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Heft 1|2014 | Studierende: 0,50 € Mitarbeiter: 1,00 €

Lieber (H)Eisbader als Warmduscher! Ein Blick hinter die Kulissen des SPORTAKUS-Schwimmfestes

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16 Duale Ausbildung

44 Speed Badminton

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EDITORIAL

Karikatur: ht | SPORTAKUS

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Steinzeit: Einschreibung an der Sportfakultät.

Foto: F. Gahlbeck | Bundesarchiv

Heft 1/2014

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Gegen das Vergessen: Das Schwimmstadion.

Editorial

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Inhalt

ndlich mal so aussehen wie ein Aushang des Prüfungsamts, das wäre doch mal was. Das dachte sich die Chefetage des SPORTAKUS im frühlingshaften Winter 2013, als sie die Schriftart des Magazins gemäß Unirichtlinie auf „Futura Book“ änderte. Doch das identische Aussehen war dabei eigentlich gar nicht das Entscheidende. Die gleichen Leserzahlen zu erreichen sollte vielleicht eher das Ziel des Projekts sein. Kurze Frage zum Thema Aushang: Wo genau entsteht nun eigentlich der neue Schaukasten des SPORTAKUS, nachdem

04 TITELTHEMA: Schwimmfest 2013

der „jute alte“ der Renovierung des Hörsaals Süd und einem für diesen Ort angekündigten neumodischen Flatscreen zum Opfer fiel..? Spaß beiseite. In einer Zeit, in welcher der Thüringer Teil des Hochschulverbunds Halle-JenaLeipzig den personellen und qualitativen Aderlass probt (ruhig mal einen StEP* machen...), schlägt das Herz des SPORTAKUS mit all den Studierenden, Mitarbeiter_innen, Lehrstühlen und Instituten, die in der Schiller-Stadt um die blanke Existenz ihres Studiengangs, Arbeitsplatzes oder Lebenswerks kämpfen. Die dortige Situation muss allen Angehörigen der Universität Leipzig Mahnmal und Hallo-Wach gleichzeitig sein: Ziehen wir nicht alle gemeinsam an einem Strang, so kann der nächste Rotstift schon derjenige sein, der das wegkürzt, was die Vielfalt unserer Universität ausmacht. Bleibt standhaft! Euer

28 - L.E. SPORT

* mehr Infos: www.stura.uni-jena.de/presse.html

06... Making of - Der lange Weg zurück 10... Schwimmfest-Vergangenheit & Fun-Facts

14 - FAKULTÄT 14... 16... 20... 22... 23... 24... 25... 28... 29... 30... 34... 36... 38... 40...

News Lehramtszertifikatskurs Vorstellung neuer Mitarbeiter_innen Koordinationstrainer in Japan ITK-Alumnicamps Einschreibung in der Steinzeit?! Newsticker & Infos zum Gender_Gap Absolventenportrait Andreas Schlütter Icefighters campen in Taucha DLRG Leipzig & Rettungssport Fußball in den Junior_innen-Bundesligen Leipzigs Triathlon-Elite Paralympics-Schwimmer Eventspiele des Mitteldeutschen BC in LE

44 - SONSTIGES 44... 46... 48... 50...

Trendsportart Speed Badminton Gastbeitrag SpoWi-Olympiaseminar „Gegen das Vergessen“: Das Schwimmstadion Beim nächsten Mal

Titelbild: Lieber (H)Eisbader als Warmduscher - ein Blick hinter die Kulissen des Schwimmfests. Design: sf, rf, rj | SPORTAKUS Fotos: PK|Fotografie, jk|SPORTAKUS, Matthias Kuch

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SPORTAKUS

TITELTHEMA

„Ich wollt' noch

von Rick Jakob 400 Gäste wetteiferten, staunten, planschten und tanzten ausgelassen miteinander, als der SPORTAKUS mit Unterstützung des neuen Sportreferenten Paul Oertwig zum wiederbelebten Schwimmfest in die Schwimmhalle Mainzer Straße einlud. Mitarbeiter, Studierende, sogar Professorin Witt ließen es sich nicht nehmen bei den Staffelwettbewerben um den Titel zu kämpfen: Mit Erfolg - die Staffel der neuen Prodekanin für Forschung „Durchtrainiert & Irre langsam“ siegte bei der Neuauflage des „echten“

Sportfakultät etwas zurückgegeben haben, das 2011 bereits zerstört schien. Kurz denken wir zurück an ein Gespräch mit unserem Mentor Dr. Christian Hartmann, in dem Anika und die damalige ChefOrganisatorin Jana beinahe das endgültige Aus des Schwimmfests hätten hinnehmen müssen. Ein universitätsweites Brandschutzkonzept ließ höchstens noch eine Privatparty für etwa 120 Gäste zu - keine Option für uns. Also begannen wir damit Lösungen zu suchen. Und schnell mussten wir feststellen, dass die-

Schwimmfests.

se nicht kostengünstig werden würden... Doch dank des Interesses und der Unterstützung vieler Mitarbeiter_innen, älterer und jüngerer Studierender waren wir nun wieder zurück. Mehr zum langen Weg zurück zum Schwimmfest könnt ihr ab Seite 6 erfahren. Ich bin stolz auf die ganze SPORTAKUS-Truppe, die besonders bei diesem Highlight wieder eng zusammengerückt ist - und gleichzeitig ein wenig traurig, dass dies gleichzeitig mein erstes und letztes Schwimmfest gewesen sein wird: Dem Projekt steht schließlich im Sommer 2014 - pünktlich zum 15-jährigen Jubiläum - eine Zäsur an. Viele der aktiven SPORTAKUSianer_innen verlassen aller Voraussicht nach die Universität, so auch ich. Plötzlich kommt mir wieder einer dieser Beats zurück in den Kopf. Die Fantastischen Vier singen noch: „Aber, hey, irgendwann ist eben Zeit zu gehen und ich will mich nicht rausreden, lass mich doch mal ausreden: Ich wollt' noch Danke sagen...“

E

s ist bereits Freitag der Dreizehnte. Mein Kopf wippt immer noch mit den Beats unseres Schallplattenunterhalters Conrad Pohl. Die Uhr zeigt schon fast fünf. Egal, denn ich bin nicht allein - neben mir stehen noch immer Anika, Daniela, Simone, Jan, Steffi, Thomas, Julian, Cubi, Basti und natürlich Schwimmmeister Bastschup. Es ist nun zwei Stunden her, dass der letzte Gast das SPORTAKUSSchwimmfest verlassen hat. Mittlerweile ist der Boden der Tanzfläche wieder sauber, die Dekoration aus Eis- und Feuerelementen ist verschwunden und auch das letzte Fass Bier ist vom Zapfhahn getrennt - dieses Mal ganz ohne Zwischenfälle. Während die Reinigungskräfte langsam ihre Arbeiten beenden, steht das SPORTAKUS-Team bei mir. Keiner sagt etwas, doch jeder weiß, dass wir mit unserem Einsatz der letzten zwei Jahre der


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TITELTHEMA

Danke sagen...“

Foto: PK|Fotografie So viele Menschen haben es verdient, dass ihnen an dieser Stelle gedankt wird: Allen voran natürlich Anika, die mit viel Herzblut für das Schwimmfest kämpfte und am Ende gewann. Paul Oertwig sei dafür gedankt, dass er die Veranstaltung in seiner Funktion als Sportreferent bei der Universität erfolgreich beantragt hat, Frau Hünemeyer und Herrn Morgner, dass sie uns dabei kurzfristig halfen. Auch die Deko-Verantwortlichen haben wieder Großes geleistet - Hut ab! Im Vorfeld halfen Herr Kubisch und Herr Baumgarten

Wir danken ebenso dem Wachschutzteam um Chefin Frau Seiffert sowie Security-Boss Bob Florian für die Absicherung des Schwimmfests. Einen ganz besonderen Dank möchte ich FSRFinanzerin Linda Korb aussprechen: Wie du den Brand am Bierstand gemanagt hast - aus dem ganz hohen Regal! Vielen Dank für deinen Einsatz, ohne dich wäre an dieser Stelle schon Vieles im Argen gelandet. Natürlich seien ebenfalls Charlene Giesert und Lisa Weihs für ihre Hilfe an der Multi-

vom Dezernat 4 bei der Erarbeitung des Sicherheitskonzepts, ohne das es kein Schwimmfest gäbe. Die überragenden Live Acts um unsere Star-Models, die drei Slackliner Linus, Uwe und Marcel, PoleQueen Steffi (Video ihres Auftritts auf www.sportakusonline.de), DJ Conrad und natürlich den waghalsigen „Wilden Springern“ um Thomaš Dahms haben das Programm unglaublich bereichert - vielen Dank dafür! Und schon sind wir bei demjenigen, der die Eindrücke in teils atemberaubender Qualität für die Nachwelt festgehalten hat: Fotograf Philipp Kirsche. Jeder von uns war begeistert von den Motiven und Perspektiven - diese möchten wir euch Lesern natürlich nicht vorenthalten, siehe Mittelseite! Gedankt werden muss auch all den Helfer_innen, die im Vorder- und Hintergrund dazu beigetragen haben, dass das Schwimmfest nicht ins Wasser fällt: den Betriebstechnikern um Herrn Sprotte, den Elektrikern und natürlich der DLRG-Wasserrettung.

funktionseinheit (Garderobe, Essen und Glühwein - gleichzeitig!) mit einem Dankeschön bedacht. Last but not least geht natürlich nichts ohne das Fachgebiet Schwimmsport: Allen voran Dr. Detlef Beise und unser Ehrenmitglied Dr. Wolfram Sperling, die das Schwimmfest überhaupt in ihren heiligen Hallen befürworteten, und nicht zu vergessen das Schwimmmeisterteam um Bastian „Bastschup“ Dobrowald. Toll, dass wir wieder auf eure Unterstützung zählen konnten! Blicke ich nun zurück auf alle verschiedenen Helfer_innen, so wird doch offensichtlich, dass der SPORTAKUS sein Projektziel Nummer Eins erreichen kann: Die Kommunikation zwischen Lehrkräften, Studierenden und sonstigen Mitarbeiter_innen zu verbessern sprich: gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Nur so machen wir unsere Fakultät eines Tages zu einem Ort mit hoher Qualität der Lehre und Forschung - und gleichzeitig zu einem Ort zum Wohlfühlen.

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SPORTAKUS

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(H)EIS BADEN Ein „Making of“ in drei Akten von Rick Jakob Viele (Sport-)Journalist_innen lieben den Umgang mit klangvollen Phrasen, um Spiele, Geschehnisse und Emotionen zu kommentieren. Doch nur selten ist die Metapher „ein Ritt auf der Rasierklinge“ wohl treffender als bei der Organisation des Schwimmfests 2013. Es ist ein Event, welches in Leipzig das so oft gebrauchte Wort „Alleinstellungsmerkmal“ für sich beanspruchen kann. Und doch ist der zu betreibende Aufwand oft größer, als man es sich vorstellen kann - besonders der DHfK-Elferrat, der sich mit Großveranstaltungen bestens auskennt, kann davon sicherlich ein Lied singen. Wir geben nun einen Einblick, welche Hürden in den letzten zwei Jahren vom SPORTAKUS übersprungen wurden, um den Studierenden und Mitarbeiter_innen das Schwimmfest 2013 zurückzubringen.

Balanceakt nicht nur für Slackliner.

Prolog - Eine missliche Lage.

Zitat aus Goethe, J.W. (1808): Faust. Gabriel. Und schnell und unbegreiflich schnelle Dreht sich umher der Erde Pracht; Es wechselt Paradieseshelle Mit tiefer, schauervoller Nacht; Es schäumt das Meer in breiten Flüssen Am tiefen Grund der Felsen auf, Und Fels und Meer wird fortgerissen Im ewig schnellem Sphärenlauf. [...] Zu drei [Raphael, Gabriel, Michael, d. Red.]. Der Anblick gibt den Engeln Stärke, Da keiner dich ergründen mag, Und alle deine hohen Werke Sind herrlich wie am ersten Tag.

Foto: PK|Fotografie


Heft 1/2014 Nein, einen Pakt mit dem Teufel musste der SPORTAKUS glücklicherweise nicht eingehen, um das Schwimmfest zu organisieren. Dennoch beschreibt es Goethes „Prolog im Himmel“ 205 Jahre zuvor gar nicht schlecht, welche Ausgangslage im Dezember 2011 vorzufinden war. Noch im Jahr 2010 war das Schwimmfest ein erfolgreiches Event. Der damalige Chefredakteur des Projekts Martin Sturm erinnert sich noch genau: „Professor Busse eröffnete das Schwimmfest. Er fand die Veranstaltung sehr gelungen und zeigte sich begeistert, unter anderem auch von den Wilden Springern.“ Dennoch folgte 2011 plötzlich das Verbot des Schwimmfests unmittelbar vor dem festgesetzten Termin: Als Grund hierfür wurde überliefert, der Dekan habe große Sicherheitsbedenken, wenn sich möglicherweise angetrunkene Studierende kreuz und quer von den Sprungtürmen stürzten - wahrlich ein Wechsel von Paradieseshelle zu tiefer, schauervoller Nacht. Auch die Verschiebung der Veranstaltung auf Januar 2012 fiel sprichwörtlich ins Wasser. Geradezu zynischerweise fand der DHfKFasching im Januar 2013 unter dem Motto des 2011er-Schwimmfests statt - was für ein Zirkus... Dennoch wollte niemand im Projekt das Schwimmfest aufgeben. Im Gespräch war zu dieser Zeit sogar ein Angebot einer Eventagentur, welche das Schwimmfest erwerben und zukünftig durchführen wollten. Dies stieß jedoch auf großen Widerstand seitens der aktiven Mitglieder - der Tenor: „Es ist unser Event, eine Feier von Student_inneen für Student_innen und Mitarbeiter_innen - zu bezahlbaren Preisen.“ Ein Verkauf zum damaligen Zeitpunkt wäre unweigerlich mit exorbitanten Preissteigerungen für die Gäste verbunden gewesen man hätte sich also getrost vom Zwei-Euro-Bier und einem Drei-Euro-Longdrink verabschieden können, vom Eintritt von drei Euro ganz zu schweigen... Tatsächlich war uns das strahlende Schwimmfest ein Anblick, welcher uns die Stärke gab, alles zu unternehmen, um es den Angehörigen der Sportfakultät zurückzubringen. Zusätzliches Problem für das Jahr 2012: die neue Brandschutzverordnung der Universität Leipzig. Diese sieht für jeden Teil

TITELTHEMA der Universitätsgebäude eine maximale Personenanzahl vor - somit waren im Nassbereich der Schwimmhalle auf einmal nur noch 200 Personen gleichzeitig zugelassen. Bedenkt man, dass die Tanzflächen der Schwimmfest-Aftershowparty früher in Teilen des Lehrschwimmbeckens und im Nassbereich untergebracht war, wäre einzig und allein eine Privatfeier für bestenfalls 120 Gäste übrig geblieben - schließlich müssen alle Mitarbeiter_innen und Showacts bei der Maximalzahl von 200 Personen berücksichtigt werden. Der Brandschutzbeauftragte des Dezernats 4 - Planung und Technik Herr Kubisch wies uns darauf hin, dass eine Änderung für ein verändertes Nutzungskonzept durch die Stadt Leipzig zu prüfen wäre - mit 3.000 Euro alles andere als eine günstige Angelegenheit. Nun war guter Rat teuer... ›

Was nun? Guter Rat ist teuer. Foto: PK|Fotografie

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SPORTAKUS

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Akt 2 - Die Notlösung.

Zitat aus Schiller, F. (1799): Das Lied von der Glocke. Vivos voco. Mortuos plango. Fulgura frango.

