Jahresbericht 2020/21 Club Alpbach Salzburg

Page 1

JAHRESBERICHT 2020—2021

1


2


R Ü C K BL I C K M IT AUS BLICK Lieber Unterstützer*innen, liebe Vereinsmitglieder, liebe Freund*innen des Club Alpbach Salzburg! Seit mittlerweile zehn Jahren ermöglicht der Club Alpbach Salzburg mit seinen Partnerorganisationen jungen engagierten Menschen die Teilnahme am Europäischen Forum Alpbach. In dem kleinen Tiroler Bergdorf werden interdisziplinär und offen die drängendsten Fragen unserer Zeit diskutiert, wobei die Stipendiat*innen mit Werkzeugen ausgestattet werden, um Treiber*innen positiver und nachhaltiger Veränderungen in unserer Gesellschaft zu werden. Als Mitglied des Forum Alpbach Netzwerks trägt unser Verein die Ideen und die Mission des Forums dabei aktiv nach außen und bildet ein zentrales Bindeglied zwischen Menschen und Organisationen aus unserem Bundesland und dem Dorf der Denker*innen. In den vergangenen zehn Jahren haben wir es als Verein nicht nur geschafft über 130 jungen Menschen aus Salzburg die Teilnahme am Europäischen Forum Alpbach zu ermöglichen. Wir haben uns mit verschiedensten Initiativen und Engagements auch erfolgreich für die Weiterentwicklung des Stipendienprogramms eingesetzt und fördern aktiv den Ausbau und die Organisation des Forum Alpbach Netzwerks. Dank unserer Partner*innen und Unterstützer*innen sowie dem Engagement unserer Mitglieder ist unser Verein heute zu einer lebendigen

und aktiven Gemeinschaft geworden, welche die Ideen und Werte des Europäischen Forums Alpbach in Salzburg lebt und diese aus Salzburg heraus fördert und verbreitet. Der Erfolg unseres Vereins basiert dabei auf unserem gewachsenen und mittlerweile auch pandemiegeprüften Fundament aus langjährigen Unterstützer*innen und Partnerorganisationen sowie einer Vielzahl engagierter Vereinsmitglieder. Neben all diesen Erfolgen stehen zehn Jahre Club Alpbach Salzburg für mich aber vor allem für eines: Freundschaften und Verbindungen zwischen engagierten Menschen mit verschiedensten sozialen, disziplinären und geografischen Hintergründen. Freundschaften und Verbindungen, die es ohne unseren Verein nie gegeben hätte, ohne die unser Verein aber gleichzeitig auch nicht existieren würde.

Manuel Mühlburger, Vereinspräsident 2020/2021

3


An dieser Stelle darf ich nicht nur dieses Vorwort übernehmen, sondern mit großer Freude und in Stellvertretung für den gesamten neu gewählten Vorstand auch einen kleinen Ausblick auf das kommende Vereinsjahr geben. Zunächst will ich mich jedoch bei einigen der zuvor angesprochenen, engagierten Vereinsmitglieder bedanken, die, wie ebenso beschrieben, auch zu guten Freund*innen geworden sind. Dabei sind vor allem die zahlreichen helfenden Köpfe und Hände des stets breit aufgestellten Extended Boards zu erwähnen, ohne die der Club und dessen Vorstand so nicht funktionieren würden. Ganz besonderer Dank gilt in weiterer Folge natürlich auch den scheidenden Vorstandsmitgliedern Agnes Hamberger, Nadine Sampl, Markus Fuchsberger und zu guter Letzt meinem Vorschreiber, unserem ehemaligen Präsidenten Manuel Mühlburger – sie alle haben maßgeblich dazu beigetragen, den Club und seine Tätigkeiten durch die letzten beiden sehr turbulenten Coronajahre zu führen. Trotz aller Widrigkeiten und Planungsunsicherheiten konnten wir durch die unermüdliche Arbeit des gesamten Teams unser Versprechen aus dem Vorjahr einhalten und allen Stipendiat*innen von 2020 die Chance bieten, nach dem lokalen Salzburg HUB im August 2020, diesen Sommer ein „echtes“ Europäisches Forum Alpbach vor Ort in den Tiroler Bergen zu erleben. Vielen Dank für eure Arbeit und euer Engagement, der Club wird euch sehr vermissen.

4

Doch genug der Rekapitulation, ein Ausblick war versprochen. 2021 gab es nicht nur im Vorstand des Clubs Alpbach Salzburg einige Veränderungen, auch das Forum selbst hat mit der Neubesetzung des Präsidentschaftsamtes sowie der Geschäftsführung maßgebliche Personalrochaden hinter sich, die zukünftig auf frischen Wind hoffen lassen. Besonders hervorzuheben ist dabei schon jetzt die Initiative des gesamten Forum Alpbach Netzwerks – bestehend aus allen Clubs und Initiativgruppen in ganz Österreich, Europa und sogar darüber hinaus – endlich klare Strukturen und Verhältnisse gemeinsam mit der Foundation sowie der Association des Europäischen Forums Alpbach zu schaffen. Das Forum selbst befindet sich im Wandel und im Umbruch. Neue Ideen werden gesponnen, liegen am Tisch oder befinden sich bereits in der Umsetzung. Wir als Clubs – als Vertretung der vielen jungen Menschen am Forum – wollen und müssen dabei mitgestalten, damit das Erlebnis auch für zukünftige Stipendiat*innen ein bahnbrechendes sein kann und junge Teilnehmende eine Stimme haben. Wenn wir nun auf unsere eigenen zukünftigen Stipendiat*innen des Club Alpbach Salzburg zurückkommen, dann haben wir für das kommende Clubjahr den Anspruch erhoben, unseren Fokus nochmal viel mehr auf Diversität und Inklusion zu legen. Dabei wollen wir nicht nur in der Auswahl der Stipendiat*innen noch vielfältiger und inklusiver werden, sondern auch Kooperationen mit anderen Clubs und Initiativ-


gruppen stärken sowie inhaltliche Arbeit zu unserem selbstgesetzten Ziel und darüber hinaus den großen Themen des Europäischen Forums Alpbach 2022 leisten und damit den so oft gepriesenen Spirit of Alpbach auch nach Salzburg bringen. Ambitionen, die wir als Vorstand zusammen mit dem großartigen Extended Board, den zahlreichen engagierten Alumni und all unseren treuen Partnerorganisationen sowie Unterstützer*innen gemeinsam erfüllen wollen. Auf das wir im kommenden Jahr einen Sommer und ein Forum Alpbach wie damals erleben dürfen und auf ein weiteres, erfolgreiches Jahrzehnt Club Alpbach Salzburg! Wir freuen uns, euch alle auf diesem Weg dabei zu haben. Vielen Dank.

