvertretung der Gründerinnen und Jungunternehmer. www.jungewirtschaft.at

Die größte Von-Studierenden-für-StudierendeOrganisation weltweit ist auch mit Hochschulaktivitäten in der Unterstützung von Start-ups und Unternehmertum tätig. www.aiesec.at

Wirtschaftsagentur Wien Die Wirtschaftsagentur Wien berät Wiener Unternehmen aller Größen und Branchen bei unternehmerischen Fragen. Die kostenlosen Serviceleistungen für Gründerinnen und Jungunternehmer: Beratung in 15 verschiedenen Sprachen, individuelle Coachings und Workshops. www.wirtschaftsagentur.at

Austrianstartups Gemeinnützige Plattform der österreichischen Start-up-Gemeinschaft, die auch von dieser und für diese gegründet wurde, mit dem Ziel, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen und das unternehmerische Ökosystem zu stärken. Sie bietet eine Übersicht des Wiener Start-up-Ökosystems (z. B. Internet und Mobiltelefon-Bereich) und organisiert Networking-Veranstaltungen. www.austrianstartups.com

Wirtschaftskammer Die Wirtschaftskammer Österreich ist die öffentlich-rechtliche Interessenvertretung für die Mehrheit der österreichischen Unternehmen. Gründerservice (www.gruenderservice.net), Go International (www.go-international.at) und Außenwirtschaft Austria. www.wko.at 1.2. Finanzielle Unterstützung Arbeitsmarktservice (AMS) Das Arbeitsmarktservice bietet ein spezielles Programm für potenzielle Geschäftsgründende. www.ams.at Austria Wirtschaftsservice (AWS) Austria Wirtschaftsservice ist die Förder- und Finanzierungsbank der Republik Österreich für die Förderung und Finanzierung von Unternehmen mit einer Vielzahl von spezialisierten Dienstleistungen für Start-ups wie etwa „i2 – Die Börse für Business Angels“ (Austrian Business Angel Network), AWS Gründerfonds (founders’ fund) und Business Angel Fonds, Risikokapital-Initiativen, spezielle Aufrufe und Förderprogramme für Start-ups (z. B. Impulse, Double Equity, Life Science Austria, CleantechInitiative). www.awsg.at Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) Nationale Förderungsgesellschaft für angewandte Forschung und Entwicklung in Österreich. Start-up-Unterstützung mit den Programmen „Start-up-Finanzierung“ und „Innovationsscheck“. www.ffg.at WAFF Wiener ArbeitnehmerInnenFörderungsfonds Unterstützt, unter anderem, Innovationsprojekte im Rahmen der bestehenden Unternehmen. www.waff.at

Wirtschaftsagentur Wien Überblick über alle Förderangebote der ­Wirtschaftsagentur Wien: www.wirtschaftsagentur.at

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Start-up-Ökosystem in Wien

BarCamp Wien BarCamp veranstaltet regelmäßig „Unkonferenzen” und möchte eine offene Umgebung für das Lernen und den Austausch zur Verfügung stellen. www.barcamp.at/Wien Business Angel Days Jährliche Konferenz zum Thema Unternehmertum und Angel-Investitionen. Termin Mitte November. www.businessangelday.com i2b Der größte Businessplan-Wettbewerb in ­Österreich. www.i2b.at icon-s Das Juniorunternehmen (Studierendenfirma) in Wien ist in der unternehmerischen Unterstützung/Beratung tätig. www.icons.at IncrediblEurope (Brainswork) Eine private Bottom-up-Initiative zur Förderung eines besseren Verständnisses des europäischen Potenzials hinsichtlich Innovation und Kreativität. Jährliches Gipfeltreffen in Wien. Neue Veranstaltung: „BrainsLounge“ (Vorträge, Brainworking, Experimente). www.incredibleurope.com Mehrblick Mehrblick führt eine Reihe von Projekten und Initiativen zur Förderung des UnternehmerInnengeistes in Österreich durch (z. B. die Kampagne „Ja wir tun“, die Veranstaltungen „IdeenAlm“ und „IdeenLounge“, ­Andersdenker-Konferenz „SchumBeta“, ­Cleantech Co-working Bereich „Treibhaus“). www.mehrblick.at www.ywd365.com www.schumbeta.at Social Impact Award Jährliche Auszeichnung für soziale Geschäftsideen & Start-ups. Von HUB Wien Inkubation koordiniert, dient es als Kanal für das HUB Accelerator programm (siehe unten). www.socialimpactaward.net

Sustainable Entrepreneurship Award (SEA) Jährliche internationale Auszeichnung für die Würdigung nachhaltiger Geschäftspraktiken. Galaveranstaltung in Wien. www.se-award.org STARTeurope / Pioneers

Organisiert Networking und Veranstaltungen zu Ideenreichtum und Pitching-Events in Österreich und anderen europäischen Ländern („Startup Live“). Die größte Veranstaltung ist das internationale „Festival der Pioniere“ in der Hofburg Wien. www.starteurope.at www.pioneers.io TEDx Vienna Unabhängig organisierte TED-Veranstaltung in Wien, mit Termin im November. www.tedxvienna.at

uniforce Consulting Junior-Unternehmen, bietet Beratungsservice inkl. Start-up-Beratung. www.uniforce.at Uni Management Club Studentenvereinigung, die neben vielen ­anderen Veranstaltungen die win² Konferenz veranstaltet. www.unimc.at What A Venture Ein virtueller Schritt-für-Schritt-Leitfaden für Firmengründende. www.whataventure.com 2.2. Inkubatoren & Accelerators A1 Start-up Initiative Pro Jahr wird von A1 ein Start-up ausgezeich-

net und erhält Unterstützung in Form von unentgeltlicher Werbung und Büronutzung. www.a1.net/ueber-uns/zukunft/A1-Start-up Alps Ventures Inkubator mit Fokus auf IT-Start-ups mit ­Standorten in Österreich und Singapur. www.alpsventures.com Cisco Netzwerktechnologie-Anbieter Cisco und die Wirtschaftsagentur bringen fünf internationale Start-ups für 6 Monate nach Wien, die das ­„Cisco Entrepreneurs in Residence“ (EIR) P­ rogramm durchlaufen. www.cisco.com Frequentis start-up centre Frequentis, eines der führenden österreichischen Hightech-Unternehmen, betreibt einen Inkubator mit Fokus auf IT, Mobile, Ingenieurund technische Dienstleistungen. www.frequentis.com The HUB Vienna Der Co-working-Platz für Sozialunternehmer bietet auch ein Accelerator-Programm. http://vienna.impacthub.net/event/ accelerator-program-business-strategy i5invest Inkubator mit Schwerpunkt auf Web- und Mobile-Start-ups. http://i5invest.com Microsoft BizSpark Weltweites Accelerator-Programm von ­Microsoft. Bietet Start-ups Softwarewerkzeuge und Know-how für die Geschäftsentwicklung. www.microsoft.com/bizspark

