Journal Architekten und Planer Oktober 2019

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J O U R N A L ARCHITEKTEN UND PLANER

O k to b er 2019 w w w. h e inze.de

NEU INSZENIERT DAS HOTEL PFÖSL


Indoor – Outdoor: Ceppo di Gré Grande, The Large Size

Human Design Seit mehr als achtzig Jahren gestalten wir keramische Produkte, deren Technologien und Innovationen für Menschen gedacht sind. Denn es ist die innige Beziehung zwischen Mensch und Objekt, die wahres Design ausmacht. marazzi.it


editorial]

Ulrich Schmidt-Kuhl, Leiter Redaktion/Inhalte

„Neu inszeniert“ – so lautet die Überschrift unseres Beitrags der Autorin Eva Mittner. Sie berichtet über die umfangreichen und fundierten Planungs- und Umbauarbeiten am Hotel Pfösl in dem nahe Bozen gelegenen Ort Deutschnofen. Das VierSterne-Hotel erhielt neben einer völlig neuen Optik in der Zwischenzeit auch so manche Auszeichnung, die das Werk der Architekten bergmeisterwolf aus Brixen würdigt. Das Ergebnis spiegelt auch das Leitbild der Büroinhaber Architektin Prof. Michaela Wolf und Architekt Gerd Bergmeister wider, von dem sie sagen, „Es ist ein Arbeiten mit der Landschaft, ein Integrieren, sei es in der Materialität, sei es in Proportion. Es ist ein Weitermodellieren von ‚Körnungen‘ und es geht um das Erfassen und Begreifen von Bildern, deren Wirkung und Färbungen“. Diesen mit aussagekräftigen Abbildungen ausstaffierten Bericht finden Sie ab Seite 14 und ein Foto der neu errichteten Chalets ziert den Titel unseres Hefts. Besonders möchte ich Sie auf den „Büroneubau aus Lehm“ in der Rubrik architektur] hinweisen. In gewisser Weise wurde auch hier neu inszeniert: Die Außenfassaden der neuen Alnatura-Firmenzentrale in Darmstadt wurden in Lehmbauweise errichtet. Sie bestehen aus 12 Meter hohen und 4,5 Meter breiten selbsttragenden Wandscheiben aus Stampflehm. Das Ingenieurbüro Knippers Helbig hat neben der statisch-konstruktiven Entwicklung auch die erforderlichen Prozesse für die Zustimmung im Einzelfall begleitet. Lesen Sie den Bericht ab Seite 45. Neu inszeniert haben wir für Sie die übrige Zusammenstellung dieser Ausgabe. Sie reicht wieder von den vielschichtigen kleinen Meldungen der Rubrik news] bis hin zu ausgewählten Berichten der Rubrik trends]. Sie können sich Ihre eigenen Szenen zusammenstellen, wählen Sie aus. Viel Freude beim Lesen dieser Ausgabe!

Ihr

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inhalt]

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Hotel Pfösl in Italien Den Charakter behalten – trotz umfassender Sanierung und Umbau mit technischen und energetischen Verbesserungen plus optisch völlig neuer Fassade. Damit wurde in der Kulisse der Südtiroler Dolomiten – nur 25 Kilometer von Bozen entfernt – das ungewöhnliche Gebäudeensemble des Hotels Pfösl in Deutschnofen zum Hingucker. Mitte 2017 konnten die Betreiber das Vier-Sterne-Hotel nach der prägenden Veränderung wiedereröffnen.

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news]

news 6

architektur] 20 26 28 32 38 44 50 52 58 62 68 72

Feuerwehrhaus in Kaarst Restaurant in Budapest Liberty Mutual Campus in Texas Kunst- und Kulturzentrum „The Shed“ in New York Verwaltungsgebäude in Öpfingen Alnatura Campus Gebäudeaufstockung in London Nationales Trainingszentrum für rhythmische Sportgymnastik in Minsk Restaurant in Hamburg Nationalmuseum in Katar Baumwipfelpfad in Bad Iburg Stadthäuser in Berlin

Kunst- und Kulturzentrum „The Shed“ in New York 32

architekturobjekte] 76

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Wirtschaftsbauten

Alnatura Campus 44


Kulturzentrum in Kirchheim 78

inside]

78 84 90 96 102 108 114 120 124

Kulturzentrum in Kirchheim Stadtbibliothek in Innsbruck Bürogebäude in Österreich FHNW Campus Muttenz in der Schweiz Apoxiomen-Museum in Kroatien Betriebsrestaurant in Landshut Miba-Forum in Österreich Dubai Opera Leit- und Orientierungssystem in Hagen

test]

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Marazzi

werksbesuch]

133 Semco in Bad Zwischenahn Miba-Forum in Österreich 114

Liege aus Beton 138

trends]

138 140 141 142

Liege aus Beton Rollwagen R 106N Duschrückwand HELENE Bürostuhl AT ESP

aktuell]

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Heinze Summit in Belgrad TOUR D’EHRET HEINZE ARCHITEKTOUR Neues Baunetz Wissen Fachportal Heinze ArchitektenAWARD 2019 HeinzeArchitekturfoto

anhang]

160 162

Inserentenverzeichnis Vorschau, Impressum

Heinze Summit in Belgrad 144

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news]

Windpower@home B-60 Funktion.Design.Energie

Innovationsimpuls Textilbetonfassade

Der Anerdgy Windpower@home B-60 ist das erste Mikrowindsystem, das direkt mit einer Solaranlage kombiniert werden kann, um Plusenergiegebäude zu erreichen. Der Anerdgy B-60 zeichnet sich nicht nur durch seine markante Optik aus, sondern auch durch seine hohe Effizienz und das dreifache Sicherheitssystem – Drehzahlreduzierung, Rotorblattverstellung, Sicherheitsbremse. Wie bei jedem anderen Bauvorhaben müssen die Anforderungen an die Baugenehmigung und die Bauvorschriften mit dem örtlichen Planungsamt abgestimmt werden. Um eine sichere und effektive Verbindung zwischen dem Dach und dem Anerdgy B-60 zu gewährleisten, stehen verschiedene Grundrahmen zur Verfügung. Fast alle Dachtypen können mit den 3 Grundrahmen abgedeckt werden. Selbstverständlich werden auch individuelle und maßgeschneiderte Lösungen angeboten. Neben der Montage des B-60 und der Verteilung der Lasten dient der Grundrahmen auch als Kabelführung für die elektrischen Verbindungen ins Gebäude. Der Fokus des B-60 liegt dabei vor allem auf Design, Effizienz, Langlebigkeit und optimalen Integrationsoptionen in Verbindung mit Sicherheit und geprüfter Qualität durch „Made in Germany“ und „Designed in Switzerland“.

Demonstratorfassade, 4,83 Meter mal 2,42 Meter mal 0,03 Meter Fotos] Stanecker GmbH

Mit diesem Baustoff der Zukunft lassen sich spektakuläre Fassaden einfacher und effizienter gestalten: In Zusammenarbeit mit dem Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University und der Stanecker Betonfertigteilwerk GmbH hat Penn Textile Solutions aus Paderborn die weltweit erste doppelgekrümmte Textilbetonfassade realisiert. Für Architekten und Ingenieure bedeutet das eine deutlich höhere Gestaltungsfreiheit in der Entwicklung von Betonfassaden und für Bauherren eine wirtschaftlichere Umsetzung.

www.anerdgy.com/de/solutions/b60

Freie Formen wie die der Schalenbaumeister Ulrich Müther oder Herbert Müller sowie wellenförmige oder kreisrunde Strukturen lassen sich zukünftig in Beton umsetzen, der Formenvielfalt sind kaum Grenzen gesetzt. Die neu entwickelte Textilbetonfassade ist auch deshalb substanziell, weil Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit im Bauwesen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Textilbeton ermöglicht eine nachhaltige Bauweise.

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Fotos] Anerdgy

www.penn-ts.com


Individuell gefertigt Photovoltaikmodule

Gemeinsam mit den Firmen Lambertsson und Glacell hat ertex solar ein weiteres beeindruckendes Projekt in Göteborg (Schweden) fertiggestellt. Foto] ertex solartechnik GmbH

Die ertex solartechnik GmbH bietet individuell gefertigte Photo­ voltaikmodule aus Verbundsicherheitsglas an, welche als integraler Bestandteil der Gebäudearchitektur oder als konstruktives Bauelement verwendet werden können. Durch Module in unter­ schiedlichen Formen, Transparenzgraden und Größen bis zu 2,4 mal 5,1 Meter sieht sich ertex solar als Partner aller Architekten und Bauherren, die Photovoltaik in ihre Objekte integrieren möchten. Als eines von wenigen Unternehmen weltweit hat ertex solar Zertifizierungen im Elektro- und im Baubereich, was zwei wesentliche Bausteine darstellt, um langfristig stabil arbeitende Anlagen realisieren zu können. ertex solar unterstützt mit den Modulen das Streben nach nearly-zero-energy-buildings und trägt so einen erheblichen Anteil daran, erneuerbare Energie in die Gebäudearchitektur zu integrieren.

Mobiles Indoor-Ersatzbad SaniComplete

Foto] saniComplete GmbH

Badsanierung oder Wasserschaden leicht gemacht – die flexible, schnelle Sanitärlösung: Das vollwertige Bad auf nur 2 Quadratmetern bietet Komfort in der Privatsphäre. Komplett mit ­Dusche, WC und Waschtisch oder modular wählbar. Die leistungsstarke Hebeanlage ermöglicht die freie Standortwahl im Objekt. Anlieferung und Aufbau sind schnell und einfach erledigt. Das Ersatzbad – einfach mieten oder kaufen. www.sanicomplete.de

Klimaneutrale Ziegel Vom TÜV Nord zertifiziert

Die Algeco GmbH hat in einem Asset Deal die Sparte für modulare Infrastruktur Data-Net One vom Hybrid IT Integrator und Service Provider CANCOM GmbH übernommen. Das Produkt für modulare Netzwerk- und Telekommunikationslösungen für Modulgebäude ist seit Jahren wichtiger Bestandteil des Produktund Serviceportfolios von Algeco und ist von CANCOM in ­enger Zusammenarbeit mit dem Modulbauunternehmen entwickelt worden.

Die ersten klimaneutralen Ziegel heißen Poroton-T7, PorotonS8 und Poroton-S9 und wurden vom TÜV Nord zertifiziert. Mit seiner „Klimaschutzstrategie 2020“ setzt Schlagmann Poroton Foto] Schlagmann Poroton ein Ausrufezeichen für praktizierten Umwelt- und Klimaschutz. Grundvoraussetzung für eine klimaneutrale Ziegelproduktion ist die Einsparung sowie Vermeidung von Emissionen. Die vor kurzem vom TÜV Nord überreichten Zertifikate weisen die perlitgefüllten Hintermauerziegel Poroton-T7, Poroton-S8 und Poroton-S9 (Lieferdatum 2019) als „Klimaneutrale Ziegel“ aus. Sie sind damit die ersten klima­neutralen Ziegel deutschlandweit.

www.algeco.de

www.schlagmann.de/de/

www.ertex-solar.at

IT- und Kommunikationslösung Modulare Infrastruktur

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SAVE TH 13./ 14.11.2019 ARENA BERLIN

Mehr Informationen unter heinze.de/kongress


HE DATE

EINE VERANSTALTUNGSREIHE VON


Flächenbündige Gestaltung Türsysteme Simi-lar One

Flächenbündiges Türsystem Simi-lar, Ausführung in Eiche

Die Barthel GmbH fertigt flächenbündige Türen für Massivbau und Trockenbau, komplett nach Angaben des Kunden. Dabei sind verschiedenste Oberflächen möglich. Die Türen besitzen hervorragende Schallschutzwerte (Fertigung nach TSH-Lizenz, Schallschutzklassen SK1 bis SK3) und einen geprüften Einbruch(RC2) und Klimaschutz. Auch Sonderlösungen wie doppelflüglige Türen sind möglich sowie verdeckt liegende Türschließer und Dreifachverriegelung. Die sehr stabile Ausführung der Aluminiumzarge erlaubt große und exklusive Türblätter bis zu einer Höhe von 3,50 Metern. Das Türblatt hat eine Dicke von 54 Millimetern und eine im Türblattfalz liegende Dichtung. Die Zarge wird wandbegleitend montiert: Dafür sind jeweils drei Befestigungsbohrungen an den Seiten vorgesehen. Optional ist eine Verschraubung hinter den Bändern und dem Schließblech möglich. Fertige Gipskartonformteile erleichtern den laibungsseitigen Anschluss an die Wand. Das Zargenprofil ist weiß grundiert und benötigt keinen zusätzlichen bauseitigen Anstrich. www.simil-lar.de

Einfach, flexibel und lichtstark Steckbare LED-Unterbauleuchte Moderne Küchen erfahren heutzutage zunehmend über innovative Lichtlösungen architektonisch und gesellschaftlich eine völlig andere Wertigkeit. Besondere Bedeutung bekommt dabei die Integration der idealen Flächen- und Arbeitsplatzbeleuchtung. Die moderne und starre 12-V-LED-Leiste VARDAflex Tara schafft hier stilistisch und effizient beeindruckende Beleuchtungsergebnisse. Tara ist ein einfaches und gleichzeitig flexibles Stecksystem, beliebig erweiterbar durch eine Vielzahl unterschiedlicher Verbinder, und erzeugt bei 730 lm/m mit der 5-Watt-Variante in 3.000 K ein durchgängiges, helles Licht. Dunkle Ecken oder schlecht ausgeleuchtete Bereiche gehören damit der Vergangenheit an. Hinzu kommt eine leichte Montage, wahlweise über schraubbare Clips oder integrierte leistungsstarke Quadermagnete. Der Katalog „rutec Lichtinnovationen 2019“ kann unter www.rutec.de kostenlos angefordert werden. www.rutec.de

Die Leuchte VARDAflex Tara ist dimmbar – auch mittels Touchfunktion – und lässt sich optional per Infrarot-Bewegungssender aktivieren. Foto] rutec

Die Konstruktion macht den ­Unterschied Außergewöhnlich in der Konstruktion, Funktionalität und Einsatzvielfalt: Flotex von Forbo Flooring ist ein extrem leistungsstarker Bodenbelag, der die Vorzüge textiler und elastischer ­Böden vereint. Die Türsysteme Simi-lar One werden perfekt ergänzt durch die Sockelleiste Simi-lar Zero. Fotos] Barthel GmbH

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www.forbo.flooring.de


Großprojekt in Panama Multimedia-Lichtbandsystem

Effektglasuren an Fassaden Architektur mit gewissem Extra

Das speziell entwickelte Multimedia-Lichtbandsystem definiert die Möglichkeiten für LED-Bahnsteigbeleuchtungen neu. Foto] LMT

In nur 18 Monaten entwickelte, produzierte und installierte die LMT Leuchten + Metall Technik GmbH eine neue multimediale Lichtlösung in drei Varianten auf Basis der LED-Bahnsteigleuchte VARYO II. Die 16 Stationen der Metro Linea 2 in Panama City strahlen nun im Licht des Projektspezialisten aus Hilpoltstein. Dem neu entwickelten System liegt eine großvolumige Medienkanallösung mit Edelstahlhülle zugrunde, die bis zu 14 Leitungstrassen enthält. Die integrierten Leuchten, eine Weiterentwicklung der LMT-eigenen LED-Bahnsteigleuchte VARYO II, wurden speziell den Bahnsteig-Geometrien angepasst. Durch die besondere Architektur der U-Bahn-Stationen musste die Lösung nicht nur als Beleuchtungsband dienen, sondern insbesondere als Medienkanal für Funktionen wie Lautsprecher- und Kamerasysteme, Brandmelde- sowie Feuerlöschanlagen, Richtungs- und Zugzielanzeiger, Informationstafeln, Notsysteme, WLAN- und Funk-Antennen. www.lmtgmbh.de

Mitfahrerbank Das Mobilitätskonzept ohne Auto Bei der neuen Erlau Mitfahrerbank handelt es sich um ein Duo, bestehend aus einer modular zusammenstellbaren Sitzbank und einem Schild mit verschiebbarer Zielortanzeige. Die Erlau Mitfah­ rerbank gibt es auch als Werbebank, mit gestaltbarer Rückenlehne.

Foto] © NBK Keramik

Die schier unermessliche Vielfalt an Ausdrucksformen der neuzeitlichen Fassadenkeramik hat kreativen Architekturkonzepten oft hohe Anerkennung von Fachwelt und Öffentlichkeit gebracht. NBK Keramik ist hier bei vielen Objekten rund um den Globus mit herausragenden Fassadenelementen vertreten, mit hinterlüfteten Fassaden, die durch Farbe, Form und Oberfläche die kreativen Entwürfe von Architekten aufnehmen und spiegeln. Die Effektglasuren bestechen jedoch nicht nur durch ihre Farbe, weitere Elemente werden benutzt, um der Glasur ein gewisses Extra zu geben. Impfung mit Einschusspigmenten, Herbeiführen von Einfärbungen durch kolloidale Metalle wie Kupfer und Gold, die „Schaffung von Strukturen“ in einem Farbbett: Der Beispiele gibt es viele, ohne Begrenzung. Immer wieder durchbrechen ideen­ reiche Köpfe den vermeintlichen Mainstream gängiger keramischer Ausdrucksformen und fordern das Besondere, das Spezielle, ja das für den Moment Einzigartige. Auf dem wachsenden Feld der Kunst- oder Effektglasuren werden sogar vermeintliche Fehler auf die Ebene von Effekten gehoben, weil das die Individualität der Fassade weiter steigert. Es sei denn, der kreative Gestalter und Planer hat noch eine Idee, die als exklusives Detail für perfekte Fassaden an beispielhafter Architektur wirkt. www.nbk.de

cre:ate-Box 2020 Jetzt die neue Box und hochwertige cre:ate-Karten kostenlos anfordern unter kundenservice@heinze.de

www.erlau.com

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PAVATEX Systemfinder Schneller zum Dämmsystem

Für den Eingangsbereich Mehr (Tritt-)Sicherheit

Foto] SOPREMA

www.soprema.de

CAD-Champion heinze.de/expertenprofile „Hier bin ich richtig.“

Der neue Eingangsrost aus dem Hause K60 (MT 8 x 33 mm/MW 6 x 31 mm) Foto] K60-Gitterrostsysteme

Wenn im Eingangsbereich Gitterroste zum Einsatz kommen, speziell im öffentlichen Bereich, kommt es beim Begehen mit Stöckelschuhen häufig zu Verletzungen. Dieser Problematik begegnet der Hersteller K60 mit dem neuen K60-Eingangsrost. Durch die engere Maschenweite gehören Umknicken und Fallen der Vergangenheit an! Zudem bietet diese Produktneuheit völlig neue gestalterische Möglichkeiten, da der Abstand der Füllstäbe frei wählbar ist. www.k60-gitterroste.de

Schutz vor Radongas-Belastung Reaktivabdichtung weber.tec Superflex D 24 ist eine schnell- und reaktivabbindende, hochflexible, bitumenfreie Bauwerksabdichtung. Sie verfügt über allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnisse und erfüllt die hohen Prüfanforderungen für Bitumendickbeschichtungen (PMBC) gemäß DIN EN 15814. Zudem wurde das Produkt hinsichtlich Radongasdichtigkeit geprüft und bei 4 Millimeter Trockenschichtdicke als radongasdicht zertifiziert. Die vollflächige wannenförmige Abdichtung der erdberührten Bauteile bietet somit besten Schutz vor Radongasbelastung. Foto] Saint-Gobain Weber

Ihre ökologischen Eigenschaften sowie ein breites Leistungsspektrum machen PAVATEX Dämm- und Dichtprodukte zu idealen Materialien für die zukunftsfähige Gebäudehülle. Die ökologischen Dämmstoffe werden aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz gewonnen und ressourcenschonend hergestellt. Sie tragen gleich zweifach zur CO2-Reduktion bei: Zum einen ist Holz ein natürlicher CO2-Speicher, zum anderen wird durch die Gebäudedämmung CO2 eingespart. PAVATEX Systemaufbauten sind diffusionsoffen und dennoch luftdicht. Sie schützen wirksam vor Kälte, Hitze, Lärm sowie Brandgefahren und gewährleisten ein besonders ausgeglichenes, gesundes Innenraumklima. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit erlauben PAVATEX Dämmplatten zahlreiche unterschiedliche Konstruktionen. Damit Anwender jetzt noch schneller den passenden Aufbau für ihr individuelles Holzbauprojekt ermitteln können, hat PAVATEX by SOPREMA jetzt einen Online-Systemfinder für die Dämmung von Dach und Wand entwickelt. Unter www.soprema.de/ pavatex-systemfinder können Nutzer mit nur wenigen Klicks die wichtigsten Kriterien für ihr Bauvorhaben angeben. Im Ergebnis erhalten sie eine detaillierte Systemempfehlung mit 3D-Konstruktionszeichnung sowie zahlreichen informativen Unterlagen zum Download: technische Datenblätter, Zulassungen, Broschüren und wichtige bauphysikalische Kennwerte wie U-Wert-Berechnungen.

www.de.weber 12


bdia Handbuch Innenarchitektur 2019/20 Herausgegeben vom bdia – bund deutscher innenarchitekten e.V. 2019, 224 Seiten Ausstattung: broschiert Callwey Verlag ISBN 978-3-7667-2411-3 29,95 € Das offizielle „bdia Handbuch Innenarchitektur 2019/20“ präsentiert in dieser Ausgabe wieder die Vielfalt und Qualität der Projekte im bund deutscher innenarchitekten. 18 Millionen Menschen – mehr als 40 Prozent der Erwerbstätigen – arbeiten in Deutschland in Büros. Die Anforderungen an die Gestaltung von Arbeitsumgebungen sind komplex. Die Kunst besteht darin, Räume zu schaffen, die sich an den Bedürf-

nissen der Menschen orientieren und in denen gut und vor allem auch gerne gearbeitet werden kann: der Arbeitsplatz als das neue Zuhause. Dazu gibt es drei spannende Fachbeiträge. 25 Projekte von bdia-Mitgliedern, in denen z. B. Arbeitsräume in moderne Arbeitswel Cover] Callwey Verlag ten transformiert ­werden, Wohnhäuser gekonnt modernisiert und saniert sowie Geschäfte zum Einkaufserlebnis werden, erwarten die Leser. Sie verdeutlichen die Gestaltungsmöglichkeiten der Innenarchitektur, mit denen selbst Blutspenden (und der Raum dazu) zum überraschend coolen Event wird. www.callwey.de


Hotel Pfösl in Italien] Eva Mittner

Neu inszeniert Gekonnt veränderte Architektur für das Hotel Pfösl, Italien Den Charakter behalten – trotz umfassender Sanierung und Umbau mit technischen und energetischen Verbesserungen plus optisch völlig neuer Fassade. Damit wurde in der Kulisse der Südtiroler Dolomiten – nur 25 Kilometer von Bozen entfernt – das ungewöhnliche Gebäudeensemble des Hotels Pfösl in Deutschnofen zum Hingucker. Mitte 2017 konnten die Betreiber das Vier-Sterne-Hotel nach der prägenden Veränderung wieder­eröffnen.

Außenansicht im Winter: Nach umfangreichen Umbauarbeiten und einem neu errichteten Volumen von 11.000 Kubikmetern umfasst das Pfösl jetzt insgesamt 24.000 Kubikmeter. Foto rechts vorne: vor dem Umbau Foto oben und rechts vorn] © Arnold Hofer

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Ende 2016 begannen die Vorarbeiten zur Sanierung und Erweiterung des Hotels Pfösl. Bei dem umfangreichen Bauvorhaben wurde das bestehende Gebäudeensemble komplett umgestaltet. Die zusätzliche Modernisierung des gesamten Spa-Bereichs krönt jetzt ein neues Schwimmbad mit 25 Meter Infinity-Sole-Pool. Ebenfalls neu sind drei ungewöhnliche Chalets am Waldrand, die aus heimischen Hölzern gebaut wurden. Besonderer Blickfang ist aber ohne Zweifel die neue Holzfassade, die das gesamte Gebäude zu einem modernen Hingucker macht. Die Naturverbundenheit der Gastgeber, Eva und Brigitte Zelger und Daniel Mahlknecht, zeigt sich im über 2.000 Quadratmeter großen Spa und den vielen Indoor- und Outdoor-Entspannungsmöglichkeiten. Das Naturaspa wurde auf 2.000 Quadratmeter erweitert, ein Highlight sind der 25 Meter lange Infinity-Sole-Pool und acht Saunen – ein nach der spannenden Umgestaltung für Sommer und Winter gleichermaßen geeignetes und geschmackvoll gestaltetes Urlaubsrefugium.

Gelände mit spannenden Anbauten

Das Spa-Areal wurde auf 2.000 Quadratmeter erweitert, ein Highlight ist der 25 Meter lange Infinity-Sole-Pool.

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Eine Besonderheit ist die dem Bestand vorgestellte Fassaden­konstruktion in Brettschichtholz Lärche.

Architekten bergmeisterwolf

LignoAlp

Die Architektur ist nach Aussage der Inhaber Architektin Prof. ­Michaela Wolf und Architekt Gerd Bergmeister ein Entwicklungsprozess, ein Hinterfragen, neue Wege einzuschlagen, ein Forschen. Es sei ein Arbeiten mit der Landschaft, ein Integrieren, sei es in der Materialität, sei es in Proportion. Es sei ein Weitermodellieren von „Körnungen“ und es gehe um das Erfassen und Begreifen von Bildern, deren Wirkung und Färbungen. Diese sind für bergmeisterwolf ortsbezogen und kulturell bedingt: „Nicht an einem Ort sollst du bauen, sondern den Ort sollst du bauen.“

LignoAlp gehört zu den führenden Holzbauexperten und realisiert individuelle Gebäude, Fassaden- und Dachkonstruktionen in Holz. Zu den Kernkompetenzen zählen die Ausführungsplanung, der Abbund und die Vorfertigung in den eigenen Produktionshallen sowie die Montage auf der Baustelle. Das Unternehmen beschäftigt rund 100 Fachkräfte, darunter Ingenieure und Zimmerer, welche zusammen mit Architekten individuelle Konstruktionslösungen entwickeln. Die Produktionswerke befinden sich in Südtirol in Brixen und Deutschnofen, zusätzlich verfügt LignoAlp über Büros in Reggio Emilia (I), Bergamo (I), Kelheim (D) und Chiasso (CH).

www.bergmeisterwolf.it www.lignoalp.com

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Großes Lob vom Landesbeirat Baukultur Seit 2016 befassten sich die Landes­ raumordnungskommission, die Gemeinde Deutschnofen und der Landesbeirat für Baukultur mit dem geplanten Umbau und der Erweiterung. Genau geprüft wurde der Durchführungsplan für die erweiterte Tourismuszone im Bauleitplan von Deutschnofen. Durch die intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten gelang es hier und auch für zukünftige Projekte, die Qualität derartiger Vorhaben durch eine möglichst sinnvolle architektonische Planung zu gewährleisten. Im speziellen wichtig ist der achtsame Umgang mit der landschaftlichen Umgebung. Zu einem Ideenwettbewerb wurden bereits 2015 zunächst mehrere Architekten eingeladen. Wichtig

für den Beirat und die Bauherren war es, verschiedene Konzepte zu ver­gleichen und über einen gemeinsamen Bewertungsprozess die einzelnen Möglich­keiten und Vorschläge auszuloten. Mit Erfolg. Die Planung der Architekten bergmeisterwolf zielte darauf, die Revitalisierung des Haupthauses behutsam und radikal zu­ gleich zu gestalten. Behutsam im Klären und Herausarbeiten von Elementen – insbesondere das vorher kaum wahrnehmbare Haupthaus wurde wieder ablesbar. Man ging radikal vor in der Beseitigung von störenden und überflüssigen Komponenten. Fokussiert wurde zudem auf die Vereinfachung der Volumetrie des Haupthauses. Durch das Einsetzen horizontaler

Lageplan, maßstäblich

Detail der neuen Fassade

Elemente bekam das Gebäude eine neue, sowohl spannende als auch harmonisierende Optik. Der zentrale Freiraum zwischen Hotel und dem ebenfalls revitalisierten Stallgebäude wurde bewusst sensibel in das Konzept einbezogen. So gestaltet wurde das Miteinander der Objekte nun erst richtig wahrnehmbar und erhielt seine Freiheit zurück. Für früher hier parkende Autos hat man im Osten des Haupthauses einen Parkplatz geschaffen. Inzwischen würdigte der Landesbeirat für Baukultur und Landschaft die Ergebnisse des Umbaus und die Erweiterung gleichermaßen – in Bezug auf das Projekt selbst als auch im Hinblick auf das gesamte Vorgehen im Baufortschritt.

Zeichnung] © bergmeisterwolf

Die Fassaden der drei neu errichteten Chalets am Waldrand sind mit dunkel imprägnierter Fichte bekleidet.

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Die Innenbereiche der drei neu gebauten Chalets sind mit dem Holz der Zirbe ausgebaut.

