B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 5 (September 2022)

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Die Industrie-Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG September 2022 - Ausgabe 5/22

18.–19.10.2022 Messe Stuttgart www.in-stand.de #instand22

Gehäusefreiläufe mit Wartungsfunktion vereinfachen die Instandhaltung. Seite 16 Von der Planung bis hin zum Monitoring: Schaeffler setzt in der Produktion heute schon zahlreiche digitale Lösungen ein, die zu einer Optimierung der Abläufe beitragen. Bilder: Schaeffler

TOP NEWS MESSEZEITUNG zur In.Stand 2022 Alles rund um die Instandhaltungsmesse in Stuttgart Seite M1 Smarte Instandhaltungsszenarien Greengate-Vorstand Martin Gerwens über neue Technologien Seite 12 Lagerbuchsen immer im Blick Brückenstatik mit robusten LVDTSensoren überwachen Seite 20 Synergien: Ultraschall und Infrarot Kombination erleichtert Inspektion elektrischer Geräte Seite 21

THEMEN Nachrichten

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Antriebs- & Steuerungstechnik

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Arbeitssicherheit

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Condition Monitoring 17 Mess- & Überwachungstechnik Drucklufttechnik

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Energie-Effizienz

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Facility Management

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Fertigungstechnik

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Industrieservice

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Management & Technologie

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Reinigung

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Wartungs- & Werkstattbedarf

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Zulieferteile

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Messen & Events

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Impressum

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Wolff Publishing www.b-und-i.de

ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

Abo-Service: b-und-i@vertriebsunion.de

Digitale Lösungen und Services Lösungen von Schaeffler sind überall dort im Einsatz, wo sich etwas bewegt – etwa in Elektrofahrzeugen, Windturbinen oder Cobots. Ausgestattet mit Sensoren können sie die Daten liefern, die für Big-Data-Analysen oder künstliche Intelligenz benötigt werden. Schaeffler setzt dabei selbst in der Produktion digitale Lösungen ein, um seine Abläufe zu optimieren. Digitalisierung ist zusammen mit Nachhaltigkeit eines der zentralen Schlüsselthemen in der Schaeffler Roadmap 2025. Durch den konsequenten Einsatz von digitalen Technologien, wie künstlicher Intelligenz oder Cloudtechnologien, leisten Digitalisierungsprojekte in allen Divisionen, Funktionen und Regionen einen wesentlichen Beitrag für mehr Innovation, Agilität und Effizienz. Die digitale Agenda verfolgt dabei zwei Stoßrichtungen: zum einen die Optimierung der eigenen Wertschöpfungskette, zum anderen digitale Lösungen für Kunden. Welche Technologien das Unternehmen heute schon nutzt, zeigt ein Blick hinter die Kulissen. So sind durchgängige Datenmodelle, 3D-Daten und digitale Zwillinge bereits im Forschungs- und Entwicklungsprozess elementare Bestandteile. Beispielsweise bündeln 3D-CAD-Modelle in der Konstruktionsphase fertigungs- und prozessrelevante Informationen in einer einzigen Quelle. Dadurch wird auch die Abbildung komplexer Systems-EngineeringAnforderungen deutlich vereinfacht. Aber

„Digital Workplaces sind nicht erst seit der Corona-Pandemie ein wichtiges Thema für Schaeffler. Ihre Bedeutung hat dadurch aber sicher noch weiter Fahrt aufgenommen – sowohl mit Blick auf unser Angebot als auch auf die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden“, berichtet Marc Votteler, Leiter IT & Digitalization und CIO der Schaeffler Gruppe.

Die EAM-Plattform von Ultimo hilft Ihnen, die Kommunikation zwischen Instandhaltung, HSE und Betrieb/Operations zu verbessern. Steigern Sie die Effizienz, senken Sie Ihre Kosten und gewinnen Sie eine bessere Kontrolle über Ihre KPIs. Besuchen Sie ultimo.com für weitere Informationen und fordern Sie eine Demo an.

auch in der Produktion und der Supply Chain tragen digitale Tools mittlerweile zu schnelleren und flexibleren Prozessen bei. Dazu gehören beispielsweise Apps zur mobilen Instandhaltung genauso wie künstlich intelligente Systeme in der Qualitätskontrolle oder digitale Lösungen, die den Zustand und die Auslastung von Maschinen und Anlagen überwachen. Für mobile Instandhaltung gibt es inzwischen fünf Apps, deren Funktionsumfang von der mobilen Reparaturauftragserfassung über das digitale Schichtbuch bis zur papierlosen Wartung reicht. Dadurch konnten nach Firmenangaben der Wartungsaufwand an den Maschinen deutlich reduziert und die Datenqualität verbessert werden. Darüber hinaus wurden durch den Einsatz der Apps inzwischen circa 9.000 Stunden Wegezeit bei den Instandhaltern eingespart; das rechnet sich also mehrfach. Neue Fertigungsstandorte wie das kürzlich eröffnete Werkzeugtechnologiezentrum in Höchstadt sind schon heute durchgängig digitalisiert. Weiter auf Seite 32

SEE VITAL SIGNS. TAKE VITAL ACTION.


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NACHRICHTEN

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Das Problem mit den Vorhersagen ...

Wie werden sich die Gasknappheit und die explodierenden Energiekosten auf die Wirtschaft und die Haushalte auswirken? Was macht die Inflation? Steuern wir auf eine hohe Arbeitslosigkeit zu oder ist es doch der Fachkräftemangel – jetzt nachdem Jahr für Jahr immer mehr Babyboomer aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden –, der uns

Sorgen machen muss? Gerne hätten wir Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen, die sich uns derzeit stellen. Und so sind wir dankbar über die Fachleute, die Stellung nehmen, Antworten geben und die aktuelle Situation analysieren und bewerten. Es gibt Experten, die genau erklären können, warum es so gekommen ist, wie es jetzt ist und wo die Fehler liegen. Doch viele dieser

Antworten funktionieren nur rückblickend, denn um ehrlich zu sein, haben die allermeisten Experten in der Vergangenheit ebendiese Entwicklungen ebenfalls kaum abschätzen können. Vor drei Jahren sprach beispielsweise kaum jemand von den Gefahren, die von einer globalen Pandemie ausgehen könnten. Und dass wir heute nach dem Angriff von Russland auf die Ukraine

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wieder einen größeren Krieg in Europa haben, wurde zumindest in der Entwicklung hierzulande kaum gesehen. Was lernen wir daraus? Ich nehme für mich die Erkenntnis mit, dass es Entwicklungen gibt, mit denen man nicht rechnet. Mit Flexibilität, einem resilienten System und einem (sozialen) Netz lassen sich solche Situationen meistern – privat und beruflich. Volker Zwick

Branchenindikator Instandhaltung: Stimmung trübt sich deutlich ein

Bild: Bosch Rexroth

Neue Standorte der Bosch Rexroth Academy in Ulm und Würzburg eröffnet Die Bosch Rexroth Academy bietet an den neuen Standorten praxisbezogene Präsenztrainings in allen Antriebs- und Steuerungstechnologien an. Das aktuelle Programm umfasst unter anderem Lerneinheiten für vernetzte Hydraulik, die Softwareprogrammierung für die Automatisierungsplattform ctrlX Automation sowie Schulungen zur Lineartechnik und der Elektrifizierung mobiler Arbeitsmaschinen. An beiden Standorten kommen die mobilen Trainingssysteme XITE Systems der neuesten Generation von Bosch Rexroth mit industriellen Serienkomponenten zum Einsatz. Sie gewährleisten laut Anbieter einen weltweit einheitlichen Standard für die praxisnahe Weiterbildung bei Bosch Rexroth und zertifizierten Bil-

dungsträgern. Die Trainingseinheiten werden als Präsenzkurs in den Trainingscentern, aber auch online oder als eLearning angeboten. Bosch Rexroth Academy hat das Programm XITE Trainings erweitert und bietet im deutschsprachigen Raum an 20 Standorten ca. 160 Praxistrainings jährlich an. In der Trainingsreihe Connected Hydraulics vermitteln Trainer das Rüstzeug für die Wartung und Instandhaltung sowie die (Wieder-) Inbetriebnahme von hydraulischen Kompaktachsen. „Mit diesem Wissen können die Teilnehmenden in ihren Unternehmen sehr schnell Fehler diagnostizieren und damit die Ausfallzeiten erheblich verringern“, so Mark Endress, Leiter der Bosch Rexroth Academy. www.boschrexroth.com

Die Stimmung in der Instandhaltungsbranche hat sich gedreht und das gilt sowohl für die innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen als auch für die industriellen Instandhaltungsdienstleistenden. Das zeigt sich deutlich im Index des FVI-Branchenindikators Instandhaltung für das zweite Quartal dieses Jahres. Dieser fiel bei den industriellen Instandhaltungsdienstleistenden von 72 auf 54 Punkte. Wesentlich deutlicher ist der Rückgang allerdingsbei den innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen: Hier gibt es einen Einbruch im Index von plus 9,7 im Vorquartal auf jetzt minus 40,5 Punkte. Diese schlechteren Werte sind, so die Autoren, möglicherweise auf die kritische Lage in der Wirtschaft zurückzuführen. Dennoch lohnt es sich, genauer hinzusehen, denn diese negative Einschätzung spiegelt sich nur zum Teil in den Ergebnissen wider. So sind beispielsweise bei den industriellen Instandhaltungsdienstleistenden weiterhin positive Entwicklungen bezüglich der wirtschaftlichen Situation und der aktuellen Auftragslage zu erkennen. Auch bei den innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen sind die Ergebnisse heterogen: So ist beispielsweise ein Anstieg bei der Auslastung der Mitarbeitenden zu beobachten. Das gilt auch für den Anteil an Fremdleistungen. Die restlichen Aspekte der aktuellen Untersuchung liegen hingegen im neutralen bis negativen Bereich. Ein weiteres erstaunliches Ergebnis

Der Branchenmonitor Instandhaltung ist das Stimmungsbarometer zur konjunkturellen Entwicklung der Instandhaltungsbranche in Deutschland. Bild: FIR (RWTH Aachen)

betrifft das Thema Condition „Zusammenfassend ist festzuhalten, Monitoring (CM): Rund 47 Prozent dass der Einsatz des Condition der IH-Dienstleistenden und 29 Monitoring in beiden Bereichen Prozent der Instandhaltungsabteinoch viel Verbesserungspotenzial lungen nutzen gar kein CM. Die IHhat, wobei dies bei den innerAbteilungen, die damit arbeiten, betrieblichen Abteilungen viel verwenden CM zu 83 Prozent für mehr Anstrengung voraussetzt als Pilotprojekte und nur zu 17 Probei den Dienstleistenden“, so die zent für ein Viertel bis zur Hälfte Studienautoren. Die detaillierten ihrer Maschinen. Die DienstleisErgebnisse des Branchenindikatenden, die CM nutzen, wenden es tors, der in Zusammenarbeit des zu 60 Prozent für Pilotprojekte und FVI mit dem FIR erhoben wurde, zu 40 Prozent für die Hälfte bis zu sind als PDF-Datei abrufbar. drei Viertel aller Maschinen an. http://ih-indikator.de

Bilfinger baut Marktführerschaft weiter aus Bilfinger ist weiterhin der führende Industriedienstleister hierzulande – das ist das Ergebnis der Lünendonk-Liste (siehe auch Seite 6), die das Marktforschungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder jährlich erstellt. Dabei überschritt Bilfinger mit einem Wachstum von 9,2 Prozent als einziges Unternehmen im ge-

samten Ranking die Schwelle von einer Milliarde Euro Umsatz im Inland. Und das soll so weitergehen: Der Industriedienstleister verfolgt das Ziel, den Umsatzanteil aus Energiewendeund Klimaschutzprojekten von 2021 bis 2024 zu verdoppeln. www.bilfinger.com www.luenendonk.de


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Potenzial von Augmented Reality im Service Wie und warum Remote Maintenance im Anlagen- und Maschinenbau punktet Die Fernwartung bringt für Anlagen- und Maschinenbauer zahlreiche Vorteile: Servicekräfte müssen nicht mehr vor Ort beim Kunden sein, sondern können Wartungen, Reparaturen oder Inbetriebnahmen aus der Ferne begleiten. Das spart Kosten, erlaubt die Wartung bei Reiseeinschränkungen und schafft gleichzeitig einen Wissenstransfer. Die Voraussetzung für Remote Maintenance ist ein intelligentes System, etwa eine Plattformlösung mit Datenbrille und App. Remote Maintenance, die Wartung aus der Ferne, hat sich in der IT-Administration bereits etabliert und wird nun zunehmend im Maschinen- und Anlagenbau ein

Thema: Mit solchen RemoteLösungen können Hersteller die Funktionalität ihrer Produkte auch fernab vom eigenen Standort gewährleisten. Ein Techniker oder

Experte wird zugeschaltet und verfolgt die Wartungsarbeiten oder die Behebung von Störungen in Echtzeit über eine Kombination aus Mixed und Virtual Reality. Eine praktikable und einfache Lösung stellt dabei der Einsatz einer Augmented Reality (AR) Brille wie der HoloLens und einer Plattform wie HoloDesk-Remote dar. Augmented Reality, die sogenannte erweiterte Realität, erlaubt dabei die Anreicherung der Realität durch virtuelle Elemente. Der Träger einer AR-Brille sieht zum Beispiel sein normales Blickfeld, auf dem über die Brille zusätzliche nützliche Informationen virtuell eingeblendet werden.

Echtzeitübertragung mit Datenbrille Im Anwendungsfall sieht das so aus: Benötigt der Bediener der Maschine vor Ort Hilfe, setzt er die AR-Brille auf, öffnet die App und schildert dem live zugeschalteten Ansprechpartner sein Problem. Der Techniker in der Zentrale kann durch die Echtzeitdaten der Brille das Blickfeld und den Blickwinkel des Mitarbeiters vor Ort einnehmen, was die Kommunikation stark vereinfacht. Letzterer hat die Hände frei, um an der Maschine zu arbeiten. Der Techniker kann auf seinem Bildschirm Elemente der Maschine markieren, was der Mitarbeiter vor Ort über die Brille direkt am Objekt sehen kann. Außerdem ist ein schneller Zugriff auf Unterlagen, Checklisten und Handbücher gewährleistet. Der Techniker kann den Mitarbeiter damit bei der Fehlersuche unterstützen, indem er die Dokumente, die als Hilfestellung dienen, in der Datenbrille einblendet und somit dem Mitarbeiter zugänglich macht, konkrete Anleitungen bei der Fehlerbehebung gibt und gleichzeitig überprüft, ob sie korrekt umgesetzt wurden. So werden Folgefehler vermieden. Auch die Dokumentation kann mit einem solchen digitalen Tool unkompliziert gewährleistet werden: Der Anruf und die Arbeitszeit des Technikers werden aufgezeichnet, protokolliert und für die Abrechnung in der digitalen Dokumentenablage hinterlegt. Das erlaubt es, Wartungsprozesse selbstständig ohne Servicetechniker vor Ort durchzuführen. Auch bei der Inbetriebnahme von Maschinen oder Updates muss nicht zwangsläufig ein Experte des Herstellers vor Ort sein: Hier kann mit einer AR-Brille Live-Support geleistet und die Inbetriebnahme aus der Ferne angeleitet

Remote Maintenance auf Basis von Mixed Reality erlaubt die Unterstützung des Wartungsprozesses von jedem Ort aus. Maschinenhersteller können damit das Knowhow ihrer Experten besser einsetzen – Reisekosten und -zeiten entfallen, die produktive Arbeit steigt und die Maschine kann unabhängig vom Standort betreut werden. Gleichzeitig verbessern sich Servicequalität und Kundenbindung und nicht zuletzt erlaubt der mit Remote Maintenance einhergehende steigende Digitalisierungsgrad die Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Bild: Plansysteme

und unterstützt werden. Es ist auch denkbar, Schulungen oder die Einführung von Neukunden mithilfe der AR-Technologie durchzuführen. Der Einsatz von Remote Maintenance bringt für Unternehmen einige Vorteile: Reise- und Unterbringungskosten können eingespart, der Fuhrpark verkleinert, die CO2-Bilanz verbessert und damit das eigene Image geschärft werden. Die eingesparten Reisezeiten können Servicetechniker zudem mit produktiver Arbeit verbringen; stehen damit mehr Ressourcen zur Verfügung, wird die Service-Abteilung insgesamt entlastet.

Aftersales-Service etablieren Gleichzeitig erlaubt der Fernzugriff deutlich schnellere Reaktionszeiten: Die Wartezeiten auf einen Techniker entfallen, Experten können sich sofort zuschalten, sich schnell ein Bild machen und bei der Lösung des Problems assistieren. Damit sinken die Stillstandzeiten von Maschinen; Probleme können schneller behoben, neue Maschinen schneller in Betrieb genommen werden. Eine Remote-Support-Lösung erhöht somit nicht nur die Produktivität, sondern reduziert insgesamt die Notwendigkeit für den Einsatz von Fachpersonal vor Ort, da künftigen Problemen zeitnah vorgebeugt werden kann. Mit Remote Maintenance kann außerdem die Wartung von Maschinen und Anlagen dauerhaft sichergestellt werden, wenn Reisen nicht möglich sein sollten. Wie wichtig diese räumliche Unabhängigkeit ist, hat sich gerade in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen der Corona-Krise gezeigt. Aus dem schnelleren und individuellen Service resultieren eine steigende Kundenzufriedenheit und eine bessere Kundenbindung. Gleichzeitig können Hersteller ihr Profil schärfen und den AftersalesService als Geschäftsmodell ausbauen, digitalisieren und innovativ für die Zukunft aufstellen. Mit einer vermehrten Digitalisierung im Unternehmen lassen sich Potenziale insgesamt leichter erschließen und neue Geschäftsmodelle entwickeln. Mit der Fernwartung kann da-

rüber hinaus dem Problem des Fachkräftemangels begegnet werden: Das Know-how der Spezialisten steht dabei in der Breite zur Verfügung und kann von anderen, weniger Qualifizierten genutzt werden. So kann ein Wissenstransfer stattfinden und entsprechend weniger Personal ist notwendig.

Geeignete Tools für Remote Maintenance Hinzu kommen Steigerungen bei Effizienz und das Potenzial, Prozesse zu optimieren: Gerade die Abrechnung des Supports verursacht hohe Aufwände mit der Erfassung von Zeiten und Leistungen. Mit einer RemoteMaintenance-Plattform können die Calls automatisch protokolliert werden, was die Abrechnung deutlich vereinfacht und transparenter macht. Eine digitale Ablage stellt als Dokumentenmanagementsystem sicher, dass alle Unterlagen zentral zur Verfügung stehen. Bei Bedarf können die Anweisungen des Supports erneut eingesehen werden. Auch eine Qualitätskontrolle kann leichter erfolgen. Fazit: Für Remote Maintenance benötigen Unternehmen also eine Datenbrille wie die HoloLens. Diese Datenbrille macht es möglich, dem entfernten Experten die Sicht des Technikers vor Ort als Augmented Reality zu zeigen. Sie wird von einer Open-Service-Plattform wie HoloDesk, die den Zusammenschluss aller Servicelieferanten und eine globale und digitale Servicedokumentation ermöglicht, ergänzt. Hier laufen alle relevanten Informationen zu Maschinen, Anlagen und der Historie zusammen – Baugruppenansichten, Hinweise zu Verschleißteilen, technische Dokumentationen oder Schaltpläne. Sinnvoll wäre es, wenn die Lösung von einem erfahrenen Anbieter wie Plansysteme, einem Experten im Bereich der HoloLens sowie einem zertifizierten Microsoft Mixed Reality Partner stammt. Die Einstiegshürden für Remote Maintenance sind damit niedrig und Standard- sowie individuelle Lösungen möglich. AR gilt bereits heute vielen als Industriestandard der Zukunft. Nadja Müller, freie Journalistin www.plansysteme.com/de/


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Experten beim Rückbau von Kernkraftwerken Bardenhagen sorgt für einen sicheren Rohrverschluss im KKW Gundremmingen Der Rückbau der deutschen Kernkraftwerke (KKW) bleibt ein Jahrhundertprojekt, auch wenn jetzt über eine möglichen Laufzeitverlängerung der drei noch laufenden Kernkraftwerke nachgedacht wird. Es gibt aber schon jetzt eine Reihe an Atomkraftwerken, die rückgebaut werden. Ein Großteil der nötigen Arbeiten entspricht dabei weitgehend dem Rückbau von herkömmlichen Industrieanlagen, mit viel Bauschutt und Metallen als Endprodukt. Schwieriger und technisch anspruchsvoller wird es aber beim Rückbau des sogenannten Kontrollbereiches in einem KKW. Hier gelten aufgrund der Strahlenbelastung besondere Sicherheitsvorkehrungen. Alle dort im Rückbau tätigen Personen im Kontrollbereich müssen sicherheitsüberprüft sein und einen gültigen Strahlenpass haben. Dieser weist nach, dass ihre zulässige Jahresstrahlendosis nicht überschritten wird. Als KTA-zertifiziertes Unternehmen verfügt Bardenhagen Horneburg über Techniker, die ebendiese Voraussetzungen erfüllen, und so haben die Experten bereits in der Vergangenheit immer wieder anspruchsvolle Spezialprojekte in diesem Bereich übernommen. Beispielsweise wurde von den Bardenhagen-Technikern schon mehrfach bei Rohren, in denen kontaminierte Medien waren, durch Rohrfrosten der Austritt dieser Medien verhindert. In der Folge konnten die Rohre sicher abgetrennt und dann entsorgt beziehungsweise dekontaminiert werden. Allerdings waren diese Rohre vollständig gefüllt, denn ansonsten ist ein Frosten mit

Flüssigstickstoff nicht möglich. Beim laufenden Rückbau des KKW Gundremmingen in Bayern konnte dieses Verfahren aber nicht angewandt werden. Es ging hierbei um das zuverlässige Abdichten der senkrechten Gehäuserohre der Lanzen der Kerninneninstrumentierung, die in die Bodenkalotte des Reaktordruckbehälters eingeschweißt sind und damit zum Herzstück des KKW gehören. Die Gehäuserohre enden im Steuerstabsantriebsraum und sollen im Rahmen des Rückbaus vorbereitend circa eineinhalb Meter unterhalb der Bodenkalotte abgedichtet und anschließend abgetrennt werden. Hier schied der Rohrverschluss durch Rohrfrosten aus, da die Gehäuserohre an der vorgesehenen Trennstelle von außen nicht erreichbar sind. Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass ein unkontrolliertes Austreten des kontaminierten Wassers aus dem

Reaktor von bis zu 25 Liter pro Minute während des Abdichtprozesses verhindert werden musste. Bei einem Innendurchmesser von maximal 40 Millimeter der Lanzenrohre boten sich zum sicheren Verschluss die bewährten Pop-A-Plug Rohrstopfen der EST Group an, die in Deutschland exklusiv von Bardenhagen vertrieben werden. Zumal die Vorgabe des Betreibers, den Rohrverschluss möglichst weit oben durchzuführen, durch Zugstangen und Verlängerungen bis zu acht Meter ins Rohr hinein umsetzbar war. Die Lanzenrohre sind aus 1.4550 rost- und säurebeständigem Stahl gefertigt – ein Standardmaterial der Pop-A-Plugs, sodass ein sicherer Verschluss auch bei Temperaturschwankungen gewährleistet werden kann. Das Setzen der Pop-A-Plugs erfolgte dabei „über Kopf“, das heißt Setzwerkzeug und -gestänge werden von unten nach oben in das Lanzenabschlussrohr

Bilder: Bardenhagen

eingeführt und der Stopfen ca. fünf Meter „tief“ im Rohr gesetzt. Die Aufgabenstellung wurde zusätzlich dadurch erschwert, dass auch während des Setzvorganges kontaminiertes Medium aus dem Lanzenrohr austreten kann und damit die Gefahr einer unkontrollierten Kontamination des Arbeitsbereiches bestanden hätte. Die Lösung, die die Bardenhagen Spezialisten aus dem Bereich Wärmetauscherservice vorschlugen, bestand aus einer zusätzlichen Abdichtung, die einen Austritt des Mediums während des Setzvorganges weitestgehend verhinderte, nämlich einer zusätzlichen auf dem Stopfen montierten Kolbendichtung, die das Medium „vor dem Stopfen her“ nach oben schiebt. Die Montage der Pop-A-Plug Rohrstopfen wurde aufgrund der

hohen Strahlenbelastung nach einer eingehenden Unterweisung vor Ort in Gundremmingen durch den Projektleiter von Bardenhagen von erfahrenen und speziell qualifizierten Technikern der Framatome GmbH durchgeführt. Das ganze Projekt wurde überwacht von Gutachtern des TÜV Süd sowie dem betriebszuständigen Personal des KKW Gundremmingen, sodass die PopA-Plugs jetzt auch im Rahmen des Rückbaus in anderen Kernkraftwerken von RWE eingesetzt werden können. Tipp: Auf der Fachmesse In.Stand (siehe Sonderteil) informieren die Experten von Bardenhagen über ihr angebotenes breites Dienstleistungsspektrum. In.Stand Stuttgart 2022 18. bis 19. Oktober 2022 www.bardenhagen.de


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Dokumentierte Nachhaltigkeit Lobbe punktet wieder bei ecoVadis und Together for Sustainability-Audit

September 2022

ROBUR INFORMIERT

Immer häufiger werden in den für den Industriedienstleister Lobbe relevanten Branchen Serviceaufträge nur dann vergeben, wenn das Unternehmen über entsprechende Nachweise in puncto Arbeitssicherheit, Nachhaltigkeit, humanitäre und soziale Standards verfügt. Daher hat sich Lobbe entschlossen, zwei Zertifizierungsinstitutionen zu nutzen und hat diese nun erneuert. Nachhaltigkeit mit Zertifizierung ist derzeit im Trend. Das Zauberwort heißt Corporate Social Responsibility (CSR). CSR umfasst die soziale Verantwortung, die ein Unternehmen übernimmt. Eines der zahlreichen Institute, welche eine CSR-Bewertung durchführt, ist EcoVadis. Das Unternehmen wurde 2007 gegründet und ist neun Jahre später an die Börse gegangen. Seitdem zählen Global Player wie Nestle, L’Oreal oder Air France zu den Kunden. Die abgefragten Kriterien der EcoVadis-Evaluierung sind hierzulande zum überwiegenden Teil gesetzlich geregelt: Dazu zählen geregelte Abfallentsorgung, marktübliche Gehälter oder Geschäftsbeziehungen ohne Korruption oder Bestechung. Spezifischer ist Together for Sustainability (TfS) – eine gemeinsame Initiative von BASF, Bayer, Evonik, Henkel, Lanxess und Solvay, die 2011 gegründet wurde.

Die Initiative konzentriert sich auf die Förderung von Nachhaltigkeitspraktiken in der Lieferkette der chemischen Industrie und vereint derzeit 37 Unternehmen um einen einzigen Prüfungs- und Bewertungsstandard. TfS nutzt EcoVadis als Partner und ServiceDienstleister. Bereits 2019 stellte sich Lobbe Industrieservice den umfangreichen Fragen des TfS-Audits.„Als wir vor drei Jahren mit dem TfSAudit starteten, sind wir oftmals noch belächelt worden“, erinnert sich Willi Wenner, Lobbe Industrieservice Vertrieb, an die eher ungewöhnliche Aufgabe. Heute hat sich das Bild gewandelt: Jede Abteilung, jedes Unternehmen ist darum bemüht, seine Nachhaltigkeit unter Beweis zu stellen. Durch eine Auditierung nach TfS werden Prozesse und relevante Themenfelder spezifisch bewertet. Der Katalog der 145 Fragen hat es durchaus in sich, denn hier kann

nicht einfach nur eine Antwortmöglichkeit angeklickt werden. Für die Überprüfung müssen Prozesse belegt und Dokumente dem Audit hinzugefügt werden. Selbstverständlich erfolgt auch ein Termin vor Ort und wird von einem fachkundigen Prüfer intensiv begleitet. Die zahlreichen Nachweise können teilweise auch für die Prüfung von ecoVadis verwendet werden. Die EcoVadisZertifizierung mit einer Gültigkeit von einem Jahr setzt Lobbe Industrieservice GmbH & Co KG seit 2017 um. Bei der EcoVadis-Zertifizierung hat Lobbe in diesem Jahr die Silbermedaille erreicht. Darüber hinaus liegen die Ergebnisse des TfS-Audits vor. „Beeindruckend und vorbildlich ist das Ergebnis des TfS-Audits: Wir haben insgesamt 98 Prozent erreicht“, sagt Adrian Bernard, Geschäftsführer bei Lobbe Industrieservice. Dieses Zertifikat ist für drei Jahre gültig. www.lobbe.de

Lünendonk-Liste Industrieserviceunternehmen Top 10 wachsen um 9,5 Prozent, zukünftige Erwartungen bei bis zu 7,7 Prozent p. a. Die zehn führenden Industrieserviceunternehmen in Deutschland wachsen um 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommen die Analysen von Lünendonk. Damit generieren die Marktführer ein noch stärkeres Wachstum als die 20 nach ihrem Inlandsumsatz stärksten Unternehmen der gesamten Liste, die im Durchschnitt um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr wuchsen. Diese Entwicklung ist nach Meinung der Analysten unter anderem auf Aufholeffekte nach dem pandemiebedingten Krisenjahr 2020 zurückzuführen. Trotz der gegenwärtigen Energiekrise sind die Erwartungen für die kommenden Jahre durchaus optimistisch, so die Ergebnisse der Lünendonk-Studie 2022 „Industrieservice-Unternehmen in Deutschland“, die ab sofort erhältlich ist. So rechnen die befragten Unternehmen mit einem durchschnittlichen Plus von 6,6 bis 7,7 Prozent pro Jahr. Die Dekarbonisierung der Industrie und die Abkehr von der russischen Erdgasversorgung, aber auch die Maßnahmen gegen den gravierenden Personalmangel werden in den kommenden Jahren wesentliche Einflussfaktoren auf den Markt sein. Bei der Lünendonk-Liste der 20 führenden Unternehmen hat sich indes wenig getan: So bleibt Bilfinger wie in den Vorjahren und seit der Erstveröffentlichung des Rankings im Jahr 2010 Marktführer. Das Unternehmen generiert nach mehreren Jahren des Umsatzrückgangs erstmals wieder ein Plus und erreicht 1.019,0 Millionen Euro. Auf Rang zwei liegt die Wisag Industrie Service, die den Umsatz um 55,3 Millionen Euro auf nun 900,3 Millionen Euro steigerte. Die Unternehmen Altrad (jetzt Platz 7, Vorjahr 12) und Griese-

mann (Platz 9, Vorjahr 11) sind neu in Top 10 des Rankings aufgestiegen. Insgesamt wurden in der 13. Lünendonk-Studie zum deutschen Markt für Industrieservices 30 Unternehmen analysiert. Die Studie geht dabei sowohl auf das Marktumfeld für Services in

der Prozess- als auch der Fertigungsindustrie ein und enthält ein Sonderkapitel zum Thema Engineering Services. Die gesamte Studie ist ab sofort online zum Preis von 2.200 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer erhältlich; die Lünendonk-Liste ist kostenfrei. www.luenendonk.de

Lünendonk-Liste: Führende IndustrieserviceUnternehmen in Deutschland – die Top 20 Platz 1: Bilfinger Engineering & Maintenance GmbH, Neu-Isenburg Platz 2: Wisag Industrie Service Holding GmbH, Frankfurt am Main Platz 3: Remondis Maintenance & Services GmbH & Co. KG, Köln Platz 4: Leadec Holding BV & Co. KG, Stuttgart Platz 5: Weber Unternehmensgruppe GmbH & Co. KG, Pulheim Platz 6: Kaefer SE & Co. KG, Bremen Platz 7: Altrad Industrial Services GmbH, Lingen Platz 8: Robur Industry Service Group GmbH, München Platz 9: Griesemann Gruppe, Wesseling Platz 10: Yncoris GmbH & Co. KG, Hürth Platz 11: Johann Rohrer GmbH, Jockgrim Platz 12: Ebert Hera Esser Holding GmbH, Baden-Baden Platz 13: Lobbe Industrieservice GmbH & Co. KG, Iserlohn Platz 14: Plant Systems & Services PSS GmbH, Bochum Platz 15: InfraServ Wiesbaden Technik GmbH & Co. KG, Wiesbaden Platz 16: S.I.S. Süd Industrie-Anlagen-Service GmbH, Karlsfeld Platz 17: InfraServ Gendorf Technik GmbH, Burgkirchen a. d. Alz Platz 18: Stork Technical Services GmbH, Regensburg Platz 19: Baumüller Reparaturwerk GmbH & Co. KG, Nürnberg Platz 20: GSN Maschinen-Anlagen-Service GmbH, Rottenburg a. Neckar

SO KOMMEN IT UND OT ZUSAMMEN Die digitale Transformation der Industrie verspricht Konzepte wie Predictive Maintenance oder Data Driven Business Models wahr zu machen. Dafür müssen wir die Brücke zwischen IT (Information Technology) und OT (Operational Technology) schlagen und diese beiden Silos miteinander verbinden. RODIAS steht als Anbieter von Enterprise Asset Management (EAM) Software-Lösungen repräsentativ für diese Verbindung und damit für die Realisierung digitaler, nachhaltiger Instandhaltungslösungen.

