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SPORTAKUS | Heft 1/2012

EDITORIAL

14 Foto: Elmar Keil

Foto: Auspurg Borchowitz

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ie Welt ist im Wandel! Vor knapp zwei Jahren waren die meisten Leipziger Mannschaftsportarten so erfolgreich wie Lothar Matthäus' Versuche, einen Trainerposten in Deutschland zu finden. Es fehlte in Leipzig entweder an Kohle oder an Pokalen – oder an beidem. Just in diesem Moment erbarmten sich die Roten Bullen aus dem Ösiland, nestelten einen neuen Verein aus dem rot-weißen Janker und plötzlich war die Welt wieder im Wandel! Kroch im Mai 2009 noch das Wort Insolvenz in regelmäßiger Wiederholung aus den Gurgeln der Sportexperten und den Federn der buchstabenjonglierenden Presse, wird jetzt von sportlicher Hochkonjunktur gekrakelt. Erfolg macht eben doch sexy. Doch noch ist nicht alles Gold was glänzt, abrupter Wandel nicht ausgeschlossen. Eine liebevolle Erfolgsgeschichte ist seit ewigen Dekaden der Fasching und die Sportfakultät. Knutschen in der Sporthalle, Kübeln im Hörsaal, Feiern im geruhsamen Pausenbereich, Logieren auf dem Lokus – Ende Januar werden wieder Träume wahr! Beim Kaffekränzchen in der neuen und frisch gebohnerten Cafeteria erzählten fidele Jung-Studentinnen kürzlich von den Erlebnissen aus der Weihnachtszeit. Unter anderem von Sushi statt Würstchen und Erdäpfelsalat an Heiligabend! Die Welt ist wirklich im Wandel! Bleibt standhaft! Euer

INHALT 4  Titelthema: Es geht bergauf u.a. Lok Leipzig in Liga 1 | Situation im Männerfußball | Steve Baumgärtel und René Boese vom SC DHfK im Interview

19  DHfK-Fasching Faschingsauftakt mit Junior-Prof. Dr. Arno Müller | Mitorganisatorin Ines Scheibe im Gespräch

24  Reform im Lehramtsstudium Wiedereinführung des Staatsexamens

29  Neuer Fachschaftsrat gewählt Fachschaftsrat Sport stellt sich vor

36  Ultimate Frisbee Europameisterin Sophia Wagner im Interview

40  Studium mal anders Praktikum bei PUMA | Auslandssemester in Barcelona | Hinter den Kulissen von „München 2018"

Titelbild: Es geht bergauf: Leipzig wieder auf dem Weg zur „Sportstadt" Gestaltung: Sebastian Brunn Fotoquelle: www.flickr.com Fotos: Dirk Birnbaum Sebastian Brunn Dirk Knofe

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Leipzig und Sport –

von Martin Sturm Die Luft sei raus, die Sportstadt Leipzig in der Krise und in den Medien wurde sie gar als "Spottstadt" betitelt. In der Ausgabe 2/10 im Mai 2009 beleuchtete der SPORTAKUS die missliche Lage Leipziger Vereine wie dem FC Sachsen Leipzig, dem VC Leipzig und dem Eishockey-Klub der Blue Lions. Im Basketball sah es nicht besser aus. Nur die Männer des 1. FC Lok Leipzig und die Handballerinnen vom HC Leipzig hielten die Fahne regionaler Sportvereine hoch oder waren zumindest dabei, sie wieder zu hissen. Seitdem sind fast drei Jahre vergangen. Es hat sich einiges getan...!

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eben dem HCL als „Bundesliga-Abonnenten" (siehe Seite 6), ist eine weitere Mannschaft erstligareif. Oder sollte man sagen „Frau"schaft? Das, was die Männer der Leipziger Sportszene so vehement anstreben, haben die

Frauen vom 1. FC Lok mit dem Bundesligaaufstieg bereits erreicht: Leipzig in Deutschlands höchster Spielklasse zu repräsentieren (siehe Seite 7). Beim zuschauerträchtigeren Männerfußball kann die Vergangenheit am besten mit den Worten Heraklits beschrieben werden: „Das einzig Beständige ist die Veränderung". Vom 1. FC Lok und dem FC Sachsen ist keine Rede mehr, wenn es um höherklassigen Fußball geht. Ein Grund liegt darin, dass die Vereine entweder nicht mehr existieren oder im Fußball-Niemandsland dümpeln. Die neue Macht heißt RasenBallsport Leipzig, ein Verein, der die Stadt mit Hilfe des Getränkeherstellers Red Bull langfristig international vertreten will. Das Ziel, im Zentralstadion, welches inzwischen in „Red Bull Arena" umbenannt wurde, langfristig Bundesliga-Fußball zu zeigen, wird aller Voraussicht nach RB Leipzig vorbehalten bleiben. Den Leipzigern scheint es recht zu sein. Schon jetzt strömen sie zu Tausenden zu den Regionalliga-Heimspielen der „Roten Bullen". Ganz nach dem Motto „wenn


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Foto: Sebastian Brunn

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das passt wieder !

zwei sich streiten, freut sich der Dritte" (siehe Seite 8). Ein klares Bekenntnis für eine sportbegeisterte Stadt: Leipzig soll durch den Sport (überregional) in den Schlagzeilen stehen – nicht durch Ausschreitungen und Insolvenzverfahren. Dass Tradition dennoch zum Sport gehört, zeigen die Handballer des SC DHfK Leipzig (siehe Seite 14). Mittlerweile in der Zweiten Liga angekommen, ist das klare Ziel, mittelfristig in die höchste Spieklasse aufzusteigen. Die Gründung der Handballakademie Leipzig/Delitzsch soll langfristig eigene Talente sichern (siehe seite 13) und mit dem Leipziger Stefan Kretzschmar sitzt eine Handballikone im Aufsichtsrat, die beratend und werbewirksam unterstützt. Der VC Leipzig nennt sich inzwischen L.E. Volleys, und schmettert aktuell in Liga zwei (siehe Seite 12). Doch wie der Vorgänger Verein wollen auch die L.E. Volleys zeitnah in der Bundesliga aufschlagen. Auch im Basketball ist vieles neu: Die Uni-Riesen des USC Leipzig streben den Aufstieg in die Zweite Liga an (siehe Seite 10) und die Frauen des Basket-

ballvereins Leipzig scheinen von der Insolvenz gestärkt zurückzukommen (siehe Seite 16). Trotzdem ist das Thema „Finanzprobleme" in SPORTAKUSAusgabe der Messestadt vom Mai 2009 weiter aktuell. Sportlich stehen die Zeichen bei den Icefighters Leipzig, ehemals Blue Lions, momentan gut, finanziell gibt es immer wieder Engpässe. Aber: Kurz vor Weihnachten präsentierte der Verein endlich die Pläne für eine eigene Halle – ein weiterer Schritt nach vorn (siehe Seite 9). Bislang sind es die Frauen, die Leipzig auf die Titelseiten bringen, doch die aktuelle Situation lässt hoffen, dass weitere Vereine nachziehen, aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wurde und sich Leipzig auch im Mannschaftssport bald wieder als absolute Sportstadt präsentiert.


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Dauer

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brenner!

Der HC Leipzig kämpft wie jedes Jahr um den Titel Sie sind deutscher Rekordmeister in ihrer Sportart und ihre Fans verwandeln die Leipziger Arena zu Heimspielen in einen Hexenkessel mit fantastischer Atmoshphäre. Bis zu 2.500 Zuschauer pro Partie begeistern sich in der Messestadt für den dynamischen und erfolgreichen Bundesligahandball der Frauen des HC Leipzig.

von Daniela Schuppener

auf internationaler Ebene Handball zu spielen“, sagt die 18-Jährige, die für drei Jahre verpflichtet wurde. Der Bundesligaalltag ist hart: Mit bis zu zwei Spielen pro Woche und täglich mindestens einer Trainingseinheit bleibt kaum Zeit für sich selbst oder die Familie, gerade wenn diese nicht in Leipzig wohnt. it 21 Meistertiteln (davon sechs in den „Aber Handball ist ja mein Hobby“, meint Anne, die letzten zehn Jahren), sieben Pokalsiegen seit diesem Wintersemester Deutsch und Sport auf sowie vier Europacuptiteln weist der HCL Lehramt an der Universität Leipzig studiert. eine Bilanz auf, die ihn seit Jahren mit zu den erfolgDass es nicht ganz so einfach ist, das Studium reichsten Sportklubs in Deutschland macht. Auch in und den Leistungssport auf so hohem Niveau zu dieser Saison mischen vereinbaren, musste die Leipzigerinnen sie in den letzten drei wieder ganz oben Monaten öfter festmit. stellen. Doch das EinSie sind dem amzel- und Krafttraining tierenden deutschen kann sie gut mit VorMeister Thüringer lesungen und SemiHC dicht auf den Fernaren vereinbaren. sen und wollen den Auch das EinfinTitel mit aller Macht den ins neue Team wieder nach Leipzig war nicht schwer. holen. Zu Beginn der Das persönliche Saison kam mit Stefan Geht seit dieser Saison für den HC Leipzig auf Torejagd: Highlight der Saison Foto: Sebastian Brauner war für die Studentin Madsen der mittler- Anne Hubinger. weile vierte dänische ganz klar das EuropaTrainer in Folge nach Leipzig, da sein Vorgänger pokal-Hinspiel im Cup-Winners-Cup gegen Toulon. Heine Jensen ins Traineramt der deutschen FrauenAuf internationaler Ebene will der HCL so weit Nationalmannschaft berufen wurde. kommen wie möglich, in der Bundesliga wird ganz Zudem unterstützen fünf neue Spielerinnen das klar der Titel anvisiert. Wer die Handballerinnen unTeam. Unter ihnen auch Anne Hubinger, die vom terstützen und die tolle Atmosphäre hautnah mitZweitligisten SC 2000 Magdeburg nach Leipzig erleben will, dem empfiehlt sich der Rückrundenkam. „Es ist ein professioneller Verein mit vielen, auftakt am 18. Januar um 19.30 Uhr in der Arena. sehr guten Spielerinnen, außerdem überzeugte Mit dem VfL Oldenburg empfängt der HCL einen mich das Konzept der Trainer und die Möglichkeit direkten Titelkonkurrenten zum Spitzenspiel.

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„Ein Traum ist in Erfüllung gegangen!“ Nach einer überragenden Saison 2010/11 konnten die Frauen des 1. FC Lok Leipzig im Juli 2011 mit dem Aufstieg in die erste Fußballbundesliga ihren größten sportlichen Erfolg feiern – etwas, wovon momentan der komplette ostdeutsche Männerfußball nur träumen kann. Somit sind die kickenden Frauen nicht nur ein sportliches Aushängeschild der Stadt Leipzig, sondern präsentieren auch den gesamten sächsischen Fußball endlich wieder auf Bundesebene.

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s war unglaublich, ein unfassbares Gefühl“, erinnert sich Marie-Luise Herrmann an den Aufstieg. Immer wieder überzieht ein strahlendes Lächeln das Gesicht der Mittelfeldspielerin von Lok Leipzig, wenn sie vom Aufstieg in die erste Bundesliga spricht. Hinter dem nicht aufstiegsberechtigten Reserveteam des Hamburger SV gelang der Sprung von der Zweiten Bundesliga Nord in die für viele Experten stärkste Frauenfußball-Liga der Welt. Nun treffen sie auf Vereine wie Turbine Potsdam, den 1. FFC Frankfurt und den FC Bayern München; Vereine mit großen Namen und zahlreichen Nationalspielerinnen. „Es ist schon ein anderes Gefühl, neben Nadine Angerer oder Lira Bajramaj zu stehen. Die kennt man ja sonst nur aus dem Fernsehen. Da ist der Respekt auf jeden Fall groß“, sagt die 19-Jährige. Nicht nur die Gegner seien im Gegensatz zur Zweiten Liga stärker, auch das Spiel ist wesentlich schneller und gefährlicher. Daher wurde das Training gesteigert: Aus vier Einheiten pro Woche wurden neun. Für Marie, die seit diesem Semester Sportwissenschaft an

von Kristin Gebhardt der Universität Leipzig studiert, ist das aber kein Problem. Vom Verein wird sie bei der zeitlichen Koordination von Uni und Training so gut es geht unterstützt. „Mein Trainer rechnet mir die Stunden vom Uni-Fußball als Trainingszeit an. Teilweise bekomme ich sogar Einzeltraining", erklärt Marie. Die Saisonpremiere in Deutschlands höchster Spielklasse verläuft bisher besser als erwartet. Zwar sind die Lok-Frauen im DFB-Pokalviertelfinale mit 3:2 gegen den HSV ausgeschieden, doch in der Liga stehen die Leipzigerinnen – vor der Saison als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt – zur Winterpause auf Platz zehn und damit auf einem Nichtabstiegsplatz. „In der Rückrunde wollen wir uns weiter steigern, tolle Spiele zeigen, den ersten Heimsieg einfahren und natürlich den Klassenerhalt sichern", beschreibt Marie die Ziele für die zweite Saisonhälfte. Dank der Erfolge sind die Lok-Frauen zum einen bei der Leipziger Sportlerumfrage als beste Mannschaft 2011 nominiert. Zum anderen kann auch bei der Wahl der sächsischen Sportler des J a h re s 2011 für die Leipzigerinnen gestimmt werden!

Sportstudentin in Aktion: Marie-Luise Hermann.

Foto: Sebastian Brunn

Der sportliche Aufstieg der Frauen des 1. FC Lokomotive Leipzig


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Neue Machtverhältnisse Über die Situation im Leipziger Männerfußball von Thomas Elpel In der Leipziger Fußballszene herrscht Aufbruchstimmung. Den größten Anteil daran hat der Viertligist RasenBallsport Leipzig. Laut Vereinsführung ist das mittelfristige Ziel der Aufstieg in die Bundesliga und es gibt Anlass zu glauben, dass die Vorgabe erfüllt werden kann.

