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Bergrettungsdienst im Alpenverein SĂźdtirol

Jahresbericht 2016


Der besseren Lesbarkeit wegen schlieĂ&#x;t die männliche Bezeichnung immer auch die weibliche mit ein.


Ein bewegtes Jahr Warum kommen so viele Personen in den Bergen ums Leben? 2016 war dies eine Frage die besonders in den Medien stark diskutiert wurde. Auch unsere Bergrettungsstellen wurden mit Fragen von der Presse, von anderen Bergsteigern und von Leuten, die keine Ahnung von Bergsteigen haben, bombardiert. Aber auch die Verwandten der verunfallten Personen wollten wissen, wie es zu diesen Unfällen kommen konnte. Der Unfall am Schneebigen Nock, wo 6 Personen bei einem Lawinenunglück starben, warf dann auch wieder die Frage auf, wie ein solches Ereignis hätte verhindert werden können. Genügt eine gute Ausbildung der Bergsteiger? Kann man sich auf die Empfehlungen der Warndienste verlassen? Werden Wetter und schlechte Verhältnisse richtig interpretiert? Der Landesverband hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit dem Ausbildungsleiter Matthias Hofer eine Erhebung der Unfallursachen und die damit verbundenen Rekonstruktionen des Unfalls zu unternehmen. Unfallhergang, Ursachen, begangene Fehler, Ablauf des Einsatzes von Seiten der Bergrettung mit allen Proble-

matiken sollte untersucht werden. Die Unterstützung der Bergrettungsstellen bei der Aufarbeitung eines Einsatzes (z.B. Vermessungen mit GPS, Erstellen von Karten usw.) wird vom Landesverband aus organisiert. Natürlich können nicht alle Unfälle genauestens untersucht werden, aber es werden einzelne Einsätze besser durchleuchtet und deren Erkenntnisse werden in die Ausbildung bei den Kursen einbaut.

Ein weiteres großes Thema im Jahr 2016 waren die Suchaktionen im Sommer und Herbst. Mehrere Einsätze wurden nicht nur mit Unterstützung der Landesflugrettung gemacht, es wurden auch einige Male konventionelle Hubschrauber, ja sogar Private zur Suche eingesetzt. Das führte zu mehreren Diskussionen mit unseren Partnern, im Landesflugrettungsverein Heli und der Agentur für Bevölkerungsschutz. Die Ortung der Mobiltelefone war auch immer wieder Thema bei diesen Suchaktionen. Mit Hilfe der Schweizer Polizei, die uns bei mehreren Suchaktionen mit Handyortungsgerät unterstützte, konnte so manche Su-

che mit Erfolg abgeschlossen werden. Durch die Unterstützung der Landesgeschäftsstelle bei den Suchaktionen konnten wertvolle technischen Erkenntnisse dazugewonnen werden, die in der Einsatz-Software integriert werden. Noch nie kamen in so kurzer Zeit so viele Suchaktionen mit gleichen Muster vor. Es wurde viel dazugelernt und man wird weiter an diesem Thema dranbleiben. Zu erwähnen ist jede einzelne Rettungsstelle, die das ganze Jahr gut und hart gearbeitet hat, genauso wie die Hundeführer, die mit ihren Hunden ständig unterwegs waren und Sucherfolge verzeichnen konnten, aber das ist im Jahr 2016 wegen der oben genannten Themen etwas untergegangen. Berg Heil

Ernst Winkler Landesleiter


Die Bergrettung gewährleistet einen öffentlichen Dienst. Nur durch regelmäßige Schulungen sind die Mitglieder in der Lage im Einsatz komplexe Aufträge zu erfüllen.


Auftrag mit Pflichten Das Land Südtirol hat den Bergrettungsdienst per Landesgesetz an zwei staatlich anerkannte Hilfsorganisationen übertragen. Es sind dies der Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol sowie der Südtiroler Berg– und Höhlenrettungsdienst C.N.S.A.S. welche einen flächendeckenden Rettungsdienst in den Südtiroler Bergen gewährleisten.

In 57 Rettungsstationen beider Bergrettungsorganisationen sind derzeit insgesamt 1.500 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Diese Helfer gewährleisten eine ganzjährige Bereitschaft um im Einsatzfall zur Stelle zu sein.

Die Bergrettung wird im Notfall durch die Landesnotrufzentrale Südtirol alarmiert. Die Landesnotrufzentrale ist eine integrierte Leitstelle, welche in kürzester Zeit sämtliche Hilfsorganisationen Südtirols aufbieten kann. Im Notfall wählen Sie:


Ein flächendeckender Dienst, welcher 365 Tage im Jahr funktionieren muss bedarf einer ausreichenden Anzahl an Bergrettungsstellen und Helfern.


Wussten Sie... … dass alle Rettungshelikopter der Flugrettung Südtirol mit einer Seilwinde ausgerüstet sind, die für das dringende Absetzen der Besatzung sowie für das Aufwinden von Patienten benötigt wird? … dass die Seilwinde eine Länge von 90 Meter hat? … dass die maximale Nutzlast 272 kg beträgt? … dass sich die maximale Nutzlast bei - 20 °C auf 240 kg reduziert? … dass das Stahlseil der Winde ein Durchmesser von 4,65 mm hat? … dass die Seilwinde mit einer maximalen Geschwindigkeit 1,25 Meter/ Sek. bedient werden kann? … dass die Anschaffungskosten der Seilwinde inkl. Anbauteile bei 350.000 € liegen? … dass angesichts der anfallenden Revisionskosten und Wartungen, jedes Windenmanöver wenigstens 45 Euro kostet?


