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4/2015 Das Magazin der Deutschen Umwelthilfe und des Global Nature Fund

welt www.duh.de; www.globalnature.org

Sind Stromtrassen Biotope? Effizienzwende ist unverzichtbar

Gute Freunde: die Autoindustrie und die Bundesregierung

DUH bringt Fischotter auf gute Wege


Auf ein Wort

Prof. Dr. Harald Kächele Bundesvorsitzender Deutsche Umwelthilfe e.V.

Liebe Leserin, lieber Leser, ein ereignisreiches und für die Deutsche Umwelthilfe ganz besonderes Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Vor 40 Jahren haben wir als kleiner Naturschutzverein begonnen, unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Heute kämpft die DUH in ganz Europa erfolgreich gegen ökologische Missstände, Verbrauchertäuschung und Umweltverschmutzung. Dies wäre ohne Ihre Unterstützung, für die wir herzlich danken, nicht möglich. Wie sehr die Expertise der DUH geschätzt wird, haben auch die im September öffentlich gewordenen Abgasmanipulationen bei Volkswagen deutlich gemacht. Seit vielen Jahren warnen wir vor geschönten Verbrauchswerten und Tricksereien der Automobilindustrie bei den Abgastests. Wir belassen es aber nicht bei mahnenden Worten, sondern überprüfen die Fakten. Gleich mehrere Fahrzeuge anderer Hersteller haben wir auf den Prüfstand gestellt – mit erschreckenden Ergebnissen. Dass die Bundesregierung seit Jahren untätig bleibt und damit solche Betrügereien möglich macht, ist auch angesichts des gerade zu Ende gegangenen Klimagipfels in Paris ein Armutszeugnis für die deutsche Verkehrs- und Umweltpolitik der letzten Jahre. Das muss sich ändern. Deshalb haben wir uns für 2016 viel vorgenommen. Zentral bei der klimapolitischen Debatte wird die Frage sein, wie schnell Deutschland den Ausstieg aus der Kohleverstromung schafft. Wir arbeiten deshalb an einem Konsens zum Kohleausstieg bis spätestens 2040. Das nächste Jahr wird auch hinsichtlich zahlreicher anderer Umweltthemen spannend. Es wird darum gehen, wie wir noch effizienter werden bei der Vermeidung von Abfällen und wie es gelingen kann, unsere Flüsse von Düngemitteln und Giften zu säubern. Wichtig ist uns auch, den für die Energiewende unverzichtbaren Ausbau der Stromnetze so zu gestalten, dass dieser in einem Dialog mit betroffenen Bürgern stattfindet und nicht über ihre Köpfe hinweg. Ich wünsche Ihnen schöne Festtage und ein gutes Neues Jahr. Ihr

PS: Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende oder einer Fördermitgliedschaft. Gerne auch online auf www.duh.de.

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INHALT Preis für Mutige SCHAUPLATZ 6

Winter am Bodensee

Bilder, mutige Reportagen und eine traurige G roßartige persönliche Geschichte. – Das alles beeindruckte bei der Verleihung des UmweltMedienpreises in Berlin. Im Mittelpunkt: eine gelbe Comic-Figur mit ökologischem Gewissen.

AKTUELL 08

Wie klimaschonend fahren unsere Kirchenoberhäupter?

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DUH klagt saubere Luft ein

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Jugendliche besuchen Feldhamster

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DUH-Jahresbericht 2015

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Abgasbetrug bei Benzin-Pkw?

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Umfrage Energieausweis

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Mehrweg-Becher sind zurück

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Schnurlos-Telefone zertifiziert

Wer steht noch sauber da?

THEMEN 10

Es geht um unsere Welt Die DUH verleiht zum 20. Mal den UmweltMedienpreis in Berlin und ehrt damit engagierte Medienschaffende aus Hörfunk, Print und Online-Journalismus. Der Sonderpreis geht nach Springfield.

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DUH hat Autos von Opel und Renault auf den PrüfD iestand gestellt. Die Messergebnisse sind erschreckend. Und die Haltung der Bundesregierung ist es auch.

Die Bundesregierung ist mitverantwortlich für den Abgas-Skandal Drei Monate nach Bekanntwerden der Manipulationen von VW bei Abgastests ist klar: Der Skandal hätte vermieden werden können.

MAGAZIN

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n NACHHALTIGE ENTWICKLUNG n ENERGIE n NATURSCHUTZ n KREISLAUFWIRTSCHAFT UND MEHRWEGSCHUTZ n VERKEHR n VERBRAUCHERSCHUTZ

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n Lebensraum

unter Strom

Unter Strom im Wald brauchen besondere Pflege. Die S tromtrassen DUH untersucht dort Chancen für Flora und Fauna. Es geht um Sicherheit und mehr.

Die DUH wirkt an einem Forschungsvorhaben zur ökologischen Trassenpflege mit. 17

n Heimat

für Rhineheart

Vor fast einem halben Jahrhundert tauchte ein Weißwal im Rhein auf. Jetzt soll ihm ein Denkmal gesetzt werden. 18

n

Schulklasse bestaunt Fischotter in Gera

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n

Nachwuchsjournalisten für die Umwelt

20

n Junge

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Forscher

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INHALT 20

n Gebt

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n Tipps

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n Schaf,

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n Nach

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n Schenefelds

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n Chance

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n Leben

17 Rhein geht unter die Haut Vor fast fünfzig Jahren verirrte sich ein U nglaublich: Beluga-Wal in den Rhein. Seiner Haut bekam die

Dreckbrühe schlecht. Wie die Geschichte weitergeht, lesen Sie hier.

den Kindern das Kommando Der GNF hieß Mitarbeiterfamilien seines japanischen Wirtschaftspartners Sekisui am Bodensee willkommen. fürs Heizen – Feinstaub verringern! Beim Betrieb eines Kamin-Holzofens kann man leider viel falsch machen. Holz oder Hanf? Die DUH will natürliche Materialien für die Gebäudedämmung bekannter machen. 15 Minuten ausgebechert Coffee to go-Becher sind ein Problem für die Umwelt. Verwaltung wird grüner Die DUH entwickelt für acht Modellkommunen in Deutschland IT-Konzepte, die Energie und Ressourcen einsparen. für Abfallvermeidung verpasst

und leben lassen Im Norden Tansanias hat der GNF ein Projekt gestartet, das zum friedlichen Zusammenleben von Wildtieren und Menschen beitragen will.

DUH INTERN

22 Gut geeignet

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Blick über den Tellerrand DUH-Mitarbeiterin Dorothee Saar ist nach China gereist, um sich dort mit Nichtregierungsorganisationen auszutauschen.

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Ein neues Dach über dem Kopf Ein Förderprojekt des Hand in Hand-Fond saniert im Süden Indiens Schulen für 700 Schülerinnen und Schüler.

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Lese-Tipp Ein Umwelt-Krimi von Manuel Vermeer: Mit dem Wasser kommt der Tod

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DUHmarkt

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chafwolle wärmt. Brennen tut sie nicht. Solch gute Eigenschaften schätzt man beim Bauen und Sanieren. Welche nachhaltigen Dämmstoffe gibt es noch?

UNBEKANNTE TIERART 28

Rasanter Senkrechtstarter Die Krickente weiß, sich zu verstecken. Bekommt man sie doch einmal zu Gesicht, beeindruckt sie mit ihren Flugkünsten.

MENSCHEN FÜR NATUR

25 Leben und leben lassen

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er braucht Hilfe? Mensch oder Löwe? Beide. In Tansania gilt es, einen Teufelskreis zu durchbrechen. Der GNF verfolgt zusammen mit lokalen Naturschützern eine Idee.

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Kunst für die Umwelt In den Räumen der DUH in Berlin stellt die österreichische Künstlerin Birgit Schweiger bis Ende April Bilder zum Thema Erneuerbare Energien aus.

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Mit dem Erbe die Zukunft gestalten

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Impressum

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SCHAUPLATZ | Winter am Bodensee

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SCHAUPLATZ

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AKTUELL Flotte Schlitten

Hier stinkt´s!

Wie klimaschonend fahren unsere Kirchenoberhäupter? n Die DUH hat zum fünften

Mal Kirchen und kirchliche Hilfsorganisationen nach ihren Dienstwagen befragt. In diesem Jahr wurden 27 katholische und 20 protestantische Kirchen angeschrieben sowie fünf Hilfsorganisationen. Für die CO2-Emissionen der Fahrzeuge von Kirchenoberhäuptern hat die DUH 23 „Grüne Karten“, 17 „Gelbe Karten“ und sieben „Rote Karten“ verteilt. Besonders klimaschonend sind zwei Vertreter der römisch-katholischen Konfession unterwegs. Diözesanadministrator Andreas Kutschke (Bistum Dresden-Meißen) und Bischof Friedhelm Hofmann

(Diözese Würzburg) teilen sich den ersten Platz. Insgesamt setzt fast die Hälfte der befragten Kirchenoberhäupter positive Signale bei der Wahl des Fahrzeugs. Auch die Mehrzahl der Leitungsebene fährt zunehmend sparsame und damit vergleichsweise klimafreundliche

Autos. Negativer Spitzenreiter bleibt wie in den letzten beiden Jahren der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck. Für seinen VW Phaeton, der mit 224 Gramm CO2 pro Kilometer mehr als 70 Prozent über dem EU-Grenzwert liegt, gab es die „Rote Karte“. (lh) n

Tiefrote Karte für den Essener Bischof Overbeck.

Frisch gedruckt

Kein Kuscheltier

Jugendliche besuchen Feldhamster n Die Klasse 6b des Mannhei-

mer Ursulinen-Gymnasiums hat im November als erste die Feldhamster in der Zooschule in Heidelberg besucht. In der Aufzuchtstation des Zoos lernte sie, dass die Hamster gern Eier fressen und gelegentlich sogar eine Maus. Damit startete eine Umweltbildungsaktion, die den vom Aussterben bedrohten Nager und die Arbeit der Artenschützer im Zoo bekannter macht. Etwa 200 Feldhamster züchten die Biologen

jedes Jahr, um der Population in Mannheims Äckern zu helfen. Gleichzeitig erforscht man die Wanderungen anhand besenderter Tiere. In der Region Mannheim findet sich die einzige größere Feldhamster-Kolonie des Landes. Der NABU und das Land Baden-Württemberg arbeiten in dem langjährigen Artenschutz-Programm zusammen. 2014 hat auch die DUH einen finanziellen Beitrag dazu geleistet. (jk) n

Feldhamster in der Aufzuchtstation des Zoo Heidelberg.

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DUH-Jahresbericht n 2015 hat die DUH wichtige

Hinweise in die umweltpolitische Debatte eingebracht und Beiträge zum Schutz von Klima und Biodiversität geleistet. Daneben gab es einen Grund zum Feiern: Die DUH besteht seit 40 Jahren. n Lesen Sie unseren Jahresbericht 2015. Er ist erhältlich bei: Kerstin Dorer, dorer@duh.de, Tel. 07732 9995-0 oder unter www.duh.de.

DUH klagt saubere Luft ein n Die Deutsche Umwelthilfe

hat im November eine neue Klagewelle für saubere Luft gestartet. Mit Unterstützung der britischen Nichtregierungsorganisation ClientEarth klagt die DUH gegen mehrere Bundesländer. Dabei geht es um elf Städte: Köln, Bonn, Aachen, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Frankfurt am Main und Stuttgart. Die DUH will die Bundesländer verpflichten, ihre Luftreinhaltepläne zu ändern. Ziel muss sein, dass diese alle geeigneten Maßnahmen enthalten, um die seit vielen Jahren geltenden Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide so schnell wie möglich einzuhalten. Gegen das bayerische und das hessische Umweltministerium hat die DUH bereits Zwangsvollstreckungsmaßnahmen wegen der Grenzwertüberschreitungen in München, Darmstadt und Wiesbaden beantragt. Dort sind rechtskräftige Urteile ergangen, die jedoch bislang nicht eingehalten werden. Den beiden zuständigen Landesministerien könnten nun Zwangsgelder drohen. Ein erheblicher Teil der Feinstaub- und Stickoxidemissionen entstammt den Auspuffrohren von Dieselfahrzeugen. Beide Schadstoffe belasten die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger, die Umwelt und das Klima. Die DUH fordert deshalb die Einführung einer Blauen Plakette zur Kennzeichnung von Fahrzeugen mit im Realbetrieb niedrigen Abgaswerten. (lh) n


AKTUELL Schmutzige Geschäfte

Mitmachen!

Abgasbetrug bei Benzin-Pkw?

