Skip to main content

Leseprobe | Die große Käferparade

Page 1

:

6. Augen

KORPERBAU

Die meisten Käfer haben Facetten­ augen aus vielen einzelnen Linsen. Sie können rund, nierenförmig oder vollständig geteilt sein.

Käfer gibt es in allen möglichen Formen und Größen, aber alle sind ähnlich gebaut. Sieh dir diesen Japankäfer genauer an und finde heraus, was ihn so besonders macht.

So heißt die gepanzerte Platte vorn am Brustsegment eines Käfers. Manchmal setzen hier Hörner an, die meist zum Kämpfen benutzt werden.

Sie dienen zum Erkennen von Gerüchen, Schwingungen und Temperatur sowie zum Tasten. Käferfühler können ganz unterschiedlich aussehen.

2

Kopf

2. Fühler

6

Brust

1. Pronotum

1

Trichapion rostrum

7

7. Rostrum Die rüsselartige Verlängerung der Mundpartie endet in den Mundwerkzeugen. Mit dem Rostrum können die Käfer Löcher in Holz oder Pflanzen bohren.

3. Deckflügel

faden­ förmig

keulen­ förmig

kamm­ förmig

4. Hörner

4

Allomyrina dichotoma

Manche Männchen haben Hörner am Kopf, die sie nutzen, um Rivalen durch Stoßen, Blockieren, Stem­ men oder Heben von den Weibchen fernzuhalten.

8. Hinterflügel Die beweglichen Hinterflügel aus Haut können unter die Vorderflügel gefaltet werden. Feld-Sandlaufkäfer

9. Mandibeln

5. Beine

Die Kiefer dienen zum Greifen, Zermalmen, Ziehen oder Zerteilen von Nahrung. Der Käfer nutzt sie auch zum Kämpfen gegen Artge­ nossen oder zur Verteidigung.

Der Käfer nutzt sie zum Klettern, Kriechen, Laufen, Springen, Graben oder Schwimmen.

Stigmen

Außenskelett

Käfer haben keine Lungen. Die Luft gelangt durch kleine Öffnungen in den Körper, die sogenannten Stigmen.

Anders als Menschen haben Käfer ein sehr hartes Skelett außen an ihrem Körper.

10

8

3

Hinterleib

Die harten Vorderflügel schützen die zarten Hinterflügel. Beim Abheben schwingen die Deckflügel zur Seite und stabilisieren den Flug. Manche Käfer können unter ihren Deckflügeln sogar Luftblasen einschließen und so unter Wasser atmen.

10. Mundwerkzeuge 5

Käfer kauen ihre Nahrung mit den Lippen und zwei Kieferpaaren. Diese heißen Mandibeln (Oberkiefer) und Maxillen (Unterkiefer).

9 10

11


HIN ZUM LICHT Im Blickpunkt: Leuchtkäfer Die Familie der Lampyridae ist besser bekannt unter dem Namen Leuchtkäfer oder Glühwürmchen. Diese Käfer erzeugen mithilfe von Chemikalien in ihrem Körper Lichtsignale mit ihrem Hinterleib. Wenn Lebewesen Licht erzeugen, wir das Biolumineszenz genannt. Leuchtkäfer nutzen die Licht­ signale meist, um sich im Dunkeln zur Paarung zu finden oder um Fressfeinde davor zu warnen, dass sie giftig sind. Leuchtkäfermännchen wollen mit dem Licht Eindruck schinden. Wenn einem Weibchen das Lichtmuster gefällt, blinkt es zurück, damit das Männchen es findet.

Photinus carolinus Photinus pyralis

Bei einigen Leuchtkäferarten können Männchen und Weibchen ihre Leuchtmuster synchronisieren. So erzeugen sie eine wahre Lichtshow, indem sie gleichzeitig das Licht ein- und ausschalten. Einige Studien deuten darauf hin, dass Weibchen auf synchron blinkende Männchen stärker reagieren. Weibliche Käfer der Art Photuris pensylvanica imitieren die Lichtsignale anderer Leuchtkäfer, um liebestolle Männchen anderer Arten anzulocken. Wer auf diesen hinterlistigen Trick hereinfällt, wird bei lebendigem Leib gefressen. Die Männchen von Photuris pensylvanica wiederum nutzen diese Taktik, indem sie so blinken wie eine Beuteart, um die Weibchen zur Paarung anzulocken.

Flugbahn Leuchtmuster

Photinus ignitus fliegt gerade und blinkt alle 5,1 Sekunden.

Photinus collustrans erzeugt einen Bogen in der Luft, während er 0,4 Sekunden lang blinkt.

Photinus granulatus fliegt im Zickzack und blinkt jede zweite Sekunde.

Photinus pyralis erkennt man an seinem typischen J-förmigen Blitz.

14

15


Die Warnfarben Rot und Schwarz verraten Fressfeinden wie Vögeln, dass ein Tier giftig ist. Marienkäfer haben aber sicherheitshalber noch eine Geheimwaffe: Ausgewachsene Tiere sondern eine eklig schmeckende Flüssigkeit aus den Gelenken in den Beinen ab. Prost Mahlzeit!

PUNKTGENAU

Nahansicht eines Siebenpunkt-Marienkäfers, der gerade eine Blattlaus frisst

Im Blickpunkt: Siebenpunkt-Marienkäfer Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist wohl die bekannteste Käferart. Mit seinem unverwechselbaren Muster aus sieben schwarzen Flecken auf leuchtend roten (manchmal auch orangefarbenen oder gelben) Deckflügeln ist er leicht zu erkennen. Im Winter, wenn die Temperaturen sinken und es weniger Nahrung gibt, müssen Marienkäfer Winterschlaf halten, um Energie zu sparen. Dazu suchen sie Schutz unter totem Laub, in hohlen Pflanzenstängeln oder unter Baumrinden. Manchmal drängen sich viele Käfer dicht zusammen. Die Beliebtheit von Marienkäfern hängt vor allem mit der Unbeliebtheit ihrer Beute zusammen, der Blattlaus. Blattläuse saugen Pflanzensaft und können große Schäden auf Feldern und in Gärten anrichten. Der Marienkäfer liebt Blattläuse: Rund 5000 von ihnen vertilgt er pro Jahr!

24

Über 6000 Arten von Marienkäfern sind weltweit beschrieben. Hier siehst du einige davon:

Den Asiatischen Marienkäfer gibt es in über 100 Farb­ varianten.

Der VierzehnpunktDer NadelbaumMarienkäfer hat fast recht­ Marienkäfer hat ein eckige Flecken auf blass deutliches M auf dem orangefarbenen Flügeln. Halsschild.

Ganz schön viele Flecken hat der Zweiundzwanzig-­ punkt-Marienkäfer.

Brumoides suturalis sieht aus wie ein Pfefferminzbonbon.

25


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Leseprobe | Die große Käferparade by boesner - Issuu