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Nr. 9, September 2011 17. Jahrgang, SFr. 6.– www.unternehmerzeitung.ch

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WIRTSCHAFT UND POLITIK 18

MARKETING 40

RECHT 54

PA S C A L E B R U D E R E R W Y S S , S P - N AT I O N A L R Ä T I N U N D G E S C H Ä F T S F Ü H R E R I N

10 FRAGEN AN 67

ZÜRCHER UNTERNEHMER

«Ich bin eine unternehmerisch denkende Politikerin»

Seite 10

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EDITORIAL l UZ

Es ist Zeit für einen Staatsfonds Die Niederlande wurden in den 70er Jahren reich dank Gas aus der Nordsee. Doch das viele Geld wurde zum Fluch. Der Gulden wertete auf, die Exportwirtschaft verlor ihre Wettbewerbsfähigkeit und die Binnenwirtschaft wurde mit billigen Importen konkurrenziert. Norwegen hat aus dieser «niederländischen Krankheit» gelernt. Mit seinen Einnahmen aus Öl und Gas schuf es den sogenannten Rentenfonds. Dieser Fonds legt das Geld – derzeit 420 Milliarden Franken – ausschliesslich im Ausland an. Damit wird die Aufwertung der Krone verhindert und ein Finanzpolster für die Zeit nach dem Öl geschaffen. Man ersetze die Wörter «Öl» und «Gas» mit dem anderen zentralen Rohstoff der globalen Dienstleistungsgesellschaft: Vertrauen. Während die USA und die Eurozon e Schulden aufgehäuft haben, strahlt die Schweiz Vertrauen aus. Viele Anleger wollen daher ihr Geld in Franken anlegen. Die Schweiz ist mit dem Export dieses «Rohstoffs» so erfolgreich, dass der Frankenkurs in irrationale Höhen gerät. Die Schweiz hat sich mit der niederländischen Krankheit angesteckt. Warum sollte sie nicht die norwegische Medizin schlucken? Ein Staatsfonds könnte das überschüssige Gel d in Aktien und Obligationen im Ausland anlegen. Dafür müsste der Fonds Franken in Euro oder Dollar eintauschen. Damit würde er helfen, ein klares Kursziel des Franken zu verteidigen. Ein Land wie die Schweiz ist zu klein, um glaubwürdig hunderte Milliarden Euro oder Dollar an Währungsreserven zu halten. Auf dem Höhepunkt ihrer verunglückten Intervention vor einem Jahr hielt die Nationalbank soviel Wäh rungsreserven wie die ganze Eurozone. Aber die Schweiz ist gross genug, um die gleiche Summe – und mehr – in einem Staatsfonds zu halten. Ein solcher Fonds wäre ein langfristiges Mittel, den Aufwertungsdruck auf den Franken zu lindern – und damit eine ideale Ergänzung zu den kurzfristig wirkenden Mitteln der Nationalbank. Das Franken-Problem kam für viele Politiker linker und rechter Couleur wie gerufen, um sich vor den anstehenden Wahlen mit gutgemeinten Ratschlägen zu profilieren. Die Chancen, sich die Finger zu verbrennen waren klein, ganz im Gegensatz zum Thema Europa, das aber nicht weniger brisant und dringend ist. Trotz aller Freizügigkeits-Abkommen mit aufstrebenden Schwellenländern wird Europa unser mit Abstand wichtigster Handelspartner bleiben und das Verhältnis zur EU muss nun bald geklärt werden. Unser Interview-Partner, Alt-Staatssekretär Franz Blankart, kann es sich leisten, den EWR wieder ins Spiel zu bringen. Wetten, dass der EWR nach den Wahlen auch bei den Politikern bald einmal aktuell werden wird?

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INHALT 5 NEWS 6 Impressum

WIRTSCHAFT UND POLITIK 9 Persönlich 10 Pascale Bruderer Wyss, SP-Nationalrätin und Geschäftsführerin, im Gespräch 14 OSEC: Den Marktkräften die Stirn bieten 16 UZ-Serie Parteienprofil: Die Schweizerische Volkspartei SVP 18 Franz Blankart, alt Staatssekretär und Direktor des Bundesamtes für Aussenwirtschaft, über den EWR

20 UZ Energie-Serie Teil IV: Windkraft 22 Marcel Sturzenegger, Amt für Umwelt und Energie des Kantons St. Gallen, im Gespräch 24 Cleantech News

GELD 26 OTC-Börse: Auf Erfolgskurs 30 Investieren in Energie 32 Pensionskassenvergleich

K O M M U N I K AT I O N 37 Roger de Weck, Generaldirektor der SRG

MARKETING 40 SuisseEMEX’11: Das Marketing steht Kopf

UNTERNEHMEN 44 Piero Stinelli, Mitgründer und Geschäftsführer der Vadian.NET AG, im Gespräch 46 Amir Suissa, DeinDeal-Mitgründer und -Geschäftsführer über Social Buying

WEITERBILDUNG 52 Jörg Aebischer, Geschäftsführer von ICT-Berufsbildung Schweiz, über Nachwuchsmangel

RECHT 54 Überschuldung: Was tun?

ZÜRCHERUNTERNEHMER 57 Schweizer Fahrzeugbauer Weltmarktführer 60 Vom Kunsttransporteur zum weltweiten Spediteur

10 FRAGEN AN 67 Oliver Evans, Chief Cargo Officer,

UNTERNEHMER ZEITUNG

Remo Kuhn, Herausgeber

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DAS LETZTE 68 Von Ruedi Stricker


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NEWS l UZ IN KÜRZE Förderung der Heimarbeit aufheben Die finanzielle Unterstützung der Heimarbeit durch den Bund soll beendet werden. Durch den Bundesbeschluss von 1949 wurden hauptsächlich die Zentralstelle für Heimarbeit, der Kanton Uri und das Kurszentrum Ballenberg unterstützt. Die Nachfrage nach Heimarbeitskräften sei gesunken und die Tätigkeit habe als Existenzsicherung an Bedeutung verloren, stellt das Eidg. Volkswirtschaftsdepartement fest. Jeder Siebte lebt mit Entbehrungen Das Bundesamt für Statistik veröffentlichte die Ergebnisse einer Erhebung aus dem Jahr 2009 über Einkommen und Lebensbedingungen der Schweizer Bevölkerung. Danach liefen 14,6 Prozent Gefahr, in die Armut abzugleiten. Dies sei, wenn für Einzelpersonen das jährliche Einkommen unter 28 700 Franken liegt resp. für ein Paar mit zwei Kindern unter 60 270 Franken. Am meisten gefährdet sind Einelternfamilien, kinderreiche Familien, aussereuropäische Staatsangehörige, Erwerbslose und alleinstehende Pensionierte. Verbesserung der IV-Rechnung Auf Anfang 2012 tritt die IV-Revision 6a in Kraft. Sie soll eine Verbesserung der Rechnung um 500 Millionen Franken bringen. Arbeitgeber sind gefordert, ihre soziale Verantwortung zu übernehmen. Studien belegen, dass KMU aktiver im Bereich der Beruflichen Eingliederung sind als Grossunternehmen. Für Fragen um diese Probleme gibt es seit Juni 2009 eine nationale Informations-Plattform, welche Fragen und Antworten zum Thema «Berufliche Eingliederung»bündelt. www.compasso.ch

KOF KONJUNKTURFORSCHUNGSSTELLE

Abschwächung erwartet

Foto: Bilderbox.de

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Die Geschäftslage der Schweizer Unternehmen präsentiert sich nach wie vor mehrheitlich erfreulich. Allerdings drückt der starke Schweizer Franken auf die Ertragslage und verschlechtert die internationale Wettbewerbsposition. Die Aussichten für die nächsten sechs Monate sind ebenfalls gut, doch zeigen sich deutliche Abschwächungssignale. Insbesondere die exportorientierten Branchen werden die Stärke des Frankens mehr zu spüren bekommen. Im zweite Halbjahr 2011 ist somit mit einem verlangsamten Wirtschaftswachstum zu rechnen. In die Ergebnisse der aktuellen KOF Konjunkturumfragen sind die Antworten von rund 7000 Unternehmen aus der Industrie, dem Baugewerbe und den wichtigsten Dienstleistungsbereichen eingeflossen. Die Unternehmen in der Schweiz verzeichneten im ersten Halbjahr 2011 insgesamt eine gute Geschäftsentwicklung. So expandierte die Industrieproduktion fast ebenso

Scheinselbständig

Trotz Eurokrise sind die Aussichten für die Schweizer Unternehmen für das zweite Halbjahr 2011 gut.

stark wie im ausgezeichneten 2010. Allerdings hinterlässt die Aufwertung des Schweizer Frankens erste Spuren: Die Ertragslage hat sich verschlechtert und die Wettbewerbsposition schwächte sich sowohl im EU-Raum als auch ausserhalb der EU deutlich ab. Für das zweite Halbjahr 2011 wird eine Verlangsamung der Dynamik erwartet. Hauptgründe dürften die nachlassende Weltkonjunktur und der starke

Franken sein, der die Wettbewerbsposition der heimischen Firmen geschwächt hat. Die Industrie rechnet mit einem deutlich abgeflachten Nachfragewachstum. Dabei sind die Unterschiede zwischen den binnenorientierten und den exportorientierten Firmen sehr gering. Sowohl bei den Einkaufspreisen wie auch den Verkaufspreisen erwarten die Industriefirmen vorerst kaum Bewegung nach unten.

Erfolg an den EuroSkills 2010 Kürzlich fanden in Lissabon die EuroSkills statt, ein Messen des beruflichen Nachwuchses aus ganz Europa. Dabei bewährte sich einmal mehr das duale Berufsbildungssystem der Schweiz, welche den zweiten Platz belegte. So holte die Motorradmechanikerin Heidi Egli Gold, ebenso der Hufschmied Manuel Friedli. Silber gab es für die Dekorationsmalerin Selina Derungs und Bronze für die Elektroniker Mirco Gysin und Moreno Torroni. Dies war nach 2008 in Rotterdam der zweite europaweite Berufs-Wettbewerb, an dem 500 Kan-

didatinnen und Kandidaten teilnahmen, die von 800 Experten und Beob-

achtern beurteilt wurden. Am Anlass nahmen 50 000 Personen teil.

Der Bundesrat will im Rahmen der flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit die Scheinselbständigkeit stärker bekämpfen. Die Massnahmen sollen verhindern, dass Löhne in der Schweiz infolge der Personenfreizügigkeit mit der EU unter Druck geraten. Das Seco hält fest, dass diese Massnahmen ein wirksames Instrument seien, um die Lohn- und Arbeitsbedingungen zu überprüfen. Einzelne Lücken im Ent sende- und im Bundesgesetz müssten aber noch geschlossen werden, um die Allgemeinverbindlichkeit von Gesamtarbeitsverträgen sicherzustellen. Nach einem Treffen mit Bundesbehörden, Kantonen und Sozialpartnern hat der Bundesrat das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement beauftragt, verschiedene Massnahmen zu ergreifen. Ausländische selbständige müssen ihre Selbständigkeit nachweisen können, son st gelten sie als Scheinselbständige, was zu Wettbewerbsverzerrungen führt, da sie von Schutznormen nicht erfasst werden. Anzeige

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l Nr. 9 l 2011

UZ l NEWS

S C H W E I Z E R K M U - TA G

Vom Wert des Querdenkens Der 28. Oktober 2011 steht im Zeichen der KMU. Sechs Referentinnen und Referenten bringen den Besuchern näher, was Querdenken den KMU bringen kann. Beruflich wie privat.

Sita Mazumder (Prof. Dr. oec. publ.), studierte Informatik-Ingenieurwissenschaften an der Universität St. Gallen und promovierte an der Universität Zürich in Wirtschaftswissenschaften. Heute ist sie hauptamtliche Dozentin am Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern. In Zürich betreibt sie ihr eigenes Beratungsgeschäft «purple» www.purpleandyou.com www.hslu.ch

Urs Widmer studierte Germanistik, Romanistik und Geschichte und promovierte in seiner Heimatstadt Basel. Während 17 Jahren lebte er als freier Schriftsteller in Frankfurt und dozierte an der dortigen Universität. Er veröffentlichte etwa 30 Bücher, Theaterstücke, Hörspiele und war als Übersetzer tätig. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und ist heute einer der bekanntesten Schweizer Schriftsteller.

Daniel Frei (lic. oec. HSG), studierte Betriebswirtschaft mit Spezialgebiet «Management sozialer Prozesse». Er nahm zusammen mit seinen zwei Brüdern an einem Businessplanwettbewerb teil (venture.ch). Zusammen mit dem Gastronomen Rolf Hiltl gündeten sie das Start-Up-Unternehmen «tibits», das heute Restaurants in mehreren Schweizer Städten und in London betreibt.

Karl Rabeder schloss sein Lehramtsstudium für Mathematik, Physik, Chemie ab und übernahm als Einzelunternehmer die Gärtnerei seiner Grosseltern. Er verwandelte sie in ein Unternehmen für Heiminterieur, welches er 2004 mit 400 Mitarbeitenden verkaufte. Seither unterstützt der mehrfache österreichische Staatsmeister im Segelfliegen Waisenhausprojekte in Mittel- und Südamerika.

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A N M E L D U N G S C H W E I Z E R K M U - TA G Freitag, 28. Oktober 2011 (09.45 bis 17.30 h), Olma Halle 9 in St. Gallen, Die Kosten betragen CHF 390.– inkl. Begrüssungskaffee, Steh-Lunch, Pausenverpflegung und Tagungsdokumentation Organisation: Schweizer KMU-Tag, Postfach 20, 9001 St. Gallen, Auskünfte Rolf Tinner, Telefon 071 244 66 00, info@kmu-tag.ch, www.kmu-tag.ch, Workshops: Abacus, Axpo, Helvetia, Letec, OBT, Osec, Publicitas, Sitag, Swisscom, Trendcommerce

Frank M. Rinderknecht absolvierte eine technische Matura und studierte Maschinenbau an der ETH Zürich. In jungen Jahren importierte er Sonnendächer aus den USA und gründete sein Unternehmen Rinspeed für Prototypen-, Klein- und Sonderserienbau rund um das Auto.

Manfred Spitzer (Prof. Dr. Dr.), studierte Medizin, Psychologie und Philosophie in Freiburg, wo er habilitierte. Es folgten zwei Gastprofessuren an der Universität Harvard und ein Forschungsaufenthalt an der Universität Oregon. Er leitet die Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm. www.uniklinik-ulm.de

IMPRESSUM UnternehmerZeitung: 5. Jahrgang (17. Jahrgang KMU-Manager), Die UnternehmerZeitung erscheint im Verlag SWISS BUSINESSPRESS SA, Köschenrütistrasse 109, CH-8052 Zürich; Telefon 044 306 47 00, Fax 044 306 47 11, www.unternehmerzeitung.ch, info@unternehmerzeitung.ch Herausgeber: Remo Kuhn, kuhn@swissnews.ch Verlagsleitung: Urs Huebscher, huebscher@unternehmerzeitung.ch Redaktion: Peter Blattner, blattner@unternehmerzeitung.ch; Birthe Grautmann, grautmann@unternehmerzeitung.ch; Willy-Andreas Heckmann, heckmann@unternehmerzeitung.ch Layout und Produktion: Manuel Jorquera und Bruno Strupler, print@unternehmerzeitung.ch Mitarbeit an dieser Ausgabe: Corinne Baumgartner, Nicolas Burger, Tony Brey, André Caradonna, Adolf Flüeli, Fredy Gilgen, Catherine v. Graffenried, Barbara Häni, Yvonne v. Hunnius, Elena Ibello, Predrag Jurisic, Ita McCobb, Steffen Klatt, Rika Koch, Georg Kreis, Daniel Küng, Benjamin Kurmann, Thomas Liebi, Beat Oberholzer, Sarah Schneider, Beni Stocker, Rudolf Strahm, Ruedi Stricker, Jörg Zeuner, Josef Zopp Anzeigen: Maureen Malhis, malhis@unternehmerzeitung.ch, Telefon 044 306 47 00 Druckunterlagen: www.swissbusinesspress.ch/kundendaten Abonnements: Unter nehmerZeitung, Postfach, 8052 Zürich, abo@unternehmerzeitung.ch, Einzelverkaufspreis: Fr. 6.–, Jahres-Abonnement Fr. 54.– Inland. WEMF-beglaubigte Auflage 2010: 55 966 Exemplare, Druckauflage 60 000 Exemplare Druck: Ringier Print AG, Adligenswil Nachdruck: Nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion und genauer Quellenangabe © UnternehmerZeitung gestattet. Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen Im Verlag SWISS BUSINESSPRESS SA erscheinen ausserdem: SWISS NEWS, The National English Journal, ATTIKA, das Zürcher Magazin, PAULI-CUISINE, das Gastronomie-Fachmagazin sowie als Supplement zur UnternehmerZeitung , VR-Praxis, CLEANTECH.CH und BUSINESSCLASS


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UZ l WIRTSCHAFT UND POLITIK

Köpfe und Karrieren

Mitteilungen für diese Rubrik: Text und Foto (300 dpi) an: blattner@unternehmerzeitung.ch

HEAD OF CONSULTING SERVICES Die Getronics (Schweiz) AG hat ihre Geschäftsleitung um Wolfgang Zimmermann erweitert. Er verfügt über mehrjährige IT-Consulting-Erfahrung und grosses Know-how im Bereich ICT. Zuvor war er in leitenden Funktionen tätig, u.a. bei der SIX Group, der Crypto AG und ITC Helvetia GmbH. Zimmermann ist verantwortlich für die Leitung eines 40köpfigen Teams von Engineers, Consultants, Solution Architects und SoftwareEntwicklern. Er kümmert sich um den Ausbau des Bereichs Constulting & Engineering.

NEUER VER WALTUNGSRAT Die HRS Real Estate AG in Frauenfeld hat Dr. Arthur R. Wettstein in den VR gewählt. Er ist dank seiner Funktion als ehemaliger CEO eines führenden TU/GU und als ehemaliger Präsident des VSGU in der Immobilienbranche bestens verankert. Nach dem Studium an der ETHZ als Maschineningenieur war er während 20 Jahren in Managementpositionen im weltweiten Bau von Maschinen und Anlagen für die Foodindustrie tätig. Anschliessend führte er als CEO ein führendes schweizerisches TU/GU mit Aktivitäten in Frankreich und China.

GESCHÄFTSLEITUNG Bei der Schweizer Vermögensberatung AG (SVAG) wurde Stephan King mit der Leitung des Unternehmens betraut. Gleichzeitig ist er verantwortlich für die Bereiche Vertrieb, Ausbildung, Marketing, Verkaufsförderung und Produkt-/Partnermanagement. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die SVAG zur Nummer 1 der eigenständigen Finanzdienstleistungsvertriebe in der Schweiz zu führen. Der studierte Betriebswirt verfügt über eine langjährige Vertriebserfahrung im Finanzbereich. Zuvor war er Geschäftsführer für die Muttergesellschaft Deutsche Vermögensberatung AG in Frankfurt a.M.

NEUER VERW A LT U N G S R AT Der zweite neue VR bei HRS heisst Ernst Schär und ist Rechtsanwalt für Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht, Vertragsund Baurecht. Er absolvierte ein juristisches Studium an der Universität Bern und erwarb 1973 das Fürsprecherpatent. Danach war er im Rechtsdienst der Usego-Trimerco Holding AG in Zürich tätig. Während seiner Tätigkeit in einem Berner Architekturbüro schloss er das Studium in Kunstgeschichte und Philosophie ab. Seit 2011 ist er Konsulent bei Rosat & Cie Rechtsanwälte , wo er zuvor als Partner arbeitete.

N E U E R GESCHÄFTS FÜHRER Hays, ein weltweit führendes Rekrutierungsunternehmen für Spezialisten, hat Marc Lutz zum neuen Geschäftsführer der Schweizer Landesniederlassung ernannt. Er zeichnet als Managing Director der drei Standorte Zürich, Basel und Genf sowie für die rund 70 Mitarbeitenden verantwortlich. Marc Lutz verfügt über einen MBA in Aussenwirtschaft der Hochschule Reutlingen. Im Peronaldienstleistungsgeschäft kennt er sich bestens aus: Seit 2004 ist er für Hays Deutschland tätig. Zuvor arbeitete er beim Personalvermittler Ascena Zuletzt war er Leiter des Bereichs Festanstellungen bei Hays Deutschland und Österreich.

P R Ä S I D I U M S AV Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) hat einen neuen Präsidenten. Er heisst Valentin Vogt und ist VR-Präsident der Burckhardt Compression Holding AG in Winterthur. Er sieht die Schweiz als Erfolgsmodell, das es zu erhalte gilt. Valentin Vogt hat sich schon bisher auf Verbandsebene engagiert, so war er im Vorstandsausschuss der Swissmem und vertrat den Verband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie im Vorstandsausschuss des SAV. Er geht davon aus, 3040 Prozent seiner Arbeitszeit ins Ehrenamt als SAV-Präsident investieren zu können.

NEUER REGIONAL GENERAL MANAGER Björn Ekegren hat die Position des Regional General Manager Central Europe bei den SAS Scandinavian Airlines übernommen. Er startete seine Karriere bereits 1987 bei SAS und durchlief verschiedene Positionen. 2001 zog es ihn nach Asien, zunächst als Area Manager für Hong Kong, Taiwan und die Philippinen, später als Director and General Manager für China, Nordund Südkorea sowie die Mongolei. Er verfügt über einen starken analytischen Hintergrund. Er zeichnet für insgesamt 48 Mitarbeitende verantwortlich.

DISTRICT MANAGER SCHWEIZ/ LIECHTENSTEIN Rosanna Cataldo ist zum District Manager Schweiz/Liechtenstein bei SAS Scandinavian Airlines ernannt worden. Sie arbeitet seit 1993 bei SAS und von 2001 bis 2011 als Sales Manager für SAS Schweiz. Zu ihren Aufgaben gehörten die Betreuung des Geschäftskunden- sowie des Touristikbereichs. Ihre Funktion umfasste das Pricing, die Planung und Ausführung von Salesaktivitäten und die Umsetzung der Verkaufsstrategie. Sie zeichnet ab sofort für die gesamte Schweizer SAS Organisation verantwortlich.


WIRTSCHAFT UND POLITIK l UZ PERSÖNLICH

Wo bleibt der zweite Schritt? VON GEORG KREIS

GEORG KREIS

Der Autor ist Historiker an der Universität Basel und Leiter des Europainstituts. georg.kreis@unibas.ch

Sommertage haben es möglich gemacht, Hans Magnus Enzensbergers EuropaTraktat* zu lesen, das während Wochen auf der Hitliste der Sachbücher stand. Es ist überhaupt nicht erstaunlich, dass eine Schrift gut ankommt, die über die «Entmündigung Europas» klagt und das «sanfte Monster Brüssel» an den Pranger stellt. Es bedient ein stets gerne gegen «Europa» und «Brüssel» gerichtetes Unbehagen. Das Büchlein soll und könne zur Aufklärung beitragen, heisst es in der Anzeige. Es dürfte aber kaum Haltungen verändern, sondern weiterhin diffuse Ressentiments mit Argumenten versorgen. Allerdings ist es der EU

gegenüber nicht durchwegs negativ eingestellt. Neben den verantwortungslosen Politikern erscheint im Bild ein hoch qualifizierter und motivierter Beamtenapparat. Dessen Makel besteht nur darin, dass er eine Staatsräson für einen Staat pflegt, den es nicht gibt. Eine Akteurgruppe kommt bemerkenswerterweise in dieser Skizze konkret nicht vor: die Wählerschaft. Sie kommt nur indirekt vor als armes Objekt, als von Bürokraten und Technokraten hinters Licht geführte und entmündigte Bürger. Kants zentraler Satz zur Aufklärung, wonach Unmündigkeit vor allem selbst verschuldet ist, wird in dieser Aufklärungs-

schrift nicht ernst genommen. Schuld sind immer die anderen. Und «Europa» und «Brüssel» eignen sich eben als Chiffren dieser Andersheit. Vieles von dem, was Enzensberger vorbringt, wird grundsätzlich zu Recht bemängelt. Gleiches in nationalstaatlicher Ausprägung bleibt aber unkritisiert. Dabei tragen die nationalen Mitgliedsländer eine hohe Verantwortung für das, was auf der EU-Ebene problematisch ist. Eingangs wird auch eingeräumt, dass in sehr vielen und wichtigen Bereichen übernationale Regelungen der Probleme nötig sind, etwa in der Flugsicherung, den Fischfangquoten, der Endlagerung etc. oder bei der Zäh-

l Nr. 9 l 2011 l 9 mung der Monopolwirtschaft: «Kein einzelnes Land ist heute mehr in der Lage, ihnen die Stirne zu bieten...» Wenn nur nicht die Dunkelmacht der Lobbyisten wäre, die mehr Einfluss hat als die Parlamentarier. Enzensbergers Schrift gehört zur Gattung der Empörungsliteratur, die trotz der eingestreuten Zahlen letztlich nicht über einen allgemeinen Appell hinauskommt und wenig lösungsorientiert ist. Sie bleibt trotz Detailkritik auf die Ebene der allgemeinen Frage, ob die EU «a good thing» sei oder nicht. Wo bleibt der zweite Schritt? Nach der stets gerne erörterten Frage, was alles besser sein könnte, wartet noch immer die Frage auf uns – und auf Hans Magnus Enzensberger, wie wir alles besser machen können.

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UZ l WIRTSCHAFT UND POLITIK

I M G E S P R Ä C H M I T PA S C A L E B R U D E R E R W Y S S , S P - N AT I O N A L R Ä T I N U N D G E S C H Ä F T S F Ü H R E R I N

«Ich bin eine unternehmerisch Im vergangenen Jahr war sie höchste Schweizerin, heute ist sie Nationalrätin, Geschäftsführerin, Ständeratskandidatin und baldige Mutter. Im Interview gewährt Pascale Bruderer Wyss einen Einblick hinter die Kulissen der Parlamentsarbeit. Sie spricht über ihre Vorfreude als werdende Mutter und über ihr nächstes politisches Ziel; die Eroberung eines Aargauer Ständeratssitzes.

INTERVIEW RIKA KOCH FOTOS ALAN CARMICHAEL

Mit ihrem zierlichen Erscheinungsbild ist Pascale Bruderer Wyss nicht gerade das, was einem beim Ausdruck «politisches Schwergewicht» in den Sinn kommt. Doch wenn sie zu reden beginnt, merkt man schnell, dass hier eine Ausnahmepolitikerin mit starkem Rückgrat spricht. In Diskussionen zeigt sich die Nationalrätin als eloquente Rednerin, die nie um eine Antwort verlegen ist und auch politische Affronts mit sachlich differenzierten Argumenten resolut zu parieren weiss. Die 34jährige Sozialdemokratin kann bereits auf eine steile politische Karriere zurückblicken: Mit 19 Jahren engagierte sie sich im Einwohnerrat Baden, fünf Jahre später zudem im aargauischen Kantonsparlament. Im Alter von 25 Jahren erfolgte die Wahl ins nationale Parlament, als bisher jüngste Nationalrätin. 2009 folgte mit der Wahl zur jüngsten Nationalratspräsidentin der nächste Superlativ. Als sie 2010 für die Nachfolge Moritz Leuenbergers vorgeschlagen wurde, hätte sie auch die jüngste Bundesrätin werden können – wenn sie gewollt hätte. Doch die «höchste Schweizerin» möchte auch genügend Zeit ihrer Familie widmen können. Frau Bruderer, Sie waren letztes Jahr Nationalratspräsidentin und haben einen Nationalrat geleitet, der tief zerklüftet ist und über heikle Themen zu befinden hatte. Wie blicken Sie auf Ihr Präsidialjahr zurück? Als Nationalratspräsidentin sitzt man vorne und versucht, den Rat zu leiten. In den Diskussionen selbst ist man schon fast ein «Aussenspieler», das ist manchmal schwierig. Als Ratspräsidentin konnte ich aber Einfluss nehmen, indem ich versucht habe, möglichst gute Rahmenbedingungen für das Parlament zu schaffen. Da mir die Suche nach parteiübergreifenden Lösungen wichtig ist, habe ich immer versucht, Leute mit verschiedenen Positionen an den runden Tisch zu bringen, um gemeinsam einen Ausweg zu finden. Ein Highlight war, dass wir verhindern konnten, dass der Staatsvertrag zwischen der Schweiz und den USA an einer Blockierung scheiterte. Doch die Polarisierung und die parteipolitische Dominanz der Auseinandersetzung im Nationalrat nehmen zu und das bereitet mir Sorgen. Ich glaube nicht, dass wir uns hier in die richtige Richtung bewegen. Würde eine Amtszeitbeschränkung für Parlamentarier und Bundesräte die Politik bereichern oder die Stabilität gefährden? Ich finde die Idee von Amtszeitbeschränkungen – z.B. von ca. 16 Jahren – grundsätzlich nicht schlecht. Das Parlament repräsentiert die Bevölkerung und lebt von Bewegung und von alten und neuen Kräften gleichermassen. Wo dies

ohne generelle Beschränkung der Amtszeit funktioniert umso besser! Ich bin aber eine vehemente Gegnerin von Altersguillotinen. Ich finde es toll, wenn jemand mit 65 oder gar 70 auf die Idee kommt, sich neu zu engagieren. Gerade Menschen, die aus dem Erwerbsprozess kommen und noch Kreativität und Energie haben, muss man herzlich willkommen heissen. Sie setzen sich stark für die Jugendförderung ein und haben 2008 den «Prix Jeunesse» gewonnen. Wie gelingt es Ihnen, das politische Bewusstsein von jungen Leuten zu wecken? Die junge Generation ist bei den Wahlen untervertreten. Dabei ist es gerade in einer direkten Demokratie wichtig, dass sich auch die Jungen mit politischen Fragen beschäftigen, bevor sie volljährig sind und politische Verantwortung übernehmen sollen. Deshalb sollten wir die junge

ZUR PERSON Pascale Bruderer Wyss wurde 1977 in Baden geboren. Nach sechsjährigem Wirken im kommunalen und kantonalen Parlament wurde die Sozialdemokratin mit 25 als jüngste Nationalrätin in das eidgenössische Parlament gewählt. Fortan setzte sie sich auf nationaler Ebene für ihre Kernanliegen, der Gesundheits- und Jugendförderung und für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein. 2009/10 hatte die VizePräsidentin der SP Schweiz zudem das Amt der Nationalratspräsidentin inne. Auf beruflicher Ebene war Pascale Bruderer Wyss nach dem Studium der Politikwissenschaften einige Jahre für Microsoft tätig. Heute ist sie Geschäftsführerin der Krebsliga Aargau und führt zusammen mit ihrer Schwester eine Firma für Unternehmensberatung. Pascale Bruderer Wyss ist verheiratet und erwartet im November ihr erstes Kind.

Generation besser auf ihre Rolle als Staatsbürger vorbereiten, zum Beispiel mit politischer Bildung in der Schule. Es liegt auch in der Verantwortung von uns Politikern, auf junge Menschen zuzugehen. Wir müssen ihnen die Angst nehmen und ihnen zeigen, dass Politik nicht nur das ist, was in Bern passiert und mit grauen Anzügen und dicken Papierbergen zu tun hat. Politik ist vielfältig und betrifft uns alle im Alltag. Jeder Sportplatz und jeder Schulstandort ist ein politischer Entscheid. Sie selbst waren bereits mit 19 Jahren Einwohnerrätin von Baden. Was hat Sie dazu motiviert, sich in jungem Alter aktiv in der Politik zu engagieren?


WIRTSCHAFT UND POLITIK l UZ

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Ich finde es toll, wenn jemand mit 65 oder gar 70 auf die

Idee kommt, sich neu zu engagieren.» Eigentlich habe ich mich als Mädchen eher für Sport interessiert als für Politik. Doch aufgrund vieler Sportverletzungen musste ich mich schliesslich neu orientieren und wurde mit 16 Präsidentin der Schülerorganisation an der Kanti. Die «Politik innerhalb der Schulmauern» gefiel mir und motivierte mich, mich auch gesellschaftlich-politisch zu engagieren. Ein weiterer Faktor – vielleicht sogar der wichtigste – ist, dass ich mit hörbehinderten Menschen aufgewachsen bin. Die Hälfte meiner Verwandtschaft ist gehörlos und so habe

ich früh miterlebt, dass es auch in der Schweiz nicht selbstverständlich ist, dass jeder Mensch die gleichen Chancen mit auf den Weg bekommt. Das hat in mir schon früh den Wunsch geweckt, mich für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit einzusetzen. Als 25-Jährige wurden Sie als bisher jüngste Nationalrätin ins Parlament gewählt. Haben Sie sich von den alteingesessene Politikern respektiert gefühlt?

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Mein Alter war eine Motivation, durch gute Arbeit zu überzeugen. Ich war mir bewusst, dass ich in einigen Bereichen noch viel zu lernen hatte und war auch bereit dazu. Ich höre gerne zu und lerne von anderen Menschen, bevor ich mir eine eigene Meinung bilde. Ich bin aber auch bereit, für meine Meinungen und Erfahrungen gerade zu stehen. Auch junge Menschen dürfen genug Selbstvertrauen haben, um ihre Kompetenzen und Alltagserfahrungen einzubringen. Mein Glück war zudem, dass ich auf lokaler Ebene im Einwohnerrat und im Grossen Rat bereits viele Erfahrungen sammeln konnte, und gelernt hatte, wie die Arbeit in einem Parlament funktioniert – die sogenannte Ochsentour hatte ich zum Zeitpunkt meiner Wahl bereits durchlaufen. Das hat mir geholfen herauszufinden, wie man in einem Parlament richtig arbeitet. Deshalb hat die Zusammenarbeit im nationalen Parlament über die Generationen- und Parteigrenzen hinaus von Anfang an gut funktioniert. Mit knapp 34 Jahren können Sie bereits auf eine steile Karriere zurück blicken. Kam der Erfolg überraschend oder haben Sie sich diese Laufbahn beim Eintritt in die Politik so vorgestellt? (Lacht) Nein! Als ich mit 19 eingestiegen bin wollte ich mal schauen, ob es mir im lokalen Parlament gefällt. Ich wollte mich für Menschen mit Behinderung einsetzen und wollte ein Zeichen setzen, dass auch die junge Generation staatspolitische Verantwortung übernehmen kann. Als ich merkte, dass mir die Parlamentsarbeit zusagt, habe ich für den Nationalrat kandidiert, denn die nationalen Themen faszinieren mich am meisten. Dass ich so schnell in den Nationalrat gewählt und wenige Jahre später das Präsidium innehaben würde, das habe ich überhaupt nicht geplant. So etwas kann man gar nicht planen und wenn man es planen würde, dann würde es wahrscheinlich nicht funktionieren. Ich habe aber auch festgestellt, dass mich Politik allein nicht ausfüllt. Wobei, zeitlich würde es mich schon ausfüllen (lacht). Aber ich brauche den Ausgleich, mit einem Fuss im «ganz gewöhnlichen Alltag» zu stehen und meinem Beruf nachgehen zu können. Sie wollen also das Schweizer Modell des Milizparlaments beibehalten und nicht das Berufsparlament einführen? Ich bin eine totale Verfechterin des Milizparlaments. Ein Berufsparlament würde ich nicht wählen. Es ist eine Stärke der Schweizer Legislative, dass die verschiedenen Perspektiven aus dem privaten und beruflichen Alltag in die Parlamentsarbeit einfliessen. Doch die Aufgaben werden tatsächlich immer mehr und immer komplexer, sodass bereits viele Parlamentarier de facto Berufspolitiker sind. Damit wir beim Milizparlament bleiben können, braucht es Anpassungen. Aber an der Grundidee des Milizparlaments sollte man auf keinen Fall rütteln, es ist eine Stärke unseres Systems. Das Milizparlament bringt die Politiker auch näher zum Volk. . . Ja, ich glaube für die Leute ist es wichtig zu wissen, dass wir wie sie auch einem Beruf nachgehen. Den Kontakt mit den Menschen sehe ich als Auftrag eines jeden Politikers. Sie sollten nicht nur an Sitzungen teilnehmen, sondern ihre politischen Erfahrungen nach draussen tragen. Sie sollten offen dafür sein, den Leuten zuhören und ihnen Rückmeldung geben können, warum wir in Bern so entschieden haben. Doch nebst den vielen beruflichen und politischen Aufgaben auch noch den Brückenschlag aus dem Parlament in die Bevölkerung zu schaffen, ist nicht einfach. Es wäre fatal, wenn dieser Aspekt aufgrund der zunehmenden Belastung vernachlässigt würde.