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achdem der Durchmarsch in der ersten Regionalligasaison 2010/11 klar verpasst wurde, mischt RB Leipzig jetzt im Aufstiegsrennen kräftig mit. RBL überwintert als Tabellenführer mit einem Punkt Vorsprung auf den ärgsten Verfolger Holstein Kiel. Dank der finanziellen Unterstützung des Getränkekonzerns Red Bull hat der Verein mit dem Stadion und einem modernen Trainingszentrum eine Infrastruktur, die bereits jetzt Bundesliga-Niveau entspricht. Dass man Bundesligsten sportlich schon jetzt schlagen kann, zeigte der DFB-Pokal: In der ersten Runde wurde Ex-Meister VfL Wolfsburg vor 31.212 Fans mit 3:2 besiegt. Langsam, aber sicher entwickelt sich das Team zum Publikumsmagneten: Sogar zu Spielen der Regionalliga kamen bisher

Die Kulisse ist schon bundesligareif: RB Leipzig beim Spiel gegen den Halleschen FC vor 18.295 Zuschauern Foto: GEPA pictures

durchschnittlich mehr als 9.000 Zuschauer pro Partie – in der letzten Saison waren es lediglich 4.200 Besucher! Eine Ebene tiefer tritt der 1. FC Lok Leipzig in der Oberliga an. Aktuelles Ziel ist der Aufstieg in die Regionalliga. Der Fünftligist steht momentan nur im Tabellenmittelfeld, obwohl am Personal rege geschraubt wird: Trainer Mike Sadlo wurde im Dezember 2011 beurlaubt, vor der Saison waren zehn Zu- und zwölf Abgänge zu verzeichnen. Nach oben geschielt wird trotz eines Acht-Punkte-Rückstands auf Rang drei. Man hat ein Spiel weniger absolviert und noch 16 Spieltage vor sich – zumal durch die Neustrukturierung der Regionalliga gar ein sechster Platz zum Aufstieg reichen könnte. Die 1997 gegründete BSG Chemie Leipzig spielt in der sechsthöchsten Spielklasse, der Sachsenliga, und steht momentan auf Platz neun. Man übernahm vor der Saison das Spielrecht von Blau-Weiß Leipzig und konnte somit einige Ligen überspringen. Ebenfalls in der Sachsenliga spielt die neugegründete SG Leipzig Leutzsch. Der Verein übernahm das Spielrecht der zweiten Mannschaft des FC Sachsen und spielt in der gleichen Liga und an gleicher Spielstätte mit der BSG Chemie! Mit vier Punkten mehr rangiert man auf Rang fünf. Die Krux: Zwei Nachfolgevereine des FC Sachsen Leipzig konkurrieren auf magerem Sachsenliga-Niveau und nehmen sich gegenseitig sogar die Punkte weg – im direkten Duell trennte man sich 0:0 – Konkurrenz statt grünweißer Einigkeit ist das momentane Ergebnis! Es bleibt abzuwarten, wie sich der Fußball in Leipzig entwickeln wird. Durch das vorhandene Potenzial kann RBL wohl in eine goldene Zukunft blicken. Ob es für die Bundesliga reicht, wird sich zeigen. In der Stadt und für die Fans sind die „Roten Bullen“ schnell die Nummer eins geworden. Der Leipziger Fußball beweist: Tradition allein nützt nichts. Leipzigs Sportfans wollen Bundesligafußball sehen – wer diesen bieten kann, ist den meisten egal!


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Erfolgreich und sozial –

und bald mit einer Heimat?

Icefighters Leipzig sportlich im Soll und mit der Chance auf eine eigene Halle von Jan Grönewald Professioneller Eishockeysport schien sich endlich in der Messestadt etabliert zu haben. Die Icefighters Leipzig spielen eine solide Saison und glänzen auch abseits des Eises mit sozialem Engagement. Diesmal geben jedoch nicht die Finanzen, sondern die Hallensituation Anlass zur Sorge.

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Foto: Fotoagentur Schlenz

igentlich läuft es gut für die Icefighters Leipzig. In der Oberliga Ost haben die Schützlinge von Trainer Sven Gösch gute Chancen einen der ersten beiden Plätze zu ergattern, die zur Teilnahme an der Endrunde Nord berechtigen. Finanziell scheint es den Icefighters, getreu dem Motto "keine Nachrichten sind gute Nachrichten" auch verhältnismäßig gut zu gehen. Seit ihrem Neuanfang im Sommer 2010 tauchen die Messestädter nur noch mit sportlichen Nachrichten in den Medien auf, in den vorhergehenden

Starke Reflexe: Torhüter Sascha Merath hat nur einen Arm und lässt die Gegner trotzdem verzweifeln.

Jahren dominierten Krisenmeldungen über die finanzielle Schieflage in der Presse. Die Icefighters Leipzig sind bereits der vierte Versuch von professionellem Eishockey in Leipzig seit 2000, nachdem die Vorgängervereine EHC Eislöwen Leipzig und die Blue Lions Leipzig dreimal Insolvenz anmeldeten. Nicht nur sportlich und finanziell, ebenso auf der sozialen Ebene wissen die Leipziger in dieser Saison zu überzeugen. Im letzten Vorbereitungsspiel vor Saisonbeginn erfüllten die Icefighter einem jungen Mann seinen größten Wunsch, einmal vor einer großen Kulisse glänzen zu können. Sascha Merath spielt sonst nur in der Bezirksliga, da er als Torwart ohne Fanghand spielen muss. Sein kompletter rechter Arm ist seit seiner Geburt gelähmt und trotzdem konnte er bei seinem Einsatz den Trainer sofort von sich begeistern. „Ich hätte nicht gedacht, dass er so gut ist. Wir werden Sascha auf jeden Fall weiter beobachten“, gab Gösch anerkennend zu. Von den Leipziger Zuschauern wird der Oberligist bislang ebenfalls gut angenommen. Im Schnitt kamen über 800 Zuschauer pro Heimspiel in die Eisarena, zum Lokalderby gegen die Saale Bulls Halle sogar mehr als 1.600. Die alte Messehalle, in der die Eisarena steht, wird jedoch im nächsten Sommer abgerissen. Zwar können die Icefighters noch bis zum Saisonende dort auflaufen, die Suche nach einer Alternative läuft jedoch seit Monaten auf Hochtouren. Kurz vor Weihnachten präsentierte der Verein Stadion-Pläne für eine eigene, 3.000 Zuschauer fassende, Eishalle. Unterschrieben sei noch nichts, aber laut Icefighters-Geschäftsführer André Krüll fehlen lediglich Details. Bis zum neuen Saisonauftakt im Oktober wird das Millionenprojekt, für das noch ein Großinvestor fehlt, zwar nicht fertiggestellt, aber „muss als Spielstätte funktionieren“, so Krüll. Somit scheint der Eishockeystandort Leipzig langfristig gesichert.

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Die Uni-Riesen sind geweckt Basketballer des USC Leipzig wollen hoch hinaus In ihrer Premierensaison 2010/2011 in der zweiten Basketball-Bundesliga ProB Süd gelang den Basketballern des USC Leipzig sofort der Sprung in die Play-Offs. Das Saisonziel der aktuellen Spielzeit lautete Tabellenplatz vier, was das Heimrecht in der Endrunde bedeutet.

von Carolin Do

ketballer und Absolvent der Betriebswirtschaftslehre und Sportwissenschaft, sprudelt vor frischen Ideen und freut sich, die Position des Sportmanagers in Leipzig vertreten zu dürfen. Er strebt unter s ist die zweite Saison anderem an, die Heimspiele in Deutschlands drittzu Sportevents mit Entertainhöchster Spielklasse und mentcharakter zu gestalten nach 13 Spielen liegen die Uniund die Halle kontinuierlich Riesen in der Tabelle auf Rang mit 800 Zuschauern zu füllen. vier, womit das Saisonziel erEin weiterer Schritt in Richreicht wäre. Beim letzten Heimtung Professionalisierung spiel des vergangenen Jahres scheint getan: Unter den vier klatschten 670 Zuschauer das Neuzugängen verstärken Team zum Sieg gegen die BG Richard Fröhlich und Walter Illertal-Weißenhorn und waren Simon, beide waren zuvor in Zeugen, wie erstmals in dieser Amerika am College aktiv, die Saison die 100-Punkte-Marke Leipziger. Sie sollen die Prägeknackt wurde. Der Jahressenz unter dem Korb erhöhen Eine Macht unter dem Korb: Uni-Riese abschluss war damit gelungen. Richard Fröhlich. Foto: Dirk Birnbaum und für gute Reboundarbeit Auch Trainer Dimitris Polychrosorgen. Auch den talentierniadis war begeistert: „In der Halle war eine super ten Max von der Wippel, einen U18-Nationalspieler, Stimmung und es gab stehende Ovationen für das konnten die Uni-Riesen in ihre Reihen locken. Team. Die Zuschauer haben sich für den Sieg und Doch damit noch nicht genug. Der USC möchte den rundum gelungenen Abend bedankt.“ Leipzigs Basketball als attraktive und dynamische Nicht nur spielerisch ist der USC momentan topSportart präsentieren und in der Region etablieren. fit, auch vereinsintern gab es positive strukturelle Deshalb startete der USC dazu eigens die KampaVeränderungen. Das Team bestreitet seit Sommer gne „Basketball wird grün“. Der Slogan prangt wie 2011 seine Heimspiele nicht mehr in der kleinen, ein Graffiti an einer Mauer. Daneben steckt ein Bassondern in der großen Halle der Arena Leipzig, ketball im grauen Beton, als hätte ihn ein Riese mit wo beim Basketball 1.300 Zuschauer Platz finden. voller Kraft dort hinein gepresst. Er symbolisiert den Zugleich weht in der Management-Ebene frischer Uni-Riesen, der wachgeküsst wird. So wie der BasWind. Danny Traupe, selbst leidenschaftlicher Basketballverein, der wächst und gedeiht.

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IMPRESSUM Chefredakteur:

Ausgabe:

Nr. 1 / Jahrgang 13 | Januar 2012

Redaktionsschluss:

23. Dezember 2011

Herausgeber:

Projekt „Sport & Medien – SPORTAKUS“

Betreuer:

Dr. Christian Hartmann

stian Ebell, Thomas Elpel, Alexander Fugmann, Juliane Gansera,

Anschrift:

Jahnallee 59, 04109 Leipzig

Jekov, Jana Kasper, Sophie Körner, Stephan Lochen, Robert

Poststelle Sportwissenschaftliche Fakultät Postfach 44.

Müllers, Carolin Reichardt, Mario Schiebold, Jannik Schröder,

E-Mail:

chefredaktion@sportakus-online.de

Internet: www.sportakus-online.de Telefon:

0341 - 97 31 684 (Redaktion)

Druck:

www.diedruckerei.de

Martin Sturm

Autoren & Mitarbeiter: Vicky Andrä, Tobias Beyer, Sebastian Brunn, Carolin Do, SebaKristin Gebhardt, Jan Grönewald, Sina Helmke, Rick Jakob, Nico

Daniela Schuppener, Anika Schwager, Stefan Siemann, Helen Theißen, Marcel Voss, Anika Wegner, Sebastian Würfel Anmerkung: Alle Rechte und Irrtümer vorbehalten. Die Zeitschrift und die in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandtes Material keine Gewähr. Die Redaktion behält sich bei der Veröffentlichung von Zuschriften das Recht sinnwahrer Kürzungen vor.

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Nach Stolperstart wieder in der Spur L.E. Volleys dank Auswärtsstärke auf Platz vier von Stefan Siemann Nach 0:2-Satzrückstand ein Spiel zum 3:2-Sieg gedreht, das gab es lange nicht in Leipzigs Brüderhalle. Durch diesen Sieg über den TSV Grafing kann sich die Männermannschaft der L.E. Volleys nach einem holprigen Saisonstart wieder Richtung Tabellenspitze der Zweiten Volleyballbundesliga Süd orientieren.

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ach vier Heimniederlagen in Folge zum Saisonstart schien es, als müssten wir die Zielstellung nach unten korrigieren", gibt Diagonalangreifer Erik Wichert auf die Frage nach den Ambitionen seines Teams zähneknirschend zu. Für den 2009 neugegründeten Verein war das erklärte Ziel – Erstligavolleyball in Leipzig zu präsentieren – außer Reichweite. „Wir haben eine junge Mannschaft und natürlich ist es unser Traum, in der ersten Liga zu spielen,“ meint Wichert, der sich mit 23 Jahren inzwischen schon wie einer „von den Alten“ fühlt. Fast alle Spieler sind Studenten in Leipzig und an der Universität oder der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur immatrikuliert und müssen ihr Studium mit Training und Spieltagen in Einklang bringen. So ist das Team sowohl unter der Woche als auch an den Spieltagen rund um die Uhr gefordert. Nicht nur das Spiel auf dem Feld, auch Kraft- und Taktikeinheiten gehören zum Trainingsalltag der Athleten. Lange Auswärtsfahrten nach Friedrichshafen und Freiburg im Breisgau kosten dann ein ganzes Wochenende.

Wollen in dieser Saison noch häufiger jubeln: Die L.E. Volleys in Liga zwei. Foto: Kathrin Klug Wie geht es nun weiter mit Bundesligavolleyball in Leipzig? „Inzwischen läuft es besser. Wichtig ist, dass die Verletzten wieder dabei sind“, sagt Hauptangreifer Wichert und meint dabei besonders den Brasilianer Eder Pinheiro und den Neuzugang Christopher-Niels Käpernick, welche die ersten Spiele der Saison verpassten. Nachdem sich die Volleys in so ungewohnt tiefen Tabellenregionen wiederfanden, kehrten sie vor allem aufgrund ihrer makellosen Auswärtsbilanz (vier Spiele, vier Siege) in die Erfolgsspur zurück und kletterten nach dem elften Spieltag auf den vierten Tabellenplatz. Das soll noch nicht das Ende des Erfolgsweges sein, doch es wird schwer an die stark aufspielenden Nachbarn aus Delitzsch und den bisher ungeschlagenen Tabellenführer VC Dresden heranzukommen. Im zwölfköpfigen Kader steckt jede Menge Potenzial, um in den nächsten Spielzeiten viel zu erreichen und das Leipziger Publikum wie vor sieben Jahren zu begeistern. Damals verfolgten 7.421 Zuschauer das Spiel gegen den VfB Friedrichshafen in der Arena Leipzig, was einen Zuschauerrekord in der Volleyballbundesliga bedeutete. Eine Bestmarke, die heute noch Bestand hat.


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Talentschmiede aus der Region Foto: Martin Glass / glassmedia.de

von Sebastian Würfel

Hanballakademie Leipzig/Delitzsch

Ist mit seinem Team gut in die erste Bundesligasaison gestartet: A-Jugend-Kapitän Clemens Uhlig. Gemeinsam sind sie stark: Letzte Saison schaffte die A-Jugend der Handballakademie Leipzig/ Delitzsch den Aufstieg in die neugegründete Jugendbundesliga. Langfristig sollen hier Bundesligaspieler reifen und beim "großen Bruder", dem SC DHfK, auflaufen.