Andreas Maierhofer, Vereinspräsident 2021/22

5


DAS CAS-VEREINSJAHR 2020-2021 Corona-Lockdowns und ein Wiedersehen im Online-Raum Das Vereinsjahr 2020/21 war geprägt von der Corona-Pandemie und lange andauernden Lockdowns. Schon der Auftakt ins neue Vereinsjahr – die Generalversammlung 2020 – wurde erstmals online abgehalten und der Vorstand mittels Daumen-Emojis in ZoomChats gewählt. Danach befanden wir uns über ein halbes Jahr – von November 2020 bis Mai 2021 – in der einen oder anderen Form eines Lockdowns. Das forderte von allen Clubmitgliedern Kreativität und Flexibilität, insbesondere vom Events-Team, das versuchte, Alternativen zu abgesagten Stammtischen und Veranstaltungen zu finden. Aus der stets beliebten CAS-Weihnachtsfeier wurde ein Online-Pubquiz. Nachdem eine passende Online-Plattform gefunden wurde, die ein möglichst Stammtisch-ähnliches Gefühl erzeugte, überlegte sich das EventsTeam genug Fragen – mit und ohne AlpbachBezug – für einen lustigen Abend. Entspannt nach den Weihnachtsfeiertagen trafen wir uns dann alle im virtuellen Raum, wo uns Markus L. als Quizmaster durch den Abend führte: Wie hoch ist der Gratlspitz? Und woraus wird eigentlich Krautinger gemacht?

6

An der virtuellen Bar konnten sich sogar Brüssel, St. Gallen und Oxford treffen.


Zwischendurch gab es private Musikeinlagen von Fabian auf seinem Keyboard, bei denen Songs erraten werden mussten. Auch die ein oder andere lustige Aufgabe, die wir vor unseren Bildschirmen erledigen konnten, wurde uns gegeben: Findet den lustigsten Hut in eurem Zuhause und behaltet diesen für den restlichen Abend auf! Bildet mit euren Teamkollegen möglichst kreativ einen Weihnachtsstern und schickt uns einen Screenshot – in einer Minute! Oder dichtet eine neue Strophe zu einem Weihnachtslied – aber bitte mit Clubbezug und Insidern! Das Gewinnerteam wurde natürlich belohnt und durfte sich eine wohltätige Organisation aussuchen, an die der Club 50€ spendete. Man entschied sich für das Social Business „Sindbad“, das sich mithilfe eines Mentoringprogramms der Chancengleichheit für Schüler*innen verschrieben hat. Auch für die restlichen Rateteams gab es einen kleinen Trostpreis in Form von kleinen Goodies, wie CAS-Notizbüchern. Da das Weihnachts-Pubquiz ein so großer Erfolg war und der Lockdown noch mehrere Monate andauern sollte, organisierte das Events-Team für die Osterzeit ein weiteres Pubquiz. Auch dieses Mal waren viele Mitglieder dabei und nicht alle saßen in Österreich – das ist wohl einer der großen Vorteile der Online-Formate: aus Salzburg, Brüssel, Oxford und Berlin wurde neben einigen anderen Orten mitgeraten und im Anschluss gemütlich bei einem Bier oder Spritzer auf Distanz Neuigkeiten ausgetauscht. Auch dieses Mal spendete der Club – auf Vorschlag des Gewinnerteams – 50€ für die Organisation „Home for All“, einer griechischen NGO, die geflüchteten Personen vor Ort hilft und sie unterstützt. Ein großes Dankeschön für die gute Organisation durch das EventsTeam und die rege Teilnahme an diesen beiden Abenden!

Text: Maria Anwar, Vorstandsmitglied (Kommunikation)


STADTSPAZIERGÄNGE Auf gemeinsamer Erkundungstour in Wien und Salzburg mit Laura Mayr und David Schwab Während der Covid-19 Pandemie nahm das Spazierengehen eine bedeutende Rolle ein: Nicht nur Bewegung und frische Luft, sondern auch ein Gefühl von Freiheit und die Möglichkeit Freunde und Familie zu sehen. „Das gehen führt am dichtesten an die Welt heran“ stellt Bertram Weisshaar in seinem Buch „Einfach Losgehen“ fest. Ganz nach diesem Motto haben wir gemeinsam mit unseren Alumni in zwei Spaziergängen unsere (Wahl-)Heimaten Wien und Salzburg erkundet.

FAVORIT EN I M WAN DE L DER ZEIT In Wien leitete uns der lokale Experte David Schwab durch Favoriten, „seinen“ Bezirk. David Schwab bringt als studierter Raumplaner seit 2020 seine fachliche Expertise und sein lokales Wissen als Bezirksrat der SPÖ ein. Er ist Mitglied in führte uns von bekannten Orten wie dem der Mobilitätskommission sowie im Bau- Reumannplatz über Gemeindebauten aus ausschuss des Bezirks. unterschiedlichen Jahrzehnten bis hin zur aktuellen und zukünftigen Entwicklung des Gemeinsam erkundeten wir die Geschich- Bezirks im Gebiet des Sonnwendviertels. te und Zukunft des dynamischen und Wir erkundeten dabei die Herausfordemultikulturellen Bezirks, der ursprüng- rungen der aktuellen baulichen, soziodelich industriell geprägt als klassischer mografischen, mobilitätsbezogenen und Arbeiterbezirk galt. Unser Spaziergang ökonomischen Transformationsprozesse für die Bezirksentwicklung.

8


SA LZBU RGER STADTEN T WICKLUNG HEUTE UND MORGEN Laura Mayr führte diese Diskussionen mit uns in Salzburg weiter fort. Laura Mayr ist seit etwa 3 Jahren als Raumplanerin am Amt für Stadtplanung und Verkehr der Stadt Salzburg tätig. Ihre Expertise bringt sie besonders im Bereich der Stadtentwicklungsplanung ein und beschäftigt sich dabei vor allem mit strategischen, langfristigen Planungsprozessen, wie etwa der Neuerstellung des Räumlichen Entwicklungskonzepts. Auf gemeinsamer Entdeckungstour durch den Stadtteil Lehen lernten wir bislang unbekannte und neue Facetten des Viertels kennen: von unerwarteten, grünen Ruhepolen entlang der Glan nur wenige Meter von stark befahrenen Straßen entfernt bis hin zu neuen, urbanen Zentren. Deutlich wurden dabei die Chancen und Herausforderungen der Stadtentwicklung in Salzburg. Stadtplanung als Querschnittsmaterie bot die Chance, dass unsere Alumni aus ihren vielfältigen Expertisen interessante Aspekte einbringen konnten. So eröffneten sich auch über den Spaziergang hinaus spannende Gespräche.