Umfrage Energieausweis

n Alarmierende Mess-Ergebnisse: Nicht nur Diesel-Pkw haben ein Abgasproblem, sondern auch Benzin-Autos, bei denen ein minderwertiger Austauschkatalysator eingebaut ist. Im Auftrag der DUH hat der TÜV Nord im Oktober das Abgasverhalten von sieben Austauschkatalysatoren aus dem freien Kfz-Teilehandel untersucht. Dabei wurde überprüft, ob die Systeme die Vorgaben des Umweltzeichens „Blauer Engel“ einhalten. Vier der getesteten Austausch-Katalysatoren führen zu Emissionen, die weit über den Grenzwerten der Abgasnorm Euro 4 liegen. Es handelt sich um Produkte der Firmen Bandel

Bei Austauschkatalysatoren ist Vorsicht geboten.

und ATP. Die DUH hat das Bundesverkehrsministerium (BMVI) über die Prüfergebnisse informiert und fordert es auf, alle Typgenehmigungen von Austauschkatalysatoren durch eigene Messungen zu überprüfen. Unwirksame Austauschkatalysatoren verschmutzen

die Atemluft und müssen vom Markt genommen werden. In einem Gespräch mit der Arbeitsebene des BMVI teilte man der DUH mit, nicht einschreiten zu wollen, da die Behörde nach eigenen Angaben „wichtigere Aufgaben“ zu erledigen habe. (lh) n

Fan-Schelte wirkt

Ein Herz für Engel

MehrwegBecher sind zurück

Schnurlos-Telefone zertifiziert

n Der Bundesligaverein Hannover 96 hat sich von Einwegbechern aus Bioplastik verabschiedet und kehrt zum umweltfreundlichen Mehrweg zurück. Nach mehreren Versuchen des Fußballvereins, den Fans einen Wegwerfbecher aus Biokunststoff als umweltfreundlich zu verkaufen, hatte es Kritik gehagelt. Schlussendlich zeigten die Proteste der DUH und der Fangruppen Wirkung: Seit Ende August erhalten die Stadionbesucher ihre Getränke wieder in mehrfach befüllbaren Kunststoffbechern. Die DUH fordert nun auch die anderen Vereine der Bundesliga auf, dem Beispiel von Hannover 96 zu folgen. Immer noch die Hälfte aller Vereine der ersten und zweiten Bundesliga bietet Getränke in Einwegbechern an. (lh) n

n Für ihre schnurlosen ‚Speedphone‘-Festnetz-Telefone erhielt die Telekom Deutschland auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin die offizielle Urkunde für den „Blauen Engel“. Als das bisher einzige Telekommunikationsunternehmen hierzulande lässt die Telekom Schnurlos-Telefone nach dem hohen Standard des „Blauen Engels“ zertifizieren. Diese Telefone sind besonders ener-

giesparend und strahlungsarm. Sie weisen eine lange Lebensdauer und vergleichsweise geringe Umweltbelastungen in ihrer Produktion auf. Die DUH wies darauf hin, dass es in der Telekommunikationsbranche noch viele weitere Möglichkeiten zur Nutzung des Blauen Engels gibt. Auch Handy- und Smartphone-Hersteller sollten die Zertifizierung anstreben. (jk) n

n Sie suchen ein neues Zuhause? – Keine unliebsame Überraschung mehr bei den Kosten für Heizung und Warmwasser! Alles was Sie wissen müssen, steht im Energieausweis. Es ist Ihr gutes Recht: Verkäufer und Vermieter sind gesetzlich verpflichtet, Interessenten den Energieausweis der Immobilie bei der Wohnungsbesichtigung zu zeigen. Wir möchten wissen, ob das auch in der Praxis funktioniert. Deswegen führen wir zurzeit eine Umfrage im Internet durch.

Wir kämpfen für Ihr Recht. Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit!

Liegt ein Energieausweis vor, muss auch in Immobilienanzeigen sichtbar sein, welche energetische Qualität die Immobilie hat. Baujahr und der Energieträger der Heizung (z.B. Öl, Gas), aber auch der jährliche Energieverbrauch oder -bedarf – angegeben in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr – müssen genannt werden. Je größer hier die Zahl, desto höher die späteren Kosten. Auch die Effizienzklasse hilft bei der energetischen Einschätzung: A+ ist hier das Beste, H das Schlechteste. (as) n Hier finden Sie die Umfrage:

Barbara Hendricks mit Vertretern der Telekom und der DUH.

www.duh.de/ea_umfrage.html

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THEMEN

Es geht um unsere Welt E

ine Achtjährige ist in diesem Jahr die große Überraschung beim 20. UmweltMedienpreis. Sie erhielt einen Sonderpreis dafür, dass sie in einer Fernsehserie über die Sicherheit im Atomkraftwerk oder über Fracking plaudert. Damit rüttelt sie Millionen von Menschen auf – weltweit und quer durch alle Generationen. Ihr Name: Lisa Simpson. Das Mädchen mit den knallgelben Haaren ist eine Zeichentrick-Figur. Den Schöpfer der Cartoon-Serie „Die Simpsons“, Matt Groening, zeichnete die DUH gleichfalls mit dem Sonderpreis aus. Bei der Preisverleihung am 10. November 2015 hielt Synchronsprecherin Sabine Bohlmann, Lisas deutsche Stimme, die Laudatio. Sie verriet: „Als ich die Simpsons im Studio das erste Mal sah, dachte ich nur eines: Sind die hässlich! Hoffentlich bekomme ich die Rolle nicht.“ Doch dann habe sie begonnen, die Serie zu verstehen und zu lieben,

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Klimawandel, Landschaftszerstörung und Artenschwund sind komplexe Themen, die jeden etwas angehen. Häufig ist es mühsam, solch unbequeme Sachthemen in die Medien zu bringen. Die DUH zeichnet Menschen aus, die das nicht scheuen. n

von Jutta Kochendörfer und Philipp Turri

Überraschungsgast Lisa Simpson nimmt ihre Urkunde persönlich entgegen. Rechts: Schauspielerin Sabine Bohlmann


THEMEN

sagte Bohlmann und fügte hinzu: „Jetzt sind die Simpsons seit 26 Jahren Teil meines Lebens.»

Der Zwanzigste und großer Applaus In diesem Jahr verlieh die DUH vier Preise in den Kategorien Print, Hörfunk, Fernsehen/Film und Online sowie einen Sonderpreis. Rund 200 Gäste spendeten den Medienschaffenden Beifall. Die DUH hatte zur Preisverleihung in die Akademie der Künste in Berlin eingeladen. Bei dem Festakt betonte der Bundesvorsitzende der DUH, Harald Kächele, dass man gleichzeitig das Jubiläum des Preises selbst feiert: Es handelte sich um den 20. UmweltMedienpreis. Kächele richtete sich in seiner Rede auch an die Preisträgerinnen und Preisträger: „Man wird Sie gleich über den grünen Klee loben und ich möchte Sie ermahnen: Glauben Sie jedes Wort.“ Dr. Fritz Lauer, Leiter Information und Nachhaltigkeit der Telekom Deutschland, lobte in seinem Grußwort die Jury-Entscheidung für die Simpsons: „Diese Serie erreicht die junge Generation.“

Auch bei falschem Alarm blieb Moderatorin Pinar Atalay souverän.

die Berliner Polizei falsch geparkte Fahrräder auf dem Pariser Platz ab. Manche Gäste verließen nach dieser Nachricht hastig den Saal. Falscher Alarm: Alle hatten ihre Drahtesel ordnungsgemäß abgestellt und nahmen wieder Platz.

Mut und Können verdienen einen Preis Mit dem UmweltMedienpreis rückt die DUH Menschen – und erstmals auch ein Kunstwesen – in den Mittelpunkt, die mit herausragendem Engagement über Klimawandel, Biodiversität und Umweltpolitik berichten. Meist ist Umweltjournalismus mit akribischer Recherchearbeit

verbunden. Hinzu kommt: Für Beiträge über Gentechnik, Froschschenkel oder Treibhausgase müssen sich die Journalisten häufig erst einen Platz in der eigenen Redaktion erkämpfen. Doch ohne deren unermüdliches Engagement würden viele wichtige Umweltthemen nie auf die politische Agenda gelangen. Für Bürger und Verbraucher sind die hartnäckigen Aufklärer ebenso unverzichtbar. „Es reicht nicht, Gutes zu tun, wir müssen es auch verkaufen“, fasst Rudolf L. Schreiber zusammen. Der Werbefachmann war 1975 einer der DUHGründer und hat selbst an zahlreichen Naturschutz-Publikationen mitgewirkt. Preisträgerin Claudia Decker zählt sich selbst zu den Unbequemen. Die Hörfunkjournalistin regt zum Nachdenken an: „Man sagt ja immer Umwelt, aber es ist unsere Welt.“ »

Wir danken der Telekom Deutschland für die freundliche Unterstützung.

Dr. Fritz Lauer betonte die jahrelange gute Zusammenarbeit.

Kächele bat zum Abschluss DUH-Mitarbeiterin Erika Blank auf die Bühne und dankte ihr; sie koordiniert seit der ersten Auszeichnung sämtliche Arbeiten für den UmweltMedienpreis zusammen mit einem eingespielten Team. „Zu etlichen Preisträgern oder Laudatoren habe ich noch heute guten Kontakt. Das macht viel Spaß und bedeutet für mich eine persönliche Bereicherung“, erzählte sie. TV-Moderatorin und Journalistin Pinar Atalay führte charmant durch den Abend. Ungewollt sorgte sie kurzzeitig für Aufbruchstimmung: Offenbar schleppte

Das Brandenburger Tor bot einen traumhaften Rahmen.

Erika Blank (vorn, 2.v.l.) und ihr Team.

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THEMEN Bernhard Pötter Redakteur bei der taz und Buchautor Bernhard Pötter (m.) schreibt seit Jahren gegen den Klimawandel an. Blumen gibt es von Harald Kächele (l.) und die Laudatio von Prof. Dr. Ottmar Edenhofer.

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2015 Lisa Simpson und ihr Schöpfer Matt Groening.

auch mal im Sturm an einen Baum kettet. Deshalb ist ihre Synchronsprecherin und Laudatorin Sabine Bohlmann heute auch froh, dass sie die Rolle damals nicht abgelehnt hat: „Sind die hässlich“, war ihr erster Gedanke. Die ersten Staffeln entsprachen auch wirklich nicht der herkömmlichen Zeichentrick-Ästhetik. Doch schnell lernte Bohlmann die Serie zu verstehen und zu lieben. Es kommt eben doch auf die inneren Werte an!

Lisa Simpson und Matt Groening Die Zeichentrick-Figur Lisa und ihr

n Pötter zählt zu den Journalisten in

Deutschland, die durch jahrelange kritische Begleitung der deutschen, europäischen und internationalen Klima- und Energiepolitik den Boden bereitet haben für die breite öffentliche Unterstützung, die Energiewende und Klimaschutz bei uns genießen. Pötter schreibt über Klima und Energie nicht nur als Umweltthemen, sondern legt wirtschaftliche Interessen und politische Konflikte schonungslos offen. „Wir retten die Welt“, heißt die tazKolumne unseres Preisträgers in der Kategorie Print. Sie belegt, was der Klimaexperte Professor Ottmar Edenhofer in seiner Laudatio betonte: Bernhard Pötter ist in all den Jahren, in denen er schon gegen Kohlestrom und Klimawandel anschreibt, nicht zum Zyniker geworden. Er hat sich seinen „Möglichkeitssinn“ bewahrt. Dass die Weltrettung kein Selbstläufer ist, weiß Pötter selbst am besten. Gerade in seinem komplexen Themenfeld braucht es langwierige, akribische Recherchen. Pötter besorgt sich Informationen aus erster Hand. Ganz gleich, ob vom Bauern in Bangladesch oder vom Öl-Lobbyisten in Houston. Deshalb gilt sein besonderer Dank seiner verständnisvollen Redaktion und nicht zuletzt seiner Familie, die „nur leise grummelt“, wenn er mal wieder für drei Wochen „weg“ ist. n

Schöpfer erhielten den Sonderpreis. n Lisa Simpson nervt. Das wird Ihnen Mr. Burns, Besitzer des Atomkraftwerks von Springfield, ebenso gerne bestätigen wie Joe Quimby, der Bürgermeister der Cartoon-Stadt. Oder der texanische Ölmagnat. Oder ihr Vater Homer. Fast jeder im Simpsons-Kosmos hat sich schon den Zorn der streitbaren Achtjährigen zugezogen. Meistens ging es dabei um eines der vielen Umweltprobleme, die sich wie ein roter Faden seit 25 Jahren durch die Serie ziehen. Am Skript wirkt ein Team von Naturwissenschaftlern mit. Von Beginn an haben die SimpsonsMacher, allen voran ihr Erfinder Matt Groening, kaum ein Thema ausgelassen: Kernkraft, Ölpest, Müll, Bienensterben, Gentechnik, Fracking, Artenschutz – die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Der idealistischen Lisa kommt dabei die Rolle des „ökologischen Gewissens“ der Serie zu, die nachfragt, aufklärt und sich aus Protest gegen illegale Abholzungen

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Keine Berührungsängste: Inga Sieg in einer Drehpause.