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or 20 Monaten gründetetn der SC DHfK Leipzig, die SG LVB sowie der NHV Concordia Delitzsch die Handballakademie Leipzig/Delitzsch. Alle drei männlichen Jugendmannschaften, von der C-Jugend bis zur A-Jugend, spielen in ihrer jeweils höchstmöglichen Spielklasse. Dass unter ihnen mehrere Jugendnationalspieler sind, ist ein weiteres Zeichen der Qualität des Projektes. So sollen die Talente zu zukünftigen Bundesligaspielern ausgebildet werden. Bei der Auswahl wird darauf Wert gelegt, dass mindestens zwei Drittel der Junghandballer aus der Region stammen. Denn „es ist nicht das primäre Ziel der Akademie, die besten Spieler aus der Ferne zu verpflichten“, sagt Dr. Norbert Schlegel, Vorstandsmitglied und Fachgebietsleiter der Sportspiele an der Sportwissenschaftlichen Fakultät. Besonders

ambitionierte und talentierte Spieler aus anderen Regionen sind natürlich trotzdem willkommen. So oder so werden die potenziellen „Handballakademiker“ vom Landes- wie auch Regionaltrainer des Handball-Verbands Sachsen und dem Profiltrainer des Sportgymnasiums Leipzig gesichtet. Da die Spieler hauptsächlich aus den drei Gründervereinen stammen, finden die Heimspiele verteilt in den jeweiligen Heimathallen statt. Beim Übergang in den Männerbereich sprechen sich die Trainer gegenseitig ab und entscheiden, welcher Spieler aufgrund seiner Qualitäten und seiner Spielposition interessant für den Verein sein könnte. Einige A-Jugendspieler spielen bereits parallel bei den Männermannschaften. Neben dieser Kooperation befindet sich die Akademie zudem in einem konzentrierten sportlichen Umfeld um das Sportforum. Die Hallensituation ist logistisch ungünstig, denn die Trainingseinheiten müssen in diversen Hallen in Leipzig stattfinden. Trotzdem gibt es gute Aussichten für eine erfolgreiche Zukunft: „Nach den üblichen Startschwierigkeiten sind wir auf einem guten Weg. Der weitere Erfolg hängt vor allem davon ab, ob wir uns weiter für die Jugendbundesliga qualifizieren können und ob die finanziellen Mittel bereit stehen“, erklärt Schlegel weiter. Vom spielerischen Können des Handballnachwuchses könnt ihr euch gern selbst überzeugen. Informationen zum Spielplan und rund um die Akademie: unter www.hb-akademie.de

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Steve Baumgärtel und René Boese im Gespräch

„Wir sind super gestartet und auf einem guten Weg" INTERVIEW

Sebastian Würfel

In der letzten Saison konnten die Handballer des SC DHfK Leipzig den Aufstieg in die neue eingleisige zweite Handball-Bundesliga feiern. Im Relegationsspiel gewannen die Leipziger gegen Dessau-Roßlau und sicherten sich den Sprung in die zweithöchste Spielklasse. Obwohl der SC DHfK als Aufsteiger ein Liganeuling ist, mischt die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas die Staffel ordentlich auf und hat sich in der oberen Tabellenhälfte etabliert. Für den SC DHfK gehen Rechtsaußen René Boese (27) und Rückraumspieler Steve Baumgärtel (27) auf Torejagd. Im Interview erzählen die beiden Sportmanagement-Studenten (fünftes Semester) vom Aufstieg, dem Leben als Handballer und den sportlichen Aussichten.

Steve, René, wie war es, mit Joël Abati und Goran Stojanovic im Relegationsspiel um den Aufstieg zu spielen? Steve: Mit Jo und Goran zu spielen war eine tolle Erfahrung. Beide sind große Sportsmänner und super Typen. Keine Starallüren oder sonst dergleichen. René: Es war schon etwas Besonderes. Sie waren total locker und haben sich voll in den Dienst der Mannschaft gestellt. Von den Tipps, dem Auftreten und der Erfahrung solcher Handballgrößen konnten alle etwas lernen.

Hause geschickt, da ich zu klein war. Im Alter von acht Jahren habe ich es nochmal probiert und bin zum Glück dabei geblieben.

Wer waren eigentlich eure Handball-Vorbilder? Steve: Das hat uns als kleine Stifte nicht interessiert. René: Ein richtiges Vorbild hatte ich auch nicht, aber Florian Kehrmann fand ich immer gut.

Wenn ihr durch die Fakultät lauft, seid ihr oft gemeinsam unterwegs. Wie lange kennt ihr euch? René: Wir kennen uns über die Landesauswahl. Ich selbst bin in Cottbus geboren und Steve war ab der elften Klasse mit mir auf dem Sportgymnasium. In Cottbus haben wir bis 2004 gemeinsam gespielt und waren auch ab 2009 in Delitzsch zusammen auf dem Parkett. Nach der Insolvenz des Vereins sind wir dann gemeinsam zum SC DHfK Leipzig gewechselt.

Seit wann spielt ihr eigentlich schon Handball?

Ihr spielt zwar nicht auf derselben Position, aber wie sieht es mit der Konkurrenz im Team aus?

René: Ich spiele seit meinem sechsten Lebensjahr Handball. Mittlerweile sind das 21 Jahre. Steve: Ich war mit sechs Jahren zum ersten Mal beim Training. Damals wurde ich aber wieder nach

René: Konkurrenzkampf zwischen uns gibt es nicht. Ich bin als Außenspieler quasi auf Steve angewiesen, da er mir die Bälle zuspielt. Wir sind im Team auf jeder Position doppelt besetzt und daher herrscht


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Steve: Leider haben wir relativ wenig Zeit dafür. Wir trainieren acht Mal in der Woche, dann kommt für uns das Studium hinzu, andere gehen arbeiten. Wenn es möglich ist, dann machen wir natürlich auch mal alle etwas zusammen. Foto: Sebastian Würfel

ein normaler Konkurrenzkampf. Schließlich will jeder spielen. Steve: Konkurrenz an sich gibt es nicht, weil es nicht sieben Spieler allein durch die ganze Saison schaffen. Alle Spieler werden gebraucht und das weiß auch jeder. Natürlich wird man ein bisschen aufgezogen, wenn man mal schlecht spielt, aber das ist normal und wird nicht als böse aufgefasst.

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Wie empfindet ihr die Atmosphäre im Umfeld der Mannschaft?

Die Hinrunde ist fast vorbei und ihr konntet euch unter den ersten zehn Teams der Liga etablieren. Wie schätzt ihr die aktuelle Tabellensituation ein? Ist der Aufstieg ein Thema?

Steve: Wir sind letztes Jahr Steve: Wir sind gut genach dem Wechsel zum SC startet, aber es ist auch DHfK nach einem Spiel in nach unten ziemlich eng. den VIP-Bereich gekommen Bei ein paar Niederlagen und alles war sehr familiwären wir schnell wieder är, nicht so aufgesetzt. Ich weit unten drin. Das Thedenke, das ist ein großer Verma Aufstieg kommt eher dienst unserers Geschäftsvon außen. Als Mannführers Karsten Günther, Im Hörsaal und auf dem Parkett ein gutes schaft sind wir natürlich Team: Steve Baumgärtel (l.) und René Boese. der hervorragende Arbeit mit den Ergebnissen zuleistet. frieden. Da die Liga erst René: Da es so gut läuft, kommen natürlich imzusammengelegt wurde, weiß noch kein Team, wo mer mehr Leute zu den Spielen. Es ist schon so ein es steht. Das wird sich noch einpegeln. echter Hype entstanden. Wir haben einen ZuschauRené: Als Aufsteiger stehen wir ziemlich gut da. erschnitt von 1.300 bis 1.400 Zuschauern pro Spiel. Vor allem wollen wir aber die Klasse halten und ich Es ist einfach eine geile Atmosphäre und das spricht denke, wir sind auf einem guten Weg. Dass es nach sich herum. So bringt jedes Mal jeder noch einen Delitzsch so schnell ging mit dem Aufstieg in die Bekannten mehr mit. zweite Liga und der erfolgreichen Hinrunde hätte niemand gedacht.

Wie ist die Stimmung im Team allgemein? René: Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist sehr gut. Wir sind aber auch zehn Spieler aus Delitzsch, die sich schon jahrelang kennen. Steve: Das heißt natürlich nicht, dass die anderen Spieler außen vor sind. Insgesamt sind wir eine ziemlich homogene Truppe.

Unternehmt ihr auch außerhalb des Sports etwas zusammen?

Wo seht ihr euch in der Zukunft? Werdet ihr weiter für den SC DHfK auf Torejagd gehen? René: Wir haben beide noch ein Jahr Vertrag. Das Studium und die Stadt Leipzig sind super! Wir können uns vorstellen noch lange hierzubleiben. Momentan gibt es überhaupt keinen Grund hier wegzugehen. Stimmt‘s, Steve? Steve: Ja, auf jeden Fall. Wenn es dann auch nachher noch mit dem Beruf klappt, ist alles perfekt!

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Den Aufstieg fest im Blick Foto: Thomas Tilch

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Basketballerinnen des BBVL in der Erfolgsspur von Vicky Andrä Die Enttäuschung ist neuem Kampfgeist gewichen. Mit dem Abstieg aus der ersten Bundesliga und dem freiwilligen Neuanfang in der Regionalliga Südost haben die Basketballerinnen der BBV Leipzig Eagles eine Saison voller Enttäuschungen und verpasster Möglichkeiten hinter sich. Daher haben sie nur ein Ziel vor Augen: „Aufstieg. Das haben wir ganz klar von Anfang an gesagt“, betont Kapitänin Jenny van Doorn.

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ach der Hinrunde stehen die Chancen für einen Aufstieg ins Oberhaus gut. Momentan liegen die Mädels des Basketballverein Leipzig e.V. (BBVL) auf Tabellenplatz eins, dicht gefolgt von den Teams aus Herzogenaurach und Würzburg. In der Rückrunde müssen die Leipzigerinnen daher nochmal alles geben, denn nur der Erstplatzierte spielt in der kommenden Saison in der zweiten Bundesliga. Die Frage ist nur, ob sich der Verein den Aufstieg überhaupt leisten kann. Schließlich hätten die Mädels nach dem Abstieg bereits diese Saison in der zweiten Liga spielen sollen. Der Verein hat aber mit der Insolvenz der GmbH entschieden in der Regionalliga sowohl einen sportlichen als auch einen finanziellen Neuanfang zu starten. Obwohl gerade die Finanzsituation noch unsicher ist, unterstützt der neugewählte Vorstand um Präsidentin Kristin Keitz das Projekt Aufstieg zu 100 Prozent: „Der Verein steht voll dahinter. Der sportliche Aufstieg ist realistisch, an dem finanziellen arbeiten wir noch." Deswegen ist der Verein permanent auf Sponsorensuche. Neben Sachsponsoren

Kaum zu stoppen: Jenny van Doorn steht mit den Eagles nach der Hinrunde auf Platz eins. fehlt auch ein Hauptsponsor, der die nötige finanzielle Stabilität liefern soll. Aber neben der Sponsoren-Akquise ist dem Verein auch eine gute Jugendarbeit wichtig. Der Nachwuchs wird von van Doorn, die an der Uni Leipzig Sport und Englisch auf Lehramt studiert, und ihrer Teamkollegin Tanja Maciej trainiert. Dadurch soll der Spielerkader der Frauenmannschaft langfristig stabilisiert werden. Haben in der letzten Saison vor allem Profispielerinnen aus dem Ausland das Spiel des BBVL bestimmt, nehmen jetzt Spielerinnen, die sich in den letzten Jahren immer hinten anstellen mussten, die Führung in die Hand. So bekommt auch van Doorn, die in dieser Saison zur Kapitänin ernannt wurde, mehr Spielzeiten und ist von der Qualität ihrer Mannschaft mehr als überzeugt: „Individuell und was die Startformation betrifft, sind wir das beste Team der Liga.“ Ob die Eagles-Frauen dieser Kampfansage auch gerecht werden, wird sich erst am Ende der Saison zeigen.


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FASCHING

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"ProstituierEn sie sich!" Klare Worte in der Faschingsvorlesung von Jan Grönewald Überfüllter Hörsaal Nord: Selten lauschten so viele Zuhörer gespannt den Ausführungen eines Sportphilosophen. Foto: Dirk Knofe 11.11.11 11:11 Uhr: Es war wieder einmal soweit. Der Hörsaal Nord platzte wie der europäische Rettungsfonds aus allen Nähten, als der DHfK-Elferrat feucht fröhlich die 54. Faschingssaison für eröffnet erklärte. Das diesjährige Thema war das "griechische" Problem in der Finanzierung der Fakultät, erläutert vom Wolfgang Schäuble der Sportwissenschaft, Junior-Professor Dr. Arno Müller.

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undersamerweise war der Eintritt zur letztjährigen Faschingsvorlesung gratis, ist die Uni heutzutage doch auf jeden Cent angewiesen. Um genau dieses Problem anzugehen, hatte der Elferrat den berühmten TV-Schuldnerberater Peter Zwegat eingeladen. Dieser vermutete sogleich die Veruntreuung einiger Gelder an der Fakultät. Um die schwarzen Schafe aufzuspüren, stellte Zwegat eine Veruntreuungsfalle auf. Das Ergebnis war, dass die Gelder lediglich in sinnvolle, auf die Zukunft der Einrichtung, ausgerichtete Maßnahmen investiert wurden, wie in die WakeboardSaisonkarte des Dekans. Allerdings brachte die Falle noch weitere interessante Details über das Innenleben am Campus Jahnallee zum Vorschein, wie beispielsweise die Mittagsschlafroutine des hart arbeitenden Prüfungsamts. Am Ende wurde jedoch allen klar, dass es mal wieder die Griechen waren, die die Finanz-

mittel unser Fakultät veruntreuten. Im Folgenden versuchte Arno Müller, zuständig für die Sportphilosophie, von dem Reizthema Finanzen abzulenken, in dem er sein Motto "Vorlesung bedeutet, dem Professor beim Denken zuzuhören" in die Tat umsetzte. Er machte deutlich, woran Dozenten während ihrer Vorlesungen wirklich denken: Von chronischer Lustlosigkeit zu lehren, bis über die netten Bekanntschaften aus einem DJ-Auftritt war alles dabei in der hörbargemachten Gedankenwelt. Ganz vom Thema Geldmittel konnte Müller dann doch nicht ablenken und stellte kurzerhand das neu gegründete "Institut für Sportpathologie und Drittmittelprostitution" vor. Die Botschaft dieses Instituts ist eindeutig: Die Fakultät kann finanziell nicht weiter überleben, wenn sich nicht alle – sowohl Lehrkräfte als auch die Studierenden – für finanzielle Zuwendungen prostituieren. Desweiteren zeigte er, wie einige Mitarbeiter der Einrichtung bereits mit leuchtendem Beispiel vorangingen. Zu guter Letzt musste der Sportphilosoph noch den Dekan bei der obligatorischen Schlüsselübergabe an den Elferrat vertreten. Die Zukunft wird nun zeigen, ob die Studierenden dem Aufruf folgen werden oder ob Dr. Mario Hermsdorf und Dr. Katharina Eckert im nächsten Jahr am 11.11.12 um 11:11 Uhr doch einen Rettungsschirm über die Fakultät spannen müssen.