Text: Aurelia Kammerhofer, Vorstandsmitglied (Alumni)

9


Fast so schön wie am Gratlspitz: der Ausblick vom Hohen Zinken

Zur Stärkung gab es stilgerecht Kasnocken.

10


WANDERUNG ZUR GRUBENBACHHÜTTE Bereits das zweite Jahr in Folge unternahm der CAS Vorstand im Sommer zusammen mit dem Extended Board einen Teambuilding-Ausflug zur Grubenbachhütte bei Hintersee. Für viele von uns war es das erste „live“ Treffen mit den restlichen Clubmitgliedern seit Monaten, weshalb wir umso motivierter in den Tag starteten. Ganz nach Alpbacher-Manier stand natürlich auch ein Gipfelaufstieg auf dem Plan. Deshalb begann – nachdem die Rucksäcke bei der Hütte abgeliefert wurden – unsere Wanderung auf den Hohen Zinken – das Gruberhorn wurde ja schließlich schon im Vorjahr bestiegen. Nach über tausend Höhenmetern, rutschigen Abkürzungen durch den Wald und dem einen oder anderen Wadenkrampf erreichten wir schließlich den Gipfel. Bei 1764m Höhe hat man eine schöne Aussicht, was für eine kleine Gipfeljause ideal war. Müsliriegel, DrageeKekse und Cabanossi lieferten uns genug Energie für den Abstieg – zu viel wollten wir nicht essen, um uns ja nicht unseren Appetit zu verderben, für später waren ja schon Kasnocken bestellt! Auf dem Rückweg tauchten einige von uns noch in den eiskalten Gruberbach und fühlten sich – angeblich – wie neu geboren. Mir reichte es schon aus, die Zehen kurz hineinzutauchen. Als wir dann zur Hütte zurückkamen, wurden wir bald mit Bier, Spritzern und der wohl größten Pfanne

Kasnocken im Salzburger Land empfangen. In gemütlichem Setting und umgeben von einer wunderschönen gebirgigen Szenerie, konnten wir über die Aufgaben des Clubs in den nächsten Monaten und die Herausforderungen, die uns bei einem Forum Alpbach in Corona-Zeiten erwarteten, diskutieren. Mit dem Fortschreiten des Abends wurden auch unsere Gespräche etwas trivialer – das könnte auch daran liegen, dass uns der ein oder andere hausgemachte Schnaps etwas zu gut geschmeckt hat. Die Nacht war lang, doch wie wir es dank Alpbach gewohnt sind, waren wir auch am nächsten Morgen nicht allzu verschlafen. Am Vormittag saßen wir dann noch für ein gemeinsames Frühstück zusammen – nur unser fleißiger Präsident Manu wurde von den Hüttenbesitzern zum Pofesenstreichen eingeteilt. Wir hoffen, dass uns unsere liebe Eva nächstes Jahr wieder einen Platz in der Hütte sichern kann, und freuen uns schon jetzt wieder darauf!

Text: Maria Anwar, Vorstandsmitglied (Kommunikation)

11


DAS EUROPÄISCHE FORUM ALPBACH 2021

E R FA H RU N GS BER ICHT OL I V I A K E L N REITER , STIPEND IATIN E I N E MORG ENDLICHE MED ITATI ON Wenn morgens langsam die Sonne ihren Weg ins Tal fand, den idyllischen Kirchturm im schönsten Blumendorf Europas beleuchtete und die ersten Seilbahnen gegenüber auf den Gmahkopf kletterten, war es im Sonnenhof noch ganz ruhig. Ganz unten im Haus schliefen die einen Salzburger, daneben ein Wiener Startup, darüber die Oberösterreicher, zwischendurch Touristen, darüber die anderen Salzburger. Die letzten Stipendiat*innen waren erst vor Kurzem aus dem Jakober zurückgekehrt, eine kleine Gruppe schon zum Sonnenaufgang am Gratlspitz gewesen und die ganz Motivierten (oder Hungrigen) machten sich für das Frühstück mit der*dem nächsten Minister*in bereit. Zwischendurch wurde gegurgelt, immer 60 Sekunden vor der Kamera, abschicken, einpacken, und bis um 10 Uhr im Konferenzzentrum einwerfen für den sicheren Forumsbesuch am nächsten Tag.

12

Mittendrin saß ich, und versuchte, mich mit immer neuen Strategien durch das volle Programm zu navigieren und den vor mir liegenden Forumstag möglichst ergiebig zu planen. 2021 war Alpbach anders, habe ich gehört. Kleiner, weniger international, kürzer (für die meisten). Aber auch intimer und gemeinschaftlicher. Über die nächsten Jahre werde ich hoffentlich herausfinden, was das bedeutet. Denn zurückkommen möchte ich unbedingt – die sechs Tage vor Ort waren voller Begegnungen, Denkanstöße und vor allem voller Leben.


STATEMENT JU LIA FE L DBAUE R, ST IPE NDI ATI N

Eines meiner ganz besonderen Highlights in Alpbach war unsere Sonnenaufgangswanderung auf den Gratlspitz. Einerseits war ich überrascht, wie groß unsere Gruppe war, andererseits noch mehr, dass es tatsächlich alle aus der Gruppe schlussendlich auf den Gipfel geschafft haben. Der Sonnenaufgang war auf jeden Fall den Aufstieg und die Anstrengung zu den frühen Morgenstunden wert.