Auch im Haupthaus wurde das duftende Holz bevorzugt verwendet. Fotos] © Gustav Willeit

Kurze Bauphase Die heutigen Gastgeber, Eva und Brigitte Zelger und Daniel Mahlknecht, übernahmen schon 2007 das 1950 errichtete Stammhaus von den Eltern der Schwestern und verwandelten es Stück für Stück in ein zeitgemäßes Vier-Sterne-Superior-Hotel, das von 35 Hektar Wiesen und Wäldern umgeben ist. Jetzt ist die Metamorphose endgültig gelungen. Den Architekturwettbewerb konnten die Architekten bergmeisterwolf aus Brixen mit dieser außergewöhnlichen Planung für sich entscheiden. Die Architekten Michaela Wolf und Gerd Bergmeister punkteten vor ­allem mit klaren, strukturierten und doch ungewöhnlichen Ideen zu Räumen, Materialien und Farben. Nach der eher langen Planungsphase von etwas mehr als zwei Jahren legte man mit einer Bauzeit von nur 88 Tagen schließlich einen kleinen Rekord hin. Belohnt wurden die Gastgeber nach dieser intensiven Bauzeit mit einer völlig neuen Optik des Hauses und inzwischen mit einer Vielzahl besonderer Auszeichnungen. Es wurde abgetragen, erneuert, gestützt und verstärkt. Entstanden ist ein Rückzugsort mit jetzt 62 Zimmern und Suiten, die mit einer Größe zwischen 40 und 90 Quadratmetern sehr weitläufig und großzügig daherkommen. Heute besteht das Gebäudeensemble aus dem Bestandshotel, dem denkmalgeschützten Stadel und meh18

reren Neubauten, die sich an die bestehende Bausubstanz fügen. Innen und außen erhielt das Haupthaus mit den neuen Dimensionen der ungewöhnlichen Fassade eine unverwechselbare Optik. Die Planer erfüllten den Wunsch der Bauherren, das Haupthaus als Ursprung stärker zur Geltung kommen zu lassen. Dies gelang durch grundlegende Strukturveränderungen und nicht zuletzt durch die neue architektonische Form des Hauses. Das Hotel und das denkmalgeschützte Stallgebäude, das ebenfalls saniert wurde, bekommen durch die Neuausrichtung erst den richtigen Bezug zueinander. Die besonderen Vorzüge des Altbestands haben die Planer dabei sorgfältig herausgearbeitet. Von Anfang an sehr beliebt bei den Gästen sind die drei neu gebauten Chalets am Waldrand. Die kompakten Häuser, bekleidet mit dunkel imprägnierter Fichte für die Fassade und Zirbe für den Innenbereich, stehen auf Betonstützen. Sie ordnen sich optisch in die Landschaftsstruktur ein und sind so fast nicht mehr sichtbar. Das Naturhotel Pfösl wurde für die gelungene Umsetzung des Konzepts mit dem Hotel & Design Award 2017 in der Kategorie „Hotel/ Architektur international“ im April 2017 ausgezeichnet. www.pfoesl.it


Gira E2. Puristisches Design, langlebige Materialien.

Das Schalterprogramm Gira E2 kombiniert streng reduziertes Design mit intelligenter Technik. Fßnf Farben aus bruchsicherem Thermoplast und Echtmaterial Edelstahl erlauben ein durchgängiges und gleichzeitig individuelles Design. In der flachen Ausfßhrung kann das gesamte Schalterprogramm 3,4 mm flach auf der Wand installiert werden. Weitere Informationen: www.partner.gira.de/e2


architektur]  Feuerwehrhaus in Kaarst

Zwei Baukörper – unterschiedliche Feuerwehrhaus mit Florianstube Der Neubau des Feuerwehrhauses Büttgen liegt in nördlicher Ortsrandlage des Kaarster Stadtteils Büttgen und ergänzt städtebaulich die beiden bestehenden Solitärgebäude, die Sporthalle im Osten und das Schwimmbad im Süden. 20


Architektonisch gliedert sich das Pultdach-Bauvolumen in e­ inen zweigeschossigen kompakten Baukörper, wobei die Fahrzeughalle durch die geforderte Höhe formal eingeschossig ist. Die unterschiedlichen Funktionsbereiche Fahrzeughalle und Sozialbereich sind durch einen Höhenversatz der Dachflächen zueinander ablesbar. Zudem verdeutlicht die differenzierte Gestaltung der Fassaden mit zwei verschiedenen Materialien, eine Zinkblech-Rautenfassade für den Hallenbaukörper und eine Klinkerfassade für den Sozialbaukörper, diese Aufteilung nochmals. Das Düsseldorfer Architekturbüro thelenarchitekten berücksichtigte bei seiner Planung auch die auf dem Grundstück stehende großkronige Eiche. Daraus resultiert eine im Grundriss schräg gestellte, großflächige Glasfassade, mit der sich das Gebäude mit seinem Haupteingang auf der Westseite öffnet. Von diesem Eingang aus werden die unterschiedlichen Funktionsbereiche des Feuerwehrhauses übersichtlich und auf kurzen Wegen erschlossen.

Fassaden

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Im Erdgeschoss befinden sich die Umkleide-, Wasch-, Dusch- und WC-Bereiche für die Feuerwehrfrauen, Feuerwehrmänner und Feuerwehrjugend. Die Funktionsabläufe sind hier streng nach dem Prinzip der Schwarz-Weiß-Abläufe getrennt. Von der Eingangshalle erreicht man die Fahrzeughalle mit acht Fahrzeugstellplätzen und einer Waschhalle. Ebenso die Werkstatt, verschiedene Funktions- bzw. Lagerräume, die Räume der Feuerwehrleitung und den Einsatzbesprechungsraum, die direkt seitlich an der Westseite an die Fahrzeughalle angegliedert sind. Über eine Treppe in der Eingangshalle werden auch die Räume für Aufenthalt und Aus- bzw. Fortbildung im Obergeschoss erschlossen. Um ggf. einen barrierefreien Zugang des Obergeschosses nachträglich zu ermöglichen, wurde ein entsprechender Aufzugsschacht im Bereich der Eingangshalle geplant. Im Obergeschoss stellen die drei großen Räume Florianstube, Besprechungsraum und Seminarraum das multifunktionale Herzstück des Gebäudes dar. Durch die lineare Anordnung bzw. Kopplung der Räume hintereinander können durch mobile Trennwände unterschiedliche Raumsituationen und Raumgrößen gebildet werden. Eine Küche mit Nebenräumen und WCAnlagen vervollständigen hier die Funktionsfähigkeit der Räumlichkeiten. Für die Jugendfeuerwehr wurde ein separater Raum geschaffen.

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Zeiträume Mobile Räume mieten. www.container.de/jap

Modular, multifunktional, perfekt durchdacht Mobile Räume mieten. www.container.de/jap

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Eine Besonderheit stellt der Innenhof im Obergeschoss des Sozialgebäudes dar, welcher der zusätzlichen Belüftung und Belichtung der Schulungs- und Besprechungsräume dient. Die Übungsfläche ist nordwestlich zwischen dem Pkw-Stellplatz und den Ausfahrten aus der Fahrzeughalle angeordnet. Die Alarmausfahrt darf nur als Ausfahrt

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im Alarmfall für die Feuerwehrfahrzeuge genutzt werden. Die Rückkehr der Feuerwehrfahrzeuge erfolgt grundsätzlich über die Zufahrt an der Driescher Straße. Für das Gebäude haben thelenarchitekten eine Konstruktion aus Stahlbeton für das gesamte Tragsystem der Gründung, der Stützen, der Wände und Decken gewählt. Abweichend davon wurde das Pultdach

als Holzkonstruktion realisiert: im Sozialbereich mit Holzleimbindern, in der Fahrzeughalle mit Holzfachwerkträgern. Insgesamt wurde bei der Wahl der äußeren und inneren Materialien großer Wert auf ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit gelegt. www.thelenarchitekten.de

Fotos] Andreas Wiese, Düsseldorf


LEBEN IM MINIMALRAUM ARCHITEKTURLÖSUNGEN WOHNUNGSBAU

Fotos: Werner Huthmacher

Den Wunsch nach einer flexiblen und nachhaltigen Wohnlösung für moderne Städter erfüllt das Berliner Unternehmen CABIN SPACEY. Ihr Minimalhaus bietet bis zu zwei Personen auf 25 Quadratmetern alles, was sie zum Leben benötigen. Da jeder Millimeter Platz zählt, wählten die Architekten für die Ausstattung der Küche das Wassersystem GROHE Red. Damit kommt gefiltertes, kochend heißes Wasser zu jederzeit direkt aus der Armatur. So ist etwa ein Tee oder eine Brühe ohne den Einsatz weiterer Geräte im Handumdrehen zubereitet. Für die sichere Verwendung sorgt die einzigartige TÜV-geprüfte Kindersicherung. Mehr zu CABIN SPACEY und dem Minimalhaus unter www.grohe-objekt.de

Weitere Informationen zu GROHE Red unter www.grohe.de


architektur]  Restaurant in Budapest

Mimama Eine Insel im Industriegebiet von Budapest Die Mimama ist das erste realisierte Planungsobjekt von Zoltán Reznicsek jun. Seine Idee ist, die Verbindung der Generationen in diesem Projekt sichtbar zu machen. Mitten im Industriegebiet von Budapest hat Zoltán Reznicsek jun. „eine Insel“ erschaffen. Mimama ist ein Ort zum Entspannen: ein Restaurant mit einem kleinen See und einer Gartenlandschaft. Zoltán Reznicsek jun. fungierte bei diesem Projekt als Architekt und als Spengler. Er leitet gemeinsam mit seinem Vater Zoltán Reznicsek sen. das Unternehmen Horex in Budapest. Horex ist vor allem als Ornamentspenglerei bekannt und hat Aufträge aus ganz Europa.

Klassische Elemente – perfektes Material Das Projekt vereint viele unterschiedliche Einflüsse. Es wurden klassische und traditionelle Elemente, wie eine Säule in Tulpenform, die vielfach in der ungarischen Kultur vorkommt, in der Konzeption mitberücksichtigt. Nach der Planung war die Umsetzung die nächste 26

Fotos] PREFA | Croce & Wir


Foto] PREFA | Croce & Wir

große Herausforderung: Einen 24 Meter langen Balken hat der Statiker als „unmöglich“ bezeichnet. Aber Reznicsek beharrte auf seinen Plänen. Bei der Fassade kam Siding in P.10 Prefaweiß zum Einsatz. „Das Material war für das Konzept perfekt“, erläutert der Architekt, der mit seinem 50-Mitarbeiter-Betrieb bereits viel Erfahrung mit der Verarbeitung von Aluminium-Produkten hat. „Prefa hat eine breite Produktpalette. Die Variationsmöglichkeiten sind fast unendlich“, so Reznicsek. „Außerdem schätzen wir die einfache Verarbeitung und die hohe Qualität.“ Die simple Verarbeitung war bei diesem Projekt besonders wichtig, weil es viele Details zu berücksichtigen galt. Die Sidings wurden dabei horizontal und vertikal eingesetzt. Viele verschiedene Winkel und Richtungen forderten die Spengler in der Umsetzung und geben heute dem Objekt seine besondere Form und Ausstrahlung. „Es ist nichts eine Wiederholung. Jedes Projekt ist in gewisser Weise ein Prototyp“, beschreibt der Architekt seine Arbeit.

Die Denkweise architektonisch abbilden Zoltán Reznicsek jun. hat sich immer schon für Architektur begeistert. Er hat in seiner Heimatstadt Budapest erfolgreich Architektur studiert. Sein Traum als Architekt ist, eine Kirche zu planen. Jedoch Planen allein ist ihm nicht genug. Ebenso fasziniert ihn die professionelle Ausführung der Projekte. „Ich arbeite von 7.00 bis 17.00 Uhr an der Ausführung und von 17.00 bis 7.00 Uhr bin ich Architekt“, erzählt er. Reznicsek geht es bei seinen Projekten nicht nur um die funktionale Gestaltung, sondern er möchte „die Denkweise architektonisch abbilden“.

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Klassisch elegant und doch top aktuell: Designboden in Fischgrätverlegung.


architektur]  Liberty Mutual Campus in Texas

Liberty Mutual Insurance Gewebefassade des Parkhauses in die Fassadenarchitektur des Bürogebäudes integriert Die Liberty Mutual Insurance, die ihren Kunden eine breite Palette von Versicherungsprodukten und Dienstleitungen anbietet, beschäftigt weltweit mehr als 50.000 Mitarbeiter in rund 900 Büros. 28


Der hochmoderne Liberty Mutual Campus im texanischen Plano bietet für seine über 4.000 Mitarbeiter neben zwei elfstöckigen Bürotürmen und einem siebenstöckigen Parkhaus viel mehr als nur Büroflächen. Mit Restaurants, Geschäften, Wohnungen, Gesundheitsclubs, Kindertagesstätten und vielen weiteren Annehmlichkeiten bietet der Komplex den Angestellten die Chance, ihren Arbeitstag so angenehm und produktiv wie möglich zu gestalten. Für die Fassadenverkleidung des Parkhauses verwendete das Architekturbüro Omniplan Architekturgewebe von Haver & Boecker. Die Architekturgewebe vereinen die Vorteile von Transparenz und Design auf einzigartige Weise. Durch ihre funktionalen und ästhetischen Eigenschaften bieten die Metallgewebe vielseitige Einsatzmöglichkeiten in der Architektur von Parkhäusern. Sie überzeugen durch eine edle Optik und erfüllen höchste Ansprüche an Sicherheit, Stabilität und Witterungsbeständigkeit.

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Die Semitransparenz des verwendeten HAVER Architekturgewebes Egla-Mono 5001 ermöglicht eine natürliche Belüftung und Belichtung des Parkhauses. Auf kostspielige Belüftungssysteme sowie auf künstliche Lichtquellen tagsüber kann aufgrund der offenen Gewebefläche von 43 Prozent verzichtet werden – das reduziert nicht nur Energiekosten, sondern wirkt sich auch positiv auf die Umwelt aus.

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Fotos] Peter A. Calvin

Nahtlose Gewebeintegration in die Fassadenarchitektur Auf einer Gesamtfläche von 4.900 Quadratmetern verkleiden insgesamt 422 Gewebeelemente den Fassadenbereich des Parkhauses. Dabei wurde die Gewebefassade in besonderer Weise in die Fassadenarchitektur des Bürokomplexes integriert. An der West- und Südfassade des Parkhauses wurde mit bis zu 24 Meter langen Gewebeelementen die vertikale Struktur des Büroturms fortgesetzt. In den anderen Fassadenbereichen erzeugen versetzt zueinander angeordnete 6,50 Meter lange Gewebebahnen eine spezielle Fassadenoptik. Das für die Befestigung der Edelstahlgewebe verwendete System wurde eigens für dieses Projekt entwickelt. Durch das neuartige Spannsystem, bei dem die Befestigungselemente nahezu unsichtbar hinter dem Gewebe verdeckt sind, fügt sich die Gewebefassade nahtlos in die Fassadengestaltung ein. Durch die bei Konstruktion und Bau eingesetzten n­ achhaltigen und umweltfreundlichen Materialien erlangte der Liberty ­Mutual Campus die Auszeichnung LEED-Silber-Zertifikat. www.diedrahtweber-architektur.com

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architektur]  Kunst- und Kulturzentrum „The Shed“ in New York

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Gesamtkunstwerk

Verfahrbare Membranhülle für „The Shed“ in Manhattan, New York Die Gebäudehülle von Manhattans neuem Kunst- und Kulturzentrum „The Shed“ besteht aus 148 mit Luft gefüllten ETFE-Folienkissen und einem innenliegenden Stahltragwerk. Über Rollen lässt sich die Hüllenkonstruktion komplett verfahren. Am 5. April 2019 wurde das im wahrsten Sinne des Wortes spektakuläre Gesamtkunstwerk eröffnet.

Direkt an der High Line in Manhattans neuem Geschäftsviertel Hudson Yards haben Diller Scofidio + Renfro in Zusammenarbeit mit der Rockwell Group eine avantgardistische Architektur für Kunst und Popkultur erbaut: „The Shed“. Das kompakte, achtstöckige Bauwerk mit der silbrig-glänzenden Folienkissenhaut umfasst im Hauptgebäude zwei stützenfreie Galerieebenen von 2.300 Quadratmeter Fläche, ein in mehrere Bereiche unterteilbares Theater mit bis zu 500 Sitzplätzen sowie Proben- und Veranstaltungsräume im obersten Geschoss. Die Idee der Architekten war es, „The Shed“ als multifunktionales und transformierbares Gebäude zu gestalten. So lässt sich sein bespielbares Volumen durch eine bewegliche Stahldachkonstruktion nahezu verdoppeln und ermöglicht großformatige Installationen, Aufführungen und Performances aller Art. Das Tragwerk der Hülle steht beidseitig auf je einer Doppel- und zwei Einzelachsen, deren mannshohe Doppelräder wiederum auf Schienen gelagert sind. Binnen fünf Minuten wird die Struktur mitsamt den 148 Membrankissen über den östlichen, rund 1.700 Quadratmeter großen Zentrumsvorplatz gefahren. Der auf diese Weise geschaffene Hallenraum ist für bis zu 2.700 Personen ausgelegt und trägt den Namen McCourt. Über senkrecht und horizontal verschiebbare Tore lässt er sich zum Hauptbau und zum Außenraum öffnen. Ist die Struktur über dem Haus „geparkt“, wird der Platz öffentlich oder aber für Veranstaltungen mit der Membranhaut als mediale Projektionsfläche genutzt. 33


Hohen Windlasten ausgesetzt Die gestalterische Vorgabe der rollbaren Gebäudehülle legte eine Fassadenlösung nahe, die zum einen ein geringes Eigengewicht, zum anderen gegenüber den aus der Bewegung resultierenden Erschütterungen hohe Toleranzen aufweist. Die Architekten entschieden sich daher für eine Membranhaut auf Basis des Texlon®ETFE-Systems von Vector Foiltec. 146 dreilagige und 2 vierlagige Folienkissen umhüllen eine Gesamtfläche von 4.110 Quadratmetern. Die beiden vierlagigen Folienkissen befinden sich auf der Nordseite

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am äußersten Rand zum Hauptgebäude. Aufgrund der an dieser Stelle zu erwartenden extremen Windlasten sind sie mit einem patentierten Lastteilungsventil (load sharing valve) ausgestattet. Dieses bedingte auch den Einsatz der zusätzlichen Folienlage, die – genau wie die darunterliegende Folie – 300 µm dick ist. Hohen Windlasten ausgesetzt sind zudem die angrenzenden dreilagigen Kissen sowie die oberen Randbereiche der Konstruktion. Hier sind die Oberfolien ebenfalls 300 µm stark.


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Eine homogene Hülle

Foto Stadion Beijing: © Arup, Chris Dite

Großen Wert legten die Architekten auf eine homogene Optik der Hülle. Die Kissen sind daher so beschaffen, dass alle Foliennähte in einer durchgehenden Linie verlaufen. Eine weitere gestalterische Vorgabe betraf die Schnittstelle Fassade/Dach, hier sollten sich die dreieckigen Folienkissen im 90-Grad-Winkel über das Tragwerk wölben. Um ein faltenfreies Ergebnis zu erzielen, setzte das Ingenieursteam sowohl rechnerische als auch reale

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Fotos] © Timothy Schenck

Modelle ein. Am Unternehmensstandort in Bremen bauten sie ein Mock-Up auf, anhand dessen sie die verschiedenen Zuschnittsvarianten der Folienlagen testeten und schließlich die optimale Lösung generierten. Die Tatsache, dass Vector Foiltec von der Planung über

die Entwicklung und Fertigung bis hin zum Projektmanagement alle Kompetenzen in einer Hand vereint, war für die Beauftragung mit der Gebäudehülle von „The Shed“ sicherlich ein ausschlaggebender Faktor.

Intensiver Dialog mit den Architekten Art, Farbgebung und Intensität der Folienbedruckungen wurden anhand eines 1:1-Mock-Ups in New York dargestellt und gemeinsam mit den Architekten in einem intensiven Designprozess festgelegt. Eine auf der Kissen-Oberfolie gedruckte Punktmatrix schirmt zu starke Solarstrahlung ab. Die Kunststoffhülle erreicht somit einen sehr geringen g-Wert von 0,40. Zudem schützt sie auch das Hauptgebäude als strahlungsreflektierende Second Skin. Da die Bedruckung auf den Oberfolien der ETFE-Kissen im Innenraum keine Schatten werfen sollte, wurden die Mittelfolien transluzent gestaltet. Ihr Weißanteil beträgt 29 Prozent. Um die Verdunklung der Halle und gleichzeitig den Schallschutz zu gewährleisten, nutzt „The Shed“ mehrlagige, auf der Innenseite der stählernen 36

Tragkonstruktion angebrachte Stoff- und Textilmembranbahnen. In der Dachebene des Stahltragwerks sind neben der gesamten Veranstaltungstechnik die vier Gebläsestationen (1.300 mal 800 mal 750 Millimeter) der Folienkissen untergebracht. Die Zuluftleitungen wurden nicht sichtbar durch die Aufständerungen zwischen Texlon®-System und Tragwerk verlegt. Eine weitere konstruktive Besonderheit von „The Shed“ sind die senkrecht verlaufenden und als Schienen ausgebildeten Abdeckprofile der Kunststoffhülle. Um die Fassaden zu warten, wird in diese ein Rollensystem für den auf- und abfahrbaren Wartungskorb eingehängt. Eine große Herausforderung stellten die Baustellenlogistik und der Aufbau des Dachs dar. Da „The Shed“ direkt an Hoch-

glanzbauten und die High Line grenzt, waren Zufahrtswege und Montageräume sehr beengt. Zudem galt es, hohe Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten, um Beschädigungen an Material und benachbarter Architektur vorzubeugen. Trotz dieser Herausforderungen konnte die eindrucksvolle Konstruktion im knappen Zeitrahmen montiert werden. www.vector-foiltec.com

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architektur]  Verwaltungsgebäude in Öpfingen Eva Mittner

Holz in Höchstform Ungewöhnliches Verwaltungsgebäude aus Holz Das neue Bürogebäude hat die ZimmerMeisterHaus-Manufaktur Gapp Holzbau in Öpfingen (BadenWürttemberg) selbst gebaut: An exponierter Stelle auf dem Betriebsgelände des Unternehmens ist das ungewöhnliche Bauwerk ein besonderer Hingucker geworden. Entwurf und Konzeption stammen vom Planerteam der Hullak Rannow Architekten aus Ulm, die Statik von den Holzbauexperten von Pirmin Jung Deutschland.

Die Unternehmenszentrale ist jetzt die Visitenkarte der ZMH-Manufaktur Gapp Holzbau.

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Die attraktive Optik macht das Gebäude zum Hingucker.

Fotos] Achim Buhl

Holzbau als moderne Visitenkarte Das dreistöckige Gebäude mit 18 Meter Länge und 10 Meter Breite haben die Experten in Holzbauweise in Passivhaustechnik erstellt – in nur acht Monaten Bauzeit. Gapp Holzbau arbeitet auf einer Produktionsfläche von über 1.750 Quadratmetern und hat zusätzlich noch einen umfangreichen Lagerbereich auf dem 7.500 Quadratmeter großen Firmenareal. Durch den erfreulichen Aufwärtstrend in der Geschäftsentwicklung benötigte man mehr 39


Platz, sowohl für Mitarbeiter als auch für die sich daraus ergebenden Strukturen, die mehr interne Besprechungen als auch Präsentationen für externe Besucher bedeuteten. Die nutzbare Fläche konnte man durch den Neubau mehr als verdoppeln. Die Neustrukturierung des Gebäudes mit einer Nutzfläche von rund 400 Quadratmetern auf dem bestehenden Firmengelände bietet viel Platz für Technik- und Besprechungsräume und eine große Lobby. Zehn Büroräume mit 16 Arbeitsplätzen befinden sich im ersten und zweiten Obergeschoss. Genutzt wurden für den Neubau hauptsächlich heimische Hölzer – ergänzt von vielen weiteren ökologischen Materialien, zum Beispiel Holzweichfaserdämmung für Wand und Dach oder ­Heradesign-Akustikplatten aus Holzwolle für die Decken. Hullak Ranow Architekten haben hier das Thema „Holzfassade“ neu interpretiert: Die geschwungenen Linien, die sich über das gesamte Gebäude erstrecken, ahmen eine natürlich gewachsene Holzmaserung nach. Der Neubau ist eine dreigeschossige Holzkonstruktion. Er wird durch die Kombination der Werkstoffe Holz und Beton zu einem sogenannten Hybridbau. 40


Die Bodenplatte besteht aus Stahlbeton, Außenwände und tragende Innenwände sind in Holzrahmenbauweise in der firmeneigenen Produktionshalle vorproduziert und montiert worden. Nicht tragende Innenwände wurden als Metallständerwände vor Ort unweit der Produktionshalle eingezogen – ergänzt durch unterschiedliche Deckensysteme.

Leistungsfähige Konstruktion Die Fassade ist eine Kombination aus einer Holzrahmenkonstruktion mit einer Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Eichenholz. Die Glasflächen der Pfosten-Riegel-Fassade bilden dabei einen homogenen Übergang zu der einer Holzmaserung nachempfundenen vorgesetzten Plattenfassade aus High-Pressure-Laminate-Platten (HLP). Die Ecken des Gebäudes sind abgerundet und unterstützen dadurch die organische Form. Die sichtbaren Pfosten aus Eichenholz sind dreiseitig auf Abbrand bemessen. Sie haben die Aufgabe, die Deckenlasten an der Fassadenebene über die Außenwände abzutragen. Bei der Lastabtragung werden diese unterstützt durch das in Holzbauweise errichtete Treppenhaus sowie zwei weitere Stahlstützen in der Gebäudemitte. Diese Konstruktion lässt

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Fotos] Horst Pütz


Überall im Haus überzeugt die universelle Präsenz des Baustoffs Holz. Foto] Horst Pütz

– Vollholzdecke – Lignotrenddecke – Holz-Beton-Verbundkonstruktion Die Holz-Beton-Verbunddecke setzt sich aus untenliegenden, 10 Zentimeter dicken Brettschichtholz-Elementen und bauseits hergestellten Ortbetondecken (d = 14 cm) zusammen. Die Schubkräfte zwischen Holz und Beton werden im Wesentlichen über eingefräste Schubkerven übertragen. In den Beton ist neben der erforderlichen Zugbewehrung eine einlagige Schwindbewehrung mit Abstandshaltern auf den Brettschichtholzelementen eingelegt. Die Oberflächen der Deckenvarianten sind alle akustisch wirksam ausgebildet. Somit ist eine schalltechnisch optimale Raumqualität in allen Büro- und Aufenthaltsbereichen gewährleistet. Die in der Produktionshalle vorgefertigten Außenwand­ elemente bestehen im Wesentlichen aus vier Komponenten: der Tragkonstruktion Holz, der Wärmedämmung, der Befestigungskonstruktion für die Verglasung und der Innenverkleidung aus Gipsfaserplatten. Zur Steuerung von Komponenten der technischen Gebäudeausstattung wurden Leitungssysteme in die Wände integriert. Das Projekt hat energetisch einiges zu bieten: Die Gebäudehülle ist überdurchschnittlich gut gedämmt und entspricht dem Passivhausstandard. Mit einer Be- und Entlüftungsanlage sowie einer großformatigen Photovoltaikanlage auf dem Dach, die mehr Strom produziert als in

Hullak Rannow Architekten

Gapp Holzbau

Hullak Rannow Architekten wurde 2009 von Jens Rannow und Bernd Hullak gegründet. Unter dem Motto „Grenzen neu definieren“ beschäftigt sich das elfköpfige Team damit, Lösungen zu entwickeln, die den spezifischen Anforderungen eines Gebäudes gerecht werden. Es geht dem Ulmer Unternehmen stets darum, ästhetische, funktionale und wirtschaftliche Gesichtspunkte in eine ausgewogene Balance zu bringen. Dabei sind neben dem Firmengebäude von Gapp Holzbau auch andere innovative Konzepte wie die „Clevere Kita“ und „F3“ entstanden, zwei Modulsysteme für den schnellen Bau von Kindergärten beziehungsweise kostengünstigem Wohnen für den sozialen Wohnungsbau oder Asyl- und Studentenwohnen, natürlich auch aus Holz.

Das Unternehmen ist mit seiner ökologischen und ökonomischen Bauweise weit über die Region als Musterbetrieb bekannt. Es besteht in der vierten Generation und beschäftigt 50 Mitarbeiter, darunter sechs gewerbliche Auszubildende. Gapp Holzbau erstellt neben den klassischen Arbeiten im Bereich Holz jährlich rund 25 Einfamilienhäuser und 3 Mehrfamilienhäuser in Holzständerbauweise. Außer Wohnhäusern fertigt der Betrieb auch Industriehallen und kommunale Gebäude in energieeffizienter Holzbauweise, Dachstühle, Wintergärten und übernimmt zudem Altbausanierungen. Gapp Holzbau ist seit 1995 Mitglied der ZimmerMeisterHaus-Gruppe und gehört zu den Vorreitern der Branche in Bezug auf die mehrgeschossige Holzbauweise.

www.hullak-rannow.de www.gappholzbau.de

sämtliche Möglichkeiten offen für eine flexible Nutzung oder einen eventuellen Umbau in der Zukunft. Aus diesem Grund konnten alle weiteren Innenwände nicht tragend konzipiert werden. Im Gebäude wurden drei verschiedene Deckenkonstruktionen eingesetzt, um die vielfältigen Ausführungsmöglichkeiten, die der Holzbau bietet, aufzuzeigen: 42

dem Gebäude verbraucht wird, ist man auf dem neuesten Stand der Technik. Beheizt werden die drei Stockwerke mit den Holzabfällen aus der firmeneigenen Produktion. www.zmh.com www.gappholzbau.de


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„Motion Star“ von Küberit – die Lösung für wartungsfreie Bewegungsfugen aus Aluminium Die wartungsfreien Bewegungsfugen-Profile Motion Star® von Küberit wurden speziell für große Flächen entwickelt. Durch die flächenbündige Verlegung zum Fußboden entsteht eine barrierefreie Bodenfläche, die gerade im Bereich öffentliche Einrichtungen unabdingbar ist. Die patentierte Profillösung von Küberit wird bei vollflächig verklebten Bodenbelägen eingesetzt und ist durch die sichtbare Fläche von 14 bzw. 14,5 mm nicht nur elegant und zierlich, sondern gleichzeitig hochbelastbar.

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architektur]  Alnatura Campus

Zukunftsweisender

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Büroneubau aus Lehm Alnatura Campus

Die neue Alnatura Firmenzentrale in Darmstadt setzt Zeichen – mit Außen­ fassaden, die in Lehmbauweise errichtet wurden und einer integralen, zukunfts­ weisenden Planung. Weiträumig, lichtdurchflutet und von einer natürlichen ­Ästhetik geprägt, bietet das offen gestaltete Haus eine attraktive Arbeitsatmosphäre und dient zugleich als Erholungs-, Lern- und Begegnungsort.