KREBSLIGA AARGAU Die Krebsliga Aargau ist ein Verein zur Unterstützung von krebskranken Menschen und deren Angehörigen. Sie fördert und unterstützt Massnahmen zur Prävention, Früherfassung und Behandlung von Krebskrankheiten.

Diese Massnahmen umfassen sowohl Aufklärungs- und Forschungsarbeiten, als auch die direkte psychische, finanzielle sowie ambulante Unterstützung der Betroffenen. www.krebsliga-aargau.ch

Rechnen Sie sich Chancen für den Ständerat aus, obwohl dieser im Kanton Aargau seit 60 Jahren von bürgerlichen Parteien gestellt wird? Bei den Ständeratswahlen wählt man nicht die Partei, sondern die Persönlichkeit. Ich hoffe, dass es den Wählerinnen und Wählern wichtig ist, eine konsensorientierte Person im Ständerat zu haben. Ich arbeite gerne über die Parteigrenze hinaus, schliesslich muss jede Partei Mehrheiten bilden. Keine kann vom hohen Ross aus politisieren. Und was reizt Sie am Amt der Ständerätin? Nach zehn Jahren im Nationalrat ist es ein guter Moment, um in den Ständerat zu wechseln. Die Zusammenarbeit im Nationalrat ist bisweilen schwierig. Ich war nie der Typ für politische Hick-Hacks, die parteipolitisch geprägten Auseinandersetzungen motivieren mich nicht besonders. Was mir an der Politik Freude bereitet, ist die Sachpolitik, die parteiübergreifende Suche nach Lösungen. Im Ständerat ist das möglich, da steht die Suche nach gemeinsamen, breit abgestützten Lösungen im Vordergrund. Deshalb habe ich das Gefühl, der Ständerat wäre der richtige Ort für mich. Hat Sie die Bundesratskandidatur nicht gereizt? Dass ich für die Nachfolge von Moritz Leuenberger angefragt worden bin, hat mich natürlich gefreut. Ich habe mir eine Kandidatur gut überlegt, aber Kopf und Bauch haben nein gesagt. Als Nationalratspräsidentin habe ich einen tiefen Einblick in das Leben der Bundesräte erhalten und dabei realisiert, dass sich ein Bundesrat von A bis Z dem Amt widmet. Dazu bin ich nicht bereit. Politik ist wichtig für mich – aber sie ist nicht alles, ich will weiterhin Zeit für meinen Beruf und meine Familie haben. Wo sehen Sie den dringendsten Handlungsbedarf für das neugewählte Parlament in der Frühjahrssession 2012? Nachdem sich der Bundesrat für den Atomausstieg entschieden hat, ist die Sicherstellung der Stromversorgung eine ganz grosse Herausforderung geworden. Der Ausstieg muss


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gleichzeitig ein Umstieg in das Cleantech-Zeitalter werden. Das Parlament sollte das links-rechts Schema bei Seite legen und auf Effizienz setzen. Der erfolgreiche Atomausstieg klappt nur, wenn wir diesen Erfolg versprechenden Weg gemeinsam gehen und gemeinsam auf die Karte der erneuerbaren Energien setzen. Der Cleantech-Sektor hat grosses volkswirtschaftliches Potenzial und kann zum Job-Motor werden – diese Chance müssen wir ergreifen. Die Schweiz hat aufgrund ihres hohen Forschungsniveaus, ihren Bildungsinstitutionen und vielen engagierten Unternehmen das Potenzial dazu, im Cleantech-Markt ganz vorne mit dabei zu sein. Wie beurteilen Sie als Vize-Präsidentin der SP Schweiz die Auswirkungen des Ausstiegsentscheids auf die Wahlchancen der SP? Wird sie nun hinter den Grünen anstehen müssen? Das glaube ich nicht. Die SP hat von Anfang an den schrittweisen Ausstieg gefordert. Den Leuten ist klar, dass die Zeit für den Ausstieg gekommen ist, aber ihnen ist auch klar, dass das nicht von heute auf morgen geht. Die SP liegt mit der Forderung nach einem schrittweisen Ausstieg also auf der richtigen Linie. Sie vertritt eine glaubwürdige Haltung– nicht nur in der Energiepolitik, sondern auch im Bereich der Finanzmarktpolitik. Ich bin zuversichtlich, dass mit diesem Thema die Stimmung für die Sozialdemokratische Partei gut ist und hoffe, dass ihre glaubwürdige Linie auch honoriert wird. Aber wir werden sehen, bis zu den Wahlen vergehen ja noch ein paar Wochen. Welche langfristigen Massnahmen sollte der Staat einleiten, um in Zukunft eine exorbitante Überbewertung des Schweizer Franken wie in diesem Sommer zu verhindern? Die Geldpolitik ist Sache der unabhängigen Nationalbank. Klar ist: Die Schweiz darf nicht zum Spielball von Spekulanten werden. Deshalb ist es enorm wichtig, dass ein unterres Wechselkursziel zum Euro durch die Nationalbank offensiv kommuniziert und glaubwürdig verteidigt wird. Im Sinne der Wirksamkeit solcher Massnahmen gilt es das Vorgehen mit der EZB zu koordinieren. In der gravierenden Situation, wie sie sich aktuell präsentiert, ist parallel dazu natürlich auch die Politik gefragt. Der Druck auf die Exportindustrie, den Tourismus und die in diesen Bereichen tätigen Angestellten ist seit längerer Zeit enorm. Ich kann nicht verstehen, warum der Bundesrat so lange mit der Prüfung möglicher Massnahmen gezögert hat. Welche Hilfs-Massnahmen für die Export-Industrie halten Sie im Rahmen solcher Währungsprobleme für sinnvoll? Es braucht insgesamt einen ganzen Strauss von Massnahmen, die aufeinander abgestimmt sind. Jeder Akteur muss dort handeln, wo er kann und zuständig ist, anstatt Massnahmen der anderen zu kommentieren und kritisieren. Für das Parlament steht kurzfristig der Handlungsspielraum von Wettbewerbskommission und Preisüberwacher im Zentrum: Währungsgewinne im Import müssen weitergegeben werden. Das entlastet nicht nur die Konsumenten, sondern auch die Unternehmen der Exportindustrie. Nötig ist dafür eine sofortige Praxisänderung der bis anhin viel zu zurückhaltenden Weko. Sie sind nicht nur Politikerin, sondern auch Geschäftsführerin der Krebsliga Aargau und führen zusammen mit Ihrer Schwester eine Firma für Unternehmensberatung. Im Zentrum meines beruflichen Lebens steht die Geschäftsführung der Krebsliga Aargau, daneben nehme ich nur kleinere Mandate wahr.

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Was mir an der Politik Freude bereitet, ist die

Sachpolitik, die parteiübergreifende Suche nach

Lösungen» In der Krebsliga Aargau stehe ich einem super Team von 20 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vor. Im Zentrum unserer Arbeit stehen Menschen mit Krebserkrankung und deren Angehörige. Diesen Menschen bieten wir Unterstützung an; mit einer Sozialberatung, einer ambulanten Onkologiepflege und natürlich auch mit Informationen sowie Selbsthilfe- und Gesprächsgruppen. Mein sehr lebensnaher Beruf erfüllt mich und ist eine tolle Ergänzung zum politischen Alltag. Ich profitiere enorm davon, nebst der Politik auch berufliche Führungserfahrung sammeln zu können. Ausserdem ermöglicht mir die Selbstständigkeit, bei Bedarf zurück zu buchstabieren und Mandate abzugeben, wie jetzt im Hinblick auf die Geburt meines Kindes. Was unterscheidet die Politikerin Pascale Bruderer von der Unternehmerin Pascale Bruderer? Eigentlich nichts. Ich kann diese verschiedenen Aufgaben wahrnehmen, ohne in eine andere Haut schlüpfen zu müssen. Ich bin als Politikerin unternehmerisch denkend und politisch denkend als Unternehmerin. Sie erwarten im November Ihr erstes Kind. Lässt sich diese neue Herausforderung mit Ihren bisherigen Aufgaben vereinbaren? Mein Mann und ich freuen uns riesig auf das Kind. Es ist für uns ein grosses Geschenk. Natürlich haben wir uns gut überlegt, was das für uns bedeutet und wo wir Prioritäten setzen wollen. Uns ist klar, dass wir diese grosse Aufgabe gemeinsam anpacken und ihr genug Raum geben wollen. Deshalb habe ich den Entschluss gefasst, im Falle einer Wahl in den Ständerat, vorerst auf die berufliche Tätigkeit zu verzichten. Ich will mir genug Zeit für meine Familie nehmen, aber auch dem Amt die Zeit einräumen, die es braucht. Ich bin mir bewusst, dass dies ein Privileg ist – wir können selbst entscheiden, wo wir Prioritäten setzen. Viele Familien können nicht so frei entscheiden, sondern müssen aus finanziellen Gründen Beruf und Familie vereinbaren.


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F R A N K E N S T Ä R K E : D I E O S E C S C H Ö P F T A U S I H R E N E R FA H R U N G E N I M D I A L O G M I T D E N K M U

Den Marktkräften die Stirn bieten Die Frankenstärke beeinträchtigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit vieler Firmen im Kern. Viele KMU haben zudem zu wenig Know-how über Währungsrisiken und sind sich der konkreten Massnahmen zur Minderung der schwierigen Situation nicht bewusst. Die Osec hat die wichtigsten Punkte und Tipps, die in diesem Zusammenhang und aufgrund der Erfahrungen im Umgang mit KMU genannt werden können, zusammengetragen.

TEXT DANIEL KÜNG *

Die Osec, das offizielle Kompetenzzentrum der Schweizer Aussenwirtschaftsförderung, kann und will der Nationalbank keine währungspolitischen Ratschläge erteilen. Im Auftrag des Bundes informiert, berät und unterstützt die Osec die KMU in der Internationalisierung und in der Markterschliessung – und dabei wird sie aber auch mit Fragen konfrontiert, die unmittelbar mit der Frankenstärke zusammenhängen. Das zeigt sich am Umstand, dass die Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen der Osec in den vergangenen Monaten nochmals rapide zugenommen hat. Die KMU gelangen in diesem Zusammenhang mit dem Anspruch an die Osec, ihnen dabei behilflich zu sein, Auswege aus dieser schwierigen, vermutlich längerfristig anhaltenden Währungssituation zu finden. Das Wundermittel gegen den starken Franken gibt es leider nicht, dafür aber eine Reihe durchaus empfehlenswerter Rezepte, die in ihrer Summe die Währungsnachteile der Schweizer Exportindustrie doch spürbar verringern helfen können. Die Osec hat in ihrer praktischen Arbeit, insbesondere im Dialog mit KMU aus verschiedensten Branchen, in den vergangenen Monaten viele Erfahrungen im Umgang mit dem starken Franken sammeln können. Aus diesem konstanten Dialog hat sie die wichtigsten Erkenntnisse zusammengetragen und stellt anbei fünf Empfehlungen auf:

1. Qualität rechtfertigt ihren Preis Mit einer stärkeren Ausrichtung auf Qualität und Swiss Premium – allenfalls auch mit einem Upgrading des Produkts – kann in einzelnen Branchen das Preisniveau gehalten oder gar erhöht werden. Swissness ist in der Regel ein gutes Verkaufsargument, aber das Preis-/Leistungsverhältnis muss stimmen, ein substantieller Mehrwert muss gegenüber Konkurrenzprodukten vorliegen und leicht zu vermitteln sein. Zu beachten ist auch, dass diese Empfehlung nicht in allen Branchen die gleiche Wirkung entfalten kann: Je höher die Preiselastizität in einer Branche, desto geringer die Möglichkeiten zur flexiblen Preisgestaltung. Trotzdem – es gibt Märkte, in denen sich hochpreisige Produkte besser absetzen lassen als in anderen. 2. Auf Sparkurs trimmen Um den Auswirkungen des starken Frankens die Spitze zu nehmen, überprüfen derzeit viele KMU ihre Kostenstrukturen, analysieren bestehende Exportprozesse auf Verbesserungsmöglichkeiten (Optimierung der Wertschöpfungskette), prüfen beim Sourcing (Einkauf) alternative Herkunftsländer und testen kostensparendere Produktionsmöglichkeiten. Auch die Optimierung logistischer Strukturen wird derzeit bei manchen Firmen geprüft. All dies mit dem Ziel, natürliche Währungsabsicherung zu betreiben und/oder die Gestehungskosten zu reduzieren. 3. Richtiges Produkt für richtigen Markt Um die angestrebten Margen zu halten,

empfehlen wir eine kritische Überprüfung des eigenen Produktportfolios im Ausland und eine noch stärkere Fokussierung auf ausgewählte Märkte. Gleichzeitig sollte geprüft werden, ob sich gar eine Verlagerung des Exportschwerpunkts in neue Märkte, zum Beispiel in wachstumsstarke Schwellenländer, lohnen würde. In jedem Fall macht sich die Konzentration auf bestimmte, gut ausgewählte Märkte bezahlt. Die Präsenz in Märkten mit tiefen Gewinnmargen sollte kritisch hinterfragt und – falls die strategische Bedeutung der Marktpräsenz zu gering, das Absatzpotenzial zu klein und die Wachstumsperspektiven weiterhin unerfreulich sind – allenfalls aufgegeben werden. 4. Lieferung in der bevorzugten Währung Die Optimierung der Beschaffungsprozesse bietet wie oben erwähnt eine Reihe von Möglichkeiten, um die negativen Auswirkungen des starken Frankens auf die internationale Konkurrenzfähigkeit zu minimieren. Viele Osec-Kunden führen dahingehend intensive Gespräche mit ihren Lieferanten. Im Vordergrund stehen dabei preisliche Anpassungen bei den Zulieferprodukten und alternative Abrechnungsmodi in Euro oder US-Dollars. 5. Absicherung mit System Währungsrisiken lassen sich auch über Bankgeschäfte absichern oder über andere finanztechnische Massnahmen. * Daniel Küng ist CEO der OSEC

ANGEBOT DER OSEC Spezielle Expertengespräche Aufgrund der zunehmend grösser werdenden Problematik bietet die Osec zusätzliche Beratungsgespräche mit Experten an. Geplant sind besagte Expertengespräche im Oktober und November zu folgenden Themen: – Alternative Märkte – Lieferantenmanagement

– Markenpositionierung – Absicherung / SERV Ähnliche Veranstaltungen haben schon zusammen mit der Credit Suisse im März dieses Jahres in verschiedenen Schweizer Städten stattgefunden – damals zur Thematik «Währungsabsicherung». An diesen Veranstaltungen wurden mit den Währungsspezia-

listen der CS Schweizer KMU sensibilisiert und anhand konkreter Unternehmensbeispiele Strategien im Umgang mit dem starken Schweizer Franken thematisiert. Online-Dossier Gezielte Informationen im Währungsdossier «Starker Franken» mit Unternehmens-

beispielen, aktuellen Informationen rund um das Thema und Einschätzungen von verschiedenen Experten und Verbänden.

Internationalisierung» aufgegriffen und mit involvierten Partnern mit ihren Mitgliedern vertieft. Unter anderem auch mit der Credit Suisse unter dem Aspekt «Währungsrisiken – Möglichkeiten der Absicherung».

Mitgliederveranstaltungen Im Rahmen der Member-GetTogether-Veranstaltungen 2011 hat die Osec das Thema Mehr Informationen unter «Risiko-Management in der www.osec.ch.


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KOLUMNE

Liebe PensionskassenVerantwortliche! VON RUDOLF STRAHM

Foto: Bilderbox.de

DER AUTOR

Rudolf Strahm ist Chemiker und Ökonom. Er war von 1991-2004 Nationalrat und von 2004-2008 Eidgenössischer Preisüberwacher.

Ihre Situation ist nicht zu beneiden. Zum dritten Mal innert eines Jahrzehnts erleiden Sie bei ihren BVG-Anlagen schwere Verluste. Nach dem Börseneinbruch 2001 und der schweren Finanzkrise 2008 zehren der Börseneinbruch und der Dollarsturz vom Sommer 2011 erneut am Vermögen der Versicherten. Nicht wenigen BVG-Einrichtungen droht erneut eine Unterdeckung. Und, wer weiss, hunderte von Kassen müssen ihre Arbeitgeber wieder zu Nachzahlungen oder die Versicherten zur Nullverzinsung anmahnen, wie schon 2009. Und das Vertrauen in die Pensionskassen wird noch mehr Schaden nehmen. Bereits im März 2010 hatten die Stimmberechtigen – und mit ihnen die Mehrzahl der KMU-Chefs – mit 73 Prozent Nein-Stimmen gegen die BVG-Revision ein Misstrauensvotum abgegeben. Das Nein entstand nicht primär wegen des technischen Umwandlungssatzes (den die wenigsten verstanden), sondern wegen des eingebrochenen Vertrauens gegenüber den Pensionskassen und vor allem den Anlageberatern, Asset Managern, Vermögensverwaltern und Bankern, die die Zweite Säule als Selbstbedienungsladen eingerichtet hatten. Haben Sie die Studien «Vermögensverwaltungskosten in der 2. Säule», die das Bundesamt für Sozialversicherung BSV aufgrund einer externen Fachexpertise im Mai 2011 publiziert hat, inzwischen zur Kenntnis genommen und Ihre Schlüsse daraus gezogen? Diese BSV-Studie kommt zum Ergebnis, dass die internen und externen Vermögensverwaltungskosten der Pensionskassen rund viermal höher sind als bisher statistisch ausgewiesen wurde. Insgesamt belaufen sie sich bei den rund 700 Mrd. Franken BVG-Anlagesumme auf 3,9 Mrd. Franken pro Jahr. Addiert zu den früher schon ausgewiesenen Kosten für die Kassenverwaltung betragen die gesamten Verwaltungsund Vermögensverwaltungskosten laut BSV 5,7 Mrd. Franken pro Jahr. Dies entspricht nahezu einem Fünftel der reglementarischen Renten- und Kapitalleistungen aller Pensionskassen. Jedenfalls sind diese Unkosten ein Mehrfaches dessen, was die Streitsumme bei der (politisch blockierten) Anpassung des Umwandlungssatzes ausmacht! Die tiefen Renditen der BVG-Einrichtungen, die der Pensionskassenverband ständig beklagt, haben auch mit jenen exorbitanten Kosten zu tun, zu denen der gleiche Verband in allen Landessprachen schweigt. Haben Sie in der BSV-Studie bemerkt, dass für die sechs Prozent Anlagen in Hedgefonds und Dachhedgefonds (sog. Alternative Anlagen) 33 Prozent aller Vermögensver waltungskosten beansprucht werden? Ist Ihnen bewusst, dass Hedgefonds-Anlagen die teuersten, riskantesten und intransparentesten Anlageformen darstellen? Ist bekannt, dass selbst die vermittelnden Banken die Emittentengebühren der Hedgefonds nicht kennen und nicht beziffern können? Hedgefonds und Dachhedgefonds sind in der Schweiz gesetzlich nicht der Finanzmarktaufsicht Finma unterstellt.

Für sie gibt es – im Gegensatz zu den Banken – keine Eigenmittelvorschriften. Die Hedgefonds-Manager unterstehen nicht einer Gewährsprüfung, also eines Nachweises für «einwandfreie Geschäftsführung», wie ihn das Bankengesetz vorschreibt. Jeder gestrauchelte Banker oder Finanzjongleur kann einen Hedgefonds gründen. Wenn heute Asset Manager immer noch Pensionskassengelder in Hedgefonds stecken oder dies empfehlen, sind sie als unseriös und inkompetent zu betrachten. Querschnittsstudien haben gezeigt, dass die Anlageempfehlungen von Vermögensberatern und Bankanalysten in den letzten Jahren nicht einmal den Börsenindex geschlagen haben. Das heisst, ihre Voraussagen über die Kursentwicklung von Wertpapieren waren nicht treffsicherer als die generelle, im Index abgebildete Entwicklung. Mit Charts, Fachwörtern und Imponiergehabe sagen sie Trends voraus, doch ihre Voraussagen sind nicht mehr als Kaffeesatzlesen. Bei Fehlurteilen geben sie dann «den Märkten» die Schuld, und selber tragen sie keine Haftung für ihre teuren Beratungen. Bei aktiven Anlagefonds, welche Wertpapiere kaufen, verkaufen und austauschen, sind die Banken sowohl beim Gewinn – wie beim Verlustfall – immer die Gewinner. Sie verdienen bei jeder Transaktion durch Courtagen, Transaktionskosten und Depotgebühren, die nicht direkt in Rechnung gestellt werden, «sondern innerhalb des Kollektivvermögens direkt mit der Wertentwicklung des Gefässes verrechnet» – also versteckt – werden, wie das BSV in der Vermögensverwaltungsstudie schreibt. Deshalb sollten für PKAnlagen nur Passivfonds ohne jede Hedging- oder Terminkomponente in Frage kommen. Die sogenannte BVG-Strukturreform wird einige der ärgsten Kollusionsauswüchse bei der Vermögensver waltung eliminieren. Doch in Sachen Kostentransparenz und Kassenvergleiche bringt sie keine sichtbaren Verbesserungen. Wenn wir auch die mutmasslichen Dollar- und Euroverluste ins Kalkül einbeziehen, sind die Pensionskassen-Anlagen dieses Jahr in keiner guten Position. Und oft, sehr oft, ist die missliche Lage auf kurzfristiges und kurzsichtiges Renditedenken und auf falsche Anlagestrategien zurückzuführen. Eine Bitte: Evaluieren und vergleichen Sie wieder konservativere Anlagestrategien! Prüfen Sie vermehrt Anlagen in Wohnliegenschaften durch Käufe oder Beteiligungen an Mehrfamilienhäusern in der Schweiz. Auf zehn Jahre hinaus waren nämlich die PK-Investitionen in Liegenschaften rentabler als die Wertpapieranlagen – mit einer durchschnittlichen Performance von vier bis fünf Prozent konnten alle rechnen – und Verluste gab es nur in ganz wenigen Fällen von krasser Unvorsicht. Banker und Asset Manager empfehlen Ihnen aus Eigeninteresse nicht Anlagen in Liegenschaften. Aber diese konservative Anlageform hat im Zeichen der globalen Verunsicherung der Finanzmärkte eine gute und sichere Performance. Und sie würde Ihnen erlauben, auf einige teure Dienste mancher Asset Manager dankend zu verzichten!


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UZ-SERIE

Wahlen 011

D I E S C H W E I Z E R I S C H E V O L K S PA R T E I S V P

Rechts auf der Überholspur In den letzten fünf eidgenössischen Nationalratswahlen wuchs die Schweizerische Volkspartei von einer politischen Minderheit zu der grössten Partei der Schweiz heran. Auch im Wahlkampf 2011 setzt sie unbeirrt auf europa- und migrationspolitische Themen. Kann die SVP damit ihre Erfolgsserie fortführen?

TEXT RIKA KOCH

15. Januar 2011 – Im vollbesetzten Saal im luzernischen Emmenbrücke lässt Blasmusik die Gespräche verstummen. Die Blicke schwenken zur Bühne. Dort erscheint ein älterer Mann im blauen Bauernhemd, an einer Leine zieht er einen verstört wirkenden Geissbock hinter sich her. Die Menge bricht in tosenden Applaus aus, aus dem Mikrofon ertönt eine kräftige Stimme: «Begrüssen Sie Zottel!» Pünktlich zum Auftakt des Wahljahres 2011 bläst die schweizerische Volkspartei (SVP) an ihrer Delegiertenversammlung zum Wahlkampf. Parteipräsident Toni Brunner erklärt Ziegenmaskottchen Zottel zum «ersten Wahlkampfhelfer» und lässt die Wahlkampfziele verlauten: Den Wähleranteil auf 30 Prozent steigern und den Ständerat erobern. «Damit wir unsere politische Zielsetzung EU-Beitritt nein und die Begrenzung der Zuwanderung noch besser durchsetzen können».

Gründungsjahr: 1971 Wähleranteil 2007: 28.9 % Präsidium: Toni Brunner Bundesrat: Ueli Maurer Nationalräte: 58 Ständeräte: 6 Fraktion: SVP

Als 2008 schliesslich die ganze Bündner SVP kollektiv aus der Partei ausgeschlossen wurde, eskalierten die parteiinternen Unstimmigkeiten. Eine Gruppe aus SVP-Dissidenten aus den Kantonen Bern, Graubünden und Glarus wollten sich den «totalitären Züge» der Parteileitung nicht länger beugen und gründeten die Splitterpartei BDP (Bürgerlich Demokratische Partei). KEYSTONE / Urs Flueeler

Später Durchbruch, fulminanter Aufstieg 30 Prozent Wähleranteil – bis vor 20 Jahren hätte dieses Ziel utopisch angemutet, denn mehrere Jahrzehnte lang bewegte sich der Wähleranteil der SVP konstant bei 11 Prozent. Erst in den 90er Jahren gelang ihr der Durchbruch, als sie im Zuge der EWR- und UNO-Abstimmungen Kampagnen lancierte, die gezielt an die Überfremdungsängste der Bevölkerung appellier- Bundesrat Ueli Maurer (r.), SVP Parteipräsident Toni Brunner ten. Unter der Führung von Ziehvater Christoph (l.) und Nationalrat Ernst Schibli posieren mit Zottel. Blocher stellte die SVP die Ausländer- und EUZuwanderungsstopp statt Atomausstieg Thematik ins Zentrum ihrer Parteipolitik. Diese Strategie Das Volks- und Ständemehr in der Minarett-Initiative und schien aufzugehen. Die SVP liess die anderen Parteien links der Ausschaffungsinitiative zeigten, dass auch die BDP dem liegen und wuchs im Eiltempo von 12 Prozent (1991) auf Erfolg der SVP keinen Abbruch tat. Auch kantonale Sitzge26.7 Prozent (2003) an. Innerhalb von nur knapp einem Jahrwinne der BDP gingen eher auf das Verlustkonto der Mittezehnt war aus der konservativen Minderheitenpartei SVP Parteien als auf das der SVP. Nicht einmal von Fukushima die grösste Schweizer Partei und die mächtigste politische liess sich die SVP aus der Bahn bringen, obwohl das AufKraft geworden. blühen der grünen Themen im Wahljahr ungelegen kam. Während andere Parteien erstaunliche Verrenkungen vorÄusserer und innerer Widerstand führten, um ihr Wahlkampfschiff auf die grüne Welle zu lenDoch 2007, nachdem die Volkspartei mit 28.9 Prozent die ken, realisierte die SVP, dass sie in der Umweltdebatte keivierten Rekordresultate in Folge verbuchen konnte, folgte nen Platz hat und ignorierte das Thema. Stattdessen setzte der Eklat. Die polemische Politik der erfolgsverwöhnten sie unentwegt auf ihre altbewährten Kernthemen, so zum SVP, insbesondere die provokativen Ausländerinitiativen, Beispiel durch die Lancierung einer neuen Initiative zur hatten zu Kontroversen bis weit über die Landesgrenze Einschränkung der Personenfreizügigkeit. hinaus und zum Konflikt mit den anderen RegierungsparDie SVP wird in den Wahlen im Oktober mit der Politik teien geführt. Diese liessen bei den Bundesratswahlen im «EU nein», «Zuwanderung begrenzen» weiterhin ÜberfremDezember das vermeintlich unvorstellbare geschehen: In dungsängste schüren können – zumindest in ihrem angeeiner konspirativen Abwahl wurde Bundesrat Blocher durch stammten Wählersegment. Anders als die politische Mitte die Bündner Regierungsrätin Eveline Widmer-Schlumpf muss die Volkspartei nicht befürchten, Wähler an die ersetzt. Die SVP reagierte mit dem Gang in die Opposition. Umweltfragen zu verlieren. Die Sorge der SVP-Wähler wird Die damit einhergehende Verschärfung ihrer ohnehin schon wohl auch nach Fukushima eher der Verhinderung der offensiven Politikführung gefiel nicht allen ParteimitglieZuwanderung und des EU-Beitrittes als der Verhinderung dern und liess den Graben zwischen dem Hardcore-Flügel von Umweltkatastrophen gelten. und den gemässigten Mitgliedern tiefer werden.


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Foto / Grafik: zVg

KURZ GEFRAGT: CASPAR BAADER

«Hoffentlich gibt es nie einen EU-Beitritt» Warum braucht die Schweiz die SVP? Die SVP setzt sich als einzige Partei für die Unabhängigkeit und Neutralität der Schweiz und damit gegen einen EU-Beitritt ein. Sie kämpft für eine liberale Wirtschaftsordnung und spricht heikle gesellschaftspolitische Fragen offen an, wie z.B. die massive Zuwanderung der letzten vier Jahren. Wieviel Prozent Wähleranteil erwarten Sie bei den Wahlen im Oktober? Primär geht es darum, den Wähleranteil der letzten Wahlen 2007 von 28,9 Prozent und die heutige Zahl der Sitze im Parlament wieder zu erreichen oder zu übertreffen. Was waren die grössten (Miss-)Erfolge Ihrer Partei während der letzten vier Jahre? Zu den grössten Erfolgen zählt

sicher, dass das Schweizer Volk der Ausschaffungs- und der Minarettverbotsinitiative zustimmte. Unerfreulich war für unsere Partei, dass wir trotz unserem Widerstand die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 7,6 auf 8 Prozent und die Erhöhung der Lohnbeiträge für die ALV nicht verhindern konnten und deshalb die Schweizer Bevölkerung seit 1.1.2011 zusätzlich vier Mrd. Franken mehr an Steuern und Abgaben zahlen muss. Wie gehen Sie mit dem Stadt-Land-Graben und dem Röstigraben um? Natürlich ist die SVP traditionell eher auf dem Land verwurzelt. Fragen zur Bekämpfung der Kriminalität und der rasant gestiegenen Migration beschäftigen aber auch viele Junge in den Städten und Agglomerationen, weil sie dort mit diesen Phänomenen kon-

frontiert werden. Daher kann parteiintern kaum von einem Stadt-Land-Graben gesprochen werden. Auch der Röstigraben ist seit den letzten Wahlen für uns kein Problem mehr, weil wir uns seither in der R omandie gut etabliert haben. Wie motivieren Sie junge Wähler abstimmen zu gehen? Wir zeigen unseren Jungen, dass wir es uns in der Politik um die Gestaltung ihrer Zukunft geht. Vorbilder wie unsere jungen Nationalrätinnen Andrea Geissbühler oder Nathalie Rickli, Nationalrat Lukas Reimann und unser Parteipräsident Toni Brunner spielen eine wichtige Rolle. Dabei gilt es, die Jungen auch via Social Media zu erreichen. Wie gut gefüllt ist die Kriegskasse der SVP?

Die SVP braucht wie alle andern Parteien auf schweizerischer und kantonaler Ebene für den Wahlkampf finanzielle Mittel. Daher sind der SVP weiterhin alle Spenden willkommen. Befürworten Sie eine Amtszeitbeschränkung für Bundesräte/ Parlamentarier? Ich halte nichts von solchen Verboten. Jeder sollte selbst merken, wann es Zeit ist, zurückzutreten. Ausserdem hat es bei Bundesräten das Parlament und bei Parlamentariern das Volk in der Hand, eine Person nicht wiederzuwählen. Wann tritt die Schweiz der EU bei? Hoffentlich nie, damit unsere Volksrechte nicht eingeschränkt werden und wir auch in Zukunft frei und unabhängig über unsere Rechtsordnung entscheiden können.

ZUR PERSON Caspar Baader (*1953) ist seit 1998 Nationalrat der SVP für den Kanton Basel-Landschaft. Seit 2001 ist er zudem Fraktionschef der SVP. Zuvor war er Gemeinderat in Bannwil und Bürgerrat in seinem Geburtsort Gelterkinden (BL). Caspar Baader studierte Agronomie an der ETH Zürich und danach Rechtswissenschaften an der Universität Basel. Heute lebt und arbeitet er als Rechtsanwalt in Gelterkinden. E r ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Söhnen.


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FRANZ BLANKART, ALT-STAATSSEKRETÄR UND DIREKTOR DES BUNDESAMTES FÜR AUSSENWIRTSCHAFT

EWR ist besser als bilateraler Weg Der nachträgliche Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ist aus Sicht von Alt-Staatssekretär Franz Blankart noch immer die beste Lösung für das Verhältnis zur EU. Der bilaterale Weg schränke die Souveränität der Schweiz stärker ein als der EWR.

INTERVIEW STEFFEN KLATT

Die Schweiz hat in den 90er Jahren ein Jahrzehnt der Stagnation erlebt, während die meisten anderen Länder in Europa gewachsen sind. Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts gehörte die Schweiz zu den wachstumsstarken Ländern in Europa. Was hat sich geändert? Die Stagnation der 90er Jahre war durch das EWR-Nein bedingt. Heute ist die Lage besser. Die Steuern sind mässig. Die «Anreize» zur Arbeitslosigkeit sind gering. Die jungen Leute sind gut und praxisorientiert ausgebildet. Mittelfristig darf aber der hohe Frankenkurs nicht unterschätzt werden. Haben die bilateralen Abkommen, deren erstes Paket 2002 in Kraft getreten ist, einen Wachstumsschub ausgelöst? Ja, die Abkommen und vor allem dasjenige über die Personenfreizügigkeit haben zu diesem Ergebnis beigetragen. Die bilateralen Abkommen haben aber mehr Konzessionen von Seiten der Schweiz gefordert als der EWR und materiell weniger gebracht. Inwiefern? Die bilateralen Abkommen übernehmen (ausser Schengen und Dublin) im Wesentlichen einzelne Kapitel des EWR. Aber die EU hat der Schweiz verständlicherweise nicht alle Vorteile des EWR zugestanden. Der EWR ist für uns massgeschneidert. Der wichtigste Vorteil, den die Schweiz nun nicht hat: Der EWR enthält eine allgemeine Nicht-Diskriminierungsklausel. Das bilaterale Flugverkehrsabkommen kennt eine solche Klausel nur für die Fluggesellschaften, nicht für die Flughäfen.

«

Viele

Politikerinnen

und Politiker sprechen einfach nach, was andere vor ihnen gesagt haben.»