13


E R FA H RU N GS BER ICHT ST E FAN I E M Ü LLER , STIPEND IATIN T HE SO UN D OF A LPBACH Als ich in Alpbach ankomme, ist alles noch Im Laufe der nächsten 24 Stunden wird es leise. Vereinzelt werden Neuankömmlinge zunehmend lauter, aufgeregter und voller begrüßt, ab und an fährt ein Auto vorbei. in Alpbach. Auch wenn dieses Jahr deutlich weniger Stipendiat*innen die SeminarDie Rollen meines Koffers rattern über den unebenen Asphalt. Ich komme das erste woche besuchen, spürt man, dass sich das Mal ins Schnaufen, denn unsere Unter- Dorf füllt. Für mich ist es beinahe unvorkunft liegt ein Stückchen oberhalb des stellbar, wie in einem regulären Jahr die Ortszentrums am Hang – mit perfekter sechsfache Menge an Leuten hier Platz Aussicht auf das Alpbachtal. Endlich habe findet. Und dann geht es los! ich ihn erreicht, den Sonnenhof, unser Zuhause für die kommenden zwei Wochen Die Seminarwoche! Ein Seminar für die und die Homebase für zahlreiche gemein- Bildung, ein Seminar für die persönliche same Gespräche, Grillereien und lange Entwicklung und den Spaß. „Collaboration Abende. Und so werde ich auch gleich mit Through the Power of Music“ – hier war der herzlichem Gelächter, Geschirrklirren und Name Programm. Ein großer Teil meines Topfgeklapper begrüßt – es gibt Spaghetti! “Sound of Alpbach”-Erlebnisses wurde von den beiden einzigartigen Seminarleiterinnen Dora Halas und Katarina Henryson und der gesamte Seminargruppe geprägt. D-d-d-dora, Katarinana, Ji-imy, Aaaaagnessss, Pauuuul, Sararah... wir fangen an mit einem Namensspiel (wohl sowieso die einzige Möglich-

14


keit, wie ich mir die vielen neuen Namen überhaupt merken kann!). Alles ist plötzlich mit einem Sound, mit einer Bewegung, mit einer Geste verbunden. Wir atmen gemeinsam, wir erzeugen Klangcluster – gemeinsam, wir lernen aufeinander zu hören, gemeinsam einen Rhythmus zu erzeugen. Wir wachsen so schnell als Gruppe zusammen, die Power of Music hat ihre Aufgabe erfüllt! Wir sind aber nicht die einzigen, die Musik machen. Immer wieder hört man Trommeln, Klangschalen und ähnliches über die Wiesen herüberklingen – ein weiteres Seminar mit Fokus auf Musik und Klänge. Überwiegend jedoch, Gespräche. Das Hintergrundplätschern, wenn sich viele Menschen gleichzeitig unterhalten. Mal lauter, mal leiser, mal nah, mal fern, mal angeregtes Diskutieren, mal zustimmende Eintracht. Zwischendurch – Gelächter. Alpbach macht Spaß! Und Alpbach ist viel mehr als das offizielle Programm. Es sind die vielen kleinen Dinge zwischendurch. Das Gespräch mit dem Sitznach-

barn, das gemeinsame Mittagessen mit dem Club, die Diskussionen nach dem Seminar, die Abendveranstaltungen und natürlich die Nächte im Jakober. Es sind die Rahmenveranstaltungen, wie die Sonnenaufgangswanderung auf den Gratlspitz oder das G’stanzlsingen auf der Zottaalm. Es sind die unerwarteten Momente, wie eine Akustikperformance auf der Terrasse des Konferenzzentrums mit 3 Artisten, welche eine Klangwolke aus Perkussion und einfachen Klängen erzeugen – der perfekte Ort für eine Meditation (um den Coronatestwahnsinn hinter sich zu lassen). Oder ein Poetryslam, der kurzerhand zum Bühnenpräsenzseminar wird. Oder eine spontane Outdoorparty mit Technomusik. Oder die Weinverkostung mit den Steirern um 3 Uhr morgens. Oder der Abend, an dem jemand „Halleluja“ anstimmte und an dem wir bis 6 Uhr Früh unsere Chorskills und Textsicherheit austesteten. Im Laufe meiner 10 Tage in Alpbach verschwimmen die Grenzen zwischen Tag und Nacht, ich verliere das Zeitgefühl. Es ist immer etwas los. Immer drei Veranstaltungen gleichzeitig. FOMO („Fear of missing out“) ist allgegenwärtig (und das, obwohl es angeblich dieses Jahr relativ ruhig ist). Danke für die Möglichkeit all das zu erleben!

15


E R FA H RU N GS BER ICHT JA KOB F REN KENB ERGER , ST IPE NDI AT Die Erfahrungen, die ich auf dem europäi- Trance, auch der schen Forum Alpbach 2021 als Stipendiat doppelte Espresmachen durfte, lassen sich wohl kaum auf so am Kongresseiner Seite beschreiben. Zu umfangreich, zentrum ändert unterschiedlich, aufregend, frustrierend daran nichts, die und gleichzeitig inspirierend waren diese Pitches der Speazweieinhalb Wochen in Alpbach. Um trotz- ker bei „Tickets to dem einen Eindruck davon zu bekommen, Berlin“ allerdings würde ich gerne einen Tag beschreiben, schon. 09:15 und der für mich die Vielfalt des Forums aus- hellwach – die Trance wie weggefegt. Die macht. darauffolgenden Stunden Am 27. August dauerte das Forum bereits vergehen wie im Flug. Man muss sich das mehr als eine Woche. Dementsprechend vorstellen – die x-te „durchzechte“ Nacht, anstrengend war es zwischendurch bereits. nicht einmal drei Stunden Schlaf – ein Der Vorabend war geprägt von anregenden Vormittag in einem dunklen Seminarraum Gesprächen und mündete in eine spontane – 09:15 und hellwach. Zu Mittag die erste Chorsingrunde in einer Art Kapelle in der Fridays for Future-Demonstration in AlpNähe vom Baum der Denker. Der Heimweg bach. Man sah einen bunten Haufen junger gestaltete sich als schwieriger denn je, man Menschen. Von Baggypants bis Nadelstreikann sich nachts auch in dem kleinen Alp- fenanzug war alles dabei. So divers das Forum auch sein mag, so divers die Stibach durchaus verirren. pendiat*innen auch sein mögen – das EinAnkunft im Sonnenhof – 05:45. Abmarsch stehen für das Klima eint uns alle. zur morgendlichen Penaldiskussion – 08:45. Mangels Schlaf noch etwas in