Unten: Das Team von „Global Ideas“ mit Laudatorin Rita Schwarzelühr-Sutter (r.) und den DUH-Geschäftsführern Sascha MüllerKraenner (l.) und Jürgen Resch (2. vr.).


THEMEN

Dreharbeiten in Brasilien: Ein Bauer zeigt, wie die Gentechnik seinen Mais schädigt.

Unten: Astrid Halder und Hendrik Loven (r.) mit Laudator Andreas Hoppe.

nur erschreckende Bilder entgegensetzt. Sondern auch die einfache Botschaft an uns alle: Unser Konsumverhalten ist entscheidend. Die DUH zeichnete Halder und Loven stellvertretend für das gesamte Team von Report München mit dem Preis in der Kategorie Fernsehen aus. n

Claudia Decker Hörfunkjournalistin beim BR 2 n Claudia Decker ist am Niederrhein

Manuela Kasper-Claridge, Inga Sieg und Axel Warnstedt Autoren des Multi-Media-Projekts „Global Ideas“ der Deutschen Welle n Soviel ist klar: Berührungsängste haben Inga Sieg und Axel Warnstedt nicht! Denn Orang-Utans zu filmen ist die eine Sache. Einen auf den Arm zu nehmen, noch einmal etwas ganz Anderes. Das Team ist weltweit unterwegs für Filmbeiträge, mit denen es die Menschen für Themen wie Luftverschmutzung, Meeresund Artenschutz oder den Klimawandel sensibilisiert. Sieg und Warnstedt arbeiten für das Online-Portal Global Ideas, das neben Filmdokumentationen auch interaktive Infografiken enthält. Reporterin Sieg, Kameramann Warnstedt und die Initiatorin des Projekts, Manuela Kasper-Claridge, sind die diesjährigen Online-Preisträger. „Ich habe sehr viel Schönes gesehen“, erinnert sich Kameramann Warnstedt. „Ich kann das Schöne zeigen, so schön es geht, damit man es bewahrt. Und ich muss natürlich auch die Zerstörung zeigen.“ Im Fokus der Berichte stehen jedoch Menschen, die sich für den Klimaschutz engagieren. Ihrer Arbeit will Global Ideas ein Forum bieten. Wie gut das gelingt, erläutert die Initiatorin des Projekts, Manuela Kasper-Claridge, nicht ohne Stolz: Im kommenden Jahr zeigt das Deutsche Museum eine große Ausstellung dazu und auch Al Gore, einst USVizepräsident und ebenfalls Träger des UmweltMedienpreises, hat schon Kontakt aufgenommen. Am wichtigsten ist jedoch: Die Botschaft kommt an. Denn das Angebot, Global Ideas auf Arabisch, Chinesisch, Englisch oder Spanisch anzusehen, wird rege genutzt. n

Astrid Halder und Hendrik Loven Fernsehfilm-Autoren bei Report München n „Mut und Risikobereitschaft“ attestier-

te Laudator Andreas Hoppe dem Team von Report München für seine Reportage über die „Propagandaschlacht um die Gentechnik“. Astrid Halder und Hendrik Loven interessieren sich für globale Zusammenhänge und haben sich schon früh an die richtig großen Themen – und die richtig großen Gegner – gewagt. „Was interessiert denn die Omi Südamerika?“ fragte Astrid Halder in ihren Dankesworten. Und lieferte die Antwort gleich selbst: Sie erinnerte an den kleinen Johann Marco (2), der kurz nach den Dreharbeiten in Argentinien an einem Gehirntumor starb. Denn die Auswirkungen von Umweltgiften, Pestiziden oder eben Gentechnik zeigen sich zwar am krassesten direkt dort, wo sie eingesetzt werden. Doch niemand weiß, was diese Gifte und gentechnisch veränderten Lebensmittel bei uns anrichten können. „Aufklären, aufklären, aufklären“ – aus diesem Gedanken entstand eine aufwändige Reportage, die der überwältigenden Propaganda der Konzerne nicht

aufgewachsen und sah aus ihrem Fenster Wiesen, Bäume und – Braunkohlekraftwerke. Schon früh stellte sie sich die Frage, welche Grenzen wir respektieren müssen, „damit wir die Krone der Schöpfung bleiben, und nicht zu deren Totengräber werden.“ In ihrer sehr persönlichen Laudatio bekannte Johanna Stadler, Redakteurin bei BR 2, es fehle nicht viel und ihre langjährige Kollegin werde selbst ihr manchmal unheimlich. Denn Decker möchte ihre Hörer nicht nur überzeugen; sie geht mit gutem Beispiel voran. Bahncard und Fahrrad statt Auto, Wäscheleine statt Trockner. Die Hörfunk-Preisträgerin macht auch komplizierte Themen nachvollziehbar. Zuletzt ist ihr dies eindrucksvoll gelungen mit Beiträgen zu den verschlungenen Produktions- und Vertriebswegen von Daunen, Froschschenkeln und Entenstopfleber.

Claudia Decker (l.) mit ihrer Laudatorin und langjährigen Kollegin Johanna Stadler.

Für ihre Reportagen reist sie gern – und bringt ihren Hörern Geschichten aus der ganzen Welt zurück. Der persönliche Kontakt zählt. Denn sie möchte sich selbst ein Bild machen, und das geht eben nicht mit drei Fragen per Skype. n

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THEMEN

Die Bundesregierung ist mitverantwortlich für den Abgas-Skandal Drei Monate nach Bekanntwerden der Manipulationen von VW bei Abgastests ist klar: Der Umwelt- und Verbraucherskandal hätte vermieden werden können. Schuld ist ein Staat, der es sich als williger Gehilfe seit Jahren auf dem Beifahrersitz der Automobilhersteller gemütlich macht. n

V

or drei Monaten – am 18. September 2015 – machte die amerikanische Umweltbehörde EPA publik, dass VW in den USA bei den Messungen des Schadstoffausstoßes betrogen hat. Weltweit sind knapp elf Millionen Diesel-Fahrzeuge von den Manipulationen betroffen. Doch die Enthüllungen sind nicht so überraschend, wie man zunächst vermuten würde. Die Deutsche Umwelthilfe hat Behörden und Ministerien seit vielen Jahren vor Schummeleien der Autohersteller beim Kraftstoffverbrauch gewarnt. Sie informierte auch über konkrete Verdachtsfälle bei der Überschreitung von Stickoxiden (NOx), um die es letztlich im VW-Skandal ging. Im Februar 2011 war die DUH zu Gast im Bundesverkehrsministerium

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von Daniel Hufeisen

und sprach dort ohne Umschweife die stark erhöhten NOx-Werte eines VW Passat der Abgasstufe Euro 6 an. Doch das Ministerium unternahm nichts.

Totalversagen der Politik Nach dem 18. September gab sich die Bundesregierung empört und forderte von VW lückenlose Aufklärung. Doch Verkehrsminister Alexander Dobrindt kündigte erst entsprechende Schritte an, nachdem die DUH angedroht hatte, das zuständige Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zum Rückruf aller betroffenen VW-Fahrzeuge juristisch zwingen zu wollen. Details, wie der Rückruf vonstattengehen soll, bleibt er bis heute schuldig. Das KBA weigert sich nach wie vor, Einsicht in die

technischen Details des angeordneten Rückrufs zu gewähren. Deshalb wird die DUH die Herausgabe der Informationen vor Gericht erstreiten. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bezeichnete die Manipulationen als „schlimm“. Er schien sich aber mehr um die Sicherung von Arbeitsplätzen bei VW zu sorgen als um den Verbraucher und die Umwelt, denen der Wolfsburger Autohersteller geschadet hat. Und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks fand zwar kritische Worte für VW und den Abgasbetrug. Es verging jedoch fast ein Monat, ehe die SPD-Politikerin einen Plan für bessere Luft in Städten vorstellte, dessen Kernpunkte so seit Jahren von Umweltverbänden wie der DUH gefordert werden.


THEMEN

Die verantwortlichen Politiker haben die Hinweise auf Betrügereien seitens der Automobilindustrie viel zu lange ignoriert. Grund dafür ist auch die Nähe von Deutschlands vermeintlich wichtigster Industrie zur Politik, die ihr eigentlich auf die Finger schauen sollte. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Die Bundesregierung wird von den deutschen Automobilherstellern „ferngesteuert“. Der eigentliche Verkehrsminister ist der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Matthias Wissmann.

Der Diesel-Skandal betrifft nicht nur VW Volkswagen, Audi, Porsche sind nicht die einzigen Hersteller, die ihre Abgaswerte schönen. Der Verdacht liegt nahe, dass auch andere Autobauer ihre Fahrzeuge sauberer darstellen als sie eigentlich sind. Die DUH hatte im Oktober und November die StickoxidEmissionen eines Opel Zafira und eines Renault Espace untersucht und konnte in beiden Fällen hohe NOx-Überschreitungen feststellen. Sie forderte deshalb Nachuntersuchungen seitens der staatlichen Behörden. Diese eheähnlichen Zustände zwischen Autoherstellern und politischen Entscheidern müssen aufhören. Illegale Manipulationen müssen sofort und dauerhaft unterbunden und die systematischen Schwachstellen durch eine Neuausrichtung der Typzulassung ausgebessert werden. Außerdem müssen die Fahrzeuge aller Hersteller und zwar unabhängig davon, ob sie Diesel oder Benziner sind, im Realbetrieb nachgemessen werden.

Vorbild USA: Harte Strafen für die Autoindustrie Im Gegensatz zu den USA, wo Abweichungen von geltenden Grenzwerten seit vielen Jahren mit hohen Sanktionen belegt werden, biedert sich die Bundesregierung bei Deutschlands Autobauern an. Sie missachtete dadurch jahrelang geltende EU-Verordnungen. Laut diesen müssen Abgasgrenzwerte nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch im Normalbetrieb eingehalten werden. Die Verwendung von ‹Abschalteinrichtungen› wie sie VW eingesetzt hat, ist ausdrücklich verboten. Bereits 2009 hätten die Mit-

Opel Zafira auf dem Prüfstand.

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch (li) in der Prüfstelle der Fachhochschule Bern.

gliedstaaten festlegen müssen, welche Sanktionsmechanismen bei Verstößen gelten. Auch Deutschland ist dies bis heute schuldig geblieben.

Stickoxid schadet der Gesundheit Unter der Bezeichnung Stickoxid (NOx) werden vereinfachend Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO 2) zusammengefasst. Sie entstehen hauptsächlich bei Verbrennungsprozessen in Motoren und Öfen. NO2 ist ein giftiges Reizgas, das die Atemwege schädigt. Zudem kann es zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen und die Gesamtsterblichkeit erhöhen. Aus NO bildet sich in der Außenluft ebenfalls NO2. Für Abgase gelten NOx-Emissionsgrenzwerte und für die Luftbelastung NO2-Immissionsgrenzwerte.

Über 60 Prozent der Messstellen in Deutschland zeigen Überschreitungen der NO2-Grenzwerte für die Luftqualität. Das Problem ist der Verkehr. Auch die neuesten Dieselmodelle der Abgasstufe Euro 6 tragen maßgeblich zu diesen gesundheitsgefährdenden Emissionen bei. Die DUH fordert deshalb: Schmutzige Diesel-Pkw, welche die geltenden Grenzwerte der Eurostufe 6 im Realbetrieb nicht einhalten, müssen aus den Innenstädten verschwinden. Ende November hat die DUH wegen der anhaltend schlechten Luftqualität in acht deutschen Städten Klage gegen die zuständigen Behörden erhoben. 2007 hat die DUH das „Recht auf saubere Luft“ europaweit erstritten. Dass die Zivilgesellschaft dieses auch heute noch gegen Staat und Autokonzerne gerichtlich durchsetzen muss, ist ein Armutszeugnis für die Bundesregierung. Die Deutsche Umwelthilfe wird deshalb weiter für eine Verbesserung der Luftqualität kämpfen. n

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MAGAZIN

n NATURSCHUTZ

Lebensraum unter Strom Hunderttausende Kilometer Stromleitungen überspannen die deutschen Landschaften. Unter ihnen: viel Platz für Flora und Fauna. Zumindest in der Theorie. Doch in der Praxis sieht es bislang meist anders aus.

