YB MAG 2 / Saison 2019/20 (Webversion)

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AUSGABE 2, SAISON 2019/20 | WEBVERSION

MAG

STEILER AUFSTIEG VOM YB-JUNIOR ZUM SCHWEIZER NATIONALSPIELER EHRGEIZIG UND ENTWICKLUNGSFÄHIG: MICHEL AEBISCHER IST EIN MUSTERBEISPIEL FÜR DIE STRATEGIE DER YOUNG BOYS


L E H C I M SCHER INTERVIEW MIT

AEBI

ÖNER FILM» H SC N EI IE W R O V L A CHM «ES KOMMT MIR MAN

Michel Aebischer wechselte 2013 von Fribourg in die U17 von YB. Heute ist er zweifacher Meister mit den Bernern und hat im November im Nationalteam debütiert. Sein Traum: Teilnahme an einem grossen Turnier. Er ist 22 und der neueste Nationalspieler in den Reihen von YB: Michel Aebischer. Der Mittelfeldspieler aus dem freiburgischen Sensebezirk lebt in Heitenried bei seinen Eltern, schätzt die Ruhe im 1’400-Einwohner-Dorf – und macht gerne auch einmal einen Abstecher in andere Sportarten. Der Fribourger Sportler des Jahres 2018 ist Zuschauer bei Volleyballpartien seiner Freundin. Und er ist Sympathisant des HC Fribourg-Gottéron.

Jean-Pierre Nsame bedankt sich bei Michel Aebischer für einen Assist.

Michel, welche drei Adjektive beschreiben Dich am treffendsten? Spontan würde ich sagen: aufgestellt, respektvoll, zielgerichtet. Und welche Eigenschaften hättest Du gerne dazu? Ich bin ganz zufrieden mit mir. Wenn ich aber ein paar Fähigkeiten wünschen dürfte, die in meinem Beruf hilfreich wären, kämen mir einige in den Sinn: Ich hätte gerne den linken Fuss von Lionel Messi, den rechten von Cristiano Ronaldo, die Schnelligkeit von Kylian Mbappé… (schmunzelt) Mit 22 bist Du Stammspieler bei YB und hast im Nationalteam debütiert. Musst Du Dich gelegentlich kneifen, um sicher zu sein, dass Du nicht träumst? Es kommt mir manchmal vor wie ein schöner Film. Aber ich dachte noch nie, dass es surreal ist, ein Traum, aus dem ich bald erwache. Ich habe viel geopfert und investiert, um so weit zu kommen, und sehe es als Belohnung dafür, dass ich nie nachliess. Gleichzeitig ist es wichtig, die Bodenhaftung nie zu verlieren. Bescheidenheit und Demut, das sind Tugenden, die mir von daheim mitgegeben worden sind und auch bei YB grossgeschrieben werden. Ich bin Fussballprofi, ja, aber deswegen muss ich nicht das Gefühl haben, etwas Besseres zu sein. Du gehörst offenbar zu den pflegeleichten Spielern. Warst Du bereits als Junior so? Ja. Wenn ich zwischendurch von einem Trainer nicht berücksichtigt wurde, reklamierte ich nicht, sondern sagte mir: Jetzt musst Du im Training Gas geben und Dich aufdrängen.


Wann gab es das zuletzt? In der U21 bei YB sass ich zwischendurch auf der Bank, aber mich spornte das jeweils an, mehr zu tun. Da brauchte es weder ein motivierendes Wort des Vaters oder des Beraters. Resignation war für mich nie eine Option. Ich darf behaupten, dass ich mit dieser Einstellung gut fuhr. Wie belohnst Du Dich, wenn Du mit YB einen grossen Erfolg feierst? Eigentlich gar nicht. Ich brauche auch sonst nicht unbedingt ein riesiges Auto oder teure Kleider. Was ist für Dich Luxus? Ein schönes Zuhause wie wir es mit meinen Eltern in Heitenried haben. Dazu ein Umfeld, in dem ich mich wohl und geborgen fühle, Freunde und eine Freundin, auf die ich mich verlassen kann. Das ist zig mal wichtiger als alles Materielle. Du bist mit 1,84 Metern und 75 Kilo nicht unbedingt der Typ Kleiderschrank und gehst trotzdem keinem Zweikampf aus dem Weg. Woher kommt diese Furchtlosigkeit? Das hat mit den Emotionen zu tun, mit der Freude am Fussball, mit der Lust und dem Willen, das Spiel zu gewinnen. Wenn ich in ein Duell steige, habe ich zwar Respekt, aber nie Angst. Sonst käme das nicht gut. Welcher Gegenspieler hat Dir bislang besonders Eindruck gemacht? Der Franzose Paul Pogba von Manchester United ist einer, der gezeigt hat, warum er das Prädikat Weltklasse verdient. Er verfügt über einen wahnsinnigen Punch, bewahrt die Ruhe am Ball und setzt seinen Körper geschickt ein. Diese Qualitäten machen ihn zu einem kompletten Fussballer. Ihr Vorbild ist aber ein anderer: Toni Kroos. Warum er? Zum einen hat er eine Geschichte, die mir imponiert: Er wird beim FC Bayern Profi, an Bayer Leverkusen ausgeliehen und nach seiner Rückkehr nach München unbestrittener Stammspieler. Und schliesslich erfolgt der Wechsel zu Real Madrid. Ich nehme Toni Kroos als Spieler wahr, der nicht vergessen hat, woher er kommt. Ausserdem ist auch er kein Schrank. Und über seine spielerische Klasse muss man nicht diskutieren. Was heisst das konkret? Seine Übersicht und die Ruhe am Ball sind beeindruckend, seine Passgenauigkeit ist schier unfassbar. Die allermeisten Zuspiele kommen an. Einen augenfälligen Unterschied zwischen euch beiden gibt es: die Tattoos. Er hat ein paar mehr als ich, das stimmt! (lacht) Mir sagt das halt nicht so viel.

Spiel- und laufstark: Michel Aebischer.


Welche Liga im Ausland verfolgst Du mit besonderem Interesse? Die Bundesliga. Das war schon in meiner Kindheit so. Ich war zwar nicht unbedingt Fan einer Mannschaft, schaute mit meinem Vater am Samstagabend aber regelmässig die Sportschau auf ARD. Dafür hatte ich früher neben Kroos noch einen zweiten Lieblingsspieler: Kaká von der AC Milan. Mein Vater kaufte mir einmal, als er mit Kollegen in Mailand einen Match besuchte, ein Trikot des Brasilianers. Natürlich trug ich es mit Stolz. Bei YB bist Du nun einer der Leader. Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um eine solche Rolle übernehmen zu können? Man darf sich nicht davor scheuen, Verantwortung zu übernehmen, gerade in schwierigen Phasen. Man sollte eine positive Ausstrahlung haben, vorangehen, den Jüngeren helfen, ihnen mit Tipps zur Seite stehen und nie aufgeben. Ich versuche, genau so zu funktionieren. Du gehörst neben Guillaume Hoarau, Fabian Lustenberger, Marco Wölfli, David von Ballmoos und Miralem Sulejmani zum Mannschaftsrat. Was bedeutet Dir das? Es ist vor allem eine Anerkennung für das, was ich bisher geleistet habe. Mir ist klar, dass dadurch die Erwartungen steigen. Aber damit habe ich keine Probleme. Wirst Du nie nervös? Doch, zum Beispiel vor einem Champions-League-Spiel. In der Super League würde ich nicht von Nervosität reden, sondern von Anspannung. Aber die ist nötig, um meine Leistung abrufen zu können. Du hast einen Vertrag bis 2022. Denkst Du gleichwohl ans Ausland? Es wäre schön, wenn ein Transfer einmal ein Thema würde. Aber derzeit ist YB mein Club, ich muss nicht so schnell fort aus Bern.

Nach einem siegreichen Spiel: «We Love You» vor der Ostkurve.