„Eine Schnapsleiche haben wir noch nie übersehen!“

INTERVIEW

Mario Schiebold & Jan Grönewald

"DHfK? - DICKE DA!!!" Am 27. und 28. Januar ist es wieder soweit: Unzählige Batmans, Pippi Langstrumpfs und Pumuckls werden die Fakultät stürmen und unter dem Motto "Helden der Kindheit" den 54. DHfK-Fasching feiern. Der meistbesuchte Studentenfasching Leipzigs kann aufgrund seiner Größe nicht mehr allein aus Studentenhand geplant werden. Deshalb wird der DHfK-Elferrat seit einigen Jahren bei der Organisation unterstützt. Der SPORTAKUS sprach im Zuge der Vorbereitungen mit Ines Scheibe, Elferratsmitglied und Geschäftsführerin der Agentur Velvet über Verweiblichung, Kleckereien und einem Seitenschneider beim Fasching.

Ines, du gehst jetzt in deinen 14. Fasching. Dieser wird seit längerer Zeit nicht mehr ausschließlich vom Elferrat, sondern auch von der Event- Agentur Velvet ausgerichtet. Wie kam es dazu? Zunächst habe ich als Mitglied des Elferrats den Fasching mitorganisiert. Irgendwann wurden die Dimensionen zu groß, als dass man die Veranstaltung als Student neben dem Studium quasi per E-MailAccount organisieren konnte. Insbesondere war es eine Frage der Haftung. Wer zahlt bei einem Unfall? Um dies zu klären, haben wir eine GmbH gegründet. Für das legendäre Show-Programm ist traditionell weiterhin der Elferrat zuständig und das wird sich auch nicht ändern. Velvet arbeitet im Hintergrund, kümmert sich beispielsweise um den Techniksupport, den Auf-und Abbau der kompletten Veranstaltung und um jegliche Personal- und Materiallogistik.

Die Karten zum Fasching sind ja bekanntlich begehrter als so manche Konzerttickets. Wie viele Partylustige strömen denn alljährlich in die Hallen unserer Fakultät? Und vor allem, wie viele Liter Bier gehen dabei über die Tresen? Über genaue Zahlen sprechen wir nicht, nur so viel: Die Hütte wird immer voll! Was die Getränke angeht, lässt sich in den letzten Jahren ein klarer Trend erkennen. Im Vergleich zu früher wird heute wesentlich mehr Sekt getrunken. Ob das mit einer "Verweiblichung" des Faschings zu tun hat?

Wo wir beim Thema wären: Woher stammt eigentlich die Tradition des ominösen „Hochzeitsbüros“, wo närrische Pärchen in den Genuss einer Hochzeitsnacht kommen können? Das ist eine gute Frage. Der Fasching ist schon über 50 Jahre alt und seit jeher gibt es das Hochzeitsbüro. Woher das kommt, keine Ahnung. Witzigerweise wissen nahezu alle über die Existenz des Büros Bescheid, aber nur die wenigsten wissen auch, wo es sich befindet.

Stimmt das Gerücht, dass im Hochzeitsbüro Matten aus der Fakultät ausgelegt sind? Ja, das stimmt. Aber aus welcher Halle die kommen, wird nicht verraten, denn es kam schon ein Gast mit dem Geständnis heraus, er habe gekleckert.

Das reicht wohl als Information. Neben dem Hochzeitsbüro und den roten Trainingsanzügen des Elferrats gibt es eine weitere Konstante


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FASCHING

beim DHfK-Fasching: Das Maskottchen Spermi. Woher der Name kommt, kann man sich ja wohl denken... Falsch gedacht! Spermi kommt von dem Speerwerfer auf dem Logo der ehemaligen Deutschen Hochschule für Körperkultur und stellt die Verbindung des Elferrats zur Hochschule bzw. unser Fakultät dar. Es sollte Speerwi heißen, aber das hat sich nicht durchgesetzt.

voneinander befreien konnten. Einen Kostümwettbewerb gab es nie, dafür kommen einfach zu viele Leute. Früher gab es sonntags um ein Uhr immer einen Strip-Battle, aber das ging dann irgendwann zu weit.

Um ein Uhr ist ja längst nicht Schluss. Doch wie macht ihr das, wenn am Sonntagmittag in der Ernst-Grube-Halle schon wieder die nächste Veranstaltung auf dem Programm steht?

Das ist eigentlich die wahre Meisterleistung des Faschings. Was wir in eineinhalb Tagen aufSpermi: Früher auf dem Logo der bauen, muss teilweise schon in Deutschen Hochschule für Körfünf Stunden wieder abgebaut perkultur, heute Faschingsmaskottchen. Fotos (2): Dirk Knofe und herausgeschafft werden. Um sechs Uhr früh werfen wir die Leute aus der Grube-Halle und fangen sofort mit den Über die Jahre habe ich schon alles gesehen, da Aufräum- und Putzarbeiten an. Einige feiern dann fällt es schwer, eins besonders hervorzuheben. Einmeistens in den Pausenhallen noch weiter, aber mal jedoch gab es ein verkleidetes Pärchen, das mit Sonntagmittag sieht die Fakultät dann wieder aus, Handschellen verbunden war. Beim Tanzen haben wie vor dem Fasching. Eine Schnapsleiche haben sich die Handschellen dann so enggezogen, dass wir noch nie übersehen – Gott sei Dank (lacht)! wir die beiden erst mit dem Seitenschneider wieder

Zum Fasching gehört natürlich auch ein gutes Kostüm. Was waren für dich das Kostümhighlight der letzten Jahre und gab es auch mal einen Kostümwettbewerb?

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DECATHLON - das Unternehmen Ein Unternehmen erobert die Sport-Welt DECATHLON, der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet Zehnkampf. Der Name ist Programm beim französischen Sportartikel Hersteller, denn das Unternehmen setzt auf Vielseitigkeit. In den Stores findet man Equipment für über 70 Sportarten. Am 27. Juli 1976 eröffnete Michel Leclercq in Eglos bei Lille in Nordfrankreich sein erstes Sportartikel Geschäft. Damit legte er den Grundstein für das heute weltweit bekannte Unternehmen DECATHLON. DECATHLON steht für Freude am Sport - und zwar für alle Sportlerinnen und Sportler unabhängig von Alter und Leistungsstufe. Das Unternehmen basiert auf auf zwei sich ergänzenden Geschäftszweigen: Zum einen die Entwicklung und Produktion von Sportartikeln und zum anderen Vertrieb und Einzelhandel. Diese Verbindung macht es möglich, dass DECATHLON die selbst entwickelten und geprüften Sportartikel - wie Kleidung und auch Sportgeräte - zu besonders günstigen Preisen verkaufen kann.

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SPORTAKUS

UNIVERSITÄT

Verabschiedet sich Sachsen aus Europa? Lehramtsreform die Zweite – Eine Rückwärtsrolle von Sophie Körner, Sebastian Ebell und Helen Theißen Nachdem sich Sachsen seit sechs Jahren am Bologna-System versucht, wird nun das Lehramtsstudium wieder auf das Staatsexamen umgestellt. Das klingt auf den ersten Blick eher nach einem missglückten Experiment als nach einem Erfolg.

abhängig ist. Deswegen vermutet Dr. Gunar Senf, Studiendekan der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät und Mitglied in allen entscheidungsrelevanten Gremien, dass der Wechsel unter anderem vom Finanzminister diktiert wurde.

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um Wintersemester (WS) 2006/07 wurde das zweistufige Bachelor-Mastermodell (B.A./M.A.) für alle Lehramtsstudiengänge der Universität Leipzig eingeführt. Die Masterstudiengänge werden mit dem Abschluss Master of Education beendet, der mit einer ersten Staatsprüfung gleichgesetzt sein soll. Ab dem nächsten WS wird der Abschluss wieder das Staatsexamen sein. Die dazugehörige neue Studien- und Prüfungsordnung soll bis Mai 2012 ausgearbeitet werden. Fakt ist, dass eine Reihe von Gremien, wie das Rektorat, der Senat und die Kommission für Schulforschung und Lehrerbildung, an ihrer Verabschiedung beteiligt sind. Der vorgegebene Zeitplan scheint kaum einzuhalten. Aber warum will der Freistaat Sachsen, entgegen dem Willen der Studentenräte und somit der Studentenschaft, zurück zum Staatsexamen? Offiziell heißt es, das polyvalente Lehramtsstudium wäre von den Studierenden nicht angenommen worden. Doch die Entscheidung zur Umstellung wurde, ein Jahr bevor es die ersten Masterabsolventen im Lehramt gab, gefällt. Eine Evaluation wurde also nie durchgeführt. Betroffen sind das Grund- und Mittelschullehramt, für die nur noch acht bzw. neun Semester Studium vorgesehen sind. Diese Lehrer bekämen ein geringeres Gehalt, da es von der Regelstudienzeit

Grafik: Alexander Fugmann

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Einige Fakultäten würden gerne beide Abschlüsse anbieten. Es ist jedoch nicht sicher, ob dies möglich sein wird. Für alle Studierenden, die vor dem aktuellen Wintersemester immatrikuliert wurden, ist ein Wechsel ausgeschlossen. Senf rät bereits immatrikulierten Studierenden ohnehin vom Wechsel zum Staatsexamen ab, da sich zu diesem WS drei weitere Bundesländer vom Staatsexamen verabschiedet und somit 14 von 16 Bundesländern das B.A./M.A.-System eingeführt haben. Außerdem wird der Master-Abschluss europaweit eher anerkannt als das Staatsexamen. Der Wechsel an eine ausländische Hochschule oder der Wunsch im Ausland zu arbeiten, ist mit dem Abschluss des Staatsexamens schwieriger zu realisieren. Macht Sachsen somit sprichwörtlich nur eine Rückwärtsrolle oder zieht es sich aus Europa zurück?


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UNIVERSITÄT

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Training für deine Talente Spezielle Fortbildungen für Sportstudierende von Marcel Voss (Career Center Universität Leipzig) Spannende Ideen allein reichen nicht aus, um erfolgreiche Sportprojekte zu entwickeln. Nur die Zusammenstellung von Trainingsinhalten wird nicht genügen, um als Trainer wirksam anzuleiten und souverän aufzutreten. Wer nicht andere Länder und Kulturen kennengelernt hat, wird internationale Entwicklungszusammenhänge der Sportwissenschaften in einer globalisierten Welt nicht erkennen. Das Career Center kann helfen.

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elche Techniken sind notwendig, damit ein Projekt nicht schon an den ersten Hindernissen scheitert? Wie kann ich vor Gruppen überzeugend präsentieren und als Trainer gezielter anweisen? Und warum sollte ich für meine sportwissenschaftliche Karriere in Deutschland vorher ins Ausland reisen? Diese und weitere Fragen werden speziell für Sportwissenschaftler in Workshops bearbeitet und in Informationsveranstaltungen am Campus beantwortet. Seit April 2011 arbeitet das Career Center der Universität Leipzig mit der

Sportwissenschaftlichen Fakultät im Rahmen einer Fachpartnerschaft zusammen. Ziel ist es dabei, den Studierenden schon während ihres Studiums praxisrelevante Zusatzqualifikationen anzubieten und die ersten eigenen Schritte für die berufliche Orientierung zu unterstützen. In diesem Rahmen hat das Career Center in den letzten Monaten Workshops wie Projektmanagement im Sport, Auslandsaufenthalte für die sportwissenschaftliche Karriere oder Rhetorik im sportwissenschaftlichen Arbeitsbereich am Campus Jahnallee organisiert und durchgeführt. Bisher nahmen über 70 Studierende die Angebote in Anspruch, für 2012 sind weitere Kurse im Sportbereich geplant. Seit Juli 2011 können die Studierenden der Sportwissenschaftlichen Fakultät außerdem auf das eigens für die Fachbereiche der Universität Leipzig geschaffene Job- und Praktikaportal des Fragen? Schreibt eine E-Mail an: marcel.voss@uni-leipzig.de www.zv.uni-leipzig.de/studium/career-center.html

Workshops Januar 12. Your Unique Selling Propositions. Selbstpräsentation in Englisch 13. Schreiben für die Öffentlichkeitsarbeit 17. Praxisgespräch: Amazon 18. Moderationstechniken. Moderation von Gruppen 19. Trainee – besseres Praktikum oder Nachwuchskräfteförderung? 20. Content Management Systeme

Zeit 9-17 9-17 17-19 10-18 17-19 9-17

Ort* CC 1.19 SG 421 CC 1.19 CC 1.19 SG 420 PC-Pool

Februar 23. Wie weiter nach dem Bachelor? 24. MS PowerPoint 2010. Grundlagenseminar

10-18 10-18

PC-Pool CC 1.19

* CC - Career Center, Burgstr. 21 I SG - Seminargebäude, Universitätsstraße I PC - Pool 2.34, Burgstr. 21

Career Centers zurückgreifen. Dazu können über die Fakultätshomepage tagesaktuelle Stellenangebote aus der Sportbranche eingesehen werden.