Bergretter sind in erster Linie Bergsteiger. Deren Passion verbĂźndet sich mit ausgefeilter Rettungstechnik und qualifizierter Notfallmedizin zu einer funktionierenden Bergrettung!


Ohne Ehrenamt läuft‘s nicht Das größte Kapital unserer Organisation ist die Summe der Menschen aus der sie besteht. Diese Gemeinschaft macht es möglich, dass der Bergrettungsdienst 365 Tage im Jahr rund um die Uhr funktioniert. Hinter dieser Gemeinschaft stecken Personen, die ihre Freizeit dafür opfern, den Verunglückten, Vermissten, Erkrankten oder sonst in Not Geratenen zu helfen, sie zu suchen, zu versorgen, zu bergen und abzutransportieren. Jeder Einsatz stellt die Retter vor neue Herausforderungen, bei denen Entscheidungen nicht selten unter Zeitdruck getroffen werden müssen.

Bergretter bilden sich aus, halten sich körperlich fit, organisieren Veranstaltungen um teure Rettungsausrüstung ankaufen zu können. Bergretter sind zu jeder Tages– und Nachtzeit da, sie fragen nicht wenn es darum geht gekonnt Hilfe zu leisten. Ihnen ist es zu verdanken, dass im Land ein gut ausgebautes Netzwerk an kompetenten Hilfskräften im medizinischen und bergsteigerischen Bereich existiert. Und dafür, dass es diese wertvolle Gemeinschaft an Rettern gibt, genießt der Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol ein großes Ansehen bei Gästen und Einheimischen.


Auszug aus der Mitschrift eines Teilnehmers vom 1. Bergrettungsdienst-Lehrgang 1944 AusbildungsstĂźtzpunkt Misurina


Vom Anwärter zum Bergretter Vorweg soll klar sein, dass jede volljährige Person das Anrecht hat, zur Bergrettung zu gehen. Natürlich müssen hierfür die nötigen körperlichen Voraussetzungen vorhanden sein. Die Ausbildung erstreckt sich über einen Zeitraum von mindestens 2 Jahren, wobei die Anwärter zwischen den Kurseinheiten einen Sommer– und einen Wintertest absolvieren müssen, um die weiteren Kur-

se besuchen zu dürfen. Abschluss der Ausbildung ist eine alles umfassende Anwärterprüfung, in der die weitschichtigen Facetten der Bergrettung überprüft werden (schriftlich, mündlich, praktisch). Insgesamt 160 Ausbildungsstunden bewältigt der Bergretter, um als aktives Mitglied nach der Anwärterprüfung fungieren zu können. Die gesamte aufgebrachte Zeit ist die Freizeit der Bergretter.

Mitgliederzahlen 2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

Anwärter

167

157

165

189

183

182

174

133

122

127

129

122

Aktive Mitglieder

636

654

659

675

693

721

736

772

809

798

827

839

Mitglieder außer Dienst

199

197

213

217

241

227

213

134

141

154

168

153

1

1

1

1

2

2

2

2

2

2

2

1

1.003

1.009

1.038

1.082

1.119

1.132

1.125

1.041

1.074

1.081

1.126

1.115

Ehrenmitglieder Gesamt


0

10

20

30

40

50

60

70

80

90

100

110

120

130

140

150

160

Moos Prad Landesverband Platt Schlanders Innichen Laas Rabenstein St. Martin St. Leonhard Kaltern Olang Grรถden Ulten Pfelders Tiers Martell Sterzing GossensaรŸ/Pflersch Schnals Antholzertal Mals Latsch Sand in Taufers Lana Ridnaun/Ratschings Bruneck Ahrntal Bozen Sarntal Welschnofen Hochpustertal Vintl Brixen Seis am Schlern

Meran


1.278 Einsatzausrückungen Bei insgesamt 1.063 Einsatzereignissen sind 1.278 Einheiten der Bergrettung ausgerückt. In Zahlen ausgedrückt sind dies recht nüchterne Ziffern; Es gilt zu bedenken, dass hinter jedem Einsatz einiges mehr steckt:  Ehrenamtliche Helfer, welche ihre Arbeitsstätte verlassen.  Menschen, welche in eine missliche Lage geraten sind.  Einsätze, welche über Tage andauern.  Angehörige, welche um ihre Lieben bangen.

Wussten sie ...  dass von 947 betreuten Personen insgesamt 228 unverletzt gerettet werden konnten?

 dass im Jahr 2016 die Bergrettung bei 29 Arbeitsunfällen zugegen war?  dass sich 142 Patienten am Sprunggelenk verletzt haben?

 dass insgesamt 35 Patienten eine Infarktsymptomatik aufwiesen, und 157 Patienten Erschöpfungszustände hatten?  dass 75 Mountainbiker vom Bergrettungsdienst im vergangenen Jahr versorgt worden sind?


