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SPORTAKUS | Heft 1/2011

Foto: FSR-Sportwissenschaft

Foto: www.johannes-waschke.de

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EDITORIAL

Floorball: Leipzig als Floorball-Metropole.

EDITORIAL

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Ersti-Fahrt: Waghalsige Aktionen zum Kennenlernen.

INHALT

Das Dutzend ist voll

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er SPORTAKUS startet 2011 in seine zwölfte Saison – mit einem Paukenschlag. Symposium „Leipzig – Sportfrei!?“ Teil II am 10.02. (in Summe =zwölf ). Es ist kurz vor zwölf im Leipziger Sport. Oder schon kurz nach zwölf? Die Leipziger Volkszeitung will mit ihrem Projekt Zwölf für zwölf Abhilfe schaffen und Leipziger Athleten zu Olympia zweitausendzwölf bugsieren. Zwölf – in den Ohren aller RB-Leipzig-Herzensfreunde eine abscheuliche Zahl. Zwölf Punkte Rückstand auf Platz eins. Aufstieg in Gefahr. Auch die Fakultät bekam eins auf die Zwölf – mit dem Bohrhammer, ist die reinste Baustelle mit Löchern in den geschichtsträchtigen Gemäuern, die bis zu zwölf Klafter in den Acker ragen. Aber positive Veränderungen für die Studierenden ziehen sich in die Länge, zäh wie ein Zwölffingerdarm. Das zwölfte Jahrhundert, Epoche des Hochmittelalters. Zum DHfK-Fasching flanieren diesmal lüsterne Vagabunden nach adretten Dirnen. Wir sind gespannt, was die nächsten zwölf Monate mit sich bringen, werden aus dem Keller heraus weiter knechten, in der Hoffnung, dass die Fakultät dahinter steht wie der zwölfte Mann. In diesem Sinne: Alles Gute im neuen Jahr, möge die Macht des Dutzend mit Euch sein. Euer

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4 Symposium „Leipzig – Sportfrei!?” Alles zum nächsten SPORTAKUS-Höhepunkt am 10. Februar | concept4sport stellt sich vor | Dr. Petra Tzschoppe im Interview

12 LVZ- Projekt 12-4-12 Die Zweier-Canadier David Schröder und Frank Henze im großen Interview

18 RB Leipzig Ernüchternde Bilanz nach der Hinrunde

28 Das neue Mentorenprogramm Stimmen zur Premiere der Idee des Fachschaftsrats

38 Neue Gesichter am Campus Jahnallee Dr. Arno Müller und Dr. Klaus Beier vorgestellt

42 Baustelle Sportwissenschaftliche Fakultät Alle Institute im Schema | Kommissionen, Räte, Probleme | Neue Rektorin Prof. Beate Schücking Titelbild: Der Irrgarten des Leipziger Sports. Wohin führt der Weg der Vereine? Gestaltung: Alexander Fugmann Fotos: Sebastian Brunn (2) John Hennig


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Symposium

Professionell oder planlos? Leipziger Sportvereine am Scheideweg von Stephan Lochen

Collage: Alexander Fugmann

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In welche Richtung steuern die Leipziger Vereine - Professionell oder Planlos in die Zukunft? Als sich das Projekt „Sport & Medien – SPORTAKUS“ im Sommer 2009 vornahm, ein Symposium ins Leben zu rufen, welches der Situation des Leipziger Sports regelmäßig eine Bühne bieten kann, war nicht zu erwarten, dass diese Idee eine solche Resonanz erhält. Nach der erfolgreichen Premiere 2009 lädt das Projekt am 10. Februar 2011 gemeinsam mit dem Verein concept4sport nun zum zweiten Symposium „Leipzig – Sportfrei!?“

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uch 2011 soll über den Leipziger Sport diskutiert sowie Probleme und Zukunfstaussichten analysiert werden. Die Schlagzeile „Planlos oder professionell? Leipziger Sportvereine am Scheideweg“ beschreibt den thematischen Rahmen. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir die Veranwww.sportakus-online.de/symposium

staltung wieder organisieren können und hoffen auf das gleiche rege Interesse wie 2009“, freut sich Dr. Christian Hartmann, Projektleiter des SPORTAKUS. Neben der Diskussion zum Sport in Leipzig nimmt wiederum der Gedanke eines Netzwerks zwischen Sport, Medien, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft eine tragende Rolle des Symposiums ein. „Auch concept4sport verfolgt diese Idee und passt deshalb als Partner perfekt zu unserem Symposium“, erklärt Alexander Fugmann vom SPORTAKUS. Die Geprächsrunde des ersten Symposiums drehte sich ausgiebig um die Vergangenheit, viele Fragen blieben offen, nur wenige Lösungsansätze wurden erörtert. „Es gibt weiterhin viel Diskussionsstoff zur Thematik und es wird klar, dass man regelmäßig darüber sprechen muss”, merkt Hartmann an. Was hat sich getan in den vergangenen Monaten? Verschleiern Erfolgsmodelle wie die der Handballer


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des SC DHfK Leipzig und des Fußballvereins RB Leipzig die eigentliche Tristesse im Leipziger Sport? Spiegelt sich die hohe Quantität des Breitensports auch angemessen in der Qualität der Vereinsarbeit wider? Gelingt es dem Leipziger Sport mit mehr Professionalität, national wie auch international, wieder konkurrenzfähig zu werden oder lassen Planlosigkeit das zweifelsohne vorhandene Potenzial der Sportstadt versiegen? Für die Sportstudierenden ist es auch eine Möglichkeit, den eigenen Problemen Gehör zu verschaffen: „Wir werden an der Universität gut ausgebildet, aber es fehlt fast jegliche Anbindung an Praxispartner – egal ob im Reha-, Management-, oder Medienbereich“, kritisiert Fugmann. „Nach dem Studium fehlt den Studierenden die Chance, ihr Wissen praktisch anwenden zu können. Verbände, Vereine und Unternehmen hingegen wissen kaum, dass es in Leipzig gut geschulte, junge und dynamische Leute für den Sport gibt. Dieses Manko wollen wir versuchen zu verbessern“, ergänzt der 27-Jährige. Die Besetzung der Referate und des Podiums zeigt, welchen Stellenwert das Symposium hat. Mit Reiner Calmund (Sportmanager) hat ein prominenter Sportvertreter sein Kommen signalisiert. Heiko Rosenthal (Sportbürgermeister der Stadt

INFORMATIONEN Datum:

Donnerstag, 10. Februar 2011

Ort:

Zentrales Hörsaalgebäude Uni Leipzig

am Augustusplatz, Universitätsstraße 3

Hörsaal 9, Foyer Hörsaal 9

Zeit:

ab 16.00 Uhr Begrüßung

ab 16.30 Uhr Referate

1. concept4sport 2. RasenBallsport Leipzig

ab 18.00 Sektempfang

ab 19.00 Uhr Podiumsdiskussion mit

Reiner Calmund, Heiko Rosenthal,

Winfried Wächter, Karsten Günther,

Dr. Petra Tzschoppe und

Thomas Kunze (Moderation)

KOMMENTAR

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Stephan Lochen

rofessionell. Planlos. Scheideweg. Das sind die Schlagwörter des SPORTAKUSSymposiums. Sie liefern reichlich Diskussionsstoff für den Sport. Doch auch die unklare Zukunftssituation des SPORTAKUS kann danach analysiert werden. „Ich garantiere, dass es den SPORTAKUS auch weiterhin geben wird, koste es, was es wolle“, verkündete Neu-Dekan Prof. Martin Busse kühn auf dem Schwimmfest im Dezember des Vorjahres. Ein Versprechen? Das wäre professionell! Ein Versprecher? Das wäre eher planlos. Denn eine gute Sportwissenschaft braucht Sport und Medien. Im Leipziger Studienangebot sucht man seit der Studienreform danach vergebens. Dilettantes Versagen der Fakultät! Ein despektierlicher Vorwurf? Eine gewagte These! So gewagt wie das Versprechen des Dekans! Ohne SPORTAKUS keine Zeitschrift, kein Sommerfest, kein Schwimmfest und vor allem kein Symposium. Bleibt nicht viel neben dem normalen Lehr- und Forschungsangebot. Eigenlob stinkt? Vielleicht! Aber wer mittlerweile zwölf Jahre aus der Redaktion im Keller die Fakultät bereichert, darf auch spartanisch müffeln. Ach ja, fehlt noch der Scheideweg. Sportwissenschaft in Leipzig – endlose DHfK-Vergangenheit oder zeitgemäße Innovation? Es braucht keine planlosen ProfessorInnen oder paradoxe Pseudopioniere, keine pragmatischen Pessimisten. Es braucht Profis!

Leipzig) Winfried Wächter (Sportchef Leipziger Volkszeitung), Dr. Petra Tzschoppe (Landessportbund Sachsen, Universität Leipzig), Karsten Günther (Geschäftsführer Handball, SC DHfK) und Thomas Kunze (Mitteldeutscher Rundfunk) haben bereits zugesagt. Im Vorfeld der Diskussion wird concept4sport sein Netzwerkkonzept erläutern und RB Leipzig über sein Vorhaben im Leipziger Fußball referieren.

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von Sören Starke Los geht‘s: Die 13 Gründungsmitglieder von concept4sport posieren optimistisch mit ihrem Slogan nach der Gründungsveranstaltung vor dem Club Olympia des Leipziger Olympiastützpunkts. Foto: Stephan Lochen

Professionalisierung vorantreiben Netzwerk, Plattform – gemeinsam für den Leipziger Sport. Das waren die Schlagworte des SPORTAKUSSymposiums Leipzig-Sportfrei!? im November 2009. Das Ziel war und ist klar: Sport, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien sollen übergreifend den Sport fördern. Der im November des Vorjahres gegründete Verein concept4sport e.V. will diese Grundidee nun professionell umsetzen und hat dazu kreative Ideen, erfüllbare Pläne und bereits erste Partner.

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n Berlin, Potsdam und eben Leipzig ist concept4sport als Pilotprojekt angelaufen. In der Messestadt leiten Katharina Rothe, Karsten Tornow und Thomas Etzold die Geschicke des Netzwerkprojekts und haben klare Vorstellungen: „Für den Hochleistungsbereich gibt es schon zahlreiche Institutionen wie zum Beispiel die Deutsche Sporthilfe. Ergänzend dazu soll es in Zukunft für den Breitensportconcept4sport geben“, erklärt Katharina Rothe die primäre Ambition des Projekts. Ziel ist es, regionale Sportvereine und -organisationen in insgesamt vier Bereichen (siehe Grafik) zu unterstützen und mit ExpertInnen in Kontakt zu bringen.

concept4sport e.V.


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Katharina Rothe – Ex-Sportstudentin und Initiatorin von „c4s“

„Ein Netzwerk für den Sport“ INTERVIEW

Sören Starke

Foto: privat

concept4sport e.V. (c4s) – eine neue Idee, dem Leipziger Sport auf die Sprünge zu helfen. Mit Katharina Rothe steht eine ehemalige Sportstudentin an der Spitze des Projektes. Die 31-jährige Leipzigerin spielte u. a. in Markranstädt und Halle in der zweiten Handball-Bundesliga und kennt sich bestens im Sport der Messestadt aus. Im SPORTAKUS-Interview verrät sie die Ideen und Ziele des Vereins und nennt Gründe, weshalb das Projekt funktionieren kann.

Wie soll die Unterstützung konkret aussehen? „c4s“ gibt es seit November 2010. Woher stammt die Idee, diesen Verein zu gründen? Im Oktober 2009 stellte mir Karsten Tornow (Manager AWD, Anm. d. Red.) die Frage: Was können wir für den Sport in Leipzig tun? Daraufhin haben wir gemeinsam mehrere Workshops ins Leben gerufen. Viele Leipziger Sportvereine nahmen teil, aber auch etablierte Sportler wie Peter Sack oder Jan Benzien. Anschließend gab es unzählige Gesprächsrunden mit Vereinen, Verbänden, dem Olympiastützpunkt und Vertretern der Wirtschaft. Am Ende stand das Komprimat „Konzepte für den Sport“, was sich ja auch im Vereinsnamen widerspiegelt.

Warum benötigen die Vereine Eure Hilfe? Marketing- oder Sponsoring-Konzepte erfordern das Wissen von Experten und überfordern ehrenamtliche Akteure oftmals. Viele Vereine oder Athleten haben Ideen und Visionen, doch meist fehlt es ihnen an strategischen Konzepten und notwendigen finanziellen sowie personellen Kräften, diese umzusetzen. Auch für die Vermarktung und Realisierung von Sportevents fehlt häufig das nötige Know-how. In diesen Bereichen wollen wir die Vereine unterstützen.

Wir wollen mit unseren vier Säulen ein Sportnetzwerk für Leipzig schaffen und sehen uns als Vermittler zwischen Sportlern, Vereinen und Verbänden auf der einen, Unternehmen, Agenturen und Experten auf der anderen Seite. Wir wollen das unglaubliche Potential der Stadt freilegen und allen Interessierten Ressourcen zugänglich machen. Viele ehemalige Sportler haben Jobs, die dem Sport nützlich sein können. Das wird zu wenig genutzt, soll sich durch unsere Arbeit aber ändern.

Wie will sich das Projekt finanzieren? Finanzieren will sich der Verein durch Mitgliedsbeiträge, Fördergelder und Spenden. Durch diese Gelder sollen die neu geschaffenen Kooperationen subventioniert werden. Die Professionalisierung soll damit auch für Randsportarten bezahlbar bleiben – eine Win-Win-Situation für alle beteiligten Akteure.

Wo siehst du concept4sport in fünf Jahren? Wenn unser Konzept in der Wirtschaft Anklang findet, möchten wir unsere Idee zu einer deutschlandweiten Initiative ausweiten. Wenn Vereine sich verbessern möchten, dann soll die erste Adresse concept4sport sein. Durch unser Expertennetzwerk soll es sofort Hilfe geben und auch die Umsetzung soll finanziell abgesichert sein.