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Wenn die verletzten Spieler zurückkehren, heisst das auch, dass der Konkurrenzkampf grösser wird. Das ist gut so! Ein gesunder Konkurrenzkampf treibt uns zu noch besseren Leistungen an. Bei uns hat niemand einen Freipass. Wenn alle gesund sind, bieten sich dem Trainer wieder mehr Möglichkeiten. Hast Du Träume? Ich möchte mit der Schweiz an einer EM oder WM teilnehmen. Und es wäre ein riesiger Traum, einmal bei Real Madrid zu spielen. Die EM 2020 ist gar nicht so unrealistisch. Du hast im November Deine ersten Minuten als Nationalspieler erlebt… ...es war richtig cool und erfüllte mich mit Stolz, unser Land zu repräsentieren. Ich hätte natürlich nichts dagegen, wenn ich im Juni 2020 nicht Ferien hätte (lacht). Der erste Einsatz macht Lust auf mehr, aber ich bin nicht in der Position, Ansprüche zu erheben. Empfehlen kann ich mich einzig mit guten Leistungen bei YB. War das Länderspiel auch ein Moment, in dem so etwas wie Nervosität aufkam? Beim Spiel selber nicht. Aber vorher, beim Einrücken, da kribbelte es schon ein bisschen. Das legte sich dann sehr schnell. Die Integration wurde mir sehr leicht gemacht.


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TIAN STUCKI IS R H C IG N Ö K R E G IN GASTSPIEL VON SCHW

S E D R I W , R A W I E B A D R E «W »

N E S S E G R E V E I N

Moment für die Ewigkeit: Christian Stucki bezwingt Joel Wicki im Schlussgang des Eidgenössischen Schwingfests in Zug.

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Schwingerkönig Christian Stucki gehört zu den populärsten Schweizern – wo immer er auftritt, zieht er die Menschen in seinen Bann. Der 34-jährige Seeländer ist oft mit seiner Familie im Stade de Suisse anzutreffen – als YB-Fan, der die jüngsten Erfolge hoch einschätzt. Für das YB-MAG gibt er Einblicke. «Meine Begeisterung für den Fussball geht auf meine Jugend zurück. Als kleiner Knirps, ja gut, von klein zu schreiben ist in meinem Fall nicht unbedingt angebracht, trat ich als 7-Jähriger dem FC Diessbach bei. Das Spielfeld war bloss 150 Meter von unserem Zuhause entfernt. Ich hatte einigermassen Gefühl für den Ball und war der Typ Sturmtank, der eher aus dem Stand agierte. Für die Position des Verteidigers war meine Reaktionszeit zu wenig schnell. Als ich 14 Jahre jung war, fand ich keine passenden Fussballschuhe mehr. Ich trug damals bereits Grösse 49 (heute bin ich bei Grösse 51 angelangt). Ich fand, dass die Zeit für etwas Neues gekommen war. Zuvor hatte ich immer parallel geschwungen und Fussball gespielt. Ich beendete meine ‹Fussballkarriere› und begann im Dorf mit Hornussen. Aber meine Leidenschaft für den Fussball ist natürlich geblieben. Ich schaue extrem gern Fussballspiele, am liebsten natürlich, wenn YB spielt. Nicht nur mir hat es den gelb-schwarzen Ärmel hineingezogen, auch unsere Jungs Elia und Xavier sowie meine Frau Cécile geniessen es sehr, im Stade de Suisse zu sein. Erstmals war ich lustigerweise 1998 als 13-jähriger Schwingfan im Wankdorfstadion, als das ‹Eidgenössische› dort stattfand und Jörg Abderhalden König wurde. Meine Premiere im Stade de Suisse erlebte ich 2005 mit dem Gastspiel des FC Thun in der Champions League. Mit YB habe ich mittlerweile viele schöne Erlebnisse gehabt. Der 28. April 2018 steht natürlich über allem, als der Titel erstmals nach 32 Jahren wieder nach Bern kam. Bei diesem historischen Spiel gegen Luzern überhaupt im Stadion dabei gewesen sein zu dürfen, löst bei mir schon allerhand aus. Es war ein Drehbuch, das man nicht besser hätte schreiben können. Der Rückstand, Marco Wölfli mit dem gehaltenen Penalty, das 1:1 durch Guillaume Hoaraus Elfmeter, und dann, ja dann, das späte Siegestor von Jean-Pierre Nsame. Wer dabei war, wird es nie vergessen. Die Emotionen sind mit allen YB-Fans durchgegangen, auch bei mir. Die Erlösung war spürbar, die pure Freude lag in der Luft, es waren Gefühle für die Ewigkeit. Ich blieb lange im Stadion und genoss es, die zufriedenen Leute zu sehen und einfach Teil dieses geschichtsträchtigen Fests zu sein. Ähnliche Gefühle hatte ich beim Eidgenössischen Schwingfest Ende August in Zug. Als ich im Schlussgang gegen Joel Wicki gewonnen hatte, war ich in den ersten Momenten ziemlich gefasst. Ich war einfach froh, dass

ein riesengrosser Stein von meinen Schultern gefallen war. Ich dachte: Das Fest ist zu Ende, endlich habe ich es geschafft. Die ganz tiefen Emotionen kamen dann am Tag danach bei der Heimreise auf, da musste ich schon die eine oder andere Träne trocknen. Auch heute, wenn ich die Bilder betrachte, ist es sehr krass. Es zeigt, welche Gefühle der Sport auslösen kann. Das war ja schon 2013 in Burgdorf so, nachdem ich den Schlussgang gegen Matthias Sempach verloren hatte. Es gibt Leute, die sagen, mein anschliessender Kuss auf ‹Mättus› Stirn sei Schweizer Sportgeschichte gewesen. Das freut mich natürlich. Aber solche Aktionen plant man nicht, sie kommen einfach aus der Emotion des Moments heraus. Doch zurück zu YB und zu Marco Wölfli. Ich lernte ihn bei einem Plausch-Penaltyschiessen näher kennen. Er ist ein lustiger, bodenständiger Mann, vor dessen Karriere man nur den Hut ziehen kann. Weil er mehr Penalties hielt als ich Treffer vorzuweisen hatte, war es an mir, ihn zum Essen einzuladen. Es wurde ein geselliges Treffen unserer Familien. Ich bin sicher, dass wir YB-Fans noch oft Grund zum Jubeln haben werden. Die Meistertitel 2018 und 2019 waren hochverdient und kamen dank herausragenden Leistungen auf und neben dem Platz zustande. Nun sieht es bei Halbzeit der Meisterschaft so aus, dass die Rückrunde spannend wird. Das ist im Sinn der Schweizer Fussballfans. Ich freue mich sehr auf die zweite Saisonhälfte und bin überzeugt, dass unser Team alles dafür tun wird, den Titel zu verteidigen. Wie die Mannschaft und die Trainercrew mit den vielen Verletzten umgegangen sind, zeugte von Grösse. YB hat ein tolles Fundament gelegt und sich bisher auch in der laufenden Saison sehr gut ‹gmetzget›. Ich zweifle nicht daran, dass auch die Rückrunde erfolgreich über die Bühne gehen wird. Hopp YB! Ich wünsche allen YB-Fans alles Gute fürs 2020!» Christian Stucki (aufgezeichnet von as.)


EN S N E R Ö S IK R E D E R F T PEDRO LENZ TRIFF

… N E L L I W R PROFI WIDE PEDRO LENZ

Wenn er in der Innenverteidigung ein Problem gelöst hat, schaut Frederik Sörensen meist sofort, wie er einen schnellen Gegenangriff auslösen kann. Noch schneller als im Umschalten ist der lange Däne allerdings im Reden. Sein Deutsch ist druckreif und seine Antworten kommen rasch und präzise. Der vielseitig begabte Fussballer spielte als Kind auch Handball und Golf. Erst im Alter von 13 Jahren begann er voll auf den Fussball zu setzen. «Ich bin ein neugieriger Mensch und ich habe mich nie nur für eine Sache interessiert. Heute würde ich sagen, dass es ein Vorteil ist, wenn man als Kind polysportiv ist.» In der Vorrunde lief es YB und Sörensen, der erst im August zu den Bernern stiess, meistens sehr gut. Dabei waren fast ständig viele Stammspieler verletzt. Aber verletzte Spieler gelten für Sörensen nicht als Ausrede. Lieber als über Verletzte redet er über die Kollegen, die gespielt haben: «Wenn viele Spieler ver-