Die Anzahl der AusrĂźckungen bleibt im Jahr 2016 weiterhin hoch

1.300

1.100

900

2016

2015

2014

2013

2012

2011

2010

2009

2008

2007

2006

2005

700


Viele zeitintensive Einsätze Dass die Einsatzstunden trotz leicht rezessiver Einsatzausrückungen angestiegen sind, lässt sich damit erklären, dass unsere Bergretter im Jahr 2016 zu mehreren Einsätzen ausgerückt sind, die viel Zeit beansprucht haben. So zum Beispiel die großangelegten Suchaktionen, die nicht

nur Stunden, sondern in einigen Fällen auch Tage in Anspruch genommen haben. Dank guter Zusammenarbeit mit den Zivilschutzorganisationen und Behörden, konnte so mancher rätselhafte Fall doch noch rasch aufgeklärt werden. Auffallend ist die Zunahme der

Einsätze, die mit Winterbergsteigen in Verbindung stehen. Besonders das Skitourengehen erfährt immer mehr an Beliebtheit und das wirkt sich auch auf die Einsatzzahlen aus, denn die Skitourenunfälle um 19%, Lawinenunfälle hingegen um ganze 31% angestiegen sind.

Ausrückungen nach Monat


21.000 19.000 17.000 15.000 13.000 11.000

19.594 Einsatzstunden

9.000 7.000 5.000 3.000 2005

2007

2009

2011

2013

2015

6.427 eingesetzte Bergrettungsmitglieder


Rot und blau …sind die Farben der Einsatzuniform, die sie tragen - unsere Bergretter. Zwei gegensätzliche Farben, die sehr wohl die Ideale und Werte dieser ehrenamtlichen Gemeinschaft widerspiegelt. Rot steht für das Feuer und die Kraft, die sie täglich aufbringen um in Not geratenen zur

Hilfe zu eilen. Rot als Zeichen der Energie, die aufgebracht werden muss, um bei widrigsten Bedingungen zu agieren. Blau steht für Mut, Leistung aber auch für Stille. Stille die sich breitmacht, wenn man von einen anstrengenden Einsatz zurückkehrt. Diese zwei Farben und

die Werte die dahinterstehen gebühren auch den Partnern, Familienangehörigen und Arbeitgebern, die für die Tätigkeit der Bergretter viel Verständnis haben und sie jederzeit für den Einsatz freigeben. Ihnen sei an dieser Stelle gedankt.


1035 1000

972

950

947

916

900

855

850

788

800

805

786

750

726 700

715

678

650

2016

2015

2014

2013

2012

2011

2010

2009

2008

2007

2005

2006

621

600


Wer, wie, was? Jeder Unfall am Berg ist ein Schicksalsschlag für einen Menschen. Es muss unterstrichen werden, dass immerhin knapp ein Viertel aller betreuten Personen unverletzt gerettet werden konnten. Die Bergunfallstatistik muss vom Leser nicht nur in Diagrammen betrachtet werden, wie bei jeder Statistik zählen jene Faktoren, welche hinter den Zahlen stehen. Präzisiert sei an dieser Stelle, dass die verstorbenen Patienten nicht immer durch Alpinunfälle ums Leben gekommen sind. Sie reichen vom Verkehrsunfall im Gebirge bis hin zum Arbeitsunfall. Nicht zur Bergunfallstatistik werden die Einsätze im Pistenbereich gezählt. Dies würde mit sich bringen, dass die Statistik vollständig verfälscht wird, ein Umstand, welcher sehr oft den gesamten Alpinismus in den Misskredit bringt.


Unsere Patienten kommen aus allen Herren Länder. Den Löwenanteil machen jedoch deutsche und italienische Staatsbürger aus. 72% der italienischen Staatsbürger sind Provinzansässige.

513 347

100 34

15

10 6

4 3

2 1

1

1

CA SE

LI

2

2

2

2

2

2

3

3

2

1

FR PL AL SK LU PAK DK RO NL US CZ GB BE CH AT DE IT


Vielfalt Die Vielfältigkeit widerspiegelt sich auch in der Statistik der diversen Einsatzarten. Zur Bewältigung der unterschiedlichsten Einsatzarten benötigt es nicht nur einer guten Ausbildung, für besondere Einsatzarten werden eigens hierfür ausgebildete Spezialisten eingesetzt. Denn verschiedene Situationen verlangen verschiedene Vorgangsweisen. Und genau in der Beherrschung der verschiedenen Rettungstechniken, gepaart mit einer professionellen Patientenversorgung liegt die Stärke unserer Bergrettungsmitglieder. Im Ernstfall gesellt sich zudem der Faktor Zeitdruck, der nicht eine unwesentliche Rolle spielt. Diesem kann nur mit einer guten Vorbereitung standgehalten werden.


Ausbildung ist und bleibt die Seele unserer Tätigkeit.


Ausbildung Was man lernen muß, um es zu tun, das lernt man, indem man es tut. © Aristoteles

Dieses Zitat trifft auch auf die Bergrettung zu, aber die Investitionen in die Ausbildung lohnen sich allemal! Eine solide Grundausbildung sowie stete Fortbildung sind Grundlagen für die Tätigkeit als Bergrettungsmitglied.

26.504 Kursstunden wurden im Jahr 2016 von 2.939 Teilnehmern auf Landesebene abgewickelt. Hinzu kommen noch unzählige Ausbildungstermine, welche in den 35 Bergrettungsstellen vor Ort absolviert werden.

Grundsätzliches: Bergrettungsmitglieder sind bei ihren Einsätzen im Gebirge sehr oft alleine vor Ort und müssen deshalb Entscheidungen treffen, welche der Einsatzleiter im Tal ihnen nur schwer abnehmen kann. Bergretter müssen im Einsatz eigenständig voraus denken um situationsgerecht handeln zu können.