[Die Lebenden ruf' ich] [Die Toten beklag' ich] [Die Blitze brech' ich]

Welche Wege standen dem SPORTAKUS nun noch offen? Fakt ist, das Projekt erhält keine Mittel der Fakultät, auch als Arbeitsgruppe des Student_innenRats (StuRa) erhält es keine Grundunterstützung zur Deckung laufender Kosten. Zwar gelingt es dem SPORTAKUS mittlerweile regelmäßig genügend Werbepartner zur Deckung der Druckkosten zu akquirieren, einen Gewinn für das Schwimmfest lässt sich jedoch mit Verkaufspreisen von 50 Cent so auch nicht erwirtschaften. Also entschieden wir uns gemeinsam dazu, die Lebenden zu rufen - sprich: ein „halbes Schwimmfest“ mit den Freund_innen des Events zu veranstalten und die Erlöse für die Neukonzeption in der Schwimmhalle Mainzer Straße zu verwenden. Selbstverständlich war es ein schmerzhaftes Unterfangen, eine Aftershowparty zum Staffelwettbewerb in der Pausenhalle Süd austragen zu müssen. Nicht nur einmal

re Feierlichkeit in der Schwimmhalle zuließ. Dies

an diesem Abend dachten wir alle an die vergnügten Momente im Lehrschwimmbecken zurück; ja, wir beklagten „die Toten“... Auch der finanzielle Erfolg der Aktion war lediglich überschaubar, sodass an einen „teuren Rat“, eine Änderung des Nutzungskonzepts der Schwimmhalle noch immer nicht zu denken war. Dementsprechend enttäuscht war das Team, zumal das Problem Brandschutz auf diesem Wege nicht mehr gelöst werden konnte. Aus der Not heraus und mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln konnte nach vielen Brainstorming-Sitzungen und Sonderierungsgesprächen eine Alternativlösung gefunden und entwickelt werden. Gemeinsam mit dem Sächsischen Schwimmverband, insbesondere mit der Hilfe von Dr. Wolfram Sperling, arbeiteten wir ab diesem Zeitpunkt an einem Sicherheitskonzept, welches die bestehenden brandschutzrechtlichen Parameter beachtete, aber trotzdem eine größe-

bedeutete jedoch eine rigorose Veränderung der Schwimmfest-Infrastruktur und eine Verlagerung der wichtigsten Elemente: So mussten die Tanzfläche den Nassbereich sowie der Einlass den regulären Eingangsbereich verlassen - was wiederum Platz für eine DJ-Kabine und eine Chillout-Lounge schuf. Jeder Gast des 2012er-Schwimmfests spendete zwei Euro beim Kauf einer Eintrittskarte. Dieses Geld wurde für die Entwicklung des neuen Sicherheitskonzepts verwendet und für die Absicherung des aktuellen Events auch dringend nötig. Daher kann das „Ersatzschwimmfest“ rückblickend doch als Teil der Rettung betrachtet werden. Dass es am Ende zu eben dieser kam, haben wir alle den beiden Chef-Organisatoren Anika Schwager und Jana Kasper zu verdanken, denn ihr Engagement zeigte letztendlich die gewünschte Wirkung: Das Abweisen des aufgekommenen Unwetters - das Brechen der Blitze.

Schön, aber nicht optimal: Das Ersatz-Schwimmfest 2012. Foto: sewu|SPORTAKUS


Heft 1/2014

Akt 3 - Das Comeback.

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Mit der Gewährleistung der Sicherheit war das Hauptproblem aus der Welt geschafft. So konnten mit Beginn des Wintersemesters 2013/2014 die Planungen zum Probelauf des neuen Konzeptes starten, womit die heiße Phase eingeläutet wurde. Erste Schritte waren das Finden des Mottos und Sammeln guter Ideen für die Schwimmstaffeln. Schon kurz danach öffneten wir die Anmeldung der Staffelteilnehmer_innen, zum ersten Mal direkt über die Dozent_innen. Dies erwies sich rückblickend als besonders günstig, sodass erstmals in jeder Staffel eine Mitarbeiter_in vertreten war, im Falle des späteren Siegers sogar die Professor_innenschaft. Wir zollen Frau Witt großen Respekt, dass sie als Staffelteilnehmerin aktiv war. Schnell waren auch DJ und erste Liveacts organisiert. Nach einem Testlauf in der Sprunghalle standen die Staffeln und ein Großteil der Gags des

mit Sicherheitsmerkmalen versehen und verkauft, Getränke beim Großhandel bestellt sowie Security angeworben und eingewiesen. Roman Siegel sicherte mit seinem Team der DLRG Leipzig die Überwachung des Lehrschwimmbeckens zu. Ein letzter organisatorischer Akt sollte der Raumantrag für die Nutzung der Schwimmhalle sein. Leider gab es diesbezüglich durch die Masse an zu bedenkenden Aufgaben Missverständnisse im Organisationsteam. Um den Prozess zu beschleunigen wandten wir uns also direkt an den Sportreferenten Paul Oertwig, der den Antrag im Namen des StuRa für uns stellte. Dieser wurde anschließend im Schnellverfahren von Dekanatsrat Herrn Morgner genehmigt - ihm und Frau Hünemeyer, die den Nutzungsvertrag ausarbeitete, muss gedankt werden. Eine Woche vor dem Schwimmfest konnte Dr. Hobusch als Eröffnungsredner gewonnen werden, der mit einer stimmungsvollen Ansprache das Schwimmfest zünftig einleitete. Aus der Not geboren und mit viel Zeitaufwand und massig Herzblut versehen ist aus dem am Boden liegenden Schwimmfest wieder die Legende geworden, die es einst war. Doch zum Erfolg haben es letztlich die Menschen gemacht, die es besuchten -

SPORTAKUS-Acts. Eintrittskarten wurden gebastelt,

das „Schicksal“ eines wahren Festes.

Zitat aus Hölderlin, J.C.F. (1794): Das Schicksal. Der Not ist jede Lust entsprossen, Und unter Schmerzen nur gedeiht Das Liebste, was mein Herz genossen: Der holde Reiz der Menschlichkeit.

Endprodukt: Das Sicherheitskonzept des Schwimmfests 2013.

Entwurf: as|SPORTAKUS

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TITELTHEMA

där n e g Le

Schwimmfest

Wann:

Mi, 15. Dez. 2004 Wo:

Uni-Schwimmhalle Mainzer Straße Campus Jahnallee

Was: Samba Performance

Sprung-Spektakel

Fun-Staffeln

Freies Schwimmen

Show-Acts

„Kein Plakat wurde so oft geklaut wie das von 2009...“ Martin Sturm

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„2010 klatschten 25 Leute für ein Pärchen Beifall, das ihr Schäferstündchen in der Umkleidekabine abhielt.“ Sebastian Ebell

„2007 schwammen die Staffeln das letzte Mal im 50-Meter-Becken - und mit Regenschirmen!“ Anika Schwager www.sportakus.de.vu

Schwimmfest 2006 am 13. Dezember, ab 17 Uhr Schwimmhalle Mainzer Straße Campus Jahnallee

Gedruckt im Uni-Rechenzentrum

Life is short, be sexy!

FSR Sport

„Das ist eine ganz tolle Sache. Es muss alles unternommen werden, dass es mit dem Projekt ‚Sport & Medien‘ weitergeht!“ Dekan Prof. Dr. Dr. Busse Eröffnungsrede 2010 Quelle: Aufzeichnungen Dr. C. Hartmann


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Funfacts 2013 •• Die Gäste des Schwimmfests tranken fast 450 Liter Bier. Das klingt viel, ist jedoch nur knapp ein Vierzigstel des Stundenumsatzes der Münchener Wiesn 2013.

TEN O B VER

•• Elf Staffeln mit insgesamt elf Lehrkräften und 55 Student_innen kämpften um die Schwimmfestkrone - diese führten 210 Wenden und 345 Sprünge vom Beckenrand aus. •• Die Gesamthöhe der ausgeführten Sprünge bei Arschbombenbattle und Zielwerfen betrug 87 Meter. Das entspricht einem Sprung aus dem 18. Stock des 142 Meter hohen Uniriesen. •• Die Wassertiefe des Lehrschwimmbeckens beträgt 70 Zentimeter. Vorhandene antike Wandbemalungen („Das Springen vom Beckenrand ist verboten“) erschienen uns da eigentlich überflüssig, aber hinterher ist man immer klüger... •• 400 Karten wurden für das Schwimmfest verkauft - seltsamerweise wurden jedoch nur 394 (98,5 Prozent) davon gegen ein Eintrittsband eingetauscht. Doch das ist nichts Neues: Auch bei der letzten Bundestagswahl gab's 1,5 Prozent „Blindgänger“. •• Bikinis gehören zum Schwimmfest wie Spermi zum Fasching - doch gibt's den modischen Zweiteiler auf Sizilien sogar schon seit etwa 350 nach Christus. Wer hat's erfunden? Natürlich Sportler_innen. •• Gemessen wurde auf der Tanzfläche eine Lautstärke von 97,6 Dezibel, so laut wie die A9 bei Schwerlastverkehr oder die Feuermelder im B-Trakt der Sportfakultät.

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SPORTAKUS

SPORT.FAK

FAKULTÄTSNEWS Happy 20th Birthday, dear Sportfakultät! Die Sportwissenschaftliche Fakultät beging ihr 20-jähriges Bestehen am Freitag, den 13. Dezember 2013 im mäßig besuchten Hörsaal Nord. Vertreter aus Politik und Sport lobten die Fakultät. So äußerte Prorektor Prof. Lenk, Direktor des Instituts für Öffentliche Finanzen und Public Management der Universität Leipzig, dass die Sportfakultät durch ihre Leistungsfähigkeit im Ranking der Fakultäten als „Leuchtturm“ herausrage. Daher dürfe unsere Fakultät in der nächsten Zeit nicht von Stelleneinsparungen betroffen sein. Die Studierenden hatten von der Veranstaltung so gut wie keine Notiz genommen und nur wenige Mitarbeiter waren anwesend.

my prof is my dj 2013 Am 7. November 2013 ging die beliebte Tanzveranstaltungsreihe „my prof is my dj“ in die nächste Runde. Vier Lehrkräfte legten im Städtischen Kaufhaus eine Nacht lang für ihre Studierenden auf: Unter ihnen heizte auch Dr. Christian Hartmann vom Institut für Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft der Menge richtig ein. Nach einem Bericht der Leipziger Volkszeitung vom 9. November zog Hartmann die meisten Besucher auf die Tanzfläche.

dies academicus 2013 Meinel-Preisträger des dies 2013 wurde Nico Lehmann mit der Arbeit zu „Auswirkung einer intensiven Ausdauerbelastung auf die Konsolidierung motorischer Gedächtnisinhalte“. Er belegte Platz eins der Referate der Studierenden, gefolgt von Max Niemeyer. Erster der referierenden Doktoranden wurde Martin Lange, Zweite Anna Baron-Thiene. Den Posterwettbewerb gewann Markus Riedeberger.

Am Mischpult: Dr. Hartmann

Foto: Marcel Lenk

Fakultätsrat & Dekanat Im Sommer 2013 fanden die Fakultätsratswahlen statt. Vertreter der Studierenden sind Christian Bischoff und Daniel Rosenthal. Außerdem dabei: H. Delto (Gleichstellung), A. Hodeck, Dr. Hartmann (Mittelbau) sowie Frau Hünemeyer (sonstige Mitarbeiter_innen). Im Oktober bestätigte der Fakultätsrat Prof. Busse als Dekan und Prof. Alfermann als Prodekanin. Neuerdings gibt es auch eine Prodekanin für Forschung: Prof. Witt. Der SPORTAKUS gratuliert allen Gewählten!

Weitere News ständig aktuell unter www.sportakus-online.de!


SPORT.FAK

Heft 1/2014

von Amelie Heinrich & Sebastian Würfel

Faschingszeit Prof. Größen (Dr. Minow) und Dr. Wahn (Dr. Hartmann) trieben am 11. November zur Faschingsvorlesung erneut ihr Unwesen. Dabei wurden sowohl positive Entwicklungen als auch Missstände kommentiert. Mitarbeiter der Fakultät werden auch 2014 einen eigenen Programmpunkt zum bereits ausverkauften DHfKFasching aufführen, was als Besonderheit im Vergleich zu anderen Faschings gilt. Die Faschingsvorlesung 2014 halten Frau Dr. Streicher und ein noch zu benennender Assistent.

Fakultätskolloquien Am 21.01.14 referiert Dr. Christian Andrä zu Einflussfaktoren auf die kognitive Leistungsfähigkeit, am 04.02.14 stellen Dr. Katharina Eckert und Martin Lange unterschiedliche Methoden zur körperlichen Aktivität einander gegenüber. St. Hoppe hält das letzte Fakultätskolloquium des laufenden Semesters am 18.02.14: Leistungsdiagnostik im Mannschaftssport. Die Treffen finden jeweils von 15.30 bis 17.00 Uhr im Sitzungssaal statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Rückmeldung und Termine Die Rückmeldung zum Sommersemester 2014 ist bis zum 31.01.14 möglich, eine Nachfrist wird bis zum 15.02.14 eingeräumt. Der Semesterbeitrag beträgt 119,50 Euro, fünf Euro mehr als noch im aktuellen Wintersemester. Im Zeitraum vom 06.01.14 bis zum 31.01.14 sind alle Bachelorstudenten des dritten Semesters der Sportwissenschaft dazu aufgefordert, sich im Studienbüro innerhalb der Sprechzeiten für ihr gewünschtes Studienprofil zu bewerben. Die Entscheidung über die Zuordnung wird im Februar 2014 am Studienbüro ausgehängt und auf der Fakultätshomepage bekannt gegeben. Ein Anspruch auf Teilnahme an einem gewünschten Profil besteht ausdrücklich nicht.

Foto: EEA

European Excellence Award für Sportabsolventen

Bewegte Preisträger: v.l.n.r. Claudius & Benedict Rehbein, Nerses Chopurian, Alexander Witt

Bei der Verleihung des „European Excellence Awards 2013“ gewann das Leipziger Unternehmen pioneer communications GmbH den Preis in der Kategorie „Public Affairs“. Die beiden Firmengründer, Sportabsolventen und ehemaligen SPORTAKUS-Redakteure Benedict Rehbein und Alexander Witt setzten sich mit ihrem Team mit der Kampagne „Ringen um Olympia“ gegen vier ebenfalls nominierte Konkurrenten durch. Damit konnte das junge Leipziger Unternehmen erfolgreich zum Erhalt des olympischen Ringens beitragen.

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SPORTAKUS

SPORT.FAK

Duale akademische Trainerausbildung in Leipzig:

Der Lehramtszertifikatskurs Vom Sinn einer doppelten Ausbildung, denn „Doppelt hält besser“

von Anika Schwager Die dreijährige Pilotphase des kombinierten LehrerTrainer-Zertifikatskurses wurde 2013 erfolgreich beendet. Damit ist dieser Kurs ein fester Bestandteil der „neuen“ dualen akademischen Trainerausbildung an der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig geworden, die an die große Tradition der hochqualifizierten Trainerausbildung der ehemaligen Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) anknüpft. Doch trotz mehrerer Informationsveranstaltungen wissen viele Studierende noch nicht um die Existenz dieser Qualifikationsmöglichkeit. Da das Zertifikat für die Lehramtsstudierenden des Faches Sport eine interessante und vor allem zukunftsträchtige Zusatzausbildung darstellt, möchte der SPORTAKUS das Konzept an dieser Stelle vorstellen. Dafür haben wir für Euch noch etwas tiefer hinter die Kulissen geschaut und bei den Verantwortlichen des Programms an der Sportfakultät Prof. Dr. Jürgen Krug und Dr. Bernd Hoffmann vom Institut für Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft (ABTW) nachgeforscht.

