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BĂźndner Wald

Titel Fotografie im Wald

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Jahrgang Jahrgang72 72| |Februar Monat 2019 2018

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26 Inhalt Titel Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Smarte Fotografie – auch im Wald . . . . . . . . . . . . . . . 8 Digitale Bildbearbeitung – auch für Wald und Forst geeignet . . 14 Von der Idee der Allee und wie diese sich entwickelte . . . . . . 20 Faszination Naturfilm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Die bizarren Buchen im Valle di Lodano . . . . . . . . . . . . . 32 Phantastische Tierwesen – zeichnen statt fotografieren . . . . . 38 Kudzu – Quo vadis? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 Comic Theo & Heinz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 Ein Streifzug durch Costa Ricas Waldlandschaften . . . . . . . . 52 Buchbesprechung «Alleen der Schweiz» . . . . . . . . . . . . 58 Der Alpine Schutzwaldpreis Helvetia 2018 . . . . . . . . . . . 59 Vorschau «Bündnder Wald» April 2019 . . . . . . . . . . . . . 63

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Titelbild : Ein Bild mit Gegensätzen: Die Farben des Lärchenstamms im Vordergrund vermitteln eine gewisse Wärme, während der schneebedeckte Piz Daint im Hintergrund eher die Kälte symbolisiert. (Bild : J. Clavadetscher)

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Sonnenuntergang hinter einer Allee aus Pyramidenpappeln bei Maienfeld. (Bild: Michel Brunner)

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Editorial Aus Wikipedia möchte ich an dieser Stelle ein paar Angaben zu den Themen Bild, Fotografie und Film zitieren. So wurde beispielsweise die vermutlich erste Fotografie der Welt «Blick aus dem Arbeitszimmer» im Frühherbst 1826 durch Joseph Nicéphore Niépce im Heliografie-Verfahren angefertigt. Die Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen wurde bereits 1727 entdeckt, doch erst 1826 gelang es Joseph Nicéphore Niépce, ein Bild auf einer Zinnplatte festzuhalten, was mit einer Belichtungszeit von acht Stunden verbunden war. Der Film, also das bewegte Bild, liess die breite Öffentlichkeit dann doch noch einige Jahre auf sich warten. Am 1. November 1895 zeigten die Brüder Skladanowsky mit ihrem Projektor Bioskop im Rahmen eines Varieté-Programms im Berliner Wintergarten neun kurze Filme. Die etwa zehn Minuten lange Veranstaltung war in Europa die erste, bei der Filme vor einem zahlenden Publikum auf eine Leinwand projiziert wurden. Das Sprichwort «ein Bild sagt mehr als tausend Worte», oder verschiedene Ableitungen davon kennt wohl jeder. Der erste gedruckte Nachweis dieses Sprichworts findet sich im englischen Sprachraum. Am 8. Dezember 1921 veröffentlichte Fred R. Barnard in einer Fachzeitschrift der Werbebranche, Printers’ Ink, eine Anzeige mit dem Slogan «One Look is Worth A Thousand Words». Die Anzeige warb für den Gebrauch von Bildern in Werbeaufdrucken auf Strassenbahnen. Zwischen der (vermutlich) ersten Fotografie und dem bekannten Sprichwort zum vielsagenden Bild liegen also rund 100 Jahre. Was geschah in dieser Beziehung während der nächsten knapp 100 Jahre? Der Film und seine Industrie entwickelte sich in verschiedene Richtungen und bestimmt auch dank Walt Disney und Hollywood mit grossem Erfolg und Tempo. Und die Fotografie? Auch sie erhielt bei unterschiedlichster Verwendung eine enorme Bedeutung. Spontan möchte ich drei Beispiele erwähnen: Die Forschung. Ihr dient die Fotografie unter anderem auch zur dauerhaften Dokumentation mit Vergleichsmöglichkeiten über einen länge-

ren Zeitraum. Äusserst beliebt ist die Verwendung der Fotografie in Familienalben. Und dann ist da bestimmt auch noch der Versand von Bildmaterial, um anderen zu zeigen, wo man war und was man erlebte. Blicken wir 30 bis 40 Jahre zurück, so sehen wir in Gasthäusern, Hotels, Lebensmittelläden, Papeterien und natürlich an Kiosks kleinere und grössere Ständer mit einer Auswahl an Postkarten der näheren Umgebung. Dank diesen Fotos konnten wir unsere Bekannten gewissermassen an unseren Erlebnissen oder Ferien ein wenig teilhaben lassen. Der zeitliche Verzug vom Versand bis zum Erhalt des Bildes lag bei einigen Tagen bis Wochen. Mit der digitalen Fotografie und vor allem mit deren Versandmöglichkeiten schrumpfte die Zeitspanne zwischen Bildversand und -erhalt auf Sekunden bis Minuten. Wir sind heute in der Lange, an fast allen Ecken dieser Welt nahezu in Echtzeit Fotos von einem beliebigen Ort zu erhalten. Die Distanz zwischen Absender und Empfänger scheint somit immer etwa gleich zu bleiben. Egal, ob die beiden Personen lediglich durch einen Hausgarten getrennt sind oder ob sie sich auf zwei verschiedenen Kontinenten befinden. Die digitale Fotografie ermöglicht uns aber auch neue Wege bei der Bild­ bearbeitung. Dank oder geradezu wegen dieser Bearbeitungsmöglichkeiten hinterfragen wir heute (fast) jedes Bild kritisch, ob dieses denn auch der Wirklichkeit entspreche. Da gibt es doch gewisse Parallelen zu vergangenen Zeiten. Auch bei den Hofkünstlern zu königlich-kaiserlichen Zeiten war das schon so. Die Geschwister der hochadeligen Familien sollten sich auf den Gemälden stark ähnlich sehen. Gefragt war also auch damals nicht immer das Abbild der Wirklichkeit, sondern vielmehr jenes des persönlichen Ideals. Dies soll aber nicht heissen, dass die Nachbearbeitung eines Bilds immer nur negativ zu werten ist. Redaktor Jörg Clavadetscher

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Smarte Fotografie – auch im Wald Fotografieren ist heute einfacher denn je. Die Digitalkamera revolutionierte die Fotografie und machte sie massentauglich, ein weiterer Meilenstein wurde durch die Handyfotografie gesetzt. In kurzer Zeit entwickelte sie sich von einer belächelten Spielerei zu einem der innovativsten Segmente der digitalen Fotografie. Der «Bündner Wald» zeigt, wie dieses Phänomen, das längst die Welt erobert hat, auch im Wald optimal eingesetzt werden kann – so, dass man sich noch lange an den foto­grafisch festgehaltenen Momenten erfreuen kann! Nina Gansner, mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift «Schweizer Jäger»

Schnell, scharf, bunt, vielseitig, wertvoll, vernetzt und allzeit bereit – diese Begriffe umschreiben die Handy- bzw. Smartphonefotografie punktgenau. Technisch sind Smartphones mit ihren eingebauten Kameras zwar in aller Regel bedeutend schlechter und nicht vergleichbar mit qualitativ hochwertigen

Kameras, trotzdem haben sie bei vielen Anwendern die ebenfalls handlichen Kompaktkameras schon komplett ersetzt. Schliesslich sind die Mobiltelefone immer griffbereit in der Tasche und für Fotos muss kein zusätzliches Gerät eingesteckt und mitgeschleppt werden. Das Smartphone zur Hand

Ungewohnte Elemente wie der Schrägzaun machen ein im Grundsatz einfaches Landschaftsbild spannend. 

(Bild : Nina Gansner)

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Waldschnappschuss : Das Handy ist heutzutage ständiger Begleiter, auch im Wald.

zu nehmen und ein Foto zu schiessen ist ganz ein­ fach, ein tolles Bild zu machen, ist dagegen etwas schwieriger. Alle Regeln der Fotografie gelten na­ türlich auch für die Smartphonefotografie. Einige davon wollen wir hier speziell beleuchten und da­ rüber hinaus auch noch spezielle Tipps und Tricks zeigen, welche das Fotografieren mit dem Handy erleichtern. Vor der Kunst kommt das Handwerk Eine Kamera – egal ob digital oder analog – hat immer etwa denselben Aufbau. Sie besitzt als zen­ trales Element ein Objektiv, durch das Licht in die Kamera fällt und somit das Bild erzeugt. Hinter dem Objektiv befindet sich ein Medium, um dieses Bild zu speichern – früher der Film (Analogfotografie), jetzt ein elektronischer Bildsensor (Digitalfotogra­ fie). Kameras verfügen für gewöhnlich über einen Sucher, um zu erkennen, welchen Teil der Szene die Kamera aufnimmt – bei den Smartphones fällt die­ ser weg und das Fotosujet wird direkt auf dem Dis­

(Bild : Nina Gansner)

play angezeigt. Über das Display können auch be­ reits aufgenommene Bilder betrachtet und diverse Kameraeinstellungen vorgenommen werden. Mit Betätigung des Auslösers an der Kamera wird der Verschluss am Objektiv geöffnet und für eine sehr kurze Zeitdauer – oft nur ein paar wenige Milli­sekunden – fällt Licht in die Kamera, das zum Aufzeichnen des Bildes und damit zur dauerhaften Speicherung führt. Als Grundlagen der Belichtung gelten immer die drei folgenden Faktoren, die un­ terschiedlich zusammenspielen können  : Blende, Verschlusszeit und ISO-Einstellung. Jeder dieser Faktoren kann durch den anderen kompensiert werden. Die Kamera stellt dabei das eigentliche Werkzeug dar, welches grundsätzlich verstanden werden muss, um es richtig einsetzen zu können. Der Vollautomatikmodus bei einer Kamera kann dabei über viele Schwierigkeiten hinweghelfen, aber er birgt auch ein gewisses Risiko : «denn Sie wissen nicht, was Sie tun». In der Vollautomatik werden dem Fotografen sämtliche Kameraeinstel­

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lungen abgenommen. Mit der Auswahl von Blendenwert und Verschlusszeit werden aber zwei Werkzeuge aus der Hand gegeben und an die Kamera übertragen, die für die kreative Fotografie von entscheidender Bedeutung sind. Die Kamera kann schliesslich nicht wissen, was unscharf oder bewusst scharf abgebildet werden soll. In der Vollautomatik hat man auf solche Kameraeinstellungen keinerlei Einfluss mehr. Dieser Modus ist also für die kreative Fotografie nur bedingt geeignet und sollte nur ausgewählt werden, wenn man ohne grosse Vorbereitungen Schnappschüsse erstellen möchte.

Unzählige Apps laden zur Nachbearbeitung ein und sorgen für stimmungsvolle, aber oft auch kitschige Effekte. 

(Quelle : Nina Gansner)

Herausforderung Handyfotografie Auch bei den modernsten Smartphones und Handys existieren aufgrund der schmalen Bauweise ganz klar physikalische Grenzen. Der Abstand zwischen Linse und Sensor ist sehr gering, es gibt in der Regel kein optisches Zoom und keine Austauschlinsen. Trotzdem können mit den heutigen Smartphones qualitativ hochwertige und durchaus auch künstlerische Fotos geschossen werden, wenn einige Punkte beachtet werden. Dass die «smarten Fotos» absolut druckfähig sind, zeigen die Bilder in diesem Beitrag – abgesehen vom Bild auf Seite 12, wo das Handy selbst im Mittelpunkt steht, sowie der App-Darstellung – sind allesamt «mobil» entstanden. Um tolle Bilder zu machen, muss man nur die Eigenheiten der Handykameras nutzen und ihre Schwächen kennen. Beispielsweise kann wegen der grossen Schärfentiefe kein Porträt mit unscharfem Hintergrund aufgenommen werden. Durch die kompakte Bauweise kann aber aus nächster Nähe fotografiert werden, wodurch eindrückliche Makroaufnahmen entstehen. Auch das Bewusstsein, dass der kleine Sensor bei schlechten Lichtverhältnissen schnell überfordert ist, hilft im optimalen Umgang. Wichtig sind die Grundeinstellungen der Handykamera : Unter Bildeinstellungen wird Dateiformat und -qualität festgelegt, ebenso die Bildgrösse bzw. -auflösung sowie das Seitenverhältnis der Fotos. Dieses ist bei den neuen Smartphones standardmässig oft auf 16 : 9 eingestellt. So sind die Aufnahmen optimiert für die Anzeige auf dem Display, will man die Fotos aber auf regulärem Fotopapier ausdrucken, passt dies nicht mehr wirklich. Für Nutzer, die ihre Bilder gerne ausdrucken, ist das Seitenverhältnis 4 : 3 eindeutig besser geeignet. Die genannten Einstellungen für Bildgrösse und -auflösung gelten allerdings nur für die Hauptkamera. Die Frontkamera für Selfies weist eine bedeutend schlechtere Qualität auf. Die Aufnahme per Selbstauslöser kann Abhilfe schaffen, wenn es

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zu umständlich ist, um bei Selfies mit der Hauptkamera zum Auslösen auf den Bildschirm zu tippen. Obwohl auf allen Smartphones eine digitale Zoomfunktion zu finden ist und ein entferntes Motiv näher herangeholt – oder eben gezoomt – werden kann, haben die Handykameras fix verbaute Brennweiten. In aller Regel sind dies Brennweiten im Weitwinkelbereich, welche sich vor allem für Landschaftsfotografie eignen. Mit der digitalen Zoomfunktion wird das Motiv eigentlich nicht durch Zoomen vergrössert. Die Funktionsweise eines digitalen Zooms ist vergleichbar mit dem Vergrössern eines Ausschnitts bei der Bildbearbeitung am Computer. In beiden Fällen stehen keine zusätzlichen Bildinformationen zur Verfügung, wodurch sich die Bildauflösung und damit die Bildqualität des Fotos drastisch verringert. Als einziges brauchbares Zoom bei der Handyfotografie fungieren also nur die eigenen Füsse : Man muss so nah wie möglich an das Motiv heranlaufen. Weiter zu beachten ist, dass die Linse nicht mit einem Objektivdeckel vor Staub und Dreck geschützt wird. Die Verschmutzung sorgt für Flecken oder unscharfe Bereiche auf den Bildern. Hier hilft nur die gewissenhafte Reinigung der Linse. Unscharf erscheinende Fotos sind aber oft einfach verwackelt. Häufig passiert das bei schlechten Lichtbedingungen, wenn die Kameraautomatik die Belichtungszeiten verlängert. Weitere Tipps und Tricks Ein grosser Vorteil beim Handy ist es, dass keine Stative rumgeschleppt werden müssen, sondern Hilfsmittel für verwacklungsfreie Aufnahmen überall vorhanden sind  : Baumstämme, Steine, Haus- und Stallwände, Tische, Laternenpfähle und mehr. Als improvisiertes Stativ eignen sich fast alle festen Gegenstände, an die man sich und das Smartphone anlehnen oder worauf man die Hände aufstützen kann. Befindet sich kein solcher Stativersatz in der Nähe, sollte das Smartphone beim Fotografieren mit beiden Händen festgehalten

Durch die kompakte Bauweise der Handys kann auch aus nächster Nähe fotografiert werden. (Quelle : Nina Gansner)

werden. Die zweite Hand sorgt für mehr Stabilität und somit auch für schärfere Bilder. Bei Smartphones und Handys ist die Auslöseverzögerung deutlich länger als bei anderen Kameras. Die Pause lässt sich jedoch verkürzen. Denn die meisten Smartphones nehmen ein Foto nicht auf, wenn der Finger das Display bzw. den Touchscreen berührt, sondern wenn er ihn verlässt. Der Finger kann also ganz in Ruhe auf das Display gelegt und erst im richtigen Moment weggenommen werden. Beim Fotografieren mit dem Smartphone steht maximal ein kleines LED-Blitzlicht zur Verfügung, welches nur auf sehr kurze Distanzen Wirkung zeigt – dann leider oft sehr grell und unnatürlich. Deshalb ist es umso wichtiger, das vorhandene Licht gut auszunutzen. So sollte sich die Lichtquelle – egal ob Lampe, Fenster, Kerze oder Sonne – hinter dem Fotografen befinden und das Motiv ausleuchten. Dabei muss aber natürlich auf den eigenen Schatten geachtet werden.