Wir sind bei Lawineneinsätzen und Suchaktionen immer bereit


Unser Partner mit der kalten Schnauze — Helfer auf vier Pfoten Wolfgang Rainer, Landesreferent der Hundeführer: „Zurzeit gibt es 34 Hundeführer mit insgesamt 38 Hunden verschiedenster Rassen, welche aktiv im BRD tätig sind. Besonders freut es mich, dass einige Hundeführer vorausschauend auf die Zukunft bereits einen Junghund ausbilden. Neben den zahlreichen Landeskursen gab es auch speziell Kurstage für die Junghunde. Zusätzlich zur Ausbildung der Hunde wurde auch ein eigener Kurstag mit den Rettungshelikopter „Pelikan 1“ organisiert. Hierbei ging es darum, die Hunde, speziell die Junghunde, an den Hubschrauber zu gewöhnen. Auch Auslandskurse wurden von unseren Hundeführern zahlreich besucht, dies ist besonders wichtig, um einen internationalen Vergleich zu haben. Ein Höhepunkt dazu war

sicherlich die Möglichkeit, die ICAR Tagung (Internationale Kommission für Alpine Rettung) der Subkommission Hundeführer ausrichten zu dürfen. Diese fand im Frühjahr auf der Villanderer Alm statt und es trafen sich Hundeführer aus ganz Europa um über mehrere Tage einen Erfahrungsaustausch vorzunehmen. Es folgte im Herbst ein internationales Mantrailseminar in Hofern, welches von Ausbildern aus Amerika, der Schweiz und Italien geleitet wurde. Viele Erkenntnisse waren nützlich für die zahlreichen Einsätze, besonders bei den Suchaktionen, deren Anzahl rapide zunimmt. Die Statistik zeigt im Jahr 2016 8 Lawineneinsätze und 94 Suchaktionen. Die Lawineneinsätze sind zwar im Verhältnis zur Anzahl der Suchaktionen geringer geworden, jedoch ist

die gezielte Ausbildung für Lawineneinsätze nach wie vor sehr wichtig, da gerade hier jede Sekunde zählt und Menschenleben retten kann. Weiters wurde unsere Hilfe auch im August im Erdbebengebiet Amatrice in Anspruch genommen. Eine Gruppe von Hundeführern und Bergrettern fuhren zusammen mit anderen Rettungsorganisationen ins Erdbebengebiet um dort zu helfen. Dies war sicherlich ein erfahrungs– und lehrreicher Einsatz für alle Teilnehmer. Die arbeitsintensive Ausbildung und die zahlreichen Einsätze sind für die Hundeführer sicherlich nicht immer leicht und oft kommt die Familie zu kurz. Jeder Sucherfolg gibt uns jedoch wieder die nötige Motivation und Freude an der Arbeit mit unseren Hunden.“


Die Zukunft liegt in den Händen der Kinder. Die Verantwortung für die Zukunft liegt jedoch in unseren Händen.


Prävention Der Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol hat es sich in seiner Vereinssatzung zur Aufgabe gemacht die Unfallprävention groß zu schreiben. Im Stillen machen die Bergrettungsstellen Südtirols eine Aufgabe, welche eher einem logistischen Großereignis gleichen müsste. Jedes Jahr zu Winterbeginn veranstalten unsere Bergrettungs-

stellen diverse Kampagnen für das sichere Winterbergsteigen. Große Beliebtheit haben diese Veranstaltungen bei Schitourengehern aber auch bei Schulklassen gefunden. Es ist auch für unsere Bergretter eine Bereicherung, wenn sie sehen mit wie viel Spaß sich Kinder für das Thema Sicherheit am Berg begeistern lassen. Auch die Vorbereitungskurse für

Schitourengeher der vergangenen Jahre zeigen immer wieder ihre Früchte, von denen die Öffentlichkeit kaum etwas erfährt. Immer wieder erhalten wir Rückmeldungen von Schitourengehern, dass nur durch die Vorbereitungskurse der Bergrettung eine schnelle Kameradenrettung nach einem Lawinenabgang zum raschen Auffinden eines Verschütteten geführt hat.


Lawinenabgang am Schneebigen Nock – Eine Überlebende berichtet Am Samstag, 12. März 2016 ist es im Ahrntal am Schneebigen Nock zu einem großen Lawinenabgang gekommen. Hierbei verloren 6 Menschen das Leben.

dermal. Am nächsten Morgen, als wir nochmals den aktuellen Lawinenlagebericht abriefen, war

Eine Frau namens Michaela Engl wurde teilverschüttet und überlebte die Lawine. In einem Gespräch schilderte sie Ihre persönlichen Eindrücke:

Übernachtet haben mein Begleiter Horst und ich auf der Kasseler Hütte. Am Abend schauten wir noch den Lawinenlagebericht an; es war die Gefahrenstufe 3 angegeben. Na gut, dachten wir, dann werden wir morgen den Magerstein besteigen! Den Schneebigen Nock machen wir ein an-

nur mehr eine 2 angegeben. Außerdem kamen schon einige Einheimische vom Tal zur Hütte und bestätigten, dass auch sie auf den Schneebigen Nock gehen wollten. Horst und ich starteten zur Kreuzung zwischen Magerstein und Schneebigen Nock. Wir machten ein kurzes Schneeprofil und es kam uns beiden gut vor. Auch sah man schon einige Personen Richtung Schneebigen Nock aufsteigen. So gingen wir der Schar nach. Beim Aufstieg haben wir eine Bekanntschaft mit 3 Tourengehern geschlossen: Christian, seine Freundin Margit und Thomas. Zusammen stiegen wir immer weiter auf.