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Das zukunftsweisende Bürogebäude mit Konferenzräumen und Restaurant für rund 500 Alnatura-Mitarbeiter bildet das Herzstück des Alnatura Campus, der derzeit auf einem 55.000 Quadratmeter großen ehemaligen Kasernengelände im Südwesten ­ Darmstadts entsteht. Zentral für den gesamten Planungs- und Ausführungsprozess war der hohe Anspruch des Bauherrn an eine nachhaltige Bauweise der neuen Firmenzentrale. So entstand das ganzheitliche Gebäudekonzept in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit der Architekten von haas cook zemmrich STUDIO2050 mit Fachplanern sowie Experten für spezifische Bauweisen. Von Knippers Helbig, Stuttgart, stammen der Entwurf und die Konstruktion des Tragwerks und die technische Konzeption der verglasten Fassaden. Dazu kam die statisch-konstruktive Entwicklung der Lehmfassaden einschließlich einer Betreuung der dafür erforderlichen Versuche. Bestechend ist der offene Charakter des Gebäudes: Von außen eher schlicht anmutend mit viel Glas und Fassaden, die in Lehmbauweise errichtet wurden, zeigt sich die Arbeitswelt von innen hell, mit geschwungenen Ebenen und einem weit spannenden Holzdach, das auf schlanken Stützen ruht. Das Zentrum bildet ein lichtdurchflutetes Atrium, um das sich die verschiedenen Arbeitsbereiche auf drei Ebenen mit insgesamt 13.500 Quadratmetern gruppieren. Eine Stahlbetonskelettkonstruktion mit Flachdecken und aussteifenden Kernen bildet das Haupttragwerk für die Arbeitswelt. Brücken, Treppen und Stege verbinden die einzelnen Büroetagen miteinander. Während die Treppen in Stahl ausgeführt wurden, sind die Stege aus Brandschutzgründen als Holzbetonverbundkonstruktion ausgeführt. 46


Den oberen Abschluss des Gebäudes mit Abmessungen von 91,4 mal 41 Metern bildet ein Satteldach mit asymmetrischem Dachfirst und einem Oberlichtband über die gesamte Gebäudelänge. Das von oben einfallende Nordlicht führt zu einer optimalen Tageslichtausleuchtung im Innenraum und vermeidet solare Wärmeeinträge. Das Tragwerk für die Holzsatteldachkonstruktion bilden markante Brettschichtholzträger mit einer Gesamtlänge von 22 Metern. Die Trägerhöhe von 2,3 Metern über der Stütze ist auf die weite Auskragung von 11,6 Metern zurückzuführen. Das großzügige Raumgefühl wird auf diese Weise unterstrichen. Aufgrund des Standorts des Gebäudes in einer Erdbebenzone lag besonderes Augenmerk auf der Planung der Verbindungsdetails. Insbesondere die Anschlussbereiche von Oberlicht und Fassade an das Tragwerk müssen im Erdbebenfall auftretende Differenzverformungen aufnehmen können. Während die Stirnseiten des Gebäudes völlig verglast den Blick nach Westen in den Naturraum und Richtung Osten in die städtische Umgebung freigeben, wurden die Nord- und Südfassaden geschlossener gestaltet. Sie bestehen aus 12 Meter hohen und 4,5 Meter breiten selbsttragenden Wandscheiben aus Stampflehm, die vor Ort gefertigt und mit Ankern an den Geschossdecken fixiert


Die intelligente Nutzung nachwachsender Rohstoffe sowie der Einsatz wiederverwertbarer Materialien – unter anderem wurde für die Lehmfassade Aushub des Bauprojekts Stuttgart 21 verwendet – ermöglichten es, in der Gesamtbilanz ein nahezu klimaneutrales Gebäude zu errichten. www.knippershelbig.com

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wurden. Damit ist die Alnatura-Arbeitswelt das europaweit größte Bürogebäude mit einer zweischaligen Fassade aus Stampflehm. Entwickelt wurden diese innovativen Elemente in Zusammenarbeit mit Lehm Ton Erde Baukunst GmbH, Schlins, einer auf Lehmbau spezialisierten Fachfirma. Knippers Helbig hat neben der statisch-konstruktiven Entwicklung auch die erforderlichen Prozesse für die Zustimmung im Einzelfall begleitet – von der Aufstellung eines geeigneten Versuchsprogramms bis zur Auswertung und Anwendung der Versuchsergebnisse für die statische Berechnung. Erstmals wurden Stampflehmelemente mit einer durch Geothermie gespeisten Wandheizung, die in den zweischaligen Aufbau integriert ist, ausgeführt. 48

Fotos] © Roland Halbe


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architektur]  Gebäudeaufstockung in London

Verdichtung gewünscht Gebäudeaufstockung in London mit Sinus-Profilen Rund um den Erdball suchen viele Metropolen nach Konzepten gegen Wohnungsknappheit. Auch in London ist freier Wohnraum rar. Eine Möglichkeit, diesem Problem zu begegnen, ist die Aufstockung bestehender Gebäude. Die Londoner Architekten gpad verdeutlichen mit ihrem Zinc House, dass eine Zink-Fassade Aufstockungen mit außergewöhnlichen Gestaltungsmerkmalen erlaubt.

Sinus-Profile von VMZINC: Das Londoner Architekturbüro gpad hat ein 100 Jahre altes Backsteingebäude mit zwei zusätzlichen Etagen aufgestockt.

Das Zinc House nutzt die Möglichkeit, transparente und opake Bereiche im gleichen Material auszuführen. Das perforierte Zink lässt viel Tageslicht in das Treppenhaus.

Für das Zinc House hat das Architekturbüro ein 100 Jahre altes Backsteingebäude um zwei zusätzliche Etagen mit insgesamt acht Wohnungen erweitert. Das Haus liegt nordöstlich des Londoner Stadtzentrums im Bezirk Hackney. Mit dem Bau der Sportstätten für die olympischen Spiele in London stieg 2012 auch die Anziehungskraft Hackneys und der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum. Das Konzept von gpad setzt auf eine Verdichtung der Bebauung, wie sie von den lokalen Behörden angestrebt wurde. Das markante optische Highlight der Aufstockung ist eine dunkle Zinkfassade mit einem wellenförmigen Profilverlauf. Die horizontal verlegten Sinus-Profile greifen die Linienführung der Backsteinfassade im Erdgeschoss auf. Parallel zum Gebäudebestand bildet die Aufstockung

an einer Seite eine abgerundete Gebäudeecke aus. Die Architekten wählten das vorbewitterte Anthra-Zinc als Material für die SinusProfile. Anthra-Zinc ist eine von acht Oberflächen aus Titanzink, die VM Building Solutions unter der Marke VMZINC anbietet. Ein Teil der gerundeten Zinkprofile ist perforiert ausgeführt. So entstehen transparente Fassadenflächen, die einen kontrastreichen Blick auf gelb gestrichene Balkone freigeben. Ein weiterer lichtdurchlässiger Bereich findet sich zudem an der Außenwand des neuen Treppenhauses. Die besondere Herausforderung bei der Produktion der Zinkelemente war es, die gewellten Sinus-Profile zusätzlich mit einer horizontalen Rundung zu versehen. In dieser Kombination ist eine solche Anwendung des Materials eine Besonderheit. Das Wohn-

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Der Luxuszugang zur Dachterrasse Was für den einen der Garten, ist für den anderen seine Dachterrasse – am besten mit einem direkten und komfortablen Zugang. LAMILUX hat nun einen neuen dritten Flachdach Ausstieg im Repertoire, der noch luxuriöser und platzsparender ist.

Die gewellten VMZINC Sinus-Profile lassen sich auch gerundet verlegen. Fotos] Paul Kozlowski und VM Building Solutions, Essen

gpad london ltd London, Großbritannien info@gpadlondonltd.com www.gpadlondonltd.com

haus in Hackney zeigt, dass der Werkstoff flexibel genug ist, um von gewohnten Entwurfsmustern abzuweichen. Mit ihrem Zinc House haben die Architekten von gpad eine Aufstockung entworfen, die sich sehr harmonisch mit dem Bestandsgebäude verbindet und behutsam in das bestehende Straßenbild einfügt. Aufstockungen mit Zink sind jedoch in Oberflächengestaltung und Verarbeitungstechnik so vielfältig, dass sich auf Wunsch auch eine Architektursprache umsetzen lässt, die deutlich aus ihrer Umgebung hervortritt. www.vmzinc.de

Der LAMILUX Flachdach Ausstieg Komfort Swing öffnet sein 3 beziehungsweise 3,5 Meter langes Glaselement per Schlüsseltaster hydraulisch. Wie eine liegende Tür klappt der Ausstieg auf und gibt den 1 Meter breiten Weg auf das Dach frei. Das spart auf der Terrasse raren Platz und geht zudem auch noch recht zügig: Nur circa 25 Sekunden braucht das Element zum Aufklappen um 84 Grad. Optisch wirkt der Einfassrahmen im Look einer Metalloberfläche prägnant und zieht die Blicke als architektonisches Highlight auf sich. Die Aluminiumprofile und Leibungsfläche sind in allen RALFarben lackierbar. Da Scheiben und Rahmen planeben zusammengefügt sind und das Element fünf Grad geneigt ist, entsteht auf dem geschlossenen Oberlicht ein stufenloser Wasserablauf. Es reinigt sich somit selbst vom größten Schmutz und bringt so zuverlässig eine große Menge an Tageslicht ins Dachgeschoss.

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architektur]  Nationales Trainingszentrum für rhythmische Sportgymnastik in Minsk

Turn-Palast in Minsk Rhythmic Gymnastics Olympics Training Center mit brillanter Fassade Das jüngste Wahrzeichen Minsks wurde im Sportviertel der Hauptstadt Weißrusslands in der Nähe der Hauptsportarena des Landes, der Minsk-Arena, gebaut. Sein außergewöhnliches ­architektonisches Design erregt bereits von Weitem Aufmerksamkeit: Die auffällige und dynamische Fassadengestaltung erinnert an rhythmisch geschwungene Bänder und setzt zudem ­Akzente mit einer Vielfalt verschiedener Farbnuancen.

Architektonisches Wahrzeichen für den ­olympischen Gedanken Am Internationalen Frauentag im März 2018 wurde der Komplex nach nur etwas mehr als einem Jahr Bauzeit eröffnet. Er umfasst mehrere Trainingshallen, einen Fitnessraum, einen Erholungsraum, ein Schwimmbad, ein Rehabilitationszentrum und eine Verwaltungseinheit. Mit einer Gesamtfläche von 14.860 Quadratmetern lässt die Größe des neuen Zentrums alle Platzbeschränkungen der Vergangenheit in Vergessenheit geraten und gibt dem weißrussischen Team für rhythmische Gymnastik ein neues Zuhause mit idealen Trainingsbedingungen. Das kreative und innovative Architekturkonzept, entworfen durch UP MinskProekt, zeigt sich vor allem durch ein bahnbrechendes Fassadendesign – abwechslungsreich, markant und dennoch dynamisch und voller Leichtigkeit. Irina Skorabogataya, Chefarchitektin des Projekts, betont, dass es viele kreative Ideen für das Designkonzept gegeben habe. Das Trainingszentrum sei sowohl Sinnbild für die harte tägliche Arbeit der Athleten und deren Geduld und Mut, Grenzen zu überwinden, als auch für die wahre Schönheit des Sports, wie final in der Kür ersichtlich. Um eine scheinbar bewegliche und schwebende Fassade zu schaffen, die die Leichtigkeit und die Bewegungen eines Gymnastikbands verkörpert, sei die Entscheidung auf eine Fassadenbekleidung aus Aluminium gefallen.

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Außergewöhnliche Formgebung und brillante Farbtöne durch Aluminium in Eloxalqualität Für die dynamische Gestaltung der Fassade kamen rund 10.000 Quadratmeter Novelis J73A UP® Bandeloxal, eloxiert im Naturton, zum Einsatz. Leichtigkeit verleihen der Fassade die perforierten 2,0 Millimeter starken Aluminiumpaneele mit einem Lochdurchmesser von 20, 25 und 37 Millimetern, verarbeitet und installiert durch „RannBuilding“ OOO. Jedes Paneel ist einzigartig – innerhalb des Musters gibt es keine Wiederholungen. Das gewählte Aluminium, fix und fertig zur Verarbeitung, erwies sich als eine hervorragende Materialwahl – langlebig, mit dauerhaftem metallischem Glanz und vor a­ llem einfach im Handling und Transport. 54


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Weitere 10.000 Quadratmeter Fassadenfläche wurden mit KassetDie hervorragende Zusammenarbeit zwischen KTM-2000 und ten aus Novelis J57S UP® Eloxalqualität – ideal zum Stückeloxieren – dem Installateur „RannBuilding“ OOO ermöglichte trotz der Komin 2,0 Millimeter Dicke, bekleidet. JV „KTM-2000“ LLC, dem einzigen plexität der Fassade eine kurze Installationszeit von nur 70 Tagen. Unternehmen mit Sandalor®-Lizenz in Osteuropa, gelang es, einzigDer „Gymnastik-Palast“ – ein Ort, der „Träume wahr werden lässt“ artige, brillante farbliche Akzente in unterschiedlichen Farbnuan– erhielt eine Fassade, die die Schönheit des Sports auch außerhalb cen zu schaffen. Das Unternehmen fertigte Aluminiumkassetten, des Gebäudes verkörpert und transportiert. die in einem Oberflächenveredelungsverfahren stückeloxiert wurden und dadurch ihre strahlenden Farben erhielten: Dunkelblau, www.novelis.com verschiedene Rot-, Orange- und Gold-Nuancen sowie eine einzigartige Holzstruktur ­(ArtELOX) verleihen dem Gebäudekomplex ein unverwechselbares, auffälliges und prunkvolles Erscheinungsbild. Das extrem witterungsbeständige Aluminium hat sich bereits UP MinskProekt weltweit bei diversen architektonischen Minsk, Weißrussland Projekten bewährt. Die hochwertigen Aluminiumoberflächen bestechen durch info@minskproekt.by hervorragende Farb- und Glanzgleichheit www.minskproekt.by und bieten darüber hinaus erforderliche Sicherheit durch ihre Nichtbrennbarkeit: Baustoffklasse A1 gemäß DIN 4102 und 96/603/EG. 56


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Farbe und Fassade neu gedacht: www.doerken.de/de/fassadengestaltung.php


architektur]  Restaurant in Hamburg

Schwingen aus Titanzink Komplexe Dacharchitektur in der Hamburger HafenCity Das Dach des Restaurants coast by east in der Hamburger HafenCity erinnert an eine Möwe im Flug, die sich mit ausgebreiteten Schwingen in eine leichte Kurve legt. Bei solch komplexen Geometrien ist das richtige Material für die Bekleidung eine wichtige Komponente. Das geschwungene Dach des coast by east veranschaulicht dies mit einer Eindeckung aus Titanzink.

Das Architekturbüro EMBT aus Barcelona realisierte das Bauwerk gemeinsam mit dem Planungsbüro nhp Partnership aus Seevetal. Architekten und Planer entschieden sich für eine Dachbekleidung von VMZINC, weil das Material durch seine gute Formbarkeit und die verfügbaren Oberflächenqualitäten eine große Gestaltungfreiheit ermöglicht. Zudem eignet es sich auch für technisch anspruchsvolle Lösungen. Das Konzept der Architekten bindet das Restaurant in die Gestaltung des öffentlichen Raums rund um die Marco-Polo-Terrassen am Grasbrookhafen ein. Wo früher noch Freihafen und Speicherflächen zu finden waren, ist heute ein Ort mit hoher

Die Zinkscharen werden von einer Holzdachkonstruktion mit einem hinterlüfteten Dachaufbau getragen.

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Die komplexe Dachgeometrie des Restaurants coast by east wurde mit einer Eindeckung aus Titanzink von VMZINC umgesetzt.

Aufenthaltsqualität entstanden. Eine Glasfassade verbindet den Innenraum des Gebäudes mit einem überdachten Balkon. Sie kann komplett geöffnet werden und schafft so einen Übergang zwischen den Terrassen und dem Inneren des Restaurants. Von hier aus bietet sich den Besuchern ein schöner Blick auf das neue Wahrzeichen Hamburgs: die Elbphilharmonie. Das Gebäude besitzt eine Holzdachstruktur mit einer Zinkbekleidung in unterschiedlichen Farbtönen. Eingesetzt wurden drei vorbewitterte VMZINC-Oberflächen: Pigmento blau, Pigmento grün und das dunkelgraue Anthra-Zinc. Sie greifen die Farbtöne der Umgebung auch bei wechselnder Lichtstimmung harmonisch auf. Damit fügt sich das Restaurant coast by east trotz seiner auffälligen Form gut in die neu geschaffene Architekturlandschaft ein. Die Zinkscharen wurden in der Doppelstehfalztechnik verarbeitet.

Titanzink ermöglicht durch seine gute Formbarkeit und die verfügbaren Oberflächenqualitäten eine große Gestaltungsfreiheit. Fotos] Paul Kozlowski, Paris/VMZINC, Essen

Das Dach ist als hinterlüftete Variante ausgeführt. Architekten und Planer nahmen diesen bedeutenden Mehraufwand während der Planung und Umsetzung in Kauf, weil sie diese Variante als physikalisch sicherer einstuften. So konnten sie der anspruchsvollen Dachform und dem Restaurantbetrieb mit seiner hohen Nutzungsfeuchte Rechnung tragen. Besonders für Holzkonstruktionen bietet ein hinterlüfteter Dachaufbau einen optimalen Feuchteschutz. www.vmzinc.de

Architekturobjekt auf www.heinze.de

MIRALLES TAGLIABUE EMBT, S.L.P.

nhp Neuwald Dulle PartG mbB

Barcelona, Spanien

Seevetal

info@mirallestagliabue.com www.mirallestagliabue.com

info@nhp-architekten.de www.nhp-architekten-ingenieure.de

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Freiräume ausschöpfen In den ländlichen Re­ gionen Deutschlands sind viele Gebäude nicht an das Erdgas­ netz angeschlossen. Für die Wärmever­ sorgung kommen Umweltfreundlich, flexibel – und ohne Um­ dann oft nur netz­ rüstung nutzbar: BioLPG eröffnet Architekten unabhängige Ener­ und Planern neue Möglichkeiten insbeson­ gieträger infrage. Der dere im ländlichen Raum. Flüssiggasversorger PRIMAGAS präsen­ tierte auf der ArchitekTOUR eine Innovation, die Planern und Ar­ chitekten neue Freiräume für die Beratung des Bauherrn eröffnet: BioLPG, biogenes Flüssiggas. Der Energieträger lagert wie konven­ tionelles Flüssiggas netzunabhängig in Behältern, oberirdisch oder erdgedeckt. Der große Vorteil von BioLPG? Die Umweltfreundlich­ keit. Mit dem regenerativen Brennstoff reduzieren Interessenten die CO2­Emissionen ihrer Flüssiggas­Heizung um bis zu 90 Prozent. Umrüsten müssen sie dafür nicht: Verbraucher können BioLPG in bestehenden Flüssiggasanlagen verwenden und im selben Behälter lagern. Denn biogenes Flüssiggas ist chemisch identisch mit her­ kömmlichem Flüssiggas. So lässt es Verbrauchern die Wahl, aus­ schließlich BioLPG einzusetzen oder es anteilig konventionellem Flüssiggas beizumischen. Darüber hinaus ist der biogene Energie­ träger mit moderner Heiztechnik wie Gasbrennwertthermen oder Blockheizkraftwerken kompatibel. Alles zu BioLPG und vieles mehr auf mehrimpulse.de – dem Blog rund um die Themen Architektur, Energie und Flüssiggas.

Warum BioLPG? Vorteile der Energie­Innovation auf einen Blick.

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Flüssiggas hat vielseitige Anwendungsbereiche: vom privaten Haushalt mit klassischer Brennwerttechnik bis zu speziellen Anwendungen in Industrie und Gewerbe.


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mit BioLPG

Warum BioLPG? Vorteile der Energie-Innovation auf einen Blick.

Interview mit Jobst Diercks, Geschäftsführer PRIMAGAS GmbH & Co. KG, über BioLPG PRIMAGAS bietet als erstes Unternehmen in Deutschland biogenes Flüssiggas – kurz BioLPG – an. Was müssen Kunden und Heizungsbauer beachten, wenn auf BioLPG umgestellt werden soll? Jobst-Dietrich Diercks: Im Grunde nicht viel. Es ist keine technische Umrüstung nötig, da sich biogenes Flüssiggas in denselben Anlagen nutzen und im selben Behälter lagern lässt wie konventionelles LPG. Das ist ein bedeutender Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen erneuerbaren Energieträgern. Unsere Kunden können BioLPG in verschiedenen Mischungsverhältnissen mit konventionellem Flüssiggas beziehen oder auch reines BioLPG. Diese Flexibilität ist aus unserer Sicht entscheidend.

Wird Ihrer Einschätzung nach BioLPG langfristig das klassische LPG ablösen? Welche Erwartungen haben Sie mittelfristig beim Absatzverhältnis beider Produkte? Jobst-Dietrich Diercks: Wir beobachten seit Jahren, dass die Verbraucher umweltbewusster handeln. Das Thema Nachhaltigkeit rückt immer stärker in den Fokus aller gesellschaftlichen Bereiche. Hinzu kommt: Die fossilen Ressourcen sind nicht unbegrenzt verfügbar, deshalb muss sich unsere Branche wandeln und auf erneuerbare Energieträger setzen. Die dena hat für uns berechnet, dass es in wenigen Jahren möglich sein wird, rund 200.000 Tonnen BioLPG jährlich herzustellen. Mit dieser Menge können wir in puncto klimaschonende Energieversorgung schon sehr viel erreichen. Natürlich werden wir unser Produktangebot nicht von heute auf morgen komplett ändern. BioLPG wird konventionelles Flüssiggas nicht kurz- oder mittelfristig ersetzen können. Aber wir müssen neue Wege gehen. Als führender Flüssiggasversorger ist es unsere Aufgabe, die Wärmewende aktiv mitzugestalten. Und das tun wir mit voller Überzeugung. (Weitere Informationen über BioLPG finden Sie hier www.BioLPG.de)

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architektur]  Nationalmuseum in Katar

Die Sandrose von Katar

Werner Sobek ist dafür bekannt, auch sehr ungewöhnliche Entwürfe durch seine Planung realisierbar zu machen.

Fotos] Andreas Keller, Altdorf

Visionärer Entwurf grandios umgesetzt Auf den ersten Blick wirkt es wild und zerklüftet, das Neue Nationalmuseum von Katar. Seine Struktur hat das kristalline Gebilde einer Sandrose zum Vorbild. Um diesen komplexen Entwurf des französischen Architekten Jean Nouvel gebaute Wirklichkeit werden zu lassen, waren bei ­Planung und Umsetzung Höchstleistungen gefordert. Genau an dieser Nahtstelle kamen die Ingenieure von Werner Sobek ins Spiel: Die international agierende Firmengruppe mit Hauptsitz in Stuttgart hatte bereits an vielen anderen komplizierten Großprojekten in Asien, Europa und im Mittleren Osten mitgewirkt. Dies erweckte die Aufmerksamkeit des koreanischen Generalunternehmers, der mit der Ausführung beauftragt war. So kam es, dass deutsches Know-how einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung dieses Großprojekts leisten konnte. Ende März wurde das 62

atemberaubende Bauwerk eröffnet – und gilt schon jetzt als Ikone des jungen Wüstenstaats Katar. Auf den ersten Blick ist das bizarre Gebäude nicht zu erfassen, das nach dem Entwurf des französischen Stararchitekten Jean N ­ ouvel das neue Nationalmuseum von Katar in sich aufnimmt: Über 400 Meter dehnt es sich zwischen dem Meer und der Innenstadt von Doha und bildet mit 539 ineinander verschachtelten Lamellen die kristalline Struktur einer Sandrose nach.


Gebaute Wirklichkeit Um eine Vision wie diese zu realisieren, ist vieles gefordert: Mut, Pioniergeist, Innovationskraft, Teamgeist, Durchhaltevermögen und das komplexe Denken in Netzwerken. Sonst könnte geschehen, was die Neue Zürcher Zeitung in einem kürzlich erschienenen Artikel anzudenken wagte: „Dass die Umsetzung so grandios gelingen würde, war bei aller Technikgläubigkeit alles andere als sicher. Der Pfad ist schmal zwischen genialem Entwurf und kläglichem Scheitern“, lautete der Kommentar der NZZ kurz nach der Eröffnung des Museums im März 2019. Kein Wunder, dass die Wahl für die Ausführungsplanung der Fassade deshalb auf Werner Sobek fiel. Das international agierende Ingenieurbüro mit Hauptsitz in Stuttgart ist dafür bekannt, auch sehr ungewöhnliche Entwürfe durch seine Planung realisierbar zu machen. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren mit herausragenden Engineering-Projekten wie dem Heydar Aliyev Center in Baku und dem neuen Terminal des Kuwait International Airport einen Namen gemacht – und wurde deshalb von der koreanischen Baufirma speziell für dieses Projekt im Mittleren Osten rekrutiert.

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539 verschiedene diskusförmige Elemente, die einen Durchmesser von bis zu 87 Metern haben

Die unterschiedlichen Dimensionen Beim Neuen Nationalmuseum ging es nun darum, die Idee einer Sandrose – eines Kristallgebildes aus Sandkörnern – auf einen gigantischen Gebäudekomplex zu übertragen, der in der Grundfläche etwa 400 mal 250 Meter misst und eine Höhe von bis zu 40 Metern erreicht. Das Gebäude selbst setzt sich aus 539 verschiedenen diskusförmigen Elementen zusammen, die einen Durchmesser von bis zu 87 Metern haben. Diese Disken sind räumlich zueinander versetzt und überschneiden sich teilweise. Die komplexe Geometrie des Außenraums setzt sich auch im Inneren fort und vermittelt ein einzig­ artiges Raumerlebnis. Um diesen außergewöhnlichen Entwurf baubar zu machen, wurde Werner Sobek von einem koreanischen Generalunternehmer mit dem Engineering der Gebäudehülle beauftragt. Zum Leistungsumfang zählte dabei auch die Bereitstellung eines Teams auf der Baustelle, das für die Baustellenüberwachung, die Schnittstellenklärung, die Koordination und nicht zuletzt auch für das Vermitteln der Planung an die lokalen Firmen verantwortlich war.

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Foto] Andreas Keller, Altdorf


Die versetzt zueinander angeordneten diskusförmigen Elemente bilden die kristalline Struktur einer Sandrose nach. Foto] HG Esch, Hennef

Hohe Komplexität „in den Griff bekommen“

Um diesen komplexen Entwurf gebaute Wirklichkeit werden zu lassen, waren bei Planung und Umsetzung Höchstleistungen gefordert. Foto] Andreas Keller, Altdorf

Zentraler Bestandteil des Planungsprozesses war ein gigantisches BIM-Modell (Building Information Modelling), in das alle beteiligten Planer kontinuierlich ihre Daten einspeisten und das dann als Grundlage für die Ausführung diente. „Dank dieses Modells war es möglich, die hohe geometrische Komplexität des Projekts in den Griff zu bekommen“, erläutert Projektleiter Dr.-Ing. Thomas Winterstetter, Vorstand und Partner von Werner Sobek Stuttgart und seit 2018 auch Honorarprofessor der Universität Stuttgart.

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Zeichnung] Werner Sobek

Preisgekrönt: Die innovative Anwendung der BIM-Technologie

Foto] A.T. Schaefer, Stuttgart

Bereits im Jahr 2016 erhielt Werner Sobek für die innovative Anwendung der BIM-Technologie beim Neuen Nationalmuseum von Katar den BIM Award 2016. Aufgrund der Größe des Projekts und des extrem hohen Detaillierungsgrads (LOD 400) war es zum Zeitpunkt der Umsetzung eines der größten Modelle seiner Art auf der Welt. Das Bauvorhaben erforderte komplett neue Planungs- und Koordinationstechniken; eine Spezialfirma war so z. B. nur für die Abstimmung der BIM-Prozesse zwischen allen Beteiligten zuständig.

Die 1992 von Werner Sobek gegründete und nach ihm benannte Firmengruppe steht weltweit für Engineering, Design und Nachhaltigkeit. Das Unternehmen hat Niederlassungen in Berlin, Buenos Aires, Dubai, Frankfurt, Moskau, New York und Stutt66

„Nur durch den andauernden und hochprofessionellen Einsatz aller Beteiligten sowie durch modernste Planungs- und Bautechnik und nicht zuletzt durch den Weitblick und Mut des Bauherrn konnte diese herausragende Architekturvision Wirklichkeit werden“, lautet das Resümee von Thomas Winterstetter. Wie geplant wurde das Museum am 27. März 2019 feierlich eröffnet. www.wernersobek.com

Werner Sobek Group GmbH Stuttgart mail@wernersobek.com www.wernersobek.com

gart und beschäftigt über 350 Mitarbeiter. Alle Projekte, für die Werner Sobek verantwortlich zeichnet, überzeugen durch hochwertige Gestaltung auf der Basis von erstklassigem Engineering und ausgeklügelten Konzepten zur Minimierung von

Energie- und Materialverbrauch. Im Jahr 2015 wurde der Firmengründer Werner Sobek für sein Lebenswerk mit dem FritzLeonhardt-Preis ausgezeichnet. Am 17. Mai 2018 wurde ihm der BalthasarNeumann-Preis verliehen.


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Langlebig und belastbar Lacke für besondere Anforderungen Die Belastungen von Oberflächen in öffentlichen Gebäuden, Bildungseinrichtungen, Krankenhäusern, Arztpraxen sowie Pflege- und Seniorenheimen sind besonders hoch. Der Einsatz von Desinfektions- und Reinigungsmitteln sowie die starke Frequentierung hinterlassen auf herkömmlichen Lackoberflächen schon nach kurzer Zeit deutliche Spuren: Kratzer, Anlösen oder Farbtonveränderungen. Mit Brillux 2K-Aqua-Lacken in Seidenmatt oder Matt erstellte Lackierungen halten diesen Belastungen stand. Die Oberfläche ist chemikalienund desinfektionsmittelbeständig sowie dekontaminierbar. Dank der schwachen Geruchsentwicklung und der schnellen Trocknung ist ein zügiger Baufortschritt ohne Beeinträchtigung anderer Gewerke möglich. www.brillux.de/2K-aqua


architektur]  Baumwipfelpfad in Bad Iburg

Der Baumwipfelpfad Bad Iburg wurde anlässlich der Landesgartenschau errichtet und seither von mehr als einer halben Million Besuchern frequentiert.