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eit dem Bau der ersten Hochspannungsleitung im Jahre 1882 führte der stetig steigende Energiebedarf in Deutschland zu einem dichten Netz von Stromleitungen. Heute spannen sich Hunderttausende Kilometer quer durch unser Land über Äcker, Wiesen, Dörfer, Straßen und auch durch Wälder. Verlaufen die Trassen durch Waldgebiete, müssen die Leitungen aus Sicherheitsgründen von höherem Baumbewuchs freigehalten werden. Die Folge sind meist breite Schneisen, auf denen alle paar Jahre die Gehölze komplett entfernt werden. Doch Pioniergehölze erobern rasch die freigewordenen Flächen und bilden meist artenarme, dichte Gebüsche. Nach wenigen Jahren sind sie so hoch gewachsen, dass sie erneut von den Netzbetreibern großflächig entfernt werden müssen. Dieser Wechsel bereitet vielen Tierarten Probleme. Einzelne Netzbetreiber begannen vor rund 20 Jahren, eine nachhaltige Form der Trassenpflege zu entwickeln. Dies stellte sich sogar als kostengünstiger heraus. Hier bietet sich noch viel ungenutztes Potenzial für den Naturschutz. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Hochschule WeihenstephanTriesdorf will die DUH den Grundstein legen, um die ökologische Trassenpflege

zur guten fachlichen Praxis in Deutschland zu machen. Dieses Ziel ist durchaus anspruchsvoll. Nicht nur müssen Konzepte weiterentwickelt werden, sondern auch verschiedene Interessen Berücksichtigung finden. Hier treffen die Ansprüche von Netzbetreibern, Eigentümern, Vertretern von Forst- und Landwirtschaft, Jägern, Anwohnern und auch die von Flora und Fauna aufeinander. Inhaltliche Unterstützung erfährt das Vorhaben durch die Netzbetreiber Amprion GmbH, Westnetz GmbH und die DB Energie GmbH.

Zauneidechse, Neuntöter und Co. Auf mehreren Stromtrassen im waldreichen Rheinland-Pfalz wird untersucht, wie Trassenpflege ökologisch gestaltet werden kann. Das Forschungsvorhaben geht auch der Frage nach, welchen Beitrag die Stromtrassen für die Vernetzung von Lebensräumen leisten können. Vor allem in einem so stark zersiedelten Land wie Deutschland brauchen Tiere und Pflanzen Möglichkeiten, zwischen ihren Lebensräumen zu wechseln und neue Räume zu besiedeln. Eine nachhaltige Trassenpflege im Wald ermöglicht hingegen eine Vielfalt un-

Bei langsam wachsenden Gehölzen wie Hainbuche oder Eiche muss man weniger häufig eingreifen.

terschiedlicher Lebensräume, denn die Pflegemaßnahmen finden nur kleinflächig statt. Es werden gezielt einzelne Bäume oder Baum- und Strauchgruppen gefällt. Der Wald hört so nicht abrupt auf, sondern geht als Waldrand sanft in niedrigere Gebüsche über. Ein vielfältiger Wechsel von dichten Gebüschen, Bäumen und Lichtungen entsteht, der von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen bewohnt wird. Der Neuntöter besiedelt mit Vorliebe solche abwechslungsreichen, halboffenen

Dank ökologischem Trassenmanagement im Wald entstehen im Gegensatz zur herkömmlichen Trassenpflege (rechts) abwechslungsreiche Flächen.

Waldränder, Wiesen und Brachen. Die Baumstubben und auch am Waldesrand aufgeschichtete Holz- und Reisighaufen dienen vielen Tieren als Unterschlupf. Zahlreiche Insekten nutzen das morsche Holz als Brutplatz. In den alten Bäumen der angrenzenden Wälder meißeln Spechte ihre Höhlen und ernähren sich von den Ameisen, die an den sonnigen Waldrändern nisten. Auch Zauneidechsen nutzen gern den Platz an der Sonne.

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n NATURSCHUTZ

Heimat für Rhineheart Diese Schlagzeile sorgte für Aufsehen: Ein Belugawal schwimmt im Rhein! Das ist fast 50 Jahre her. Im kommenden Jahr soll „Moby Dick“ ein Denkmal gesetzt werden – er könnte dort wieder auftauchen, wo er erstmals gesichtet wurde.

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Neuntöter und Zauneidechsen sieht man in strukturreichen Lebensräumen.

in paar Duisburger Rheinschiffer staunten nicht schlecht, als sie am 18. Mai 1966 plötzlich einen Belugawal vor ihrem Bug auftauchen sahen. 300 Kilometer vom Meer entfernt und etliche Tausend Kilometer weit weg vom eigentlichen Lebensraum, fand sich das vier Meter lange und 35 Zentner schwere Tier unerwartet im Ruhrpott wieder. Was als kuriose Schlagzeile begann, wurde bald zum Politikum. Ursprünglich sollte der Weißwal einem englischen Zoo übergeben werden. So berichteten damals die Zeitungen. Das Transportschiff sei jedoch in einen Orkan geraten und beinahe gekentert; der Wal wurde vermutlich vor der englischen Küste in die Nordsee gespült. Von dort aus sei er über den Hafen von Rotterdam in den Rhein gelangt. Die Geschichte von „Moby Dick“, wie er in Anlehnung an den Roman von Herman Melville bald genannt wurde, lässt sich als Startpunkt für ein neues Umweltbewusstsein erzählen. Denn nachdem zuerst der Direktor des Duisburger Zoos, Wolfgang Gewalt, ins mediale

Kreuzfeuer geriet, weil er zur Hetzjagd auf den Wal rief, nahm Moby Dicks Reise ihren Wendepunkt im Bonner Regierungsviertel. Dort tauchte der Wal vor den Toren des Bundestages auf und rief bei internationalen Politikern und Journalisten so große Aufmerksamkeit hervor, dass sie ihre Pressekonferenz kurzerhand unterbrachen, um ans Ufer zu stürmen. Was sie sahen, überraschte alle. In der Hochzeit des Wirtschaftswunders glich der Rhein weniger einem Fluss als vielmehr einer Kloake. Abwässer aus Industrie und Haushalten wurden zum großen Teil ungeklärt eingeleitet. Das war zu viel für den weißen Wal. Nach seiner vierwöchigen Odyssee durch den Niederrhein war die Haut des Tieres mit Ekzemen übersät. Die Zeitungen übertrumpften sich gegenseitig mit Schlagzeilen, und die Ereignisse führten dazu,

Förderer des Netzwerks „Lebendige Flüsse“:

Foundation

Ökologie versus Ökonomie? Die Netzbetreiber Amprion und Westnetz blicken auf einen Erfahrungsschatz aus über 20 Jahren zurück. Sie berichten, dass sich ökologisches Management und ökonomische Interessen keinesfalls ausschließen müssen. Das Forschungsvorhaben greift diese Erfahrungen auf. Gleichzeitig bietet es eine Plattform für offene Kommunikation, um Argumente, Visionen und Erfahrungen zu bündeln und zu zeigen, dass ökologisches Trassenmanagement für alle Seiten einen Gewinn darstellt. (lh, dv) n Förderer:

Sensation im Rhein bei Duisburg: 1966 wurde ein Beluga-Wal gesichtet

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MAGAZIN dass der Fließgewässerschutz auf die politische Agenda gelangte. Nach seiner beeindruckenden Vorstellung schwamm Moby Dick dann zurück ins offene Meer, wo er am 16. Juni 1966 bei Hoek van Holland das letzte Mal gesehen wurde.

Wahrzeichen für den Umweltschutz Der Bildhauer Jörg Mazur kennt diese Geschichte schon seit seiner Kindheit. „Das Thema hat mich seitdem nicht losgelassen“, sagt er und fasst einen Entschluss: Dem Wal soll endlich ein Denkmal gesetzt werden. Denn für Mazur ist der Wal ein Held. Nicht nur, dass er sich innerhalb weniger Tage in die Herzen der Menschen schwamm und eine Welle der Solidarität auslöste, sein Auftauchen begründete auch ein Umdenken im Umgang der Menschen mit dem Rhein. „Moby Dick“ hat Mazur für sein Kunstprojekt „Heimat für Rhineheart“ liebevoll umgetauft. „Reinhard heißt im Deutschen der weise Ratgeber – und Rhineheart hat einfach eine ganz schöne, andere Bedeutung.“ In der Wortschöpfung wird der Namensträger zum Herzen (engl. heart) des Rheins (engl. Rhine). Die Idee: Der Künstler will Rhineheart als drei Meter hohe Bronze-Skulptur dort installieren, wo der Wal am 18. Mai vor fast einem halben Jahrhundert das erste Mal gesichtet wurde. „Mit festem Standort am Rhein wird Rhineheart ein nachhaltiges und freundliches Symbol für den Umweltschutz darstellen. Er wird als Wahrzeichen die Geschichte des Wals lebendig halten und einen optimistischen Blick in die Zukunft wagen“, schreibt Mazur über sein Projekt. Ulrich Stöcker, Leiter Naturschutz der DUH, berät den Künstler in fachlichen Fragen. Gemeinsam wollen die beiden auf die aktuelle Lage von Deutschlands Gewässern hinweisen. Denn Schadstoffe und Fluss-Verbauungen bereiten Naturschützern noch immer Sorgen. (lh) n Jörg Mazur mit seinem Styropor-Modell von Rhineheart.

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n LEBENDIGE FLÜSSE

Schulklasse bestaunt Fischotter in Gera Der Fischotter erobert die Gewässer in Thüringen zurück. Damit sein Schutz auch eine Zukunft hat, bringt die DUH Schulklassen den Wassermarder nahe. In Gera begegneten sich nun Mensch und Tier im Museum.

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roße Kinderaugen gab es, als eine fünfte Klasse der Otto-DixRegelschule dem pelzigen Vierbeiner gegenüberstand. Das Präparat eines ausgewachsenen männlichen Fischotters sorgte im Museum für Naturkunde in Gera für Staunen. Das 2011 in Gera überfahrene Exemplar ist aktuell Teil einer Ausstellung und macht auf den Straßenverkehr als häufigste Todesursache der Fischotter aufmerksam. Den Schülern schenkte DUH-Projektmanagerin Sabrina Schulz Malbücher mit Informationen über den Lebensraum des Fischotters, dessen Verbreitung sowie seine Gefährdung. Auf einer geplanten Informationstafel wird die DUH zusätzliche Maßnahmen zu seinem Schutz darstellen. Das Ziel ist die praktische Wissensvermittlung und Sensibilisierung für die Themen des Naturschutzes. Anlass für den Erlebnistag gab die Einweihung der ersten fischottergerechten Brücke in Gera. Gemeinsam mit den Förderern Heinz Sielmann Stiftung (HSS) und Archer Daniels Midland feierte die Stadt diese für den Naturschutz der ostthüringischen Großstadt bedeutende Maßnahme. „Wir freuen uns sehr, dass die Wanderwege des Fischotters dank dieser Hilfe wieder ein Stück sicherer geworden sind“, sagte Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH.

DUH baut Ottern eine Brücke Im Rahmen des „Modellprojektes zum Schutz des Fischotters vor Straßenverkehr“ hat sich die DUH dem Schutz des Wassermarders auf seinen Wanderungen verschrieben und stattet seit 2012 Brücken mit sicheren Unterführungen aus „Nach der Rückkehr des Fischotters in die Flusslandschaften in Thüringen gilt es, die Existenz der Art zu sichern. Umbaumaßnahmen an bestehenden Brücken zählen hierbei zu den wichtigsten Schritten. Ergänzend dazu müssen Gewässerüberquerungen bei Straßenneubauten von vornherein ottergerecht gebaut werden“, erklärte Müller-Kraenner. (lh) n Förderer:


MAGAZIN n UMWELTBILDUNG

Nachwuchsjournalisten für die Umwelt Schülerinnen und Schülern hat der GNF journalistisches Handwerkszeug mitgegeben und Gespräche mit Natur- und Umweltschutzfachleuten ermöglicht – und dabei einige Talente entdeckt.

Die Exkursion ins Goldenstedter Moor beginnt mit einer Bahnfahrt.

Exkursionsberichten Artikel entstanden, die mancher Tageszeitung das Wasser reichen können“, freut sich Sinje Schulz, Deutschlehrerin am FHG. An der Europaschule Bad Nenndorf konnte das Angebot an einen abiturrelevanten Seminarkurs angegliedert werden. Das FHG stieg später in das Projekt ein und organisierte deshalb eine schuljahresübergreifende Teilnahme, die mit einer Facharbeit kombinierbar war. Auch Nina Bastian ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Solche Projekte beeinflussen Biografien. Die Jugendlichen haben viel gelernt und sind daran gewachsen. Sie wollten kaum glauben, dass ihr Magazin über 37.000 Seitenaufrufe hat.“ Pauline ist inzwischen Mitglied im Radolfzeller Jugendgemeinderat – nicht nur, aber vielleicht auch wegen „Nachwuchsjournalisten für die Umwelt“. (ts) n Förderer:

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Großer Bahnhof am FriedrichHecker-Gymnasium (FHG) in Radolfzell: Die zehnten und elften Klassen präsentieren ihre Facharbeiten. Zwischen zischenden Kolben und physikalischen Aufbauten lugt etwas Natur hervor: ein Ast, Moos, eine Wildkatze – natürlich ausgestopft. Mit leuchtenden Augen berichten Pauline, Bianca und Denise von ihren Recherchen zur aktuellen Situation der Wildkatze in Deutschland und präsentieren ihr Poster. Sie haben im GNF-Projekt „Nachwuchsjournalisten für die Umwelt“ einen Artikel für das OnlineMagazin Yojo geschrieben und zeigen den Besuchern, was sie gelernt haben.