Austrian Angel Investors Association Spezielle Interessengruppe der Business ­Angels in Österreich. www.aaia.at Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation Spezielle Interessengruppe der PE-und VCInvestoren in Österreich mit 55 Mitgliedern (80 Prozent des PE-Marktes). www.avco.at Business Angel Institute Forschungsinstitut mit Schwerpunkt auf der Untersuchung von Business Angels, bietet Workshops und Zertifikate für Business Angels. www.businessangelinstitute.org Conda Crowdinvesting-Plattform mit Standort in Wien. www.conda.at Constantia Industries Corporate Venturing http://ciag.at/new_business.html Cudos Capital „Unternehmer-Fonds“ mit Fokus auf die ­CEE-Länder. www.cudos-group.com Gamma Capital Partners Fokus auf wachstumsstarke Unternehmen im Technologiebereich in Österreich, der Schweiz und im CEE-Raum. www.gamma-capital.com i5invest Fokus: Startkapital und finanzielle ­Unterstützung für Web- und Mobilindustrie. http://i5invest.com Inismo Interaktive Investment-Plattform. www.inismo.com LilO – The Entrepreneur Boutique LilO bietet hochkreative, proaktive und

i­ndividuelle Leistungen im Bereich Fusion und Übernahme. www.liloventures.com Media4Equity Invest Equity Investor, bietet zusätzlich Werbeflächen und Marketingdienstleistungen. www.media4equity.com Mozart Venture Partners Frühphase-Investor für Technologie und neue Medien bietet Beratung von erfahrenen ­Mentoren. www.mozartventurepartners.com Mountain Cleantech Schweizer Private-Equity-Gesellschaft mit Sitz in Wien und Schwerpunkt auf Cleantech­Investitionen. Austria Wirtschaftsservice AWS ist einer der wichtigsten Investoren. www.mountain-cleantech.ch next march PE-Investitionen in Technologien, Internet und

neue Medien. www.nextmarch.com Pontis Capital Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial in IKT, ­Cleantech und Medtech. www.pontiscapital.at

2.3. Finanzierung

Speedinvest Der erste österreichische „Superangel Fonds“. Fokus: Web & Mobile. www.speedinvest.com

3TS Capital Partners Expansionskapital und Übernahme für CEE-Unternehmen in Wachstumsbranchen. www.3tscapital.com

Venionaire Capital Spezialisiert in den Bereichen Angel­Finanzierungen, Risikokapital und Unternehmensentwicklung. www.venionaire.com


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Gründen in wien

„Lebhaft, transparent und berechenbar“ Ist Wien eigentlich ein guter Ort für Start-ups? Drei Beispiele dürften das bestätigen. Sie schätzen neben der hohen Lebensqualität in der Stadt vor ­allem die guten Vernetzungsmöglichkeiten

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iabetes ist ein Problem für viele Menschen. „MySugr“, ein Wiener Start-up, will mit seinen Produkten und Services die Lebensfreude der Betroffenen heben. „Um uns ständig zu verbessern, pflegen wir internationale Kooperationen“, sagt Frederik Debong, Mitgründer von „MySugr“ und selbst Diabetiker. „Die Juvenile Diabetes Research Foundation, die Internationale Diabetes Federation und die Diabetes Hands Foundation sind nur einige, die uns unterstützen.“

wir unseren Business Angel Hansi Hansmann kennengelernt sowie erste Partner und Kunden.“ MySugr wurde 2011 vom HassoPlattnerVenturesForum zur „Most Promising Company“ gekürt und errang den 1. Platz bei der „Start-up Week Challenge“ in Wien.

Ein Spiel zur Unterstützung von Diabetes-Betroffenen 

Das Herzstück von „MySugr“ ist eine „Diabetes Management App“. Durch ihr Spielkonzept hilft sie ­Diabetikern, den Alltag zu meistern und dabei auch ein bisschen Spaß zu haben. Zudem werden eingetragene Daten für die Therapie genützt. Und so funktioniert das Spiel: Sogenannte „Challenges“ legen persönliche Ziele fest und helfen bei der Verwirklichung. Für jeden Eintrag ins Logbook gibt es Punkte und Feedback vom „Diabetes-Monster“. Mittlerweile arbeiten über zwanzig Personen an Produkten rund um das „Diabetes-Monster“. Ein Großteil des Teams leidet an Diabetes, viele davon seit der Kindheit. So bringt das Team neben Erfahrung und Wissen auch viel Engagement in die Projekte ein. „Einfach, weil wir wissen, wie entsetzlich Diabetes sein kann und wie einsam und ausgegrenzt man sich damit fühlt“, erklärt Debong. Er arbeitet gern in Wien. Vor allem wegen der hohen Lebensqualität und Mentalität der Menschen in der Stadt. „Man schätzt es hier, sich mit anderen Leuten zu treffen. So haben

MySugr (Bild oben), Matthias Reisinger vom ­Impact Hub ­Vienna, Andreas Tschas und ­Jürgen Furian vom P ­ ioneers Festival über Wien als Location für Start-ups

Zwei ungarische Schwestern haben Erfolg in Wien 

2009 entwickelten Anna und Kata Klementz das LOFFICE-Konzept. Als Inspiration diente den beiden eine Idee von Brad Neuberg, dem ersten Gründer einer Co-working-