Mit dem Waldkauz auf Augenhöhe Baumwipfelpfad Bad Iburg Wer Waldtiere und -pflanzen aus nächster Nähe erleben möchte, findet dafür mit dem Bad Iburger Baumwipfelpfad den idealen Ort. Über eine Länge von knapp 450 Metern schlängelt sich die beeindruckende Konstruktion aus Holz und Stahl durch den Wald und gibt den Blick frei auf Hirschkäfer, Biotopbäume sowie das benachbarte romanische Schloss. Der Naturpfad wurde im April 2018 anlässlich der Landesgartenschau eröffnet und lockte bereits mehr als eine halbe Million Besucher zum Spaziergang durch jahrhundertealte Baumkronen. 68


Für eine gefahrlose Nutzung des 30 Meter hohen Skywalks sorgen etwa 1.000 hochwertige Webnet-Edelstahlnetze, die der Hersteller ­Bornack im Auftrag des Generalunternehmens Biedenkapp Stahlbau GmbH aus Wangen im Allgäu verbaut hat. Um sie zu befestigen, ­kamen Randseile und Spanneinrichtungen von Bornack zum Einsatz. Das Ergebnis ist ein langlebiger und zuverlässiger Kollektivschutz, der sich harmonisch in die Gesamtoptik des Baumwipfelpfads einfügt. Bad Iburg liegt im westlichen Niedersachsen, umgeben vom geschichtsträchtigen Teutoburger Wald. Im Jahr 2018 richtete der etwa 10.000 Einwohner zählende Kneipp-Kurort die Landesgartenschau aus. Zu den größten Attraktionen zählte der Baumwipfelpfad im Waldkurpark mit interaktiven Infotafeln und Mitmachstationen.

Sicher flanieren in luftiger Höhe Der Einstieg erfolgt über einen V-förmig gestalteten Turm mit 158 Treppenstufen. Wer nicht so gut zu Fuß ist, gelangt mit einem Aufzug nach oben. Von dort eröffnet sich den Besuchern ein Panorama mit Eschen, Fichten, Kirschbäumen, Waldkäuzen und Uhus. Auch verschiedene Fledermausarten sind hier heimisch. Um den idyllischen Weitblick gefahrlos zu genießen, wurden fast 600 Tonnen Stahl verbaut – allein die Fachwerkträgerbrücke als ein Ankerpunkt

der Konstruktion wiegt 15 Tonnen. „Die Fachwerkträger sind seitlich angebracht und die Stützen mikadoartig angeordnet, um dem Ganzen Stabilität zu geben“, sagt Gerhard Späth, Einkaufsleiter bei der ­Biedenkapp Stahlbau GmbH. Im Fokus der Konstruktionsplanungen für den Naturpfad stand neben der Statik insbesondere die Ab­ sicherung der Besucher in luftiger Höhe. Bei dieser Herausforderung ­kamen die Produkte von Bornack ins Spiel.

Damit die Besucher den Naturpfad sicher begehen können, werden die Edelstahlnetze von Randseilen und Spanneinrichtungen gehalten.

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Der Einstieg erfolgt über einen V-förmig gestalteten Turm mit 158 Treppenstufen. Von dort eröffnet sich ein idyllischer Weitblick über die Baumkronen bis hin zum benachbarten Schloss.

Stabiler Halt für Edelstahlnetze

„Kraftakt“ souverän gemeistert

„Wir wollten Edelstahlnetze verwenden, weil sie transparent wirken und den Besuchern, vor allem den Kindern, einen freien Blick gewähren. Ich hatte diese Art Geländer in einer Architekturzeitschrift gesehen und fand sie optisch sehr schön“, begründet Gerhard Späth die Entscheidung für die Installation der Edelstahlnetze. Es galt, dafür stabile Halterungen zu finden, die der Witterung trotzen und großen Zugkräften standhalten. Diese Anforderungen erfüllen die Produkte von BORNACK. Die Kombination von Spanneinrichtungen und Randseilen gibt den Edelstahlnetzen Stabilität und sorgt für höchste Spannkraft bei maximaler Betriebssicherheit.

„Die Netze mussten bei Minusgraden eingeflochten werden, das war ein gewaltiger Kraftakt“, sagt Elmar Poggel, Leiter Bornack Safepoint. Eine Mühe, die sich gelohnt hat, wie Gerhard Späth ein knappes Jahr nach der Inbetriebnahme resümiert: „Es hat alles gut geklappt, wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“ Nach dem Ende der Bad Iburger Landesgartenschau im Herbst 2018 wurde der Baumwipfelpfad geschlossen und im Frühjahr 2019 wieder ­eröffnet. www.bornack.de www.baumwipfelpfad-badiburg.de

Die Fachwerkträger aus Edelstahl sind seitlich angebracht, die Holzstützen wurden mikadoartig angeordnet. Durch die Edelstahlnetze bleibt der Baumwipfelpfad transparent. Fotos] Biedenkapp Stahlbau GmbH

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architektur]  Stadthäuser in Berlin

Mehr als nur Plattenbau Stadthäuser mit neuer Fassadengestaltung locken Mieter an den Stadtrand In der Berliner Wernerstraße wurden vier Stadthäuser mit neuen Fassaden attraktiv gestaltet. Die frei stehenden Gebäude unweit der Großwohnsiedlungen sind von viel Grün umgeben.

Attraktiver Wohnraum ist gefragt wie nie – zumal in Großstädten wie Berlin. Während im Innenstadtgebiet die Mieten Jahr für Jahr kräftig steigen, bietet der Stadtrand oftmals interessante Alternativen. Mit der Ende 2018 ­abgeschlossenen Sanierung von vier kleinen Mehrfamilienhäusern in der Wernerstraße beweist die städtische Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land, dass es im Osten Berlins nicht nur Großwohnsiedlungen gibt, s­ ondern auch kleinteiliges Wohnen mit großen Mietergärten und einer zeitgemäßen Fassadengestaltung. Elegante Faserzementpaneele ersetzen die in die Jahre gekommene Holzschalung und verbessern neben der Optik auch die Energiebilanz der 90er-Jahre-Gebäude. 72


Durch Einfamilienhäuser sowie kleine Stadtvillen ist das Siedlungsgebiet der Berliner Ortsteile Mahlsdorf und Kaulsdorf vororttypisch geprägt. Sie stellen das städtebauliche Bindeglied zwischen der Großsiedlung Hellersdorf und dem angrenzenden Land Brandenburg dar. Im Süden des Bezirks Marzahn-Hellersdorf haben die Stadt und das Land viele ihrer kleinen Mehrfamilienhäuser aufwendig saniert und mit zeitgemäßem Wohnkomfort ausgestattet. „Eine beinahe eigenständige kleine Siedlung bilden die 16 Stadtvillen und Doppelhäuser in der Wernerstraße. Die Mitte der 90er-Jahre in Massiv- und Holzständerbauweise errichteten Wohnungen erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Mietern“, beschreibt die Wohnungsbaugesellschaft das Wohngebiet.

Sieht aus wie Holz, brennt aber nicht Über 20 Jahre zierte eine Holzschalung die Fassade der vier Stadthäuser. Trotz intensiver Pflege vergrauten und verwitterten die natürlichen Holzpaneele aber zusehends. Zusammen mit Brückner, Schewe & Partner Architekten suchten die Bauherren nach einem adäquaten, aber langlebigeren Ersatz und fanden ihn in den nicht brennbaren, witterungsbeständigen Fassadenpaneelen. Die schmalen, 3,60 Meter langen Paneele erstrecken sich in Stülpschalung bis zur Dachkante der kompakten, dreigeschossigen Baukörper und nehmen so die Optik der alten Holzfassade auf – anders als diese sind Cedral Paneele aus Faserzement aber fäulnissicher und brauchen keinen regelmäßigen Farbanstrich. Aus der Farbpalette – bestehend aus 29 verschiedenen UV-beständigen Farbbeschichtungen – wählten Planer und Bauherren ein warmes Braun, das zu dem grünen Straßenzug einen eleganten Kontrast schafft. 73


Architektur- und Planungsbüro Brückner, Schewe & Partner Berlin

Nicht brennbar, langlebig und pflegeleicht punkten die Fassadenpaneele besonders gegenüber Holz. Fotos] Daniel Lorenz

brueckner.schewe@t-online.de www bruecknerundschewe.de

Waagerechter Klassiker – Stülpschalung Die prägnante Außenwand der Wohnhäuser mit den flach geneigten Pultdächern ist als vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) auf einer Holzunterkonstruktion ausgeführt. Im Fassadenzwischenraum isoliert eine den aktuellen Wärmedämmstandards entsprechende Dämmung aus Steinwolle und optimiert so den Energiestandard der Gebäude. Weitere Vorteile der VHF sind ihre witterungsunabhängige Montage und damit ein hohes Maß an Planungssicherheit sowie die bauphysikalischen Eigenschaften: In der diffusionsoffenen Gesamtkonstruktion wird Feuchtigkeit im Hinterlüftungsraum abgeführt, Dämmung und Konstruktion bleiben trocken. Die Verlegung der Fassadenpaneele in klassischer Stülpschalung erfolgte auf einer vertikal Traglattung. Die einzelnen Paneele wurden dafür waagerecht übereinander befestigt, wobei ein Paneel immer das vorherige um circa 30 Millimeter überdeckt. www.eternit.de 74


Smarter Home – Busch-Welcome®

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architekturobjekte] Wirtschaftsbauten

Hotel Nobis Dänemark, Kopenhagen

Hotel Nobis Copenhagen Eine umfassende Sanierung hat ein prächtiges, aber leeres Gebäude in Kopenhagen aus dem Jahr 1903 in ein charmantes und lebhaftes Luxushotel verwandelt. Speziell entwickelte Lösungen sorgen dafür, dass der Zeitgeist erhalten bleibt und die Gäste erfreut. Im Herzen von Kopenhagen steht ein 114 Jahre altes nationalromantisches Gebäude, Skulpturformen und zahlreiche Details schmücken die gelbe Fassade. Im Inneren befinden sich eine Marmortreppe sowie Reliefs und Stuck, soweit das Auge reicht. Das Gebäude wurde ursprünglich für eine Versicherungsgesellschaft gebaut, stand aber seit 2008 leer, nachdem Det Kongelige Danske Musikkonservatorium auszogen war. Das erhaltenswerte Gebäude wurde innen und außen einer umfangreichen Sanierung unterzogen. Über 100 neue Hotelzimmer, neue Aufzüge und Wellnessbereiche gehören zu den Einrichtungen

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dieses hochmodernen Luxushotels. Alles entspricht dem pompösen Stil des 20. Jahrhunderts – auch die Badezimmer. „Wie der Rest des Hotels sind auch die Badezimmer äußerst luxuriös. Große Badewannen, breite Marmorfliesen und skandinavische Eleganz. Die Architekten wollten den Stil bis ins kleinste Detail hinein beibehalten und das macht natürlich spezielle Lösungen erforderlich“, erklärt Lasse Lyck, zuständig für die Gebäudetechnik bei Unidrain, dem Hersteller der speziell konzipierten Abläufe in den Duschkabinen des Hotels. „80 der Badezimmer wurden mit dem UnidrainLinienablauf ausgestattet, allerdings mit einem etwas besonderen oberen Ende, nämlich der Custom-Lösung. Der normale Rost aus Stahl wurde durch die feinen Marmorfliesen des Fußbodens ersetzt, wobei die Rinne vom schönen Marmor verdeckt wird, der überall


Architekt Ai A/S Refshalevej 147 2 1432 København K Dänemark Tel. +45 3 2680800 Fax +45 3 2680808

www.ai.dk/en/

Basisdaten zum Objekt Objektart Hotel Art der Baumaßnahme Sanierung/Modernisierung Fertigstellungstermin 08/2017 Raummaße und Flächen Brutto-Grundfläche

5.400 m2

Gesamtkosten

10,6 Mio. Euro

Verwendete Produkte Unidrain

• Spezialrinnen auf Maß • HighLine Custom – „unsichtbarer“ Abfluss

Fotos] Peter M. Madsen

im Badezimmer anzutreffen ist. Die restlichen circa 20 Badezimmer des Hotels sind besonders groß und erfordern daher Abläufe mit einer Länge von mehr als zwei Metern.“ Die Sanierung erfolgte mit der Firma Arpe & Kjeldsholm als Bauleiter. Bei der Renovierung wurden die Feinheiten der Vergangenheit berücksichtigt, so wurden u. a. auch die Haupttreppe und die hohen Decken mit eingelegten Betonträgern erhalten. Man ist aber auch auf einige Herausforderungen gestoßen. „Man kann nicht in die alten Balken bohren, die kreuz und quer in allen Decken des Gebäudes verlegt worden sind. Das mussten wir natürlich bei der Gestaltung der langen Bodenabflüsse berücksichtigen. Deshalb haben wir diese so gestaltet, dass der Ablauf etwas versetzt angeordnet ist und zum jeweiligen Zimmer passt“, erklärt Lasse Lyck.

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inside]  Kulturzentrum in Kirchheim

Fast unsichtbare Aufwertung Architekten erhalten urigen Charme der Alten Kelter in Kirchheim Seit 1532 ist die Alte Kelter eine wichtige Instanz in Kirchheim am Neckar. Früher als ­Kelterei genutzt, dient das Gebäude heute als Kulturstätte und für den wöchentlichen Markt der Gemeinde. Mit behutsamen Eingriffen erneuerten lohrmannarchitekt (Stuttgart) den denkmal­geschützten Bau zu einem atmosphärischen Raum, der alle Spuren der Vergangenheit bewahrt und zugleich den heutigen Anforderungen gerecht wird. „Um zu alter Schönheit zurückzufinden, wurde Überflüssiges entfernt und ein feierlicher Raum geschaffen“, erklärt Architekt Holger Lohrmann, der für das sensible Konzept verantwortlich zeichnet. 78


Foto] Andreas Dalferth

Foto] Erich Schneider

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Der größte Eingriff des 2018 fertiggestellten Umbaus erfolgte im Innenraum: Hier entfernten die Architekten die Decke, um das eindrucksvolle Fachwerk freizulegen und der Alten Kelter ihre Gedrungenheit zu nehmen. „Es eröffnet sich dem Betrachter ein sich in die Höhe ausdehnender Raum, der in Anbetracht seiner neuen sakralen Eigenschaften ein fast ehrfürchtiges Gefühl vermittelt“, so Architekt Lohrmann. Das natürliche Steinmauerwerk gibt dem Raum gemeinsam mit dem unebenen Betonboden einen rustikalen Charme

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und erinnert an alte Zeiten. Geschickt gesetzte LEDs markieren Highlights in Fachwerk und Fassade. Das Beleuchtungskonzept aus industriell anmutenden Leuchten strukturiert den Raum durch Lichtinseln: „Kuppelartig verleiht die sanfte und warme Ausleuchtung dem nun sichtbaren Fachwerk einen wohl­tuenden Abschluss und Geborgenheit“, so Lohrmann. Eine neu eingebaute Bühne mit einem Deck aus ursprünglich zur Kelter gehörenden Holzdielen steht für kulturelle Veranstaltungen


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Version 2.0 KOSTENFREI

bereit, die hier regelmäßig stattfinden. Nach dem Vorbild der originalen Metallsprossenfenster wurden diese im historischen Stil von den Architekten renoviert. Ergänzt wurde ein frei stehender Gussofen: „Den schweren und nicht kleinen eisernen Ofen integrierten wir als Herzstück und Hommage an vorangegangene Zeiten“, erklärt der Architekt. Schwarze Bühnenvorhänge aus Samt fassen den Raum optisch wie atmosphärisch ein. „Für uns

Architekten-Planungshilfe App Version 2.0.1 mit folgenden Features: – Planungskalkulation für geradläufige, viertelgewendelte und halbgewendelte Treppen – Infos zu DIN 18065 Gebäudetreppen – Planungsunterstützung zur Berücksichtigung der DIN-18065-Vorgaben für Ein- und Mehrfamilienhäuser – begleitendes Bildmaterial zum besseren Verständnis – Normgrundrisse EFH – Treppenlexikon – ebook Treppensicherheit – Bildergalerie Die kostenfreie App für Android und iOS zum Download finden Sie im Play Store bzw. App Store (Suchwort: Planungshilfe). KENNGOTTTREPPEN Servicezentrale Neulandstr. 31 · 74889 Sinsheim Tel. 07261 94982-0 Fax 07261 94982-111 info@kenngott.de www.kenngott.de 81


Fotos] Andreas Dalferth

lohrmannarchitekt Stuttgart info@lohrmannarchitekt.de www.lohrmannarchitekt.de

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stand der Erhalt des Bestands und die Wertschätzung der jahrhundertealten Substanz im Fokus unserer Arbeit sowie die Ehrlichkeit im Umgang mit neu eingebrachten Materialien“, fasst Lohrmann sein Konzept zusammen. Von der Deutschen Bauzeitung wurde das Projekt Alte Kelter mit einer Anerkennung zum Preis „Respekt und Perspektive“ ausgezeichnet. In der Jurybegründung heißt es: „Die hohe Kunst bei diesem Projekt bestand darin, den vorgefundenen Raum mit seinem beinahe sakralen Charakter so unverändert wie möglich zu erhalten, inklusive der verwitterten Oberflächen. Die Architekten haben sich vollkommen zurückgenommen und keine Spuren der eigenen Handschrift hinterlassen. Ein cleveres Nutzungskonzept – Wochenmarkt und gelegentliche Kulturveranstaltungen – ermöglichte es, auf störende bauliche Eingriffe wie Fluchttreppen oder Wärmedämmung zu verzichten. Ein raffiniertes Lichtkonzept setzt den Bestand in Szene.“ Ein Jahr dauerte die behutsame Innensanierung, die dem alten Gewand der Alte Kelter neuen Glanz verleiht. Elegant und authentisch erreichten die Architekten eine wirksame Hervorhebung der Potenziale des Raums – die zugleich fast unsichtbar und doch deutlich spürbar sind.


BauweltKongress2019

Die ganze Stadt Die europäische Stadt zerfällt – in alt und neu, arm und reich, durchgeplant und planlos, angeschlossen und abgehängt. Gelingt es der Architektur und der Stadtplanung der nächsten Jahre, die Einzelteile wieder zusammenzufügen? Die Herausforderung stellt sich auch politisch. Deutschland übernimmt am 1. Juli 2020 die EU-Ratspräsidentschaft. In dem anschließenden halbjährigen Turnus soll die Charta von Leipzig neu formuliert und zukunftsweisend modernisiert werden.

Sechs Monate zuvor stellt der Bauwelt-Kongress 2019 die Frage, wie eine neue Stadtplanungs-Charta für das 21. Jahrhundert aussehen könnte. Unter dem Titel „Die ganze Stadt“ suchen wir Antworten darauf, wie sich die heterogenen Bausteine der wachsenden Stadt mit Blick auf die Globalisierung, die Digitalisierung, den Klimawandel, die Wohnungsfrage und die künftige Mobilität zu einer neuen, überzeugenden Stadtidee verbinden lassen. Anmeldung und Information: www.bauwelt.de/kongress

5. + 6. Dezember 2019 Akademie der Künste, Hanseatenweg Berlin

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inside]  Stadtbibliothek Innsbruck

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Außen kantig, innen belesen Innsbrucks neue Stadtbibliothek

Der P2 erhebt sich als erhabener Monolith aus der Innsbrucker Stadtlandschaft. Ein außergewöhnliches Gebäude, mit dem das Büro LAAC in Tirols Metropole ein markantes Zeichen für ein neues Hochhaus-Verständnis schafft. Heute ist das P2 Heimat für die neue Stadtbibliothek. 85


Wie in vielen europäischen Städten flaute auch in Innsbruck nach der Hochhausbegeisterung der Siebzigerjahre die Diskussion um eine flächeneffiziente Bodenpolitik ab. Zu gravierend schien die Präsenz dieser Eingriffe im Kontext der Stadt, zu wenig wurden neue Möglichkeiten des Gebäudetypus Hochhaus ausgelotet. Dabei ist gerade Innsbruck durch die alpine und begrenzte Tallage für ein Bauen in die Höhe wie geschaffen. Welche Hochhaustypologie könnte die räumlichen und funktionalen Ziele der Stadt in Zukunft unterstützen? Die Hochhausstudie 86

Innsbruck, herausgegeben vom Architekturzentrum „aut: architektur und tirol“, nahm sich dieser Fragestellung an und skizzierte eine Hochhaustypologie in Form einer Urbanissima. An dieser Idee orientierte sich das Innsbrucker Büro LAAC beim Entwurf des Hochhauses P2 und vereinte unterschiedliche Funktionen in einem architektonisch gegliederten Baukörper. Dazu zählen ein Sockelgebäude als neue Stadtbibliothek, ein Wohnturm und ein weiterer, öffentlicher Raum auf Stadtdachniveau, der zugleich auch Gastronomie beherbergt.


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Die Vielseitigkeit von Holz bringt uns zu aktuellen Projekten in London, München und Nürnberg: Holz ist im Innenausbau kaum mehr wegzudenken. Es schafft Atmosphäre, verbessert das Raumklima und gilt längst als Wohlfühlmaterial. Das spürt man.

Innsbruck, Österreich www.laac.eu

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Fotos] © MARC LINS PHOTOGRAPHY

Bildung und Kultur für alle Das Raumkonzept der neuen Stadtbibliothek Innsbruck sieht die Verbindung von öffentlichem Raum und Begegnung vor. Denn durch die rasante Digitalisierung wurden die Wünsche nach realen Treffpunkten wieder greifbar. Die Hälfte der Flächen wird deshalb für Medien genutzt, die andere Hälfte für Lern- und Lesebereiche, Kinderbibliothek, Lesecafé, Veranstaltungsräume und Stadtgalerie. So erweitert die Bibliothek ihre Kernaufgabe und wird sowohl integrativer als auch sozialer Ort.

Mehr Aufenthaltsqualität Um in diesen Flächen Aufenthaltsqualität und Akustik zu verbessern, suchte man einen geeigneten Teppichboden und fand ihn in Form von Eco Tec bei Carpet Concept. Eco Tec überzeugt durch seine akustischen Leistungen und durch den Punkt Nachhaltigkeit. Denn in den stark frequentierten Bereichen brauchte man einen besonders haltbaren Boden. Mit seinen Garnen schafft Eco Tec zugleich plastische Effekte und verhilft den Aufenthaltsbereichen zu einer modernen, konsequenten Formensprache.

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Öffentlicher Raum – städtischer Mehrwert Hochhäuser sollen in Tirol künftig einen sozialen und urbanen Mehrwert bringen. Im Fall des P2 wurde diese Idee erfolgreich umgesetzt. Hier entstand ein öffentlicher Platz mit Stadtbibliothek, der heute schon zu einem der neuen Treffpunkte in Tirols Hauptstadt zählt. www.carpet-concept.de


Schluss mit stundenlangen Online-Recherchen

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inside]  Bürogebäude in Österreich

Licht und Akustik Neubau mit starker Raumwirkung Am österreichischen Bürostandort des Küchenexperten für Lüftungstechnik BORA in Niederndorf planten die Innen­ architekten mit Nimbus Leuchten und akustisch wirksamen Pads von Rossoacoustic. Zusammen mit der ausgesuchten Materialität der Innenräume entfalten die Produkte eine starke räumliche Wirkung. Der Bauherr ist zufrieden – die Idee, mit dem Neubau regionale Bezüge zu entwickeln und zugleich ein modernes Arbeitsumfeld zu schaffen, wurde vollends verwirklicht.

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Das Spezialgebiet des Unternehmens BORA aus Raubling bei Rosenheim sind innovative Lösungen, die am Kochfeld störende Dunstabzugshauben ersetzen: Effektive Dunstabzugssysteme saugen Kochdünste und -gerüche direkt am Kochfeld ab – noch bevor sie aufsteigen können. Die Kompromisslosigkeit der Küchenarchitektur wollte das Unternehmen auch auf die eigenen Büroräume übertragen und ließ sich im Jahr 2018 von Guggenbichler und Wagenstaller Architekten aus Rosenheim einen neuen Standort in der österreichischen Gemeinde Niederndorf errichten. Nimbus lieferte dazu eine Sonderlösung aus der Produktfamilie Modul R Project sowie Elemente aus dem Rossoacoustic PAD System. „Wichtig war es dem Bauherrn, dass die Ausstattung der Arbeitsräume modernsten Ansprüchen gerecht wird“, erklärt Dietrich Brennenstuhl, Geschäftsführer von Nimbus. „Unsere Produkte kamen zum Einsatz, um die Atmosphäre in den Räumen möglichst angenehm für die Mitarbeiter und Besucher zu gestalten.“

Moderne Architektur mit regionalem Bezug Der nachhaltig konzipierte Neubau dient BORA als Verwaltungs-und Trainingsgebäude. Neben den Bereichen Marketing, Forschung und Entwicklung sind hier auch das Produktmanagement, die Corporate Architecture sowie der Export und ein Entwicklungslabor untergebracht. Die moderne, klare Architektursprache des Gebäudes vermittelt nach außen die Unternehmenswerte und setzt einen Fokus auf Regionalität. Die Fassade aus traditionellen heimischen Lärchenschindeln verleiht dem Bau Charakter und Wärme. 91


Kontrastreiche Materialien – stimmige Licht- und Akustiklösung Für die Innenarchitektur zeichnet Simon Gafriller vom Büro Werkhaus aus Raubling verantwortlich. Wenige ausgesuchte, reduzierte Materialien und eine natürliche, authentische Atmosphäre prägen die Arbeitsräume. Spannungsvoll bringt Gafriller rohen Beton, natürliche Holzelemente und filigranes Glas zusammen und unterstreicht die Kontraste der Materialität. Für die optimale Beleuchtung kam ein Konzept in Form einer Sonderlösung aus der Produktfamilie Modul R 600 Project zum Einsatz. Die Pendelleuchte besteht aus einem runden Baldachin, dessen breit abstrahlende Lichtverteilung sich positiv auf den Biorhythmus auswirkt.

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Schöne Aussichten – harmonische Symmetrie Mit dem Fenster- und Schiebetürsystem ONE hat der oberösterreichische Qualitätshersteller Josko eine Weltneuheit auf den Markt gebracht. Minimalistisch schlank, kompromisslos symmetrisch, individuell abgestimmt. Besonderes Plus: ONE lässt sich optimal mit bestehenden Josko Produktgruppen kombinieren. ONE by Josko hat die Eleganz der Fenster zurückgebracht: mit modernen Dämmwerten – aber mit der minimalen Rahmenansicht früherer Architekturepochen. Das schlanke und symmetrische ONE-Design ist einheitlich über die ganze Produkt-Familie erhältlich. Fenster, Schiebetüren, Terrassentüren und Fixteile haben immer eine Rahmenansicht von nur 5 Zentimetern. Mehr noch: ONE komplettiert den Josko Smart Mix und kann besonders harmonisch mit dem bewährten Ganzglas-System FixFrame und der Platin Classic FensterSerie an einem Gebäude kombiniert werden. Die Kombination von ONE mit FixFrame und Platin Classic schafft einen avantgardistischen Loft-Charakter, egal ob bei Neubauten oder Renovierungen. Durch die schlanken Rahmen von ONE und die rahmenlosen FixFrame Elemente entsteht ein besonders offenes Wohngefühl und eine Atmosphäre von Großzügigkeit und Helligkeit.

JOSKO Fenster und Türen GmbH Josko-Str. 1 · 4794 Kopfing im Innkreis Österreich Tel. +43 7763 2241-0 · Fax +43 7763 2810 vertriebsassistenz@josko.at www.josko.at 93


Wohlbefinden am Arbeitsplatz Optische Leichtigkeit vermittelnd, passen sich die flachen Leuchten im Design an die Elemente des Rossoacoustic PAD Systems an. Die filigranen und flexiblen Deckenabsorber sind akustisch wirksam und reagieren auf die individuellen Raum-

bedingungen durch optimale Platzierung. Sie werden ebenso wie die Leuchten von der Decke abgependelt, sind werkzeugfrei in der Höhe justierbar und schaffen ein akustisch angenehmes Raumklima. „Eine gründliche Licht- und Akustikplanung im

Büroraum trägt maßgeblich zum Wohlbefinden der Mitarbeiter bei“, weiß Experte Dietrich Brennenstuhl. In frischen, dezenten Grüntönen und hellen Nuancen setzen Leuchten und Pads anregende und freundliche Highlights im Büroalltag.