Bloggen, fotografieren, Texte schreiben – viele junge Menschen haben darauf Lust. Das Projekt gab der Neugier der Fünfzehn- bis Sechzehnjährigen ausreichend Futter: Bei Exkursionen zu einem Bioenergiedorf, in den Nationalpark Schwarzwald oder zu Störchen in der Bodenseeregion konnten sie den Experten Fragen stellen. Die Rohtexte der Schülerinnen und Schüler wurden dann mit Hilfe des Wissenschaftsjournalisten Jan Berndorff und anderen Profis zu aussagekräftigen und spannenden Reportagen aufbereitet. Diese sind als Beiträge im Online-Magazin Yojo erschienen, das bereits stolze 5.000 Leser hat. „Inzwischen sind neben interessanten

Auf Exkursion und am Rechner „Der Weg war lang“, sagt Nina Bastian, Projektleiterin beim Global Nature Fund. „Die Arbeit mit Schulen und die Lernprozesse selbst brauchen Zeit.“ Neben dem inhaltlichen Konzept erforderte das Umweltbildungsangebot auch einen geeigneten methodischen Ansatz. Beides entwickelten die Mitarbeiter des GNF zusammen mit Lehrkräften an Gymnasien in Bad Nenndorf (Niedersachsen) und Radolfzell (Baden-Württemberg).

Besuch in der Südkurier-Redaktion: Das Yojo-Team hört aufmerksam zu.

e Gesucht: Junge Talent

im Umweltbereich

Preise

im Gesamtwert von

25.000 Euro

Einsendeschluss 15. März 2016 www.bundesumweltwettbewerb.de

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MAGAZIN n SCHULEN FÜR LEBENDIGE FLÜSSE

n NACHHALTIG WIRTSCHAFTEN

Junge Forscher

Gebt den Kindern das Kommando Die japanische Firma Sekisui Chemical bindet bei der Umsetzung einer nachhaltigen Unternehmensphilosophie Vorschläge von Kindern ein.

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er BundesUmweltWettbewerb sucht und fördert jedes Jahr Talente im Themenfeld Umwelt und Nachhaltigkeit. Träger ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung. 2015 haben sich rund 600 junge Menschen im Alter zwischen 10 und 20 Jahren mit ihren Projekten um eine Auszeichnung beworben. Die DUH hat zwei Preisgelder im Bereich Gewässerschutz gestiftet. 500 Euro gehen an die Geschwister Antonia und Leonard Münchenbach aus Freiburg. Sie haben ein Landschaftsmodell gebaut, das eine Flussdynamik visualisiert: Hochwassersituationen werden simuliert ebenso wie Maßnahmen für den Hochwasserschutz. Anschaulich zeigen die Dreizehnjährige und der Zehnjährige den Nutzen von Poldern, Flutgräben und Mäandern. Für Lehrzwecke ist die Miniaturlandschaft hervorragend geeignet. Das zweite DUH-Preisgeld erhielt Tjark Meents (17) aus Brake in Niedersachsen. Mit seinem Prototyp eines Fahrrad-Tretboots schlägt er eine Alternative zu Motorbooten vor. Die Idee: Jeder kann die schwimmfähige Plattform mit dem eigenen Fahrrad nutzen und antreiben. Dies ersetzt die Fahrt mit einer Motorfähre. (jk) n

Leonard und Antonia präsentieren ihr Landschaftsmodell (oben). Ebenfalls preiswürdig: das Fahrrad-Tretboot von Tjark Meents.

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Welche Wünsche haben Kinder und Jugendliche in Sachen Umwelt- und Naturschutz? Sekisui Chemical, ein langjähriger Kooperationspartner des GNF, stellt sich diese Frage sehr ernsthaft und hat einen unternehmensinternen Kinder-Umweltgipfel ins Leben gerufen. 2015 lud der Hersteller von Kunststoff-Erzeugnissen die Kinder von Mitarbeitern zum vierten Mal zum Children‘s EcoSummit, diesmal in Zusammenarbeit mit dem GNF. 90 Gäste aus sieben europäischen Ländern kamen an den Bodensee, darunter 26 Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 16 Jahren mit ihren Eltern. Auch vier Vertreter der Sekisui Unternehmensleitung aus Japan nahmen teil, unter ihnen sogar Präsident Teiji Koge. Im Rahmen des mehrtägigen Umweltgipfels erfuhren die internationalen Gäste viel über Umweltprojekte im Bodenseeraum, waren aber auch selbst aktiv. Sie pressten Apfelsaft, gestalteten Musikinstrumente aus Naturmaterialien und bauten Insektenhotels. In der Flussaue der Radolfzeller Aach pflanzten die Teilnehmer Weidengehölze. Teiji Koge war das gemeinsame Zupacken ganz wichtig. Wie alle anderen war er wetterfest gekleidet und griff zum Spaten,

Teiji Koge, Präsident von Sekisui, überreicht ein Geschenk. Mit Kletterausrüstung in den Wald.


MAGAZIN berichtet Stefan Hörmann, Leiter Unternehmen und Biodiversität beim GNF. In Diskussionsforen erarbeiteten die jungen Teilnehmer kritische Forderungen an das Management von Sekisui, etwa mehr Solarpanels auf Firmengebäuden oder Hybrid-Fahrzeuge als Beitrag zur positiven Ökobilanz. Sie haben gute Chancen, dass einige Ideen in die Tat umgesetzt werden. Denn das Unternehmen hat Vorschläge aus vergangenen Umweltgipfeln oft realisiert. So hat es gemäß einer früheren Forderung einen Preis ins Leben gerufen, der Mitarbeiter für herausragendes Umweltengagement auszeichnet.

Verantwortung für Nachhaltigkeit Sekisui hat weltweit mehr als 23.000 Mitarbeiter. In Europa entwickelt und produziert das Unternehmen Produkte sowie Technologien für den Automobil-, Bau-, Infrastruktur- und Energiemarkt. An acht europäischen Standorten hat das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem GNF Biodiversitäts-Checks realisiert: Umweltauswirkungen von Lieferketten, Produktion und Produkten wurden analysiert und Empfehlungen für ein verbessertes Rohstoff- und Biodiversitätsmanagement erarbeitet. Hörmann freut sich über die gute Resonanz auf den Umweltgipfel: Herr Koge hat angekündigt, dass er die Anregungen und das Fachwissen des GNF und anderer Umweltorganisationen noch intensiver nutzen wird. Und auch die Jugendlichen haben viel vor und wollen sich im Internet weiter zu Umweltthemen austauschen. (ug) n

Die Projektarbeit des Global Nature Fund wird unterstützt von:

n LUFTREINHALTUNG

Tipps fürs Heizen – Feinstaub verringern

Holzfeuer verbreiten gemütliche Wärme im Haus. Doch leider können dabei viele Schadstoffe entstehen. Die richtige Bedienung ist daher Pflicht, um die Belastung möglichst gering zu halten.

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as flackernde Holzfeuer steht in der kalten Jahreszeit für Gemütlichkeit. Am Kaminofen versammelt sich die Familie zum geselligen Beisammensein. Klingt gut, wäre da nicht der hohe Feinstaubausstoß. Bei jeder Verbrennung entstehen Emissionen: Die Nutzung von Scheitholz ist für rund 87 Prozent der Partikel-Emissionen aller Holzfeuerungsanlagen verantwortlich. Vor allem bei handbeschickten Öfen kann man viel falsch machen: Bei schlechter Betriebsweise kann mehr als die 100-fache Menge von Staub und weiteren giftigen Substanzen entstehen – dies schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch der Gesundheit und verursacht zudem etliche Nachbarschaftskonflikte.

Darauf sollten Sie achten

Stiftung Ursula Merz

www.meopta.com

Machen Sie mit bei unserem Fotowettbewerb!

Ofenbesitzer sollten zunächst die Bedienungsanleitung des Ofens aufmerksam lesen – darin sind wichtige Hinweise zu Nutzung und Wartung enthalten, die auf den jeweiligen Ofen zugeschnitten sind. Als Brennstoff darf nur unbehandeltes Holz verwendet werden, das zudem ausreichend Zeit zum Trocknen hatte. „Der Wassergehalt sollte maximal 20 Prozent betragen. Hier lohnt sich die Anschaffung eines Holzfeuchtemessers, um auf Nummer sicher zu gehen“, erläutert Hannah von Blumröder, Projektmanagerin bei der DUH. Das Holz muss stets so gelagert

werden, dass es gut belüftet und gegen Niederschlag von oben geschützt ist. Bei der Befüllung und beim Anzünden gilt: Anzündhilfen wie wachsgetränkte Holzwolle oder Paraffin-Holzfaserblöcke (erhältlich beispielsweise im Baumarkt) und ausreichende Luftzufuhr sind ratsam. Bei den meisten Öfen empfiehlt sich das „Anzünden von oben“. Der Brennraum darf nicht überfüllt werden – besser regelmäßig kleine Holzmengen nachlegen. Für eine dauerhaft gute und möglichst emissionsarme Verbrennung ist zudem eine regelmäßige Wartung unerlässlich. Für den Schornstein ist professionelle Hilfe vorgesehen: „Über die notwendigen Reinigungsintervalle informiert der Bezirksschornsteinfegermeister bei der Feuerstättenschau. Je nach Nutzungshäufigkeit ist die Reinigung zwischen einmal und viermal pro Jahr notwendig“, so von Blumröder. Die DUH stellt in ihrem Projekt „Clean Heat“ ab sofort umfangreiche Praxistipps für Ofennutzer bereit. Außerdem möchten wir wissen: Was verbinden Sie mit dem Thema Holzfeuer? Lassen Sie uns teilhaben an Ihren Fotos und den dazugehörigen Geschichten! (ph) n Fotowettbewerb und Tipps für Ofennutzer: www.clean-heat.eu Förderer:

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THEMEN MAGAZIN n ENERGIEEFFIZIENZ

Schaf, Holz oder Hanf? Wer einen Dämmstoff mit guter Ökobilanz sucht, findet kaum Hilfe. Die DUH widmet sich der Frage, ob Dämmen mit Naturprodukten ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

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nergiebewusstes Bauen und Sanieren schafft behaglichen, gesunden Wohnraum. Im Winter senkt es die Heizkosten, im Sommer dringt weniger Wärme ins Haus. Wer Energieeffizienz mit naturnahen Dämmmaterialien realisieren will, stößt jedoch auf manche Unsicherheit. Deshalb trägt die DUH derzeit Informationen zusammen, die Verbraucher bei der Wahl eines geeigneten Materials unterstützen. Zu Beginn des Jahres 2016 will die DUH ein Mythenpapier zu naturnahen Dämmstoffen veröffentlichen, das Fehlinformationen nennt und aufklärt. Am häufigsten wird mit Styropor oder Mineralwolle gedämmt. Alternativen sind kaum bekannt; lediglich mit einem geringen Marktanteil werden Naturstoffe eingesetzt. „Die DUH will sich dafür einsetzen, dass nachwachsende Stoffe wie Holz, Hanf, Seegras oder Schafwolle als Rohstoffe für Dämmmaterialien bekannter werden“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. Viele Naturdämmstoffe besitzen gute bauphysikalische Eigenschaften: Ihre Wärmeleitfähigkeit, Feuchte- und Schallschutz stehen den konventionellen

Dämmstoffen nicht nach. Ein weiteres Kriterium für Nachhaltigkeit ist der Lebenszyklus eines Stoffes: Wie umweltbelastend ist seine Produktion? Wie langlebig ist ein Dämmstoff? Und: Ist er recycelbar? Bewertet man Dämmmaterialien nach diesen Kriterien, dann stellen die naturnahen häufig die bessere Alternative dar. Doch: „Sogar viele Energieberater und Fachhandwerker raten schnell zu Styropor, ohne überhaupt Empfehlungen für alternative Dämmstoffe auszusprechen“, weiß Müller-Kraenner.

Die Wende ist unverzichtbar Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss Deutschland das immense CO2Einsparpotential im Gebäudebestand ausschöpfen. 40 Prozent des gesamtdeutschen Energieverbrauchs entfallen auf die Hauswärme, also das Beheizen der Räume und die Warmwasser-Bereitung. Doch ein Großteil dieser Energie, etwa zwei Drittel, entweicht bei einem ungedämmten Gebäude ungenutzt über Keller, Außenwände und Dach. Auf der Heizkostenabrechnung schlägt sich das nieder.