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Hilfreiche Zusatzfunktionen und Apps Die Liste der zur Verfügung stehenden Kamera-, Foto- und Bildbearbeitungs-Apps ist fast schon unübersichtlich lang. Diese intelligente Software kann einige augenfällige Schwächen der Handyfotografie mit diversen Tools und Einstellungsmöglichkeiten wieder wettmachen. Praktisch alle Handykameras verfügen über sogenannte Motivprogramme, die optimale Voreinstellungen für bestimmte Situationen wie Porträtfotografie, Gegenlichtaufnahmen und viele andere beinhalten. Standardmässig integrierte Zusatztools wie die Panoramafunktion vervollständigen diese kreative Palette. Die App «Camera FV-5» bringt dem Fotografen beispielsweise das Bedienungsfeeling einer Spiegelreflexkamera auf sein Smartphone. Damit



können viele Einstellungen wie bei einer grossen Kamera vorgenommen werden. Einige Socialmedia-Apps bieten eine eigene Kamera an, welche jedoch nicht immer die volle Auflösung des Smartphones nutzen. Instagram schiesst zum Beispiel nur Aufnahmen mit deutlich weniger Auflösung, für eine andere Verwendung eignen sich die Fotos anschliessend nicht wirklich. In den Socialmedia-Apps kann meist gewählt werden, ob die in die App integrierte oder die eigene Handykamera genutzt werden soll. Dies macht den Fotografiervorgang in der App zwar länger und aufwendiger, dafür können die Fotos auch ausserhalb der entsprechenden Apps besser genutzt werden. Diverse weitere Zusatz-Apps ermöglichen einfache und überraschende Effekte, unzählige Apps laden zudem zur Nachbearbeitung ein.

(Quelle : pixabay)

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Die App «Camera FV-5» bringt das Bedienungsfeeling einer Spiegelreflexkamera auf das Smartphone. 

Zuerst das Vergnügen, dann die Arbeit Mit dem Drücken des Auslösers ist die Arbeit des Fotografen auch bei der Handyfotografie nicht beendet. Die Bildbearbeitung ist das eine, die Archivierung und Sicherung das andere. Die Bilder sollten unbedingt regelmässig auf dem Computer oder im Internet gesichert werden. Die Übertragung auf den Computer ist mit dem standardmässig zum Zubehör gehörenden USB-Kabel ganz einfach. Dabei wird das Handy wie ein externes Speichergerät als eigenes Laufwerk angezeigt und die Fotos können vom Ursprungsordner in einen neuen kopiert werden. Damit kein Bild verloren geht, können Fotos vom Smartphone auch direkt und automatisch in einer Cloud online gesichert werden. Die Aufnahmen lassen sich in der Cloud ansehen, bearbeiten und weiterverschicken. Beim Versand von Fotos per E-Mail oder als Nachricht via MMS, WhatsApp oder über einen anderen Messenger ist der Bildauflösung wiederum besondere Achtsamkeit zu schenken. Je nach Verwendungszweck muss diese nämlich in Originalgrösse erfolgen oder kann individuell angepasst werden. Einige Nachrichtentools verkleinern die

(Bild : App «Camera FV-5»)

Bilddaten automatisch, sodass zwar an Datenvolumen gespart wird, diese aber nicht mehr druckfähig sind. Die beste Kamera ist die, welche man dabei hat! Das eigene Handy oder Smartphone ist heutzu­ tage ständiger Begleiter und immer mit dabei – auch wenn man unterwegs ist in der freien Natur und im Wald. Wenn der Fotograf die genannten einfachen Grundregeln einhält und sich die Tipps zu Herzen nimmt, dann stehen ihm Tür und Tor für grossen Fotografiespass offen. Mit etwas künstlerischem Flair sowie etwas Mut zur Nutzung der vielen Einstellungsmöglichkeiten und Apps entstehen auch aus Schnappschüssen kleine Kunstwerke für lebendige Erinnerungen. Die Autorin wünscht allen Leserinnen und Lesern wie man unter Fotografen sagt : allzeit «gut Licht»! Nina Gansner ist gelernte Forstingenieurin, passionierte Jägerin und eine begeisterte Fotografin. Als Geschäftsführerin der SELVA und zukünftige Redakteurin der Zeitschrift «Schweizer Jäger» verfasst sie auch Fachartikel zu Themen aus Wald und Jagd.

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Digitale Bildbearbeitung – auch für Wald und Forst geeignet Schwierige Licht-Schatten-Verhältnisse, wenig Kon­trast, gedrängte oder schiefe Motive – Fotografieren im Wald ist nicht ganz einfach. Durch die Nachbearbeitung von digitalen Bildern kann oft das Optimum herausgeholt werden. Das, was beim Fotografieren vergessen ging oder dort, wo die Kamera an ihre Grenzen kam, soll im Nachhinein am Computer verbessert werden. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die häufigsten Fehler in einem Bild, die sinnvollsten Korrekturen und die bekanntesten Bildbearbeitungsprogramme. Julia Barandun

Für Laien mag es zu Beginn schwierig zu erkennen und zu entscheiden sein, was genau bearbeitet werden soll. Falls man Fotos für einen Text oder eine Präsentation aufbereiten muss, bietet Microsoft erste grundlegende, intuitive Tools, um das gesamte Bild mit Filtern zu bearbeiten – zum Beispiel auf­hellen, abdunkeln, den Kontrast verstärken oder den Bildausschnitt zuschneiden und anpassen. Diese Funktionen sind den meisten PC-Nutzern schon bekannt. Der Nachteil ist, dass man diese Bilder nur innerhalb dieser Programme verwenden kann. Will man ein Foto im kameraherkömmlichen JPG-Format aufbessern und abspeichern, muss auf ein pixelbasiertes Bearbeitungsprogramm (siehe Box auf Seite 19) zugegriffen werden. Die wichtigsten Kniffe für die digitale Nachbearbeitung werden im Folgenden anhand des Bearbeitungsprogramms Photoshop Elements vorgestellt. Auf die vielen Foto-Apps fürs Handy wird nicht eingegangen: Wenn man schon ein Bild bearbeitet, dann richtig und am grossen Bildschirm. Bilddimensionen prüfen Bevor die Bilddimensionen geprüft oder umgerechnet werden, sollte man sich bewusst sein, für welche Zwecke das Bild verwendet wird. Genügt

es in Bildschirmqualität oder wird es allenfalls gedruckt und in welcher Grösse? Hier gilt die Regel, lieber zu gross und in hoher Qualität speichern, denn verkleinern oder die Qualität verringern kann man immer, umgekehrt wird es schwierig. Falls es eine zu geringe Auflösung besitzt oder die Länge oder Breite zu gering ist, sollte man es ausmustern und ein besseres verwenden. Weiss man nicht mehr, welche Bildgrösse/-qualität man beim Fotografieren verwendet hat oder wie gross man das Bild zum Beispiel drucken darf, prüft man in einem ersten Schritt die Bilddimensionen (Screenshot 1). Einer der häufigsten Fehler ist, dass ein Bild über seine Bilddimensionen vergrössert wird und dadurch die Pixel sichtbar werden und die Bildqualität sich verschlechtert. JPG-Bilder sind Pixelgrafiken, das heisst, sie bestehen aus einzelnen Bildpunkten. Wie viele Bildpunkte auf einer gewissen Länge angeordnet sind, bestimmt die Auflösung (bei den Kamera­ einstellungen spricht man oft auch von Bildqualität). Die Auflösung ist damit bezeichnend für die Feinheit der Details in einem Bild. Je höher die Auflösung, umso mehr Pixel pro Zoll (ppi = pixel per inch) enthält das Bild. Allgemein gilt, dass mit steigender Auflösung die Qualität des gedruckten Bildes zunimmt. Laut Adobe Photoshop benötigt es für einen ordentli-

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Screenshot 1: Bei der Bildgrösse wurde ein Bild von 72 Pixel/Zoll (Bildschirmauflösung) auf eine geeignete Auflösung für einen Ausdruck (300 Pixel/Zoll) umgerechnet. Breite und Länge haben sich dabei auf 14 respektive 19 cm verkürzt. Das bedeutet, dass man das Bild nicht grösser als 14 × 19 cm ausdrucken sollte, da sonst die Bildqualität leidet. 

(Bilder: Julia Barandun/zVg.: BAP Ingenieure AG)

chen Druck mindestens eine Auflösung von 220 ppi. In meinen Kursen empfehle ich, sicherheitshal­ ber jeweils 300 ppi als Faustregel für eine ein­ wandfreie Druckqualität zu verwenden.

Screenshot 2: Ein Bild wird auf einen Ausschnitt reduziert, wobei das Fotoformat erhalten bleibt und das wichtige Ob-

Bild ausrichten oder zuschneiden Wie bereits erwähnt: In der Nachbearbeitung holt man das nach, was beim Fotografieren versäumt wurde. So kann man zum Beispiel ein schräg aufge­ nommenes Bild ausgleichen, indem das Bild gedreht und zugeschnitten wird, oder man setzt den Fokus des Bildes neu, indem man den Bildausschnitt mit­ tels eines Drittelrasters nach den Regeln des Golde­ nen Schnitts anpasst (Screenshot 2). Dort, wo die Rasterlinien liegen, sollte sich ein wesentliches Ob­ jekt befinden. Grundsätzlich achtet man dabei da­ rauf, dass beim Beschneiden die Proportionen des Fotos erhalten bleiben, damit es dasselbe Format wie alle Fotos in der Sammlung behält.

jekt (hier ein Jalon) auf der Rasterlinie im Goldenen Schnitt zu liegen kommt.

Bilder aufhellen oder abdunkeln und den Kontrast erhöhen Da beim Fotografieren das Licht im Zentrum steht, ist das Überprüfen der hellen und dunklen Bereiche im Bild von zentraler Bedeutung. Im Wald, wo oft­ mals weniger Licht zum Fotografieren vorhanden ist und die Bilder dunkel ausfallen können, lohnt es sich, die Tonwerte, das heisst, die Helligkeitswerte der Pixel in einem Bild, auf die hellen Töne zu über­ prüfen und gegebenenfalls anzupassen. In Pho­ toshop kann man mit einer zusätzlichen Tonwert­

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korrekturebene ein Histogramm aufrufen, welches die Verteilung der Tonwerte im Bild von Schwarz bis Weiss zeigt. Bei neueren Kameras findet man dieses Histogramm auch in den Kameraeinstellungen und kann die Verteilung auf der Kamera schon über­prüfen. Die Werte im Histogramm reichen von Schwarz, den Tiefen, bis Weiss, den Lichtern. Idealerweise wird die ganze Breite von dunkel bis hell verwendet. Je höher die Kurve, desto höher die Anzahl vorkommender Werte. Im Histogramm des Screenshots 3 kommen am meisten dunkle Töne vor (= Tiefen). Helle Töne (= Lichter) fehlen ganz, weshalb der Weisstonregler in der Nachbearbeitung an die Kurve herangeschoben wurde, um den Tonwertumfang zu spreizen. Der Schwarztonregler wurde so belassen, da er an die Kurve angrenzt und keine Anpassung benötigt wird. Den Mitteltonregler kann man falls gewünscht verschieben, um die

Zeichnung zu verstärken oder abzuschwächen – der Kontrast wird so erhöht. Eine weitere nützliche Anwendung der Tonwertkorrektur ist das Verbessern von eingescannten Unterlagen wie Plänen oder alten, vergilbten Fotos. Farbstiche können entfernt und der Kontrast kann erhöht werden. Tiefen und Lichter partiell optimieren Gerade beim Fotografieren im Wald, wo es an sonnigen Tagen aufgrund der schwierigen Licht-Schatten-Verhältnisse viele extreme Tonwerte gibt, lohnt sich eine Prüfung und Überarbeitung mit ­einem professionelleren Bildbearbeitungstool. Der Vorteil dieser Programme ist, dass sie auch partiell, das heisst, Teilbereiche eines Bildes, analysieren und überarbeiten können und nicht einfach einen Filter über das ganze Bild le-

Screenshot 3: Die zusätzliche Ebene der Tonwertkorrektur zeigt, dass das Bild sehr viele dunkle Anteile besitzt, aber keine hellen. Darum wird der Weisstonregler bis an die Kurve herangeschoben und die Tonwerte so auf das Möglichste gespreizt. Im nachbearbeiteten Bild kommen nun Weisstöne vor.

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Bild 4 und 5: Original links und bearbeitetes Bild rechts, in welchem Bereiche separat bearbeitet wurden: Der helle Hang links wurde abgedunkelt und das dunkle Bachbett aufgehellt.

gen. So können zum Beispiel die dunklen Bereiche, die Tiefen, separat aufgehellt werden und umgekehrt die Lichter, die hellen Bereiche, separat abgedunkelt werden (Bild 4 und 5). Markierungen und Textelemente anbringen Eine Form der Nachbearbeitung kann auch das Zeichnen von neuen Elementen sein. Ein Vorteil von ebenenbasierten Programmen wie Photoshop oder Gimp ist, dass sie flexibel Textelemente und Formen auf das Bild «legen» können und das Originalbild dabei nicht destruktiv beeinträchtigt wird. Mit den Auswahl- und Zeichnungswerkzeugen

kann man auf jeweils neuen Ebenen Flächen oder Linien mit Farbe markieren und falls nötig beschriften. So können zum Beispiel Projekte auf Fotos oder Plänen (Bild 6) markiert und beschriftet und später allenfalls angepasst werden. Grenzen der Bearbeitung Jeden Fehler kann man mit einem Bildbearbeitungsprogramm nicht verbessern. Zum Beispiel können verwackelte oder unscharfe Bilder nicht so weit geschärft werden, dass der Fehler behoben wird. Daher gilt schon beim Fotografieren, möglichst auf eine gute Ausleuchtung, die höchstmög-

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Bild 6: Eine mÜgliche Projektierung mit Markierungen und Textelementen, welche dank der Ebenen flexibel abänderbar bleiben.

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liche Bildqualität und den richtigen Bildausschnitt zu achten. So spart man beim Nachbearbeiten Zeit und Nerven. Quellen https://helpx.adobe.com/ch_de/photoshop Julia Barandun ist Sekundarlehrerin und Künstlerin. Sie vermittelt das Fach Bildnerisches Gestalten an der Sekundarschule in Interlaken, leitet diverse digital-gestalterische Kurse in Bern und Graubünden und betreibt das Atelier Alpina in Tartar.