Guggenbichler + Wagenstaller Rosenheim info@guggenbichler-wagenstaller.de www.guggenbichler-wagenstaller.de

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Fotos] Josefine Unterhauser, Bad Reichenhall

Individuelle Raumkonzepte Individuelle räumliche Lösungen wurden mit den Nimbus Produkten für die Arbeitsplätze, Flure, Konferenzräume und die Küche der neuen BORA Niederlassung gefunden. Die Mitarbeiter zeigen sich zufrieden mit ihrem neuen Arbeitsumfeld. In den neuen Räumen verbindet sich, wie bei den eigenen Produkten des Unternehmens, eine außergewöhnliche Funktionalität, die subtil im Hintergrund arbeitet, mit einer dennoch starken Wirkung. www.nimbus-group.com

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Für jede Anforderung die richtige Lösung: verschiedene BetonLichtschächte MEAVECTOR an einer Hauswand

MEA Bautechnik GmbH Geschäftsbereich MEA Bausysteme Sudetenstr. 1 · 86551 Aichach Tel. 08251 91-0 · Fax 08251 91-1209 info@mea-group.com www.mea-group.com

MEA macht das Besondere einfach zuverlässig Wenn ein Bauwerk hohe Außendrücke im Tiefgeschoss verkraften muss, schlägt die Stunde des Betonlichtschachts: Verlässlichkeit ist da gefragt. Der Lichtschacht MEAVECTOR ist aus Beton der Güte C30/37 mit dem Qualitätssiegel von PÜZ BAU. Er hält sowohl ständig drückendem Wasser als auch konstant hohen Druckbelastungen stand, wie sie beispielsweise in der Umgebung von Tiefgaragen oder Industriebauten auftreten. Die Befahrbarkeit der Lichtschächte und der Gitterroste ist auf Lkw-Gewichte von bis zu zehn Tonnen Radlast ausgelegt. Hinter dem MEAVECTOR steht ein fast 10-jähriger Erfahrungsschatz mit dem Werkstoff Beton sowie mit der Konfiguration und der Montage von Lichtschächten. Davon profitieren Planer, Bauunternehmer und Bauherren gleichermaßen. So gibt es den Betonlichtschacht in zahlreichen Standardabmessungen und -ausführungen, aber auch kundenspezifisch konfiguriert mit nahezu beliebigen Anpassungen. Lichtschacht nach Maß So sind individuelle Abmessungen bis 700 cm Höhe bzw. 350 cm Breite ebenso erhältlich wie beispielsweise einschenklige Varianten, Ausklinkungen für einen passgenauen Anschluss der Perimeterdämmung und alle Ausführungen mit und ohne Boden. Ist ein Boden vorhanden, kann ihn der Kunde mit oder ohne Entwässerungsöffnung bestellen. In diese Öffnung ist bereits der Grundkörper des MEASTOP PRO Sets einbetoniert, an den sich ein handelsübliches DN100 Entwässerungsrohr anschließen lässt. Neben dem Grundkörper besteht das MEASTOP PRO Set aus einer Rückstausicherung mit Geruchssperre und einem Schraubflansch mit Schmutzsieb. Das Set schützt zuverlässig vor rückstauendem Wasser und ist durch das Deutsche Institut für Bautechnik DIBt, Berlin, bauaufsichtlich zugelassen. Der MEASTOP PRO kann zusätzliche Rückstauverschlüsse nach DIN EN 13564 ersetzen. Mit dem Montagesystem MEAFIX kann der Beton-Lichtschacht MEAVECTOR wärmebrückenfrei auf der Kellerwand befestigt wer-

den. Bei erhöhtem Druckwasserrisiko bieten die Ausführungen MEAVECTOR AQUA und AQUA PLUS zusätzlichen Schutz. Die AQUA-Version der Betonlichtschächte trägt an der Montageseite ein Dichtband aus Butylkautschuk mit integriertem Kompressionsschutz, bei AQUA PLUS trennt zusätzlich ein druckstabiler Abstandshalter Gebäude und Schacht. Einfache Montage Für eine einfache und sichere Montage der Schwergewichte sowie für einen sauberen Anschluss zwischen Lichtschacht und Kellerwand sorgt das MEA Connect System. Herzstück des Systems ist die Montagedämmplatte MEAFIX. Ihre Stärke beträgt für die Betonlichtschächte MEAVECTOR 8 bis 20 Zentimeter, für die GFKSchächte bis 30 Zentimeter. Das vorkonfektionierte Dämmelement aus extrudiertem Polystyrol-Hartschaum ist – je nach Größe des Lichtschachts – in unterschiedlichen Abmessungen sowie mit verschiedenen Fensteraussparungen lieferbar. Passgenaue Bohrmarkierungen in der Faserzementschicht erleichtern die Montage der mitgelieferten Dämmstoffdübel. Mithilfe des MEA Connect Systems kann der Architekt sicher planen und auf der Baustelle werden aufwendige Improvisationen vermieden.

Druckwasserdichte direkte Wandmontage eines individuell angefertigten Beton-Lichtschachts MEAVECTOR AQUA PLUS mit Ausklinkung

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inside]  FHNW Campus Muttenz in der Schweiz

Dreizehn Kilometer Licht für die Wissenschaft Beeindruckender Neubau des FHNW Campus Muttenz Mit einer Kantenlänge von rund 65 Metern ragt der Kubus aus der weiten Ferne sichtbar in die Höhe. Es ist ein schlichter und zugleich monumentaler Bau für Bildung und Forschung, den das Schweizer Büro pool Architekten entworfen hat. Für dieses außergewöhnliche Bauwerk entwickelte Zumtobel gemeinsam mit den Lichtplanern von Reflexion eine neue Leuchte, von der über 13 Kilometer mit der Architektur in Muttenz verwebt wurden. 96


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Es ist ein Kraftort, den das Schweizer Architekturbüro pool mit seinem Neubau für die Fachhochschule Nordwestschweiz in Muttenz geschaffen hat. Der 65 Meter hohe Kubus türmt sich über die Weite des angrenzenden Gleisfelds, eingeleitet durch einen von Baumreihen gesäumten Park und einen großzügigen Vorplatz. Sein kupferfarbenes Fassadenkleid glänzt einladend in der Sonne. Und in seinem Inneren geben zwei spektakuläre Atrien den Blick in den Himmel frei – eingerahmt von einer schlichten, aber beeindruckenden Architektur. Geschäftiges Treiben überall. Wie sollte es auch anders sein, bei circa 4.000 Studierenden und 840 Mitarbeitenden, die hier täglich lernen, lehren und forschen. Für dieses Kraftwerk des Wissens hat Zumtobel mit dem Schweizer Lichtplanerbüro Reflexion und pool Architekten die Leuchte Freeline entwickelt, die nun zu der Sonderkollektion the editions gehört. „Die Architektur des Neubaus ist überaus stringent und hat eine starke grafische Qualität“, so Thomas Mika, Geschäftsführer von Reflexion und verantwortlich für das Lichtkonzept des Hochschulbaus. „Also entschieden wir uns, sämtliche Leuchten weitestgehend in die Bauteile zu integrieren.“ Diese Entscheidung unterstreicht die Schlichtheit des monumentalen Baukörpers: Eine sichtbare Tragstruktur aus Beton und im Kontrast dazu warmes Holz bestimmen seinen Grundton. Vielfältige Tageslichtsituationen sorgen für unterschiedliche Atmosphären und Raumeindrücke. Im Erdgeschoss bietet das Foyer Raum zum Ankommen und 98


Verweilen. Auch eine Aula sowie eine Mensa und das Campus-Restaurant „Cube“ finden hier Platz. Die rampenartigen, fast drei Meter breiten Treppen stehen im Mittelpunkt der Architektur. Geradezu skulptural durchkreuzen sie das Atrium und führen zu den beiden Hörsaalebenen im ersten und zweiten Obergeschoss. Weitere Highlights des Baus sind die Bibliothek im dritten Geschoss, deren breites Fensterband die Fassade strukturiert, und der Dachgarten, eine grüne Oase, die sich in der 12. Etage befindet. Und natürlich überzeugt der Bau durch seinen einmaligen Weitblick in die Umgebung, den man von den Büro- und Seminarräumen aus genießen kann. „Bei einem Projekt dieser Größenordnung braucht das Lichtkonzept einen Hauptlayer, der die unterschiedlichen Räume über das gesamte Gebäude verbindet und sich in die Architektur einwebt“, verdeutlicht Mika. Die Rippendecken aus Beton bestimmen die Büro-, Seminar- und Laborräume sowie die Korridore des neuen Hochschulbaus von der 3. bis zur 12. Etage. Reflexion entschied sich, eine lineare Leuchte zwischen jede der Rippen einzufügen, sodass eine gleichmäßige Lichtdichte und Lichtsetzung die Räumlichkeiten prägt. Doch nicht ein einfaches, zweidimensionales Lichtband war der Wunsch der Lichtplaner, sondern ein körperhaftes, dreidimensionales Licht sollte die Architektur

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erhellen und zugleich auch als Beleuchtung der Arbeitsplätze dienen. Mit diesem Wunsch wandte sich Reflexion an Zumtobel und erarbeitete gemeinsam mit den Experten des Atelier of Light eine Sonderleuchte: die freeline. Die Leuchte besticht durch ihre schlichte Eleganz: Allein ein schmales U-Profil aus Aluminium und eine PMMA-Abdeckung bestimmen die Gestalt der Leuchte. Ermöglicht wird dies durch eine miniaturisierte Bauweise, bei der das Betriebsgerät ausgelagert wird. „Um ein körperhaftes Licht zu erzeugen, bedarf es einer dreidimensionalen Lichtaustrittsfläche“, erklärt Mika, „doch laterale Lichtaustrittsflächen sind gerade bei Büroanwendungen kritisch, schließlich möchte man blendfrei arbeiten.“ 100

Um diese Gegensätze zu vereinen, besteht die Freeline aus einer primären und einer sekundären Optik. Die primäre Optik setzt sich aus einer Hochleistungslinse, die das Licht des LED-Bandes bündelt, und einem Diffusor, der das Licht gezielt zu den Austrittsflächen unterhalb des Aluminiumprofils lenkt, zusammen. Die sekundäre,

mikroprismatische Optik (MPO) dient der präzisen Lichtlenkung für Büroanwendungen. Somit erfüllt die Leuchte einen UGR19-Standard. „Die Zusammenarbeit mit Zumtobel war eine gestalterische wie technische Iteration“, beschreibt Mika von Reflexion den Designprozess. „Und das zeichnet den Leuchtenhersteller als Partner aus: Mit großer Sensibilität setzte er unsere Ideen und Pläne um.“ Gleich zwei Versionen der Freeline sind entstanden. Ihr äußeres Erscheinungsbild ist identisch, doch unterscheiden sie sich in ihrer Optik – und damit in ihren Anwendungsbereichen. Während das eine Modell durch die präzise Lichtlenkung der MPO für Büro- und Schulraumanwendungen geeignet ist, ist das zweite mit einer lentikulären Optik ausgestattet. Dies impliziert eine Lichtlenkung für eine asymmetrische Lichtverteilung: ideal, um Architektur zu betonen, z. B. als Wallwasher oder als Tafelbeleuchtung wie in den Seminarräumen im FHNW Campus Muttenz. Die neue Leuchte macht ihrem Namen alle Ehre: Über 13 Kilometer Licht formt die Leuchte in dem Neubau der Fachhochschule. Aber nicht nur die elegante grafische Gestalt und der flexible Einsatz der Leuchte haben die Bauherren überzeugt, sondern auch die einfache Montage – die Leuchte wird lediglich auf einer Niedervoltschiene eingefügt. Speziell geschultes Personal bei der Installation ist daher nicht notwendig. Ein wichtiger Faktor, schließlich wollte die Hochschule die Räumlichkeiten zum Wintersemester 2018/19 beziehen. Eine schnelle, unkomplizierte Installation war daher ebenso essenziell wie die großen Stückzahlen, die Zumtobel in kürzester Entwicklungs- und Produktionszeit zur Verfügung stellen konnte. www.zumtobel.com

pool Architekten

Reflexion AG

Zürich, Schweiz

Zürich, Schweiz

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mail@reflexion.ch www.reflexion.ch


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inside]  Apoxiomen-Museum in Kroatien

Ins Museum führt ein dem Meeresgrund nachstilisierter Raum mit leuchtend kobaltblauen Wänden – inszeniert durch das LED-Multifunktionswerkzeug Supersystem II.

Lichtlösung sorgt für richtige Stimmung Aus der Tiefe der Geschichte ins Licht der Gegenwart Das Muzej Apoksiomena im kroatischen Mali Lošinj erzählt die emotionale Geschichte der im Meer vor der Küste Lošinjs gefundenen Statue des Apoxyomenos, auch bekannt als „Athlet aus Lošinj“. Bühnenbildartig mit Licht­ lösungen inszenierte Räume nehmen die Besucher mit auf eine faszinierende Reise in die Antike. 102


Im alten Kvarner Palast von Mali Lošinj befindet sich das Muzej Apoksiomena. Auffallend am Abend: das farbige RGBStreiflicht der LED-Wandleuchten Ikono von Zumtobel.

Niemand weiß, wie lange und warum die über 2000 Jahre alte Bronzestatue des Apoxyomenos am Grund des Mittelmeers lag. 1996 wurde sie – in 45 Meter Tiefe halb im Sand versunken und bedeckt von Muscheln und Meerespflanzen – zufällig von Hobbytauchern gefunden und drei Jahre später geborgen. Die Fachwelt ist sich einig: Der vor der Küste der Insel Lošinj entdeckte griechische Athlet ist ein einmaliger Sensationsfund. Nach sechs Jahren akribischer Restaurationsarbeit entwarfen ihm die kroatischen Baukünstler Idis Turato und Saša Randić ein neues Museum. Gemeinsam mit ihnen und vielen anderen beteiligten Planern entwickelte Zumtobel ein maßgeschneidertes Beleuchtungskonzept, das die Geschichte der Statue mithilfe vielfältiger LED-Lichtlösungen mit allen Sinnen erlebbar macht.

Das Kino weckt Assoziationen mit Wasserpflanzen, hervorgerufen durch die floralen Muster aus handgewebter Merino­wolle, verstärkt durch die LED-RGB-Bodeneinbauleuchten Paso II.

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Fundstücke aus dem Inneren der Statue werden in kleinen Vitrinen der Olivenholzwand zur Schau gestellt, akzentuiert durch das LED-Lichtsystem ­Microtools.

Üppige Vegetation, sanfte Hügel, mildes mediterranes Klima – Mali Lošinj ist ein malerisches Ort auf der Insel Lošinj mitten im azurblauen Meer der nördlichen Adria. Im alten Kvarner Palast an der Uferpromenade befindet sich das Muzej Apoksiomena, auf den ersten Blick ein Haus kaum anders als all die Nachbargebäude. Auffällig sind jedoch ein gläserner Dachaufbau und ein gedeckter Eingangsbereich, der eigentlich ein breiter Balkon ist. In der Abenddämmerung kommt eine weitere Besonderheit hinzu: das farbige Streiflicht. Außenwand und Balkon erscheinen dann

als Komposition aus Farbflächen, die eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausüben. Die hier eingesetzten LED-RGB-Wandleuchten respektive -Bodeneinbauleuchten geben einen Vorgeschmack auf das, was das Museum auszeichnet. Es ist ein einzigartiges Schatzkästchen, das eine liebevoll gestaltete Raumskulptur enthält, in der die Besucher durch bühnenbildartig inszenierte Räume wandeln, um sich schrittweise Apoxyomenos und seiner Geschichte anzunähern. „Wie in Filmszenen von Stanley Kubrick entfaltet sich das Museum in rhythmisierten Abschnitten vor seinen Besuchern“,

Aus dem weißen Hauptraum gelangt man über ein von Linaria beleuchtetes komplett schwarzes Treppenhaus in einen kaleidoskopartig verspiegelten Raum.

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Zeitlose Klassiker:

Sprossenfenster inszenieren Räume

beschreibt Turato sein Konzept. Erstes Bild dieser Inszenierung ist der Meeresgrund. Besucher finden sich nach Betreten des Museums in einem ausgehöhlten Gebäude mit leuchtend kobaltblauen Wänden wieder. Über ihnen scheint ein frei eingestellter weißer Stahlkörper zu schweben, dessen grob verschweißte Stahlplatten an einen mächtigen Schiffsrumpf erinnern. Die seitlich am Stahlkörper in Niedervolt-Stromschienen angebrachten LED-Multifunktionswerkzeuge Supersystem II von ­Zumtobel sowie entlang der Wände in den Boden integrierte LED-Streifen fokussieren den Blick der Besucher auf diese raumbestimmenden Elemente. Die Lichtquellen selbst bleiben im Hintergrund. In einer weißen Stahlblechröhre geht es mit einer Rolltreppe ins Innere der Raumskulptur zum ersten Ausstellungsraum. Hier, im gedämpften Licht hinterleuchteter Wandtafeln und Tische, erhalten sie eine erste Einführung in die historische Bedeutung, den Fundort und die Restaurierung der Statue. Die Geschichten finden ihre Fortsetzung im benachbarten Kino, dessen farbenfrohe Raumgestaltung Assoziationen zu Wasserpflanzen weckt. Hervorgerufen wird dieses Bild durch die vollflächige Bekleidung von Sitzstufen, Wänden und Decke mit floralen Mustern aus handgewebter Merinowolle. Der Eindruck einer Unterwasserwelt wird verstärkt durch LED-RGB-Bodeneinbauleuchten, die durch fließende Farbübergänge für eine schummrige Unterwasseratmosphäre sorgen.

Als Gestaltungselement in der Fassade eignen sich Sprossenfenster in den verschiedensten Formen und Größen – bis hin zu Erkerfenstern, Rundfenstern oder verglasten Giebeln. Speziell für große Formate, die hohe statische Anforderungen stellen, und als Sonderformen wie Rund-, Spitz- und Segmentbögen sind diese zeitlosen Klassiker ideal. Als raumhohe Fenster und Terrassentüren verleihen sie Villen im Landhausstil eine hochwertige Optik und harmonieren dabei perfekt mit Säulen und Erkern oder großen Veranden.

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Randić & Turato Rijeka, Kroatien info@randic-turato.hr www.randic-turato.hr

Ganz ohne Schatten zeigt sich der weiße Hauptraum mit Apoxyomenos, illuminiert durch die Flächenleuchten des LED-Lichtsystems Cielos. Fotos] Zumtobel/Fotograf: Faruk Pinjo

Auf einer gänzlich roten Treppe flanieren die Besucher weiter in den Medienraum. Er vermittelt nicht nur, was in aller Welt über Apoxyomenos berichtet wird. Durch eine Deckenöffnung ist der griechische Athlet in diesem Raum zum ersten Mal auch im Original zu sehen. Eine weitere Treppe mit lebhafter Olivenholzwandbekleidung führt ins oberste Geschoss. Fundstücke, die sich auf dem Meeresgrund noch im Inneren der Statue befanden – wie z. B. Zweige, Kräutersamen und Olivenkerne – werden hier in kleinen, wandintegrierten Vitrinen zur Schau gestellt. Die präzise Akzentbeleuchtung der ­Objekte gelingt mithilfe des miniaturisierten LED-Lichtsystems ­Microtools. Ganz ohne Farben und vor allem ganz ohne Schatten präsentiert sich der weiße Hauptraum mit Apoxyomenos als geheimnisvoller Höhepunkt des Museums. Seine besondere Aura, die die ganze Aufmerksamkeit auf die 1,92 Meter große Bronzestatue lenkt, basiert wesentlich auf einem weißen Boden sowie auf weißen, nahtlos in die Decke übergehenden Textilwänden. Im Sinne der entmaterialisierenden Wirkung war eine gleichsam körperlose Lichtlösung mit nicht sichtbaren Lichtquellen zu entwickeln. Dieser Herausforderung werden die Flächenleuchten des LED-Lichtsystems ge106

recht, die nicht bündig, sondern mit dazwischenliegenden ­LED-Streifen montiert wurden. So konnte ausgeschlossen werden, dass sich die Fugen zwischen den einzelnen Elementen auf den Textilflächen abzeichnen. Im Kontrast hierzu schaffen bewusst diagonal zur Verlegerichtung der Glasbodenplatten angebrachte Lichtflächen eine Art Fundament. Aus dem weißen Raum gelangen die Besucher schließlich über ein völlig schwarzes Treppenhaus, beleuchtet durch eine Lichtlinie, in jenen Raum, dessen gläserner Dachaufbau schon von der Uferpromenade zu erkennen war. In der kaleidoskopartig verspiegelten Decke sehen sie die malerische Bucht von Mali Lošinj. Mit dem Muzej Apoksiomena entstand ein Raumkunstwerk, das Apoxyomenos und seinen Weg aus der Tiefe des Meeres ans Tageslicht eindrucksvoll erlebbar macht. Die mit dem Lichtmanagementsystem steuerbaren und aus dramaturgischen Gründen grundsätzlich dimmbaren LED-Leuchten von Zumtobel tragen überall im Gebäude maßgeblich dazu bei, diese einzigartige Geschichte in dieser Eindringlichkeit zu erzählen. www.zumtobel.com


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inside]  Betriebsrestaurant in Landshut

Gutes Essen, gutes Ambiente, gute Raumakustik Angenehme Pausenzeit im Betriebsrestaurant des BMW Group Werks Landshut Gut speisen in ruhigem Ambiente: Mit seiner freundlichen Atmosphäre ist das Betriebsrestaurant im Landshuter Werk der BMW Group für die Beschäftigten schnell zum beliebten Treffpunkt geworden.

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Das Ende 2018 eröffnete Mitarbeiterrestaurant ist hell und modern gestaltet und wirkt durch seine großzügige Bauweise attraktiv und offen. Genau dies birgt jedoch erhöhte Anforderungen an die Raumakustik. Denn das Betriebsrestaurant ist nicht nur ein Ort, an dem gegessen wird, es dient auch der Kommunikation. Neben dem Geräuschpegel aus Unterhaltungen herrscht zusätzlich Lärm durch das Klappern von Geschirr und Bestecken. Bei der Ausstattung der Betriebsgaststätte ging es folglich darum, Materialien einzusetzen, welche die Geräuschkulisse im Raum möglichst weit senken. Beim Bodenbelag entschied sich die BMW Group daher für norament arago. Denn der Kautschukboden, der auf mehr als 900 Quadratmetern in der gesamten Kantine liegt, unterstützt eine gute Akustik. Zudem ist er besonders widerstandsfähig und wird durch seine natürlich anmutende Reliefstruktur zum attraktiven Gestaltungselement.

Geräuschdämmend und ergonomisch Das Werk Landshut beliefert alle Fahrzeug- und Motorenwerke der BMW Group weltweit mit innovativen Komponenten. Als Kompetenzzentrum für Leichtbau und Elektromobilität setzen

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die rund 4.100 Mitarbeiter aus 35 Nationen die Trends für eine gesamte Branche. Damit sich die Beschäftigten in ihren Essenspausen möglichst gut entspannen können, war den Verantwortlichen der BMW Group wichtig, dass das Betriebsrestaurant einen wohnlichen Charakter ausstrahlt. Stühle und Tische in hellem Beige wechseln sich mit Sitzmöbeln in dunklem Braun ab. Stehtische aus hellem Massivholz unterteilen den Raum und lockern ihn auf. Die Essensausgabe macht schon optisch Appetit: Über den dunkelbraunen Theken mit ihren Glasaufbau-

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ten prangt das Motto „Vielfalt, Genuss und Frische“. Wie mittlerweile viele Arbeitgeber weltweit, achtet die BMW Group in ihren Betriebsgaststätten auf eine gute akustische Qualität. Dazu muss der Geräuschpegel reduziert werden. „Neben Schallschutzelementen in Decken und Wänden kann auch der Bodenbelag einen entscheidenden Beitrag zu einer Reduktion des Lärmpegels leisten“, erläutert Helmut Wichmann, Bezirksleiter bei nora systems. Die gewählten Böden vermindern die Gehgeräusche, wie das Klappern von Absätzen, erheblich.

Widerstandsfähig und elegant Mit ihrer extrem dichten, geschlossenen Oberfläche eignen sich die Kautschukbodenbeläge perfekt für stark frequentierte Bereiche. Allein seit 2014 lieferte nora systems weltweit mehr als 77.000 Quadratmeter norament und noraplan Böden an die BMW Group. In Deutschland gingen insgesamt rund 37.000 Quadratmeter an die Standorte Dingolfing, Landshut, Leipzig, München und Regensburg. Die Kautschukböden liegen in Werkshallen, Laboren und Forschungszentren. Am häufigsten kam bei der BMW Group bislang norament grano zum Einsatz. norament arago, der neueste Zugang

im norament Sortiment, eignet sich mit seiner stilvollen marmorierten Optik ideal für repräsentative Bereiche wie das Betriebsrestaurant im Landshuter Werk. Keine Fliese gleicht der anderen, jeder Quadratmeter ist ein Unikat. norament arago ist in zwölf eleganten Grautönen erhältlich – diese puristische Farbrange ist nach wie vor hoch im Kurs, wenn es darum geht, Räumen eine moderne und gleichzeitig natürliche Optik zu verleihen.

Nachhaltig und langlebig Nachhaltiges Denken und Handeln ist für Bodenbelagshersteller von höchster Bedeutung und die Produkte tragen gleich in mehrfacher Hinsicht dazu bei: Je seltener ein Boden im Gebäude ausgetauscht werden muss, desto positiver ist dies für die Nachhaltigkeitsbewertung. Die extreme Verschleißfestigkeit und Langlebigkeit von Kautschukböden, die nach jahrzehntelanger intensiver Beanspruchung immer noch nahezu neu aussehen, leisten somit einen maßgeblichen Beitrag zum nachhaltigen, gesundheitsverträglichen Bauen, was sich auch in internationalen Zertifizierungen wie dem Blauen Engel, LEED, BRE, A+ Greenguard Gold oder Indoor Air Comfort Gold ausdrückt.

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Fotos] © samba photography Markus Bachmann

Auch die Dauerelastizität der Böden bleibt über den gesamten Lebenszyklus hinweg erhalten. Zudem müssen Kautschukbeläge nicht beschichtet werden und lassen sich so leicht und wirtschaftlich reinigen. Weil sie keine Weichmacher und Halogene enthalten, sind sie besonders emissionsarm und unterstützen eine gute Innenraumluft. So bedeutet die Entscheidung für Kautschukböden bei

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der BMW Group nicht nur mehr Wohlbefinden und Nachhaltigkeit, sondern zudem eine Investition in die Zukunft. Denn ausgeruhtes Personal, das in den Pausen Erholung findet, ist gesünder und leistungsfähiger. www.nora.com/de


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inside]  Miba-Forum in Österreich

Zeitgemäßes Lernen und Arbeiten Neubau Miba-Forum von Delugan Meissl Das Kunden-, Innovations- und Lernzentrum der MIBA AG wurde im September 2017 eingeweiht. Der 4.600 Quadratmeter große Neubau ergänzt den Stammsitz des weltweit tätigen Technologieunternehmens in Laakirchen, zwischen Salzburg und Linz. Arbeitsbereiche, Besprechungs- und Schulungsräume sind auf zwei Ebenen um einen Innenhof herum gruppiert. Das Erdgeschoss ist als Stahlbetonmassivbau ausgeführt, die Büroetage darüber liegt direkt unter einer offenen Dachkonstruktion aus BauBuche. Ende 2017 wurde das Projekt mit dem Holzbaupreis Steiermark ausgezeichnet. 114


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Der Entwurf des Architekturbüros Delugan Meissl (Wien) transformiert die traditionelle Bauform des „Vierkant­hofs“ zu einem zeitgemäßen Verwaltungsgebäude, das einerseits Austausch und Kommunikation, andererseits konzentriertes Arbeiten und Lernen ermöglicht. „Das Miba-Forum ist eine Neuinterpretation des in Oberösterreich sehr verbreiteten Vierkanthofs“, erläuterte Architekt Roman Delugan anlässlich der Eröffnung. „Eine regional verankerte Bauform wurde gewählt, um den Anforderungen an das Gebäude als Begegnungs- und Kommunikationsstätte mit Anspruch auf 116

Repräsentation eines weltweit tätigen Unternehmens gerecht zu werden.“ Besucher erreichen die neue Miba Zentrale nach einem Gang durch den kleinen Park, der am Rand des Firmengeländes neu angelegt wurde. Mit seinen umlaufenden, schmalen Fensterbändern auf Bodenhöhe sowie zwischen Erdgeschoss und Dach wirkt der an sich streng rechtwinklige Baukörper leicht und transparent. Das Dach selbst ist über dem westlichen Gebäudeteil, in dem sich ein Schulungsraum und das Foyer befinden, höher als auf der Ostseite.


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So ergibt sich eine ungewöhnliche Geometrie mit unterschiedlich geneigten Dachflächen. Im Erdgeschoss befinden sich die eher öffentlichen Bereiche des Forums: Empfang, Gastronomie, Bibliothek und zahlreiche Besprechungsräume. Sie sind von der natürlich belichteten repräsentativen „Ausstellungszone“ aus erreichbar, die um den gesamten Innenhof herum verläuft. Über eine frei stehende Treppe gelangen die Mitarbeiter in die Büroetage. Durch die Zonierung dieses

Die Würth DOCUsmart Baudokumentationssoftware digitalisiert den kompletten Dokumentationsvorgang und unterstützt entscheidend die Kommunikation auf der Baustelle. Medienbrüche, Kommunikationslücken oder Zettelchaos gehören der Vergangenheit an. Schon im Montageprozess kann an der Dokumentation gemeinschaftlich gearbeitet werden. Aufgaben werden verteilt, terminiert und über E-Mail kommuniziert. Fehler werden früh erkannt bzw. schon im Vorfeld vermieden. Dies steigert die Ausführungsqualität und trägt entscheidend zur Termintreue und Kostensicherheit bei. In der Würth DOCUsmart kann kooperativ gearbeitet werden. Der Key User kann je nach Bedürfnis seine Kollegen, aber auch ein komplettes Bauteam aus Auftraggeber, Auftragnehmer oder Gutachter mit ins Projekt nehmen. Alle Beteiligten haben in Abhängigkeit der ihnen zugewiesenen Rechte Zugriff auf die gleichen, immer dem aktuellen Stand entsprechenden Daten. Mit der kostenlosen App kann auch im Offline-Modus auf der Baustelle gearbeitet werden. Durch eine spätere Synchronisation sorgen wir für eine sichere Datenkonsistenz. Die Würth DOCUsmart ist eine webbasierte Softwarelösung. Sie ist lizenziert über den Key User. Er kann über seine Lizenz beliebig viele Projekte anlegen und in diese Projekte beliebig viele Beteiligte hinzuziehen. Den Beteiligten können Rollen zugewiesen werden. Die kostenfrei mit der Basis Lizenz erhältliche App-Lösung sorgt für die Anwendung der Softwarelösung am Ort und am Zeitpunkt des Geschehens. Informieren Sie sich auf www.wuerth.de/baudokumentation

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Obergeschosses mit Gruppenbüros sowie kleinen und großen Besprechungsräumen entstanden hier hochwertige Arbeitsbereiche, der Eindruck eines zugigen und lauten Großraumbüros wird elegant vermieden. 118

Fotos] Daniel Hawelka

Die Dachkonstruktion aus Furnierschichtholz ist auf der Decke zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss aufgeständert und im gesamten Dachgeschoss sowie teilweise vom Erdgeschoss aus sichtbar.