16


Eine Stunde Zeit. „ A Leberkassemmerl und a Tschick“ gehen sich aus. Währenddessen, ein freundliches Streitgespräch über die Rolle von Plastik mit einer Kunststipendiatin aus dem Burgenland. Der nächste Kaffee, geteilt mit der ehemaligen rechten Hand des berüchtigten Ex-ÖBAG Chefs und erneut ein freundliches Streitgespräch über die Relevanz der Staatsholding. Ein schockierender, fast schon Science-Fiction artiger Vortrag über „Human Enhancement“ und das Zusammenspiel von Militär und Medizin. Danach beruhigendes Kontrastprogramm mit einer Runde Siedler im Sonnenhof. Ein aufbrausender und inspirierender Tag, gekrönt durch einen Spaziergang auf die Zottaalm – urige Köstlichkeiten, modern gehaltene traditionelle Musik und die Alpbacher Interpretation eines musikalischen „Roast Battles“. Laut lachende und

singende Menschen, spontane Putzaktionen mit Herrn und Frau Margreiter, genügend geistige Heißgetränke, eine Talfahrt auf der Ladefläche des Sonnenhof Trucks. Ein anstrengender und interessanter Tag, beendet durch den fast schon üblichen Ausklang im Jakober. Am Stil dieses Berichtes erkennt man, dass ein ausladendes Beschreiben einzelner Situationen, um künstliche Spannung zu erzeugen, für mich nicht nötig war. Es gibt unzählige Dinge, die ich zu erzählen hätte. Variatio delectat – Abwechslung macht Freude. Ich glaube, diesen Satz damals in mein Motivationsschreiben geschrieben zu haben. Die Freude daran, neue Menschen kennenzulernen, neue Dinge auszuprobieren usw. Ich blicke mit sehr viel Freude auf dieses abwechslungsreiche Forum zurück. Auf die Kontraste, auf die Unterschiede, die Diversität von Aktivitäten, Menschen und Eindrücken. Und vor allem auf verschiedene Erinnerungen, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Abwechslung macht mir zwar Freude, aber eine Ausnahme gibt’s: Dieses Forum, darf sich für mich gerne nächstes Jahr noch einmal wiederholen.

17


K A M I N GES PRÄCHE – D I E ESSEN Z DES „S PIR ITS OF AL PBACH“? „Ein Kamingespräch bezeichnet ein informelles Treffen im kleinen Kreis zu einem spezifischen Thema. Die Gestaltung soll eine persönliche Atmosphäre gewährleisten und einen fruchtbaren Dialog ermöglichen.“ Der Club Alpbach Salzburg organisierte dieses Jahr elf Kamingespräche. Das ist eine große Leistung, vor allem, da die wenigsten davon im Vorhinein geplant waren – aufgrund der Coronasituation war nämlich bis zur Ankunft in Alpbach unklar, wie und ob Kamingespräche dieses Jahr stattfinden sollten. Der Spontanität von Alpbach ist es gewidmet, dass schlussendlich von Gesprächen mit Jungunternehmer*innen bis Minister*innen alles dabei war. Ein großes Lob hier auch an unsere diesjährigen Stipendiat*innen, die fleißig Gesprächspartner*innen gefunden und Kamingespräche organisiert haben!

18

Mit Sophie Rendl, CEO Frauendomäne, über Gleichbereichtigung quatschen: kann was!


STATE M E N T FA B IAN LENGL ACHNER , ST I PEN DIAT „Der Sonnenhof, unsere wunderschöne Herberge mit Garten und Griller, wurde schnell zu einem der Hotspots am EFA, da wir dort insgesamt vier Grillereien, mehrere FiresideTalks, einige Spieleabende und die ein oder andere Party veranstalteten. Ich selbst habe zwei Fireside-Talks gehostet, einmal mit dem äußerst sympathischen Impact-Investor Charly Kleissner und einmal mit der nicht weniger sympathischen NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger. Die Fireside-Talks waren meist etwas spannender als die offiziellen Vorträge und Panels, die nach der Seminarwoche starteten, da man sich in familiärer Atmosphäre mit Nobelpreisträgern (Jo Stiglitz) oder Minister *innen (Zadic, Mückstein) oft per Du unterhalten konnte und es weniger ein Monolog, sondern mehr ein Gespräch war.“

Grillen und Chillen mit Charly Kleissner — gehaltvolle Diskussionen über Social Impact Investment inklusive!

CEO Janet Kuschert stellt uns Sindbad vor.

STATEMENT SA R AH J ONES, ST IPE NDI ATI N „Auch die Kamingespräche, die von unserer Gruppe eifrig organisiert wurden, waren eine wertvolle Erfahrung. Besonders inspirierend fand ich die Unterhaltungen mit jungen Unternehmerinnen wie Sophie Rendl, der Mitbegründerin der Frauendomäne und Janet Kuschert, der Geschäftsführerin von Sindbad. Es war sehr inspirierend mit diesen jungen Frauen zu reden, die es trotz etlicher Hürden geschafft haben aus einer Idee ein Unternehmen entstehen zu lassen und damit jetzt für Wandel in der Gesellschaft eintreten.“

19


STATE M E N T ST E FA N IE MÜLLER , STIPEND IATI N „Dafür war ich vollends begeistert von all den Kamingesprächen. Egal ob ich die Person zuvor gekannt hatte oder erst im Laufe des Gespräches erfuhr wer er/ sie war, wenn ich mal spontan dazustieß – es entwickelte sich immer ein spannendes Gespräch und es ergaben sich immer Themen, zu denen auch ich Fragen hatte. Und diese wurden oft ehrlich beantwortet. Diese Ehrlichkeit, Nähe und Persönlichkeit lernte ich sehr schnell zu schätzen. Daraus ergaben sich dann auch Aussagen wie: „Parkplätze sind nur dafür da, dass Leute dort hinfahren und noch mehr Graffel kaufen!“, von Helmut Haberl zum Thema Degrowth – unverblümt und direkt.“

STATE M E N T FA B I A N K RACMAR , ST IPEN D IAT „Am besten haben mir tatsächlich die Kamingespräche gefallen. Ich finde das ist auch das, was das EFA für mich ausmacht.: Sich in einem kleinen und intimen Rahmen mit Persönlichkeiten über diverse Themen auszutauschen und hier auch mal eine ehrlichere Antwort zu bekommen. Hier haben mir die Gespräche von der Frauendomäne (Anm. Sophie Rendl) und Sindbad (Anm. Janet Kuschert) am besten gefallen. Die Gespräche mit dem Microsoft CEO und mit Meinl-Reisinger haben mir auch gefallen, denn hier konnte ich auch direkte Fragen stellen.“

20


K A MI N GESPRÄCH MIT A LMA Z AD IĆ Nach einer vollkommen digitalen Version des Europäischen Forum Alpbach 2020 konnte das Forum im Sommer 2021 in Präsenz stattfinden. Das bekannte Format der Fireside Chats, die im Vorjahr nicht wirklich stattfanden, bescherte den Stipendiat*innen des EFA 2021 viele spannende Diskussionen mit interessanten Persönlichkeiten. So konnte vom Club Alpbach Salzburg am letzten Tag des Forums ein Fireside Chat mit der österreichischen Justizministerin Alma Zadic organisiert werden. Schon bei ihrer Ankunft am Diskussionsort wurde schnell klar, wie nahbar mit der Justizministerin gesprochen werden konnte. Viele gespannte Stipendiat*innen saßen und standen in der Loggia versammelt, als sich Alma Zadic gemütlich auf die Holzstufen setzte. Eine besondere Verbindung bringt die Justizministerin nach