Bild 7: Dieser Ebenendialog gehört zum Bild 6. Das Originalbild (Hintergrund) bleibt bestehen, die Korrekturen

Pixelbasierte Bearbeitungsprogramme Gimp ist die Gratis-Opensource-Alternative zu den beiden kostenpflichtigen Photoshop Programmen. Gimp ist etwas sperriger im Umgang und einige praktische Tools fehlen oder sind weniger weit entwickelt. Empfehlenswert, um erste Erfahrungen im Bereich der Bildbearbeitung zu erhalten. Das kostengünstige Photoshop Elements ist der kleine Bruder vom professionellen Photoshop CC. Mittlerweile ist bereits die Version 2019 für knapp 100 Franken auf dem Markt. Sie kommt mit drei Benutzermodi daher und ist darum benutzerfreundlich und sowohl für Anfänger als auch für ambitioniertere Nutzer geeignet. Einige Funktionen des Photoshop CC wurden abgespeckt oder vereinfacht. Eine Gratis-Testversion kann online heruntergeladen, gespeichert und getestet werden. Das Profiprogramm Photoshop CC wird seit ein paar Jahren im Bezahl-Abo angeboten. Das heisst, dass man knapp 12 Franken/Monat für die Nutzung bezahlt und es aus der Creative Cloud herunterladen kann. Es funktioniert als Desktop-Version, welche man auf dem Computer installiert. Der Vorteil ist, dass jeweilige Neuerungen immer wieder aktualisiert werden können. Auch hier steht eine einmonatige Testversion zur Verfügung. Lightroom ist ebenfalls ein Adobe Programm, mit welchem man Fotos umfangreich bearbeiten kann. Kosten: 12 Franken/ Monat. Neben der Optimierung der Fotos liegt der Fokus des Programms auch auf der Verwaltung und Weitergabe der Bilder. Es wird nicht mit Ebenen gearbeitet.

etc. werden darübergelegt und können beliebig ein- und ausgeblendet werden.

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Von der Idee der Allee und wie diese sich entwickelte Selten sind sie geworden, die bezaubernden Wege, die links und rechts oder wenigstens in einer Reihe von Bäumen umsäumt werden. Ein neues Buch von «pro arbore» zeigt nun die 120 bedeutendsten Alleen der Schweiz. Ohne Mensch keine Allee, so viel ist klar. Aber wie kam die Alleenkultur überhaupt nach Mitteleuropa? Eine kurze Zusammenfassung aus dem Buch bringt Sie zum Ursprung der Allee und stellt deren Entwicklung dar. Michel Brunner

Als imposantestes Lebewesen hat uns Menschen der Baum wohl schon seit jeher fasziniert. Mit Ehrfurcht bestaunten wir die aussergewöhnlich alten und grossen Bäume. Wir zollten ihm Respekt, denn er schenkte uns Schutz und Geborgenheit und dient uns auch heute noch als wichtiger Nahrungs- und Rohstofflieferant für unsere diversen Bedürfnisse. Lange Zeit über standen wir, wie mit anderen Lebewesen unserer Umwelt, in einer gesunden Beziehung zum Baum. Wir nahmen in angemessenem Masse vom Baum nur, was wir auch wirklich bedurften. Habgier und Macht brachte die Balance aber ins Schwanken und einseitiger Umgang mit unseren Ressourcen schadete, wie der Mensch stets zu spät bemerkte, bereits früheren Hochkulturen. Wäldereien wurden ersatzlos gerodet und dadurch der Wasserhaushalt zerstört und das Land verwüstet. Um nur ein Beispiel zu nennen: Auch in Europa entlang der östlichen Adriaküste findet man heute grösstenteils Karst anstelle der einst fruchtbaren Böden. Erste Baumkulturen Da der Mensch auf die Natur und somit auf die Wälder angewiesen ist, lernte er, sein Umfeld mit Bäumen zu teilen. Die Beziehung zum Baum ist

aber stets im Wandel und auch heute forschen wir weiter, um Anpassungen jeglicher Art für beide Seiten optimieren zu können. So entstand nebst dem mythologischen, respektive religiösen Kult um die Bäume vor allem auch eine Kultur, bei der der Mensch zu lernen begann, wie er Bäume zu kontrollieren vermag, ohne dass dadurch gleich das ganze System kollabierte. Es ist anzunehmen, dass bereits die Assyrer im 8. Jahrhundert vor Christus Bäume bewusst in geometrisch gleiche Abstände setzten und diese kultivierten. Spätestens aber die domestizierten Ägypter pflanzten Bäume vor rund 3500 Jahren gezielt in Reihen, wie erste Alleenzeugnisse aus dem ­Neuen Reich (1550 bis 1070 v. Chr.) zeigen. Bäume wurden auch zum Element der klassischen Dreiteilung wie Kräuter-, Gemüse- und dem baumbestandenen Obstgarten. Rasch merkte man, dass nur die grösseren Gewächse wie Sträucher und Bäume den dazumal bestossenen Viehweiden, die für die Fleisch- und Milchproduktion kultiviert wurden, bestehen konnten. Kräuter und Gemüse mussten natürlich separat vor Tieren geschützt werden. Die freistehenden Bäume konnten sich entwickeln, da konkurrenzierende Sprösslinge vom Vieh vertilgt wurden und der Dung deren Wachs-

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Die noch längste Obstbaumallee der Schweiz steht im Neulöser bei Zizers. 

tum förderte. Die Weidebewirtschaftung mit den freigestellten Gehölzen war so gesehen eigentlich der Ursprung der heute uns meist gewöhnlich erscheinenden Parklandschaften. Ästhetische Alleenanlagen Auch der von vielen als ästhetisch empfundene englische Rasen entstand übrigens aus Kultivierungsgründen, um nochmals die heutigen Parkanlagen vor unser geistiges Auge zu führen. Pragmatisch betrachtet war es nämlich alleine der Umstand, dass die Wollindustrie in Grossbritannien den Land- und Schafbesitzern ursprünglich viel Geld einbrachte. Denn eine kurze, aber trotzdem saftiggrün geäste Wiese wirkte auf den Geschäftsmann befriedigend; zeigte sie doch, dass die Grasfläche von den Schafen gut genutzt wurde und somit das Gewerbe florieren musste. So interpre-

(alle Bilder: Michel Brunner)

tieren wir Menschen nutzbringende Kultivierungen oft unbewusst als Schönheitsideal. Auch Alleebäume pflanzte man deshalb bereits in der Antike ihrer Ästhetik wegen an die Tempelanlagen – unabhängig davon, diese als Wirtschaftsbäume nutzen zu können. Natürlich dürfte aber auch hier der im Sommer gespendete Schatten dazu beigetragen haben, einen solchen Pflanzkult zu pflegen. So wurde aus demselben Grund bereits 312 v. Chr. auch die 540 Kilometer lange Via Appia, die als «Königin der Strassen» gilt, beidseitig mit Bäumen bepflanzt. Mit der Zeit machten sich bei der Bestockung durch Bäume an den Strassen und im Siedlungsraum weitere positive Aspekte bemerkbar – ein untrügliches Zeichen, dass die Symbiose zwischen Baum und Mensch auch in von uns kontrolliertem Rahmen funktionierte. Der Baum schenkte der Bevölkerung fortan nicht nur Ernte­

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Herrschaftlich mutet der Zugang mit seinen Linden zum privaten Schloss Marschlins an.

erträge und Schatten, sondern befestigte auch die Fahrspur, markierte die Wegnetze, besonders bei Schnee, säuberte im Siedlungsraum die Luft und versorgte uns mit Sauerstoff. Auch heute noch werden sie aus diesen Gründen und weiteren wie beispielsweise dem Lärm- und Sichtschutz angepflanzt, obschon sie wegen neuen Begebenheiten vielerorts als lästiges Übel betrachtet werden. Durch den frühen Baumkult profitierte aber nicht nur der Mensch. Auch der Baum, insbesondere bestimmte Arten (bei uns vorwiegend Linden, Rosskastanien, Platanen und früher Ulmen) wurden dadurch gefördert und es scheint fast, als stellte sich der Mensch damit unbewusst in die Dienste gewisser Bäume.

Die Allee wird zum Ideal Die Idee der Allee erlangte jedenfalls immer grössere Beliebtheit. In Mitteleuropa fehlte sie allerdings in den mittelalterlichen Städten noch, denn die enge Baustruktur vereitelte das Pflanzen von Bäumen. Erstaunlicherweise entstand in der Schweiz am Petersplatz in Basel bereits 1277 durch die Stiftsherren von St. Peter eine Anlage mit Alleebäumen. Diese geschichtliche Vorreiterrolle sollte sich später zur Barockzeit noch einmal wiederholen, trotzdem blieben die bedeutendsten Alleen der Schweiz mehrheitlich unbekannt. Richtigen Aufschwung erlebte die Allee erst in der italienischen Renaissance um etwa 1500, als man in der Region Florenz begann, die privaten Gemä-

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cher eines Herrensitzes mittels einer Einteilung von Alleen im angrenzenden Garten nach aussen zu kehren. Dabei entstanden Korridore und Gänge – die Allee verkörperte praktisch den Grundriss einer Villa. Damit bekam die Allee erstmals auch einen repräsentativen Stellenwert. Als monumentalstes und teils sehr langlebiges Gewächs wurde der Baum zur lebendigen Architektur. Im geschichtlichen Kontext betrachtet, verwendete man die Allee damals hauptsächlich als stilistisches Element. Denn fast zeitgleich mit dem Aufkommen der Alleenkultur entdeckte der Architekt Filippo Brunelleschi 1410 die zweidimensionale Darstellung der Raumperspektive. Entscheidend war auch die Entdeckung Amerikas 1492 durch Christoph Kolumbus und die Anerkennung des durch Nikolaus Kopernikus beschriebenen heliozentrischen Welt­-

bildes, worin nicht die Erde, sondern die Sonne plötzlich Mittelpunkt unserer Welt wurde. Mit dem neuen Wissen um die Grösse der Welt öffnete sich unsere Raum-Enge zu bisher nie erträumten Weiten und so wurde auch die Allee seinerzeit als dafür unterstreichendes raumbildendes Gestaltungskonzept angewendet. Neu wurde auch die Umgebung bei der Setzung einer Allee bewusst miteinbezogen und die Sichtachse auf einen weit entfernten Punkt oder den Horizont geleitet. Hochzeit und Niedergang Spätestens im französischen Barock wurde dieser Wandel der Alleenanlagen vom Sonnenkönig Ludwig XIV. in Versailles aufgegriffen und wie alles im Barock so auf die Spitze getrieben, dass man von der eigentlichen Hochblüte der Allee sprechen

Zum Sonnenuntergang werden die Schlagschatten gegen Osten hin immer länger.

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muss. Alleen wurden gekonnt geschnitten und es entstanden unzählige Richtlinien, wie man eine Allee zu setzen und zu pflegen hatte. Ausgerech­ net wieder in der Schweiz entstanden drei dieser Pionieralleen, die im klassischen barocken Garten­ stil angelegt wurden. Diese drei Doppelalleen in Colombier NE wurden ab 1657 gepflanzt, also merkwürdigerweise sogar einige Jahre, bevor das Vorbild in Versailles entstand. Wer genau diese Alleenanlage erschuf, ist heute leider nicht mehr bekannt. Den rein repräsentativen und gestalterischen Cha­ rakter verlor die Allee schliesslich 1747 mit der Gründung einer Ingenieurschule in Frankreich. Dort wurde nämlich die Chaussee (Kunststrasse), die auf der römischen Bautechnik fusst, weiterent­ wickelt. Bei der gewölbten Kunststrasse mit ihrem witterungsbeständigen Untergrund wurden Gefäl­ le, Wölbungen, Gräben, Durchlässe und Brücken mit einbezogen. Die Kunststrassen wurden als Schutz vor Erosion stets mit Alleebäumen ausge­ stattet und galten später überall in Europa als Standard des luxuriösen Strassenbaus. Schliesslich war es aber vor allem Napoleon Bona­ parte, der mit kilometerlangen Alleenpflanzungen das Aufkommen der Chaussee förderte. Die Bäu­ me dienten seinen Soldaten als Wegweiser und boten ihnen Schutz vor der Witterung. Erst mit dem Sturz durch das Bürgertum von Adel und Klerus kamen die aufgesetzten streng in eine Richtung verlaufenden Alleen in Verruf, denn diese waren das Sinnbild der Aristokratie. So wurden Alleen vielerorts erstmals auch wieder gezielt ge­ fällt. Spätestens aber mit dem Ende des Pferdezeit­ alters 1930 und dem damit verbundenen Aufkom­ men der Automobile und geteerten Strassen, war das Ende der Alleenzeit besiegelt. Durch die rasen­ den Geschwindigkeiten der Motorfahrzeuge wur­ de der Baum zum tödlichen Hindernis und auf dem Asphaltbelag wurden die Blätter ausserdem plötz­ lich zur Rutschgefahr. Der Teer ganz allgemein be­ einträchtigte die Wurzelbasis der Alleebäume und

vielerorts wurde der Grossteil durch die Verbreite­ rung der Strassen ersatzlos gefällt. So blieben bis heute nur noch wenige Alleen bestehen, haupt­ sächlich in den ungestörten privaten Herrensitzen oder aber abseits der Hauptstrassen. Unsere letzten Alleenbestände Die Schweiz zählte, wegen des geografischen Raums der helvetischen Decke, wo für Alleebäume erschwerte Bedingungen herrschen, nie zu einem bekannten Alleenland, obschon auch bei uns einst ein Netz aus Baumreihen das Mittelland durchzog. So weist erfreulicherweise der eigentlich alleen­ arme Kanton Graubünden gleich zwei der längs­ ten Alleen der Schweiz auf. Dazu gehört die 800 Meter lange Birnenallee der Bürgergemeinde Zi­ zers auf der Flur Neulöser. Die dort stehenden Mostbirnen sind teils bereits 100-jährig. Nebst der mittlerweile berühmten Pyramidenallee in Maienfeld ist vor allem auch die dort befindliche Birkenallee einzigartig, die auf einer Strecke von 1200 Meter aus rund 65-jährigen Bäumen be­ steht. Sie ist der Hauptbestandteil einer über 10 Kilometer langen Alleenroute – wenn auch mittlerweile mit sehr grossen Lücken –, die von Sargans bis Landquart führt. In Landquart selber findet man einen krönenden Abschluss in Igis auf dem privaten Schloss Marschlins, das einst dem Patriziergeschlecht von Salis gehörte. Die 18 Win­ terlinden mit ehemaligem Kastenschnitt wurden dort vermutlich beim Umbau des Schlosses 1905 gepflanzt und sind eine echte Zierde. Bleibt zu hoffen, dass Alleen auch in Zukunft einen festen Platz in unserer übrig gebliebenen Kulturland­ schaft bekommen. Michel Brunner ist Gründer von «pro arbore – Baum­ inventar Schweiz». Er arbeitete als Grafiker und als Fotograf, Referent, freier Journalist und vor allem als Autor zum Thema Natur. Daneben arbeitet er in einer Waldkinderkrippe und als Baumpfleger, Obstbaum­ wärter und Gärtner.

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Eine der schÜnsten und noch längsten Birkenalleen der Schweiz steht in Maienfeld.