Beim Skidepot waren die 3 Männer vorausgegangen, ich und Margit waren etwas dahinter. Als ich mir meine Handschuhe anziehen wollte, sah ich plötzlich, wie die Lawine bricht. Genau links und rechts vom Skidepot, sie war riesig! Es gab kein Entfliehen. Schnell schmiss ich die Stöcke zur Seite und zog den Lawinenairbag. Ich schaute zu Horst, er schrie mir etwas zu, er war auch in der Lawine. Warum zieht er seinen Airbag nicht? Nun war ich in der Lawine. Ich wollte die Kontrolle behalten, versuchte zu Rudern und immer an der Oberfläche zu bleiben. Die Geschwindigkeit in der Lawine war sehr hoch! Plötzlich kam ich fast zum Stehen und dachte Super! Der Airbag hat voll funktioniert! Doch im selben Moment ging es im freien Fall hinunter. Ich wusste, der Aufprall wird schmerzhaft werden. Ich kam mit den Lendenwirbeln auf, dachte, jetzt bin ich querschnittgelähmt! Es ging alles drunter und drüber, ich hatte keine Kontrolle mehr. Die Lawine kam langsam zum Stehen, der Schnee schob sich in den Mund, die Nase, überall hinein. Ich war einbetoniert, konnte mich nicht bewegen. In meinem Inneren wusste ich: Horst ist tot. Ich musste sparsam mit der Luft umgehen, dachte an meine Eltern, die mich immer gewarnt hatten, dass Skitouren gefährlich seien, an meinen 16-jährigen Sohn Nico, der jetzt ohne seine Mutter zurecht kommen musste. Zuerst hatte ich noch fürchterliche Schmerzen, doch irgendwann war es fein, ich konnte wieder atmen und schlief ein… Bis ich ein lästiges Stochern beim Knie spürte! Und jemand fasste mir auch ins Gesicht.


Ich öffnete die Augen und sah Christian, der dabei war mich auszugraben! Er musste mich bis zu den Füßen ausgraben, da ich meine Skier noch anhatte. Als ich befreit war, lief Christian schnell weiter und ein Bergretter kümmerte sich um mich. Der Airbag hatte meinen Kopf geschützt. Ich hatte zu kalt, mein ganzer Körper zitterte! Hatte ihn nicht mehr unter Kontrolle. Der Bergretter zog mir meine Jacke aus dem Rucksack und gab mir meinen Flachmann, wo ich einen Zirmschnaps drinnen hatte! Nach einigen kräftigen Schlucken ging es mir besser. Der Hubschrauber kam und flog mich ins Tal, wo ein Zelt aufgestellt war und wurde dort versorgt. Das Weiße Kreuz kam erst nach 45 Minuten und fuhr mich ins Krankenhaus. Noch bevor ich bei einem Arzt war kamen einige CarabinieriBeamte zu mir und durchlöcherten mich mit Fragen. Wer hat die Lawine ausgelöst? Wollten sie dauernd wissen. Doch es gibt keinen Schuldigen! Sie ging von alleine los. Nach der Untersuchung des Arztes stellte er fest, dass ich den Lendenwirbel gebrochen hatte und beide Knie waren kaputt: Seitenbänder, Kreuzbänder, Meniskus, beim rechten Knie war auch die Kniescheibe kaputt. Ich rief gleich meinen Freund Bruno aus Innsbruck an und am nächsten Tag wurde ich nach Innsbruck in die Klinik „Gelenkspunkt“ überführt. Noch in Bruneck sollte ich die Identifizierung von Horst machen. Doch das konnte ich nicht! Ich wollte ihn nicht sehen, wer weiß, wie erschlagen er worden ist. Meine Familie war arg am Bangen, bis ich mich das erste Mal meldete. Sie dachten, auch ich sei tot. In

den nächsten Tagen wurden meine Knie operiert, zuerst das rechte, 3 Wochen danach das linke. Anschließend machte ich 5 Wochen Reha in Vorarlberg. Ende Mai habe ich versucht, wieder arbeiten zu gehen. Es war sehr schwierig, konnte immer nur wenige Stunden im Büro sitzen. Ich musste mir auch Hilfe bei einer Psychologin holen, alleine kam ich nicht mehr klar. Nun jedoch kann ich wieder Rad fahren, den Berg hoch wandern und mit dem Lift abfahren. Auch Skitouren werde ich in Zukunft wieder machen.

Michaela Engl


Einsatz im Erdbebengebiet Amatrice Am 24. August 2016 wurden die Gemeinden von Accumoli, Amatrice, Norcia, Arquata del Tronto und umliegende Gebiete in den Regionen Latium und Umbrien von einem starken Erdbeben heimgesucht. Das betroffene Gebiet erstreckte sich über mehrere Quadratkilometer. Der italienische Zivilschutz setzte unmittelbar nach dem Beben eine großräumige Rettungs– und Bergungsaktion mit über 4.300 Einsatzkräften in Gang. So wurde auch der Bergrettungsdienst im AVS von der Agentur für Bevölkerungsschutz kontaktiert, um eine Mannschaft an Hundeführern und Bergrettern in das Krisengebiet zu entsenden. Innerhalb wenigen Stunden konnte gemeinsam mit den Kollegen des CNSAS und der Rettungshundestaffel UCS Dolomiten eine Mannschaft bestehend aus 24 Personen und 13 Suchhunden organisiert werden. Der genaue Einsatzort war nicht klar definiert, als sich der Hilfstrupp am selben Abend auf den Weg zum Krisengebiet machte. Schlussendlich kam von der Einsatzleitung der Befehl, die Ortschaft Amatrice anzufahren. Da viele Hauptverbindungsstrassen nicht mehr passierbar waren, konnte das Gebiet nur über Umwege erreicht werden. Vor Ort präsentierte sich den Helfern ein Bild der Verwüstung. Große Teile der Stadt wurden komplett zerstört.

Nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten mit der örtlichen Einsatzleitung, erhielten die Suchhundeführer den Auftrag, abschnittsweise in der Stadt nach Verschütteten zu suchen. Weitere Aufgabe war es, die umliegenden sowie entlegenen Dörfer und Weiler zu erkunden und die Bewohner auf die Folgen der Nachbeben hinzuweisen, um eine Rückkehr in die einsturzgefährdeten Häuser zu vermeiden. Nach insgesamt 3 Tagen konnten die Helfer ihre Heimreise antreten und eine wertvolle Erfahrung mit nach Hause nehmen. Was zudem bleibt, ist eine nachhaltige Erinnerung.


Pistenrettung Von den 35 Bergrettungsstellen führen annähernd 30 Dienst in Skigebieten sowie auf Loipen durch. Mit den derzeit landesweit 4 Motorschlitten und 7 ATV (All Terrain Vehicle), auch Quads genannt, kann der Unfallort in kurzer Zeit erreicht werden. Die klassische Prellung oder Fraktur, der Zusammenstoß zweier Skifahrer, der Unfall mit einem Pistenfahrzeug, die von einen Variantenfahrer ausgelöste Lawine, ein Herzinfarkt im Gasthaus, der vermisste Gast… In keinem Umfeld ist die Vielfalt der Einsätze größer als in einem Skigebiet. Die Wetterlagen und das sich ständig verändernde Terrain stellen zudem hohe Ansprüche an die Bergretter, die dank der umfangreichen Ausbildung im notfallmedizinischen und alpintechnischen Bereich bestens für Pistenrettungseinsätze gerüstet sind. In enger Zusammenarbeit mit diversen anderen Institutionen wird täglich eine Unzahl an Patienten auf Südtirols Skipisten und Langlaufloipen versorgt.

Von 35 Bergrettungsstellen führen annähernd 30 davon Dienst in Schigebieten sowie auf Loipen durch!


Helfer vor Ort In abgelegenen Gebieten vergeht bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bzw. des Notarztes viel Zeit. Bei schlechten Witterungsverhältnissen (z.B. Eis- und Schneeglätte) wird die Zeitspanne zusätzlich ausgedehnt. Andererseits ist die erfolgreiche Erstversorgung von Notfallpatienten u.a. von kurzen Anfahrtszeiten abhängig. Bereits seit dem Jahr 2005 sind unsere Bergrettungsmitglieder in Tiers, Antholz, Rabenstein im Passeier sowie Pfelders als Helfer vor Ort tätig. Diese besondere Art der Nachbarschaftshilfe wurde allein im Jahr 2016 insgesamt 124 mal in Anspruch genommen. Seit dem Start des Dienstes waren es 1.178 Notfälle, welche die Helfer vor Ort betreut haben.


Die Suche nach Vermissten Das Jahr 2016 war von außergewöhnlich vielen Suchaktionen geprägt. Diese Art von Einsätze verlangt einen großen logistischen Kraftaufwand, Ortskenntnis und organisatorisches Geschick von Seiten der Einsatzleitung. Hinzu kommt die Kommunikation und Abstimmung mit den anderen Zivilschutzorganisationen wie Feuerwehr, Behörden und Notfallseelsorge. All diese Aufgaben werden vom Druck der Angehörigen und der Presse begleitet, der auf die gesamte Mannschaft lastet. Nun gibt es verschiedene Mittel, die der Bergrettung zur Verfügung stehen, um so gut und so schnell es geht zum Ergebnis zu gelangen. Zum einen verfügt der Bergrettungsdienst über vereinsinterne Ressourcen wie die Hundeführer mit ihren Fährten- und Stöberhunde, technische Hilfsmittel wie die eigens für die Suchaktionen konzipierte Software Einsatz-Office, ein wertvolles Hilfsmittel für die Aufzeichnung und Planung des Einsatzes, aber besonders über die Erfahrung und das Wissen der Bergrettungsmitglieder. Zum anderen kann auf externe Ressourcen zugegriffen werden, deren Einsatz leider von den Rahmenbedingungen und der Entscheidung externer Akteure abhängen. Die Rede ist hier:  von der Ortung von Mobiltelefonen. Diese


kann über die örtlichen Behörden beim Dienstanbieter des gesuchten Mobiltelefons angefordert werden. Erhält man die vollständigen Daten, kann das Suchgebiet eingegrenzt werden  vom Einsatz von Helikoptern der Landesflugrettung.  vom Einsatz von konventionellen Helikoptern. Diese konnten im Jahr 2016 mehrmals mit Erfolg eingesetzt werden. Mit ihren großen Fensterflächen und ihre Wendigkeit, gepaart mit der Möglichkeit diese vor Ort zu betanken, haben sie sich als ideales Suchgerät bewährt.  vom Einsatz eines IMSI-Catchers. Dieses Gerät wird von Polizeikräfte bei Strafverfolgungen eingesetzt. Hiermit können Mobiltelefone bis auf wenige Meter geortet werden. Über das Amt für Zivilschutz sind im Jahr 2016 viermal Helikopter aus der Schweiz angefordert worden, um die Suche mit dem IMSI-Catcher durchzuführen. Bei drei dieser Suchaktionen konnten die Personen gefunden werden, bei einer sogar lebend nach 37 Stunden. Aufgrund der erfolgreich eingesetzten Mittel, haben bereits Gespräche mit den zuständigen Anlaufstellen stattgefunden, damit in Zukunft deren Einsatz schneller und unkomplizierter erfolgen kann.