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an der Sportwissenschaftlichen Fakultät. Dem gegenüber stehen die leistungssportlichen Ambitionen der Sportverbände in der Nachwuchsförderung. Die kombinierte Lehrer-Trainer-Ausbildung mit der Spezialisierung in einer Sportart versucht diese Lücke zu schließen und bietet gleich mehrere Vorteile. Zum einen ist die finanzielle Sicherheit eines „Lehrer-Trainers“ größer als für einen Trainer im Verband, zum anderen ergeben sich für den so ausgebildeten Lehrer noch breiter gefächerte Einsatzmöglichkeiten an sportbetonten Schulen sowie im Ganztagsangebot. In Zahlen ausgedrückt: Bis 2020 werden 35 Stellen für Trainer im Leistungssport frei, im Vergleich dazu 1500 offene Planstellen für Sportlehrer an Sachsens Schulen. Die Idee zu einer Verknüpfung von Leistungssport und Schule in der universitären Ausbildung gibt es schon lange. Dies

„Wenig Verdienst, Unsicherheit durch kurze Verträge und geringe Erfolgsaussichten lassen das Berufsbild des Trainers für viele unattraktiv erscheinen“ Prof. Dr. Krug

ie hauptamtliche Trainertätigkeit bietet für viele (angehende) Studierende kaum noch Perspektiven, denn die Chance einer der Spitzentrainer Deutschlands zu werden besteht zwar, doch ist der Weg dahin steinig und mit erheblichem Aufwand und jeder Menge Glück verbunden. „Wenig Verdienst, Unsicherheit durch kurze Verträge und geringe Erfolgsaussichten lassen das Berufsbild des Trainers für viele unattraktiv erscheinen“, bilanziert Prof. Krug, Leiter des Zertifikatskurses

begründet sich in einem steigenden Bedarf an qualitativ gut ausgebildeten Trainern im Leistungssport an sich sowie an entsprechend qualifizierten Sportlehrern für die Sportmittelschulen und -gymnasien, den Zentren der Nachwuchsförderung Deutschlands. Bereits 2008 gab es eine erste Arbeitskonzeption zur Etablierung eines weiterführenden Lehramtsstudiums auf Grundlage der seit 2005 laufenden Traineroffensive des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Diese versucht dem prognostizierten Fachkräftemangel im Leistungssport entgegenzuwirken. Der Lehramtszertifikatskurs soll diese Offensive in seiner Konzeption durch die gesellschaftliche und qualitative Aufwertung der Trainertätigkeit mit einem Hochschulab-


chkräftemangel vs. Wege der Trainerausbildung sportpädagogischer Berufsabschluss mit Leistungssportprofil

organisationsinterne Qualifikation (ehrenamtlich/kein Beruf)

Hochschulausbildung (Universität Leipzig)

Ergänzung „Trainer“ (2 Semester)

Le ehramt

he Lösung“ ellungskmal)

Master

(4 Semester)

Bachelor

(6 Semester)

Lizenzausbildung (Sportorganisation)

Diplomtrainer

(DOSB-Trainerakademie)

Trainer A

(Fachverbände)

Trainer B

(Fachverbände)

Trainer C

(Fachverbände) Absolventen Eliteschule(n) des Sports

ni 2011

(derzeit anerkennen Fachverbände ggf. externe Ausbildung für Lizenzvergabe)

Fachkräftemangel vs. Trainerausbildung, Stand Juni 2011

Quelle: LSB Sachsen

Jahren der Präsidialkommission des DOSB, der ständigen Konferenz der Sport- und KultusminisAusbildung unterstützen. ter mit dem Schwerpunkt Leistungssport sowie Eine 2009 eigens gebildete Arbeitsgruppe, dem Kultusministerium vorgestellt. Anschließend bestehend aus Prof. Krug, dem damaligen Deging es mit Unterstützung des Sächsischen kan der Sportwissenschaftlichen Fakultät, einem Staatsministeriums des Inneren, des LSB Sachsen Vertreter des sächsischen Staatsministeriums für sowie des IAT und der Sächsischen OSP in eine Kultus und Sport, dem Direktor des Instituts für zweijährige Projektphase über. Angewandte Trainingswissenschaft (IAT), dem Bereits mit deren Beginn 2011 erkannte Prof. Leiter des Olympiastützpunktes (OSP), dem VizeDr. Beate A. Schücking, Rektorin der Alma Mater präsidenten sowie dem Referenten für LeistungsLipsiensis, die neue Zusatzausbildung an und der sport des Landessportbundes (LSB) Sachsen und Dekan unserer Fakultät Prof. Dr. Dr. Martin Busse dem Leiter des Sportgymnasiums, verglich dazu unterschrieb neben der Prüfungs- und Studienorddas Curriculum für das Lehramt mit dem Lehrpronung mittlerweile eine ganze gramm der Trainerakademie Reihe an KooperationsvereinKöln für die A-Trainer-AusbilNationalverbände: dung und den Diplomtrainer u.a. Kanu, Judo, Schwimmen, barungen - unter anderem mit den Spitzensportverbänden sowie mit den Curricula der Turnen, Ski nordisch, Kanu, Judo, Schwimmen, Sportfachverbände. Das daLeichtathletik, Radsport Turnen, Ski nordisch, Leichtbei erarbeitete Konzept wurathletik und Radsport sowie › de in den folgenden zwei schluss und einer zusätzlichen pädagogischen


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SPORT.FAK den Sächsischen Landesverbänden Handball, Volleyball und Tennis. Durch die Kombination der universitären Lehramtsausbildung mit Bachelor- und Master-Modulen aus dem Sportwissenschaftsstudium sowie einer Kooperation mit den Landessportverbänden ergibt sich laut Prof. Krug somit nicht nur eine duale sondern darüber hinaus eine vernetzte Zusatzausbildung. Im Zertifikatskurs werden Module aus dem Bachelor-Studium mit dem Profil „Leistungs-, Wettkampf- und Vereinssport“ sowie Module aus dem Master „Diagnostik und Intervention“ mit insgesamt 70 Leistungspunkten studiert, welche die angestrebte Qualifikation als hoch spezialisierter Trainer für die gewählte Sportart ermöglichen und validieren. Je nach Abstimmung mit den beteiligten Sportfachverbänden wird in der jeweiligen Sportart mit Abschluss des Studiums die Trainer-B- oder A-Lizenz vergeben. Schwierigkeiten bei der Zusatzausbildung ergeben sich in der Organisationsstruktur jedoch vor allem bei der Koordination mit dem Zweitfach im Lehramtsstudium. Zur möglichst effektiven Gestaltung des Studienablaufes wird den Studierenden daher im Rahmen der Zusatzausbildung gestattet die zugehörigen Moduleinheiten frei zu Struktur des Lehramtszertifikatskurses

„Wir hatten bisher in einigen Sportarten leider nur eine sehr geringe Bewerberzahl, so dass bestimmte Kurse, zum Beispiel im Radsport, nicht stattfinden konnten.“ Dr. Hoffmann

planen. Laut Studienordnung kann der so entstehende Mehraufwand nur über eine Verlängerung der Regelstudienzeit für das komplette Lehramtsstudium um ein Jahr erreicht werden. Mit Abschluss des Kurses erhalten die Studierenden ein „Diploma Supplement“ in deutscher und englischer Sprache, über dessen Anerkennung im Ausland jedoch nur spekuliert werden kann, weil dazu bisher nichts bekannt ist. Auch die Anerkennung der Trainer-Lizenzen gilt bisher nur für die deutschen Sportverbände als Grundlage für eine Trainertätigkeit. „Allerdings gibt es dazu Abstimmungen in einem 2007 gegründeten European Coaching Council, welches im Ergebnis eines von der Europäischen Kommission

Quelle: spowi.uni-leipzig.de/studium/lehramtszertifikatskurs


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Heft 1/2014 geförderten Projekts die Einführung eines Referenzrahmens für die Lizenzierung von Trainerausbildungsprogrammen beschlossen und dadurch einen wesentlichen Schritt zur Anerkennung des Trainerberufs als reguläre Profession unternommen hat“, erklärt Dr. Hoffmann. Der Kurs kann von allen Lehramtsstudierenden absolviert werden, insofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, wie beispielsweise eine mehrjährige Trainings- und Wettkampferfahrung oder eine Trainer-C-Lizenz in der Spezialsportart. Aktuell sind 26 Studierende der Fakultät in den Zertifikatskurs eingeschrieben, allein acht sind dieses Semester dazu gekommen. „Der Kurs kommt also ins Rollen und damit werden auch die Lehrverantwortlichen in den Sportarten mit einer größeren Teilnehmerzahl konfrontiert, was ein guter Nebeneffekt des Zertifikatskurses ist“, findet Dr. Hoffmann und führt weiter aus: „Wir hatten bisher in einigen Sportarten leider nur eine sehr geringe Bewerberzahl, so dass bestimmte Kurse, zum Beispiel im Radsport, nicht stattfinden konnten.“ Prof. Krug ergänzt: „Wir haben die Hoffnung, dass sich der Zertifikatskurs weiter etabliert, trotz der Schwierigkeiten in der Organisationsstruktur im Lehramt.“

mischen Gründen nicht in jedem Jahr die entsprechenden Lehrveranstaltungen durchgeführt werden können, gibt es eine gewisse bedarfsgerechte Steuerung des Bewerberangebotes. Umfassende Informationen zu Bewerbung, Ablauf und Voraussetzungen finden sich auf der Homepage der Sportwissenschaftlichen Fakultät (siehe Info-Kasten Eckdaten). Wer sich gerne persönlich

Da die Bewerberzahlen für die Sportarten von Jahr zu Jahr sehr variieren und aus ökono-

informieren möchte, für den steht Dr. Hoffmann als Ansprechpartner zur Verfügung.

Eckdaten •• Abschluss: Zertifikat („Diploma Supplement“) •• Regelstudienzeit: 12 Semester (studienbegleitend) •• Verlängerung des Lehramtsstudiums: um zwei Semester •• Leistungspunkte: 70 •• Beginn: jedes Semester •• Bewerbung & Studiendokumente: http://www.spowi.uni-leipzig.de/studium/ lehramtszertifikatskurs •• Kontakt: bhoff@rz.uni-leipzig.de

IMPRESSUM Ausgabe:

Nr. 1 | Jahrgang 15 | Januar 2014

Redaktionsschluss: 12. Januar 2014 Herausgeber:

Student_innenRat der Universität Leipzig AG Projekt „Sport & Medien“ - SPORTAKUS

Chefredaktion:

Rick Jakob

Anschrift:

Jahnallee 59, 04109 Leipzig

Poststelle Sportwissenschaftliche Fakultät Postfach 44.

E-Mail:

chefredaktion@sportakus-online.de

Internet:

www.sportakus-online.de

Telefon:

0341 - 97 31 684 (Redaktion)

Druck:

www.diedruckerei.de

Mentor:

Dr. Christian Hartmann

Autoren & Mitarbeiter: Vicky Andrä, Sebastian Ebell, Stefanie Freier, Ronny Fudel, Simone Gerbet, Jan Grönewald, Amelie Heinrich, Julian Kornet, Thomas Roth, Anika Schwager, Marta Swiatlon, Helen Theißen, Sebastian Würfel. Anmerkungen: Alle Rechte und Irrtümer vorbehalten. Die Zeitschrift und die in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandtes Material keine Gewähr. Die Redaktion behält sich bei der Veröffentlichung von Zuschriften das Recht sinnwahrer Kürzungen vor. Alle verwendeten Logos sind Eigentum der jeweiligen juristischen Person. SPORTAKUS - Projekt „Sport & Medien“ ist eine Arbeitsgruppe des StuRa der Universität Leipzig.

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Herzlich Willkommen Vorgestellt: Vier Mitarbeiter der Sportwissenschaftlichen Fakultät Als neues Gesicht in der Schwimmhalle kann man Alexandra Hesse nicht bezeichnen. Die gebürtige Leipzigerin schwamm hier bereits etliche Bahnen während ihrer Zeit als aktive Sportlerin.

Foto: privat

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Die wichtigsten Leute sitzen im Keller. Das trifft nicht nur auf den SPORTAKUS zu, sondern besonders auf die Betriebstechniker mit den Hausmeistern und deren neuem Kollegen Ralf Pappler.

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hre ersten Züge machte sie im altehrwürdigen Schwimmstadion (siehe S. 48) bei Otto Sperling, dem Vater des aktuellen Fachgebietsleiters und SPORTAKUS-Ehrenmitglieds Dr. Wolfram Sperling. Später studierte Hesse an der HTWK Energie- und Umwelttechnik sowie Sports Engineering im Master an der TU Chemnitz. Ursprünglich beabsichtigt war eine Karriere in der Raumfahrttechnik, „aber da fehlte mir der Bezug zum Menschen“, so Alexandra Hesse. Nach einer Zwischenstation in der Fachgruppe Boxen im IAT kam sie durch ihre Vor-

ntreffen kann man Ralf Pappler aber nahezu überall. „Wir haben verschiedene Aufgaben in der Schwimmhalle, den Grünanlagen oder im Medienlabor und dabei viel Kontakt zu den Mitarbeitern“, beschreibt der gelernte Betriebselektriker seinen neuen Job, durch den er gleich ein Hobby gefunden hat: „Beim Hochschulsport Tischtennis bin ich zwar der Älteste, aber es macht sehr viel Spaß.“ Ein schwarz-gelber Dynamo-Aufkleber

gängerin Janina Götz, bei der sie ihre Masterarbeit schrieb, an unsere Fakultät. Ganz zufällig war die Sache mit dem Alexandra Hesse Boxen übrigens nicht: „Ich bin großer Rocky-Fan und habe ein halbes Jahr in Frankreich geboxt“. Sehr am Herzen liegt ihr außerdem ihr Kinderkurs: „Eine gute Erstausbildung im Schwimmen ist enorm wichtig. Einige Kurse befähigen gerade so zum Überwasserhalten. Das finde ich fahrlässig.“ Nächstes Ziel ist nun die Promotion: „Ich arbeite an einem Feedbacksystem für blinde Schwimmer.“ Auch privat ist der Schwimmsport Teil ihres Lebens. Mit dem Post SV Leipzig nimmt sie noch regelmäßig an Wettkämpfen teil.

auf seinem Schrank verrät, dass nicht alles in Leipzig seine Leidenschaft entfacht hat. Der Dresdner zog erst vor einem Jahr in die Messestadt. Als Ralf Pappler Kulturliebhaber hat er sich natürlich Plagwitz als Wohnort ausgesucht. In Dresden lebte Ralf im Haus des Programmkinos Casablanca, Filmkunst zählt dabei zu seinen vielen Freizeitbeschäftigungen. Deshalb gehört das Kulturcafé Telegraph nicht nur wegen des guten Essens zu seinen Lieblingsplätzen. Außerdem mag er an Leipzig die Weltoffenheit und die Kulturszene: „Das liegt sicher auch daran, dass die Studenten hier im Gegensatz zu Dresden direkt in der Stadt sind.“ Und doch fehlt ihm etwas: „Ich gehe gern wandern. Die sächsische Schweiz ist nun etwas weit entfernt.“


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an der Sportfakultät von Ronny Fudel & Jan Grönewald

Ein Leipziger durch und durch: Mit Maik Winkler hat nun ein Leipziger Eigengewächs das Fachgebiet Volleyball übernommen und ist jetzt für korrektes Baggern an der Fakultät zuständig.

Foto: privat

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Die Managerin der Manager. Sabrina Wendt, neue Sekretärin im Fachgebiet Sportmanagement, ist ein wahres Multitalent und organisiert die Unternehmensführer und Marketingexperten.

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er einzige Ortswechsel in seiner bisherigen akademischen Laufbahn war ein Gang über die Straße. Nach dem Abitur am Sportgymnasium Leipzig machte der Sachse 2012 sein Diplom der Sportwissenschaft an unserer Fakultät und ist nun erneut im ersten Semester, diesmal als Lehrkraft. Wenn er nicht gerade in der GutsMuths-Halle lehrt oder für die GSVE Delitzsch in der zweiten Bundesliga schmettert, dann forscht der Zweitli-

or drei Jahren kam die Ulmerin aufgrund ihrer Ausbildung nach Leipzig. An der Gutenbergschule lernte sie Fremdsprachenkorrespondentin und genoss dabei eine sehr vielseitige und praxisorientierte Lehre. „Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass mir BWL einmal so viel bringen würde“, lacht sie. Nun fühlt sie sich in ihrem Job und unter ihren Kollegen sehr wohl und betont die freundliche Umgangsweise am Institut. Zu ihren

gameister von 2012 am Insitut für Sportmedizin an den positionsspezifischen Energieumsätzen in seiner Sportart und hofft, sich eines TaMaik Winkler ges seinen großen Wunsch zu erfüllen: ein Haus am See. Die Entscheidung in der fünften Klasse pro Volleyball und kontra Rugby erwies sich also als die richtige Wahl des 27-Jährigen, der es im Sand wie in der Halle kann, was der fünfte Platz bei der Deutschen Meisterschaft im Beachvolleyball 2009 belegt. Wäre es trotz allen Talents nichts geworden mit der Stelle an der Sportwissenschaftlichen Fakultät, so erzählt der Außenangreifer, hätte er seine redaktionelle Mitarbeit in der Sportredaktion des MDR weiter intensiviert - natürlich in Leipzig.