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Faszination Naturfilm Dank der technischen Entwicklung in den letzten Jahren können heute fast alle Leute mit einer Kleinkamera oder sogar mit dem Mobiltelefon Fotos und Filmaufnahmen machen. Doch für einen spannenden Dokumentarfilm braucht es mehr als zufällige Begegnungen. Ausgiebiges Recherchieren, minutiöse Vorbereitung, Schleppen einer schweren Filmausrüstung und stundenlanges Warten auf den richtigen Augenblick sind unumgänglich. Mancher Ansitz ist vergebens. Umso grösser die Freude, wenn tolle Aufnahmen gelingen. Das Filmen der Natur ist eine Leidenschaft und eine Faszination. Peter Keusch

Ich habe mich immer für die Natur interessiert. Bereits als Gymnasiast war ich von der Naturfotografie fasziniert und veröffentlichte viele Reportagen in verschiedenen Zeitschriften. Nach etwa 35 Jahren Naturfotografie beschloss ich vor einigen Jahren, die Bilder mit Bewegung und Ton zu ergänzen und kam so zur Filmerei. Im Oktober 2017 konnte ich meinen ersten 70-minütigen Dokumentarfilm «Naturbeobachtungen in den Alpen» präsentieren. Seither folgten viele Vorführungen und seit wenigen Monaten ist der Film auch als DVD erhältlich. Im Zentrum der meisten Filme steht eine spannende Geschichte. Danach folgen Überlegungen, wie diese Story im Film mit Bild und Ton umgesetzt werden kann. In meinem ersten Film wollte ich einerseits die Vielfalt aber auch die Verletzlichkeit der Natur im Alpenraum dokumentieren und andererseits verschiedene Überlebensstrategien von Pflanzen- und Tierarten zeigen. Drehbuchkalender Trotz recht guten Kenntnissen von Flora und Fauna habe ich in der Fachliteratur, aber auch im Internet ausgiebig recherchiert. Welche Pflanzen- und Tierarten soll ich im Film zeigen? In

Für die wenigen Filmaufnahmen vom Hermelin waren vier Tage Geduld nötig. Während den etwa 20-minütigen Aktivitätsphasen war das Tier sehr schnell unterwegs. Danach verschwand es jeweils für etwa vier bis fünf Stunden. 

(Alle Bilder: Peter Keusch)

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Gemäss dem soeben erschienenen, neuen Brutvogelatlas gibt es in den Schweizer Alpen nur etwa fünf bis zwölf Brut­ paare des Rotsternigen Blaukehlchens. Auf Filmaufnahmen in der Nähe des Nests, welches sich in einem Ampferbestand befand, habe ich aus Naturschutzgründen bewusst verzichtet.

welcher Jahreszeit und bei welchen Witterungs­ bedingungen will ich die Dreharbeiten realisie­ ren? Wo im Alpenraum, zwischen Nizza und Wien, sind die Aufnahmen unter optimalen Be­ dingungen machbar? So entstand quasi mein Drehbuchkalender, eine Wunschliste von Filmsujets und möglichen Dreh­ orten, chronologisch sortiert. Da ich bis Ende März 2018 eine Vollzeitstelle hatte, musste ich zudem alle Dreharbeiten, aber auch das spätere Schnei­ den und Vertonen des Films in meiner Freizeit durchführen.

Kameratechnik In wenigen Jahren hat die Kameratechnik in den Bereichen Film und Fotografie enorme Fortschritte gemacht. Anfangs filmte ich mit einer Canon XLH1a, welche die Aufnahmen digital auf Kassetten aufzeichnete. Die etwa 5 Kilogramm schwere Ka­ mera hatte den Vorteil, dass ich Objektive wech­ seln und insbesondere für Tieraufnahmen ein 20-faches optisches Zoom von ca. 40 bis 800 Mil­ limeter Brennweite nutzen konnte. Seit gut einem Jahr filme ich mit einer weniger als 2  Kilogramm schweren Panasonic Lumix GH5, welche ebenfalls

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Wechselobjektive hat und hochauflösende Aufnahmen bis 4K auf eine Speicherkarte aufzeichnet. Diese Kamera erlaubt sogar Zeitlupenaufnahmen von bis zu 180 Bildern pro Sekunde und bietet zudem viele für den Filmer interessante Optionen, wie etwa das automatische Zoomen auf einen Bildausschnitt oder die Wi-Fi-Fernbedienung. Zudem finde ich es sehr praktisch, mit der gleichen Kamera sowohl Filmaufnahmen als auch Fotos in professioneller Qualität machen zu können. Moderne Kameras sind mit viel Hightech ausgestattet und bieten Hunderte von verschiedenen Einstellungen. Es ist deshalb besonders wichtig, die Ge-

brauchsanleitung aufmerksam zu studieren. Ich habe die für mich wichtigsten Optionen und Einstellungen der Kamera auf einer Checkliste notiert und überprüfe diese regelmässig. Oft habe ich Fotografen und Filmer getroffen, welche trotz teuersten Kameraausrüstungen mit falschen Einstellungen arbeiten. Das ist etwa so, wie wenn man einen Sportwagen kauft und mit diesem aber nur in der 30er-Zone fährt. Um die Tiere nicht zu stören, setze ich auch Kleinkameras und Wildkameras ein. Für Aufnahmen des Grünspechts an der Bruthöhle fixierte ich eine mit Flechten und Laub getarnte Minikamera an einem

In Gebieten, wo die Tiere seit Generationen nicht bejagt werden, zeigen sie oft eine bedeutend kleinere Fluchtdistanz. Diese Gämsmutter mit ihrem Kitz konnte ich im italienischen Nationalpark Gran Paradiso auf eine Distanz von höchstens 20 Meter fotografieren und filmen.

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Ast. Die Kamera konnte ich aus meinem Versteck in etwa 80 Meter Distanz mit einer Funkfernauslösung bedienen. Tonaufnahmen Qualitativ gute Tonaufnahmen stellen vielleicht die grösste Herausforderung für einen Naturfilmer dar. Unvergesslich bleibt mir eine Ferienwoche im Frühling in einem Bergdorf, wo ich unter anderem einige singende Vogelarten filmen wollte. Auch nach Tagen hatte ich keine einzige brauchbare Ton­ aufnahme, dafür eine umfangreiche Dokumentation von Lärmquellen, angefangen von den

Helikoptern und Militärflugzeugen, von Motorsägen und Baulärm, bis hin zum Autolärm und den Postautoklängen. Wer im Freien Tonaufnahmen machen will, realisiert bald, wie wenige wirklich ruhige Plätze es selbst im Gebirge noch gibt. Für Tonaufnahmen verwende ich in der Regel ein auf die Kamera aufsteckbares kleines Mikrofon. Wenn ich aus dem getarnten Ansitz heraus filme, stelle ich vor dem Tarnzelt ein Richtmikrofon auf, welches auf den Ort zielt, wo ich zum Beispiel den singenden Vogel oder den röhrenden Hirsch erwarte. Oft muss das Mikrofon mit einem speziellen Windschutz eingepackt werden, da sonst auch

Der Sperlingskauz ist in den lichten Bergwäldern gut verbreitet. Am ehesten verrät er sich am frühen Morgen durch seinen Gesang. Wenn man keine hastigen Bewegungen macht, kann man sich ihm manchmal auf wenige Meter nähern.

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kleine Windstösse störende Geräusche erzeugen. Für Tonaufnahmen, wie etwa für das Vogelkonzert im Wald, benutze ich ein Parabolspiegel-Mikrofon. Sicher gibt es auf vielen Wanderungen Gelegenheiten, die eine oder andere Sequenz wie zum Beispiel von Vögeln oder von Rehen zu machen. Oft bleiben es aber kurze Sequenzen, welche bald mit Fluchtverhalten des Tieres enden. Anders ist es in Gebieten, wo die Tiere an die Menschen gewöhnt sind, wie beispielsweise in Städten, in Park- und Gartenanlagen, aber auch in Schutzgebieten. So entstanden beispielsweise viele meiner Filmaufnahmen von Gämsen im italienischen Nationalpark Gran Paradiso. Wo in der Schweiz könnte ich sonst diese Tiere mit ihrem natürlichen Verhalten auf eine Distanz von nur 10 bis 20 Metern filmen? Naturfilmer haben eine wichtige Vorbildfunktion Sie möchten die Zuschauer mit aussergewöhnlichen und faszinierenden Aufnahmen für Naturschutzanliegen sensibilisieren. Die im Film gezeigten Tiere sollten sich natürlich verhalten, im Idealfall merkt das Tier nicht, dass es gerade gefilmt wird. Insbesondere bei seltenen Arten oder bei Aufnahmen in der Nähe von Nestern ist spezielle Vorsicht geboten. Das heisst auch, dass ein Naturfilmer auf einzelne Aufnahmen, so schön diese auch wären, aus Naturschutzgründen verzichten muss. Es ist bedenklich, dass beispielsweise jedes Jahr viele Bruten des Steinadlers aufgegeben werden, nur weil einige Tierfotografen und Naturfilmer sich in der Nähe des Horstes aufhalten. Seit einigen Jahren sieht man in den meisten Dokumentarfilmen imposante Landschaftsaufnahmen, die aus Drohnen gefilmt wurden. Bei deren Einsatz müssen unbedingt die gültigen Bestimmungen befolgt werden. Zudem dürfen Drohnen keinesfalls zum Filmen an Nistplätzen oder zum Verfolgen von Tieren eingesetzt werden. In das gleiche Kapitel gehört auch das Abspielen von Tierstimmen ab Tonband, um die Tiere anzulo-

cken. Da Singvögel mit ihrem Gesang unter anderem ihren Besitzanspruch auf ein Revier kundtun, reagieren sie beim Abspielen von Gesang ab Tonband, als ob ein Rivale in der Nähe sei. Dies führt zu Überreaktionen des Revierbesitzers, der gestresst nach dem Eindringling sucht oder allenfalls sogar sein Revier aufgibt. Auf den Einsatz von Tonbandgeräten zum Locken von Vögeln ist deshalb unbedingt zu verzichten. Die in meinem Film gezeigten Aufnahmen singender Vögel und viele Aufnahmen verschiedener Wildarten entstanden aus Tarnverstecken, die ich in der Nähe von oft benutzten Warten, Äsungsplätzen, Suhlen usw. aufstellte, ohne die Tiere in ihrem Verhalten zu stören. Tarnverstecke Leider glänzen die meisten im Handel erhältlichen Tarnzelte und wirken dann in der Landschaft wie Fremdkörper. Ich nähe deshalb auf meine Ansitzzelte sehr feine, farblich der Umgebung angepasste Tarnnetze und stecke darauf wenn nötig auch noch einige Tannen- oder Laubzweige. Das Versteck verschmilzt so mit der Umgebung und es kommt immer wieder vor, dass Vögel nicht nur auf der für den Film vorgesehenen Warte, sondern auch auf meinem Tarnzelt singen. Der Ansitz im Tarnversteck ist aufwendig und fordert viel Geduld. Als Beispiel seien meine Aufnahmen von der Birkhahnbalz erwähnt. Den genauen Platz für die Filmaufnahmen, oberhalb der Waldgrenze, hatte ich im Frühling mit dem Fernrohr vom Gegenhang des Tales ausgemacht. Ja, genau dort oben, neben dem Wacholder könnte es klappen. Die Sonne hätte ich im Rücken, der Balzplatz läge vor mir. Die Wetterprognosen für den folgenden Tag waren gut. Schon um 1 Uhr in der Nacht stand ich auf und schleppte während fast zweier Stunden 23  Kilogramm Gepäck (Tarnzelt, Stativ, Filmausrüstung, Richtmikrofon mit Verlängerungskabel, Kleider, Proviant usw.) hinauf zur Alp. Um 3.30 Uhr, in der noch stockdunklen Nacht, war ich

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Der Biologe Peter Keusch zeigt in seinem Dokumentarfilm «Naturbeobachtungen in den Alpen» die Vielfalt, aber auch die Verletzlichkeit der Natur im Alpenraum. In allen vier Jahreszeiten und bei jedem Wetter war er mit der Kamera in verschie­ denen Alpenländern unterwegs, um auch seltene und scheue Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu filmen. Weit über 100 Tage verbrachte er in Tarnzelten, um das Verhalten von mehr als 60 ver­ schiedenen Tierarten in einem 70-minüti­ gen Film zu dokumentieren und ihre Lautäusserungen in beeindruckender Tonqualität einzufangen. Die DVD kann für 40 Franken (inkl. Porto und Verpa­ ckung) unter folgender Mail-Adresse bestellt werden: pekeusch@bluewin.ch.

im Tarnzelt bereit. Um 4.13 Uhr, noch vor Dämme­ rungsbeginn, hörte ich, dass ein erster Birkhahn herbeiflog. Bald flogen andere Hähne zum Balz­ platz. Erst ab etwa 5.15  Uhr hatte ich genügend Licht, um zu filmen. Bei schönstem Wetter hatte ich danach zwölf Birkhähne vor meinem Tarnzelt. Die Vögel verhielten sich natürlich, balzten laut und kämpften, ohne etwas von meiner Anwesen­ heit zu merken. Zwischendurch kullerte ein Hahn sogar nur knapp zwei Meter vor meinem Tarnzelt und ich konnte seinen blau schillernden Kopf mit den roten Rosen über den Augen filmen. An jenem Tag balzten und kämpften die Birkhähne ausgiebig und verliessen erst ab etwa 9.40 Uhr den Balzplatz. Um 10.12 Uhr flog der letzte Birkhahn weg, hang­ abwärts in den Lärchenwald. Um sicher zu sein, dass ich wirklich keinen anderen Birkhahn oder eventuell auch die besser getarnten Birkhennen aufscheuchte, verliess ich erst um 11.30  Uhr das Tarnzelt.

Schnitt und Vertonung Doch auch wenn beste Ton- und Filmaufnahmen im «Kästchen» sind, ist es nachher noch ein langer Weg bis zur Vorführung des fertigen Films. Das ganze Filmmaterial muss auf einem grossen Bild­ schirm gesichtet werden, um die qualitativ besten Aufnahmen zu archivieren bzw. für den Film auszu­ wählen. Danach kann man einen ersten Rohschnitt anfertigen. Für meinen Film war der erste, grobe Rohschnitt etwa vier Stunden lang. Danach galt es den Film im Feinschnitt zu kürzen und die Übergän­ ge zwischen den Sequenzen vorzunehmen. Was früher mit Schere und Leim sehr aufwendig war und Korrekturen oft mit Qualitätseinbussen verbunden waren, ist heute mit professionellen Schnittpro­ grammen mit etwas Übung relativ einfach machbar. Zudem bieten diese Schnittprogramme viele Mög­ lichkeiten wie etwa Farbkorrekturen und Spezial­ effekte. War früher ein Film falsch belichtet, war er unbrauchbar. Heute kann man die Aufnahmequali­ tät schon im Feld auf dem Display der Kamera grob überprüfen. Schon während des Rohschnitts muss man sich auch über die Vertonung Gedanken machen. In meinem Film «Naturbeobachtungen in den Alpen» wollte ich, wenn immer möglich, Tierstimmen und Geräusche aus der Natur verwenden. Nur wenige Filmsequenzen wurden mit etwas Musik hinter­ legt, wofür ich bei einer spezialisierten Firma eine entsprechende Lizenz kaufte. Den Kommentar zum Film habe ich selber geschrieben. Ich beauf­ tragte danach jedoch einen professionellen Spre­ cher, den Text in einem Tonstudio simultan zum Abspielen des Filmes mit der richtigen Betonung zu sprechen und zu registrieren. Danach konnten die Ton- und Filmspuren zum fertigen Film vereint werden. Es soll nicht abschreckend sein, aber für meinen Dokumentarfilm arbeitete ich insgesamt etwa 160 Stunden am Computer. Peter Keusch ist Biologe, 60 Jahre alt und leitete während 29 Jahren die Naturschutzfachstelle des Kantons Wallis.