Die Einsatzwesten Im letzten Jahr wurden neue Einsatzwesten entwickelt, welche genau auf die Bedürfnisse der Bergretter angepasst wurden. Jeder Bergretter hat bei einem Einsatz viele Dinge, die er dabei haben muss: angefangen bei der persönlichen Schutzausrüstung wie Handschuhe, Kevlar-Schlingen aber auch das Funkgerät, das Mobiltelefon und vieles mehr. Eine Menge Dinge müssen in der Weste ihren Platz am richtigen Ort finden. Ausgehend von diesen Gegenständen wurde die Weste geschneidert. Die Firma Montura, die eine langjährige Erfahrung in der Herstellung von Einsatzwesten vorweist, ging auf die Bedürfnisse und Wünsche des Bergrettungsdienst ein, wodurch die technischen Details genau auf den Einsatz abgestimmt wurden und somit ein praktisches „Arbeitsgerät“ realisiert werden konnte. So wurden beispielweise eine Einsatzschere in einer Verstautasche mit Jojo-Zip fix ange-

bracht und innenseitige Schlaufen eingenäht, damit der Brustgurt integriert werden kann. Es wurden 2 Funkgeräteholster angebracht, eine Schlaufe zur Befestigung des Handmikrophones, eine Rückentasche und 2 Seitentaschen für notfallmedizinisches Material. Die Seitennetze sind elastisch und jeder Bergretter kann sein Namensschild auf einem Klettband anbringen. Die Verwirklichung der Weste in den Bergrettungsfarben rot und blau und das Bergrettungslogo auf Brusthöhe waren unabdingbar.


Neuer Webauftritt In der digitalen Welt scheint der Uhrzeiger schneller zu drehen als im Alltag. Was heute auf modernstem Stand ist, wird schon bald nicht mehr aktuell sein. War die Webseite des Bergrettungsdienst im AVS noch vor einigen Jahren Anlaufstelle für Interessierte und Bergretter, die im Intranetbereich auf Dokumente und Lernunterlagen zugreifen konnten, so wird sie heute primär für Repräsentationszwecke und Informationsplattform betrieben. Grund dafür war mitunter die Evolution der internen Informations– und Lernplattform Wissensbox. Mit dieser Anwendung stehen jedem Mitglied alle relevanten Ausbildungsinhalte in der jeweils aktuellen Fassung zur Verfügung. Die bisherigen Druckererzeugnisse gehören somit der Vergangenheit an. Bei der Gestaltung der neuen Internetseite wurde besonderes Augenmerk auf die Einfachheit und Übersichtlichkeit gelegt, damit die Besucher, auch durch die vielen Bilder,

gleich den richtigen Eindruck über die Tätigkeit des Bergrettungsdiensts gewinnen können. Um Gönnern, Förderern und Patienten die Möglichkeit zu geben, unkompliziert und schnell zu spenden, wurde auf der Internetseite ein Spendenformular eingebaut, damit auch über Kreditkarte oder PayPal finanzielle Unterstützung an die gewünschte Bergrettungsstelle geleistet werden kann.


PEER-Gruppe - Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen Bekanntlich entsteht in jedem menschlichen Körper beim Erleben einer ungewohnten Situation Stress. Auch bei Bergrettern kennt man den sogenannten Einsatz-Stress, der nach Eingang der Alarmierung völlig normal ist. Dabei wird unter anderem das Stresshormon Adrenalin, welches im Nebennierenmark gebildet wird, in den Blutkreislauf eingeschüttet. Die Durchblutung wird angeregt und es wird kurzfristig Energie erzeugt. Dieser physiologische Vorgang dient einerseits dem menschlichen Körper zum Selbstschutz und andererseits den Einsatzkräften als Voraussetzung, damit sie gut und konzentriert „funktionieren“ können. In dieser Phase nimmt der Bergretter be-

wusst und/oder unbewusst diverse Eindrücke im Einsatz auf, die sich nach dessen Abschluss und nach dem Abbau des Adrenalins im Körper auf die verschiedensten Arten bemerkbar machen können. Dabei ist festzuhalten, dass jede Einsatzkraft darauf unterschiedliche Reaktionen zeigen kann, weil ja nicht jeder gleich ist. Die Erkenntnis und das Wissen darüber, dass dieser Stress abgebaut und verarbeitet werden muss und kann, waren auch der Grund dafür, in der Bergrettung eine eigene PEER-Gruppe ins Leben zu rufen. Ziel der Gruppe ist es, durch Information und Sensibilisierung die Einsatzkräfte in den eigenen Reihen darauf vorzubereiten, was in einer belastenden Situati-

on möglicherweise auf sie zukommen könnte. Dadurch sind Einsatzkräfte auf für sie bis dahin unbekannte Reaktionen vorbereitet und können so für sich selbst schon viel tun, ohne auf fremde Hilfe zurückgreifen zu müssen. Ist dies jedoch notwendig, so stehen die Mitglieder der PEER-Gruppe für verschiedene Maßnahmen (Einzel- oder Gruppengespräche) zur Verfügung. Die Vergangenheit der letzten Jahre hat gezeigt und bestätigt, dass dieser freiwillige und anonyme Dienst von den eigenen Einsatzkräften angenommen wird und dass das Tabuthema unter den Mitgliedern der Bergrettung im AVS Südtirol mehr denn je offen angesprochen wird.