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Professionelle Gedanken Handballclub Leipzig City

von Sebastian Würfel Professionalität ist nicht nur im Spitzensport entscheidend, wenn man dauerhaft Erfolg will und das Interesse von Sponsoren wecken möchte. Der Handballclub Leipziger City (HLC) befindet sich erst in der dritten Saison seit der Vereinsgründung 2007. Das erste MänEin neuer Verein mit neuen Ideen – die Männer des HLC beim nerteam führt nun sogar die Tabelle der Spaßduell mit den Nachwuchsmädchen des HC Leipzig. 1. Kreisklasse an. Die Verantwortlichen versuchen, den Club in vielen Bereichen professionell und modern zu organiIdee, eine Homepage aufzubauen und im Training sieren, was ihnen in den alten Vereinen nicht gedoch wieder mehr Handball zu spielen als Fußball, währt wurde. erzielte keinerlei Resonanz. Zudem fühlten sie sich

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rei Mannschaften gibt es mittlerweile, davon eine Frauenmannschaft, die vorher so gut wie noch nie Handball gespielt hat. Insgesamt hat der Verein momentan 60 Mitglieder. Eine solche Resonanz hatte sich Vorstandsmitglied Tobias Grötsch nie vorgestellt, als er mit ein paar Freunden vor drei Jahren in einer Bar auf die Idee kam, einen eigenen Verein zu gründen. „Wir waren in unseren alten Vereinen unzufrieden, denn wir wollten einfach einige alte Strukturen ändern und neue Ideen einbringen. Doch da stießen wir auf taube Ohren“, erklärt Grötsch. Zum Beispiel die

schlecht integriert und waren mit den Trainingsmethoden unzufrieden. Nach den Punktspielen ging jeder seiner Wege – Gruppendynamik kam nicht auf. Deshalb standen Grötsch und seine Mitstreiter eines Tages beim Notar auf der Matte und ließen einen neuen Verein eintragen: die Geburtsstunde des Handballclubs Leipziger City e.V. Eigentlich wollten sie nur mit acht bis neun Freunden am Wochenende noch ein paar Jahre Handball spielen. Fast ein „rein eigennütziger Grund einen Verein zu gründen“, wie Grötsch feststellt. Doch plötzlich animierten sie unbewusst Leute zum Sport, die vorher nichts mit Handball am Hut hatten.

»Wir wollten etwas verändern, aber da stießen wir in den alten Vereinen auf taube Ohren«

Foto: Ingolf Neumann

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Die Frauenmannschaft setzt sich überwiegend aus Spielerfrauen zusammen. Im zweiten Männerteam spielen Freunde der Spieler der ersten Mannschaft – ohne jegliche Handballvorerfahrung. Anfangs erklärten sie sich als „lebende Gegner“ in der Abwehr zu Trainingszwecken bereit. Jetzt spielen sie selbst. Bisher wurden die Teams des HLC von anderen Vereinen und Ligaverantwortlichen belächelt. Aber der Erfolg und der rege Zulauf an Mitgliedern lassen mittlerweile aufhorchen. „Viele Vereine haben ja Probleme, die Mitgliederzahlen zu halten. Bei uns sind Spieler ein echtes Luxusproblem“, sagt Grötsch. „Für die aktuelle Saison konnten wir keine weiteren Spieler in die beiden Herrenmannschaften aufnehmen, denn die Kader sind restlos voll.“ Weitere Mannschaften sind vorerst nicht angedacht, das würde mit einer Neukonstruktion der Verwaltung des Vereins einhergehen. Vorerst ist es hingegen wichtiger, erweiterte Trainingszeiten zu bekommen, was ein großes Problem darstellt. Die meisten Hallen sind dauerhaft belegt. Grötsch hofft des Weiteren, dass die Vereinsmitglieder die notwendige Verantwortung übernehmen, die in seinem früheren Verein

fehlte. „Aufgaben wie die Besetzung der Kampfgerichte müssen in naher Zukunft zum Selbstläufer werden“, moniert der Vorstandsvorsitzende und ergänzt: „Wir sind für eine andere Entwicklung offen, wollen die Mitglieder aktiv einbinden und uns nach außen präsentieren.“ Dazu gehört zum Beispiel die

»Für uns sind Spieler ein echtes Luxusproblem« Homepage, die ständig aktualisiert wird. Der Verein engagiert sich auch für Events wie „Die lange Nacht des Sports“. Grötsch weiter: „Unser erstes Männerteam spielte zum Saisonauftakt gegen die JuniorenMädels des HC Leipzig, wo der Spaß im Mittelpunkt stand. Das würden wir gern wiederholen.“ Der HLC hat schon in kurzer Zeit einiges erreicht. Wie es weitergeht, bleibt abzuwarten. „Aber wir werden uns vor keiner Entwicklung verschließen“, versichert Tobias Grötsch abschließend.

IMPRESSUM

Ausgabe:

Nr. 1 / Jahrgang 12 | Januar 2011

Chefredakteur: Stephan Lochen

Redaktionsschluss: 21. Dezember 2010 Herausgeber: Projekt „Sport & Medien – SPORTAKUS“ Betreuer:

Dr. Christian Hartmann

Anschrift:

Jahnallee 59, 04109 Leipzig

Poststelle Sportwissenschaftliche Fakultät Postfach 44.

E-Mail:

chefredaktion@sportakus-online.de

Internet:

www.sportakus-online.de

Telefon:

0341 - 97 31 684 (Redaktion)

Druck:

www.diedruckerei.de

stellvertretender Chefredakteur/Layout: Alexander Fugmann Autoren & Mitarbeiter: Friedrich Bloße, Sebastian Brunn, Hannes Delto, Carolin Do, Ruthger Fritze, Juliane Gansera, Jan Grönewald, John Hennig, Helen Theißen, Jana Kasper, Thomas Müller, Ina Oschmann, Katharina Rank, Matthias Schäfer, Stefan Schulz, Anika Schwager, Sören Starke, Lena Stöcklin, Martin Sturm, Jörg Weise, Sebastian Würfel, Conrad Ziesch Anmerkung: Alle Rechte und Irrtümer vorbehalten. Die Zeitschrift und die in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandtes Material keine Gewähr. Die Redaktion behält sich bei der Veröffentlichung von Zuschriften das Recht sinnwahrer Kürzungen vor.

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„Die Frage ist: Was machen wir aus unserer geballten Sportkompetenz?“ INTERVIEW

Stephan Lochen

Mit Dr. Petra Tzschoppe sitzt in diesem Jahr auch eine Dozentin der Sportwissenschaftlichen Fakultät in der Podiumsdiskussion des Symposiums „Leipzig – Sportfrei!?“. Tzschoppe ist zudem Mitglied im Präsidialausschuss Breitensport/ Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Vizepräsidentin im Bereich Breitensport des Landessportbundes (LSB) Sachsen.

„Wie würden Sie die gegenwärtige Situation des Leipziger Sports hinsichtlich Breitensport und Leistungssport einschätzen? Keineswegs so schlecht, wie mancher meint. Die Leipziger Sportvereinslandschaft bedient vielfältige Sportinteressen und verzeichnet beständig Mitgliederzuwächse. Unter den 20 größten sächsischen Sportvereinen sind neun aus Leipzig; darüber hinaus gibt es in und um Leipzig auch für den nicht organisierten Freizeitsport zahlreiche Möglichkeiten. Auch im Leistungssport ist Leipzig noch immer stark, hier trainieren an mehreren Bundesstützpunkten TopAthletinnen und Athleten. Wer Mannschaftssportarten sehen will, hat an einem Sportwochenende die Qual der Wahl.

Nennen Sie drei Gründe, welche die Entwicklung des Leipziger Sports hemmen! Erstens: zu häufiges Gegeneinander anstelle von Miteinander und Kräfte bündeln. Zweitens: zu wenig Bereitschaft über traditionelle Strukturen hinaus zu denken. Drittens: fehlende Mittel für Investitionen und Sanierung im Sportstättenbau.

Welche Position wolDr. Petra Tzschoppe len Sie in der Podiumsdiskussion einnehmen? In meiner Tätigkeit im LSB Sachsen und im DOSB befasse ich mich mit Sportentwicklung. Ich denke, dass ich deshalb Situation und Potential Leipzigs im sächsischen und bundesweiten Vergleich gut einschätzen kann.

Denken Sie, dass solche Foren bzw. Diskussionsrunden nachhaltig etwas bewirken können? Ich sehe darin eine sehr gute Initiative, um Probleme aufzuzeigen und die öffentliche Debatte darüber zu fördern. Was über den Moment hinaus bleibt, hängt davon ab, ob die Diskussion ein klares Ziel verfolgt und die dazu passenden Personen bereit sind, den Gesprächsfaden gemeinsam weiter zu spinnen.

Beim Symposium im November 2009 blieben viele Fragen ungeklärt. Welche Fragen möchten Sie beim zweiten Symposium unbedingt beantwortet haben? Mich würde sehr interessieren, wie es besser gelingen kann, Synergien zwischen den Leipziger Sportinstitutionen herzustellen. In einem Radius von weniger als einem Kilometer finden wir Sportwissenschaftliche Fakultät, Institut für Angewandte Trainingswissenschaft, Sportgymnasium und Sportmittelschule, Olympiastützpunkt, Sportmuseum, dazu Stadion, Arena. Der Stadtsportbund, der LSB Sachsen und diverse Verbände haben hier ihren Sitz. So eine Zusammenballung von Sportkompetenz findet man bundesweit nicht wieder. Die Frage ist: Was machen wir daraus?

Foto: Jochen A. Meyer

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Foto: John Hennig

Projekt 12-4-12 David Schröder & Frank Henze von Lena Stöcklin & John Hennig In kaum mehr als zwei Jahren beginnen die Olympischen Sommerspiele 2012. Und auch wenn Leipzig bekanntlich nicht den Zuschlag zur Ausrichtung erhalten hat, wird die Pleißemetropole in London vertreten sein. Das hofft zumindest der lokale Sport und mit ihm auch die Leipziger Volkszeitung. In der Aktion 12-4-12 hat eine Jury ein Dutzend Leipziger SportlerInnen ausgewählt, die auf ihrem Weg nach London unterstützt werden sollen. Darunter befinden sich gleich mehrere Wassersportler; Ruderer, Schwimmer und Kanuten – wie David Schröder und Frank Henze.

Was bedeutet es für Euch, bei der Aktion 12-4-12 dabei zu sein? Frank: Zum einen ist es die finanzielle Unterstützung, die uns bei der Vorbereitung hilft. Zum anderen steigt durch das Projekt die öffentliche Aufmerksamkeit – wir sind nun doch öfter in der Zeitung.

Also kann man sagen, dass für Euch vor allem die zusätzliche Unterstützung zählt? David: Nein, die Aktion hat eher was Ideelles, da es uns natürlich unglaublich stolz macht, zu den zwölf

besten Leipziger Sportlern zu gehören. Außerdem unterstützt es hoffentlich den Prozess, Kanuslalom vor allem regional attraktiver zu machen und ein noch größeres Interesse daran zu wecken. Frank: Hinter 12-4-12 versteckt sich auch eine gewisse Vorbildfunktion aller Beteiligten für Kinder und Jugendliche. Es werden verschiedene Sportler und Sportarten vorgestellt, die vielleicht den einen oder anderen Teenager zu sportlicher Tätigkeit motivieren.

»Können noch einen drauf setzen! « Nun zielt die Aktion aber auch auf die Olympischen Spiele 2012 in London ab. Wie stehen Eure Chancen, Euch überhaupt zu qualifizieren? David: Die Chancen stehen besser denn je. Unser größter Vorteil ist sicher, dass wir seit diesem Jahr als Sportsoldaten bei der Bundeswehr sind. Frank: Diese Zeit ermöglicht es, uns optimal auf die Qualifikation und die Spiele vorzubereiten. Wir können in Ruhe trainieren und der finanzielle Rahmen ist für die nächsten zwei Jahre abgesichert.


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Seid ihr schon komplett auf London fokussiert?

Aber ist Eure Konkurrenz nicht auch zum großen Teil bei der Bundeswehr beschäftigt?

Frank: Nein, für 2011stehen die Weltmeisterschaft und World Cups im Fokus. Auch wenn mögliche Erfolge dort keine Auswirkungen auf die Quali haben. Wir könnten auch ein halbes Jahr nur Ausdauer trainieren, aber für uns sind Wettkämpfe mehr wert.

David: Richtig. Aber im Unterschied zu den anderen hatten wir bisher diesen Vorteil nicht. Wir haben quasi jetzt erst nachgezogen und können damit im Trainingsumfang noch einen drauf setzen.

Man munkelt, Eure Disziplin, der Canadier-Zweier, könnte zugunsten einer weiteren Frauendisziplin gestrichen werden. Dann wäre 2012 Eure letzte Chance, bei Olympia dabei zu sein. Habt ihr euch schon Gedanken für danach gemacht?

Wie hart ist denn die nationale Ausscheidung?

Foto: John Hennig

David: Es ist schwieriger, als deutsches Team zu Olympia zu kommen als dort gut abzuschneiden. Es gibt drei, vier deutsche Boote auf Augenhöhe.

Ein starkes Team: David Schröder (li.) und Frank Henze

Spielt der Heimvorteil in Markkleeberg, wo die Qualifikation für 2012 stattfindet, eine Rolle? Frank: Naja, eigentlich nicht. Die beiden Rennen in Markkleeberg sind nur die Hälfte der Qualifikation. Der andere Teil spielt sich in Augsburg ab. Die Strecke in Augsburg besteht schon seit etwa 40 Jahren nahezu unverändert. Markkleeberg ist aber durch seine Konstitution sehr variabel. David: Was bedeutet; in Augsburg kennt man nach einer gewissen Zeit jede kleinste Welle, in Markkleeberg sieht man sich öfter mit unbekannten Wellen konfrontiert. Außerdem trainiert natürlich auch die Konkurrenz auf der Anlage, so dass man nicht wirklich von einem Heimvorteil sprechen kann.

Aber von generellen Vorteilen schon..! Frank: Markkleeberg bietet den Vorteil, verschiedene Situationen und Kombinationen zu trainieren. Der Kanupark eröffnet uns die Chance, hier überhaupt Wildwasser zu trainieren.

David: Wir haben auf jeden Fall nicht vor, unmittelbar nach den Spielen aufzuhören, werden sehen wie sich alles entwickelt. Trotz allem haben wir eine gewisse berufliche Sicherheit – Frank im Kanupark, ich mit meinem abgeschlossenen Studium. Man ist nur dann ein erfolgreicher Sportler, wenn man nach dem Leistungssport Boden unter den Füßen hat.

Nochmal zurück in die Gegenwart. Habt ihr schon auf der Londoner Strecke trainiert? David: Nein, die Strecke ist zwar fertig, aber noch nicht geöffnet. Das erste Trainingslager dort findet voraussichtlich im Sommer dieses Jahres statt. Frank: Noch ein Vorteil von Markkleeberg: Man wird versuchen, die Londoner Strecke zu imitieren. Somit schafft man für uns perfekte Trainingsbedingungen.