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Die bizarren Buchen im Valle di Lodano Vor dem Blattaustrieb sind die Buchen im Valle di Lodano im Maggiatal voller Poesie. Die vielfältigen Stammformen sind aus einem Wald hervorgegangen, der über Jahrhunderte intensiv genutzt worden war. Nun soll das Naturwaldreservat auf dem Gebiet der Bürgergemeinde Lodano Teil des UNESCO-Weltnaturerbes der europäischen Buchenwälder werden. Lukas Denzler

Für viele Deutschschweizer gehören Kastanienwälder zum Tessin und zu Südbünden wie der Merlot und Veltliner. Die Selven mit ihren markanten Fruchtbäumen zeugen von der Kastanienkultur auf der Alpensüdseite. Viel ist in den letzten Jahren unternommen worden, um diese Kulturlandschaften zu erhalten; sie sind Teil der regionalen Identität. In den Tessiner Tälern dominiert hingegen oft eine andere Baumart. Bisweilen sind ganze Bergflanken mit Buchen bestockt. Die Bäume wachsen auf den kargen Böden oft nur langsam, erreichen manchmal aber eindrückliche Dimensionen. Die bizarren Stammformen sind geprägt durch die vorherrschenden Umweltbedingungen und die harten Wuchsverhältnisse.

Knorrig, kauzig und krumm …

(alle Bilder: Lukas Denzler)

Harte Lebensbedingungen Ebenso hart waren die Lebensverhältnisse für die Bevölkerung in den Tessiner Bergtälern bis zum Zweiten Weltkrieg. Obwohl alle denkbaren Flächen land- und alpwirtschaftlich genutzt wurden, gab es nicht für alle genug zu essen. Und die Familien waren kinderreich. Viele Tessiner wanderten deshalb aus. Zunächst in die europäischen Metropolen, später auch nach Kalifornien und Australien. Der Tessiner Schriftsteller Plinio Martini beschreibt die Verhältnisse im Maggiatal in seinem Buch «Il fondo del sacco» eindrücklich. Die Geschichte

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Nicht der Norm entsprechend: Im Naturwaldreservat ist es erlaubt.

handelt von bitterer Armut und harter Arbeit, von Auswanderung und Heimweh. Martini hat die ­späte Phase dieser Epoche als Kind noch erlebt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte er als Lehrer in Cavergno und Cevio. Das Buch liegt auch auf Deutsch vor («Nicht Anfang und nicht Ende»). Die grosse Transformation des Territoriums Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts findet in den Tälern auf der schweizerischen Alpensüdseite als Folge des Rückgangs der Land-, Alp- und Waldwirtschaft ein starker Landschaftswandel statt.

Nach Jahrhunderten intensivster Nutzung bis hin zum Raubbau erholt sich der Wald. In keiner Schweizer Region dehnte sich in den letzten Jahrzehnten der Wald so stark aus wie auf der Alpensüdseite. Sein Anteil ist von etwa einem Viertel Ende des 19. Jahrhunderts auf über die Hälfte des Territoriums angestiegen. Gemäss Erhebungen des Schweizerischen Landesforstinventars liegt auf mehr als 60 Prozent der Waldflächen der Alpensüdseite der letzte forstliche Eingriff mehr als 50 Jahre zurück. Dieser Anteil ist doppelt so hoch wie im zentralen Alpenraum.

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Der Vormarsch des Waldes auf der Alpensüdseite erfolgte im Wesentlichen zwischen 1950 und 1980. Der ehemalige Tessiner Kantonsförster Ivo Ceschi bezeichnet in seinem Buch «Il bosco del Cantone Ticino» diese Periode denn auch als «La grande trasformazione del territorio». Es handelt sich da­ bei um eine ausgesprochen starke Ausprägung der sogenannten «Forest transition». Dieser Fachbe­ griff steht für den Übergang von der Entwaldung zur Wiederbewaldung, einem Transformations­ prozess, der typisch ist für viele Länder, die eine Industrialisierung und Urbanisierung durchlaufen haben. In vielen Wäldern im Tessin sind die Spuren frühe­ rer menschlicher Aktivitäten noch gut erkennbar. Ein Beispiel dafür ist das Valle di Lodano, ein Seitental im unteren Maggiatal. Dessen Wälder weckten die Neugier des Autors, als eine Experten­ gruppe des Bundes diese im Dezember 2016 für eine Erweiterung des bestehenden UNESCO-Welt­

naturerbes der Buchenurwälder der Karpaten in der Slowakei und Ukraine sowie der alten Buchen­ wälder Deutschlands vorgeschlagen hatte. Köhlerei und Holzexport nach Italien Anders als die Buchenurwälder in den Karpaten sind die Wälder im Valle di Lodano über Jahrhun­ derte intensiv genutzt worden. Dokumente bele­ gen, dass die Dorfgemeinschaft bereits Mitte des 16. Jahrhunderts Nutzungsrechte einem Holzhänd­ ler erteilte. Ein Höhepunkt bildete das 19. Jahrhun­ dert. Damals wurden enorme Mengen Holz nach Italien verkauft, während die lokale Bevölkerung ihren Bedarf nach Brenn- und Bauholz deckte. Der Transport erfolgte zunächst über Rutschbah­ nen oder dann entlang der Bachläufe, ab Ende des 19. Jahrhunderts auch mithilfe von Metallseilen. Die Anlage der Società del Filo metallico aus dem Jahre 1898 bestand aus sechs Abschnitten. Eine 1943 errichte Anlage hatte eine Länge von mehr

Wie Finger, nur grösser und aus Holz …

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als 3000 Metern und zählte 16 Stützpfeiler. Die Wälder dienten auch der Herstellung von Holzkoh­ le. Über 200  Köhlerplätze sind inventarisiert wor­ den. Einige davon sind bis 1945 betrieben worden. Weil das Gebiet sehr steil ist, lohnte sich die Wald­ nutzung ab 1964 nicht mehr. 2012 erklärte sich die Bürgergemeinde von Lodano bereit, auf 766 Hek­ taren gegen entsprechende Entschädigung wäh­ rend mindestens 50 Jahren auf jegliche Holznut­ zung zu verzichten. Aufgrund der früheren Nutzung ist der Wald ziemlich jung; einige Buchen sind aber recht alt und haben spezielle Baumkro­ nen ausgebildet. Vor allem vor dem Blattaustrieb im Frühjahr wirkt der Wald mit seinen markanten Buchenstämmen geradezu poetisch. Ergänzung des UNESCO-Weltnaturerbes angestrebt Die UNESCO unterscheidet bei den Welterbestät­ ten zwischen Kulturgütern, Naturgütern und ge­ mischten Objekten (Kulturlandschaften). Elf Ob­ jekte der Welterbeliste liegen in der Schweiz. Zu den Kulturerbestätten zählen etwa das Benedikti­ nerinnenkloster St. Johann in Müstair, die Berner Altstadt, die Burgen von Bellinzona und die Rhäti­ sche Bahn im Albulatal und im Berninagebiet. Zu den Schweizer Weltnaturerbestätten zählen das Jungfrau-Aletsch-Gebiet, der Monte San Giorgio mit seinen bedeutenden Fossilien sowie die Tekto­ nikarena Sardona. Das Lavaux mit seinen Rebber­ gen am Genfersee ist in der Liste als Kulturland­ schaft verzeichnet. Nun könnten also mit dem Naturwaldreservat im Valle di Lodano sowie einem Buchenreservat am Bettlachstock im Kanton Solothurn bald schon zwei weitere Objekte zu den bisherigen Schweizer Naturerbestätten hinzukommen. Falls die Gremien der UNESCO zustimmen, würden die beiden Bu­ chenwälder das sich über mehrere Länder erstre­ ckende UNESCO-Weltnaturerbe der europäischen Buchenwälder ergänzen. Bei dessen Gründung 2007 umfasste dieses lediglich die Buchenurwälder

der Slowakei und der Ukraine. 2011 stimmte die UNESCO einer Erweiterung zu, womit verschiede­ ne alte Buchenwälder in Deutschland den Welt­ erbestatus erhielten. 2017 kamen zusätzliche Bu­ chenwälder in anderen Ländern hinzu, sodass gegenwärtig zwölf Länder beteiligt sind. Der Zeit­ punkt für die nächste Erweiterung hängt auch von weiteren interessierten Ländern ab, mit denen die Schweiz beim Dossier für die Kandidatur zusam­ menarbeitet.

(Gut gebaute) Wege aus früheren Zeiten erleichtern den Zugang zum Naturwaldreservat.

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Das Waldreservat im Valle di Lodano befindet sich unmittelbar angrenzend an das Gebiet, das eigent­ lich ein Nationalpark der neuen Generation hätte werden sollen. Die acht Gemeinden im Locarnese lehnten dessen Gründung im Juni 2018 jedoch ab. Es dürfte somit entscheidend sein, die Bevölkerung von Lodano beziehungsweise von Maggia – die inzwischen eine Gemeinde bilden und am Natio­ nalparkprojekt nicht beteiligt waren – über die Kandidatur als Weltnaturerbe umfassend zu infor­ mieren und Missverständnissen vorzubeugen. Landschaftswandel weckt Emotionen Für die einheimische Bevölkerung ist der Wandel der Landschaft eine ambivalente Angelegenheit. Die Rückeroberung vieler ehemals genutzter Flä­ chen durch den Wald auf der Alpensüdseite ist nicht aufzuhalten. In gewissem Sinne werden so auch die Wunden des früheren Raubbaus geheilt. Die Menschen spüren aber auch, dass damit ein Stück Kultur verloren geht. Das kollektive Ge­ dächtnis nimmt dies als Verlust wahr, auch wenn niemand sich die alten, harten Zeiten voller Ent­ behrungen zurückwünscht. Die ehemalige Kultur­ landschaft zu bewahren, gelingt nur auf einem beschränkten Teil der Fläche. Alles erhalten zu wollen, ist nicht möglich und würde auch zu einer Art Museum führen. Ein Symbol der ehemaligen Nutzung sind bei­ spielsweise die mit Steinplatten kunstvoll gebau­ ten Wege auf die Alpen hinauf. Jahrhundertelang sind sie begangen worden, zum Teil auch heute noch. Dank diesen attraktiven Wegen sind so schöne Orte wie die Buchenwälder im Valle di Lodano für Wanderer und Naturliebhaber heute gut erreichbar. Die Zugänge erhalten somit eine neue Funktion. Diesen neuen Wert gilt es erst noch richtig zu entdecken und zu würdigen. Die über das Valle di Lodano vorhandenen Publika­ tionen und Informationen sind hingegen jetzt schon vorbildlich.

La versione in italiano la trovate su: www.lukasdenzler.ch Literatur und Quellen Webseite über das Valle di Lodano (auf Italienisch, Deutsch, Französisch und Englisch): www.valledilodano.ch Faltblatt über das Valle di Lodano: www.valledilodano.ch > Veröffentlichungen Bildband über das Valle di Lodano: Profumi di boschi e pascoli. Vicende umane, natu­ ra e riserva forestale in Valle di Lodano. Angaben unter: www.valledilodano.ch > Veröffentlichungen Informatives Buch von Ivo Ceschi über die Tessiner Wälder (nur auf Italienisch): Il bosco del Cantone del Ticino. Armando Dadò editore, Locarno. Plinio Martini: Il fondo del sacco. Casagrande, Bellinzona. In deutscher Übersetzung unter dem Titel «Nicht An­ fang und nicht Ende» im Limmat Verlag erschienen. Webseite über das Weltnaturerbe Europäische Bu­ chenwälder: http://www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de http://www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de/ weltnaturerbe-buchenwaelder.html Lukas Denzler studierte an der ETH Zürich und der Universität München Forstwissenschaften und bildete sich im Medienausbildungszentrum in Luzern (MAZ) in Journalismus weiter. Seit 2002 arbeitet er hauptberuflich als freischaffender Journalist für ver­schiedene Schweizer Medien. Seine Schwerpunkte sind Umweltthemen sowie die Nutzung und der Schutz natürlicher Ressourcen.

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Phantastische Tierwesen – zeichnen statt fotografieren Seit der Zürcher Universalgelehrte Conrad Gessner im 16. Jahrhundert sein Standardwerk Historia Animalium herausgegeben hat, bevölkern Grafiken von Tieren wissenschaftliche Bücher. Inzwischen hat die Fotografie mehr und mehr die Zeichnung verdrängt. Dennoch findet man auch heute, im Zeitalter von Digitalfotografie und Farbdrucktechnik, in Bestimmungsbüchern bei Pflanzen oder Tieren häufig Zeichnungen anstelle von Fotos. Das soll zum Anlass genommen werden, einmal dem Unterschied zwischen Zeichnung und Fotografie auf den Grund zu gehen. Dr. Birgit Ciba

Männliche Mauereidechse in der Spalte einer alten Sand-

Auf einer Zeichnung kann man Details darstellen, die auf

steinmauer in Kaiserslautern-Morlautern.

dem Foto nur unzureichend zu erkennen sind. 

(alle Abbildungen: Birgit Ciba)

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Wo ist die «Grenze» zwischen Zeichnung und Gemälde? Schon allein die Definition, was eine Zeichnung überhaupt ist, erweist sich beim Einsortieren von konkreten Bildern manchmal als schwierig. Im Normalfall versteht man unter einer Zeichnung ein zweidimensionales Bild auf Papier, das ein Motiv in vereinfachter Darstellung mithilfe von Linien darstellt. Traditionell wird dabei der grösste Wert auf die Umrisslinie gelegt, wobei Hell- und Dunkelwerte auch durch Schraffuren oder eine Häufung von Einzelpunkten angegeben werden, sodass ein räumlicher Eindruck entsteht. Die Zeichnung gehört zusammen mit den Drucktechniken zur Grafik. Im Gegensatz dazu steht die Malerei, die auf einer Darstellung mithilfe von Farben und Farbwerten beruht, die flächenhaft eingesetzt werden. Wenn in einer Zeichnung Farbe eingesetzt wird, dann meist mithilfe eines Farbstifts, dessen Farbe vorher nicht zusammengemischt wurde. Im Unterschied zum Drucken, bei dem ein identisches Motiv in beliebiger Anzahl erzeugt werden kann, wird eine Zeichnung in der Regel mit der Hand angefertigt, wodurch sie zu einem Original wird. Für den Buchdruck wurden Zeichnungen daher in Holzschnitte oder Radierungen umgesetzt. Beim technischen Zeichnen kommen Hilfsmittel wie Lineal oder Schablonen zum Einsatz. Chinesische Tuschezeichnungen werden traditionell mit dem Pinsel angefertigt und schliessen die Technik des wässrigen, halbtransparenten Farbauftrags (Lavierung) ein. Vor allem in der modernen Kunst gibt es eine Fülle von Mischtechniken, die deutlich machen, dass der Übergang von der Zeichnung zur Malerei im Grunde fliessend ist. Welche Vorteile bietet die Zeichnung gegenüber dem Foto? Eine Zeichnung braucht Zeit und sie braucht eine erfahrene Person, die sie anfertigt. Im Gegensatz dazu ist ein Foto schnell gemacht und setzt mittlerweile dank der Technik moderner Kameras fast nur

noch die Fertigkeiten voraus, mit dem Auge durch einen Sucher zu gucken und mit einem Finger auf einen Auslöser zu drücken. Wozu soll man sich also noch die Mühe machen, etwas zu zeichnen? Vor allem in Bestimmungsbüchern wird der Vorteil einer Zeichnung gegenüber einem Foto jedoch relativ schnell deutlich. Auf einer Zeichnung können bestimmte Merkmale deutlicher hervorgehoben werden. Ob der Stängel einer Pflanze zart behaart ist oder nicht, kann man auf einem Foto oft nicht erkennen. Bei kleinen Tieren, die mit Macro-Objektiven fotografiert wurden, liegt häufig nicht der gesamte Körper im Schärfebereich des Fotos, was für eine Bestimmung wenig hilfreich ist. In einer Zeichnung können aber alle Details nach Wunsch dargestellt werden, wodurch die Abbildung präziser und aussagekräftiger wird. Stärker noch als bei einem Schwarz-Weiss-Bild kann man durch eine farbige Darstellung Schwerpunkte setzen, Wichtiges hervorheben, den Blick des Betrachters auf eine bestimmte Stelle lenken und darüber hinaus Emotionen darstellen oder sogar beim Betrachter Gefühle wecken. Auch aus diesem Grund werden Gemälde und Zeichnungen oft als tiefgründiger empfunden als Fotografien. Weshalb wird überhaupt gezeichnet? In Zeiten vor der Erfindung des Fotoapparats gab es nur eine geringe Anzahl von Möglichkeiten der Darstellung, und die Zeichnung war dabei die am wenigsten aufwendige. Jahrhundertelang waren Zeichnungen niemals selbstständig, sondern waren eine notwendige Vorzeichnung für ein grösseres Werk, ein Gemälde, ein Mosaik oder ein Fresko. Sie wurden dementsprechend kaum wertgeschätzt und sind auch nur in seltenen Fällen – oft nur durch Zufall – erhalten. Erst seit der Renaissance fertigten Künstler auch Zeichnungen an, die man als eigenständige Werke auffassen kann. Oft wurden Zeichnungen aber auch nur deshalb aufbewahrt, weil der Künstler sie später als Vorlage

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Bewegungsstudien, Bleistiftskizzen von Mauereidechsen.