letzt sind, zeigt sich die Stärke der Mannschaft. Wichtig ist, dass man immer positiv weiterarbeitet. Es kommen junge Spieler zu ihrer Chance. Die Routiniers auf dem Platz müssen den Jungen helfen. Und wenn alle ihre Aufgabe wahrnehmen, kommt es gut. Dass wir die Absenzen so gut auffangen konnten, spricht natürlich auch für die Qualität des Kaders.» Frederik Sörensen, der in seiner Heimatstadt Roskilde, auf der Ostseeinsel Sjaelland, anfing Fussball zu spielen, wechselte mit 15 zu Lyngby Kopenhagen, wo er eine Mittelschule besuchen konnte. Als dann im Sommer 2010 ein Angebot von der U21 von Juventus Turin – der so genannten Primavera – kam, wollte der junge Sörensen gar nicht unbedingt wechseln: «Ich hätte gerne die Schule abgeschlossen, mir fehlte noch ein Jahr. Aber dann sagte man mir, wenn Juve anfragt, könne ich nicht nein sagen.» Die beiden Parteien einigten sich auf eine Ausleihe für eine Saison. Falls es nicht nach Wunsch gelaufen wäre, hätte Sörensen so ein Jahr später heimkehren und die Schule fertig machen können. Aber es kam anders. Die Profimannschaft von Juventus hatte viele Verletzte. Sörensen wurde in die erste Mannschaft berufen und kam schon in der ersten Saison auf 17 Einsätze in der Serie A mit Juve. «Eigentlich wurde ich Profi gegen meinen Willen!», sagt er mit einem Schmunzeln, «aber heute bin ich froh, denn ich habe den schönsten Beruf der Welt.» Nach zwei Saisons in Turin wechselte Sörensen zum FC Bologna, wo er unter anderem mit dem heutigen St.Gallen-Goalie Dejan Stojanovic spielte. In Bologna lernte der Däne auch seine heutige Partnerin kennen, die ihn später nach Verona, Köln und Bern begleitete. Auf die Saison 2014/15 kaufte ihn Juventus Turin zurück, um ihn allerdings gleich an Hellas Verona auszuleihen. Im Sommer 2015 zog es Sörensen zum deutschen Traditionsclub 1. FC Köln. «Als ich damals ein Angebot von Köln erhielt, war ein guter Moment für mich, um ein anderes Land und eine andere Liga kennenzulernen. In der Bundesliga ist der Fanaufmarsch überragend. In Köln gilt das ganz besonders. Als ich kam, war die Mannschaft sehr jung und ich sah es als tolle Herausforderung


an, dort zu spielen. In meiner zweiten Saison qualifizierte sich der 1. FC Köln zum ersten Mal seit 25 Jahren für einen europäischen Wettbewerb. Die Euphorie im Verein und in der ganzen Stadt war unglaublich!» Vielleicht, meint Sörensen im Rückblick, fehle in Köln für längerfristige Erfolge ein wenig das Fundament. Der Erfolg stelle sich ein, wenn der ganze Verein eine klare Ausrichtung und eine klare Philosophie habe. Persönlich lief es Sörensen in Köln lange gut. Deswegen blieb er nach dem Abstieg im Sommer 2018 auch am Rhein. Als er aber danach in der 2. Bundesliga kaum noch eingesetzt wurde, begann er sich nach möglichen Alternativen umzusehen. Einige Bundesligaclubs wollten ihn von Köln ausleihen, aber Köln bestand zunächst auf einem Verkauf, so dass lange nichts passierte. Als dann der BSC YB eine Leih-Offerte machte, klappte es doch noch mit dem Wechsel. «Schon beim ersten Gespräch mit Sportchef Christoph Spycher merkte ich, dass dieser Transfer passt.

Und ich muss sagen, es war gar nicht schwer hier reinzukommen. Die Jungs haben mir geholfen. In diesem Team herrscht ein respektvoller Umgang unter den Spielern. Die Verschiedenheiten werden akzeptiert und die Kameradschaft ist sehr gut.» Dass er in der Verteidigung schon mit 27 die Rolle des Seniors übernehmen muss, der die jüngeren Kollegen führt, macht ihm nichts aus. Im Gegenteil, er nehme diese Rolle gerne an. Alle müssten Verantwortung übernehmen, denn die Herausforderungen seien gross und YB habe hohe Ziele, betont der Nordländer. «Das System mit Gegenpressing und schneller Angriffsauslösung ist anspruchsvoll, aber ich fühle mich wohl mit diesem System. Unser Trainer stellt uns immer optimal auf die Gegner ein und alle wissen jederzeit, was sie zu tun haben.» Sörensens Leihvertrag läuft Ende Saison aus. Kann er sich vorstellen, länger bei YB zu bleiben? «Darüber mache ich mir jetzt keine Gedanken. Erst will ich die Saison möglichst erfolgreich zu Ende spielen. Danach können wir zusammensitzen und reden.»

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ALBERT STAUDENMANN

Die Kolumne von Chrigu Zingg hatte im YB-MAG einen Stammplatz. Mit feinem Gespür und köstlichem Humor verstand es der Autor, die YB-Fans zwischen 2004 und 2012 sowie – nach seinem Comeback – zwischen 2015 und 2019 zu unterhalten. Nun zieht sich Chrigu Zingg zurück. Wir verabschieden ihn mit einem Rundgang durch seine ungefähr 70 Kolumnen und einem herzlichen Dankeschön. Chrigu Zingg stellte zum Beispiel die richtigen Fragen. «In einem Spiel sind bekanntlich drei Punkte zu vergeben. Bei einem Unentschieden kriegt jede Mannschaft einen Zähler. Was wird dann aus dem dritten Punkt? Wo bleibt der? Bei der Uefa in Nyon?» Oder: «Wie lange dauert eigentlich die YB-Viertelstunde? Blöde Frage, werden Sie nun sagen. Natürlich 15 Minuten. – Sind Sie sicher? Die YBViertelstunde beginnt, wenn exakt 75 Minuten und null Sekunden gespielt sind. Das ist klar. Aber wann hört sie auf? Wenn Jean-Pierre Nsa-

me in der zweiten Minute der Nachspielzeit einnetzt, dann hat er eindeutig in der YB-Viertelstunde getroffen. Aber Moment, dann hat ja die YB-Viertelstunde 17 Minuten gedauert! Erzählen Sie das mal einem Physiker…» Und er überzeugte durch guten Musikgeschmack. «Fuessbau-Schwyzermeischter… Fuessbau-Schwyzermeischter BSC! Für mich gibt es nur ein schönstes Lied auf dieser Welt. Und es passt immer, es verscheucht die Schwermut des Alltags, die Langeweile, den Schmerz. Es verkürzt den fünfstündigen Pfingstbrunch mit der gesamten Verwandtschaft, den langweiligen Termin beim Bankberater, es macht die Wurzelbehandlung und den Besuch bei der Dentalhygienikerin erträglich. Fuessbau-Schwyzermeischter BSC!» Und er verstand es meisterhaft, die Vergangenheit in die Gegenwart zu holen: «Typisch 2018. Das ganze Jahr war wie ein Wunschkonzert – und ich weiss genau, wie ich es ausklingen lasse an Silvester. Wenn es eindunkelt, werde ich mich unter den Balda-

chin stellen, eine Flasche Prosecco und ein paar Lachsbrötchen im Gepäck. Und dann werde ich warten… nein, dieses Tram da will ich nicht. Das da auch nicht… Ah, jetzt kommt es, das schöne Meistertram – bitte einsteigen, es geht los! Die Linien 8 und 9 a gogo, Wankdorf in der Endlosschlaufe. Ich fahre durch die Nacht, trinke Prosecco und denke nochmals an all die tramhaft schönen YB-Tage 2018. An Tage, die man zu hohen Feiertagen erklären sollte.» Oder einfach mit Kurzgeschichten, die das YB-Leben schreibt: «Neulich nahm ich meine kleine Nichte mit an einen YB-Match. Sie stammt aus fussballfernem Milieu, und ich dachte, mit sieben Jahren sei es höchste Zeit, dass sie mal Wankdorf-Luft schnuppert. Der Ausflug war ein voller Erfolg. Die Werbegeschenke, die Pausenglace, die vielen Kinder – alles super! Das Spiel selber hat sie nicht gross gestört. Als wir mit dem Zug zurück nach Schönbühl fuhren, sagte sie zu mir: «Gäu, Du bisch YB-Match-Fan!?» Schön wars, lieber Chrigu Zingg!


15 STICHWORTE FÜR

MARVNINN

SPIELMA ETIENNE GÜNGERICH

FC DULLIKEN

Mit etwa sechs Jahren schloss ich mich erstmals einem Fussballverein an. Dulliken liegt zwischen Olten und Aarau, der Fussballverein spielte viele Jahre in der 2. Liga. Ich habe schöne Erinnerungen an die ersten Gehversuche im Fussball.