Folglich hätte Deutschland die Anflüge nach Kloten nicht beschränken können, wenn die Schweiz dem EWR angehört hätte? Kloten hätte diese Probleme nicht. Der Flughafen müsste im EWR so behandelt werden wie München oder Frankfurt. Heute sagt das bilaterale Abkommen nur, dass die Swiss in Kloten gegenüber einer andern EU-Fluggesellschaft nicht bevorzugt werden darf. Auch der Finanzierungsschlüssel etwa für die Forschung ist für die Schweiz schlechter als im EWR. Kann man den EWR gleichsam Kapitel für Kapitel nachbauen, indem die Schweiz mit der EU immer mehr bilaterale Abkommen abschliesst? Das könnte man theoretisch. Bei den Dienstleistungen wurde das wegen des Bankkundengeheimnisses nicht gemacht. Was aber weiter fehlen würde, ist der institutionelle Überbau. Ohne diesen Überbau schwimmen die einzelnen Kapitel in einem leeren Raum. Der institutionelle Überbau betrifft unter anderem die Weiterentwicklung des EWR-Rechts, eine Überwachungsbehörde und einen EFTAGerichtshof.

Die EU fordert diesen institutionellen Rahmen nun ein. Sie fordert die automatische Übernahme des künftigen relevanten EU-Rechts. Dieses Problem lässt sich nicht so leicht bilateral regeln. Dazu kommt, dass der EFTA-Gerichtshof ein supranationaler Gerichtshof ist. Diesen kann man meines Erachtens nicht durch das Bundesgericht ersetzen. Könnte die Schweiz dem EWR auch nachträglichbeitreten? Das wäre gemäss Artikel 128 des EWR-Vertrages schon morgen möglich. Aber die Politikerinnen und Politiker wollen nur ungern zu einem Dossier zurückkehren, mit dem sie einen Misserfolg erlitten haben. Gilt das auch noch zwei Jahrzehnte nach der Abstimmung? Ich bin seit 1992 für einen zweiten Versuch einer Volksabstimmung über den EWR. Wäre der EWR noch in dieser Form angemessen? Die EU hat sich seit dem Ende der 80er Jahre, als Sie ihn ausgehandelt haben, deutlich weiterentwickelt. So gross ist der Fortschritt in der EU auch wieder nicht. Damals waren die Europäischen Gemeinschaften weitgehend undemokratisch. Heute ähnelt die EU in Sachen Demokratie immerhin einem schwach entwickelten Nationalstaat. Das kann man vielleicht so sagen. Doch ändert das wenig an den Grundlagen des Binnenmarktes. Kann die Schweiz einer Institution beitreten, in der sie einen wichtigen Teil ihrer Souveränität abgibt? Das ist die entscheidende Frage. Im EWR besteht bei der Ausarbeitung der Rechtsnormen etwas, das mein Vor-Vorgänger Paul Jolles die «gestaltende Mitwirkung» genannt hat. Diese bedeutet nicht Mitbestimmung, sondern das Einbringen unserer Vorstellungen vor der Beschlussfassung. Die EWR-Staaten haben damit die Möglichkeit, bei der Vorbereitung der Gesetzgebung durch die EU-Kommission mitzuwirken. Heute bestimmt das EU-Parlament viel stärker die EU-Gesetzgebung mit als noch Ende der 1980er Jahre. Die Vorschläge der EU-Kommission werden oft stark verändert. Ist damit die «gestaltende Mitwirkung» nicht eingeschränkt? Ja, denn das EU-Parlament könnte unsere Eingaben abändern. Das verringert die Mitwirkung massiv. Wie können die EWR-Länder dieses Problem lösen? Die einzige Lösung ausserhalb der Mitgliedschaft ist die «gestaltende Mitwirkung». Wir müssen daher unsere Vorstellungen VOR der EU-Beschlussfassung einbringen.


WIRTSCHAFT UND POLITIK l UZ

ZUR PERSON Franz Blankart, Jahrgang 1936 , war von 1986 bis 1998 (Foto) Staatssekretär und Direktor des Bundesamtes für Aussenwirtschaft. Er war unter anderem Chefunterhändler bei den Verhandlungen über den EWR. Ferner war er Verhandlungsleiter in der Uruguay-Runde des GATT. Zuvor hatte er unter anderem das Versicherungsabkommen der Schweiz mit den Europäischen Gemeinschaften ausgehandelt und an den Verhandlungen über das Freihandelsabkommen teilgenommen. Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundesdienst war er unter anderem KommanditärTeilhaber der Privatbank Mirabaud in Genf. Bis 2002 war er auch assoziierter Professor am Universitätsinstitut für höhere internationale Studien in Genf.

Gibt es für die Schweiz andere Möglichkeiten als den EWR, auf Dauer ihr Verhältnis zur EU zu organisieren? Für mich ist der autonome Nachvollzug keine Lösung. Aus meiner Sicht gibt es nur den EWR, den Alleingang oder den Beitritt. Der EWR war seiner Zeit 20 Jahre voraus. Jetzt könnte seine Zeit kommen. Die Norweger, die Isländer und Liechtensteiner sind mit dem EWR glücklich. Warum sollten wir es nicht sein? Ein Beitritt wäre dagegen nur glaubwürdig, wenn er einer Grundwelle, dem Willen des Volkes entspringen würde, am Aufbau Europas beteiligt zu sein. Dann wäre es auch sinnvoll, für dieses politische Ziel einen politischen Preis zu zahlen. Diese Grundwelle gibt es derzeit aber nicht. Es ist Wahljahr, aber Europa ist kein Thema. Haben Politiker in der Schweiz nicht mehr den Mut, die Europafrage anzusprechen? Viele Politikerinnen und Politiker sprechen einfach nach,

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Foto: Walter Rutishauser

was andere vor ihnen gesagt haben. Sie sagen, der bilaterale Weg sei der Königsweg. Kaum jemand will wahrhaben, dass der autonome Nachvollzug einen Souveränitätsverlust zur Folge hat. Innenpolitik ist für die Politik wichtiger als Aussenpolitik. Und die Aussenwirtschaftspolitik ist zu komplex, um mit ihr Stimmen zu gewinnen. Die SVP hat mit dem EWR-Nein zugelegt. Das ist ein Grund, warum die Mitteparteien und die Sozialdemokraten nicht den Mut haben, den EWR wieder aufzugreifen. Ist die EU mit ihrer Eurokrise überhaupt noch ein interessanter Partner für die Schweiz? Ob mit oder ohne Eurokrise, die EU bleibt unser wichtigster Handelspartner. Rund 80 Prozent unserer Importe stammen aus der EU, 60 Prozent unserer Exporte gehen dorthin. Pro Tag gibt es einen Handelsverkehr von rund einer Milliarde Franken. Dazu kommt der Personenverkehr, die EU-Bürger in der Schweiz, die Grenzgänger, die Personen, die von Schweizer Unternehmen in der EU beschäftigt werden, und so weiter. Die EU ist das wichtigste aussenwirtschaftspolitische Dossier der Schweiz. Wird der Franken über Jahre hinaus gegenüber dem Euro stark sein? Es ist dies die dritte Schuldenkrise, die ich erlebe. Die Schweizer Unternehmen haben die bisherigen gut durchgestanden. Mit dem Euro ist jetzt aber alles noch komplizierter. Können sich die Schweizer Unternehmen durch Produktivitätssteigerungen anpassen? Das ist ein Stahlbad. Aber auch die Produktivitätssteigerungen haben ihre Grenzen.


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U Z - S E R I E : A LT E R N AT I V E N Z U M AT O M S T R O M ( I V ) – W I N D K R A F T

Frischer Wind in der Stromproduktion In der Windkraft liegt viel Potenzial. Ihr Anteil an der Schweizer Stromproduktion dürfte in den kommenden Jahren um ein Vielfaches steigen. Das grosse Potential liegt in den Bergen. Und Windkraft könnte langfristig den Strompreis beeinflussen.

TEXT ELENA IBELLO

Windkraft ist weltweit die mit Abstand wichtigste neue erneuerbare Energie. Jährlich werden weltweit Dutzende Milliarden Dollar in sie investiert. Der Grund ist klar: Die Technologie ist reif. Die grossen Herausforderungen haben heute nicht mehr mit den Windrädern, sondern mit den Standorten zu tun. Mit Wind Strom zu erzeugen, ist sehr

effizient und kostet im Vergleich zu anderen Technologien wenig. Um die Schweiz hat die neue Technologie freilich bisher weitgehend einen Bogen gemacht. Ihr Anteil an der Schweizer Stromproduktion ist gering, er liegt bei 0,1 Prozent. Von nichts auf wenig Das allerdings ist schon wesentlich mehr also noch vor


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Windenergie wird also wieder zum Thema, nachdem man lange meinte, die Schweiz sei mangels grossen, ebenen Flächen kein Windstrom-Land. Denn heute können Windräder nicht nur in der Ebene, sondern auch in der Höhe eingesetzt werden. Und hier liegt das Potenzial der Schweizer Windkraft: Auf den Höhen von Jura und Voralpen, in den Alpentälern und auf Alpenpässen wehen die Winde stark genug, um die Windräder tüchtig anzutreiben. «Einige Standorte», meint Rigassi, «können es sogar mit den Küstengebieten Norddeutschlands aufnehmen». Viele Vorhaben, schwierige Umsetzung Darum ist die Branchenvereinigung Suisse Eole überzeugt, dass der Anteil der Windenergie langfristig von heute 0,1 auf acht Prozent erhöht werden kann. «Je nachdem, wie stark der Wille ist, die herkömmlichen durch erneuerbare Energien zu ersetzen, sind rund 800 Windkraftanlagen möglich», sagt Rigassi. Franz Bürgi, Geschäftsleiter der sol-E Suisse AG, eine Tochtergesellschaft der BKW Energie AG, stimmt diesen Schätzungen grundsätzlich zu. Auch wenn er meint: «Es ist ein sehr ambitioniertes Ziel. Besonders wenn man bedenkt, dass die Windenergie eine grosse Opposition hat und Windkraftanlagen nicht so leicht zu realisieren sind.» Sol-E Suisse betreibt den ersten und grössten Windpark der Schweiz auf dem Mont Crosin. Nur ein Bruchteil wird umgesetzt Tatsächlich wären technisch gesehen sogar noch mehr als 800 Windkraftanlagen möglich. Projekte sind zuhauf am Laufen. Allein die sol-E Suisse bearbeitet aktuell über 30, wovon sich rund 15 in einem fortgeschrittenen Projektstadium befinden. Aber: «Es gibt in der Schweiz eine endliche Anzahl guter Standorte», sagt Bürgi. Denn zunächst einmal muss ein Standort für Windräder Kriterien erfüllen, die über die guten Winde hinausgehen. Er muss zugänglich sein, also bereits über gewisse Infrastrukturen verfügen. Dann muss der Strom, der produziert wird, auch weggeführt werden können, es braucht am Standort also einen Netzanschluss. Und es braucht das Einverständnis von Kanton und Gemeinde. «Aus diesen Gründen werden mehr Projekte bearbeitet, als man schlussendlich realisieren kann», erklärt Bürgi. Nur ein Bruchteil aller Vorhaben wird umgesetzt.

wenigen Jahren. «Der Anteil der Windenergie ist von nichts auf wenig gestiegen», kommentiert Reto Rigassi, Geschäftsführer der Branchenvereinigung Suisse Eole, die Entwicklung. Allein im vergangen Jahr wurden in der Schweiz 13 neue Windräder in Betrieb genommen. Inzwischen erzeugen die Schweizer Windräder insgesamt durchschnittlich 74 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr, was einem Jahresbedarf von rund 21 000 Haushalten entspricht. Die

September 2010 in Gütsch (Andermatt UR): Die Einzelanlage wird zum Windpark. Fotos: www.suisse-eole.ch

Gemeinden finanziell beteiligen Ein weiterer Grund dafür ist, dass die Anwohner der Gegend, in der die Windräder zu stehen kommen sollen, oft verunsichert und aus verschiedenen Gründen gegen die Projekte sind. Mit Windenergie hat man hierzulande noch wenig Erfahrung. Die Windräder beeinflussen das Landschaftsbild und verursachen in unmittelbarer Nähe Lärmemissionen. «Es ist absolut entscheidend, die Bewohner der Region und die Interessenverbände von Beginn an einzubeziehen und viel zu kommunizieren», sagt Bürgi. «Ohne die lokale Akzeptanz eines Windkraftwerkes kann man kein Projekt umsetzen.» Heute ist es üblich, dass man die Gemeinden nicht nur in die Prozesse einbezieht, sondern sie auch finanziell beteiligt. Formen der Beteiligung gibt es viele. Meist wird eine separate Aktiengesellschaft gegründet, die am Ort der Anlage versteuert und an der die Gemeinde beteiligt ist. Zudem werden für direkte Einflüsse wie Veränderungen im Landschaftsbild Entschädigungen gezahlt. Von der Windenergie könnte langfristig auch der Strompreis profitieren. Noch ist die Windkraft in der Schweiz zwar teurer als die konventionellen Energien. Doch die Entwicklung der Preise von Öl und Kernkraft ist unsicher, während die Windkraft dank grossem Aufwind immer günstiger wird. «Windenergie kann auch eine interessante Option sein, die Energiepreise im Zaun zu halten», glaubt Rigassi.


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Freistehende Sonnenkollektoren auf einem Flachdach. Mehrfamilienhaus mit Sonnenkollektoren in St.Gallen.

M A R C E L S T U R Z E N E G G E R , A M T F Ü R U M W E LT U N D E N E R G I E D E S K A N T O N S S T. G A L L E N

Mehrfamilienhäuser im Fokus der Solarenergie Der Kanton St. Gallen fördert seit 2008 die Nutzung der Solarwärme. «Bisher erreicht er vor allem Eigentümerinnen und Eigentümer von Ein- und Doppeleinfamilienhäusern», sagt Marcel Sturzenegger. Nun soll vermehrt unter Besitzern von Mehrfamilienhäusern geworben werden. Dazu wäre eine Preissenkung im Bereich der Solaranlagen hilfreich.

Sie setzen zuerst auf Solarwärme. Warum? Solarwärme ist eine gute Chance für Hauseigentümer mit fossiler Heizung, was bei rund 90 Prozent des Gebäudebestandes der Fall ist. Im Idealfall hat er die Möglichkeit, die Gebäudehülle zu sanieren. Eine umfassende Modernisierung kostet rund 100 000 Franken. Steht jedoch nicht so viel Geld zur Verfügung und der Hauseigentümer möchte trotzdem schon heute oder unabhängig von der Hülle etwas machen, so kann er mit einer Sonnenkollektoranlage für rund 15 000 Franken seinen CO2-Ausstoss um rund 10 Prozent senken. Bei mit Wärmepumpen ausgerüsteten Gebäuden hilft eine Photovoltaikanlage, einen Teil des Stromverbrauchs zu decken.

INTERVIEW STEFFEN KLATT

Die Schweiz diskutiert über die Ablösung der Kernenergie und fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien. Was kann ein Kanton wie St. Gallen tun? Marcel Sturzenegger: Der Kanton St. Gallen hat im Energiegesetz einen entsprechenden Artikel. Er geht zurück auf eine Volksinitiative, die verlangt, dass die Produktion von neuen erneuerbaren Energien bis 2020 im Vergleich zu 2005 verdoppelt wird. Das wären dann 1200 Gigawattstunden, knapp 10 Prozent des Energiebedarfs. Die Umsetzung erfolgt in zwei Etappen. In der ersten Etappe leisten wir Beiträge an Solarkollektoren, also die Nutzung von Sonnenwärme für die Warmwasseraufbereitung und die Heizungsunterstützung, und Beiträge an Verteilnetze. Das läuft seit 2008. Für die zweite Etappe haben wir nun einen Mitarbeiter, welcher einerseits Grundlagendaten für die Gemeinden aufbereitet, damit sie einfacher eine aktive Energiepolitik betreiben können. Des Weiteren soll er innerhalb der nächsten ein, zwei Jahre zum «Mister Erneuerbare» werden, der Ansprechpartner für konkrete Fragen rund um erneuerbare Energien. An ihn können sich Privatpersonen, Unternehmen und Gemeinden richten.

ZUR PERSON Marcel Sturzenegger ist Leiter der Energiefachstelle des Kantons St.Gallen.

Das Energieförderungsprogramm wird seit 2008 umgesetzt. Wie wirkt es? Jedes Jahr sind rund 700 Solaranlagen mit Förderbeiträgen unterstützt worden. Ein Teil wäre vielleicht auch ohne die Förderung realisiert worden. Durch eine Umfrage, die wir zusammen mit der Universität St. Gallen durchgeführt haben, stellten wir fest, dass allein schon die Existenz der Förderung viele Hausbesitzer ermutigt hat. Eine Solaranlage kostet rund 15 000 Franken. Mit unserem Beitrag von


l UZ 2000 Franken lösen wir also Investitionen mit dem Faktor fünf bis zehn aus. Ausserdem sehen wir, dass einige Unternehmen die Solarthermie als einen Teil ihrer Geschäftstätigkeit erkannt haben. Diese Unternehmen werben bereits in ihrem Umfeld dafür. Das sieht man daran, dass die Zahl der Neuanlagen im Kanton je Region sehr stark differiert. Es braucht somit Leute, welche die Chance erkennen, sei es in Unternehmen, sei es in den Gemeinden? Für eine hohe Wirkung brauchen wir solche Personen. Spielt auch der Preis eine Rolle? Ja. Wir setzen uns dafür ein, dass die Energieförderung fortgesetzt wird. Letztlich sind wir aber darauf angewiesen, dass die Unternehmen Solarthermie als Geschäftszweig annehmen. Damit sollten sie auch eine Routine erhalten, die es erlaubt, die Preise zu senken. Damit könnten Anlagen mit Preisen zwischen 10 000 und 14 000 Franken realisierbar und gleichzeitig gewinnbringend sein. Sie haben die Umfrage mit der Universität St. Gallen erwähnt: Welche Leute erreichen Sie mit dem Förderprogramm? Im Wesentlichen sind es bisher Privatpersonen mit Einfamilienhäusern, teilweise Doppeleinfamilienhäusern. Dazu kommen Gemeinden, die grosse Solaranlagen etwa zur Beheizung von Altersheimen errichtet haben. Die Umfrage hat bestätigt, dass wir die Besitzer von Mehrfamilienhäusern noch nicht für Solaranlagen gewinnen konnten.

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Wir starten im August eine einjährige Kampagne, in der wir gezielt auf Besitzer von Mehrfamilienhäusern zugehen wollen. Dabei geht es sowohl um Solaranlagen als auch um die Isolierung von Gebäuden sowie die Betriebsoptimierung. Warum zögern die Besitzer von Mehrfamilienhäusern? Solare Wärme ist heutzutage noch teurer als fossile Wärme. Private prüfen insbesondere, ob sie die Investitionen tätigen wollen beziehungsweise finanzieren können. Ist die Anlage einmal installiert, fallen die Gestehungskosten der solaren Wärme kaum ins Gewicht. Für Vermieter scheint es kritischer, ob die Wärme künftig etwa 17 Rappen pro Kilowattstunde kostet oder etwa 12 Rappen wie bei einer Ölfeuerung. Dies obwohl die Mehrkosten umgelegt werden könnten. Dort, wo die Mieter Solaranlagen wünschten, wurden sie teilweise realisiert. Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern sind einfach zu wenig etabliert. Wenn es gelingt, mehr Besitzer zu überzeugen, werden andere folgen. Bisher ist das aber noch kein Selbstläufer, dazu ist noch ein grosser Effort aller Akteure nötig. Wir werden uns daher genau überlegen, auf wen wir zuerst zugehen und wer als Multiplikator wirken kann. Dabei reden wir auch mit den Verbänden – dem Hauseigentümerverband, dem Hausverein und dem SVIT (Verband der Immobilientreuhänder, stk). Die Förderung ist also auch eine Kommunikationsaufgabe? Ja, das ist sie zu einem guten Teil.

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CLEANTECH NEWS Foto: www.mindset.ch

Axpo bohrt in Bayern Taufkirchen - Axpo ist mit 35 Prozent am Geothermie-Projekt im bayrischen Taufkirchen beteiligt, so das Schweizer Energieunternehmen. Mit einem eigenen Kompetenzzentrum und der Beteiligung am Projekt schaffe die Axpo Grundlagen für GeothermieKraftwerke in der Schweiz. Das Geothermie-Kraftwerk in Taufkirchen mit 4,6 Megawatt Leistung soll jährlich gut 60 Gigawattstunden (GWh) Heizenergie für das benachbarte Fernwärmenetz und 37 GWh Strom produzieren. Das entspreche dem jährlichen Strombedarf von über 7000 Haushalten und dem Wärmebedarf von rund 5000 Haushalten.

von St. Moritz Energie eingespiesen. Bei der neuen Anlage wird von einer Jahresleistung in Höhe von 49 000 Kilowatt ausgegangen.

Genossenschaft will dezentrale Photovoltaik Mittelhäusern - Im November soll der Startschuss für die Energie Genossenschaft Schweiz fallen, insofern 2 000 Anteilscheine à 500 Franken reserviert wurden. Ab Ende des Jahres will die Energie Genossenschaft Schweiz ihre ersten Projekte realisieren. Die Genossenschaft will einen Beitrag zur Energiewende leisten, indem bis zum Jahr 2019 die grösste Photovoltaik-Fläche der Schweiz betrieben wird. Diese soll sich auf viele einzelne Hauflächen verteilen, wobei die Genossenschaft selbst Solarkraftwerke planen, bauen und betreiben will.

ABB erhält Auftrag über 1 Milliarde Dollar Zürich – ABB hat von dem niederländisch-deutschen Übertragungsnetzbetreiber TenneT einen Auftrag für die Lieferung einer Stromleitung erhalten, die Offshore-Windparks in der Nordsee ans deutsche Stromnetz anschliessen wird, so das Unternehmen. Das Auftragsvolumen belaufe sich auf rund eine Mrd. Dollar. Das bisher grösste Offshore- Hochspannungs-Gleichstromübertragung verringert die elektrischen Verluste auf unter eine Prozent pro Umrichterstation.

Grösste Hotel-Solaranlage der Schweiz St. Moritz – Das Hotel Europa hat die grösste Hotel-Solaranlage der Schweiz in Betrieb genommen. Die Anlage mit einer Gesamtfläche von 232 Quadratmetern verfügt in Spitzenzeiten über eine Leistung von 32,43 Kilowatt. Der Strom wird vollständig in das Netz

Gesellschaft für Windkraft gegründet Neuer Prüfstand für LeichtDietikon – Sechs Schweizer bauweise Energieunternehmen wollen Biel - Die Empa hat in Biel künftig gemeinsam in die Nuteinen Leichtbauprüfstand einzung von Windkraft im eurogeweiht, den sie mit der Berner päischen Ausland investieren. Fachhochschule Architektur, Zu diesem Zweck haben die Holz und Bau in Biel betreibt. Azienda Elettrica Ticinese (AET), Damit lassen sich etwa mehrdie Elektrizitätswerke der Kantone Schaffhausen und Zürich (EKS und EKZ), ewl energie wasser luzern (ewl), SN Energie und die EGL Gruppe die Beteiligungsgesellschaft Terravent AG gegründet. Diese werde Investitionen in Onshore-Windparks in Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien prüfen und vornehmen. Die beteiligten Unternehmen erhalten über Terravent Zugang zu Strom aus Endress+Hauser entwickeln zusammen mit der UniWindkraft und entsprechende versität Basel eine Technologie zur Früherkennung von verschmutztem Trinkwasser. Foto: www.endress.com Zertifikate.

mindset – Eine neu entwickelte Batterie verlängert die Reichweite des Schweizer Elektrofahrzeugs. Mit einer Probefahrt des fahrbaren Prototyps ist bald zu rechnen.

geschossige Holzbauten beim Lärmschutz optimieren. In dem Prüfstand können Leichtbaumaterialien experimentell untersucht werden. Messungen an Systemen aus Gipsleichtbauwänden fanden bereits statt – und haben laut der Empa für den Industriepartner auch schon nützliche Hinweise für die W eiterentwicklung des Produkts ergeben. Frühwarnsystem erkennt Verschmutzung Basel - Forschende der Universität Basel haben zusammen mit der Firma Endress+Hauser eine Technologie entwickelt, mit der eine drohende Verschmutzung des Trinkwassers frühzeitig erkannt werden kann. Um die Technologie bis zur Marktreife zu entwickeln, haben die Forschenden zusammen mit dem Industriepartner Endress+Hauser bei der Innovationsförderagentur des Bundes KTI um eine Fortsetzung des Projekts nachgesucht.

Erste Fussballstadien nach Minergie Thun/Luzern – Die neuen Spielstätten des FC Thun und des FC Luzern wurden als erste grosse Sportstadien nach dem Baustandard Minergie zertifiziert. Auch die Gebäude, die zur Mantelnutzung gehören, wurden nach Minergie zertifiziert. mindset macht Fortschritte Pfäffikon – Eine neu entwickelte Batterie verlängert die Reichweite des Schweizer Elektrofahrzeugs mindset. Wesentliche Belastungstests, Schnellladungen, die Überprüfung des thermischen Verhaltens und die angestrebten Reichweiten wurden, laut den Angaben des Unternehmens bisher erfüllt. Eine allgemein zugängliche Probefahrt des Prototyps werde aber erst stattfinden, wenn sämtliche Sicherheitstests sind. Deswegen verzichte das Unternehmen auf eine öffentliche Vorstellung dieser Kooperation und deren Ergebnisse. Anzeige



 

 

   











 





 

   

 







 


















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ma persönlich besucht und die Wichtigkeit der Energieeffizienz damit unterstrichen. Der Gründer von OPOWER, Alex Laskey, wird die erfolgreiche Plattform und den Globalen Benchmark im Energiesparen am Klima-Forum in Thun zum ersten Mal in Europa vorstellen. Wirtschaftlichste FotovoltaikGrossanlage der Welt Einen weiteren Benchmark setzt Belectric aus Deutschland mit dem Bau von solaren Grosskraftwerken. Belectric setzt bei deren Bau auf moderne Dünnschichttechnologie. Durch den Verbrauch von deutlich weniger Halbleitermaterial kann eine massive Preissenkung erreicht werden. Ein US-Dollar per Watt Die von Belectric eingesetzten Dünnfilmzellen werden in einem innovativen Druckverfahren hergestellt, was die Stückpreiskosten stark reduziert. Durch den konsequenten Einsatz von Dünnschichtmodultechnologie sinken die Kosten pro kWh und sind dabei fast konkur-

Beletric – wirtschaftlichste PV-Anlage der Welt.

Fotos: zVg

F Ü N F T E S N AT I O N A L E S K L I M A - F O R U M 2 0 1 1

«Global Benchmarks» Unter dem Konferenzthema «Global Benchmarks» findet am 15. September 2011 das fünfte nationale Klima-Forum statt.

Aus drei Kontinenten werden innovative Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Energieeffizienz und Energieproduktion vorgestellt. Internationale Top-Keynote Referenten nehmen Stellung zur aktuellen Energiedebatte. Über 500 Entscheidungsträger aus der Schweizer Wirtschaft und Politik werden erwartet. OPOWER aus den USA Einen globalen Benchmark setzt das Startup OPOWER aus den USA. Das im Jahr 2007 gegründete und seither mehrfach ausgezeichnete Startup Unternehmen OPOWER wird seine innovative Energieeffizienz-Plattform am fünften nationalen Klima-Forum zum ersten Mal in Europa vorstellen. Barack Obama hat das unter den weltweiten Top 10 Cleantech Firmen figurierende Unternehmen persönlich besucht und unterstützt. Das Jungunternehmen setzt in den USA bezüglich Energieeffizienz und Energiesparen neue Massstäbe. Die webbasierte Plattform vernetzt die Energieversor-

ANMELDUNG Das ClimateForum 2011 findet am 15. September im KKThun statt. Bis am 7. September kann man sich unter www.climateforum.ch für den aktuellen Anlass anmelden. Weitere Programminformationen finden Sie ebenfalls auf der Homepage.

renzfähig zu Öl und Gas. Mit der Weiterentwicklung der Dünnschichttechnologie werden diese Preise noch weiter fallen. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 45 Freiflächen-Solarkraftwerke weltweit durch Belectric errichtet. Bernhard Beck, CEO und Gründer von Belectric, wird aufzeigen, wo die Stärken und Schwächen der PV-Grosskraftwerke liegen.

gungsunternehmen mit ihren Endkunden und optimiert den Energieverbrauch und das Benutzerverhalten. Die Energieeinsparungen betragen dadurch im Schnitt mehrere Prozent. OPOWER wurde 2007 Renommierter Ökonom aus Europa gegründet und beschäftigt heute über 200 Neben den Globalen Benchmarks werden Mitarbeiter. OPOWER zählt heute mehr internationale Referenten über die aktuals 50 Energieversorgungsunternehmen elle Energiedebatte sprechen. Prof. Dr. zu seinen Kunden, darunHans-Werner Sinn vom ter acht der zehn grössten Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) ist Versorgungsunterneheiner der renommiertesten men der USA. Mehr als zehn Millionen HaushalÖkonomen Europas und te sind heute bereits an Herausgeber des Buches die Plattform von OPO«Das grüne Paradoxon». WER angeschlossen und Hans- Werner Sinn ist ein sparen aktiv Energie und scharfer Analytiker und reduzieren dadurch den Kritiker der Deutschen CO2-Ausstoss. Die bisher Klimapolitik unter der Führung von Bundeskanzeingesparten 400 Milliolerin Angela Merkel. Martin nen Kilowattstunden entBäumle, Präsident der sprechen dem JahresverGrünliberalen Schweiz, brauch einer Kleinstadt wird sich in einem Streitgemit 13 000 Personen. Präspräch mit Hans-Werner sident Barack Obama hat Prof. Dr. Hans-Werner Sinn duellieren. die erfolgreiche JungfirSinn vom Ifo.


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UZ l GELD

OTC-BÖRSE

Auf Erfolgskurs In der letzten UZ porträtierten wir drei KMU, deren Aktien erfolgreich an der Nebenbörse gehandelt werden. Unser Autor widmet sich diesmal zwei KMU mit Erfolg in Übersee und einer Bankenfusion in der Ostschweiz.

TEXT FREDY GILGEN

Täglich beliefert DKSH mehr als 120 000 Krankenhäuser, Apotheken, Doktoren und Drugstores in Hong Kong.

Fotos: zVg

DIETHELM KELLER SIBER HEGNER (DKSH)

Dank Asien auf anhaltendem Wachstumskurs Internationale Rohstoff- und Handelshäuser mit Domizil in der Schweiz gehören zu den umsatzstärksten, aber auch verschwiegensten Unternehmensgruppen unseres Landes. Erst vereinzelte dieser traditionell familiengeführten Firmen haben sich in den letzten Jahren dem Publikum geöffnet, wie jüngst der Rohstoffriese Glencore. Von einer eigentlichen Börsenöffnung noch weit entfernt ist das Zürcher Welthandelshaus Diethelm Keller Siber Hegner (DKSH). Bereits recht offen ist aber deren Informationspolitik. Und im ausserbörslichen Handel wird die DKSH-Aktie seit Mai dieses Jahres wenigstens gelegentlich gehandelt. Verkäufe von über zehn Mrd. Franken Entstanden ist die DKSH-Gruppe vor neun Jahren aus der Fusion der renommierten Handelshäuser Diethelm Keller Services Asia und Siber Hegner, die damals ihrerseits schon eine 140jährige Geschichte aufwiesen. Mit Verkäufen von über zehn Mrd. Franken zählt das Handelshaus mittlerweile zu den 20 umsatzstärksten Schweizer Unternehmen. In der Schweizer Konzernzentrale sind allerdings nur rund 130 Mitarbeiter tätig, in den 590 asiatischen Niederlassungen dagegen über 22 000. Seit der Fusion im Jahre 2002 verzeichnet DKSH fast Jahr für Jahr deutlich zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn. Einen kleinen Rückschlag gab es nur 2009, als der

Welthandel den grössten Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg erlitt. Schon im vergangenen Jahr gelang dem Handelshaus aber die Rückkehr auf den Wachstumspfad. Im Durchschnitt betrug das Umsatzwachstum von 2002 bis 2010 trotz der Frankenstärke und des Rückschlages von 2009 gut neun Prozent. Der Betriebsgewinn (Ebit) stieg zweistellig um 17 Prozent. Im laufenden Jahr zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. In den ersten sechs Monaten resultierten nämlich erneut auf fast allen Stufen Rekordresultate. Eindrücklich vor allem die Zuwachsrate beim Reingewinn, der um über 27 Prozent auf 65 Millionen Franken anstieg. Dies ist umso eindrücklicher, als diese Geschäftsperiode durch die grosse Katastrophen in Japan beeinträchtigt wurde. Asien als Wachstumstreiber Zu verdanken ist der anhaltende Erfolg der starken Positionierung des Handelshauses in der weltweit wachstumsstärksten Region Asien. Hier erzielt DKSH rund 97 Prozent ihres Umsatzes. Nach den Worten von Konzernchef Jörg Wolle werde diese Region auch in Zukunft der effektivste Wachstumstreiber für die dynamische Unternehmensgruppe bleiben. In der Tat ist die Wirtschaft in Asien in den letzten Jahren regelmässig um sieben bis acht Prozent gewachsen und dürfte auch in den kommenden Jahren kaum an Dynamik verlieren.


GELD l UZ

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PLASTON HOLDING AG

Trotz Frankenstärke Exporterfolge in China und den USA Ein Geheimnis des Erfolges der Plaston Holding AG ist das Geschäft mit industriellen Kofferlösungen.

Die Unternehmensführung der Ostschweizer Industriegruppe macht sich keine Illusionen. Die extreme Frankenstärke wird nicht ohne Folgen für das Unternehmen bleiben. «Für ein grenznahes Unternehmen mit 70 Prozent des Lohnaufwandes in Franken ist die massive Überbewertung der helvetischen Währung eine echte Herausforderung», gibt Hansruedi Lanker, Finanzchef der Plaston-Gruppe, zu bedenken. Zudem könnten die steigenden Rohstoffpreise kaum in Form von Preiserhöhungen an Kunden weitergegeben werden. Nach zwei sehr anspruchsvollen Jahren hat es das Widnauer Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 (April 2010 bis März 2011) geschafft, wieder auf Wachstumskurs zurückzukehren. Der Gruppen-Umsatz konnte um über zehn Prozent auf 84,9 Millionen Franken gesteigert werden. Dies trotz der bereits in dieser Periode sehr negativen Währungseinflüsse. Der Nettogewinn erreichte mit 3,1 Millionen Franken annähernd das Vorjahres-Ergebnis.