Gruppe in San Francisco. Nachdem die Schwestern bei einer USA-Reise sein Co-working-Modell kennengelernt hatten, beschlossen sie, das Konzept für Budapest zu adaptieren. 2011 brachten sie es auch nach Wien. Künftig möchten sie auch Kinderbetreuung anbieten. „Unsere Motivation war, in beiden Ländern eine produktive und kollaborative Atmosphäre für junge Unternehmen zu schaffen“, sagt Kata. Neben der Vermietung von individuellen und flexiblen Arbeitsplätzen, Kleinbüros, Seminar- und Veranstaltungsräumen umfasst dies auch weiterführende Dienstleistungen wie Rechts-, Steuer-, IT-, Marketing-und PR-Beratung. „Unser Kundenstamm ist kontinuierlich gewachsen. Dank einer flexiblen Investorenstruktur sowie viel investierter Zeit und Herzblut läuft LOFFICE seit dem ersten Jahr profitabel. Darauf sind wir sehr stolz.“ Es macht für die beiden Sinn, in Wien zu leben und zu arbeiten. Hier herrscht eine andere Geschäftskultur als in Ungarn. „Die Zahlungsmoral ist gut und Streit gibt es selten. Wien ist für mich lebhaft, korrekt, transparent und berechenbar.“ Öffentliche Förderungen haben die Schwestern in der Startphase keine erhalten. „Einfach deshalb, weil wir zum damaligen Zeitpunkt gar nichts von dieser Möglichkeit gewusst haben.“ Der Tag „Gründen in Wien“ am 10. Oktober sowie weitere Informationsaktionen der Wirtschaftsagentur Wien sollen dem Nichtwissen abhelfen.

Beratung und Förderungen für Start-ups in Wien

Es ist ein ganzes Bündel an Leistungen, das Gründerinnen und Gründer bei der Wirtschaftsagentur


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Gründen in wien Programmpunkt Infos: www.gruendeninwien.at

Fotos: Karin Wasner, Pioneers, LOFFICE Coworking Wien, Anna-Clara Holmberg, Impact Hub Vienna

Sie haben Wien gewählt: die ungarischen Schwestern Anna und Kata Klementz mit ihrem Start-up

Wien abrufen können: kostenlose Beratungen und Coachings, Workshops zu Themen wie Finanzierung oder Guerillamarketing, günstige und flexible Büros für junge Teams, aber auch wichtige News und Infos zu aktuellen Themen in der Startup-Szene und finanzielle Unterstützung. Viel Wert legt man darauf, dass Start-ups mit den richtigen Kontakten zur Wirtschaft versorgt sind. „Dieses Service ist einzigartig auf der ganzen Welt, weil es allen Gründerinnen und Gründern zur Verfügung steht“, sagt ­A ndreas Tschas von der JFDI GmbH, Mitbegründer des ­„Pioneers Festival“.

Weltweite Netzwerke für 

unternehmerische Visionäre Das „Pioneers Festival“ will Menschen auf der ganzen Welt inspirieren und vernetzen. Das in Wien ansässige Team rund um Andreas Tschas und Jürgen Furian bestärkt unternehmerischen Pioniergeist. „Das Pioneers Festival ist die europaweit führende Veranstaltung für das Zusammentreffen von Zukunftstechnologien und Wissenschaft mit Entrepreneurship“, erklärt Tschas. „Es deckt eine brei-

te Palette an Themen ab. Im Fokus stehen Internet, Medizin, Künstliche ­Intelligenz, Robotik, Energie, Mobilität, Luft- und Raumfahrt.“ Auch bei „Frequentis“ ist das Netzwerk für Start-ups vorrangig. Das Wiener Hightech-Unternehmen bietet Kommunikations- und Informationssysteme im sicherheitskritischen Bereich an. Auf Initiative des Firmengründers Hannes Bardach wurde 2001 im 4. Bezirk ein Gründerzentrum errichtet.

LOFFICE

Seither fanden dort mehr als vierzig Unternehmen Unterstützung beim Sprung in die Selbstständigkeit. Start-ups können hier ohne eine Verpflichtung gegenüber Frequentis ihre Ideen entwickeln. Dabei ergeben sich immer wieder Synergieeffekte, die auch zu Kooperationen mit Frequentis-Projekten führen. „In den letzten fünf Jahren erlebt Wien eine Renaissance des Gründens. Wien wird zu einer Start-up-freundlichen Stadt mit

Beratung in 15 Sprachen Immer mehr internationale Gründerinnen und Gründer starten ihr Business in Wien. Das Erstellen des Businessplans kann aufgrund sprachlicher Barrieren zur Hürde werden – auch wenn viele bereits gut Deutsch sprechen. Denn es geht um Entscheidungen, die nachhaltige Auswirkungen haben. Die Muttersprache verleiht hier mehr Sicherheit. Daher bietet die Wirtschaftsagentur Wien kostenlose Beratungen in 15 Sprachen an. So können Internationale auch das gesamte Spektrum an Angeboten nützen. Es gibt sehr individuelle Angebote wie zum Beispiel ein exklusives Expansions-

Coaching für wachstumsmotivierte Unternehmen. Die Start-up Academy bietet kostenlose Workshops zu allen wichtigen Fragestellungen der Gründung. Mehrsprachige Gründungsworkshops bestehen in Kooperation mit den Wiener Volkshochschulen auch in den Bezirken. Die Nachfrage an mehrsprachigen Beratungsleistungen steigt rasant: von 2012 auf 2013 um 50 Prozent. Tendenz: weiter steigend. Jungen Unternehmen steht eine Palette von unterschiedlichen Förderungen zur Verfügung – denn gerade bei der Gründung ist die Finanzierung eine essenzielle Frage.

Sektor5 Q&A-Session: im Sektor 5, 5., Siebenbrunnengasse 44, ab 16 Uhr eine Q&A-Session mit Thomas Schranz von blossom.io, Gerald Stangl von MySugr und Florian Motlik von Codeship. LOFFICE: im LOFFICE Wien, 7., Schottenfeldgasse 85/1. „Frauen ohne Grenzen“ ab 18 Uhr für v. a. Frauen, die planen, sich in Wien selbstständig zu machen. Erfolgreiche Unternehmerinnen berichten und unterstützen. Impact Hub Vienna: Im Impact Hub Wien, 7., Lindengasse 56, Top 18–19, erfährt man die Entstehungsgeschichte. Führungen im 2-Stunden-Takt. Kick it! Tischfußball-Turnier im Vorfeld des Pioneers Festivals: An der Adresse 6., Getreidemarkt 11/17, findet ab 15:30 Uhr ein Wutzelturnier statt. Daneben Gespräche über Entrepreneurship & Zukunftstechnologien, die Evolution von Pioneers, das kommende Festival, Start-up-Ideen etc.

zahlreichen Organisationen, die Start-ups unterstützen. Aber es gibt noch viel zu tun. Vor allem mangelt es an Business Angels mit Risikokapital“, sagt Matthias Reisinger, Mitgründer von „Impact Hub Vienna“. Das „Hub“ bietet Start-ups, die an relevanten gesellschaftlichen Problemstellungen arbeiten, ein Peerto-peer-Netzwerk, in dem sie sich untereinander vernetzen können. Außerdem unterstützt es sie mit Coaching und Workshops.