Alpbach: sie selbst hat die Initiativgruppe in Wien gegründet. Neben ihrem sozialen Engagement auch bei vielen anderen Vereinen, führte sie ihr Werdegang über Großkanzleien schließlich in die Politik, wo sie aktuell als Mitglied der Grünen und damit als Juniorpartner in der Regierung sitzt. Sehr interessiert widmete sie sich dem Gespräch und den Fragen und Beiträgen der Zuhörenden. Sie beschrieb ihre Möglichkeiten als Justizministerin und gleichzeitig, inwiefern ihr doch in manchen Bereichen die Hände gebunden sind. Doch das Gespräch mit der Politikerin beschränkte sich nicht auf professionelle Themen. Sehr persönlich erzählte Alma Zadic von herausfordernden Erlebnissen als Österreicherin mit Migrationshintergrund und wie sich Schwangerschaft und Familie mit ihrem Beruf vereinbaren ließen. Für viele Teilnehmende am Fireside Talk war die Nahbarkeit der Politikerin beeindruckend - keine formellen Hürden, sondern ein anregender, respektvoller und gleichzeitig persönlicher Austausch auf Augenhöhe. Das Gespräch führte uns vor Augen, wie Politik funktioniert, welche Herausforderungen ein politischer Werdegang mit sich bringen kann und wie das Privatleben von der Arbeit in der Politik tangiert wird. Wir bedanken uns sehr herzlich für diese einzigartige Gelegenheit und das offene und ehrliche Gespräch! Text: Julian Kessler Stipendiat


STATE M E N T S USA N NE D R EX LER , ST IPEND IATI N „In den Paneldiskussionen habe ich über Themen gehört, mit denen ich noch nie zuvor in Berührung gekommen bin, aber die Kamingespräche fand ich interessanter, weil man dort mehr und offenere Fragen stellen konnte und ein besseres Gespür für die Personen und ihre Sicht auf die Welt entwickelt hat. Besonders die Gespräche mit Beate Meinl-Reisinger, Alma Zadic und Andreas Treichl fand ich gut, da diese direkt auf kritische Fragen eingegangen sind und sie nicht einfach abgewehrt haben. Am besten hat mir das Wandern mit Leonore Gewessler gefallen, weil wir dort wirklich mit den Leuten diskutieren konnten, es also einen Gedankenaustausch und nicht eine reine Gedankenaufnahme gab.“ Bevor beim Gstanzl-Battle die verbalen Krallen ausgefahren werden, noch schnell ein versöhnliches Gruppenfoto mit allen Teilnehmenden:

22


GTANZL-SINGEN AUF DER ZOTTAALM „Der Åbend is super, ois is do in Butter, doch mir is ned ganz wohl, i glab des liegt an Tirol!“

für eine kleine Abordnung des Club Alpbach Vorarlberg, deren präzise Querschüsse meist ihr Ziel fanden – trotz Sprachbarrieren:

So oder so ähnlich hörte man es an einem kühlen Spätsommerabend Ende August 2021 aus der Zottaalm schallen. Eigentlich für ihre Löffel- „Die Xiberger Kinda muasst east moi do finda, milch, den Kaiserschmarrn und doch hostas erst gfundn strahns Soiz in dei Wundn.“ Eierspeisgerichte aus 17 Eiern Personell und zweifellos erfahrungstechbekannt, rückt auf der hoch über Alpbach nisch bei Weitem unterlegen, versuchte gelegenen Alm einmal im Jahr die eiweißreiche Kulina- sich der Club Alpbach Tirol dessen ungeachtet an seiner ganz persönlichen David rik für einen weiteren kulturellen Höhe- gegen Goliath-Geschichte und begann mit punkt in den Hin- ersten Gstanzl–Sticheleien gegen den Club Alpbach Salzburg. Auf eine beachtenswerte tergrund. Erste Sprücheschlacht folgten FriedensgespräAufzeichnungen aus dem Spätmit- che, begleitet von dem ein oder anderen Trauben- oder Gerstensaft, die schließlich telalter zeugen von zum Handschlag über die Verschwesterung einer der ältesten Traditionen Salzburgs, und Verbrüderung im Sonnenhof führten die bis heute von Genera- und die Weichen für eine langjährige und tion zu Generation weitergege- fruchtbare Kooperation stellten. Fazit des höchst erfolgreichen Abends: ben wurde: dem prestigeträchtigen Gstanzln. Als ungeschlagener Rekordmeister seit mittlerwei- „Die Margret Margreiter is‘ Sonnenhofleiter le mehr als 500 Jahren freute und mit vü Alkohol, nimmts sogar Leit‘ aus Tirol.“ sich der Club Alpbach Salzburg auch heuer wieder, weitere Clubs in die- Der Club Alpbach Salzburg bedankt sich beim Club Alpbach Tirol, einem ebenbürses Ur-Salzburger Brauchtum einzuführen und auf eine Sprachreise voll von freund- tigen Gstanzl-Gegner. schaftlichen Seitenhieben knapp oberhalb der Gürtellinie mitzunehmen. EntwickText: Andreas Maierhofer, Präsident lungshilfe gab es heuer unter anderem


STATE M E N T ST E FA N IE MÜLLER , STIPEND IATI N „Und Alpbach ist viel mehr als das offizielle Programm. Es sind die vielen kleinen Dinge zwischendurch. Das Gespräch mit dem Sitznachbarn, das gemeinsame Mittagessen mit dem Club, die Diskussionen nach dem Seminar, die Abendveranstaltungen und natürlich die Nächte im Jakober. Es sind die Rahmenveranstaltungen, wie die Sonnenaufgangswanderung auf den Gratlspitz oder das Gstanzlsingen auf der Zottaalm.“

STATE M E N T SA R A H JON ES , ST IPEN D IATIN „Besonders schön fand ich auch die Atmosphäre unter den Stipendiat*innen. Alle waren sehr offen. Im normalen Leben passiert es selten, dass man beim Kaffeetrinken oder Fortgehen einfach mal so ein Dutzend neuer Bekanntschaften schließt. In Alpbach ist das jedoch mehr die Norm als die Ausnahme. Die ,,nicht akademischen Aktivitäten‘‘ waren definitiv Highlights des