PLASTON IN ZAHLEN Umsatz in Mio Fr. Gewinn Mio Fr. Dividendenrendite in % KGV KUV Buchwert je Aktie in Fr. Kurs in Fr. 9.8.11 * Schätzungen ZU

2010/11 84.9 3.1 2 18.5 0.7 4 889

2011/12* 85.0 3.0 2.2 18.5 0.7 4900 5950

Quelle: OTC-X / Foto: zVg

Prominente Aktionäre Im Aktionariat der Gruppe haben sich in den vergangenen Jahren einige bedeutende Veränderungen ergeben. Mit von der Partie ist seit 2010 Pierre Mirabaud, der ehemalige Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, der einen Teil der Aktien der Investorin Carolina Müller-Möhl übernommen hat. Zwei Jahre zuvor erfolgte der Einstieg des Hedgefund-Spezialisten Rainer-Marc Frey und der FFPGruppe (Holding der Industriellenfamilie Peugeot). Mehrheitsaktionärin ist mit einem Anteil von 65 Prozent die private Diethelm Keller Holding. Ein Anteil von unter zehn Prozent ist sodann im Besitz von Stephan Schmidheinys Anova Holding. Insgesamt sind knapp 98 Prozent der Aktien in festen Händen. Hin und wieder ausserbörslich gehandelt werden also bloss zwei Prozent der Titel.

DKSH IN ZAHLEN Bruttoumsatz Mio Fr. Gewinn Mio Fr. Dividendenrendite in % KGV KUV Buchwert je Aktie in Fr. Kurs in Fr. 9.8.11

2010 9 976 121 6.7 23.1 0.4 17

2011 10 500 150 7.0 20.0 0.4 19 50 Quelle: OTC-X

Weltmarktleader in beiden Tätigkeitsbereichen «Angesichts der stark gestiegenen Rohstoffkosten und der Währungseinflüsse darf das Geschäftsergebnis 2010/11 als erfreulich bezeichnet werden», sagte Markus Bormann, CEO der Plaston-Gruppe, Ende Juli gegenüber den Medien. Mit stetigen Prozessverbesserungen und Produktivitätssteigerungen soll versucht werden, den extrem ungünstigen (Währungs-)Voraussetzungen entgegenzuwirken. Die Ostschweizer Industriegruppe ist in den zwei Geschäftsbereichen Kofferlösungen (Industrial Plastic Systems IPS) und Luftbehandlungsgeräte (Air Treatment Systems ATS) tätig. In beiden Sektoren zählt Plaston zu den weltweit renommiertesten Herstellern. Ihre Kunststoffprodukte, darunter der berühmte rote Hilti-Koffer, werden vor allem an die Elektro- und Vermessungsindustrie geliefert. Weltweit führend ist die Gruppe auch als Anbieterin von Luftbehandlungsgeräten (Luftreinigungsgeräte, Verdampfer, Entfeuchter usw.) für Privathaushalte. Im Geschäft mit industriellen Kofferlösungen (IPS) konnte der Umsatz im letzten Geschäftsjahr um sechs Prozent gesteigert werden. Das grösste relative Wachstum gelang Plaston im Absatzmarkt China mit einem Plus von 33 Prozent. Im Geschäft mit Luftbehandlungsgeräten (ATS) erreichte das St.Galler Unternehmen im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz. Das Vorjahresniveau wurde um 16 Prozent übertroffen. Ausschlaggebend für diesen Erfolg war auch hier in erster Linie der chinesische Markt, wo eine Zuwachsrate von 77 Prozent gelang. Höchst beachtliche Absatzerfolge gelangen aber auch in Osteuropa mit einem Plus von 72 Prozent und in den USA mit neun Prozent. «Wir freuen uns sehr darüber, dass wir die üblichen Wege umkehren und wir erfolgreich in China verkaufen können, was wir in der Schweiz produzieren», zeigt sich der neue Konzernchef Markus Bormann zufrieden. Die Plaston-Führung hat in den letzten Geschäftsjahren bewiesen, dass sie die Kosten gut im Griff hat. Die Finanzpolitik des Familienunternehmens kann als sehr konser vativ und solide bezeichnet werden. Mit einer Eigenkapitalquote von 66 Prozent ist das Unternehmen auch für härtere Zeiten gut gewappnet. Dank der weltweit guten Positionierung in beiden Geschäftsbereichen sind die mittelfristigen Aussichten gut und die Risiken überschaubar. Zum aktuellen Kurs dürfte sich ein Investment mittelfristig auszahlen.


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UZ l GELD

Visualisierung des neuen Logos am Bankgebäude in St. Gallen.

Fotos: zVg

VON SWISSREGIOBANK ZU ACREVIS

Vielversprechende Bankenfusion in der Ostschweiz Unbestreitbar: Bankaktien gehören zu den grossen Verlierern der akuten Verschuldungskrise. Allerdings sind bei weitem nicht alle Finanzinstitute in den massiven Abwärtsstrudel gezogen worden. Insbesondere unter den helvetischen Kantonal- und Regionalbanktiteln haben sich einige als ausgesprochen krisenresistent erwiesen. Darunter auch die ausserbörslich gehandelten Aktien der Swissregiobank. Dies nicht zuletzt dank dem geplanten Zusammenschluss mit der St.Galler CA Bank. Den Entschluss, sich mit der CA Bank zusammenzuschliessen, hat die in Wil domizilierte Swissregiobank im Verlaufe dieses Frühjahres gefasst. Bereits am 23. September werden die Aktionäre beider Unternehmen an einer ausserordentlichen Generalversammlung dieser Fusion aller Voraussicht nach zustimmen. Konkret wird die Swissregiobank die Bank CA St.Gallen rückwirkend auf den 1. Juli übernehmen und ihren Namen in Acrevis ändern. Als Verwaltungsratspräsident ist der heutige Swissregiobank-Präsident Markus Isenrich vorgesehen, als neuer Acrevis-Konzernchef Stephan Weigelt, bisher Geschäftsleitungsvorsitzender der Bank CA. Strategisch macht die Fusion der beiden Ostschweizer Finanzhäuser viel Sinn. Ihre Geschäftsbereiche und geografische Verbreitung ergänzen sich gut. Gemeinsam werden sie die Region von St.Gallen bis an den oberen Zürichsee abdecken. Mit einer Bilanzsumme von rund 3,5 Milliarden Franken wird die Acrevis dann zu den grösseren Schweizer Regionalbanken gehören. Auch grössere Finanzierungen im Firmenkundengeschäft sollten dann möglich sein. Zudem winken eine bessere Marktpräsenz, eine breitere Refinanzierungsbasis, eine Verstärkung der Kräfte im Private Banking und Kostenersparnisse. Verbessern wird sich sodann die aktuell eher unterdurchschnittliche Eigenmitteldeckung der Swissregiobank. Die Wiler Bank hat im Übrigen bereits Erfahrung mit Fusionen. Sie

SWISSREGIOBANK IN ZAHLEN Bilanzsumme in Mio Fr. Gewinn Mio Dividendenrendite in % KGV Buchwert je Aktie in Fr. Kurs in Fr. 9.8.11

2010 1591 Fr.7.2 2.6 19.2 1100

2011 3500 16.0 2.6 19.2 1100 1190 Quelle: OTC-X

entstand vor neun Jahren durch den Zusammenschluss der Bank in Gossau mit der Bank Bütschwil. Breite Streuung des Aktionariats Die einzige grössere Aktionärin der Bank CA St.Gallen ist die St.Galler Kantonalbank (SGKB) mit einem Anteil von 5,1 Prozent. Sie will das Fusionsvorhaben der beiden Regionalbanken unterstützen. Die Swissregiobank zählt über 5000 Aktionäre und ist eine echte Publikumsgesellschaft. Kein Kapitaleigner besitzt mehr als fünf Prozent der Stimmrechte. Kommt die Fusion zustande, werden die Anteilsscheine der Bank CA in Aktien der Acrevis Bank getauscht. Pro Titel der Bank CA erhalten die Aktionäre 1,1762 Acrevis-Aktien mit einem Nennwert von 85 Franken. Die Aktionäre der Swissregiobank ihrerseits erhalten für eine Aktie ihrer Bank eine neue Acrevis-Aktie. Darüber hinaus werden ihnen pro Aktie 30 Franken des Nennwerts (von 115 auf 85 Franken) vergütet, um eine Verwässerung zu verhindern. Nach dem Zusammenschluss der beiden Regionalbanken werden die Aktien der Bank CA noch vor Ende September dekotiert. Die Aktien der künftigen Acrevis werden nur noch ausserbörslich gehandelt. Trotzdem dürfte der Handel nach der Fusion liquider werden.

Stephan Weigelt, CEO Bank CA St.Gallen.


Online-Anmeldung unter www.kmu-tag.ch

Sita Mazumder

Karl Rabeder

Frank M. Rinderknecht

Daniel Frei

Urs Widmer

28 / OKTOBER 2011

Marco Fritsche

Manfred Spitzer

Urs Fueglistaller

SCHWEIZER KMU-TAG ST GALLEN

Patronat: Schweizerischer Gewerbeverband / Schweizer Industrie- und Handelskammern / economiesuisse / IHK St.Gallen-Appenzell / Kantonaler Gewerbeverband St.Gallen (KGV) Veranstalter

Hauptsponsoren

Kommunikationspartnerin Medienpartner


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l Nr. 9 l 2011

UZ l GELD

W E LT M A R K T

Energiekonsum – die Herausforderung der nächsten Jahre Der Mix der wichtigsten Energiequellen wird und muss sich ändern. Der Wandel dürfte sich auf globaler Ebene aber nur langsam vollziehen.

TEXT THOMAS LIEBI

Die Welt giert nach Energie. Im vergangenen Jahr stieg die globale Energienachfrage um 5,6 Prozent. Das war der stärkste Anstieg seit fast vierzig Jahren. Angetrieben wird der steigende Energiehunger vor allem von den rasch wachsenden Schwellenländern, allen voran China. Während der Energieverbrauch in den OECD-Ländern 2010 um 3,5 Prozent zulegte, stieg der entsprechende Konsum in China um über elf Prozent. Mehr als ein Fünftel der globalen Energienachfrage stammt mittlerweile aus dem Reich der Mitte. Damit überholte es die USA als weltgrössten Energieverbraucher. (siehe Grafik 1) Chinas Volkswirtschaft im Wandel Der Anteil der Schwellenländer am Weltenergieverbrauch wird weiter steigen. Bevölkerungs- und Einkommenswachstum sind die beiden wichtigsten Treiber der Energienachfrage – und bei beidem haben die Schwellenländer die Nase vorn. China wird seinen Spitzenplatz beim Energieverbrauch weiter ausbauen und in absehbarer Zeit auch die grösste Volkwirtschaft der Erde werden. Während der absolute Verbrauch weiter steigen wird, ist die Energieintensität auch in China bereits am Sinken. Die Energieintensität misst die Menge an Energie, die erforderlich ist, um eine Einheit des Bruttoinlandprodukts (BIP) zu erwirtschaften. Historisch betrachtet wiederholt sich meistens dasselbe Muster. Im Zuge der Industrialisierung eines Landes steigt dessen Energieintensität an, da der Anteil der energieintensiven Industrie zunimmt. Mit fortschreitender wirtschaftlicher Entwicklung gewinnt der Dienstleistungssektor zunehmend an Bedeutung. Dieser ist viel weniger energieintensiv, wodurch der Energieverbrauch im Verhältnis zur gesamten Wertschöpfung einer Volkswirtschaft über die Zeit wieder abnimmt. Nicht zuletzt dank des globalen Technologietransfers gleicht sich zudem die Energieintensität verschiedener Länder immer stärker an. Ein neuer Weltmarkt entsteht Trotz den jüngsten Ereignissen in Japan, welche vor allem in den Industrieländern Zweifel an der Nuklearenergie haben aufkommen lassen, dürfte der Anteil der Kernenergie weltweit zunehmen. Erneuerbare Energiequellen wie Wind und Solarkraft werden in den kommenden zwei Jahrzehnten zwar ein rasantes Wachstum erleben. Trotzdem dürfte ihr Anteil an der Gesamtenergieproduktion auch 2030 erst bei knapp fünf Prozent liegen. (siehe Grafik 2) Eine immer wichtigere Rolle bei der Deckung des zukünftigen weltweiten Energiebedarfs wird dem Erdgas

zukommen. Aufgrund von technologischen Fortschritten ist der Abbau von Erdgas aus unkonventionellen Quellen («Schiefergas») bedeutend kostengünstiger und damit wirtschaftlich rentabel geworden. Gemäss Schätzungen des Energiekonzerns BP lagern weltweit Vorkommen an unkonventionellen Gasreserven, welche die Menschheit für rund 30 Jahre versorgen könnten. Mit der Erschliessung dieser Quellen wird sich der Gasmarkt fundamental verändern. Allein in den USA hat sich der Anteil von Schiefergas an der gesamten Gasproduktion in den vergangenen fünf Jahren fast versechsfacht. Das massiv ausgeweitete Angebot hat den Gaspreis unter Druck gesetzt und dazu geführt, dass die USA zum Gasexporteur geworden sind. In verflüssigter Form («Liquefied Natural Gas», LNG) lässt sich das Erdgas im Prinzip an jeden beliebigen Ort der Welt verfrachten. So geht BP davon aus, dass der LNG-Handel bis 2030 doppelt so schnell wachsen wird wie die globale Gasproduktion. Dadurch entsteht erstmals ein echter Weltmarkt für Erdgas. Steigende Emissionen als Schattenseite des Wohlstands Aufgrund des stark gesunkenen Gaspreises haben viele Energieversorger in den USA von Kohle auf Gas umgestellt. Dies ist insofern erfreulich, als dass bei der Energieproduktion mit Gas deutlich weniger CO2 entsteht als bei der Verwendung von Kohle. Die Verwendung von Kohle wird in den OECD-Ländern tendenziell zurückgehen, spielt aber weiterhin eine Schlüsselrolle in aufstrebenden Ländern wie China und Indien. China deckt einen grossen Teil seiner Energienachfrage durch Kohle ab. Deren Anteil am Weltenergieverbrauch ist mittlerweile auf fast 30 Prozent gestiegen, wovon allein China rund die Hälfte verbraucht. Das hat dazu geführt, dass im vergangenen Jahr der CO2-Ausstoss noch stärker angestiegen ist als der Energieverbrauch. Auch in China hat man erkannt, dass das Land die starke Abhängigkeit von der Kohle reduzieren muss. Umweltprobleme und steigende Preise für Kohle stehen einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum im Wege. Trotz der allmählichen Verlagerung hin zu umweltfreundlicheren Energieformen dürfte der Anteil von Kohle am globalen Gesamtenergieverbrauch in den kommenden Jahren weiter steigen, um erst ab 2020 langsam zurückzugehen. Deshalb wird der CO2-Ausstoss zwar langsamer, aber immer noch deutlich zulegen. Milliarden von Menschen kommen in den nächsten Jahrzehnten in den Genuss steigender Einkommen. Der damit verbundene massive Anstieg des globalen Energieverbrauchs wird die Welt vor grosse Herausforderungen stellen – wirtschaftlich und ökologisch. Wir müssen neue Roh-


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GELD l UZ E N T W I C K L U N G D E R E N E R G I E N A C H F R A G E (Grafik 1) 7000

Mio Tonnen Öläquivalent

6000 5000 4000 3000 2000 1000 0 1965

1970

1975

1980

1985 USA

EU

1990 Japan

1995

2000

2005

2010

China Quelle: BP

L A N G S A M E V E R Ä N D E R U N G D E S E N E R G I E M I X (Grafik 2) 100% Biokraftstoffe 80%

Wind, Solar und andere Erneuerbare Wasserkraft

60% Kernenergie 40%

Kohle Erdgas

20% Öl 0% 2010

2030

Foto: Bilderbox.de

stoffvorkommen erschliessen, effizientere Technologien für Produktion und Verbrauch fördern und grenzübergreifende Umweltbestimmungen festlegen. Investieren ins Thema Energie Diese Entwicklungen bedeuten immer auch Chancen für Anleger. Die zunehmende Knappheit bei den fossilen Energiequellen führt tendenziell zu steigenden Erdöl- und Erdgaspreisen. Es gibt Anlageinstrumente wie etwa RohstoffFutures, mit denen sich direkt an dieser Preisentwicklung

partizipieren lässt. Möglich ist aber auch, in Aktien von Unternehmen des Erdöl- oder Erdgasbereichs (Förderung, Weiterverarbeitung, Vertrieb/Transport) zu investieren. Wer jedoch langfristig vom grossen Potenzial der erneuerbaren Energien profitieren möchte, setzt am besten auf Firmen, die beispielsweise in den Segmenten Solar, Wind oder Geothermie führend sind. Sämtliche dieser Energie-Investments lassen sich mit Vorteil über Anlagefonds tätigen, da hier die Risiken im Vergleich zu einem Engagement in eine einzelne Aktie viel breiter gestreut sind.

DER AUTOR

Dr. Thomas Liebi ist Chefökonom der Swisscanto.


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UZ l GELD

PENSIONSKASSENVERGLEICH

Neuaushandeln lohnt sich Ein umfassender Vergleich bei den führenden Pensionskassen-Sammelstiftungen zeigt grosse Unterschiede. Bei den Prämien, der Sicherheit und der Höhe der Leistungen unterscheiden sich die Kassen sehr stark. KMU sind gut beraten, ihre Vorsorgelösung regelmässig zu überprüfen.

TEXT JOSEF ZOPP

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer geben jährlich viel Geld für die berufliche Vorsorge aus. Die Beiträge der Pensionskassen setzen sich aus den Sparbeiträgen und den Risiko- und Verwaltungsbeiträgen zusammen. Bei allen Pensionskassen sind die Sparbeiträge gleich hoch und werden direkt dem Alterskapital der Versicherten gutgeschrieben. Grosse Unterschiede bestehen hingegen bei den Risikound Verwaltungskosten. Aufgabe der Risikokosten ist es, die Invaliden- und Hinterlassenenleistungen zu finanzieren, während die Verwaltungskosten für Verwaltung und Administration der Kassen verwendet werden. Um die Kostendifferenzen zu beziffern, wurden bei den Pensionskassen für mehrere Betriebe Offerten angefragt. Näher hingeschaut Die Kosten sind für ein KMU ein wichtiger Faktor bei der Wahl der Pensionskasse, er sollte jedoch nicht der Einzige sein. Eine Analyse der finanziellen Lage der zukünftigen Pensionskasse ist ebenso bedeutend, denn die meisten unabhängigen Kassen konnten sich weitgehend von den Kurseinbrüchen der Finanzkrise erholen. Einzelne Kassen sind nach wie vor in Unterdeckung. Mit dem tiefsten Deckungsgrad von knapp 82 Prozent befindet sich die Sammelstiftung Meta nach wie vor in einer erheblichen Unterdeckung. In der Tabelle sind die Risiko- und Verwaltungskosten für ein Architekturbüro mit 17 Mitarbeitern aufgelistet. Meta hat mit rund 16 000 Franken die kostengünstigste Offerte eingereicht, wohingegen CoOpera mit 37 000 Franken mehr als doppelt so viel für die gleichen Leistungen verlangte. Durchschnittlich fordern die Kassen zwischen 23 000 und 27 000 Franken. Bei den Sammelstiftungen der Lebensversicherer führt Helvetia als kostengünstigste Kasse. Dabei wurden die nachweislich an die Betriebe zurück vergüteten Risikokostenüberschüsse der letzten Jahre im Vergleich berücksichtigt. In Hinblick auf Neuanschlüsse wurden von den Pensionskassen teilweise massive Reduzierungen bei den Risiko- und Verwaltungskosten vorgenommen. Durch den entstandenen Wettbewerb konnten diese Kassen als Pensionskassen weiter wachsen. Die bestehenden Kunden profitierten von diesen Prämiensenkungen jedoch nur teilweise. Viele Betriebe bezahlen dadurch noch immer die gleich hohen Risiko- und Verwaltungskosten wie vor Jahren. Deshalb lohnt es sich, die Vertragsgrundlagen mit der Pensionskasse regelmässig neu auszuhandeln. Im Bereich der Altersleistungen gibt es ebenfalls sehr grosse Unterschiede. Die Höhe der Altersrente ist hauptsächlich von zwei Faktoren abhängig: der Verzinsung der Altersguthaben während eines Arbeitslebens und dem Rentenumwandlungssatz zum Zeitpunkt der Pensionierung. Der Bundesrat legt jährlich den BVG-Mindestzinssatz fest. Dieser Zinssatz gilt jedoch nur für den obligatorischen Teil

der Altersguthaben. Bei der Verzinsung der überobligatorischen Altersguthaben sind die Kassen frei. Durch Zinssplitting gewähren viele unabhängige Kassen und die meisten Lebensversicherer bei dem überobligatorischen Guthaben eine andere Verzinsung. Die im Vergleich ausgewiesene Verzinsung der Kassen basiert auf der Faustregel, dass sich das Altersguthaben aus 60 Prozent obligatorischem und 40 Prozent überobligatorischem Kapital zusammensetzt.

U M FA S S E N D E R P E N S I O N S K A S S E N V E R G L E I C H Das Beratungsunternehmen Weibel Hess & Partner AG hat bereits zum sechsten Mal einen umfassenden Pensionskassenvergleich durchgeführt. Untersucht wurden 27 frei zugängliche Gemeinschafts- und Sammelstiftungen. Damit die Pensionskasse von rund 163 000 angeschlossenen Firmen mit insgesamt über 1,25 Millionen versicherten Personen repräsentativ einander gegenübergestellt. Insgesamt entspricht dies rund einem Drittel

des gesamten Marktes der schweizerischen beruflichen Vorsorge. Die anderen zwei Drittel machen hauptsächlich firmeneigene sowie öffentlich-rechtliche Pensionskassen aus. Weitere Details, Checklisten, Ratgeber sowie frühere Umfrageergebnisse des Vergleichs der SonntagsZeitung sind im Internet unter folgendem Link abrufbar: www.pensionskassenvergleich.ch.


GELD l UZ Reservenbildung für mehr Sicherheit In den letzten fünf Jahren konnte Profond mit durchschnittlich 3,15 Prozent die höchste Verzinsung der Altersguthaben bieten. Neben Profond ist es nur Copré gelungen, auf den Altersguthaben eine höhere Verzinsung zu gewähren als die Lebensversicherer. Die meisten anderen Stiftungen haben ihre Erträge nicht an die Versicherten ausgezahlt, sondern Reserven gebildet. Durch den damit verbundenen höheren Deckungsgrad konnte mehr Sicherheit gewährleistet werden. Seit fünf Jahren liegen alle Lebensversicherer bei der Verzinsung eng zusammen. Da die Lebensversicherer mit dem Eigenkapital für die abgegebenen Kapitalgarantien (Vollversicherungsgarantie) haften, sind diese Kassen gezwungen, eine äusserst vorsichtige Anlagestrategie einzuschlagen. In den letzten Jahren konnten die Versicherten durch die konservative Anlagestrategie am meisten profitieren, was eine recht gute Verzinsung ihrer Guthaben zur Folge hatte. Profond gewährt nach wie vor einen Umwandlungssatz von 7.2 Prozent. Damit schüttet sie die höchsten Altersrenten aller Kassen aus, denn viele unabhängige Gemeinschafts- und Sammelstiftungen gewähren auf das gesamte Altersguthaben einen einheitlichen Umwandlungssatz von 6.8 Prozent. Alle Lebensversicherer und einige unabhän-

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gige Kassen kennen auch hier das Splitting und wenden den gesetzlichen Umwandlungssatz von 6.8 Prozent lediglich beim obligatorischen Guthaben an, sodass überobligatorische Guthaben teilweise zu einem wesentlich tieferen Satz umgewandelt werden. Folge ist eine entsprechend tiefere lebenslange Rente. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung können die Kassen jedoch einen Umwandlungssatz von 6.8 Prozent nicht mehr kostendeckend finanzieren, weshalb bei jeder Pensionierung Verrentungsverluste anfallen. Dies bedeutet, dass die Kassen für die Auszahlung der lebenslangen Altersrenten zusätzliche Rückstellungen in Umfang von 7 bis 15 Prozent des Rentenbetrages bilden müssen, um den überhöhten Umwandlungssatz zu finanzieren. Dem zahlenden Aktiven erscheinen diese Rückstellungen wie Subventionen für Rentner. Der Umwandlungssatz wird neben der durchschnittlichen Lebenserwartung auch mit einer erwarteten Anlagerendite (technischer Zinssatz) berechnet. Je höher der technische Zinssatz ist, desto tiefer sind die notwendigen Rückstellungen, da in Zukunft von höheren Erträgen ausgegangen wird. So sinkt der Deckungsgrad einer Pensionskasse um bis zu fünf Prozentpunkte, falls der technische Zinssatz um 0.5 Prozentpunkte reduziert wird. Deswegen sind bei einem Vergleich der Deckungsgrade immer auch die technischen Grundlagen zu berücksichtigen.

R I S I K O - U N D V E R W A LT U N G S K O S T E N F Ü R E I N A R C H I T E K T U R B Ü R O ( B E I S P I E L ) Lebensversicherungsgesellschaften: Verzinsung 5) 2006-2010 Æ p.a. Allianz Suisse 2.68 Swiss Life 2.61 AXA Winterthur 2.55 Helvetia 2.51 Basler 2.47 PAX 2.40

Umwandlungssatz 2) Überobligatorium 5.84 5.84 5.84 5.84 5.84 5.84

Unabhängige Gemeinschafts- und Sammelstiftungen: Profond 3.15 7.20 Copré 2.95 7.00 ASGA 2.52 6.40 Abendrot 2.50 6.80 PKG 2.55 6.80 Groupe Mutuel 2.60 5.84 Nest 2.60 6.80 CoOpera 2.35 6.80 Futura 2.35 5.84 Revor 2.35 5.84 Swisscanto 2.33 5.84 PK Profaro 2.55 6.60 Spida 2.21 6.80 UWP 2.45 6.80 Meta 2.05 6.80 NoventusCollect 2.35 6.40 Transparenta 2.35 6.20 Vita 2.25 5.84 PK pro 2.15 6.80 Grano 2.08 5.84 Gemini – (3) 6.40

Offertvergleich 1) Deckungsgrad Architekturbüro per 31.12.2010 26 984 25 722 25 913 24 794 27 335 26 545

techn. Zinssatz (Altersrentner)

30 037 28 554 24 981 29 381 20 874 22 132 24 371 37 361 23 594 27 082 26 734 17 082 28 587 23 724 16 134 21 227 18 932 23 047 26 193 24 631 24 017

4.00 4.00 3.50 3.50 3.50

99.6 100.7 108.5 105.7 104.2 108.3 104.7 105.8 106.9 103.5 104.1 104.4 105.3 97.4 81.8

– (4) 3.50 4.00 3.50 – (4) – (4) 3.25 3.50 3.50 4.00 – (3) – (3)

99.0 97.2 95.5

– (4) 3.00 – (4)

– (3)

3.50 3.00 3.00

(1)

Risiko- und Verwaltungskosten für 17 Mitarbeiter mit einer versicherter Lohnsumme von insgesamt CHF 948 975, Sparen: 7/10/15/18%, Risikoleistungen: 40/24/8% vom versicherten Lohn (2) Männer Alter 65, nach Übergangsfrist (3) Wird auf Stufe Vorsorgewerk individuell festgelegt (4) Altersrentner vollumfänglich rückversichert (5) Gewichtung: Obligatorische Guthaben 60% / Überobligatorische Guthaben 40%

Grafikquelle: WH&P / Pensionskassenvergleich.ch / Foto:Bilderbox.de

DER AUTOR Josef Zopp ist Partner bei der Weibel Hess & Partner AG. Die WH&P bietet unabhängige Beratung bei Fragen zu Pensionskassen, kollektiven Kranken- und Unfalltaggeld-Versicherungen, Finanzplanung, Geldanlagen und Vermögensverwaltung. j.zopp@whp, www.whp.ch


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UZ l GELD Foto: Bilderbox.de

EUROKRISE

Franken bald schwächer VON JÖRG ZEUNER

DR. JÖRG ZEUNER Der Autor ist Chief Economist der VP Bank Gruppe. Dort leitet er das Research und die Produktselektion und ist Vorsitzender des Anlageausschusses. joerg.zeuner@vpbank.com

Der Schweizer Franken ist in diesem Jahr der eindeutige Gewinner an den Devisenmärkten. Für die Schweizer Wirtschaft bedeutet die starke Währung jedoch mehr Fluch denn Segen. Der Wechselkurs könnte aber bald drehen.

Trotz anhaltender Niedrigzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) blieb die Nachfrage nach Franken bisher ungebrochen. Die Schweizer Valuta ist beliebteste Fluchtwährung. In den ersten sieben Monaten des Jahres war die Wertsteigerung des Frankens gar höher als jene von Gold.

Ist die Schweiz machtlos? Die Ereignisse, die den Franken treiben, sind von der Schweizer Politik kaum zu beeinflussen. Mit dem zweiten Rettungspaket für Griechenland wurde lediglich ein Etappenziel erreicht – die Schuldenkrise harrt der Lösung durch die europäische Politik. Der Konjunkturpessimismus und die anhaltend lockere Geldpolitik der US Notenbank belasten Dollar und Finanzmärkte. Die Herabstufung der Kreditwürdig-

keit der USA sorgte für zusätzlichen Aufwertungsdruck. Den Franken vor diesen grossen Einflüssen zu schützen, fällt schwer. Dennoch ergreift die SNB mehrere Massnahmen, die direkt oder indirekt die Euro- und Dollarvermögen der Schweizer Volkswirtschaft erhöhen werden, um die Aufwertung des Franken zumindest zu bremsen. Gleichzeitig setzt die realwirtschaftliche Anpassung an die neuen Realitäten innerhalb der Schweiz wohl bald ein, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf das Schweizer Wirtschaftswachstum und die Stimmung von Konsumenten und Investoren. Letztendlich sollte sich

aber der extreme Konjunkturpessimismus als übertrieben herausstellen und die Frankenaufwertung bald stoppen. Die Weltwirtschaft ist stärker als sie derzeit wahrgenommen wird. Viele Sonderfaktoren, die sich nicht unbedingt wiederholen, haben im zweiten Quartal für sehr schlechte Nachrichten gesorgt. Gemeinsam mit den Aktionen der SNB könnte eine Verbesserung der Stimmung daher bald die Trendwende im Frankenkurs mit sich bringen.

EXPERTENMEINUNG

VON TIFFANY BURK

TIFFANY BURK Die Autorin ist Analystin bei der Firma Ruesch Travelex, die mit GlobalPay ein innovatives Online-System zur strategischen Abwicklung von internationalen Zahlungen offeriert. Telefon: 0848 80 42 42 Tiffany.burk@travelex.com www.travelexbusiness.com/ch-de

Alles eine Frage der Perspektive. Niemand kann sagen, wann die massive Aufwärtsrally des Schweizer Franken endet. In den letzten 50 Jahren notierte sein Wert im Vergleich zu den wichtigsten Weltwährungen nie so hoch wie heute. Letztmals riss in den 1970er Jahren ein taumelnder US-Dollar zahlreiche internationale Währungen in den Abgrund und sorgte für eine ähnliche Aufwertung des Franken. Wie damals muss die Schweizerische Nationalbank (SNB) jetzt handeln und dringend Massnahmen zur Eindämmung der Frankenstärke ergreifen. Doch es lauern auch Risiken. Der erste

Versuch der SNB mit dem gleichen Ziel verpuffte im Jahr 2010 ohne Ergebnis, dafür mit Verlusten in Milliarden-Höhe. Zur Bekämpfung der Währungskrise in den 70er Jahren führte die SNB das Modell der «Negativzinsen» ein und machte den Schweizer Franken für Investoren damit unattraktiv. Die Zentralbank definierte damals ein klares Kursziel gegenüber der D-Mark und schränkte den Kauf von Schweizer Wertpapieren und Grundstücken durch Ausländer ein. Diese Massnahmen haben jedoch die Spekulationen angeheizt. Dieses Szenario droht auch heute. Die per Anfang August von der SNB kommunizierte Zins-

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Wo ist der Rettungsanker für den Franken? senkung sowie die Überflutung der internationalen Geldmärkte mit Schweizer Franken hatten keinen nachhaltigen Einfluss auf den Frankenkurs. Die Folge sind neue Unsicherheiten und die bange Frage, was sich die Zentralbank wohl als nächstes einfallen lassen wird. Die Schweizer Regierung muss vorsichtig sein. Während die nationale Wirtschaft solche Aktionen als Verzweiflungstaten gegen die drohende Exportkrise wahrnimmt, könnten sie im Ausland als Aufruf zum internationalen Währungskrieg verstanden werden. Heute wird in weiten Kreisen damit gerechnet, dass die SNB ein klares Kursziel des Schweizer Franken gegenüber dem Euro

definieren wird. Die damit verbundenen Spekulationen haben nun kurzfristig zu einer Abschwächung des Franken geführt. Doch nachhaltig ist die Wirkung solcher Aktionen kaum. Man darf gespannt sein, wie es weiter geht, nachdem diese verpufft. Eines ist wohl klar: Dauerhaft abschwächen wird sich der Frankenkurs wohl erst, wenn die gigantischen Schuldenkrisen in diversen EU-Ländern sowie den USA definitiv überwunden sind. Das ist die reale Perspektive des Schweizer Franken.


KOMMUNIKATION l UZ SELFCARE-OPTION

Dank Kundencenter selbständig zur Lösung VON ANDRÉ CARADONNA

ANDRÉ CARADONNA Der Autor ist Produktspezialist von Swisscom und beantwortet Fragen zur Informationsund Kommunikationstechnologie. vernetzt@unternehmerzeitung.ch

Bisher nutzte ich die Möglichkeit der telefonischen oder schriftlichen Kontaktaufnahme mit dem Kundendienst. Neu ist mir das Online-Kundencenter als weitere Option aufgefallen. Für welche Bedürfnisse ist dieses geeignet? Guter Kundenservice muss primär rasch und unkompliziert zur Lösung eines Problems führen. Dem Kunden stehen dabei mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Meistens entscheidet sich dieser zwischen einem persönlichen Anruf oder der schriftlichen Kontaktaufnahme per Mail. Bei

Letzterem muss jedoch eine gewisse Reaktionsfrist zur Bearbeitung in Kauf genommen werden. Dabei wird bislang eine dritte und äusserst praktische, jederzeit verfügbare und von überall aus erreichbare Variante vergessen: die Selfcare-Option via Online-Kundencenter. Diese wird immer mehr zu einer spannenden und vor allem praktischen Möglichkeit bei der Administration vielfältigster Parameter und Einstellungen, da sie dem wachsenden Bedürfnis der Kunden nach rascher und selbstständiger Problemlösung ohne Hilfe Dritter ent-

spricht. Sie hilft nämlich mit, sehr rasch und einfach gewisse Dinge wie beispielsweise offene Rechnungen, (Rechnungs-) Adressen, Abonnemente etc. einzusehen und bei Bedarf anzupassen. Gleichzeitig hilft das Kundencenter den Überblick über die eigenen Rechnungen beziehungsweise Daten zu behalten, weil sich die Angaben zusammengefasst am gleichen Ort befinden. Kundencenter werden zudem sukzessive ausgebaut und mit Mehrwerten ergänzt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil gewisse Funktionalitäten mit einer Verknüpfung zum beste-

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henden Kundendienst zusätzliche Möglichkeiten bieten: so beispielsweise der «Call-back Service», wo KMU jederzeit online einen Termin mit dem HotlineAgenten vereinbaren können, der zum gewünschten Zeitpunkt zurückruft. Eine kürzlich durchgeführte Studie hat aufgezeigt, dass im Kundenservice Schnelligkeit immer wichtiger wird. (Selfcare-) Kundencenter kommen diesem Anspruch entgegen, ohne dass sich die Anbieter aus der Verantwortung ziehen. Und wer Bedarf an einer differenzierteren Konsultation bei einer komplexen Fragestellung hat, dem steht jederzeit die telefonische oder persönliche Beratung im Shop bzw. KMU Center zur Verfügung – auch hier mit der Möglichkeit, zur vorgängigen OnlineTerminvereinbarung.