Historisch gesehen haben sich die zwei Welten IT und OT strikt voneinander getrennt entwickelt. OT ist Hard- und Software, die zur Steuerung, Regelung und Überwachung physischer Geräte wie Maschinen oder industrieller Anlagen und ihrer Prozesse eingesetzt wird. IT befasst sich mit der Abbildung von Geschäftsprozessen. Beide Welten sind üblicherweise physisch getrennt und werden in Unternehmen von verschiedenen Organisationseinheiten betreut. Wenn man die Versprechungen von Industrie 4.0 einlösen will, muss diese strikte Trennung überwunden werden. Themen wie Condition Monitoring, Predictive Maintenance, Digital Twin lassen sich ohne die Zusammenführung der Informationen nicht umsetzen. Wir müssen die Daten und Prozesse aus beiden Welten heben und zu einem neuen Ganzen verbinden. Wir und unsere Partnerunternehmen decken mit unseren Produkten IT und OT ab und verbinden diese nutzbringend. Mit Produkten wie zum Beispiel ATIS von ROBUR AUTOMATION, Insight von RODIAS sowie Standardprodukten von IBM und HEXAGON bieten wir Lösungen, um die jeweiligen Datenquellen anzuzapfen und damit sichtbar und nutzbar

zu machen. Wir haben aus der Automatisierung das Verständnis für die Produktion und ergänzen dieses mit vielen Jahren Erfahrung in der Instandhaltung. Technologien und Lösungen, die zwischen den Welten Brücken schlagen, sind die Antwort auf die Herausforderung. Auf MES-Ebene oder direkt über SCADA an der Anlage, über die Einbindung externer Informationen wie Wetterdaten oder durch die Integration eins IP-basierten Temperatursensors in der Werkshalle. Diese Daten müssen mit den ERP-Daten wie Produktionsplanung, Schichtplanung und mit den Informationen aus dem Instandhaltungssystem konsolidiert ausgewertet werden. Mit Insight bieten wir eine eigene Plattform, die derlei Datenquellen zusammenführen, sichtbar und nutzbar machen kann. Anlagendaten können zum Beispiel anhand von Schwingungs- oder Temperaturverläufen einen sich abzeichnenden Komponentenausfall anzeigen, was bei Überschreiten eines Schwellwerts in der Instandhaltungs-IT einen vorbeugenden Reparaturauftrag auslöst. Das ist ein typischer, erster kleiner Schritt hin zum Condition Monitoring.

RODIAS GmbH Eisleber Straße 4 80939 Weinheim sales@rodias.de www.rodias.de RODIAS ist Teil der ROBUR: Fast 3.000 Kolleginnen und Kollegen arbeiten weltweit in den Industriesegmenten Wind, Wasser, Energie, Industrials und Prozessindustrie und schaffen als kompetenter Partner ganzheitliche Lösungen von Planung und Realisation über Installation, Betrieb und Instandhaltung bis zu Verlagerung und Rückbau. Darüber hinaus unterstützen wir unsere Kunden mit Digital-, Automatisierungs- und Data-Insightslösungen bei der Gestaltung der digitalen Transformation. www.robur-industry-service.com


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Um den Energiebedarf und die Treibhausgasemissionen in Industrieanlagen zu reduzieren, bieten wir die neuesten Technologien, Verfahren und Dienstleistungen. Dabei sind wir Partner im gesamten Lebenszyklus. – – – – –

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MANAGEMENT & TECHNOLOGIE

Transparente Planung und Steuerung Neue App von 5thIndustry für Produktivitätserhöhung in der industriellen Fertigung 5thIndustry stellt die Echtzeit-App 5i.Progress vor. Die jüngste Entwicklung ermöglicht laut Hersteller eine intuitive Auftragssteuerung für Mitarbeitende in der Produktion, denn mit der App auf seinem mobilen Endgerät oder stationären PC behält der User dank effizienter Rückmeldung Aufträge und Arbeitsanweisungen im Blick. Die Reihenfolgeplanung oder Umplanung können ebenfalls direkt im Echtzeit-Kanban-Board eingesehen und umgesetzt werden. Alle Auftragsdaten werden mit dem ERP-System synchronisiert. Die neue App 5i.Progress ist Teil der App-Suite Manufacturing Excellence Cloud von 5thIndustry. Das Unternehmen setzt dabei auf

die Anwendung von Cloudtechnologien. Die App selbst bietet eine Arbeitsumgebung für eine effiziente Auftragsplanung und -steuerung, die Informationen für die Mitarbeiter auf dem Shopfloor bereitstellt, aber auch Qualitätsund Auftragsrückmeldungen ermöglicht. Im Rahmen ihrer Mobile-First-Philosophie hat 5thIndustry bewusst eine große Bandbreite an Endgeräten für die Nutzung der App abgebildet: Smartphones, Tablets, stationäre Rechner oder auch große Monitore könInternationale Fachmesse nen zur Visualifür Produktions- und sierung verwendet Montageautomatisierung werden. Die App verfügt D 04. – 07. Oktober 2022 über multimodulare Schnittstellen, soa Stuttgart dass Daten bidirektional (Lesen/ Schreiben) mit den vorhandenen ERPSystemen ausgetauscht werden können. 5i.Progress bietet aber auch die Möglichkeit, Aufträge über eine ein-

gängige Userschnittstelle direkt im System zu erstellen und zu verwalten. „Speziell für mittelgroße Unternehmen ohne ERP-System bietet dies die Möglichkeit, schnell und kostengünstig große Transparenzgewinne zu erzielen“, erklärt 5thIndustry Co-Founder Dr. Robert Harms. Zudem ermögliche die moderne Cloudarchitektur auch den Einsatz über alle Wertschöpfungsketten hinweg: So können laut Lösungsanbieter Lieferanten oder Unterauftragnehmer effizient eingebunden und die prozesskettenübergreifende Zusammenarbeit vereinfacht werden.

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Die Visualisierung mit Listen und Kanban-Karten erlaubt einen transparenten Zugriff auf Fertigungsaufträge. Produktionsfortschritte können in Echtzeit eingesehen werden. Das ermöglicht einen standortübergreifenden Zugriff auf die Daten. Zu den Produktionsaufträgen können Shopfloor-Mitarbeiter multimedial mit Arbeitsanweisungen versorgt werden. Dies bedeutet, dass auch Bilder und Videos über die App an den Verantwortlichen geschickt werden können. Neben Arbeitsanweisungen können Mitarbeiter auch direkt Störungen zum Auftrag oder an der Produktionsanlage erfassen und mit Verantwortlichen aus anderen Bereichen gemeinsam an der Problemlösung arbeiten. Dabei unterstützen standardisierte Fehlerkategorien sowie Chat-Funktionen. Auch Prüfvorgaben können über die App bereitgestellt werden. Die Prüfergebnisse werden direkt in der Cloud gespeichert.

„Durch unsere digitale Lösung ist auch die Erfassung und Auswertung von Ist-Zeiten gegeben. Dadurch entsteht eine wertvolle Datenbasis, die die Grundlage einer Optimierung von Personaleinsatz, Maschinenplanung und der Gesamtanlageneffektivität OEE ist“, so Dr. Harms. Die App 5.Progress wird laut Anbieter bereits erfolgreich in der Lebensmittelindustrie und unter anderem auch bei dem Maschinenbauunternehmen Deguma-Schütz eingesetzt. „Die cloudbasierte Anwendung von 5thIndustry ermöglicht eine effiziente Projektumsetzung und gestattet uns, künftig noch flexibler auf Kundenanforderungen reagieren zu können. 5thIndustry bezieht die Mitarbeitenden direkt in die Implementierung ein – für uns ein wichtiges Element unserer Arbeitskultur auf Augenhöhe“, betont Daniela Dingfelder, die operative Geschäftsführerin der Deguma-Schütz GmbH. https://5thindustry.de/

40. Motek

„Unsere App bietet eine vollständig digitale Steuerung von Aufträgen in der Produktion. Mit 5i.Progress kann auf Papier in der Produktion vollständig verzichtet werden. Die Folge: Durch das Entfallen von Such- und Klärungszeiten sowie manueller Auftragsrückmeldungen erhöht sich die Produktivität“, erklärt 5thIndustry Co-Founder Dr. Robert Harms. Bild: 5thIndustry

Wie Informationen und Daten die Instandhaltungszeiten verkürzen

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Effektive, wirtschaftliche und kundenorientierte Reparatur- und Instandhaltungsprozesse sind für die meisten Hersteller ein entscheidender Wettbewerbsfaktor und eine wichtige Ertragsquelle. Auch hier spielt die Digitalisierung eine immer bedeutendere Rolle, um zusätzliche Potenziale auszuschöpfen. Doch angesichts ihres noch geringen Reifegrades in großen Anlagenbeständen stellen Themen wie Predictive Maintenance oder Smart Service viele Fertigungsbetriebe vor grundlegende Fragen: Was ist für

die Zukunftsfähigkeit meines Unternehmens im Service entscheidend und sinnvoll? Wie und wo fange ich mit einer Transformation oder Optimierung meiner Instandhaltungsprozesse an? Wie entscheide ich mich für das richtige Vorgehen oder die richtige Software? Muss ich alles auf einmal umkrempeln? Kann ich auch ohne große Softwareinvestitionen bereits entscheidende Schritte tun, um für eine digitale Transformation in der Instandhaltung besser gerüstet zu sein? Neben Prozessautomatisierung und Lieferkettenmanagement liegt ein wichtiger Schlüssel zur effizienten Instandhaltung in der Durchgängigkeit und Qualität von punktgenauer Information zu den erforderlichen Reparaturund Wartungsmaßnahmen. Damit Daten und Informationen in smarten Prozessen an den richtigen Stellen einfließen, verarbeitet und zur Verfügung ge-

stellt werden können, müssen sie zunächst identifiziert, beschafft, analysiert und richtig verzahnt werden. Eine fachgerechte Instandhaltungsdokumentation sorgt dabei für zielgruppenrelevante, gut strukturierte, aktuelle und vollständige Information im geeigneten Format. „Hands-on“ ermittelte Reparaturmethoden und Instandhaltungszeiten sichern die Qualität der benötigten Information und verbessern die Planbarkeit von Wartungseinsätzen deutlich. Eine bedarfsgerechte und leicht verständliche Visualisierung in Form von Grafiken, Animationen oder der Einsatz von AR und VR beschleunigen die Vermittlung und Durchführung von komplexen Wartungs- und Reparaturarbeiten. Die intelligente Integration von Maschinendaten, Fehlercodes, Instandsetzungsinformationen, Betriebsstoffen, Werkzeugen und Ersatzteilen in den Informationsfluss sorgt letztlich für wirklich

effiziente und planbare Instandhaltungsprozesse. Als Dienstleister für Technische Kommunikation, Informationsund Business Management ist die 2W Technische Informations GmbH & Co. KG nach deren Angaben seit über 20 Jahren mit einem breiten technischen und methodischen Kompetenzspektrum für Informationsvermittlung an allen Stellen der Wertschöpfungskette in den Bereichen Aftersales und Instandhaltung tätig. Dank seiner langjährigen Praxiserfahrung bietet das Unternehmen laut eigenen Aussagen einen umfassenden Blick auf das Potenzial bestehender Instandhaltungsprozesse und ermöglicht pragmatische und schnell umsetzbare Prozessänderungen mit Lösungen auf den Punkt und nicht out of the box. In.Stand Stuttgart 2022 18. bis 19. Oktober 2022 www.2Wgmbh.de/onpoint


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Wachsen unter dem Dach eines Champions Ganzheitliches Field Service Management durch Kombination von ergänzenden Produkten Die Solvares Group hat sich nach eigenen Angaben zusammengeschlossen, um der europäische Champion für Ressourcenoptimierung in der Supply Chain und Service Chain zu werden. Durch komplementäre Produkte decken die Lösungen alle Teile der Wertschöpfungskette in Logistik, Field Service und Vertrieb ab. Im Juni dieses Jahres kaufte die Solvares Group die mobileX AG aus München. Im gemeinsamen exklusiven Interview verdeutlichen Christoph Hartel, kaufmännischer Leiter der Solvares Group sowie der FLS GmbH, eine der fünf Firmen der Unternehmensgruppe, und Hannes Heckner, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender der mobileX AG, die Gründe für den Zusammenschluss und die Synergien, die sich daraus ergeben. Herr Heckner, was hat die mobileX zum Beitritt zur Solvares Group bewegt? Die Solvares Group ist der europäische Champion im Bereich Ressourcenoptimierung vom Vertrieb über den technischen Service bis zur Logistik. Innerhalb der Gruppe ist vor allem das Tochterunternehmen FLS GmbH, das auf dem Gebiet Field Service Management tätig ist, für uns ein idealer Partner. Die FLS hat sich nämlich auf den Bereich der Tourenoptimierung spezialisiert und bietet hier eine sehr hohe Qualität. Für uns ist dies eine ideale Ergänzung für unser Produktportfolio zur Digitalisierung der Serviceprozesse. Aber natürlich profitieren wir auch von der Firmengruppe, die nun über 300 Mitarbeiter umfasst. Dadurch gewinnen wir an Größe, an Entwicklungspower und nicht zuletzt an internationaler Präsenz, da die Solvares Group bereits mit eigenen Niederlassungen in Europa aktiv ist. Herr Hartel, warum passt Ihrer Meinung nach die mobileX so gut zur Firmengruppe? Wir als Solvares Group wollen die Prozesse unserer Kunden ganzheitlich abdecken, und zwar in den drei Segmenten Field Service, Field Sales und Logistik. Dabei haben wir uns als Gruppe in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt und sind gewachsen, zuletzt mit der Opheo Solutions GmbH, einem Spezialisten für die Automatisierung der Lkw-Disposition, der uns im Logistiksegment verstärkt. Wir haben uns in der Vergangenheit den Field-Service-Markt genau angesehen und nach einer perfekten Ergänzung zum Angebot der FLS gesucht. Die FLS ist der Spezialist für Echtzeit-Softwarelösungen rund um eine optimierte Termin-, Touren- und Lieferplanung. Das Unternehmen, das seit 30 Jahren in diesem Bereich aktiv ist, deckt dabei den gesamten Service- und Lieferprozess von der Planung und Disposition über die Durchführung bis hin zu Monitoring und Analyse ab und das mit einem Fokus auf das Ökosystem der Microsoft-Welt. Das Portfolio der mobileX AG ergänzt nun dieses Angebot perfekt, mit einer tiefen Expertise im Bereich Field Services, mit seinen mobilen Lösungen und seiner Kompetenz im Bereich SAP. Beide Unternehmen passen sehr gut zusammen und tragen unserem Anspruch Rechnung, die mit Abstand besten und aus-

gereiftesten Field-Service-Produkte anzubieten.

Salopp gesagt: Unsere Kunden können sich jetzt schon ihre Hände reiben, weil das Angebot im Field-Service-ManagementBereich beispielsweise durch die Tourenoptimierung und die enge Verzahnung mit der Logistik an Stärke und Tiefe gewinnt. Außerdem können die Entwicklungsteams gemeinsam mehr bewegen als allein, wobei es sich als positiv erweist, dass beide Unternehmen schon seit Jahrzehnten im gleichen Markt aktiv sind und sich so Synergien ergeben. Hier sind die Teams bereits heute in einem sehr regen und positiven Austausch. Zudem kann sich ein Kunde jetzt eben auch bei den Angeboten der Solvares Group umsehen und weitere Leistungen nutzen, die unser Angebot ideal ergänzen. Für die Mitarbeiter von mobileX in München ändert sich nichts, das heißt der Standort bleibt bestehen, aber die Solvares Group, die ja ihren Hauptstandort bei Kiel hat, bekommt damit zusätzlich einen Standort in Süddeutschland.

Herr Heckner, was bedeutet der Zusammenschluss für Ihre Kunden und was für die Mitarbeiter in München?

Und wie sehen Sie das, Herr Hartel? Die Solvares ist ein europäisches Unternehmen. Wir freuen uns

Der Münchener Softwarehersteller mobileX ergänzt seit Kurzem das Portfolio der Solvares Group um mobile Lösungen und Tools zur Einsatzplanung für das Field Service Management und die Instandhaltung. „Dadurch gewinnen wir an Größe, an Entwicklungspower und nicht zuletzt an internationaler Präsenz“, erklärt Hannes Heckner, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender der mobileX AG, im Interview. Bild: mobileX

Bild: Gerd Altmann from Pixabay

sehr, jetzt mit München einen weiteren, attraktiven und für unsere Kunden sehr einfach zu erreichenden neuen Standort im Süden zu haben. Herr Heckner, noch eine Nachfrage. Wie wollen Sie sich im stark wachsenden Wettbewerb im Bereich Field Service Management positionieren? Wo profitieren Sie vom Know-how und den Möglichkeiten der Solvares und der FLS und was

Christoph Hartel, kaufmännischer Leiter der Solvares Group sowie der FLS GmbH, betont: „Wir zielen darauf ab, ganzheitlich die Kundenprozesse unserer Kunden mit entsprechenden digitalen Lösungen zu unterstützen und vor allem zu optimieren.“ Bild: FLS

sind und bleiben Ihre Alleinstellungsmerkmale? Der Markt ist vom Fachkräftemangel, von Anforderungen an Nachhaltigkeit und von der Vergleichbarkeit von Produkten geprägt. In der Folge werden die Qualität und das Preisleistungsverhältnis im Service zunehmend zu den entscheidenden Faktoren für die Kundenzufriedenheit. Und genau hier wollen unsere Kunden sich weiter verbessern und suchen nach Möglichkeiten, den Service zu optimieren. Dabei haben sie zwei Möglichkeiten: Sie können zum Beispiel auf eine große Lösung aus dem ERP-Lager setzen. Die wird aber in allen Bereichen nicht so sehr in die Tiefe, sondern eher in die Breite gehen. Je wichtiger aber die Qualität im Service wird, desto schwieriger wird es mit derartigen Lösungen, diesen steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Der bessere Weg ist meiner Meinung nach das Angebot der Spezialisten, also die Lösungen der Solvares Group, der FLS und von mobileX. Dadurch, dass wir hier unseren Fokus setzen, gehen die Lösungen viel tiefer als die Angebote beispielsweise von SAP, Salesforce oder Microsoft. Weiter auf Seite 11

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Welche IoT-Lösung Mittelständler brauchen Warum Global Player den Anforderungen des Mittelstands nicht zwingend gerecht werden Laut einer IDG Studie zum Thema Internet of Things entwickeln immer mehr Unternehmen eigene IoT-Lösungen. Fast 60 Prozent holen sich dafür externe Partner an Bord. Gerade, wenn die Ressourcen nicht ausreichen, greifen Unternehmen und insbesondere Mittelständler für die Umsetzung zu wohlbekannten IT-Dienstleistern. Muss jedoch die IoT-Lösung schnellstmöglich in die unternehmensinternen Prozesse integriert werden, scheitern viele. Alleine die technische Umsetzung dauert durchschnittlich knapp 20 Monate. Sind also jene IoT-Lösungen der Global Player die beste Option, die mittelständische Unternehmen haben? Oder anders gefragt: Was müssen alternative Lösungen bieten, um den Mittelstand zu überzeugen? Diese Fragen klärt Michael Breidenbrücker, CEO und Gründer von Senseforce, im Inter view. Investiert der industrielle Mittelstand mehr in IoT-Projekte? Ja, das stimmt. Mit der voranschreitenden Digitalisierung war es nur eine Frage der Zeit, dass auch die mittelständischen Unternehmen der Maschinen- und Anlagenbaubranche sich aktiv mit IoT-Projekten befassen. Aktuell verlagern die Mittelständler solche Projekte jedoch noch an externe Anbieter. Warum? Sie haben auf ihrem Gebiet Expertise en masse. Doch, wenn es um relevante Themen wie Big Data, IoT, Machine Learning oder auch Cloud geht, die ihre Wettbewerbsposition langfristig sichern können, gibt es momentan viel Aufholbedarf – nicht zuletzt aufgrund des Mangels an IT-Spezialisten, die sie für die noch recht komplexen IoT-Lösungen benötigen. Wir beobachten schon seit Langem, dass die mittelständischen Industrieunternehmen zu sogenannten „Buy and createLösungen“ greifen, also Lösungen, die sie nicht selbst entwickeln, sondern bei externen Anbietern einkaufen, an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen und diese direkt in ihre Prozesse implementieren lassen. Mit dem richtigen Partner, der über das notwendige Fachwissen verfügt, stellen sie sich der Challenge, die Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu digitalisieren. Sie sprechen vom „richtigen“ Partner. Wer ist der richtige Partner für den Mittelständler und was muss bei der Wahl berücksichtigt werden? Viele externe Anbieter stellen Lösungen zur Verfügung, die zwar in großen Konzernen funktionieren, aber nicht für den Mittelstand geeignet sind. Der richtige Partner für mittelständische Unternehmen zeichnet sich im Grunde durch einen entscheidenden Aspekt aus: größtmögliche Flexibilität. Bei der Implementierung von IoT-Projekten ist es für Mittelständler aus dem Maschinen- und Anlagenbau wichtig, dass der Partner eine Lösung bietet, die simpel in vorhandene Systeme zu implementieren, auf andere Systeme zu migrieren und insbesondere zu skalieren ist. Im Hinblick auf die mangelnden IT-Fachkräfte sollte solch eine Lösung darüber hinaus sicherstellen, dass selbst Mitarbeiter ohne spezifisches IT-Know-how in der Lage sind, diese zu bedienen, wie beispielsweise eigenständig abteilungsspezifische Applikationen zu erstellen.

„Big Player wie Siemens und Microsoft sind breit aufgestellt und können auf notwendige Ressourcen zurückgreifen. Das ist ein bedeutender Vorteil. Beschäftigt man sich jedoch näher mit den Lösungen, stellt man schnell fest, dass die angebotenen IoT-Lösungen nicht auf die Bedürfnisse der mittelständischen Unternehmen passen“, meint Michael Breidenbrücker. Bild: Senseforce

Das Ziel ist es, IoT-Lösungen langfristig in unternehmensinterne Prozesse zu integrieren. Auf welche Herausforderungen stoßen mittelständische Unternehmen dabei? Jedes Unternehmen muss sich vor dem Erwerb einer IoT-Lösung die Frage stellen, ob sich die Anschaffung wirtschaftlich gesehen rentiert. Damit soll sichergestellt werden, dass die Kosten auch langfristig überschaubar bleiben. Dabei können wir zwischen zwei Kostenstellen unterscheiden. Entscheidet sich ein Mittelständler für eine IoT-Lösung, entstehen einerseits Kosten für die Inbetriebnahme und abgeschlossene Verträge für Consultingdienste. Sind diese Kosten zu hoch, kann sich die Marge für den Verkauf ihrer Produkte und die damit verbundenen Dienstleistungen verringern. Vor allem die Big Player unter den Anbietern stellen Basis-Plattformen bereit, die zusätzlichen Support von Data Scientists voraussetzen. Andererseits müssen Kosten für den laufenden Betrieb stets im Hinterkopf behalten werden. Wenn die bereits angesprochene Flexibilität nicht vorhanden ist und sich die Anwendung der IoTLösung eher aufwendig als simpel gestaltet, so können viele der mittelständischen Unternehmen nicht aus ihrer eigenen Kraft heraus das integrierte IoT-Projekt betreuen – und begeben sich folglich in eine Abhängigkeit von externen IT-Fachkräften. Bei der Wahl eines IoT-Anbieters verlassen sich mittelständische Unternehmen auf die Expertise der großen Softwarekonzerne. Warum? Das ist eine gute Frage, die ich mir auch immer wieder stelle. Aber noch habe ich keine plausible Ant-

wort darauf. Ich denke, dass der Markt für viele mittelständische Unternehmen noch sehr unübersichtlich ist. So sind viele IT-Entscheider überfordert mit der Masse an Auswahlmöglichkeiten. Es ist recht kompliziert, eine Entscheidung darüber zu treffen, welcher Anbieter die Dienste zur gewünschten Leistung bereitstellen kann. Wie auch in anderen Lebensbereichen, verlassen sich so auch die Mittelständler oftmals auf die Big Player unter den Anbietern, weil allein der Name mehr Vertrauen in ihre Expertise schafft als ein No-Name-Anbieter. Ich kann nicht oft genug betonen, dass es bessere Lösungen für den industriellen Mittelstand gibt, als die großen Softwarekonzerne bieten können. Also: Nehmt euch die erforderliche Zeit, die ihr bei der Auswahl des potenziellen Partners braucht. Und doch entscheiden sich Mittelständler für IoT-Lösungen von den Big Playern. Welche Vorteile und welche Nachteile sehen Sie da? Big Player wie Siemens und Microsoft sind breit aufgestellt und können auf notwendige Ressourcen zurückgreifen – das ist ein bedeutender Vorteil. Beschäftigt man sich jedoch näher mit den Lösungen, stellt man schnell fest, dass die angebotenen IoT-Lösungen nicht auf die Bedürfnisse der mittelständischen Unternehmen passen. Denn sie sind häufig kosten- und wartungsintensiv und bieten darüber hinaus nicht die erforderliche Flexibilität. Des Weiteren nimmt die Implementierung von IoT-Lösungen sehr viel Zeit in Anspruch, es gibt eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Vendor-Lock-in und sie erfordern IT-Know-how, das mittelständische Industrieunternehmen oftmals nicht verfügen. Welche Eigenschaften muss eine IoT-Lösung für den industriellen Mittelstand haben? Im Grunde genommen ist es ganz einfach: Die IoT-Lösung muss vorrangig transparent, verständlich, leicht zu bedienen sein und die größtmögliche Flexibilität bieten. Sind diese Eigenschaften gegeben, können die Mittelständler im Maschinen- und Anlagenbau an ihren neuen und innovativen Produkten arbeiten, ohne sich in Abhängigkeiten zu externen Partnern zu begeben – und damit auch dauerhaft ihre Position im weltweiten Wettbewerb sichern. https://senseforce.io/

FVI Podcast: Das Neueste aus Instandhaltung und Produktion im praktischen Format Das Forum Vision Instandhaltung e.V. hat mit Ende August seinen eigenen Podcast zu den aktuellen Themen der Instandhaltung und der Produktion aufgesetzt. Die beiden FVI Vorstände, Markus Ahorner und Björn Höper, besprechen sowohl untereinander als auch gemeinsam mit Gästen technologische, organisatorische und konjunkturelle Trends, Herausforderungen, Lösungsansätze und aktuelle Umsetzungsbeispiele in Instandhaltung und Produktion. Der Podcast erscheint jeden Donnerstag auf allen gängigen Plattformen, wie Spotify oder Apple Podcasts. Das FVI bietet mit diesem Podcast der Instandhaltung einen modernen, portablen, zeitsouveränen und gut zu konsumierenden Medienkanal von Praktikern für Praktiker. Mit diesem Format wird das bereits existierende Informations- und Ausbildungsprogramm des FVI um ein Medium ergänzt, das wochenaktuell auf neue Entwicklungen eingehen und diese vertiefen kann. Damit soll das Bewusstsein für die aktuellen Herausforderungen der Instandhaltung geschärft werden. Es ist eine Binsenweisheit, dass Hochlohnregionen wie der deutschsprachige Raum und die EU auf geistige und technologische Spitzenleistungen angewiesen sind, um wettbewerbsfähig zu blieben. Die Veränderungen auf dem Energiemarkt, die Fragen von Nachhaltigkeit und Klimawandel, der demographische Wandel und die Digitalisierung sind aktuelle Beispiele für die Herausforderungen, aber auch die Chancen, die sich dem Wirtschaftsstandort DACH-Region und speziell der Instandhaltung und Produktion bieten. Um diese Chancen zu erkennen und nutzbar zu machen, werden konkrete Lösungsmöglichkeiten und Best Practices in die Instandhaltungscommunity getragen. Von der Digitalisierung bis hin zu Methoden der Predictive Maintenance und der Betriebsorganisation sollen alle Themen des modernen Produktions- und Instandhaltungsmanagements adressiert werden. Die zukünftigen Folgen sollen ein Forum bilden, in das zusätzlich Fachleute und Führungskräfte aus Industrie, Service, Beratung und Wissenschaft als Gäste einbezogen werden können. Dies ermöglicht es, die Perspektiven der verschiedenen Branchen und Unternehmen stärker auszuleuchten, originel-

le Beispiele für erfolgreiche Lösungen zu diskutieren und Best Practices und Erfahrungen, auch über die Instandhaltung hinaus und über Unternehmens- und Branchengrenzen hinweg weiterzugeben. Themen der ersten Folgen sind die aktuellen Entwicklungen in der Instandhaltung und wie sie auf die notwendige Ausbildung in der Instandhaltung auswirken. Im Fokus steht die Schnittstelle zwischen Produktion und Instandhaltung, die an dieser Stelle entstehenden Problematiken, und wie sich diese adressieren und beheben lassen. Weiterhin haben Markus Ahorner und Björn Höper bereits besprochen, wie sich die Daten der Automatisierung gewinnbringend für die Instandhaltung von Anlagen einsetzen lassen und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen. Häufig sind die relevanten Daten bereits vorhanden, werden aber heute jedoch noch nicht genutzt. In der vierten Folge wird die Wahl einer Instandhaltungsstrategie in Abhängigkeit von Ausfallhäufigkeit und Ausfallkosten thematisiert. Es wird gezeigt, welche Daten für eine Auswahl der passenden Instandhaltungsstrategie für die einzelnen technischen Plätze benötigt werden. Erstaunliches Ergebnis: Predictive Maintenance ist nicht automatisch für jeden Fall die beste Wahl! In den kommenden Folgen werden vermehrt Gäste zu Wort kommen, die aus erfolgreichen Instandhaltungs- und Optimierungsprojekten berichten. Wenn Sie einen Use Case haben, über den Sie gerne berichten möchten, setzen Sie sich bitte gerne mit dem FVI unter podcast@fvi-ev.de in Verbindung. Das Team des FVI-Podcasts freut sich über Verbesserungsideen und Themenvorschläge. Wer also Ideen hat, ist jederzeit herzlich eingeladen – mit Beiträgen, Vorschlägen oder als Gäste für die Interviews. Ein Überblick über alle Folgen und Plattformen gibt es online: https://fvi-podcast.podigee.io/


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Maximale Verfügbarkeit der neuen Anlage Ultimo EAM-Plattform für effiziente Instandhaltung in neuer Verwertungsanlage Die Kebag AG, Betreiber der zweitgrößten Abfallverwertungsanlage in der Schweiz, setzt für das Asset Management seiner derzeit neu erbauten Anlage die Ultimo EAM-Plattform ein. Mit der cloudbasierten Softwarelösung optimiert das Unternehmen Wartungsmanagement und Zusammenarbeit rund um seine Anlage und sorgt so für die unterbrechungsfreie Entsorgung von Abfall und für die zuverlässige Produktion von Strom und Fernwärme. Die Einführung hat bereits begonnen, obwohl die neue Anlage erst 2025 in Betrieb gehen soll. 265.000 Tonnen Müll verwertet die Kebag AG pro Jahr am Standort Zuchwil im Schweizer Kanton Solothurn. Der Abfall stammt von rund 178 Gemeinden und über 500.000 Einwohnern aus den Kantonen Bern und Solothurn. Dabei erzeugt die zweitgrößte Verwertungsanlage des Landes mit der umweltgerechten Entsorgung gleichzeitig Strom und Fernwärme für die Region. Um diese Anforderungen in Zukunft noch besser zu erfüllen, entsteht derzeit die neue Abfallverwertungsanlage Kebag Enova. Bei gleicher Entsorgungskapazität wird mit dem Neubau ein um 15 Prozent höherer Energienutzungsgrad angestrebt, sodass künftig

pro Jahr rund 150 GWh Strom und 140 GWh Fernwärme erzeugt werden können. Schon vor der für 2025 geplanten Inbetriebnahme kommt in der Anlage die Ultimo Cloudplattform für das Enterprise Asset Management zum Einsatz. Sie hilft, die Wartungs- und Instandhaltungsprozesse zu optimieren, die Zusammenarbeit zwischen Bedienpersonal und Wartungsmanagement zu verbessern und eine maximale Verfügbarkeit der Anlage zu erreichen. „Kebag Enova ersetzt unsere bestehende Abfallverwertungsanlage, die nach rund 50 Jahren an ihre Altersgrenze stößt. Die Anzahl unerwarteter Anlagenausfälle

Fortsetzung von Seite 9 Mit der langjährigen Branchenerfahrung und der kontinuierlichen Produktweiterentwicklung bieten wir ein deutlich tiefergehendes Angebot, das flexibler auf die Anforderungen des Marktes reagiert. Und wir sind als lokaler Partner vor Ort. Um es auf den Punkt zu bringen: Wir gehören in die Spitzengruppe, wenn es um das Thema Field Service Management in Europa geht. Wir können mehr, sind schneller und flexibler – das sind die Alleinstellungsmerkmale von mobileX und FLS. Das bestätigt auch das sehr gute Kundenfeedback, das wir jährlich abfragen.

Damit können Unternehmen ihre Service- und Instandhaltungsprozesse einfach und schnell digitalisieren und alle Beteiligten miteinander verbinden – vom Disponenten bis zum Subdienstleister – und all ihre Prozesse digital abbilden. Das Gute daran ist: Mit dem Abo-Modell kann man einfach starten – ohne ein Integrationsprojekt und ohne Schulung! Als Gruppe insgesamt wollen wir weiterwachsen, sowohl organisch als auch durch weitere Zukäufe. Als europäischer Anbieter von intelligenter Ressourcenoptimierung bauen wir unser Angebot weiter aus und nutzen das geballte Know-how unserer Unternehmen, um die innovativsten und leistungsstärksten Lösungen zur Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette bieten zu können. www.mobilexag.de https://solvares.com/

Herr Hartel, die mobileX AG ist mit ihrem Produktangebot den Lesern der B&I bestens vertraut. An wen richtet sich die Solvares Group mit ihren Lösungen? Wir zielen darauf ab, ganzheitlich die Kundenprozesse unserer Kunden mit entsprechenden digitalen Lösungen zu unterstützen und vor allem zu optimieren. Das fängt an bei der logistischen Kette, geht über das Verteilen und Ausliefern, die Vertriebssteuerung und reicht bis hin zu den Themen Instandhaltung und Service, wo wir nun durch die Lösungen von mobileX viel Kompetenz hinzugewonnen haben. Herr Hartel, wie sieht die zukünftige Produkt- und Unternehmensstrategie der Group aus? Die Themen Cloudlösungen und SaaS-Lösungen, also die Nutzung von Software auf Basis einer Mietzahlung, gewinnen an Bedeutung und hier sind wir bereits aktiv und werden auch weiter in diese Richtung gehen. Seit Kurzem gibt es zum Beispiel die mobileX-ServicePlatform, ein neues Cloud-Angebot der mobileX.

steigt naturgemäß – das führt zu teuren Betriebsunterbrechungen und Engpässen in der Entsorgung. Die cloudbasierte Softwarelösung Ultimo ist zusammen mit unserem Neubau ein zentraler Baustein, um künftig die ununterbrochene Entsorgung von Abfall und die zuverlässige Energieerzeugung zu gewährleisten“, betont Remo Fahrni, der Leiter Instandhaltung. Noch in diesem Jahr werden die ersten Nutzer mit Ultimo-Lizenzen ausgestattet und Schulungen in enger Zusammenarbeit zwischen Ultimo und Kebag durchgeführt. Insgesamt sind derzeit 42 Anwender für die EAM-Lösung geplant, die mit der cloudbasierten Software sämtliche Assets wie An-

Schon vor der Inbetriebnahme kommt in der Anlage die Ultimo Cloudplattform für das Enterprise Asset Management zum Einsatz. Sie hilft unter anderem, Wartungs- und Instandhaltungsprozesse zu optimieren. Bild: Ultimo

lagen und Maschinen, Gebäude und Infrastruktur managen und Prozesse rund um Wartung, Instandhaltung und die Einhaltung von Regeln und Vorgaben optimieren und dokumentieren. Zunächst 19 Full-User werden dabei Zugriff auf alle Daten erhalten und Tätigkeiten planen, prüfen und analysieren können. Hinzu kommen 23 Light-User, die Informationen einsehen und Meldungen erstellen können.