FC AARAU

Als 9-Jähriger wurde ich zu einem Probetraining beim FC Aarau eingeladen. Ich durchlief dann sämtliche Junioren-Stufen und kam dann – nach einem Abstecher zum FC Baden - im Jahr 2015 zu meinem Debüt bei den Profis. Als Oltner hat man schon früh einen Bezug zum FCA.

FC WIL

Nach einer Saison bei Aarau wechselte ich im Sommer 2016 zum FC Wil, wo ich eineinhalb Saisons verbrachte. Für einen Challenge-Ligist standen damals diverse prominente ausländische Spieler im Kader, von denen ich enorm profitierte.

FC THUN

In der Winterpause 2016/2017 wechselte ich nach Thun. Ich wollte mich in der Super League behaupten. Ich kam in ein gut funktionierendes Team und konnte mir nicht gleich einen Stammplatz erobern. Aber in den folgenden zwei Saisons spielte ich oft und ich konnte mit dem Team schöne Erfolge feiern. Ich schätzte im familiären Verein den Zusammenhalt und konnte viele Fortschritte erzielen.


BSC YB

BESTER MITSPIELER

MEIN 1. SPIEL

TV

Nach zweieinhalb Jahren beim FC Thun war es Zeit für einen Wechsel. Ich betrachtete YB als die beste Option für meine weitere Entwicklung. Alles ist hier etwas grösser als im Berner Oberland, es gefällt mir ausgezeichnet – auch wenn mir eine Verletzung kurzzeitig einen Strich durch meine sportlichen Pläne machte.

Erstmals bei den Profis eingesetzt wurde ich im Juli 2015 im Spiel zwischen dem FC Aarau und dem FC Wohlen. Ich wurde in der 55. Minute für Henry Acosta, dem Bruder von Johan Vonlanthen, eingewechselt. Nervös war ich aber nicht – das bin ich eigentlich nie.

MEIN 1. TOR

Wir spielten mit Aarau in Chiasso, als ich sechs Minuten vor Schluss nach Vorarbeit von Daniele Romano volley abzog und das 1:0 erzielte. Leider glich Chiasso kurz darauf aus. Auch das erste Tor für YB in der Europa League gegen Feyenoord Rotterdam bleibt mir natürlich in bester Erinnerung.

LIEBLINGSVEREIN

Als Kind eroberte der FC Barcelona mein Herz. Es war die Zeit mit Ronaldinho, Iniesta, Xavi und später auch Messi. Der TikiTaka-Stil der Katalanen hat mich sofort beeindruckt. Leider habe ich es noch nicht geschafft, einmal ein Spiel im Camp Nou live mitzuverfolgen.

VORBILD

Ich bewunderte immer den brasilianischen Mittelfeldspieler Ronaldinho. Es war ein Genuss, ihm zuzusehen – was er mit dem Ball anstellen konnte, war schlicht genial.

OLTEN

Hier bin ich geboren und habe meine ganze Kindheit verbracht. Olten hat viel mehr zu bieten als man meint. Es gibt sehr schöne Orte. Bezüglich Sport ist es eine Eishockeystadt, Fussball hat eher einen schweren Stand. Das Gerücht, dass es in Olten viel Nebel hat, muss ich dementieren (lacht).

In meiner Zeit beim FC Wil hatte ich einige sehr gute Fussballer als Mitspieler. Der Brasilianer André Santos war wohl der Beste. Wir staunten ab und zu im Training über seine Fähigkeiten. Als er bei Arsenal war, spielte er noch als linker Verteidiger – bei Wil lief er dann meistens als Nummer 10 auf.

Ich schaue mir gerne Filme oder Serien an. Momentan verfolge ich gerade die US-amerikanische Serie «Power».

PLAYSTATION

FIFA spiele ich nur ganz selten. Sandro Lauper ist sowieso allen überlegen – da macht es keinen grossen Sinn, gegen ihn anzutreten… Dafür spiele ich oft Fortnite – Michel Aebischer ist in diesem Spiel gut.

BERN

Ich habe mich sehr gut in Bern eingelebt. Noch kenne ich nicht alles – bei der Suche nach einem Lieblingsplätzchen bin ich noch nicht fündig geworden. Thun und Bern sind ähnlich, hier ist es einfach ein bisschen grösser. Wohl fühle ich mich aber an beiden Orten.

FERIEN

Die Hinrunde war hart, es ist schön, können wir uns für ein paar Tage ausruhen. Ich werde irgendwo an einen heissen Ort verreisen – sowieso bin ich eher der Typ für Strandferien. Ein Reiseziel bleibt für mich New York. Irgendwann werde ich dort hingehen.


CHARLES BEURET

Natürlich kennt jeder seinen Namen: Stéphane Chapuisat. Gewinner der Champions League mit Borussia Dortmund 1997. Zweifacher Deutscher Meister, 103-facher Nationalspieler. 21-facher Torschütze für die Schweiz. WM-Teilnehmer 1994. EM-Teilnehmer 1996 und 2004. Schweizermeister mit GC. Aber auch massgebend mitbeteiligt an den zwei letzten YB-Meistertiteln 2018 und 2019 als Chefscout. Doch darum geht es in diesem Artikel nicht, sondern wir erinnern uns an den YB-Spieler namens Chapuisat, der drei Saisons lang auch aktiv unsere gelbschwarzen Farben trug – und dabei Geschichte schrieb. Es war noch im Neufeldstadion. Nach schwierigen Zeiten war YB daran, vom Publikum wiederentdeckt und geliebt zu werden. «YB macht glücklich», hiess der Slogan, der die gelbschwarzen Fussballer im FC-BernExil begleitete. Und die Freude in Bern war gross, als im Sommer 2002 der überraschende Zuzug des Schweizer Internationalen Stéphane Chapuisat vermeldet werden konnte. «Chappi» bei YB – das war eine wahre TransferBombe. Er kam als Schweizermeister und Torschützenkönig von GC, für Trainer Marco Schällibaum ein willkommener Zuzug. Es zeigte sich rasch, dass man mit «Chappi» einen Volltreffer gelandet hatte. Beim ersten Spiel mit YB, am 6. Juli 2002, feierten fast 10’000 Neufeld-Besucher den damals 32-Jährigen gleich als Torschütze (2:2 gegen Luzern). Chapuisats Sturmpartner hiess Thomas Häberli – aber es gab auch andere unvergessene Mitspieler: Sermeter, Vonlanthen, Magnin etwa, im Mittelfeld auch Descloux und Patrick, hinten Collaviti im Tor und das Bollwerk mit Disler, Rochat und dem legendären Armenier Vardanyan.

Immer für einen Spass zu haben: 26 Topscorer der YB Old Stars. Stéphane Chapuisat,


SCHWEIZER TOPSKORER MIT YB Seine beste YB-Saison, zumindest was die Torerfolge betraf, hatte Stéphane Chapuisat in der Saison 2003/04. Mit 23 Treffern wurde er für YB Schweizer Torschützenkönig – und erklärter Publikumsliebling im altehrwürdigen Neufeldstadion. Als nationaler Topskorer für YB hatte «Chappi» übrigens bekannte Vorgänger und Nachfolger, wie folgende Aufstellung ab der Ära Sing zeigt: 1953: Geni Meier 1958: Ernst Wechselberger 1959: Geni Meier 1960: Willy Schneider 1971: Walter Müller 1986: Lars Lunde 1991: Dario Zuffi 2004: Stéphane Chapuisat 2008: Hakan Yakin 2009: Seydou Doumbia 2010: Seydou Doumbia 2019: Guillaume Hoarau Stéphane Chapuisat war aber nicht einfach ein Torschütze, er war auch der Mann des entscheidenden Zuspiels. Er war alles andere als eigensinnig, sondern hatte stets das Auge für den besser postierten Mann – oft auch nach gelungenem Zweikampf mit verblüffender Technik, die nicht nur den «Übersteiger», sondern auch trickreiche Körpertäuschungen beinhaltete (Qualitäten, dies sei hier vermerkt, zeigt «Chappi» noch regelmässig bei den Einsätzen der YB Old Stars…).

«Merci Chappi» – das Transparent vom letzten Spiel von Emanuel Dietisheim hat jetzt einen Platz im Museum gefunden.