Wien als starkes Öko­system

für Jungunternehmen

Mit dem Pioneers Festival haben ­Andreas Tschas und sein Team noch einiges vor: „Wir möchten in Wien ganz unabhängig von anderen ein erfolgreiches Ökosystem für Jungunternehmen aufbauen“, erklärt er. Wien habe großes Potenzial, seine Rolle als Drehscheibe in Mitteleuropa noch weiter auszubauen. Im internationalen Vergleich sieht er noch Verbesserungspotenzial im Hinblick auf das Ökosystem für Jungunternehmen und Investierende. Doch in einigen Bereichen schneidet Wien heute bereits besser ab als andere Text: Dieter Hönig Städte.


Ich will. Ich kann., Ich mach s.

wer ist wo

Sehen Sie hier die verschiedenen Stationen des Tages der offenen Tür. Die angeführten Adressen entsprechen nicht immer dem jeweiligen Unternehmenssitz. Die genauen Informationen zum Programm finden Sie auf gruendeninwien.at

1 Ashoka

27 Paradocks

2 Austria Wirtschaftsservice

28 Pixtri

3 blockhaus medienagentur

29 Pioneers Festival

4 Clusterhaus

30 Rochuspark

5 CO SPACE Gumpendorf

31 Sektor 5

6 CO SPACE Kandlgasse

32 Schneiderhof

7 CO SPACE Kirchengasse

33 schnittBOGEN

8 CONDA

34 seayou records

9 DEEPINTERFACE

35 siluh records

Tuchlauben 7a, 1010 Walcherstraße 11a, 1020 Stiftgasse 25, 1070

Siebenbrunnengasse 17, 1050 Gumpendorferstraße 68, 1060 Kandlgasse 6/1-3, 1070

Kirchengasse 44/1, 1070

MQ, Museumsplatz 1, 1070 Schleifmühlgasse 1/28, 1040

Marxergasse 24, 1030 Stauraczgasse 1/9, 1050 Getreidemarkt 11/17, 1060 Erdbergstraße 10, 1030 Siebenbrunnengasse 44, 1050 Diehlgasse 51/1, 1050 U-Bahnbogen Gürtellinie 3-4, 1060 Zirkusgasse 27/9, 1020 Zirkusgasse 27/9, 1020

10 Erste Bank

36 Spengergasse

11 Eventhub

37 Starte dein Projekt

Graben 21, 1010 Lilienbrunngasse 18, 1020

12 feinkoch

Theobaldgasse 14, 1060

13 FFG

MQ, Museumsplatz 1, 1070

14 FREQUENTIS

Phorusgasse 8, 1040

15 gebrüder stitch

Mariahilfer Straße 101/Top 33a, 1070

16 Happylab - Fab Lab Vienna Haussteinstraße 4/2, 1020

17 HARDWARETRIBE

MQ, Museumsplatz 1, 1070

18 Hilda.Henri

Phorusgasse 16/9, 1040

19 i2b - ideas to business

Future Lab Erste Bank, Filiale Lerchenfelderstraße 120, 1080

20 Impact Hub

Lindengasse 56, Top 18-19, 1070

Spengergasse 37-39, 1050 Innovation Hub der Erste Bank Neutorgasse 4, 1010

38 Stockwerk Coworking

Pater Schwartz Gasse 11A, 1150

39 Tailored Media Group

Heiligenstädterstraße 31, 1190

40 Unser Wein

Kirchengasse 13/7, 1070

41 Vangardist

Mariahilfer Straße 49, Top 15, 1060

42 Waltzing Atoms

Urania Laterne, Uraniastraße 1, 1010

43 Weißglut Architektur Stiftgasse 15-17/12, 1070

44 whatchado

Möllwaldplatz 4/39, 1040

45 Wirtschaftsagentur Wien

Büroflächen für Jungunternehmen, Mariahilfer Straße 136, 1150

46 Wirtschaftsagentur Wien

Büroflächen für Jungunternehmen im Media Quarter Marx, Maria Jacobi Gasse 1, 1030

21 INiTS Universitäres Gründerservice Graumanngasse 7/Stiege B/5. Stock, 1150

22 Kerschbaumers good leather goods Ulrichgasse 1, 1020

23 LOFFICE Coworking Wien Schottenfeldgasse 85, 1070

24 MONO Verlag

Ziegelofengasse 31/2/27, 1050

25 Nin Pranter

Breitegasse 19, 1070

47 Wirtschaftskammer Wien MQ, Museumsplatz 1, 1070

48 Wirtschaftspark Breitensee Goldschlagstraße 172, 1140

49 Young Enterprises

Liechtensteinstraße 25, 1090

50 Zur goldenen Forelle

Goldschlagstraße 172/5/OG 2, 1140

26 Papertown

Mollardgasse 85a/3/3/147, 1060

Grätzel-Treffs/Infopoints: 2. Bezirk: Nestroyplatz 5. Bezirk: Margaretenplatz 6. Bezirk: Mariahilfer Straße 7. Bezirk: Museumsquartier

i


Š Freytag-Berndt und Artaria KG, Wien, Austria, Europe


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Gründen in wien

Nachhaltig gründen

Wie kommt es zur Gründung eines Start-ups? Und wie wird dieses zu einer nachhaltigen Erfolgsgeschichte? Start-up-Gründerinnen und -Gründer erzählen, welche Schritte für sie entscheidend waren

W

ien ist ja mehr für alte Kultur als junge Unternehmen bekannt. Das sollte sich ändern, denn mittlerweile hat sich die Stadt auch zu einem guten Boden fürs Gründen entwickelt. Drei stellen wir hier vor.