24

Forums. Besonders das Gstanzlsingen, die Sonnenaufgangswanderung und den Poetry Slam werde ich so schnell nicht vergessen. Alles in allem kann ich nur sagen, dass ich eine einzigartige Zeit hatte, die mich sicher auch in weiterer Zukunft noch motivieren und inspirieren wird.“


WAS HEISST ALPBACH FÜR EUCH? „Wichtig fand ich auch die Fridays for Future Demonstration sowie die Pride Parade, die während des Forums stattfanden. Zugegebenermaßen wirkt das Forum zum Teil wie eine paradiesische Blase in den Bergen, in der über die brennenden Probleme unserer Zeit zwar viel diskutiert wird, gleichzeitig fühlt man sich diesen Problemen dort aber auch sehr fern. Es war gut und richtig, dass auf den theoretischen Diskurs auch ein gewisser Aktivismus folgte.“ — Sarah Jones, Stipendiatin

„Einige Freunde und Bekannte in meinem Umkreis haben mich gefragt, was denn eigentlich das Forum Alpbach sei. Meine knappe Antwort ist immer: Ein Raum für Menschen, mit jeglichen akademischen und nicht-akademischen Hintergründen, der geschaffen wird, um sich über die aktuellen und zukünftigen Probleme der Erde auszutauschen, darüber zu diskutieren, voneinander zu lernen und gemeinsam potenzielle Lösungen zu finden. Darüber hinaus ist das EFA ein unbeschreiblicher Ort zum „Netzwerken“, mit einem leicht elitären Flair, wo so viele alkoholische Getränke konsumiert werden, dass die Hälfte vielleicht auch reichen würde, aber dieses Brauchtum spiegelt wahrscheinlich nur den Großteil unserer Gesellschaft wider. Nichtsdestotrotz, lustig war es allemal.“ — Fabian Kracmar, Stipendiat

25


„Die wenigen Tage am EFA haben mich mit Gesprächen bereichert, die man im Alltag viel zu selten führt und gezeigt, wie viel es noch zu tun gibt, um unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Selten habe ich in so kurzer Zeit von so vielen Ebenen gesellschaftlicher Herausforderungen

gelernt und vor allem so viele von Grund auf liebe und differenzierte Menschen getroffen, die sowohl die interessanten Aspekte der zahlreichen Veranstaltungen hervorheben als auch fundamentale Kritik an ihnen äußern konnten.“ — Markus Stemeseder, Stipendiat

„Eine Erfahrung geballter Expertise, zu der ich Zugang hatte durch die Vorträge und Gespräche, die ich wirklich sehr sehr genoss, mit einem weltumspannenden Umfang, und die Möglichkeit, mit Menschen über vieles, vieles zu sprechen und nachzudenken. Ein ideales Umfeld in dem Sinn, etwas, wofür ich dankbar bin!“ — Isabel Schwaninger, Stipendiatin

26


„Alpbach is an amazing place, where fascinating and diverse people come together, and every discussion proves how interdisciplinary collaboration can lead to inspiring new ideas.“ — Anneli Eddy, Stipendiatin

„Alpbach heißt für mich zuallererst Spontanität: Zufällig zum Kamingespräch mit Alexander Van der Bellen dazustoßen zu können, zu entdecken, wer eigentlich der Nachbar im Apartment nebenan ist oder am Abend zu grillen etc. Aber genauso wenig wegzudenken sind die inspirierenden und offenen Gespräche, ob beim Essen, in und zwischen den Seminareinheiten, in geselliger Runde am Abend oder auch um vier in der Früh am Weg zum Gratlspitz.“ — Julia Feldbauer, Stipendiatin

27


UNSER ZEHNJÄHRIGES JUBILÄUM 10 Jahre ist es mittlerweile her, dass sich unterm Jahr – blicken die Gründermütter und -väter unseres Club wir dennoch stolz auf Alpbach Salzburg zusammentaten und in die letzten 10 Jahre Windeseile einen Verein aus dem Boden zurück und freuen uns stampften, Sponsor*innen in Salzburg für auf viele weitere Jahrunsere Sache begeisterten und bereits im zehnte Club Alpbach darauffolgenden Jahr zahlreiche Stipen- Salzburg. diat*innen zum Forum Alpbach schickten. Zu seinem 10-jährigen Bestehen musste Abgeschlossen wurde der Tag in bewährter Manier. Sowohl im der Club natürlich gefeiert werden! Foyer des Mozarteums als auch im mittlerEinen ganzen Halbtag widmeten wir uns weile zum Stammgasthaus aufgestiegenen dem, was unseren Club ausmacht: Kamin- „Fidelen Affen“ hieß es: neue Bekanntgespräche mit inspirierenden Persönlich- schaften machen, alte wieder aufleben laskeiten (wie ihr gleich im folgenden Beitrag sen und nebenbei die ganze kulinarische lesen könnt), offene Diskussionen zu Finesse der Gastgeber genießen. Themen, die bewegen und natürlich allerlei Geschichten aus unserem 10-jährigen Das 10-jährige Jubiläum bildet auch für mich den Abschluss meines intensiven Bestehen! Alpbach-Engagements. Ich überlasse Veronika Möller führte im Rahmen einer die Event-Agenden in guten HänPanel-Diskussion mit allen CAS Ex-Präsi- den, wünschen meinen Nachdent*innen durch die Geschichte unseres folgerinnen alles Gute und Clubs. Martina Geissler, Martin Tiefengrab- bedanke mich für mittlerweile ner, Julia Brugger und Manuel Mühlburger fünf Jahre im CAS – und noch erzählten von Erfolgen und Highlights, von viele Jahre mehr! Aufregern, und auch von den letzten zwei krisenreichen Jahren, die nicht zuletzt durch die anhaltende Unterstützung von vielen Mitgliedern gut gemeistert wurden. Auch wenn es noch Verbesserungsbedarf gibt – beispielsweise nach besseren Vernetzungsmöglichkeiten und mehr Alpbach Text: Markus Fuchsberger, ehem. Vorstandsmitglied (Events) 28


Veronika Möller moderierte die Präsident*innen-Runde Aus der ganzen Welt von Kappadokien über Paris bis nach Alabama und Wien trudelten Geburtstagswünsche unserer Alumni ein.