DOPPELTER ABSCHIED Chapuisat prägte mit anderen unvergessenen YB-Spielern die drei letzten Neufeld-Jahre – zuletzt auch mit den Stürmer-Kollegen Neri und Leandro und dem jungen Torhüter Marco Wölfli. Sein zweiter Trainer nach Marco Schällibaum war Hanspeter «Bidu» Zaugg, der am 29. Mai 2005 für «Chappi» ein würdiges YB-Finale mitverantwortete. Beim Match gegen den FC Schaffhausen (4:1; YB-Torschützen Chapuisat, zweimal Häberli und Neri) galt es gleich zweimal Abschied zu nehmen: Einmal vom Neufeldstadion, wo YB vier gute Jahre erlebt hatte, zum andern vom Internationalen Stéphane Chapuisat, der mit YB in drei Saisons die Ränge 7, 2 (mit Europacup-Qualifikation) und 4 erreichte. Chapuisats letzter Auftritt im YB-Trikot ist unvergessen: Unter dankbaren und lautstarken Ovationen des Publikums wurde er im Fond eines Cabriolets um das Spielfeld gefahren. Eine grosse Karriere war zu Ende. Was dann aber doch nicht ganz stimmte: Ein paar Wochen später unterschrieb Chapuisat doch noch für ein Jahr bei Lausanne-Sport, das er in der Folge von der Challenge League in die Super League führte. Und wie gesagt: Seine Tore schiesst er längst wieder für YB. Er ist Rekordtorschütze bei unseren Old Stars.

Abschiedsrunde im Neufeld im Jahr 2005.

Sie prägten YB in der Neufeldzeit: Thomas Häberli, Stéphane Chapuisat und Gürkan Sermeter (von links).


E I R E L A G S T F A H C S N M AN

6 0 0 2 / 2005 N O I D A T S N E U E N M I S L A M T S R E CHARLES BEURET

Im Sommer 2005 kann YB nach erfolgreichem Exil im Neufeld ins schmucke neue Stadion einziehen: Das Stade de Suisse Wankdorf erlebt am 31. Juli ein EröffnungsBlitzturnier mit dem VfB Stuttgart (3:0) und Udine (0:2) – der erste Ernstkampf aber betrifft den Europacupmatch gegen Olympique Marseille (UI-Cup, dritte Runde), der äusserst knapp 2:3 verloren geht. Trainer beim BSC Young Boys ist Hanspeter «Bidu» Zaugg, der nach elf Runden mit 16 Punkten im Spätherbst entlassen wird. Zauggs Nachfolger heisst Gernot Rohr. Mit ihm schliesst YB in der

Meisterschaft auf Rang 3 ab und erreicht den Cupfinal. Das Endspiel gegen den zweitklassigen FC Sion geht im Penaltyschiessen 1:2 verloren. 14’139 Zuschauer besuchen durchschnittlich die Heimspiele im neuen Stadion. Im YB-Kader als Torhüter Nummer 1 bereits dabei ist Marco Wölfli. Auf dem Mannschaftsbild sind auch Joël Magnin und Thomas Häberli zu sehen, die beide eine Trainerkarriere eingeschlagen haben. Weiterhin in YB-Diensten stehen im Nachwuchsbereich Marco Raimondi und Erminio Piserchia.

Oberste Reihe (von links): Shi Jun, Thomas Häberli, Marco Schneuwly, Ferhat Cökmüs, Gretar Steinsson, Tiago Calvano, Francisco Neri, Gürkan Sermeter. Dritte Reihe: Roman Friedli, Hakan Yakin, Mario Raimondi, Patrick de Napoli, Pirmin Schwegler, Yao Aziawonou, Ronny Hodel, Joël Magnin. Zweite Reihe: Peter Mast (Präsident), Alain Baumann (Teammanager), Marcel Hottiger (Sportchef), Roland Testa (Arzt), Ruedi Roder (Arzt), Peter Kobel (Goalietrainer), Bidu Zaugg (Trainer), Erminio Piserchia (Assistenztrainer), Michael Lindeman (Konditionstrainer), Cuno Wetzel (Arzt), Benjamin Bührer (Physio), Roger Krähenbühl (Physio), Sandra Beyer (Physio). Vorderste Reihe: Hans Imboden (Materialwart), Adrian Eugster, Carlos Varela, Pascal Werro, Marco Wölfli, Patrick Bettoni, Miguel Portillo, Gabriel Urdaneta, Julio Jorquera Tamburrino (Materialwart).


: DAS MUSEUM ERZÄHLT

S L A S L A M A D N O V E D N U E R F DIE

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LEN MATCH

CHARLES BEURET

In der bald 122 Jahre alten Clubgeschichte sind die Young Boys auf vier Kontinenten angetreten. Entsprechend lang ist die Liste der ausländischen Gegner, die bei Freundschafts-, Trainings- oder Wettbewerbsspielen gegen YB gespielt haben. Und da ist viel Prominenz dabei: Manchester United, Juventus, Barcelona, Internazionale Mailand, Eintracht Frankfurt, Slavia Prag und Schachtar Donetzk gehören zur grossen Gruppe jener Teams, die mindestens fünfmal gegen uns angetreten sind. Ein Rekordgegner von Gelbschwarz ist aber noch immer ein Club, der einst zu den Grossen des europäischen Fussballs gehört hat, heute aber nur noch in den unteren Ligen spielt: Der Karlsruher Fussballverein (KFV). Am 27. Dezember (!) 1903 trat der damalige FC Young Boys erstmals in der Vereinsgeschichte gegen einen ausländischen Gegner an. Eben gegen diesen Karlsruher FV, in

dieser Zeit dreimaliger süddeutscher Meister. Gespielt wurde auf dem Sportplatz Spitalacker, dem ersten YBeigenen Stadion. Dem Bericht von damals entnehmen wir folgende Sätze: «Zur grossen Überraschung der Gäste sowie der schweizerischen Fussballwelt gelang es uns, das Spiel mit 3:1 Toren zu gewinnen. Am Abend fand dann ein Nachtessen im Hotel Pfistern statt, wo die Freundschaftsbande mit dem berühmten Verein fest geknüpft wurden…». Der YB-Sieg war in der Tat eine Überraschung, war der KFV doch mit seiner besten Mannschaft und acht deutschen Nationalspielern angetreten. Von diesem ersten Match gegen einen ausländischen Widersacher existiert immerhin noch das in diesem Artikel abgebildete Erinnerungsfoto.

Erinnerung an den allerersten Match gegen einen ausländischen Gegner: YB und die Karlsruher Freunde am 27. Dezember 1903 auf dem Spitalacker (bisher unveröffentlichtes Foto).


Dieses Bild mit Plakette hat über 100 Jahre überlebt: YB und der KFV mit der damaligen YB-Vereinsfahne.

Der ebenso wichtige zweite Teil… Zwischen Bernern und Karlsruhern hatte sich nach diesem ersten Match offenbar tatsächlich eine echte Freundschaft entwickelt und es gab in den folgenden Jahren eine ganze Serie von Spielen, die allesamt mit einem ebenso wichtigen (aber viel länger dauernden) zweiten Teil in Karlsruhe oder in Bern stattgefunden haben. Die sportliche Bilanz bis 1925 zeugt aus YB-Sicht von drei Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen, wobei das Heimspiel vom 20. April 1908 das deutlichste Resultat ergab: «Wir» gewannen 7:1. Eine ausführliche Berichterstattung lieferte das offizielle Schweizer Fussballorgan («La Suisse Sportive») zum Match von 1905 in Karlsruhe, den YB 2:5 verlor. Dort ist nachzulesen:

«…Manche ganz hervorragende Leistung auf beiden Seiten reisst das Publikum zu wahren Beifallssalven hin, ein gutes Zeichen für den Sport. …Mit einem schönen und wohlverdienten Sieg mit 5:2 für den Karlsruher Fussballverein endigte das schöne Spiel, über das man nur eine Stimme der Begeisterung vom Publikum hören konnte. Sicherlich hat der gestrige Tag viele neue Freunde unserem Sport zugeführt.» Tja, und dann folgte die übliche Abendveranstaltung, die erst in den frühen Morgenstunden endete. Die Berichterstattung darüber ist ebenso lang wie der Matchbericht. Eine Passage aus der «Deutschen Sportzeitung» von damals sei hier wiederholt: «Im Lauf des Abends wurde dem K.F.V. eine grosse Überraschung zu Teil. Die Berner Freunde und Gäste überreichten uns zum An-


denken das Wahrzeichen ihrer Stadt: einen mächtigen Bären mit der Klubfahne in den Pranken, wundervoll geschnitzt – eine herrliche Zierde des Vereinslokals, wo es immerdar an die schönen Stunden eine bleibende Erinnerung sein wird.»