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für ein Gemälde verwenden wollte. Viele Künstler legten sich auf ihren Reisen gezielt Skizzenbücher an, in denen sie Eindrücke, ländertypische Landschaften, Personen, Tiere oder Pflanzen festhielten, um später – zurück in der Heimat in ihrem Atelier – darauf als Bildarchiv zurückgreifen zu können. Erst in diesem Jahr hat die grosse Rubens-Ausstellung im Frankfurter Städel eindrucksvoll gezeigt, wie die antiken Statuen, die Peter Paul Rubens auf seiner Italienreise aus mehreren Seitenansichten abgezeichnet hat, später als Figuren in seinen grossen Ölgemälden wieder auftauchten. Im 19. Jahrhundert, nach Erfindung der Fotografie, griffen viele Künstler auf die Möglichkeit zurück, Personen und Tiere in einer bestimmten Haltung zu fotografieren und sich auf diese Weise Vorlagen für ihre Gemälde zu schaffen. Schon damals begann die Konkurrenz zwischen Fotografie und Zeichnung. Aber auch heute, im Zeitalter der digitalen Fotografie, gibt es nach wie vor viele Bereiche, in denen professionelle Zeichnungen angefertigt werden. Storyboards für Filme, in denen Einstellungsgrössen, Bildideen und Effekte comicartig vorgezeichnet werden, sind inzwischen längst Hollywood-Standard. Entwürfe für Haute-Couture-Mode werden in der Regel in farbigen Filzstift- oder Tuschezeichnungen festgehalten, Mangas stellen im Bereich der Literatur einen neuen Trend dar. Schul- und Sachbücher kommen nicht ohne Grafiken aus, technische Zeichnungen sind die Grundlage in Maschinenbau und Architektur. Vor allem dann, wenn eine Idee visualisiert oder ein Prozess schematisch veranschaulicht werden muss, ist eine Zeichnung noch immer die erste Wahl. Braucht man für das Zeichnen «nur» Begabung oder ist das erlernbar? Zeichnen kann man lernen. Vielleicht glauben Sie mir nicht, weil Sie selbst als Kind schon etliche miss­ ratene Selbstversuche verkraften mussten.

Falls Sie immer schon eine Sehnsucht in sich verspürt haben, zeichnen zu können, kann ich Ihnen ein Buch empfehlen, das Ihnen Schritt für Schritt das Zeichnen beibringt: Betty Edwards: «Das neue Garantiert zeichnen lernen» (Rowohlt Buchverlag, 2000, ISBN: 9783498016692). Interessanterweise beginnt der Lehrgang mit Wahrnehmungsübungen. Prof. Betty Edwards erklärt, wie unsere rechte Hirnhälfte, die für zeichnerische Fähigkeiten verantwortlich ist, aktiviert werden kann. Eine ihrer ersten Übungen besteht zum Beispiel darin, eine Zeichnung einer Person auf den Kopf zu stellen und sie dann erst abzuzeichnen. Die Ergebnisse sind verblüffend, denn schon dieser kleine Trick hat bewirkt, dass man genauer beobachtet, Gegenstände optisch in Teile zerlegt und eher Linien, Längen, Steigungen, Winkel und Strukturen wahrnimmt als das Ganze. Kinder, die von ihren Mitschülern als «zeichnerisch begabt» wahrgenommen werden, tun oft nichts anderes, als unbewusst diesen Prozess zu vollziehen. Wie bringt man eine «Momentaufnahme» auf eine Zeichnung? Im Wildtierkalender 2019 (Wildtier Schweiz) finden sich Zeichnungen von Maulwürfen, bei denen man sich als Betrachter vielleicht fragt, wie sie zustande gekommen sind. Tatsächlich liegen diesen Zeichnungen Beobachtungen an lebendigen Individuen zugrunde, sie entstanden im Rahmen meiner Doktorarbeit bei verhaltensbiologischen Untersuchungen im Tierhaus der Universität Kassel, die Maulwürfe lebten in einem ausgeklügelten System von Erdkisten, künstlichen Laufgängen und halb offenen Käfigen. Damals angefertigte Filmaufnahmen ergaben, dass man vor allem bei schneller Bewegung und geringer Beleuchtung kaum eine Chance hatte, an auswertbares Bildmaterial zu gelangen. Hinzu kommt bei Tieren noch, dass man ja im Voraus nie weiss, wann sie ein bestimmtes Verhalten zeigen werden, man hätte monatelang filmen müssen, um schliess-

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lich einige Szenen verwenden zu können. Ausserdem machte die Filmkamera leise Geräusche, die immerhin ausreichten, um scheue Tiere zur Flucht zu bewegen. Also kristallisierte sich schnell heraus, dass für die Doktorarbeit bestimmte Verhaltensweisen der Maulwürfe durch eine Zeichnung dargestellt werden mussten. Da der Körper des Maulwurfs walzenförmig ist, im dichten Fell die kleinen Augen und die Ohren ohne Ohrmuschel meist nicht zu sehen sind und ich ja auch Kunst studiert hatte, kam mir diese Aufgabe nicht sehr schwer vor, allerdings belehrten mich bereits meine ersten Versuche eines Besseren: Ich hatte versucht, einen

Wie kann man in einer Zeichnung Bewegung darstellen? (Maulwürfe beim Kratzen verschiedener Körperpartien.)

Maulwurf mit all seinen Fellhaaren schwarz darzustellen. Abgesehen davon, dass ich dafür einige Stunden gebraucht hatte, war das Ergebnis nicht sonderlich zufriedenstellend, denn das samtige Fell wirkte auf meiner Zeichnung struppig und ungleichmässig und wies irritierende Wirbel auf, in denen die Umrisse des Oberschenkels oder der Schultern unsichtbar verschwanden. Schliesslich schien die beste Lösung, die Maulwürfe stark reduziert darzustellen, indem nur ihr Körperumriss durch kleine Härchen angedeutet wurde. Die Kunst beim Zeichnen von Tieren besteht eigentlich darin, beim Beobachten so viele Skizzen von ihnen anzufertigen, bis man ihre Körperproportionen erfasst hat. Man beginnt mit einem ruhenden Tier und versucht anschliessend, häufig vorkommende Stellungen zu erfassen: beim Sitzen, Hocken, Liegen, Stehen. Der nächste Schritt sind Bewegungsstudien beim Fressen, Trinken, Kratzen, Putzen, Laufen, Aufrichten. Schliesslich steigert man sich zu Skizzen von raschen Bewegungsabläufen. Will man eine Momentaufnahme in einer Zeichnung einfangen, zeichnet man eine Bewegung meist nicht in einer beliebigen Zwischenphase, sondern im Extrempunkt der Bewegung, das heisst, jeweils am Anfang- oder Endpunkt der Bewegung. Entspricht die Zeichnung eher der Fantasie der Zeichnerin/des Zeichners oder doch eher der Realität? In Zeiten von Conrad Gessners Tierbuch bedeutete die Angabe, ein Tier sei nach dem Leben (ad vivum) gezeichnet, nicht unbedingt, dass der Zeichner das echte Lebewesen tatsächlich vor Augen hatte. War die eigene Anschauung nicht möglich, wurden auch künstlerische Vorlagen oder zur Not auch rein verbale Beschreibungen verwendet. Das hat zu einigen eher unwirklich aussehenden Bildern von echten Lebewesen geführt, die wir heute eher belächeln.

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Umgekehrt verhält es sich beim Tatzelwurm, bei dem Wissenschaftlern bis heute nicht ganz klar ist, ob es sich um ein real existierendes Lebewesen handelt, denn Kunde davon hat man nur durch mündliche Berichte, ein unscharfes Foto und einige eher unbeholfene Zeichnungen von Augenzeugen. Wenn ja, dann muss es sich wohl um ein Reptil gehandelt haben, das im Alpenraum vorzugsweise in Spalten und Höhlen gelebt hat, heutigen Mauer­ eidechsen vielleicht nicht ganz unähnlich, aller­ dings deutlich grösser: ungefähr einen Meter lang. Viele Künstler vor 1900 beherrschten die Fertig­ keit, eine Körperhaltung oder Aktion «aus dem Kopf» zu zeichnen, ohne eine Vorlage dafür vor Augen zu haben. Sie konnten beispielsweise eine Gruppe von Wagenpferden darstellen, die im frei­ en Fall von einer Brücke stürzten, obwohl sie si­ cherlich niemals Augenzeuge einer solchen Szene geworden waren. Heutzutage verfügt jeder Co­ miczeichner über dieselben Fähigkeiten. Walt Dis­ ney ist damit berühmt geworden, dass er und die anderen Zeichner in seiner Produktionsfirma ge­ naue Studien von Tieren anfertigten, Bewegungs­ abläufe und typische Körperhaltungen analysier­ ten, bevor sie ihre Trickfilmfiguren konzipierten. Für den Betrachter eines Bildes ist es im Einzelfall nicht immer möglich, zu unterscheiden, ob von ei­ nem Foto abgemalt wurde, ob ein real vorhande­ nes Tier Modell gestanden hat oder ob die Zeich­ nung rein aus der Fantasie angefertigt wurde. In unserer Zeit, in der Hektik und Stress vorherr­ schend sind, ist das Zeichnen eines Tieres durchaus ein Mittel der Entschleunigung, das zu Konzentra­ tion und innerer Ruhe führt. Zeichnen fördert die Wahrnehmung und die Beobachtungsgabe, man entdeckt Details, die man beim flüchtigen Fotogra­ fieren nicht bemerkt. Wenn man Tiere zeichnet, er­ liegt man manchmal einer ganz eigenen Faszination und beim Betrachten der Bilder wird einem klar: Im Grunde zeigt jedes ein phantastisches Tierwesen.

Dr. Birgit Ciba hat 1992 an der Universität Kassel promoviert (Thema der Dissertation: «Beiträge zum Sozial- und Komfortverhalten des Maulwurfs (Talpa europaea L.) und zu Phänomenen seiner Brunft»). Sie arbeitet als Oberstudienrätin an einem Gymnasium in Kaiserslautern/Deutschland und kämpft derzeit mit der Bürgerinitiative «Waechter-Wiesen» für den Erhalt eines innerörtlichen Wiesengeländes, das trotz Vorkommens von Hunderten von Mauereidechsen durch eine Bebauung zerstört werden soll.

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Kudzu – quo vadis? Il Kudzu (Pueraria lobata) è una liana invasiva originaria dell’Asia caratterizzata da una crescita estremamente veloce. In Ticino si sta diffondendo sempre più soprattutto attorno ai laghi Ceresio e Verbano. Occupa giardini, scarpate stradali e rive del lago dove copre e soffoca alberi interi. La sua presenza ha importanti conseguenze negative sui costi di manutenzione, sulla biodiversità e sulla funzione protettiva del bosco. Grazie ad una specifica ed efficace tecnica meccanica di lotta (taglio del colletto) e a controlli regolari la pianta può essere eliminata, va in ogni caso ricordato che intervenendo sin da subito si aumenta il tasso di successo. Autori: Andrina Rimle, Giorgio Moretti & Nicola Bomio-Pacciorini

Descrizione Il Kudzu (Pueraria lwobata) è una liana rampicante perenne con foglie trilobate (famiglia delle leguminose – Fabaceae) originaria del sud-est asiatico che si caratterizza per una crescita estremamente veloce: fino a 26 cm al giorno e 20 m all’anno (Pron 2006)! Il Kudzu forma un grande sistema di liane verticali e orizzontali. I nodi radicanti delle ­liane orizzontali possono sviluppare dei tuberi sotterranei che formano una riserva di nutrienti e di acqua (Mitich 2000) e che possono raggiungere dei volumi e dei pesi ragguardevoli fino a 180 kg (OEPP/ EPPO 2007). I nodi possono separarsi dalla pianta madre per sviluppare nuovi individui autonomi (sistema di riproduzione generativa simile alle fragole). Con la crescita in verticale e l’esposizione diretta al sole, il Kudzu forma dei fiori di colore ­viola riuniti in grappoli dai quali si sviluppano dei baccelli pubescenti di colore marrone scuro con 3 – 10 semi ognuno (i semi maturi si distinguono da quelli acerbi grazie ad un colore più scuro). Considerato il tasso di germinazione dei semi particolarmente alto fino a 80 % e la capacità di sopravvivere anche per diversi anni, la formazione di una banca semi nel terreno è molto probabile (Morisoli et al. 2018).

Conseguenze ambientali Storicamente la Pueraria lobata trova un uso tradizionale nella cucina cinese e come medicina contro diverse malattie (Bertossa 2013). Il potenziale invasivo della pianta è stato largamente sottovalutato; infatti, nella prima metà del secolo scorso il Kudzu è stato coltivato massicciamente nel sud-est degli Stati Uniti sia come protezione contro l’erosione nei campi agricoli esauriti dalla produzione intensiva di cotone sia come foraggio per il bestiame (Everest et al. 1999). Il clima caldo e la mancanza di antagonisti (insetti fitofagi e agenti patogeni) hanno favorito la grande espansione della pianta che in poco più di 60 anni ha coperto oltre 3 milioni di ettari con un grado di aumento di 50 000 ettari all’anno (Mitich 2000), creando dei danni economici di almeno 500 000 $ all’anno (Bertossa 2013). Anche alle nostre latitudini gli effetti indesiderati della Pueraria lobata dominano, difatti come rampicante è in grado di sfruttare qualsiasi supporto verticale (alberi, muri, lampioni, …) per espandere il suo raggio di azione e creare così un’intricata e fitta copertura che porta alla morte, per mancanza di luce, di tutte le specie sottostanti. A causa di

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Un tappetto denso di liane su suolo boschivo riduce la biodiversità della vegetazione erbacea e impedisce la crescita di altri vegetali.

queste caratteristiche la Pueraria lobata è ora citata nella lista delle One Hundred of the World’s Worst Invasive Alien Species (ISSG 2005) ed elencata nella Lista Nera delle specie invasive (Info Flora 2013). Il comportamento invasivo non crea solo dei costi elevati di manutenzione delle infrastrutture e di superfici aperte (per esempio campi agricoli, scarpate stradali e giardini) ma causa anche dei danni alla biodiversità. In bosco porta alla morte degli alberi sui quali si arrampica e impedisce la rin-

(alle Bilder: Andrina Rimle)

novazione naturale creando un denso tappeto. In boschi con funzione protettiva la presenza del Kudzu è molto preoccupante perché essendo una liana non ha un effetto di protezione contro i processi gravitativi (frane, caduta sassi e valanghe). Non va inoltre d ­ imenticato l’aumento del rischio d’incendio nel periodo invernale a causa della grande quantità di materiale combustibile (liane secche) tra il suolo e le cime degli alberi (Morisoli et al. 2018).