Persönliches David Schröder, 25 Jahre alt, vorn im Boot, B.A. Energie- und Umwelttechnik, Masterstudent Maschinenbau Frank Henze, 33 Jahre alt, hinten im Boot, Sportkoordinator im Kanupark Markkleeberg Erfolge: • Deutsche Meister 2008 • Weltcup-Sieg in Augsburg 2010 • Europameister im Team 2006 bis 2008 • Vize-Weltmeister im Team 2009, Dritter 2010 (Team = mit zwei anderen deutschen Booten)

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Zwischen Hörsaal und Arena Die Basketballer der Uni-Riesen – mit Studenten im Team nach oben

Basketball auf hohem Niveau: Martin Scholz, Forward der Uni-Riesen in Aktion und beim Jubeln mit den Fans der erfolgreichen Basketballer aus Leipzig. Fotos: Dirk Birnbaum

von Conrad Ziesch Wenn sich Martin Scholz auf einem der Stühle in der Campus-Mensa niederlässt, verschwindet die Rückenlehne hinter seinem stämmigen Körper. Der zwei Meter lange Basketballspieler der UniRiesen Leipzig (USC Leipzig) hat sich in der Caféteria eine Apfelschorle gekauft, „ein Sportgetränk“, wie er es nennt.

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er Kapitän der Zweitliga-Basketballer studiert im siebenten Semester Lehramt an der Universität Leipzig: Sport, Mathematik und Deutsch stehen jeden Tag auf seinem Stundenplan. „Manchmal kann es schon etwas stressig werden, immer den Überblick zu behalten“, sagt „Scholli“, wie ihn seine Teamkameraden rufen. Mehrmals in der Woche trainiert er mit den Profis, schiebt Fitnesseinheiten und muss dann auch noch seinen Job

bei der Post im Auge behalten. „Das ist nicht immer einfach“, gibt er zu. Auf den Sport zu verzichten und sich auf Studium und Job zu konzentrieren, kommt für Scholz indes nicht infrage: „Ich spiele seit meiner Kindheit für den Verein. Für mich sind die Uni-Riesen eine Herzensangelegenheit.“ Der 29-Jährige ist nicht der Einzige, der beim Universitäts-Sportclub Tag für Tag zwischen Parkett und Vorlesungssaal pendelt. In den fünf Herrenmannschaften gehen mehrere Studierende auf Korbjagd. Spieler, Hallensprecher, Jugendtrainer, Pressesprecher, Schiedsrichter: In allen Bereichen engagieren sich Studierende beim USC. Der Verein wurde 1949 als Hochschulsportgemeinschaft der Leipziger Universität gegründet und feierte in der Folgezeit mehrere DDR-Meisterschaften und DDRPokalsiege. Bei den Leipziger Fans waren die Basket-


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baller bereits lange unter dem Namen „Uni-Riesen“ bekannt. Vor vier Jahren wurde der Mannschaftsname dann offiziell festgeschrieben. Der Uni-Riese am Augustusplatz als Leipziger Wahrzeichen (heute als City-Hochhaus bezeichnet) stand Pate für den Namen und findet sich im Logo des Teams. Nach zwei Aufstiegen in den vergangenen drei Jahren sind die Schützlinge des charismatischen Trainers Dimitris Polychroniadis bis in die 2. Basketball Bundesliga ProB geklettert. „Wir wollen uns weiter professionalisieren“, gibt der griechische Coach die Marschroute für die nächsten Jahre vor. Mit Lamar Morinia, Monyea „Mo“ Pratt, Kai-Uwe Kranz und Ralph Schirmer stehen hochklassige Profis in seinem Aufgebot. Besonders stolz ist Polychroniadis aber darauf, dass gleich fünf Leipziger Eigengewächse im Kader der Uni-Riesen sind, unter ihnen auch Kapitän Martin Scholz. Nach dem Studium möchte der Power Forward (Flügelspieler) Grundschullehrer werden. Wenn er von seinen Praktika berichtet, die er während der Semesterferien absolviert hat, gerät er ins Schwärmen. „Es ist toll, mit Schülern zu arbeiten, ihnen

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Rechnen beizubringen.“ Stolz erzählt er auch von „seinen USC-Minis“, die er zwei Mal pro Woche trainiert. Dass die Jugendarbeit beim USC einen hohen Stellenwert einnimmt, sieht man daran, dass mit dem erst 16-jährigen Max von der Wippel ein aktueller U18-Nationalspieler den Sprung in den Herrenbereich geschafft hat. Auch Scholz lernte das Basketballspielen beim USC. Noch hat er einige Jahre Studium vor sich und streift sich jedes Wochenende das weiße Trikot mit der Rückennummer 13 über. In der Arena Leipzig spielen er und sein Team vor 500 Fans um den Einzug in die Playoffs der ProB Liga. Die Gegner sind stärker geworden in den letzten Jahren. Heute treffen die Uni-Riesen auf Basketballschwergewichte wie Alba Berlin oder die Bayer Giants Leverkusen, den 14-fachen deutschen Basketballmeister. Der ermäßigte Eintritt ist mit vier Euro für Studierende erschwinglich. „Viele Studierende wissen noch gar nicht, dass es uns gibt“, sagt Martin Scholz und trinkt den letzten Schluck Apfelschorle. „Einfach mal in der Arena vorbeischauen – es lohnt sich“, bekräftigt der Uni-Riese lächelnd.

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Bundesliga im Doppelpack

Floorball

von Jan Grönewald

Zwei Bundesligisten Eine Leipziger Seltenheit Fast keine Aufmerksamkeit Drei Leipziger Spitzenmannschaften in einer Sportart in der Bundesliga? Dies scheint eine utopische Vorstellung. Im Floorball jedoch ist es Realität geworden und das schon seit einigen Jahren. Die Teams des SC DHfK Leipzig (Herren) und des MFBC Löwen Leipzig (Damen und Herren) spielen in der höchsten deutschen Klasse im „Eishockey zu Fuß“. Doch diese aufstrebende Sportart als Mischung aus Eishockey und Hallenhockey findet in Deutschland im Augenblick noch wenig Aufmerksamkeit.

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as könnte sich demnächst ändern, denn momentan strebt der Floorball-Weltverband International Floorball Federation (IFF, 1986 gegründet) die Aufnahme der Sportart in das Programm der Olympischen Sommerspiele 2020 an. Die größte Popularität genießt Floorball in den skandinavischen Ländern sowie in Tschechien und der Schweiz. Hier sind Zuschauerzahlen im vierstelligen Bereich und regelmäßige TV-Übertragungen keine Seltenheit. Auch in Deutschland wächst die Begeisterung zusehends: Die Zuschauerzahlen steigen stetig und die mediale Aufmerksamkeit der Randsportart nimmt zu. Die Wurzeln dieser jungen Sportart liegen in den

Treffsicher: Christian Fritsche von den MFBC Löwen Leipzig. Foto: www.johannes-waschke.de USA. Ende der 50er Jahre wurde dort mit Plastikschlägern und einem Puck „Floorhockey“ gespielt. Anfang der 70er Jahre kam der Sport nach Europa, wo der Puck gegen einen Kunststoffball ausgetauscht wurde. Da weder eine Schutzausrüstung noch ein spezieller Untergrund nötig waren, wurde Floorball vor allem im Schulsport sehr beliebt. Die Popularisierung der Sportart soll zudem durch eine einheitliche Bezeichnung verstärkt werden. Deshalb entschied sich der Deutsche Unihockey Bund (DBU, 1992 gegründet) 2009 den internationalen Begriff „Floorball“ anstatt des geläufigen Namens „Unihockey“ zu verwenden. „Die Verwechslungsgefahr, es handle sich ausschließlich um einen Studierendensport, hinderte die Etablierung und


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Vermarktung“, erkläutert Jennifer Thomas, Marketingbeauftragte des MFBC, diesen Schritt. Eine Weltmeisterschaft in Floorball gibt es erst seit 1996. Sportlich ist Deutschland im internationalen Vergleich noch Mittelmaß. Bei der WM im Dezember 2010 in Finnland belegte das deutsche Team Platz zehn. Mit Torwart Patrick Schmidt und Angreifer Peter Dietel vom MFBC standen sogar zwei Leipziger im Kader. Der Titel ging an Gastgeber Finnland, der im Finale Rekordweltmeister Schweden mit 6:2 besiegte. Bronze gewann Tschechien. Auf nationaler Ebene sind die ostVoller Einsatz: Hier setzt sich Martin Müller im Duell dynamisch deutschen Vereine fast schon eine durch. Foto: www.johannes-waschke.de Floorballmacht. Zwei der acht Männerteams in der Bundesliga kommen aus nieren deshalb auch „nur“ dreimal pro Woche und Leipzig. Der SC DHfK Leipzig kämpft mit nur zwei tragen die Spiele vor 100 bis 300 Zuschauern aus. Siegen aus neun Spielen um den Klassenerhalt, der Floorball in Deutschland und Leipzig – eine spanMFBC Leipzig liegt hingegen auf Tabellenplatz vier nende Entwicklung ist zu erwarten. Vielleicht sogar in aussichtsreicher Position (Stand 21.12.2010). gekrönt mit einer olympischen Medaille 2020. Der erfolgreichste deutsche Floorballverein kommt ebenfalls aus den neuen Bundesländern – der UHC Sparkasse Weißenfels. Seit 2003 gewannen die Weißenfelser jeden Herrenmeistertitel und führen auch aktuell die Tabelle souverän an. Die Erfolge des MFBC sind ebenso bemerkenswert: So stehen seit 1997 vier deutsche Meisterschaften und acht Vizetitel zu Buche. „In der Nachwuchsarbeit sind wir deutschlandweit führend. Mit der Floorball-Akademie, in der die Talente aus Leipzig, Grimma und Schkeuditz gemeinsam trainieren, haben wir ein tolles Konzept umgesetzt“, sagt Thomas stolz. Auch im Damenfloorball ist der MFBC Spitze: Mit dem MFBC Wikinger Grimma sowie MFBC Löwen Ladies Leipzig spielen gleich zwei Mannschaften in der Bundesliga. „Zudem richten wir in jedem Jahr die German Floorball Open als internationales Turnier in Leipzig aus, was den Stellenwert der Messestadt für diese Sportart unterstreicht“, sagt Thomas. Trotz Bundesliga ist Floorball ein reiner Amateursport. Die Leipziger Vereine trai-

REGELN kompakt (Großfeld) • Spielzeit: • Spielerzahl: • Spielerwechsel: • Spielgeräte: • Spielfeld: • Torwart: • Tore: • Körperloses Spiel: • Regelverstoß:

60 Minuten (3x20 Minuten) 5 Feldspieler + 1 Torwart fliegend, durchgängig möglich Kunststoffschläger, Plastikball (26 Löcher, 72mm D-messer) Handballfeld (40mx20m); 50cm hohe Bande; gesamtes Feld Spielfeld auch hinter dem Tor spielt ohne Schläger; trägt Helm, Knieschützer 1,15m hoch, 1,60m lang harter Körpereinsatz untersagt, nur Schienbeinschoner als Schutz 2-Minuten-Strafe

www.red-kites.de (MFCB Löwen Leipzig) www.scdhfk.de/abteilungen/unihokey.html www.unihockey.de

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RB Leipzig Mit Optimismus

gegen die Ehrenrunde von Stephan Lochen

Nur zwei Saisonniederlagen aus 16 Spielen, 30 Punkte und Platz vier der Tabelle – das wäre für fast jeden Aufsteiger eine traumhafte Bilanz nach der Hinrunde. Nicht aber für Fußballregionalligist RasenBallsport Leipzig. Die Ambitionen des Vereins liegen ungleich höher und nach dem Oberligaaufstieg in der ersten Saison soll auch die Regionalliga nur als Durchgangsstation dienen.

Trotz enttäuschender Hinrunde bleibt der Aufstieg das Ziel

der Chemnitzer in der Rückrunde sowie endlich eigene kontinuierlich starke Leistungen. Red BullChef Dietrich Mateschitz erkor die Leipziger Kicker jüngst zur Fußball-Nummer eins im sportlichen Dosenimperium aus. Champions-League als Ziel. Eine Region, in der Red Bull-Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel schon ist. Wie auch das österreichische Skisprungass Thomas Morgenstern, der die Konkurrenz in Grund und Boden fliegt – mit dem Red-Bull ber Anspruch und Wirklichkeit liegen beim Helm auf dem Kopf. Leipzig spielt in Liga vier und neuen Leipziger Vorzeigeverein zurzeit weit wenn sich die oben genannten Hoffnungen nicht auseinander. Zwölf Punkte Rückstand auf erfüllen, auch noch in der nächsten Saison. Spitzenreiter Chemnitzer FC, nur die Hälfte der SaiDass die Stadt und die Region den Verein densonspiele wurden gewonnen, das ist die ernüchtenoch immer stärker an- und wahrnehmen, wird an rende Bilanz zur Winterpause. Dennoch schreibt RB den Zuschauerzahlen deutlich. Diese sind zuminden Aufstieg nicht ab und hofft auf einen Einbruch dest schon zweitligareif: In den sieben Heimspielen kamen 50.243 Zuschauer in die Red Bull-Arena, 6.280 pro Partie. Zum Vergleich: Zweitligist FSV Frankfurt, Ex-Verein von Trainer Tomas Oral, hat durchschnittlich nur 4.025 Zuschauer. Den Lokalrivalen Lok Leipzig mit 2.184 (in fünf Heimspielen) und FC Sachsen Leipzig mit 1.371 (in sieben Heimspielen) Zuschauern im Schnitt haben die Roten Bullen längst den Rang abgelaufen. Die Stadt will RB Leipzig, Mateschitz will RB Leipzig in der Champions-League. Und wo ein Wille ist, sollte bekanntlich auch ein Weg sein. Bald vor leerer Kulisse? RB-Verteidiger Shaban Ismaili im Zweikampf Man darf gespannt sein, welcher! mit Lars Fuchs von Hannover II. Foto: Sebastian Brunn

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SPORTAKUS für RB Leipzig zusammengesetzt und überlegt, was das Projekt für den Verein machen kann“, ergänzt Felder. Seitdem übernimmt der SPORTAKUS die Berichterstattung der Heimspiele für die Vereinshomepage und arbeitet gegenwärtig an einer Presse- und Präsentationsmappe für die Roten Bullen. „Die Möglichkeit, so praxisnah zu arbeiten, ist ein absoluter Gewinn für das Projekt“, lobt Stephan Lochen.