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SPORTAKUS

FAKULTÄT

Herzlich willkommen Frischer Wind für drei Institute und den Internationalen Trainerkurs

Foto: privat

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isher als Chefsekretärin und Assistentin in der Wirtschaft beschäftigt, war sie im letzten Jahr befristet am Historischen Seminar der Universität Leipzig tätig, wollte bei einer neuen Anstellung der Alma Mater aber gern treu bleiben. Sie hatte Glück, denn gleich die erste Bewerbung war erfolgreich. „Das war schon genial und ich finde es toll hier“, lächelt sie. Englisch hat sie auf eigene Initiative gelernt und freut sich besonders über die Möglichkeit, es in Verbindung mit ihren Anke Bresler. Aufgaben am Institut wieder auffrischen und ausbauen zu können. Sie möchte die Arbeit so gut fortführen, wie ihre Vorgängerin Petra Raabe, und Professor Dr. Alfermann und die Kollegen ebenso tatkräftig unterstützen – „am besten gesund und bis zum Rentenalter“, erklärt Bresler schmunzelnd. Privat ist sie gern sportlich aktiv, fährt Rad, InlineSkates und Abfahrtski, geht Schwimmen und hat auch sonst noch einiges vor: „Ich möchte mir noch die ganze Welt anschauen – wir bereisen jedes Jahr ein anderes Land und möchten noch viele kennenlernen.“ Für das kommende Jahr wünscht sie allen KollegInnen und Studierenden viel Gesundheit und Erfolg!

Der Bereich „Internationale Beziehungen“ bekommt mit Daniel Eckert-Lindhammer einen neuen Geschäftsführer, der neben vielen neuen Ideen auch Messergeschick mitbringt.

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ach einem Praktikum in Costa Rica folgte Daniel Eckert-Lindhammer seinem Interesse an der Politik und Lateinamerika und schloss an der Universität Leipzig seinen Magister in Hispanistik und Politikwissenschaften ab. „Man sollte im Leben das machen, was einem Spaß macht“, erklärt der 35-Jährige lächelnd. Er spricht nicht nur drei Sprachen fließend, sondern kann auch Kokosnüsse mit einer Machete öffnen und ist im Laufen, Volleyball und Schwimmen sportlich aktiv. Als er von der Stelle des Geschäftsführers im Bereich „Internationale Beziehungen“ der Sportwissenschaftlichen Fakultät erfuhr, zögerte er nicht lange und bewarb sich im Oktober 2010 als Nachfolger für Dr. Axel Feldmann. Aktuell ist er mit der Organisation der nächsten internationalen Trainerkurse (ITK) beschäftigt, die Anfang März 2012 starten sollen. Zukünftig möchte er den ITK besser repräsentieren und hat sich dafür feste Ziele gesteckt: Die Ve r b e s s e r u n g der Öffentlichkeitsarbeit, der Verbindung zur Fakultät und des Angebotes sowie eine För- Daniel Eckert-Lindhammer. derung der Alumniarbeit zusammen mit der Universität Leipzig und dem Deutschen Olympischen Sportbund.

Foto: Sebastian Brunn

Nach dem Ausscheiden von Petra Raabe ist Anke Bresler seit November 2011 das neue Gesicht im Sekretariat des Instituts für Sportpsychologie und -pädagogik an der Sportfakultät.


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an der Sportfakultät!

Foto: Anika Wegner

Seit Beginn des Wintersemesters verstärkt mit Nicole Grützmacher eine ehemalige Leipziger Sportstudentin das Team um Prof. Dr. Petra Wagner im Institut für Gesundheitssport und Public Health.

Am 1. Oktober 2011 hat Christian Gustedt seine Anstellung im Fachgebiet Leichtathletik des Instituts für Bewegungs- und Trainingswissenschaft der Sportarten II angetreten.

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ie Diplom-Sportlehrerin mit dem Schwerpunkt Rehabilitationssport, Sporttherapie und Behindertensport ist nach 18 Monaten, in denen sie sich an der Uni Bielefeld mit Grundlagenforschung im Bereich Motorik beschäftigt hat, zurück in Leipzig. „Als wissenschaftliche Mitarbeiterin bin ich in der Lehre sowohl im Master Lehramt als auch im Bachelor Sportwissenschaft vertreten“, erzählt sie. Thematisch stehen dabei sowohl der Gesundheitssport in der Schule als auch die indikationsgerechte Anwendung von Ausdauertraining auf dem Programm. „Die Lehre macht Spaß und da ich parallel zum Diplom auch das Lehramtsstudium absolviert habe, ist der Schritt in die Praxis nicht allzu groß“, sagt die 27-Jährige. Bewegung spielt auch sonst eine wichtige Rolle für Nicole Grützmacher. „Ich arbeite unter anderem am Safari-Turn-KidsProjekt mit“, berichtet sie und ergänzt: „Das ist ein Präventionsprojekt in Leipziger Vereinen.“ Auch bei den Leipziger Löwen und den Sportspatzen Nicole Grützmacher. ist sie als Übungsleiterin aktiv. Ihre persönliche Leidenschaft gilt der Leichtathletik: „Ich habe lange als Trainerin beim Leichtathletikzentrum gearbeitet, in dem Bereich würde ich gern wieder tätig sein.“

uf der blauen Bahn unseres Testfeldes ist seit diesem Semester ein neues Gesicht anzutreffen – zumindest während der Leichtathletikkurse. Es gehört dem neuen Dozenten Christian Gustedt. Der 31-Jährige studierte Sport- und Betriebswirtschaftswissenschaftler soll für geregeltere Verhältnisse in der Leichtathletikausbildung sorgen. Das Fachgebiet schien schon verwaist, da die Ausbildung großenteils von Honorarkräften und Christian Gustedt. Studierenden abgedeckt wurde. Zu Beginn des aktuellen Semesters hat der Niedersachse eine dreiviertel Stelle angetreten. Nach zehnjährigem Sportlerdasein begann Gustedt mit 18 Jahren seine Trainertätigkeit. Im letzten Jahr wagte er den Schritt hinaus aus Göttingen ,wo er zuletzt als „Lehrkraft für besondere Aufgaben“ angestellt war, welche Tätigkeit er auch hier übernimmt. „Ich möchte gern die Möglichkeit zu einer Promotion nutzen“, sagt der ehemalige Zehnkämpfer, der in Göttingen neben der Leichtathletik auch Turnen sowie Snowboarden unterrichtet hat und in seiner Freizeit leidenschaftlich gern klettert. Der selbst bezeichnete Praxisfanatiker legt viel Wert auf die Relevanz der Forschung für die Anwendung in den Sportarten.

Foto: Sebastian Brunn

von Anika Wegner, Anika Schwager und Nico Jekov


SPORTAKUS

FAKULTÄT

Dies Academicus 2011 Almut Krapf gewinnt den „Kurt-Meinel-Preis 2011" Seit 602 Jahren ist der 2. Dezember in Leipzigs Geschichtsbücher gemeißelt. An diesem Datum wurde im Jahr 1409 die Universität gegründet. Jedes Jahr findet ebendann der wissenschaftliche Wettbewerb an der Fakultät statt.

von Martin Sturm

Foto: Sebastian Brunn

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s war ein vorlesungsfreier Tag, der Hörsaal Nord war anfangs kaum gefüllt, obwohl Nachwuchswissenschaftler der Sportwissenschaftlichen Fakultät hochwertige Forschungsprojekte aus unterschiedlichen Wissenschaftsgebieten präsentierten. Professor Dr. Maren Witt aus dem Fachgebiet Biomechanik eröffnete den Wettstreit, der mit der Verleihung des 14. „Kurt-Meinel-Preises“ seinen Höhepunkt finden sollte. Am Ende konnten, dann doch vor volleren Reihen, in drei Kategorien zwei verschiedene Institute jubeln. So wurde bei den Doktoranden Almut Krapf, angetreten für das Institut für Sportpsychologie und -pädagogik, mit dem Thema „Kinder im Leistungs-

Preisträger Meinel-Preis Almut Krapf Studierende 1. Platz: Thomas Dreißigacker 2. Platz: Frank Mätzold 3. Platz: Alisa Focke & Ivo Doberenz Doktoranden 1. Platz: Almut Krapf 2. Platz: Uwe Wenzel 3. Platz: Jens Bussweiler Poster 1. Platz: Malte Ruschke 3. Platz: Katharina Limberg 3. Platz: Carolin Hemmerling 3. Platz: Vivian Kramp (Platz 2 nicht vergeben)

Die Sieger Malte Ruschke (l.), Thomas Dreißigacker (2. v.l.) und Almut Krapf mit Dr. Klaus Meinel. sport Kunstturnen – Die wahrgenommene Qualität der Beziehungen zu Eltern und Trainern“, mit dem ersten Platz geehrt. Thomas Dreißigacker startete für das Institut für Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft (ABTW) und ging mit einer Untersuchung zur Schrittstruktur im Schnelligkeitstraining als Sieger der Studierenden hervor. Malte Ruschke (ABTW) war mit einer Untersuchung im Tischtennissport im Posterwettbewerb erfolgreich. Unter 23 ReferentInnen (drei außerhalb der Wertung) konnte Almut Krapf am Ende des Tages den „Kurt-Meinel-Preis 2011“ entgegen nehmen, der von Dr. Klaus Meinel, dem Enkel des Begründers der Bewegungslehre in Deutschland, überreicht wurde. Die finanzträchtigsten Unterstützer waren der Verein zur Förderung der Sportwissenschaft an der Universität Leipzig sowie der Leipziger Förderverein Gesundheits- und Behindertensport. Alle drei Gewinner erhalten die Möglichkeit, ihre wissenschaftlichen Arbeiten in der nächsten Ausgabe der „Leipziger Sportwissenschaftlichen Beiträge“ (Heft 1/2012) zu veröffentlichen.


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FAKULTÄT

Frische Ideen und neuer Elan im Fachschaftsrat von Tobias Beyer (Fachschaftsrat Sportwissenschaft) Unsere Institution gehört zum Studium wie das Ausschlafen ins Studentenleben. Ohne uns darf keine Fakultät existieren. An uns könnt ihr mit Fragen rund um das Studium herantreten. Wer wir sind? Der Fachschaftsrat Sportwissenschaft (FSR Sport), das Sprachrohr der Studierenden.

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Foto: David Fritzsche

ir können nicht nur ausschlafen, wir sind es auch! Seit diesem Semester besteht der FSR Sport aus neun altbekannten und neuen Studierenden, die sich für euch einsetzen wollen und werden. Als gewählte Vertretung aller Studierenden sind wir in diversen Gremien der Fakultät vertreten und eine Institution der studentischen Selbstverwaltung. Wir setzen uns im Fakultätsrat und dem Prüfungsausschuss sowie der Studienkommission für euch ein und sind eure Interessensvertretung in hochschulpolitischen, sozialen und kulturellen Angelegenheiten. Unsere Vertreter bestimmen in den einzelnen Ausschüssen direkt mit und greifen aktiv in den Entscheidungsprozess ein. Dabei handelt es sich um Belange, welche die Studierenden direkt betreffen, wie Studien- und Prüfungsordnungen.

Wo und wann findet ihr uns? Sprecher Tobias Beyer (7. Semester, Lehramt Sport/Spanisch) Stellv. Sprecherin Anja Kanitz (3. Semester, Lehramt Sport/Geschichte) Sprechzeiten Montag 12.45 - 13.15 Uhr Mittwoch 10.45 - 11.15 Uhr Donnerstag 10.45 - 11.15 Uhr Zentrale: neben dem Haupteingang vom großen Hörsaal in der Pausenhalle Süd Telefon: 0341 - 97 31 781 E-Mail: fsr-sport@uni-leipzig.de Homepage: www.uni-leipzig.de/~fsrsport

Wir beschäftigen uns jedoch nicht nur mit Gremienarbeit und Hochschulpolitischem: Wir stehen für eine transparente Zusammenarbeit mit den Gremien sowie den fakultätsinternen Institutionen, wie dem Elferrat und dem SPORTAKUS. Auch soziale und kulturelle Projekte stehen auf unserer Agenda. So werden wir den Sportfilmabend und den Fahrradaktionstag weiterführen. Ebenso konnten sich der Kneipenabend, bei welchem Lehrkräfte und Studierende sich bei der einen oder anderen Hopfenkaltschale in lockerer Atmosphäre unterhalten, und unser Mentorenprogramm zum erleichterten Studieneinstieg etablieren. All das soll zu einer besseren Vernetzung und Kommunikation zwischen Lehrenden und Studierenden führen . Habt ihr Fragen zu Studium und Lehre, zu Prüfungsangelegenheiten oder organisatorischen Dingen? Wollt ihr uns als aktives Mitglied unterstützen oder einfach nur schauen, Der aktuelle FSR Sport (v.l.n.r.): Tobias Beyer, Franziska Piva, Christian Pätzold, Anja Kanitz, Pirmin Böhler, Aileen Lang und ob wir nicht doch gerade mal ausschlafen? Schaut vorbei! Linda Korb. Es fehlen David Fritzsche und Eva Nilius.

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SPORTAKUS

FAKULTÄT

Schiedsrichter unter Druck!? Die etwas anderen Leistungssportler

"Druck mache ich mir nur selbst." Felix Henker

M.A. Lehramt 3. Fachsemester Handball: Oberliga

von Rick Jakob Kein anderer Leistungssportler steht derart im Mittelpunkt wie er oder sie – ohne die Möglichkeit, Tore zu schießen, Körbe zu werfen oder seinen Emotionen einfach freien Lauf zu lassen. Viele sprechen vom „Druck“, selten ist die Wahrnehmung dieser Person positiv – sein größtes Lob ist, wenn niemand über ihn spricht: Der Schiedsrichter. "Fußballschiedsrichter haben den schwierigsten Stand." Martin Gröbel B.A. Sportwissenschaft-Absolvent Fußball: Sachsenliga als Spieler und Schiedsrichter

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nne-Kathrin Schinkel (24) zählt zu den Senkrechtstartern der Fußball-Schiedsrichterszene. „Den Schiedsrichterschein wollte ich 2006 über die Uni machen, geklappt hat es erst 2008 durch eine Freundin, die schon Schiri war“, erzählt sie. Heute amtiert Anne-Kathrin als Assistentin in der Zweiten Frauen-Bundesliga in Potsdam, Duisburg oder Frankfurt. „Dabei geht auch schon mal ein ganzes Wochenende drauf. Man muss das schon lieben, reich wird man nicht.“ Unter der Woche trainiert sie vier Mal: zwei Einheiten mit einer Fußballmannschaft und zwei Mal individuell, hinzu kommt die theoretische Vorbereitung. „Im Frauenbereich geht es eher sachlich zu. Männerspiele

sind hektischer und schneller, es gibt mehr Diskussionen. Zuschauer werden oft persönlich, teilweise auch unter der Gürtellinie. Der größte Druck ist aber die Unvorhersehbarkeit: Erwarte das Unerwartete!“, sagt sie. Die Schiedsrichterkarriere des Handballers Felix Henker (25) begann mit 16 Jahren, als ihn sein Verein bat, die notwendige Ausbildung abzulegen. „Wenn alle die Regeln kennen würden, wären die Spiele entspannter“, findet er. Seine Regelkenntnisse haben ihm als Spieler Zeitstrafen eingebracht, denn Diskussionen mit dem Schiedsrichter werden beim Handball sofort sanktioniert. „Druck mache ich mir nur selbst. Ich habe den Anspruch an mich, stets richtig zu liegen“, sagt Felix. Als persönliches Highlight nennt er das Biberach-Turnier, ein internationales Nachwuchsturnier, wo er das Spiel zwischen Montenegro und Italien leitete. Martin Gröbel (25), der höherklassigen Fußball aus Sicht des Spielers und des Schiedsrichters kennt, weiß: „Fußballschiedsrichter haben den schwierigsten Stand in der Sportwelt.“ Fazit: Hinsichtlich Trainings- und Zeitaufwand stehen besonders höherklassige Schiedsrichter den Leistungssportlern in nichts nach. Im Gegenteil!