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Il Kudzu in Ticino ha superato la fase di naturalizzazione ed è ora in quella di espansione. Prima che la situazione diventa incontrollata e i costi di lotta esplodano, è opportuno procedere con l’eradicazione definitiva di questa invasiva. Nel 2018 il Servizio forestale cantonale ha attuato un progetto test che ha interessato 14 focolai di dimensioni e tipologie varie per poter quantificare i costi di lotta. Un progetto su scala cantonale, per il periodo 2019 – 2023, è ora in fase di allestimento. Liane orizzontali sopra e sotto terra e tuberi sotterranei.

Diffusione in Ticino In Svizzera il Kudzu è presente solo al Sud delle Alpi. La prima segnalazione in Ticino risale all’anno 1956 (Schröter 1956). Grazie a numerosi monitoraggi che si sono susseguiti dal 2006, è stato possibile costatare un aumento sia del numero di focolai conosciuti sia della superficie occupata: da 21 focolai (15 290 m2) nel 2006 (Pron 2006) a 55 focolai (43 000 m2) nel 2018 (dati rilevati dalla Sezione ­forestale cantonale). Tutti i focolai sono registrati in una banca dati cantonale, aggiornata periodicamente, che informa, per esempio, sulla localizzazione, sulla presenza di semi e sullo stato dei lavori di lotta. 30 focolai interessano l’area boschiva, 12 producono semi e 14 hanno un’estensione maggiore di 1000 m2. Negli ultimi 12 anni sia il numero di focolai sia la superficie totale occupata sono più che raddoppiati e la superficie dei singoli focolai è aumentata mediamente del 68 %. Cinque focolai sono stati eliminati completamente nel frattempo (Morisoli et al. 2018). La maggior parte dei focolai di Kudzu si concentra attorno ai laghi Verbano e Ceresio, dove il clima è favorevole al suo sviluppo (estati con temperature elevate e inverni miti). La presenza di focolai situati in zone periferiche come la Valle Onsernone e la bassa Leventina è invece da attribuire probabilmente allo smaltimento abusivo di scarti vegetali.

Le modalità di lotta Grazie a numerosi anni di ricerca e sperimentazione è stato possibile identificare i migliori metodi di lotta sia meccanica sia chimica (Morisoli et al. 2018). In ogni caso va ribadito che la lotta di tipo meccanico è da preferire a quella chimica perché non limitata da prescrizioni legali e priva di effetti negativi collaterali di natura ambientale. La lotta meccanica si esegue tramite il cosiddetto «taglio del colletto», che consiste nella separazione dell’apparato radicale dalla liana superficiale qualche centimetro sotto il colletto (il nodo principale) che contiene le gemme vegetative potenzialmente capaci di formare dei nuovi ricacci (Morisoli et al. 2018). Le liane a crescita verticale sono di solito tagliate a circa un metro di altezza da terra, così facendo seccano perché non sono più a contatto col terreno. Sulla base delle ultime esperienze maturate in campo, si propone nel primo anno d’intervento un 1° taglio del colletto entro maggio, seguito da almeno due controlli in luglio e in settembre con l’eliminazione degli eventuali ricacci. Nel caso sia presente un fitto sottobosco, una preventiva pulizia del terreno in inverno è opportuna per ottenere un suolo pulito e facilitare quindi l’identificazione immediata delle piantine di Kudzu. Le liane tagliate possono essere accatastate e lasciate in loco a seccare, ma solo nel caso in cui sia possibile impedire un diretto contatto col terreno. In caso contrario il materiale deve essere smaltito

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presso un termovalorizzatore. Il trasporto in discariche vegetali è proibito poiché il pericolo di propagazione è elevatissimo. Il controllo regolare della superficie negli anni successivi (due volte all’anno ad inizio e fine estate) è essenziale per raggiungere l’obiettivo dell’eliminazione totale della pianta. La lotta chimica è possibile in due modi: tramite l’applicazione di un prodotto omologato a base di Triclopir (concentrazione finale 2 %) nel mese di agosto sulle foglie dei ricacci della pianta tagliata tre settimane prima (Morisoli et al. 2018) oppure pennellando il prodotto direttamente sulla sezione

della liana appena tagliata, così l’erbicida è applicato in modo mirato e in quantità molto ridotta. L’efficacia delle due metodologie (meccanica e chimica) è notevole. In entrambi i casi, il numero di nodi si riduce da subito drasticamente o addirittura si azzera (chimica). Già a partire dal secondo anno d’intervento il tempo impiegato per la lotta e per i controlli regolari diminuisce rapidamente (Morisoli et al. 2018). Per monitorare l’efficacia della lotta ogni intervento è registrato in dettaglio in un formulario di controllo, nel quale sono specificati i tempi, i modi, i periodi e le quantità di Kudzu eliminato.

Le liane secche e il suolo ripulito da tutti i nodi radicanti (parte sinistra) sono il risultato di un primo intervento eseguito durante l’estate 2018. L’eliminazione del centro del focolaio (parte destra) sarà oggetto di un intervento successivo.

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Difficoltà A dipendenza della localizzazione del focolaio, l’intervento di lotta e l’organizzazione dei lavori possono rivelarsi particolarmente complessi. L’intervento in focolai situati su rocce strapiombanti, lungo i corsi d’acqua, i muri di controriva delle strade come pure lungo le rive del lago richiedono particolari misure di sicurezza (lavori in corda) e d’organizzazione (regolazione del traffico o utilizzo di chiatte). Scarti vegetali depositati illegalmente nel bosco o sulle scarpate stradali impediscono la ricerca effica-

ce dei nodi radicanti e devono quindi essere rimossi all’inizio dei lavori con un costo supplementare. Inoltre grandi superfici liberate dal Kudzu diventano spesso terreni facilmente colonizzabili da altre neofite di carattere invasive come l’ailanto ­(Ailanthus altissima), la fitolacca (Phytolacca americana), la buddleja (Buddleja davidii) o ancora il ­ Poligono del Giappone (Reynoutria japonica). Perciò è fondamentale gestire attivamente queste neo­fite da subito e prevedere una semina immediata o la messa a dimora di specie autoctone.

Una situazione estrema di un focolaio di Kudzu lungo la riva del lago Verbano. L’eliminazione sarà particolarmente impegnativa a causa dell’estensione e delle difficoltà d’intervento (lavori su parete strapiombante e in vicinanza dell’acqua).

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Zusammenfassung Kudzu (Pueraria lobata) ist eine äusserst schnell wachsende invasive Liane aus Asien, welche sich im Tessin immer weiter ausbreitet und dabei Gär­ ten, Strassenböschungen und Seeufer zudeckt sowie ganze Bäume überwuchert. Ihre Präsenz hat grosse negative Auswirkungen auf die Unterhalts­ kosten, die Biodiversität und das Schutzpotenzial eines Waldes. Dank einer wirkungsvollen mechani­ schen Bekämpfungstechnik (Wurzelhalsschnitt) und regelmässigen Nachkontrollen kann sie ausge­ merzt werden, wobei ein frühzeitiges Eingreifen die Erfolgschancen erhöht.

La raccolta del materiale di risulta in modo ordinato e controllato su un telo di plastica impedisce la ricrescita delle liane tagliate.

Conclusione La Pueraria lobata è una neofita molto invasiva con degli effetti negativi importanti sul nostro am­ biente e in particolare sul bosco di protezione. Gra­ zie a metodi di lotta efficaci e praticabili, l’elimina­ zione del Kudzu in Ticino è un obiettivo ancora raggiungibile ma deve essere perseguito subito e con tutte le forze affinché questa pianta non possa espandersi ulteriormente. L’obiettivo di eradicazio­ ne non deve valere solo per il Kudzu a livello can­ tonale, ma localmente per tutte quelle neofite in­ vasive ancora poco diffuse. I tre autori lavorano per il Servizio forestale del Cantone Ticino. Andrina Rimle è collaboratrice scientifica, Giorgio Moretti dirige l’Ufficio Selvicoltura e Demanio e Nicola Bomio-Pacciorini dirige l’Ufficio forestale del 4° circondario (Locarno). Sezione forestale, Palazzo amministrativo III, Via Franco Zorzi 13, 6500 Bellinzona (andrina.rimle@ti.ch)

Literatur Bertossa, M. (2013). Pueraria – eine erstaunliche Bohnenpflane. Comunicato stampa Agroscope del 4.2.2013. 3 p. Everest, J.W. et al. (1999). Kudzu in Alabama – ­History, Uses, and Control. Alabama Cooperation Extensio System. ARN-65. Info Flora. (2013). Neophyten. Listen und Infoblätter (Pueraria lobata, 5 p). https://www.infoflora.ch/de/neophyten/ listen-und-infoblätter.html (26.3.2018). ISSG. (2005). One Hundred of the World’s Worst Invasive Alien Species. http://www.iucngisd.org/ gisd/search.php (26.3.2018). Mitich, L.W. (2000). Kudzu (Pueraria lobata [Wil­ ld.] Ohwi). Weed Techn 14: 231 – 235. Morisoli, R. et al. (2018). Stratégie de lutte envers une néophyte envahissante – exemple de la puéraire. Schweiz Z Forstwes 169 2: 102 – 109. OEPP/EPPO. (2007). Data sheets on quarantine pests. Pueraria lobata. Bulletin OEPP/EPPO 37 (2), 230 – 235. Pron, S. (2006). Ecologia, distribuzione e valuta­ zione della liana esotica Pueraria lobata (Willd.) Ohwi, Fabaceae, in Ticino. Tesi di laurea al Politec­ nico federale (ETH) Zurigo. 55 p. + 6 allegati. Schröter, C. (1956). Flora des Südens. 2. Aufl. neu bearb. Von E. Schmid. Rascher, Zürich. 167 p.

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Ein Streifzug durch Costa Ricas Waldlandschaften Costa Rica eignet sich kaum für einen Sonntagsausflug. Mit heutigen Buchungsmethoden für Übernachtungen und Flüge und zwei bis drei Wochen Zeit, lassen sich allerdings erstaunlich einfach auch weit entfernte Ziele ins Auge fassen. Costa Rica bietet eine Vielfalt an touristischen Highlights. Die schönsten allerdings sind in den Nationalparks der tropischen Wälder zu finden. Ein Ausflug dorthin wird allemal zum eindrücklichen Naturerlebnis. Chasper Ans Gaudenz

Regen und Nebel überziehen den Regenwald mit einem mystischen Gewand.

(Bilder: Chasper Ans Gaudenz)

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Vorweg einige Grundgedanken. Ob man selber bucht oder buchen lässt, sei dahingestellt. Die einfachste Art ist, dass man den Hin- und Rückflug von Zürich nach Costa Ricas Hauptstadt San José von einem Reisebüro organisieren lässt. Die Ausflugsziele im Land kann man gut und einfach vor Ort organisieren. Will man auf eigene Faust reisen, was zu empfehlen ist, so braucht man ein Fahrzeug und zwar einen 4×4-PW. Einen Klick ins Netz und schon hat man mehrere Anbieter, mit denen man arrangieren kann, dass die Fahrzeugübernahme direkt vor dem Hotel stattfindet. Costa Ricas Hauptstrassen sind durchwegs in gutem Zustand. Weicht man aber von ihnen ab, was die Ausflüge zu den Parks oft verlangen, so gelangt man auf Schotterpisten, die zum Teil auch recht steil sind. Der kleine Hyundai Tucson, den wir gemietet hatten, schaffte diese Passagen aber problemlos. Die Übernachtungen lassen sich einfach über Booking. com am Tag der Anreise oder am Vortag online reservieren. Das Hotelangebot ist vielfältig und reicht vom einfachen Hostel, Stil Jugendherberge, bis zum Luxusappartement. Wir haben in rustikalen Öko-Lodges übernachtet, aber auch in 4-Stern-Hotels. Immer war es sauber und die Preise waren erschwinglich, das heisst deutlich unter Schweizer Niveau. Die Nationalparks in ganz Costa Rica sind ähnlich organisiert. Man sieht das an den Informationstafeln, an der Wanderweggestaltung, am touristischen Sekundärangebot und an den Eintrittspreisen für die Parks. Ja, man zahlt Eintritt, was auf uns Schweizer vielleicht fremd wirkt. Die Parks auf eigenen Wegen zu erkunden, ist nicht möglich. Diese tropischen Regenwälder sind so dicht und üppig bewachsen, dass man sich ohne Machete kaum im Urwald bewegen kann. Man fährt zum Eingang des Parks und parkiert dort das Auto. Dann zahlt man beim Info-Center den Eintritt und bekommt einen Wegplan und einige Instruktionen. Dort ist meistens auch eine Verpflegungsmöglichkeit. Dann begibt man sich auf Dschungeltour. Verlo-

Niedergesetzte Feuchtigkeit und in den Regenwald eindringendes Sonnenlicht verleihen den Blättern einen besonderen Glanz.

Ein blühender Epiphyt im Nationalpark Manuel Antonio.

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Baumzaun, made in Costa Rica.

rengehen ist kaum möglich, die Wege sind gut markiert und ab dem Weg zu kommen ist, wie erwähnt, fast unmöglich. Trotz der Ähnlichkeit in der Organisation ist jeder Park anders und bietet spezielle Attraktionen. Für Jugendliche gibt es in mehreren Parks Zip-Lines. Es ist ein besonderes Gaudi an einem Klettersitz hängend bis zu 200 Meter weit über die Baumkronen zu flitzen. Es gibt auch Möglichkeiten für Canyoning, Rafting und Reitausflüge. Diese Ausflüge finden organisiert statt. Man bespricht das Vorgesehene entweder an der Hotelrezeption oder in einem Tour Office im Ort. Am Tag darauf wird man vom Shuttlebus direkt beim Hotel abgeholt und nach der Tour auch wieder dort abgesetzt. Selbstständige Ausflüge in die Parklandschaften können aber gut auch ohne Guide durchgeführt werden. Die Ausflüge durch die tropischen Wälder sind keine Lehrausflüge. Zu reich ist das Vorkommen an Fauna und Flora, als dass es Sinn machen würde, alle Gewächse und Tierarten zu beschriften. Allerdings stehen immer wieder Infotafeln, die

auf Besonderheiten hinweisen. Die Pflanzenvielfalt, der man in diesen Wäldern begegnet, ist beeindruckend. Alles scheint kreuz und quer ineinander und übereinander zu wachsen. Sämtliche Grossgewächse sind mit Epiphyten bewachsen, die mit der Zeit zum Absterben der Bäume führen. Es bleibt ein Baumskelett, das dank der schmarotzenden Gewächse in neuer Pracht erstrahlt. Manche Bäume sind mit formschönen Blumengewächsen überwachsen und verleihen dem maroden Gehölz eine farbenfrohe Erscheinung. Als Laie kann man nur staunen, was Mutter Natur hier alles zustande bringt. Schlangenbäume sind Gewächse, deren Stämme schlangenförmig wie Wendeltreppen in die Höhe wachsen, andere Bäume lassen ihre Lianen von weit oben zum Boden wachsen, um an Wasser zu kommen. Ganz besonders haben uns die unzähligen Palmarten gefallen mit ihren zum Teil riesigen, bis zu 5 Meter langen Blättern. Immer gut für ein Spielchen sind die Mimosengewächse. Man fährt mit dem Finger darüber und sie ziehen sich blitzartig zusammen und schliessen sich. Fast

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Ein Kormoran auf der Lauer.