Heimspielberichterstattung: Das SPORTAKUSTeam auf der Pressetribüne der Red Bull-Arena.

Hans-Georg Felder (re.) und Stephan Lochen.

Foto: Sören Starke

Foto: Sebastian Brunn

as Projekt „Sport & Medien – SPORTAKUS“ arbeitet seit Beginn der Fußballregionalligasaison 2010/2011 mit RasenBallsport Leipzig zusammen. „Der Kontakt zu RB-Pressesprecher Hans-Georg Felder entstand schon 2009, im Zuge unseres ersten Symposiums“, sagt SPORTAKUS-Chefredakteur Stephan Lochen. „Wir haben uns dann vor Saisonbeginn mit den Studierenden

STANDPUNKT

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Stephan Lochen

s war das versprochene Fußballfest zur Eröffnung der Red Bull-Arena im Juli 2010: RB Leipzig begeisterte die 21.566 Zuschauer mit tollem Offensivfußball und verlor nur denkbar knapp mit 1:2 gegen Bundesligist FC Schalke 04. Beeindruckt verließen die meisten das Stadion und versprachen wiederzukommen. Sie kamen auch, sahen aber nie wieder die Leistung aus dem Vorbereitungsspiel. Selbst weniger Fußballaffinen fällt die Lethargie im Spiel der Bullen auf – begeisternder Fußball? Fehlanzeige. Das war auch in der Vorsaison unter Ex-Trainer Tino Vogel ähnlich und kostete ihn am Ende wohl den Job. Im Gegensatz zu seinem Nachfolger Tomas Oral heimste Vogel zumindest die Punkte ein und stieg am Ende auf. Oral fehlen neben den Zählern auf Spitzenreiter Chemnitz auch tref-

fende Erklärungen für die trägen Bullen-Beine. Aber der Leipziger Fußballfan ist mit allen Wassern gewaschen, hat ein feines Näschen für windige Situationen. Kaum vorstellbar, dass noch mal mehr als 4.000 Zuschauer gegen Türkiyemspor Berlin gähnendes Gekicke sehen wollen wie in den meisten Spielen der Hinrunde. Erst recht nicht, wenn es in der kommenden Saison wieder gegen Havelse und Oberneuland geht – nicht gegen Dynamo Dresden in Liga drei. RB wird seinen Weg nach oben gehen, das Konzept verspricht Erfolg. Aber der Verein proklamierte von Kindesbeinen an, eine Stadt, eine ganze Region zu begeistern und mitzunehmen auf die große Reise Richtung Bundesliga. Bei diesen mageren sportlichen Leistungen spart sich der Zuschauer jedoch das Ticket und bleibt Zuhause.


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AusGEFUCHST von Matthias Schäfer Paula Andrea Medina Bermudez reagiert in Millisekunden auf die Schläge ihrer Gegnerin. Die 21-jährige Kolumbianerin spielt seit dieser Saison für den Leipziger Tischtennisverein Leutzscher Füchse in der 2. Bundesliga. Hier findet sie einen Verein, der seit 1990 zum mittlerweile erfolgreichsten Tischtennisverein Sachsens aufgebaut wurde, dank eines hervorragenden Nachwuchskonzepts.

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it einhundertfünfzig Kilometern pro Stunde knallt ein Ball aus einer Distanz von gerade einmal drei Metern auf eine Fläche so groß wie eine ausgestreckte Hand. Und alles, was man hört, ist ein Pock, Ping oder Pong. Wie auch immer man das Geräusch interpretiert, das so charakteristisch ist für den Tischtennissport; im Leipziger Stadtteil Leutzsch erlebt er eine Art Mini-Boom. „Unsere Mitgliederzahl hat sich seit 1990 verdreifacht. Häufig heißt es ja, dass sich Leistungsund Breitensport nur schwer unter einem Dach zusammenfinden. Wir liefern den Gegenbeweis“, sagt Tobias Spaeing, der Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Leutzscher Füchse. Der Verein aus dem Leipziger Westen erlebt seit seiner Gründung eine rasante Entwicklung.

SPORTAKUS

Luxusproblem in Leutzsch: Ein Leipziger Tischtennisverein wächst buchstäblich über sich hinaus. Mit 157 Mitgliedern sind die Leipziger der größte Tischtennisverein in Sachsen, davon sind knapp ein Drittel Nachwuchsspieler. Die erste Damenmannschaft, das Aushängeschild des Vereins, ist in der letzten Saison in die 2. Bundesliga aufgestiegen und steht derzeit im sicheren Mittelfeld der Tabelle. Die besten Herren spielen in der Regionalliga Süd. Gleichzeitig gilt die Jugendarbeit der Leutzscher als vorbildlich. Die Nachwuchsabteilung wurde im Jahr 2009 vom Deutschen Olympischen Sportbund mit dem grünen Band für hervorragende Talentförderung ausgezeichnet. An den Schulen wird gezielt für den Sport geworben, wie zum Beispiel mit der Kampagne „Talents for Tischtennis“. Das Nachwuchstraining selbst wird von einer Leipziger Tischtennisschule betreut. „Unser erfolgreichster Jungfuchs, Huong Do Thi, ist bereits im erweiterten Nationalmannschaftskader“, sagt Spaeing stolz. Darüber hinaus sorgen die Leutzscher für flexible Trainingszeiten für Schüler, Studierende oder Berufstätige und sind international gut vernetzt. In diesem Jahr waren die Nationalmannschaften aus Chile und Malta zu Gast in Leipzig. Außerdem trainieren Sportler aus Frankreich, China, USA oder Australien hier . „I like the team. It‘s like a family and everybody is very, very cool“, sagt Bermudez mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Die Leutzscher plagt ein Luxusproblem: Durch den Erfolg ist der Verein derzeit nahezu ausgelastet. Aufgrund der großen Nachfrage wird der Platz in der Halle knapp und es ist schwierig einen Spielort zu finden, der bezahlbar ist.

www.leutzscher-fuechse.de

Ein Fuchs mit kolumbianischen Wurzeln: Paula Andrea Medina Bermudez. Foto: Leutzscher Füchse


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Foto: TiBiDa

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TiBiDa ist wunderbar! Der Leipziger Kneipentriathlon sucht einen Meister aller Klassen von Matthias Schäfer Du hast deine Freizeit lieber in der Kneipe als auf dem Fußballplatz verbracht! Du warst mal Kiezmeister! Nicht im Boxen, sondern im Billiard. Auf dem Schulhof wurde in den alten Tischtennistisch dein Name eingemeißelt. Und jetzt stehst du hier und triffst dreimal hintereinander ins Schwarze. Und du denkst dir: „TiBiDa ist wunderbar!“ Der Kneipentriathlon aus Tischtennis, Billiard und Dart macht dich zum König der Nacht.

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om 8. bis 9. Januar kannst du mit einem/r PartnerIn in der Billiardbar POOL in Leipzigs Erich-Zeigner-Allee wieder satte Schulterklopfer einheimsen. Zum dritten Mal seit 2009 organisiert Sportwissenschaftler Alexander Böhm das Turnier TiBiDa. Im Doppel treten Teams aus ganz Deutschland in den klassischen Kneipen-Disziplinen Billiard, Dart und Tischtennis gegeneinander an. Anmelden kannst du dich auf der Homepage (siehe Kasten). Mögen die Schulterklopfer mit dir sein!

TiBiDa Spielregeln Wo? Billiardtreffpunkt POOL, Erich-Zeigner-Allee 64, Leipzig Wann? Start:

Samstag, 08.01. um 9.00 Uhr und Sonntag, 09.01. um 9.30 Uhr

Wie? Im Doppel in den drei Disziplinen Billiard, Dart und Tischtennis (Regeln auf der Homepage, s. u.). Gespielt werden zwei Quali-Runden am Samstag und Sonntag. Wer? Jeder! Auch ohne Kneipenerfahrung (Anm. d. Red.); Anmeldung sowie die Überweisung der Startgebühr von 25 € sind vorher noch zu erledigen. Warum? Für die Ersten gibt‘s 400 € (2. Platz 300 €, 3. 200 €, 4. 100 €) und den Respekt der Kneipengemeinde.

www.tibida.de


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FAKULTÄT

DHfK-FASCHING

Brot fürs Volk

Psychologin Prof. Dorothee Alfermann, „in der Wissenschaft zu Hause, von der Lehre weit entfernt“, landete im Handball und gab dem Glücksprinzip eine neue Bedeutung mit femininer Note, Männer unerwünscht. Der genervte Flaschengeist verweigerte den weiteren Dienst und riet der Studentin, höhere Mächte anzurufen. Nun schwebte der selbsternannte ‚Halbblutprinz‘ Christian Dahms (siehe Interview S. 23) die Treppen hinab und hieß die SpoWis in „Sportwards“, der alteingesessenen Partnerfakultät von Hogwards (Harry-Potter-Uni) mit ihrem „in Stein geMeinelten von Anika Schwager & Carolin Do und eingeSchnabelten Wissen“ willkommen. Nach schmeichelhaften Vergleichen des Lehrkörpers mit zauberhaften Pendants und einer mysteriösen WarEs wird wieder bunt. Es wird wieder schrill. Nach nung vor einer dunklen Bedrohung, kam es zur mit guter, alter DHfK-Tradition startete der Elferrat am Spannung erwarteten Schlüsselübergabe durch 11.11.2010 mit einer sprichwörtlich zauberhaften den Dekan an den Elferrat (siehe Foto). Vorlesung im Hörsaal Nord (HSN) der SportwisDies gestaltete sich schwieriger als gedacht. Mit senschaftlichen Fakultät in seine 53. FaschingsSpickzettel und vollem Flaschensaison. geist ausgerüstet erklomm Busse DHfK Fasching 2011 das Pult. Mit einer vierzeiligen Reimlles begann wie immer: Um kreation übergab er schließlich den 11.11 Uhr war im HSN we28. und 29. Januar Schlüssel an die Narren: „Ich geb der auf Stühlen, Treppen Campus Jahnallee den Schlüssel aus der Hand, als des noch Brüstungen ein Platz zu ergatMotto: Mittelalter Hirten Unterpfand. Noch ist er mein tern. Nachdem DHfK-Maskottchen – jetzt ist er dein, das wird schon Spermi und eine „David-Guettaalles richtig sein.“ Zuvor verkündeLaola-Welle“ die Stimmung auf te das Fakultätsoberhaupt jedoch fröhlich, ähnlich Lachniveau steigerten, beschwor eine verzweifelte wie der Flaschengeist, in Zukunft einige Lehrkräfte Studentin des Elferrats den Bierflaschengeist. verschwinden zu lassen – ‚Avada Kedavra‘ auf „DeDie üblichen Wünsche widmete die Studentin, kanisch“ sozusagen. Die Frage, ob Scherz oder nicht zur Freude aller, der Fakultät – doch nicht immer Scherz, stellten sich die meisten erst gar nicht. zu deren Vorteil: Der Austausch des Dekans sowie Andere schon: ein neuer Mensachef führten zu einem unbefrie-

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digenden Ergebnis und schlussendlich dazu, dass Neu-Dekan Prof. Martin Busse großzügig mit Brot um sich warf und unterm Sportlervolk verteilte. Daraufhin versuchte es die unglückliche Studentin mit Änderungen in der Sportpraxis. Sportzahnärztin Dr. Antina Schulze revolutionierte den Judounterricht und brillierte unerwartet mit einem O Goshi.

»Lieber Du-weißt-schon-wer, gib Acht Und überleg dir Deine Taten! Du weißt es gut, auf große Macht, Lässt auch Verantwortung nicht warten.«


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Der Halbblutprinz

FAKULTÄT

INTERVIEW Anika Schwager & Carolin Do

Christian Dahms erklärt, wie die Idee zur Faschingsvorlesung entstand Herr Dahms, Sie wurden im vorigen Jahr ausgewählt, die diesjährige Faschingsvorlesung zu halten. Wie war Ihre Reaktion? Cool wie immer – nein, Spaß bei Seite. Ich bin nun schon seit 1996 hier an der Fakultät beheimatet und habe spontan zugesagt. Ich wusste aber sofort, welche Bürde ich mir damit auflade (schmunzelt).

Wie haben Sie sich auf die Vorlesung vorbereitet? Ich habe die Dozenten immer bewundert, die es geschafft haben, eine wirklich coole Faschingsvorlesung zu halten und die Leute die ganze Zeit zum Lachen zu bringen. Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben und so habe ich dazu auch die „alten Hasen“ wie Dr. Petra Tzschoppe, Dr. Christian Hartmann und Dr. Hans-Joachim Minow befragt, die wirklich tolle Vorlesungen gehalten haben. Das nahm mir somit ein wenig die Nervosität.

Woher kam die Idee, die Harry-Potter-Geschichte als roten Faden zu nutzen? (Lacht) Ich werde mich nun im SPORTAKUS outen: Ich bin seit 1999 Potter-Fan und habe alle Bände gelesen. Als ich die Vorschau für den letzten Teil im Kino sah, kam mir die Idee für die Grundlage meiner Vorlesung.

Wie beurteilen Sie Ihre Vorlesung? War es eine gelungene Vorstellung und waren Sie nervös? Ich war entspannt, als ich den Saal betrat – da war nur der DHfK-Elferrat anwesend – aber der Moment, in dem ich dann vor all den Zuhörern stehen durfte, wurde zur kurzen Mutprobe. Das ist doch noch etwas anderes, als nur eine „langweilige Vorlesung“ zu halten. Aber die lachende Menge hat mich schnell beruhigt und mir Sicherheit gegeben.