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Traceon AG Ruchstuckstrasse 21, 8306 Brüttisellen Tel. 044 400 44 48, www.traceon.ch

Zielsetzung: Die Produktivität transparent steigern Die Gesellschaft BTS AG ist spezialisiert auf «Textilien mit Souvenircharakter» und offeriert die Produkte ihrer eigenen Marken wie Swiss Military, Alpine Club Switzerland, Milky Family und Edelweiss-Shop. Ihr spektakuläres Wachstum stützt sich auf ihre 8 Geschäfte an erstklassigen Standorten (Flughafen Zürich, Shopville in Zürich, 1BCB B 5 0: FB D0 CBCB BB 4 01 C: F0 F( 4 ) CED (B : 2 C2 in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland beliefert. BTS beschäftigt heute mehr als 65 Angestellte.

«Wir haben die Performance um über 20% gesteigert» Herr Bögli, was macht heute den Erfolg Ihres Unternehmens aus? Im Verlauf der letzten 15 Jahre haben wir eine Produktpalette an Souvenirartikeln in einer starken Markenumgebung entwickelt, die die Schweiz repräsentieren. Einer der kritischen Punkte ist der Vertrieb gewesen, da wir die Vermarktung in den erstklassigen Verkaufsstellen führen wollten und diese nur schwer zu bekommen sind. Heute besteht die Herausforderung für BTS darin, ihr Wachstum durch die Suche nach neuen Fachhändlern in der Schweiz und auf internationaler Ebene weiter auszubauen. Daraus resultiert der hohe Stellenwert unserer Verkaufsteams. Shop Bern: Eröffnung Mai 2010

Warum wurde eine Lösung mit telematischem Leitsystem installiert? In erster Linie peilen wir Fachhändler an, die an touristischen Orten ihren Standort haben, woraus sich für unsere Verkaufsteams die Notwendigkeit zahlreicher Reisen innerhalb der ganzen Schweiz ergibt. Als Gegengewicht zu dieser großen Unabhängigkeit benötigten wir ein Management-Tool zur Messung des noch auszuschöpfenden Potenzials.

Die Vorteile des Traceon-Systems für Sie.

Wie benutzen Sie die Lösung der Traceon AG? Wöchentlich nehme ich die automatischen Tätigkeitsberichte zur Hand, um zusehen, was wirklich geschehen ist: Beginn des Tages, die tatsächlich bei potentiellen Kunden und Wiederverkäufer verbrachte Zeit sowie das Reisemanagement zur Vermeidung unnötiger Hin- und Rückfahrten. Wie hoch schätzen Sie Ihre Gewinne mit Ihrer neuen Lösung?

Jean-Luc Bögli Gründer und CEO

Ich habe den nötigen Zeitbedarf unserer Verkaufsteams und die mit der Kundschaft verbrachte Zeit berechnet. Dank der Präzisen Rapporte haben wir unsere Produktivität um über 20% erhöhen können.

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Warum haben Sie sich für die Lösung der Firma Traceon AG entschieden? Wir haben eine schnelle Studie über die existierenden Anwendungen realisiert. Zwei Kriterien haben zur Wahl der Traceon AG geführt: die Verlässlichkeit und Einfachheit der Anwendung sowie die aussergewöhnlichen vor Ort Service-Garantie und Support Leistungen.

Was bringt Ihnen die Lösung der Traceon AG Unsere Rapporte Ihrer Fahrzeugbewegungen geben Ihnen die notwendige Transparenz um die Verwaltung Ihrer Mitarbeiter im Aussendienst zu optimieren: Erfassung der Zeit die Sie bei Ihren Kunden verbringen Gerechte Erfassung der Arbeitszeit aller Ihrer Mitarbeiter Neutrale Visualisierung der gefahrenen Routen 2

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KOMMUNIKATION l UZ

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ROGER DE WECK, GENERALDIREKTOR DER SRG

Qualität hat ihren Preis Die Kritik am gebührenfinanzierten Schweizer Rundfunk ist v.a. bei Rechtsparteien wieder en vogue. Ein solidarischer und qualitativ hochstehender «Service public» ist für eine weltoffene Schweiz jedoch wichtig.

INTERVIEW WILLY-ANDREAS HECKMANN

Herr de Weck, weshalb ist ein starker «Service public» wertvoll? Es gibt mehrere wichtige Gründe: Zum einen trägt die SRG stark zur Förderung des nationalen Zusammenhalts bei; zum anderen unterstützen wir massgeblich Kultur, Sport, Sinnesbehinderte und weitere Interessensgruppen oder Minderheiten. Aber entscheidend ist das, was ich mit «Qualité populaire» umschreibe. In unserer komplexer werdenden Welt muss «Service public» dem breiten Publikum komplexe Zusammenhänge vermitteln. Wir greifen nicht nur das Interessante auf, sondern versuchen auch, das Relevante interessant aufzubereiten. Im Land der vier Kulturen trägt die SRG zu einem gemeinsamen öffentlichen Raum bei.

Wie könnte die SRG etwa von einer Gebühr profitieren, welche nicht an Empfangsgeräte wie Radio oder Fernseher gebunden ist? Immer mehr Menschen verfolgen unsere Sendungen am Laptop oder Handy. Wenn nur diejenigen zahlen müssten, die ein herkömmliches Radio- oder ein Fernsehgerät haben, wären sie die Dummen. Deshalb hat das Parlament – und nicht die SRG – die Initiative für ein zeitgemässes Gebührensystem ergriffen. Das Publikum bezahlt die Gebühr ja nicht dafür, dass es Radio- und Fernsehprogramme via ein bestimmtes Gerät empfangen kann. Der Schritt des Parlaments zu einer geräteunabhängigen Gebühr ist absolut nachvollziehbar; genauso wie die mit der EinfühZUR PERSON Roger de Weck, Sohn des Bankiers Philippe de Weck, studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität St.Gallen und war nach diversen Tätigkeiten als Korrespondent und Reporter von 1992 bis 1997 Chefredaktor des «Tages-Anzeiger» und leitete bis 2000 die Hamburger Zeitung «Die Zeit». Seit Anfang 2011 ist de Weck Generaldirektor der SRG SSR. Der verheiratete Vater von vier Kindern lebt in Zürich und Berlin.

«

Derzeit ist

es in Mode,

alle Schweizer Institutionen schlechtzumachen»

Foto: zVg

Dank Sportübertragungen und grossen Unterhaltungssendungen sorgt die SRG für gemeinsame Erlebnisse der Eidgenossen. Auch bietet sie Gewähr, dass Romands und Italienischschweizer ein Radio und TV haben, das mit demjenigen der Deutschschweiz mithält. Und dass es für die Rätoromanen überhaupt ein Angebot gibt. Von den jährlich 462 Franken Empfangsgebühren fliessen deshalb über 170 Franken in die französische, italienische und rätoromanische Schweiz. Das ist gelebte freundeidgenössische Solidarität. Kurz: Das Erfolgsgeheimnis der Schweiz ist die Rücksicht auf Minderheiten und das stete Bemühen um Ausgleich der Interessen. Deshalb ist sie so stabil. Die SRG verkörpert diesen Sinn für Gleichgewicht mit ihrem «Service public» und ihrer Trägerschaft nach dem Milizprinzip, einem privaten Verein mit 20 000 Mitgliedern aus allen Sprachregionen.

rung der Jahresgebühr bereits umgesetzte Vereinfachung des Gebühreninkassos, Diese Umstellung ist übrigens auf grosse Akzeptanz gestossen. Schweizer wenden mehr Zeit für die Nutzung des Internets auf als für das Lesen von Zeitungen und nunmehr gar mehr als für das Fernsehen. Wie plant die SRG dem zu begegnen? Eine wachsende Zahl von Gebührenzahlerinnen und -zahler nutzt unser Angebot im Internet. Sollen wir sie nicht mit aktuellen Informationen versorgen dürfen? Das kann niemand ernsthaft wollen. Unsere Kernkompetenz sind die bewegten Bilder und Ton. Im Internet ergänzen wir das Angebot mit vertiefenden Inhalten. Nicht wenige private Medienhäuser befürchten, dass wir uns mehr und mehr in Richtung Zeitung bewegen. Das wollen wir aber nicht. Die Tendenz geht in die an-

dere Richtung: Die privaten Medien werden mehr in Video und Ton investieren. Weil Programme in vier Sprachen teuer sind, ist der Gesetzgeber vor Jahren zum Schluss gekommen, dass die SRG im Gegensatz zu anderen europäischen «Service public»-Sendern nicht bloss durch Gebühren, sondern auch durch Werbung im Fernsehen finanziert werden soll – das entlastet die Gebührenzahler. Nun verlieren wir Zuschauer beim TV, gewinnen aber bei den Zuschauern, die unsere Inhalte via Internet konsumieren. Wir verlieren also dort, wo wir werben dürfen und gewinnen da, wo wir nicht werben dürfen. Wir begrüssen deshalb den Grundsatzentscheid des Bundesrates vom Juni 2010. Die «Weltwoche» wettert fast unaufhörlich über Sie und an der Leine der SVP wollen Natalie Rickli und Francisca Brechbühler die Rundfunkgebühren halbieren; woher rührt diese Negativität gegenüber der SRG? Derzeit ist es in Mode, alle Schweizer Institutionen schlechtzumachen. Der Bundesrat, das sind «sieben Gartenzwerge», der Ständerat wird als «Dunkelkammer» geschmäht, und das Bundesgericht erfuhr die heftigsten Angriffe seit Gründung des Bundesstaates. Jetzt sind zwei kleinere, unabhängige Institutionen im Visier: die Nationalbank und die SRG. Beide sind Unternehmen, die sich dem Zugriff der Machtpolitik entziehen. Trotzdem bezeichnen uns Kritiker als «Staatsmedien». Ist «Echo der Zeit» eine Staatssendung? Nein! Wir sind ein privater Verein mit Verfassungsauftrag, finanziert durch das Schweizer Volk. Wir leisten einen Dienst am Gemeinwesen, und darauf sind wir stolz. Wie eine repräsentative Umfrage der Crédit Suisse zeigt, ist die SRG die glaubwürdigste Institution im Land: Über 75 Prozent vertrauen ihr. Dazu kommt, dass die jüngeren Generationen in einer Gratiskultur aufgewachsen sind und nicht wissen, dass guter Journalismus seinen Preis hat, dass Qualität und eidgenössische Solidarität Geld kosten. Diese Gratiskultur, die den bezahlten Zeitungen das Leben erschwert, hat nun die SRG eingeholt. Aber ich bin zuversichtlich: Die SRG hat ein einzigartiges Know-how, engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist gut aufgestellt.


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UZ l KOMMUNIKATION

M O B I L E K O M M U N I K AT I O N

Zug um Zug ans Netz In Schweizer Zügen ist auch auf den Hauptstrecken Funknetz nicht immer verfügbar, was besonders Pendler verärgert. Doch die Netzgarantie ist ein komplexes Unterfangen, dem sich Netzbetreiber und SBB seit Jahren stellen. Dabei hinken sie der Entwicklung hinterher.

TEXT YVONNE VON HUNNIUS

Zuweilen steigt die Aggression unter Schweizer Zugpassagieren. Bei den einen, weil sie keine stabile Telefonverbindung bekommen. Die übrigen Passagiere sind genervt von Sätzen wie «Sind Sie noch dran?» – in Lautstärken, in denen die Distanz zum Gesprächspartner auch ohne Funk überwunden werden könnte. Ärgerlich. Trotzdem sagt der Mediensprecher der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) Christian Ginsig: «Die Funkversorgung entlang den SBB Linien wurde in den vergangenen Jahren durch die Provider ausgebaut. Das Problem bleibt aber die Funkübertragung in dem fahrenden Zug.» Somit geht es um die kontinuierliche Aktualisierung der Technik, die diese Hürde überwinden helfen soll. Seit Jahren laufen Bestrebungen der SBB sowie der drei grossen Mobilfunkbetreiber Swisscom, Orange und Sunrise, den Passagieren reibungslose Telefonie und Datenübertragung zu ermöglichen. Hierfür haben sie sich in Form der Konsortien InTraincom und InTunnelcom zusammengeschlossen. Doch ist die eine Technikgeneration eingebaut, ist auch schon die nächste notwendig. Jeweils zu horrenden Kosten. Scheibenbeschichtung ist schuld Grundsätzlich sitzt man als Zugpassagier in der Funk-Falle. Die metallurgisch beschichteten Scheiben lassen die Funkwellen kaum durch, sind jedoch für die Klimatisierung sehr wichtig. Deshalb sind in allen Fernverkehrszügen Handyrepeater eingebaut. Diese eierbechergrossen Empfangsantennen befinden sich beispielsweise in Doppelstockzügen über den Sitzecken im ersten Stock. «Sie nehmen das Funksignal der Mobiltelefone auf und übertragen es ohne Empfangsverlust nach aussen. Über eine Aussenantenne am Zug wird das Funksignal an die Handyantennen der Provider übertragen.» Aber warum funktioniert die Verbindung dennoch häufig nicht? «Das Problem sind oft die vielen Handys, gerade in Stosszeiten in vollen Zügen, denn jedes einzelne Mobiltelefon muss sich auch bei hoher Geschwindigkeit in die neue Funkzelle einbuchen. Die heutigen Handyre-

GSM-R Antenne: Die Antennenkapazität entlang der Bahnstrecken wird laufend ausgebaut. Foto: www.sbb.ch

peater lassen nur eine beschränkte Anzahl Verbindungen vom Fahrgastraum zur Aussenantenne am Wagen zu», sagt Ginsig. Hinzu kommt die übertragene Datenmenge. Laut Swisscom verdoppelt sich diese momentan alle zwölf Monate. Das bedeutet: Je mehr Passagiere ihre Mobiltelefone oder Laptops im Zug nutzen und je mehr Daten hierdurch übertragen werden, desto instabiler wird trotz Repeater die Verbindung. Umbau während laufendem Betrieb Mehr Antennen entlang der Gleise und immer neuere Handyrepeater stellen momentan die einzig denkbaren Lösungen dar. Heute sind die Züge mit Repeatern auf Basis der GSM-Technik ausgestattet. Sie sind somit auf dem Stand der zweiten Mobilfunk-Generation. Es laufen Arbeiten, alle 1.035 Wagen und 51 Züge der Fernverkehrsflotte auf den leistungsfähigeren 3G-Stand zu bringen. Die Kosten für die Repeater tragen Swisscom,

Orange und Sunrise, an den Umbau-Kosten beteiligt sich die SBB. Gegen Ende 2015 will man fertig sein. Erst 2015? Swisscom-Mediensprecher Olaf Schulze sagt: «Es ist einfach nicht möglich, alle Wagen für die Installation aus dem Verkehr zu ziehen.» Der Einbau erfolgt im Zuge der kontinuierlichen Wartungsarbeiten. Aber durch die 3G-Erneuerung könnten rund dreimal mehr Kunden gleichzeitig telefonieren, sagt Schulze. Für die Datenrate betrage der Faktor etwa zehn bis 40. Die Kapazität in Form von Antennen entlang der Bahnstrecken werde laufend ausgebaut. Auch Tunnel würden kontinuierlich mit Funktechnik ausgestattet. Dabei wartet aber schon eine neue Technik auf eine Anpassung, denn die als 4G bezeichnete vierte Generation des Mobilfunks sitzt in den Startlöchern. Schulze sieht hierin die Zukunft, denn bis zu hundert Megabyte pro Antenne gewährleisteten eine höhere Bandbreite. «Momentan ist es noch nicht möglich, die Repeater in den Zügen hierfür einzurichten, da die nötigen Mobilfunklizenzen erst 2012 vergeben werden. Die Verstärker müssen also später für die 4G Technologie nachgerüstet werden.» Zeithorizonte unterscheiden sich Auf neuem und doch nicht topaktuellem Stand sind somit die 59 Doppelstockzüge, die die SBB erst im letzten Jahr vom Hersteller Bombardier bestellt hat. Wireless LAN im ganzen Zug und 3G-HandyRepeater seien hier bereits Standard, wenn sie circa ab 2013 in Betrieb genommen würden, heisst es. Doch auch ohne G4 schon ein Fortschritt: Momentan wird W-Lan nur in einem Wagen der ersten Klasse geboten. Und schliesslich muss nicht von jeder Generation zur nächsten alles aus- und umgebaut werden. «Die Antennen und Spezialkabel, mit denen die neuen Züge bestückt sein können, kommen aus Herisau und überleben noch so manchen Technologiesprung», sagt Peter Nüchter, Market Manager Transportation vom Hersteller HUBER+SUHNER. «Unsere Antennen, die das Funksignal transportieren, sind darauf ausgelegt, mehrere Jahrzehnte wartungsfrei arbeiten zu können.» In den USA und in Grossbritannien sind sie bereits im Einsatz. Somit muss man sich zumindest hierüber nicht den Kopf zerbrechen. Eine Erleichterung, denn die Konstellation zwischen Netzbetreibern, Bahnunternehmen und Zugherstellern sei eine komplexe, sagt Nüchter: «Bahnunternehmen müssen in 30-JahresAbständen denken, die Netztechnik hingegen entwickelt sich rasend schnell.»


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UZ l MARKETING

SuisseEMEX’10 – trotz hochsommerlicher Temperaturen kamen auch letztes Jahr zahlreiche Besucher.

SuisseE M E X ’ 1 1

Das Marketing steht Kopf Ist Werbung bald tot? Sind Social Media für Unternehmen Fluch oder Segen? Oder gar der Beginn des Untergangs der westlichen Zivilisation? Die Kommunikationsund Medienlandschaft ist im Umbruch, das Marketing steht Kopf.

TEXT PREDRAG JURISIC

Der Startschuss zur (R)Evolution im Marketing ist längst gefallen: Es gilt, neue Dimensionen der Kommunikation zu betreten. Die SuisseEMEX lädt als Orientierungs- und Wissensplattform zur 360° vernetzten Marketingwelt ein. Vom 23. bis 25. August 2011 finden zukunftsorientierte Unternehmer in der Messe Zürich Antworten auf brandaktuelle Fragen – ob im Marketing, in der Kommunikation, Live Communication oder Promotion. Unter dem Motto der «360° vernetzten Marketingwelt» geht die SuisseEMEX’11 vom 23. bis 25. August 2011 in der Messe Zürich in die fünfte Runde. Die Fachmesse mit integriertem Kongress bietet einen Rundblick zu Neuheiten und exklusiven Premieren rund um die Themen Marketing, Promotion, Werbemittel, Event und Live Communication. Die verschiedenen Foren präsentieren die Trends der Branche von TopKeynote-Referenten und Fachspezialisten. Workshops und Special Interest Guided Tours durch die verschiedenen Themenbereiche runden das Messe-Erlebnis als Live Event ab. Namenhafte Unternehmen zum Jubiläum Zur fünften Ausgabe der SuisseEMEX treten neben Top Shots und Keynotes auch namenhafte Unternehmen wie Google, XING, Die Schweizerische Post, Canon, GDI oder Microsoft auf. Sie bieten dem Publikum Neuheiten rund um die vernetzte Marketingwelt: Nach dem Motto «fühlen, hören, riechen, schmecken, sehen» lässt die Schweizeri-

sche Post erstmals zusammen mit elf namenhaften Partnern eine faszinierende Direct-Marketing-Welt entstehen, die alle Sinne anspricht - Welt des Direct Marketings zum Anfassen. Zum Thema SEO-Marketing führt Google Workshops zu Google AdWords durch – ob für Einsteiger, Fortgeschrittene oder Agenturen. Bei Canon erfahren die Messebesu-

SUISSE EMEX’11 – DER «ALL-INCLUSIVE» BRANCHENANLASS Das bringt ein Besuch an der SuisseEMEX’11: – Vortrags- und Workshop Programm für Ihre Marketingkompetenz – Special Interest Guided Tours: 30 Minuten Rundgänge zu spezifischen Themen für vertiefende Einblicke in die Branche – Erlebnis und Unterhaltung live: Künstler für Galas und Events – UnternehmerTag: Der erste Messetag ist speziell für Geschäftsführer und Entscheidungsträger ausgerichtet – XING Networking Tag: alles rund um professionelles Networking am zweiten Messetag – Google Erlebnistag: AdWords für Anfänger wie Fortgeschrittene am dritten Messetag – Hosted Buyer Programm: Das «meet&greet» für Eventplaner by Celebrationpoint – Gratis Paket Mail-Service für Ihre Kataloge von der Messe ins Büro – Mediencorner mit über 60 Fachmagazinen – EMEX Wiesn Fäscht am 23. August in den Messehallen Weitere Informationen sowie Ticketbestellung unter www.suisse-emex.ch. Ein Messeticket kostet für einen Tag CHF 50.00 und beinhaltet ein umfassendes Messe- und Kongressprogramm «all-inclusive».


MARKETING l UZ cher alles rund um Crossmedia und Web TV, während sie in XING Workshops ihr Business Networking dank gezielter Strategien vertiefen können. Als Aussteller wie Podiumsteilnehmer im EMEX Marketing Forum sind auch das GDI Gottlieb Duttweiler Institut und Microsoft Dynamics am Start: Karin Frick, Leiterin Research und Mitglied der Geschäftsleitung, und Peter Waser, Country General Manager Microsoft GmbH Schweiz, beteiligen sich zum Thema «B2B Social Media» im EMEX Marketing Forum.

Foto: zVg

Frische Ideen von Unternehmern für Unternehmer In der Halle 4 finden kleinere und mittlere Unternehmen im IFJ Start-up Park für Jungunternehmer und auf dem KMU Marktplatz by SKV (Schweizerischer KMU-Verband) eine Businessplattform mit kreativem Ideenpool: Unternehmer, Topshots wie auch Start-ups präsentieren in Best PracticeReferaten Neuheiten sowie Businesslösungen. Einer der Keynotes: Peter Sawtschenko. Der international renommierte Wirtschaftsexperte, Bestseller-Autor und KeynoteSpeaker gilt als der führende Praxisexperte für Positionierung und Marktnischenstrategien. Themen wie «Fünf Stolpersteine im Social Media», «Multichannel E-Commerce» oder «Warum Marketing heute Chefsache ist» beschäftigen die Messebesucher im Online Forum. Aktuell diskutiert werden dabei Mobile Marketing und Shopping, der Einsatz von Social Media und wofür diese sinnvoll sind. Am Stand der Blogwerk-Experten erhalten Besucher kostenlose Kurzworkshops zum Thema Social Media und deren Einsatz in der Praxis.

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Emotionen und Erlebnisse in der Event und Live Communication Branchenplayer der Live Communication Landschaft erleben in der Halle 6, wie Erlebniswelten von morgen zu inszenieren sind. Die Besucher können aus einem breiten Programm auswählen – von fokussierten Guided Tours über ein Meet & Greet mit den Leadern der Ausbildungslandschaft der Live Communication bis hin zu Networkingzonen. Im neu gestalteten Themenbereich Meeting & Incentive finden Seminar-, Kongress- und Incentive-Spezialisten eine integrierte Business- und VIP Lounge sowie die Eventplaner Kontaktzone, wo sich Anbieter und Eventplaner aus der Meetings Industry für neue Geschäftskontakte treffen. Die Erlebniswelt in der Halle 5 lädt die Fachbesucher ein, kurzzeitig zu verweilen, um eine interaktive Künstler- und Showmeile zu besuchen, eine Erlebniswiese zu entdecken oder sich in der Gourmet-Ecke verwöhnen zu lassen. Verschiedene Anbieter für In-und Outdoor Produkte präsentieren Neuheiten aus den Bereichen Dekoration, Event POSMaterial, Mobiliar, Zeltbau und Eventdienstleistungen oder Promotions- und Werbeartikel. Auch die bewährten Special Interest Guided Tours sorgen für Erlebnisse und Emotionen pur: Ob die Sinneswelt des Direct Marketings, Updates zu Aus- und Weiterbildungen oder Touren durch den Online Bereich und haptische Werbung – das Angebot ist für jedes Bedürfnis ausgelegt. Ein bayerisch angehauchtes Erlebnis bietet am Eröffnungstag das Wiesn Fäscht: Mit Bratwurst, Bier und Brezeln vertiefen Aussteller wie Besucher ihre Kontakte in geselligem Ambiente.

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UZ l MARKETING

SOCIAL MEDIA

Die Stammtische der Neuzeit Mit Facebook, XING, Youtube, Flickr und ähnlichen Portalen haben sich neue Möglichkeiten für den Dialog mit Kunden und potenziellen Interessenten ergeben. Was im privaten Umfeld längst etabliert ist, kann auch für Ihr Business immer wichtiger werden.

TEXT BENI STOCKER

Vor 15 Jahren wurde uns vorausgesagt, dass das Internet ganze Wirtschaftszweige revolutionieren würde. Es folgte dann die Dotcom-Blase an den Weltbörsen, aber trotzdem ist es Tatsache, dass das Internet mit rasanten Entwicklungen in den Bereichen Suchmaschinen, Wissensvermittlung (Wikipedia), Online-Shopping, Kommunikation (Skype) u.v.m. unser Leben bereits massiv verändert hat. Nun hören wir, dass die sozialen Netzwerke Facebook & Co unser kommunikatives Verhalten nochmals revolutionieren und unser Wirtschaftssystem geradezu auf den Kopf stellen würden. Die zweite www-Revolution? Ja, es ist in der Tat davon auszugehen, dass Social Media nicht nur im privaten Leben, sondern auch im Business einen zunehmend starken Einfluss zeigen werden. Gerade Facebook besticht mit einem schier unglaublichen Wachstum. Pro Minute (!) werden weltweit über eine halbe Million Kommentare geschrieben, über 130 000 Fotos hochgeladen und rund 75 000 Einladungen zu irgendwelchen Events publiziert. Weltweit sind 600 Mio. Menschen bei Facebook registriert, in der Schweiz über 2.5 Mio., täglich kommen weltweit Tausende dazu. Chance für KMU? Sollen sich kleine und mittelständische

Unternehmen mit Social Media befassen? Geld und Zeit investieren? Ja! Die Frage ist nur, mit welcher Intensität und mit welchen Ressourcen. Jeder Unternehmer muss sich die Frage stellen, ob eine klassische Website als Schaufenster in der digitalen Welt genügt oder ob im Zeitalter von Web 2.0, dem dialogorientierten, sozialen Internet, doch etwas mehr zu tun wäre. Auch für die Kleinen interessant Social Media sind interaktiv. Sie fördern und fordern den Dialog. Da es praktisch keine Einstiegshürden gibt, können auch kleinste Unternehmen sofort damit beginnen, sich am Dialog zu beteiligen. Ihre Mitarbeitenden und Sie selber können sich zum Beispiel auf XING oder LinkedIn registrieren, dort Geschäftspartner suchen, mit Experten Kontakt aufnehmen, Einladungen zu spezialisierten Events erhalten oder sich Interessengruppen anschliessen. Nur schon mit dieser sehr einfachen Aktivität können wertvolle neue Kontakte für Ihr Business entstehen oder gar neue Mitarbeitende gewonnen werden. Besser gefunden werden Neue Möglichkeiten bietet die Realisierung einer Facebook-Seite für Ihr Unternehmen. Hier findet man Sie, wenn man Ihren Firmennamen googelt oder direkt im Facebook nach Ihrer Firma oder Ihren Produkten sucht. Hier können Sie belie-

FA C E B O O K , XING, YO U T U B E , F L I C K R , ONLINE, BLOGGING, V I D E O, 10 TIPPS FÜR DEN EINSTIEG IN SOCIAL MEDIA

1. Nichts überstürzen, befassen Sie sich zuerst 6. Schaufeln Sie Ressourcen frei: Social Media funktioniert nicht ohne Manpower. am besten privat mit Social Media und 7. Investieren Sie in Ihre Mitarbeitenden: Aufbeobachten Sie vorerst die verschiedenen klärung, Ausbildung, Zeitmanagement Portale und Kanäle aus eigener Perspektive. 2. Von Kindern lernen: Schauen Sie den Jungen 8. Try & error: Was im ersten Anlauf nicht funktioniert, muss neu definiert werden. über die Schulter und stellen Sie Fragen! 9. Arbeiten Sie mit Bildern und Videos, Text 3. Formulieren Sie Ziele: Wollen Sie via Social allein wird nicht gesehen. Media informieren, verkaufen, bekannter werden, Leads gewinnen? 10. Sie sprechen immer mit Menschen, nicht 4. Beginnen Sie mit kleinen Testanlagen in mit Technologien: Achten Sie deshalb auf eine knappe, sachliche und immer mehreren Varianten. freundliche Sprache, wie wenn Sie den 5. Qualität vor Tempo: Bauen Sie Ihre SocialMenschen vor sich hätten. Media-Aktivitäten sorgfältig auf.

bige Themen mit Text, Bild und Video kommunizieren: Aktuelles zum Unternehmen, Neuheiten, Hinweise zu Ihren Veranstaltungen, Kunden-Referenzen, Fachbeiträge, aber auch Wettbewerbe, Spiele, Humoriges etc. Die Marke stärken Alle Bestrebungen in den sozialen Netzwerken müssen die eigene Marke stärken. Die Markenführung im World Wide Web geht weit über die Abbildung des Firmenlogos hinaus. Die Marke will inszeniert und mit Leben gefüllt werden. Führen Sie den Dialog mit der Gemeinschaft und stützen Sie Ihre Marke. Social Media sind die Stammtische der Neuzeit – mit allen Chancen und Risiken. Es wird geplaudert, getratscht und gefachsimpelt. Unternehmen müssen sich überlegen, ob man an diesem Stammtischen Platz nehmen will. Man kann dort nur mal aufmerksam zuhören oder eigene Themen einbringen. Wo sind die Gefahren? Trotz den immensen Chancen und ungeahnten Potenzialen sind die Risiken und Gefahren nicht zu unterschätzen. So etwa: – Unterschätzung der benötigten Ressourcen: Das «Posten» von Artikeln und Kommentaren in Blogs und Foren ruft nach qualifizierten Mitarbeitern. Wenn über Ihr Unternehmen oder Ihre Produkte geschrieben wird, benötigen Sie Manpower für die Beantwortung. – Negative Kommentare: Es besteht die Gefahr, dass – zurecht oder unrecht – nicht nur positiv über Sie oder Ihre Produkte geschrieben wird. Es gilt, adäquat zu reagieren. – Vernachlässigung der klassischen Instrumente: Social-Media-Aktivitäten sollen ergänzend und inhaltlich abgestimmt eingesetzt werden: Sie ersetzen nicht professionelle Websites, Broschüren, Print-Mailings, E-Mail-Newsletter oder Kunden-Events. Fazit: Die Chancen und Risiken gestalten sich für jede Branche und für jedes Unternehmen differenziert. Im Zweifelsfall abwarten und die Entwicklungen mit eigenen Erfahrungen verfolgen.

DER AUTOR Beni Stocker ist Inhaber der Marketing- und PR-Agentur Stockerdirect in Kriens/Luzern. Er ist Betriebsökonom und Executive MBA der Hochschule Luzern, Wirtschaft. Stockerdirect hat sich auf Dialogmarketing und PR für die Bereiche Industrie und Handel spezialisiert.


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MARKETING l UZ « S T O RY T E L L I N G »

Motivation durch «Bella Storia» Ohne Engagement der Mitarbeitenden greifen Kampagnen für mehr Kunden-Orientierung, Arbeitssicherheit oder Gesundheit am Arbeitsplatz zu kurz. Gute, authentische Geschichten der Führungspersonen und Mitarbeitenden machen die Inhalte fassbar und bilden Orientierungspunkte.

TEXT CATHERINE VON GRAFFENRIED UND BARBARA HÄNI

Wie gewinne ich Mitarbeitende für beschlossene Themen, Leitsätze und Wünsche? Wie erreiche ich, dass Kampagnen positiv und wirkungsvoll im Betrieb verankert werden? Diesen Fragen müssen sich Management, Projektverantwortliche und die interne Kommunikation stellen. Wir glauben an die Kraft von Geschichten. Geschichten, die Führungskräfte und Mitarbeitende selber erlebt haben, schaffen Orientierungspunkte und

stärken, werden sie besonders gut erinnert.Über Geschichten werden Beziehungen geknüpft und Vertrauen aufgebaut. Dieses Vertrauen ist nötig, wenn man Mitarbeitende für Verhaltensänderungen gewinnen will. Studien zeigen, dass Tipps aus Geschichten eher befolgt werden als Empfehlungen von Experten.

Beispiel SBB «Bella Storia» Die SBB führte 2010 eine interne Kommunikationskampagne - Programm Service Offensive - durch. Ziel: «SBB Mitarbeitende mit direktem Kundenkontakt werden sensibilisiert, dem Kundenservice eine noch höhere Beachtung zu schenken». Mit der Kampagne sollten 2000 Zugbegleiter/-innen, 1700 Verkäufer/-innen und 200 Call Center Mitarbeitende erreicht werden. Bei der Planung der Aktion mit «Storytelling» ging das Management von der Annahme aus, dass alle Mitarbeitenden mit Sicherheit eine gute Geschichte über ein positives Erlebnis mit Kunden erzählen können. Ziel war es, diese Geschichten sichtbar zu machen und in der Organisation zu verbreiten. Bei Aktionen mit «Storytelling» ist die Inszenierung wichtig. Die «Bella Storia» übergibt eine Rose für die Geschichte. Foto: zVg «Storytelling» Expertin Catherine von Graffenried wurde als «Bella Storia» der SBB eingekleidet. Die Mitarregen zum Nachahmen an. Wenn sie gut beitenden wurden via Intranet über den erzählt werden, verbreiten sie sich in der Start informiert und zum Mitmachen einOrganisation und bleiben in Erinnerung. geladen. «Bella Storia» besuchte die Mitarbeitenden am Arbeitsplatz. Sie nahm Geschichten sind wertvoll die Geschichten auf und redigierte sie Bei «Storytelling» geht es um das Erzähjournalistisch. Sie bedankte sich mit einer len und Verbreiten von Geschichten, die Rose. Bella konnte auch unterwegs gute den Mitarbeitenden passiert sind und Geschichten sammeln, da sie in ihrer Unieinen Bezug zu den Themen der Kampaform erkannt wurde. Jede Woche erschien gne haben. Die Geschichten werden eine neue Geschichte auf Intranet. gesucht, festgehalten und in der Organi«Bella Storia» erschien auch an Kadersation verbreitet. Geschichten transporanlässen. Die 50 besten Geschichten wurtieren nicht nur Fakten sondern auch den in einem Büchlein publiziert und an Emotionen, Einschätzungen und Werte. alle Mitarbeitenden verteilt. Mit wenigen Stichworten entsteht bei der Zuhörerschaft ein Bild. Komplexe SituaResultate und Effekte tionen werden fass- und begreifbar. Durch die Aktion wurde der Betrieb nicht Geschichten sprechen die rechte Hirngestört. Das Management schätzte dies. hälfte und das episodische Gedächtnis an. Mit geringen Kosten wurde in kurzer Zeit Wenn sie den Selbstwert der Zuhörenden Foto: zVg

ein hoher Bekanntheitsgrad erreicht. Die Projektleitung erhielt viele positive Feedbacks. Die Mitarbeitenden erlebten «Bella Storia» als eine Wertschätzung ihrer täglichen Arbeit. Die Geschichten erwiesen sich als ein gutes Mittel, um den Handlungsspielraum und den Kompetenzbereich, den die Mitarbeitenden ausschöpfen können, darzustellen. «Gesunder Menschenverstand» statt «Handeln nach Vorschrift». Schlussbemerkungen «Storytelling» setzt die Erzählenden und Zuhörenden ins Zentrum. Dies ist ein wesentlicher Vorteil. Mitarbeitende wollen mit ihren Erfahrungen ernst genommen werden. Es ist wichtig, dass sie diese in die Kampagnen einbringen können und sich wiedererkennen. Erfahrungswissen ist immer kontextbezogen und lässt sich nur über Geschichten dokumentieren und an andere vermitteln. Projekte mit Storytelling bringen ein spielerisches Element. Dies wird insbesondere auch von Frauen und der ausländischen Belegschaft geschätzt. Es lohnt sich, den Spielraum zur Inszenierung zu nutzen. Es darf auch gelacht werden. Jede Organisation ist unterschiedlich. Deshalb müssen solche Projekte individuell und mit einem systemischen Ansatz geplant werden. Es braucht eine Person im Betrieb, die den Prozess steuert. Bei grösseren Projekten ist externe Unterstützung bei der Planung und Umsetzung zu empfehlen. Nach unserer Erfahrung sind es Details, die über den Erfolg respektive Misserfolg der Aktionen entscheiden.