Die unbehandelt belassenenen Bauteile aus Furnierschichtholz prägen das Erscheinungsbild der Innenräume im Miba ­Forum. Das Tragwerk wurde von den Architekten gemeinsam mit Bollinger + Grohmann Ingenieure (Wien) in einer komplexen 3DPlanung entwickelt. Dabei waren durch die ungewöhnliche Geometrie des Dachs über 240 unterschiedliche Knotenpunkte erforderlich. Das Ergebnis überzeugt. „Die schlanken Bauteile und deren edle Oberfläche verleihen der Dachkonstruktion eine optische Leichtigkeit und erzeugen ein angenehmes Raumgefühl“, sagt ­Gerhard Gölles, Senior Project Manager bei Delugan Meissl Associated Architects. „Durch die hohen Festigkeitswerte der BauBuche konnten die Querschnitte der sichtbaren Tragwerksrahmen, Pfetten und Sparren im Vergleich zur Konstruktion mit herkömmlichem Fichten-Brettschichtholz um etwa 50 Prozent reduziert werden.“ www.pollmeier.com


Der verfügbare Lebensraum in unseren Städten ist ein immer kleiner werdendes Gut, da das städtische Leben in Dichte und Anzahl stetig zunimmt. Das Dach eines Gebäudes, bisher ein vernachlässigtes Bauelement, wird heute zu einem urbanen Raum für sich. Aktiv genutzte Dächer müssen höhere Baustandards erfüllen als andere Dächer. Der Sicherheitsdämmstoff FOAMGLAS® eröffnet Ihnen eine Welt voller Möglichkeiten. Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Park, einen Swimmingpool oder sogar ein Restaurant auf Ihrem Dach. Mit FOAMGLAS® können Sie Ihre Projekte realisieren und sicher sein, dass Ihr Dach den höchsten Sicherheitsstandards entspricht. Die meisten Anwendungen können mit einer FOAMGLAS® Standardlösung durchgeführt werden: dem Kompaktdach. Verleihen Sie Ihrem Gebäude einen besonderen Reiz urbanen Lebens. Lesen Sie mehr unter www.foamglas.de


inside]  Dubai Opera

Traditionelle Formen in futuristischem Gebäudedesign Automatische Türlösungen in „maritimer“ Architektur Als einzigartiger Veranstaltungsort und erste multifunktionale Kulturstätte im Herzen von Downtown Dubai lässt die Dubai Opera die Herzen von Musik-, Theater- und Ballett-Liebhabern höherschlagen. Das Gebäude kann flexibel in ein Theater, einen Konzertsaal, einen Ausstellungsraum oder eine 2.000 Quadratmeter große Tagungsfläche umgewandelt werden. Die Konzertbestuhlung bietet Platz für 2.000 Zuhörer, Festbankette können für bis zu 1.000 Gäste ausgerichtet werden. Dem Hauptauditorium schließen sich Bühnen für kleinere Darbietungen und Proberäume an. Vom Dachgarten mit Restaurant hat man ­einen atemberaubenden Blick auf den Burj-Khalifa-Komplex und die Dubai Fountains, die größten Wasserspiele der Welt. 120

Die Architektur der Dubai Opera in Form einer Dhau, der traditionellen arabischen Schiffsform, würdigt die Geschichte des Emirats. Bei der Eröffnungsgala stand niemand geringerer als die Tenorlegende Plácido Domingo auf der Bühne. Im Mittelpunkt des Programms des Hauses stehen Oper, klassische Musik und Theater sowie Ballett. Genauso werden aber auch Komödien, Musicals, Jazz, Familienshows, Modenschauen und ein großes Spektrum weiterer Unterhaltungsformate angeboten. Es ist der unbedingte Anspruch der Dubai Opera, die angestammte Bevölkerung genauso wie das internationale Publikum, das in Dubai lebt und arbeitet, und die Besucher aus allen Teilen der Welt mit erstklassigen Darbietungen von Künstlern von Weltrang zu unterhalten und zu bereichern.


Gestaltungsfreiheit mit Powerturn-Drehtürsystemen Entworfen wurde das Gebäude von Janus Rostock, dem für Projekte im Mittleren Osten leitenden Architekten des weltweit tätigen Ingenieur- und Architektur-Konzerns Atkins. In die postmoderne Architektur fügen sich die automatischen Drehtürsysteme mit Powerturn-Antrieben von GEZE harmonisch ein. Die Antriebe bieten größtmögliche Flexibilität bei der Gestaltung von Türlösungen in den verschiedensten baulichen Umgebungen, Funktionsvielfalt und dezente Optik. Darum sind die Powerturn-Türen perfekte Lösungen in den Glasfassaden, deren geneigte Form – genauso wie der Schwung des Dachs – ebenso den Dhaus nachempfunden wurde. Leise, leicht und sicher bewegen die starken Powerturn-Drehtürantriebe die großen und schweren Glasflügel von dreizehn zweiflügeligen Drehtüranlagen in der transparenten Fassade. Automatisch und barrierefrei öffnen sie den Besuchern die Türen. Durch ihre einzigartige Smart swing Funktion können Powerturn-Türen von innen auch ganz leicht mit der Hand geöffnet werden. GEZE-typisch nur sieben Zentimeter hoch, ist das Antriebsdesign sehr dezent. Die weit öffnenden Fluchttüren ermöglichen im Gefahrenfall allen Menschen, das Gebäude in kürzester Zeit zu verlassen – auch bei Stromausfall, z. B. im Brandfall. Werden die Türen nicht im Automatikmodus betrieben, so werden sie von der Fluchttürverriegelung zugehalten. Diese ist so klein, dass sie in den sehr schmalen Türprofilen nur minimalen Raum benötigt. Bei Betätigung des Öffnungstasters im Gebäudeinneren oder einem Signal der Brandmeldezentrale wird die Fluchttürverriegelung gelöst und die Powerturn-Antriebe öffnen die Türflügel. Die spezielle Türverriegelung mit drei Fallen bietet einen sehr starken Halt. Durch ein sicheres Entriegeln auch unter hoher Vorlast ermöglicht die FTV 320 ein zuverlässiges Öffnen auch dann, wenn flüchtende Menschen in einer Paniksituation gegen die Tür drücken.

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Gebäude und Drehtürsysteme: doppelt ausgezeichnet Zweifach mit Plus X Awards ausgezeichnet, sind Powerturn-Antriebe die Flaggschiffe des Drehtürantriebe-Programms von GEZE. Sie dürfen zu den Faktoren gezählt werden, die Ende 2016 zur Aus-

zeichnung der Dubai Opera als Project of the Year und Best Public Building innerhalb der Identity Design Awards des Architektur- und Designmagazins identity beigetragen haben.

Festgestellt: Maximale Gebäudesicherheit Barrierefreier Begehkomfort, Brandschutz und dezentes Design sind die Anforderungen an die zahlreichen manuellen zweiflügeligen Drehtüren, die von den Treppenhausfluren in die drei oberen Stockwerke führen. Damit die Türen auch offen stehen können und im Brandfall selbsttätig schließen, wurden Feststellanlagen gewählt. Sie halten Türen so lange elektrisch offen, bis sie entweder mit der Hand oder durch die Auslösung eines Brandmelders geschlossen werden. Ein Türschließersystem ermöglicht die beidseitige elektromechanische stufenlos einstellbare Feststellung der Türen. Der Feststellwinkel der Türflügel ist von 80 bis 130 Grad individuell einstellbar, sodass die Türen an unterschiedliche bauliche Gegebenheiten angepasst werden können. Durchgehend und dezent ist die nur bei geöffneter Tür sichtbare E-Gleitschiene. Darin enthalten ist die elektromagnetische (E)-Feststellung für beide Türflügel und eine integrierte Schließfolgeregelung. Sind beide Türflügel geöffnet und eingerastet, sorgt sie nach der Lösung der Feststellung im Brandfall für ein folgerichtiges, sicheres Schließen. Variabel bis zur hohen Schließkraft Größe EN 6 einstellbar, schließen die Türen zuverlässig und sicher. Das Türschließersystem ist auch an Feuer- und Rauchschutztüren zugelassen, denn selbstverständlich entsprechen die GEZE Produkte in der Dubai Opera allen gängigen europäischen Normen und Sicherheitsstandards.

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Fotos] Nicolas Tohme

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LLEN: HNEN FREI BESTE N E T S O K B IT U M E N B A T R E D JETZ C B A E REGELN – T E C H N IS C H Abb. Makroaufnahme einer beschieferten Bitumenbahn.

Daran soll sich das Wetter abarbeiten. Der härteste Gegner fürs Wetter – und der beste Freund des Architekten. Entscheiden Sie sich beim Dach für die sichere Abdichtung mit Bitumenbahnen: • Vertrauen Sie auf das höchste technische Niveau der Branche. • Nutzen Sie die Gestaltungsfreiheit von Bitumenbahnen. • Empfehlen Sie Flachdächer – sorgenfrei. Technische Regeln, Auflage 6: Sichern Sie sich ein Exemplar des begehrten Regelwerks, überarbeitet auf Basis der neuen Abdichtungsnormen. Hier geht es zur Bestellung. derdichtebau.de/ abc die bitumenbahn GmbH derdichtebau.de • info@derdichtebau.de


inside]  Leit- und Orientierungssystem in Hagen

Wie am Schnürchen über den Campus Entwicklung eines Leit- und Orientierungssystems für die FernUniversität in Hagen

Oberhalb des Campus begrüßt ein Pylon anreisende Besucher. Die Begrüßungsstelen an den Campuszugängen sind mit Braille- und einer erhabenen Profilschrift versehen. Die taktilen Beschriftungen sind in der Hintergrundfarbe eingefärbt und so für Sehende unsichtbar als zusätzliche Ebene integriert.

Während manche Tiere die Fähigkeit besitzen, sich mithilfe des Magnetfelds der Erde zu orientieren, müssen sich Menschen in unbekannter Umgebung anhand sichtbarer Orientierungspunkte zurechtfinden. Wo diese gänzlich fehlen, sind sie meist auf Hilfe angewiesen. Deshalb werden in einem fremden, komplexen Umfeld Leit- und Orientierungssysteme eingesetzt. So auch auf dem Campus der FernUniversität in Hagen. 124


An zentralen Punkten auf dem Universitätsgelände weisen Stelen mit einem Übersichtsplan den Weg.

Wenige Jahre nach ihrer Gründung 1974 erhielt die FernUniversität in Hagen einen eigenen Campus, auf dem zunächst nur mit dem Allgemeinen Verfügungszentrum (AVZ) ein einzelnes großes Gebäude stand. Über die Jahre wurden weitere z. T. große Gebäudekomplexe um das AVZ angeordnet. Heute ist die Einrichtung mit 76.000 Studierenden zahlenmäßig die größte Universität in Deutschland. Die Situation auf dem Campus der FernUniversität in Hagen unterscheidet sich von der einer Präsenzuniversität darin, dass viele der Studierenden nur selten und zu wichtigen Präsenzveranstaltungen vor Ort sind und einen höheren Orientierungsbedarf haben. Als der Campus erweitert und umstrukturiert wurde, entschied sich die FernUniversität in Hagen für die Implementierung eines professionellen Leit- und Orientierungssystems, um eine identitätsstiftende Wirkung und einen reibungslosen Studienbetrieb zu erzielen. Das Leit- und Orientierungssystem für den Campus in Hagen hat die Osnabrücker Agentur für Kommunikation Kuhl|Frenzel entwickelt. Darüber hinaus wurden ein Beleuchtungskonzept und eine CampusApp erarbeitet.

Topografie als Herausforderung Die Region Hagen gehört geologisch zum Rheinischen Schiefergebirge und weist eine unregelmäßige Topografie auf. Entsprechend ist auch der Campus nicht ebenerdig und sowohl von den Erschlie-

ßungspunkten als auch zentralen Stellen des Campus nicht überschaubar. Die Ringstraße zur Erschließung des Campusgeländes befindet sich am Fuß des Hügels, auf dem die Universitätsgebäude angesiedelt sind. Die Geländestruktur stellte daher eine Herausforderung auch für die Erstellung des Leit- und Orientierungssystems dar. Um eine bessere Übersichtlichkeit zu erreichen, wurde die Erschließung konzeptionell neu überdacht. Dazu erhielten alle Gebäude und Parkplätze aufbauend auf einem schlüssigen logischen Prinzip neue Bezeichnungen. Die langen, nur sehr schwer erinnerbaren Gebäudebezeichnungen wurden durch Gebäudenummern ersetzt. Damit verbunden wurden auch die Parkplätze nach den Gebäuden nummeriert, an denen sie angeordnet sind. Parkplatz 2 befindet sich folgerichtig neben Gebäude 2. Die Besucher und Nutzer erkennen die inhärente Logik unmittelbar und finden sich schneller auf dem Gelände zurecht.

Gelebte Identität Die Gestaltung des Leitsystems knüpft an das etablierte Corporate Design der Universität an und bietet so einen hohen Wiedererkennungswert. Zusätzlich bewirkt es eine identitätsstiftende Wirkung nach innen und außen, weil mit den Elementen des Leitsystems das Corporate Design an vielen Orten des Campus räumlich erlebbar wird. 125


Etagenpläne vermitteln einen Gesamteindruck vom Aufbau und der Lage des Gebäudes. Abschnitte sind zusätzlich mit einem weithin sichtbaren Fahnenschild markiert. Türen zu wichtigen Anlaufstationen wie Aufzügen sind großflächig mit farbiger Folie beklebt.

Das Signet der FernUniversität in Hagen besteht aus einem blau ausgefüllten Kreis und runden Bahnen, die sich um ihn anordnen sowie nach oben geöffnet sind. Dies soll die überregionale ­Offenheit der Universität und die Homogenität des Systems symbolisieren. Das Leitsystem greift das Motiv der Rundung, das als wichtigstes Markenelement des Auftritts der Universität im Signet und sämtlichen Kommunikationsmitteln verwendet wird, in Form abgerundeter Ecken als Gestaltungsmerkmal der Leitelemente auf. Auch die Farbgebung des Leitsystems ist vom Corporate Design und der Hausfarbe der Universität, Pantone 2945, abgeleitet. Bereits bei der Planung der Maßnahmen wurden Aspekte der visuellen Barrierefreiheit sowie die relevanten Vorgaben der DIN berücksichtigt, u. a. bei der Wahl der Schriftgrößen. Für eine kontrastreiche Darstellung erfolgte die Beschriftung des Leitsystems in Weiß auf dunkelblauem Grund. Konsequent findet sich auf allen Ausprägungen des Leitsystems das Logo der Universität und auf allen Elementen wird die Schrift Frutiger in den Schnitten Regular und Bold eingesetzt. Die eigens entwickelte Piktogrammreihe mit allgemein verständlichen Zeichen, mit denen die Raumfunktionen dargestellt werden, sind ebenfalls im Corporate Design gehalten.

Lückenlos zum Ziel Konzeptionell folgt das System dem Grundsatz „Vom Allgemeinen zum Besonderen“. Nutzer erhalten die Informationen wie an einer Perlenkette lückenlos aufgereiht. Das System setzt sich aus 126

begrüßenden, Übersicht schaffenden, richtungsweisenden und kennzeichnenden Elementen im Außenbereich und Innenraum der Universität zusammen. Fahnen üben eine Fernwirkung aus und markieren zusammen mit einem Pylon die Zufahrt und Zugänge zur FernUniversität in Hagen. Stelen kennzeichnen die Einfahrten der jeweiligen Parkplätze. An den sieben Fußwegen zum Campus empfängt das Leitsystem die Nutzer und Besucher mit einer Begrüßungsstele, die mit einem Campusplan einen Überblick über das gesamte Gelände vermittelt. Von hier startet der Nutzer seine Route über den Campus. Stelen an wichtigen Wegpunkten führen ihn ohne Unterbrechung zu den Gebäuden. Die Richtungsstelen zeigen die Gebäudenummer sowie -bezeichnung und weisen mit einem Pfeil den Weg, auch auf den Verkehrswegen. Durch hoch an der Fassade angebrachte große Schilder sind die Gebäude auch aus der Entfernung sehr gut zu identifizieren. Haupteingänge von Gebäuden sind durch eine Stele mit der Nummerierung des Gebäudes und den dort untergebrachten Fachbereichen sowie eine Beklebung des Eingangs gekennzeichnet. Viele der großen Hochschulgebäude haben einen Windfang aus Glas, an dem die durchsichtige Beklebung in blauer Folie angebracht ist. Das Sonnenlicht färbt den Windfang und Eingangsbereich der Gebäude stimmungsvoll mit blauem Licht. So wirkt die Beklebung wie ein farbiges Kirchenfenster. Im Gebäude setzt sich die Leitfunktion konsequent fort. In den Fluren führen insgesamt über 700 Elemente zu den Räumen. Richtungsschilder leiten die Nutzer direkt vom Eingang in verschiedene Bauteile und geben die dort ansässigen Fachbereiche an. Lange Gebäude sind in mehrere Abschnitte aufgeteilt, die separat beschildert


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Design trifft Funktion im Industrie- und Gewerbebau Die Richtungsstelen zeigen die Gebäudenummer sowie -bezeichnung und weisen mit einem Pfeil den Weg, auch auf den Verkehrswegen.

wurden. Entsprechend erhielt jeder Abschnitt eine Übersicht der Räume und Zugänge sowie die Kennzeichnung der Anschlüsse zu den weiteren Abschnitten des Gebäudes. So wird gleichzeitig die erforderliche Detailtiefe der Raumdarstellungen erreicht und die Gesamtorientierung im Gebäude nicht aus den Augen verloren. Etagenpläne vermitteln einen Gesamteindruck vom Aufbau und der Lage des Gebäudes. Abschnitte sind zusätzlich mit einem weithin sichtbaren Fahnenschild markiert. Türen zu wichtigen Anlaufstationen wie Seminar- und Funktionsräumen, Aufzügen und den Treppenhäusern sind großflächig farbig mit Folie beklebt. Sie tragen die Raumnummer bzw. Bauteilbezeichnung und das Piktogramm, das die Funktion eindeutig ausweist. Große und häufig genutzte Seminarräume sind davon abweichend nicht mit einer Folienbeschriftung auf der Tür, sondern mit einer teilweisen Umrahmung zusätzlich hervorgehoben. Die Beschriftung mit Folie ist reversibel und ermöglicht eine schnelle Anpassung bei Umnutzungen.

Wir sind ein mittelständisches Unternehmen mit rund 120 Mitarbeitern an zwei Standorten in Deutschland. Unser Hauptsitz befindet sich in Bönnigheim zwischen Heilbronn und Stuttgart und unsere Zweigniederlassung in Pegau bei Leipzig. Seit über 30 Jahren realisiert IBB Projekte im Bereich des Stahlbaus/ Stahlhochbaus, beginnend mit der Planung über die Fertigung bis hin zur kompletten Montage sowie Übergabe des geschlossenen Bauwerkes an den Kunden. Ein hochmoderner Maschinenpark in der Fertigung garantiert höchste Qualität und Kontinuität. Auf über 14.000 m2 Produktionsfläche fertigt IBB ca. 8.000– 10.000 Tonnen Stahlbau im Jahr. Wir sind Mitglied im Deutschen Stahlbau-Verband und zertifiziert nach ISO 9001 sowie DIN EN 1090. Ein geprüftes Arbeitsschutzsystem bildet die Grundlage für Prävention, Sicherheit und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter sowie Qualität und Effizienz im Betrieb. individuell abgestimmte Stahlbau-Lösungen als Einzelgewerk Stahlbau in Verbindung mit weiteren Komponenten als geschlossene Hülle oder auf Wunsch den schlüsselfertigen Komplettbau Solide Tragwerke aus Stahl für Industrie-, Gewerbe- und Verwaltungsbau

Verfügbarkeit für alle Heute versteht es sich fast von selbst, dass der öffentliche Raum und Gebäude so zu gestalten sind, dass sie für alle Menschen ohne zusätzliche fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sein sollten. Deshalb spielten auch Aspekte der Barrierefreiheit beim Entwickeln des Leit- und Ori-

IBB Industriebau Bönnigheim GmbH + Co. KG Industriestr. 18 · 74357 Bönnigheim Telefon 07143 274-0 · Telefax 07143 274-290 info@ibb-boennigheim.de · www.ibb-boennigheim.de Wir sind zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015 127


Durch hoch an der Fassade befestigte große Schilder sind die Gebäude auch aus der Entfernung sehr gut zu identifizieren. Haupteingänge von Gebäuden sind durch eine Stele sowie eine semi­transparente Beklebung des Eingangs gekennzeichnet. Fotos] Axel Hartmann, www.ah-fotografie.de

entierungssystems für die FernUniversität in Hagen eine wichtige Rolle. Alle Interessengruppen einzubeziehen und das Design so zu entwickeln, dass keine Gruppe durch die Bedürfnisse der jeweils anderen gestört wird, war eine Herausforderung. In einem Workshop mit Vertretern der FernUniversität in Hagen wurden Barrieren auf dem Campus erkannt und Lösungen zur Überwindung entwickelt. Die Umsetzung erfolgte in mehreren Stufen. Kuhl|Frenzel hat die Entwicklung des Leit- und Orientierungssystems in intensiver Zusammenarbeit mit der FernUniversität in Hagen über viele Jahre betreut. Zunächst sind die Stelen und Schilder nach dem Zwei-Sinne-Prinzip entwickelt. Die Begrüßungsstelen an den Campuszugängen sind mit Braille- und einer erhabenen Profilschrift versehen und bieten eine alternative Darstellungsform an. So können auch Besucher und Nutzer mit einer Sehbehinderung den Campusplan lesen. Damit die Pläne durch das Hinzufügen der taktilen Informationen für sehende Menschen übersichtlich und ansprechend bleiben, sind die taktilen Beschriftungen in der Hintergrundfarbe eingefärbt und so für Sehende nahezu unsichtbar als zusätzliche Ebene integriert. Farbkontraste zwischen dunklem Hintergrund und heller Beschrif128

tung sorgen für eine verbesserte Lesbarkeit. Außerdem sind die Stelen und Schilder aufgrund ihrer kontrastierten und reduzierten Farbgebung auf dem Gelände gut erkennbar. Die Gestaltung hat auch die häufigsten Farbfehlsichtigkeiten, z. B. Rot-Grün-Blindheit, berücksichtigt. Überdies sind die Oberflächen der Schilder und Stelen matt und dadurch blendfrei. Zusätzlich bietet die FernUniversität in Hagen eine telefonische Unterstützung für Menschen mit Sehbehinderung an, die Telefonnummer des Service-Centers ist in Braille- und erhabener Profilschrift an vielen Stellen auf dem Campus zu finden. Handlaufbeschriftungen erleichtern die Orientierung im Gebäude, indem sie angeben, in welches Geschoss die Treppe führt. Die Vorgaben der DIN wurden hier eingehalten. Den nächsten Schritt der Umsetzung stellte die Installation eines taktilen Umgebungsmodells im Maßstab 1 : 500 mit angesetztem, um 15 Grad geneigtem Legendenbereich dar. Es wurde auf dem zentralen Platz des Campus vor Gebäude 8 aufgestellt. Auf dem taktilen Umgebungsmodell sind sämtliche Gebäude und Wege des Campus dreidimensional dargestellt, sodass sie im Detail ertastet und auch visuell hervorragend erfasst werden können. Die Beschriftung tritt auf dem Modell zurück, sodass ein starker visu-


eller Reiz auch für Menschen ohne eine Sehbehinderung besteht. Die Höhe ist so gewählt, dass Rollstuhlfahrer es unterfahren und optimal ertasten können. Durch die Wahl des Mineralwerkstoffmaterials Corian ließ sich das Modell wetterbeständig einfärben. Damit folgt es der ­visuellen Sprache der Campus-Übersichtspläne und fügt sich gestalterisch optimal in die Reihe der Elemente des Leit- und Orientierungssystems ein. Um das 3D-Modell zu fertigen, hat Kuhl|Frenzel ein CAD-Modell des Campus erstellt. Themen der Gleichstellung von Männern und Frauen sind bei der Ausgestaltung des Leit- und Orientierungssystems ebenfalls berücksichtigt worden. Die Piktogramme von Hörsälen zeigen z. B. Dozentinnen und die Piktogramme von Wickelräumen stellen eine männliche Figur dar, die ein Kind betreut.

Licht in der Dunkelheit Im Zuge der Erstellung des Leit- und Orientierungssystems wurde auch die Lichtsituation auf dem Campus­ areal überprüft und festgestellt, dass die Ausleuchtung insgesamt zu gering ist. Das neue Beleuchtungskonzept erzielt mit energiesparenden LED-Lampen eine verbesserte Ausleuchtung der Leitsysteme, z. B. der Stelen und der Gebäudekennzeichnungen an den Fassaden, und des Geländes. Auch werden wichtige Laufwege und Haupteingänge zusätzlich hervorgehoben und eine optimierte Orientierungswirkung erzielt. Durch die bessere Ausleuchtung ist der Campus zudem sicherer geworden. Für eine noch komfortablere Orientierung auf dem Campus hat Kuhl|Frenzel das Design für eine CampusLeit-App entwickelt, die das Leitsystem erweitern kann. Nutzer könnten dann auf einem digitalen Campusplan ihren Standort bestimmen und sich Informationen zu Gebäuden und Zielpunkten anzeigen lassen. Darüber hinaus soll die App eine Navigation zu einem Zielpunkt auf dem Campus – auch in Gebäuden – anzeigen.

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Das Leit- und Orientierungssystem der FernUniversität in Hagen leitet die Besucher durch eine lückenlose Anordnung verschiedener Leitelemente mit einem durchgängigen Design wie an einer Perlenkette über den gesamten Campus in Hagen. So bietet die Universität den Studierenden mehr Sicherheit, stiftet Identität und schärft das eigene Profil. Sonst verborgene Bereiche sind mit dem Leit- und Orientierungssystem besser auffindbar, z. B. auch die Parkplätze auf dem Campus.

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test] Marazzi

TEST In dieser Rubrik lassen wir Architekten und Innenarchitekten zu Wort kommen. Sie fühlen verschiedensten Produkten auf den Zahn und sagen ihre Meinung dazu. Ihre Einschätzung hilft den Kollegen bei der Auswahl der Produkte, ihre Kritik den Herstellern bei der Verbesserung ihres Angebots.

Marazzi Eine Fliese ist eine Fliese ist eine Fliese – doch oft kann sie deutlich mehr als nur Bad und Küche bekleiden. Neben den beliebten Betonoptiken sind Keramikfliesen in Holz- oder Marmorinterpretationen derzeit gefragt – und zwar dann, wenn sich das Original aufgrund von Materialempfindlichkeit, Vorkommen und dem damit verbundenen Preis nicht eignet. Mit seinem 6.500 Produkte umfassenden Portfolio interpretiert Marazzi seit 1935 Naturmaterialien authentisch und qualitativ hochwertig. Ein weiteres Highlight des italienischen Herstellers ist die Kollektion „Grande“ mit Formatmaßen bis zu 162 auf 324 Zentimetern. Zu Besuch bei drei Architekturbüros in Darmstadt, sprachen wir über Herausforderungen und Wünsche bei der Integration von Feinsteinzeugfliesen im Innen- und Außenbereich sowie im Innenausbau.

Architekturbüro Planquadrat

Jens Gerth (Fa. Marazzi), Fabio Russo, Renate Fehling, Uwe Ritter

„Wir bei Marazzi glauben, was man sieht, was man anfassen kann, hat Wert“, leitet Jens Gerth von Marazzi das Treffen bei Planquadrat Elfers Geskes Krämer in Darmstadt ein. Uwe Ritter, Mitglied der Geschäftsleitung von Planquadrat, pflichtet ihm bei – auch bei Planquadrat überzeugt man sich gerne live von Produkten sowie Werkstoffen und hat deshalb der Materialbibliothek einen ganzen Raum gewidmet. Das Architekturbüro mit weit über 100 Mitarbeitern sitzt prominent im ersten bis zum dritten Geschoss eines Gründerzeitgebäudes gegen130

über dem Darmstädter Hauptbahnhof und ist auf Wohnungsbau spezialisiert. Aus der Kollektion von Marazzi gefallen den Architekten vor allem die Linien in Beton- sowie Terrazzooptik. Das Dekor wird dazu aus flüssigen Rohstoffen mittels Inkjettechnologie auf die Fliese aufgetragen und schaut verblüffend echt aus. „Eine Alternative“, so Uwe Ritter, „da heute keiner mehr echten Terrazzo bezahlen kann.“ Auch für den Außenbereich bietet Marazzi Fliesen an. In einer Stärke von 20 Millimetern und optional auf Stelzlagern installiert, halten sie

einer Tonne Belastung stand. „Eine Option für Loggien, weil wir da eine geringe Aufbauhöhe benötigen“, kommentiert Renate Fehling von Planquadrat das Angebot. Gerth fügt hinzu, dass man hier den Übergang von innen nach außen mit der gleichen Fliese von Marazzi harmonisch komponieren könne. Perfektion ist das Maß aller Dinge bei Planquadrat. Daher dreht sich das Gespräch lange um die „perfekte Fuge“. „Bei der Kreuzfuge kann man zwei Millimeter Toleranz nicht akzeptieren“, sagt Uwe Ritter. Gerth zeigt den Nivellierabstandshalter, den ein guter Handwerker heutzutage genau für diese Herausforderung verwendet. Zudem würden bei Marazzi nach dem Brennen alle Fliesen kalibriert und größtenteils rektifiziert – also alle Außenkanten auf ein exaktes Maß geschliffen. Die Herstellung aller Feinsteinzeugbeläge erfolge zudem nach DIN EN 14411 sowie weiteren, wesentlich strengeren Marazzi-Kriterien und entspräche damit dem höchsten Qualitätsstandard.