Verena Wondrak

Gründerin des Wiener Kindermodelabels „Hilda.Henri“ „Meine Großmutter hieß Hilda“, erzählt Verena Wondrak. „Als ich mein Kind erwartete, war Henri der Wunschname für einen Sohn und Matilda für eine Tochter.“ ­Matilda ist heute vier Jahre alt. ­Verena ­Wondrak stammt aus Deutschland,

Kindermodedesignerin

hat in München Modedesign studiert, leitete ein Geschäft und lernte das Modebusiness aus verschiedenen Blickwinkeln kennen. Seit zwei Jahren lebt sie mit ihrer Familie in Wien. Vor einem Jahr gründete sie ein Kindermodelabel und nannte es „Hilda.Henri“. „Als ich noch in Deutschland tätig war, habe ich bereits die ersten Kontakte nach Österreich geknüpft. Hier gibt es nämlich einen Hersteller von Walklodenstoff, den ich für meine Arbeit brauche.“ Das Material, das sie in ihrer Kindermodekollektion verwendet, ist ein reines Naturprodukt. Es sieht zwar fast wie ein Filzstoff aus, wird aber auf

Verena Wondrak

andere Weise produziert. Die Verarbeitung lernte Wondrak während eines Praktikums bei einem Kleidermacher im Salzburger Land. „In Wien angekommen, schaute ich mich in der Szene um und kam zum Entschluss, eine eigene Firma zu starten. Bei einer Unternehmensgründung ist Leidenschaft das Allerwichtigste. Doch um Nägel mit Köpfen zu machen, braucht man ein überzeugendes Konzept, einen Businessplan und den Mut, groß zu denken.“ Unterstützung fand sie bei der Wirtschaftsagentur Wien. Sie erhielt Förderungen und konnte damit ihr Modelabel auf internationalen Mes-

gründete vor einem Jahr ihr eigenes Label in Wien

sen in Amsterdam, Paris und New York vorstellen. Mittlerweile findet man ihre Kindermode in Großbritannien, Norwegen, Neuseeland, in den USA und sogar in Kuwait. „Meine Stofflieferanten kommen aus Österreich, vor allem aus Niederösterreich und dem Burgenland. Wien ist für mich ein perfekter Standort.“ www.hildahenri.com

Bernd Gruber

Gründungsmitglied des Wiener Start-ups „Indoo.rs“ Ein Brand am Flughafengelände war die Initialzündung für die Entwicklung eines innovativen Produkts und die Gründung eines Wiener Startups. „Als ich 2008 nach Shanghai geflogen bin, kam es am Flughafen in Düsseldorf zu einem Brand. Die Navigationssysteme sind ausgefallen. Es war eine ziemliche Herausforderung, ein Restaurant oder eine Toilette zu finden.“ Um die stundenlange Warterei am Flughafen zu überbrücken, dachte Bernd Gruber über eine Navigationsmöglichkeit nach, die auch in Innenräumen funktionieren könnte, und hatte eine zündende Idee. Zurück in Wien kontaktiert er seinen Ex-Schulkollegen Markus Krainz und begann mit ihm an einem Navigationssystem zu arbeiten. „Wir haben die ersten Prototypen am Computer entworfen und ausgetestet. In dieser Phase haben uns unsere Eltern finanziell unterstützt.“ Das Produkt nahm immer mehr Form an und 2010 kam es dann zur Gründung des Unternehmens „Indoo.rs“. Doch bis sie sich ein eigenes Büro mieten konnten, dauerte es noch eine Weile. Für einen erfolgreichen Start und das Fortbestehen des jungen Unternehmens waren Förderungen, die Unterstützung des Austria Wirtschaftsservice AWS


Bernd Gruber von

Indoo.rs sowie Michael Benda und Philipp Schäfer von Zeppelinstudio

und die Kooperation mit der Firma Frequentis maßgeblich. „Bei einer Unternehmensgründung lernst du mehr und schneller dazu als an einer Universität. Für mich war es eine sehr positive Erfahrung. Ich würde jedem empfehlen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.“ Dass man dabei Fehler macht oder sogar scheitern kann, gehöre eben dazu. „Man lernt nur aus den eigenen Fehlern. Deswegen sollte man aber nicht gleich aufgeben, sondern weiterprobieren. Man muss auch lernen zu fokussieren und die eigenen Schwächen und Stärken zu erkennen. Wenn du es schließlich weißt, machst du nur das, was du wirklich gut kannst.“ Heute hat Indoo.rs achtzehn Beschäftigte und ist ein führendes Unternehmen der Navigationstechnologie. Sein abgebrochenes Wirtschaftsstudium hat der erfolgreiche Start-up-Gründer Bernd Gruber einstweilen auf Eis gelegt. www.indoo.rs

Fotos: Karin Wasner

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Gründen in wien

SPECIAL

Michael Benda

Mitbegründer des Wiener-Start-ups „Zeppelinstudio“ Computerspiele haben in der Erwachsenenwelt keinen guten Ruf.

Viele sehen darin das Böse, das ihre Erziehungsmaßnahmen zunichte macht. Doch Kinder spielen gern. Und wenn man sich als Erwachsener geschickt anstellt, lernen sie sogar gern. „Meine Eltern, die aus Nitra in der Slowakei stammen, haben mich bei allen Aktivitäten immer unterstützt. An der Sir-Karl-Popper-Schule fand ich gleichgesinnte Jugendliche, denen das Lernen auch so viel Spaß machte wie mir.“ Nach seinem Bachelor an der Technischen Universität Wien überlegte Michael Benda, ob er an der TU bleiben oder besser ins Ausland gehen sollte. Medieninformatik und Computergrafik haben ihn schon immer interessiert, außerdem wollte er in den USA oder Kanada studieren. Doch dann fand er etwas Interessantes an der FH Technikum Wien: Game Engineering und Simulation. Fünfzehn Bewerber wurden zum Aufnahmetest zugelassen, Benda war einer davon. Im zweiten Studienjahr wurde vorwiegend an einem Computerspiel gearbeitet. „Die Lektoren haben uns gesagt, dass wir wahrscheinlich zum letzten Mal die Chance haben, ein Spiel

Impressum: Medieninhaber: Falter Zeitschriften Gesellschaft m.b.H., 1010 Wien, Marc-Aurel-Straße 9, T: 01/536 60-0, F: DW 935, E: wienzeit@falter.at, www.falter.at; Herstellung: Falter Verlags­gesellschaft m.b.H.; Redaktion: Fuchs & Partner; Gestaltung und Produktion: Reini Hackl; Druck: Passauer Neue Presse Druck GmbH, 94036 Passau

haben ihre Ideen bereits in die Tat umgesetzt

zu entwerfen, das uns Spaß macht. Denn nachher werden andere Leute darüber bestimmen, was wir zu tun haben.“ Das Spiel „Schein“, an dem Benda mit Sabine Pölzlbauer, Kilian Reisenegger und Philipp Schäfer im