DIE AUTORINNEN Catherine von Graffenried, fast4meter, Museumstrasse 10, Postfach 388, 3000 Bern 6, cvg@fast4meter.ch, 031 351 79 40, www.fast4meter.ch Barbara Häni, SBB Fernverkehr, Wylerstrasse 125, 3000 Bern 65, barbara.haeni@sbb.ch, 051 220 33 77, www.sbb.ch


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UZ l UNTERNEHMEN

P I E R O S T I N E L L I , M I T B E G R Ü N D E R U N D G E S C H Ä F T S F Ü H R E R D E R VA D I A N . N E T A G

«Mir fiel früh auf, dass die meisten St.Gallen, 1990: Der Begriff Internet ist praktisch unbekannt, die späteren Google Gründer sind siebzehn Jahre alt. Ein HSG-Student machte die Aufbereitung von Information zum Beruf und wurde Unternehmer.

INTERVIEW RUEDI STRICKER

Herr Stinelli, wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen online-newsservice zu machen, der praktisch mit NZZ oder SF konkurriert? Ich habe an der HSG Staatswissenschaften studiert, mich aber schon anfangs der 1990er Jahre für das Internet interessiert und erste Anwendungen entwickelt. Das World Wide Web gab es noch nicht, aber man konnte schon damals durch das Internet sehr viel lernen und entwickeln. Weil ich schon als Jugendlicher Zugang zu vielen Tageszeitungen hatte, meine Mutter arbeitete in der Medienbranche, und Information wie ein Schwamm aufsog, fiel mir schon früh auf, dass die meisten Zeitungen einen Einheitsbrei vertrieben. So kam ich auf die ehrgeizige Idee, den Etablierten in der Branche einen weiteren alternativen Player zur Seite zu stellen. Ich habe schnell festgestellt, dass man nicht auf uns gewartet hat. Nach dreijährigem Kampf erhielten wir überhaupt erst Nachrichten von den Agenturen, die im Besitz von grossen Medienhäusern sind. Wir belieferten dann in den ersten Jahren fast alle grossen Telekomportale mit veredelten Nachrichten. Namhafte Provider wie Sunrise, Orange, tiscali, Cablecom und Swisscom gehörten dazu. Dadurch wurde ein gewisser Druck aufgebaut, der die klassischen Medienhäuser zwang, selber auch mehr Nachrichten ins Internet zu stellen. 1998 waren wir der erste Anbieter eines öffentlichen Telefonbuchs. Die kostenlosen Zugriffe finanzierten wir mit Werbung und kontextsensitiven Business Cases. Bereits 1997 hatten wir als erste ein internationales Free SMS-Gateway mit Memberservices zur Verfügung gestellt. Welches sind heute Ihre Dienstleistungen? Im Wesentlichen wollen wir transaktionsorientierte Plattformen anbieten. Typisches Beispiel ist hotel.ch, wo man direkt Buchungen vornehmen kann. Wir haben schon vor bald zwanzig Jahren CMS (Content Management -) Systeme und später auch interaktive TV Sendungen entwickelt. Konvergenz, d. h. das Zusammenwachsen verschiedener Dienste, in diesem Zusammenhang Internet, Mobile und Fernsehen, ist bei VADIAN.NET ein zentrales Thema. Die Aufbereitung und Bereitstellung von Daten und Informationen in Form von hochwertigen Dienstleistungen basiert auf Vernetzung. Dem gegenüber steht die Bereitstellung von Content, also vornehmlich News.

Das Schwergewicht Ihrer Aktivitäten liegt im kommerziellen Bereich. Wie steht es mit der Politik? Die Politik ist nicht unser Kerngeschäft. Wir bieten aber z.B. auf news.ch/politspektrum Jungpolitikern aller Parteien die Möglichkeit, ihre Meinungen kundzutun. Wir stellen fest, dass die politischen Parteien lernen, mit den neuen Technologien wie Web 2.0, Facebook oder Twitter umzugehen. Das braucht seine Zeit, aber ich glaube trotz meiner Aktivitäten in einer sich sehr schnell wandelnden Branche an die Kontinuität, die doch eine typische Stärke in unserem Land ist. Was ist das primäre Zielpublikum Ihrer Services? Schon unser Name «Vadian» signalisiert Nähe zu unserem Entstehungsort St. Gallen. Wir sind jedoch überall präsent. Schauen Sie den entsprechenden Domainnamen an, und Sie wissen, wie der Horizont der jeweiligen Projekte ist (lacht): .ch für die Schweiz, .com für die Welt. Wie vermarkten Sie sich überhaupt? Wir dürfen feststellen, dass unser Kundenkreis organisch wächst und eine systematische Akquisitionstätigkeit nicht wahrgenommen wird. Von unseren immerhin 35 Mitarbeitenden ist kein einziger für den Verkauf angestellt. Wie kann dieser personell sicher aufwändige Apparat finanziert werden? Einerseits natürlich mit Werbeeinnahmen, auf der anderen Seite aber mit einer wachsenden Anzahl an Business Cases wie aspsms.com, stellenmarkt.ch, hotel.ch oder kredit.ch. Hier arbeiten wir mit einem Kreditbroker zusammen. Auch ist der Bereich Domain Registry nicht zu vergessen, in dem zwar für professionelle Performance viel investiert wird, die Kundschaft jedoch hohe Qualität und Zuverlässigkeit zu honorieren gewillt ist. Dazu kommen mehrere spin-offs, zum Beispiel die Mediabox Online AG, eine Kooperation mit der Mediabox AG, welche Marktführerin im Below-the-Line Marketing ist und auch rund 30 Printmagazine vermarktet. Was sind die nächsten Ausbaupläne, wie sieht die Zukunft aus? Gerade eben ist die Vernetzung der gut zehn News-Plattformen mit einem innovativen plug-in-Konzept fertiggestellt worden. Wir haben die Plattformen also nicht einfach ver-

VA D I A N . N E T A G «Internet als Instrument zur Rationalisierung bestehender Arbeitsprozesse», was heisst das konkret? Das haben wir einmal auf der Webseite aufgeführt, aber nicht direkt verfolgt. Aber was wir machen, dient ganzheitlich gesehen der Vereinfachung von Prozessen. Unser Geschäft ist die Veredelung von Informationen. Wir bereiten Daten auf und bringen sie in einem bestimmten Kontext in Bezug zueinander.

Elektronisches Medienhaus seit 1995 mit 35 Mitarbeitern Reichweite zwischen 500 000 bis 1 Mio. Unique User/Monat (je nach Saison) Wichtigste Projekte: news.ch, wetter.ch, hotel.ch, kredit.ch, stellenmarkt.ch, wirtschaft.ch, fussball.ch, werbung.ch, aspsms.com, smsblaster.ch Spin-Offs: Mediabox Online AG, AdSpot GmbH

Homepage von news.ch und smsblaster.com – nur ein kleiner Einblick in das elektronische Medienhaus VADIAN.NET AG. Foto: zVg


UNTERNEHMEN l UZ

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Zeitungen Einheitsbrei vertrieben»

ZUR PERSON linkt, sondern stellen dem Benutzer prozess- und kontextorientiert Informationen zur Verfügung. Was hier ein wenig kompliziert tönt, war in der Tat auch nicht trivial. Geplant ist sodann, Wirtschaftsdaten zur Verfügung zu stellen. konkurs.ch ist ein im Aufbau befindliches Projekt, mit dem wir geschäftlichen und privaten Nutzern Informationen zur Bonität von Geschäftspartnern liefern. Mit der AdSpot GmbH realisieren wir ein Video-Werbenetzwerk. Damit kann unser Kunde beispielsweise TV-Werbung auch im Internet präsentieren. Diese Dienstleistung nutzen auch viele Mediaagenturen und Medienhäuser. Mit klangundkleid.ch werden wir auch unsere Aktivitäten im Onlineshopping verstärken. Grundsätzlich pflegen wir nicht nur grosse Kunden und Projekte, sondern profitieren bewusst vom Prinzip «Kleinvieh macht auch Mist». Was wir hingegen nicht beackern, ist das an sich lukrative Feld der Erotik. Das passt einfach nicht zu uns und unserer Kundschaft. Ebenfalls Abstand halten wir vor Printmedien. Was sagen Sie zum Thema «Dotcomkrise»? Wir haben im Jahr 2000 vorausgeahnt, dass die Blase platzen wird. Als Konsequenz daraus haben wir beispielsweise die kostenlosen Dienstleistungen im Bereich des SMS Gateways reduziert, aber dafür die entsprechende Technologie kostenpflichtig international zur Verfügung gestellt. Das hat unsere Risikostruktur entscheidend verbessert. Wir

Piero Stinelli, Jahrgang 1969, Mitgründer und Geschäftsführer der VADIAN.NET AG seit 16 Jahren. Aufgewachsen in St.Gallen, Ausbildung an der Kantonsschule und HSG bis 1995. Seit 1990 Entwicklung von Internet-Anwendungen im Bereich Directory und E-Commerce. 1993 Gründung der heutigen Klang und Kleid GmbH. 1995 Lancierung der VADIAN.NET AG mit dem Ziel ein überregionales unabhängiges Medienhaus zu schaffen. Ab 1997 Anbieter von Mobile Lösungen wie aspsms.com und smsblaster.com. 1998 Lancierung von branchenbuch.ch. 2000 Gründung der klangundkleid.de GmbH in München. Im Jahr 2000 folgt die erste verlagsunabhängige Online-Zeitung news.ch. 2002 folgen wetter.ch und fussball.ch, anschliessend wirtschaft.ch. 2004 Lancierung von hotel.ch. 2008 Mitgründer der Vermarktungsfirma Mediabox Online AG. 2009 Mitgründer des «TV-Spots ins Internet» Dienstleisters AdSpot GmbH. 2010 Lancierung von kredit.ch. 2011 Lancierung von fashion.ch.

haben aber keine Angst vor einer zweiten Krise im erlebten Ausmass. Im Gegensatz zu damals stehen BusinessModelle zur Verfügung, die wirtschaftlich nutzbar sind. Damals waren ja nur ein paar Ideen vorhanden, in die wild Geld gepumpt wurde. Die Ideen wurden dann später doch noch realisiert, aber es blieben neben wenigen Gewinnern viele Verlierer.


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UZ l UNTERNEHMEN

«DEINDEAL.CH»

«Auch Schweizer wollen von Rabatten profitieren» Die UnternehmerZeitung im Gespräch mit DeinDeal-Geschäftsführer und Mitgründer Amir Suissa über die Rabatt-Lust der Schweizer und den Traumdeal: Ferien auf den Malediven zum halben Preis.

INTERVIEW WILLY-ANDREAS HECKMANN

Herr Suissa, das Konzept von DeinDeal ist nicht neu, Firmen wie Groupon und Citydeal sind amerikanische Marktführer und auch in der Schweiz tätig . . . Wir haben den Mechanismus eines bestehenden Konzeptes implementiert. Allerdings mit inhaltlichen Adaptionen, um die lokale Kundschaft anzusprechen. Anfangs war unser Umfeld skeptisch und meinte, dieses Konzept könne bei den qualitätsbewussten Schweizern nicht funktionieren. Die Zweifel haben sich nicht bewahrheitet. Doch während es in Deutschland viele «billige» Deals, zum Beispiel fünf statt zehn Kebabs gibt, spricht der Schweizer auf qualitativ hochwertige Deals an. Ein Deal, bei dem man für 50 statt für 100 Franken essen gehen kann, ist für einen Schweizer interessanter als ein Deal, bei dem man 15 statt 30 Franken bezahlt. Für Kunden ist das Prinzip von Social Buying interessant. Worin aber besteht der Reiz für Anbieter? Ein Anbieter profitiert vom Marketing-Effekt. Durch unsere Homepage erreicht er ein grosses Publikum, ohne dabei Risiken und Kosten tragen zu müssen. Zusätzlich pushen wir die Deals durch Partnerschaften mit «Blick am Abend», «Fashionfriends», «Radio Energy» etc. und nutzen Facebook und Twitter. Andererseits können Anbieter ihre Kapazitäten auslasten. Es gibt kein Hotel bei dem immer alle Betten besetzt wären. Wenn einer dank eines Gutscheins 100 statt 200 Franken einnimmt, sind das doch immerhin 100 Franken. Vor allem bei hochmargigen Produkten und Dienstleistungen fällt das ins Gewicht: Wenn jemand ein Restaurant besucht, weil er einen günstigen Gutschein hat, nimmt er noch mindestens eine Begleitperson mit und gönnt sich zusätzlich zum Menü eine Vorspeise und eine Flasche Wein. Und wenn es ihm gefallen hat, kommt er wieder. 50 Prozent Rabatt und mehr; das verleitet zum Kauf. Aber wie garantieren Sie, dass der angegebene Normalpreis nicht künstlich erhöht wurde? Wir vergleichen dazu die Preise der gängigen Dienstleister auf dem Markt. Dafür ist unser Produktionsteam zuständig, es schützt den User vor den Anbietern und beitreibt eine rigide Qualitätskontrolle. Ausserdem läuft bei DeinDeal.ch viel über das Kommentarsystem auf der Homepage. Die User sind kritisch und lesen zuerst die Kommentare und Erfahrungsberichte anderer Käufer. Wenn sich ein Deal nicht bewährt, verbreitet sich das schnell. Existieren Abnutzungserscheinungen, wird es für Sie schwieriger neue Deals zu finden? Nein, im Gegenteil. Die Nachfrage nimmt von beiden Seiten zu. Wir haben mehr Käufer und mehr Unternehmen,

die mit uns einen Deal abschliessen wollen. Geographisch sind wir konstant am wachsen. Intern sind wir innerhalb eines Jahres von fünf auf über 100 Mitarbeiter angewachsen. Gibt es auch Firmen die nicht mitmachen wollen? Solche, die schon komplett ausgebucht sind oder das zumindest glauben. Und dann gibt es auch Firmen, die aus Image-Gründen keine Prozente vergeben wollen. Bei denen warten wir einfach, bis sich diese Wahrnehmung geändert hat. Wir finden für jedes Unternehmen einen profitablen Deal.

AMIR SUISSA Zusammen mit vier Partnern gründete Amir Suissa 2010 den Internetmarktplatz DeinDeal. Der 39-jährige kann auf langjährige Erfahrung im Bereich Online-Unternehmen zurückblicken. Er war unter anderem bei Xing, Swissinvest.com und First Tuesday tätig. Nebst seiner Tätigkeit als CEO von DeinDeal ist der schweizerisch-israelische Doppelbürger Yogalehrer und Vater einer zweijährigen Tochter.

Foto: zVg


UNTERNEHMEN l UZ In der Schweiz operieren auch Groupon, Dailydeal oder Dealanzeiger. Spüren Sie die Konkurrenz? Wir sind unbestrittener Marktführer. Ich respektiere die Konkurrenz, schlussendlich interessiert mich aber nur der eigene Umsatz und der ist bereits siebenstellig. Wir sind das schweizweit am stärksten wachsende Jungunternehmen. Ausserdem sind wir stark lokal ausgerichtet: Die Bevölkerung schenkt einem Schweizer Unternehmen mit Schweizer Partnern eher Vertrauen als einem amerikanischen Unternehmen wie Groupon.

Online-Couponing-Geschäft. Dies passt auch perfekt in die E-Commerce-Strategie von Ringier.

Sind mittelfristig Neuerungen geplant? Wir sind stark mit der Weiterentwicklung unseres Konzeptes beschäftigt. Eine aktuelle Idee ist die Implementierung einer iPhone-App, die es den Usern erlaubt, je nach Standort, kurzfristige Deals zu finden. Wenn jemand zum Beispiel an der Bahnhofstrasse an einem Restaurant vorbeiläuft, das gerade nicht voll ist, könnten wir mit einem Rabatt-Angebot spontane Käufer anlocken. Das wären dann standortbasierte, zeitlich limitierte Deals.

Welche Ziele beziehungsweise Zielsetzungen bestehen für DeinDeal? Klarer Ausbau der führenden Marktposition im OnlineCouponing und die Erweiterung der Geschäftsfelder im E-Commerce-Bereich.

So generieren Sie auch Nachfrage... Ja natürlich, Rabatte über 30 Prozent lösen Spontankäufe aus. Von den 600 Hotelübernachtungen in Wien und Berlin, die wir unlängst verkaufen konnten, war kaum einer geplant. Doch die Leute haben immer Lust auf Reisen und wenn sie ein attraktives Angebot sehen, dann schlagen sie zu.

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Wo liegen die Vorteile dieses geschäftlichen Zusammenschlusses? Wie gesagt, in der Reichweite für unsere Deals. Unsere DealAnbieter erhalten somit weit mehr Reichweite als vorher. Vor diesem Deal erreichten wir über eine Million Personen in der Woche. Nach der Integration sind es nun rund drei Millionen.

Werden Sie und Herr Locher DeinDeal auch in Zukunft führen? Die operative Geschäftsführung bleibt bei uns. Wir haben uns bis mindestens Ende 2014 für das Unternehmen verpflichtet.

Wird sich das Angebot auch künftig primär auf Beauty- und Gastronomie-Deals beschränken? Wie steht es um Luxusgüter, Flüge, Autos? Dazu will ich nicht allzu viel sagen – daran arbeiten wir noch. Wir werden versuchen Deals mit Fluggesellschaften abzuschliessen. Auch im Auto-Bereich wollen wir etwas bringen, das wäre aber eher im Bereich Promotion.

Weshalb glauben Sie an den langfristigen Erfolg von Social Buying? Da spielen verschiedene gesellschaftliche Faktoren mit. Die Leute wollen nach der Krise das Leben geniessen, gleichzeitig aber sparen. Unsere Angebote beinhalten grösstenteils Produkte und Dienstleistungen, die man immer braucht: Ferien, ein gutes Essen, einen Haarschnitt, eine Massage etc. Ausserdem arbeiten wir eng mit den KMU zusammen. Für die KMU in der Schweiz ist die Zusammenarbeit mit uns eine einmalige Chance. Sie können gratis und ohne Risiko ein enormes Publikum erreichen. Auf regulärem Weg Anzeigen zu schalten, könnten sich viele gar nicht leisten.

Werden Sie Ihre «mindestens 50 Prozent Rabatt Regel» beibehalten? Ja, das ist unser Konzept, das macht die Marke DeinDeal aus. Würden wir Aktionen im Auto-Bereich anbieten, müsste das auf einem anderen Weg geschehen, durch einen «sub-channel».

Welches ist Ihr Traumdeal? Das wäre wohl 50 Prozent Rabatt auf Ferien in den Malediven. Es sind unsere Travel-Deals, die mich persönlich am meisten begeistern. Meine Vision ist: Jeder, der last-minute spontan verreisen will, soll zuerst bei uns vorbeischauen, ob es einen passenden Deal gibt.

Was war die Motivation für diese enge Geschäftsbeziehung respektive Quasi-Übernahme durch Ringier? Um seitens DeinDeal die Reichweite zu erhöhen und seitens Ringier, eine Investition in den klaren Marktführer im

Und wird der Malediven-Deal in den nächsten paar Jahren Realität? Bestimmt. Vielleicht ohne den Flug, aber unsere HotelAngebote wollen wir sicher expandieren.

Kollektives Kaufen per Klick TEXT RIKA KOCH

Social Buying respektive kollektives Kaufen ist ein Phänomen, das viele bislang nur in seiner ursprünglichsten Form kannten; derjenigen des Gruppenrabatts. Einzelne Konsumenten schliessen sich zusammen und erhöhen so ihre Kaufkraft. Der Dienstleister oder Hersteller belohnt die steigenden Absätze mit einem Mengenrabatt und die Aussicht auf Rabatt lockt wiederum neue Kunden an.

Im Online-Zeitalter erhält das kollektive Kaufen eine neue Dimension, ist doch das Internet die ideale Plattform, um Anbieter und Käufer zusammenzubringen und Rabatte zu organisieren. Social Buying ist Gruppenrabatt via Internet und funktioniert wie folgt: Eine Vermittlerfirma bietet auf ihrer Website täglich Rabattangebote von Drittanbietern an. Internetnutzer können sich ein Rabattangebot innerhalb einer gegebenen Zeitspanne sichern und

bekommen im Gegenzug einen Gutschein, welchen sie üblicherweise innerhalb eines Jahres einlösen müssen. Der Vermittler kassiert eine Kommission zwischen 30 und 50 Prozent. Wie erfolgreich diese Strategie sein kann, zeigt sich am Beispiel des weltweiten Marktführers Groupon. Vor drei Jahren in Chicago gegründet hat Groupon heute einen Marktwert von mehreren Milliarden Dollar, operiert in über 30 Ländern (inklusive der Schweiz),

kokettiert mit dem Börsengang und wird vom Internetgiganten Google umworben. Bei einem so erfolgreichen Konzept lassen auch Nachahmer nicht lange auf sich warten. Seit März 2010 hat auch die Schweiz mit DeinDeal.ch ihre eigene Schnäppchen-Site. DeinDeal wurde von fünf Jungunternehmern nach dem Vorbild von Groupon gegründet und schwimmt auf der Erfolgswelle von Social Buying. Während Kritiker sich ob der «Geiz-ist-Geil»-Mentalität

erbosen oder vor einer erneuten Internetblase warnen, wächst DeinDeal kontinuierlich und gilt als eines der erfolgreichsten Start-ups der Schweiz. Innerhalb eines Jahres ist es von fünf auf über 100 Mitarbeitende angewachsen. Im Juni dieses Jahres übernahm Ringier 60 Prozent des Unternehmens. Über den Verkaufspreis schweigen sich die Parteien aus.

www.deindeal.ch


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MANAGEMENT l UZ DER FREIE PERSONENVERKEHR

Handhabung Grenzgänger Die Einstufung der Grenzgänger bezüglich der Sozialversicherungsunterstellung und der Quellensteuern kann sehr komplex sein. Daher ist eine umfassende Abklärung zwingend notwendig.

TEXT TONY BREY

Mit der Einführung des Personenfreizügigkeitsabkommen im freien Personenverkehr arbeiten immer mehr ausländische Mitarbeiter in der Schweiz, die jedoch ihren Hauptwohnsitz im Ausland beibehalten. Unterschieden werden muss, ob der Mitarbeiter täglich an seinen Wohnort zurückkehrt oder in der Regel nur an den Wochenenden. Dieser Unterschied ist deshalb wichtig, weil hier bezüglich der Steuern andere Grundlagen angewendet werden. Hier spricht man von Grenzgängern. Aufgepasst bei der Sozialversicherungsunterstellung Bei einer Anstellung von Grenzgängern stützt sich der Arbeitgeber in diesen Fällen oft auf den Ort/Staat der Auszahlung der Saläre ab. Gerade dabei merkt er jedoch nicht, dass je nach Konstellation die Grundlage für die Sozialversicherungsunterstellung in diesem Staat nicht gegeben ist. Dies kann zur Folge haben, dass Mitarbeitende, welche nicht dem richtigen Sozialversicherungssystem unterstellt sind, im Falle von Unfall, Krankheit, Invalidität oder Tod zu einem Haftungsfall mit hohen Kostenfolgen für die Unternehmung werden können. Werden solche neue Mitarbeiter angestellt, so ist der Arbeitgeber vielfach bereit, dass diese teilweise in ihrem Wohnsitzstaat arbeiten können. Selbst wenn Schweizer Arbeitgeber ihren Mitarbeitern die Möglichkeit anbieten, an einem oder mehreren Tagen im «Home Office» zu arbeiten, so kann dies bezüglich der Sozialversicherungsunterstellung weitreichende Konsequenzen haben. Bezüglich Sozialversicherungsunterstellung muss der Arbeitgeber die Grenzgänger nach deren Staatsangehörigkeit unterscheiden, das heisst, handelt es sich um EU/EFTA- oder Drittstaatsbürger, da diese unter Umständen verschiedenen Sozialversicherungssystemen unterstellt sind.

Foto: Bilderbox.ch

Abklärung Sozialversicherungspflicht Um den Grenzgänger richtig einstufen zu können, muss der Arbeitgeber folgende Fragen beantworten können: – Welche Nationalität hat der Arbeitnehmer? – Welches ist der Wohnsitzstaat des Arbeitnehmers? Wo wohnen die Familienangehörigen?

INTENSIVSTUDIEN In sechs Einzeltagen und einem zweitägigen Schlussseminar in Flims vertiefen Sie Ihr wWissen in aktuellen Kernthemen in den Richtungen: – Steuerrecht – Mehrwertsteuer. Melden Sie sich für eines der beiden Themen an und profitieren Sie vom Wissenstransfer und vom Klassenverbund, welcher für Ihr Netzwerk von grossem Nutzen ist! Anmeldung und weitere Informationen unter www.unternehmerforum.ch

– Welches sind die Staaten, in welchen eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird? – Handelt es sich um eine selbstständige oder unselbstständige Erwerbstätigkeit? Wenn diese Fragen beantwortet sind, kann der Unterstellungsstaat bestimmt werden, wobei aber noch die Ausnahmen bezüglich Krankenversicherung und Familienzulagen zu beachten sind. Die gesetzliche Grundlage Die Grundlage für die Bestimmung der Unterstellung bezüglich EU/EFTA Bürger findet sich in der Verordnung 1408/71 des Freizügigkeitsabkommens. Innerhalb Europas wurde diese Verordnung durch die neue Verordnung 883/2004 abgelöst, die jedoch in der Schweiz noch keine Gültigkeit hat (mögliche Einführung im Laufe des Jahres 2012). Die geltenden Bestimmungen besagen, dass die Mitarbeiter bei unselbstständiger Stellung nur in einem Staat sozialversicherungspflichtig sind. Bei gemischten Tätigkeiten, das heisst bei selbstständiger und unselbstständiger Tätigkeit gelten besondere Vorschriften. Die Sozialversicherungsbeiträge Dazu zählen AHV/IV/EO, ALV, Familienzulagen, BVG, obligatorische Unfallversicherung (BU/NBU), Mutterschaftsversicherung sowie auch die Krankenkasse. Befindet sich der Lebensmittelpunkt oder der Wohnort des Mitarbeiters im Ausland, ist er für einen Schweizer Arbeitgeber tätig und darf er zu einem Teil im Wohnsitzstaat arbeiten, sei es im «Home Office» oder dass er noch eine andere Tätigkeit im Wohnsitzland ausübt, so sind die Sozialversiche-

rungsbeiträge in seinem Wohnsitzland geschuldet und nicht in der Schweiz, was für alle Versicherungszweige gilt. Der Arbeitgeber muss die Sozialversicherungsbeiträge mit dem Wohnsitzland abrechnen, nach den entsprechenden Landesvorschriften. Dies bedingt, dass der Arbeitgeber sich bei den entsprechenden Behörden als Arbeitgeber registrieren lassen muss und verpflichtet ist, die entsprechenden Beträge abzuliefern. Die Quellensteuer Bezüglich der Ablieferung von Quellensteuern ist zu unterscheiden, ob der Mitarbeiter täglich an seinen Wohnort zurückkehrt oder nur wöchentlich. Bei wöchentlicher Rückkehr muss der Arbeitgeber die ordentlichen Quellensteuern nach den Tarifen abliefern und er darf nicht den speziellen Grenzgänger-Quellensteuertarif berücksichtigen. Die Fragestellung und die richtige Handhabung des Grenzgängers, der in verschiedenen Staaten eine Erwerbstätigkeit ausübt, sind komplex. Aus diesem Grunde wird dringend empfohlen, dass der Arbeitgeber dies detailliert abklärt, denn bei einer falschen Unterstellung oder mangelnder Abklärung wird er haftbar.

DER AUTOR

Tony Brey ist Direktor Tax Global Employer Services der Deloitte AG, Zürich.


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UZ l MANAGEMENT

«Es gilt einen beidseitigen Wissenstransfer zwischen den Generationen zu schaffen.»

H E R A U S F O R D E R U N G A LT E R S M A N A G E M E N T

Generation 50plus: Potenziale richtig nutzen Schon heute ist die Hälfte der Arbeitnehmer älter als 45, Tendenz steigend. Andererseits stagniert der Nachwuchs oder ist sogar leicht rückgängig. Der demografische Wandel verschiebt die Altersverteilung der erwerbstätigen Bevölkerung immer weiter. Damit stehen Personalpolitik, Arbeitsgestaltung und -organisation vor neuen Herausforderungen.

TEXT CORINNE BAUMGARTNER UND NICOLAS BURGER

Ein alternsgerechtes Personalmanagement, bei dem die Vorteile jeder Generation optimal genutzt werden, ist gewinnbringend für alle Beteiligten, für Mitarbeitende und Organisation. Der Erfahrungstransfer zwischen Jung und Alt muss gefördert werden, damit das wertvolle Know-How im Betrieb erhalten bleibt. Altersdurchmischte Teams fördern Kreativität und soziale Unterstützung. Es gilt einen beidseitigen Wissenstransfer zwischen den Generationen zu schaffen: Erfahrung gegen Befähigung in neuen Technologien. Das fördert den innerbetrieblichen Kompetenzaustausch nachhaltig. Erfolgreiches Altersmanagement Ein betriebliches Gesundheitsmanagement ist das geeignete Managementinstrument, um Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit, Motivation und Qualifikation von Mitarbeitenden durch altersdifferenzierte Massnahmen zu erhalten und zu fördern. Dabei wird die Gesundheit der Beschäftigten als strategischer Faktor in das Leitbild, die Kultur sowie die Strukturen und Prozesse der Organisation integriert. Gezielte Massnahmen der Gesundheitsförderung können einen wesentlichen Beitrag leisten, die Stärken und Potenziale gerade der älteren Mitarbeitenden gezielt zu fördern.

Sie tragen gemäss Eberhard Ulich, emeritierter Professor der ETH Zürich, dazu bei, arbeitsbedingtes frühzeitiges Altern zu verhindern und einen entsprechenden Leistungsrückgang zu verzögern. Die Handlungsfelder alternsgerechter Arbeitsgestaltung liegen in den Bereichen der ergonomischen Gestaltung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsausführung, Arbeitsanreicherung durch systematischen Arbeitsplatzwechsel (Minimierung einseitiger Beanspruchung), Verringerung von Zeitdruck sowie alterssensiblen Ausgestaltung von Arbeitszeitmodellen. Alternsgerechtes Führen als wichtigster Faktor Das Verhalten von Führungspersonen wirkt sich massgeblich auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden aus. Ihre Einstellung und Erwartungen, die das eigene Alter und das ihrer Mitarbeitenden betreffen, beeinflussen die Führungsbeziehung. Es ist wichtig, nach arbeitsbezogenen Motiven und Bedürfnissen älterer Mitarbeitenden zu fragen. Nur so können Aufgaben und Anforderungen, Anreizsysteme, Weiterbildungen etc. individuell abgestimmt werden. Führungskräfte sind also entscheidend beteiligt, wenn es um die Umsetzung der Instrumente und Massnahmen eines alternsgerechten Personalmanagements geht. Sie müssen aber darauf achten, dass diese Interventionen für jeden Mitarbeitenden einzeln angepasst werden. Schliess-


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MANAGEMENT l UZ

DIE AUTOREN

Foto: KEYSTONE/CARO/Ramesh Amruth

lich ist alt nicht gleich alt, und jung nicht gleich jung. Altern ist vielmehr ein individueller Prozess. Gemäss Prof. Dr. Martina Zölch von der Fachhochschule Nordwestschweiz sind die Unterschiede innerhalb einer Altersgruppe grösser als diejenigen zwischen verschiedenen Altersgruppen. Folglich ist es wichtig, Vorgesetzte für die Thematik eines

alternsgerechten Führens zu sensibilisieren. Gute Führungsarbeit ist ein Hauptfaktor für die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit älterer Mitarbeitender. Studien zeigen, dass es die wichtigste Ursache dafür ist, ob und wie lange ältere Mitarbeitende im Erwerbsleben verbleiben oder – wenn finanziell möglich – vorzeitig in den Ruhestand gehen.

Corinne Baumgartner und Nicolas Burger sind Arbeitsund Organisationspsychologen und Gründungsmitglieder sowie geschäftsführende Partner der Conaptis GmbH. Das Unternehmen mit Sitz in Zürich hat sich auf die Beratung im Bereich «Betriebliches Gesundheitsmanagement» spezialisiert. www.conaptis.ch

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UZ l WEITERBILDUNG

J Ö R G A E B I S C H E R , I C T- B E R U F S B I L D U N G S C H W E I Z

«Es gibt zu wenig Lehrstellen» Nachwuchs- und Ausbildungsplatzmangel im ICT-Bereich ist trotz rasantem technologischem Fortschritt weiterhin ein Thema. Diesem Problem widmet sich Jörg Aebischer von ICT-Berufsbildung Schweiz.

INTERVIEW BIRTHE GRAUTMANN

Herr Aebischer, ICT Berufsbildung Schweiz wurde im Frühjahr 2010 durch den Dachverband ICTswitzerland gegründet. Die Nachwuchsprobleme bestehen aber schon seit Jahren. Wieso wurde dieser Verband erst so spät ins Leben gerufen? ICT-Berufsbildung Schweiz wurde von ICTswitzerland gemeinsam mit den kantonalen bzw. regionalen ICT-Berufsbildungsorganisationen als Verein gegründet. In diesem Jahr sind mit dem Verband der Schweizer Druckindustrie und dem Schweizerischen Verband für visuelle Kommunikation zwei nationale Organisationen hinzugekommen. Das unterstreicht zum einen das Bedürfnis nach einem Schweizerischen ICT-Berufsbildungsverband und zum anderen, dass es uns offenbar gelungen ist, innert kurzer Zeit eine gewisse Bedeutung zu erlangen. Nun ja, Nachwuchsprobleme in der ICT gibt es schon länger. Die Branche war bisher auch nicht untätig. Es gab und gibt viele Organisationen und Aktivitäten, die dasselbe Ziel, die nachhaltige Beschaffung von ICT-Fachkräften im eigenen Land, verfolgen. Neu ist jedoch, dass mit ICT-Berufsbildung Schweiz nun eine Organisation alle diese Aktivitäten zusammenfassen, koordinieren und damit mit mehr Wirkung umsetzen soll.