Hirschmuellerschmidt Architektur Bekannt ist Hirschmuellerschmidt Architektur für seine Holzhybridbauweise. Zusammen mit einem Hersteller haben die Planer Fertigbauteile aus Holz, Stahl und Beton entwickelt, sodass der Geschossbau in Windeseile vonstattengehen kann. Zum Termin mit Marazzi erscheint Geschäftsführer ­ Gerrit Schmidt sowie zwei seiner Mitarbeiter, Noemi Jelinek und Axel Lettmann. Schnell kommt man auf die Natürlichkeit des Materials zu sprechen. „Viele unserer Kunden hätten gerne mehr Naturmaterialien – das Problem ist aber die Langlebigkeit“, sagt Gerrit Schmidt. Fliesen in Naturoptiken von

Jens Gerth (Fa. Marazzi), Axel Lettmann, Gerrit Schmidt, Noemi Jelinek

Marazzi wären da eine Alternative, da sie authentisch wirken. Jens Gerth von ­Marazzi versichert, dass nur reine, natürliche Rohstoffe wie Quarzit, Sande und Feldspat zur Herstellung verwendet werden. Neben Beton- und Natursteinoptik seien Fliesen in Holzinterpretationen wie Moor­ eiche, venezianische Dalmen oder amerikanischer Nussbaum derzeit Bestseller, erklärt Gerth. Zudem würde Marazzi demnächst die Synchronprägung bei Holzoptikfliesen einführen – damit würde die Oberflächenstruktur identisch sein mit dem darunterliegenden Druck von Maserungen und Astlöchern. Der Vorteil der Holzoptikfliese gegenüber dem Original liegt auf der Hand:

Die keramische Fliese ist trittsicher, lichtunempfindlich und nimmt keine Feuchtigkeit auf. So kann sie auch im Bad verlegt werden. In einem Film aus der Produktion von Marazzi erfahren die Architekten, wie die Keramikfliesen hergestellt werden. Die Erdmischung wird auf ein langes Fließbett aufgetragen, am Ende gepresst, geschliffen, getrocknet und dann entweder mit Inkjettechnologie oder mit dem Rotocolorverfahren bearbeitet. Die Königsdisziplin sei aber das Brennen im über 200 Meter langen, 1.250 Grad Celsius heißen Ofen, erklärt Jens Gerth – hier sintert das Material nahezu vollständig, sodass die Wasseraufnahme schließlich bei unter 0,5 Prozent liege.

Kramm & Strigl Architekten Rüdiger Kramm und sein junger Büropartner Marcel Paffrath vom Büro Kramm & Strigl arbeiten aktuell an einem Office-Empfangstresen mit parametrisch geformter Oberfläche in 350 Zentimeter Länge. Die Fliesenformate sowie die individuellen Produktions- und Verarbeitungsmöglichkeiten von Marazzi könnten eine Lösung dafür sein. Von ihrem Büro aus, das im selbst entworfenen Bau mit malerischem Hinterhof in direkter Nachbarschaft zur TU Darmstadt liegt, realisieren die Architekten und Stadtplaner sowohl Wohnungsbau- als auch ­öffentliche Projekte. Für die aktuelle Aufgabe können die Fliesen nicht groß genug sein: Kramm und Paffrath

interessiert daher vor allem die Kollektion „Grande“ in den Maßen von 120 auf 120 bis hin zu 162 auf 324  Zentimetern, die vor allem für den Innenausbau bei Theken, Küchen, Badewannenverkleidung oder Tischplatten zum Einsatz kommt. Neben Oberflächen in schlichter Zementoptik sind die beiden Architekten angetan von „Mystone Ceppo di Gré“ mit Gerölleinschlüssen. Auch die italienische Designkompetenz von ­Marazzi finden sie spannend. Angefangen hat alles 1935, als Filippo Marazzi mit einer Terrakottamanufaktur den Grundstein nicht nur für sein eigenes Unternehmen in Sassuolo in der Region Modena in Italien legte, sondern gleichzeitig für die heute dort ansässige Keramikindustrie. Mittlerweile ist Marazzi einer der größten Keramikfliesenhersteller weltweit und bietet rund 6.000 Produkte von planen bis zu dreidimensionalen Boden-, Wand- und Fassadenfliesen an. Als man schließlich noch auf Gio Ponti zu sprechen kommt, gerät Rüdiger Kramm ins Schwärmen. Bei Marazzi wurde in den 1950er-Jahren eine Entwicklungs- und eine

Rüdiger Kramm, Jens Gerth (Fa. Marazzi), Marcel Paffrath Fotos] © Marcus Jacobs

Designabteilung aufgebaut, die bis heute wichtige Säulen des Unternehmens bilden. Daraus entsprang eine der ersten herausragenden Kooperationen: Gio Ponti entwickelte mit Alberto Roselli eine Fliese im Puzzleformat für die Mailänder Triennale. Bis heute arbeitet Marazzi mit großen Namen aus Mode, Architektur, Design und Kunst zusammen und setzt damit zeitgenössische Wohntrends direkt in seine keramischen Produkte um. 131


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werksbesuch] Semco in Bad Zwischenahn

WERKSBESUCH Semco in Bad Zwischenahn Die Produktion von Werkstoffen und Bauteilen steht im Mittelpunkt dieser Rubrik. Wie werden sie hergestellt? Wie wird ihre architektonische Qualität definiert? Wie werden sie individualisiert? Diese und andere Fragen beantworten wir mit unseren Werksbesuchen.

Der aus Fabrikation und Verwaltung bestehende Gebäudekomplex ist Semcos neues Kompetenzzentrum für Glasdesign.

Mit einem neuen Werk in Bad Zwischenahn hat Semco dem Bereich Glasdesign einen eigenen Standort gegeben. Das Gebäude selbst wird dabei zum Showroom für die kreativen Möglichkeiten des Materials im Zusammenspiel mit einem hochmodernen Maschinenpark. Der Weg zum jüngsten Standort des Glasspezialisten Semco führt durch eine Landschaft aus kugeligen Bäumchen und geometrisch zurechtgestutzten Koniferen. Das vor den Toren Oldenburgs liegende Bad

Zwischenahn ist bekannt für seine Baumschulen, die entlang der Straßen dekorative Alleen aus gezähmtem Grün bilden. Diese ungewöhnliche Szenerie ist der natürliche Vorgarten der neuen Niederlassung von Semco. Das Gebäude erhebt sich darin als weißer Block mit durchlaufenden Fensterfronten und erweist sich auf den zweiten Blick auch als gebaute Visitenkarte: Es ist ganz aus Glas. Semco ist ein Traditionsproduzent für Isolierglas und einer der größten Glasveredler Europas. Gegründet

wurde das Unternehmen 1977 als Glaszentrum Westerstede von Hermann Schüller, zwei Jahrzehnte später schloss die Firma sich mit Isoglas aus Nordhorn zusammen und firmierte seitdem als Semcoglas. 2006 baute man ein erstes eigenes Glaswerk, der Rest ist Geschichte: Heute unterhält Semco 18 Standorte in Deutschland, beschäftigt 1.540 Mitarbeiter und ist durch seine regionale Organisation und eine eigene Lkw-Flotte auf kürzeste Lieferzeiten ausgerichtet. 133


Seit einigen Jahren hat das Unternehmen sein Leistungsspektrum auch auf den Bereich des Glasdesigns ausgeweitet. Glasdesign beschreibt die dekorative Bearbeitung von Glas, wie Lackierungen, Lasergravuren und Sandstrahl-Mattierungen, aber auch filigrane Zuschnitte, Bohrungen und Klebungen. Die Kunden dieser Produkte sind, anders als beim Isolierglas, vor allem Interieurdesigner, Architekten, Handwerker, Messebauer oder Küchenplaner, aber auch anspruchsvolle Endkunden, die einen Hersteller für Sonderlösungen suchen. Diesen Bereich aus den anderen Geschäftsfeldern auszugliedern und einen eigenen Produktionsstandort aufzubauen, war für Semco eine strategisch sinnvolle und notwendige Entscheidung. „Wir könnten den Bereich Glasdesign auch in den großen Sicherheitsglaswerken bearbeiten – aber eher widerwillig. Diese Werke sind darauf ausgelegt, dass Produkte in Serie rausgehen. Bei kleinen Volumen läuft die Produktion dann mit angezogener Handbremse“, erklärt Matthias Wolff, kaufmännischer Leiter in Bad Zwischenahn.

Das Büro ist gleichzeitig Showroom. Die Besucher und Kunden können die Produkte nicht nur über Materialmuster kennenlernen, sondern als vor Ort verbaute Glaslösungen erleben.

Kompetenzzentrum für Glasdesign Was in Bad Zwischenahn mit dem neuen Werk entstanden ist, ist vor allem auch ein Kompetenzzentrum für Glasdesign. Die Produktion konzentriert sich gezielt auf Einzelanfertigungen und Sonderlösungen, kleine Volumen und komplexe Details. Aus den etablierten Standorten wurden die Experten für den Bereich Glasdesign zusammengezogen. Was Semco leisten kann, zeigt auch das Gebäude, bei dem Glas in verschiedenen Anwendungen architektonisch umgesetzt und damit die inneren Werte nach außen transportiert wurden. „Architektur und Interieur zeigen direkt vor Ort, was mit Glas alles gemacht werden kann“, erklärt Matthias Wolff. Die Fassade des Bürogebäudes ist voll verglast, die großzügigen Fenster versorgen die Räume mit viel Tageslicht. Eine Klimatisierung hat das Gebäude nicht, lediglich eine Lüftung sowie Sonnenschutzglas auf der Südseite und einen die Fenster verschattenden Dachüberstand. Mehr ist nicht notwendig, auch dank der Potenziale des verbauten Glases.

Semcos Kunden suchen nach maßgeschneiderten Produkten. Viele kommen mit Entwürfen zum Standort Glasdesign, die so individuell sind, wie ihr Projekt. Die Lösungen müssen angepasst produziert und oftmals erst entwickelt werden.

Die Treppe im Herzen des Bürogebäudes ist eine der unzähligen Sonderlösungen von Semco. Über zwei Jahre hat man an der Umsetzung getüftelt bis die schwebende Konstruktion realisiert werden konnte.

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Werksgebäude und Showroom für Kunden Funktionsräume wie der gläserne Besprechungsraum oder die Waschräume sind mit sandgestrahlten, lackierten oder gelaserten Scheiben ausgestattet. Das eindrucksvollste Schaustück ist die Treppe im Herzen des Gebäudes, die vom Empfang im Erdgeschoss zu den Arbeitsplätzen im ersten Stock führt. Ihre Stufen sind einseitig in der Betonwand montiert und werden auf der gegenüberliegenden Seite von einer Glasscheibe in der Schwebe gehalten, die Glasstufen sind mit einer gelaserten Rutschhemmung ausgestattet. „Für diese Lösung haben wir mit einem Statiker lange getüftelt. Der erste Prototyp wurde vor zwei Jahren entwickelt, der wurde dann weiter und weiter

optimiert, bis wir einen Aufbau hatten, der uns schlank genug war. Jetzt haben wir hier eine Glastreppe, die so in Deutschland einzigartig ist“, erzählt Matthias Wolff. Die Entwicklung für das eigene Haus ist auch eine Entwicklung für den Kunden. Die statisch zugelassene Treppe kann Semco jetzt auch seinen Kunden anbieten, für Architekten und Interieurdesigner kann das Schaustück aber auch eine Inspiration sein, die individuell abgewandelt werden kann. Das Gebäude ist ein genutzter Showroom, der den Kunden und Besuchern die Potenziale des Semco-Produktportfolios zum Anfassen nahe bringt.

Die größten Gläser sind fast 20 Quadratmeter groß. Im Lager warten die Scheiben auf die weitere Verarbeitung vom Zuschnitt bis zur Oberflächenveredlung mit Verfahren wie Laser oder Sandstrahler.

Im neuen Werk für Glasdesign trifft die individuelle und handwerkliche Ausführung einer Manufaktur auf die Präzision von hochmoderner Spitzentechnologie. Verarbeitet werden handliche Formate genauso wie riesige Scheiben.

Eine Dreifachverglasung im Maximalformat kann eine Tonne wiegen. Auch kleinere Scheiben sind schnell schwer zu heben. Im Glaswerk übernehmen deshalb, wo möglich, Maschinen den sicheren Transport zwischen den Stationen.

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Hightech-Verfahren für flexible Einzellösungen Geschwindigkeit, kurze Lieferzeiten, hohe Qualität, so fasst Semco die drei Pfeiler des Standorts Bad Zwischenahn zusammen. Die hier gefertigten Produkte sind nicht auf Masse ausgerichtet, sondern flexible Einzellösungen, die HightechFertigungsverfahren mit handwerklicher Produktion verbinden. „Die meisten Produkte, die das Werk verlassen, sind auf Losgröße eins ausgerichtet“, erläutert Matthias Wolff. Losgröße eins – das beschreibt die hochindividuelle Sonderanfertigung. „Wir bearbeiten hier Gläser, die kleiner sind als ein DINA4-Blatt, genauso wie Gläser, die mehrere Meter Seitenlänge haben. Unsere Varianz ist hier also sehr groß.“ 50 Prozent der Gläser, die in Bad Zwischenahn gefertigt werden, sind handlich – und unter einem halben Quadratmeter groß. Und die Pro-

Zwischen den einzelnen Bearbeitungsschritten gibt es immer wieder Qualitätskontrollen. Bei der Planung des Werks war deshalb eine gute Ausleuchtung mit natürlichem Licht wichtig, das durch die großen Oberlichter und Fassadenfenster fällt.

jekte, die hinter den Aufträgen stehen, sind so vielfältig wie die Formate, Oberflächenbehandlungen und Durchmesser. Die Fertigungshalle ist direkt an das 700 Quadratmeter große Bürogebäude angeschlossen. Sie kann sowohl von außen als auch durch eine innenliegende Tür betreten werden. Auf den imposanten Maschinenpark ist Semco aus gutem Grund stolz: Nicht nur in die Produktions- und Aufbauplanung ist viel Zeit und Überlegung investiert worden, ein Großteil der Ausstattung wurde neu angeschafft. Nur einzelne Maschinen wurden von anderen Standorten überführt. Gemeinsam bilden sie auf 4.500 Quadratmetern ein wohlüberlegtes Layout in U-Form mit optionalen Abzweigungen, das einen reibungslosen Produktionsfluss mit kurzen Materialwegen ermöglicht. In die große Halle fällt durch die Oberlichter und Fassadenfenster viel Tageslicht. Das ist besonders wichtig für die Qualitätskontrolle, die zwischen den einzelnen Bearbeitungsschritten immer wieder erfolgt.

Die neue Produktionshalle ist 4.500 Quadratmeter groß und wurde von Grund auf neu aufgebaut. Das Layout ist auf einen optimalen Materialfluss ausgerichtet und in einer U-Form organisiert.

60 Abstellplätze für Gläser bietet das Lager von Semco. Das Unternehmen ist so in der Lage, auf viele Anfragen unmittelbar zu reagieren und bietet für viele Produkte und Lösungen besonders kurze Lieferzeiten an.

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Innovative Premiumprodukte Eines der in Bad Zwischenahn gefertigten innovativen Premiumprodukte ist gelasertes Glas. Die filigrane Oberflächengravur kann Bilder fotorealistisch abbilden, durch die Transparenz oder Transluzenz des Glases entsteht eine fast dreidimensional wirkende Tiefe. Solche Gläser eignen sich als rein dekoratives Element, können aber auch überall dort eingesetzt werden, wo die ästhetischen Qualitäten sich mit den funktionalen verbinden. In Saunen, Badezimmern oder Büros schaffen die partiell mattierten Scheiben gesteuerte Durchsicht, das Relief kann außerdem als Rutschhemmung genutzt werden. Farbige Akzente setzt Semco Paint, rückseitig lackiertes Glas, das vor allem gern in Küchen verbaut wird und im Gegensatz zu Fliesen große, fugenlose Flächen ermöglicht. Eine besonders hygienische Lösung und eine typische Eigenschaft des Materials Glas: Bakterien können sich auf der glatten Oberfläche nicht festsetzen. Wer diesen Vorteil noch unterstützen möchte, kann bei Semco eine zusätzliche Oberflächenbeschichtung erhalten. Die Produkte Drop 2in1 und Shower

Clean lassen Wasser, aber auch Rückstände und Waschsubstanzen, zu einem großen Teil einfach abperlen und sorgen dafür, dass sich der Reinigungsaufwand vermindert und das Glas seinen Glanz lange behält. „In Bad Zwischenahn kann man sehen, was mit Glas alles möglich ist“, meint Regionalgeschäftsführer Bernhard Feldmann. Und natürlich hat man hier auch schon die Zukunft im Blick. „Ich bin überzeugt, dass Glasdesign ein wichtiges Standbein sein wird. Besonders der Premium-Sektor mit seinen spannenden und innovativen Produkten wird von wegweisender Bedeutung sein“, prognostiziert Geschäftsführer Hermann Schüller. Als ehemaliger Basketballprofi führt er sein Wirtschaftsunternehmen mit natürlich gewachsenen Werten aus dem Teamsport: Vertrauen, Respekt, Verantwortung und positive Energie sind bei Semco spürbar. Deswegen hören auch die Kunden selten ein Nein. Lösungen, die nicht jeder umsetzen kann oder will – weil sie entweder zeitaufwendig oder komplex sind und im schwierigsten Fall Neuland – sind für Semco eine positive Herausforderung, sagt Bernhard Feldmann. „Genau hier liegt ja der Schwerpunkt des Bereichs Glasdesign: Alles wird möglich gemacht.“

Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Faktor in der Produktion. Reste werden gesammelt und recycelt und wasserintensive Prozesse durch eine integrierte Wasseraufbereitung umweltfreundlich gestaltet.

Auch für die Mitarbeiter ist die Architektur am Standort mit ihren vielen Glasdetails tagtäglich inspirierend. Sie sehen in ihren Räumen nicht nur die Potenziale des Bereichs Glasdesign, sondern der gesamten Semco-Gruppe.

Der Standort Glasdesign richtet sich an die Planer und Handwerker hochwertiger und individueller Interieur- und Architekturprojekte. Mit Anspruch wird nahezu alles möglich gemacht, von der Losgröße eins bis zur Serie.

Fotos] © Nils Koenning

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trends] Liege aus Beton

Liegen aus Beton Beheizte Chaiselongues zum Verweilen im Freien Beton gilt als trist, rau oder kalt. Als Gegenentwurf zu diesem häufig anzutreffenden Vorurteil stehen die Betonmöbeldesigns wie die Chaiselongues von Sacha Lakic und stayconcrete.

Fotos] Petar Ivanisevic

Die Möbelstücke sind eine ganz besondere Verbindung von Form und Funktion, gegossen in Beton, und offenbaren erst auf den zweiten Blick ihren wahren Kern. Im Inneren steckt nämlich eine ausgeklügelte Technik, welche die gemütlichen und formschönen Betonmöbel bis auf eine Temperatur von angenehmen 45 Grad aufwärmt. Daher sind die Liegen besonders im Außenbereich von Bars oder Restaurants eine innovative Lösung. Aber nicht nur das Innere der beheizten Liegen ist außergewöhnlich, auch Optik und Haptik sind einzigartig. Im Mittelpunkt steht das dynamische und geschwungene Design, welches dem massiven Material eine besondere Leichtigkeit verleiht und zeigt, was alles in dem grauen Werkstoff steckt. Wie alle Möbel aus Beton von stayconcrete überrascht auch bei den beheizten Chaiselongues die Haptik. Der vermeintlich raue Beton ist angenehm weich, porenarm und glänzt matt. Gleichzeitig bleibt die Robustheit erhalten und das Liegemöbelstück ist optimal für den Außenbereich geeignet. Wie auch mit den heated benches lässt sich so die Außenfläche von Restaurants und Bars bei kühleren Temperaturen weiterhin nutzen. Die bereits im Jahr 2011 entwickelten heated benches von stayconcrete stammen ebenfalls aus der kreativen Feder von Sacha Lakic. Der französische Produktdesigner mit Wohnsitz in Luxem138

burg hat unter anderem eine Vorliebe für die Gestaltung von Sportwagen und Motorrädern. Die geschwungenen Linien und die klaren Formen, die sich dort in vielen seiner Arbeiten wiederfinden, tragen maßgeblich zu seinen Möbeldesignentwürfen, auch bei den beheizten Liegen aus Beton, bei – Lakic gelingt es, die Betonmöbel fast skulptural wirken zu lassen. So laden die beheizten Chaiselongues zum Verweilen im Freien ein – und ergänzen das OutdoorSortiment von stayconcrete. www.stayconcrete.com www.lakic.com

stayconcrete Petar Ivanisevic gründete die Betonmöbelmanufaktur stayconcrete mit Sitz im luxemburgischen Contern und in Berlin im Jahr 2007. Die Faszination für den einzigartigen Werkstoff Beton findet sich in allen Möbelstücken wieder, die sich vor allem durch eine klare Formensprache und hohe Funktionalität auszeichnen. Vom Wohnzimmer über Küche und Bad bis hin zum Outdoor- und Loungebereich lassen sich die individuell gefertigten Betonmöbel von stayconcrete in jedes Wohnkonzept integrieren.


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trends]  Rollwagen R106N

Bereit für den großen Auftritt Der filigrane Rollwagen R106N enthüllt seine dramatische Seite Minimalistisch in Form und mit Vorliebe ausdrucksstark in Farbe: Der Rollwagen R106N der MOBILE LINE vereint diese beiden reizvollen Eigenschaften in Vollendung.

Grundsätzlich stehen die Möbel dieser Kollektion für flexibles, agiles und filigranes Design. Doch durch die Möglichkeit der Wunschlackierung in allen RAL-Farben macht die müller möbelfabrikation gleichzeitig eine extrem ausdrucksstarke Performance möglich. Das Beispiel zeigt ein tiefes Azurblau, das als Ergänzung zur intensiven Wandfarbe eine geheimnisvolle Stimmung kreiert. Und mit den optischen Reizen ist es nicht genug, denn R106N überzeugt ebenfalls in der Handhabung. Obwohl er überraschend leicht und damit auf den Industrierollen schnell und mobil ist, ist der 2,5 Millimeter starke handverarbeitete Stahl extrem belastbar. Bis zu 50 Kilogramm kann das filigrane Gestell (Breite 60, Höhe 45 und Tiefe 40 Zentimeter) händeln und dank der exakten Verarbeitung ist sogar die unterschiedliche Lackierung von Innen- und Außenseite möglich. Leicht, aber stabil, gepaart mit klaren Linien und expressiver Farbgestaltung: reizvolle Kontraste, die aus einem Möbelstück einen Bestseller machen.

Foto] © Designbureau beckerandfriends

www.mueller-moebel.com 140


trends] Duschrückwand HELENE

Die schaltbare Lichtfläche verwandelt ein Innenraumbad in ein taghelles „Sonnenbad“. Foto] Glassdouche GmbH

Fensterlos, lichtdurchflutet Innenraumbad mit leuchtstarker Lichtfläche Insbesondere in Innenstädten mit zunehmend knappen Wohnflächen sind innenliegende, fensterlose Badezimmer keine Seltenheit. Feuchtigkeit und Schimmel gehören dank moderner Lüftungsschächte und Raumluftwechsler der Vergangenheit an. Nur das Licht, oftmals schummrig oder neonfarben, zeigt sich als ein der Wohlfühlatmosphäre abträglicher Wermutstropfen. Diese leuchtstarke Duschrückwand HELENE macht nicht nur in der Dusche selbst, sondern auch an allen anderen freien Wänden eine blendende Figur. Wandhoch, ohne spezielles Designmotiv, einfach als helle, schaltbare Lichtfläche (hier 240 mal 70 Zentimeter) verwandelt sie jedes fensterlose Innenraumbad in ein taghelles „Sonnenbad“. In dem hier gezeigten Beispiel wird das helle Spiel der Lichter und Flächen ergänzt durch eine Besonderheit der Eckdusche: Die je zwei beweglichen Seiten- und Türgläser bestehen aus einem voll verspiegelten Spezialglas, welches das einfallende Licht zusätzlich verstärkt. Das Ergebnis: ein Badezimmer, hell und leuchtend wie ein schöner Tagtraum. www.glassdouche.de

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trends]  Bürostuhl AT ESP

Wer

höher sitzt,

Der Bürostuhl mit erhöhter Sitzposition

Nach dem klassisch-eleganten Bürosessel ON® und dem sportlich-dynamischen IN hat Wilkhahn mit AT das dritte Stuhlprogramm mit Free-to-move-Beweglichkeit auf den Markt gebracht. Vielfältig gestaltbar und auf Wunsch mit Gewichtsautomatik ausgestattet, eignet sich das Programm besonders für flexible Bürokonzepte mit Desksharing. Mit dem Modell AT ESP mit erhöhter Sitzposition wird das Bewegungsspektrum am Arbeitsplatz noch größer, denn neben dem bewegten Sitzen lässt sich hier auch der Wechsel vom Sitzen zum Stehen in den Workflow integrieren.

Die Serienvariante mit erhöhter Sitzposition (ESP) lässt sich als normaler Bürostuhl mit voller 3D-Beweglichkeit nutzen, aber auch auf bis zu 62 Zentimeter Sitzhöhe hochfahren. In der hohen Sitzposition eröffnen sich neuartige Zusatzeffekte: Wird die patentierte Sitzvorneigung aktiviert, verwandelt sich der Bürostuhl in der aufrechten Position zur dynamischen Stehstütze, die trotzdem noch einen angenehmen Kontakt zur Rückenlehne bietet. Lehnt man sich entspannt nach hinten, reichen kleine Gewichtsverlagerungen, um die 3D-Beweglichkeit des Beckens zu stimulieren und dabei die Beine baumeln zu lassen. Die Vorwärtsbewegung wiederum endet dann nicht beim aufrechten Sitzen, sondern fast automatisch im Stehen. Weil der Tisch von vornherein schon höher eingestellt werden kann, muss er für eine kurze Steharbeitsphase gar nicht mehr nachjustiert werden. Ein Effekt mit großer Wirkung: Der erwünschte Haltungswechsel der Steh-Sitz-Dynamik ist ganz intuitiv 142


steht leichter auf in Körperbewegungen und Workflow integriert. Die Mehrinvestition in höhenverstellbare Arbeitstische zahlt sich damit auch wirklich aus. Das AT-Modell mit erhöhter Sitzposition gibt es wahlweise mit Gewichtsautomatik oder mit Schnelleinstellung des Gegendrucks. Das Zubehör bietet alle Optionen, die in unterschiedlichen Kontexten sinnvoll sind: von der einstellbaren Lordose-Stütze (Standardausstattung) über 1D-, 3D- und 4D-Armlehnen, wahlweise mit harter oder weicher Armauflage bis zur komfortabel per Drehgriff bedienbaren Sitztiefenverlängerung. Und der Gestaltungsvielfalt für moderne Arbeitswelten sind kaum Grenzen gesetzt: Auch das ESP-Modell gibt es mit komplett schwarzem oder weißem Gestell inklusive Sitzschale, wahlweise auch mit poliertem oder glanzpoliertem Fußkreuz, und auch optional mit rückseitig bezogener Rückenlehne. Die große Auswahl aus der Stoff- und Lederkollektion gewährleistet eine enorme Gestaltungsfreiheit für ganz unterschiedliche Interieur-Konzepte. Neben dem innovativen Mehrwert der 3D-dynamischen Beweglichkeit und der Steh-Sitz-Dynamik in Kombination mit einer Gewichtsautomatik überzeugt der AT auch durch seine zukunftsweisende Gestaltung: Das Design wurde nicht nur mit dem begehrten „Best of the Year Award 2018“ des amerikanischen Magazins Interior Design ausgezeichnet, sondern auch als „Best of Best“ bei den Iconic Awards 2019 des renommierten Rats, für Formgebung. Fotos] Frank Schinski OSTKREUZ

www.wilkhahn.com 143


aktuell]  Heinze Summit in Belgrad

BIM-Profis beantworten drei Kernfragen Heinze Summit in Belgrad 144


Architekten Thomas von Küstenfeld, HENN Ernst Ulrich Tillmanns, 4a Architekten Szabolcs Soti, bim-visual Uwe Ritter, planquadrat Elfers Geskes Krämer Taina Puyn, Schulz und Schulz Architekten Mario Munz, a|sh sander hofrichter Andreas Melk, melk Fachplaner Gebäudetechnik Florian Kraft, Stefan Forster Architekten Felix Franke-Busdiecker, Gössler Kinz Kerber Kreienbaum Architekten BDA Andreas Dieckmann, BAM Deutschland Bojana Bojanic, CIP Architekten Andreas Baum, baum-kappler architekten

Gastgeber Mikael Petersson, CIBES LIFT GROUP AB Marius Priebe, dormakaba Deutschland GmbH Andreas Vehreschild, dormakaba Deutschland GmbH Wiebke Becker, Albrecht JUNG GmbH & Co. KG Deniz Turgut, Albrecht JUNG GmbH & Co. KG Stefan Hollenberg, BIM.site Michael Lang, Heinze GmbH Klaus G. Füner, Heinze GmbH

An den Ufern von Donau und Save gelegen, bietet Serbiens Hauptstadt einen epochal geprägten Architekturmix

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Die Festung Beogradska Tvrđava – Grundfeste und Wandel liegen in Belgrad dicht beieinander.

BIM² ist neue Abkürzung von Building Information Modeling Auf dem diesjährigen BIM-Summit in Belgrad haben wir disziplinübergreifend mit Experten aus Architektur, Fachplanung, Bauausführung sowie mit BIMDienstleistern und Bauprodukteherstellern die aktuelle BIM-Praxis in Deutschland diskutiert. Es gab eine Menge Gesprächsbedarf! Im Fokus standen dabei die Themen „Effizienzgewinn & neue Geschäftsmodelle“, „Zusammenarbeit & technische Schnittstellen“ und „Kein BIM ohne Menschen“. Building Information Modeling (BIM) ist eine digital-kollaborative Arbeitsmethode für das Planen, Bauen und Betreiben von Bauwerken auf Basis eines gemeinsamen Datenmodells. Klingt abgehoben? Der Summit hat gezeigt, dass die BIM-Praxis nicht nur auf neuen, digitalen und effizienzsteigernden Aspekten beruht, sondern zeitgleich Altbewährtes wieder auf die Agenda bringt: knackiges Projektmanagement, persönliche Kommunikation und fundierten Bausachverstand. Und so könnte die neue Formel für BIM auch lauten: B = Bausachverstand als absolute Grundvoraussetzung I = Informations- & Prozessmanagement für mehr Effizienz M = Möglichkeiten durch neue Geschäftsmodelle M = Menschen, ohne die es nicht geht BIM ist Vision und gelebte Praxis. Lesen Sie auf den Folgeseiten mehr zu den Ergebnissen des BIM-Summits 2019.