Von der Bundesregierung fordert die DUH gesetzliche Regelungen, die zusätzlich den Nachhaltigkeitsaspekt stärken, beispielsweise über günstige KfW-Förderung für umweltverträgliche Dämmstoffe. Müller-Kraenner betont: „Das Ziel müssen hochwertige Gebäude sein – hochwertig im Sinne von energieeffizient, nachhaltig und gesundheitlich unbedenklich.“ (es, jk) n

Breites Bündnis für Energieeffizienz n Vertreter der Umwelt-, Verbraucher- und Wirtschaftsverbände im Bündnis Effizienzwende forderten bei einem Treffen im Oktober die Bundesregierung auf, Effizienzpolitik als Querschnittaufgabe zu begreifen und mit ambitionierten Zielen zu verfolgen. Unter den Bündnispartnern sind der Deutsche Gewerkschaftsbund, Mieterbund n und die DUH.

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Die DUH will die Vorteile von Naturdämmstoffen bekannter machen. Schafwolle bringt gute Eigenschaften mit.


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Nach 15 Minuten ausgebechert „Coffee to go“ gibt es inzwischen fast überall. Doch die Einwegbecher für Kaffee und Tee sind zu einem großen Problem für unsere Umwelt geworden. Dabei gibt es längst eine gute Alternative.

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m Jahr 2014 trank jeder Deutsche im Durchschnitt 162 Liter Kaffee. Der Pro-Kopf-Konsum des Wachmachers ist bei uns höher als in Italien. Nur sechs andere Länder verbrauchen mehr. Der Trend zum mobilen Kaffeegenuss ist seit Mitte der 90er Jahre bei uns auf dem Vormarsch. 56 Prozent der Deutschen gaben bei einer Umfrage an, gelegentlich zum Coffee to go-Becher zu greifen. 14 Prozent bestellen ihren Kaffee sogar häufig zum Mitnehmen.

Durch die Nutzung eines MehrwegBechers kann jeder Deutsche pro Jahr 34 Coffee to go-Becher einsparen.

Die Pappbecher gibt es kostenlos im Café, an Tankstellen, in Bäckereien und am Kiosk. Sie sind ein Produkt aus Amerika, das mit dem Trend zum mobilen Leben nach Europa schwappte und in den 90er Jahren in Fernsehserien als neuer „Lifestyle“ etabliert wurde. Tatsache

ist aber, dass Coffee to go-Becher Wegwerfprodukte sind, die durchschnittlich nur 15 Minuten im Einsatz sind, bevor sie in der Mülltonne landen. Pro Stunde wandern 320.000 Becher in Deutschland über die Ladentheken. Das macht im Jahr fast drei Milliarden Stück. Würde man sie aufeinander stellen, könnte man damit sieben Mal die Erde umrunden. Die kleinen Pappbecher für Cappuccino, Latte Macchiato und Tee sind echte Ressourcenschlucker. Ihre Herstellung verschlingt zehntausende Tonnen Holz und Kunststoff sowie Milliarden Liter Wasser. Ein Standard-Einwegbecher besteht etwa zu fünf Prozent aus dem Kunststoff Polyethylen. Das heißt: Für die Produktion braucht man Rohöl. Bei jährlich 2,7 Milliarden Bechern in Deutschland sind das rund 22.000 Tonnen des fossilen Rohstoffes. Mit der Energie, die benötigt wird, um Deutschlands Jahresverbrauch an Einwegbechern zu produzieren, ließe sich eine ganze Kleinstadt versorgen.

Zurück zu Mehrweg

Im Internet können Sie unseren Kampagnenbecher bestellen: www.heldenbecher.de

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Montage DUH: fotolia (alphaspirit/opallo.de/lassedesignen)/Krautz/DUH

n ABFALLVERMEIDUNG

überdenken und ändern. Und das fängt schon beim morgendlichen Wachmacher an, den viele inzwischen lieber auf dem Weg zur Arbeit als zu Hause genießen. Der einfachste Weg zur Vermeidung dieses Umweltproblems ist natürlich der Kaffeegenuss aus der guten alten Porzellantasse am eigenen Frühstückstisch. Und wer seinen Kaffee unterwegs trinken möchte, der kann das auch ohne Wegwerfbecher tun. Die Lösung sind wiederverwendbare Kaffeebecher, die es inzwischen in vielen verschiedenen Farben, Größen und Materialien gibt. Einige Kaffeehausketten und Cafés bieten sogar Rabatte, wenn der eigene Becher mitgebracht wird. Tatsache ist: Setzt hierzulande ein typischer Kaffeetrinker auf Mehrweg, so kann er pro Jahr 34 Coffee to go-Becher einsparen. (dh) n

www.becherheld.de www.facebook.com/becherheld

Die Deutsche Umwelthilfe hat im September 2015 die Kampagne „Becherheld – Mehrweg to go“ zur Vermeidung von Coffee to goBechern gestartet. www.becherheld.de www.facebook.com/becherheld Förderer:

Wie kaum ein anderes Produkt stehen Coffee to go-Becher für die moderne Wegwerfgesellschaft. Weil wir schon jetzt mehr Rohstoffe verbrauchen, als unser Planet zur Verfügung stellt, müssen wir unsere Konsumgewohnheiten

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n KOMMUNALE ENERGIEWENDE

Modellkommune

Schenefelds Verwaltung wird grüner Dank ausgeklügelter IT-Konzepte kann jede Stadt in ihrer Verwaltung Energie und Ressourcen sparen. Die DUH und acht Kommunen spüren gemeinsam Optimierungspotentiale auf.

Acht Kommunen werden zum Modell für Green IT Das Projektteam der DUH reiste an anGreenschließend gleich weiter zum Green ITown-Modellprojekt im Flecken Steyer Steyerberg in Niedersachsen. 2015 begannen zudem Hohen Neuendorf (Brandenburg) und Dierdorf (Rheinland-Pfalz) die Optimierung ihrer IT-Infrastruktur. 2016 werden vier Kommunen folgen. (sh) n Förderer:

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ählt man 040, dann telefoniert man nicht immer mit Hamburg. Auch die Schenefelder sind unter dieser Vorwahl zu erreichen. Die schleswigholsteinische, 19.000 Einwohner zählende Kleinstadt strahlt Ruhe aus, ganz im Gegensatz zur angrenzenden Hafenmetropole. Schenefeld legt Wert darauf, zu den Vorreitern im kommunalen Klimaschutz zu zählen. So werden die Straßen mit moderner LED-Technik beleuchtet. Auch die Computer, Server und Drucker der Stadtverwaltung sollen künftig weniger Strom und Ressourcen verbrauchen. Deshalb haben sich Bürgermeisterin Christiane Küchenhof und ihre Mitarbeiter als GreenITown-Modellkommune beworben. Groß war die Freude, als die DUH im Sommer antwortete: „Schenefeld ist dabei!“ Zunächst muss ein Überblick über die bestehenden Systeme geschaffen werden. Anhand einer von der DUH entwickelten Checkliste erfassten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung deshalb die Ausgangssituation. Eine echte Herausforderung, denn wie viele kleine Städte und Gemeinden hat Schenefeld seine Hardware bislang nach Bedarf beschafft, jedoch ohne langfristige Strategie. So gleicht kaum ein Rechner oder Drucker dem anderen. „Eine solch heterogene Struktur ist unglaublich schwierig zu verwalten und alles andere als effizient“, weiß auch Reiner Folgmann, der für die städtische IT zuständig ist. Neben den Mitarbeitern der Kommune und den Experten der DUH bringt Alexander Stech als Berater für energie- und ressourceneffiziente IT sein Know How ein. Er wird die Schenefelder begleiten. Am 4. November fiel in Schenefeld der Startschuss für das Projekt – die Beteiligten lernten einander und die Gemeinde kennen. Denn vor Ort stellt sich

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Manches ganz anders dar als auf dem Papier: So befindet sich das Rechenzentrum im fünften Stock des Rathauses, wo die Kühlung an Sonnentagen zusätzliche Energie verbraucht.

Simon Mößinger, Reiner Folgmann, Christiane Küchenhof, Steffen Holzmann und Alexander Stech starten gemeinsam GreenITown in Schenefeld (v.l.n.r. ).

n KREISLAUFWIRTSCHAFT

Chance auf Abfallvermeidung verpasst

„D

as ist ein Geschenk an die Elektronikbranche, die keine Wiederverwendung, sondern allenfalls Recycling will“, sagt Thomas Fischer. Der Leiter Kreislaufwirtschaft bei der DUH kritisiert das im Oktober neu aufgelegte Elektro-Gesetz scharf. Auch die Rücknahme von Elektroschrott sei nicht verbraucherfreundlich geregelt. „In den allermeisten Läden werden Kunden mit ihren alten Geräten weiterhin nach Hause geschickt. Denn die Rücknahmepflicht gilt nur für Händler, die auf mindestens 400 Quadratmetern Verkaufsfläche Elektrogeräte anbieten. Discounter wie Lidl und Aldi, die häufig Elektrogeräte als

Aktionsware verkaufen, sind komplett ausgenommen.“ Fischer vermisst Regelungen zur Langlebigkeit und damit zur Vermeidung von Abfall, etwa dank eines einfachen Austauschs von Akkus durch den Verbraucher. Auch den Aufbau eines Second Hand-Marktes durch geprüfte Reparaturbetriebe fördert das Gesetz nicht. „Die Sammelmengen für Elektroaltgeräte werden nur gering steigen“, befürchtet Fischer. Aktuell werden nur 40 Prozent erfasst; der Rest landet im Haushaltsmüll oder wird illegal ins Ausland exportiert. (jk) n


MAGAZIN vier Boran-Bullen angeschafft. Kreuzt man diese Rasse in Zebu-Rinder ein, erhält man kräftigere Tiere. Sie vereinen die positiven Eigenschaften der genügsamen Zebus mit einem höheren Milch- und Fleischertrag. Ziel des Zuchtprogramms ist es, die Ernährungssituation der Massai nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig mehr Erlös beim Verkauf der Tiere zu erzielen. „Wir hoffen, dass die Menschen sich dann besser versorgen können, und ein von Löwen gerissenes Rind finanziell besser verkraften“, sagt Trump. Damit will der GNF auch Vergeltungsaktionen vorbeugen. Denn nach Angriffen auf ihr Vieh töten die Massai häufig gezielt Löwen.

n ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT

Leben und leben lassen Können Wildtiere und Menschen friedlich zusammenleben? Im Norden Tansanias kämpfen die Wildhüter an zwei Fronten. Jacob spürt gemeinsam mit zwei Kollegen Löwen nach, die ein Nachbar am Vortag beobachtet hat. Der junge Massai arbeitet auf der gut 17.000 Hektar großen Manyara-Ranch im Norden Tansanias. Offene Savanne herrscht hier vor, unterbrochen von lichten Akazienwäldchen – im Westen liegt der Manyara See und etwa 200 Kilometer im Nordwesten der berühmte Serengeti Nationalpark.

Rinder sind wertvoll „Jacob ist einer von vierzehn Game Scouts auf der Ranch“, erzählt Katharina Trump, Projektmanagerin beim GNF. Game Scout ist schwierig zu übersetzen; die Funktion ähnelt der eines Wildhüters. „Die African Wildlife Foundation hat die Game Scouts ausgebildet. Sie sind Konfliktmanager, die Wildtiere vor Menschen schützen und umgekehrt“, erklärt Trump. Die Scouts warnen beispielsweise Viehhirten, wenn Löwen in der Nähe gesehen wurden, um Konflikte mit weidenden Zebu-Herden zu vermeiden. Denn immer wieder reißen Löwen Vieh. „Hier hat eine Familie im Durchschnitt hundert Rinder – das ist meist ihr einziges Vermögen. Deshalb ist jedes Tier sehr kostbar. Die Menschen haben neben dem Verkauf

von Vieh kaum eine andere Gelegenheit, Geld zu verdienen“, berichtet Trump. Jacob hört sich oft die Sorgen seiner Nachbarn an. Gleichzeitig muss er vermitteln, wie wichtig die Wildtiere für Tansania sind. Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard – die ‚Big Five‘ ziehen Touristen an, die viel Geld ins Land bringen. „Löwen spielen aber auch eine wichtige Rolle in unserer Natur. Sie fressen kranke Tiere und begrenzen die Anzahl von grasenden Zebras und Antilopen. Sonst wird die Savanne überweidet“, erklärt Jacob.

Ein Projekt für Mensch und Tier Gemeinsam mit der African Wildlife Foundation (AWF) entwickelt der GNF Lösungen für die Mensch-Wildtier-Konflikte. Auf der Manyara-Ranch haben die beiden Organisationen ein Rinderzuchtprogramm gestartet. 2015 wurden bereits

Auf der Ranch sind Wildhüter im Einsatz.

Rinder bilden die Lebensgrundlage der Massai-Gemeinde.