KFV UND PORETTI: FV steht für Fussball Verein. Der KFV ist nicht zu verwechseln mit dem KSC, dem bekannten Karlsruher Klub mit Vergangenheit in der 1. Bundesliga. Heute spielt der KSC in der 2. Bundesliga. Doch anno dazumal war im süddeutschen Raum der 1891 gegründete Karlsruher FV das Mass aller Fussballdinge: 1910 Meister, 1905 und 1912 Vizemeister, achtmal süddeutscher Meister. Heute freilich ist der Karlsruher FV nur noch in den unteren Ligen tätig, besitzt aber eine sehr aktive Altherren-Mannschaft, die vor zwei Jahren zu einem Freundschaftsmatch gegen die YB-Senioren im Stade de Suisse antrat.

Das Ding hat die folgenden 100 Jahre allerdings nicht überlebt, hingegen ist im YB-Archiv eine Erinnerung an die Freundschaft von einst noch immer aufbewahrt: Ein prächtig gerahmtes Bild, versehen mit einer Plakette, zeigt die Pioniere von anno dazumal.

Die Geburt der YB-Viertelstunde Auch wenn die Spiele gegen den Karlsruher FV nur freundschaftlichen Charakter hatten und nicht Wettbewerbspartien waren, so verdanken wir ihnen doch «geschichtliches Wissen». Bei der Beurteilung der Berner Leistung beim 2:2 im April 1905 wird die YB-Viertelstunde erstmals erwähnt. Notar Hermann Bähler aus Belp, Chronist der ersten Jahre, schrieb zum System von damals: «…auch das klassische Dreieckspiel zwischen dem Flügelpaar und dem hinter ihm stehenden Läufer wurde sehr gepflegt. Dies ermöglichte oft, den Gegner völlig auszuspielen, so dass man noch genug Puste hatte, um die von allen Gegnern gefürchtete letzte Y.B.-Viertelstunde einzuschalten.»

Mit Aldo Poretti (Schweizer Internationaler aus dem Tessin) gab es – kurz vor dem zweiten Weltkrieg - einen Spieler, der sowohl für den KFV als auch für YB einlief.

«Football» lieferte im April 1910 zum Match YB – Luzern die Bestätigung: «20 Minuten vor Schluss führte Luzern mit 2:1, um dann endlich der Energie des Gegners zum Opfer zu fallen. Die berühmte und berüchtigte letzte Viertelstunde der Young Boys brachte, nachdem 1 Elfer verschossen worden war, mit 3 Goals ihnen die Meisterschaft der Centralschweiz.» Die YB-Viertelstunde überlebte also länger als der geschnitzte Berner Bär – und sie war nicht, wie oft behauptet wurde, zu Sing-Zeiten (vier Titel von 1957 bis 1960) «erfunden» worden. Sie ist bald 120-jährig. Und funktioniert noch immer. «For ever» eben.

Im Sommer 2018 spielten die alten Herren des KFV im Stade de Suisse gegen die YB-Senioren – sie erneuerten eine alte Freundschaft, von der damals niemand wusste…

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L L A B FISTUMSEISN ANTRIEB RD CASTELLA INTERVIEW MIT GÉRA

Sein Rucksack ist prall gefüllt, sein Hunger auf Fussball auch mit 66 ungestillt: Gérard Castella betreut als Ausbildungschef in der Nachwuchsabteilung Talente, coacht Trainer – und liebt es, über seinen Sport zu debattieren.

Gérard, was für eine Bilanz ziehst Du am Ende des Jahres 2019? Eine sehr positive. Weil das Zusammenspiel mit vielen Leuten aus verschiedenen Bereichen ausgezeichnet funktioniert. Das ist die Basis, um nachhaltig und erfolgreich zu arbeiten. Der Beweis dafür 2019 sind unter anderem Felix Mambimbi und Esteban Petignat, die aus unserem Nachwuchs den Sprung ins Profikader geschafft haben. Wie wichtig sind die Titelgewinne der U-Teams? Es ist hocherfreulich, dass unsere U18 Schweizer Meister geworden ist. Die Junioren sollen Wettkämpfer sein und lernen, wie man ein Spiel gewinnt. Aber ihre individuelle Entwicklung ist noch wichtiger als das Resultat. Unser Hauptjob ist es, Jahr für Jahr zwei, drei, vier von ihnen so weit zu bringen, dass sich der Trainer der ersten Mannschaft für sie interessiert. Was heisst: so weit bringen? Es geht nicht nur um taktische und technische Qualitäten, sondern auch darum, was es bedeutet, Profi zu sein. Es geht um Fragen wie Respekt, Engagement, Haltung, Disziplin, Umgang mit Kritik. Und sie sollen richtig hungrig sein, wenn sie die Chance erhalten.

Wie gross ist bei YB das Reservoir an Talenten? Wir können uns gewiss nicht beklagen. Viele Spieler gehören zu nationalen Auswahlen. Und sie alle profitieren bei ihrer Entwicklung davon, dass YB hochprofessionelle Strukturen bietet. Es steht sogar eine Mentaltrainerin zur Verfügung. Du hast einen prall gefüllten Rucksack: Karriere als Spieler in der Nationalliga A, Clubtrainer auf höchstem Niveau, jahrelang Coach von Verbandsauswahlen, jetzt bei YB im Nachwuchs. Und auch mit 66 zeigst Du keine Müdigkeitserscheinungen. Der Fussball ist mein Antrieb, mein Leben. Ich passe mich laufend an und bin bereit, mit neuen Technologien zu arbeiten und mich auch mit den Sozialen Medien auseinanderzusetzen. Ausserdem stehe ich immer noch gerne auf dem Platz und leite zwischendurch eine Einheit. Es ist ein Genuss, bei YB zu sein und in einem positiven Klima den Job zu machen. Wird ein Fussballtrainer gar nie richtig pensioniert? Ich kann nur für mich sprechen: Solange es die Gesundheit zulässt und ich Spass habe wie jetzt, mache ich weiter. Wobei: Eigentlich rechnete ich damit, beim Schweizerischen Fussballverband pensioniert zu werden, als ich dort mit 64 noch angestellt war.


Und dann? Rief Christoph Spycher an und bot mir die Stelle an. (schmunzelt) Ich dachte: Fantastisch, dass mich niemand beim SFV in den Ruhestand schicken muss, sondern ich den Zeitpunkt meines Abgangs selbst bestimmen kann. Manchmal muss man im Leben spüren: Jetzt ist der Moment, um etwas zu beenden und Neues anzufangen. Es hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt, weil ich es auch schätze, Teil eines starken Teams zu sein. Du warst von 1977 bis 1979 Spieler bei YB. Wärst Du gerne nochmals 25 und heute in Bern aktiv? Oh ja, weil ich dann in einer Mannschaft wäre, die Ambitionen hat, um Titel spielt und in europäischen Wettbewerben dabei ist. YB ist sehr attraktiv. Ich glaube, dass sehr viele Spieler gerne hier wären. 1977 waren die Verhältnisse zwar noch nicht wie heute, und doch erlebte ich zwei sehr schöne Jahre. Ich war erstmals weg von meiner Geburtsstadt Genf, musste mich in einer anderen Mentalität und in einer neuen Sprachregion zurechtfinden. Mir öffnete dieser Schritt in die Selbstständigkeit die Augen. Es war eine gute Lehre. Welche Mentalität hast Du kennengelernt? Bezogen auf den Fussball ist es die Kampfbereitschaft. In der Deutschschweiz war es damals so: Wer ein Kämpfer war, kam beim Publikum gut an. In der Romandie aber musstest Du der spielerische Typ sein, das war gefragt. Wir haben in unserem Land ganz viele verschiedene Mentalitäten: Lausanne ist anders als Genf, Bern anders als Zürich, Luzern anders als St. Gallen oder Basel. Aber diese Vielfalt ist eine Stärke der Schweiz. Denkst Du manchmal: Es wäre schön, nochmals Trainer in der höchsten Spielklasse zu sein? Nein! Dieser Job ist anspruchsvoller geworden, komplizierter als vor 20 Jahren. Staunst Du, wie Gerry Seoane seinen Job macht? Nein. Ich kenne ihn aus Trainerkursen und weiss seither: Er ist intelligent, versteht den Fussball, hat gute Ideen, einen klaren Plan und ist stark in der Kommunikation. Wir unterhalten uns sehr oft. Manchmal fragt er mich nach meiner Meinung. Das spricht auch für ihn: Er ist sehr offen und interessiert. Seit Neuestem gehört auch Steve von Bergen zum Trainerteam von YB, er kümmert sich im Nachwuchs um die Verteidiger. Wie macht er sich? Sehr gut. Er kann den Jungen vieles vormachen mit seiner immensen Erfahrung. Steve vermittelt seine Botschaften klar, die Spieler erhalten von ihm ein klares Feedback: Er korrigiert, lobt, und das alles in einem guten Ton. Er zeigt mir jedenfalls, dass er das Talent mitbringt, Trainer zu sein.