Foto: zVg

weis- und Diplom-Absolventen und eine Verdoppelung der ICT-Studierenden an den Fachhochschulen. Damit wird deutlich: Unternehmen, welche sich ihre Zukunft sichern wollen, müssen heute Lehrstellen schaffen. Ohne Lehrabgänger gibt es keine höher qualifizierten Fachkräfte. Selbstverständlich gibt es noch eine Reihe weiterer Ziele, welche wir erreichen wollen, wie z.B. die Schweiz weite Qualitätssicherung in der Ausbildung oder – und das ist letztlich für alles Weitere entscheidend – die nachhaltige Finanzierung unserer Verbandsaktivitäten. Im Moment können wir dank einer Stiftung, welche aktuell von der Credit Suisse und der Swisscom finanziert wird, unsere Aufgaben erfüllen. Mittelfristig müssen und wollen wir aber ein anderes Finanzierungsmodell finden, das möglichst viele, welche von unseren Aktivitäten profitieren, in die Pflicht nimmt. Das wird der Beweis sein, ob es der Wirtschaft tatsächlich ernst ist, gegen den ICT-Fachkräftemangel anzutreten. Alleine schafft das kein Unternehmen. Dazu braucht es einen Verband wie ICT-Berufsbildung Schweiz.

Was konnten Sie bis jetzt schon bewirken? Bezüglich der quantitativen Ziele kann ich noch keine fundierte Aussage machen. Der statistische Betrachtungszeitraum ist zu kurz. Die «Inkubationszeit» unserer Massnahmen ist viel länger als nur ein paar Monate. Wir müssen den Trend über die nächsten Jahre verfolgen. Trotzdem gibt es einige punkZUR PERSON tuelle und direkte Erfolge aus dem Wirken vieler Warum ist es so schwierig, Unternehmen zu Jörg Aebischer ist Geschäftsführer ICT-BerufsAkteure zu verzeichnen: Im Kanton Bern wird z.B. motivieren, in der ICT-Branche mehr bildung Schweiz. ab 2012 neu eine Informatikmittelschule aus der Ausbildungsplätze zu schaffen? joerg.aebischer@ict-berufsbildung.ch Taufe gehoben. Im Kanton Zürich konnten schon in Leider ist es tatsächlich so, dass im Bereich der ICT diesem Jahr zusätzliche Schulplätze geschaffen werder Ruf der Wirtschaft nach qualifizierten ICTden. Andernorts werden vermehrt Mediamatiker ausgeFachkräften viel grösser ist als ihr Engagement selber aktiv bildet. Im Bereich der höheren Berufsbildung wurden im dagegen anzutreten, sprich auszubilden. Grundsätzlich Juli vier neue Prüfungsordnungen für ICT-Fachausweise gäbe es genügend junge Leute, die in der ICT tätig werden eingereicht. Die Ausbildungen starten bereits im Herbst möchten, aber es gibt zu wenige Lehrstellen. Das hat meh2011. Und auch als Verband werden wir wahrgenommen. rere Ursachen: Zum einen glauben fälschlicherweise viele Wie gesagt, konnten wir bereits auf Antrag hin neue MitUnternehmer, vor allem aus KMU, dass es kompliziert sei glieder in die Trägerschaft aufnehmen. Dafür dass die neue oder sie als Lehrbetrieb den Lernenden nicht genügend zu Geschäftsstelle erst seit dem 1. Mai dieses Jahres operativ bieten hätten. Zum anderen sind da die Grossbetriebe, die in Betrieb ist und wir per 1. Juli noch den Sitz-Wechsel von eher eine Hochschulabsolventen-Kultur pflegen und die Zürich nach Bern vollzogen haben, bin ich mit dem bisher Berufsbildung tendenziell zu wenig wertschätzen. Dann Erreichten sehr zufrieden. Klar: Wunder konnten wir in diesind da noch die im ICT-Umfeld oft anzutreffenden intersen paar Monaten noch keine bewirken. Doch das wird vernationalen Unternehmungen, welche von ihrer z.B. angelsächsischen Prägung her das duale Berufsbildungssystem mutlich auch in Zukunft so bleiben, denn an Wunder glaugar nicht kennen. be ich nicht. Viel eher müssen wir weiter hart arbeiten und die Unternehmen vom ökonomischen Nutzen einer starken Welches sind die Hauptziele von ICT-Berufsbildung Berufsbildung überzeugen. Schweiz? Bis 2017 fehlen uns in der Schweiz netto 32‘000 ICT-FachEs gibt viele Quereinsteiger in der ICT-Branche. kräfte, wenn wir gleich wenig ausbilden wie heute und wir Ist das eine Chance zur Behebung unseres von einer Zuwanderung im heutigen Rahmen ausgehen. IT-Spezialisten-Mangels? Unsere Verbandsziele leiten sich direkt daraus ab: Wir streDiejenigen, die heute in der ICT tätig sind und keine forben 3‘000 zusätzliche Lehrstellen an. Das ist die Basis für male ICT-Ausbildung von der Pike auf absolviert haben, die weiteren Ziele: Eine Verdoppelung der ICT-Fachauswerden in Zukunft immer mehr einer Minderheit angehö-


WEITERBILDUNG l UZ ren. Die Berufsbilder in der ICT sind verglichen mit den meisten gewerblichen Berufen sehr jung, weshalb eine entsprechende Grundausbildung gar noch nicht so lange möglich ist. Dementsprechend gibt es heute viele Quereinsteiger. Diese ICT-Fachkräfte sind aber mit der Entwicklung in der ICT gewachsen. Zudem hat die Dot-com-Blase Quereinsteiger begünstigt. Die ICT ist aber heute dermassen komplex, dass Quereinstiege immer schwieriger werden; zumindest in den ICTtechnischen Bereichen wie der Applikationsentwicklung oder der System- und Netzwerktechnik. Und gerade in diesen Bereichen werden Fachspezialisten gebraucht. Vielmehr müssen wir dafür sorgen, dass weniger ICT-Qualifizierte aus dem Beruf abwandern. Das ist heute rund ein Drittel! Da arbeiten wir am Berufsimage und die Unternehmen sind gefordert ihre Personalentwicklung sorgfältiger anzugehen. Die Schweiz liegt trotz Fachkräftemangel im internationalen IT-Vergleich gemäss «Global Information Technology Report 2009-2010» des World Economic Forum unter den ersten fünf. Das ist eine beachtliche Leistung. Woran liegt das? Es ist immer eine Frage des Blickwinkels. Das «Digital economy ranking 2010» z.B. führt die Schweiz auf Rang 19 an. Vor 5 Jahren noch lag die Schweiz auf Rang 3. Dieses Ranking beurteilt die Länder bezüglich deren ICT-Fitness. Es ist richtig, dass wir in der Schweiz die besten Voraussetzungen haben, um im ICT-Bereich Weltspitze zu sein. Unser

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Bildungssystem, insbesondere das duale, ist hervorragend. Aber auch mit der ETH haben wir auf akademischem Level eine Hochschule mit Weltruhm. Dank unserer liberalen Wirtschaftsordnung haben wir eine extrem wettbewerbsfähige Wirtschaft. Unser einziger Rohstoff, den wir haben, ist unser Know-how. Damit können wir namhaft Wertschöpfung generieren. Bereits heute generieren die ICT-Fachkräfte in der Schweiz eine Wertschöpfung von rund 25 Mia. Franken. Das ist in etwa gleichviel wie die Versicherungsbranche oder die Chemie. Mit der sog. Digitalen Agenda 2020 haben ICTswitzerland und economiesuisse kürzlich die Diskussion auf politischer Ebene lanciert. Ziel ist es, dass die Schweiz bezüglich ICT-Position auf einen weltweiten Spitzenplatz zurückfindet. Sie werben im Banner ihrer Homepage auch Frauen an. Sind Jobs in der Informatik ideal für Frauen? Ja, sehr. Kaum ein anderes Berufsfeld ermöglicht derart flexible Arbeitsmodelle wie die ICT. Teleworking, Homeoffice und Arbeit zu jeder Tageszeit sind z.B. optimal mit Familienaufgaben vereinbar. Leider bestehen falsche Vorstellungen von ICT-Jobs, welche Frauen oft von dieser Berufswahl abhalten. ICT ist nicht primär technisch und mathematisch, sondern abwechslungsreich, dynamisch, kreativ und mit vielen Kontakten zu Kunden und Arbeitskollegen verbunden. Wir arbeiten intensiv daran das völlig falsche Klischee vom schmuddeligen, dicken und introvertierten Hacker abzulegen. ICT-Leute müssen genauso dynamisch sein wie ihr Umfeld, in welchem sie sich tagtäglich bewegen.

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UZ l RECHT

GESELLSCHAFTSRECHT

Überschuldung: Was tun? Finanzielle Krisenzeiten treffen nicht nur die Unternehmung schwer, sondern auferlegen unter gewissen Umständen auch dem Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft eine Reihe von wichtigen gesetzlichen Pflichten.

TEXT SARAH SCHNEIDER UND BENJAMIN KURMANN

Der vorliegende Beitrag zeigt auf, welche Pflichten der Verwaltungsrat bei einer Kapitalverlust- oder gar einer Überschuldungssituation der Gesellschaft zu berücksichtigen hat und welches die Folgen sind, sollte der Verwaltungsrat diese Pflichten absichtlich oder fahrlässig missachten. Unübertragbare und unentziehbare Aufgaben des Verwaltungsrats Gemäss Art. 716a Abs. 1 OR hat der Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft unübertragbare und unentziehbare Aufgaben zu erfüllen. Eine Delegation dieser Aufgaben an Drittpersonen ist nicht zulässig, wenngleich die Vorbereitung, Ausführung und Überwachung der Beschlüsse des Verwaltungsrats jedoch an einzelne Mitglieder des Verwaltungsrates übertragen werden können. Die Verantwortung für die jeweiligen Beschlüsse verbleibt hingegen stets beim gesamten Verwaltungsrat. Zu diesen unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben des Verwaltungsrats zählt mit der sogenannten Bilanzdeponierung unter anderem auch die Benachrichtigung des Richters im Fall der Überschuldung der Gesellschaft (Art. 716a Abs. 1 Ziff. 7 i.V.m. Art. 725 Abs. 2 OR). Die Pflicht zum umgehenden Handeln trifft den Verwaltungsrat jedoch bereits früher, denn nach herrschender Lehre gehört im Falle eines sogenannten Kapitalverlusts auch das Erfordernis der Orientierung der Generalversammlung sowie die Vorbereitung und der Vorschlag von Sanierungsmassnahmen nach Art. 725 Abs. 1 OR zu den unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben des Verwaltungsrats. Kapitalverlust: das gesellschaftsrechtliche «Alarmzeichen» Ein Kapitalverlust liegt dann vor, wenn in der letzten Jahresbilanz ersichtlich ist, dass die Aktiven neben dem Fremdkapital nicht mehr die Hälfte des Aktienkapitals und der gesetzlichen Reserven decken. Dieses gesellschaftsrechtliche «Alarmzeichen» verpflichtet den Verwaltungsrat, Sanierungsmassnahmen vorzubereiten und in entschlussreifer Form der Generalversammlung vorzulegen. Zu diesem Zweck hat der Verwaltungsrat unverzüglich eine ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen (sog. Sanierungsversammlung). Soweit mehr Zeit benötigt wird, um die Vermögenslage genauer abzuklären oder um detaillierte Sanierungsvorschläge auszuarbeiten oder zu überprüfen, sind geringfügige Verzögerungen jedoch toleriert. Überschuldung: Der Gang zum Richter Von einer Überschuldung spricht man, wenn die Aktiven neben dem Fremdkapital das Aktienkapital und die Reserven nicht mehr decken. Die Schulden der Gesellschaft sind also grösser als die der Gesellschaft gehörenden Vermögenswerte. Die hier besprochenen Pflichten treffen den Verwal-

tungsrat nicht nur, wenn sich eine Überschuldung der Gesellschaft aus der letzten Jahresrechnung ergibt. Der Verwaltungsrat muss auch während des Geschäftsjahres die Augen nach konkreten Verdachtsmomenten offen halten und Vorkommnisse berücksichtigen, wie zum Beispiel nicht vorgesehene grosse Abschreibungen oder Rückstellungen. Besteht begründete Besorgnis für eine Überschuldung, hat der Verwaltungsrat eine Zwischenbilanz zu erstellen und diese einem zugelassenen Revisor zur Prüfung vorzulegen. Der Tatbestand der Überschuldung ist nur dann erfüllt, wenn die Forderungen der Gesellschaftsgläubiger weder nach einer Bilanzierung zu Fortführungs- noch zu Veräusserungswerten gedeckt sind. Ergibt die Überprüfung des Revisors eine Überschuldung der Gesellschaft, so ist der Verwaltungsrat verpflichtet, diese unverzüglich beim zuständigen Richter am Sitz der Gesellschaft anzuzeigen. Haftung des Verwaltungsrats bei Pflichtverletzungen Damit der Verwaltungsrat seine Pflicht der Benachrichtigung des Richters pflichtgemäss und sorgfältig wahrnehmen kann, sind solide Kenntnisse im Bereich des Rechnungswesens unabdingbar. Denn verletzt der Verwaltungsrat diese Anzeigepflicht – vorsätzlich als auch fahrlässig – hat er dies nach Art. 754 OR zu verantworten. Wird also trotz Vorliegens einer Überschuldung die Überschuldungsanzeige unterlassen und die Gesellschaft weitergeführt, liegt eine Konkursverschleppung vor, wobei der Verwaltungsrat der Gesellschaft für den dadurch entstandenen Schaden haftet. Unter Umständen macht sich der Verwaltungsrat zusätzlich der Misswirtschaft nach Art. 165 StGB schuldig, ein Delikt, das mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe bestraft werden kann. Um das Haftungsrisiko zu minimieren, ist daher für den Verwaltungsrat entscheidend, eine mögliche Überschuldung frühzeitig zu erkennen und falls erforderlich den Richter zu informieren. Die Tätigkeit des Verwaltungsrats in Bezug auf Forderungen aus Vermögensschäden kann zwar versichert werden, jedoch ist es ratsam, die Versicherungsdeckung im Vorfeld minutiös abzuklären. Rangrücktritt als Ausweg aus der Krise? Art. 725 Abs. 2 OR gibt dem Verwaltungsrat die Möglichkeit, auf die Benachrichtigung des Richters zu verzichten, wenn ein oder mehrere Gesellschaftsgläubiger im Umfang der Unterdeckung eine Rangrücktrittserklärung abgeben, d.h. im Rang hinter alle anderen Gesellschaftsgläubiger bis zu deren vollen Befriedigung zurücktreten. Eine solche Rangrücktrittserklärung muss unanfechtbar sein, weshalb der im Rang zurücktretende Gläubiger finanziell in der Lage zu sein hat, den Verlust der ganzen Forderung ohne eigene Überschuldung zu verkraften. Ein Rangrücktritt führt dem notleidenden Unternehmen jedoch weder neue Liquidität noch Eigenkapital zu, und somit wird die Gesellschaft auch nicht saniert. Dies wäre nur bei einem echten Forderungsverzicht der Fall.

Wenn die Schuldenwelle die AG erfasst. Foto: Bilderbox.de


RECHT l UZ

Gläubigerschutz und Konkursaufschub bei Aussicht auf Sanierung Die Regelung, wonach der Verwaltungsrat im Fall der Überschuldung den Richter benachrichtigen muss, liegt im Interesse der Gesellschaftsgläubiger, da dadurch ein Weiterwirtschaften des Verwaltungsrats durch den Richter verhindert werden kann, indem er das Unternehmen in der Regel der Zwangsliquidation zuführt. Der Richter hat jedoch gemäss Art. 725a Abs. 1 OR auch die Möglichkeit – verbunden mit bestimmten Auflagen – den Konkurs auf Antrag des Verwaltungsrats oder eines Gläubigers aufzuschieben, falls Aussicht auf Sanierung besteht. Bevor Sanierungsmassnahmen durchgeführt werden, ist der Verwaltungsrat verpflichtet, rechtliche und betriebswirtschaftliche Analysen der Ursachen der finanziellen Unternehmenskrise durchzuführen. In eine solche Analyse dürfen jedoch nicht nur die vergangenen Geschäftsjahre miteinfliessen, sondern es sind zwingend auch die künftigen Geschäftsentwicklungen zu berücksichtigen. Kann der Verwaltungsrat nach der Analyse die Sanierungsfähigkeit der Aktiengesellschaft nicht bejahen, darf er keine Sanierung vornehmen und muss, um den Schaden möglichst tief zu halten, beim Richter die Liquidation des Unternehmens beantragen. Als Sanierungsmassnahmen kommen unter Umständen etwa in Betracht: Verrechnung des Verlustes mit den Reserven, Aufwertung von Vermögenswerten, Erhöhung des Aktienkapitals, Herabsetzung des Aktienkapitals, Verkauf oder Abspaltung von Geschäftsbereichen, Forderungsverzicht, Entlassungen oder auch eine Neuformierung

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des Verwaltungsrates. Diese Auflistung ist jedoch nicht abschliessend. Risikoreiches Opting-out Seit dem 1. Januar 2008 haben Gesellschaften, die der eingeschränkten Revision unterliegen und im Jahresdurchschnitt nicht mehr als zehn Vollzeitstellen haben, die Möglichkeit, auf eine Revision gänzlich zu verzichten, falls sämtliche Aktionäre zustimmen. Dieses sogenannte Optingout führt dazu, dass die Gesellschaft auf die Revisionsstelle und somit auf die unabhängige Überprüfung der Jahresrechnung verzichtet. Zudem fällt damit auch häufig die einzige unabhängige Ansprechpartnerin des Verwaltungsrats für Fragen im Zusammenhang mit der Rechnungslegung dahin. Ein Opting-out führt zwar zu einer Kostenersparnis, da die Aufwendungen für die Revision wegfallen, doch gleichzeitig steigt auch die Gefahr, dass dem Verwaltungsrat, welcher für die Erstellung der Jahresrechnung sowie für die Benachrichtigung des Richters im Falle einer Überschuldung verantwortlich ist, Pflichtverletzungen unterlaufen. Die Praxis zeigt, dass der Verwaltungsrat von Fehlern in der Rechnungslegung, von sich ausdehnenden Risiken bis hin zum voranschreitenden finanziellen Zerfall mit der damit einhergehenden Überschuldung in der Regel erst später Kenntnis erlangt, als wenn eine jährliche Prüfung durch eine sachkundige Revisionsstelle stattgefunden hätte. Das Haftungsrisiko des Verwaltungsrats beim Opting-out ist damit erhöht, so dass solide Kenntnisse im Bereich der Rechnungslegung umso wichtiger sind.

DIE AUTOREN

Sarah Schneider und Benjamin Kurmann sind Rechtsanwälte bei der Wirtschaftskanzlei Stiffler & Partner in Zürich. Nebst Vertragsrecht beschäftigen sie sich unter anderem mit Gesellschaftsrecht, Erbrecht, Zivilprozessrecht und Immaterialgüterrecht.


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ZÜRCHERUNTERNEHMER

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P E R AV E S A G

Schweizer Fahrzeugbauer Weltmarktführer Der Fahrzeugbau hat in der Schweiz Tradition, Ajax, Dufaux Martini, Turicum zählten zu den ersten Fahrzeugmarken. Und Louis Chevrolet aus la Chaux-de-Fonds kreierte eine Weltmarke. Einer besonderen Nische hat sich die Peraves AG verschrieben. Sie befasst sich mit einer speziellen Fahrzeugkonstruktion, einem Kabinenmotorrad.

TEXT ADOLF FLÜELI

Kabinenmotorräder, die besonders als Rekordfahrzeuge bekannt sind, haben bereits Industriegeschichte (Dalniks) geschrieben. Arnold Wagner entwickelte 1984 das erste praxistaugliche Kabinenmotorrad. Es wurde in bewährter Flugzeugbauqualität konstruiert und gefertigt und verfügte über ein funktional einziehbares Stützfahrwerk. Einige Patente zeugen von diesen sehr innovativen Entwicklungen. Die ersten Fahrzeuge wurden mit dem BMW Motorrad-Boxermotor angetrieben und zudem mit einem Rückwärtsgang ausgerüstet. Später kamen die modernen BMW Motorrad-

Reihenmotoren in verschiedenen Versionen zum Einsatz. Insgesamt wurden bis 2005 90 ECO’s ( Ecomobile)gebaut. Der Weg zum Erfolg war für das Unternehmen steinig, besonders die Hürden, welche es zu überwinden gab, ein damals amtlich schlicht nicht existierendes Fahrzeug, das «Kabinenmotorrad», zum Strassenverkehr zuzulassen. Dank des unermüdlichen Einsatzes des Gründers konnte 1987 in der Schweiz schon vorab die Befreiung von der Helmpflicht erreicht werden, da das Kabinenmotorrad mit Anschnallgurten und Überrollbügel versehen war. Im Jahr 1996 führten zehn begeisterte ECO-Fahrer eine USA-Reise durch, auf welcher der Konvoi der unkonventio-

D I E FA H R Z E U G D AT E N 2-plätziges Hochleistungsfahrzeug MonoTracer. Der Fahrzeugführer benötigt den Motorrad-Führerschein Kategorie A. Modell Antrieb Energieträger Leistung Gewicht Beschleunigung 0-100 Höchstgeschwindigkeit (elektron. abgeriegelt)

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MonoTracer MTI-1600 6-Zylinder BMW Benzin 118 kW 500 kg < 5 sec 250 km/h

Monotracer MTE-150 ACP Elektroantrieb Elektrizität 150 kW 550 kg < 5 sec 250 km/h


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ZÜRCHERUNTERNEHMER D I E F I R M A P E R AV E S Die Firma Peraves AG ist eine sich in schweizerischem Besitz befindliche, nicht kotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Winterthur. Sie befasst sich seit 30 Jahren mit dem zukunftsweisenden Mobilitätskonzept des sicheren und energetisch hocheffizienten Kabinenmotorrads. Die Firma hat seit 2009 unter neuer Leitung durch Roger Riedener, Masch.-Ing. HTL, NDS FH auf der MonoTracer-Plattform eine marktfähige und kommerziell anspruchsvolle Produktpalette aufgebaut und ist zunehmend international tätig. Peraves AG, Winterthur Telefon 052 202 54 24 www.monotracer.ch

Peraves X-Tracer-Team: Sieg in den USA.

nellen Fahrzeuge auch im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten grosse Aufmerksamkeit und Anerkennung hervorrief. Die neue Fahrzeugkategorie etabliert sich Im Laufe der Zeit wurde die aufwändige händische Herstellung der selbsttragenden Kunststoff-Karosserien aus Kostengründen in ein ehemaliges Flugzeugwerk nach Tschechien verlagert. Die Zusammenarbeit mit BMW zur Lieferung der Motoren inklusive Getriebe und Kardanantrieb konnte über eine Kooperationsvereinbarung vertieft und langfristig abgesichert werden. Weitere Höhepunkte stellten die durch das Engagement der Söhne Urs und Felix Wagner erreichte Zertifizierung der Firma Peraves AG als Fahrzeughersteller sowie insbesondere auch die europäische Gesamtzulassung des Fahrzeuges dar, welche deren Export deutlich vereinfachte. Der MonoTracer entsteht Die Herstellung des klassisch-funktionalen, zeppelinartigen ECO’s wurde durch den Verlust der Produktionsformen infolge eines Brandes in Tschechien 2005 leider kurzfristig unterbrochen. Die Firma Peraves AG konstruierte in der Folge ein modernes Nachfolgemodell, den MonoTracer. Einen krönenden Höhepunkt stellten die erfolgreichen Messungen mit dem Prototypen des MonoTracers im VW-Windkanal dar, welche mit einem Luftwiderstand von 119 N bei 120 km/h hervorragende Werte ergab. Seit Aufnahme der Serienproduktion wurden die Stückzahlen stetig hochgefahren, seit 2009 wurden bis heute über 50 MonoTracer gefertigt. Die neue Fahrzeugkategorie setzt internationale Massstäbe Schon seit vielen Jahren träumte Roger Riedener, seit 20 Jahren ECO-Fahrer und ein sehr erfahrener Elektromodellflieger, von einem energieeffizienten Elektrofahrzeug. Anlässlich der Ausschreibung des Progressive X-PRIZE baute er zusammen mit Felix Wagner sein altes ECO auf Elektroantrieb um. Mit überragenden Fahrleistungen verblüffte er damit anlässlich des Jahrestreffens 2008 auf der Rennstrecke in Brünn sämtliche Insider einschliesslich Arnold Wagner. Darauf elektrifizierte die Peraves AG 2009 zwei MonoTracer für die Teilnahme am Wettbewerb. Unzählige Nachweisführungen wurden für die definitive Zulassung zum Wettbewerb eingefordert. Mit viel Engagement und etwas Glück gelang während der Aschewolke-

Fotos: Peraves X Tracer

Flugkrise im April 2010 der Versand der beiden mit ZHNummernschildern versehenen strassenzugelassenen Fahrzeuge in die USA. Nach vielen Tests im harten Wettbewerb auf dem Michigan International Speedway gewann das Team X-Tracer Switzerland mit einer spezifischen Reichweite von 206 MPGe (Meilen pro Gallone equivalent, d.h. Benzinenergie umgerechnet in Elektroenergie) den mit 2,5 Mio. US-Dollar dotierten Preis der Kategorie Tandem. Dieser Wert von 206 MPGe stellte zugleich den an diesem Wettbewerb über alle Kategorien erzielten Bestwert dar. Der E-Tracer ist ein reines BEV, Battery Electric Vehicle und mit einem Elektromotor von 150 kW ausgerüstet. Die Lithium-Polymer Batterien wiegen insgesamt bescheidene 120 kg und sind für dieses Fahrzeug durch Roger Riedener speziell ausgelegt, spezifiziert und konfiguriert worden. Das Fahrzeug verfügt nebst dem Batteriemanagementsystem über eine Rekuperation zur Rückgewinnung von Bremsenergie, was sich im Wettbewerb insbesondere bei den häufigen Stop & Go-Zyklen bestens bewährt hat. Die Reichweite des E-Tracers beträgt im Alltagsbetrieb mit einer Batterieladung echte 300 km. In den USA wurden zudem auf der Strecke von Los Angeles nach Las Vegas bei 120 km/h 300 MPGe erzielt. Die aktuelle unternehmerische Herausforderung Auf der bewährten Plattform des MonoTracers entsteht derzeit eine neue Fahrzeugfamilie, welche sämtliche Aspekte bezüglich Serienproduktion sowie neuer Technologien im Fahrzeugbau erfüllt. Dies beinhaltet insbesondere eine Fahrzeugelektronik neuester Generation, welche für beide Antriebsarten (Verbrennungsmotor und BEV Batterie Electric Vehicle) bedeutende Synergien ergibt. Nachdem die Kooperation mit der Firma BMW kürzlich erneuert und vertieft werden konnte, wird nach der derzeitigen Serieneinführung des neu als MonoTracer MTE-150 bezeichneten E-Tracers zukünftig der neue BMW 6-Zylinder Motorradmotor die Verbrennungsversion MonoTracer MIT-1600 befeuern. Somit verfügen beide Versionen über genügend Leistung, um auch den sportlichen Ambitionen der anspruchsvollsten Fahrer und Fahrerinnen gerecht zu werden. Die Fertigung wird mit kompetenten Partnern weiter international ausgebaut und modernisiert, um zukünftig ein gutes Gleichgewicht von Qualität, Leistung, Kosten und Preis zu erzielen. Derzeit führt die Firma Peraves AG eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Expansion durch.


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Open doors KV Jubiläums-Fest Samstag, 3. September 2011

K M U S W I S S V E R A N S TA LT U N G E N : 08.09.2011 KMU SWISS Podium 2011, «Die Macher» / Übergabe des Swiss Arbeitgeber Award / Dinner, Das Podium vom 08.September 2011 mit dem Thema «Die Macher» wird wiederum moderiert durch Franz A. Zölch. Er geht den Fragen nach, welches die Voraussetzungen für MacherInnen sind, welche Rahmen-Bedingungen gegeben sein müssen und was jeden der ausgesuchten Teilnehmer zu Höchstleistungen antreibt. Reservieren Sie sich noch heute einen Platz am KMU SWISS Podium 2011 und der Übergabe des Swiss Arbeitgeber Awards! 22.09.2011 KMU SWISS Infotable 09-11, «Mit Herz und Engagement dem Genuss verpflichtet». Seit über 150 Jahren hat sich maestrani Schweizer Schokoladen AG einem ganz speziellen Genuss verpflichtet: Der Schokolade. Am Produktionssitz im St. Gallischen Flawil stellen 140 engagierte Mitarbeitende einzigartige Produkten unter den Marken: maestrani, MINOR und Munz her. Wie sich das Unternehmen aufgestellt hat um sich im hart umkämpften Markt zu behauptet, wird ihnen aus dem Blickwinkel des Supply-Chain-Managements und des Marketings aufzeigt. Eine süsse, praxisnahe Erfahrung bei der Naschen erlaubt ist. 20.10.2011 KMU SWISS Infotable 10-11, «HD Voice - Orange & Nokia». Warum es Innovation braucht und warum die Innovation Kreativität im Herzen trägt. Was ist Innovation wirklich? Was sind tolle Beispiele dafür? Warum ist Kreativität das Geschäftsmodell der Zukunft? Diesen allgemeinen Fragen und der spezifischen Frage «Was bedeutet Innovation für Orange?» geht der Infotable auf den Grund. Beim Besuch von Orange und dem Blick hinter die Kulissen wird aufgezeigt, was Sie in Zukunft in der Telekommunikation erwartet und in welche Richtung sich das Netzwerk entwickelt. Welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen, wo hat es Verbesserungs- und Optimierungspotential? Nokia Telefone sind seit Jahren für grossartige Dinge bekannt – und die Sprachqualität ist definitiv eines von Ihnen. Wie also kann ein Telefon die Sprachqualität verbessern? Mit einer neuen Audio-Technologie namens «HD-Voice». Mehr dazu am Infotable bei Orange – lassen Sie sich entführen in die spannende Welt der Telekommunikation… Weitere und detaillierte Informationen finden Sie auf www.kmuswiss.ch

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l Nr. 9 l 2011

ZÜRCHERUNTERNEHMER

H A R S C H – E I N FA M I L I E N U N T E R N E H M E N

Durch Kunsttransporte zum weltweiten Spediteur Der sorgfältigen Planung, der Liebe zum Detail und dem uneingeschränkten Engagement, zuerst von Henri Harsch und danach von seinem Sohn Bertrand, ist es zu verdanken, dass die Firma Harsch bereits seit 50 Jahren in den Bereichen Kunsttransporte und Internationale Umzüge tätig ist.

TEXT ITA MC COBB

Bei der Planung der kommenden 50 Jahre suchte Bertrand Harsch nach einem Nachfolger. Er führte lange Gespräche mit seinem Sohn und seinen drei Töchtern und fand in seiner jüngsten Tochter Isabelle den Menschen, der nicht nur die Fähigkeit hat, das Geschäft zu leiten, sondern auch den Erfolg in der Zukunft weiterführen will. Die diplomierte Juristin war die Einzige, die deutlich sah, wohin die Firma zu steuern ist, und auch verantwortlich für die Umsetzung dieses Planes sein will. «Das liegt in meinen Genen», sagt sie. Erfolgsgeschichte Harsch wurde 1957 in Genf von Bertrands Eltern gegründet. Henri Harsch begann damit, Kunstgegenstände zu transportieren, zu verpacken und rund um die Welt zu versenden. Als sein Sohn Bertrand 1973 in die Firma eintrat, genoss diese einen ausgezeichneten Ruf und hatte grosse Anerkennung in diesem spezialisierten Marktfeld erlangt. Bertrand reiste sehr viel, vor allem in die USA, und konnte so dem Geschäft eine neue Dimension verleihen. Beson-

Isabelle und Bertrand Harsch.

Fotos: zVg


ZÜRCHERUNTERNEHMER

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deren Fokus wurde nun auf die EntÜbergänge sind nicht immer leicht. wicklung des Internationalen UmzugsDeshalb hat Bertrand dem Direktor geschäfts gelegt– einen Bereich, von Jean-Bernard Blanc die Verantwortung dem man guten Gewissens sagen kann, übertragen, Isabelle in alle Aspekte des dass die Firma mehr als erfolgreich Geschäfts einzuführen. Bertrand kann war. Heute ist das Unternehmen unter seine ausgezeichnete Beziehung zu Isaseiner Leitung in den Bereichen Natiobelle beibehalten und dabei sicherstelnale und Internationale Hausratsumlen, dass sie die bestmögliche Ausbilzüge, sowie der Verpackung und dem dung erhält. Dadurch riskiert er keines weltweiten Versand von Kunstgegender Probleme, die manchmal auftreten, ständen tätig. Beide Aktivitäten verwenn verschiedene Generationen einer zeichneten in den letzten Jahren ein Familie eng zusammenarbeiten. stetiges Wachstum. Die Geschäftsführung von Harsch Von ursprünglich zwölf Angestellentwickelte deshalb ein Programm, um ten 1973, stieg die Zahl der Mitarbeidie Einarbeitung über die nächsten fünf tenden auf über 100 Personen. In der Jahre zu garantieren. Zunächst wird Schweiz führt das Unternehmen NieIsabelle in der Logistik arbeiten, wo die derlassungen in Zürich, Basel und LauUmzüge organisiert und koordiniert sanne, der Firmensitz ist in Genf. Somit werden – die tragende Säule eines wurde eine solide Basis aufgebaut. Das Geschäftsführer in Zürich: jeden Umzugsunternehmens. Danach Unternehmen zeichnet sich nicht nur Stephan Scheiwiller. wird sie alle Abteilungen der Firma durch Fachkompetenz als internatiodurchlaufen, beginnend mit der Kunstnales Umzugsunternehmen und Kunstspedition aus, sonabteilung. Nach ihrer vollständigen Integration wird sie bei dern auch durch die hochmodernen Lagerräume für Areinigen Partnern und Spediteuren von Harsch auf der ganchive und Kunstgegenstände und den sehr erfolgreichen Rezen Welt arbeiten. location Service. Die Firma ist sich bewusst, wie wichtig es ist, stets am Ball zu bleiben. Sie nutzt deshalb alle Vorteile . . . und für die Zukunft? des Internets, profitiert von der direkten Kontaktaufnahme Harsch ist in der Schweiz und in den internationalen Orgaund der sichtbar leichten und schnellen Kommunikation. nisationen fest verankert und ist bestrebt, das internationale Geschäft durch Ausbau und Verfeinerung des eigenen weltweiten Netzwerkes auszuweiten, dieses umfasst «Umzug in der dritten Generation» Agenten in annähernd 100 Ländern. Unter Bertrands Führung wurde die Firma erfolgreich nach ISO 9001 und 14001 zertifiziert. Bertrand Harsch: «Die VorWorauf führen Bertrand und Isabelle den Erfolg des bereitung für diese beiden Zertifizierungen war eine wertUnternehmens zurück? «Es ist wichtig, gute Leute einzuvolle Erfahrung für die Firma, da wir wirklich über unsere stellen und auf diese zu hören und vor allem die MitarbeiStruktur und unsere künftigen Pläne nachdenken mussten, ter anzuerkennen, die Ideen haben», meint Bertrand Harsch. auch warum wir auf diesem Gebiet tätig sind. Sowohl die Und Isabelle fügt hinzu: «Wir sind nicht nur ein FamilienGeschäftsführung als auch die Angestellten mussten auf die betrieb, Harsch arbeitet wie eine Grossfamilie, in der alle an einem Strang ziehen, um gemeinsam das gleiche ErgebFeinheiten achten, wie wir das vorher wohl nie gemacht haben. Und am besten war, dass wir nicht dazu gedrängt nis zu erzielen.» wurden, die Dinge in einer besonderen Weise abzuwickeln, sondern dazu ermutigt wurden, ganz wir selbst zu sein.» www.harsch.ch

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l Nr. 9 l 2011

ZÜRCHERUNTERNEHMER

WEB MANAGED PRINT SERVICES

Die nächste Generation Managed Print Services (MPS) weisen grosses Potenzial auf, wenn es darum geht, die Gesamtkosten für das Output-Management, also Drucken, Kopieren, Faxen, zu senken und die Effizienz für das Dokumentenmanagement zu steigern. Noch einen Schritt weiter gehen WMPS – Web Managed Print Services. Diesem interaktiven und webbasierten Lösungsansatz gehört die Zukunft.