Aufgaben gehört neben der Organisation unter anderem die Vorbereitung der Präsentationen oder das Korrekturlesen wissenschaftlicher Sabrina Wendt Beiträge. Ihr Auslandssemester verbrachte sie in der belgischen Hauptstadt Brüssel, wo sie als Assistentin bei ARAG arbeitete und vor allem als Übersetzerin fungierte. „Offiziell spricht man da Französisch, aber die Stadt ist multikulturell“, berichtet sie. Sprachen sind ihre große Leidenschaft. Im Moment lernt sie am Sprachenzentrum der Universität Altgriechisch, was mit ihrem Hobby zu tun hat: „Ich lese oft aus der Originalversion der Bibel.“ Irgendwann möchte sie gern noch einmal als ehrenamtliche Helferin in ein Entwicklungsland gehen.

Fotos (2): rf|SPORTAKUS


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Nandesuka „Koordination“? von Sebastian Würfel Koordination, koordinative Fähigkeiten!? - Noch sind das relativ unbekannte Begriffe in der japanischen Sportwissenschaft. Das soll sich ändern. In Kooperation mit der Fakultät können Sportwissenschaftler aus Japan nun offiziell das Zertifikat "Koordinationstrainer/in" erhalten.

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n der letzten Novemberwoche des abgelaufenen Kalenderjahres 2013 fand der neunte Intensivkurs zu koordinativen Fähigkeiten in Japan statt. Das Programm wurde unter Kooperation des Leipziger Fachgebiets Sportmotorik, Institut für Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft (ABTW) und der japanischen Kooperationsgesellschaft

schaftlichen Austausches ist die motorische Fähigkeit „Koordination“ jedoch zunehmend in den Fokus des sportpraktischen Interesses der Japaner gerückt. An dem Zertifikatskurs können pro Jahr 20 japanische Interessenten teilnehmen. Ein Teil der Ausbildung erfolgt in Leipzig, der andere an verschiedenen japanischen Universitäten. Die beiden Workshops behandeln vorrangig koordinative Fähigkeiten sowie deren Zusammenhang mit Fitness und Möglichkeiten der Talenterkennung. Damit die Kursteilnehmer auch einen praktischen Einblick gewinnen können, hospitieren sie in Lehrveranstaltungen zur Ausbildung koordinativer Fähigkeiten an der Fakultät. Für

einen erfolgreichen Abschluss für Leipziger Sportwissenschaft Zertifikat Koordinationstrainer_in für müssen die Teilnehmer neben e.V. (KoLeSpo) ausgearbeitet. japanische Studierende den beiden Kursen ein PraktiNach Informationen von kum in einem japanischen Verein oder einer japaDr. Christian Hartmann (Fachgebietsleiter Sportnischen Schule absolvieren, einen Praktikumsbericht motorik), der die Kontakte eingefädelt hat und schreiben und am Ende eine 45-minütige mündliche die Kooperation aufrecht erhält, bestehen die Prüfung bestehen. „In Japan ist mittlerweile ein richBeziehungen zwischen den beiden Einrichtungen tiger Hype um das Thema mit unglaublichen Auswirbereits seit längerer Zeit, jedoch trat die offizielle kungen entstanden. Die Studierenden sind begeisKooperationsvereinbarung erst zum 01.01.2013 tert und fragen sich, warum Koordinationstraining in Kraft. Damit können japanische Sportwissennicht Teil der dortigen Ausbildung ist“, schätzt C. schaftler_innen nun das Zertifikat „Trainer/in für Hartmann die Resonanz in Japan ein. koordinative Bewegungskompetenz“ erhalten. Seltsamerweise gibt es eine Ausbildung zur KoorBis heute gelten für die Mehrheit japanischer dinationstrainer_in nicht in Deutschland. Also müssen Sportexperten informationelle Steuerprozesse und eben „Konditionstrainer_innen“ an Olympiastützihr Einfluss auf die sportliche Leistung als relativ neue punkten auch ein integratives Koordinationstraining Erkenntnisse. Deshalb erfolgt die sportliche Ausbildung dort noch hauptsächlich auf Basis der Konditionierung, welcher die drei Säulen Kraft, Ausdauer und Disziplin zugrunde liegen. In Folge des wissen-

durchführen. Dazu meint Hartmann augenzwinkernd: „Die Idee eines Rückimportes des Zertifikats nach Deutschland bleibt natürlich eine Möglichkeit.“


ITK-Alumnicamps - ein voller Erfolg für beide Seiten Fotos (2): ITK Nach der Premiere in Costa Rica im Mai 2013 haben die Internationale Trainerkurse (ITK) im vergangenen November in Brasilien ihr zweites Alumnicamp ausgerichtet. Mit dem Ziel die Camps langfristig als feste Größe im Alumniprogramm zu etablieren, war das Brasiliencamp weit mehr, als eine reine Eventmanagementfortbildung im Land der Mega-Events.

von Jan Grönewald

Die 20 ehemaligen Studierende des ITK sowie Gäste der Universidade Federal do Rio Grande do Sul (UFRGS) lernten neue Perspektiven im Bereich Sportmanagement kennen, jedoch fand ein Erkenntnisgewinn auf beiden ormalerweise Seiten statt: „Ich war sehr gibt Alexanüberrascht über die doch der Hodeck vielen kritischen Stimmen als wissenschaftlicher den zwei Großevents geMitarbeiter im Fachgegenüber“, so Hodeck, der biet Sportmanagement diese internationale ErfahVorlesungen und Serung in seine kommenden minare. Vom 28. OkLehraufgaben in Leipzig Turnierorganisation: A. Hodeck erklärt die Theorie. tober bis zum 7. Noeinfließen lassen will. vember des letzten Jahres hatte er jedoch ein etwas Neben aller theoretischer Aus- und Weiterbildung anderes Publikum, als er mit Christian Dahms vom Inist das Ziel der ITK mit der Einführung der Alumnistitut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) und camps das große internationale Potenzial der FakulITK-Geschäftsführer Daniel Eckert-Lindhammer nach tät besser zu nutzen. „Unser Plan ist es, weltweite Porto Alegre (Brasilien) zum ITK-Alumnicamp reiste. Partnerschaften aufzubauen sowie die Entwicklung „Durch die Fußball-WM 2014 und Olympia 2016 des weltweiten Breitensports zu fördern“, beschreibt in Rio de Janeiro ist das Thema ‚Events‘ zwar sehr präEckert-Lindhammer das Ziel der Alumnicamps. „Wir sent in Brasilien, allerdings darf dabei nicht der Breihaben mehr als 4.000 Alumni aus über 145 Läntensport vernachlässigt werden“, erklärt Hodeck die dern, das ergibt ein riesiges Potenzial für die FaBedeutung des vom Auswärtigen Amt im Zuge des kultät.“ So ist nun eine Kooperation mit der UFRGS „Deutschlandjahres in Brasilien“ finanzierten Camps. geplant, von der die Studenten in Form von StudienGemeinsam mit Dahms hielt er Vorträge, leitete und Praktikumsplätzen profitieren werden, wie es Seminare zur Veranstaltungsorganisation und Nachbereits nach dem ersten Camp geschah. haltigkeit im Sport und nahm am Höhepunkt des Auch in den kommenden Jahren sollen weitere Camps, einer Podiumsdiskussion mit Vertretern des Alumnicamps folgen. Das Nächste ist in Ägypten im

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brasilianischen Nationalen Olympischen Komitees und dem dazugehörigen Organisationskomitee über die Nachhaltigkeit der Olympischen Spiele, teil.

Fachgebiet Handball geplant, so dass weltweite Vortragsreisen Leipziger Sportwissenschaftler bald zur Normalität zählen werden.

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Steinzeit oder Zwanzig Vierzehn? „Spätestens zum Wintersemester 2007/2008 muss die Einführung einer Online-Einschreibung gelingen, will sich die Universität nicht als unfähig erweisen.“ Dies schrieb der SPORTAKUS im Januar 2007, als die Einführung eines Online-Einschreibesystems wieder einmal gescheitert war: Nun, sieben Jahre später, scheint die SpoWi noch immer nicht im internetfähigen Zeitalter angekommen.

von Helen Theißen

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or vier Jahren hieß es: Das AlmaWeb, vollständig als Campus Management System der Alma Mater Lipsiensis bezeichnet, solle ab 2013 alle Prozesse um die Bereiche Studium und Lehre verwalten. Doch die Einführung verschob sich immer wieder. „In den Jahren 2011 und 2012 fanden umfangreiche Tests und verschiedene Pilotbetriebe statt, wobei sich zeigte, dass die Einführung der Software ein höheres Maß an zeitlichen und personellen Ressourcen in Anspruch nehmen würde als Karikatur: ht|SPORTAKUS

Wann kommt die Fakultät in der Moderne an?

ursprünglich angenommen“, rechtfertigen sich die Projektverantwortlichen. Einen Lichtblick gibt es immerhin: Seit Dezember 2013 wird einzig der Bereich Bewerbung und Zulassung zu Studiengängen durch das neue System verwaltet - allerdings immer noch abgesichert durch einen Parallelbetrieb der alten Systeme. Ausgewählte Studiengänge mit minimalen Verflechtungen und geringen Studierendenzahlen sollen ab dem Sommersemester 2014 im „Kleinen Regelbetrieb“ komplett durch AlmaWeb betreut werden. Wann dann sukzessive alle anderen Studiengänge in das neue System übergehen werden, das soll im Januar 2014 erarbeitet sein und dem Rektorat vorgelegt werden. Es scheint ein weiter und langer Weg zur vollständigen Übernahme und die Sportwissenschaftliche Fakultät ist noch immer fernab von jeglicher Modernität. Das ärgert nicht nur viele Studierende, sondern vor allem das Prüfungsamt der SpoWi: „Keiner freut sich mehr als wir, wenn die Einschreibung endlich online stattfindet!“, betont Frau Nedeltschewa vom Prüfungsamt. „Für hunderte von Studenten Zettel tippen, drucken, auschneiden, verteilen. Das ist ein enormer Aufwand“, so Nedeltschewa. Da niemand wisse, wann das neue System an der Sportfakultät ankommen werde, sei der Aufwand für eine vielleicht nur einjährige Laufzeit ein eigenes TOOL zu eröffnen zu groß, erklärt Nedeltschewa. So bleibt allen nur das Abwarten. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, denn

Hammerhart: Einschreibung an der Sportfakultät 2014

andere Fakultäten beweisen bereits, dass eine Online-Einschreibung nicht unmöglich ist. Irgendwann wird es auch die Sportwissenschaftliche Fakultät schaffen endlich im 21. Jahrhundert anzukommen.


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SpoWi-Newsticker

SATIREZONE

++++Läuft es heißkalt den Rücken herunter: Olympische Sportler in Sotschi versehentlich für Winter ausgestattet++++ ++++Schwimmfest: Zu hoher Muskeltonus verhindert Hobusch-Sieg++++ ++++Kann Busse nicht mehr sehen: Sehbehinderter Sportstudent fährt ab sofort mit Fahrrad++++ ++++Verreckt: Turnunfall endet tödlich++++ ++++Preie Fresse: Journalist in Russland hatte eigene Meinung++++ ++++Bleibt dem Beckenrand treu: Gynäkologe sagt Umschulung ab++++ ++++Aufschlagrecht: Tennisspieler bekommt Landeerlaubnis für Fallschirmsprung++++ ++++Beinschuss: Kolumbianischer Flügelstürmer gewaltsam gestoppt++++ ++++Eiskalt vor dem Tor: In den USA gefrieren auch Sportplätze++++ ++++Wühlt im Strafraum: JVA-Insasse sucht Freigang++++

Von Professor zu Professorin Liebe Freund_innen, Deutsche Sprache, schwere Sprache. Diese Feststellung machen nicht nur deutschlernende Ausländer_ innen, sondern auch regelmäßig eigentlich der deutschen Sprache mächtigen Bürger_innen. Beschäftigt man(n oder frau) sich intensiver mit der in letzter Zeit an der Universität Leipzig geführten Diskussion um die Professoren, Professorinnen oder Professor_innen, stößt man unvermeidlich auf das Genus - das grammatikalische Geschlecht der Wörter.

von Simone Gerbet bei einigen Nomen leider immer noch Unklarheit

ass DIE Frau weiblich, und DER Mann männlich ist, scheint dabei ziemlich logisch. Auch DAS Geschlecht oder DAS Kind leuchtet noch ein. Warum aber ist DIE Gabel weiblich und DER Löffel männlich, wo doch DAS Messer sächlich oder neutral ist? Versucht das mal Ausländer_innen zu erklären. Die Brit_innen machen sich das deutlich einfacher

über das biologische Geschlecht des_der Betroffenen. DAS Mädchen ist sprachwissenschaftlich neutral, in der Biologie aber doch wohl eindeutig weiblich. Oder? Hier öffnet sich die Lücke für den Gender_Gap. Der Gedanke dahinter greift viel tiefer in die Geschlechter-Darstellung als landläufig angenommen. Fühlten sich die Frauen bei der Schreib- und Sprechweise „Professoren“ vernachlässigt oder die Männer, wenn künftig nur noch von „Professorinnen“ die Rede ist? Wie müssen sich dann all diejenigen fühlen, die sich abseits des üblichen Mann-Frau-Schemas verstehen? Unmögliche Umschreibungen und Rumgestotter

und verwenden einfach überall „the“. Spezielle Endungen für männliche und weibliche Wörter gibt es dort nicht (mehr). Aber zurück zu allen Deutschsprecher_innen: Haben wir mühevoll das Geschlecht des Wortes bestimmt, herrscht jedoch

wären die Folge, würde man versuchen auch auf inter- oder transsexuelle Professierende einzugehen. Wie gut, dass es da den Gender_Gap gibt, der zwischen Professor und Professorin noch Spielraum für mehr lässt.

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Fotos: PK|Fotografie

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Collage: sewu


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Olympia - Studium

... und wieder zurück

Absolvent Andreas Schlütter im Portrait von Amelie Heinrich Andreas Schütter, mehrfacher Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften und olympischen Winterspielen im Skilanglauf, drückte nach seiner aktiven Karriere nochmals die Schulbank - besser gesagt, die harten Holzklappstühle der Hörsäle in der Jahnalle. Mit Erfolg! Nach Abschluss des Masters „Diagnostik und Intervention“ im Jahr 2012 kehrt er nun in den internationalen Wettkampfzirkus zurück: als verantwortlicher Trainer der deutschen Langlauf-Herren.

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bwohl schon vor Beginn des Studiums im Besitz der Trainer A- Lizenz beschäftigten Schlütter Fragen, die über die Inhalte einer Trainerausbildung hinausgehen. „Ich wollte die Dinge um den Sport, um das Training, die Sportpolitik usw. von Grund auf verstehen. Deshalb habe ich mich entschieden, das Sportstudium zu beginnen. Die Bedeutung, die der Oberhofer der studentischen Ausbildung in Leipzig im Vergleich zur reinen Trainerausbildung zuschreibt, basiert vor allem auf der Klärung von Zusammenhängen und einer Erweiterung und Vertiefung des eigenen Wissens. „Sportmedizin, Pädagogik, Psychologie, Trainingsmethodik, Fragen der Selbstorganisation und Organisation übergeordneter Dinge... Es gibt Vieles, das ich aus meiner Studienzeit mit in meine jetzige Trainertätigkeit einfließen lassen kann“, berichtet Andreas. Besonders jedoch profitiere er von den Fähigkeiten und Fertigkeiten, die er in seinem Fachgebiet, dem Wintersport, erwerben konnte. Neben inhaltlichen Aspekten war auch die unterschiedliche Art und Weise, in der die Dozenten ihre Lehrveranstaltungen durchfüh-

Foto: privat

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Weltmeister, Master, Cheftrainer: Andreas Schlütter hat schon viel erreicht - und noch viel vor. ren, für Andreas interessant und ein Richtungsweiser für den Umgang mit zukünftigen Situationen. Einige Fragen, auf die der ehemalige OlympiaZweite in seiner jetzigen Tätigkeit stößt, wurden jedoch auch während des Studiums nicht gestellt: „Es gibt genügend Experten auf verschiedensten Gebieten des Sports. Ich bin der Meinung, dass man insbesondere von diesen Experten lernen sollte. Ich glaube, das wäre ein Punkt, in dem sich die Lehre an der Fakultät noch weiter verbessern könnte“, findet Andreas. Mit dem Hintergrund des ehemaligen Spitzenathleten, ausgebildeten Trainers und Hochschulabsolventen kehrt der Oberhofer ja vielleicht einmal als ein solcher Experte an die Sportwissenschaftliche Fakultät zurück, um seinen Teil zu der engeren Verknüpfung zwischen Praxis und Theorie beizutragen.