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ein wenig schauerlich wirken die Bäume mit den riesigen Brettwurzeln. Es sind Monster des Urwalds, die sich mit diesem Wurzelsystem mehr Halt am Boden schaffen. Die skurrilen Formen dieser Wurzeln erinnern an Landschaften in einem Harry-Potter-Film. Wenn man sich speziell für die Tierwelt interessiert, empfiehlt es sich an einer geführten Tour teilzunehmen. Der oder die Guide hat ein Fernrohr und findet immer irgendetwas in den Baumkronen oder im Unterholz. Besonders interessant sind die Führungen während der Nacht. Kaum zu glauben, was da alles vom geübten Guide vermittelt wird. Unzählige Vögel lassen sich von einer starken Taschenlampe anstrahlen und verweilen in der Position, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen. Mit etwas Glück sieht man Schlangen, Skorpione, farbenreiche Frösche, Rieseninsekten, Affen, Kaimane, Leguane und andere Echsen. Der Star des Regenwaldes ist allerdings der Sloth, das Faultier. Es verweilt in den Baumkronen und begibt sich nur

einmal wöchentlich auf den Waldboden. So ein Tier zu beobachten oder sogar vor die Kamera zu bekommen, entspricht etwa dem Erlebnis, bei uns einen 14-Ender am Strassenrand zu sehen. Das Wetter spielt in den Ferien natürlich immer eine bedeutende Rolle. Sollte es an einem Ausflugs­ tag in den Regenwald regnen, ist das halb so schlimm, wenn nicht gar noch spezieller. Regen und Nebel verleihen dem Wald eine mystische Atmosphäre. Die Blätter sehen aus, als wären sie mit einem Kunstharzlack überzogen und erscheinen in prächtigem Glanz. Ist man allerdings in den Monaten der Regenzeit unterwegs, das heisst in unserem Sommer, ist auch mit heftigem Regen zu rechnen, welcher die Tour auch richtig vermasseln kann. Nichtsdestotrotz haben die Touranbieter immer ein alternatives Angebot, das zu jedem Wetter passt. Zum Schluss noch eine Besonderheit, die in ganz Mittelamerika anzutreffen ist: Wie die Bauern auf einfachste Art und Weise einen Zaun errichten. Man steckt Äste in gerader Linie in kurzen Abständen in den Boden. Die Vegetation ist so üppig, dass der Ast schnell Wurzeln schlägt und spriesst. Der Bauer stutzt die neuen Triebe und lässt nur den Stamm wachsen. So entstehen im Laufe der Jahre solide, immer wachsende Baumpfosten an denen man leicht einen Stacheldraht befestigen kann. Fertig ist der Zaun, der garantiert 200 Jahre hält. Costa Rica verdient seine Namensgebung. Es ist nicht reich an dem, was die Spanier bereits vor 500 Jahren zu finden hofften, nämlich Gold. Reich ist das Land an Naturschönheiten, reich an Vielfalt der Früchte und reich an freundlichen, offenen und stolzen Menschen, die gerne bereit sind, ihr Land zu zeigen und die sich geschmeichelt fühlen, wenn man sie fragt, warum ihr Land die «Schweiz Mittelamerikas» genannt wird. Chasper Ans Gaudenz ist Oberstufenlehrer und interes-

Ein Kapuzineräffchen ist in den Baumkronen

siert sich sehr für ferne Länder und Kulturen, welche er am

auf Futtersuche.

liebsten mit dem Motorrad erkundet.

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Buchbesprechung «Alleen der Schweiz» Das Standardwerk «Alleen der Schweiz» von Michel Brunner ist das erste vollständige seiner Art. Auf 288 Seiten werden erstmals viele unbekannte Alleen porträtiert, 39 von insgesamt 120 Alleen sogar ausführlicher beschrieben und mit unterschiedlichen Jahreszeiten und teils aufwendig ausgeleuchteten Nachtbildern fotografiert. Daneben gibt es Luftaufnahmen und historische Bilder der porträtierten Alleen. Nebst der einmaligen chronologischen Historie und dem Inventarteil macht das Quellenverzeichnis aus über 400  deutschsprachigen Literaturangaben das Buch als Nachschlagewerk besonders wertvoll. Der Autor befasste sich in der grosszügigen Einleitung mit folgender Thematik: Ideologie, worin es

Cover «Alleen der Schweiz».

um die Idee der Allee und deren Ursprung geht. Methodologie, also Deklarierung und Kriterium zur Auswahl der Alleen. Etymologie, woher kommt das Wort «Allee»? Dendrologie, worin Arten-, aber auch Altersbestimmung und Baummasse thematisiert werden. Typologie in Bezug auf die variable Erscheinungsform einer Allee. Die Historiologie, das grösste Kapitel, wurde chronologisch aufgebaut. Und schliesslich die Futurologie, ein Blick in die Zukunft. Neu gibt es übrigens auch eine Postkartenbox mit 50 verschiedenen Sujets. Beides erhältlich im Buchhandel oder unter www.as-verlag.ch

(Bild zVg: Michel Brunner)

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Der Alpine Schutzwaldpreis Helvetia 2018 An der Verleihung des 13. Alpinen Schutzwaldpreises Helvetia im bündnerischen Klosters wurden Projekte aus Österreich und der Schweiz ausgezeichnet. Ruedi Walli wurde als Schutzwaldpate für seine Verdienste um den Schutzwald geehrt. Verein Graubünden Wald (Sandro Krättli)

Am 1. Februar 2019 hat die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Alpenländischer Forstvereine zum 13. Mal den Alpinen Schutzwaldpreis Helvetia verliehen. Die Mitglieder – Forstvereine aus Bayern, Grau­ bünden, Kärnten, Liechtenstein, St. Gallen, Süd­ tirol, Tirol und Vorarlberg – würdigen mit dem Preis Projekte, die sich besonders vorbildlich für den Schutzwald engagieren. Im Beisein vom Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli, von Regierungs­ räten aus Liechtenstein und St. Gallen und Landes­ räten aus Tirol, Vorarlberg sowie Südtirol wurden

in der Arena in Klosters drei Projekte in den Kate­ gorien «Schulprojekte», «Öffentlichkeitsarbeit, In­ novation und Schutz­wald­partnerschaften» und «Erfolgsprojekte» gewürdigt. Mit dem «Schutz­ waldpaten» zeichnete die ARGE Alpenländische Forstvereine zudem eine Person für ihre Verdienste rund um den Schutzwald aus. 14 Projekte und Ideen aus Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz wurden eingereicht. Die international besetzte Jury ehrte folgende Pro­ jekte mit einer Auszeichnung:

Jugend, die unseren Wald mag, im Herzen trägt und später hoffentlich entsprechend für ihn einstehen wird. (Alle Bilder: Marietta Kobald)

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Ungleiches Schuhwerk: Moderatorin Corina Thöny scheint über die Winterkleidung des Klosterser «Wildmannli» etwas erstaunt zu sein.

Kategorie «Schulprojekte» Graubünden – Waldspielgruppe Zwergenland … dann treffen wir uns bei der Kreuzung im Wald, … dann ist es gleich, ob die Sonne scheint, ob es regnet oder schneit, … dann ziehen wir immer gute Schuhe und Arbeitskleidung an, … dann nehmen wir einen Rucksack mit Znüni/Zvieri mit, … dann erleben und spüren wir die Natur zu allen Jahreszeiten. Ein Spielangebot ausserhalb des Elternhauses für Kinder im Alter von 4 bis 5 Jahren, das altersgerecht und in enger Zusammenarbeit mit dem Forstdienst den Kontakt der Kinder mit dem Wald fördert.

Kategorie «Öffentlichkeitsarbeit, Innovation und Schutzwaldpartnerschaften» Tirol – Schutzwaldmärchen Kategorie «Erfolgsprojekte» Vorarlberg – Lawinenschutzwald Blons – Wiederaufbau nach der Katastrophe Der «Sonderpreis» der Jury St. Gallen – Nussdorf Frümsen – Nussbaum im Schutzwald Frümsen liegt im Werdenberg am Fusse der steilen Bergwaldungen des Alpsteins. Das historische

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Film zum Schutzwaldpaten Zu Ehren von Ruedi Walli, dem ersten Bündner Schutzwaldpaten, wurde ein aufwendiges und sehenswertes Filmporträt produziert. Dieses ist auf dem youtube-Kanal von Helvetia einfach zu finden: https://www.youtube.com/user/ helvetiaschweiz https://www.youtube.com/watch?v=_ QKRq3-oNEQ

Landschaftsbild beschreibt den Nussbaum, neben der Buche, als zweitwichtigste Baumart im Wald. Durch eine veränderte Bewirtschaftung ist der Nussbaum in der Region selten geworden. Seit einigen Jahren bringt die Forstgemeinschaft Sennwald den Nussbaum wieder im Wald und im angrenzenden Kulturland ein.

men werden, jedes Detail war bereits gut überlegt und ausgereift. Ein sturer Kopf, seinen Prinzipien gehorchend. Wünsche von Bauherren, die nicht in seine Grundsätze passten, wurden vehement abgelehnt, auch wenn das hiess: Auftrag verloren. Ein visionärer Kopf. Denn trotz seiner Prinzipien bedeutet es nicht, dass er nur rückwärtsgewandt agierte. Zu einer Zeit, zu der kaum jemand im Kanton GR wusste, was Baubiologie ist, nahm er regelmässig an Zusammenkünften und Informationsanlässen des damaligen schweizerischen Vereins der Baubiologen teil. Ein anderes Beispiel: Zu Beginn seiner Geschäftstätigkeit entwickelte Ruedi einen Bausatz für ein kleines Ferienhaus, der inklusive Nägel nur 10 900 Franken kostete und somit für jedermann erschwinglich sein sollte. Ein hier gewachsener und stark verwurzelter Kopf, der sich aber in den frühen 70er-Jahren auf einem Fischmarkt in Italien gerne eindeckte mit den noch fremden, kulinarischen Köstlichkeiten.

Ruedi Walli ist vierter Schutzwaldpate Nach der Schreinerlehre führte der heute 84-jährige Ruedi in jungen Jahren mit seinem Vater Holzschläge aus, auch im entfernten Schwarzwald. 1959 übernahm Ruedi den väterlichen Betrieb, den er stetig ausbaute und erweiterte. Die heute in dritter Generation mit der gleichen Philosophie geführte Firma Ruwa besteht aus Sägerei, Zimmerei und Elementwerk, Schreinerei und Planung. Markenzeichen und Kernkompetenz sind die Massivholzhäuser in Strickbauweise aus eigener Planung. Ein vielschichtiger Charakter Ein kreativer Kopf. Seine handgezeichneten massstäblichen Skizzen – fast schon legendär – konnten jeweils eins zu eins in die Baueingaben aufgenom-

Das «Wildmannli» richtet ein paar persönliche Worte an die Waldzwerge aus Andeer.

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Ein Familienkopf, der sozusagen alle seine fünf Kinder auf den richtigen, den hölzigen Weg gebracht hat, auch wenn das hiess, dass Sonntagsausflüge vielfach mit Baustellenbesichtigungen kombiniert wurden. Ein Ehemann, der immer mit der Unterstützung seiner Ehefrau Elvira rechnen konnte, die den Betrieb und die Familie auch durch turbulente Zeiten steuerte und für Administration und Finanzen zuständig war. Ein offener Geist, getreu der alten Walser-Weisheit: «Lasset uns am Alten, so es gut ist, halten, aber auf altem Grund Neues schaffen, jede Stund.» Ein guter Chef, der seinen Mitarbeitenden seine Prinzipien von Nachhaltigkeit beibrachte, zu einer Zeit, in der kaum jemand davon wusste, ihnen aber auch meinte zeigen zu müssen, wie ein Holzbrett zur Hand genommen werde. Einer, der sich ständig und unermüdlich für unseren Wald und die Verwendung von naturbelassenem Massivholz

starkmachte. Einer, der es vor über 30 Jahren wagte, Duschen nur mit unbehandelter, feinjähriger Fichte auszukleiden, der auf sogenannte Schutzanstriche verzichtete und Bauherren lange Vorträge über die Unsinnigkeit vom Einsatz von Chemikalien im Holzbau hielt. Ein guter Geschäftsmann, der auf eine Firmen-­ Chronik zurückblicken kann, die 1932 begann und heute erfolgreich besteht. Eine Firma, die für hölzigen Nachwuchs sorgt, die seit 1966 71 Lernende ausgebildet hat. Die Nominierung zum Schutzwaldpaten erfolgt aus einem wichtigen Grund: Ruedi Walli hat durch sein Lebenswerk und durch das Vorleben von ­Werten ein tiefes Bewusstsein für eine nachhaltige, regional funktionierende Wertschöpfungskette Wald – Holz und auch für eine sinnvolle und naturnahe Waldnutzung geschaffen.

Präsentation des Schutzwaldpaten 2018, Ruedi Wally sen.: Im Beisein von Corina Thöny (Moderation), Josef Schmiedhofer (Präsident ARGE Alpenländischer Forstverein), Südtirol, und Georg Fritz (Schutzwaldpate 2016) aus Möggers, Vorarlberg, richtet Ruedi Walli jun. stellvertretend für seinen Vater ein paar Worte an das Publikum.

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Vorschau «Bündner Wald» April 2019 ‹In der Schmiede der Förster in Maienfeld› Gastgeber der diesjährigen Generalversammlung ist Maienfeld. Das Städtchen am Rhein ist bei den Förstern nicht unbekannt. Während des Studiums konnten sie einige Zeit in Maienfeld verbringen. Maienfeld ist aber nicht einzig durch das «Bildungszentrum Wald» bekannt. Maienfeld ist insbesondere weltbekannt als Weinbaugebiet, als Austragungsort der im Herbst stattfindenden Pferderennen und natürlich als Heimat der Romanfigur Heidi. Doch die Stadt Maienfeld bietet noch viel mehr Sehenswürdigkeiten und forstliche Besonderheiten. Wir werden in der April-Ausgabe einige regionale Spezialitäten gemeinsam kennenlernen. Redaktion: Mario Lucchinetti Vorschau auf die nächsten Nummern: Juni 2019: Waldschutz Redaktion: Jörg Clavadetscher August 2019: Forstmaschinen und Ausrüstung im Wald Redaktion: Mario Lucchinetti

Herausgegeben von Graubünden Wald, Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden und der SELVA. Verleger: Südostschweiz Presse und Print AG,Wald, Südostschweiz CH-7007 Chur Sekretariat: SELVA, Christophe ahnhofplatz 1, CH-7302 Herausgegeben von Graubünden Amt fürPrint, Wald und Naturgefahren Graubünden undTrüb, der­BSELVA. Landquart, Telefon + 41 (0)Production AG, 81 300 22 44, buendnerwald  Redaktoren: Jörg Clava­ detscher, Revier forestal da Val Müstair, CH-7535  selva-gr.ch CH-7007@Chur Sekretariat: SELVA, ­Bahnhofplatz 1, Verlag: © Somedia Amanda Feltscher, Valchava, Telefon + 41 (0) 81 858 58 21, forestal-muestair @ bluewin.ch. Sandro Krättli, AWN GR, Sagastägstrasse 96, CH-7220 Schiers, Telefon

CH-7302 Landquart, Telefon + 41 (0) 81 300 22 44, buendnerwald @  selva-gr.ch Redaktoren: Jörg Clava­detscher,

+ 41 (0) 81 300 24 11, sandro.kraettli @ awn.gr.ch.

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