Außerdem haben sie als Bediener der Anlagen Zugriff auf Funktionen für die Erfassung von Ausfallzeiten und autonomen Wartungen, für Schichtübergabe, Lockout/Tagout und die Registrierung von Arbeitsgenehmigungen und Änderungsanfragen. Die Einführung des Ultimo-Moduls HSE für Health, Safety und Environment ist für einen späteren Zeitpunkt noch in diesem Jahr vorgesehen. www.ultimo.com

Die Solvares Group im Überblick Die Solvares Group kümmert sich um die Ressourcenoptimierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das Portfolio umfasst Lösungen für die gesamte Supply und Service Chain – von Transportlogistik über Vertrieb und Außendienst bis hin zum Service. Im Fokus steht dabei die intelligente Ressourcenoptimierung. Die Firmengruppe Solvares beschäftigt derzeit 339 Mitarbeiter an zehn Standorten in fünf Ländern. Hauptsitz der Unternehmensgruppe ist Heikendorf bei Kiel. Die Solvares besteht aus folgenden fünf Firmen: Die FLS GmbH ist der Spezialist für Echtzeit-Softwarelösungen rund um eine optimierte Termin-, Touren- und Lieferplanung. Das Produktportfolio deckt den gesamten Service- und Lieferprozess von der Planung und Disposition über die Durchführung bis hin zu Monitoring und Analyse ab. Die mobileX AG bietet Field Service Management und Instandhaltungssoftware aus einer Hand. Schwerpunkte hierbei sind die Digitalisierung der Einsatzplanung und der mobilen Auftragsabwick-

lung, die zu einer höheren Ressourcenauslastung und Kundenzufriedenheit, mehr Transparenz und einer optimierten Datenqualität führen. Um die vollautomatische Besuchsplanung für den Außendienst in Verkauf, Beratung und Service kümmert sich die Impactit GmbH mit ihrer Lösung portatour. Die Transportlogistik zu optimieren, Kosten zu minimieren, Prozesse zu verbessern und die Wettbewerbskraft zu steigern – das sind die Kernbereiche der Städtler Logistik GmbH. Konkret geht es hier um die Bereiche Transportplanung und -optimierung, Disposition, Abrechnung, Track & Trace sowie Simulation und Controlling. Der Spezialist für die Automatisierung der LkwDisposition innerhalb der Firmengruppe ist die Opheo Solutions GmbH. Deren Softwarelösung Opheo nimmt dem Disponenten Berechnungen und Kalkulationen ab, bietet eine KI-basierte Tourenoptimierung, reduziert sowohl Zeitaufwände als auch Kilometer und hilft, die Transportressourcen besser auszulasten.

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Grundzüge smarter Indstandhaltungsszenarien Greengate-Vorstand Martin Gerwens über neue Technologien im Kontext digital gestützter Instandhaltung und Betriebsführung Klemmbrett, Zettel und Stift einerseits – Tablet, Smartphone und stationärer PC andererseits: Nach wie vor existieren analoge wie digitale Checklisten und Dokumentationen in der Instandhaltung – Industriezeitalter 4.0 zum Trotz. Doch wie geht es weiter, wenn die Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Reparatur die begrenzten Möglichkeiten analoger Informationsverarbeitung endgültig überwunden haben, wenn die Instandhaltung also voll digitalisiert ist? Martin Gerwens, Vorstand der Greengate AG und Lehrbeauftragter an der Dualen Hochschule BadenWürttemberg, hat hierzu eine klare Meinung. Er spricht über die Möglichkeiten von Augmented Reality (AR), künstlicher Intelligenz (KI), Sprachsteuerung und -ausgabe, Mustererkennung und maschinellem Lernen und die Bedeutung dieser Technologien für die Instandhaltung der Zukunft. Datenbrille, Helmkamera und Mikro sind heute doch das Mindeste, was Instandhalter im Feld, an der Maschine oder im Pumpenschacht nutzen. Oder etwa nicht? Sie sind nach wie vor die absolute Ausnahme, das ist doch klar. Wir sind aktuell immer noch mit der Transformation vom Klemmbrett zum Tablet beschäftigt. Das ist die Basis, denn auf die Instandhaltungssoftware wie GSService bauen die neuen Technologien auf. Sie interagieren mit den Informationen aus unserem System, steuern selbst welche bei, oder nutzen die Daten, zweitverwerten sie und setzen im Zusammenspiel mit anderen Technologien auf unserem System als Plattform auf. Wir geben ihnen quasi ein Zuhause. Wir sorgen für die Kontextualisierung, indem GS-Service die Brücke zur täglichen Instandhaltungspraxis schlägt. Was ist das heißeste Eisen aktuell? KI als Sammelbegriff ist ein Riesenthema. Dass KI in Mode ist, hängt unter anderem damit zusammen, dass die Rechenleistung exponentiell gewachsen ist, die Datenverarbeitung selbst erschwinglicher wurde und aus Systemen wie GS-Service einfach viel mehr Daten zur Verfügung stehen als früher noch. Warum sollte man sie also nicht nutzen? Außerdem kennt KI jeder aus seinem privaten IT-Alltag: siehe Siri als persönlicher Assistent via Sprachsteuerung, siehe Amazon mit seinen Algorithmen, siehe Gesichtserkennung bei Facebook. Das funktioniert alles. KI ist dabei mehr ein Konzept als eine Technologie: Es geht darum,

Die browserbasierte Instandhaltungslösung GS-Web bietet beste Voraussetzungen für die Kopplung mit neuen Technologien - von Augmented Reality bis Machine Learning und Mustererkennung.

dass Maschinen menschenähnlich denken, verknüpfen und lernen. Richtig ist, dass KI mit Leben gefüllt werden muss. Machine Learning ist einer der Motoren von KI. Ein Beispiel: Ein Forschungsund Kooperationspartner der Greengate AG wertet die technischen Daten von einzelnen Photovoltaikanlagen über selbst entwickelte Algorithmen aus und versucht, darüber Tendenzen abzuleiten: Wann kommt es zu Störungen? Wann sind Bedingungen so schlecht, dass ein Wartungsteam ausrücken muss? Das System wird von Auswertung zu Auswertung klüger und klüger. Aktuell noch werden die Anwender zum Beispiel per SMS informiert. Perspektivisch aber landet diese Information direkt bei uns im System. So bekäme das Instandhaltungsteam neben der Benachrichtigung direkt eine validierte Checkliste mit Angaben, was zu tun ist und welche Messwerte zu erfassen sind. Dazu gäbe es noch eine Materialliste zum Auftrag. Und das Ganze ohne Systembruch. Denkbar wäre sogar bidirektionales Lernen: Die ML-Software verarbeitet bei der Mangelbehebung in GS-Service angefallene Daten aus den Checklisten beispielsweise, GS-Service wiederum optimiert festgelegte Workflows für Wartungsanleitungen, Materiallisten, Angaben zu Equipments auf Basis der empirischen Erkenntnisse und der daraus abgeleiteten Schlüsse – Prognosemodelle – aus dem Machine-Learning-System. Gibt es dafür weitere Einsatzszenarios? Nehmen wir die Technologien Sprachsteuerung und GIS bzw. GPS in Kombination mit unserem

Bilder: Greengate

Instandhaltungssystem GS-Service. Die Möglichkeit der Sprachsteuerung realisieren wir ganz aktuell in unserer Mobilanwendung GS-Web. Zum Praxisbeispiel: Ein Mitarbeiter fährt raus zur Schachtkontrolle. Da er hierbei meist beide Hände braucht, nutzt er nicht das Tablet, sondern über Mikro und Kopfhörer die Sprachausgabe beziehungsweise Sprachsteuerung. Durch die Kopplung mit dem GIS und GPS wird ihm vor Ort via Sprachausgabe genau angesagt, welcher der Schächte überhaupt zur Kontrolle ansteht und via Spracheingabe diktiert er seine Ergebnisse direkt in das System. Eine Besonderheit hier ist die Mensch-Maschine-Interaktion, ohne dass der Benutzer etwas eintippen oder ein elektronisches Gerät bedienen muss. Wie genau hat man sich das vorzustellen? Der Instandhalter hebt den Schachtdeckel hoch und das System sagt: „Prüfe Steigeisen im Schacht“ und „Überprüfe den Kanal auf Rattenbefall“. Der Servicetechniker gibt im Idealfall zurück: „Steigeisen: i.O.“ und „Rattenbefall: keiner“. Deckel zu. Fertig. Weiter. Eine weitere Möglichkeit der Identifizierung von Objekten und der anschließenden Aufgabensteuerung durch das System ist der Einsatz von Helmkamera, Datenbrille oder Smartphone. Da existieren mehrere Möglichkeiten. Der Instandhalter kann zum Beispiel den Bar- oder QRCode scannen, der direkt vor Ort angebracht ist. Das System gibt dann die Informationen zum Beispiel aufs Smartphone oder Tablet aus. Optional scannt man mit Datenbrille, Helmkamera oder Smartphone den Raum, das System identifiziert dabei die Objekte und reichert sie mit Informationen an, an die man über den Info-Punkt auf dem virtuellen Abbild herankommt – mit allen Infos zur Infrastruktur vor Ort, zur Historie, zu Checklisten etc. Es ist also die Kopplung verschiedener Daten, die den Einsatz neuer Technologien so vielversprechend macht. Man ist sofort im Zentrum des Geschehens. Hier gilt dann auch das Wort von der Faust, die mehr Kraft hat als die Summe fünf einzelner Finger. Was ist der eigentliche Benefit? Die Instandhaltung wird damit weit effektiver und effizienter. Wie

Martin Gerwens, Vorstand der Greengate AG und Lehrbeauftragter an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, ist überzeugt: „Die Lösung wird nicht in einer einzelnen Disziplin, sondern in einer smarten Verknüpfung der einzelnen Qualitäten der jeweiligen Disziplinen liegen.“

sehr, das zeigt ein Beispiel: Man geht bei der Inspektion der Maschinen und Anlagen nicht mit dem Klemmbrett, sondern mit einer Datenbrille, Mikro und Kopfhörer durchs Unternehmen. Ähnlich wie beim 3D-Laserscanning werden ganze Räume über Punktwolken aufgebaut, Marker gesetzt und damit Informationen gesteuert. Systemseitig wird nach der Erkennung der Objekte die Information auf den Kopfhörer ausgegeben, dass man vor dieser oder jener Maschine steht. Dann kann die Sprachsteuerung beziehungsweise Sprachausgabe starten. Mit diesen Informationen kann damit direkt vor Ort repariert, gewartet oder ein Mangel erfasst werden. Wie erfolgt die Dokumentation? Man nimmt neben der Sprachnachricht, die das System in valide Informationen umsetzt, noch ein Bild oder Video auf, fertig. Das würde der Philosophie entsprechen, dass die relevanten Daten im Tun und Handeln automatisch generiert werden. Im Idealfall ohne Systembruch. Die Dokumentation erfolgt also nebenbei. Die Muster- bzw. Bilderkennung beschränkt sich unterdessen nicht auf Equipments und technische Plätze im industriellen Umfeld oder Infrastrukturen im Netzbetrieb, oder? Nein, visuelle Verfahren sind beispielsweise auch prädestiniert für die automatische Erkennung von Ersatzteilen. Das betreffende Teil wird im Rahmen der Reparatur gescannt. Dann erfolgt mit dem Systemabgleich die eindeutige Identifikation und gleichzeitig die Suche in der Lagerliste. Das wäre perfekt. Kommen wir noch einmal zum Ausgangspunkt des Interviews zurück: Noch sprechen wir im Feld über theoretische Möglichkeiten und erste praktische An-

wendungen, beispielsweise mit dem AR-System von ar:met oder den Machine-Learning-Lösungen von Mondas. Wann rechnen Sie mit dem breit angelegten Einsatz der neuen Technologien? Man sagte früher, dass solche Umbrüche eine Generation von Planern und Entwicklern brauchen, um Raum zu greifen. Als Schablone diente da gern die Geschichte der Elektrifizierung der Industrie. Wie im Dampfmaschinenzeitalter hat man seinerzeit die ersten, riesigen Riesen-Elektromotoren mittig in der Fabrik angeordnet. Es brauchte gut 25 Jahre, bis man dazu überging, die Fabriken neu zu organisieren, und zwar um den Warenstrom herum und nicht um die Kraftquelle. Das dürfte bei der IT und den neuen virtuellen Technologien aber noch schneller ablaufen. Ich rechne schon in wenigen Jahren mit dem massiven, breit gestreuten Einsatz neuer Technologien. Weil die Innovationszyklen weit schneller als früher verlaufen? Ja, wobei die Etablierungsphasen des neuen Paradigmas die immer gleichen Muster aufweisen. Zuerst entsteht ein großer, auch medialer Hype. Dann wird es nach den ersten praktischen Rückschlägen ruhig um die neuen Lösungen. Dann laufen die ersten Pilotprojekte in der Realwirtschaft an und erst dann greifen die Konzepte marktweit. Was heißt das jetzt: Warten oder Starten? Wir empfehlen, das anzuwenden, was zweifelsfrei Sinn macht. Speziell unsere Web-Anwendung GS-Web bringt alles mit, um Techniken wie Machine Learning, Bilderkennung und Augmented Reality heute schon sehr produktiv in die tägliche Arbeitspraxis einzubinden. In.Stand Stuttgart 2022 18. bis 19. Oktober 2022 www.greengate.de


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TRBS-konform arbeiten – ganz automatisch Neue, hybride Mehrzweckleiter von Zarges hat Stufen (nur) dort, wo sie nötig sind Die Einhaltung der Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) ist essenziell für die Gewährleistung der Sicherheit von Mitarbeitern beim Arbeiten in der Höhe – besonders angesichts gestiegener Anforderungen in Teil 2 der Richtlinie „Gefährdung bei Beschäftigten bei der Verwendung von Leitern“. Doch Arbeitsschutz und Unfallvermeidung gelingen nur, wenn Anwender sich auf Lösungen verlassen können, die es ihnen so leicht wie möglich machen, geltende Normen zum Arbeitsschutz einfach und nachhaltig umzusetzen. Zarges hat deshalb die hybride Mehrzweckleiter Skymaster Plus X entwickelt, die mit einer Reihe an Besonderheiten aufwarten kann. Die neue Skymaster Plus X hat – und das ist durchaus eine Besonderheit – nur dort Stufen, wo die Leiter auch als Arbeitsplatz eingesetzt werden kann. Das bedeutet: Die Mitarbeiter arbeiten ganz automatisch TRBSkonform. Hierfür sorgen die ergonomischen, 80 Millimeter tiefen Safer-Step-Stufen. Diese sind, wie der Hersteller betont, für einen sicheren Stand optimiert und sollen ein ermüdungsfreieres Arbeiten unterstützen. Für den Verkehrsweg sorgen – und das ist der Unterschied zu vielen anderen Modellen – die bewährten Sprossen. Damit wird ein versehentliches Arbeiten auf unzulässigen Standhöhen konsequent vermieden, denn der Anwender erkennt mit einem Blick, ob er sich auf einer für den Arbeitsplatz zulässigen Stufe oder einer Sprosse für den Verkehrsweg befindet. Das kombinierte Konzept aus Sprossen und Stufen wirkt sich positiv auf das Gewicht der Leiter aus, was durchaus von Bedeutung ist, denn alles, was die Handhabung schwerer macht, ist eine Hürde im Arbeitsschutz. Stehen Anwender beispielsweise nicht bequem und mit beiden Beinen auf der Stufenleiter oder müssen sie in der Handhabung mit einer schweren Leiter umgehen, geht das nicht nur zulasten der Ergonomie und des Wohlbefindens des Mitarbeiters, sondern kann auch zu einem deutlich erhöhten Absturzrisiko durch Ermüdung führen. Durch den Einsatz von robustem, aber leichtem Aluminium und den Verzicht auf schwerere Stufen, wo sie nicht benötigt werden, wiegt die neue vorgabenkonforme Leiter bei einer Höhe von 5,80 Metern lediglich 18,8 Kilogramm. Sie ist damit gerade

Angeboten werden die Modelle, die auch treppengängig einsetzbar sind, mit 3x6, 3x8, 3x10, 3x12 und 3x14 Sprossen.

einmal fünf Prozent schwerer als das Vorgängermodell. Neben dem geringen Gewicht der Leiter sorgen leichtgängige Rollen in der Quertraverse zusätzlich für eine einfache Verfahrbarkeit der Leiter, auch bei längeren Transportwegen. Zusätzliche Sicherheit bei der Arbeit in der Höhe bieten die sichere Hybridbauweise der Leiter sowie beidseitige starre Verbindungen für Stabilität und einen sicheren Stand. „Es ist die Summe der Features, die diese Leiter so einzigartig macht“, ist Simone Harrer, Product Manager Ladders & Stepstools bei

Zarges, überzeugt und verweist auf die aufwendige Entwicklung dieses Modells: „Zur Erweiterung unseres TRBS-konformen LeiternPortfolios haben wir mehrere Lösungsvarianten entwickelt. Schließlich haben wir uns für die Hybridvariante entschieden – und so lange an Aufbau, Gewicht und solider Verarbeitung gearbeitet, bis wir uns sicher sein konnten, ein TRBS-konformes Arbeiten vollumfänglich unterstützen zu können.“ Das Ziel sei es gewesen, ein Optimum an Sicherheit und Stabilität sowie beim Gewicht und den Kosten bieten zu können. www.zarges.de

Stufen bietet die Leiter dort, wo sie als Arbeitsplatz und nicht als Verkehrsweg dient. Bilder: Zarges

BRANDGEFÄHRLICH: LAGERN UND LADEN VON LITHIUM AKKUS Die Lösung: ION-LINE Sicherheitsschränke!

Die TRBS-konforme hybride Mehrzweckleiter ist gerade einmal fünf Prozent schwerer als das Vorgängermodell und dank der Rollen an der Quertraverse auch leicht zu transportieren.

Die 6 Diamanten des Lockout/Tagout Der Autor des Arbeitsbuchs zum Erstellen eines Lockout/TagoutSystems, René Noël, dürfte aufmerksamen Lesern der B&I unter anderem durch seine Fachartikel und seine Arbeit für die Firma Abus bekannt sein. Der Spezialist für Arbeitsschutz beschäftigt sich bereits seit dem Jahr 2005 mit Themen der industriellen Arbeitssicherheit. Als geprüfter Fachberater für persönliche Schutzausrüstung und als Sachkundiger für Absturzsicherung begann er im Jahr 2013, sich hauptberuflich mit dem aus den USA stammenden Thema Lockout/Tagout zu befassen. Er entwickelte dabei mehrere Verfahren für Dienstleistungslösungen im Entstehen von Lockout/Tagout-Systemen wie das Stufenmodell oder das Industrial-Maintenance-Programm. Das Buch „Die 6 Diamanten des Lockout/Tagout“, das im Eigenverlag erschienen ist und mittlerweile auch in englischer Sprache vorliegt, liefert 20

Lernlektionen und über 50 Praxistipps zum Aufbau und Verbessern eines kompletten LoToSystems. Tipp: Auf der Webseite gibt es auch Informationen zum Thema Lockout/Tagout beispielsweise in Form von Videos und einem unterhaltsamen Podcast mit mehreren Folgen, der sich als Ergänzung zum Fachbuch versteht. www.die6diamanten.de

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AR-Brille: Freie Sicht auf dem Stapler Forscher am IPH und ITA entwickeln virtuelle Sichtverbesserung für Staplerfahrer Jedes Jahr gibt es allein in Deutschland mehr als 10.000 Unfälle mit konventionellen Gabelstaplern. Ein Grund dafür ist die eingeschränkte Sicht: Durch die Ladung, den Hubmast und die Säulen des Staplers wird der Blick des Fahrers oftmals ziemlich versperrt. In Zukunft soll Augmented Reality (AR) hier für Durchblick sorgen und die Sicherheit erhöhen. Auf dem Display der AR-Brille, welche die Person am Steuer trägt, werden hierfür Kamerabilder aus der Umgebung eingeblendet. Dadurch erscheinen Hindernisse transparent. Mithilfe einer AR-Brille, zahlreicher Kameras und Bewegungssensoren ist es Forschenden des Instituts für Integrierte Produktion Hannover

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Das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) und das Institut für Transport- und Automatisierungstechnik (ITA) der Leibniz Universität Hannover haben das Projekt gemeinsam bearbeitet und ihre Forschungsergebnisse in einem Demonstrator-Fahrzeug umgesetzt. Bilder: IPH

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Sicherheit. Made in Germany. Maximale Sicherheit für Menschen ist unser Auftrag. Unsere Steigtechniklösungen sind Garant für höchste Arbeitssicherheit. Von der Leiter über Rollgerüste und Überstiege bis hin zur individuellen Sonderkonstruktion. Entdecken Sie unseren Konfigurator für Treppen und Überstiege: www.steigtechnik.de/konfigurator

(IPH) gGmbH und des Instituts für Transport- und Automatisierungstechnik (ITA) der Leibniz Universität Hannoveraus Hannover gelungen, die Sichteinschränkungen am Steuer eines Gabelstaplers auszugleichen. Das Assistenzsystem ist das Ergebnis des Projekts„ViSIER – Virtuelle Sichtverbesserung und intuitive Interaktion durch Erweiterte Realität an Flurförderzeugen“. Die virtuelle Sichtverbesserung basiert auf AR, das heißt, Staplerfahrer setzen sich zukünftig mit AR-Brille ans Steuer. Auf dem Display der Brille werden dann Kamerabilder aus der Umgebung eingeblendet. Dadurch erscheinen Hindernisse wie Hubmast und Ladung durchsichtig. Voraussetzung für die virtuelle Sichtverbesserung sind mehrere Kamerasysteme, die am Fahrzeug angebracht wurden. Aus den Kamerabildern wird eine einschränkungsfreie Rundumsicht errechnet. Gleichzeitig erkennen Bild- und Bewegungssensoren in der Brille, in welche Richtung die Person am Steuer schaut. So ist es möglich, den korrekten Ausschnitt aus den Kamerabildern zu wählen und damit die tatsächliche Sicht des Fahrenden zu überlagern, sodass sowohl feste als auch bewegliche Hindernisse zu verschwinden scheinen. Bis zur Marktreife des Systems sind noch einige Optimierungen notwendig: So muss die Sichtverbesserung in Echtzeit erfolgen, statt wie bisher mit einigen Sekundenbruchteilen Verzögerung. Für den industriellen Einsatz sind daher eine schnellere Bildübertragung sowie robustere Kameras und bessere AR-Brillen notwendig, als derzeit am Markt verfügbar sind. Dennoch zeigen die Forschungsergebnisse, was für ein großes Potenzial AR für die Logistik bietet: Zum einen erleichtert die virtuelle Sichtverbesserung Staplerfahrern die Arbeit. Insbesondere in schwer einsehbaren Bereichen, wenn Personen den Weg kreuzen sowie beim Ein- und Auslagern kann das Risiko für Unfälle deutlich

gesenkt werden. Zum anderen vergrößert sich der Spielraum bei der Konstruktion von Gabelstaplern. Wenn die AR-Brille für Durchblick sorgt, sind neue Lösungen für Hubvorrichtungen und Ladehilfsmittel denkbar, die bislang aufgrund der zu stark einge-

Der Vergleich zeigt, wie die AR-Brille arbeitet und es ermöglicht, durch Hindernisse zu sehen.

schränkten Sicht nicht umsetzbar waren. Langfristig lässt sich das System auch auf andere Bereiche übertragen – etwa auf Bagger, Krane

und Straßenfahrzeuge – und kann auch dort Sichteinschränkungen kompensieren. www.visier.iph-hannover.de https://youtu.be/1N34hVNBX0g

Diese Red Mamba packt präzise zu Handschuh ist feiner als eine Feinstrumpfhose, aber robust und sicher Robuste und widerstandsfähige Handschuhe schützen vor Verletzungen bei schweren mechanischen Tätigkeiten. Trotz dieses Schutzes dürfen die Handschuhe die Fingerfertigkeit nicht beeinträchtigen. Selbst beim Handling mit öligen und nassen Teilen sollen sie zuverlässigen Grip bieten. Hinzu kommt, dass viele moderne Maschinen und Anlagen über Touchscreendisplays bedient werden. Das soll auch mit Handschuhen möglich sein. Ein komplexes Anforderungsprofil, dem nicht viele Modelle gerecht werden. Um das Verletzungsrisiko der Hände bei schweren körperlichen Arbeiten zu minimieren, tragen Beschäftigte im Bauhandwerk oder in der Industrie robuste Schutzhandschuhe. Hierzu eignen sich beispielsweise Modelle aus sehr festen und zugleich elastischen Materialien wie Polyamid. „Trotzdem dürfen die Handschuhe nicht die Fingerfertigkeit und Griffsicherheit der Träger einschränken“, erklärt Kay Wurst, Vertriebsleiter Industrie beim Handschutzhersteller Seiz. Das gilt be-

Der Handschuh ist robust und feinfühlig zugleich. Zum Bedienen von Maschinen über Touchscreens muss der Handschutz nicht ausgezogen werden. Bilder: Seiz

sonders bei Tätigkeiten mit Fingerspitzengefühl – wie der Montage kleinster Bauelemente. „Damit Handschuhe weder Feingefühl noch Tastsinn einschränken, müssen sie sich flexibel an die anatomische Handform anpassen und zugleich leicht und dünn sein“, so der Vertriebsleiter und verweist auf den Red Mamba von Seiz, der seiner Meinung nach all diese Eigenschaften verbindet. Der nahtlos gestrickte 5-FingerSchutzhandschuh ist zum einen – nach der Norm EN 388:2016 für Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken – äußerst abriebfest, dadurch lange haltbar und widerstandsfähig gegen frühzeitigen Verschleiß. Der Grund dafür liegt in seiner Beschaffenheit aus 100 Prozent Polyamid. Zum anderen büßt der fein gestrickte Handschuh nicht

an Fingerspitzengefühl ein: Mit 15 Gauge ist er dünner als eine Feinstrumpfhose. Für präzises Arbeiten bietet er zudem sicheren Grip – sowohl beim Umgang mit trockenen als auch mit öligen und nassen Teilen, etwa bei der Arbeit mit Maschinenschmieröl oder bei der Baustellenreinigung. Für die nötige Griffsicherheit sorgt die Beschichtung aus Nitril, das rutschfest und flüssigkeitsabweisend ist, für trockene und saubere Hände. Im Zuge der Digitalisierung bedienen Beschäftigte Maschinen immer häufiger über Bedienpulte oder Steuergeräte. Um dabei nicht ständig die Handschuhe an- und ausziehen zu müssen, sind Modelle wie der Red Mamba geräteabhängig touchscreenfähig. www.seiz.de


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Ausschussteile sofort erkennen Visual Quality Inspection von Schuler registriert Fehler automatisch Der Auftrag ist abgearbeitet, die letzte Box gefüllt. Doch bei einem letzten kurzen Blick zeigt sich das Dilemma: Alle Teile haben einen Kratzer an wichtigen Funktionsflächen – ein Ausschlusskriterium für den Kunden. Also bleibt keine andere Wahl, als die Produktion noch einmal von vorne zu starten, den Ausschuss zu entsorgen und die verlorene Zeit, wenn möglich, wieder wettzumachen. Sollte die defekte Ware erst beim Kunden auffallen, kommen die Kosten für die Reklamation sogar noch hinzu. So weit sollte und – wenn es nach den Experten von Schuler geht – muss es in Zukunft nicht kommen. „Viele Pressenbetreiber kennen und fürchten Situationen wie die zitierte“, weiß Christoph Pölzl vom Produktmanagement für digitale Lösungen bei Schuler. „Doch jedes Teil auf dem Auslaufband von Hand zu kontrollieren, ist oft schlichtweg unrealistisch.“ Weil eine derartige Nachkontrolle kaum umsetzbar ist, hat Schuler nun unter dem Namen Visual

Quality Inspection (oder kurz VQI) ein neues kamerabasiertes System entwickelt, das Schlechtteile automatisch erkennt. „Dadurch lassen sich Fehler in der Produktion sofort korrigieren, stundenlange Verzögerungen vermeiden und auf lange Sicht die Beziehung zu den Kunden verbessern“, ist Pölzl überzeugt. Dabei ist VQI mit nur wenigen Mausklicks konfigurierbar. „Als

Neue Edelstahl-Überlastkupplung für indirekte Antriebe von Enemac Enemac bietet nun eine Überlastkupplung aus Edelstahl an. Sie eignet sich beispielsweise für die Drehmomentbegrenzung in Zahnriemen- und Kettenantrieben, wie sie unter anderem in Abfüllanlagen und bei Verpackungsmaschinen zum Einsatz kommen. Die Überlastkupplung erfüllt die Anforderungen an die Hygiene der Lebensmittelverarbeitung. Dabei wurden bei der Kupplung laut Hersteller bewusst keine Beschichtungslösungen eingesetzt, das heißt der Werkstoff ist Edelstahl pur. Die eingesetzte Tellerfeder mit abfallendem Kraftverlauf (degressive Kennlinie) wurde speziell für diese Art von Drehmomentbegrenzern konzipiert. Sie garantiert laut Hersteller ein punktgenaues Ansprechen bei Überschreitung des eingestellten Drehmoments und ermöglicht große Einstellbereiche ohne TellerfederWechsel. Das Kugelrastprinzip unterbricht dann innerhalb

weniger Winkelgrade zuverlässig den Antriebsstrang zwischen Motor und Maschine. An den Rastkugeln ist eine Lebensdauerschmierung vorgesehen – und zwar mit lebensmittelfreundlichem Fett. Eine Labyrinth-Dichtung schützt vor Schmutzpartikeln und lässt dennoch eindringende Flüssigkeit auslaufen. Standardmäßig ist eine Synchronschaltung vorgesehen mit nur einem Rastpunkt pro Umdrehung. Kundenspezifische Variationen, zum Beispiel mit mehreren Rastpunkten, anderen Einstellbereichen oder Anschlussmaßen sind möglich. Insgesamt kommt die Konstruktion mit nur wenigen bewegten Teilen aus, was eine hohe Funktionssicherheit gewährleistet. Die Kombination mit Zahnscheibe oder Kettenrad ergibt eine kompakte Einheit, die nur noch auf die Maschinenwelle aufgesteckt werden muss. www.enemac.de

Vorlage dient ein makelloses Gutteil, das der Bediener am Computer markiert“, verdeutlicht Lukas Hagestedt, Entwicklungsingenieur für KI-Systeme bei Schuler. Er ergänzt: „Der Zeitaufwand dafür beträgt wenige Minuten, spezielle Vorkenntnisse sind keine nötig.“ Auf dieser Grundlage vergleicht das VQI alle weiteren Bauteile und identifiziert selbst geringste Abweichungen sofort.

Lösung basiert auf Visual Die Protection Visual Quality Inspection ist bereits bei einem Kunden in der Automobil-Zulieferindustrie erfolgreich im Einsatz. Die Technologie basiert auf der Werkzeugüberwachung Visual

Die kamerabasierte Qualitätssicherungslösung Visual Quality Inspection von Schuler erkennt Schlechtteile automatisch. Bild: Schuler

Die Protection (VDP), die Schuler bereits im Jahr 2019 vorgestellt hat. Der Unterschied: Bei VQI ist die Kamera nicht in die Presse hinein, sondern von oben auf das Auslaufband gerichtet. VQI hat noch einen weiteren Vorteil: Viele andere Lösungen auf dem Markt erfordern eine Methodenkompetenz vom Bediener sowie einen hohen Aufwand für das Einrichten. Und selbst dann kann es häufig zu falschen Alarmen im laufenden Betrieb

kommen, die eher Zeit kosten als sparen. Bei der visuellen Qualitätskontrolle von Schuler ist das Risiko gering, weil sich VQI selbstständig nachtrainiert und dadurch sozusagen „seinen Blick“ für das Gutteil weiter schärft. Tipp: Schuler präsentiert die Lösung Visual Quality Inspection auf der Fachmesse Euroblech in Hannover (25. bis 28. Oktober) am Stand 27-G82. www.schulergroup.com

SEW-EURODRIVE–Driving the world

Modernisierung

Retrofit

Ihre altbewährte Anlage bringen wir auf den neuesten Stand der Technik. Steigern Sie mit unserem Service Retrofit Ihre Produktivität und Energieeffizienz, senken Sie Ihre Instandhaltungskosten und profitieren Sie von langfristiger Teileverfügbarkeit. Alles aus einer Hand: persönliche Beratung und Engineering, modernste Antriebstechnik, Programmierung und Visualisierung sowie die komplette Installation und Inbetriebnahme.