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Campen mit Erfolg Die Icefighters „zelten“ schon ihre zweite Saison in Taucha

Volles Zelt: Die Fans feiern ihre Mannschaft nach dem Derby-Sieg gegen die Saale Bulls aus Halle. Im Leipziger Eishockey läuft es richtig gut. Die Mannschaft ist mit weitem Abstand Tabellenführer der drittklassigen Oberliga Ost, die Eisarena bei Heimspielen gut gefüllt und nur positive Nachrichten beherrschen die Medien. Das war jedoch nicht immer so.

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or anderthalb Jahren standen sie noch kurz vor dem Aus. Ihre Heimat, die IceArena in der Messehalle Sechs auf dem alten Messe-

gelände wurde abgerissen und die Icefighters waren ein Eishockey-Verein ohne Eisfläche. Innerhalb von nur drei Wochen wurde von den Klub-Verantwortlichen und über 100 ehrenamtlichen Helfern eine Zeltkonstruktion in Taucha errichtet, die als neue Heimstätte der Torjäger auf Kufen dient. „Es ist brutal laut, genauso wie in einem richtigen Eisstadion“, schwärmt Stürmer Hannes Albrecht von der Stimmung in der dicolor-EisArena Taucha, in der jetzt sogar aufgrund der hohen Nachfrage die Zuschauerkapazität um 500 Plätze auf 2.500 aufgestockt werden musste. Das Derby gegen die Saale Bulls aus Halle im November letzten Jahres, das die Icefighters 6:5 gewannen, war restlos ausverkauft. Laut Geschäftsführer André Krüll (44) hätte die doppelte Anzahl an Tickets verkauft werden können. Der hohe Andrang kommt nicht von ungefähr, denn die Icefighters führen die Liga mit großem Vorsprung an. „Unser Ziel bleibt der Gewinn der

Meisterschaft, was dann kommt, schauen wir mal“, sagt der 24-jährige Hannes über die Ambitionen der Leipziger. Der Aufstieg sei erst langfristig vorgesehen. Sein persönliches Ziel sei nun der BachelorAbschluss, so der Sportwissenschafts-Erstsemestler. Der gebürtige Leipziger kam vor der Saison aus seiner sportlichen Heimat Crimmitschau, wo er vier Jahre als Vollprofi Zweitligaerfahrung sammelte. Nun ist er Vollstudent, der jeden Abend Block und Stift gegen Schläger und Puck tauscht. „Das Studium steht nun an erster Stelle. Ich könnte mir vorstellen, später in Richtung Trainer oder Sportpsychologe zu gehen“, erzählt der Icefighter, „aber mein Traum ist es, mit Leipzig in die zweite Liga aufzusteigen.“ Dafür soll dann ein zweitligareifes Eisstadion in Taucha entstehen. Um dies zu finanzieren und die Kosten

Foto: Marco Lang

Foto: Mario Winkler

von Jan Grönewald

Derbysieger: SpoWi-Stürmer Hannes Albrecht bejubelt seinen Siegtreffer in letzter Sekunde. des Zeltaufbaus weiter abzuzahlen, startete der Verein nun die Initiative „Wir bleiben hier“, bei der Fans und Unternehmen Eisfläche erwerben können. Für die Mannschaft sei es egal, unter welcher Art Dach sie spiele, meint Hannes, denn mittlerweile habe das Zelt einen richtigen „Kultstatus“ erreicht. Es bleibt also abzuwarten, wann im Leipziger Eishockey wieder die Zelte abgebaut werden - diesmal im positiven Sinne.


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DLRG-Wasserrettung Viel mehr als nur Badeaufsicht Rettungsschwimmer… Das „Kopfkino“ könnte kaum kontroverser ausfallen als beim Gedanken an diese Alltagshelden. Die kleinen und naiven Wasserratten haben zumeist sofort das Bild eines dicken, strengen, zumeist älteren Mannes im Kopf, der den ganzen Tag in einem Plastikstuhl am Schwimmbecken sitzt und mit energischer Stimme das Herumrennen und Springen vom Beckenrand untersagt. Ein breites Grinsen setzt sich unterdessen bei den etwas Älteren ins Gesicht. In ihren Gedanken springen sexy Baywatch-Nixen in knappen roten Badeanzügen am Strand entlang oder es stehen gut gebräunte junge Männer mit Sixpacks und Ferngläsern auf dem Wachturm. Das ist jedoch deutlich zu kurz gegriffen, deshalb berichtet der SPORTAKUS vom Alltag der Rettungssportler und Wasserrettungsdienstler der DLRG Leipzig e.V..

von Simone Gerbet

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ast jeder hat sie schon einmal gesehen, in den Hallen- und Freibädern Leipzigs oder am Ufer des Kulkwitzer Sees: die Jungs und Mädels in den roten und gelben Klamotten mit der Aufschrift Wasserrettung DLRG. Sie sichern den Badebetrieb ab und helfen bei kleineren und größeren Notfällen - ehrenamtlich. Es besteht ein Kooperationsvertrag mit der Sportbäder Leipzig GmbH, die bei Bedarf Rettungsschwimmer anfordern kann. Pro geleistete Stunde gibt es für die Rettungsschwimmer eine Aufwandsentschädigung von vier Euro. Seit letztem Jahr wird auch der Strand am Kulkwitzer See von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft bewacht. Die Wachstation in der Seestraße, die bis zur Saison 2012 noch von der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes betrieben wurde, ist je nach Wetterbedin-

gungen von Mai bis September an den Wochenenden und durchgängig während der Sommerferien besetzt. Diese Saison konnte gut abgedeckt und die Wache stets mit wenigstens drei Personen besetzt werden, berichtet Roman Siegel, Mitglied und Ausbilder bei der DLRG Leipzig. Schwere Vorfälle gab es zum Glück nur wenige, darunter vor allem Erste-Hilfe-Einsätze. Für den Wachdienst am See gibt es 20 Euro Aufwandsentschädigung pro Tag. Zudem besteht für Jugendliche die Möglichkeit eines „Schnupperpraktikums“, was 2013 von vielen jungen Einsatzfreudigen genutzt wurde. Gern würde die DLRG auch die Absicherung am Cospudener See übernehmen, doch dazu fehlt es aktuell noch am nötigen Rettungspersonal. Die Wache am „Cossi“ bleibt aber auf der Liste der Ziele für die kommenden Sommer. Ganz andere Ziele für 2014 mit der DLRG hat Eric Rabsch. Obwohl man ihn im Sommer auch fast täglich am Kulkwitzer See antreffen kann, ist er in einer ganz anderen Abteilung des Vereins aktiv: Er trainiert mit der Wettkampfmannschaft OpenWater für das nächste Ocean Event. Nie

Lust auf Wachdienst? •• Organisation durch: Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Leipzig e.V. •• Aufwandsentschädigung: Kulkwitzer See: 20,- € pro Tag Leipziger Bäder: 4,- € pro Stunde •• Ansprechpartner: Thomas Ulrich •• weitere Infos: http://bez-leipzig.dlrg.de/angebote/ wasserrettungsdienst.html


L.E.SPORT

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Pool-Disziplinen

Freiwasser Die sogenannten Ocean Events kommen ursprünglich

sich die Rettungsschwimmer in der Schwimmhalle unter Zeitnahme bei verschiedenen Schwimm- und Rettungsaufgaben mit der Rettungspuppe, Flossen und Gurtretter. Weitere Infos zu den Einzeldisziplinen unter: http://www.dlrg.de/sport/ informationen/disziplinen/ pool.html

aus Australien und werden in offenen Gewässern ausgetragen. Beim Kampf gegen Sand und Wellen mit Rettungsboard und -kajak siegt, wer als erster durchs Ziel läuft. Weitere Infos unter: http://www.dlrg.de/sport/ informationen/disziplinen/ freigewaesser.html

IRB-Disziplinen Hier sind alle Freunde des schnellen Schlauchboots genau richtig. Mit den speziell für die Wasserrettung entwickelten Inflatable Rescue Boats (IRB) werden verschiedene Wettkämpfe in der Rettung einzelner oder mehrerer Personen ausgetragen. Weitere Infos unter: http://www.dlrg.de/sport/ informationen/disziplinen/inflatable-rescue-boats-irb.html Fotos (3): DLRG Mediathek

Bei diesen in Europa entstandenen Wettkämpfen messen

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gehört? Die Sportart nennt sich Rettungssport und unterscheidet drei Hauptdisziplinen. Vor etwa zehn Jahren schwappten die Outdoor-Disziplinen von Übersee nach Deutschland herüber, seit drei Jahren werden sie auch bei der DLRG in Leipzig trainiert und wettkampfmäßig betrieben. Von Anbeginn war auch Eric Rabsch mit dabei. „Es macht einfach mehr Spaß als die Indoor-Disziplinen“, findet er. Bei Einzelwettkämpfen gilt es sechs verschiedene Aufgaben zu bewältigen, bei den Team-Disziplinen sind es vier. Trainiert wird im Sommer selbstverständlich draußen, zwei- bis dreimal pro Woche auf dem Gelände des Kanu- und Freizeitclubs Markranstädt am Kulkwitzer See - direkt neben dem Gelände der Uni Leipzig, das die meisten aus der Kanuund Surfausbildung kennen. Dann geht es mit dem Surfski, einem leichteren Rettungsboard, und na-

türlich mit Schwimmen zur Sache. Landtraining ist kaum möglich, dazu mangelt es den Sportlern am „Kulki“ an Sand. Athletiktraining steht trotzdem ›

Die DLRG im Einsatz am „Kulki“. Foto: DLRG Leipzig


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L.E.SPORT auf dem Plan, denn die Oberkörperkraft ist entscheidend für die OpenWater-Disziplinen, weiß Eric. Im Winter wird im Sportbad an der Elster und in der Schwimmhalle Nordost in Schönefeld trainiert. 2011 ging es sogar ins Trainingslager nach Frankreich an die Atlantik-Küste. Derzeit stellt die DLRG Leipzig eine Frauen- und eine Männermannschaft. Die Wettkampfteilnahme setzt das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber und ein Mindestalter von 15 Jahren voraus. Pro Saison gibt es zirka sechs Wettkämpfe. Einer davon ist die DLRG Trophy, bestehend aus drei Wettkämpfen an verschiedenen Orten. In der Gesamtwertung werden die Punkte aller drei Wettkämpfe der Frauen- und Männermannschaft einer DLRG-Gliederung addiert. Bei der Trophy 2013 konnte die Leipziger Mannschaft nur eine Männer- jedoch keine Frauenmannschaft stellen und landete am Ende auf Platz 19 von 48 teilnehmenden Mannschaften. Den Sieg holte sich die DLRG Halle-Saalekreis 1 vor den Ortsgruppen Magdeburg und Harsewinkel auf den Plätzen zwei und drei. Ein weiteres Highlight der Wettkampfsaison stellt jedes Jahr der Internationale DLRG Cup dar. Neben

Belgien, Dänemark, Lettland, den Niederlanden und der Schweiz am Start. Das Team aus Leipzig, erneut nur mit männlicher Besatzung angetreten, hatte große Probleme mit den Wellen vor Ort und war mit dem Gesamtergebnis, einer Platzierung im Mittelfeld, nicht zufrieden. Perspektivisch sollen sich die Ergebnisse verbessern, unter anderem in-

den Ortsgruppen nehmen hier auch europäische Nationalmannschaften teil. Bei der 17. Auflage in Warnemünde waren 2013 neben der deutschen Nationalmannschaft auch die Vertretungen aus

dem man wieder in voller Besetzung antreten kann. Auch im Bereich der Indoor-Disziplinen fand in letzter Zeit ein starker Umbruch statt. Seit 1993 existierte die Wettkampfmannschaft, die es bei den Pool-Events

Rettung kann so schön sein: Das norwegische

Startbereit: Der Leipziger Rettungskajak ist auch bei Open-Water-Events am Start.

Foto: DLRG Leipzig


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Infobox LIVE SAVING WORLD CHAMPIONSHIPS

Team im Einsatz.

Fotos (2): DLRG Mediathek

bis zur Deutschen Meisterschaft schaffte. Jetzt gibt es mit Ralf Hirth einen neuen Trainer und die Mannschaft befindet sich wieder im Aufbau. „Hierfür muss man ein richtig guter Schwimmer sein“, erklärt Eric: „Die Rettungsaspekte können relativ schnell erlernt werden.“ Gesichtet wird vor allem über die Schwimmausbildung und das Nachwuchstraining der DLRG. Nach dem Absolvieren der Jugendschwimmabzeichen Silber und Gold sollen junge, gute Schwimmer für den Rettungssport begeistert werden. Seit 2012 ist die DLRG Leipzig e.V. Talentstützpunkt der Sportart Lebensrettung. Ausgezeichnet wurde der Verein aufgrund seiner guten Wettkampfergebnisse, unter anderem einem vierten Platz des OpenWater-Teams bei den Deutschen Meisterschaften 2012. Der SPORTAKUS drückt den Leipziger Lebensrettern fest die Daumen, dankt nochmals für die Absicherung des 2013er-Schwimmfests und wünscht der DLRG für die Arbeit und Wettkämpfe der Zukunft alles Gute. Olympisch ist der Rettungssport übrigens nicht. Bei den World Games 2013 in Cali (Kolumbien) war das Nationalteam der DLRG bei den IndoorDisziplinen jedoch vertreten. Das nächste Highlight der OpenWater-Sportler steht schon an: Die Weltmeisterschaften der Lebensrettung 2014 in Montpellier.