TEXT BEAT OBERHOLZER

Eine Reduktion der Betriebskosten steht bei vielen Unternehmen weit oben auf der Prioritätenliste. Und dass ein gut organisiertes und effizientes Dokumentenmanagement wesentlich dazu beitragen kann, die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens zu verbessern, spricht sich immer mehr im Markt herum. Aus gutem Grund. Noch immer befinden sich in vielen Firmen unterschiedliche Drucker, Kopierer, Scanner, Faxgeräte und Multifunktionssysteme verschiedener Anbieter in Betrieb. Dabei bieten sich insbesondere bei den Kosten schnell einmal Einsparpotenziale in der Grössenordnung von 30 Prozent oder mehr. MPS schafft Kostentransparenz Möglich machen dies Managed Print Services. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei MPS um einen Ansatz zur Optimierung und Steuerung des individuellen Druckoutputs von Unternehmen. Professionelle MPS-Konzepte verfolgen konsequent eine umfassende Vorgehensweise: Zu den wichtigsten Schritten zählen eine vorhergehende, gründliche Analyse der bestehenden Infrastruktur und Dokumentenprozesse, die daraus folgende systematische Planung für eine optimierte Infrastruktur aus Hard- und Software, deren Implementierung sowie im Anschluss den Betrieb, inklusive Wartung und Support. Ziel jeder MPS-Lösung ist letztlich immer eine Effizienzsteigerung. Meist stehen dabei Faktoren wie beispielsweise die Senkung des TCO (Total Cost of Ownership) oder einer Verbesserung der Kopier- und Druckleistung im Vordergrund. Durch den Einsatz moderner, energiesparender Bürokommunikationssysteme und einer individuellen, bedürfnisorientierten Lösung für das unternehmensweite Druck- und Dokumentenmanagement können diese Zielsetzungen erreicht werden, indem optimierte Druckprozesse implementiert werden.

Gemeinsam nach einer individuellen, bedürfnisorientierten Lösung suchen.

DIE VORTEILE VON WMPS IM ÜBERBLICK – Interaktivität auf höchstem Niveau – Integratives Datenmanagement – Alle Prozesse werden zentral über das Web gesteuert – Maximale Aktualität und Transparenz – Hoher Automatisierungsgrad – Optimierung von Datenkonsistenz und -verfügbarkeit – Unternehmen können sich auf ihr Kerngeschäft fokussieren

Die nächste Stufe lautet WMPS Die logische Fortsetzung des MPS-Ansatzes, wie er von Graphax vorangetrieben wird, sind Web Managed Print Services (WMPS). Wie der Name bereits sagt, kommt bei WMPS dem Internet eine Schlüsselbedeutung zu. Vielfach ist es heute so, dass Unternehmen die Gesamtsicht über die Dokumentenprozesse fehlt und nur immer gerade ein bestimmter Teilbereich gesehen wird. Damit das Potenzial von MPS aber voll ausgeschöpft werden kann, ist volle Transparenz eine wichtige Vorraussetzung. Da drängt sich Webtechnologie geradezu auf.

Die Lösung ist ein interaktives Prozess-Portal für das ganze Datenmanagement. Basierend auf funktionalen Profilen können webbasiert alle relevanten Auftrags- und Konfigurationsprozesse zwischen Kunde und Graphax gesteuert werden – von der Initialisierung bis zur Einbettung in die operativen Abläufe. Der hohe Integrationslevel eines solchen Web-Portals sorgt sowohl für optimale Datenkonsistenz und -verfügbarkeit als auch für die gewünschte Transparenz. Zudem können mit standardisierten Schnittstellen Umsysteme datentechnisch laufend aktualisiert und kundenspezifische Workflows jederzeit integriert werden. Auf diese Weise wird ein sehr hoher Automatisierungsgrad erreicht.

Foto: zVg


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ZÜRCHERUNTERNEHMER Alles läuft über das Web-Portal Das Web-Portal ist also gewissermassen Dreh- und Angelpunkt einer MPS-Lösung der nächsten Generation, wo alle Fäden zusammenlaufen. Es dient als zentrale Anlaufstelle sowohl für den Kunden als auch den Anbieter. Wesentliche Elemente einer solchen Plattform sind erstens ein integrierter Warenkorb mit einem dazugehörigen Konfigurator, über welchen der Kunde sämtliche Bestellvorgänge – vom Verbrauchsmaterial bis zum neuen Multifunktionsgerät – bequem abwickeln kann. Zweitens bietet das Portal eine übersichtliche Auftragsverfolgung; alle am Prozess Beteiligten können zu jedem beliebigen Zeitpunkt sehen, in welcher Phase man sich gerade befindet und welche Schritte noch anstehen. Das fängt an bei der Bestellauslösung des Kunden mit den dazugehörigen Freigabeprozessen, geht über alle erforderlichen Konfigurationen seitens des Anbieters und endet schliesslich bei der Lieferung beziehungsweise Installation und der Übernahme der Daten in die erforderlichen operativen Systeme. Drittens basiert der ganze Workflow auf klar definierten Profilen. Je nach Funktion einer Person sind so die unterschiedlichen Zugangsberechtigungen und Eingabemöglichkeiten eindeutig geregelt und im Portal hinterlegt. Auch der gesamte Informationsfluss wird damit gesteuert. Ausserdem sorgen verschiedene Phasen und Kontrollpunkte innerhalb des ganzen Workflows für die notwendige Qualitätssicherung und optimierte Abläufe. Datenübernahme in operative Systeme Viertens sorgt das Portal für eine automatische Datenüber-

nahme ins Flottenmanagement und bei Bedarf in operative Systeme – egal ob es sich dabei um Geräte-, Personen-, Liefer- oder Servicedaten handelt. So gelangen zum Beispiel Störungsmeldungen oder Verbrauchsmaterialbestellungen ohne Verzögerung zur richtigen Stelle, um die erforderlichen Massnahmen in die Wege zu leiten. Und der Kunde ist über das Web-Portal stets im Bilde, was gerade läuft. Fünftens schliesslich wird mit dem Portal eine sehr hohe Datenkonsistenz und -verfügbarkeit erreicht. Sämtliche relevanten Daten sind auf der Plattform zentral und sauber hinterlegt und können dort gepflegt werden. Ausserdem stehen die Daten natürlich rund um die Uhr zur Verfügung, auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphones, und sind immer auf dem neusten Stand. Auf das Kerngeschäft konzentrieren Web Managed Print Services verfügen über eine ganze Reihe von entscheidenden Vorteilen. In der Summe wohl am wichtigsten: Durch die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Anbieter wie Graphax können sich Unternehmen vollumfänglich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Sie legen lediglich die auf ihre spezifischen Bedürfnisse passende Strategie für das Dokumentenmanagement fest und lassen sich den Rest durch einen kompetenten, starken Partner abnehmen. WMPS weisen deshalb so viel Potenzial auf, weil sie den Geschäftsalltag insgesamt einfacher machen und den Kunden einerseits mehr Zeit für das Wesentliche lassen und andererseits nachhaltige Wettbewerbsvorteile verschaffen.

DER AUTOR Beat Oberholzer ist Leiter Solutions/Projekte der Graphax AG. www.graphax.ch

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ZÜRCHERUNTERNEHMER

GEBÄUDEVERSICHERUNG KANTON ZÜRICH (GVZ)

Die selbständige Alternative Die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich GVZ ist über 200 Jahre alt. Das historische Modell mit Obligatorium und Monopol wurde im Jahr 2000 von einer kantonalen Amtsstelle in eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts überführt. Wir unterhielten uns mit CEO und Direktor Bruno Wittwer.

INTERVIEW PETER BLATTNER

Herr Wittwer, was hat sich seit der Überführung für die GVZ und ihre Kunden geändert? Mit dem Volksentscheid vom 7. Februar 1999 ist die Umwandlung der GVZ von der Amtsstube zu einer selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt beschlossen worden. Damit wurde auch die Weiterführung von Obligatorium und Monopol der Gebäudeversicherung legitimiert und eine sechs Jahre andauernde Privatisierungsdiskussion beendet. So ist ein alternatives Modell zu den Privatisierungen entstanden. Für die Kunden hat sich nichts verändert, die Prämien blieb gerade deswegen tief und stiegen nicht an, wie beispielsweise bei den Ländergebäudeversicherungen in Deutschland, welche das Monopol verloren haben und die Wettbewerbskosten auf die Prämien umwälzen mussten. Für die GVZ als Institution ging es darum, die Selbständigkeit zu gestalten und die Vorteile sorgsam umzusetzen, so die Verschiebung der Strategieverantwortung vom Regierungsrat zum Verwaltungsrat der GVZ, der Verzicht auf die Staatsgarantie, die selbständige Bewirtschaftung der Reserven sowie die Übernahme der operativen Verantwortung durch den Direktor. Für Hausbesitzer im Kanton ist die GVZ obligatorischer Versicherungspartner, welche Vorteile gegenüber konventionellen Versicherern hat er dadurch? Die HauseigentümerInnen erhalten für eine wortwörtlich «konkurrenzlos» tiefe Prämie eine Neuwertversicherung gegen Brand- und Elementarschäden. Die GVZ erhebt mit 0,32 Promille des Versiche-

ZUR PERSON Bruno Wittwer, lic. oec., (1946) war Realschullehrer und studierte Volkswirtschaft an der HSG. Von 1974 bis 1985 arbeitete er als Sekretär der Finanzdirektion Kt. ZH und war acht Jahre Stabschef und stv. Chef der Finanzverwaltung. Seit 1994 ist er CEO und Direktor der GVZ.

rungswertes die tiefsten Prämien in der Schweiz und soweit bekannt auch in Europa. Diese Kalkulation beruht auf der obligatorischen und grossen Solidargemeinschaft der HauseigentümerInnen im Kanton Zürich ohne Risikoselektion und Wettbewerbskosten. Die Prämie beruht auf der GVZ-Gebäudeschätzung, welche nach einheitlichen Kriterien durchgeführt wird. Diese ist rechtlich gesehen eine Verfügung und daher rekursfähig. Der Nachteil besteht in der fehlenden Vertragsfreiheit. Der Systemvergleich zu den privaten Gebäudeversicherung in den monopolfreien Kantonen GE, UR, SZ, TI, AI, VS und OW zeigt aber, dass dort deutlich höhere Prämiensätze verlangt werden und die Deckung nicht konsistent ist. Von wem ist die GVZ finanziell abhängig? Finanziell ist die GVZ vollkommen unabhängig. Sie bekommt vom Staat nichts und gibt ihm nichts.Sie besorgt aber im Auftrag des Staates im Rahmen des Gesetzes über die Feuerpolizei und das Feuerwehrwesen zusammen mit den Gemeinden die Feuerpolizei und die Feuerwehr. Die GVZ finanziert ihren etwa hälftigen Anteil an den gesamten Aufwendungen für diese Aufgaben aus der Brandschutzabgabe, welche 0,1 Promille des Versicherungswertes beträgt. Diese ist in der Prämie von 0,32 Promille enthalten, d.h. für die Versicherung wird nur 0,22 Promille beansprucht. Ist ein Monopol noch zeitgemäss? Monopole erzeugen als Hauptmerkmal eine Monopol-Rente. Eine solche kann bei öffentlich-rechtlichen Monopolen weder Ziel noch Rechtfertigung sein. Wenn es um die Sicherstellung einer Grundversorgung oder einer grundlegenden öffentlichen Aufgabe geht, sind Monopole ökonomisch gesehen effizienter und damit gemeinnutzenverträglicher als Wettbewerbskonstruktionen. Dies zeigen Vergleiche aus der Energie- und Wasserversorgung oder dem Flughafen Zürich zeigen. Wer ist für die Strategie der GVZ zuständig? Das Gesetz über die Gebäudeversicherung regelt die Zuständigkeiten. Die Stra-

tegie legt der Verwaltungsrat fest. Die Direktion besorgt deren operative Umsetzung. Der Kantonsrat genehmigt den Geschäftsbericht und die Jahresrechnung und übt im Rahmen seiner Oberaufsicht, das legal controlling aus. 2010 blieb die GVZ von grossen Elementarschäden verschont, sodass ein Ertragsüberschuss von 29 Millionen Franken erzielt wurde. Wie wird dieser verwendet? Zusammen mit den Kapitalerträgen blieben dem Verwaltungsrat aus der Rechnung 2010 50 Mio. Franken zur Verwendung. 24 Mio. Franken sind dem Reservefonds, 17 Mio. Franken dem Erdbebenfonds und 9 Mio. Franken sind für die Personalvorsorge zurückgestellt worden. Hier entscheidet der Verwaltungsrat über die konkrete Verwendung. Sie investieren in Immobilien zwecks Anlage im Reservefonds. Wird sich dieser Markt im Kanton Zürich weiterhin so rasant entwickeln wie bisher? Die Anlagen für den Reservefonds und den Erdbebenfonds erfolgen ausschliesslich nach den vom Verwaltungsrat genehmigten Anlagerichtlinien. Da die GVZ mit dem Übergang zur Selbständigkeit ausser dem Geschäftssitz keine Immobilien enthielt, hat der Verwaltungsrat entschieden, dass die GVZ rund 10 bis 15 Prozent der Anlagen in ImmobilienDirektanlagen investieren kann. Damit soll kein Trend verstärkt werden, vielmehr dient dies zu Stabilisierung des wertschriftenlastigen Portofolios und damit zur Risikodiversifikation.

KENNZAHLEN GVZ 2010 Versicherte Gebäude: Versicherungswerte: Ertrag: Mitarbeitende: Schätzer/innen: Blitzschutzaufseher: Feuerwehrinstruktoren und Kursleiter:

282 000 428 Mia Franken 165 Mio Franken 95 110 15 150

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O L I V E R E VA N S , C H I E F C A R G O O F F I C E R , S W I S S I N T E R N AT I O N A L A I R L I N E S A G

Erfolg durch Teamarbeit 1. Warum sind Sie Unternehmer geworden? Mein Wunsch war es, eine Firma wie Swiss WorldCargo leiten zu können. Darauf bin ich jetzt mächtig stolz. Wir haben ein hervorragendes Team, einen guten Ruf und den Freiraum, das Qualitäts-Markenzeichen unserer Produkte und unseres Heimatlandes in die Welt zu transportieren. Leadership ist ein Privileg und das schätze ich jeden Tag meines Lebens. 2. Wenn nichts unmöglich wäre, was wäre Ihr Traumjob? Ich wäre ein Künstler. Künstler kennen keine Grenzen für ihre Ausdrucksweise, und – ihre Arbeit ist für alle zugänglich, die das Glück haben, sie sehen zu können. Ungeachtet von ihrer Rasse, Glauben, Kultur oder dem gesellschaftlichem Status. 3.Was mögen Sie nicht an Ihrer Branche? Wir haben zu lange an den Mythos «Cargo» als untergeordnete Branche in der Airline-Industrie gedacht, wohingegen das Passagier-Geschäft immer im Rampenlicht stand. In der Tat sind wir aber die entscheidende Antriebskraft des globalen Handels und jede Sendung, die wir transportieren, hat eine faszinierende Geschichte zu erzählen. Es wurde Zeit, dass wir aus unserem Schatten heraustreten und der Welt zeigen, wie wundervoll und komplex unsere Branche ist. 4. An welches Ereignis in Ihrer Karriere erinnern Sie sich am liebsten? Es war im zweiten oder dritten Jahr meiner Karriere. Ich war während dieser Zeit in New York und unsere Firma erzielte ausserordentliche Resultate. Die Sekretärin, eine junge, dunkelhäutige Frau, entnahm das Fax aus der Maschine, erblickte die guten Zahlen, rannte aus Freude schreiend im Büro hin und her und steckte uns alle damit an. Da lernte ich, wie stark ein Team durch Erfolg zusammengeschweisst werden kann, unabhängig von derer Herkunft oder Funktion. 5. Was war Ihr grösster Fehlentscheid? Ich wünschte mir, dass ich am Anfang meiner Karriere nicht so Gas gegeben hätte, dann hätte ich als junger Vater meinen kleinen Kindern mehr Zeit widmen können. 6. Welche Persönlichkeit hätten Sie schon immer einmal gerne getroffen? Gerne würde ich Barack Obama treffen. Zum einen wegen seines recht unge-

wöhnlichen Hintergrunds, wegen der ausserordentlichen Herausforderungen, denen er sich gestellt hat und stellen muss, und letztlich wegen seiner Weisheit, die, so wie er sie anwendet und einsetzt, zu einem Wendepunkt in der Geschichte führte, nämlich, dass auch andere Länder beginnen, nun ihre Macht zu teilen. Eine Macht (und Verantwortung), die bislang für ungefähr ein ganzes Jahrhundert zu einem grossen Teil monopolistisch von den Vereinigten Staaten vertreten wurde. 7. Worüber können Sie sich ärgern? Eigentlich lasse ich mich nicht aus der Ruhe bringen, aber manchmal . . . 8. Wie erholen Sie sich vom Stress? Ich habe viele Arten, mich zu entspannen: Sport (Rudern, Wandern, Schwimmen) oder Hobbies wie Lesen und im Garten

arbeiten. Aber nichts geht über ein gutes Glas Bordeaux auf meinem Balkon. 9.Was zeichnet die Schweizer Wirtschaft aus? Die Schweizer Wirtschaft spiegelt all die Qualitäten des Landes und deren Leute wider: Sorgfalt bis im letzten Detail, Gastfreundschaft und stille Geniesser ihrer Erfolge. 10. Was wünschen Sie sich für die Schweiz? Ich hoffe, dass die Schweizer Qualitäten und Fähigkeiten bei den nächsten Generationen erhalten bleiben, dass Wachstum in Wert und nicht in Volumen erlangt wird, und zwar durch sorgfältig bedachte Weiterentwicklung, und, dass wir weiterhin beweisen können, dass wirtschaftliches Wachstum in Einklang mit der Umwelt stehen kann.

Foto: zVg

O L I V E R E VA N S Unternehmen: Position: Erster Job und Werdegang:

Swiss International Air Lines AG Chief Cargo Officer angefangen als Management-Praktikant in einem bekannten Seefrachtsunternehmen, danach tätig in Management-Funktionen in verschiedenen Speditions- und Airlinefirmen in Italien, USA, Singapur, England, Deutschland und Holland. Ausbildung: Bachelor Of Arts (Manchester University, England) Liebstes Hobby: Rudern Zivilstand: Verheiratet, 2 Kinder


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l Nr. 9 l 2011

Zum Verkauf angeboten Online Informatik-Webkurse Die Firma erstellte zur sofortigen Nutzung, mit der Möglichkeit zum eigenen Brand, Internet- und WebmasterKurse. Alle Kurse sind global und standortunabhängig nutzbar, basieren auf Basis von Web-Meetings und nutzen begleitend direkt ausführbares, visuelles Kursmaterial. Als weitere Besonderheit verfügt der Internet-Marketing-Kurs (1 Kurs aus 12) über Hunderttausende von Internet Webadressen mit sehr mangelhaft ausgebildeten Möglichkeiten für eine RankingPosition auf der so wichtigen ersten Seite in Suchmaschinen. Dies ergibt direkte Kontakte zum Nutzen aller. Sie stellen sich im Internet ihr Team zusammen, welches neben Deutsch, Italienisch, Französisch und Englisch auch modular Sprachen weiterer Länder aufbauen kann. Altershalber sucht der jetzige Inhaber jemanden, der die ausserordentlichen Möglichkeiten des Konzeptes ausschöpfen und als zukünftiger Eigentümer anpacken will. Teilhaber für KMU Klärund Biogasanlagen Wir sind eine über 35jährige, international tätige KMU im Bereich Anlagenbau/Umwelttechnik mit z.T. eigenen, zertifizierten Produkten. Unsere Kunden sind namhafte Generalunternehmungen, Anlagenbauer, Ingenieurbüro, Kläranlagen, Biogasanlagenbetreiber und Industriebetriebe. Für die Weiterentwicklung der Firma suchen wir (Verkaufsleiter und Technischer

UZ l KAPITALMARKT Leiter, Geschäftsinhaber) per sofort ein weiteres, aktives Mitglied der GL, einen stillen Teilhaber oder Investor. Kapitalbedarf Fr. 100 000 bis Fr. 150 000. Handelsunternehmen Medtech zu verkaufen Sehr gut etablierte Grosshandelsfirma im Medizinaltechnikbereich sucht infolge Nachfolgeregelung einen potentiellen Käufer. Die im Jahre 2000 gegründete GmbH konnte den Umsatz kontinuierlich steigern und arbeitet profitabel. Beste Lieferantenkontakte mit teilweise exklusiven Marktgebieten und einer grossen, treuen Kundschaft sichern den Erfolg des Unternehmens nachhaltig. Beliefert werden vor allem Spitäler, Fachgeschäfte und Arztpraxen. Gesucht wird eine innovative, verkaufsaffine Käuferschaft, welche die Unternehmung weiterentwickelt. Neben Privatpersonen stehen insbesondere strategische Kaufinteressenten im Vordergrund; gerade Unternehmen mit ähnlicher Geschäftstätigkeit bietet sich die Möglichkeit, Umsatzanteile zu gewinnen. Malerisches Bergrestaurant sucht Nachfolger Malerisch gelegenes Bergrestaurant in der Zentralschweiz sucht Nachfolger. Das etablierte Bergrestaurant mit Übernachtungsmöglichkeiten (Zwei Massenlager à Total 56 Betten) bietet an einer gut zu erreichenden Destination mit grossem Einzugsgebiet eine grosse Sonnenterrasse, Kinderspielplätze und eine reichhaltige Küche. Angesprochen werden vor allem Tagestouristen, Wanderer, Biker und im Winterhalbjahr Wintersportler. Die Liegenschaft ist in einem sehr guten Zustand und wurde laufend erneuert. In

absehbarer Zeit sind keine grossen Investitionen zu erwarten. Personalzimmer inkl. Wohnzimmer sind vorhanden. Gesucht wird eine innovative, gastroaffine Käuferschaft, welche das Bergrestaurant weiterentwickeln will. Immobilien-Portefeuille / Immobilien-Projekte Wollen Sie Ihr ImmobilienPortefeuille mit attraktiven Objekten erweitern? Wollen Sie Ihre Anlagemöglichkeiten mit Immobilien diversifizieren oder Ihre Rendite mit attraktiven Objekten erhöhen? Unser Klient bewirtschaftet diverse Objekte (Neubau / Sanierung) im steuergünstigen Raum um den Zürichsee, vorwiegend auch im Kanton Schwyz. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann melden Sie sich bitte schriftlich und teilen uns Ihre Vorstellungen mit. Sanitär-Installations- und Bauspenglerei Sehr gut eingeführte Unternehmung im Bereich Sanitär und Bauspenglerei aus der Region Wil/Toggenburg ist infolge fehlender familieninterner Nachfolge zu verkaufen. Die Gesellschaft besitzt eine gut ausgestattete Betriebsliegenschaft, die mit leistungsfähigen Maschinen und Geräten ausgerüstet ist. In der Liegenschaft ist auch eine grosse Mietwohnung integriert. Die Unternehmung eignet sich für eine zielstrebige Person, die sich selbständig machen will oder für Unternehmen, die einen neuen Markt erschliessen wollen. Dem Käufer bietet sich die Gelegenheit, ein gut etabliertes Unternehmen mit der dazugehörenden Marktstellung zu erwerben. Das vorhandene Potential gründet auf

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dem Know-how der Mitarbeiter und einem konstanten und treuen Kundenstamm. Die Unternehmung beschäftigt rund neun Mitarbeiter (inkl. Inhaber) und erzielt einen jährlichen Umsatz von ca. 2 Mio. Franken. Gebäude- und Industrietechnik Das in der Ostschweiz domizilierte Unternehmen (Aktiengesellschaft), sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Nachfolgelösung. Die Unternehmung eignet sich für Privatinvestoren, für nicht in der Ostschweiz ansässige Mitbewerber und für ausländische Interessenten gleicher Branche. Die Unternehmung erwirtschaftet mit einem Umsatz von rund 2,5 Mio. Franken eine überdurchschnittliche Nettogewinnmarge. Sie verfügt über einen treuen und breit abgestützten Kundenstamm (Architekten, Installateure, GU, Gemeinde, Kantone, Private etc.). Die Auslastung und der Auftragsbestand (auch mittelfristig) sind sehr gut. Aktuell werden 13 langjährige Mitarbeiter beschäftigt. Der Verkauf kann sofort oder auf Zeit erfolgen (spätestens 31. Dezember 2012). Je nach Vorstellungen des Käufers steht der Verkäufer auch für eine längere Einführung und Übergabe zur Verfügung. Der Verkaufspreis (exkl. Substanz) liegt in der Grössenordnung von 1 Mio. Franken. Die Aktiengesellschaft besitzt keine Liegenschaft. Ein bestehender Mietvertrag (Mietkosten Büro 100 m2 sowie Lager 350 m2 45 000.00 Franken im Jahr) kann übernommen werden.

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l Nr. 9 l 2011 l 69 Standortsuche Erweiterung Geschäftstätigkeit Standortsuche zur Erweiterung der Geschäftstätigkeit (Kauf oder Miete mÜglich). Das zurzeit an zwei Standorten in der Innerschweiz als familienfreundliches Restaurant im gesunden und gehobenen Schnellbedienungsbereich tätige Unternehmen sucht zur Erweiterung seiner Geschäftstätigkeit geeignete Räumlichkeiten. Geographisch in Frage kommt die gesamte deutschsprachige Schweiz vorzugsweise in Städten oder Stadt ähnlichen Gebieten (mindestens 15000 Einwohner) mit bereits heute hohen Tages- und Abendfrequenzen (z.B. Einkaufszentrum oder Nähe Einkaufszentrum, Fussgängerzonen, Dorfzentrum oder Hauptstrassen), welche durch die BetriebsÜffnungszeiten von 07.30 Uhr durchgehend bis 24.00 Uhr an 364 Tagen im Jahr Grundvoraussetzung sind. Die Restaurantfläche muss sich im EG befinden, wßnschenswert wären zusätzliche Aussensitzplätze.Die Fläche fßr Kßche, Eingang/Buffet, Sitzplätze (mindestens 100 Plätze) sowie Kinderspielparadies muss im Bereich von rund 300m2 liegen. WC-Anlagen, Lager, Tiefkßhlzellen sollten sich vorzugsweise im UG oder OG befinden und eine Mindestfläche von rund 100m2 bieten.

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Du hast 55 Minuten Zeit für das Lösen der folgenden Aufgaben. Wer weniger als die Hälfte der Aufgaben richtig löst, wer heimlich googelt, das Handy eingeschaltet lässt oder spickt, wird für drei Wochen vom passiven Wahlrecht ausgeschlossen.

1. Makro- und Mikroökonomie Ein Bauer stellt fest, dass eine kürzlich gekaufte Kuh so wenig Milch gibt, dass nicht einmal die Futterkosten gedeckt sind. Falls er sie zum Metzger führt, erhält er vom Bund eine einmalige Schlachtprämie sowie während zwei Jahren eine Vergütung für den Haltungsverzicht. Wenn er sie seinem nicht besonders intelligenten Schwager andrehen kann, kassiert er neben der Vergütung für den Haltungsverzicht

seine Situation mit dem Kanton OW, der sich ebenfalls nur zu 50% selber finanziert, den Rest aus der Bundeskasse nimmt und trotzdem die Steuern senkt. Zeig Fabian seine Denkfehler auf und empfiehl ihm eine passende Lektüre für die nächsten Ferien. 4. Kunstförderung Du bist im Stadtrat und hast heute die angenehme Aufgabe, 34 000 Franken zu verteilen. Die eingereichten Vorschläge: – Ein WC aus dem Jahr 1972 mit einem pink eingefärbten Polyacryldeckel und bläulich leuchtenden LED’s, die ein Schweizerkreuz darstellen (Bereich Kunstgeschichte) – Ein leicht konifizierter Zylinder zur präzisen Messung des Bohrungsdurchmessers von Teigwaren wie Hörnli und Penne aus reinem Titan (Bereich Technik) – Ein mit aserbaidschanischem Ziegenleder bezogener Velosattel aus druckgegossenem Magnesium und dem Original-Gesässabdruck von Fabian Cancellara (Bereich Innovation) Erstelle einen begründeten Verteilungsplan unter angemessener Beachtung der Parteizugehörigkeit der Künstler.

Foto: bilderbox.de

mehr als vom Metzger, ungerechterweise jedoch keine Schlachtprämie. Wenn er die Kuh behält, verzichtet er sowohl auf die Schlachtprämie als auch auf die Vergütung für den Haltungsverzicht. Für diese Härtefälle hat der Verband mit Kantonsmitteln einen Fonds eingerichtet. Berechne anhand der Zahlen in der beiliegenden Tabelle, welches die günstigste Variante ist.

RUEDI STRICKER Der Autor ist Inhaber der Beratungsfirma Stricker Consulting in Speicher AR. www.stricker-consultung.ch

2. Preisbindung In Strassburg klagt die Inhaberin eines Thurgauer Nagelstudios gegen die Preisbindung auf Nagellack. Die Preisbindung war vom Parlament in Frauenfeld mit der Begründung beschlossen worden, im Briefmarkenmarkt herrsche ebenfalls Preisbindung, und die Ungleichstellung der Marktteilnehmer sei mit dem Verfassungsgrundsatz der Gleichbehandlung unvereinbar. Aufgabe: Erstell einen Sozialplan für die Mitarbeitenden der Wettbewerbskommission, die demnächst aufgrund ihrer faktischen Arbeitslosigkeit auch erwerbslos werden dürften. 3. Steuerhoheit Fabian kauft sich zum 21-jährigen Geburtstag einen BMW Z4 für 49 000 CHF. Sein Vater, der ihn wegen seines knappen Lohns zu 50% finanziert, protestiert. Fabian vergleicht

5. Strafvollzug In einer welschen Strafanstalt wird ein wegen Mordes, Vergewaltigung und anderer Bagatellen Verwahrter so schlecht behandelt, dass er während eines Spaziergangs seine Betreuer auf offenem Feld im Stich lässt und sich irgendwo in der Waadt versteckt. Formuliere im Namen des Verwahrten eine angemessene Schadenersatzklage an die zuständigen Kantone.

6. Mehrwertsteuer Du isst am Mittag beim Italiener um die Ecke eine Pizza für 11.CHF und zahlst 8% MwSt. Dein Chef würde sich nie in diese Pizzeria wagen, in der verschwitzte Bauarbeiter Bier trinken und mit den Ellbogen auf dem Tisch essen. Er lässt seine Assistentin im Delikatessladen für 38 CHF Rauchlachs und Schwarzbrot holen, was mit 2.5% MwSt belastet wird. Berechne den Steuerbetrag Deines Chefs und begründe die verschiedenen Sätze. 7. Service public Nachdem das Bundesamt für Gesundheitswesen in einer Langzeitstudie herausgefunden hat, dass Zähneputzer gesündere Zähne als Nichtzähneputzer haben, arbeitet eine Kommission im Auftrag des Bundesrats an einer Zahnbürstengebühr, die von Haushalten, Gewerbebetrieben und der Schokoladenindustrie erhoben werden soll. Erarbeite einen gerechten Verteilschlüssel sowohl für die Gebührenzahler als auch für die drei in der beiliegenden Liste aufgezählten, bezugsberechtigten Zahnbürstenhersteller. Als Verwaltungsaufwand können 45 % der Einnahmen angenommen werden. Schlag einen geeigneten ehemaligen Bundesrat aus dem Kanton AR als Ombudsmann vor.


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Q2612A Q5949X C4096A C4129X Q5942X Q6511X Q7551X Q7553X CB435A CB436A CE505X CC364X

Laserjet 1010-1022/3015-3055 Laserjet 1320/3390/3392/1160 Laserjet 2100Serie/2200 Serie Laserjet 5000Serie/5100Serie Laserjet 4250/4350 Laserjet 2410/2420/2430/2400 Laserjet M302MFP/M3027/M3035MFP7P3005 Laserjet P2015/M2727/P2014/P2015 Laserjet P1005/P1006 Laserjet P1505/M1120MFP/M1522MFP Laserjet P2055/2054/2053/2057 Laserjet P4015/4515

2000 S. 6000 S. 5000 S. 10000 S. 20000 S. 12000 S. 13000 S. 7000 S. 1500 S. 2000 S. 6500 S. 24000 S.

Fr. 63.30 Fr. 118.20 Fr. 88.00 Fr. 149.80 Fr. 208.20 Fr. 192.60 Fr. 198.40 Fr. 138.90 Fr. 55.60 Fr. 65.20 Fr. 134.30 Fr. 255.50

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Q6000A Q6001/2/3 Q3960A Q3961/2/3 Q6470 A Q7581/2/3 C9720A C9721/2/3 CB540A CB541/2/3 CC530A CC531/32/33 CE250 X CE251/2/3

Color Laserjet 1600Serie/2600Serie Color Laserjet 1600Serie/2600Serie Color Laserjet 2550/2840/2820 Color Laserjet 2550/2840/2820 Color Laserjet 3800/3505 Color Laserjet 3800/3505 Color Laserjet 4600Serie /4650Serie Color Laserjet 4600Serie/4650Serie Color Laserjet CM1312/CP1210/1510 Color Laserjet CM1312/CP1210/1510 Color Laserjet CM2320/CP2020/25 Color Laserjet CM2320/CP2020/25 Color Laserjet CP 3525/3530/3520 Color Laserjet CP 3525/3530/3520

2500 S. 2000 S. 5000 S. 4000 S. 6000 S. 6000 S. 9000 S. 8000 S. 2200 S. 1400 S. 3500 S. 2800 S. 10500 S. 7000 S.

Fr. 68.40 Fr. 74.95 Fr. 74.95 Fr. 90.30 Fr. 123.20 Fr. 154.10 Fr. 144.60 Fr. 194.80 Fr. 67.50 Fr. 63.80 Fr. 107.80 Fr. 102.60 Fr. 164.30 Fr. 221.20

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