Die Canyoning-Gruppe Eine Trendsportart kommt in die Jahre, aber für die Rettungskräfte heißt es, nichts desto trotz auf dem neusten Stand der Rettungstechnik zu bleiben. Das Jahr 2016 brachte der Canyoninggruppe einige Herausforderungen. Die Mitglieder, welche den Grundkurs Canyoning im ZSA Bad Tölz bei der Bergwacht Bayern absolvierten, konnten das Erlernte in der Folge bei verschiedenen Ausbildungen im Laufe des Jahres an die Teilnehmer der Kurse weitergeben. Wärend des Hubschrauber-Grundkurs der Anwärter im Mai übten die Ausbilder der Canyoninggruppe die Rettung aus dem Canyon. Mit einer kleinen technischen Umstellung wird dieser auch 2017 wieder für die Gruppe durchgeführt. Das regelmäßige Training durch die Begehungen von Bächen in den verschiedenen Bezirken sowie diverse Landeskurse tragen dazu bei, dass die Gruppe der 60 Canyoning-Retter gut ausgebildet und auf dem neuesten Stand der Technik ist.

Die landesweit verteilten Gruppenmitglieder konnten ihre Fähigkeiten auch im vergangenen Jahr wieder bei verschiedenen Sucheinsätzen unter Beweis stellen. In Pfunders wurden im Zuge einer großen Suchaktion noch nie betretene Bachläufe und Schluchten von drei Gruppen abgegangen und diese mit Sicherungshaken versehen. Die 10 Rettungskräfte der Canyoninggruppe mussten sich zusätzlich zu ihrer persönlichen Ausrüstung - wie Seile, Karabiner, Bandschlingen und Erste-Hilfe-Material - auch mit Bohrmaschine, Bohrhaken und jeweils 100-Meter-Zusatzseilen bestücken. Nach einer rund vierstündigen Suchaktion in den kalten und unberührten Schluchten, konnten wir den Einsatz alle gesund und unbeschadet abbrechen. Es wird auch weiterhin unser Ziel sein, die Mitglieder der Canyoninggruppe der Bergrettung auf dem neuesten Stand der Rettungstechnik zu halten, fortzubilden und zu schulen.


Fotowettbewerb 2016 „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Dem kann man nur zustimmen wenn man sich die Siegerbilder vom ersten Fotowettbewerb des Bergrettungsdienst im AVS anschaut. Von den insgesamt 90 eingereichten Bilder der Bergrettungsmitglieder zum Thema Bergrettung, wurden die 6 schönsten Bilder prämiert. Ein Dank geht an die Firmen Mountain Spirit, AustriAlpin und Skylotec, die für die Sieger tolle Sachpreise zur Verfügung gestellt haben. 3. Preis - Michael Kaiser (BRD Sand in Taufers)


1. Preis - Martin Obkircher (BRD Tiers)

5. Preis - Robert Santomaso (BRD St. Leonhard)

6. Preis - Robert Tasser (BRD Ahrntal)

4. Preis - Arik Oberrauch (BRD Grรถden)

2. Preis - Manuel Stuflesser (BRD Seis am Schlern)


Dank ... … kann man immer gebrauchen! Doch ist der Dank der heutigen Tage ein sehr seltenes Phänomen geworden. Viele Dinge werden zur Selbstverständlichkeit, und wenn mal etwas gut läuft, dann halt nur deswegen, weil man es ja so voraussetzt. Über den Dank freut sich dennoch jeder Bürger, auch wenn seine Leistung noch so klein ist. Es bestätigt die Arbeit und spornt an weiter zu machen! Gerade deswegen wollen wir hier danken!

Der Bergrettungsdienst bedankt sich jedenfalls!. Der Dank sei zu aller erst an die mehr als 900 aktiven Retter und Retterinnen gerichtet. Sie arbeiten im Stillen mit Idealismus und Fleiß. Sie sind es, welche sich diese Aufgabe zu Herzen genommen haben. Ein aufrichtiger Dank sei auch an jene gerichtet, welche unsere Bergretter stützen, die Familien unserer Bergrettungsmitglieder. Das gesamte System des Rettungsdienstes am Berg setzt auch das Verständnis vieler Arbeitgeber voraus; ohne deren Einwilligung wäre so mancher Einsatz nicht durchführbar.

Bergrettung kostet auch Geld! Verschiedene Gerätschaften, Ausbildung und Versicherung, aber auch laufende Spesen wie Treibstoff und dergleichen müssen beglichen werden. Hier helfen uns unsere Gönner, sowie die öffentliche Hand weiter. Das Land Südtirol sowie die 116 Gemeinden Südtirols stehen den Bergrettungsstellen in finanzieller Hinsicht stets zur Seite. Mit den lokalen Kreditinstituten haben wir seit zahlreichen Jahren verlässliche Partner gefunden, welche uns immer wieder bei der Realisierung von schwer finanzierbaren Projekten und Vorhaben helfen.


Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol Landesverband

Soccorso Alpino dell‘Alpenverein Südtirol Unione Provinciale

I-39018 Vilpian (BZ) Brauereistraße 18 Tel. +39 0471 675 000 Fax +39 0471 675 008 info@bergrettung.it www.bergrettung.it

I-39018 Vilpiano (BZ) Via Birreria, 18 Tel. +39 0471 675 000 Fax +39 0471 675 008 info@bergrettung.it www.bergrettung.it

Der Jahresbericht 2016  

Ein bewegtes Jahr

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