Life Cycle Services

Die Einstellbereiche für die Überlastsicherung reichen von 15 Nm bis 350 Nm. Durch Abfragen des Hubes der überstehenden Schaltscheibe durch einen Näherungsschalter kann auch eine automatisierte Notstopp-Schaltung realisiert werden. Bild: Enemac

Der Service Retrofit ist Teil unseres Serviceangebots entlang des Anlagenlebenszyklus. www.sew-eurodrive.de/life-cycle-services Gerne beraten wir Sie auch persönlich. edg.marktmanagement@sew-eurodrive.de


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Gehäusefreiläufe mit Wartungsfunktion Höhere Verfügbarkeit dank wartungsfreundlicher Lockout-Tagout-Funktion Weltweit kommen die Gehäusefreiläufe der Baureihe FH von Ringspann für die Realisierung von Überholfunktionen in Antriebssträngen mit mehreren Motoren oder Turbinen zum Einsatz. Beispielsweise in Kraftwerken, Raffinerien sowie förder- und verfahrenstechnischen Anlagen gewährleisten sie deren Verfügbarkeit bei Ausfall der Energieversorgung oder eines Antriebs und erlauben einen energieeffizienten Teillastbetrieb. Um den Wartungsaufwand zu senken, hat das Unternehmen die Baureihe nun durch den Typ FHD ergänzt. Er verfügt über eine LockoutTagout-Sicherheitsfunktion nach den internationalen OSHA-Richtlinien. Die Gehäusefreiläufe der Serie FH von Ringspann agieren als Überholfreiläufe in Pumpen, Generatoren, Förderbändern, Ventilatoren und unterbrechungsfreien Stromversorgungen. Je nach Komplexität der Antriebssysteme können dabei auch mehrere FHs an schwer zugänglichen Stellen verbaut sein. Nun bietet der Hersteller mit dem Typ FHD einen Gehäusefreilauf für drehmomentstarke Anwendungen und verschleißfreien Dauerbetrieb an, der mit einer wartungsfreundlichen Lockout-Tagout-Funktion (LOTO) ausgestattet ist, die den Sicherheitsvorgaben der US-amerikanischen Occupational Safety and Health Administration (OSHA) entspricht. Das vollständig gekapselte Aggregat überträgt Nenndrehmomente von bis zu 24.405 Nm und ist ausgelegt für den Einsatz in den Mehrmotoren- und Mehrturbinen-Antriebssystemen großer Generatoren, Pumpen, Gebläse, Ventilatoren und unterbrechungsfreier Stromversorgungen. Die systemeigene, manuell bedienbare und OSHA-konforme LOTO-Funktion vereinfacht laut Hersteller die Wartungs-, Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten an den Antriebssträngen, verbessert gleichzeitig die Arbeitssicherheit für die damit betrauten Mitarbeiter und erhöht die Verfügbarkeit der Anlage. Die mechanische Trennfunktion ermöglicht in Mehrmotorensystemen das schnelle, sichere und Schleppmoment-freie Auskuppeln rotierender Wellen aus dem Antriebsstrang. Einzelne Leistungsaggregate lassen sich so bei laufendem Betrieb austauschen.

Der neue Gehäusefreilauf FHD mit wartungsfreundlicher Lockout-Tagout-Sicherheitsfunktion wird in sechs Baugrößen angeboten. Sie übertragen Nenndrehmomente von 1.356 bis 24.405 Nm, wobei die An- und Abtriebswellen mit Drehzahlen von bis zu 5.600 min -1 laufen dürfen. Bilder: Ringspann

Äußerlich erkennbar ist der neue Gehäusefreilauf durch einen Handhebel auf seiner Oberseite. Wird dieser gegen den Uhrzeigersinn gekurbelt, so gleitet im FHD der innere Ring des Freilaufs mit den Klemmrollen aus dem Eingriff seines äußeren Rings heraus – womit der Antriebsstrang unterbrochen ist. Dieser Trennvorgang kann bei rotierenden Wellen erfolgen und entkoppelt Antrieb und Abtrieb schonend und zuverlässig. Der Bediener kann dies durch ein kleines Sichtfenster optisch kontrollieren. Nach Abschluss der Wartungsoder Reparaturarbeiten werden An- und Abtriebsstrang durch ein Rückstellen des Handhebels wieder zusammengeführt und eingekuppelt. Von außen lässt sich die Position des Hebels zusätzlich mit einem Vorhängeschloss sichern. So wie von der OSHA vorgesehen, ermöglicht das Lockout-TagoutSystem also die Isolierung, Verriegelung und Markierung jener

Damit Anlagenbetreiber und Serviceteams im Rahmen der vorausschauenden Instandhaltung stets über das Geschehen im Inneren der Freiläufe im Bilde sind, hat der Hersteller auch ein Condition-Monitoring-System für seine FH-Gehäusefreiläufe entwickelt.

Energiequellen, die für Personen ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten. Wie alle Vertreter der Baureihe FH, so arbeitet auch der neue OSHAkonforme Gehäusefreilauf mit der hydrodynamischen, verschleißfreien Klemmrollenabhebung. Hierbei wird die Abhebekraft der Klemmrollen durch einen Ölfilm erzeugt, der im Leerlaufbetrieb mit Zentrifugalkraft auf die Laufbahn des Außenrings aufgebracht wird. Das ermöglicht nach Entwicklerangaben den praktisch verschleißfreien Leerlaufbetrieb. Als drehzahlabhängige Überholkupplung ist er die antriebstechnische Alternative zu teuren und steuerungstechnisch aufwendigen Schaltkupplungen. Er entspricht in seinen äußeren Abmessungen den FH-Schwestermodellen. Tipp: Bei Bedarf lassen sich die Gehäusefreiläufe der Modellreihe FH

Zentrale Antriebskomponenten lassen sich dank der Trennfunktion warten oder austauschen, ohne dass die Produktion unterbrochen werden muss.

zusätzlich mit einer Heizung sowie den Sensor- und TelematikModulen des Condition-Monitoring-Systems von Ringspann ausstatten. Dieses System beinhaltet die Datenanalyse, die Fernwartung sowie die Integration in übergeordnete Leitsysteme.

Damit können laut Hersteller insbesondere die Betreiber und Instandhalter komplexer MultiMotoranlagen alle wichtigen Leistungs- und MRO-Parameter der verbauten Freiläufe rund um die Uhr in Echtzeit überwachen. www.ringspann.de

Blick ins Innere: Durch Drehen des Handhebels gegen den Uhrzeigersinn gleitet der innere Ring des Freilaufs mit seinen Klemmrollen aus dem Eingriff seines äußeren Rings – womit der Antriebsstrang unterbrochen ist.

Maschinen im zweiten Frühling Mit neuer Antriebstechnik gebrauchte Gummimaschinen energieeffizient erneuern Der Maschinenbauer Deguma aus Geisa in Thüringen hat sich auf die Modernisierung von gebrauchten Walzwerken spezialisiert. Zum Einsatz kommt dabei ein neuartiges Antriebssystem, das bis zu 30 Prozent Energiekosten im Vergleich zu konventionellen Standardantrieben einspart, betonen die Experten. Gleichzeitig verleiht das Antriebssystem Deguma efficiency älteren Maschinen ein um bis zu 40 Jahre längeres Leben. Mit Deguma efficiency hat sich der genannte Maschinenbauer des Themas Nachhaltigkeit angenommen und unter anderem zum Ziel gesetzt, die Laufzeit älterer Maschinen deutlich zu erhöhen und gleichzeitig deren Energieverbrauch erheblich zu reduzieren. Laut dem WalzwerkSpezialisten sind auf diese Weise Energiekosteneinsparungen von bis zu 30 Prozent möglich. Grundlage hierfür ist ein neu konzipiertes Antriebssystem mit moderner Technik. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern erhöht mittelfristig auch die Wirtschaftlichkeit der Produktion, denn eine Amortisierung ist laut den Experten bereits nach fünf Jahren möglich. Im Vordergrund des Degumaefficiency-Konzepts steht das Ausstatten der Maschinen mit Torque-Motoren. Diese hochpoligen, permanent erregten Synchron-Direktantriebe leisten bereits bei niedrigster Drehzahl hohe und konstante Drehmomente – und das bei gleichzeitig hoher Wirtschaftlichkeit. Neben der Energieeffizienz kommt das Unternehmen mit diesem Konzept der Nachfrage nach umfassendem Arbeitsschutz und platzsparender Bau-

weise nach. So profitieren die Anwender bei den Walzwerken von moderner Sicherheits-SPS, basierend auf Siemens S7-Komponenten in Verbindung mit einem großen, schwenkbaren Siemens HMI Comfort Panel sowie einem Fernwartungsrouter, was wiederum die Wartung und Instandhaltung erleichert. Deguma achtet außerdem nach eigenen Angaben streng darauf, dass die Sicherheitsrichtlinien für Mischwalzwerke mit der aktuell gültigen Fassung der EN

1417:2015 erfüllt sind. Tipp: Im kostenlosen Whitepaper „Was moderne Walzwerke können müssen“ finden Interessierte alle wichtigen Informationen über moderne Walzwerke. Das Dokument inklusive einer Auflistung verschiedener Modelle sowie eine Checkliste an Fragen, die dem Kauf eines Walzwerkes vorausgehen, gibt es online unter der nachfolgend genannten Website. www.das-passende-walzwerkfinden.de www.deguma.com

Die mit Deguma efficiency modernisierten Gebrauchtmaschinen punkten mit einer kompakten Bauweise und der massiven Minimierung (ca. 85 Prozent) der eingeleiteten Kräfte in den Rahmen der Maschine. Außerdem unterstützt der Maschinenbauer auf diese Weise die Anwender dabei, Ressourcen- und Kosteneffizienz zu verknüpfen. Bild: Deguma


Sonderteil Condition Monitoring September 2022 - Ausgabe 5/22

Einfach. Sicher. Überwachen.

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Bild: Caterpillar/Zeppelin Die neue IP-Kamera eignet sich zur visuellen Überwachung nicht einsehbarer Bereiche auf Regalbediengeräten oder an Förderstrecken. Bild: Leuze

Der Blick zurück schafft Aufklärung Leider sind auch in modernen Logistikzentren Störungen nicht auszuschließen. Die Frage, wie es zu einem Störfall kam, ist von entscheidender Bedeutung, denn mit dieser Information lässt sich ein solcher möglicherweise ausschließen. Die für die Beurteilung der Situation notwendigen Informationen in Bildform liefert die neue IP-Kamera LCAM 308. Sie zeichnet die 60 Sekunden vor einer Störung auf – und zwar in Full-HD-Auflösung. Ereignisse sind dadurch einfach rückverfolgbar. Bei Bedarf ist außerdem ein Livestream in HD-Auflösung aufrufbar. Zudem erlaubt der SnapshotModus die Aufnahme einzelner Bilder, beispielsweise vom Inhalt eines Kartons. Dadurch lässt sich etwa bei der Kommissionierung dokumentieren, ob die Ware im Karton vollständig war. Praktisch: Für die Übertragung der 60-Sekunden-Aufzeichnung oder des Livestreams genügen Standard-Browser oder StandardStreaming-Tools. Eine zusätzliche Software ist nicht erforderlich. Auch eine Datenflut bleibt Betreibern erspart: Die IP-Kamera LCAM 308 hat einen Ringspeicher, sodass nur der Zeitraum vor und nach einem Ereignis gespeichert bleibt. Die industriell ausgeführte IP-Kamera LCAM 308 erfüllt mit ihrem robusten Metallgehäuse die Schutzart IP65. Staub kann nicht eindringen, und das Gerät ist gegen Strahlwasser geschützt. www.leuze.com Wolff Publishing www.b-und-i.de

Das neue digitale Tool Como schafft eine direkte Anbindung an das Flottenmanagement im Zeppelin-Kundenportal und ermöglicht auf komfortable Weise eine proaktive Wartung und Reparatur.

Proaktives Monitoring der Flotte Event Data 192 Level drei – diesen Diagnosecode sendet ein Cat Radlader 966M XE bereits seit Tagen. Diese Warnmeldung wird vor Ort einfach ignoriert. Und das bleibt nicht ohne Folgen, denn irgendwann ist es zu spät und es kommt zum Stillstand oder zu einem Maschinenschaden, weil eben die Störung des Lenksystems bei diesem Radlader nicht behoben wurde. Derartige Szenarien soll es künftig nicht mehr geben, so die Experten von Zeppelin Service, denn sie wollen nun den Zustand der Baumaschine kontinuierlich überwachen. Dafür wurde die digitale Plattform „Como“ entwickelt, mit der eine effiziente und schnelle Wartungsplanung möglich werden soll – und das nicht nur für die derzeit 55.000 bundesweit aktiven Baumaschinen von Cat, sondern auch für die Fabrikate anderer Hersteller, die auf Telematik zurückgreifen. „Como“ steht als Abkürzung für Condition Monitoring und ist gleichzeitig die Bezeichnung für das neue Dashboard, das der Zeppelin Service nun für alle Baumaschinenkunden einführt. Entstanden ist es zusammen mit Anwendern aus der Praxis und Z Digit, der digitalen Geschäftseinheit des Zeppelin Konzerns.

Damit Kunden kostenlos auf Como Zugriff haben, benötigen sie zunächst einen Zugang zum Zeppelin-Kundenportal, das bereits seit dem Jahr 2011 online ist und das beispielsweise für die Bestellung von Ersatzteilen genutzt werden kann. Darüber hinaus bietet es Informationen wie die Ergebnisse von Öldiagnosen. Como schafft nun eine direkte Anbindung an das Flottenmanagement im Kundenportal, sodass der Zustand von Baumaschinen leicht überblickt werden kann. Wesentliche Informationen, die im Kundenportal sichtbar sind, sind auch in Como verfügbar. Das Ziel: Im Fall eines Schadens oder im Rahmen einer Inspektion lassen sich die benötigten Ersatz- und Verschleißteile einfach und schnell identifizieren und bestellen. Somit ist ein störungsfreier Betrieb

messen was geht ... Datenlogger, Messgeräte und Sensoren für jeden Einsatz universell, modular, vernetzbar Akkreditiertes Kalibrierlabor für verschiedene Messgrößen Fragen Sie uns! Tel: 08024 300 70

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des Maschinenparks sichergestellt und ungeplante Stillstandzeiten werden vermieden. Über Como können Anwender außerdem Instandhaltungsmaßnahmen selbst verwalten und darüber hinaus den Überblick über ihren Maschinenpark behalten. Die Service-Plattform ist der dritte digitale Baustein im Bunde, der das bestehende Online-Kundenportal und das Flottenmanagement ergänzt. Schon heute schafft die Caterpillar Applikation Vision Link die Möglichkeit, im Zuge von Telematik Maschinendaten wie den Verbrauch von Kraftstoff oder den Leerlaufanteil zu analysieren und viele weitere wichtige Informationen über den Maschineneinsatz jederzeit auf allen gängigen Endgeräten zu erhalten. Weiter auf Seite 18

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Schutz vor Trockenlaufen und Kavitation Frühzeitiges Erkennen von Gasblasen in flüssigen Medien schützt die Pumpen Mit dem PAD20 stellt der Baumer einen neuartigen Sensor vor, der Pumpen wirksam vor Trockenlaufen und Kavitation schützen soll. Das Prinzip: Der Analysesensor PAD20 erkennt selbst kleinste Luft- und Gasblasen in flüssigen Medien. Er meldet es dann, sobald die individuell einstellbaren Grenzwerte für Gaseinschlüsse überschritten werden. Das Signal wiederum lässt sich nutzen, um die Pumpe abzuschalten oder eine Warnmeldung auszugeben. Das frühzeitige Erkennen von Gasblasen in flüssigen Medien ist ein wirksamer Pumpenschutz. Denn Kavitation und Trockenlaufen sind im Pumpenbetrieb ein ständiges Risiko mit oft hohen Folgekosten. Gasblasen und Lufteinschlüsse im beförderten Medium können die Pumpe beschädigen und teure Ausfälle sowie hohe Wartungskosten verursachen. Der Sensor PAD20 erkennt algorithmenbasiert sehr genau, wann Gas und wann eine Flüssigkeit an ihm vorbeiströmt.

Wo immer Pumpen im Einsatz sind, kann der PAD20 also deren Einsatzfähigkeit sicherstellen: in Industrieanwendungen, Lebensmittelproduktion, Gebäudetechnik oder Wasserversorgung. Mögliche Zielanwendungen sind die Überwachung des Kühlkreislaufs, Trockenlaufüberwachung, Prozessüberwachung und Sicherstellung der Prozesssicherheit in Bezug auf den Pumpenschutz. Die Art des Mediums spielt dabei eine untergeordnete Rolle: Der PAD20 funktioniert in flüssigen Medien wie Milch genauso gut

Fortsetzung von Seite 17 Como setzt auf diesem Flottenmanagement auf, das sich vor allem auf den Maschinenbetrieb konzentriert. Die Plattform bietet jedoch den Nutzern im Bereich der Maschinenwartung mehr Komfort und mehr Informationen. Dazu gehören beispielsweise Eventcodes mit Klartextbeschreibung. Sie werden in dem Tool ausgewertet, wenn sie etwa aufgrund einer nicht sachgerechten Bedienung entstanden sind, weil zum Beispiel Adblue nicht rechtzeitig aufgefüllt wurde. Hinzu kommen Diagnosecodes beispielsweise aufgrund eines defekten oder aktivierten Sensors, der dann eine Warnmeldung ab-

gibt. Treten Störungen an Cat-Baumaschinen auf, können sie über Como einfach entschlüsselt und interpretiert werden, um daraus eine Handlungsempfehlung abzuleiten. „Como ist das verbindende Element zwischen dem Flottenmanagement und weiteren Services. Wir greifen dabei auf Telematikdaten zurück. Aktuell sind wir voll aussagefähig, was Cat-Maschinen betrifft; detaillierte Aussagen zu Fremdgeräten wollen wir in Zukunft weiter präzisieren, die dann ebenfalls von dem Wartungsplaner, Öldiagnosen und dem schnellen Kontakt zum Zeppelin Service profitieren können“, erklärt Luis Weirich, Produktverantwortlicher

wie in viskosem Öl. Das Sensormessprinzip beruht auf der DKWert-basierten Detektion (DK = Dielektrizitätskonstanten) von Luft- und Gasblasen in Flüssigkeiten mit einer Mindestleitfähigkeit von DK > 1.5. „Medienunabhängig misst der Sensor die DK-Unterschiede und ermöglicht somit die maximale Flexibilität“, erklärt der Produktmanager Julian Budde. Über die individuelle Festlegung von zwei Schaltbereichen haben Anwender außerdem die Möglichkeit, den Sensor auf die Bedürf-

Servicetechniker kommen mit Event- und Diagnosecodes zurecht, für Bediener sind Handlungsempfehlungen, wie sie die digitale Plattform liefert, besser.

für Como in der zentralen Serviceorganisation. Für die Kunden bietet Como einen Mehrwert. In einer Übersicht wird beispielsweise die Historie der Maschine bezogen auf ihre in der Vergangenheit aufgetretenen Event- und Diagnosecodes dargestellt, sodass ersichtlich wird, wie häufig ein solcher Code schon aufgetreten ist. Kommt es gleichzeitig zu verschiedenen Problemen, werden die Codes priorisiert und in Handlungsempfehlungen umgewandelt. Wird ein Code aus der Übersicht direkt ausgewählt, kann der Anwender dann die Detailansicht einer konkret betroffenen Baumaschine, deren Seriennummer, die Anzahl der Betriebsstunden und den Termin für die fällige Inspektion und anstehende UVVPrüfung ablesen. Wurde der Termin versäumt, wird die Anzeige in Rot dargestellt, um so die Dringlichkeit zu veranschaulichen. „Eventund Diagnosecodes können Servicetechniker, die damit tagtäglich umgehen, leicht kategorisieren – sie wissen, was die Codes aussagen und wie sie einzuordnen sind. Jemand, der hauptsächlich eine Maschine bedient, oder jemand, der einen Fuhrpark verwaltet, bekommt nun eine Hilfestellung, um diese selbst leichter interpretieren können“, erklärt Luis Weirich. Deswegen haben die Entwickler des Como-Tools sich Gedanken gemacht, wie sie die Codes leicht verständlich erklären können. Sie haben dabei die Erfahrungen der Zeppelin Servicetechniker genutzt

Der PAD20 hält schädliche Gaseinschlüsse von der Pumpe fern und sorgt so für eine längere Lebensdauer. Dank präziser Früherkennung vermeidet er zudem Wartungsarbeiten und Stillstandzeiten. Bild: Baumer

nisse des Prozesses einzustellen. „Der Sensor signalisiert auch, ob ein geschlossenes System frei von Gasblasen ist. Wertvolle Zusatzinformationen, etwa für das Condition Monitoring, liefert

zudem die digitale IO-LinkSchnittstelle: Der Kunde kann messen, wie viele Gaseinschlüsse im System sind und waren“, ergänzt Budde. www.baumer.com/pad20

und davon ausgehend eine entsprechende Priorisierung erstellt. „Unser Ziel war es, das Tool einfach und schlank aufzubauen. Es sollte nicht überfrachtet, sondern übersichtlich und simpel sowie intuitiv zu bedienen sein. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Baumaschinenflotten vieler Kunden stetig größer werden. Wir wollen proaktiv auf sie zugehen, um Wartungen und Inspektionen frühzeitig abzustimmen und einleiten zu können“, erklärt Christoph Lindhuber, Leiter Zentrale Serviceorganisation von Zeppelin.

und Diagnosecodes dargestellt werden. Die Maschinendaten respektive Zustandsdaten sowie Codes können auch als csv-Datei exportiert werden. Über Como können Reports erstellt und automatisch eine E-Mail generiert werden, die der Kunde und die jeweils zuständige Zeppelin-Niederlassung erhalten. Zum Beispiel werden sie benachrichtigt, wenn eine UVV-Prüfung in den nächsten 25 Tagen bevorsteht oder gar überfällig ist. Die E-Mail zeigt die Event- und Diagnosecodes sowie ihre Häufigkeit an. Der Kunde kann per E-Mail auch weitere Detailinformationen zur Maschine erhalten, und zwar in Form eines Links zum ComoPortal. Außerdem ist eine Verlinkung zum Shop des Kundenportals vorgesehen, um gleich direkt das nötige Ersatzteil zu bestellen und damit die Störung beheben zu können. Geplant ist auch, entsprechende Wartungskits zu hinterlegen. Somit genügt ein Klick und das mühsame Suchen nach Ersatzteilnummern für die nächste Inspektion ist vom Tisch. Dabei soll es nicht bleiben. „Wir haben uns für die Zukunft im Service von Baumaschinen der Marke Caterpillar und anderer Hersteller viel vorgenommen. Mit Como wollen wir einen digitalen Marktplatz für die ganze Flotte schaffen und smarte Lösungen stetig weiterentwickeln, etwa indem wir Kunden in Zukunft einen Wartungsplaner anbieten. Wir wollen die Maschinendaten mit konkreten Leistungen rund um die Zustandsüberwachung verknüpfen. Durch die Analyse von Daten können wir den Betriebszustand der Maschinen genau beurteilen, um Kunden proaktiv dabei zu unterstützen, damit sie den Betrieb ihrer Maschinen maximieren und Kosten durch ungeplante Ausfälle minimieren können“, kündigt Christoph Lindhuber an. www.zeppelin.com/de

Klare Handlungsempfehlungen So wurde eine Kategorisierung der möglichen Fehlerursache, des möglichen Entgegenwirkens, der denkbaren Folgen und der Handlungsempfehlung vorgenommen. Im zu Beginn erwähnten Fall der Lenksystemstörung heißt das bezogen auf die Fehlerursache: Es liegt der Ausfall einer hydraulischen oder elektrischen Komponente vor. Das mögliche Entgegenwirken würde bedeuten, einen Zeppelin Servicetechniker zu beauftragen. Die möglichen Folgen wären sonst ein Verlust der Lenkfunktion. Die Handlungsempfehlung lautet, den Radlader abzustellen und den Service zu kontaktieren, weil die Maschine einen gravierenden Fehler aufweist. Como bietet entweder eine einzelne Ansicht von Maschinen oder oder in der Kartenansicht eine Anzeige von allen Geräten des Kunden samt ihren Standorten. Hier hat der Zeppelin Service eine Verknüpfung zu Google Maps eingebaut – schließlich muss das defekte Gerät genau lokalisiert werden können, um es wieder flottzumachen. Über die neue Plattform kann der gesamte Fuhrpark visualisiert und jede Maschine mit der individuellen Anzahl an Event-


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CONDITION MONITORING

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Clevere Eis- und Schadensdetektion an WKA Permanente Überwachung der Rotoren ermöglicht schonenden Betrieb Die Rotorblätter von Windkraftanlagen sind einer Vielzahl von Umwelteinflüssen ausgesetzt. Diese können vom Boden aus nicht sichtbare Blattschäden verursachen, wie beispielsweise Blattspitzenschäden durch Blitzeinschlag, Hinterkantenrisse, Stegablösungen oder Blattlagerschäden. Deshalb ist die Zustandsüberwachung von Rotorblättern von bes onderer Bedeutung. Weidmüller stellt dafür mit Blade-Control ein System bereit, welches verspricht, das Risiko teurer Reparaturen zu senken und die Wirtschaftlichkeit der gesamten Windenergieanlage zu steigern. Nun wurde das System überarbeitet; an der grundsätzlichen Arbeitsweise hat sich nichts geändert. Blade-Control ist ein System für Neuanlagen im On- und Offshorebereich, das auch bei älteren Anlagen nachgerüstet werden kann. Aktuell sind circa 4.300 dieser Überwachungssysteme installiert, die zusammen auf rund 16.000 Betriebsjahre in den Bereichen Eisdetektion und Condition Monitoring kommen. Die sensible Sensorik erfasst kontinuierlich den Zustand jedes einzelnen Rotorblattes und nimmt bereits kleine Veränderungen wahr. Blade-Control kann beispielsweise bei aktuellen 3Megawatt-Anlagen schwere Hinterkantenschäden erkennen – und das laut Hersteller des Systems bereits mehr als ein Jahr, bevor sie sich zeigen. Bei noch schwerwiegenderen Schäden sendet Blade-Control ein Signal an die Anlagensteuerung, die daraufhin die Anlage sofort stoppt und einen Blattbruch verhindern kann. Zum Einsatz kommen hier hochsensible, mehrdimensionale Beschleunigungssensoren in jedem Rotorblatt. Sie erlauben genaue Messungen und sind dennoch kompakt. Die Daten aus den Rotorblättern führt Blade-Control dann in der Nabe zusammen und überträgt sie an die Gondel. Schäden werden erkannt, nach Schwere klassifiziert und die gewonnenen Informationen zur weiterführenden Analyse weitergeleitet. Parallel erfolgt die Übermittlung aller detektierten Schäden an das Weidmüller-Monitoring-Center. Dort werten Experten die Daten aus und stellen konkrete Handlungsempfehlungen für den Betreiber bereit. Neben direkten Schäden am Rotorblatt erkennt Blade-Control auch aerodynamische Unwuchten, lose Teile in Blatt und Nabe sowie Pitch-Fehlstellungen. So lassen sich notwendige Reparaturmaßnahmen planen und hohe Folgekosten vermeiden. Die permanente Überwachung ermöglicht außerdem einen

schonenden Betrieb und bildet die Basis für eine Ertragssteigerung sowie eine Laufzeitverlängerung. Betreiber und Betriebsführer können sich jederzeit mit dem Online-Visualisierungstool Webvis über den Rotorblatt- und Anlagenzustand informieren. Eine intuitive Ampelfarbenlogik zeigt den Zustand jedes Rotorblattes an: grün für normale Funktion, gelb für leichte und rot für schwere Schäden. Gleiches gilt für die Eisdetektion: grün für eisfreien Zustand der Anlage, gelb für Eisansatz und rot für die Vereisung und somit den Anlagenstopp. Temperaturschwankungen, Kälte und Dunkelheit machen den Winter auf der einen Seite zur Hochsaison für die Stromversorgung. Auf der anderen Seite sorgen sinkende Temperaturen für längere Stillstandzeiten von Windkraftanlagen. Diese schalten nämlich automatisch ab, wenn Eissensoren auf der Gondel Vereisungsgefahr signalisieren. Lösen sich nämlich Eisanhaftungen an den Blattspitzen, die bis zu 250 km/h schnell sind, können diese bis zu 400 Meter weit fliegen. Behörden verlangen deshalb eine Abschaltung der Anlagen ab einer Eisdicke von 1,5 bis 2 Zentimetern. Blade-Control setzt im Gegensatz zu den Modellen, die an der Gondel installiert sind, auf Sensoren zur Eiserkennung direkt am Rotorblatt. Das System misst dabei den Grad der Vereisung mit einem einfachen physikalischen Prinzip: Der Eisansatz verändert nämlich durch sein zusätzliches Gewicht das Eigenschwingungsverhalten des Rotorblattes, dadurch verringert sich die Schwingungsfrequenz. Durch eine hochsensible Sensorik und spezielle Auswertungsverfahren erreicht das System auf diese Weise eine Messauflösung der Eisdicke im Millimeterbereich. So entsteht keine Gefahr für die Umgebung und kein Risiko, eine

Vereisung nicht zu bemerken oder eine nicht vereiste Anlage unnötig außer Betrieb zu nehmen. Blade-Control erkennt laut Hersteller aber nicht nur, wann Rotorblätter eine kritische Vereisung erreichen, sondern auch, wann die Gefahr vorüber ist. So kann die Windenergieanlage zu jeder Tages- und Nachtzeit automatisch wiederangefahren werden. Der automatische Wiederanlauf ist behördlich anerkannt und von DNV zertifiziert. Weidmüller orientierte sich bei der Entwicklung der neuen Sensorik für die Eisdetektion an vielfältigen Kundenbedürfnissen. So ermöglichen die Sensoren ein einfacheres und sichereres Arbeiten für die Servicetechniker. Das Arbeiten in beengten Blattbereichen entfällt, und es bleibt mehr Raum für Enteisungs-

Die kontinuierliche Rotorblattüberwachung mit Blade-Control erhöht die Anlagenverfügbarkeit und verringert die Wartungs- und Reparaturkosten. Hierfür setzt das System auf moderne Sensoren zur Eiserkennung. Sie ermöglichen die Messung direkt am Rotorblatt.

systeme im Blattinneren. Vor allem in kalten Regionen verbessert die zuverlässige Eisdetektion in Kombination mit Blattheizungen die Wirtschaftlichkeit von Windparks signifikant, so die Entwickler. Durch das neue Design setzt Weidmüller konsequent auf Industriestandards, um flexibler und effizienter zu sein. Durch die Integration der Evaluation Communication Unit (ECU) in die Hub Measurement Unit kann, alternativ zur Funkverbindung, auch eine Einbindung über den Schleifring in die Gondel erfolgen. Einfache Befestigungssysteme (In-

dustriemagnete) erlauben zudem eine leichte und schnelle Installation des Systems. Die Umstellung auf DIN-Rail ermöglicht den einfachen Tausch von Komponenten; eine ebenfalls neue Heizung verbessert die Einsatzfähigkeit in kalten Klimazonen. Grundsätzlich kommen überall Standardprodukte aus dem Weidmüller Produktportfolio zum Einsatz. Dadurch sind die Anlagen laut Hersteller leicht skalierbar und offen für andere ConditionMonitoring-Systeme. www.weidmueller.de

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Das System erlaubt eine frühzeitige Schadenserkennung typischer Blattschäden wie z.B. Blattspitzenschäden durch Blitzeinschlag, Hinterkantenrisse, Stegablösungen und Blattlagerschäden. Bilder: Weidmüller

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Die Lagerbuchsen immer im Blick Wie sich die Brückenstatik mit robusten LVDT-Sensoren überwachen lässt Inelta Sensorsysteme hat erneut von der Deutschen Bahn den Zuschlag zur Überwachung der Statik einer Brücke mithilfe des Einsatzes ihrer LVDT-Wegsensoren erhalten. Das Taufkirchener Unternehmen Inelta hat bereits 2018 und 2019 einen wetterfesten Sensor zur Schwingungsmessung entwickelt. Dieses Modell LVDT-ISAG-300-k hat sich laut Hersteller im Einsatz gut bewährt. Ein erneuter Auftrag, den die Sensorspezialisten von der Deutschen Bahn erhalten haben, umfasste die Konzeption und Produktion einer maßgeschneiderten Lösung zur Überwachung der Lagerbuchsen. Mit dem LVDT-IOAG konstruierte Inelta deshalb einen auf die besonders rauen Anforderungen im Außeneinsatz abgestimmten, teilweise im Seewasser liegenden Sensor mit einem Messweg von 100 Millimetern. Der besondere Aufbau, das spezielle Schweißverfahren des Gehäuses und die entsprechenden Kabel schützen den LVDT sicher vor eindringendem See- oder Brackwasser und garantieren auch bei stark variierenden Temperaturen gleichbleibend präzise Messergebnisse, so die Entwickler. Der Sensorspezialist hat das Modell zur Montage an den beidseitigen Gelenkköpfen mit Kugelkalotten versehen.