Was wären Ihre drei Wünsche für die Fakultät, wenn Sie diese, wie die Studentin aus der Vorlesung, frei hätten? Erstens, dass die Fakultät wieder eigenständig ist; zweitens, dass Studierende und Lehrkräfte an einem Alleinstellungsmerkmal arbeiten, damit die Leipziger SpoWis wieder ein Aushängeschild werden und drittens, dass das Miteinander an der Fakultät als essentielle Grundvoraussetzung gilt, damit eine Win-Win-Situation für alle entsteht. He loves DHfK – Christian Dahms alias der Halbblutprinz heizte den SportwissenschaftlerInnen im proppevollen Hörsaal Nord ordentlich ein. Fotos (2): Dirk Knofe

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SPORTAKUS

FAKULTÄT

Mentorenprogramm von Ruthger Fritze & Friedrich Bloße

Studierende der höheren Semester helfen den Neulingen an der Fakultät „Die Erstis brauchen nicht alles vorgekaut bekommen. Die müssen ihre eigenen Erfahrungen machen – das mussten schließlich alle.“ Nicht nur dieser Vorbehalt kam in der Diskussion über ein studentisches Mentoring-Programm zum Tragen. Letztlich entschied sich der Fachschaftsrat Sportwissenschaft (FSR) als Initiator der Idee für dieses Angebot. Somit gibt es in diesem Jahr erstmals für alle Neuimmatrikulierten eine(n) persönliche(n) Ansprechpar tnerIn. Dabei betreuen ein oder zwei MentorInnen je eine Gruppe mit etwa 16 Studierenden des ersten Semesters.

studentische und akademische Selbstverwaltung kennen und können nachvollziehen, was sie mit Engagement erzielen können. Schlussendlich sollen sie dadurch animiert werden, selbst an der Gestaltung des Hochschullebens mitzuwirken. Im vergangenen Sommersemester suchte der FSR Studierende, die Lust hatten, die Erstis bei ihrem Uni-Start zu begleiten. Für die angehenden MentorInnen aus allen Studiengängen gab es einen Workshop, in dem die Aufgaben für das Mentoring erarbeitet wurden. Bei den gemeinsam neu gestalteten Einführungstagen übernahmen dann die MentorInnen iel ist es zum die Führung durch einen, den die Fakultät, stanWollen mit ihrer Idee den Erstsemestern den Einstieg ins Studienanden für alle Fragen Studium erleichtern: Ruthger Fritze und Friedrich Bloße fängerInnen den zur Verfügung und vom Fachschaftsrat. Foto: FSR Einstieg in das unigaben Tipps für die versitäre Leben zu erleichtern. Mit Informationen Einschreibungen. Auch im weiteren Verlauf des zur Stundenplanung, dem Austausch über LehrSemesters regten sie Gruppentreffen an, in denen veranstaltungen, aber auch dem Kontakt zu neuen alles zum Studium und darüber hinaus besprochen FreundInnen sollen die Unsicherheiten zu Beginn werden konnte. des neuen Lebensabschnitts gemildert werden. Bisher hat der FSR ein positives Feedback zum Zum anderen geht es darum, die Mitwirkung der Mentoring-Programm erhalten. Geplant ist eine BeStudierenden in ihrer Hochschule zu stärken. So fragung der Erstis und der MentorInnen sowie eine kann über die MentorInnen eine engere RückmelAuswertung im Zwiegespräch. Für die nächsten dung zu Fragen bzw. Problemen an den FSR und die Neuimmatrikulierten sucht der FSR bereits jetzt Fakultät erfolgen. Die Erstis lernen dadurch auch die neue MentorInnen.

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Das erste Mal.... Umfrage von Helen Theißen & Stefan Schulz

...und, wie wars? Christiane Storbeck 1. Semester B.A. Lehramt Sport/Biologie, 19 Jahre

Foto: privat

Die Campustour war zwar nicht so berauschend, aber ich fand das Mentorenprogramm trotzdem gelungen. Außerdem war es schön, auch mit Studierenden in höheren Semestern in Kontakt zu kommen und es tut gut zu wissen, dass es jemanden gibt, den man fragen kann, wenn man ein Problem hat oder etwas nicht versteht.

Jan Grönewald 1. Semester B.A. Sportmanagement, 20 Jahre

Foto: privat

Ich fand das Programm wirklich gut. Wir lernten uns schneller kennen und wurden mit Tipps für die Anfangszeit präpariert. Unser Mentor hat uns sogar in alter Klassenlehrermanier den Stundenplan aufgestellt, was uns eine Menge Verwirrung ersparte. Hilfreich war auch zu erfahren, was neben dem Studium an der Fakultät los ist – zum Beispiel der SPORTAKUS. Um nicht nur Lob auszusprechen, würde ich dem FSR für nächstes Jahr raten, interessantere Spiele zu planen und so die Campustour spannender zu gestalten.

Katharina Fischer Die Literaturtipps, das Insiderwissen und die Links, die unsere Mentoren online stellten, waren sehr hilfreich. Außerdem fand ich es schön, dass wir auch nach der Einführungswoche noch was mit der Gruppe gemacht haben. Dieses Jahr bin ich dann garantiert selber als Mentorin mit dabei.

Stefan Schedler, 1. Semester M.A. Sportmanagement, 24 Jahre (Mentor) Das Programm schaffte Abhilfe für die sonstige Verwirrung der Neuen. Wir konnten viele Fragen klären und diverse Panikanflüge minimieren. Wir sind zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf und auch die meisten Studierenden lobten die Idee. Jetzt hoffen wir auf eine Wiederholung.

Foto: privat

Foto: Helen Theißen

1. Semester B.A. Lehramt Sport/Religion, 20 Jahre


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Freundlich & gelassen SPORTAKUS-Redakteur erkundet Tasmanien und entdeckt nicht nur die Vorteile des Studiensystems, sondern auch den wohl „zweitschönsten“ Strand der Welt

von Martin Sturm Australien ist für Abenteurer und Urlauber ein absolutes Traumland. Der Leipziger Masterstudent Martin Sturm entdeckte eine dritte Möglichkeit, Australien kennenzulernen und studierte von Juli bis Dezember im Studiengang „Bachelor of Exercise Science“ an der University of Tasmania (UTAS). Der SPORTAKUS-Redakteur berichtet von seinen Eindrücken und schildert die Unterschiede eines Sportstudiums in Leipzig und in Australien.

wussten, dass sie zu Australien gehört. Hier sollte ich also die nächsten viereinhalb Monate studieren. Da es an der UTAS keinen Masterstudiengang für Sportwissenschaften gibt, besuchte ich Kurse des Bachelor-Studiengangs „Exercise Science“: Exercise Physiology & Nutrition, Injury Prevention & Management sowie Exercise Assessment & Prescription. Nach der Einführungswoche für alle ausländischen Studierenden ging der Ernst des australischen Studentenlebens los. Im Detail hieß das: fünf ach mehrmonatiger Vorbereitung und Vorlesungen und drei bis vier Seminare pro Woche. 36 Stunden im Flugzeug kam ich ziemSchnell merkte ich, dass sich das hiesige Studium lich übermüdet in Australien an. Doch es stark von meinen bisherigen Erfahrungen in Leipwar weder Sydney, Melbourne noch Perth, wo ich zig unterschied. Aufgrund zahlreicher Hausarbeiten meinen überdimensioglich das Studium einem nalen Rucksack vom FließVollzeitjob. In meinem Fall band nahm. Ich landete in handelte es sich dabei um Launceston, mit 70.000 Einzwei bis neun solcher Arwohnern die zweitgrößte beiten pro Modul. Stadt Tasmaniens. Ziemlich An diese Art des Studieorientierungslos bewegte rens musste ich mich erst ich mich auf den Mann mit noch gewöhnen. Trotzdem dem Schild „UTAS - Internahatte es entscheidende tional Students“ zu. Vorteile: Einerseits war Nach kurzer Zeit gesellman „gezwungen“, den Ist das Diagnose oder doch der Alkoholtest ten sich weitere internatioUnterrichtsstoff während nach der letzten Hausparty: Martin Sturm an nale Studierende zu mir. An des Semesters zu wiederder University of Tasmania. Fotos (2): Privat ihren müden Gesichtern holen, was sich als gute sah ich, dass ihre Reise ähnlich anstrengend war. Klausurvorbereitung herausstellte, andererseits Und da stand ich nun – mitten in Tasmanien, eisinkt aufgrund der Hausarbeiten die Wertigkeit der ner Insel, von der viele meiner Freunde nicht mal Klausur auf bis zu 25 Prozent. Es ist keine Seltenheit,

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FAKULTÄT

in Australien Studierende am Wochenende bis drei Uhr morgens in der Bibliothek oder dem Computerpool zu sehen. Möglich machen das die sehr guten Studienmöglichkeiten: Die Bibliotheken sind fast immer geöffnet und mit ausreichend Lehrmaterial bestückt. Ferner gibt es zahlreiche Computerräume, die den Studierenden jederzeit zur Verfügung stehen. Ich fand in diesem Studium das, was mir in Leipzig, zumindest im BachelorDas ist sicher nicht der Weg zum Hörsaal: Tasmaniens Küste studium, in den meisten Modulen fehlte: die Praxisorientierung. Von Diagnoseverfahren für Laktat oder die maximale chinesisch spricht. Schnell gewöhnte ich mich an Sauerstoffaufnahmekapazität über Tests für Kraft-, den Akzent und auch die Kommunikation mit den Ausdauer- und Schnelligkeitskomponenten sowie „Einheimischen“ wurde einfacher. Neben dem vollzahlreichen Fallbeispielen für Verletzungen und gepackten Studium kam das soziale Leben dennoch deren Behandlung ist alles so eingerichtet, dass die nicht zu kurz: Von Australian Football über Cricket Studierenden es selbst ausprobieren können. Die bis Badminton konnte man sich im Hochschulsport Kombination und enge Verzahnung aus Theorie so einige Aktivitäten aussuchen. Außerdem gab es und Praxis brachte mir den größten Lerneffekt. regelmäßig internationale Abende, an denen sich Deshalb ist es mir auch wert, dass sich meine Stubestimmte Kulturen mit traditionellen Gerichten diendauer in Leipzig wohl verlängern wird. Da ich und Programmen vorstellten. Hauspartys mit Gäbereits Masterstudent bin, in Tasmanien aber im sten aus zwölf Nationen waren keine Seltenheit und Bachelorstudiengang studierte, wird es schwer, mir jedes Mal ein tolles Erlebnis. den Auslandsaufenthalt anrechnen zu lassen. Doch Auch wenn das Studium im Vordergrund stand, mit dem Studium frischte ich Gelerntes auf, konnversuchte ich Land und Leute bestmöglich kennente dadurch dem Unterrichtsstoff leichter folgen. zulernen. Höhepunkt war eine einwöchige Reise mit

»Alles ist so eingerichtet, dass die Studierenden es selbst ausprobieren können.« Zudem lernte ich neue Ansichten und Methoden kennen sowie einen doch anderen Unterrichtsstoff. Auch die Dozenten und Mitarbeiter bestätigten das Bild, dass ich mir im Voraus von der australischen Lebensweise gemacht hatte: freundlich, hilfsbereit, zuvorkommend und gelassen. Das erleichterte mir die ersten Wochen ungemein, zumal ich in dieser Zeit nicht selten in den Vorlesungen saß und leichte Zweifel aufkamen, ob der Dozent englisch oder

meinen holländischen Mitbewohnern entlang der Ostküste Tasmaniens. Unter anderem badete ich am angeblich zweitschönsten Strand der Welt, besichtigte das älteste Gefängnisgelände Australiens und fuhr bis zum südlichsten Punkt des Kontinents. Es war eine einmalige Zeit, die ich nicht missen möchte. Ich habe andere universitäre Strukturen sowie Lernmethoden kennengelernt, Einblicke in andere Kulturen bekommen und mich daran gewöhnt, im Juli mit Mütze und Handschuhen zum Campus zu fahren. Nach vier viel zu schnell vergangenen Monaten stand ich mit den selben drei Studierenden am Flughafen von Launceston, die ich an meinem ersten Tag getroffen hatte. Doch dieses Mal waren es für mich keine Kommilitonen, sondern: Frida, Chew und Wensy – drei gute Freunde aus Schweden, China und Singapur.

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SPORTAKUS

FAKULTÄT

Dies Academicus

Wissenschaft in 15 Minuten von Carolin Do

Der 02.12.2010 stand ganz im Zeichen des wissenschaftlichen Wettbewerbs der Sportwissenschaftlichen Fakultät Leipzig. NachwuchswissenschaftlerInnen und Studierende präsentierten hochwertige Forschungsprojekte aus unterschiedlichen Wissenschaftsgebieten.

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röffnet wurde der Wettbewerb der Studierenden am 02. Dezember, dem Gründungstag der Universität Leipzig, durch Prof. Christina Müller, die seit sieben Jahren die Veranstaltung organisiert. Auch wenn einige Studierende an diesem Tag der Universität fern blieben, um vermutlich Energie für das populäre und ausverkaufte Schwimm-

Preisträger Meinel-Preis Marco Taubert Studierende 1. Platz: 2. Platz: 3. Platz:

Nicole Grützmacher Tobias Froeb & Maik Stannek Franziska Preis Ronny Kurth-Rosenkranz

Doktoranden 1. Platz: 2. Platz: 3. Platz:

Marco Taubert Cathleen Illig Christian Andrä

Poster 3. Platz:

Elisa Walther (Platz 1 u. 2 nicht vergeben)

Multimediabeitrag 1. Platz: Danny Kratt

Foto: Christine Dähnert

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Stolz: Dekan Prof. Martin Busse (m.) und Dr. Klaus Meinel (li.) mit Meinel-Preisträger Marco Taubert. fest zu tanken, so konnten die anderen wissenschaftliche Beiträge auf hohem Niveau erleben. Im Wettbewerb um den „Meinel-Preis“ gingen 13 Referenten, darunter acht Studierende und fünf Doktoranden, vier Posterpräsentationen und ein Multimediabeitrag, an den Start. Marco Taubert, der als Doktorand in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut teilnahm, überzeugte mit seinem Thema „Strukturelle Neuroplastizität und motorisches Lernen“. Er gewann den namhaften „Meinel-Preis“, den er persönlich von Dr. Klaus Meinel, Enkel des Begründers der Bewegungslehre in Deutschland, Prof. Kurt Meinel, überreicht bekam. „Ich finde die Idee eines wissenschaftlichen Wettbewerbs sehr gut und hätte mir Ähnliches für meine Studienzeit in Halle gewünscht“, lobt Taubert. Alle Preisträger wurden anschließend ausgezeichnet und prämiert und bekamen die Chance, ihre Projekte in den „Leipziger Sportwissenschaftliche Beiträge“ (Heft 1/2011) zu publizieren. Ein Großteil der Preisgelder kam auch 2010 wieder von der Kooperationsgesellschaft für Leipziger Sportwissenschaft aus Tokio, mit der Dr. Christian Hartmann eine Forschungspartnerschaft unterhält.


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FAKULTÄT

Foto: privat

Diskutieren auf olympisch

Früher waren die Tore größer: Dr. Petra Tzschoppe mit Studierenden vor den antiken Säulen in Olympia.

Zum siebten Mal trafen sich Studierende aus ganz Deutschland zum Sportwissenschaftlichen Olympiaseminar im griechischen Olympia. Vom 18. bis 26. September 2010 kamen fast 100 Studierende und ProfessorInnen von elf Universitäten zusammen, um sich über olympische Themen auszutauschen.