Programmpunkt Infos: www.gruendeninwien.at Hilda.Henri: Im 4., Phorusgasse 16/9, lädt Verena Wondrak in ihre Wohnung, wo sie an ihrer neuesten Kollektion arbeitet und über Erfahrungen beim Gründen auch im Bereich Internationalisierung spricht. „Lessons Learned – Vom Studi zum Start-up“: Im Stockwerk, 15., Pater-Schwartz-Gasse 11a, berichten von 13 bis 16 Uhr verschiedene Unternehmen wie Zeppelinstudio über ihren Weg. Indoo.rs im Frequentis Start-up Center: An der Adresse 4., Phorusgasse 8, gibt es eine Führung durch das Frequentis Start-up Center mit Themen wie: Was bedeutet Innovationskraft für das eigene Unternehmen? Wo finden junge Technikerinnen und Techniker Anknüpfungspunkte, Kompetenzen stets auszubauen?

Team gearbeitet hatte, wurde mit dem „Award of Excellence 2012“ des FH-Masterstudiums „Game Engineering und Simulation“ ausgezeichnet. Es fand aber auch großen Zuspruch außerhalb der FH. „Uns wurde klar, dass es nicht bloß eine nette Spielerei war. Das Spiel hatte Potenzial. So wollten wir daran weiterarbeiten“. Ein Jahr lang finanzierte sich ihr Team selbst. Sie nannten es „Zeppelinstudio“. Es besteht aus Michael Benda und Philipp Schäfer vom FH Technikum Wien, Tiare ­Feuchtner von der TU Berlin und Philipp Schürz von der FH OÖ Campus Hagenberg. Dann gewannen sie mit „Schein“ die Goldmedaille und 50.000 USDollar beim internationalen Programmierwettbewerb Imagine-Cup in St. Petersburg (USA). „Das hat bei uns zur Entscheidung für die Unternehmensgründung geführt. Wir wurden gut beraten und finanziell unterstützt. Mittlerweile ist das Spiel im Handel. Es ist schön zu sehen, dass es Anerkennung findet und auch anderen Menschen Freude bereitet“, sagt Benda. www.zeppelinstudio.net

DVR: 047 69 86. Diese Beilage ist eine entgeltliche Einschaltung und erscheint in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsagentur Wien. Alle Rechte, auch die der Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, vorbehalten. Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter ständig abrufbar


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Gründen in wien

Wir sind dabei! Zehn der rund 120 Gründerinnen und Gründer, Start-ups und Initiativen, die am 10. Oktober ihre Türen für Gäste öffnen, erklären, warum sie bei Gründen in Wien dabei sind, und was es bei ihnen zu sehen und zu tun gibt Interviews: Alexandra Markl

CONDA

„Am Gründen einer eigenen Firma Interessierte bekommen die Möglichkeit, ihre Start-up-Idee auf einer Bühne vorzustellen und sich gleich mit möglichen Investoren zu vernetzen“, erklärt Marketing Managerin Karin Timmel von der CrowdinvestingPlattform. Sie zeigt im Hof des MQ aktuelle Projekte, die sich über CONDA

CLUSTERHAUS

„Wir öffnen unsere Türen und ermöglichen Interessierten, an Workshops teilzunehmen“, sagt Sotero Rodriguez von CLUSTERHAUS, das Büros an Start-ups vermietet und damit Networking ermöglicht. „Start-ups wie Meinkauf oder Courseticket, die im C ­ LUSTERHAUS ansässig sind, sprechen zu den Themen Firmengründung oder Weiterbildung im Netz. Man kann Start-up-Mitarbeiter vom ­Praktikanten bis zu den Gründern kennenlernen. Es ist eine tolle Gelegenheit, sich ­miteinander zu vernetzen.“ www.clusterhaus.at

SCHNEIDERHOF

CO SPACE

„Immer mehr Menschen finden den Mut zur Selbstständigkeit. Es es ist wichtig, das einmal an die Öffentlichkeit zu bringen“, sagt Georg Demmer von CO SPACE über die Aktion „Gründen in Wien“. Die schnell expandierende Coworking-Kette präsentiert Arbeitsräume an ihren fünf Standorten.

„Wir zeigen gemeinschaftliche Büros sowie Pop-up-Events und ein Café. Gastro-Partner Charles Fürth bietet Kaffeeverkostungen an, im CO SPACE Kandlgasse eröffnet eine Kunstausstellung und in die Gumpendorfer Straße zieht ein Pop-up-Store ein.“ www.co-space.net

„Bei uns erhalten Gäste einen Einblick in unser ­Schaffen aus ­Mode, Werkstatt und Galerie“, erklärt Designerin Romana Zöchling. Gemeinsam mit ihrer Kollegin ­Monica Ferrari-Krieger entwirft sie die Modelinie Ferrari Zöchling. „Wir bieten den ganzen Aktionstag über Nähworkshops an, der Schwerpunkt wird auf Re-Design liegen. Dabei kann man Stücke wie die Lieblingsjeans mit dem unmodern gewordenen Schnitt bei uns umgestalten. Wir wollen bewusst machen, was man aus alten Stücken, zu denen man oft einen besonderen Bezug hat, machen kann.“ www.schneiderhof.org

finanziert haben. Dazu zählen das Hamburgerlokal Burgermasta oder die Getränkefirmen All I Need und Nixe Bier. „Sie werden beim Aktionstag Kostproben anbieten. Der Bedarf an Crowdfunding ist enorm gestiegen. Wenn alle einen kleinen Beitrag leistet, können wir Großes erreichen.“ www.conda.at


ASHOKA

CO-WORKING ZUR GOLDENEN FORELLE

„Wer einen innovativen Gedanken hat, wie man ein soziales Problem an der Wurzel anpacken kann, soll sich bei uns vorstellen“, erklärt ­Georg Schön von ASHOKA, das Social Entrepreneurs – in Österreich sind

Fotos: CO SPACE / Manuela Larissegger, www.anjagrundboeck.com, Jana Frantal, Clusterhaus, WhatAVenture, 5invest, Arman Rastegar, Severin Koller, Entrepreneurship Center Network, Karin Wasner (2x)

es derzeit vier – mit Sichtbarkeit, finanzieller Hilfe, der Öffnung von Netzwerken, mit Beratung und Kontakten weltweit unterstützt. „Wir bieten ein Coaching an. Projekte bekommen Feedback und können Rechtsberatung in Anspruch nehmen. Unsere Gäste bekommen eine Reise in die Unterstützungslandschaft von Sozialunternehmen.“ www.austria.ashoka.org