ANDRES MEIER

Die YB-Frauen können in der ersten Saisonhälfte sportliche Zeichen setzen, trotz eines schweren Schicksalsschlags zu Beginn der Saisonvorbereitung. Julien Marendaz übernahm im Sommer das Zepter von Marisa Wunderlin mit der Zielrichtung, die YB-Frauen wieder im oberen Tabellenfeld der Nationalliga A zu etablieren. Kaum zwei Wochen im Amt, wurde die YB-Familie von einem schweren und schmerzhaften Schicksalsschlag getroffen. Florijana Ismaili, die Kapitänin und langjährige Führungsspielerin der YB-Frauen, verstarb bei einem tragischen Badeunfall im Comersee. Nicht nur für das junge Team der YB-Frauen war die Bewältigung der Tragödie eine grosse Herausforderung. Mit schweren Schritten ging es zu Hause im Sportpark Wyler zum Meisterschaftsstart gegen Titelanwärter Servette. Das Kämpferherz der Ber-

Shenia Schmid im Zweikampf gegen Luganos Mathilda Andreoli.

nerinnen führte zu einem 1:0-Sieg. Der Auftakt war sportlich geglückt. Die YB-Frauen avancierten aber nicht nur gegen die Servettiennes zum Favoritenschreck. Am 13. Oktober empfingen die YB-Frauen vor 1’200 Zuschauern im Stade de Suisse die FCZ-Frauen. Wiederum mit einem beherzten Auftritt rang das Heimteam dem Liga-Krösus der letzten Jahre dank einem späten Ausgleichstreffer nicht unverdient ein 1:1 ab. Erfreulich darf nach der ersten Saisonhälfte festgehalten werden, dass die YB-Frauen in der Lage sind, mit den Top-Teams der Liga mitzuhalten. Korrekterweise muss jedoch auch rapportiert werden, dass die notwendige Konstanz noch nicht gewährt ist. Es wurden zu oft unnötig Punkte gegen ebenbürtige Gegner, wie zum Beispiel gegen den FC Luzern, liegen gelassen. Somit überwintern die YB-Frauen im Mittelfeld der NLA, mit deutlichem Abstand zum Abstiegsrang, jedoch auch punktemässig klar entfernt von der Tabellenspitze. Die Titelträume der YB-Frauen leben aber dennoch weiter und zwar im Schweizer Cup. Dort gelang der gelb-schwarzen Frauenequipe nach einem 2:0-Sieg gegen den FC St.Gallen-Staad die Halbfinal-Qualifikation. Die Freude hielt auch nach der Auslosung an, denn YB darf sich in der nächsten Runde auf ein Heimspiel gegen den FC Basel freuen. In der Agenda kann man sich bereits den Sonntag, 29. März 2020, dick anstreichen, dann kommt es zum Duell um den Finaleinzug. Die Bühne dazu wird das Stade de Suisse sein.


Hättest Du Dir auch vorstellen können zu einem anderen NLA-Verein zu wechseln? Für mich war es wichtig in ein gewohntes Umfeld zurückzukehren. Mir hat es vor dem Auslandsjahr sehr gefallen bei YB. Daher fiel mir die Entscheidung leicht. In der Frauen-Bundesliga warst Du Profi und nun bist Du zurück in der Schweiz und spielst und trainierst in der Freizeit. Wie schwer fiel Dir die Umstellung? Ich war es mir vor dem Wechsel gewohnt, einen gefüllten Tagesablauf zu haben. Daher war es kein Problem für mich. Was machst Du beruflich und wie sieht ein Tagesablauf bei Dir aus? Ich arbeite in einem 70% Pensum im Departement Bildung, Kultur und Sport in Aarau. Morgens starte ich ca. um 8:00 Uhr und arbeite bis 16:30 Uhr. Dann geht’s auch schon ins Training nach Bern.

MARILENA WIDMER

Welche Ziele hast Du Dir mit den YB-Frauen für diese Saison gesetzt? Wir haben ein junges, ambitioniertes Team. Wir wollen als Mannschaft fussballerisch überzeugen. In der Rückrunde der Meisterschaft wollen wir den Anschluss an die Spitze schaffen. Im Cup haben wir den Einzug in den Halbfinal geschafft. Wir werden alles daran setzen, den Final zu erreichen und diesen auch zu gewinnen.

Die Aargauerin Marilena Widmer, geboren am 7. August 1997, begann ihre Fussballkarriere mit neun Jahren beim FC Gränichen. 2013 schloss sie sich dem Nachwuchs der YB-Frauen an. Das erste A-Nati-Aufgebot erfolgt im 2017 und mittlerweile kommt die ausgebildete Kauffrau auf 14 Länderspieleinsätze. Die Auftritte im Nationalteam weckten auch das internationale Interesse an ihr. So schloss sie sich in der Saison 2018/2019 dem deutschen Bundesligisten FFC Frankfurt an. Dort kam sie in 15 von 22 Bundesliga-Spielen zum Einsatz. Im Sommer kehrte sie zu den YB-Frauen zurück. Du konntest eine Saison in einer der besten Ligen der Welt spielen. Welches sind die Unterschiede zur NLA? Das Spiel ist allgemein viel schneller. Man muss voraus schauen und Entscheidungen schneller treffen. Die Spielerinnen sind physisch sehr stark und technisch sind alle auf einem sehr hohen Niveau. Ausserdem geniesst der Frauenfussball in Deutschland einen viel höheren Stellenwert und ich konnte mein Hobby als Beruf ausüben. Welches waren deine Beweggründe wieder in die Schweiz zurückzukehren? Es war ein gutes Jahr. Ich konnte mich fussballerisch wie auch persönlich weiterentwickeln. Es hat aber für mich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht gepasst. Ist für Dich damit das Kapitel Ausland abgeschlossen? Ich bin weiterhin offen für künftige Engagements im Ausland. Darüber habe ich mir aber noch keine konkreten Gedanken gemacht. Für mich passt es so, wie es jetzt ist.

Marilena Widmer bei einem Heimspiel im Sportpark Wyler.


MEIN MATCHTAG

S Y O B Y P P HO Ändu Bart ist Geschäftsführer der Barbière am Breitenrainplatz. Wir haben den 36-Jährigen ans Cupspiel gegen den FC Zürich begleitet.

CLAUDIA SALZMANN

«hoppYBoys» steht auf der Kreidewand der Garage-Brauerei in der Barbière. Und wenn es dieses Bier gibt, ist Matchtag. In der Bar am Breitenrainplatz stehen zwei Stunden vor Anpfiff reihenweise durstige Fans. «Ich liebe Fussballspiele im Winter. Nur gut, dass wir nicht öfters im Sommer spielen», sagt Ändu Bart und meint es ironisch. Er ist seit anderthalb Jahren in der Barbière Geschäftsführer. Und ist im Team nicht der einzige YB-Fan: Die halbe Belegschaft ist YB-Anhänger, weshalb es beim Einsatzplan auch mal ein «Gschtürm» gibt. «Das letzte Wort habe ich, da ich ihn schreibe», sagt der 36-Jährige.

Barbière-Geschäftsführer und YB-Fan Ändu Bart.