29


Agnes Hamberger modiertierte das Kamingespräch mit ZIB-Moderator Tobias Pötzelsberger

30


K A MI N GESPRÄCH MIT TOB IA S PÖT ZELS B ERGER „Für unser 10-Jähriges brauchen wir etwas Großes. Einen Allrounder.“ Schnell fiel zwischen Nobelpreisträger*innn, CEOs und Bestsellerautor*innen ein Name: Tobias Pötzelsberger. Der Journalist des Jahres 2019, ZIB-Anchorman und junge Hoffnung des ORF, bekannt dafür als einziger Österreicher an jenem berühmten Samstag angesichts des Ibiza-Skandals die Fassung zu bewahren, hatte uns tatsächlich zugesagt für ein Gespräch nach Salzburg zu kommen. Covid-19 hatte nicht nur jeden am Eingang dazu veranlasst, das Handy hervorzukramen, die Pandemie hatte sich auch einen prominenten Platz in der Diskussion erobert: Welche Verantwortung haben Journalist*innen angesichts der Corona-Krise? Was wurde falsch gemacht? Wie soll man mit den Wortmeldungen derer umgehen, die sich kritisch zur Impfung äußern? Hat der ORF den Auftrag, Menschen zu erziehen? Letzteres wurde klar verneint, der ORF informiere, der Bürger solle sich die Meinung bilden. Ob die Einwände aus dem Publikum damit aus dem Weg geräumt waren, blieb offen.

Geber, der ein unterhaltsames Bild von den Entscheidungsprozessen der ZIB-Redaktion zeichnete – weder kleine noch stets gelassene Runden, wo man sich Gehör verschaffen können muss, hört man. Zensur? Keine Frage ist dem Journalisten verwehrt und keiner muss vorab ob der Tauglichkeit der Fragen befragt werden. Journalistischer Erfolg? Das Langzeitgedächtnis hilft, ebenso wie Fleiß und Interesse, Timing krönt den Erfolg. Zur – übrigens preisgekrönten – Ausnahmeperformance der IbizaBerichterstattung wird nüchtern auf viele Jahre Arbeit und Vorbereitung verwiesen. Wie hatte Etty Hillesum gesagt? „Die Gnade muss bei ihren seltenen Besuchen eine gut vorbereitete Technik vorfinden.“ Das Publikum hatte sich nicht nur gnädig, sondern ebenso interessiert, fröhlich, freundlich und offen gezeigt. Interessiert, fröhlich, freundlich und offen war auch unser Gast, der sich dadurch in die Gefahr erneuter Einladungen gebracht hat. Kurzum: Es war ein aufschlussreiches, erfreuliches Gespräch, das der ORF TVthek wohl so manchen neuen treuen Kunden beschert hat.

Der hauptberufliche Fragen-Steller erwies sich als ebenso talentierter AntwortenText: Agnes Hamberger, ehem. Vorstandmitglied (Generalsekretärin)

31


FACTS AND FIGURES 2020/21 Stipendiat*innen nach Studienort

Stipendiat*innen nach Studienrichtung

Einnahmen 30.800,00 ¤ Sponsoring Jubiläum

Sponsoring Forum

Ausgaben -39.241,70 ¤ Teilnahmebebühr Forum Unterkunft Forum

Kosten 10-Jahres-Jubiläum Events

Sonstiges

(Die Differenz von Einnahmen und Ausgaben ergibt sich aus verschiedenen Abrechnungs-Zeiträumen unserer Sponsor*innen.)

32


VORSTAND 2020/21 Andreas Maierhofer Präsident Jakob Frenkenberger Finanzreferent

Carina Kobler Vizepräsidentin & Stipendien

Aurelia Kammerhofer Alumni Franziska Mühlbacher Events

Eva-Maria Schitter Generalsekretärin & Design

Maria Anwar Kommunikation

E X T E ND ED BOAR D Unser Club kann in dieser Form und Qualität nur deshalb bestehen, weil zusätzlich zu unserem gewählten Vorstand aktive Mitglieder in den unterschiedlichen Aufgabenbereichen tatkräftig zusammenhelfen und gemeinschaftlich an themenbezogenen Aufgabenstellungen arbeiten. Folgende Mitglieder machen unser Extended Board komplett und sind maßgeblich mitverant-

wortlich, dass wir auf dem aktuellen Niveau handlungsfähig sind: Philipp Bruckenberger, Annelie Eddy, Julia Feldbauer, Markus Fuchsberger, Andreas Golser, Sarah Jones, Olivia Kelnreiter, Julian Kessler, Fabian Kracmar, Lukas Leitner, Markus Lerchbaum, Nadine Sampl

33


A DV ISORY BOA R D U ND R ECHN UNGSPRÜFUNG

Das Advisory Board des Club Alpbach Salzburg ist ein Gremium bestehend aus ehemaligen Vorstandsmitgliedern und sehr engagierten Vereinsmitgliedern. Durch ihre Erfahrung und Expertise unterstützen sie den aktiven Vorstand und stehen uns stets mit Rat und Tat zur Seite, um neue Ideen umzusetzen und immer die besten Lösungen für den Club zu finden. Vielen Dank daher an die Mitglieder des Advisory Board (in alphabetischer Reihenfolge): Julia Brugger, Asdin El Habassi, Markus Fuchsberger, Martina Geißler, Teresa Haider, Agnes Hamberger, Thomas Lindner, Manuel Mühlburger, Veronika Möller, Martin Murer, Nadine Sampl und Martin Tiefengrabner

34

Wir möchten an dieser Stelle auch explizit die Tätigkeit unserer Rechnungsprüfer*innen Teresa Haider und Thomas Lindner erwähnen, die den Club Alpbach Salzburg auch hier b ­ ereits seit mehreren Jahren mit ihrer Arbeit und Expertise unterstützen.

Wir möchten uns herzlich für die vielseitige Unterstützung bedanken!


SPONSOR*INNEN Ohne die großzügige Unterstützung unserer zahlreichen Partnerorganisationen wäre der Club Alpbach Salzburg nicht in der Lage, jährlich begeisterten jungen Menschen die Teilnahme am Europäischen Forum Alpbach

zu ermöglichen. Wir bedanken uns besonders herzlich bei unseren Sponsor*innen für ihre so wichtige Unterstützung!

35


CLUB ALPBACH SALZBURG Schloss Glanegg 2 c/o Ideenpark, Andreas Maierhofer 5082 Grödig

36

www.club-alpbach-salzburg.org info@club-alpbach-salzburg.org


Issuu converts static files into: digital portfolios, online yearbooks, online catalogs, digital photo albums and more. Sign up and create your flipbook.