Autor: Stefan Hollenberg, BIM.site 146


BIM bietet mehr Effizienz sowie neue Geschäftsfelder für Planer Grundleistungen für Werkerfolg bleiben gleich Gestern, heute wie auch morgen möchten Bauherren das eine: am Ende des Planungsund Bauprozesses ein mangelfreies Bauwerk. Das ist der zu erbringende Werkerfolg. Insofern bleiben auch im BIM-Zeitalter die Grundleistungen gleich. Parallel bietet die BIM-Methode dem Planer und Bauherrn einen deutlichen Effizienzgewinn. Um diesen Effizienzsprung nutzen zu können, müssen zum Beispiel einige Leistungen in die Leistungsphase drei vorgezogen werden. Nur so können in frühen Planungsphasen modellbasiert Berechnungen und Simulationen vorgenommen, wichtige Entscheidungen vorverlegt und auf diesem Weg Kosten eingespart werden. Zudem kann der Bauherr von zusätzlichen Mehrwertleistungen wie beispielweise der modellbasierten Baustellen-Logistikplanung oder der Erstellung des Datenmodells für die Gebäudebewirtschaftung profitieren. Wichtig sind also drei Dinge: Bauherren über die Möglichkeiten aus der BIM-Methode aufklären, eine verbriefte Bauherrenentscheidung herbeiführen und Honorarvereinbarungen für vorgezogene und Zusatzleistungen treffen. Die BIM-Praxis zeigt – es geht! Mit BIM Fehlerquellen reduzieren und Effizienz steigern Sicherlich, am Anfang ist BIM eine Investition mit entsprechendem Aufwand für Schulungen, Prozessentwicklung und Software. Nach der Implementierungsphase schlägt jedoch der Effizienzgewinn zu Buche. Dieser resultiert aus der Reduzierung bisheriger Fehlerquellen sowie diversen Prozessoptimierungen. So lassen sich unter anderem bereits in frühen Leistungsphasen modellbasiert Berechnungen für Bau­ physik, Beleuchtung, technische Gebäudeausstattung oder Sonnenstudien vornehmen. Auch sind kaufmännische Auswertungen wie die Erstellung von Element- und Bauteillisten sowie des Raumbuchs möglich – ebenso wie die Darstellung von Massen und Mengen. Auf Basis des Gebäudemodells lassen sich auch Leistungsverzeichnisse generieren. Und vieles mehr! BIM gibt Raum für neue Geschäftsmodelle Über den Effizienzgewinn hinaus eröffnen sich für Planer durch BIM neue Betätigungsfelder, die klar als Zusatzleistungen gelten und daher einer gesonderten Honorierung bedürfen. Hierunter fallen zum Beispiel die Übernahme des BIM-Managements, das Angebot von Visualisierungen, die Erstellung des as-built model zur Übergabe an Facility Managements und die Pflege des Gebäudedatenmodells in der Betriebsphase. Aber auch das Handwerk benötigt Unterstützung – beispielsweise bei der modellbasierten Werk- und Montageplanung oder der Generierung von Massen und Bestelllisten. Autoren: Andreas Baum, baum-kappler architekten Andreas Melk, melk Gebäudetechnik Mario Munz, ash sander hofrichter Uwe Ritter, planquadrat Elfers Geskes Krämer Wiebke Becker, Albrecht JUNG GmbH & Co. KG

Genex Tower – das Westtor Belgrads

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BIM pragmatisch-zielorientiert gelebt, führt zu einem echt knackigen Projektmanagement Erfolg über einen verpflichtenden Prozess Ohne anfängliche Festlegung von Projektzielen, Rahmenbedingungen und Prozessen wird sich der gewünschte Erfolg nicht einstellen. Genauso wenig funktioniert das Diktat irgendeines Standards. Vielmehr bedarf es maßgeschneiderter Prozesse, die auf die Erfüllung der Bauherrenanforderungen und Projektziele ausgerichtet sind und parallel den individuellen Datenbedarf sowie die technischen, organisatorischen und personellen Möglichkeiten der einzelnen Projektbeteiligten berücksichtigen. Ein derart definierter BIM-Prozess bildet das Rückgrat eines erfolgreichen Projekts. Alle Freigabe- und Abstimmungstermine docken an diesen Kernprozess an. Genauso ist klar definiert, wer wann welche Informationen in welchem Format benötigt. Ebenso wichtig wie der Prozess selbst, ist dessen Legitimation. Alle Prozessbeteiligten müssen sich dem BIM-Prozess sowie den vereinbarten Leistungsbildern verpflichten – nicht zuletzt auch der Bauherr! Datenschnittstellen auf Bedürfnisse und Möglichkeiten abstimmen! In der Praxis hat sich bewährt, dass jede Disziplin in ihrem eigenen Teil-Datenmodell arbeitet. Diese werden zeitpunktbezogen

Die Neustadt – im 20. Jahrhundert erbaut im Stil des Serbischen Brutalismus

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abgeglichen und auf Kollisionen geprüft. Um den erforderlichen Datenaustausch zwischen den verschiedenen Softwarelösungen zu gewährleisten, müssen Grundregeln definiert werden, die den BIM-Prozess von der technischen Seite beschreiben (u. a. auch die Festlegung von Modellierungsstandard und Datenklassifikationen). Auch hier zählt, die Anforderungen auf das zu reduzieren, was zur Zielerreichung zwingend erforderlich ist und zu berücksichtigen, welche Möglichkeiten der Datenübergabe die Projektbeteiligten tatsächlich haben. Beispiel: Wenn ein Planer nur 3D-Zeichungen im DXF-Format liefern kann, muss ein entsprechender Workaround definiert werden. In jedem Fall empfiehlt sich, den Datenfluss an einem Testprojekt zu prüfen. Neben aller Technik – Erfolg bringt der persönliche Kontakt In BIM-Projekten dient das Gebäudedatenmodell als zentraler Ansatzpunkt der Kommunikation. Ob bei den zweiwöchentlich stattfindenden, disziplinübergreifenden Abstimmungsterminen

Die Altstadt – hier zeigt sich der gesamte architektonische Status dieser Stadt

oder bei der Projektarbeit zwischendurch, die Kommunikation läuft stets auf Basis des digitalen Gebäudemodells. Erfahrungsgemäß führt dieser Modellbezug zu einer Versachlichung der Diskussion, zu mehr gegenseitigem Verständnis sowie zu einer Beschleunigung des Projektfortkommens. Neben der Definition von gemeinsamen digitalen Projekträumen und Kommunikationskanälen ist auch oder gerade bei BIM-Projekten eines extrem wichtig – so viel wie möglich miteinander reden! Autoren: Ernst Ulrich Tillmanns, 4a Architekten Florian Kraft, Stefan Forster Architekten Taina Puyn, Schulz und Schulz Architekten Thomas von Küstenfeld, HENN Mikael Petersson, CIBES LIFT GROUP AB Marius Priebe, dormakaba Deutschland GmbH Deniz Turgut, Albrecht JUNG GmbH & Co. KG

Belgrad – Donauperle in spe und deshalb ideale Kulisse für den BIM-Summit 2019

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BIM ist evolutionär. Aber der Faktor Mensch bleibt essenziell! Auf Knopfdruck gibt es kein BIM Die digital-kollaborative Arbeitsmethode BIM wird zur Steigerung von Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit sowie aufgrund von Projektanforderungen praktiziert. Doch die Integration von BIM braucht Zeit und Priorität, bedingt Änderungen im Denken, Handeln und Zusammenwirken der Akteure sowie einen gezielten Aufbau von BIMKnow-how. BIM heißt auch, in die Kommunikations- und Fehlerkultur zu investieren, um BIM-Projekte sowie die BIM-Integration optimal zu managen. Bausachverstand ist Grundvoraussetzung für BIM Das digital vernetzte Informationsmanagement – also das „I“ in BIM – macht den erfolgversprechenden Unterschied zur bisherigen Arbeitsweise. Aber ohne das „B“ für Bauen oder Bausachverstand geht es nicht! Ein Beispiel: Hilft es, wenn ein BIM-Manager rein technisch die Kollisionsprüfung beherrscht und zig Kollisionen im Modell entdecken kann? Oder wäre es zielführender, die fünf wirklich relevanten Kollisionen zu beseitigen? Das Wissen über das Bauen und die Prozesse dahinter bleibt weiterhin essenziell und es gilt, dieses durch neue Kompetenzen wie 3D-Modellierung sowie firmen- und softwareübergreifendes Datenmanagement zu ergänzen. Bei der BAM Deutschland wird das unter anderem dadurch gelöst, dass erfahrene Projektmanager und Kollegen mit BIM-Kompetenz eng zusammenarbeiten. Menschen machen BIM und nicht Maschinen Ob als Auftraggeber, BIM-Manager, Architekt, Fachplaner oder Bauausführender – an BIM-Projekten partizipieren viele Parteien und Menschen. Beim Wechsel zur Arbeitsmethode BIM ist ein aktives Changemanagement unabdingbar. Um Mitarbeiter und Marktpartner für BIM zu gewinnen, muss deutlich gemacht werden, was man unter BIM versteht, warum man den Wandel möchte, welche Vorteile dieser bietet, sowie Transparenz über die Maßnahmen zum Aufbau erforderlicher Kompetenzen, Prozesse und IT-Handwerkzeuge geschaffen werden. Autoren: Andreas Dieckmann, BAM Deutschland Bojana Bojanic, CIP Architekten Felix Franke-Busdiecker, Gössler Kinz Kerber Kreienbaum Architekten Szabolcs Soti, bim-visual Andreas Vehreschild, dormakaba Deutschland GmbH

Die Heinze Summits versammeln führende Architekten und Innenarchitekten sowie richtungsweisende und visionäre Industriepartner zu mehrtägigen Intensiv-Workshops. Mehr Informationen unter: www.heinze.de/events/

Der Heinze Summit Belgrad wurde ermöglicht durch:

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Fotos] Klaus G. Füner


Zahlendompteur

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heinze.de/expertenprofile „Hier bin ich richtig.“


aktuell]  TOUR D‘EHRET

Foto] Christian Stallknecht

TOUR D’EHRET Der Weg war das Ziel Es lohnt sich, neue Wege zu gehen, besser gesagt: gemeinsam zu fahren. Bei der TOUR D’EHRET erkundeten über 120 Architekten und Planer umweltbewusst mit Fahrrädern und E-Bikes in den Städten Berlin, Frankfurt am Main und Nürnberg bekannte und unbekannte Projekte. Flankiert von „Versorgungsstationen“ und ­Begleitfahrzeugen gab es aus der ungewohnten Perspektive viel zu entdecken. 152


Foto] Christian Stallknecht

Foto] David Arigbabu

Foto] Beate Schröder

Foto] Christian Stallknecht

Foto] Christian Stallknecht

von links: Andreas Schnaase und Jörg Hahnel (EHRET), Amandus SamsØe Sattler (Almann Sattler Wapppner) und Klaus Wipfler (EHRET) Foto] Christian Stallknecht

Foto] Beate Schröder

Seit jeher inspiriert Tageslicht Generationen von Architekten und Baumeistern zu spektakulären Bauwerken. Doch wer an Licht denkt, muss auch die Verschattung mitdenken. Längst ist es ein schmaler Grat zwischen den normativen Anforderungen auf der einen Seite und andererseits der Integration des Sonnenschutzes als gestalterisches, identitätsstiftendes Element der Fassade. Bei der TOUR D’EHRET kamen Praxis und Inspiration gemäß dem Dreiklang aus „Fassade, Funktion, Ästhetik“ auf ungewohnte Weise zusammen – der Weg war das Ziel. Bei einer Stadtrundfahrt per Fahrrad wurden aktuelle mit Ehret-Produkten ausgestattete Projekte angesteuert und vor Ort von den Architekten vorgestellt. Flankierend zu den unterschiedlichen Referenzprojekten gaben Chris ­Neuburger und Jan Bohnert, nbundm* architekten neuburger, bohnert und müller, und Laura Fogarasi-Ludloff, Ludloff Ludloff Architekten, in Berlin, Amandus Samsøe Sattler, Allmann Sattler Wappner Architekten, und Eva Maria Lang, KNERER UND LANG Architekten, in Nürnberg und Christian Heuchel, O & O Baukunst, sowie Matthias Haber, Hild und K Architekten, in Frankfurt am Main Einblicke in ihre Projekte. Die Bandbreite der Vorträge und die vorgestellten Projekte zeigten eindrucksvoll die Wirkung von Architektur – vom individuellen Prozess bis zur Einbindung in den urbanen Stadtraum, den Umgang mit dem Bestand und den Weg zu einer besseren Architektur. Die Teilnehmer nutzten die gemeinsame Tour aus der anderen Perspektive, um Kontakte zu knüpfen und Inspiration für den eigenen beruflichen Alltag mitzunehmen. Bis zur nächsten TOUR D’EHRET! 153


aktuell]  HEINZE ARCHITEKTOUR

THINK BIG:

1 10 JAHRE HEINZE ARCHITEKTOUR Macher, Visionäre, Spezialisten THINK BIG – lautete der Titel der diesjährigen ArchitekTOUR. Zu ihrem 10-jährigen Jubiläum präsentierte sie gewohnt spannende wie abwechslungsreiche Impulse von Machern, Visionären und Spezialisten. An acht Veranstaltungsorten erwarteten die 1.500 Teilnehmer nicht nur hochkarätige Redner aus der Architektur- und Baubranche, sondern auch ein einzigartiges Führungsprogramm mit exklusivem Blick hinter die Kulissen ganz besonderer Bauwerke. Das große Interesse und die positive Resonanz zeigen, dass auch 2019 ein Programm der Extraklasse gelungen ist, das mit dem Kongress am 13. und 14. November in Berlin einen weiteren Höhepunkt und zugleich seinen diesjährigen Abschluss findet. 154


Fotos] Christian Stallknecht/Heinze GmbH

Am 4.  Juni 2019 startete die Heinze ­ArchitekTOUR in ihr zehntes Jubiläum und begab sich auf eine vierwöchige Reise quer durch die Republik. An international bekannten und bedeutenden Orten wie dem Mercedes-Benz Museum in Stuttgart, dem Showpalast in München, der Kongresshalle am Zoo Leipzig, dem Jüdischen Museum in Berlin, der Kunsthalle Mannheim, dem Automuseum Prototyp in Hamburg, der Philharmonie Essen und der Motorworld in Köln, wo die ArchitekTOUR am 4. Juli endete, bot Heinze einen bewährten Mix aus kurzweiligen Architekturvorträgen und zukunftsweisenden Praxisbeispielen. Mehr als 50 Aussteller nutzten die Möglichkeit, auf der Bühne ihre aktuellen Produkte zu präsentieren und in kurzen Impulsvorträgen deren Anwendung exemplarisch vorzustellen. Auch in diesem Jahr nahmen die insgesamt 1.500 Teilnehmer das Speeddating innerhalb der Ausstellungen zum Anlass, direkt mit den Herstellern und Unternehmenspartnern ins Gespräch zu kommen und sich zu innovativen Lö-

sungen auszutauschen. Ein exklusives Rahmenprogramm ermöglichte den Gästen einen einmaligen Blick hinter die Kulissen und rundete das breite Spektrum der Veranstaltungen ab. „Wir blicken auf über 150 Referenten aus Architektur, Planung, Design und Forschung in über 50 Locations in 19 verschiedenen deutschen Städten und auf mehr als 1.300 Impulsvorträge von über 250 Industriepartnern zurück“, fasste Christian Stallknecht, Projektleiter Heinze ArchitekTOUR, die vergangenen Jahre zusammen. Auch 2019 gelang es Heinze, die Baubranche zu begeistern und eine gelungene Mischung aus Big Names, Newcomern und Grenzgängern zu versammeln. 34 Keynote-Vorträge von Architekten und Planern boten die ganze Vielfalt der Baukunst und spannten einen Bogen vom gesamten Stadtquartier über das Gebäudeensemble oder das einzelne Bauwerk bis hin zum herausragenden Detail oder einer smarten Lösung. Ein weiterer Fokus der diesjährigen TOUR lag auf der Digitalisierung. In

insgesamt acht BIM-Impulsen berichteten erfahrene Planer und Projektmanager wie Florian Kraft und Torben Wadlinger von COMPENDIUM BIM + Kybernetik GmbH & Co. KG über den Einsatz von digitalen Werkzeugen im Bauprozess. Für den November plant die Heinze GmbH bereits ihren großen Branchenkongress in Berlin. Seien sie dabei, wenn es heißt „THINK BIG: 10 JAHRE HEINZE ARCHITEKTOUR“ und international renommierte Experten wie der dänische Stadtplaner Jan Gehl, der niederländische Fotograf Ivan Baan, Kai-Uwe Bergmann von BIG – Bjarke Ingels Group oder Prof. Arno Lederer von LRO Lederer R ­ ­agnarsdóttir Oei Einblicke in ihre Arbeit gewähren. Eine große Ausstellung und zahlreiche Fachvorträge der Unternehmenspartner rahmen das Gesamtprogramm. Merken Sie sich schon jetzt den Termin am 13. und 14. November in der Arena Berlin vor. Weitere Informationen finden Sie unter https://architektour.heinze.de/ kongress/

Jetzt Neu: App „Heinze Events “ Ihr mobiler Planer vor und während der Heinze Veranstaltungen – mit allen Informationen, die Sie brauchen Erfahren Sie immer als Erstes von den neuen Heinze Veranstaltungen. Laden Sie dazu einfach die App „Heinze Events“ herunter. Suchen Sie in Ihrem App-Store nach „Heinze Events“ oder scannen Sie den QR-Code. Ob vor oder während der Veranstaltung – mit der App sind Sie für den Tag perfekt vorbereitet. Es erwarten Sie News aus erster Hand, ausführliche Agenden und weiterführende Informationen zu Ausstellern und Referenten. Jetzt App kostenlos downloaden und von den ­Features profitieren! 155


BIM Building Information Modeling

Foto] Kristian Schatz (@BIMagent), Bensheim

aktuell]  Neues Baunetz Wissen Fachportal

Mit BIM ist es wie mit vielem: Einmal damit angefangen, verschwinden etwaige Vorbehalte und man stellt fest – BIM macht Spaß! Was es dazu braucht, sind Offenheit und die Kenntnis der Möglichkeiten, die diese Planungsmethode bietet. Vermittelt werden sie ab sofort im neuen Baunetz Wissen BIM. Verständlich geschrieben, liefert es grundlegende Informationen über das digitale Planen, erläutert dessen Sinn und Nutzen und zeigt auf, wie der Weg in eine integrale Baukultur gelingt. Sicher ist, dass Building Information Modeling eine Menge Vorteile birgt. Sicher ist auch, dass es die Arbeitsstrukturen von Architekten und Planern nachhaltig verändern wird. Schon jetzt zeigen aktuelle Großprojekte die Grenzen konventioneller Arbeitsmethoden. Eine digitale Projektabwicklung im Sinne von BIM hilft dabei, die Komplexität beherrschbar zu machen. Mit der Auswahl und dem Einsatz der passenden Software im Zusammenspiel zwischen Design und Wirtschaftlichkeit hat BIM das Potenzial, Freiräume zu schaffen, die Architekten und Planern mehr Zeit einräumen, sich mit dem Wesentlichen zu beschäftigen: dem Entwurf. In Baunetz Wissen BIM ist unter anderem nachzulesen, welche Vor­ aussetzungen bei der Einführung der vernetzten Planungsmethode erfüllt sein müssen, wie sich das optimale Zusammenwirken aller Projektbeteiligten erreichen lässt und welchen Einfluss das auf die Kommunikationskultur haben wird. Übersichtlich und nachvollziehbar strukturiert, bietet das neue Fachportal Einsteigern ebenso wie BIM-Pionieren fundiertes Fachwissen, ein Glossar, anschauliche Beiträge zu internationalen Architekturprojekten sowie Buchrezensionen, Beratungsstellen und eine Linkliste, Softwarelösungen und Veranstaltungshinweise. Erstellt und fortgeschrieben wird Baunetz Wissen BIM von Dr. Kristian Schatz in Zusammenarbeit mit der Baunetz Wissen Redaktion. Unterstützt wird es durch das Unternehmen ComputerWorks, dessen Programm Vectorworks übrigens ebenfalls BIM-fähig ist. Ein monatlicher Newsletter informiert über Neuigkeiten aus der digitalen Welt. www.baunetzwissen.de/bim www.baunetzwissen.de/newsletter 156

Screenshot] Baunetz Wissen

Headquarter Scott Sports in Givisiez von IttenBrechbühl, Bern Foto] IttenBrechbühl


aktuell]  Heinze ArchitektenAWARD 2019

40.000 Euro Gesamtpreisgeld sind ausgelobt und am 13. November 2019 werden die Gewinner feierlich bekanntgegeben. Foto] © Marcus Jacobs

Einladung zur feierlichen Preisverleihung am 13. November 2019 | Arena Berlin Auszeichnung der besten Nichtwohnbauten, BIM-Projekte und Verleihung der Nachwuchspreise Mehr als 350 Einreichungen – 284 Objekte von Architekten und Planern und 73 Entwürfe von Studenten – sind in diesem Jahr beim Heinze ArchitektenAWARD eingegangen. Keine leichte Aufgabe für die Jury, deren Vorsitz in diesem Jahr Stefan Behnisch von Behnisch Architekten übernimmt. Neben den Awards mit dem Schwerpunkt Nichtwohnbau und den Nachwuchspreisen wurde zum zweiten Mal in Folge auch ein Sonderpreis BIM ausgelobt, der exklusiv von Gira unterstützt wurde und über welchen eine eigens dafür einberufene BIM-Fachjury entscheidet. Aber auch die Online-Bewertung auf heinze.de – bei der die Besucher für jedes Objekt bis zu 5 Sterne vergeben konnten –, wurde berücksichtigt. Insgesamt werden drei Publikumspreise verliehen. Wer als Erster erfahren möchte, wer es in diesem Jahr geschafft hat, eine der begehrten Auszeichnungen zu gewinnen, meldet sich am besten gleich zur Teilnahme an der Preisverleihung mit spannendem Rahmenprogramm unter www.heinze.de/kongress an. Heinze freut sich in diesem Jahr über die Unterstützung beim Heinze ArchitektenAWARD durch die ­Sponsoren Gira, ROMA, SALTO und WICONA

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aktuell]  HeinzeArchitekturfoto

Charité, Berlin

Französischer Dom, Berlin

Björn Albert Im Alter von 11 Jahren kam Björn Albert mit der Fotografie in Berührung, als ihm sein Vater eine defekte Spiegelreflexkamera schenkte. Der Zauber der Fotografie fand seinen Beginn in einer spielerischeren Auseinandersetzung mit diesem Medium und begleitet ihn bis heute. Er machte einen Ausflug in ein Physik-Diplom-Studium. Sein Interesse galt auch verschiedenen Produktionen von eigenen Kurz- und Spielfilmen, die auf internationalen Filmfestspielen gezeigt und ausgezeichnet wurden. Doch die kontinuierliche Beschäftigung mit der Fotografie wurde aufgrund der Initialzündung des Vaters letztendlich zur Profession. Seine thematische Ausrichtung beinhaltet die Bereiche Landschaften, Pflanzen, experimentelle Fotografie sowie historische Verfahren, wobei sich schließlich sein Schwerpunkt in der Architektur- und Städtefotografie findet, die ihn u. a. mit seinem „Berlin Projekt seit 1991“ bekannt gemacht hat. Seine im eigenen Labor hergestellten großformatigen Abzüge verändern den Raum.

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Foto] privat

BA AP Björn Albert Revaler Str. 101 10243 Berlin Tel. +49 30 29048191 Mobil +49 172 9550368 info@ba-ap.com www.ba-ap.com


Wohngebäude Schützenstraße/Charlottenstraße, Berlin

Deutsche Bundestag, Kuppel des Reichstagsgebäudes

Kronprinzengärten, Berlin

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anhang] Inserentenverzeichnis 87

Semcoglas 133–137

aluplast 49

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Lebensfrohe Vielfalt mit geschützten Rückzugsorten

Auf einem 5.900 Quadratmeter großen Grundstück in Ostfildern errichtete die Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau den „Neuen Markt“.

tatives Gebäude entwickelt werden, das sich perfekt in die bestehende Bebauung einfügt. Deshalb schrieb das Siedlungswerk einen Wettbewerb für ein modernes Wohn- und Geschäftshaus aus, den das renommierte Architekturbüro Baumschlager Eberle aus Lustenau (Österreich) gewann – mit einem innovativen Konzept, das gekonnt zwischen öffentlicher Nutzung und privaten Bereichen vermittelt. „An jedem Standort treffen wir auf neue Herausforderungen, für die wir natürlich die jeweils beste Lösung finden wollen“, berichtet Christoph Welz, Leiter der technischen Projektentwicklung der Siedlungswerk GmbH. „Aufgrund der sehr verkehrsreichen Lage haben wir für den Scharnhauser Park ein massives Gebäude geplant, das höchste Ansprüche an den Schallschutz erfüllt und in der Lage ist, verschiedene Alters- und Interessengruppen unter einem Dach zu vereinen.“ Wie genau die Architekten den Abschluss des Quartiers für 9.000 Menschen umsetzten, steht auf dem Blog www.projekt-weiss.blog.

Draußen pulsiert das Leben, drinnen herrscht geschützte Ruhe. Im Scharnhauser Park in Ostfildern hat das Architekturbüro Baumschlager Eberle etwas Besonderes geschaffen: Auf einem 5.900 Quadratmeter großen Grundstück gegenüber dem Stadthaus errichtete die Siedlungswerk GmbH Wohnungs- und Städtebau den von ihr entworfenen „Neuen Markt“. Der fünfgeschossige Zeilenbau, in massiver KS* Bauweise errichtet, bietet im Parterre Platz für fünf Ladengeschäfte. In den oberen Geschossen sind 52 Wohnungen entstanden. Nebenan befindet sich die Markthalle, darüber eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung. Die Planer vereinten also die Wünsche und Bedürfnisse verschiedenster Alters- und Interessengruppen unter einem gemeinsamen Dach. Die Wände aus dem großformatigen Bausystem KS-PLUS, die trotz schlanker Ausführung zuverlässig vor Lärm schützen, sorgten dabei für eine wirtschaftliche und schnelle Fertigstellung. Für das letzte noch freie Baugrundstück im Scharnhauser Park, ein seit 1992 komplett neu entstandener Stadtteil, sollte ein repräsen-

Im Erdgeschoss, unter schützenden Kolonnaden, bietet der „Neue Markt“ Platz für fünf Ladengeschäfte. Fotos] Oliver Schuh, palladium.de

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Im nächsten Heft

Architektur gibt den Ton an Die Umwidmung des Nürnberger Sebastianspitals in eine Musikhochschule ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie ein historisches Gebäude durch nur wenige, aber grundlegende Eingriffe umgenutzt werden kann, ohne an architektonischer Qualität einzu­ büßen. Mehrere Hundert Veranstaltungen pro Jahr sollen künftig hier und in der ehemaligen Kapelle stattfinden, die zum Kammermusiksaal umfunktioniert wurde. Im Sommer kann zudem auf dem Flachdach des Orchestersaals „open air“ musiziert werden. Mit solch einem Angebot dürfte das „Wastl“ sich schnell zu einem der kulturellen Hotspots der Frankenmetropole mausern.

Foto] Andrew Phelps, Salzburg – © Jansen AG, CH-Oberriet

Vom maroden Volksbad zum exklusiven Vier-Sterne-Hotel

Foto] ECLISSE

Hohe Denkmalschutzauflagen machten aus dem geschichtsträchtigen Stadtbad ein beispielloses Sanierungsobjekt. Es galt, möglichst viele historische Elemente zu erhalten. Dank des Schiebetürsystems verbreiten die alten Kabinentüren aus der Kaiserzeit ihren antiquierten Charme heute in den modernen Hotelzimmern. Auch das Schwimmbecken wurde aufwendig saniert: Ein einzigartiges Konzept lässt es in kürzester Zeit verschwinden und verwandelt die Schwimmhalle in eine Eventlocation der Extraklasse. Ein einzigartiges Sanierungsobjekt, das zu Recht mit dem Denkmalpflegepreis Ferdinand-von-Quast-Medaille 2017 ausgezeichnet wurde.

Impressum Das Journal wird herausgegeben von der Heinze GmbH, Bremer Weg 184, 29223 Celle. an Infopro Digital company

SATZ + GESTALTUNG Katrin Polzin, Melanie Littkemann

KUNDENSERVICE Tel. 05141 5055 Fax 05141 5056 E-Mail kundenservice@heinze.de www.heinze.de

TITELBILD Hotel Pfösl, Italien Foto: © Gustav Willeit

GESCHÄFTSFÜHRER Dirk Schöning REDAKTIONSLEITUNG Ulrich Schmidt-Kuhl REDAKTION Rainer Tenbosch, Dipl.-Ing. (FH) Architekt Sabine Tornow, Dipl.-Ing.

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DRUCK Vogel Druck und Medienservice GmbH

Scannen), Vervielfältigung, Ermöglichung des Downloads durch Dritte, z. B. durch Aufnahme in eine Website, in Bulletins etc., und das elektronische Versenden über die Netze sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Heinze GmbH unter Quellenangabe zulässig.

AUSGABE Oktober 2019 ISSN 1866-8917 Mitglied der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf nur zum persönlichen Gebrauch (§ 53 UrhG) genutzt werden. Nachdruck, elektronische Speicherung (auch durch

© Copyright 2019 Heinze GmbH, Celle

BEILAGENHINWEIS Diese Ausgabe enthält zwei Beilagen der Heinze GmbH.


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