Hinter der Bar steht heute auch Felix Erb. Felä, wie ihn alle nennen, zapft noch ein letztes Bier, stellt sich danach wie ein normaler Gast vor die Bar und wartet, bis er an der Reihe ist. «So mache ich das auch, eine Sonderbehandlung bekommt niemand von uns», sagt Ändu Bart. Er kontrolliert die morgigen Reservationen, tätigt noch ein Telefon und bestellt ein «hoppYBoys». Vor dem Match sei er immer hier anzutreffen. Mit dem Bier geht er raus, setzt sich zu einem weiteren Mitarbeiter: dem Küchenchef Amadeus Raemy. Am Tisch wird philosophiert über Verletzte, übers Wankdorf und den unromantischen Besuch aus Rotterdam. Und über die


Choreo vor dem Cupspiel gegen den FCZ.

ersten Erinnerungen an YB: Ändu fällt eine Partie im Neufeld gegen Servette ein, bei der er "pflotschnass" geworden sei, weil es aus allen Kübeln regnete. Bart ist froh, dass YB erst vor zwei Jahren Meister wurde. «So war die Leidenszeit gross genug für mich», witzelt er. Wer jetzt um die 20 Jahre alt sei, der wisse gar nicht, was Leiden heisse. Küchenchef und Kollegen nicken wissend. 1’100 Meter Wenn Ändu Bart arbeitet, gibt es Nulltoleranz. Ausnahmen gibt es nur bei einem Meistertitel: Zwei Tage nach dem Sofameistertitel in der letzten Saison kam YB-Trainer Gerardo Seoane in die Barbière. «Wir haben mit ihm ein Bier getrunken, aber er nippte wohl nur am Glas», sagt Bart. Bei der legendären Meisternacht ein Jahr zuvor spielte sich vor der Barbière Unglaubliches ab: Lotomba führte Limbo auf, tanzte auf einer Autohaube, die Leute drehten durch. Und wo steckte Ändu Bart? «Wir blieben sehr, sehr lange im Stadion», sagt dieser. Der Küchenchef neben ihm blufft von einer schier unmöglich hohen Literzahl an Bier, die geflossen sei. Die 1’100 Meter vom Breitschplatz zum Wankdorfstadion legt Ändu Bart zu Fuss zurück. Früher spielte er selber Fussball, stürmte für Schönbühl und verteidigte in Zollikofen in einem selbst gegründeten Team. Heute sind in seiner Freizeit andere Tätigkeiten wichtig: Bike und Ski fährt er, und er joggt. Und gern geht er mit seiner Liebsten und ihrem Hund spazieren. Auch mit passivem Fussball verbringt er wenig Zeit, denn er verfolgt nur YB-Spiele. Ihn stören die Skandale im Fussball. Wettbetrug oder gekaufte Weltmeisterschaften. «Ich weiss nicht warum, aber bei YB kann ich alles ausblenden.» Perfekte Sicht auf die Kurve Sporadisch arbeitet er auch in der Mühle Hunziken in Rubigen. Dort bekochte er die Bands, war eine Zeitlang in der Geschäftsleitung und steht nun ab und zu hinter der Bar. Als YB-Stürmer Guillaume Hoarau dort auftrat, fehlte Bart natürlich nicht. Die «Müli» war voll, heiss und kari-

Ändu Bart an seinem Platz im Stadion.

bisch-emotional. «Gui hat eine feine Stimme, geübt und mit Fusion Square Garden war eine wahnsinnige Band an seiner Seite», bilanziert Bart. Inzwischen hat Ändu Bart das Stade de Suisse erreicht, auf dem Weg trifft er einen seiner Schulkollegen. Viele kennt er seit der ersten Klasse. Die meisten wohnen wieder auf dem Land, aber noch immer gehen sie zusammen an die YB-Heimspiele. Wer jahrelang auf dem gleichen Platz sitzt oder steht, lernt auch seine Nachbarn kennen. Wo Ändu Barts Umfeld aufhört, ist nicht genau erkennbar. Überall wird er gegrüsst. 90 Minuten später steht es 4:0 für YB, der FC Zürich ist bezwungen. Das wollen alle mit reichlich Gerstensaft begiessen. Nicht so Ändu Bart: Er verabschiedet sich, denn morgen früh um 7 Uhr geht es in der Barbière bereits wieder los.

4:0 gegen Zürich: Sörensen jubelt,...

...Nsame trifft.


B U L C S D I DIE YB K

9 1 0 2 S T EVEN ANNA-LEA LANZ

Im YB Kids Club sind die kleinsten YB-Fans die Grössten! Nebst einem Willkommensgeschenk, einer persönlichen Mitgliederkarte, einem Mannschaftsposter und Gratistickets für die Kids-Days erhalten die Mitglieder immer wieder die Möglichkeit, an exklusiven Anlässen teilzunehmen. An dieser Stelle blicken wir zurück auf das Jahr 2019.

SING UND VORLESESTUNDE MIT JIMMY FLITZ UND MARCO WÖLFLI – 20.03.2019 Marco Wölfli liest aus dem Kinder-Büchlein «Hopp Flitz» vor und wird dabei auf der Gitarre begleitet von Roland Zoss, dem Schöpfer der beliebten Berner Comic-Maus Jimmy Flitz vom Münsterspitz.

EINLAUFKIDS BEIM SPIEL YB-LUGANO – 28.04.2019 Jede Saison verlost der YB Kids Club 25 Plätze für Einlaufkinder an seine Mitglieder. Ende April durften die Kinder zusammen mit den Mannschaften von YB und Lugano einlaufen.

KIDS CLUB PRESSEKONFERENZ – 01.05.2019 Bereits Tradition hat die jährlich stattfindende Kids-ClubMedienkonferenz. Die Mitglieder des YB Kids Clubs kommen in den Genuss, sich einmal wie Reporter zu fühlen und Antworten auf Fragen zu erhalten, die sie ihren Idolen schon lange einmal stellen wollten.

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EVENT MEIN BUCH – 04.09.2019 Mit der Plattform «Mein Buch» lancierte der BSC YB ein einfaches Online-Tool, welches Kinder zwischen 5 und 10 Jahren beim Lesen und Schreiben lernen unterstützt. Beim Kids-Club-Event «Mein Buch» erhielten die Kinder die Möglichkeit, ihre eigenen YB-Büchlein zu erstellen, dabei wurden sie von Michel Aebischer und Nicolas Bürgy unterstützt.

BESUCH IM TIERPARK BERN – 16.10. UND 18.10.2019 Gemeinsam mit dem Tierpark Bern bietet der YB Kids Club einmalige und unvergessliche Führungen im Dählhölzli an, bei welchen die Kinder einen Blick hinter die Kulissen erhalten.

SPIELBESUCH SERVETTE–YB – 03.11.2019 Die Ragazzi Berna, das Jugendprojekt der Fanarbeit Bern, und der YB Kids Club organisierten gemeinsam einen Ausflug zum Spiel Servette-YB. Rund 20 Kinder nahmen das Angebot wahr und reisten mit dem Extrazug nach Genf.

BUNTES YB – 13.11.2019 «Buntes YB» ist ein jährlich stattfindender, gemeinsamer Anlass von YB Kids Club und Ragazzi Berna. 20 Kinder zwischen 10 und 16 Jahren schlüpften in die Rolle des Fanreporters und lernten anhand von Interviews mit verschiedenen YB-Exponenten die Diversität von YB kennen. Mit dabei waren nebst Saidy Janko vom Fanionteam auch Gianluca Romano von der U21, Ilona Guede Redondo von den YB-Frauen sowie Christian Franke, Technischer Leiter des YB-Nachwuchses.

LIEDERABEND MIT GUILLAUME HOARAU UND OLI KEHRLI – 7.12.2019 Beim letzten Kids-Club-Event des Jahres kamen rund 180 Kinder in den Genuss, gemeinsam mit Guillaume Hoarau und Oli Kehrli Lieder in verschiedenen Sprachen zu singen und sich auf Weihnachten einzustimmen.

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R E D N I KZEICHNEN

FABIAN

R E G R E B LUSTEN Fabian Lustenberger mit der Siegerzeichnung von NoĂŠ Flach (11 Jahre).

Dernner i Gew


Anouk Amacher, 8 Jahre

Aaric Enz, 11 Jahre

Diego Ramser, 7 Jahre

Dennis Stöckl, 10 Jahre

Arwen Mühlematter, 12 Jahre

Quentin Hübscher, 5 Jahre

Kader Cherif, 11 Jahre

Marcia Hubacher, 7 Jahre

Jaron Wasem, 7 Jahre

Léanne Muggli, 12 Jahre

Fabienne Luginbühl, 10 Jahre

SAIDY JANKO ZEICHNEN ! Für die nächste Ausgabe sind Kinder (bis 14 Jahre) aufgefordert, ihre Zeichnungen von Saidy Janko einzusenden: zeichnen, einscannen und an ybmag@bscyb.ch schicken. Im Dateinamen bitte gleich Namen und Alter vermerken (Beispiel: Vorname_Nachname_07.pdf). Einsendeschluss ist der 20. Februar 2020. Zu gewinnen gibt es ein signiertes Trikot von Saidy Janko. Famigros wünscht allen Teilnehmern viel Glück.

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