COWORKING SPENGERGASSE

„Die Aktion ,Gründen in Wien‘ halte ich für eine spannende Initiative”, meint Georg Novak von COWORKING SPENGERGASSE. „Gemeinsam mit Start-ups aus der Spengergasse wie der digitalen Reiseführer-App

Tripwolf, der Finanzplattform ­Holvi oder der Marketing Analytics Platform Adverity veranstalten wir Workshops zu den Themen Finanzierung von Start-ups und der Entwicklung von der Idee zur eigenen Firma. Wir wollen jungen Menschen das Thema Entrepreneurship näher bringen und Chancen, die es in diesem Bereich gibt, aufzeigen helfen.“ http://i5invest.com

WHAT A VENTURE

„Bei uns finden Präsentationen statt. Eine Jury wird anhand von Projekten erklären, welche Geschäftsmodelle Zukunftsaussichten haben“, sagt Perkmann Berger von ­WHAT A ­V ENTURE, das sich um Hardware-

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Gründen in wien

SPECIAL

„Ich werde gemeinsam mit den Gästen zu Mittag kochen und dabei von meinem Schritt in die Selbstständigkeit erzählen. Alle können mitmachen, es sind keine Vorkenntnisse notwendig“, erklärt Katrin Pfleger, die ihr Start-up im Jänner 2014 gegründet hat. Sie lädt in die eigenen Gemeinschaftsbüros und Werkstätten ein. „Wer immer kommt, soll nicht nur schauen, sondern auch mittun!“, wünscht sie sich. „Nach dem Essen gibt es einen Kurs zum Thema ,Design Thinking‘, einer neuen Methode zur Erarbeitung von Problemlösungen.“ www.zurgoldenenforelle.at

HAPPYLAB

„Wir sind eine offene Werkstatt mit Hightech-Ausrüstung“, erklärt ­Roland Stelzer von HAPPYLAB. Es bietet die Möglichkeit, eigene gestalterische Ideen mit Lasercutter, 3D-Drucker, CNC-Fräse und Vinylplotter umzusetzen. „Um unseren Gästen die Scheu zu nehmen, veranstalten wir zahlreiche Workshops an den Maschinen. HAPPYLAB ist zwar selbst ein Start-up, will aber auch innovative Projekte anderer verwirklichen. Daher bieten wir einen 3D-Druck-Workshop an und zeigen im 2D-Bereich, wie man ein eigenes T-Shirt designen und drucken kann.“ www.happylab.at

ENTREPRENEURSHIP CENTRE NETWORK Start-ups kümmert und Firmen fördern will, die innovative Gegenstände produzieren möchten. „Eine tolle ­Gelegenheit, sich auszutauschen und über die Zusammenarbeit zwischen etablierten Firmen und Startups etwas zu erfahren. Wir möchten besonders Studierende der WU, der TU und der Angewandten ansprechen. Der Tag könnte auch eine inoffizielle Jobbörse werden.“ www.hardwaretribe.com

„Bei der Aktion ,Gründen in Wien‘ wollen wir Studierenden zeigen, was für eine coole Sache Entrepreneurship ist“, sagt Rudolf Dömötör von der WU Wien. „Noch kommunizieren die Unis zu wenig miteinander. Um das zu ändern, planen wir am 10. Oktober Aktionen an allen Unis mit einer Challenge für Studierende.“ ECN ist eine Initiative von sechs Wiener Unis (Akademie der bildenden Künste, BOKU, MedUni, TU, WU und Vetmed Uni) zur fächerüber-

greifenden Vernetzung und Förderung von Entrepreneurship. www.ecn.ac.at


14

Gründen in wien

Kann Scheitern zum Erfolg führen?

W

er kann sich ein Scheitern leisten? Muss man USAmerikaner sein, um Scheitern weniger als Schande denn als Etappe auf dem Weg nach oben zu empfinden? Oder könnte sich eine vergleichbare „Kultur des Scheiterns“ auch bei uns durchsetzen? „Kim kocht“ kennt man. Nicht nur die Wienerinnen und Wiener, die sich direkt vor Ort an den exquisiten Kreationen der Spitzenköchin erfreuen. Auch international ist Sohyi Kim ein Begriff. Kochsendungen im deutschen Fernsehen und 12 Kochbücher haben die gebürtige

Koreanerin über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht.

„Wenn ich für ein  Projekt brenne, ziehe  ich es durch.“

Sohyi Kim

Doch bis „Kim kocht“ zur Marke wurde, war es ein langer Weg – mit Stolpersteinen. „Wenn ich für ein Projekt brenne, ziehe ich es durch“, erzählt Kim. Ihre Ideen können ­spontan sein, doch in der Umsetzung

ist sie sehr genau. „Ich finde heraus, was nötig ist, und mache es Schritt für Schritt.“ Von Bankgesprächen bis zur Konzessionsprüfung. So wie damals, als sie als junge Modedesignerin beschloss, ein Sushi-Lokal aufzumachen. „Ich vertraue immer darauf, dass ich es schaffe.“ Diese Überzeugung hat die Mutter ihr von klein auf mitgegeben. Wie auch den Wunsch nach Selbstständigkeit. „Sobald du drei Knöpfe hast, mach dich selbstständig, war ihre Devise. Dann bist du unabhängig.“ Ihre innere Widerstandsfähigkeit hat Kim auch durch schwieri-

ge Zeiten getragen. „Ich habe mich dann an einem Restaurant beteiligt, das nicht lange existiert hat.“ Aus heutiger Sicht hat sie sich dabei zu sehr auf ihre Partner verlassen. „Ich bin ein gebranntes Kind“, erklärt sie. „Seitdem halte ich meine Projekte lieber überschaubar, sodass ich überall selbst mitanpacken und die Zügel in der Hand halten kann.“ Natürlich hat sie gehadert nach dem Misserfolg, nur halt nicht sehr lange. „Nach drei Monaten habe ich wieder nach vorne geschaut und mir überlegt, wie es weitergehen kann.“ Das Resultat war „Kim kocht“: als