Weltmeisterschaften „Rescue“ •• Turnus: alle zwei Jahre •• Disziplinen: Freiwasser (Open Water / Ocean Events) Pool-Events (Still Water / Schwimmhalle) •• Teilnehmer: Nationalmannschaften der International Livesaving Federation (ILS), Vereinsmannschaften (Interclub-Wettbewerb), Seniorenmannschaften und Einzelstarter (Masters-Wettbewerb) •• nächste Austragung: 2014 in Montpellier und La Grande Motte (Frankreich) •• weitere Infos: http://www.rescue2014.fr/

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Der Bundesliga so nah Welcher Fußballer hat nicht schon einmal davon geträumt, eines Tages in der ersten Fußball-Bundesliga in einem vollbesetzten Stadion vor 60.000 Fans aufzulaufen? Na klar, das habe ich mir auch immer gewünscht! Schon mit 16 Jahren war mein Traum vom Leistungsfußball nach einem komplizierten Schienbeinbruch vorbei. Doch auf einem Umweg, nämlich der Ausbildung zum Schiedsrichter, stand ich neun Jahre später zum ersten Mal in der Bundesliga auf dem Platz: Tabellenführer 1.FC Nürnberg stand dem Zweiten VfB Stuttgart gegenüber - vor etwa 100 Eltern, Freund_innen und Talentspäher_innen. Denn die Fußballer auf dem Platz sind nicht die Stars von heute - vielleicht sehen wir einen von ihnen eines Tages tatsächlich mal im Fernsehen. Willkommen im Tagesgeschäft der Junioren-Bundesliga!

von Rick Jakob

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ie erste Männermannschaft von RasenBall-

sport Leipzig strebt emsig der höchsten deutschen Spielklasse entgegen. Momentan steht Platz zwei der dritten Liga zur Winterpause auf der Habenseite - immerhin ein direkter Aufstiegsplatz zur zweiten Bundesliga. Was die Männer sich erst noch erkämpfen müssen, haben die B-Junioren des Vereins bereits seit der Saison 2011/2012 erreicht. Sie gehören zu den 36 besten Teams der Unter-17-Jährigen in Deutschland. Die Bundesliga setzt sich aus drei Staffeln à zwölf Mannschaften zusammen. Dabei gibt es in jeder dieser Divisionen eine ganz eigene Spielweise: In der „Straßenbahnstaffel“ West, welche fast ausschließlich mit den Spitzenteams des Rhein-RuhrGebiets besetzt ist, wird viel Wert auf das kreative Offensivspiel gelegt, harte Zweikämpfe sind dort tabu. Dementsprechend viele Tore erzielen die Dortmunder, Schalker und Leverkusener Jungfußballer. Die Staffel Süd-Südwest dagegen reicht von

Eine Bilanz nach 18 Monaten Elitefußball der Junioren Freiburg bis Regensburg, auch Fahrten von Burghausen nach Frankfurt gehören dazu. Die Spiele sind taktisch geprägt, oft entscheiden hier winzige Details über Sieger und Verlierer. Staffelfavoriten sind in der Regel der Rekordmeister VfB Stuttgart (17 Meisterttitel), neuerdings die SpVgg Greuther Fürth und der FC Bayern München. Letztere taten sich jedoch in den vergangenen Jahren sehr schwer, denn für viele Kicker ist der Vergleich mit dem Nachwuchs des amtierenden Klubweltmeisters das Highlight der Halbserie. Den Abschluss bildet die Staffel Nord-Nordost - sie bietet ein fußballerisches Kontrastprogramm zu den restlichen 24 Teams der Liga, denn hier geht es körperlich robust zur Sache. Gelbe Karten und Platzverweise sind deutlich häufiger, sogar Fan-Ausschreitungen kommen bei den Duellen Rostock gegen St. Pauli, Braunschweig gegen Hannover oder Erfurt gegen Jena schon mal vor. Doch die Jungs sind aktuell damit im staffelübergreifenden Vergleich, sei es im DFB-Pokal der A-Junioren oder den Endspielen zur deutschen Meisterschaft, nicht selten erfolgreich: Seit 2010 gingen vier der acht Meitertitel in den Norden. Bei den A-Junioren war der VfL Wolfsburg 2011 und 2013 erfolgreich. Mit Hansa Rostock RB Leipzigs U17: Schon heute Meisterchancen.


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Heft 1/2014 2010 und den B-Junioren von Hertha, Berliner SC 2012 gab es sogar zwei Meister aus dem Bereich des Nordostdeutschen Fußballverbandes. Die Erfolge der Nord-Teams der letzten Jahre haben für die U17 von RB Leipzig interessante Folgen. Gemäß den Regularien des DFB nehmen stets vier Teams an der Meisterschaftsendrunde teil - bei nur drei Staffeln heißt das: Die erfolgreichste Staffel der vorherigen drei Jahre darf neben dem Meister auch den Zweitplatzierten ins Rennen um die Meisterschale schicken. Damit kann RasenBallsport sogar als Vizemeister ins Halbfinale der Fußballmeisterschaft einziehen. Aktuell nehmen die Jungbullen um Trainer Frank Leicht (41) tatsächlich nach 14 von 26 Spielen Tabellenrang zwei ein. Jedoch ist es an der Spitze sehr eng, von Platz eins bis fünf beträgt der Unterschied nur vier Punkte - Zurücklehnen darf sich in der Winterpause also niemand. Auch Schiedsrichter und Assistenten liegen in der spielfreien Zeit nicht auf der faulen Haut. Im Januar und Februar finden die Halbzeittagungen der Fußballverbände statt, an denen jeder Unparteiische teilnehmen muss. Dort sind je ein Regelund ein Fitnesstest zu meistern. Es gilt auch hier das Leistungsprinzip: Wer nicht besteht, macht Platz für den nächsten Anwärter. 40 Schiedsrichter stehen für jede Altersklasse zur Verfügung, dazu kommen 120 Schiedsrichter-Assistenten das heißt: Nur 200 von insgesamt 74.749 aktiven Kampfrichtern schaffen es jedes Jahr in eine der beiden höchsten Juniorenspielklassen Deutschlands, geradezu lächerliche 0,26 Prozent. Ähnlich gering ist der Anteil der unter 17-jährigen Mädchen, die es als Spielerinnen in die 2012 neu eingeführte B-Juniorinnen-Bundesliga

Foto: GEPA pictures | Roger Petzsche

Tabellenstand Team Punkte Tore A-Junioren-Regionalliga Nordost 1. RB Leipzig 35 Punkte + 45 2. Energie Cottbus 34 Punkte + 30 3. FC Erzgebirge Aue 28 Punkte + 16 B-Junioren-Bundesliga Nord-Nordost 1. Werder Bremen 33 Punkte + 21 2. RB Leipzig 31 Punkte + 26 3. Hertha BSC 30 Punkte + 26 B-Juniorinnen-Bundesliga Nord-Nordost 8. VfL Wolfsburg 8 Punkte - 7 9. Holstein Kiel 8 Punkte - 10 10. FFV Leipzig 2 Punkte - 26

schaffen, nämlich lediglich 0,2 Prozent bei deutschlandweit 337.495 aktiven Kickerinnen in diesem Altersbereich. Auch hier ist Leipzig als Aufsteiger dabei: Die Mädels von Trainer Thomas Matheja (60) spielen für den neugegründeten Frauenfußball-Verein Leipzig, der zum 1. Juli 2013 alle Fußballerinnen des 1.FC Lokomotive Leipzig aufnahm. Nach der Hinrunde steht das Team jedoch mit lediglich zwei Punkten auf dem zehnten und damit letzten Tabellenplatz. Zum rettenden Ufer, sprich Platz acht, fehlen aktuell sechs Punkte. Es bleibt abzuwarten, ob die Mannschaft in der Rückrunde die dringend notwendigen Zähler zum Klassenerhalt noch holen kann. Abschließend zurück zum Thema Perspektive. Der 1.FC Nürnberg beispielsweise schreibt auf seiner Homepage: „Trotz der angesichts letzten Endes relativ geringen Quote an Spielern, die ihre berufliche Perspektive im Lizenz-Fußball finden, gilt es, Bewusstsein, Leistungsanspruch und den Glauben an die eigene Perspektive der jeweiligen Spieler auf die Anforderungen des Profi-Fußballs hin auszurichten.“ Nicht jeder Traum wird wahr auch ich werde nie in der „echten“ Bundesliga auflaufen. Also mache ich es wie jeder Sportler in der Junioren-Bundesliga: Ich genieße die tolle Zeit auf höchstem Fußballniveau.

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Leipziger Triathleten beim härtesten IRONMAN der Welt... von Vicky Andrä Hawaii. Wer denkt dabei nicht sofort an Wellen, Surfen und kilometerlange Sandstrände? Richtig: Triathleten. Denn für sie findet hier der wohl bekannteste und spektakulärste Wettkampf der Saison statt, der IRONMAN Hawaii.

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m 12. Oktober 2013 wurden in KailuaKona auf Hawaii zum 37. Mal die beste „Eisenfrau“ und der beste „Eisenmann“ gekürt. Unter ihnen waren auch die Leipziger Per Bittner und Christian Ritter. Beide sind Profi-Triathleten und starteten diese Saison unter anderem für das BIKE24 TriTeamMitteldeutschland in der zweiten Bundesliga. Aber ihr eigentliches Ziel war die Qualifikation für die IRONMAN WM auf Hawaii. Keine leichte Herausforderung für die Athleten, denn teilnehmen darf nur, wer in der Zeit vom 1. September bis 31. August des Folgejahres genügend Punkte innerhalb des Kona-Pro-Rankings (KPR) sammelt. Dabei werden IRONMAN sowie IRONMAN 70.3 Wettkämpfe diese entsprechen der Hälfte der Langdistanz - in die Wertung einbezogen. Christian Ritter hat sich bereits zum zweiten Mal qualifiziert. Sein selbsternanntes Ziel war eine Platzierung unter den besten 15. Dank einer überragenden Laufleistung, er absolvierte den abschließenden Marathon als schnellster Deutscher, kam er in 8:35:23 Stunden als 14. auf dem Ali'i Drive in Kona ins Ziel. Hawaii: Christians letzte Trainingseinheiten

„Mit dem Ergebnis bin ich zu 95 Prozent zufrieden. Der Rennverlauf auf dem Rad lässt mich mit meiner Leistung etwas hadern. Ich wäre gerne etwas Marathon: Per mobilisiert schneller gefahren, letzte Kräfte was letztlich nicht möglich war“, zieht Christian Bilanz. Daran will der 30-Jährige für die nächste Saison aber arbeiten, um der Weltspitze wieder ein Stück näher zu kommen. Denn er ist sich sicher: „Mit meiner Schwimm- und Laufleistung bin ich konkurrenzfähig.“ Für Per Bittner hingegen war die diesjährige Teilnahme zugleich seine Premiere. Dementsprechend groß waren seine Erwartungen. Das Schwimmen lief aber nicht nach seinen Vorstellungen und auf der anschließenden Radstrecke konnte er nicht die gewünschten Meter gut machen. Beim Laufen fühlte Fotos (2): maximalPULS

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er sich zunächst gut, jedoch stellten sich mit der Zeit Krämpfe und Magenprobleme ein. Per wurde letztendlich 25. Auch wenn die Enttäuschung über die Platzierung zunächst überwog, war der 28-Jährige im Nachhinein froh beim wohl härtesten IRONMAN der Welt ins Ziel gekommen zu sein. Und Pers Blick richtet sich auch schon auf die Saison 2014: „Auf Hawaii ist die komplette Weltelite versammelt und man sieht genau, wo man liegt und woran man arbeiten muss. Jetzt heißt es das Rennen zu analysieren und die Planung für 2014 zu machen.“ Auch wenn Per auf eine Teilnahme im nächsten Jahr verzichtet, um sich auf andere Wettkämpfe zu konzentrieren, wird das sicherlich nicht sein letzter Start auf Hawaii gewesen sein.

Tipp Das komplette Interview mit Christian und Per findet ihr auch unter www.sportakus-online.de


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Leipzigs Triathlon-Elite: v.l.n.r. Manuela Süß, Julia Knapp, Marta Swiatlon, Lisa Schubert, Larissa Schulte, Jana Richter, Kathrin Bogen, Sabine Pöller, Martin Schulz, Peter Lehmann, Paul Clauß, Per Bittner, Sven Teuscher, Fabio Steyer, Erik Maul, Christian Ritter, Markus Wöllner, Sebastian Clemen Foto: Marco Stahlhut Sie zählten von Beginn an zu den Favoriten der zweiten Bundesliga Nord und zeigten auch was sie können. Das BIKE24-Herrenteam mit Per Bittner, John Heiland, Paul Clauß, Markus Wöllner, Eric Maul, Peter Lehmann, Fabio Steyer, Christian Ritter, Sebastian Clemen und Martin Schulz schaffte dieses Jahr den Aufstieg in die erste Bundesliga.

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Abschließend ging es dann nach Krefeld, wo die Jungs einen ordentlichen dritten Platz belegten, was Platz zwei in der Gesamtwertung bedeutete. Damit war der Aufstieg in die erste Bundesliga perfekt.

von Marta Swiatlon

er erste Wettkampf bei Dauerregen in Gladbeck ging dabei furchtbar schief. Der Wechsel vom Schwimmen zum Rad klappte nicht flüssig und trotz guter Laufleistung mussten sich die Herren mit einem siebten Platz zufrieden geben. Dennoch ließen sie sich nicht unterkriegen und fuhren kampfbereit zum zweiten Saisonwettkampf nach Berlin, wo sie unter schlechten Bedingungen den zweiten Platz belegen konnten, was

Das Medica Team, die Damenmannschaft mit Nicole Schuldt, Jana Richter, Lisa Schubert, Kathrin Bogen, Sabine Pöller, Julia Knapp, Lydia Liebnitzky und Marta Swiatlon erlangte den dritten Platz.

Platz drei in der Gesamtwertung bedeutete. Dies stellte eine gute Ausgangsposition für den dritten Wettkampf in Eutin dar. Trotz „schlechterer“ Konstellation, da die Profis Per Bittner und Christian Ritter sowie der ebenfalls starke Athlet John Heiland nicht an den Start gehen konnten, zeigte die Mannschaft souverän ihre konstante Leistung und landete erneut auf Platz zwei. Beim vorletzten Wettkampf in Verl wurde noch einmal richtig aufgedreht. Paul Clauß verließ wie so oft mit der Spitze des Feldes das Wasser und Sven Teuscher machte ordentlich „Raddruck“, um seine verbliebenen Teamkollegen an die Spitze zu fahren. Auch Paratriathlon-Europameister Martin Schulz, der anfangs aufgrund seines fehlenden Unterarms verwunderte Blicke auf sich zog, lieferte ein grandi-

Männern in nichts nach und beendeten das nächste Rennen auf Platz zwei. Die nächsten beiden Wettkämpfe wurden leider etwas überschattet, denn in Eutin bereiteten technische Probleme wie ein lockerer Lenker den Mädels Schwierigkeiten und in Verl gab es eine Disqualifikation und einen Sturz im Team. Um die Podiumschance in der Gesamtwertung noch zu erhalten, hieß es für die Damen in Krefeld volles Risiko zu gehen. Das Glück war zu Beginn jedoch wieder nicht auf ihrer Seite, denn am Tag zuvor (!) wurde im Teambus eingebrochen und diverse Sachen, unter anderem auch Wettkampfkleidung, wurden gestohlen. Die Mädels ließen sich aber nicht entmutigen und erkämpften sich ihren ver-

oses Debüt, womit das Team erneut auf Platz zwei landete.

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leich das erste Rennen entschieden die Damen für sich. Nach einem fulminanten Auftakt in Gladbeck standen die Damen den

dienten dritten Platz in der Gesamtwertung.

... und im BUNDESLIGA-Alltag!

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„Olympia, das ist wie

In fünf Jahren vom Amateur zum Paraolympionik.

bwohl man es ihm nicht ansieht, ist Tobias Pollap seit seiner Geburt teilweise gelähmt. Die sogenannte Hemiparese führt zu einer eingeschränkten Beweglichkeit und einem Kraftdefizit in der linken Körperhälfte. Für den gebürtigen Hattinger war dies der entscheidende Grund überhaupt mit dem Sport anzufangen. Auf Drängen seiner Mutter begann der damals Sechsjährige das Schwimmen, um durch

2009 schaffte er es auf Anhieb in den Landeskader Nordrhein-Westfalens und belegte ein Jahr später bei der Weltmeisterschaft in Eindhoven den siebten Platz über 200 Meter Lagen. Im gleichen Jahr wechselte er zusätzlich in die Behindertensportabteilung der SG Bayer 04 Leverkusen. Seine Paradedisziplinen sind 50 Meter Delfin, 50 Meter Freistil und 200 Meter Lagen. „Rücken ist leider nicht meine Stärke“, sagt Tobias grinsend. Dabei schwimmt er in der Klasse S7, in die Athleten mit Koordinationsschwächen in einer Körperhälfte eingeteilt sind. Die Klassifizierung ist ein schwieriges Thema im Paralympischen Sport, denn schließlich lassen sie die verschiedenen Beeinträchtigungen nur schwer miteinander vergleichen. „Zwar kann es keine 100 Klassen geben, doch ist es manchmal ungerecht mit besseren Schwimmern in einer Klasse zu starten“, findet der Paralympionik. Den bis dato größten Erfolg feierte er bei der Heim-EM 2011 in Berlin, als er Bronze über 200 Meter Lagen und Silber über 100 Meter Freistil ge-

die Bewegung seine Gesundheit zu verbessern. Zunächst war er nur im Breitensport aktiv, doch schon bald zeichnete sich ein gewisses Talent ab. Trotzdem dauerte es bis 2008, bis der heute 27-Jährige den Sprung in den Leistungssport schaffte. Sofort ging es mit seiner Profikarriere steil bergauf. Neben seinem Bachelorstudium der Wirtschaftswissenschaft in Bochum startete er fortan für die SG Ruhr.

winnen konnte. Außerdem wurde er in diesem Jahr A-Kader-Athlet und erreichte die Norm für die Paralympischen Spiele: Das Ziel London war fest im Blick. Zeitgleich zu den Vorbereitungen auf die Paralympics schrieb Tobias seine Bachelorarbeit. Diese Doppelbelastung aus Studium und Leistungssport fällt oftmals extrem aus, weshalb er sein Bachelorstudium um ein Jahr verlängern musste. „Den Master

von Thomas Roth Tobias Pollap (27) geht sein Sport wahrlich unter die Haut: Vor den Sommerspielen 2012 in London ließ sich der Paralympische Schwimmer das offizielle Logo auf die Brust stechen. „Und für Rio 2016 ist auch noch Platz...“, sagt er selbstbewusst. Der SPORTAKUS berichtet über eine faszierende Geschichte hinter einem Tattoo und über einen großen Sportler.