"Der größte Druck ist die Unvorhersehbarkeit." Anne-Kathrin Schinkel

Lehramt-Absolventin Fußball: 2. Bundesliga Frauen

Fotos (3): privat

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FAKULTÄT

Mensa am Elsterbecken... Umfrage von Daniela Schuppener

...schmeckt's? Professor Dr. habil. Jürgen Krug Institutsleiter ABTW, 67 Jahre „Ich esse nicht so häufig in der Mensa, aber wenn, dann bin ich zufrieden. Die Preise sind ganz angemessen und nach dem Mittagsessen gehe ich vor allem gerne in die Cafeteria, um mich mit Doktoranden oder Studierenden zu treffen. Dort ist es wesentlich gemütlicher, als in meinem Arbeitszimmer.“

Christian Bischoff 5. Semester M.Sc. Sportwissenschaft, 24 Jahre „Jetzt gibt es endlich wieder ein größeres Angebot und es ist angenehmer, als im Zelt zu essen. Auch die Selbstbedienungsfunktion ist ganz praktisch, aber ich fand die Mensa vor dem Umbau auch nicht schlecht. Dafür mussten wir jetzt fast zwei Jahre im Zelt sitzen."

Sven Langbein 3. Semester B.A. Lehramt Sport und Förderpädagogik, 25 Jahre

Fotos (4): Sebastian Brunn

„Hier ist es im Vergleich zur Mensa am Park ruhiger und es ist mehr Platz. Nach dem Abenteuer Zeltmensa wurde es jetzt Zeit für die Neueröffnung. Ich fand die Torwandaktion gut, wo man sich sein Essen erschießen konnte. Hoffentlich wird das bald wiederholt. Gut ist auch, dass die neue Mensa einen Aufzug hat, weil ich zur Zeit auf Gehhilfen angewiesen bin.“

Nándor Kovács 10. Semester Diplom Sportwissenschaft, 31 Jahre (mit Tochter Juana, 10 Monate) „Die alte Mensa hat ihren Dienst getan und hatte ihren eigenen Charme, aber die neue Mensa ist auf jeden Fall kinderfreundlicher und mit dem Aufzug kommen wir jetzt auch mit Kinderwagen in den ersten Stock. Früher mussten wir uns das Essen nach unten holen. Mit der extra Kinderecke ist uns praktischerweise auch immer ein Platz sicher."

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oder Ein Vergleich auf Augenhöhe von Robert Müllers Kämpften zu Hochzeiten des "Kalten Krieges" Sportler der BRD und DDR um sportliche Meriten, war dies sehr wohl auch ein Wettstreit zweier sportwissenschaftlicher Einrichtungen. Oder ist er es immer noch?

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inerseits die 1947 gegründete Deutsche Sporthochschule in Köln (DSHS), auf der anderen Seite die ehrwürdigen Hallen der ehemaligen Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig (DHfK). Ich hatte Gelegenheit an beiden Hochschulen zu studieren. Die DSHS ist die einzige europäische Sportuniversität und somit vor allem international ein Aushängeschild. Die DHfK ging 1950 aus dem Institut für Leibesübungen hervor, welches 25 Jahre zuvor gegründet wurde – als erstes seiner Art in ganz Deutschland. Sie galt als Kaderschmiede der DDR und war die Avantgarde der Trainings- und Leistungsdiagnostik einer gesamten Nation. 2008 begann ich den Masterstudiengang Sporttourismusmanagement in Köln, der einen der sieben Masterstudiegänge der DSHS darstellt. Als reine Sportuniversität werden in Köln insgesamt elf verschiedene Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten. Den Studierenden wird eine große Vielfalt an Möglichkeiten offeriert. So kann man sich im japanischen Schwertkampf versuchen und auch das

„Drumherum“ mit einer tollen Mensa und nicht zuletzt den legendären Partys, insbesondere zur Karnevalszeit, ist erlebenswert. Da ich erst seit diesem Semester an der Universität Leipzig studiere, fällt ein Vergleich etwas schwer. Jedoch scheint der vielbeschworene Mythos, was den legendären Ruf der DHfK heute noch ausmacht, über die Jahrzehnte erhalten geblieben. Sanierte Sportstätten sowie die renovierte Mensa können im Vergleich mit dem Kölner Pendant durchaus mithalten. Nach außen scheint der Campus Jahnallee seinen Glanz nicht verloren zu haben. Mit sieben unterschiedlichen Studiengängen auf Bachelor- als auch Masterebene bietet sich eine angemessene Vielfalt an Berufswegen. Das Leipziger Aushängeschild bildet nach wie vor die Trainingswissenschaft. Jedoch relativiert sich diese Sicht zum Teil beim Blick hinter die Kulissen. Im Vergleich zur DSHS fallen der hohe organisatorische Studienaufwand und die damit verbundenen langen Entscheidungswege auf. Neben diesem wichtigen Aspekt ist die Sportwissenschaftliche Fakultät gerade auch durch den legendären DHfK-Fasching, der auch weit über die sächsischen Ländergrenzen hinaus Erwähnung findet, bekannt. Die Vorzüge der Leipziger Sportfakultät gegenüber der DSHS, die mit ihrer guten sportpraktischen Ausbildung, ihrer Zentrumsnähe und der weiterhin positiven Entwicklung von der gesamten Stadt profitieren kann, sollten neben der individuellen Interessenslage für die Wahl des Studienstandortes in Erwägung gezogen werden.


SPORTAKUS

FAKULTÄT

Alles neu! Oder doch nicht? Sportkunst kehrt in den Studienalltag zurück von Juliane Gansera

der einer größeren Gebäudehöhe von Anfang an im Wege stand. Absenkungen im Bereich von dreizehn Zentimetern etwa in der Mehrzweckhalle waren das In vergangenen Heften haben wir immer wieder Resultat. Diese Mängel wurden beseitigt und die über aktuelle Sanierungs- und Umbaumaßen Sporthallen im Haus 1 für den Betrieb hergerichtet. berichtet. Damit ist nach diesem Heft vorerst Dabei habe das SIB den Versuch unternommen, die Schluss, denn der Großteil der Baumaßnahmen ist Individualität der Hallengestaltungen zu erhalten, abgeschlossen. Im Rahmen einer Führung des Förerklärte Fischer. Es sei mehr um eine freie Interdervereins der Sportwissenschaftlichen Fakultät pretation als um eine Rekonstruktion der InnenarEnde Oktober 2011 stellte Herr Fischer vom Sächchitektur gegangen. Während bei Baubeginn jede sischen Immobilien- und Baumanagement (SIB) Sporthalle über eine aufwendige Deckenbemalung die Ergebnisse der langwierigen Arbeiten vor. und Farbgestaltung verfügte, wurden nfang der diese wenige Jahre fünfziger Jahspäter überstrichen. re begonnen, An den Zustand der stehen die Gebäude ersten Jahre erinnern der ehemaligen Deutheute erneut sichtbar schen Hochschule für gemachte Fragmente, Körperkultur (DHfK) wie in der Augustunter Denkmalschutz Schärttner-Halle. – mit allen Vor- und Während lediglich Nachteilen. Dieser Tatzwei der vier großforsache verdanken wir Die historische Wand- und Deckengestaltung der matigen Gemälde, die beispielsweise den Er- Krafthalle erstrahlt in neuem Glanz . sich bis zum Umbau halt beziehungsweise in der alten Mensa befanden, erneut Aufstellung die Rekonstruktion historischer Türen und Bemalunim großen Speisesaal fanden, kehrten in letzter Zeit gen wie in der Box- und Krafthalle. Auf der anderen immer mehr Kunstwerke in die Einrichtung zurück. Seite stellt die Schutzwürdigkeit der bestehenden Die vormals im kleinen Speisesaal angebrachten Bausubstanz die Planer vor echte HerausforderunMetallarbeiten zieren nun die Wände seitlich des gen, insbesondere beim Brandschutz oder der EnerMensaaufgangs. Marika Sängerläubs Sportartengieeffizienz, denn die bestehenden Gesetze sind Darstellungen befinden sich am unteren Treppemit den Vorgaben der Denkmalpflege nicht immer nende des Speisesaals. vereinbar. Die Mehrkosten für anderweitige LösunZu Zeiten der DDR wurde an der hiesigen Eingen sind enorm, wie der Unterhalt von 1,2 Millionen richtung sportdarstellende Kunst gesammelt und Euro pro Jahr beweist. durch ihre dauerhafte Ausstellung in den Alltag der Ein weiteres Problem waren die auftretenden Studierenden integriert. Insgesamt beläuft sich die Senkungen, die zu Gebäuderissen und WassereinSammlung „Sport in der bildenden Kunst“ auf über brüchen führten. Grund ist der weiche Untergrund,

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Foto: Auspurg Borchowitz & Partner

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FAKULTÄT Foto: Juliane Gansera

500 Kunstobjekte und ist angeblich die Bleibt zu hoffen, dass das weltweite größte Sammlung zum TheInteresse an den Gebäuden menkomplex Sport. und Kunstwerken wieder Bei einigen Werken wie den Gemälsteigt. Ein erster Schritt ist den für die Mensa von Rolf Münzner, mit der erneuten Hängung Frank Ruddigkeit, Peter Schnürpel und einzelner Objekte getan. Peter Sylvester, handelt es sich um Weitere, wie die BeschrifKunst, die speziell für die Aufstellung tung der Gemälde und an dieser Stelle geschaffen wurde. Die Alt trifft modern: Kunst verPlastiken, sollten folgen. Einlagerung zweier Gemälde ist somit gangener Zeiten in der neuDie letzte Ausstellung der als herber Verlust zu konstatieren, auch en Mensa am Elsterbecken. Sammlung fand vor achtwenn das eine oder andere Kunstwerk zehn Jahren statt. Wäre das an seinem neuen Aufstellungsort vielleicht etwas 20-jährige Jubiläum der Sportwissenschaftlichen mehr Aufmerksamkeit erhält als zuvor. Fakultät 2013 nicht ein Anlass, das zu ändern?

Forschung erlebbar machen von Anika Wegner Wissenschaftliches nicht nur theoretisch durchdringen, sondern auch anwenden. Dafür soll das neue humanphysiologische Labor des Institutes für Bewegungs- und Trainingswissenschaft der Sportarten II sorgen. Im Oktober letzten Jahres wurde das Gebäude vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement an die Sportwissenschaftliche Fakultät übergeben.

Humanphysiologisches Labor übergeben

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Foto: privat

mit Leben zu füllen. Ziel ist es, Ressourcen und Kompetenzen in der angewandten Forschung für Bewegungs- und Leistungsdiagnostik interdisziplinär zusammenzuführen und auszubauen. Profitieren sollen davon gleich mehrere: „Die Studierenden können im Rahmen der Sportarten sowie der Trainingswissenschaft an die angewandte Forschung herangeführt werden“, unterstreicht Dr. Margot NiesSoll Forschung greifbarer machen: unächst ein Rückblick: Das humanphysiologische Labor. sen vom Institut BTWS II. Die Bereits im August 2010 Lehrenden hingegen können fiel der Startschuss der umfangreichen Baunicht nur in der Theorie über Forschungsmethodik arbeiten, um das Laborgebäude mit den Grundmadozieren, sondern sie erlebbar machen. ßen von zehn mal 15 Metern unter Beachtung der Dafür sind ergometrische Messplätze wie etwa denkmalpflegerischen Anforderungen zwischen ein Hochleistungslaufband, Rad- und Ruderergomeden Gebäudeteilen der Schärttner- und der Mehrter geplant – eine Ausstattung, die eine Leistungsdizweckhalle für rund 560.000 Euro zu errichten. agnostik in einem breiten Spektrum von Sportarten Nun gilt es, das humanphysiologische Labor ermöglicht. Mehr dazu im nächsten SPORTAKUS.

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SPORTAKUS

FAKULTÄT

Ultimate Frisbee -

Ultimate Fun

von Jana Kasper Beim Spiel mit der flachen Scheibe kommt vielen nur das lockere Hin- und Herwerfen des bunten Sportgerätes in den Sinn. Wer hätte gedacht, dass Frisbee in Form von Ultimate Frisbee eine Sportart ist, in der sogar internationale Wettkämpfe ausgetragen werden? Der SPORTAKUS traf sich mit Sophia Wagner, Nationalspielerin der Frauenmannschaft Ultimate Frisbee und Sportmanagementstudentin, um mehr über ihre Person und diese Sportart zu erfahren.

bekommt sie keinerlei finanzielle Unterstützung: „Wir sind gezwungen, die Kosten für Fahrten zu den Wettkämpfen und das Equipment selbst zu übernehmen. Das ist problematisch für unsere Juniorenmannschaften. Jedoch kann sich jeder, der uns unterstützen möchte im Supporters’ Club Junioren-Ultimate Deutschland engagieren und Sponsor werden“, so die Europameisterin. Foto: Alexander Fugmann

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ie, aus der Nähe von Leuna stammende, Sophia lernte über einen sechsjährigen Auslandsaufenthalt in Nordamerika als Aupair und später als Studentin die Sportart mit der flachen Scheibe kennen und lieben. „Die Familie, deren Kinder ich betreute, brachte mich zum Ultimate Frisbee. In Amerika wird die Sportart ganz anders wahrgenommen und organisiert", berichtet die Sportmanagementstudentin. Es gibt verschiedene Ligen mit großen Mitgliederzahlen. Die Philadelphia-Liga, in welcher Sophia aktiv war, hat so viele Mitglieder wie der deutsche Verband allein. An ihrem Interesse für Ultimate Frisbee hielt sie fest und sammelte mehrere nationale und internationale Erfolge. Erst im August 2011 gewann die 29-Jährige mit der deutschen Frauen-Nationalmannschaft den EM-Titel. Anders als andere Leistungssportler musste sie vor Beginn ihres Studiums an der Sportwissenschaftlichen Fakultät im Jahr 2009 die Eignungsprüfung ablegen, da ihre Sportart hierzulande noch nicht als Leistungssport anerkannt ist. Trotzdem der Trainingsaufwand dem eines professionellen Athleten gleicht,

Gelang bei der EM im letzten Jahr der große internationale Wurf: Sophia Wagner.