Die afrikanischen Löwenpopulationen sind nach Aussage der Weltnaturschutzorganisation IUCN in den vergangenen zwanzig Jahren um vierzig Prozent zurückgegangen. Jagd auf Löwen ist einer der beiden Hauptgründe. Außerdem entzieht die zunehmende Wilderei den Löwen ihre natürliche Nahrungsgrundlage. Jacob hat vor wenigen Tagen in der Savanne nach Schlingfallen gesucht. Immer wieder werden solche Drahtfallen illegal ausgelegt, um Impalas und andere Antilopen zu fangen. Jacob kennt die Not der Massai und das damit verbundene Dilemma. „Wer arm ist, kann mit Buschfleisch etwas Geld verdienen. Die gewilderten Tiere fehlen aber den Löwen als Beute. Deshalb fallen die Löwen vermehrt das Vieh der Massai an. Das ist ein Teufelskreis, den wir durchbrechen wollen.“ (ug) n Förderer: Stiftung Ursula Merz

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Blick über den Tellerrand Für ein Austauschprogramm der Stiftung Asienhaus hat Dorothee Saar, Leiterin des DUH-Bereichs Verkehr & Luftreinhaltung, die Koffer gepackt. Sie ist für drei Wochen in die Hafenstadt Tianjin in China gereist.

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ie Zwölf-Millionen-Metropole Tianjin erlangte weltweit traurige Bekanntheit, als am 12. August 2015 in einem Container-Lager hochgefährliche Chemikalien explodierten und 173 Menschen ums Leben kamen. Dorothee Saar schildert ihre Eindrücke: „Am Ort der Explosion zu stehen, war sehr bedrückend. Die zerstörten Häuser waren noch unverändert. Erschreckend, dass in der Nähe von diesen hochexplosiven Stoffen noch immer so viele Menschen wohnen. Dafür möchte man nicht verantwortlich sein.“ Während ihres Aufenthaltes hat Saar sich mit Mitarbeitern chinesischer Umweltverbände über ihre Arbeit ausgetauscht. „Die Leute waren sehr interessiert an unseren Methoden“, berichtet sie und betont: „Beide Länder können viel voneinander lernen.“ Die Chinesen seien schneller und kreativer, wenn es darum geht, soziale Medien für ihre Zwecke zu nutzen. Auch mit den Hochgeschwindigkeitszügen sei die Volksrepublik Deutschland einen Schritt voraus, findet

Trübe Tage in Tianjin. Durchatmen fällt schwer.

sie. Ob sich hierzulande allerdings die erforderliche Infrastruktur für diese Technik so einfach errichten ließe, sei eine andere Frage. Gespräche haben ihr bestätigt, welch günstige Bedingungen Organisationen wie die DUH in Europa vorfinden, beispielsweise den Zugang zu freien Medien oder den unmittelbaren Kontakt mit

politischen Entscheidungsträgern. Auch die finanzielle Situation sei glücklicher: „Von einem NGO Job eine Familie zu ernähren, ist in China nahezu unmöglich.“ – Bei ihrer Ankunft war die Atemluft klar und der Himmel blau. „Dann wurde es von Tag zu Tag trüber und ekliger.“ Der Grund: Im weiten Umfeld Pekings waren

n HAND IN HAND-FONDS

Ein neues Dach über dem Kopf

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ühsam ist der Alltag in Kodaikanal. Die Stadt liegt in den Palani Hills im Süden Indiens. Nur zwei Regenzeiten kennt man hier. Bringt der Sommermonsun spärliche Niederschläge, dann können die Menschen ihre Wassertanks kaum füllen und müssen monatelang auf den nächsten Regen warten. Die Gebirgslage auf 2.100 Meter Höhe macht Transporte beschwerlich und teuer. Viele Einheimische können nicht lesen und schreiben. Der deutsche Verein „Medizinische Hilfe für Palani Hills/Indien e.V.“ pflegt Kontakt zu einer Krankenstation und zu Schulen in der Region. Mit Hilfe des Hand in Hand-Fonds hat der Verein Klassenzimmer für 700 Schüler saniert.

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mit die Schülerinnen und Schüler nicht länger in ungeheizten Räumen auf dem blanken Boden sitzen müssen. Das Projektteam des Vereins will den Rahmen für einen kontinuierlichen Unterricht schaffen, damit die Kinder später einen Beruf erlernen oder sogar studieren können. (jk) n Kinder profitieren von besseren Lernbedingungen.

Reparaturen waren dringend erforderlich, denn Wind und Wetter waren bereits durch undichte Decken und Fenster gedrungen. Auch Schulmöbel für zwei Schulen wurden nun angeschafft, da-

Der Hand in Hand-Fonds ist eine gemeinsame Initiative von Deutscher Umwelthilfe und Rapunzel Naturkost für eine gerechtere Welt und lebenswerte Umwelt.


zuvor sämtliche Fabriken und schmutzige Energieerzeuger stillgelegt worden. Man wollte die Luft kurzfristig entlasten, denn eine groß angelegte Militärparade zum Gedenken an den Waffenstillstand nach dem Zweiten Weltkrieg sollte in ‚sauberem‘ Rahmen ablaufen. „In Smog versinkende Städte kennt man von Fotos. Aber mittendrin zu sein und den Dreck einzuatmen, war eine neue Erfahrung“, sagt die LuftreinhalteExpertin. Ihr Fazit: „Im Gegensatz zu den Menschen in den großen chinesischen Städten haben wir auch in Stadtnähe noch Natur, wo wir spazieren gehen und durchatmen können. Grüne, naturnahe Flächen sind ein wertvolles Gut!“ Sie kommt gerne wieder zurück ins Reich der Mitte, dann aber mit ein paar ChinesischKenntnissen im Gepäck. (akm) n Ein Programm der Stiftung Asienhaus in Kooperation mit CAN Europe/CANGO/ CCAN, unterstützt von der Robert Bosch Stiftung und Stiftung Mercator hat die Reise ermöglicht.

Dorothee Saar leitet den Bereich Verkehr und Luftreinhaltung bei der DUH.

Lese-Tipp

Skrupellose Geschäfte mit dem Wasser n Für die junge deutsche Ingenieurin Cora Remy wird die Geschäftsreise nach China zum Albtraum. Kurz nach ihrer Ankunft entgeht sie nur knapp einem Anschlag und steckt plötzlich mitten in einer schmutzigen Korruptionsaffäre. Doch Cora beschließt, ihren Auftrag zu erfüllen und über Shanghai nach Tibet weiterzureisen. Die Fahrt durch das geheimnisvolle, fremde Land führt Cora nach Qingdao und Lhasa, zum Base Camp des Mount Everest und an die Ufer des Brahmaputra. Schritt für Schritt kommt sie einer gigantischen geplanten Umweltsünde auf die Spur. Ein Krieg um das Wasser könnte die ganze Welt ins Chaos stürzen! Geschickt knüpft der Autor ein Netz aus den zentralen Themen, die auch die umweltpolitische Debatte über die Ressource Wasser bestimmen: Im Himalaya entspringt die Mehrzahl der großen Ströme Asiens. Der Klimawandel und die Umweltzerstörung auf dem Dach der Welt bedrohen damit die Trinkwasserversorgung für fast die halbe Menschheit. Der Autor dieses spannenden Öko-

DUHmarkt DUH Umweltschutz-Service GmbH | Fritz-Reichle-Ring 4 | 78315 Radolfzell

Krimis, Manuel Vermeer, bereist seit über 30 Jahren asiatische Länder. Nach zahlreichen Sachbüchern ist dies sein erster Thriller. Vermeer behält darin sein eigentliches Anliegen stets im Auge. Er erklärt auf unterhaltsame Weise, wie der Kampf um knappe Ressourcen und Umweltprobleme in einem vermeintlich fernen Land auch uns betrifft. (smk) n Manuel Vermeer: Mit dem Wasser kommt der Tod, KBV Verlag 2015 ISBN: 978-3-95441-264-8 | 400 Seiten. 11,90 Euro

DUH-Geschäftsführer Sascha Müller-Kraenner legt auch einen Krimi auf den Gabentisch. Hier stellt er den spannenden Stoff vor.

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Unbekannte Tierart

Die Krickente hält sich zur Nahrungssuche meist in flachen Gewässern auf.

Rasanter Senkrechtstarter Die Krickente gilt als geschickte und schnelle Fliegerin. Sie lebt meist versteckt, was ihre Beobachtung schwer macht. Entdeckt man sie doch einmal, ist der Erpel an seinem Prachtkleid leicht zu erkennen. n von Melanie Fessler

„K

ri-kük“ – ihren Namen hat die Krickente dem markanten Balzruf des Männchens zu verdanken. Die Erpel kündigen ihren Artgenossen damit auch drohende Gefahren an. Der Laut der Weibchen ist dagegen weitaus heller und wird oft als quakend beschrieben. Mit 40 Zentimetern Länge ist die Krickente nur etwa taubengroß; sie ist unsere kleinste heimische Ente. Als wendige Fliegerin schafft sie einen fast senkrechten Start aus dem Wasser – Anlauf braucht sie dafür keinen. Diese Schwimmente lebt sehr versteckt, weswegen es Vogelkundlern schwerfällt, den genauen Bestand zu beziffern. Für

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Europa rechnet man mit ungefähr 1,2 Millionen Brutpaaren, davon verteilen sich auf Deutschland etwa 3.700 bis 5.800. Nordische Krickenten verbringen die kalte Jahreszeit im Süden und Westen Europas, auch in Deutschland werden sie als Überwinterungsgäste zum Beispiel am Bodensee oder an den Ufern der Donau beobachtet. Die in Deutschland beheimateten Krickenten fliegen im Winter in den Mittelmeerraum. Die Vögel ziehen meist über Nacht, wobei sie bis zu 400 Kilometer in einer Nacht zurücklegen können.


Unbekannte Tierart

Gut verstecktes Nest

Steckbrief:

Schon im Winterquartier finden sich die Brutpaare zusammen. Die Balz beginnt im Oktober und erreicht im März ihren Höhepunkt. Um das Weibchen zu beeindrucken, spritzt der Erpel Wasser in die Luft, schüttelt seinen Schnabel und putzt sein Gefieder, wobei er charakteristische Grunz- und Pfeiflaute ausstößt. Nach der Paarung fliegen die frisch Vermählten in das Brutgebiet. Für eine Brutsaison leben die Vögel monogam, im nächsten Jahr findet sich ein neues Paar zusammen. Die Krickente nistet an flachen Gewässern im Binnenland, wo ihr die Uferbereiche ausreichende Tarnung für ihr Nest geben. Auch an Heide- und Moorseen oder an Gräben mit viel Schilf wurden schon Bruten beobachtet.

Krickente (Anas crecca)

Schnell selbständig

Weibchen und Männchen unterscheiden sich in ihrem Aussehen.

Das Weibchen bebrütet in der weich gepolsterten Mulde acht bis elf cremefarbene bis bräunlich grüne Eier. Da die Krickentenmutter allein brütet, deckt sie das Nest sorgsam ab, bevor sie es verlässt.

am weiß grau gestrichelten Gefieder zu erkennen. Ein grüner

Verwandtschaft: Die Krickente gehört zur Familie der Entenvögel.

Verbreitung: Krickenten sind beinahe auf der ganzen Nordhalbkugel zu finden. In Mitteleuropa nimmt die Besiedlungsdichte nach Süden hin ab. Ihr südliches Verbreitungsgebiet reicht bis an die Alpen und den Kaukasus.

Aussehen: Das Männchen ist im Prachtkleid am dunkelbraunen Kopf und Streifen zieht sich von den Augen über den gesamten Kopf. Über und unter dem Auge verläuft ein weißer Begrenzungsstreifen. Das Weibchen ist unauffälliger anzusehen, sein Gefieder ist braunschwarz mit weißen Flecken. Der Flügelspiegel ist bei beiden Geschlechtern leuchtend grün gefärbt. Nach der Mauser im Juni ähnelt das Männchen im Schlichtkleid dem Weibchen.

Nahrung: Die Krickente ist wenig wählerisch. Sie ernährt sich von Wasserpflanzen und wirbellosen Tieren. Im Frühjahr und Sommer überwiegt die proteinreiche Ernährung, im Herbst bestimmen Pflanzensamen den Speiseplan. Zur Nahrungssuche durchkämmt sie seichtes Wasser, gründelt im Uferschlamm oder sucht an Land nach Körnern.

Verhalten: Die Krickente ist tag- und nachtaktiv. Tagsüber verbirgt sie sich meistens im Schutz der Ufervegetation, nachts sucht sie offene Wasserflächen auf. Außerhalb der Brutsaison gilt die Krickente als sehr sozial. Krickenten sind wendige Flieger. Im Schwarm führen sie kunstvolle Flugübungen durch.