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ie Universität Leipzig war mit sieben Studierenden unter der Leitung von Dr. Petra Tzschoppe vertreten. Organisiert wird das Olympiaseminar alle zwei Jahre von der „Deutschen Olympischen Akademie Willi Daume“ (DOA) mit dem Ziel, einen wissenschaftlichen Diskurs zu olympischen Themen zu führen. Zum ersten Mal seit einigen Jahren konnte das Seminar wieder an traditioneller Stelle abgehalten werden. Davor mus-

von Ina Oschmann ste es aus finanziellen Gründen in Deutschland organisiert werden. Vor dem wissenschaftlichen stand der kulturgeschichtlichen Austausch: Eine Sightseeingtour führte durch Athen, Gastgeber der Olympischen Spiele 2004. Neben den antiken Sehenswürdigkeiten, wie der Akropolis oder dem historischen Olympiastadion von 1896, in dem die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit ausgetragen worden, waren, bot Athens Nachtleben eher zeitgenössische Ansichten. Danach besichtigte die Gruppe die antike Hafenstadt Korinth, das Theater in Epidaurus und die Sportstätten in Nemea. Interessanterweiser gehörten zu den sportlichen Wettkämpfen der Antike immer auch Wettkämpfe der „Schönen Künste“, wie Musik- und Theaterwettbewerbe. Ein Beweis dafür ist das Theater in Epidaurus, welches sehr gut erhalten ist und bis heute durch seine Akustik beeindruckt. Eröffnet wurde das Seminar mit einem Festakt in der DOA in Olympia, deren besondere Lage eine unglaubliche Atmosphäre schuf: Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich die Ausgrabungsstätte des originalen antiken Olympiastadions. Hier wird bis heute das Olympische Feuer entzündet. Sportgeschichte wird greifbar und die Vorstellung viel realer. Man sieht quasi die Sportler, die damals in den gymnischen Wettbewerben noch nackt antreten mussten (gymnos = griech. nackt). Neben den Vorträgen der betreuenden Professor­ Innen hatten die Studierenden in den Seminaren die Gelegenheit, ein Referat zu einem olympischen Thema zu präsentieren. Die VertreterInnen aus Leipzig beteiligten sich mit dem Thema „Personelle und strukturelle Gewalt im Sport“. Den Abschluss der Woche bildete ein gemeinsam gestaltetes Kulturprogramm und ein Ausflug in die sagenumwobene Stadt Delphi.


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Tischtennis-Kopffussball von Helen Theißen Es ist Freitag, Nachmittag. Hauptbahnhof Leipzig. Viele junge Menschen, viele große Rucksäcke. Das mussten sie sein, die Teilnehmer der „Ersti-Fahrt“. Im 2009 setzte der Fachschaftsrat (FSR) zum ersten Mal die tolle Idee um, eine Erstsemesterfahrt zu organisieren, in der sich die neuen Erstsemester ein Wochenende lang kennenlernen können. Vom 29. bis 31. Oktober machten sich 23 neugierige Erstsemester und acht Routiniers aus dem FSR auf ins Bahratal in der Sächsischen Schweiz.

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it Zügen, einem Bus und – es sind ja schließlich Sportler – zu Fuß ging es zur Jugendherberge. Der Samstag stand ganz im Zeichen des Kletterns. Die Sonne schien, am Himmel war keine Wolke zu sehen und auf abenteuerliche Weise gelangten die Studierenden nach fast zwei Stunden unterhaltsamer Wanderung zu ihren Herausforderern – den Felsen des Elbsandsteingebirges. Das Gefühl und der Ausblick oben auf den Felsen war einfach traumhaft. Während die einen mutig kletterten, sammelten die anderen im Wald Erfahrungen fürs Leben: Wer wurde schon mal Abenteuerliche Ersti-Fahrt. von seinen verrückten Professoren im Wald ausgesetzt und musste sich zurück zur Uni kämpfen? Weder Spinnennetze noch ätzende Flüsse oder die Slackline, ein zwischen Bäumen gespanntes Schlauchband zum Balancieren, konnten die wagemutigen Erstis aufhalten. „Gerade das Klettern fand ich sehr gut, da ich noch nie zuvor

...und was man als Erstsemester noch so im Elbsandsteingebirge erlebt an einem echten Felsen geklettert bin und es so mal etwas anderes war“, erzählte Jan Grönewald (1. Semester, Sportmanagement). Der Sonntag veranschaulichte dann nochmals das Fazit des Wochenendes: SportwissenschaftlerInnen mögen vor allem zwei Dinge: Sport und Feiern. Letzteres stellte die Gruppe in den Nächten eindrucksvoll unter Beweis. Sportlich war selbst die Abfahrt noch: Dem eisigen Wind trotzend, wurde draußen die Slackline noch mal ausgetestet, Fußball gespielt und die neue Trendsportart „Headis“, eine Art Tischtenniskopffußball, unter extremen klimatischen Bedingungen getestet. Neben der Vervollkommnung dieser zwei essentiellen Sportlereigenschaften wurde in einem Workshop Grundlegendes zum Studium erklärt: Aufbau der Universität, Rolle von Dekanat, Senat und Rektorat. Wer hat was zu sagen und an wen muss man sich wenden, wenn Probleme vorliegen. „Ziel der Fahrt war, dass sich die Erstis untereinander kennenlernen. Aber wir wollten auch, dass sie etwas über ihre Fakultät lerZeichnung: Aileen Lang. nen. Ich glaube, das haben wir geschafft“, resümierte Judith Kretz vom FSR. Diese drei Tage waren voll von Spaß, lustigen Spielen und interessanten Gesprächen. Man erfuhr von seinen Kommilitonen viel mehr als die üblichen Kennenlernfloskeln zwischen Hörsaal und Mensa.

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FAKULTÄT

SPORTAKUS | Heft 1/2011

Training mit simulierter Höhe Profisportler und Interessierte diskutierten mit Höhenspezialist von Jörg Weise

Foto: Gislinde Redepennig

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Das Podium: (v. l. n. r.) Moderator Roman Knoblauch, Manuela Röder, Robert Förster, Christian Ritter und Prof. Hermann Buhl.

Das Gesundheitszentrum Angerbrücke lud am 24. November in Zusammenarbeit mit dem SPORTAKUS alle Ausdauersportinteressierten zu einer spannenden Gesprächsrunde rund um das Thema „Höhentraining“ auf den Campus der Jahnallee ein. Mit dabei waren die Profisportler Robert Förster und Christian Ritter sowie die Leiterin des Gesundheitszentrums, Manuela Röder. Die theoretische Grundlage schuf Höhenspezialist Prof. Dr. Hermann Buhl mit einem spannenden Vortrag.

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ür viele Spitzensportler ist Höhentraining seit einigen Jahren fester Bestandteil ihrer Wettkampfvorbereitung. Die positiven Effekte von Höhenluft auf den menschlichen Körper sind aber keine Erkenntnis des 21. Jahrhunderts. Bereits die alten Griechen schickten Kranke zur Genesung in die Berge. Initialzündung für die Beschäftigung der Sportwissenschaft mit den Auswirkungen von Höhe waren die Olympischen Sommerspiele von 1968, die im 2.240 Meter hoch gelegenen Mexiko-Stadt ausgetragen wurden.

Moderne Höhenräume simulieren heute den Aufenthalt im Gebirge und integrieren das Training so problemlos in den Alltag. Inzwischen entscheiden sich immer mehr Gesundheitsbewusste dafür – vom Freizeitsportler über gestresste Manager bis hin zu Abnehmwilligen. Das komplexe Thema wurde nun in einem Symposium mit dem Titel „Training mit simulierter Höhe – Wirkungsgrade im professionellen Ausdauersport und Anwendungsmöglichkeiten im Breitensport“ diskutiert. Hier durfte man zunächst einem einstündigen wissenschaftlichen Beitrag vom Höhentrainingsspezialisten Prof. Dr. med. Hermann Buhl lauschen. Buhl ist einer der renommiertesten deutschen Sportmediziner und ehemaliger Weltklasseläufer. Zum anschließenden Erfahrungsaustausch, geleitet von MDR-Moderator Roman Knoblauch, gesellten sich Manuela Röder (Höhenkammer Leipzig), Profiradsportler Robert Förster und Triathlon-Profi Christian Ritter. Knapp 120 Gäste, vom Sportstudierenden bis zum Breitensportler, folgten dem Aufruf und stellten viele Fragen zur Thematik.


März-Oktober 2011: Robert Förster Nachwuchs-Cup www.nachwuchs-cup.de 12. Juni 2011: sparkassen neuseenclassics www.sparkassen-neuseenclassics.de 4./5. Juli 2011: 6. Markkleeberger Team-Triathlon www.teamtriathlon.info September 2011: 2. Firmen-Fußball-Cup L.E. www.fifu-cup.de Saison 2011: Stadtwerke Leipzig Triathlon-Team Mitteldeutschland www.triathlon-team-mitteldeutschland.de

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FAKULTÄT

SPORTAKUS

Es kann wieder philosophiert werden SPORTAKUS stellt den neuen Fachgebietsleiter für Sportphilosophie vor

Auch in diesem Semester sind wieder viele neue Gesichter an der Fakultät zu sehen. Einer von den ‚Neuen‘ ist Junior-Professor Dr. Arno Müller. Nachdem Prof. Dr. Volker Schürmann bereits 2009 dem Ruf an die Deutsche Sporthochschule Köln (DSHS Köln) folgte, ist er für das Fachgebiet Sportphilosophie und -geschichte zuständig und ist zudem neuer ERASMUS-Koordinator.

„V

iele sprechen mich mit Herr Professor an, dabei bin ich noch gar keiner“, sagt Arno Müller. „Als Junior-Professor übernehme ich zwar professorale Aufgaben, aber erst nach positiver Evaluation meiner Arbeit ergibt sich eventuell die Chance auf eine Professur. So kann ich mich auch ohne Habilitation für eine Lebenszeitprofessur qualifizieren.“ Sein bisheriger Werdegang lässt an seiner Kompetenz jedoch kaum Zweifel. Der gebürtige Saarländer studierte bis 1999 an der DSHS Köln Sportwissenschaft, ab dem zweiten und dritten Semester kamen Sozialwissenschaften und Philosophie im Lehramt dazu. Nach Studienaufenthalten in Bonn, Erfurt und Manchester schloss er sein Lehramtsstudium in Jena ab. 2007 promovierte er in Köln zum Thema „Sterben, Tod und Unsterblichkeit im Sport – Eine existenzphilosophische Deutung“. Es folgte ein Post-Doctoral Research Fellow (Forschungsstelle nach der Promotion, Anm. d. R.) in Maastricht im Bereich Bioethik. Vor seiner Bewerbung in

von Katharina Rank Leipzig arbeitete Müller als Akademischer Rat an der Universität Bielefeld. Nachdem er sich gegen zwei Kandidatinnen durchsetzen konnte, freut sich Müller auf seine neue Aufgabe: „In Deutschland gibt es nicht viele Möglichkeiten, akademisch in der Sportphilosophie zu arbeiten – eigentlich nur in Köln oder Leipzig. Darum geht für mich schon ein Wunsch in Erfüllung.“ Neben der Vorlesung ‚Sportphilosophie‘ und der Ringvorlesung zur Wissenschaftstheorie widmet er sich vor allem der Forschung zum Thema Sport und Lebenskunst. „Ich weiß, die Philosophie rettet nicht die Welt, aber sie ist als Wissenschaft doch wichtig und dient als eine Art Moderatorin“, erklärt Müller sein Arbeitsfeld. „Ich möchte die Studierenden, die sich bisher noch nie mit Philosophie beschäftigt haben, dazu bewegen, über sie nachzudenken – allerdings ohne alles unnötig zu verkomplizieren.“ Neben seinen Aufgaben in Lehre und Forschung ist Müller Mitglied im Prüfungsausschuss und übernahm im November die Funktion des ERASMUS/SOKRATES-Koordinators: „Das passt gut in mein Profil. Ich bin viel rumgekommen. Allerdings würde ich mich auch freuen, mein Jobnomadentum zu beenden und endlich sesshaft zu werden“, fügt der zweifache Familienvater lächelnd hinzu.

Foto: Katharina Rank


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FAKULTÄT

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Der eine geht, der andere kommt Klaus Beier kämpft gegen den Personalmangel im Sportmanagement

von Ina Oschmann Seit dem Sommersemester 2010 verstärkt Dr. Klaus Beier die Sportwissenschaftliche Fakultät im Bereich Sportmanagement Dies war ein wichtiger Schritt, den Personalmangel im Sportmanagement etwas zu lindern. Mit dem Weggang von Prof. Gregor Hovemann ist die Lage wieder kritisch geworden. Hinzu kommt: Beiers Stelle ist nur bis zum Sommersemester 2011 befristet.

D

och Beier verspricht, das Lehrangebot aufrechtzuerhalten, auch wenn das bedeutet, die Forschung erstmal hinten anzustellen: „Mit eineinhalb Stellen lässt sich nicht das Gleiche bewegen, wie mit drei Stellen. Da müssen auch der Bereich Forschung und zusätzliche Projekte zurückstecken“, sagt Beier. „Gerade für die Studierenden ist es ein Problem, weil deswegen wieder Unruhe in die Angelegenheit kommt, wo sich gerade ein Stück Kontinuität entwickelt hatte.“ Der gebürtige Nürnberger und junge Vater hat bereits Erfahrungen im Unibetrieb: Nach Beendigung seines Studiums der Sportökonomie arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Bayreuth, wo er auch promovierte. Dann wechselte er für ein Semester an die Technische Universität Kaiserslautern, wo er das Lehramtstudium für Sport mit aufbaute. Danach beendete er sein in Bayreuth begon-

nenes Lehramtsstudium und unterrichtete anschließend zwei Jahre Wirtschaft, Sport und Rechnungswesen an einer Realschule in Oberbayern. Doch das methodisch-wissenschaftliche Arbeiten kommt seinen eigenen Ansprüchen näher. Mit seiner Tätigkeit im Sportmanagement ist er daher zufrieden: „Hier ist der Bezug zu Theorie und Praxis sehr groß, das war schon immer eine wichtige Sache für mich.“ Da kam die Stelle an der Sportwissenschaftlichen Fakulät gerade recht, immerhin ist auch seine Frau, Prof. Dr. Petra Wagner, Leiterin des Instituts Rehabilitationssport, Sporttherapie und Behindertsport, hier in Leipzig tätig. Das Fachgebiet Sportmanagement hat dennoch Probleme und ist aufgrund der mangelhaften Personalsituation seit Jahren nicht voran gekommen. Nach dem Weggang von Hovemann nach Chemnitz musste Beier seine Forschung auf die betreuten Abschlussarbeiten beschränken. Die Schwerpunkte seiner Forschertätigkeit wie Marketingkonzeptionen, Qualitäts- und Zufriedenheitsmessung können gegenwärtig nur über Studierende abgedeckt werden. In der Lehre konzentriert sich Beier auf seine Paradedisziplinen Dienstleistungsmanagement und allgemeines Marketing. In Zukunft will er sich dem Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung widmen: „Da sollte mehr passieren, aber das musste bisher in der Vorlesungszeit etwas zurückstecken.“ Foto: Ina Oschmann


SPORTAKUS

FAKULTÄT

The International von John Hennig

Seit 35 Jahren kümmert sich Dr. Axel Feldmann um die Ausbildung internationaler Trainer

Die Wahrscheinlichkeit, bei Weltmeisterschaften auf Nationaltrainer zu stoßen, die in Leipzig studiert haben, ist ziemlich groß. Tausende Sportlehrer haben hier bereits den Internationalen Trainerkurs besucht. Dr. Axel Feldmann hat viele davon mit erlebt. Nun könnte im Januar seine fast 50-jährige Zeit an der Uni Leipzig enden. Foto: John Hennig

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Seit fast 50 Jahren an der Uni: Dr. Axel Feldmann, verantwortlich für die internationalen Trainerkurse.