Die Besonderheit der Sportart liegt für sie darin, durch den Sport gegenseitigen Respekt und faires Miteinander zu erlernen. „Es gibt keine Schiedsrichter, aber Spielregeln, nach denen sich jeder richtet - und das funktioniert“, erklärt sie stolz. Die Wichtigste ist "The Spirit oft the Game": Anstand, Fairness und gegenseitiger Respekt. Die Einhaltung der Regeln sowie Spaß am Spiel stehen im Vordergrund. Den Spirit lassen Sophia und Christina Fischer auch als Trainerinnen der Saxy Divers nicht aus den Augen.


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FAKULTÄT

Wer sich als Studierender im Ultimate Frisbee ausprobieren möchte, kann von Sophia geleitete Kurse beim Zentrum für Hochschulsport besuchen. „Zurzeit sind die Plätze im Anfängerkurs ausgebucht.

Der Fortgeschrittenenkurs findet in der Halle an der Wettinbrücke statt", berichtet sie. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, am Ende zählen der Spaß am Spiel und das respektvolle Miteinander.

Und so wird's gespielt: Art des Spiels:

Laufspiel, bei dem sich zwei Teams gegenüberstehen

Spielerzahl:

Sieben Spieler pro Mannschaft

Spielfeld:

100m x 37m; an den Enden des Spielfelds befinden sich zwei 15-20m tiefe Endzonen

Quelle: www.frisbeesportverband.de

Ziel des Spiels:

Durch Zuwerfen, ohne mit der Scheibe in der Hand zu laufen, die Frisbee in der gegnerischen Endzone fangen. Dies gibt einen Punkt und der Scheibenbesitz wechselt.

Spielzeit:

Bis 13, 15 oder 17 Punkte erreicht werden oder die zuvor bestimmte Zeit abgelaufen ist.

Spielbeginn: Durch Anwurf der verteidigenden Mannschaft zur angreifenden Mannschaft. Spielverlauf: Die Person mit der Scheibe hat 10 Sekunden Zeit, um diese weiterzupassen. Dabei ist, wie beim Basketball, nur der Sternschritt erlaubt. Auswechslung: Nach jedem Punkt dürfen beliebig viele Spieler einund ausgewechselt werden.

Fouls durch den Gegenspieler erhält der gefoulte Spieler die Scheibe. Bei Nichtanerkennung geht die Scheibe zurück zum Werfer und der letzte Spielzug wird wiederholt. „Turnover“: Wenn die Frisbee den Boden berührt, im Aus (die Linien gehören nicht zum Spielfeld) landet oder von der gegnerischen Mannschaft abgefangen wird, wechselt der Scheibenbesitz zur gegnerischen Mannschaft.

Weitere Informationen unter: Foul: Körperkontakt ist nicht erlaubt. Ein berührter Spieler macht mit Ausruf „Foul“ darauf aufmerksam. Das Spiel wird unterbrochen und bei Anerkennung des

www.frisbeesportverband.de www.wfdf.org www.saxydivers.de

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SPORTAKUS

NEWS

FAKULTÄTSNEWS Wissenschaftliche Veranstaltung Am 17. Januar 2012 findet ein Fakultätskolloquium zum Thema „Trainingsmittel Kleine Spiele – Werkstattbericht zur Neuauflage“ statt. Die Referenten sind Harry Friedrich Neumann und Wolfgang-Dietrich Neiling. Beginn ist um 15.30 Uhr im Sitzungssaal der Sportwissenschaftlichen Fakultät.

Internationaler Trainerkurs Noch bis zum 31. Januar 2012 findet der aktuelle internationale Trainerkurs statt. Insgesamt verzeichnet er 40 Studierende aus 27 Ländern. Abschließend werden die Teilnehmer u. a. in der Trainingswissenschaft, Sportpsychologie und ihrem Spezialfach geprüft. Der nächste Kurs beginnt am 05. März 2012, dann mit 52 Teilnehmern.

Junior-Prof. Arno Müller.

Am 08. November 2011 ging die Aktion „My Prof is my DJ“ in die zweite Runde. Unter anderem sorgten Junior-Professor Dr. Arno Müller von der Sportwissenschaft und SPORTAKUS-Ehrenmitglied Professor Dr. Hans-Jörg Stiehler (Kommunikations- und Medienwissenschaft) für ausgelassene Stimmung in der Moritzbastei. Die "DJs auf Zeit" wurden ausgiebig gefeiert. Die Gagen spendeten beide Dozenten einem guten Zweck: Dem Theater der jungen Welt sowie dem Kinderprojekt "Terre des hommes".

AUSVERKAUFT Wie erwartet sind alle Karten für den legendären DHfK-Fasching bereits ausverkauft. Vor allem die Studierenden und Mitarbeiter haben sich die begehrten Karten rechtzeitig ergattert und feiern am 27./28. Januar 2012 zum Motto "HELDEN der KINDHEIT". Wer noch keine Tickets hat, kann mit etwas Glück auf Radio 91.3 und LVZ online welche gewinnen. Freuen dürft ihr euch auch dieses Jahr wieder besonders auf die Turner und das Männerballett!

Foto: Dirk Knofe

Foto: Christopher Matzke

Dozenten wieder an den Plattentellern

Prof. Dr. Stiehler.

Hans-Jörg-

Das Tanzbein schwingen Das ist das Motto des alljährlichen Tanzfestes vom Zentrum für Hochschulsport am 18. Januar 2012. Ab 20 Uhr gibt es im "Anker" für Tanzbegeisterte kein Halten mehr. 300 Tänzer aus allen Bereichen des Tanzsportes werden erwartet. Neu im Programm sind in diesem Jahr Ballett und Samba sowie Dance Workout, eine Kombination von Fitness und Tanz. Wer noch keine Karten hat, kann diese für vier Euro im Vorverkauf oder fünf Euro an der Abendkasse erwerben.


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NEWS

von Kristin Gebhardt und Carolin Reichardt

Termine Die Rückmeldung zum Sommersemester 2012 ist noch zum 31. Januar 2012 online möglich. Die Nachfrist endet am 15. Februar. Studierende der alten Studiengänge können sich vom 31. Januar bis 23. Februar.für die Prüfungen im Prüfungsamt der Sportwissenschaftlichen Fakultät anmelden. Der Prüfungszeitraum beginnt am 01. März und endet am 30.März. Das Sommersemester beginnt am 10. April und endet am 21. Juli.

Ankündigungen Am 12. Januar 2012 lädt die Universität Leipzig wieder zum Tag der offenen Tür ein. Auch die Sportwissenschaftliche Fakultät empfängt an diesem Tag interessierte AbiturientInnen. An einem Informationsstand und in verschiedenen Vorlesungen können sie sich einen Überblick über das Sportstudium verschaffen. Am 05. Mai 2012 wird es voraussichtlich einen Studieninformationstag geben.

Aktuelle Studienzahlen Seit Beginn des Wintersemesters 2011/2012 begrüßt die Sportwissenschaftliche Fakultät im ersten Semester der Bachelorstudiengänge 76 Studierende der Sportwissenschaft, 34 Sportmanagementstudierende sowie 66 neue Lehramtsstudierende. Inklusive den neuen Masterstudierenden zählt die Fakultät somit 336 Neuimmatrikulationen. Dem gegenüber stehen 192 Exmatrikulationen. Jahrgangsbeste wurde die Magisterabsolventin Christine Polenz mit einer Abschlussnote von 1,2.

Foto: privat

Radeln für Japan Am 25.November 2011 hat Dr. Christian Hartmann in Tokio die Spende in Höhe von 1.500 Euro, die bei der universitätsweiten Spendenaktion "Radeln für Japan" im Rahmen des Leipziger Fahrradfestes gesammelt wurden, der Vereinigung KoLeSpo (Kooperationsgesellschaft für Leipziger Sportwissenschaft) übergeben. Das Geld soll hilfsbedürftigen Familien und Kindern zugutekommen, die direkt von der Naturkatastrophe in Japan betroffen sind. Spende angekommen: Dr. Christian Hartmann übergibt für die Universität den Spendencheck.

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SPORTAKUS

FAKULTÄT

Ein Ritt auf dem PUMA SPORTAKUS-Mitarbeiter berichtet vom Praktikum beim Sportartikelhersteller Wie ist es, bei einem international renierten Sportartikelhersteller hinter die Kulissen zu schauen und alltägliche Arbeitsabläufe kennenzulernen? Wie bereitet man eine Pressekonferenz für den aktuellen deutschen Fußballmeister vor? Dies und viel mehr habe ich bei meinem Praktikum bei der Firma PUMA erfahren.

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Foto: privat

or fast genau einem Jahr bewarb ich mich bei der Firma, die mit dem Logo eines amerikanischen Silberlöwen zu einem der größten Sportartikelhersteller weltweit expandierte. Schließlich bekam ich eine Einladung zum Bewerbungsgespräch und kurz darauf eine Zusage für ein sechsmonatiges Praktikum in Herzogenaurach im Bereich "Produktmanagement Teamsport Zentraleuropa". In der Willkommensveranstaltung an meinem ersten Tag bekam ich erste Einblicke in das Unternehmen und lernte einige der insgesamt 800 MitarbeiterInnen der Firmenzentrale kennen. Der erste Eindruck des Unternehmens bestätigte sich auch

Arbeitete sechs Monate für ein Raubtier: Jannik Schröder beim Praktikum in Herzogenaurach.

von Jannik Schröder bei dem Kennenlernen meiner Abteilung: Locker und freundschaftlich begrüßte mich ein vierköpfiges Team, welches den gesamten Teamsport des Unternehmens in Zentraleuropa koordiniert. Dieser Bereich beschäftigt sich mit Schuhen, Textilien, Accessories und Ausrüsterprodukten im Vereinssport, die in Zentraleuropa verkauft werden. Warum werden Kollektionen in Silos unterteilt? Wie wird eine Kollektion eingekauft beziehungsweise verkauft oder wie können Verkaufs- und Marketingstrategien aussehen? Diese und viele andere Wirtschaftspraktiken wurden mir in den sechs Monaten näher gebracht. Für die meisten der ungefähr 80 PraktikantInnen war ein Arbeitstag in der Regel erst nach zehn Stunden beendet. Neben altbewährten "Praktikantenaufgaben" wie das Vorbereiten von Präsentationen, statistischen Datenaufbereitungen habe ich auch Outfits für Foto-Shootings zusammengestellt. Doch auch diese Aufgaben waren hilfreich, um Arbeitsabläufe bei einem globalen Sportartikelhersteller zu verstehen. Meine eindeutig spannendste Aufgabe ergab sich durch den neuen Ausrüstervertrag von PUMA mit Borussia Dortmund (BVB), die in der Saison 2010/2011 Deutscher Fußballmeister wurden. Ich wirkte an der Vorbereitung und Durchführung der Pressekonferenz mit, in welcher die Partnerschaft mit dem BVB verkündet wurde. Den Bereich des Sportmanagements nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zu erleben, war lehrreich und richtungsweisend für mich. Als ich mein Sportmanagement-Studium 2010 in Leipzig begann, wusste ich nicht, welche Wege ich einmal einschlage. Sicher bin ich mir immer noch nicht, aber ich weiß, welche Wege ich bestreiten könnte.


Heft 1/2012

a v Vi aña p s E

„Ich möchte Sie alle bitten Ihre Gurte wieder anzulegen, wir beginnen nun mit dem Anflug auf den Flughafen El Prat, Barcelona. Die aktuelle Temperatur am Boden beträgt 34 Grad Celsius und es ist wolkenlos“.

FAKULTÄT

Ein Auslandssemester in der Hauptstadt Kataloniens von Sina Helmke

besitzt. Katalan ist kein Dialekt sondern eine eigene romanische Sprache mit vielen französischen Elementen. Da die Barcelonesen sehr stolz auf ihre Sprache sind und sich teilweise weigern Spanisch zu sprechen, war es anfangs schwierig, Kontakt zu den Einheimischen aufzubauen. Oft entstand kaum o habe ich mir den Start in mein sechsmonatimehr als ein oberflächliches Gespräch. Mit der Zeit ges ERASMUS-Semester vorgestellt. Auf dem tauten meine spanischen Kommilitonen aber mehr Weg vom Flughafen zu meiner Unterkunft und mehr auf und integrierten die ERASMUS-Stuwurde mir schnell klar, dass ich mit der spanischen denten. Metropole die richtige Wahl getroffen habe, denn Abgesehen von der kleinen sprachlichen Hürde dem Flair der Stadt kann man nicht widerstehen. ist der Unialltag in Barcelona vergleichbar mit dem Mit dieser Meinung stehe ich nicht allein da – Leipziger, wenn auch die Veranstaltungen verschulBarcelona ist eine Erasmuster sind. Wir bereiten häufig Hochburg mit über 20.000 Seminaraufgaben vor und internationalen Studenten nach, welche auch benotet pro Jahr. werden, da es eher untyMeine erste Woche in Kapisch ist, das Semester mit talonien verlief alles andere Klausuren zu beenden. als entspannt, denn sowohl Die Pausen des stressiWohnungssuche als auch gen Unialltags verbringen Kursbelegung gestalteten wir oft in der Cafeteria. Zwar sich chaotischer als erwar- Hat für ein Semester den Richard-Wagner- kann diese weder preislich tet. Letztendlich konnte Hain mit dem Park Güell getauscht: Sina noch vom Angebot mit Foto: privat den Leipziger Mensen konich ein schönes Zimmer für Helmke in Barcelona. „unschlagbare“ 370 Euro in kurrieren, aber dennoch einer netten spanischen WG ergattern. Ich belege gehört der mittagliche Snack in der mediterranen insgesamt vier Veranstaltungen an der „Universidad Sonne mit Blick auf das Meer und die Olympiastätde Barcelona" und am Nationalen Institut für Leibesten zu einem der Highlights meines Auslandsauserziehung. landsaufenthaltes. Drei Kurse werden auf Spanisch, einer in Katalan Vor allem die Menschen, die ich hier kennengegehalten. Womit ich auch schon auf das Hauptproblernt habe und der lockere, unbeschwerte Lebenslem meines Aufenthaltes zu sprechen komme: Barstil der Spanier, haben diese Auslandserfahrung zu celona ist die Hauptstadt Kataloniens, welche mit einem Höhepunkt meines bisherigen Lebens geKatalan und Spanisch zwei offizielle Amtssprachen macht.