Die beiden unterschiedlich großen und sehr präzisen LVDT-Wegsensoren ISAG-300-k und IOAG100 eignen sich jeweils für einen großen Anwendungsbereich. Bild: Inelta Sensorsysteme

Die Wegsensoren der LVDTBaureihe sind für eine Einsatzdauer von 10 Jahren ausgelegt und in ihren Spezifikationen skalierbar. Sie sind für verschiedene Anwendungen von der beschriebenen Brückenvermessung über den Schwermaschinen-, Straßen- und Schienenbau bis hin zur Bahn- und Kraftwerkstechnik konzipiert. Außerdem sind sie für langzeitstabile Messungen bei schwierigen Umweltbedingungen ausgelegt. Die Zuverlässigkeit einer Messlösung hängt nicht allein vom Ein-

08. – 10.11.2022 NÜRNBERG

satz robuster Sensortechnik ab, sondern auch von spezifischen Ausführungsmerkmalen der gewählten Sensormodelle, ihrer anwendungsspezifischen Konfiguration und einer korrekten Platzierung, betonen die Experten. Als Spezialist für industrielle Sensortechnologie unterstützt Inelta deshalb die Kunden mit einem umfassendem Applikations-Know-how, eingehender Beratung und führt im Bedarfsfall auch passgenaue Modifikationen seiner Produkte durch. www.inelta.de

Bringing Automation to Life 31. Internationale Fachmesse der industriellen Automation

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Neuer Podcast: Experten von ZwickRoell zur Bedeutung der Prüfsoftware Warum ist diese Welle gebrochen? Wie konnte es an dieser Stelle zu einem Bruch des Materials kommen, was dann zu einem Ausfall der gesamten Anlage geführt hat? Wieso hat der Antrieb schon wieder versagt? Instandhalter müssen sich regelmäßig diese Fragen stellen und nach Antworten suchen. Nicht immer liegt es an mangelnder Wartung, Schmierung oder dem Einsatz in einer besonders anspruchsvollen Umgebung. Manchmal sind es auch Überbelastungen, die sich im Vorfeld hätten ausschließen lassen, nämlich dann, wenn der Hersteller mehr Aufwand in die Prüfung der verwendeten Werkstoffe oder Bauteile gesteckt hätte. Die ZwickRoell-Firmengruppe ist genau in diesem Bereich aktiv. Das deutsche Maschinenbauunternehmen mit Hauptsitz in Ulm, das in 56 Ländern aktiv ist und mehrere Produktionsstandorte unterhält, hat sich nämlich auf die Herstellung von Maschinen für die Werkstoffprüfung spezialisiert. Ob Zugversuche, Druckversuche oder Biegeversuche, Funktionsprüfungen oder

Standardprüfungen, Texturanalysen oder Ermüdungsprüfungen – alles ist möglich. Welche Rolle dabei die Prüfsoftware spielt, welchen Anforderungen diese gerecht werden muss und was das alles mit den Themen Condition Monitoring und Predictive Maintenance zu tun hat, darüber geht es in diesem aktuellen Podcast. Robert Stehle, Produktmanager testXpert bei ZwickRoell, und Daniel Kreutzer, ebenfalls Produktmanager für den Bereich Aftersales bei ZwickRoell, erläutern die Details und beantworten auch die Frage, wie die Prüfsoftware in Zukunft aussehen und welche Funktionen und Möglichkeiten diese bieten wird. Daniel Kreutzer betont hierbei unter anderem die Einfachheit der Bedienung, angepasst an die unterschiedlichen Benutzergruppen und den Fachkräftemangel, „wo vermehrt auch Prüfer, die an die Maschine heranmüssen, ungelernte Kräfte sind“. Das muss die Software widerspiegeln. www.zwickroell.com https://industry-channel.com/ podcasts/

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Synergien von Ultraschall und Infrarot nutzen Kombination dieser Technologien erleichtert Inspektion elektrischer Geräte In der Kombination von Ultraschall- und Infrarottechnologien lässt sich die Überprüfung von elektrischen Geräten deutlich vereinfachen. Eventuell vorhandene Probleme werden schneller erkannt und auch die Sicherheit wird erhöht, wenn geschlossene elektrische Anlagen mit Ultraschall gescannt werden, bevor sie für weitere Inspektionen freigegeben werden. Bei der herkömmlichen Inspektion stromführender elektrischer Geräte setzen Instandhalter zumeist auf die Überprüfung mithilfe von berührungslosen Infrarotkameras. In den letzten Jahren wurden diese Inspektionen jedoch aus verschiedenen Gründen durch Ultraschallgeräte ergänzt. Einer der Hauptgründe für diese Entwicklung ist die Verbesserung der Sicherheit: Eine Ultraschallprüfung elektrischer Geräte kann nämlich ohne Öffnen des Schaltschranks oder Gehäuses durchgeführt werden. Doch das ist nicht der einzige Grund. Ultraschallgeräte können auch Probleme erkennen, bei denen Infrarotkameras passen müssen. Eine elektrische Anomalie, die beispielsweise mit Ultraschall erkannt werden kann, sind Koronaentladungen. Obwohl Koronaentladungen wenig bis gar keine Wärme erzeugen und damit von Infrarotkameras nicht zu sehen sind, geben sie doch Ultraschall ab und können mit entsprechenden Geräten identifiziert werden.

Bild 2: Die Zeitreihenform des aufgezeichneten Ultraschalls für den Hauptunterbrecher zeigt charakteristische Muster der Lichtbogenbildung – Änderungen der Amplitude und einen Verlust von gut definierten 60 HzOberwellen.

Ein weiterer Vorteil: Wenn das Ultraschallgerät des Inspektors über eine integrierte Tonaufzeichnungsfunktion verfügt, können die Ultraschallemissionen der Koronaentladungen sogar aufgezeichnet und für eine richtige Diagnose weiter analysiert werden. Das bietet diverse Vorteile: Wenn der aufgezeichnete Ultraschall von Koronaentladungen in einer Spektrenanalysesoftware betrachtet wird, können beispielsweise sehr auffällige 50 HzOberwellen festgestellt werden. Außerdem sehen Anwender zwischen den 50 Hz-Obertönen das, was man als Frequenzgehalt bezeichnet. Der Frequenzgehalt ist im Grunde die harmonische Aktivität zwischen den

Bild 3: Zeitreihenform des aufgezeichneten Ultraschalls von einem Transformator, der die Merkmale der Lichtbogenbildung zeigt.

Knallgeräuschen. Diese sind erkennbar, wenn man einen aufgezeichneten Ultraschall von Lichtbögen in der Zeitreihenform betrachtet.

Praxisbeispiele

Bild 1: Das Bild zeigt einen 2.000 A Hauptunterbrecher, der durch Lichtbögen so beschädigt wurde, dass er ausgetauscht werden musste. Kostenpunkt: 20.000 Euro.

dominanteren Obertönen. Wenn sich der Zustand verschlechtert, gehen die dominanten 50 HzObertöne verloren und die Gleichmäßigkeit der Amplitude des aufgezeichneten Ultraschalls nimmt ab. Bei Koronaentladungen ist außerdem zu beachten, dass sie nur bei Spannungen über 1.000 Volt auftreten. Ab 1.000 Volt wird Luft nämlich zu einem Leiter und daher kann es zu einer Ionisierung der Luft um eine Verbindung herum kommen. Wenn eine Inspektion bei Spannungen unter 1.000 Volt durchgeführt wird und ein Ultraschall zu hören ist, kann der Inspektor zumindest schon einmal Koronaentladungen als mögliche Diagnose ausschließen. Ein weiterer Problemkreis, der mit dieser Technik erkannt werden kann, ist der Kriechstrom. Er tritt auf, wenn über einen Isolator hinweg ein Pfad mit Niedrigstrom zur Erde besteht. Viele bezeichnen den Kriechstrom als „Baby-Lichtbögen“. Dieses Ereignis tritt häufig auf, wenn das Isoliermaterial stark beschädigt ist und die Verbindungen locker sind. Die Kriechstrombildung kann bei niedrigen, mittleren und hohen Spannungen auftreten und ist durch ein gleichmäßiges Brummen mit periodischem „Knistern“ und „Knacken“ gekennzeichnet. Wenn die Kriechstrombildung nicht korrigiert wird, werden weitere Schäden verursacht, die schnell zu Lichtbögen führen. Bei einer Entladung gegen Erde über einen Isolator kommt es zu einem Lichtbogen. Lichtbögen verursachen schwere Schäden an Geräten, Anlagen und Menschen. Das Schmelzen von Steckern, die Beschädigung oder der Verlust der Isolierung und Brände sind in der Regel die Folge von Lichtbögen. Lichtbögen sind gut hörbar und lassen sich mit Ultraschall erfassen. Das Geräusch, das für Lichtbögen charakteristisch ist, ist ein eher unregelmäßiges Auftreten von Entladungen und

Wie die Ultraschalltechnologie genutzt werden kann und in der Kombination mit Infrarot die Instandhalter in der Praxis unterstützt, zeigen einige typische Beispiele. So zeigt Bild 1 einen 2.000 AHauptunterbrecher. Auf der Seite der B-Phase der Leitung wurde ein Lichtbogen festgestellt. Die Lichtbögen (Bild 2) wurden stärker, als die Last zunahm.

Bild 4: Der Schütz an diesem Gerät wurde untersucht und zeigte Auffälligkeiten.

Die Lichtbögen haben die internen Kontakte stark beschädigt. Letztendlich waren sie so kaputt, dass die Spannung und die Wellenform die Last nicht mehr erreichen können. In dieser Anlage belaufen sich die Kosten für den Austausch dieses Bauteils auf etwa 20.000 Euro. Das nächste Beispiel stammt von einem 2.000 kVA 11kV-415V Gussharz-Transformator. Eine Inspektion dieser Anlage wurde angefordert, nachdem die Geräusche in der Umgebung zugenommen hatten. Die Betreiber wussten also bereits, dass sich etwas verändert hatte, weil die Umgebung lauter geworden war – aber sie wussten nicht, was passiert war. Die Inspektion wurde in den Wintermonaten durchgeführt, wo der Transformator normalerweise weniger belastet wird, da er Kältemaschinen und andere Anlagen versorgt, die in den Wintermonaten in der Regel unter weniger Last arbeiten. Bei der Inspektion mithilfe von Ultraschall wurde dann fest-

Bild 6: Eine Inspektion mit Infrarot bestätigte die Problematik, die der aufgezeichnete Ultraschall schon erahnen ließ. Bilder: UE Systems

gestellt, dass die Last bei 420 A pro Phase lag (Bild 3). Das nächste Beispiel stammt von einem Schütz an einem Gerät namens Orbit-Motor (Bild 4). Es wurde eine routinemäßige Ultraschallprüfung durchgeführt, bei der deutliche Geräusche von Kriechstrom zu hören waren (Bild 5). Eine anschließende Inspektion mit Infrarot (Bild 6) wurde durchgeführt und sie bestätigte die Problematik. Die Diagnose lautete: starke Kriechströme. Zu den typischen elektrischen Komponenten, die mit Ultraschall und Infrarot geprüft werden können, gehören – wie die Beispiele exemplarisch zeigen – Schaltanlagen, Lasttrennschalter, Leistungsschalter, Transformatoren, Motorsteuerungszentralen und Klemmenübergangsschränke. Dabei sind Ultraschallgeräte nicht nur vielseitig und einfach zu bedienen, sondern Ultraschallinspektionen können – und das

ist ein weiterer Vorteil – durchgeführt werden, bevor die unter Spannung stehenden Geräte freigegeben werden, um sie mit Infrarot zu überprüfen. Das verbessert die Sicherheit, denn wenn eine Ultraschallemission zu hören ist, können vor dem Öffnen des stromführenden Schranks entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Ein weiterer Vorteil: Übernimmt beispielsweise ein externer Dienstleister die jährliche Überprüfung per Infrarot, kann eine zwischendurch selbst durchgeführte Ultraschallüberprüfung helfen, eventuell auftauchende Probleme frühzeitig zu erkennen. Werden nämlich Ultraschall und Infrarot zusammen verwendet, haben Inspektoren eine größere Chance, Anomalien zu entdecken, die möglicherweise leicht übersehen werden, wenn man sich nur auf eine einzige Technologie verlässt. www.uesystems.eu

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REINIGUNG

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Regelmäßige Reinigung statt Desinfektion Experten von Vink Chemicals mit Tipps zu Betriebshygiene in der Farben- und Lackindustrie Neben Hygienekonzepten und Audits bieten die Hygieneexperten von Vink Chemicals auch technische Beratung zur Optimierung der Anlagenhygiene in konkreten Anwendungsfällen an. Reinigung und Biofilmbeseitigung statt Desinfektion sollten dabei die Leitlinie in Produktionsanlagen für Farben, Lacke und Bauchemikalien sein, betonen die Experten. Das Thema Betriebshygiene rückt immer stärker in den Fokus und damit die Erkenntnis, dass Biofilme in festgelegten Zyklen aus Tanks und Rohrleitungen entfernt werden sollten. Die von Vink Chemicals entwickelten biozidfreien Systemreiniger Vinkoclean SR1 (alkalisch) und Vinkoclean SR3 (sauer) sind als All-in-one-Reiniger zur nachhaltigen Entfernung von Biofilmen in industriellen Versorgungssystemen und Produktionsanlagen für diese Aufgabe konzipiert. Sie bieten laut Hersteller eine sehr gute Reinigungsleistung gegen Schmutz und mikrobielle Verunreinigungen. Dabei werden Biofilme unterwandert und gelöst, Behälter und Leitungen auch an unzugänglichen Stellen gereinigt. Die Systemreiniger sind laut Hersteller wirtschaftlich in der Anwendung und enthalten Biodispergatoren für einen wirksamen Austrag der gelösten Verunreinigungen sowie Tenside. Außerdem sind sie, so die Produktentwickler, gutab- und ausspülbar und auch Biofilme, die sich zum Teil über Jahre in den Leitungen aufgebaut haben, können damit effizient ausgetragen werden. Damit werde die Anlagenhygiene nachhaltig verbessert, Produktrückrufe verhindert und der Einsatz von Bioziden könne deutlich effektiver und zurückhaltender erfolgen.

Tobias Rheinländer, Sales Manager Systemreiniger bei Vink Chemicals, empfiehlt abhängig vom Verschmutzungsgrad eine regelmäßige Systemreinigung durchzuführen:„Die Reinigung kann mit relativ wenig Aufwand und zu vertretbaren Kosten während der Betriebspausen durchgeführt werden, beispielsweise über das Wochenende.“ Rheinländer berichtet von vollständiger Ablösung und Austragung sämtlicher Biofilme und erläutert: „Wir haben bei Kunden sehr gute Erfahrungen damit gemacht, die Anlage am Freitag mit der Vinkoclean-Reinigungslösung zu fluten und gefüllt über das Wochenende stehen zu lassen. Vor Wiederaufnahme der Produktion wird der Systemreiniger mit allen produktschädigenden Verunreinigungen abgelassen, die Anlage durchgespült und die Produktion kann unter optimalen Hygienebedingungen wiederanfahren.“ Angewendet werden die Systemreiniger zur grundlegenden Anlagensanierung im Verdünnungsverhältnis 1:5 und dann zur regelmäßigen Aufrechterhaltung der Betriebshygiene im Verhältnis 1:10 oder 1:20. „Das beste Ergebnis hatten wir bei der Flutung nach 24 Stunden im Gemisch 1:5“, empfiehlt Rheinländer und ergänzt:„Nach 48 Stunden konnten wir im Gemisch 1:10 und 1:20 die gleiche Abrei-

nigung feststellen. Man sollte also nicht nach der Devise ,viel hilft viel‘ vorgehen.“ Tipp: Bei akuten Problemen und besonders hartnäckigen Verunreinigungen kann die Reinigungswirkung durch das Reinigungsverfahren Ecoline Pipe Purification noch verstärkt werden. Es sorgt gezielt für wesentlich höhere Fließgeschwindigkeiten und eine starke Scherwirkung an den überströmten Oberflächen. https://vink-chemicals.com https://ecoline-cleaning.de/

Was Industrie 4.0 mit Reinigung zu tun hat Zentrale Anlagen reinigen dank vernetzter Interaktion effizient und sicher Die digitale Transformation fordert auch in der Reinigungstechnik neue Lösungen zur Prozessautomatisierung. Nilfisk präsentiert diesbezüglich eine digitale Generation seiner zentralen Sauganlagen, vollständig vernetzt in bestehenden Fertigungsumgebungen. Hier erlaubt der Einsatz von IoT-Technologien eine integrierte Kommunikation und Steuerung der Sauganlage und der Produktionsmaschinen. So lassen sich laut Hersteller Verschmutzungen aller Art effizienter managen und der Anwender hat neue Möglichkeiten, seine Sauganlage gezielter zu überwachen und zu optimieren. Ein weiterer Entwicklungsfokus liegt auf einem modularen Design, wodurch sich die Sauganlagen an die Bedingungen im jeweiligen Produktionsbereich anpassen lassen. Über die zentrale Saugeinheit werden Verschmutzungen, Schnittabfälle und Co. im gesamten Gebäude eingesaugt und anschließend in einem großen Silo gesammelt. Dort kann anschließend eine sichere Entsorgung oder Rückgewinnung von Rohstoffen erfolgen.

Modulare Bauweise

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Die regelmäßige angepasste Anlagenreinigung mit Vinkoclean Systemreinigern verbessert die Anlagenhygiene nachhaltiger als eine Desinfektion, betonen die Experten von Vink Chemicals. Bild: industrieblick - stock.adobe.com

Je nach Situation stehen zudem Vorabscheider für Flüssigkeiten, für große Schmutzmengen oder für heiße Materialien zur Verfügung, die laut Hersteller jederzeit eine effiziente Reinigung garantieren. Sowohl die Saugeinheit als auch das Silo bzw. die zugehörige Filterkammer können entweder im Gebäude oder außerhalb installiert werden. Von hieraus verlaufen Rohrleitungen zu den einzelnen Produktionsmaschinen und sonstigen Bereichen, an denen regelmäßig gereinigt werden muss. Das nahtlose Einbinden der Sauganlagen in die Prozessmaschinen sowie die automatisierte Interaktion zwischen Fertigungs- und Absauganlage ermöglichen reibungslose Abläufe in der Produktion. Moderne Industrie 4.0-Technologien sowie eine mehrsprachige MMI-Touch-Steuerung (MMI: Man-Machine-Interface) erlauben die webbasierte, komfortable Echtzeitsystemüberwachung per PC oder Smartphone. Ein ortsunabhängiger Datenzugriff für die aktuelle Performanceabfrage sowie die

individuelle Leistungsanpassung oder Fehlerbehebung sind auf dieser Grundlage jederzeit und von überall aus möglich. Damit die Sauganlagen den unterschiedlichen Produktionsumgebungen und Prozessbedürfnissen der Anwender gerecht werden, setzt der Hersteller bei seiner neuen Generation auf ein modulares Design sowie ein Höchstmaß an Individualisierung.

Intuitive Bedienung Entsprechend den Anforderungen entwickeln die Nilfisk-Fachberater dann gemeinsam mit dem Kunden die passende Lösung und stellen die jeweiligen Komponenten flexibel zusammen. Dazu gehören beispielsweise die benötigte Leistung der Saugeinheit und die Art der Anlagensteuerung ebenso wie ver-

schiedene Filter und Reinigungsmethoden oder das Material der Rohrleitungen sowie die Wahl zwischen kontinuierlichem und diskontinuierlichem Austrag in unterschiedliche Behälter.

Zertifizierte Sicherheit Außerdem steigern die zentralen Absauganlagen die Sicherheit in der Produktion beträchtlich. Neben dem Schutz vor gefährlichen Stäuben ist hier insbesondere der Brand- und Explosionsschutz hervorzuheben. Für den Einsatz in explosionsgefährdeten Atmosphären oder als Zone 22 klassifizierten Umgebungen – etwa in Großbäckereien oder holzverarbeitenden Betrieben – sind deshalb alle Module der Anlage auch mit ATEXZertifizierung erhältlich. www.nilfisk.de

Mithilfe der zentralen Industriesauganlagen können strengste Richtlinien und Vorschriften bezüglich Containment und Sicherheit erfüllt werden. Selbst große, über mehrere Stockwerke verteilte Anlagen lassen sich schnell reinigen, ohne in den laufenden Betrieb eingreifen zu müssen. Eine webbasierte Echtzeitsystemüberwachung ist per PC oder Smartphone möglich. Bild: Nilfisk


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Wo Fremdpartikel zum Problem werden Industriesauger sind für die Lebensmittel- und Chemieindustrie ein Sicherheitsfaktor Die Reinhaltung von Fertigungsanlagen spielt in Lebensmittel- und Chemieindustrie eine besonders große Rolle. Zwar sind vielerorts automatische Absauganlagen in den Prozess integriert, doch die manuelle Reinigung mit Industriesaugern ist in vielen Fällen zusätzlich erforderlich, denn sonst können Störstoffe in das Produktionsumfeld geraten und gravierende Probleme nach sich ziehen. Doch nicht jeder Sauger ist für dieses anspruchsvolle Umfeld geeignet. So punkten hier beispielsweise Modelle aus Edelstahl. Die Experten des Reinigungsgeräteherstellers Kärcher erklären, warum dies so ist und was Sauger, die hier genutzt werden, sonst noch können müssen. Fremdpartikel in der Lebensmittelindustrie können schnell zu einem großen Problem werden, wobei jeder Bereich eigene Anforderungen an Absaugungslösungen hat, da branchentypische Besonderheiten berücksichtigt werden müssen. Blickt man beispielsweise in eine Großbäckerei oder in die Milchpulverproduktion, so ist die Eindämmung von leicht flüchtigen Stäuben (Schwebstaub) die größte Herausforderung. Bei entsprechender Konzentration stellt Feinstaub nämlich eine nicht unerhebliche Explosionsgefahr dar. Außerdem setzt er sich auf den Maschinen ab und kann so für weitere Probleme sorgen. Hinzu kommt in der Lebensmittelfertigung generell das Risiko, dass Fremdpartikel in das Produkt gelangen und dieses verunreinigen. Schlimmstenfalls ist eine komplette Charge betroffen und muss verworfen werden. Um all dies zu vermeiden, ist neben einer eventuell vorhandenen kontinuierlichen Absaugung im Prozess eine zyklische manuelle Reinigung mit einem Industriesauger erforderlich. Dabei muss das Produktionsequipment ebenso gereinigt werden wie vorhandene Peripherie, also Versorgungs/Entsorgungsleitungen, Kabelkanäle oder Böden und Wände. Besondere Aufmerksamkeit ist dem Fußboden zu widmen, weil durch eine gewissenhafte Reinigung Rutschgefahr vermieden wird.

Fremdpartikel in der Chemieindustrie Auch in der Chemieindustrie ist die Reinhaltung der Produktion und angrenzender Bereiche ein Schlüsselfaktor für den Unternehmenserfolg. Eine manuelle Reinigung muss beispielsweise nach einem Chargenwechsel erfolgen, um eine Vermischung der einzelnen hergestellten Produkte oder unterschiedlicher Chargen (Kreuzkontamination) zu verhindern. Dies kann unter Umständen sehr aufwendig sein. In extremen Fällen dauert die Reinigung der Anlage sogar länger als die Produktion selbst. Aber auch, wenn bei einem Störfall ungewollt Flüssigkeiten oder andere Medien austreten, ist der Einsatz von Industriesaugern hilfreich, um den Produktionsstandard wiederherzustellen. Besonders bei Gefahrstoffen spielen die Sicherheit der Anlage sowie der Schutz der Mitarbeiter eine

entscheidende Rolle. Das Fertigungsumfeld ist eine raue Umgebung, weshalb Industrie-

sauger robust und zuverlässig sein müssen. Auch die einfache Entleerung und Reinigung des

Für die Reinigung zwischen verschiedenen Chargen oder nach einer Leckage sind Industriesauger zum Abnehmen von Störstoffen unerlässlich. Bilder: Kärcher

Saugers ist wichtig, damit er selbst keine Schmutz- und Übertragungsquelle darstellt. Glatte Oberflächen aus Edelstahl sind deshalb eine Voraussetzung, da sie kein Hygienerisiko darstellen und verhindern, dass in das Produktionsumfeld störende Partikel eingetragen werden. Lackierte Geräte eignen sich also eher weniger, da abplatzende Lackpartikel das Produkt verunreinigen können.

Checkliste: Auswahl eines Industriesaugers Wer folgende Aspekte berücksichtigt, erhält bei einem Hersteller mit entsprechendem Know-how das passende Gerät für seine Anwendung: Wechselstrom- oder Drehstromsauger, je nach Einsatzdauer Behältergröße passend zum Schmutzvolumen Art des Schmutzes (trocken, feucht oder nass) Trennung von Flüssigkeiten und Feststoffen durch Siebeinsatz, falls nötig Filtersystem und Abreinigungsverfahren (manuell oder automatisch) Staubklassen und etwaige Beachtung der ATEX-Richtlinie Auswahl des passenden Schlauchmaterials, der richtigen Schlauchlänge, sowie des auf die Anwendung abgestimmten Zubehörs

Kleines ABC der Industriesauger Je nach Saugmedium und Menge sollte ein Sauger mit entsprechender Leistung ausgewählt werden. Bei großen Partikeln und/oder großen Mengen kommen Sauger mit eher großem Schlauchdurchmesser zum Einsatz. Um eine ausreichende Saugleistung sicher-

zustellen, muss die Antriebsleistung passend gewählt werden. Bei beengten Verhältnissen punkten Geräte mit kompakten Abmessungen und eher kleinem Schlauchdurchmesser. Ein anderer Aspekt ist die durchschnittliche Laufzeit im Betrieb. Es gibt Wechselstrom- und Drehstromsauger, wobei für Einsätze von mehr als zwei bis drei Stunden pro Tag oder bei Mehrschichtbetrieb die Drehstromvariante zu empfehlen ist. Weiter auf Seite 24


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REINIGUNG

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lichen Stäube über M für mittelgefährliche Stäube bis hin zur Staubklasse H. Im Bereich Staubklasse H liegen Partikel vor, die über eine einfache Gesundheitsgefahr hinausgehen und im Bereich toxisch, kanzerogen oder mutagen angesiedelt sind. Für die Staubklassen M und H gelten besondere Anforderungen an Filter, Entleerung und Entsorgung.

Geeignete Filter

Auch in der Chemieindustrie spielt die Produktreinheit eine große Rolle, weswegen adäquate Reinigungs- und Absaugtechnik wichtig ist.

Fortsetzung von Seite 23 Der Filter stellt neben dem Antrieb die zweitwichtigste Baugruppe eines Industriesaugers dar. Je nach Partikelgröße und Staubart ist ein geeigneter Filter

zu wählen. Um maximale Lebensdauer und hohe Arbeitssicherheit zu gewährleisten, gilt der Grundsatz: so grob wie möglich, so fein wie nötig. Die Spanne reicht von Staubklasse L für leicht gefähr-

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Neben in die Produktion integrierten Absauganlagen helfen Industriesauger, beispielsweise überschüssige Flüssigkeiten rückstandslos abzunehmen.

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Ein weiteres Kriterium ist der Explosionsschutz nach aktuellen ATEX-Richtlinien, der europäischen Richtlinie zum Explosionsschutz (Atmosphères Explosibles). Damit wird sichergestellt, dass die Sauger keine Gefahr im Umgang mit brennbaren Stoffen sind – die geforderten Schutzmaßnahmen variieren je nach ATEX-Zone (20, 21 oder 22). Der richtige Sauger ist aber nur die halbe Miete. Bei der Wahl sollte man auch beachten, von welchem Hersteller dieser ist und ob dieser neben einem breit gefächerten Portfolio an Standardprodukten auch allen branchenspezifischen Anforderungen mit dem ausgewähltem Modell gerecht werden kann. Dies zeigt sich beispielsweise am angebotenen Zubehör. Soll der Sauger beispielsweise in einer Bäckerei zur Zwischenreinigung der Öfen genutzt werden, sind bis zu 200 Grad Celsius hitzebeständige Saugschläuche und Backofendüsen ein Vorteil und gegebenenfalls ein wichtiges Entscheidungskriterium. Ein anderes Beispiel sind Absaugbürsten für die Lebensmittelindustrie, die blau eingefärbte Borsten haben. Der Hintergrund: Es gibt kaum blaue Lebensmittel, sodass eine Borste, die sich gelöst hat, bei einer Sichtkontrolle leicht erkannt und entfernt werden kann.

Zum Schutz von Verbrauchern bestehen in der Lebensmittelindustrie höchste Standards in Sachen Sauberkeit und Hygiene. Das bedeutet für alle, die in diesem Industrieumfeld aktiv sind: Wer die Qualität der Produkte steigern, Probleme vermeiden und imageschädigende Rückrufaktionen verhindern möchte, muss notwendige Reinigungsmaßnahmen ständig im Blick haben.

Sauger für explosionsgefährdete Bereiche Der Hersteller von Indiestriesaugern Ruwac präsentierte auf der Achema, die Ende August stattfand, Modelle, die in gasexplosionsgefährdeten Bereichen genutzt werden können. Die Sauger der Baureihe R01 R, die sich in gasexplosionsgefährdeten Bereiche der Zonen 1 und 2 einsetzen lassen, bieten laut Hersteller eine hohe Zuverlässigkeit und Sicherheit auch bei kritischen Anwendungsfällen wie etwa bei der Aufnahme brennbarer Stäube sowie beim Absaugen von isolierenden, d.h. nicht leitfähigen Stäuben. In diesen Anwendungen muss eine elektrostatische Aufladung der abgesaugten hochisolierenden Stäube ausgeschlossen werden. Die Ruwac-Sauger erfüllen diese Anforderungen, wie laut Hersteller eine Untersuchung der Dekra Exam belegt, die Ruwac in Auftrag gegeben hat. Das Prüfinstitut hat nachgewiesen, dass diese Sauger nicht leitfähige Stäube und Granulate aufsaugen

Industriesauger integrieren Egal, wie man Fremdstoffe aus dem Fertigungsumfeld entfernt, es stecken immer zusätzliche, zunächst unproduktiv wirkende Arbeitsschritte dahinter. Je nach Organisation der Abläufe muss ein Mitarbeiter den Sauger holen, die Partikel oder Flüssigkeiten absaugen und von Zeit zu Zeit den gefüllten Behälter entleeren. Der Unterschied zwischen herkömmlichen Methoden und dem Einsatz professioneller Saugeinheiten besteht allerdings darin, dass die Störstoffe wirksam und vollständig entfernt werden. Werden die Arbeitsschritte intelligent in die Prozesse integriert, lässt sich die Produktqualität konstant auf hohem Niveau halten – in Lebensmittel- und Chemieindustrie ein besonders wichtiges Thema. www.kaercher.com/de/

Bild: Ruwac

können, ohne dass mit dem Risiko zündfähiger Büschelentladungen zu rechnen ist. Das funktioniert aber nur, weil die Sauger einige konstruktive Besonderheiten aufweisen, wie zum Beispiel die Nutzung eines ableitfähigen Gehäusewerkstoffs (GFK), die Verwendung leitfähiger Saugdüsen, einen permanent geerdeten Sammelbehälter sowie die Luftführung mit begrenzten Strömungsgeschwindigkeiten. Die Gas-Ex-Sauger der Baureihe R01 R werden von energieeffizienten Drehstromantrieben angetrieben, die für den Betrieb in Gas-ExZonen entwickelt wurden und entsprechend zugelassen sind. Ein weiteres wichtiges Konstruktionsmerkmal ist der modulare Aufbau, der eine anwendungsbezogene Auswahl der Ausstattung erlaubt. Die Sauger können dann zum Beispiel bis zur Temperaturklasse T5 oder mit Filtern der Staubklasse H nach EN 60335-2-69 betrieben werden. www.ruwac.de


Sonderteil Energie-Effizienz September 2022 - Ausgabe 5/22

Digitales Leckagemanagement: Die Beseitigung von Leckagen kann sehr schnell erfolgen und zahlt sich sofort aus. Seite 28

Solardächer über Stellplätzen bieten ein enormes Potenzial für die Erzeugung von erneuerbarer Energie. Die Investitionen amortisieren sich nach kurzer Zeit. Bild: Sopago

Parkplätze als Energieträger nutzen Etwa 45,1 Prozent der Siedlungsund Verkehrsflächen in Deutschland sind aktuell versiegelt. Ein großer Teil davon entfällt auf Parkplätze.„Würden alle rund 360.000 Kfz-Parkflächen in Deutschland überdacht und mit transparenten Solarmodulen bestückt, ließen sich darüber rund zehn Prozent des deutschen Strombedarfs erzeugen – ohne zusätzlichen Flächenverbrauch“, weiß Harald Baumeister, Geschäftsführer von Sopago. Das Unternehmen hat dafür ein Realisierungskonzept entwickelt: Die solide Holz-Stahl-Konstruktion, die einem Carport ähnelt, trägt eine Photovoltaikanlage. Sie kann in verschiedenen Durchfahrtshöhen errichtet werden, sodass auch hohe Fahrzeuge darunter Platz finden, und hält selbst den Anprall von Fahrzeugen mit drei Tonnen Gewicht aus. Darüber hinaus kann sie Ladestationen für E-Autos speisen – und bietet einen verschatteten und vor Regen geschützten Stellplatz. Im Mietmodell übersteigen laut Anbieter die Einnahmen aus der Stromerzeugung bereits im ersten Jahr die Mietkosten für die SolarCarports. Investiert der Betreiber in einen Kauf der Anlage, amortisiert sich das Projekt – je nach Größe – innerhalb der ersten Hälfte seiner Laufzeit. Ein weiterer Vorteil: Mit jedem Stellplatz können 1,5 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden – eine Win-win-win-Situation für die Umwelt, den Betreiber und den Nutzer des Parkplatzes. www.sopago.org Wolff Publishing www.b-und-i.de

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Beim computergesteuerten Bohren, Drehen, Fräsen oder Gewindeschneiden unterschiedlicher Materialien wie etwa Werkzeugstählen sind hohe Drehzahlen nötig – das geht nicht ohne einen KSS.