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Ohne Fleiß kein Preis: Der Achte der Paralympischen Spiele beim Training seiner Paradedisziplin.


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bei einem Rockkonzert“ Die SpoWi hat einen neuen Weltrekordhalter.

Fotos (2): Privat

Goslar fünf deutsche Rekorde brach und sogar einen will ich aber in zwei Jahren durchziehen“, plant der neuen Weltrekord über 100 Meter Delfin aufstellte. Neu-Leipziger lachend, der in diesem Semester sein Den alten Weltrekord von 77 Sekunden pulverisierte Studium des Sportmanagements an der Sportwiser mit einer Zeit von 1:12,62 Minuten förmlich. senschaftlichen Fakultät aufnahm. Angesichts eines Mittlerweile ist auch die Aufmerksamkeit für den Trainingspensums von bis zu 24 Stunden in der WoBehinder tenspor t che, ist das ein ambigrößer geworden. tioniertes Ziel. Seine Besonders die Benormale Woche richterstattung rund besteht meistens aus um die Spiele in acht WassereinheiLondon hat für eine ten sowie zwei Kraftbreitere öffentliche und StabilisierungsWahrnehmung geelementen, sodass sorgt. „Es hat ein man ihn auch mehrUmdenken in vielen mals täglich in der Köpfen stattgefunSchwimmhalle MainLondon auf der Brust, Rio im Blick: Tobias Pallop. den. Wir sind nicht zer Straße antrifft. mehr nur noch Randsportart, sondern werden als Doch die Mühe lohnt sich, wenn er sich an das Leistungssportler anerkannt“, meint Tobias. Dennoch Gefühl der Paralympischen Spiele zurück erinnert. wünscht er sich manchmal mehr Unterstützung für Besonders die Atmosphäre im Schwimmstadion von seinen Sport. Denn im Vergleich zu nicht-behinderten London in den Finals über 200 Meter Lagen und Athleten kann kein Paralympischer Schwimmer vom 50 Meter Freistil haben Tobi beeindruckt. „Man hat Leistungssport leben und es ist viel schwieriger eine sich gefühlt wie bei einem Rockkonzert“, findet der duale Karriere im öffentlichen Dienst einzuschlagen. Studierende. Auch wenn er in beiden Wettkämpfen Für den ehrgeizigen Schwimmer ein Grund mehr „nur“ Achter wurde, sieht er dieses Erlebnis als den auch in seinem bisherigen HöheMasterstudium alpunkt seiner KarriParalympische Klassen les zu geben, um ere an. mit einem guten Darum sind die •• S1 – S 10 Athleten mit körperlichen Einschränkungen Abschluss einen Paralympischen •• S11 – S13 Athleten mit Sehbeeinträchtigung Arbeitgeber zu finSpiele in Rio •• S14 Athleten mit geistigen Einschränkungen den, der ihn bei sei2016 sein nächsnem Leistungssport tes großes Ziel. unterstützt. Sportlich sind seine nächsten Ziele das Ein verhältnismäßig langer Zeitraum, wenn man Erreichen des Kaderstatus‘ im Frühjahr 2014 sowie bedenkt, dass der Nordrhein-Westfale erst seit fünf die Europameisterschaft in Eindhoven im August. Jahren im Leistungssport aktiv ist. Auch deshalb ist er davon überzeugt, dass sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist. Das bewies er erst kürzlich, als er bei der Deutschen Kurzbahn-Meisterschaft in

Der SPORTAKUS wünscht Tobias auf jeden Fall viel Erfolg auf seinem Weg zum nächsten Tattoo und einer weiteren unvergesslichen Erinnerung!

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Wölfe jagen in Zwei Gastmannschaften in einem Spiel. Die Wölfe des normalerweise in Weißenfels beheimateten Mitteldeutschen Basketball Clubs empfingen bei ihrem ersten Eventspiel auf Leipziger Boden die New Yorker Phantoms Braunschweig. Die Arena Leipzig war mit 3.371 Zuschauern gut gefüllt und die Stimmung klasse.

von Sebastian Ebell

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Foto: Matthias Kuch

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Mit Blick nach oben: MBC-Wölfe erobern die Arena.

ie Wölfe starteten etwas nervös. Das lag vor allem an der Dominanz der Braunschweiger unter dem Korb. Doch durch gute Defensivarbeit kamen die Weißenfelser wieder zurück ins Spiel und konnten das erste Viertel mit 21:17 sogar noch gewinnen. In Durchgang zwei wurden auf Braunschweiger Seite einige Starter geschont und der MBC baute seinen Vorsprung mit einigen Fastbreaks weiter aus - Halbzeitstand: 41:29.

im Alter von sieben bis 15 Jahren ein und konnten ihre basketballerischen Fähigkeiten beweisen. Dazu absolvierten sie vier Stationen: Werfen, Passen, Dribbeln und Koordination. An jeder Station gab es sechs verschiedene Leistungsstufen, die absolviert werden konnten. Wurden alle Stationen einer Leistungsstufe erfolgreich abgeschlossen, erhielt die Teilnehmer_in ein Trikot in der Farbe der jeweiligen Leistungsstufe. So ist zum Beispiel das „Rookie“-Trikot weiß und das

Die erfahrenen Spieler in Reihen der Braunschweiger ließen sich von diesem Rückstand nicht schocken und eröffneten das dritte Viertel mit einem spektakulären Alley-Oop-Dunk, der Teil eines 10:2-Runs der Phantoms war. Schnell waren die Gäste auf zwei Punkte heran. Es war ein packendes letztes Viertel, in dem sich kein Team absetzen konnte. So kam es auf die letzten Sekunden des Spiels an, in denen Michael Cuffee den entscheidenden Korb für die Wölfe erzielen konnte und die Halle zum Toben brachte.

Trikot der „Allstars“ schwarz. Ähnlich wie beim Judo wird das System von Kindern leicht verstanden und motiviert sehr. Die Übungen können auch selbstständig zu Hause oder auf dem Schulhof geübt werden, sodass die Kinder beim nächsten Event ein höheres Niveau erreichen können. Der MBC veranstaltet solche Event-Tage in vielen Schulen der Region Weißenfels, Leipzig und Halle. Botschafter der Initiative ist Henning Harnisch, neunfacher Deutscher Meister und Europameister 1993. Als Vizepräsident von ALBA Berlin ist er auch für die Nachwuchsförderung des Vereins verantwortlich und hat dieses Programm 2011 mit initiiert. In dieser Saison arbeiten insgesamt zehn Kooperationsvereine mit der Vereinigung zusammen. Dazu gehören unter anderem der FC Bayern München und die Brose Baskets Bamberg.

„Der deutsche Sport braucht neue Ideen, wie Kinder wieder zum Spielen kommen.“ Henning Harnisch Am Vormittag, vor dem BEKO BBL Spiel, fand in der Kleinen Arena die „kinder+Sport Basketball Academy“ statt. Hier fanden sich ca. 120 Kinder

Das Programm soll Kinder an die Sportart Basketball heranführen und Trainern die Möglichkeit geben Talente früh zu sichten.


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geliehenem Revier Geht nicht? Doch!

Im Kader des MBC findet sich ein bekanntes Gesicht wieder. Walter Simon wechselte zur Saison 2013/2014 von den Uni Riesen Leipzig zum MBC. Damit spielt er nicht nur in einer neuen Stadt, sondern auch in der höchsten deutschen Spielklasse. Der Schritt von der 2. Bundesliga in die BEKO BBL war ein großer für ihn, da sich der Trainingsaufwand stark erhöht hat. Morgens und abends wird trainiert und in der Mittagspause fährt er nach Leipzig, um Vorlesungen und Seminare zu besuchen. Denn neben dem Erstligasport studiert er Wirtschaftsingenieurwesen an der HTWK in Leipzig. Ohne die Hilfe seiner Kommilitonen würde es schwer für ihn werden auch akademisch „am Ball“ zu bleiben.

eigenes Tun sammelt man Erfahrungen. Und geknüpfte Kontakte auf Messen und Kongressen, zum Beispiel ‚Business meets University‘, können die Jobsuche deutlich erleichtern.“ Ziel der Gastspiele in Leipzig ist es den Mitteldeutschen Basketball Club in der Region bekannter zu machen und eine noch größere Zuschauerzahl auch aus dem Umland nach Weißenfels zu locken. Einige WölfeFans sind von den Ausflügen ihrer Mannschaft nach Leipzig nicht begeistert: 2004 wurde schon einmal darüber gesprochen Spiele in Leipzig auszutragen. Zu dieser Zeit stand es um den Verein nicht gut und er musste kurze Zeit später sogar Insolvenz anmelden. „Damals waren die Umstände aber ganz andere“, so Stefan. Heute steht der Verein finanziell solide da und die Fans brauchen keine Angst vor einem erneuten Zwangsabstieg wie 2004 haben. Aktuell liegt der MBC auf Platz zwölf und das Saisonziel Klassenerhalt ist absolut realistisch. So wird wohl auch in der nächsten Saison erstklas-

Auch im Management führen einige Spuren nach Leipzig. So studierte der aktuelle Marketing-Manager Stefan Schedler Sportmanagement an der Sportwissenschaftlichen Fakultät. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem Sponsorenakquise, Erstellen von Werbekonzepten und Mediengestaltung sowie die Spieltagsorganisation. Dabei rät Stefan: „Schon während des Studiums sollte man sich bei Praktika ausprobieren. Nur durch

siger Basketball im „Wolfsbau“ zu sehen sein. Die Weißenfelser Stadthalle fasst zwar nur maximal 3.000 Zuschauer, aber der MBC wird diese akustische Hölle für Auswärtsteams in nächster Zukunft nicht gegen die Arena Leipzig eintauschen. Aber auf das zweite Gastspiel der Wölfe in Leipzig darf man sich trotzdem auch als Nicht-Basketball-Fan freuen: Denn der Gegner am 25. Januar ist kein Geringerer als der FC Bayern München.

„Wir spielen zwar in der ersten Bundesliga, aber das sichert uns nicht eine ausverkaufte Halle über die komplette Saison.“ Stefan Schedler

Foto: Jan Grönewald

Leipziger Wölfe im SPORTAKUS-Revier: Stefan Schedler (mi.) und Walter Simon mit Redakteur Sebastian Ebell.


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TRENDSPORT

Von Kreuzberg bis

Foto: jk|SPORTAKUS

Fotos (3): Speedminton GmbH

Speed Badminton - Der in Berlin erfundene Trendsport

Man spielt es am Strand von Teneriffa, ...

von Jan Grönewald Über 500 Athleten aus 31 Nationen: Die Teilnehmerzahlen bei der zweiten Weltmeisterschaft sprachen für sich. Ausgehend von der Idee eines Berliner Seemanns hat sich Speed Badminton zu einem internationalen Trendsport entwickelt, den Euch der SPORTAKUS näher vorstellt.

... im Dunkeln mit Schwarzlicht, ... Der geneigte Badminton-Spieler weiß, dass es in seinem Sport noch schneller zugeht, doch verkennt er den entscheidenden Unterschied. Der Speeder ist ein wenig kleiner und vor allem schwerer als ein gewöhnlicher Federball, wodurch er wesentlich länger die Geschwindigkeit beibehält als sein Pendant im Badminton. Genau das macht den Reiz der noch jungen Sportart aus. „Dieser Wechsel aus unglaublich schnellen Schlagabtäuschen knapp

o ist denn das Netz? - Das mag sich mancher Zuschauer bei der zweiten ISBO Speedminton® Weltmeisterschaft 2013 gefragt haben, als er im Steffi-Graf-Stadion in Berlin zum ersten Mal ein Speed Badminton-Match sah. „Der Sport ist eine Mischung aus Tennis, Badminton und Squash, es fehlt jedoch ein entscheidendes Merkmal: Das Netz“, erklärt der amtierende Mixed-Weltmeister und Vorsitzende des Deutschen Speed BadmintonVerbandes Daniel Gossen (32). Anstelle eines Netzes werden die zwei Spielfelder knapp 13 Meter voneinander entfernt aufgebaut und

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über dem Boden und dann die hohen, weiten Bälle, die wahnnsinnig lang in der Luft sind, machen das Spiel extrem abwechslungsreich“, so Gossen. Wo geht man eigentlich speeden? - Überall! Speed Badminton lässt sich überall spielen. Im Park, am Strand oder im Hinterhof. Dank des einfachen Aufbaus sind keine Grenzen gesetzt. Sind die Spielfeldbänder auf dem Boden befestigt, kann es losgehen.„Auf einem Dampfer, über den Dächern von Berlin oder auf einer Schloßbrücke in Schweden“, mag der Diplom-Sportwissenschaftler Gossen nicht aufhören mit der Aufzählung seiner Spielorte. Im vergangenen März fand sogar das erste Turnier auf über 2.000 Meter Höhe im weichen Schnee

los geht's. Ziel ist es, den Speeder, so wird der Ball im Speed Badminton genannt, im gegnerischen Feld unterzubringen. Und dabei ist der Name Programm, denn es können Geschwindigkeiten von bis zu 290 Kilometer pro Stunde erreicht werden.

des Nebelhorns statt. Zwischen den Ballwechseln konnten die Spieler die atemberaubende Sicht vom höchsten Skigebiet des Allgäus aus genießen. Dass seine Erfindung so hoch hinaus schießen würde, hätte Bill Brandes auch nicht gedacht, als der


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TRENDSPORT

ins ferne Bangalore begeistert mittlerweile nicht nur hierzulande

... über den Gipfeln der Alpen ...

... oder zur WM im Stadion: Speed Badminton.

Berliner Seemann 2001 im Stadtteil Kreuzberg den Speeder erfand. Als großer Badminton-Fan störte ihn die Windanfälligkeit beim Spielen im Park. Also stutzte er das Federkleid eines normalen Federballs, beschwerte ihn ein wenig und nach einigen Versuchen hielt er den ersten Speeder in der Hand. Wo kommen diese leuchtenden Kreaturen her? Wer sich das fragt, ist eindeutig beim Blackminton®, der Party-Alternative. Die Spieler bemalen sich mit

internationalen Turnierserie des Weltverbandes International Speed Badminton Organisation (ISBO) regelmäßig um Punkte, während es in Deutschland in der Bundesliga heiß hergeht. Hierzulande hat sich die Trendsportart am weitesten entwickelt und es gibt bereits über 50 registrierte Speed Badminton-Vereine. „Wir wollen uns als ernsthafte Sportart etablieren. Langfristig geht der Blick in Richtung World Games und Olympia“,

fluoreszierender Farbe, stecken ein Knicklicht in den Speeder und schalten das Schwarzlicht an. Angetrieben von schallenden Bässen jagen die leuchtenden Gestalten nun die fluoreszierenden Nightspeeder durch die Halle und beweisen so, dass sich der Sport wirklich zu jeder Zeit und überall treiben lässt, selbst bei Nacht. Als „fluoreszierende Ekstase“ bezeichnet Gossen die SchwarzlichtAlternative, die es im vergangenen Jahr als Vorprogramm der Indian Badminton League bis nach Neu Delhi und Bangalore in Indien schaffte. Wo liegt eigentlich Puerto Rico? - Diese Frage kommt beim Blick auf die Teilnehmerliste der WM leicht auf, denn die besten Spieler der Welt hatten sich sogar aus Madagaskar und Neuseeland auf in die deutsche Hauptstadt gemacht, um die Weltmeister

so Gossen. Hält der Trend tatsächlich weiter an, so werden die Fragen nachlassen und sich das Netz der Speed Badminton-Spieler weiter ausbreiten.

zu ermitteln. Mittlerweile „speeden“ bereits über zwei Millionen Menschen weltweit, Trend weiter steigend. Weit über 2.000 Spieler kämpfen in der

Spielregeln Aufschlaglinie

5,5 m 5,5 m

12,8 m

•• Ball muss im Spielfeld landen •• Aufschlag: von hinter der Aufschlaglinie, Ball muss unter Hüfthöhe getroffen werden •• jeder Spieler serviert dreimal in Folge •• bei Aufschlagfehler: Punkt für den Gegner •• zwei Gewinnsätze bis 16 Punkte (zwei Punkte Vorsprung)

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SPORTAKUS

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Auf den Spuren von von Judith Osterloh & Nico Walter Wo um 900 Jahre vor Christus die Athleten um den Sieg bei den ersten olympischen Spielen der Antike rungen, fand im vergangenen Sommer das VIII. Sportwissenschaftliche Olympiaseminar der Deutschen Olympischen Akademie statt, natürlich mit Leipziger Beteiligung. Ein Teilnehmerbericht nimmt uns mit zur Akropolis in Athen und auf die staubige Kampfbahn von Olympia.