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SPORTAKUS

PRAKTIKA

PRAKTIKUMSANGEBOTE HEAD Germany GmbH Praktikant/in im Marketingbereich Anforderungsprofil: Zwingend gefordert werden ein Tennis-Trainerschein und der Führerschein Klasse B, außerdem sehr gute in Kenntnisse MS Office. Die Bereitschaft zur Wochenend-Arbeit (u.a. für Turniere) muss bestehen. Sprachkenntnisse in Englisch sind günstig. Ferner solltest du über Kommunikationsstärke, Belastbarkeit, Organisationstalent, Flexibilität und Teamgeist verfügen. Das Praktikum findet in München statt und wird mit 300€/Monat entlohnt. Zeitraum: 01. Oktober 2012 bis 31. März 2013. Aufgabenbereich: Du arbeitest im Marketingbereich, u.a. bei ATP/ WTA-Turnieren in Hamburg und Stuttgart. Außerdem bearbeitest du Endverbraucher-Mails, gestaltest PR-Material und vieles mehr.

Kontakt HEAD Germany GmbH Frau Helga Geißler (Abt. Personal) Velaskostr. 8, 85622 Feldkirchen h.geissler@de.head.com

SPORTFIVE Germany GmbH & CoKG Praktikant/in im Vertrieb Unternehmensprofil: Sportfive Germany ist ein bundesweit agierender Sportmarketing-Konzern, insbesondere VermarktungsRechteinhaber mehrer Vereine der Fußball-Bundesligen. Anforderungsprofil: Du studierst Sportmanagement und hast sehr gute Englisch-Kenntnisse. Erste Vertriebserfahrung und eine zweite Fremdsprache sind erwünscht. Ferner sind Kontakt- und Verhandlungsstärke, Organisationstalent, Teamgeist, Einsatzbereitschaft, eine hohe Auffassungs- und schnelle Umsetzungsgabe sowie absolute Sportbegeisterung gefordert. Der Umgang mit MS Office ist obligatorisch. Aufgabenbereich: Du untersützt den nationalen Vertrieb, u.a. mit eigenständigen Recherchen und Analysen. Du erstellst Präsentationen, arbeitest konzeptionell an projektbezogenen Themen mit und erstellst den abteilungsinternen Pressespiegel. Außerdem führst du telefonische NeukundenAkquise für Hospitality-Produkte durch.

Kontakt: SPORTFIVE GmbH & Co. KG Birgit Wollenberg Nagelsweg 33-35, 20097 Hamburg www.sportfive.de Bewerbungen ausschließlich online


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PRAKTIKA

Recherchiert von Rick Jakob

Sportpark Leipzig-Paunsdorf Rezeptionsmitarbeiter(in) Unternehmensprofil: In der modernen Sportanlage in Leipzig haben die Kunden auf über 8000 Quadratmetern die Möglichkeit, Tennis (indoor und outdoor), Badminton, Squash, Speedminton und Tischtennis zu spielen sowie nach dem Sport in der Sauna oder dem Sportrestaurant zu entspannen. Für die Weiterentwicklung des Unternehmens wird ab sofort Verstärkung des jungen, engagierten Teams gesucht. Anforderungen: Gefordert sind freundliches Auftreten, Kommunikationsstärke und Zuverlässigkeit. Aufgabenbereiche: Der freundliche Empfang ist der erste Kontakt mit dem Kunden. Du informierst Kunden und nimmst Bestellungen entgegen.

Kontakt: Sportpark Leipzig GmbH Frau Gottschalk Schongauer Str. 37, 04329 Leipzig gottschalk.kerstin@gmx.de

Intersport Sportpoint GmbH Mitarbeiter(in) Sportberater Verkauf Unternehmensprofil: Das 1968 gegründete internationale Unternehmen steht für den Verkauf von Sportartikeln, - bekleidung und -schuhen. Anforderungsprofil: Als Bewerber musst du über Verkaufserfahrung im Bereich Sportartikel oder Textilien, eine hohe Kundenorientierung und Spaß am Verkaufen verfügen, ein hohes Maß an Selbstmotivation sowie kaufmännische Kenntnisse mitbringen. Eine Beschäftigung ist in Voll-, Teilzeit möglich. Aufgabenbereich: Deine Aufgabe besteht darin, Kundenberatung und Verkauf sowie reibungsloses Kassieren durchzuführen. Warenannahme und Auspreisung und eine verkaufsfördernde Warenpräsentation gehören ebenfalls dazu.

Kontakt (vorrangig E-Mail): Sportpoint Handels GmbH Jenny Buchholz Weißenhöfer Straße 108 12638 Berlin personal@go4sport.de

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SPORTAKUS

FAKULTÄT

....aus der TRAUM! von Carolin Reichardt

Hinter den Kulissen der Olympiabewerbung für "München 2018" Es ist der 06. Juli 2011 um 17.20 Uhr. Auf dem Münchner Marienplatz herrscht unter den ca. 20.000 Zuschauern absolute Stille. Die Anspannung ist zum Greifen nahe, als der Präsident des Internationalen Komitees Jaques Rogge den Umschlag öffnet und verkündet, an welche Stadt die XXIII. Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 vergeben werden. „Pyeonchang“. Ein Stöhnen geht durch die Menge. Aus der Traum vom Wintermärchen 2018 im eigenen Land.

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bgesehen von dieser niederschmetternden Entscheidung, war die Zeit bei der Bewerbungsgesellschaft "München 2018 GmbH" die beste meines Lebens! Begonnen hat für mich das Abenteuer München 2018, also die Mitarbeit im Bewerbungskomitee für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele im Jahr 2018, nach einer erfolgreichen Initiativbewerbung im Oktober 2010. Als Praktikantin im Eventteam habe ich sämtliche Auftritte von München 2018 bei Veranstaltungen organisiert und Eigenveranstaltungen mit konzeptioniert. Wer nun an eine normale 40-Stunden Woche denkt, der irrt. Normal war hier nichts. Ein Highlight nach dem anderen machten die unzähligen Überstunden und Nachtschichten, in denen letzte Vorbereitungen getroffen oder kurzfristige Änderungswünsche umgesetzt wurden, wett. So war es einmalig, live bei einer Alpinen Ski WM oder auch diversen Biathlon Weltcups dabei zu sein und international erfolgreiche Athleten kennen zu lernen. Außerdem war es sehr spannend eine Evaluierungskommission hautnah mitzuerleben, bei der die IOC

Mitglieder sich vor Ort von den Sportstätten, dem Bewerbungskonzept und natürlich der Begeisterungsfähigkeit der Deutschen für das größte Wintersportereignis der Welt zu überzeugen versuchten.. Das rund 80-köpfige Team, bestehend aus Experten für Planungsprozesse, Controlling, Marketing, Recht, International Relations und Kommunikation, erarbeitete drei Jahre lang das Bewerbungsbuch. Dabei ist ein nachhaltiges und umweltfreundliches Konzept entstanden, in welchem für das komplette Projekt nur Neubebauungen der Größe eines einzigen Fußballfeldes nötig wären, da viele vorhandene Sportstätten genutzt würden.

Foto: privat

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Zu diesem Zeitpunkt noch hoffnungsvoll: Carolin Reichardt auf dem Münchner Marienplatz. Trotzdem die Bewerbung nicht erfolgreich war, möchte ich die Worte von Dr. Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, aufgreifen: „Für die Katz‘ haben wir nicht gearbeitet, konzipiert und nachgedacht, sondern für die Zukunft.“ So bleibt zu klären, wann eine erneute Bewerbung sinnvoll ist. Der Traum lebt also weiter - Pack ma´s!


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SPORTLEIPZIG

Visionen in die Tat umsetzen von Juliane Gansera

Crowdfunding: ein alternatives Finanzierungskonzept

Du willst ein Kinderspielfest organisieren, aber dir fehlen die Sponsoren? Euer Vereinsheim braucht dringend ein neues Dach, aber die Kosten übersteigen das Budget? Immer wieder scheitern tolle Ideen und notwendige Investitionen am nötigen Kleingeld. Was aber, wenn viele Menschen zusammenlegen, um deine Vision zu realisieren?

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Foto: concept4sport

leistung. Scheitert die Finanzierung, geht das Geld in vollem Umfang an die Unterstützer zurück. Dieses Konzept findet inzwischen auch im Sportbereich immer mehr Anklang. Die in Leipzig gegründete Crowdfunding-Plattform VisionBakery arbeitet beispielsweise mit dem Leipziger Verein concept4sport zusammen. „Mit Hilfe der VisionBakery wollen wir den Vereinen eine weitere Finanzierungsmöglichkeit für ihre Projekte anbieten, auch wenn wir weiterhin enau das ist auf Sponsoren andie Idee von gewiesen sind, um Crowdfunerfolgreich arbeiten ding, einer innovativen zu können“, erklärt Finanzierungsform, Katharina Rothe, Gedie sich in den letzten schäftsführerin von Jahren entwickelt hat concept4sport. und immer mehr an Zwar konnte das Popularität gewinnt. Projekt des SV Lipsia Beim Crowdfunding 93 e.V. bei dem rund wird ein Projekt inner5600 Euro für Unterhalb eines bestimmten stände gesammelt Zeitraums durch viele werden sollten, nicht Machen sich gemeinsam für den Sport stark: SteUnterstützer gemeinrealisiert werden, phan Popp, Geschäftsführer der VisionBakery und Kasam finanziert. dennoch lohnt sich tharina Rothe, Geschäftsführerin von concept4sport. Dabei gilt der Grundder Versuch. satz „Alles oder Nichts“. Kommt die benötigte SumKatja Thieme, die an der Universität Leipzig Geome zusammen, wird das Projekt umgesetzt und die logie studierte, bietet bei der Leipziger Firma „*beUnterstützer erhalten die zuvor vereinbarte Gegentourt" Outdoortouren aller Art in und um Leipzig an. Von Stadtgesteinetouren über Crossgolfen bis zu Geschichtssafaris ist alles dabei. Über die VisionWeitere Informationen unter: Bakery wurden zwei neue GPS-Geräte angeschafft, www.visionbakery.de die sie perfekt für die angebotenen Rad- und Wanwww.concept4sport.de dertouren durch die Neuseelandschaft nutzen kann. www.betourt.de Was ist deine Vision?

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SPORTAKUS

ABSOLVENT

"Die Lions sind Leipzig" INTERVIEW

Mario Schiebold

Er studierte und promovierte an der Sportwissenschaftlichen Fakultät und ist aktueller Cheftrainer der Regionalliga-Footballer von den Rostock Griffins: Dr. Christopher Kuhfeldt. Der SPORTAKUS sprach mit dem FootballWeltenbummler über seine internationalen Erfahrungen in dieser Sportart, seinen Heimatverein die Leipzig Lions und über Definitionsschwierigkeiten von Haupt- und Nebenjob.

Herr Dr. Kuhfeldt, Sie haben einen Teil Ihres Studiums in den USA verbracht und waren als Spieler in Skandinavien aktiv. Welchen Stellenwert hat American Football im Ausland?

Dr. Christopher Kuhfeldt im Gespräch vor allem vom sportlichen Erfolg der Lions abhängig. Leider gibt es zu wenig Stammpublikum, das die Mannschaft in guten wie in schlechten Zeiten unterstützt. Foto: privat.

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Sie waren lange Zeit der Defense-Spezialist bei den Lions. Wie beurteilen Sie die Entwicklung des Vereins? Die Leipzig Lions sind definitiv ein fester Bestandteil der Leipziger Sportlandschaft. American Football ist in Leipzig etabliert, die Lions haben einen hohen Bekanntheitsgrad. Das ist das Ergebnis der guten Öffentlichkeitsarbeit sowie der Verbreiterung des Sportangebots.

Besonders in Skandinavien Lebt für den American Football: Dr. Christopher Kuhfeldt. habe ich sehr gute Ansätze kennengelernt. Die ausgereifte FördeKonnten Sie auch hauptberuflich im Sportbereich Fuß fassen? rung des Jugendbereichs und die Teilfinanzierung der Vereine durch Spielerbeiträge schaffen dort eine Hauptberuflich bin ich Sportlehrer einer privaten tolle Trainingsbeteiligung. Auch der Aufenthalt in Regionalschule. Aber ich muss zugeben, dass ich den USA war ein absoluter Gewinn. Dort konnte ich manchmal nicht weiß, welcher der Nebenjob ist. den großen Stellenwert dieser Sportart für die MenTrainer eines Footballteams zu sein, ist eine Vollzeitschen kennenlernen. Meine Collegemannschaft aufgabe, wenn man Dinge voran bringen möchte. spielte bei der Ohio State University vor 105.000 ZuWelche Tipps haben Sie für Berufseinsteiger? schauern! Obwohl ich nicht eingesetzt wurde, war Was ist besonders wichtig, um sich in der Sportdas ein sensationelles Erlebnis!

branche gewinnbringend zu positionieren? Ihr ehemaliger Verein, die Leipzig Lions, ist aktueller Vizemeister der Regionalliga Ost. Wie beurteilen Sie das Football-Interesse der Leipziger? Es ist definitiv ein großes Potenzial da, welches noch lange nicht ausgeschöpft ist. In Leipzig ist es

Für mich war es von Vorteil, bereits während des Studiums Verantwortung als Trainer zu übernehmen, denn die dort gesammelten Erfahrungen haben mir vor allem den Einstieg in den Lehrerberuf erleichtert.


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