Ein Wechsel, der sich gelohnt hat Ohne Kühlschmierstoffe (KSS) kommt die metallverarbeitende Industrie nicht aus. Sie sichern durch ihre kühlenden und schmierenden Eigenschaften die Produktivität von Betrieben. Doch sie haben oft auch erhebliche Nachteile hinsichtlich Arbeitssicherheit, Anlagenhygiene und Umweltschutz. Deshalb setzen metallverarbeitende Betriebe auf das öl- und esterfreie, wasserbasierte Kühlschmiermittel „Aquaslide“. Welche Vorteile dies hat und wie der Umstieg fu nktionierte, zeigt das Beispiel des Unternehmens Aquatec Master in Metal GmbH. Aluminiumfronten und Heckrahmen für Autos, Straßenbahnschienen aus DillidurStahl oder juwelförmige Fassadenkonstruktionen aus Aluminium-Knoten und -Riegeln für den Makkah Clock Tower in Saudi-Arabien – die Firma Aquatec Master in Metal GmbH fertigt unterschiedliche Lösungen für die Automobilindustrie, Architektur, Luftund Raumfahrt sowie den Maschinenbau. Verarbeitet werden sowohl Edel- als auch Duplexstähle, Aluminium und weitere Materialien, wobei das Unternehmen, das auf Metallbearbeitungsarten wie das Wasserstrahlschneiden, CNC-Zerspanen, Schweißen und Umformen spezialisiert ist, sowohl die Einzelstück- als auch die Serienfertigung bietet. Hierfür sind am Standort

Emmerich am Rhein derzeit 90 Mitarbeiter beschäftigt. Eine zweite Niederlassung mit 25 Beschäftigten befindet sich in Altdorf in der Schweiz. „Wenn es um die CNC-Bearbeitung, also das Fräsen, Bohren, Reiben oder Gewindeschneiden geht, führt kein Weg an Kühlschmiermitteln vorbei, hier gibt es für uns keine Alternative“, erklärt Tobias Schertzinger, Fertigungsleiter Abteilung CNC 1 bei Aquatec. Denn zur Produktion von Metallteilen bedarf es hoher Schnittgeschwindigkeiten, die Werkzeuge stark erhitzen. KSS führen die Wärme ab und sorgen zudem für die Schmierung beim Kontakt zwischen Werkzeug und Werkstück. Dadurch erhöhen sie die Standzeit der Werk-

zeuge und optimieren die Werkstückoberflächen. Kurzum: Sie sichern die Produktivität metallbearbeitender Betriebe. Seit seinem Ausbildungsbeginn im Jahr 2007 ist Tobias Schertzinger Teil des Unternehmens. Er kennt sich bestens mit den Maschinen aus, ebenso wie mit den eingesetzten KSS – und deren Nachteilen. Die ergeben sich speziell in puncto Arbeitssicherheit. „Fast alle unsere Mitarbeiter arbeiten an Maschinen mit KSS und kennen den unangenehm klebrigen Belag auf der Haut, sowohl an den Händen als auch im Gesicht“, verdeutlicht er und fährt fort:„Einer unserer Mitarbeiter litt dadurch sogar unter Ekzemen.“ Weiter auf Seite 26


KSS-Tank ablagern und sich besonders bei höheren Temperaturenschnell vermehren. „Leider war die Standzeit gängiger Emulsionenmeistsehrkurz,wobei bislang oft nur der Tausch des Kühlschmiermit els als Lösunginfragekam“, soSchertzinger. Die Liste an negativen KSS-Eigenschaften lässt sich noch weiterführen–wie etwaamProdukteinsatz deutlichwird:„BeiderBearbeitungvonAluminiumsinddes ÖfterengroßebrauneFleckenentstanden“, so der Fertigungsleiter AbteilungCNC1überdurchKSS verschmutzte Werkstücke. DieseFleckenkonntenjeweils nur durch zusätzliche und teure additiveKühlmit elbeseitigtwerden. „Eskommtauchimmermalwieder vor, dass sich Rost bildet, wenn eine Maschine übers ganze Wochenendeläuft unddurchdie VerneblungderEmulsionsgehalt untereinenbestimmtenProzentsatz fäl t“, wie Schertzingerberichtet. 26

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Fortsetzung von Seite 25 Keine Seltenheit: Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. sind Tätigkeiten mit KSS eine der Hauptauslöser für Hautkrankheiten, die etwa durch die entfettende Wirkung der KSS-Komponenten entstehen. Des Weiteren stellt der zum Teil starke Ölnebel eine Gefahr für die Gesundheit dar. Er entsteht, wenn schnell laufende Werkzeuge KSS vernebeln – und kann zu Kopfschmerzen führen. Gelangen die Aerosole über die Atemwege in den Körper, können sie sogar Schleimhaut- und Atemwegsreizungen hervorrufen. Ein weiterer Nachteil herkömmlicher KSS entsteht im Bereich Anlagenhygiene: Schwere Ablagerungen eingebrachter Fremdöle verunreinigen die Maschinen und führen zu hohen Stillstandzeiten. „Wir haben zudem die Erfahrung gemacht, dass, wenn ein KSS nach längerer Betriebspause umgekippt ist, es zu einer enormen Geruchsbelastung in der Produktionshalle kommt“, ergänzt Tobias Schertzinger. Der Grund: Gerade herkömmliche Kühlschmierstoffe sind anfällig für Bakterien und Pilze, die sich im KSS-Tank ablagern und sich besonders bei höheren Temperaturen schnell vermehren. „Leider war die Standzeit gängiger Emulsionen meist sehr kurz, wobei bislang oft nur der Tausch des Kühlschmiermittels als Lösung infrage kam“, so Schertzinger. Die Liste an negativen KSS-Eigenschaften lässt sich noch weiterführen – wie etwa am Produkteinsatz deutlich wird: „Bei der Bearbeitung von Aluminium sind des Öfteren große braune Flecken entstanden“, so der Fertigungsleiter Abteilung CNC 1 über durch KSS verschmutzte Werkstücke. Diese Flecken konnten jeweils nur durch zusätzliche und teure additive Kühlmittel beseitigt werden. „Es kommt auch immer mal wieder vor, dass sich Rost bildet, wenn eine Maschine übers ganze Wochenende läuft und durch die Verneblung der Emulsionsgehalt unter einen bestimmten Prozentsatz fällt“, wie Schertzinger berichtet.

Eine Alternative zu bisher am Markt erhältlichen KSS bietet Coenen Neuss an. Der technische Händler vertreibt in Deutschland als Partner des österreichischen Herstellers Aquaslide Lubricants das Aquaslide. Das Produkt ist ein öl- und esterfreies Kühlschmiermittel auf Wasserbasis. Das bläulich eingefärbte KSS Aquaslide eignet sich laut Hersteller für alle Zerspanungsarten und Werkstoffe. Bild: polsterpics.com

halle nutzt Aquatec zudem Ab- gezogen werden:„Das Thema ist Boden; ein Skimmer kann sie - E chterstjetzt leichtentfernen.Somit entfäl t die sauganlagen an den meisten Eimmerpräsentundni Maschinen. „Jedoch ist deren auf dem Tisch gelandet. Auf der ansonsten sehr aufwendige AnAnschaffung und regelmäßige einen Seite spielen Kostenein- lagenreinigung, die einige Tage Wartung eine aufwendige und sparungen eine Rolle, auf der Zeit in Anspruchnehmenkann. kostspielige Angelegenheit“, er- anderen Seite wird der Umwelt- „Zuvor hatten sich richtig große klärt derFertigungsleiter. aspektzunehmendwichtiger“, be- Schmutzplat en abgesetzt, die den Prozess gestört haben. AuchzumSchutz derUmwelt und stätigtderExperte. zur Schonung der Anlagen er- „Es musste also etwas passieren. Zudemhatein Ölnebelnichtnur greifenBetriebewie Aquatecwei- Letztlichsindwir durchMund-zu- die Maschine, sondern auch das tere Maßnahmen.Sowerdenmit- Mund-Propaganda auf Aquaslide Bedienteil –unddamit beijedem hilfe von Auffangwannen sowohl aufmerksamgeworden. Wir haben Grif die Hände–verschmutzt“, so Ölbindemit el als auch KSS aus- den Wechsel gewagt – und sind der Fertigungsleiter Abteilung nahmslos eingesammelt. „Für die glücklich über die positiven CNC1. Damit ist nun Schluss: Die EntsorgungderFiltervliesegibtes Ergebnisse“, betonter. zudem extra Behälter, die einmal BeidemMit elhandelt essichum Maschinen bleiben sauber, wopro Monat abgeholt werden“, er- einen KSS, der aufgrund seiner durch sich automatisch deren wasserbasierten Formulierung Standzeit unddie derWerkzeuge gänztderCNC-Experte. ZumHintergrund:Mit Blickaufdie ohneAnteile vonMineralölenaus- erhöhen. Arbeitssicherheit unddasGefahr- kommt, aber dennoch alle Kühl- „Was uns am meisten überrascht, stof management werden in und Schmiereigenschaften von ist die deutlich erhöhte Haltbarmetal bearbeitenden Betrieben traditionellen KSS besitzt und keit des KSS“, ergänzt Tobias Schertzinger. „DadurchistSchluss häufig Filtervliese eingesetzt. Ihr zudemvorRostschützt. Materialistwasserdurchlässig und Entwickelt vom öster eichischen mit dem unerträglichen Gestank.“ kann selbst feinste Schwebe- Chemiker und Diplom-Ingenieur Denndasöl- undesterfreie Mit el teilchen aus der Anlage filtern. Johann Kellersperg und in verhindert durch seine cheDurch die Filtration werden die Deutschland vom technischen mischen Eigenschaften die VerMaschinen vor frühzeitiger Ver- HändlerCoenenNeussvertrieben, mehrungvonBakterienundPilzen NERGIE

So zahlreich und schwerwiegend die Nachteile herkömmlicher KSS auch sind, so wenig können Metallbearbeitungsbetriebe auf deren Einsatz verzichten. Was also tun?

FFIZIENZ

Im Gegensatz zu vielen anderen Kühlschmierstoffen ist Aquaslide hautverträglich und nicht krebserregend – und trägt damit zur Gesunderhaltung von Mitarbeitenden am Arbeitsplatz bei. Bild: sinhyu stock.adobe.com

Gefahren reduzieren

„Wir versuchen mit verschiedenen Maßnahmen, möglichen Schäden vorzubeugen, vor allem in Bezug auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter“, erklärt Schertzinger. Dazu wird jedes Teammitglied in erster Linie für den sicheren Umgang mit KSS geschult. Um KSS-Emissionen zu mindern, setzt Aquatec unter anderem auf eine Minimalmengenschmierung, wo es geht. Allerdings lässt dies nicht jedes Fertigungsverfahren zu. Als weitere Maßnahme gegen die allergene Wirkung der Kühlschmiermittel eignen sich unter anderem Schutzhandschuhe. Ihr Nachteil: Sie können das Handling mit Werkteilen erschweren und sind an Drehmaschinen sogar verboten, da hier die Gefahr des Einzugs zu groß ist. Für eine reinere Luft in der Werkshalle nutzt Aquatec zudem Absauganlagen an den meisten Maschinen. „Jedoch ist deren Anschaffung und regelmäßige Wartung eine aufwendige und kostspielige Angelegenheit“, erklärt der Fertigungsleiter. Auch zum Schutz der Umwelt und zur Schonung der Anlagen ergreifen Betriebe wie Aquatec weitere Maßnahmen. So werden mithilfe von Auffangwannen sowohl Ölbindemittel als auch KSS ausnahmslos eingesammelt. „Für die Entsorgung der Filtervliese gibt es zudem extra Behälter, die einmal pro Monat abgeholt werden“, ergänzt der CNC-Experte. Zum Hintergrund: Mit Blick auf die Arbeitssicherheit und das Gefahrstoffmanagement werden in metallbearbeitenden Betrieben häufig Filtervliese eingesetzt. Ihr Material ist wasserdurchlässig und kann selbst feinste Schwebeteilchen aus der Anlage filtern. Durch die Filtration werden die Maschinen vor frühzeitiger Verschmutzung bewahrt. „Zusätzlich müssen in regelmäßigen Abständen unsere Kühlmittelanlagen gewartet und gereinigt und die Filter gewechselt werden.“

Respekt davor, ein seit so vielen weislich hautverträglich, da es bei Jahren funktionierendes Mittel zu Hautkontakt keine Irritationen wechseln, war enorm groß.“ hervorruft und nicht krebserreImmerhin hat der herkömmliche gend ist. Ein klares Plus. KSS trotz aller Nachteile seine Aufgaben wie Kühlen, Schmieren, Schonung für Anlagen Korrosionsschutz und Gewährleisund Umwelt tung der Werkzeug-Standzeit erfüllt. „Außerdem entwickelt man nach Auch die Maschinen profitieren, kontinuierlicher Zusammenarbeit weil eingebrachte Fremdöle nicht ein gewisses Vertrauen in die eingemischt werden, sondern Emulsion.“ Dennoch musste auf sofort aufschwimmen. Schwere lange Sicht ein Wechsel in Betracht Ablagerungen indes sinken zu gezogen werden: „Das Thema ist Boden; ein Skimmer kann sie immer präsent und nicht erst jetzt leicht entfernen. Somit entfällt die ansonsten sehr aufwendige Anauf dem Tisch gelandet. Auf der lagenreinigung, die einige Tage einen Seite spielen KosteneinZeit in Anspruch nehmen kann. sparungen eine Rolle, auf der anderen Seite wird der Umwelt- „Zuvor hatten sich richtig große Schmutzplatten abgesetzt, die aspekt zunehmend wichtiger“, bestätigt der Experte. den Prozess gestört haben. „Es musste also etwas passieren. Zudem hat ein Ölnebel nicht nur Letztlich sind wir durch Mund-zudie Maschine, sondern auch das Bedienteil – und damit bei jedem Mund-Propaganda auf Aquaslide aufmerksam geworden. Wir haben Griff die Hände – verschmutzt“, so den Wechsel gewagt – und sind der Fertigungsleiter Abteilung glücklich über die positiven CNC 1. Ergebnisse“, betont er. Damit ist nun Schluss: Die Bei dem Mittel handelt es sich um Maschinen bleiben sauber, woeinen KSS, der aufgrund seiner durch sich automatisch deren Standzeit und die der Werkzeuge wasserbasierten Formulierung erhöhen. ohne Anteile von Mineralölen auskommt, aber dennoch alle Kühl- „Was uns am meisten überrascht, ist die deutlich erhöhte Haltbarund Schmiereigenschaften von keit des KSS“, ergänzt Tobias traditionellen KSS besitzt und Schertzinger. „Dadurch ist Schluss zudem vor Rost schützt. mit dem unerträglichen Gestank.“ Entwickelt vom österreichischen Denn das öl- und esterfreie Mittel Chemiker und Diplom-Ingenieur verhindert durch seine cheJohann Kellersperg und in mischen Eigenschaften die VerDeutschland vom technischen Händler Coenen Neuss vertrieben, mehrung von Bakterien und Pilzen und wirkt während der Ankommt das öl- und esterfreie wendung reinigend. Medium laut Hersteller gänzlich Nicht allein die Maschinen und ohne gesundheitsgefährdende Mitarbeiter werden geschont, Inhaltsstoffe aus. Es ist nach-

Ein Schritt mit großer Wirkung

„Bei all dem Aufwand und den zahlreichen Kompromissen hätten wir, wenn möglich, gerne schon längst auf KSS verzichtet“, gibt Schertzinger zu. Jedoch hat sich diese Einstellung seit der erfolgreichen Testphase eines neuen KSS deutlich geändert. „Vor ein paar Monaten haben wir eine Testmaschine zur Serienfertigung auf ein neues Kühlschmiermittel umgestellt“, sagt der Aquatec-Mitarbeiter. „Ehrlich gesagt, war die Umstellung kein einfacher Schritt für uns. Der

Insgesamt 15 Fräsmaschinen stehen in den Werkshallen von Aquatec zur Bearbeitung unterschiedlicher Werkstoffe zur Verfügung. An einer wurde vor Kurzem der KSS ersetzt. Die Erfahren mit dem neuen KSS Aquaslide sind so positiv, dass dieser nun bei weiteren Maschinen zum Einsatz kommen soll. Bilder: Aquatec Master in Metal GmbH

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Impressum BETRIEBSTECHNIK &INSTANDHALTUNG B&IDie Industrie-Zeitung ISSN:1864-4554 20.Jahrgang Erscheinungsweise 6xjährlich sondern gleichzeitig die Umwelt. Denn: Mit Öl behaftete Späne gehören ebenso der Vergangenheit an wie verschüttete oder ausgelaufene KSS, die Erdreich und Gewässer verschmutzen könnten. Der neue KSS hat Tobias Schertzinger und sein Team überzeugt:„In Zukunft werden wir weitere unserer Maschinen umstellen.“ www.aquaslidelubricants.com/de/ www.coenen.de

HerausgeberundGesamtanzeigenleitung: Wolf Publishing AndreasWolf e.K. LothringerStr. 32 58091Hagen Postfach5105 58101Hagen Impressum Tel.: +49(0)2331. 9108660 Fax:+49(0)2331.9108668 www.b-und-i.de/info@b-und-i.de

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung

ISSN: 1864-4554 20. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich

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Geringer Invest, sehr schneller Effekt Warum es jetzt höchste Zeit ist, Druckluftleckagen zu beseitigen Mit der Beseitigung von Druckluftleckagen können Unternehmen nicht nur Geld einsparen, sie reduzieren „ganz nebenbei“ ihren CO 2-Fußabdruck. Interessant ist das für Verantwortliche aus mehreren Funktionsbereichen im Unternehmen: für Betriebsleiter, die ihre Betriebskosten senken wollen, für Energiemanager, die den Energieverbrauch reduzieren und dies nachweisen wollen, und natürlich auch für Instandhalter, die durch ein professionelles Leckagemanagement die Zuverlässigkeit der Anlage vorbeugend sichern und den Druckluftbedarf senken können. Das Statistische Bundesamt gibt an, dass sich der Durchschnittspreis pro Kilowattstunde Strom für die Industrie seit 2015 um 15 Prozent erhöht hat, gegenüber 2008 sogar um 56,5 Prozent; angesichts der aktuellen Preisentwicklung im Energiemarkt dürfte das auch noch lange nicht das Ende sein. „Dadurch rentiere sich Leckagemanagement noch mehr“, betont Helen Landhäußer, CEO des Software-Startups Looxr. Sie rechnet vor:„Im Jahr 2015 hat eine ein Millimeter große Leckage rund 900 Euro pro Jahr gekostet, im Jahr 2022 kostet sie bereits 1.651 Euro jährlich.“ (Berechnungsgrundlage: Strompreis von 15 Cent/kWh in 2015, 25 Cent/kWh in 2022, 10 bar Druck, Kompressor mit 6.607 kW/a bei Vollauslastung). „Letztendlich ist aber auch in diesem Bereich die Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen sowie deren Amortisationsdauer ausschlaggebend. Eine strukturierte Erfassung der Einsparpotenziale ist unerlässlich, um stichhaltige Argumente für notwendige Investitionen zu haben“, betont Landhäußer. Hier setzt das Team von Looxr an: „Wir wollen mit unserer LeckageApp und dem dazugehörigen Online-Portal echten Nutzen für alle Beteiligten generieren. Wir digitalisieren den gesamten Leckageprozess und liefern automatisiert relevante Daten. Dazu gehören insbesondere automatische Wirtschaftlichkeitsberechnungen beim Erfassen der detektierten Leckagen unter Berücksichtigung der zu erwartenden Reparaturkosten, das Ausweisen von CO2-Einsparpotenzialen und die komplette Dokumentation der tatsächlich realisierten Einsparungen z.B. für das nächste Audit“, so Landhäußer weiter. „Bei der Umsetzung eines kontinuierlichen Leckagemanage-

ments kann der Druckluftverbrauch dauerhaft um bis zu 20 Prozent reduziert werden. Damit wird sowohl die Ausfallsicherheit der Druckluftstation erhöht wie auch die Druckluftkosten und der Energieverbrauch nachhaltig gesenkt”, bestätigt auch Marina Griesinger, Leiterin des Bereichs Energieeffizienzmanagement beim Druckluft- und Pneumatikspezialisten Mader. Die Expertin für Leckagemanagement weiß, wovon sie spricht: Sie hat selbst schon unzählige Leckageortungen bei Kunden durchgeführt und Leckageteams für den Einsatz vor Ort geschult. Um die individuellen Einsparpotenziale in einer Produktion zu erfassen, empfiehlt sie zunächst die Messung von Stromaufnahme und Volumenstrom: „So hat man eine Basis für die wirtschaftliche Bewertung der Druckluftleckagen.“ Anschließend bringt eine Leckageortung Klarheit über den IstZustand im Druckluftsystem. Dies kann entweder mit internem Personal und eigenem Equipment erfolgen oder von einem externen Dienstleister übernommen werden. Ultraschalldetektoren leisten in beiden Fällen gute Dienste, weil sie auch bei laufendem Betrieb zum Einsatz kommen können. Mittels Ultraschall, Schalltrichter und Laserpointer wird das Druckluftsystem Stück für Stück „abgetastet“, bereits kleinste Undichtigkeiten werden so über die angeschlossenen Kopfhörer hörbar. Moderne Ultraschallsensoren erfassen zudem die entweichende Druckluftmenge pro Zeiteinheit. Diese Messwerte sowie Angaben zum genauen Ort der Leckage, der genauen Leckagestelle und weitere ergänzende Informationen wie beispielsweise die erforderlichen Mittel zur Reparatur der Leckage sind für den weiteren

Energiemanager würden häufig eine jährlich festgelegte Energieeinsparung anstreben – die Beseitigung von Leckagen sei hierfür ein hilfreiches Mittel. Bild: Mader

Prozess wichtig. Damit lassen sich einerseits Einsparpotenziale aufzeigen und die Rentabilität der Leckagebeseitigung nachweisen, andererseits erleichtern die Angaben den Beseitigungsprozess selbst. „Die Erfolge zu sehen ist sehr wichtig“, weiß auch Benjamin Flaig, Gebäude- und Energiemanager beim Waldenbucher Schokoladenhersteller Ritter Sport. Er setzt die digitale Leckageanwendung von Looxr für das Leckagemanagement ein.

Ein digitales Leckagemanagement kann allen Beteiligten die Arbeit erleichtern. Bild: Looxr

Per Leckage-App und Portal kann der Energiemanager sich jederzeit live darüber informieren, wie viele Leckagen geortet wurden, wo sie sich befinden, wie viel Druckluft darüber verloren geht, wie viele Leckagen bereits beseitigt wurden und welche konkreten Ersparnisse sich daraus ergeben. Und das sowohl monetär als auch in Höhe des eingesparten CO2-Ausstoßes.

„Mit dem Tool kann das Instandhaltungsteam sehen, dass seine Arbeit auch Früchte trägt“, betont Benjamin Flaig. Der konsequente Fokus des Unternehmens auf den Baustein „Leckage“ bei der Reduktion des Energiebedarfs macht sich bezahlt: Innerhalb von zwei Jahren wurde der Leckageluftanteil um 50 Prozent reduziert. www.looxr.de

Wirtschaftliche Wasserstoffverdichtung Aerzen stellt neuen Schraubenkompressor für diese Zukunftsanwendung vor Wasserstoff kommt heute schon in vielen industriellen Prozessen zum Einsatz. Doch das ist wohl nur der Anfang, denn Wasserstoff gilt als Schlüsseltechnologie zur Dekarbonisierung der Industrie und als Energieträger der Zukunft. Als kleinstes und somit leichtestes Molekül weist gasförmiger Wasserstoff jedoch eine besonders niedrige Energiedichte pro Volumeneinheit auf – und nimmt dementsprechend besonders viel Volumen ein, weshalb eine Verdichtung notwendig ist. Hierfür kommen vor allem Schraubenkompressoren zum Einsatz. Schraubenkompressoren eignen sich insbesondere durch das Verdrängungsprinzip, kombiniert mit dem platzsparenden Aufbau einer Rotationsmaschine, zur Wasserstoffverdichtung. Aerzen, ein Spezialist für Gebläseund Verdichtertechnik, bietet in diesem Bereich bereits ein breites Sortiment an Verdichterlösungen an, um eine effiziente und sichere Komprimierung von Wasserstoff zu ermöglichen. Nun hat das Unternehmen mit dem neuen Schraubenverdichter VRW536M sein Angebot in diesem Bereich ausgebaut. Das Design und die Wassereinspritzung der Verdichterstufe erlauben laut Hersteller den bislang höchsten Differenzdruck in einer einstufigen ölfreien Schraube im Wettbewerbsumfeld. Die Verdichtung basiert auf dem Prinzip der ölgefluteten Schraubenverdichter – mit einem kleinen, aber feinen Unterschied: Das Öl wurde durch Wasser ersetzt. Das Wasser dient sowohl zur Kühlung des Gases als auch zur Spaltabdichtung und ermöglicht eine Verdichtung auf höhere Differenzdrücke mit hohem Wirkungsgrad. Somit kann diese Stufe eine zweistufige Anlage mit klassischen trockenen Schraubenverdichtern ersetzen und ist dabei sogar noch energieeffizienter. Für den Kunden ergeben sich dadurch nennenswerte Vorteile hinsichtlich Aufstellfläche sowie Investitions- und Betriebskosten. Der VRW536M ist für einen Betriebsdruck bis 10,0 bar (abs.) und einen Volumenstrom bis 6.000 Nm³/h bei 50 Hz ausgelegt. Die

Große H2-Volumenströme mit wenigen Verdichterstufen auf Zwischen- und Enddrücke zu bringen, ohne dafür riesige Kolbenverdichteranlagen aufstellen zu müssen – genau hier setzt der neue ölfreie Schraubenkompressor VRW536M an. Bild: Aerzen

Volumenstromregelung erfolgt mittels Frequenzumrichter (Drehzahlregelung), die maximale Drehzahländerung beträgt dabei 1 Hz/s. Eine Vortrocknung des feuchten H2-Gases ist nicht erforderlich. Doppelt wirkende, wassergesperrte Gleitringdichtungen am Förderraum sorgen für eine hundertprozentige Ölfreiheit. Der Einsatz von Edelstahl an Zylinder und Rotoren garantiert Langlebigkeit und flexible Stillstände unter Druck mit feuchtem Gas. Die Synchronisation von Hauptund Nebenrotor wird über ein Zahnradpaar realisiert, eine Berührung der Rotoren findet nicht statt. So bleiben die Förderräume laut Hersteller ungeschmiert und es kommt zu keinerlei Verunrei-

nigungen/Ölkontamination des Fördermediums. Der VRW536M ist sowohl mit als auch ohne Getriebe (Direktantrieb) verfügbar. Das neue Aggregat wurde zwar speziell für die effiziente und sichere Verdichtung von Wasserstoff entwickelt, ist aber auch für andere kritische Anwendungen wie zum Beispiel Fackelgas oder verunreinigte Gase geeignet. Der VRW536M kann als Vorverdichter (Booster) für nachfolgende Verdichtertechnologien eingesetzt werden. Der Lieferumfang umfasst das kundenspezifische Aggregat mit Hilfsmedien, den Antriebsstrang, die Instrumentierung (optional mit Maschinenüberwachung), auf Wunsch auch die komplette Steuerung sowie die Schallhaube. www.aerzen.com


DRUCKLUFT TECHNIK

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Petersilchen setzt jetzt auf Wasser statt Öl Für die Produktion von Bio-Feinkost ist saubere Druckluft der Klasse 0 wichtig In der Lebensmittelindustrie sind sichere Produktionsabläufe ohne Stillstandzeiten sowie eine maximale Qualität in der Fertigung entscheidend. Andernfalls drohen kostspielige Produktionsausfälle oder gar imageschädigende Rückrufaktionen. Dies und die immer strenger werdenden Qualitätsstandards und Hygienevorschriften waren die Gründe, warum die Petersilchen GmbH, ein Hersteller von biologischer Feinkost mit Sitz im nordrhein-westfälischen Steinheim, in der Produktion nun zwei wassereingespritzte Schraubenkompressoren einsetzt. Umgesetzt wurde dies vom langjährigen Servicepartner Oltrogge aus Bielefeld. Die Petersilchen GmbH stellt biologische Lebensmittel her. Das Unternehmen wurde 1987 als ein Einzelhandelsgeschäft in Detmold gegründet. 1996 startete die eigene Produktion in kleinem Maßstab in Horn-Bad Meinberg, die 2004 am Standort in Almena (Extertal) fortgeführt wurde. Seit dem Umzug 2015 an den aktuellen Standort in Steinheim produziert das Unternehmen unter den Marken Sanchon, Fredo’s und biofinesse ein vielfältiges Sortiment an Biofeinkost und Snackartikeln sowie Aufstriche, Saucen und Pesti. Auf einer Produktionslinie werden für den Fachhandel Glasgebinde mit einem Output von circa 20.000 Glas/Schicht produziert. Auf einer weiteren Produktionslinie stellt das Unternehmen Feinkostprodukte für den Cateringund Gastrobereich in HACCP-konformen Großgebinden her. Aufgrund vorhandener Zertifizierungen und und des hohen Anspruchs des eigenen Qualitätsmanagements benötigte das Unternehmen einen adäquaten Ersatz für die bisher genutzte, jedoch technisch überholte

Druckluftstation, bestehend aus pressor mit Druckluftaufbereieinem ölgeschmierten 15 kw tung zu wählen, welche Partikel Schraubenkompressor. und Öl aus der Luft filtert, empKlaus Urbach, Technischer Leiter fahl man einen wassereingeder Petersilchen GmbH, erklärt: spritzten Kompressor, der eine „Absolute Sauberkeit ist in der umfangreiche Aufbereitung der Lebensmittelindustrie oberstes Druckluft überflüssig macht und Gebot. Das gilt auch für die 100 Prozent ölfrei verdichtet. Druckluft, die im ProduktionsproSeit Dezember letzten Jahres sind zess sowie beim Transportieren für den Lebensmittelhersteller und Verpacken der Lebensmittel daher gleich zwei wassereingezum Einsatz kommt. Je nach Anspritzte Kompressoren von Atlas wendung kann die Druckluft Copco, Modell AQ18 VSD in der während des Prozesses mit dem Full-Feature-Ausführung (FF) mit Lebensmittel in Kontakt kommen.“ integriertem Kältetrockner im Aus diesem Grund muss die Einsatz. Sie laufen ausgeglichen Druckluft stets die ISO 8573-1 im Wechsel und erzeugen 100 Klasse 2-3-1 erfüllen. Prozent ölfreie, saubere Luft. Um auf der sicheren Seite zu sein „Bei diesem Modell handelt es sich und den eigenen Qualitätsum einen wassereingespritzten, ansprüchen zu entsprechen, hat drehzahlgeregelten, ölfrei versich das Unternehmen aber für dichtenden Schraubenkompreseine Lösung der Klasse 0 entsor“, führt Jerome Abeler, Geschieden – hierfür bat man den bietsverkaufsleiter und Servicelangjährigen Druckluft-Servicespezialist bei Oltrogge, aus. „Dapartner Oltrogge aus Bielefeld mit besteht kein Restrisiko der um Unterstützung. Verschmutzung des Produkts Die Druckluftspezialisten von Oldurch den Kompressor, wodurch trogge fanden nach genauer Ausdie Qualität der Endprodukte wertung des Bedarfs und der Ansichergestellt wird. Diese Ölforderungen die passende freiheit wurde auch vom TÜV beLösung: Statt erneut einen ölstätigt.“ geschmierten Schraubenkomwww.oltrogge.de

Ölfreie Gebläse für die Wasserwirtschaft Neuen Schraubengebläse der FBS-Serie von Kaeser punkten bei Effizienz und Platzbedarf Mit einem Volumenstrom von 18 bis 72 m³/min und Druckdifferenzen von 0,3 bis 1,1 bar sowie Motorisierungen von 45 bis 110 kW tritt das Schraubengebläse FBS von Kaeser an. Es punktet laut Hersteller vor allem im Bereich der Energieeffizienz, hat aber auch einen geringen Platzbedarf und lässt sich problemlos an die Automatisation anbinden. Die Version SFC des Schraubengebläses ist mit integriertem Frequenzumrichter und Synchron-Reluktanzmotor ausgestattet. Diese Art des Motors vereint laut Hersteller als schlupffreier Motor die Vorteile hocheffizienter Permanentmagnetund robuster servicefreundlicher Asynchron-Motoren. Durch die variable Drehzahl wird der Volumenstrom bedarfsgerecht angepasst und ein Regelbereich von 1:4 erreicht, der sehr dynamisch durchfahren werden kann. Auch die Version STC des Schraubengebläses ist nun effizienter. Sie verfügt über einen energiesparenden IE4-Motor, was ebenfalls den Energieverbrauch und damit die Energiekosten senkt. Beiden Ausführungen gemein ist die Kraftübertragung vom Motor zum Verdichter mit verlust- und wartungsfreiem Getriebe. Im Vergleich zum Vorgängermodell weisen sie laut Hersteller eine um bis zu sieben Prozent verbesserte spezifische Leistung auf.

Trotz der kompakten Abmessungen ist es gelungen, dass die Schraubengebläse ohne Wartungszugang von der Seite auskommen. Deshalb ist es möglich, sie Seite an Seite aufzustellen, was den Platzbedarf besonders bei einer Aufstellung mehrerer Anlagen deutlich verringert. Bild: Kaeser

Die vollständige Maschine erreicht so einen hohen Wirkungsgradbereich. Damit die prognostizierten Leistungswerte in der Realität tatsächlich eintreten, garantiert Kaeser diese im Rahmen der engen Toleranzen der ISO 1217-C/E.

Darüber hinaus verläuft der Wirkungsgrad nach Entwicklerangaben über dem Regelbereich hin gleichmäßig und auch der Volumenstrom ist über den gesamten breiten Regelbereich von Druckschwankungen nahezu unbeeinflusst. Dadurch sind die Gebläse jederzeit von der Leittechnik aus gut ansteuerbar und regelbar. Das trägt ebenfalls zur Ersparnis bei und bedeutet weniger Aufwand bei der steuerungstechnischen Einbindung. Die Schraubengebläse FBS werden startbereit mit kompletter Steuerung und Frequenzumrichter bzw. Stern-DreieckStarter ausgeliefert. Alle Anlagen tragen CE- und EMV-Kennzeichnung und minimieren dadurch Planungs-, Bau-, Zertifizierungs-, Dokumentations- und Inbetriebnahmekosten für Planer, Betreiber und Anlagenbauer. Die Schall- und Pulsationsdämmung sorgt laut Hersteller für einen geräuscharmen Betrieb. www.kaeser.com

Bild: Oltrogge

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FA C I L I T Y M A N A G E M E N T

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Sparpotenziale von Heizungsanlagen nutzen Mit überschaubarem Aufwand die Effizienz vorhandener Anlagen verbessern Die finanzielle Mehrbelastung für die Wärme- und Warmwasserversorgung ist enorm. Neben den Möglichkeiten einer grundlegenden Modernisierung und der Nutzung regenerativer Alternativen sind nun auch Lösungen gefragt, mit denen sich die Effizienz vorhandener und voll funktionstüchtiger Heizungsanlagen schnell verbessern lässt. Dabei reichen die Einsparmöglichkeiten vom hydraulischen Abgleich bis zum optimierten Betrieb von Schichtenspeichern. Das beste Beispiel für ungenutzte Sparpotenziale, die sich unkompliziert und zügig nutzen lassen, ist der hydraulische Abgleich. Er sorgt dafür, dass durch alle Heizkörper die richtige Wassermenge fließen kann. Ebenso finden sich versteckte Verbrauchs- und somit Kostentreiber rund um die Warmwassertechnik und die Speichereinheit. So führt etwa in Schichtenspeichern immer wieder ein ungewolltes Vermischen der Temperaturbereiche dazu, dass der Wärmeerzeuger häufiger als notwendig anspringt und nachheizt. Angesichts der zunehmenden Nutzung von Photovoltaik und Solarthermie als Ergänzung zum Heizsystem ist jedoch ein effizienter Betrieb des Speichers umso wichtiger. Intelligente Systembaugruppen wie WZS 100 von Afriso stellen daher eine Zirkulationsverteilung ohne „Vermischen“ der Temperaturen sicher. Der Installationsaufwand ist überschaubar, der Nutzen für eine effiziente Warmwasserbereitung umso größer. Zu Energieverlusten in Schichtspeichern kommt es häufig, wenn das warme Zirkulationswasser des Rücklaufes durch den unteren, tendenziell kühleren Bereich des Schichtenspeichers geführt wird. Dadurch wird das Speichermedium gleichmäßig durchgewärmt – die wichtige

Mit seinem patentierten, dynamischen Ventileinsatzsystem ermöglicht Vario-DP eine einfache Handhabung.