„S

port in Deutschland zählt was, vor allem auch in Leipzig.“ Ein Satz wie ein Slogan. Doch so schön er auch klingt, ganz so allgemein kann man ihn nicht stehen lassen. Dr. Axel Feldmann, seit 1994 verantwortlicher Leiter des Geschäftsbereichs Internationale Beziehungen an der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig, bezieht sich vor allem auf die Beliebtheit „seiner“ internationalen Trainerkurse. In diesem Semester werden Konditions-, Schwimm-, Basketball-, Handball- und Judotrainer ausgebildet, in Arabisch, Englisch, Französisch und Spanisch. Freie Plätze gibt es nicht. Im Gegenteil.

Die Nachfrage ist groß. Auf 60 Plätze bewerben sich etwa 200 Teilnehmer. Feldmann listet stolz die Auswahlkriterien auf: etwa ein erster Abschluss oder eine Empfehlung des nationalen Verbandes … und auch die Ländervielfalt soll geboten sein. 115 sind es seit der Wende, wobei mittlerweile nur noch zwei Teilnehmer pro Kurs aus einem Land angenommen werden. „Wir werden vom Auswärtigen Amt unterstützt, die den Teilnehmern die Lehrgänge finanzieren, da ist das vorgegeben“, erzählt der mittlerweile 66-jährige Leiter. Seit der Wende geht es ausdrücklich um die postgraduale Weiterbildung für ausländische


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FAKULTÄT

Lehrer und Sportler aus der dritten Welt. Feldmann ergänzt, dass es früher auch mal komplette Kurse für ein „befreundetes“ Land gegeben hat. Früher, damit meint er die Zeiten vor der politischen Wende, in denen es nur „befreundeten“ Staaten erlaubt war, Trainer nach Leipzig zu schicken. Die ersten internationalen Trainerkurse gab es bereits 1964. „Im Endeffekt haben wir aber den gleichen Trainerkurs in zwei unterschiedlichen gesellschaftlichen Systemen durchgeführt“, antwortet Feldmann auf die Frage nach sonstigen Unterschieden und ergänzt, dass gesellschaftspolitische Fächer nicht mehr die gleiche Bedeutung genießen wie früher. „Aber bei den Trainingsgrundlagen oder der Sportanatomie sind es überwiegend die gleichen Inhalte.“ Feldmann weiß gut, wovon er redet. Denn vor seiner Zeit als offizieller Mitarbeiter hat er selbst von 1962 bis 1967 in Leipzig studiert, damals noch als einer der letzten „integrierten“ ausländischen Studierenden. „Als dann der Leistungssportgedanke

stärker hervor kam, mussten die Geheimnisse natürlich besser geschützt werden“, schmunzelt er heute. Viele AbsolventInnen der Trainerkurse sind tatsächlich Nationaltrainer in ihren Sportarten und ihren Heimatländern geworden. Aber auch das südafrikanische Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Dr. Sam Ramsamy, oder der amtierende und nicht immer unumstrittene ägyptische Präsident des Handball-Weltverbandes (IHF), Dr. Hassan Moustafa, haben ihren Trainerkurs an der ehemaligen Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig absolviert. Axel Feldmann ist geblieben. Länger als ursprünglich geplant. Eine wirkliche Nachfolge ist überfällig aber noch offen und so lange leitet Feldmann eben seinen geliebten Bereich weiter, dolmetscht nach wie vor auch die französischen Kurse, auf jeden Fall noch bis Ende des Semesters. „Ich würde mich bereit erklären“, antwortet er vorsichtig auf die Frage, ob es auch noch länger weiter gehen könnte.

»Ich würde durchaus noch weiter machen!”«

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SPORTAKUS

FAKULTÄT

Sportwissenschaftliche Fakultät

Eine Dauerbaustelle

von Juliane Gansera Neuer Fakultätsrat gewählt

Foto: Sebastian Brunn

Mit etwa 1300 Studierenden ist die Sportwissenschaftliche Fakultät eine der kleinsten Fakultäten

Die neue Prodekanin: Prof. Dorothee Alfermann

der Universität Leipzig. Ihr zentrales Organ ist der Fakultätsrat, der sich mit allen Angelegenheiten, die von grundsätzlicher Bedeutung für der Fakultät sind, beschäftigt. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Wahl des Dekanats. Bei der Wahl des Dekans im vorigen Jahr wurde der einzige Kandidat, Prof. Dr. Martin Busse aus dem Institut für Sportmedizin und Prävention, zum Nachfolger von Prof. Jürgen Krug gewählt (siehe S. 44). Neue Prodekanin ist Prof. Dr. Dorothee Alfermann, Leiterin des Instituts für Sportpsychologie und Sportpädagogik, und damit auch stellvertretende Dekanin. Prof. Dr. Petra Wagner, die dem Institut für Rehabilitationssport, Sporttherapie und Behindertensport vorsteht, löst Prof. Dr. Alfred Richartz als Studiendekanin ab. Die Gruppe der Hochschullehrenden wird im Rat durch die Professoren Ulrich Hartmann, Christina


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FAKULTÄT

Grafik: Juliane Gansera

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Teilung des Instituts für Bewegungs- und Trainingswissenschaft der Sportarten Zu einer der ersten Amtshandlungen des neuen Dekans gehörte die Teilung des bisherigen Sportarteninstituts. Die Fachgebiete Gerätturnen/Gymnastik/Tanz und Sportspiele bilden das Institut für Bewegungs- und Trainingswissenschaft der Sport-

arten I, das gegenwärtig dem Dekan unterstellt ist. Das langjährig anhängige Berufungsverfahren für eine W 2-Professur in diesem Institut ist vorerst Foto: Sebastian Brunn

Müller, Maren Witt und Juniorprofessor Dirk Siebert vertreten. Dem Gremium gehören Dr. Petra Tzschoppe und Dr. Christian Hartmann als Mitarbeiter des Akademischen Mittelbaus sowie Dr. Heike Streicher als Gleichstellungsbeauftragte (Stellvertreterin Frau Dr. Margot Niessen) und Carola Lehmann als sonstige Mitarbeiterin und Haushaltssachbearbeiterin an. Die Interessen der Studierenden vertreten Ruthger Fritze und Jano Pascher.

Die neue Studiendekanin: Prof. Petra Wagner


SPORTAKUS

FAKULTÄT eingestellt worden. Eine Neuausschreibung der Professur steht kurz bevor. Alle weiteren Fachgebiete der Sportarten sind im Institut für Bewegungs- und Trainingswissenschaft der Sportarten II zusammengefasst, dem weiterhin Prof. Hartmann vorsteht.

die Beratung der Vergabe von Promotionsstipendien sowie die allgemeine Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. • Die Haushaltskommission schlägt dem Fakultätsrat den Haushaltsplan der Fakultät vor.

Ausschreibung der Professur im Fachgebiet Sportmanagement

Dr. Arno Müller, Juniorprofessor vom Fachgebiet Sportphilosophie/-geschichte, ist der neue Erasmus/ Sokrates-Verantwortliche an der Fakultät. Er koordiniert die angebotenen Studienplätze beteiligter Universitäten im Ausland und berät sowohl die Leipziger Studierenden in allen Fragen des Auslandsstudiums sowie Erasmusstudierende vor Ort.

Nach dem Weggang von Prof. Dr. Gregor Hovemann an die TU Chemnitz im Sommer 2010 steht diese Stelle vor der Neuausschreibung. Übergangsweise hat sich Hovemann als Honorarlehrkraft zur Verfügung gestellt. Bis zur Wiederbesetzung leitet Alfermann das Fachgebiet kommissarisch.

Kommissionen Beschlüsse des Fakultätsrats werden unter anderem durch folgende Kommissionen vorbereitet: • Die Studienkommission fasst Beschlüsse zu allen Studienangelegenheiten und leitet diese an den Fakultätsrat weiter. • In den Aufgabenbereich der Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs fällt u. a.

Der Prüfungsausschuss Dieses Gremium überwacht die Einhaltung der Studien- und Prüfungsordnungen der Fakultät. Dem Ausschuss gehören als stimmberechtigte Mitglieder an: Prof. Dr. Christina Müller, Prof. Dr. Petra Wagner, Jun.-Prof. Dr. Arno Müller, Prof. Dr. Ullrich Hartmann, Dr. Monika Rauscher, Dr. Christian Hartmann, Judith Kretz vom Fachschaftsrat Sport sowie als beratendes Mitglied Dr. Hartwig Schicke vom Prüfungsamt.

Der neue Dekan: Prof. Dr. Martin Busse

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eit September des Vorjahres ist Prof. Dr. Martin Busse Dekan der Sportwissenschaftlichen Fakultät. Busse ist Nachfolger von Prof. Dr. Jürgen Krug, der insgesamt sieben Jahre die Geschicke der Fakultät leitete. Busse formuliert klare Ziele für seine kommende Amtszeit: „Wichtig ist es vor allem, die Eigenständigkeit der Sportwissenschaftlichen Fakultät zu erhalten. Dazu müssen wir die Fakultät nach außen positiv präsentieren.“ Zudem sei es wichtig, so Busse, die Studierenden selbstständig und vielfältig auszubilden. „In jedem sportwissenschaftlichen Studiengang sind Kenntnisse aus Medien, Wirtschaft und vor allem Medizin enorm wichtig. Diese Schnittstellen müssen wir nutzen, um die Studierenden optimal auszubilden.“

Foto: D. Fischer - stadtphoto.de

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Des Weiteren strebt der Neu-Dekan nach einer Anpassung der Studienprofile. „Einige Inhalte sind nicht mehr zeitgemäß. Die Fakultät braucht klare Profile. Das vereinfacht dann die bessere Verzahnung mit Praxispartnern, beispielsweise Verbänden oder Ärzten“, erklärt er sein Vorhaben. (slo)


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UNIVERSITÄT

Foto: Universität Leipzig/Michel Münch

Die Chef-Ärztin Beate Schücking ist zur neuen Rektorin der Universität Leipzig gewählt worden

von Hannes Delto Prof. Beate Schücking

Sympathisch und authentisch trat sie auf während ihrer Vorstellungsrunde in der Universität Mitte November. Nun ist sie gewählt: Prof. Beate Schücking heißt die neue Rektorin der Uni Leipzig. Damit hat der 70-köpfige Erweiterte Senat am 16. November Schücking mit großer Mehrheit ins Amt gewählt. Denn im Gegensatz zur Potsdamer Kandidatin, Prof. Sabine Kunst, legte sich die 54-jährige Schücking auf konkrete Ziele fest.

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ie wolle den Anteil ausländischer Studierender von zehn Prozent auf 15 Prozent steigern, Berufungsverfahren beschleunigen, die Uni von Platz 40 im Förderranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft auf Platz 20 hieven, die Gleichstellung weiterentwickeln und die Zahl wissenschaftsnaher Arbeitsplätze innerhalb und außerhalb der Universität erhöhen. Schücking ist Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychotherapie sowie Professorin für Gesundheitsund Krankheitslehre und Psychosomatik an der Universität Osnabrück. Die studierte Humanmedizinerin promovierte 1980 in experimenteller Hämatologie. Nach neun Jahren und im Alter von nur 33 Jahren hatte Schücking schon ihre erste Professur an der Fachhochschule in München inne. Sie war nicht nur Dekanin und langjährige hauptberufliche Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung in Osnabrück, sondern wirkt dort noch bis Ende dieses Wintersemesters als Studiendekanin an Bachelor- und Masterstudiengängen mit.

Schücking wünscht sich für ihre fünfjährige Amtszeit ein Rektoratskollegium, das die gesamte Universität abbilden könne und gewillt sei, gut zusammenzuarbeiten. Dass Kommunikation keine Stärke der Universität Leipzig ist, hat Schücking präzise erkannt. „Die Menschen müssen gern miteinander reden, nicht nur weil sie es müssen“, sagt sie. Lehrstücke des Machtpokers einzelner Fakultäten dürfen sich also nicht etablieren, sondern sollten vorübergehende Phänomene bleiben. Kommunikationsfähigkeit, Kompetenz und Offenheit – das weiß auch die neue Rektorin – sind entscheidende Instrumente, um demokratische Strukturen einer Universität etwa in die Lage zur Fehleranalyse und – korrektur sowie zur Selbstverbesserung versetzen zu können. Wichtig: Studierende, Lehrende, Forschende, Verwaltende und die Wissenschaft unterstützende Frauen und Männer „bilden miteinander den Organismus Universität“, erläutert Schücking. Unterdessen ist Altrektor Prof. Franz Häuser am 2. Dezember des Vorjahres nach mehr als sieben Jahren Amtszeit verabschiedet worden. Die feierliche Amtseinführung von Schücking, die so genannte Investitur, soll voraussichtlich im März dieses Jahres stattfinden. Bis dahin will die Neue noch ihren Verpflichtungen nachkommen und geordnete Verhältnisse an ihrer bisherigen Universität in Osnabrück hinterlassen. Solange übernimmt der gegenwärtige Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Uni Leipzig, Prof. Martin Schlegel, kommissarisch die Amtsgeschäfte des Rektors.