Gefährdung und Schutz: In Deutschland gilt die Krickente als gefährdeter Brutvogel. Sie gehört nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders

Die Jungen schlüpfen nach rund drei Wochen. Junge Krickenten sind Nestflüchter, bis zur Flugfähigkeit nach sechs Wochen bleiben sie aber bei der Mutter. Die Jungtiere fressen von Anfang an selbst. Wie bei den Altvögeln besteht ihre Nahrung vor allem aus Pflanzenteilen, Würmern, Larven und kleinen Krebsen. Im Winter ruht die Krickente meist am Tag und wird in der Nacht aktiv. Wegen ihres kurzen Halses bevorzugt sie flaches Wasser. Die Krickente ist auf schwankenden Wasserstand angewiesen. Die dabei entstehenden Schlammflächen durchkämmt sie mit ihrem Schnabel auf der Suche nach Leckerbissen. Wo Gewässer trocken gelegt wurden oder Überschwemmungen aufgrund von Hochwasserregulierung fehlen, ist der Bestand der Krickente gefährdet. Gezielte Überschwemmungen und Erhalt und Schutz von Mooren und Tümpeln sind deshalb wichtige Schutzmaßnahmen. Da Krickenten außerhalb der Brutsaison gesellig und in großen Trupps leben, sind sie wenig anfällig für natürliche Feinde wie Wanderfalken, Füchse und Waschbären. n

geschützten Arten. Der Erhalt ihres Lebensraums und der Schutz ungestörter Brut- und Rastgebiete zählen zu den wichtigsten Maßnahmen zur Erhaltung der Art.

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Menschen für Natur

Kunst für die Umwelt Birgit Schweiger nimmt in ihren Kunstwerken die erneuerbaren Energiequellen ins Visier und verarbeitet sie zu farbgewaltigen Szenen. Bis Ende April 2016 sind die Bilder in den Räumen der DUH in Berlin zu sehen und zu erwerben. Jedes dort verkaufte Bild unterstützt die Arbeit der DUH.

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ein Vater hatte schon 1975 die erste österreichische drehbare Solaranlage bei uns im Garten gebaut. Ein hässliches Teil, aber trotzdem immer ein Teil des Elternhauses und der Energie darin“, so erklärt Birgit Schweiger bei der Vernissage ihre Verbindung zur Energiewende. Auch die Windparks St. Pölten haben die Künstlerin beeindruckt. „Jeder kennt diese Giganten und die Meinungen über Windräder in der Landschaft sind ja ziemlich geteilt. Mich haben sie immer schon fasziniert. Diese Kraft, diese Bewegung – mal träge, mal beinahe hektisch. Gefährlich für mich, da ich beim Autofahren abgelenkt bin“, wie sie augenzwinkernd gesteht. In ihrem Werkzyklus „Yenergy“ – Youth and Energy – setzt sie alternative Energiequellen farbgewaltig und kontrastreich in Szene: Windräder, Solaranlagen, Wasserkraftanlagen und Gezeitenkraftwerke, ein Rapsfeld. Ästhetisch, trotz Widrigkeiten – eine Herausforderung der EnergieWendeKunst! Entstanden sind großformatige Landschaften mit viel Licht und Farben, in die menschliche Akteure harmonisch eingebettet sind. Wo sie in Bewegung sind, wirken sie jung, kraftvoll, verspielt. Wo sie innehalten, sind sie entspannt, nachdenklich, friedfertig. Der Betrachter

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Konzerten hat Birgit Schweiger Besucher beobachtet und diese Schnappschüsse malerisch kombiniert. Die Botschaft der Künstlerin spricht mehr an als nur den Verstand. Es gilt, Farbe zu bekennen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Das passt zur DUH, die sich stark macht für intelligente Energienutzung und -erzeugung. Vielleicht passt das auch an Ihre Wand? Alle Bilder können während der Bürozeiten besichtigt und käuflich erworben werden. (ab) n Deutsche Umwelthilfe, Hackescher Markt 4, 10178 Berlin Claudia Tauer, Tel. 030 2400867-641

Die Vernissage brachte Gäste und Mitarbeiter der DUH ins Gespräch. Interessante Erläuterungen gab es von der Künstlerin Birgit Schweiger (re.) und DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.

schaut ihnen bei ganz alltäglichen Beschäftigungen über die Schulter und erst auf den zweiten Blick offenbart sich, was die scheinbar harmlosen Gesten ausstrahlen: Naivität im Umgang mit Energie und Material, Langeweile und Ich-Bezogenheit – just for fun! Auf Festivals und

Weitere Informationen sowie den Katalog zur Ausstellung finden Sie hier:

BIRGIT SCHWEIGER Yenergy 29. Oktober 2015 – 31. April 2016

Spendenkonto Deutsche Umwelthilfe e.V.: Bank für Sozialwirtschaft Köln | IBAN: DE45 3702 0500 0008 1900 02 | BIC: BFSWDE33XXX


Menschen für Natur

Mit dem Erbe die Zukunft gestalten Vermächtnisse helfen, das Engagement der DUH zu stärken. In einem Gastbeitrag gibt Michael Progl vom Institut für Erbrecht Tipps und Anregungen. Dem Institut gehören Erbrechtsexperten aus allen Regionen Deutschlands an.

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as Gesetz gibt einem jeden von uns die Möglichkeit, über den eigenen Tod hinaus gestaltend zu wirken. Leider wird dieses Angebot des Gesetzgebers, nämlich ein Testament zu errichten, welches verbindlich festlegt, was mit dem eigenen Vermögen nach dem Tode geschehen soll, auch heute noch viel zu wenig genutzt. Dabei sind die Grundregeln sehr einfach: Ein Testament kann bereits dadurch errichtet werden, dass man es komplett handschriftlich niederlegt und unterschreibt.

zahlen grundsätzlich keine Erbschaftsteuer, wenn sie erbrechtlich bedacht werden. Ist das nicht ein besonderer Grund, ein Vermächtnis auszusetzen? So kann man auch mit dem eigenen Erbe noch Gutes tun und weiter in die Zukunft wirken. n

Dr. Michael Progl gibt Tipps und Anregungen.

Geschenke klug verteilen Hierbei sollte man folgende Grundregeln beachten: Es sollte möglichst nur eine Person bestimmt werden, die erbt, um Erbengemeinschaften und damit Streit zu vermeiden. Sofern man sein Vermögen auf mehrere Schultern verteilen möchte, sollte die zum Erben berufene Person mit Vermächtnissen belastet werden. Das sind Anweisungen, die genau festlegen, welche Vermögensteile von ihr aus dem Nachlass an andere Personen oder Institutionen zu verteilen sind. Sofern der Testierende hierbei sicherstellen möchte, dass sein Wille später auch ganz exakt umgesetzt wird, empfiehlt es sich, hierfür eine neutrale Person als Testamentsvollstrecker zu bestimmen.

Kosten sparen Selbstverständlich gibt es Fälle, bei denen das lebzeitig erworbene Vermögen differenzierter ausgestaltet wurde und vieles hierbei zu bedenken ist. Dann empfiehlt es sich, einen Fachanwalt für Erbrecht als Berater hinzu zu ziehen und mit diesem die eigenen Wunschvorstellungen ausführlich zu besprechen. So kann sichergestellt werden, dass die spätere Erbfolge in optimierter Weise geregelt ist. Die Hinzuziehung eines Beraters hilft in Einzelfällen sogar, erbfallbedingte Kosten zu reduzieren, zum Beispiel durch bestimmte Gestaltungen, die beim Erbfall entstehende Erbschaftsteuer zu minimieren. Übrigens gilt: Gemeinnützige Einrichtungen wie die Deutsche Umwelthilfe

Weiter wirken Die Lebensqualität künftiger Generationen zu garantieren und Schätze der Natur zu erhalten, dafür setzt sich die DUH seit 40 Jahren ein. Die Broschüre „Lebendige Erinnerung – Ihr Testament für die Natur“ ist erhältlich bei: DUH, Annette Bernauer Tel. 07732 9995-60, bernauer@duh.de

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) Ihre Spende kommt an!

IMPRESSUM Zeitschrift für Mitglieder und Förderer der Deutschen Umwelthilfe e.V. und des Global Nature Fund n Herausgeber: Deutsche

Umwelthilfe e.V., Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell, Tel.: 07732 9995-0, Fax: -77, info@duh.de, www.duh.de n V.i.S.d.P.: Jürgen Resch

n Redaktion: Laura Holzäpfel (lh), Daniel Hufeisen (dh), Jutta Kochendörfer (jk) n Autoren: Annette Bernauer (ab), Melanie Fessler (mf), Udo Gattenlöhner (ug), Steffen

Holzmann (sh), Patrick Huth (ph), Ann-Kathrin Marggraf (akm), Sascha Müller-Kraenner (smk), Michael Progl, Agnes Sauter (as), Thomas Schaefer (ts), Elisabeth Staudt (es), Philipp Turri (pt), Doreen Volsdorf (dv) n Gestaltung: Claudia Kunitzsch, Patricia Lütgebüter n Druck: ProWachter GmbH, Bönnigheim n Anzeigen: Michael Hadamczik; es gilt die Anzeigenpreisliste 2015 n Verlag und Vetrieb: DUH Umweltschutz-Service GmbH, Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell n Gedruckt auf 100 % Recycling-Papier n Heftpreis: 1,50 Euro n Spendenkonto:

Bank für Sozialwirtschaft Köln IBAN: DE45370205000008190002, SWIFT/BIC: BFSWDE33XXX

Deutsche Umwelthilfe und Global Nature Fund werden von zahlreichen Förderern finanziell unterstützt. Die Artikel der DUHwelt geben nicht in jedem Fall die Meinung der Förderer wieder. n Bildnachweis: Titel: Libor Šenja/Naturfoto.cz (Fischotter); S. 3: Astrid Busch; S. 4: DUH/Sebastian Pfütze (o), Steffen Holzmann/DUH (m.), Judith Kühn (u); S. 5: Stadtarchiv Duisburg (o), Jean Kobben/Fotolia.de (m), Lorena Nasi/Fotolia.de (u); S. 6/7: Holger Spiering; S. 8: mihi/Fotolia.de, Nicole Cronauge/Bistum Essen, Annette Bernauer/DUH (v. o.); S. 9: Foton/Fotolia.de (o), beermedia.de/Fotolia.de (m), Steffen Holzmann/DUH (u); S. 10/11: DUH/Sebastian Pfütze; S. 12: DUH/Sebastian Pfütze, Matt Groening (LIsa), 2014 Twentieth Century Fox Film Corporation (Matt Groening), Axel Warnstedt (Inga Sieg); S. 13: Astrid Halder (BR) (o), Sebastian Pfütze/DUH, ; S. 14: Maximilian Geiß/DUH; PRILL Mediendesign/Fotolia.de (HG); S. 15: Steffen Holzmann/DUH; S. 16: Judith Kühn S. 17: Judith Kühn (o), Otto Hahn/hahn-film.de (2 x m), Stadtarchiv Duisburg (u); S. 18: Flussbüro Erfurt/Stephan Gunkel (o), Eric Isselée/Fotolia.de (m), Jörg Mazur (u); S. 19: GNF; S. 20: Ines Wittig (o.l.), Tjark Meents (u.l.), GNF-Archiv (r.o., r.u,); S. 21: flashpics (o), focus finder(l)/beide Fotolia.de; S, 22: windu, mirpic, Maik Dörfler, Gina Sanders (o., v.o.), heebyi (u)/alle Fotolia.de; S. 23: DUH; S. 24: ferkelraggae/Fotolia.de (o), DUH (m), markrubens (u); S. 25: AWF; S. 26: Dorothee Saar (o), Medizinische Hilfe für Palani Hills, Indien e.V. (u); S. 27: DUH (l), Laura Holzäpfel/DUH (r); S. 28: Erni (o), petergyure (m)/beide Fotolia.de; S. 29: marcobarone (o), Erni (m), avs_It (u)/alle Fotolia.de; S. 30: Laura Holzäpfel/DUH (o.l., m), Birgit Schweiger (o.r.); S. 31: privat (m), Igor Yaruta/Fotolia.de welt(r)4/2015 31


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Jeder Mensch hat eine Gabe und wir sollten sie nutzen,

da, wo wir sind. Damit wir am Ende sagen können:

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Ich segne das Zeitliche – und das ist gut so.

Fotos: © bettinaflitner.de/Initiative „Mein Erbe tut Gutes.“

Margot Käßmann, evangelisch-lutherische Theologin und Pfarrerin

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Lebendige Erinnerung Ihr Testament für die Natur

Legat für die Natur Deutsche Umwelthilfe e.V.

Die Deutsche Umwelthilfe ist Mitglied der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum.“

Fordern Sie ihn kostenlos und unverbindlich an.

Deutsche Umwelthilfe e.V. Fritz-Reichle-Ring 4 | 78315 Radolfzell Tel.: 07732 9995-0 | Fax: 07732 9995-77 E-Mail: info@duh.de | www.duh.de

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DUHwelt 4/2015  
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