Schichtung geht verloren ebenso wie die hohe nutzbare Energiedichte in den oberen Pufferschichten. Im ungünstigsten Fall entfällt dadurch der Nutzen einer Solaranlage in der Übergangszeit oder wird stark eingeschränkt. Die Systembaugruppe WZS 100 verhindert dies laut Hersteller jedoch zuverlässig. Neben der Pumpe bildet der

Strömungsteiler das Herzstück der Systembaugruppe. Seine Funktionsweise: Ist das zurückkommende Wasser der Zirkulationsleitung noch warm genug, wird das Wasser direkt und ohne Umwege wieder an den Warmwasserausgang geleitet und ausgegeben. Dies hat den Vorteil, dass das erwärmte Wasser nicht durch die kälteren Schichten im Speicher abgekühlt wird. Abhängig von den Wassertemperaturen an den Eingängen des Mischventils öffnet und schließt der Warmund Kaltwassereingang selbsttätig. Die Systemlösung ist insbesondere in Verbindung mit Solaranlagen und Wärmepumpen interessant, da die Speichertemperatur länger gehalten werden kann. Das System ist gleichfalls geeignet für Hygieneschichtenspeicher und bivalente Brauchwasserspeicher und kommt vorwiegend in Ein- und Zweifamilienhäusern zur Verwendung. Da

Das Mischventil ermöglicht es, auf einfache Weise den Kv-Wert einzustellen und jederzeit zu ändern.

Für eine korrekte Befüllung von Kälteanlagen und Wärmepumpen Die neue Kältemittelwaage Testo 560i mit Ventil und patentiertem Algorithmus ermöglicht laut Hersteller ein einfaches und präsizes Befüllen von Kälteanlagen und Wärmepumpen. Dabei können unterschiedliche Zielparameter vorgegeben werden: Überhitzung, Unterkühlung oder Gewicht des Kältemittels. Einfach das entsprechende Menü in der Testo-Monteurhilfe oder App wählen, Zielwert eingeben und die Waage mit Ventil erledigt vollautomatisch den Rest, so die Beschreibung des Herstellers. Die Vorteile: Zeitersparnis zur Erledigung anderer Aufgaben und fehlerfreie, präzise Befüllung der Anlage. Technisches Herzstück ist eine automatische Bluetooth-Verbindung von Waage und Ventil mit den digitalen Monteurhilfen von Testo (aktuelle Generation Testo 557s/550s/550i und Vorgängerserie Testo 557/550) und/oder mit der testo Smart App für Smartphone oder Tablet. Die Monteurhilfe bzw. die App zeigen dann alle Messwerte auf

einen Blick im bellarisch an. In außerdem alle Dokumentation

Verlauf oder tader App werden Messdaten für und Berichtser-

Die neue drahtlose Kältemittelwaage Testo 560i – eine Kombination aus Waage und intelligentem Ventil – ist für die Befüllung von Kälteanlagen und Wärmepumpen gedacht. Mit ihr sparen Klima- und Kältetechniker wertvolle Zeit. Gleichzeitig wird auch sichergestellt, dass die Anlage exakt mit der vorgegebenen Menge an Kältemittel befüllt ist und dadurch fehlerfrei läuft. Bild: Testo

stellung gespeichert. Die drahtlose Verbindung von Waage und Ventil mit Monteurhilfe und App mit einer Reichweite von bis zu 30 Metern ermöglicht viel Flexibilität, wichtig beispielsweise in beengten Umgebungen. Kompakte Abmessungen, niedriges Gewicht und der praktische Tragegriff zeichnen die Waage aus. Weitere praktische Features laut Hersteller: 3D-Ecken erleichtern die akkurate Positionierung des meist schweren Kältemittelzylinders. Die strukturierte Gummioberfläche sorgt für sicheren Halt des Zylinders und die lange Batterielaufzeit von Waage und Ventil ermöglicht viele Befüllungsvorgänge. Darüber hinaus ist die Waage aufgrund ihrer hohen Robustheit mit Spritzwasser- und Staubschutz auch für den Außeneinsatz geeignet. testo 560i ist im Set mit intelligentem Ventil, Batterien und Umhängetasche verfügbar. Die Funktionalität der vollautomatischen Befüllung ist per App-Update nutzbar. www.testo.com/de-DE/ produkte/kaeltemittelwaage

Intelligente Systembaugruppen wie WZS 100 sorgen für mehr Effizienz in Schichtenspeichern und bei der Warmwasserbereitung. Der nachträgliche Einbau der Baugruppe ist innerhalb eines Tages möglich. Bilder: Afriso

alle sicherheits- und regelungstechnisch relevanten Bauteile bereits integriert sind, kann die Planung der Zirkulationsanbindung vor Ort inklusive Aufmaß komplett entfallen. Auch Installationsfehler, die bisweilen zu einem Vermischen der einzelnen Schichten und dadurch zu einem ineffizienten Betrieb führen, sind in Zukunft ausgeschlossen.

Selbsttätig zu mehr Effizienz Die passende Ergänzung zur Optimierung des Speicherbetriebs stellen moderne Heizungspumpengruppen wie zum Beispiel die Primotherm 180 DN 25 KVS Vario dar. Mit ihren Ausführungen sind sie für zahlreiche Installationsaufgaben geeignet und ermöglichen eine effiziente Wärmeverteilung. Die übersichtliche Skala des 3Wege-Mischventils ermöglicht es, den Kv-Wert (Durchflussmenge in Litern pro Stunde) jederzeit nach Bedarf zwischen 2,5 und 12 m3/h einzustellen – sogar ohne die Anlage zu entleeren. Für die Erstmontage lässt sich der Kv-Wert zudem mit einem handelsüblichen Schlitzschraubendreher an der MischerRückseite einstellen. Dies dient als „Vorabgleich“ des Rohrnetzes: Die Ventilautorität wird verbessert und der folgende hydraulische Abgleich wesentlich vereinfacht. Dank der verbesserten Anlagenhydraulik gehören dann Fließgeräusche und Störungen der Vergangenheit an. Mit beiden Systemen lassen sich eine Vielzahl vorhandener Heizungs- und Warmwasseranlagen optimieren. In der Folge arbeiten auch Solaranlagen in der Über-

gangszeit effizienter und erfordern weniger Energie von anderen Heizsystemen. Die universell für Ein- und Zweifamilienhäuser geeigneten Lösungen sind binnen eines Tages nachrüstbar und später, etwa bei einem Wechsel des Energieträgers oder der Installation einer neuen Heizungsanlage, weiterhin nutzbar und einfach auf zukünftige Anlagenparameter anpassbar. Bei der Erstinstallation einer Solaranlage bietet sich der Einbau noch mehr an, um die Potenziale der erneuerbaren Energieerzeugung so gut wie möglich zu nutzen. Denn je weniger Energie für die Beheizung des Speichers benötigt wird, desto mehr Strom steht zur Speicherung oder Netzeinspeisung zur Verfügung – ein erheblicher Vorteil gerade bei kälteren Temperaturen in der Übergangszeit. Zusätzlich empfiehlt sich der Austausch alter Heizkörperventile gegen voreinstellbare, dynamische Thermostatventile. Eine einfache Handhabung verspricht etwa das System Vario-DP von Afriso mit dem patentierten, dynamischen Ventileinsatz: Einmal am Ventil die Wassermenge einstellen – dann wird der Wert entsprechend im gesamten Gebäude begrenzt. Egal wie viele Thermostatventile in der Anlage geöffnet oder geschlossen sind, sorgt das System für die richtige Wassermenge am jeweiligen Heizkörper. Damit ist ein wesentlicher Schritt zur Einsparung von Heizkosten getan. Durch das Gesamtpaket an Maßnahmen ist eine Senkung des Energieverbrauchs um 20 Prozent und mehr möglich. Autor: Frank Altmann, Afriso www.afriso.de

Jetzt noch die BAFA-Förderung sichern Der erfolgte hydraulische Abgleich ist Voraussetzung dafür, dass Hauseigentümer vom Förderprogramm Heizungsoptimierung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) profitieren können. Zudem sind auch der Tausch von Heizkörperventilen und die Ergänzung um smarte Regelungen für Fußbodenheizungen sowie sämtliche Berechnungen und Auslegungen im Rahmen der Förderprogramme anspruchsberechtigt.


FERTIGUNGSTECHNIK

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Vor elektrostatischer Entladung geschützt In der neuen Elektronikwerkstatt von Allmendinger gelten besondere Anforderungen Allmendinger mit Sitz in Bad Überkingen ist ein Spezialist für CNC-Maschinen sowie SPSSysteme. Zum Service gehören auch Reparaturen und Retrofits für CNC-Maschinen. Hierfür wurden unlängst mehrere Gebäude umstrukturiert und neu eingerichtet. So wurde die ehemalige Maschinenhalle zur Elektronik-Werkstatt umgebaut – mit hellen, funktionellen Arbeitsbereichen. Um hier bei der Arbeit einen vollständigen ESD-Schutz sicherzustellen, entschied sich das Unternehmen für Fertigungsinseln und Arbeitsbuchten von Krieg. Das am Fuß der Schwäbischen Alb ansässige Familienunternehmen Allmendinger Elektromechanik KG bietet seit mehr als 25 Jahren Reparaturen, Ersatzteillieferungen, einen eigenen VorOrt-Service sowie Retrofits für CNC-Maschinen an. Die Entwicklung ist beeindruckend: Gegründet als Ein-Mann-Betrieb im Keller eines Wohnhauses, beschäftigt die Firma heute rund 180 Mitarbeiter. „Wir reparieren alles, was in einer CNC-Maschine zu finden ist. In unserer Abteilung sind das hauptsächlich Antriebsmodule und Steuerungen für Dreh- und Werkzeugmaschinen“, verdeutlicht Jürgen Schunn, Abteilungsleiter der Leistungselektronik bei Allmendinger. Um lange Ausfallzeiten bei den Kunden zu vermeiden, lagern stets rund 40.000 verschiedene elektronische und mechanische Ersatzteile von Herstellern wie Siemens, Bosch, Indramat, Fanuc und Heidenhain auf rund 50.000 Quadratmetern Lagerfläche. Neben der Verfügbarkeit ist Qualität ein entscheidender Erfolgsfaktor des Unternehmens. „Unser Ziel ist es, unseren Kunden stets eine gleichbleibend hohe Qualität der Reparaturen zu bieten. Um dies zu gewährleisten, verfügen wir über hoch qualifizierte Mitarbeiter und modernstes Equipment. So besitzen wir beispielsweise ein eigenes Röntgenlabor, über 100 Prüfstände und drei separate Testräume für die Durchführung der Dauertests“, erklärt Schunn. Im Zuge des starken Expansionskurses wurden in den vergangenen zwei Jahren vielfältige bauliche Veränderungen vorgenommen. Neue Gebäude wurden zugekauft, Abteilungen verlegt und vergrößert. Auch die ehemalige

Maschinenhalle wurde umfunktioniert: Durch den Einzug einer Zwischendecke entstanden sowohl im Erdgeschoss als auch im ersten Stock neue Flächen. Dort wo einst große mechanische Teile instand gesetzt wurden, hielt jetzt die neue Elektronikwerkstatt Einzug. An den zehn großzügigen Arbeitsinseln in U-Anordnung entstanden insgesamt 40 neue Elektronikarbeitsplätze. Zur Bearbeitung großer Baugruppen, deren Handling zum Teil den Einsatz eines Gabelstaplers notwendig macht, wurden im Erdgeschoss zwei große ausladende Arbeitsbuchten eingerichtet. „Die Aufgaben in unserer Abteilung sind vielfältig: Wir kümmern uns um Leistungselektronik in der Größe eines Kleiderschrankes bis hin zu filigraneren Arbeiten an Platinen auf Bauteilebene“, so Schunn. Für die tägliche Arbeit sind Löttechnik, Lupen und Mikroskope genauso erforderlich wie ein Röntgengerät und eine ReworkStation für elektronische Bauteile. „Wir haben von Beginn an die Ausstattung von Krieg benutzt. Das war schon so, als es anfangs gerade einmal fünf Arbeitsplätze gab. Mittlerweile haben wir mehr als 100 Plätze mit dessen System ausgestattet.“ Bei der Ausstattung nach dem Umbau ging es darum, ein einheitliches System einzurichten, das flexibel aufzustellen ist. Die hellgrauen Betriebsmöbel, bestehend aus Grund- und Anbautischen, sollten variabel einsetzbar sein. Dies ermöglicht eine maximale Raumausnutzung. Schunn dazu: „Wir wollen alles so aufbauen, wie wir es gerade brauchen – also keine fix geschweißten Tischgestelle im Standardmaß verwenden.“

SPS-Steuerungen, Servo- und Spindelantriebe, Motoren, Antriebs- und Steuerungstechnik, Versorgungsmodule, Längenmesssysteme, Winkelmesssysteme sowie Displays und Ersatzmonitore: Die Experten von Allmendinger bieten Reparaturen, Ersatzteile und Service sowohl für aktuelle als auch für bereits vom Hersteller abgekündigte Altsysteme. Bilder: Krieg

Da Allmendinger die Produkte aus dem Hause Krieg bereits von vorherigen Ausstattungsprojekten kannte, wurden die Arbeitsplätze zügig zusammengestellt. „Der Kunde hatte konkrete Vorstellungen davon, was benötigt wird und wusste genau, wie er es haben möchte. Ich konnte vor Ort bei den Detaillösungen beratend mitwirken. Insgesamt war es ein reibungsloses Projekt für alle Beteiligten“, freut sich Frank Ockert, Gebietsverkaufsleiter bei Krieg. Primäres Ziel war es, fließende Arbeitsschritte in strukturierten Bahnen zu schaffen – mit einer Möblierung, die sich ins Gesamtbild einfügt. Um ausreichend Licht an den großzügig gestalteten Arbeitsplätzen zu generieren, wurde die komplette Beleuchtung mit Tageslicht-LED-Lampen realisiert. Eine weitere Maßnahme beschreibt Schunn: „Wir haben die Tischaufbauten begrenzt. Einerseits um möglichst viel Tageslicht zu empfangen und andererseits, um den Arbeitstisch optimal in seiner Fläche nutzen zu können.“ „Bei Allmendinger wurden auf 1.200 Quadratmetern neue, konzeptionelle Arbeitsplätze geschaffen. Der Vorteil ist, dass man auch auf engstem Raum viel Arbeitsfläche gewinnt und dies ein einheitliches Erscheinungsbild ergibt. Das System ist also funktionell und optisch ansprechend“, fasst Ockert die Vorteile zusammen. Eine besonders relevante Anforderung an die Werkbänke bestand und besteht darin, die sensible Elektronik während des Arbeitsprozesses vor Schäden zu schützen. Daher wurden die Arbeitsplätze mit vollständigem ESD-Schutz ausgestattet. Krieg bietet hierfür ein spezielles Feature in Form der ElectroStatic-Discharge-Ausstattung. Ockert erklärt: „Gerade im Fertigungsund Reparaturbetrieb von empfindlichen Bauteilen und Materialien braucht es einen wirkungsvollen Schutz vor elektrischen Auf- und Entladungen sowie vor Spannungsdurchschlägen.“ Schließlich sind in einigen Betrieben, die mit elektronischen Bauteilen arbeiten, elektrostatische Entladungen für etwa 25 Prozent aller defekten Komponenten verantwortlich. Deshalb bieten die Tischplatten aus einem leitfähigen Material, wie auch bei Allmendinger verwendet, hier einen erfolgreichen Schutz. Die eingesetzten Produkte verhindern gemäß DIN EN 61340-5-1 elektrostatische Ladevorgänge. www.allmendinger.eu www.krieg-online.de

Ein wirkungsvoller Schutz vor elektrischen Auf- und Entladungen sowie vor Spannungsdurchschlägen wurde in der neu eingerichteten Werkstatt mitberücksichtigt.

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Fortsetzung von Seite 1 Dadurch arbeiten diese Standorte agiler und effizienter. Beim Beispiel Höchstadt bedeutet das konkret vollautomatisierte Roboterlinien und 50 Bearbeitungsmaschinen, die digital miteinander verknüpft sind. Für die Mitarbeitenden stehen zudem in allen Bereichen vielfältige digitale Werkzeuge zur Verfügung. Dazu gehören neben Standard-Kollaborationsplattformen wie Microsoft Teams auch Augmented- und Virtual-RealityLösungen, die für die globale Zusammenarbeit und Schulungszwecke eingesetzt werden.

Pandemie sorgt für Digitalierungsschub „Diese Digital Workplaces sind nicht erst seit der CoronaPandemie ein wichtiges Thema für Schaeffler. Ihre Bedeutung hat dadurch aber sicher noch weiter Fahrt aufgenommen“, betont in diesem Zusammenhang Marc Votteler, Leiter IT & Digitalization und CIO der Schaeffler Gruppe. Auch für externe Kunden bietet Schaeffler inzwischen ein breites

FERTIGUNGSTECHNIK Produktportfolio mit digitalen Lösungen und Services an, wie zum Beispiel Optime C1, eine IoTLösung für die Nachschmierung von Wälzlagern, die auf intelligente, automatische Schmierstoffgeber setzt. Das System stellt in Verbindung mit der OptimeApp sicher, dass Fehlschmierungen durch zu viel oder zu wenig Schmierstoff, durch den falschen Schmierstoff, Verschmutzungen, verstopfte Zuleitungen zum Lager oder leere Schmierstoffgeber vermieden werden. Technisch umgesetzt wird dies mit dem automatischen Schmierstoffgeber Concept 1 von Schaeffler. An diesen wird das Optime C1 geschraubt, das über eine austauschbare Batterie mit der notwendigen Energie versorgt wird. Das C1 enthält unter anderem einen Kommunikationsbaustein und den Temperatursensor. Zur Gesamtlösung zählen aber auch ein Gateway und die Optime-App. Die Installation der Komponenten pro Schmierstelle sowie die Konfiguration in der App dauern weniger als zwei Minuten, verspricht der Anbieter.

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Die Lösung nutzt hierfür Near Field Communication (NFC), einen internationalen Übertragungsstandard zum drahtlosen Austausch von Daten über kurze Distanzen (10 bis 20 Zentimeter). Auf diese Weise ist es möglich, Dutzende von Schmierstellen an Pumpen, Lüftern, Kompressoren, Aggregaten, Förderantrieben etc. in kürzester Zeit mit der Lösung auszustatten und diese entsprechend zu konfigurieren.

Lösungen auch für Instandhalter So hat das Instandhaltungspersonal entweder über die OptimeApp, das webbasierte Dashboard oder über ein eigenes Softwaretool jederzeit einen Überblick über die Schmierstoffgeber. Es sieht auf diese Weise beispielsweise sofort die Schmierstoffgeber mit einem kritischen Füllstand, erkennt jene mit einer Störung in der Schmierversorgung und kann – dank des integrierten Temperaturgebers – aber auch die Schmierstellen ermitteln, die eine erhöhte Temperatur aufweisen.

Ein weiteres Beispiel, wie die Digitalisierung auch die Welt der Instandhaltung verändert, ist die Condition-MonitoringLösung Optime C1. Sie unterstützt bei der Aufgabe, Hunderte von Maschinen zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Schmierstoffmenge zu versorgen.

Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang auch die Zustandsüberwachungssysteme der Schaeffler Digital Solutions GmbH, die nach Entwicklerangaben mittels einer hohen Kompatibilität

mit vorhandenen Systemen, Sensoren und Steuerungen eine große Bandbreite an Daten an verschiedensten Maschinen abfragen und verarbeiten können. www.schaeffler.de


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Winkelschleifer sind hier mittlerweile tabu Dach- und Fassadenbauer setzt stattdessen auf kabellose Nibbler und Scheren Die optischen Anforderungen an Blechverkleidungen von Hotelbetrieben mögen sich gegenüber jenen an Gewerbe- und Industriebauten unterscheiden, die Erwartungen an Qualität sowie der Zeit- und Kostendruck sind aber überall gleich hoch. Für die Lerchenmüller GmbH, Dietmannsried, ist das in der Regel kein Problem. Denn die Mitarbeiter des Spenglerbetriebs verfügen über jahrzehntelange Erfahrung – und sie arbeiten ausschließlich mit hochwertigen Werkzeugen. triebswirtschaftliches Know-how wenden wir diverse Maschinen wie in seine Arbeit als Prokurist bei etwa sogenannte Doppelbieger. Lerchenmüller ein. Entsprechend Dann erledigen wir einen größeren zielgerichtet können er und seine Anteil der Wertschöpfung in der Mitarbeiter Kunden beraten. Werkstatt. Ansonsten ist unser Aufgrund seiner langjährigen ErHauptarbeitsplatz die Baustelle.“ fahrung weiß Stadler, worauf es Dort zeichnen die Facharbeiter Alexander Stadler, Prokurist bei Lerchenmüller, betont: „Mit den Akku-Scheren und -Nibblern von ankommt und was sich verändert von Alexander Stadler mit Bleistift Trumpf sind wir für verschiedenste Trennaufgaben bestens gerüstet.“ hat. „Früher gab es weder so viele entsprechende Breiten, Längen sodie Akku-Nibbler Trutool die Tatsache, dass sich mit AkkuVorschriften noch so viele wie notwendige runde und eckige Werkzeugen auch bei Regen proVarianten, wie man mit Paneelen Öffnungen für Wandanschlüsse, PN200/201. Mit den rund eineinhalb Kilogramm schweren Schlitzblemlos arbeiten lässt. Netzund Blechen die Fassaden und Klimaanlagen, Lichtschächte und scheren erledigen die Blechprofis gebundene Geräte seien dahinDächer von Gebäuden gestalten andere Auslässe an und schneiden vor allem Längsschnitte an Profilgehend zwar nicht gefährlich, aber kann“, erklärt er und fährt fort: sie dann auf Sicht aus. Dabei sind blechen. Sie ermöglichen eine nicht sehr zuverlässig, denn an Dafür kann es heute richtig teuer Werkzeuge gefragt, die Funkenjeder Strom-Verbindung kann es werden, wenn man Vorarbeiten flug hundertprozentig vermeiden. hohe Arbeitsgeschwindigkeit von fünf bis neun Metern pro Minute bei starker Nässe Kurzschlüsse vergisst oder falsch ausführt.“ Winkelschleifer sind also tabu. und trennen verwindungsfrei. geben, die die Sicherung auslösen. Möglichkeiten für Fehler gibt es „Ich kann mich tatsächlich nicht Dank des Li-Ion-Akkus ist das Ka- „Unsere Akku-Geräte von Trumpf laut dem Prokuristen viele. Er mehr erinnern, wann ein Mitbelziehen seit fast 15 Jahren Gefunktionieren immer. Wenn wir sie nennt ein Beispiel:„Oft müssen Zuarbeiter von mir zuletzt mit einem schichte. Das ist schon eine exablegen, decken wir sie lediglich behörteile – wie HTU-Schienen Winkelschleifer an Isopaneelen mit einer Folie zu, dann sind sie oder Attikastiele – direkt in die Beund Profilblechen gearbeitet hat. treme Erleichterung, erzählt Vorarbeiter Franco Fischer: „Wir stets wieder einsatzbereit“, erzählt tonfertigteile eingegossen werden. In unserem Bereich darf das heute können überall arbeiten – am Boder Vorabeiter. Daran befestigen wir später Bleche eigentlich niemand mehr verwenoder Paneele. Gibt der Bauleiter Ebenfalls mit einem Li-Ion-Akku dies nicht in Auftrag, ist der Aufausgestattet, hat der Profilnibbler wand für die Befestigung ungleich Trutool PN 200/201 in dieser Hinhöher und die Baukosten steigen.“ sicht die gleichen Vorteile. Die UnDas zu verhindern und zuverlässig terschiede liegen in der gänzlich anderen Technologie. So ist die Armit bestem Kosten-Nutzen-Verbeitsgeschwindigkeit des Nibblers hältnis zu arbeiten, hat sich die mit knapp zwei Metern pro Minute Firma Lerchenmüller zur Bedeutlich geringer. Er zeichnet sich stimmung gemacht. dafür durch hohe Flexibilität aus, Mit 35 Mitarbeitern hat sich der nicht zuletzt, weil er als Set mit Oberallgäuer Betrieb inzwischen in zwei unterschiedlich langen Werkmehreren Sparten einen guten Ruf zeugen geliefert wird. erworben. Aufträge aus der InDie lange Variante spielt ihre Vordustrie nehmen ebenso zu wie aus der Hotelbranche. Darüber hinaus teile vor allem bei Trapezblechen gehören diverse Immobiliengesellmit Profiltiefen bis 162 Millimeter Extra fürs Foto kommt der Profilnibbler PN 200/201 mit langem Werkzeug zum Einsatz. Ein Fachschaften zu den regelmäßigen aus. Die kurze eignet sich zum Abarbeiter schneidet damit eine eckige Öffnung aus dem Profilblech; aber für diese Profiltiefe reicht Kunden. Zuverlässigkeit, Terminlängen von C-, L- und U-Profilen normalerweise das kurze Werkzeug. treue und höchste Qualität zählen sowie für das Trennen von Wellden“, bekräftigt Stadler: „Denn die den oder auf dem Dach – und sind hier zu den wichtigsten Kriterien. und Trapezblechen mit Profiltiefen glühend heißen Späne beschädiauf keine zentrale StromverSo auch bei einem aktuellen Probis 85 Millimeter. gen die Oberflächen der Bleche. sorgung angewiesen. Das spart jekt, das Lerchenmüller im Auftrag Ein weiterer Vorteil: Der PN 200 Verzinktes Material bekäme potenZeit und macht uns produktiv.“ eines Allgäuer Bauunternehmens schafft selbst kleinste Radien mit zielle Roststellen, und Edelstähle Mit einem 2-Ah-Akku ausgestattet, 50 Millimetern. Dementsprechend erledigt. An einem Gebäude mit schneidet das Trutool C160 bis zu würden unansehnlich.“ lassen sich Ausschnitte jeglicher 2.300 Quadratmeter Grundfläche 70 Meter Baustahlblech mit 0,8 Art einfach und schnell erledigen – und zehn Meter Höhe gilt es, die Statt Winkelschleifer setzen die Millimeter Dicke. Dank Li-Ion-TechDacheindeckung mit TrapezblechMitarbeiter von Lerchenmüller ob rund oder eckig. nologie schafft die Schlitzschere tragschalen, die Dachabdichtung daher Scheren und Nibbler von Nach Kundenvorgaben angezeichdas ohne Leistungsverlust. Als vorTrumpf ein, nämlich die Akkunet, bohren die Arbeiter von Alesowie Fassadenarbeiten mit Isoteilhaft bezeichnet Fischer zudem paneelen auszuführen. Dabei müsSchlitzscheren Trutool C160 und xander Stadler vorab ein Startloch, sen unter anderem die Dichtheit setzen dort den Trumpf Nibbler an, gegen Wasser und Luft gewährleisund los geht‘s. Mit freier Sicht auf tet und alle Vorgaben der Fachdie Arbeitsfläche führen die Blechplaner eingehalten werden. profis die vorgezeichneten TrennDa die Blechprofis von Lerchenschnitte präzise aus. Hilfreich ist dabei, dass sich der müller schon früh in die Planungsphase eingebunden waren, steht Werkzeugträger in jeweils 45das Material in Art und Dicke beGrad-Stufen um 360 Grad drehen reits seit einiger Zeit fest und wird lässt, wodurch die Schneidrichbedarfsgerecht zur Baustelle gelietung in jeder Situation frei gewählt werden kann. Einige Akku-Scheren fert. Während die Paneele großteils und -Nibbler sind bereits seit viebereits verbaut sind, steht parallel dazu die Dacheindeckung an. len Jahren bei Lerchenmüller im Einsatz und sie laufen wie am erDie grobe Vorkonfiguration – wie sten Tag. das Ablängen der Coils – erledigen Lediglich Verschleißteile wie MesKollegen in der Werkstatt von ser, Stempel und Matrize sind in Lerchenmüller. Das exakte Angewissen Abständen auszutaupassen erfolgt laut Alexander schen. Dies zu erledigen, dauert Stadler primär auf der Baustelle. Vorarbeiter Franco Fischer will kabellose WerkFür Längsschnitte in Dünnblech setzt Mitdank eines Schnellverschlusses Einzig: „Wenn wir für Kunden zeuge nicht mehr missen: „Dank des Akkus arbeiter Radomir Krivokuca am liebsten die weniger als eine halbe Minute. individuelle Fassaden aus Blech sind wir auf keine zentrale Stromversorgung Akku-Schlitzscheren Trutool C160 ein. Mit ihr Autor: Peter Klingauf anfertigen, die einen hohen angewiesen und können überall arbeiten – am schafft er eine Arbeitsgeschwindigkeit von bis www.trumpf.com optischen Anspruch haben, verBoden oder auf dem Dach.“ zu neun Metern pro Minute.

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Alexander Stadler liebt das Arbeiten mit Blech. Er ist bereits seit über 35 Jahren im Dach- und Fassadenbau tätig, bringt als gelernter Kaufmann aber auch be-

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Auswahl und Arbeitssicherheit bei Werkzeugen Tipps zu Schleif- und Bohrmaschinen, Schlagschraubern und Drehmomentschlüsseln In seiner Expert-Corner gibt Chicago Pneumatic online Tipps zur Handhabung von Bohr- und Schleifmaschinen, Drehmomentschlüsseln, Schlagschraubern sowie zu Druckluftinstallationen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Themenfeld der Metallbearbeitung, insbesondere der Arbeitssicherheit im Umgang mit den Werkzeugen. Aber auch zur richtigen Werkzeugauswahl geben die Experten wertvolle Hinweise, die es lohnen, beachtet zu werden. Viel Wissenswertes über industrielle (Druckluft-)Werkzeuge finden Interessierte in der ExpertCorner von Chicago Pneumatic im Internet. Das Angebot reicht von A wie Anwendungstipps und Arbeitssicherheit über B wie BestPractise-Lösungen bis zu W wie der richtigen Werkzeugauswahl und Z wie die Wahl des geeigneten Zubehörs. Die Tipps erstrecken sich auf die Handhabung von Bohr- und Schleifmaschinen, Schlagschraubern und Drehmomentschlüsseln

Dieser Hinweis gewinnt an Bedeutung angesichts der zunehmenden Konkurrenz alternativer Werkstoffe zu herkömmlichem Stahl in der Metallindustrie. Denn die „neuen“ Werkstoffe bieten den Herstellern – vor allem wegen oft besserer Eigenschaften des Endprodukts – viele Vorteile. Sie stellen an die Fertigungsprozesse jedoch höhere Ansprüche. In der ExpertCorner reißt Chicago Pneumatic einige Herausforderungen an, die mit der Arbeit an Stahl,

Einigen Anwendern scheint die Bedeutung des richtigen Anzugsmoments nicht bewußt zu sein. Worauf man hierbei, beispielsweise in Bezug auf das verwendete Werkzeug achten sollte, erklären die Inhalte in der Expert-Corner. Bilder: Chicago Pneumatic

sowie die Installation von Druckluft-Leitungssystemen. Zu einigen Themen bieten die Experten auch kurze Videos an, zu anderen können sich die Besucher der Website zusätzlich ausführlichere Whitepapers oder technische Leitfäden herunterladen.

Bearbeitung von Aluminium Wie dies in der Praxis aussieht, zeigen ein paar Beispiele: Aluminium lässt sich im Prinzip sehr gut bearbeiten. Auch stellen die meisten Tätigkeiten, wie Gussputzen, Oberflächenvorbereitung oder Finishing, keine speziellen Anforderungen an die eingesetzten Werkzeuge. Trotzdem sollten Werker im Umgang mit Aluminium einige Punkte beachten, um effizient und sicher zu arbeiten, betonen die Experten von Chicago Pneumatic. Dazu zählen etwa Vorsichtsmaßnahmen gegen die Überhitzung des Werkstoffs durch zu starken Andruck der Schleifmaschine, die Wahl des richtigen Schleifmittels oder die ausreichende Belüftung des Arbeitsplatzes. In einem weiteren Expert-CornerArtikel macht Chicago Pneumatic darauf aufmerksam, dass die Art des Werkstoffs durchaus einen Einfluss auf die Auswahl des Werkzeugs hat oder haben sollte.

Stahllegierungen, Edelstahl und Aluminium verbunden sind. Unter anderem erklären die Fachleute, welchen Einfluss das richtige Werkzeug auf die Qualität der Materialbearbeitung hat. Denn die verschiedenen Werkstoffe verhalten sich beim Schleifen und Trennen aufgrund ihrer jeweils spezifischen mechanischen und thermischen Eigenschaften unterschiedlich – und erfordern unterschiedliche Werkzeuge.

Beispiele sind in der Oberflächenvorbereitung, beim Glätten von Schweißnähten oder im Finishing zu finden. Chicago Pneumatic rät daher in seinem Expert-CornerBeitrag: Bevor ein neuer Werkstoff bearbeitet wird, sollte das Augenmerk immer auch auf das richtige Werkzeug gerichtet werden.