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SPORTAKUS

UNIVERSITÄT

Sportreferent? Kenne ich nicht! David Fritzsche sollte man aber kennen

von Jana Kasper Der StudentInnenRat (StuRa) der Universität Leipzig ist ein gut strukturiertes Organ und hat u. a. mit Referaten für Antirassismus, Soziales oder Kultur für alle Fragen, Probleme und Ideen einen Ansprechpartner. Auch für den Bereich Sport gibt es ein Referat, die Person dahinter kennen die meisten Sportstudierenden jedoch nicht.

Foto: Sebastian Brunn

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Sport das Zentrum für Hochschulsport und die Sächsischen sowie Deutschen Hochschulmeisterschaften – finanziell, aber auch ideell. Das ist möglich, weil aus dem Semesterbeitrag eines jeden Studierenden ein Teil an den StuRa geht, der die Gelder auf einzelne Bereiche verteilt. Für Studierende, die als Spitzensportler aktiv sind und an regionalen oder nationalen Wettkämpfen teilnehmen, ist es eit dem 1. Oktober 2010 bekleidet David Fritzmöglich, Tagesgelder beim StuRa zu beantragen, sche für ein Jahr dieses Amt. Er studiert im um etwa Fahrtkosten und Verpflegung abzudefünften Semester Geschichcken. Den Antrag findet man auf der te und Sport im Lehramt. Das Büro Homepage des StuRa im Internet. Telefon: des 25-Jährigen ist beim StuRa, im Neben den bestehenden Events 0341 - 97 37 857 Neuen Seminargebäude. versucht David, der aus Zschopau E-Mail: Aber wie wird man überhaupt im Erzgebirge stammt, neue Ideen sport@stura.uni-leipzig.de Referent für Sport? Es gibt im Stuumzusetzen: „Im Sommer gestalten Ra ein Plenum, welches sich aus wir an der Sportfakultät einen Urban gewählten VertreterInnen aller Circus und einen Workshop für UrFachschaftsräte (FSRs) zusammensetzt. Jeder Stuban Sports“, kündigt er stolz an. Den Studierenden dierende kann sich vom StuRa-Plenum als Referenwerden Sportarten wie Jonglage oder Slacklining tIn wählen lassen. Dazu bedarf es einer Entsendung (Balancieren auf einem Seil) vorgestellt und sie köndurch einen FSR. nen diese selbst austesten. Das Aufgabenspektrum von David ist vielfältig: Dass die Wahrnehmung des Sportreferates an „Wenn man zum Beispiel ein Volleyballturnier für der Sportfakultät erschwert ist, könnte vor allem daStudierende an seiner Fakultät veranstalten möchte, ran liegen, dass es das Büro des Sportreferenten an bin ich der Ansprechpartner. Jeder kann mit Ideen der Fakultät seit einiger Zeit nicht mehr gibt. Auch zu Sportveranstaltungen und Turnieren zu mir komDavid merkt kritisch an: „Schön wäre eine bessere men. Ich versuche dann, diese entsprechend zu unZusammenarbeit als Referent mit der Fakultät bei terstützen“, erklärt der sympathische Blondschopf. der Durchführung von fakultätsinternen SportverZudem nehmen die Organisation von Campusanstaltungen.“ Viel Arbeit für den Sportreferenten fests und Campuscup den Hauptteil seiner Arbeit und begeisterten Kletterer – neben dem Studium. ein, wobei David vor allem Sportwettkämpfe koEr selbst sagt dazu schmunzelnd: „Wenn man disziordiniert. Zusätzlich unterstützt das Referat für pliniert ist, dann ist das gut machbar.“

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UNIVERSITÄT

Degen, Florett, Säbel… Deutsche Hochschulmeisterschaft von Thomas Müller Unter dem Motto „Fechten fühlen“ trafen sich 350 FechterInnen im November 2010 zur Deutschen Hochschulmeisterschaft (DHM) auf dem Campus Jahnallee. Die vom Zentrum für Hochschulsport in Kooperation mit dem Fechtclub Leipzig ausgerichtete Veranstaltung war Qualifikationskriterium für die Universiade in Shenzen/China in diesem Jahr. Das Turnier war hochklassig besetzt und sogar einige studierende Fechter der Nationalmannschaft bzw. Anschlusskader kamen nach Leipzig.

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Fechten Toni Kneist (Berlin) und ein 21. Platz im Degen sprechen dennoch für ihn. 13 Fechter der Universität Leipzig nahmen an den Wettkämpfen teil, eine Medaille blieb in Leipzig. Im

efochten wurde in den Waffengattungen Degen, Florett und Säbel. Die Ernst-Grube-Halle als Fecht-Arena: 350 AthletInnen kämpften um Logistisch und organisatorisch die insgesamt sechs begehrten Hochschultitel. Foto: Thomas Müller war die Umsetzung der Meisterschaft ein Kraftakt. Innerhalb weniger Stunden mussten 22 Fechtbahnen verlegt und Damenflorett gewann Diana Schulz Bronze. 200 Nachtquartiere eingerichtet werden. Dies konnDas Haus III in der Jahnallee diente an diesem te nur durch viele helfende Hände, vor allem auch Wochenende nicht als Interim für die Sportwissenvon teilnehmenden Fechtern, geschafft werden. schaftliche Fakultät, sondern als ÜbernachtungsDas dabei die unmittelbare Wettkampfvorbereistätte für die Fechter. So kamen einige von ihnen in tung auf der Strecke blieb, ist verständlich. „Mit zwei den Genuss, eine Bibliothek und einen Lesesaal von bis drei Stunden Schlaf fehlt dann zum Wettkampf innen zu sehen. Allerdings nicht, um sich zu bilden, einfach die geistige und körperliche Frische, um sondern um sich von den Strapazen zu erholen. ganz vorn mit zu fechten“, weiß Mitorganisator RaiNach zwei spannenden Wettkampftagen und ner Fehse vom Fechtclub Leipzig, der 2007 bei der einer ausschweifenden Fechterparty in der PausenDHM Bronze im Degen geholt hatte. Eine knappe halle Süd zeigten sich alle Organisatoren mit müden Niederlage im Florett gegen den späteren Sieger aber zufriedenen Gesichtern.

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SPORTAKUS

NEWS

FAKULTÄTSNEWS Termine

Neues Heft der LSB

Die Anmeldung zu den Prüfungen der alten Studiengänge ist vom 01. Februar bis zum 24. Februar 2011 im Prüfungsamt der Sportwissenschaftlichen Fakultät möglich. Die Zulassung zu den Prüfungen der neuen Studiengänge erfolgt mit der Moduleinschreibung. Im Zeitraum vom 01. Dezember 2010 bis zum 15. Februar 2011 muss die Rückmeldung für das Sommersemester 2011 erfolgen. Die veranstaltungsfreie Zeit fürs laufenden Semester beginnt am 05. Februar. Der Tag der offenen Tür für Studieninteressierte ist am 13. Januar.

Im Januar dieses Jahres erscheint die neue Ausgabe der „Leipziger Sportwissenschaftliche Beiträge“ (LSB) unter Leitung des neuen Chefredakteurs Prof. Jürgen Krug. Themen sind unter anderem „Modelle und Grenzen der Leistungssteigerung im Sport“ und „Die Belastbarkeit von Nachwuchsportlern“. Jährlich gibt es zwei Ausgaben, die in der Bibliothek eingesehen oder auch abonniert werden können.

www.uni-leipzig.de/lsb

Neue Leiterin der Bibliothek

Foto: privat

Seit dem 01. Januar 2011 leitet Chris Czech die Zweigstelle der Universitätsbibliothek in der Jahnalle. Sie tritt damit die Nachfolge von Margitta Löhnert an, die in den Ruhestand gegangen ist. Foto: privat

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Jetzt im Ruhestand: Margitta Löhnert.

Neue Leiterin: Chris Czech.

Fakultätskolloquium Am 18. Januar wird ein Kolloquium stattfinden zum Thema: „Zentralnervale, neuromuskuläre und biochemische Determinanten motorischer Schnelligkeit – Ergebnisse einer interdisziplinären Studie“. Referent ist u. a. Uwe Wenzel aus dem Institut für Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft


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NEWS

von Sebastian Würfel

Dr. Heike Streicher aus dem Institut für Rehabilitationssport, Sporttherapie und Behindertensport hat ihr zweites Kind bekommen. Der SPORTAKUS gratuliert herzlich. Der Kleine heißt Leo. Sie nimmt die Kinderzeit in Anspruch und fällt gegenwärtig als wissenschaftliche Mitarbeiterin aus. In ihrem Amt als Gleichstellungbeauftragte der Fakultät wird sie von Dr. Margot Niessen vertreten.

Medienlabor Das über dem Großen Hörsaal geplante Medienlabor soll Anfang 2011 fertig gestellt werden. Es kann dann von Studierenden und Lehrkräften zur Bearbeitung von Videomaterial und anderen multimedialen Aufgaben verwendet werden. Die Anmeldung zur Nutzung der Arbeitsplätze erfolgt unter Absprache mit Christine Dähnert, der Verantwortlichen des Medienlabors.

Neue Homepage Seit 01. November 2010 hat die Sportwissenschaftliche Fakultät eine neue Homepage. Neben dem an das Design der Universität Leipzig angepassten Format ist die Webseite vor allem übersichtlicher und einheitlicher. Dr. Mario Hermsdorf aus dem Institut für Bewegungs- und Trainingswissenschaft der Sportarten II sowie Martina Clauß aus dem Institut für Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft haben besonders an der Entstehung der neuen Webpräsenz gewirkt. Die alte Homepage soll zeitnah vollständig ersetzt werden. Die von Prof. Dr.

Foto: privat

Nachwuchs

Nachwuchs: Heike Streicher mit Söhnchen Leo.

Aktuelle Studienzahlen Dem Prüfungsamts zufolge studieren gegenwärtig 1322 Studierende an der Sportwissenschaftlichen Fakultät. Davon sind 1016 Studierende in den neuen und noch 306 Studierende in den alten Studiengängen immatrikuliert. Seit Beginn des Semesters gibt es 317 Neuimmatrikulierte für die Bachelor- und Masterstudiengänge. 140 Studierende sind am 29. Oktober 2010 exmatrikuliert worden. Dabei kam die Magisterstudentin Claudia Schneider auf einen Notendurchschnitt von 1,1. Sie ist damit beste Absolventin des Jahrganges aus den alten Studiengängen. Die beste Bachelornote mit 1,7 erzielte Laura Schindler.

www.spowi.uni-leipzig.de Maren Witt geleitete „AG Informatik“ heißt seit Juli 2010 „Medienkommission“. Sowohl in der damaligen „AG Informatik“ als auch in der so genannten Medienkommission ist offenbar keine studentische Mitsprache vorgesehen.


SPORTAKUS | Heft 1/2011

ABSOLVENT

Die SPORTSPATZEN

Eine Idee entfaltet sich als aussichtsreiche Aufgabe von Alexander Fugmann

Zweitstudium begonnen hat. „Wir stießen dabei hauptsächlich auf viel Begeisterung, das hat uns in Für viele LehramtsabsolventInnen beginnt nach der Entstehungsphase unheimlich motiviert. Natürdem ersten Staatsexamen die ausschweifende Sulich trafen wir auch auf taube Ohren und bekamen che nach einem passenden Referendariatsplatz. zu hören, dass damit kein Geld zu verdienen sei“, Oft verstreichen mehrere Monate oder sogar Jahfügt Susann hinzu. Zudem hatten einige Kindergärre, bis die gewünschte Stelle freigegeben wird. Da ten schlechte Erfahrungen mit anderen Anbietern heißt es Geduld bewahren oder Zeit überbrücken gesammelt. Da viel es anfangs schwer sich mit seiund handeln. Die ehemaligen Sportstudierennen Ideen Gehör zu verschaffen. den Martin Holzendorf (Lehramt für Sport und Jedoch ist die Resonanz derzeit ungebrochen. Geschichte) und Susann Vogel Bereits mehrere KITA’s und (Bachelor Sportwissenschaft) Ganztagsschulen arbeiten zeigen diese Initiative mit ihren mit den SPORTSPATZEN SPORTSPATZEN Leipzig. Ihre zusammen. Schon im Idee, sich als Sportpädagogen November des Vorjahres im Kindersport selbstständig zu konnten zwei zusätzliche machen. Trainer eingestellt werden, in diesem Jahr soll aum mehr als einen Moein Weiterer folgen. „Dass nat benötigten die Beiwir so schnell erfolgreich den, um aus ihrer Idee arbeiten, hat uns sehr ein schlagkräftiges Projekt zu überrascht“, resümiert machen. „Mit unserer langjähriSusann, die zudem in der gen Erfahrung und Ausbildung Faustball-Bundesliga akwar einfach die Zeit reif, etwas tiv ist. Dennoch sind beiEigenes auf die Beine zu stellen. de selbstbewusst genug, Natürlich erhielt ich durch das um zu erkennen, dass Das Sportspatzen-Team: verpasste Referendariat zusätz- Susann Vogel und Martin Holzendorf ihre Kompetenz und Erlichen Ansporn, unser Konzept fahrung, Kinder gezielt zu umzusetzen“, erklärt Martin, der zusätzlich noch bewegen, die meisten Partner überzeugt hat. „UnBiologie studiert, seinen Antrieb. ser Motto lautet : Bewegung, Spiel und Spaß. Das Entsprechend intensiv und anstrengend waren vermitteln wir in jeder Stunde. Die Kinder merken die Vorbereitungen. Besuche beim Gewerbe- und genau, dass wir ebenfalls Spaß an der Sache haben“, Finanzamt bedeuteten Neuland. beschreibt Martin sein Konzept. Nachdem ein überzeugendes Konzept erstellt Für die nächsten Monate werden weitere Koopewurde, hieß es nun vor allem Klinken putzen, sich rationen folgen, die Angebote für den Nachmittagsins Gespräch bringen - Schulen und Kindergärten sport und die Kindergeburtstage ausgebaut. Dafür von den Motiven der SPORTSPATZEN überzeugen. suchen die SPORTSPATZEN noch engagierte Trainer! „Da fielen schon mehrere Stunden Telefondienst www.kindersport-leipzig.de am Tag an“, berichtet Susann Vogel, die zur Zeit ein

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Foto: Alexander Fugmann

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SPORTAKUS Januar 2011  
SPORTAKUS Januar 2011  

Ausgabe 01 / 12. Jahrgang 2011

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