Fotos: Gerhard Krejci, Karin Wasner, David Bohmann

Wer ein Unternehmen gründet, möchte auf keinen Fall scheitern. Was aber, wenn es doch passiert? Dazu äußern sich Sohyi Kim („Kim kocht“) und Hans Staud sowie Förderexperte Christian Bartik


15

Gründen in wien

SPECIAL

kleines Restaurant im 9. Bezirk begonnen, in das ihr schon bald ­frühere Stammgäste nachkamen, über Kinderkochkurse und den Verkauf eigener Produkte bis zum Umbau in ein stylisches Gesamtpaket aus ständig ausgebuchtem Haubenlokal und benachbartem Shop & Studio. 2010 wanderte das Shop & Studio auf den Naschmarkt. Vor eineinhalb Jahren übersiedelte Kims Restaurant zu Merkur am Hohen Markt. „Mein bester Freund heißt Arbeit“, kommentiert die zierliche Unternehmerin ihren Erfolgsweg. „Und ich packe gute Gelegenheiten beim Schopf.“ Auch seien ihre Mitarbeitenden für sie wie eine Familie, das stärke sie.

„Sich nicht auf einen  Handelspartner  konzentrieren.“

Hans Staud

Gemeinsam mit seinen siebzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat der Hersteller feiner Marmeladen und Delikatessen bereits manche Krise gemeistert. Auch ernste. Als etwa 1995 sein Handelspartner Konsum insolvent wurde, war der finanzielle Schaden enorm. „Seitdem ­habe ich keinen Urlaub mehr gemacht“, schildert Hans Staud eine Spätfolge der damaligen Krise. „Zuerst wollte ich als gutes Beispiel für meine Mitarbeitenden vorangehen, dann ist es dabei geblieben.“ Emotional hat ihn diese Erfahrung noch stärker mit dem Betrieb verbunden. Den Umsatzverlust konnte Staud mit verstärkten Exporten bald ausgleichen. „Innerhalb von zwei, drei Jahren haben wir diesen Schlag verdaut gehabt.“ Risikostreuung nennt er als eines der wichtigsten Unter-

Programmpunkt Infos: www.gruendeninwien.at „Ask me anything“: Speeddating im MuseumsQuartier, 7., Museumsplatz 1 Ausgewählte Gründungs- und Finanzierungsexperten stehen Rede und Antwort. 15 Minuten haben die Startups pro Expertin und Experte Zeit, um unternehmerische, finanzielle und ganz individuell auf das eigene Geschäft bezogene Fragen zu diskutieren.

nehmensprinzipien. „Man darf sich nicht nur auf einen Handelspartner konzentrieren.“ Oder eine einzige Bezugsquelle. „Wenn ich meine Marillen nur aus der Wachau hole, was soll ich dann machen, wenn es dort Hochwasser gibt? Ich brauche also noch andere Optionen, etwa Bauern aus dem Weinviertel.“

Jahre lang in die USA exportiert, ehe der heimische Markt dafür bereit war. „Ich hab’ halt daran geglaubt, heute ist es eines meiner absatzstärksten Produkte.“ Was vergessen? „Die Begeisterung“, lächelt Staud. „Ohne Spaß an der Sache ist man kein erfolgreicher Unternehmer.“

„Scheitern muss  kein persönliches  Versagen sein.“

Christian Bartik

Mit Unwägbarkeiten – der einstige Welthandelsstudent verwendet dafür das schöne Wort „Imponderabilien“ – müsse man immer rechnen. Als WU-Gastlektor lege

„Manches fällt einfach unter die Kategorie Pech“, sagt Christian Bartik, Leiter der Förderstelle bei der Wirtschaftsagentur. „Daher ist es gut, wenn sich langsam die Haltung durchsetzt, dass Scheitern kein persönliches Versagen sein muss.“ Es habe aber auch Gründe, dass es in Österreich kritisch gesehen werde. „Bei uns ist der Gläu-

Vom insolventen Handelspartner fast in den Ruin getrieben: er Studierenden zudem die vier P ans Herz: das richtige Produkt zum richtigen Preis am richtigen Platz – und Promotion. Erfolgskriterium Nummer eins scheint allerdings das UnternehmerGen zu sein, von dem Großhändlersohn Staud reichlich mitbekommen hat. „Beharrlichkeit und Selbstdisziplin gehören halt auch dazu.“ Gepaart mit Offenheit für neue Ideen und einem guten Gespür. So hat er seine zuckerfreie Marmelade fünf

Markt kommt.“ Grundsätzlich prüft man jedes Vorhaben von Neuem auf realistische Erfolgschancen. „Entscheidend für den Geschäftserfolg ist, ob der Markt das Angebot annimmt.“ Aber warum Steuergeld ausgeben, um sich an Unternehmensrisiken zu beteiligen? „Florierende Betriebe sorgen für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit eines Standorts“, erklärt Bartik. „Sie nützen Staat und Stadt.“ Lokale etwa beleben Geschäftsstraßen, die Bevölkerung braucht Nahversorgung, innovative Erfindungen werten den Wirtschaftsstandort auf. Ob Modedesign, IT-Beratung, Tischlerei oder Forschung – in allen Bereichen können sich Gründungswillige auch bei der Wirtschaftsagentur beraten lassen und um finanzielle Förderungen sowie Unterstützung in Form von Start-up-Büros oder Laborräumlichkeiten ansuchen „Wir nehmen

Hans Staud

bigerschutz wichtig. Im Gegensatz zu den USA schauen wir hier nicht nur auf die unternehmerische Komponente, sondern auch auf die Zulieferbetriebe, die von Insolvenzen mitgerissen werden können.“ Er plädiert dafür, gescheiterten Unternehmen vorurteilsfreier zu begegnen. „Weil es objektive Faktoren geben kann, etwa wenn ein Forschungsprojekt nicht aufgeht oder ein Produkt unerwartet am anderen Ende der Welt auf den

alle Sparten gleich wichtig, nur die Herangehensweise ist unterschiedlich.“ Beurteilungskriterien variieren eben je nach Zielsetzung. In der Innovationsförderung etwa muss man Risiken von vornherein stärker einkalkulieren. Manchmal ist mehr als nur ein Anlauf nötig. Geht so eine Idee auf, kann der volkswirtschaftliche Nutzen enorm hoch sein. „Nur bombensichere Vorhaben zu fördern, ist falsch.“  Text: Uschi Sorz


Ich will. Ich kann., Ich mach s. :

. n ie w in n e d n grU 10.10.2014

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Falter Special zum Thema Start-ups.

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