Z

Sporttradition hautnah erlebt: Dr. Petra Tzschoppe und die Leipziger „Olympia-Delegation“

usammen mit 48 weiteren sportbegeisterten Studierenden aus insgesamt acht deutschen Universitäten hatten wir, neun Leipziger Sportstudierende unter der Leitung von Dr. Petra Tzschoppe, uns am 31. August 2013 auf den Weg nach Athen gemacht. Dort begann für uns eine Woche voller Erfahrungen, Diskussionen und eindrucksvoller Erlebnisse. Im Fokus der von der Deutschen Olympischen

Ausgrabungsstätten brachte den Teilnehmern die griechische Antike auf beeindruckende Art und Weise näher. Dabei wurden besonders die Sportstätten der antiken Panhellenischen Spiele mit einer großen Begeisterung besucht. Dort zu sprinten, wo vor mehr als 2.000 Jahren die Olympischen Spiele ihren Ursprung hatten, ließ sich keiner der Studierenden nehmen. Das Highlight war der Aufenthalt in der Internatio-

Akademie organisierten, neuntägigen Seminarreise stand die Olympische Bewegung. Die Teilnehmer diskutierten dabei nicht nur aktuelle Themen der Olympischen Erziehung, sondern begaben sich auch auf eine Reise zum Ursprung des modernen Olympischen Sports. Die Leipziger Gruppe zeichnete sich durch ihre Vielfalt aus, in ihr waren alle Studiengänge der Fakultät vertreten. Von der Bachelorstudentin im zweiten bis zum Masterstudenten im vierten Fachsemester reichte die Bandbreite. Sportwissenschaft, Sportmanagement und Lehramt brachten ihre spezifischen Kompetenzen ein. Begonnen wurde mit der Besichtigung einiger

nalen Olympischen Akademie in Olympia. So konnte man nicht nur täglich die Olympische Hymne zum Wachwerden genießen, sondern an der Grabstele des Herzens Pierre de Coubertins die Kontakte der ersten Tage vertiefen. Gleichzeitig wurden die Teilnehmer selbst aktiv, indem vorbereitete Themen in Seminaren bearbeitet wurden. Zum Thema „Zivilcourage bei Rechtsextremismus im Sport“ erarbeiteten wir uns nach einer kurzen theoretischen Einführung die Möglichkeiten der Förderung zivilcouragierten Verhaltens im Sport. Abschließend wurde der Anspruch an den Sport, zivilcouragiertes Handeln zu fördern, im Plenum diskutiert und die Bedeutung der Olympischen Erziehung für dieses Vorhaben vertieft.

bedeutender historischer Stätten Griechenlands. Ob die Akropolis in Athen, das Amphitheater von Epidauros, das Löwentor der Ruinen von Mykene oder der Omphalos von Delphi, der laut griechischem Mythos den Mittelpunkt der Welt darstellt, jede der

In weiteren spannenden Veranstaltungen widmete man sich unter anderem den Paralympics, der Bedeutung der Frauen in der Olympischen Bewegung, der Nachhaltigkeit Olympischer Spiele und der Entwicklung des Wettkampfprogramms. Hierbei wur-


GASTBEITRAG

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Olympia 2013 den nicht nur die schönen Seiten der Olympischen Erziehung hervorgehoben, sondern auch aktuelle Probleme kritisch reflektiert und diskutiert. In einem Podiumsgespräch zum Thema „Medaillen und Moral: Athleten in der Pflicht?“ beeindruckte uns Trampolinweltmeister und DOSB-Aktivensprecher Henrik Stehlik alle mit seinen Erfahrungen und seinem engagierten Auftreten. Natürlich wurde die übrige Zeit nicht nur für heitere Gespräche genutzt. Zusammen erkundete man die Tanzstätte Olympias, spielte Tischtennis und belustigende Kartenspiele oder genoss die beeindruckende Aussicht bei einem Glas Wein. Das Highlight war der „Social Evening“ am letzten Abend in der Akademie, zu dem jede Gruppe einen humorvollen Beitrag lieferte. Auch hier mussten wir Leipziger uns nicht verstecken: Der Sketch von „Kleo-Petra“ und dem darauffolgenden Sirtaki wurde mit einem Ouzo gefeiert und begeisterte die Gemüter. Nur echt mit Ouzo: Insgesamt nahmen alle „Kleo-Petra“ (rechts) Teilnehmer viele schöne und persönliche Erfahrungen mit auf die Heimreise. Die Olympische Erziehung konnte am eigenen Leib erfahren und die schönen Seiten des Sports erlebt werden. Es war dabei nicht nur eine Reise, auf der Wissen ausgetauscht und kulturelle Sehenswürdigkeiten erkundet wurden. Es war eine Reise zum Ursprung der Olympischen Bewegung, die jeder Teilnehmer auf seiner Weise erleben konnte. Die Kernbotschaft dieser Studienreise fasste der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Olympischen Akademie, Prof. Dr. Helmut Altenberger, wie folgt zusammen: „Der Sport wird sein, was wir aus ihm machen“.

Informationen Das Sportwissenschaftliche Olympiaseminar wird alle zwei Jahre von der Deutschen Olympischen Akademie organisiert. Für die Sportwissenschaftliche Fakultät war es die fünfte Teilnahme unter der Leitung von Dr. Petra Tzschoppe. Darüber hinaus bewarben sich unter ihrer Betreuung bereits vier Studierende unserer Fakultät erfolgreich um die Teilnahme an der Session der Internationalen Olympischen Akademie. Das nächste Olympiaseminar findet voraussichtlich 2015 statt. Auch hier soll die Sportwissenschaftliche Fakultät Leipzig aktiv vertreten werden.

Olympia zum Anfassen.

Fotos (3): privat

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SERIE

SPORTAKUS

Gegen das Vergessen...

Foto: H. Koch | Bundesarchiv

Foto: Quelle

Die Geschichte des Schwimmstadions Habt ihr euch nicht auch schon immer gewundert, was die einzelne Tribüne hinter der Arena soll? Dann bekommt ihr nun die Gelegenheit diese Wissenslücke zu schließen. Unsere Rubrik „Gegen das Vergessen“ ist der Frage gemeinsam mit den Koryphäen des uni-

Mehrzweck- und einer Gymnastikhalle gab es einen Bolzplatz hinter dem Sprungbecken, um sich auch außerhalb des Wassers austoben zu können. So verbrachten viele Sportler fast ihren gesamten Tag auf dem Gelände.

versitären Schwimmsports und SPORTAKUS-Ehrenmitgliedern auf den Grund gegangen. Prof. Dr. Jürgen Dietze und Dr. Wolfram Sperling plauderten mit leuchtenden Augen über ihre frühere Trainings- und Wirkungsstätte, dem ehemaligen Schwimmstadion.

Vom 18. bis 25. August 1962 war das Schwimmstadion Austragungsort der zehnten Schwimmeuropameisterschaft. Hierfür errichtete man im Vorfeld ein 55-Yard-Becken, um bei der Jagd nach Rekorden mithalten zu können, die damals noch auf dieser Distanz geschwommen wurden. Die Sportler der Bundesrepublik Deutschland nahmen aufgrund des Mauerbaus nicht an dieser Veranstaltung teil. Bei den Wettbewerben im Schwimmen, Kunst- und Turmspringen sowie dem Wasserballturnier der Männer war das Stadion zu jeder Zeit mit 9.200 Zuschauern voll besetzt. Man munkelte, dass Karten aufgrund des großen Andrangs teilweilweise doppelt verkauft wurden, um noch mehr Interessierte einlassen zu können. Highlights waren laut Prof. Dietze vor allem die

von Stefanie Freier

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s wurde 1952 als erste Anlage des Leipziger Sportforums errichtet und wuchs schnell zu einer der bedeutendsten Trainings- und Wettkampfstätten des DDR-Schwimmsports. Das 50-Meter-Becken, das Sprungbecken mit einem Zehn-Meter-Turm und das Pionierbecken für Nichtschwimmer wurden teilweise von Liegewiesen umsäumt, die Dr. Sperling manchmal für das ein oder andere Nickerchen zwischen den Trainingseinheiten nutzte. Neben einer

bunten Veranstaltungen rund um die Wettkämpfe. Beispielhaft dafür stehen die Programme der Synchronschwimmer oder der Wilden Springer.


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Bedeutung. Nach einer letzten Sanierung 1987 blieben weitere Baumaßnahmen aus. Im März 1999 war es dann soweit, das Stadtmagazin BLITZ! teilte mit: „Das Schwimmstadion macht dicht.“ Der Hallen- und Sprungbereich wurde am 1. April 1999 geschlossen. „Es war einfach sanierungsbedürftig. Dies wäre aber wahrscheinlich zu teuer gewesen“, antwortet Prof. Dietze auf die Frage nach Gründen für die Schließung. Seine noch erhalten gebliebene Funktion als Freibad musste das Schwimmstadion im Januar 2001 schließlich auch aufgeben. Bis dahin nutzten es viele Leipziger, um sich zu erfrischen und zu erholen. Auch unsere neue Schwimmdozentin, Alexandra Hesse, sammelte dort ihre ersten Erfahrungen im kühlen Nass. Beaufsichtigt wurde sie vom ehemaligen Schwimmmeister des Stadions, Otto Sperling, der laut seinem Sohn Wolfram fast ganz Leipzig das Schwimmen beibrachte. Der Abriss des Freibads erfolgte 2004 im Zuge der Umgestaltungspläne für die Olympia-Bewerbung. Erhalten blieb die Foto: F. Gahlbeck | Bundesarchiv

Deren „Nachwuchs“ lässt auch heute noch bei Veranstaltungen die Herzen der Zuschauer höher springen. Ihr habt das SPORTAKUS-Schwimmfest verpasst? Da hättet ihr sie erleben können. Ebenfalls 1962 erhielt das Schwimmstadion ein 34 Meter breites, lichtdurchlässiges Schiebedach für die 50-Meter-Bahnen - vom „Freibecken“ zum „Hallenbecken“ in nur 15 Minuten. So war ein Training bei schlechtem Wetter und vor allem nun auch ganzjährig möglich. Wer das Dach mal genauer betrachten möchte, muss Prof. Dietze einmal in seinem Garten besuchen. Dort deckt ein Stück davon noch die Laube ab. Als weitere große internationale Veranstaltungen sind die Länderkämpfe im Schwimmen und Wasserspringen zwischen der DDR, Ungarn, der Sowjetunion sowie den USA zu nennen. Dieser Wettkampf 1971 beeindruckte die Sportler besonders, meint Prof. Dietze: „Die Schwimmmacht USA kam zu uns ins Stadion, um sich mit uns zu messen.“ Auch der damalige Spitzenathlet Mark Spitz nahm teil

und schwamm mit unter Denkmalschutz der Lagenstaffel stehende Nordtribüne Weltrekord. Die des Sprungbeckens, Schwimmer der DDR die nun (fast) vergessen stellten ebenfalls neben der Red Bull drei Europa- und Arena ihr Dasein Vorbereitet: Länderkampf im September 1971 Weltrekorde auf. Das fristet. Ursprünglich Sicherheitsaufgebot plante man eine resei besonders hoch gewesen: „Man wollte sich präsentative Ausstellungshalle auf dem Platz als guter Gastgeber präsentieren“, berichtet Prof. zu errichten. Da aber ein anderes großes „L“ Dietze. Europas die Zusage für die Olympischen Spiele Außerdem fanden Kinderund 2012 erhielt, können wir heute einen großen Jugendspartakiaden, DDR-Meisterschaften, TurnParkplatz bewundern, auf dem wenigstens ein und Sportfeste sowie Abendschwimmfeste statt. Leipziger „Tatort“ sein Finale fand. Auch bei all diesen Wettkämpfen gestaltete man In den Restbau soll nach eigenen Angaben eindrucksvolle Rahmenprogramme. bis 2015 das neue Sportmuseum einziehen, in Mit dem Bau einer neuen, modernen Sprung- und Schwimmhalle 1970 in einer gewissen Mainzer Straße verlor das Schwimmstadion immer mehr an

dem wir die Geschichte der Sportstadt Leipzig bewundern können. Spätestens dann ist ein Besuch für einen Sportstudenten unverzichtbar.

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SPORTAKUS

AUSBLICK

Beim nächsten Mal von Jan Grönewald

Ankündigung:

nächstes Heft erst Oktober 2014

Sonderheft 15 Jahre SPORTAKUS Nicht jeder freut sich übers älter werden - wir hingegen schon. Im Sommer 2014 wird der SPORTAKUS, das Projekt Sport & Medien 15 Jahre alt und das soll gebührend gefeiert werden mit: einem Sonderheft. Wir werden einen Blick zurückwerfen auf Höhen und Tiefen, auf die schwarzweißen Anfänge und farbigen Veränderungen der Zeit sowie auf die feuchtesten Schwimmfeste und gewichtigsten Gäste unserer Veranstaltungen. Dazu wird jeder noch lebende Chefredakteur seine ganz eigenen Erfahrungen im Projekt schildern und so die 15 Jahre noch einmal Revue passieren lassen. Seid gespannt auf die Sonderausgabe...

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Sommerfest Das ehemalige Bergfest steigt zum 15. Mal.

Fotomontagen (3): SPORTAKUS

Das Training kann beginnen. Alle Studierende mit Ambitionen auf die Titel „Stärkster Brocken der Fakultät“ und „Koordinations-Prinzessin“ können so langsam ihre Vorbereitungen starten, denn auch im Sommersemester 2014 wird es wieder ernst für die kräftigsten Männer und geschicktesten Frauen unser Fakultät. Wie in den letzten Jahren üblich, freuen wir uns euch auch in diesem Jahr wieder im Rahmen der Hochschulsport-Gala zum SPORTAKUS-Sommerfest einladen zu können. Eine sommerliche Atmosphäre, spannende Wettkämpfe und gute Musik sind garantiert. Der genaue Termin wird noch zeitnah bekannt gegeben.

SPORTAKUS-online Facebook, Homepage & Co Jeder macht sich gute Vorsätze für das neue Jahr, so auch der SPORTAKUS. Wir wollen im Sommersemester deutlich aktiver im Netz werden und dafür sorgen, dass ihr uns nicht nur gedruckt in der Hand halten könnt, sondern euch auch öfter digital über unsere Fakultät und den Sport in Leipzig informieren könnt. Sucht uns - oder wie man heutzutage gerne sagt „liked uns“ - auf Facebook und ihr verpasst nichts mehr. Auch wenn wir uns natürlich nicht mit der Aktivität professioneller Zeitungen vergleichen wollen, so möchten wir euch doch mehr anbieten. Schaut selbst!

Wo? www.sportakus-online.de


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Und es gibt ihn doch

sollte an den gerüchten am ende doch etwas wahres dran sein? ganz ehrlich, skeptik scheint dUrchaUs angebracht: ein 29er mit 155 mm Federweg, dessen radstand angeblich nUr ein paar millimeter länger sei als bei seinem 26” pendant, mit perFekt abgestimmter all-moUntain geometrie - ein Frei erFUndenes ammenmärchen aUs der welt der mythen Und sagen? nein – wir versichern eUch, die legende wUrde wirklichkeit. das neUe endUro 29 aUF specialized.com

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