Metallbearbeitung mit Schleifscheiben Ein Beispiel, das den Fokus auf die Arbeitssicherheit legt, ist die Bearbeitung von Metallen mit Schleifscheiben. Zum Einsatz kommen diese mit leistungsstarken Schleifmaschinen beispielsweise in Gießereien, Werften und im Schwermaschinenbau. Wer nicht aufpasst, riskiert aber eine Überlastung der Schleifscheibe, wodurch diese bersten kann. Verletzungen des Bedieners – mit schlimmstenfalls tödlichem Ausgang – können die Folge sein. Verfügt die eingesetzte Schleifmaschine über eine Drehzahlbegrenzung, so sinkt das Risiko einer unbeabsichtigten Überlastung der Schleifscheibe erheblich.

Das richtige Drehmoment Wie ein solcher Drehzahlbegrenzer genau funktioniert, auch das finden Interessierte online in der genannten Expert-Corner. Neben dem Schwerpunkt „Materialbearbeitung/Schleifen/Bohren“ gibt es hier zudem auch mehrere Artikel zur Arbeit mit Schlagschraubern und Drehmomentschlüsseln. Denn der Werkzeuganbieter hat festgestellt, dass die

Zu einigen Themen stellt Chicago Pneumatic online auch kurze Experten-Videos zur Verfügung. In einem Video wird beispielsweise erklärt, wie der automatische Überlastschutz einer Schleifmaschine funktioniert.

Bedeutung des richtigen Drehmoments beim Anziehen – beispielsweise von Radmuttern – oft vernachlässigt wird. Dabei lässt sich das exakte Anzugsmoment auf verschiedenen Wegen und mit unterschiedlichen Werkzeugen erreichen – zum Beispiel mit einem klassischen Schlagschrauber in der niedrigsten Einstellung (das Drehmoment des Geräts darf das erforderliche Anzugsmoment nicht überschreiten) oder mit einem Schlagschrauber mit Drehmomentbegrenzung, der verhindert, dass das erforderliche Anzugsmoment überschritten wird. Zum Schluss sollten die Radmuttern mit einem Drehmomentschlüssel nachgezogen werden, um das richtige Anzugsmoment zu gewährleisten. Worauf genau zu achten ist, auch das finden Interessierte online in der ExpertCorner. www.cp.com

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Elektrolyseure brauchen spezielle Dichtungen Freudenberg profitiert beim Wasserstoff von seinem Know-how bei Brennstoffzellen Die Dichtungsexperten von Freudenberg sind Spezialisten bei der Herstellung von Elastomerdichtungen, die in einem vierstufigen Prozess auf Verbund- und Metallelektrolyseur-Stapelplatten umspritzt werden. Diese Platten werden verwendet, um die Zellen in einer Stapelbaugruppe zu trennen. Ein entscheidender Bestandteil der Platten sind Dichtungen, die verhindern, dass Gas in andere Teile des Elektrolyseurs austritt. Das Unternehmen verwendet dafür eine Vielzahl firmeneigener Dichtwerkstoffe auf Kautschukbasis wie beispielsweise EPDM und FKM. Für den größten Teil des heute erzeugten Wasserstoffs ist die Nutzung fossiler Brennstoffe notwendig. Doch das soll und wird sich ändern, und zwar mit der Elektrolyse. Sie ist die einzig mögliche Option zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Das Verfahren nutzt Strom, um Wassermoleküle durch ein Elektrolysesystem in Sauerstoff- und Wasserstoffgasionen zu spalten. Die Wasserstoffionen lassen sich als Wasserstoff-Brennstoff verwenden oder wieder mit Sauerstoff zu Knallgas verbinden, das unter anderem beim industriellen Schweißen genutzt wird. „Angesichts der ehrgeizigen Emissionsziele der Industrie wird sich der durch die Elektrolyse erzeugte grüne Wasserstoff in den kommenden Jahren vervielfachen, wobei die große Transformation im Jahr 2025 beginnt und dann weiter Fahrt aufnimmt“, ist Artur Mähne, globaler Segmentleiter

Hydrogen Technologies bei Freudenberg Sealing Technologies, überzeugt. „Viele Unternehmen arbeiten derzeit an der Herstellung von Elektrolyseuren, dem Kern der grünen Wasserstoffproduktion. Neben etablierten Firmen sehen wir viele neue Firmen, die in den Markt drängen“, ergänzt er. „Da die verarbeitende Industrie Fortschritte bei der Massenproduktion von umweltfreundlichem Wasserstoff macht, ist es unser ehrgeiziges Ziel, die Nachfrage nach Hochleistungs-Elektrolyseurdichtungen bis 2023 und darüber hinaus zu decken“, erklärt in diesem Zusammenhang Robert Lidster, Technical Director, Gaskets Division bei Freudenberg Sealing Technologies. Er führt weiter aus: „Seit Jahren dichten wir erfolgreich Brennstoffzellensysteme ab. Diese arbeiten zwar nicht unter den extremen Druck- und Temperatur-

bedingungen, die in Elektrolyseuren mit hoher Dichte herrschen. Jedoch haben wir uns so ein umfassendes Wissen darüber angeeignet, was erforderlich ist, um diese aggressiven Umgebungen über eine sehr lange Lebensdauer abzudichten. Unsere Elektrolyseur-Kunden profitieren von dieser Kompetenz.“ Zwar versprechen Elektrolyseure saubere Energie, doch sind sie in technischer Hinsicht eine Herausforderung – beispielsweise durch die Notwendigkeit, die Leistungsdichte der Stapel zu erhöhen und gleichzeitig die Komplexität und Größe des Systems zu reduzieren. Hier helfen speziell entwickelte Dichtungslösungen von Freudenberg. Das genannte Unternehmen arbeitet derzeit beispielsweise an dichtungsintegrierten Elektrolyseurplatten für Polymerelektro-

Zur Optimierung der Dichtfunktion hat Freudenberg u.a. werkstoffspezifische Bindemittel entwickelt, die zwischen Dichtungs- und Plattenwerkstoffen aufgebracht werden. Umfangreiche Werkstoffprüfungen sowie fortschrittliche Spritzgusstechniken ermöglichen es dem Unternehmen nach eigenen Angaben, qualitativ hochwertige Elektrolyseur-Dichtplattenmodule zu fertigen, die sich einfach zu den Produktionsstätten der Kunden transportieren und dort installieren lassen.

lytmembrane (PEM), Anionen Exchange Membrane (AEM) und Alkali-Elektrolyseure (AEL). Aufgrund der unterschiedlichen Elektrolytwerkstoffe, die in den Systemen zum Einsatz kommen – PEM-Systeme nutzen eine Festelektrolytmembran aus Perfluorsulfonsäure-Polymer (PFSA) und AEL-Systeme eine flüssige Elektrolytlösung wie Kaliumhydroxid oder Natriumhydroxid und Wasser – arbeiten die Fachbereiche eng mit den Kunden zusammen, um Dichtungswerkstoffe und Bindestoffe für eine optimale Leistung in verschiedenen Elektrolyseursystemen anzupassen.

Die Ingenieure berücksichtigen nicht nur Leistungsmessgrößen wie Druck und Temperatur – auch Korrosionsbeständigkeit, Stabilität, Werkstoffabbau und Permeabilität sind auf die unterschiedlichen Elektrolyseurumgebungen angepasst. Hier kommt wieder die Brennstoffzellen-Kompetenz des Dichtungsherstellers ins Spiel, dank derer sie Leistungs- und Verträglichkeitsprüfungen von Werkstoffen und der Wasserstoffumgebung in diesen kleineren Systemen durchführen können. www.fst.com www.freudenberg.com

Spelsberg führt WKE-Produktfinder auf seiner Website ein

Freudenberg Sealing Technologies nutzt sein Brennstoffzellen-Know-how, wenn es um die Produktion von speziellen Dichtungen für Elektrolyseure geht. Bilder: Freudenberg

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Die Kabelabzweig- und Verbindungskästen WKE gewährleisten nach Aussage des Herstellers Spelsberg den Erhalt von relevanten Sicherheitssystemen wie der Notbeleuchtung – und das auch unter härtesten Bedingungen, indem sie im Brandfall die elektrische Versorgung unterbrechungsfrei sicherstellen. Möglich wird dies dank der Verwendung von hitze- und feuerbeständigen Werkstoffen und Komponenten. Dadurch halten die Produkte nach Entwicklerangaben je nach Ausführung zwischen 30 und 90 Minuten Feuer und Hitze stand

und verschaffen so beispielsweise wertvolle Zeit für die Evakuierung. Die Serie WKE 2-6 von Spelsberg umfasst Lösungen für verschiedenste Anwendungsfälle. Umso wichtiger ist es, eine auf die Anforderungen zugeschnittene Auswahl zu treffen. Das gelingt mit dem neuen Produktfinder im Webauftritt von Spelsberg. Um eine passende Empfehlung zu erhalten, sind nur wenige Angaben nötig. Zunächst kann der Nutzer entscheiden, für welchen Einsatzbereich die Kästen geeignet sein sollen und zwischen den Optionen „Kommunikations-

leistungen“, „Verbinden und Abzweigen“ oder „abgesicherter Abzweig“ wählen. Im Anschluss daran fragt das Tool die erforderliche Funktionserhaltklasse ab. Details wie die Angabe von Leiterquerschnitten oder die benötigte Anzahl an Polen im Durchgang lassen sich per Schieberegler einstellen. Sind alle Angaben gemacht, zeigt der Produktfinder eine individuelle Auswahl an Kabelabzweig- und Verbindungskästen an, die diesen Vorgaben entsprechen. www.spelsberg.de/loesungen/ wke-produktfinder/

Neue Schlauchverschraubung mit integrierter Kabeldichtung Ob im Schaltschrank- oder im Steuerungsbau, bei Maschinen, Anlagen oder bei der Elektroinstallation, überall müssen Kabel und Leitungen vor Fremdeinwirkung unterschiedlichster Art geschützt werden. Dementsprechend wichtig ist auch die „letzte Meile“ am Wellrohr-Schlauch: die Verschraubung. Die Gogacon PA-K1 von Gogatec eignet sich als Schlauchverschraubung durch ihre normgerechte, einfache und schnelle Einhandmontage auf unterschiedlichen Wellrohrprofilen. Das Wellrohr lässt sich in der Verschraubung drehen, die über hohe Auszugskräfte verfügt. Dabei können auch mehrere Verschraubungen eng aneinander

Die Schlauchverschraubung eignet sich für die normgerechte, einfache und schnelle Einhandmontage. Sie gibt es auch mit UL-Zulassung. Bild: Gogatec

platziert werden. Ein einfacher Öffnungsmechanismus ermöglicht das Lösen des Schlauches mittels eines mitgelieferten Sicherheitsöffners. In der einfachen Version ist die PA-K1 in den Typen M16 bis M32 oder PG für Schlauch-Nennweiten von 10 Millimeter bis 29 Millimeter und einem Klemmbereich von 4 Milli-

meter bis 25 Millimeter lieferbar. Die Versionen mit UL-Zulassung reichen von M16 bis M50 oder PG für Schlauch-Nennweiten von 10 Millimeter bis 36 Millimeter und einem Klemmbereich von 4 Millimeter bis 36 Millimeter. Die Schlauchverschraubung erreicht die Schutzart IP68 (mit Dichteinsatz in der UL-Version) sowie die Brandklasse V0 nach UL94 und kann in einem Betriebstemperaturbereich zwischen minus 25 Grad Celsius und plus 100 Grad Celsius – bei der UL-Version von minus 40 Grad Celsius bis 105 Grad Celsius – eingesetzt werden. Sie eignet sich laut Hersteller für den Einsatz in vielen industriellen Anwendungen. www.gogatec.com



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Windkraftanlagen folieren statt lackieren Korrosionsschutzfolie erweist sich als effektives Mittel gegen Bolzenkorrosion In einem Windpark in der Nähe von Hannover waren vor Kurzem Reparaturarbeiten an zwei Türmen notwendig. Starke Korrosion an den Flanschbereichen und Schweißnähten hatten die Experten von WP Energy auf den Plan gerufen: Sie applizierten rund 45 Quadratmeter der Schutzfolie Renolit CP und erneuerten so den gesetzlich erforderlichen Korrosionsschutz für Windkraftanlagen. Die nach ISO 12944-9 CX zertifizierte Folie bietet einen Korrosionsschutz von 10 Jahren. Windkraftanlagen werden regelmäßig inspiziert und auf ihre Sicherheit überprüft – spätestens alle vier Jahre. Die empfindlichen Flanschbereiche sind dabei oftmals die Achillesferse der Stahltürme, da an Schweißnähten und insbesondere an den Bolzen ein Wassereintritt in den Turm möglich ist; ein Nährboden für Korrosion. Je besser die Flanschbereiche also geschützt sind, desto besser der Korrosionsschutz. Zwar sind alle Türme ab Werk mit einer schützenden Lackschicht versehen, sobald jedoch Abplatzungen oder auch nur leichte Schäden auftreten – etwa durch Witterung oder Stöße von Werkzeugen der Techniker –, ist der Aufwand, diese Schäden mit erneuter Lackierung zu versiegeln, vergleichsweise sehr hoch. Das Beschichtungsverfahren mit Renolit CP erfordert dagegen nur wenige Arbeitsschritte: Nachdem die Oberfläche gereinigt und der Primer aufgetragen wurde, kann die Folie appliziert werden. Bei einer Lackierung sind für einen vergleichbaren Schutz oft drei Schichten notwendig, inklusive der jeweiligen Zwischentrocknungszeit. Dank nur einmaliger Trocknungszeit des Primers und der Folie als Deckschicht kann Renolit CP wetterunabhängiger und schneller verarbeitet werden. Das ermöglicht

So unterschiedlich wie die Marktbedürfnisse sind auch die Lösungen des Technischen Handels. Orts- und praxisnah entwickelt er passgenaue Angebote, um die Prozesse in der Industrie mitzugestalten. Dabei bringt er seine Kenntnisse ein, welches Markenprodukt für welche Anwendung am besten geeignet ist und entsprechend lange hält. Einen Eindruck von der Bandbreite der Dienstleistungen des Technischen Handels geben diese fünf Beispiele.

Renolit CP ist seit 2020 auf dem Markt etabliert und wird exklusiv vom Renolit Partner WP Energy (Teil der WP Group) vertrieben, der die Schutzfolie auch an den Windkraftanlagen anbringt. Die Hochleistungsfolie wurde speziell für den Einsatz an Windkraftanlagen entwickelt. Sie schützt den Stahl und die Metallbeschichtungen der Türme vor Korrosion. Renolit CP ist laut Anbieter somit eine effiziente Alternative zu Lackierungsverfahren. Bild: Renolit

flexiblere Reparaturen, verringert Stillstandzeiten bei den Anlagen und spart Kosten. „Renolit CP lässt sich auch vorbeugend anbringen“, erklärt Ralph Gut, General Manager bei Renolit. Er ergänzt:„Am besten ab Werk oder wenn die Anlagen noch jung sind. Denn überall dort, wo es Spalte gibt, lauert die Gefahr von Korrosion. Gerade in den Flanschbereichen bietet es sich an, unsere Folie präventiv zu applizieren: Sie verhindert den Wassereintritt maßgeblich und kann so hohe Kosten, die bei Großreparaturen anfallen würden, einsparen.“

„Eine Möglichkeit wäre auch, bei Bestandsanlagen bereits vor Ablauf der gesetzlichen Fristen zu schauen, wo sich Potenziale für Korrosion abzeichnen – und frühzeitig gegenzusteuern“, ergänzt Christin Otto, Key Account Management bei WP Energy. „So kann die Korrosionsschutzfolie auch als 2-in-1-Maßnahme die Metallbereiche am Turm schützen und den Flanschbereich vor einem kostspieligen Gesamt-Bolzentausch bewahren, der aufgrund eines einzelnen korrodierten Bolzens notwendig wäre.“ www.wp-group.com.de www.renolit.com

Mehrfach-Durchführungssystem für nicht konfektionierte Kabel Der schweizerische Kabelverschraubungsspezialist Agro, Teil der Kaiser-Group, präsentiert das neue Mehrfach-Durchführungssystem für nicht konfektionierte Kabel. Mit dem MCE, dem MultiCable-Entry-System, lassen sich bis zu zehn abgedichtete und in

Spezialisiert auf individuelle Lösungen

Anlehnung an EN 62444 zugentlastete Einzelleitungen in der jeweils geforderten Packungsdichte montagefreundlich in oder durch Gehäusewände führen. Die prozesssichere Lösung besteht aus zwei korrosionsbeständigen Aluminium-Halbschalen in

Nicht benötigte Durchführungen werden mit Vollgummi-Dichteinsätzen verschlossen. Bild: Agro

sechs Varianten mit drei, acht und zehn Durchführungen für Kabelklemmbereiche von 5,5 Millimeter bis 21 Millimeter. Die eloxierten Aluminium-Hälften werden von der Frontseite mittels sechs Kompressionsschrauben ohne Einsatz von Hilfs- oder Schmierstoffen einfach und schnell miteinander verbunden. Für Zugentlastung und sichere Dichtigkeit in Schutzart IP68 sorgen verpresste, millionenfach genutzte NBR-Gummi-Formelemente. Ihre geschlitzte Ausführung vereinfacht den Austausch im Servicefall. Eine umlaufende CR-Flachdichtung dichtet den Montageauslass gehäuseseitig ab. Die mit Außenabmessungen von nur 148 x 79 x 26 Millimeter kompakt gehaltenen Mehrfach-Durchführungen sind für Temperaturbereiche zwischen minus 30 Grad Celsius und plus 105 Grad Celsius zugelassen und aufgrund ihrer robusten Ausführung und hohen Dichtigkeit auch für den Einsatz in rauem Umfeld geeignet. www.kaiser-elektro.de

1. Der Technische Händler kennt innovative Produkte für die Fertigungs- und Wartungstechnik. Ein Beispiel: Mit OKS-Produkten für die richtige Schmierung reduziert er Maschinenausfälle durch Lagerschäden und erhöht die Betriebssicherheit. Die Foto: OKS Schmierung des Wälzlagers verbessert den Verschleißschutz, und eine auf den Maschinenpark abgestimmte (Dauer-)Schmierung eröffnet ein unverhofftes Energiesparpotenzial. 2. Aus hochwertigen Schläuchen (z.B. von Continental, Norres oder Trelleborg) und robusten Armaturen (Geka/Karasto, RS/Stäubli) konfektioniert der Technische Handel anforderungsgerechte Industrieschlauchleitungen. Dabei sind Speziallösungen an der TagesFoto: Knip ordnung, etwa reinigungsarme PU-Spiralschläuche für die Pharmazie. Bei der Installation von Druckluftleitungssystemen ist Riegler ein bevorzugter Partner. 3. Der Technische Handel bietet (mit Herstellern wie Klinger und Frenzelit) Dichtungslösungen in einer enormen Sortimentsvielfalt an. Wer eine maßgeschneiderte Lösung benötigt, erhält individuelle Zuschnitte in (fast) allen Durchmessern. Flachdichtungen sind in KleinFoto: Kollaxo oder Großserie oft kurzfristig möglich – mit Laserschnitt, Wasserstrahltechnik, Stanzen oder CNC-Fräsen. 4. Beim Kleben von Komponenten müssen speziell im Gastro-, Lebensmittel-, Medizintechnik- und Hygienesektor höchste Standards eingehalten werden. Der Technische Handel ist versiert in der Klebtechnik und bietet seinen Kunden wertvolle Orientierung im AngebotsFoto: Weicon dschungel und die Spitzenprodukte von Markenherstellern wie Henkel, Innotech, Marston-Domsel, Sika, tesa und WEICON. 5. Gleich, welche Risiken Produktion und Instandhaltung bergen, der Technische Handel bekommt sie mit einem Sicherheitskonzept in den Griff. Nach der Gefahrenanalyse entsteht ein ganzheitlicher PSA-Plan. Er berücksichtigt die Situation jedes Mitarbeitenden. VTHFoto: SC Johnson Professional QUALITÄTSPARTNER wie BIG Arbeitsschutz oder Planam bieten Sondergrößen und Spezialanfertigungen an. Allergiker erhalten auf Basis einer laborchemischen Untersuchung allergenfreie Handschuhe und den richtigen Hautschutz, z.B. von SC Johnson Professional.


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Statt Hunderter verschiedener eine Rechnung Was die Auslagerung des C-Teile-Managements für die Beschaffung bringt Das C-Teile-Management stellt Produktionsbetriebe vor eine große Herausforderung: Werden beispielsweise neue Handschuhe oder bestimmte Normteile benötigt, müssen sich mitunter Abteilungsleiter, Einkauf, Buchhaltung und interne Logistik um die zeitnahe Materialbeschaffung kümmern – dementsprechend groß ist der Aufwand. Um diesen administrativen Aufwand auf ein Minimum zu reduzieren, bietet Lingemann gemeinsam mit einer Tochterfirma, der Boostrack GmbH, nun mehrere modulare Systeme an, die eine neue Transparenz und Sicherheit in der Materialversorgung ermöglichen sollen. Eine Komponente dieses Systems ist beispielsweise der Boost.Tower. Mit dem Ausgabeautomaten lässt sich der Bedarf an C-Teilen einfach decken. Engpässe bei der Beschaffung sind in der aktuellen Marktlage zu einem ernsthaften Problem in der Industrie geworden. Fehlt ein CTeil im Werk, kann der Produktionsablauf ins Schwanken geraten. Ganz abgesehen davon, dass der administrative Aufwand im Einkauf immens ist. Dass und wie es anders geht, zeigt die Lingemann GmbH. Das Unternehmen unterstützt bereits seit über 75 Jahren Industriekunden bei allen Prozessschritten rund um das C-Teile-Management. Hierbei geht es darum, den Kunden im Einkauf zu entlasten und die Beschaffung so einfach wie möglich zu gestalten. „Zu Beginn von Kundenprojekten analysieren wir interne Abläufe, um Optimierungspotenzial zu bündeln“, erklärt Christian Dedy, Business Development Manager. „Anschließend erstellen wir ein individuelles Konzept für die notwendigen Schritte. Hierzu gehört die Anpassung der C-Teile, die Standardisierung dieser und der Aufbau eines kundenindividuellen Webshops.“ Welches Potenzial zur Optimierung im C-Teile-Management steckt, zeigt sich exemplarisch unter anderem in einem Ausgabeautomat, der selbstständig Bestellungen tätigt. Doch nicht nur das. Der Boost.Tower ist nämlich mehr als nur ein Ausgabeautomat. Mit bis zu 1.800 individuell konfigurierbaren Fächern sowie drei Schubladen für die Entnahme als auch den Verleih von Artikeln können damit Laufwege und Lagerkosten reduziert sowie der Verbrauch gesenkt werden. Ein weiterer Vorteil: Durch das Ausgabesystem sind die einfache Materialentnahme und Versorgung der C-Teile rund um die Uhr gewährleistet. „Die Beschaffung der fehlenden Artikel kostet das Unternehmen viel Zeit und Geld“, weiß Dedy und betont: „Durch den Einsatz von IoT-Technologien werden die Abläufe in der Produktion automatisiert und die Bestandssicherheit gewährleistet.“ Beispiel: Benötigt ein Mitarbeiter neue Handschuhe, loggt er sich via RFID oder NFC am Boost.Tower ein. Anschließend kann er auf dem Touch-Display den entsprechenden Artikel auswählen, wodurch sich das dazugehörige Fach automatisch öffnet und der gewählte Artikel zu Verfügung gestellt wird. Durch die Registrierung der Materialentnahme registriert das System den jeweiligen Bestand. Wird der Mindestbestand unter-

Der Boost.Tower ist ein Warenausgabesystem, welches die einfache Materialentnahme und -versorgung der C-Teile gewährleistet. Bilder: Lingemann

schritten, fordert der Automat automatisch den entsprechenden Artikel an. Wichtig hierbei: Dieser Vorgang kann ohne Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk geschehen, wodurch eine hohe Datensicherheit gewährleistet wird. „Der Lieferant oder wir erhalten automatisch die Information über die Nachbestellung“, berichtet Dedy. „So wird das benötigte Material innerhalb kürzester Zeit geliefert und wir füllen die Automaten auf Wunsch im Betrieb auf.“ Damit hier kurze Lieferzeiten gewährleistet werden können, besitzt das Unternehmen deutschlandweit über 60 Pufferlager und Konsignationslager. Zudem bietet es auch Shop-in-Shop-Lösungen an, bei denen Mitarbeiter dauerhaft vor Ort sind und so eine optimale Versorgung ermöglichen. Ein weiterer Vorteil des Ausgabeautomaten besteht darin, dass Kunden nicht an bestimmte Herstellerartikel gebunden sind. Sie können ihre Artikel frei wählen. Zudem lässt sich die Software an die Bedürfnisse des Kunden individuell anpassen. Das platzsparende Pendant zu diesem großen Ausgabesystem ist die Boost.Box. Sie kann beispielsweise in Regalen oder auf Mon-

tagewagen platziert werden. Zum weiteren digitalen Produktportfolio von Boostrack gehören unter anderem der Boost.Button, der Boost.Sensor sowie die Boostrack Apps. Somit werden automatische Bestellungen, Bestandsüberwachung, Scanprozesse und produktionsrelevante Aktionen angestoßen und transparent gemacht. Das Rechnungsmanagement wird bei diesen Lösungen ebenfalls optimiert, denn Rechnungen für gelieferte C-Teile werden zusammengefasst und nach den internen Kontierungsvorgaben

Durch die RFID-Zugangskontrolle, einen Touchscreen und die einfache Menüführung ist die Warenausgabe unkompliziert.

eingeteilt. Dadurch muss sich die dafür zuständige Abteilung nicht mehr mit Hunderten Einzelquittungen beschäftigen, sondern es liegen nur noch wenige Gesamtrechnungen vor, die sich einfacher und schneller bearbeiten lassen. Die internen Abläufe werden nach Angaben der

Systementwickler aufgrund der Kooperation folglich nicht nur deutlich schlanker und transparenter, auch die Personal- und Verwaltungskosten lassen sich erheblich senken und dank kurzer Lieferzeiten gibt es keine Verzögerungen im Betriebsablauf. www.lingemann.com

Cleverer Pneumatik-Rastbolzen detektiert beide Endlagen Die jüngste Rastbolzen-Entwicklung GN 817.7 von Ganter wird pneumatisch betrieben. Außerdem, und das ist die Besonderheit, detektiert das Bauelement beide Endlagen – und zwar mit nur einem Sensor. So lässt sich der Rastbolzen gut an schwer zugänglichen Stellen einsetzen und in automatisierte Prozesse einbinden. Die Positionsabfrage basiert auf der erprobten Magnettechnologie, allerdings mit wichtigen Neuerungen: Erstens werden jetzt beide Endlagen erfasst und zweitens lassen sich diese individuell festlegen. Das Sensor-Teaching erfolgt dazu entweder direkt vor Ort mittels

Der GN 817.7 wird mit drei Funktionalitäten angeboten. Bilder: Ganter

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Die im Betrieb übermittelten Signale beim Erreichen der jeweiligen Endlagen werden direkt per 4-poligen M8-Kabelstecker an die Steuerungstechnik der jeweiligen Anlage übertragen.

eines kleinen Bedienelements am kabelgestützten und clipfixierten Sensor, der auch LEDs für visuelles Feedback beinhaltet. Oder mittels IO-Link, bequem über die Anlagensteuerung. Dank dieser standardisierten Schnittstelle sind Sensoren nicht nur initial schnell eingelernt, sondern auch im Schadensfall sofort ersetzbar. Stillstandzeiten werden somit stark reduziert. Der GN 817.7 besteht aus Edelstahl, bietet vier Bolzendurchmesser und drei Funktionalitäten. Form D ist doppelwirkend, das

heißt der Bolzen rastet pneumatisch ein und aus. Form A wirkt einfach, der Rastbolzen fährt bei pneumatischer Beaufschlagung aus und bei Form E fährt der Bolzen ein. Wichtig: Der federbelastete Bolzen fährt stets selbstständig, etwa bei einem Druckabfall, in seine Ausgangsposition zurück. Der Rastbolzen arbeitet bei Drücken zwischen 4 und 6 bar, der IP 67-konforme Sensor bei Gleichspannungen zwischen 12 und 30 Volt. www.ganternorm.com

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MESSEN & EVENTS

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September 2022

40. Motek trifft auf 15. Bondexpo

Arbeitsschutz Aktuell parallel zur In.Stand: Ein Ticket, zwei Messen

Die 40. Motek, die internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung, findet gemeinsam mit der 15. Bondexpo, der internationalen Fachmesse für Klebtechnologie, vom 4. bis 7. Oktober in Stuttgart statt. Der Branchen-Treffpunkt bringt Anbieter und Anwender der industriellen Produktions- und Montageautomatisierung sowie Klebtechnologie zusammen – und das unter dem Thema Nachhaltigkeit,

Die Arbeitsschutz Aktuell (18. bis 20. Oktober) mit Fachmesse, Kongress, Messeforen und einem Regionalforum ist das Spitzenevent der deutschsprachigen Arbeitsund Gesundheitsschutz-Community in diesem Jahr. Präsentiert werden Innovationen u.a. aus den Bereichen Persönliche Arbeitssicherheit (PSA), Sicherheit im Be-

denn die hochautomatisierte Fabrik mit intelligenten Komponenten und Steuerungen sowie vernetzten, selbstlernenden Abläufen muss dem Handlungsprinzip der Nachhaltigkeit folgen. So erhalten die Digitalisierung und Automatisierung industrieller Fertigungsprozesse wiederum eine noch höhere Bedeutung, um die Produktion noch effizienter, schonender und sparsamer zu gestalten. www.motek-messe.de

Weltleitmesse bauma: Es wird wieder groß Die bauma, die 33. Weltleitmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte, findet vom 24. bis 30. Oktober in München statt. Emissionsfreies Arbeiten wird dabei eines der zentralen Themen sein. Um im Sinne des Klimaschutzes Treibhausgasemissionen zu reduzieren, werden nämlich immer mehr Baumaschinen und -fahrzeuge mit elektrischem Antrieb entwickelt. Weitere Vorteile befeuern diesen Trend: So sind E-Motoren geräuscharm, was sie für Arbeiten an

lärmsensiblen Orten empfiehlt. Ferner schützen sie die Bediener wie auch die Umgebung vor lokalen Abgasen. So sind viele Arbeitsschritte auch in gering belüfteter Umgebung problemlos möglich. Ein weiterer Pluspunkt: Elektromotoren gelten als wartungsarm und effizient. Damit sorgen sie für niedrige Betriebs- und Energiekosten. Folgerichtig ist „Der Weg zur Null-Emission“ auch eines der Leitthemen der diesjährigen bauma.Schon jetzt haben etliche Aussteller für die Schau brandneue ELösungen angekündigt. https://bauma.de/

trieb, Betriebliche Verkehrssicherheit, Workwear, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Prävention und Unfallverhütung, Umgang mit Gefahrstoffen sowie Digitalisierung und Safety. Die parallel stattfindende In.Stand (siehe Messezeitung in dieser Aus-

gabe) mit Fachausstellung, Fachforum sowie breitem Seminarund Workshopangebot ist das Branchenereignis rund um industrielle Instandhaltung und smarte Industrieservices. Mit nur einem Ticket kommt man in beide Messen. www.arbeitsschutz-aktuell.de

WindEnergy Hamburg: 27. bis 30. September

FMB 2022 Die FMB – Zuliefermesse Maschinenbau, die in diesem Jahr früher stattfindet, und zwar vom 12. bis 14. Oktober, will den Entscheidern in der produzierenden Industrie einen Überblick über die Trends in der Automatisierungstechnik bieten und dabei das komplette Spektrum dieser Technologie abbilden. Das Angebot reicht von Komponenten und Modulen über die Steuerungstechnik bis hin zu schlüsselfertigen Komplettanlagen. Die Kernkompetenzen der Aussteller decken zudem die Robotik als Königsdisziplin der Automation ab. Vielfältige Impulse gibt es auch auf dem Gemeinschaftsstand des Spitzenclusters„it´s OWL“, auf dem sich u.a. die Smart Factory OWL präsentiert. www.fmb-messe.de

Auf der WindEnergy Hamburg präsentieren mehr als 1.350 Unternehmen aus 40 Ländern in zehn Messehallen bis zu 30.000 Besuchern aus 100 Nationen ihre Innovationen und Lösungen. Der Offshorebereich wird dabei in diesem Jahr eine bedeutende Rolle spielen, denn der (erwartete) Zuwachs in diesem Bereich ist enorm. Schließlich strebt die EU eine vollständige Unabhängigkeit von russischen Erdöl- und Erdgasimporten an. Die noch fehlende Infrastruktur soll in erheblichem Umfang durch den beschleunigten Ausbau neuer Offshorewindfarmen geschaffen werden. Wind würde dann einen erheblich höheren Anteil an sauberer Energie erzeugen, die

Bild: Hamburg Messe und Congress/Michael Zapf

teils als Strom, teils als Wasserstoff nach dem Power-to-X-Verfahren bereitgestellt würde. Wasserstoff kann in weiteren Umwandlungsprozessen zu schiffstauglichen Kraftstoffen wie E-Ammoniak und E-Methanol synthetisiert werden. www.windenergyhamburg.com

18.–19. Oktober 2022 Messe Stuttgart Instandhaltung schafft und bewahrt Werte Erleben Sie industrielle Instandhaltung und Services in Ihrer ganzen Bandbreite! Auf der IN.STAND in Stuttgart finden Sie Produkte und Lösungen für Antriebe und Steuerungen, Ersatzteilmanagement und Retrofit, Automation und Regelungstechnik, Software, Predictive Maintenance sowie AR/VR und smarte Services. Dazu haben Sie neben der Fachausstellung die Gelegenheit, sich im Fachforum und in der Akademie Expertenwissen anzueignen. Guided Tours führen Sie themenspezifisch zu Anbietern.

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MESSEZEITUNG

der BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG zur IN.STAND 2022 September 2022 - Ausgabe 5/22

Ein Hersteller von Kartonagen und Pappe setzt auf die Digitalisierung mit SAP und dem Maintenance Portal von Argvis, denn sie ist der wichtigste Schritt hin zu einer vorbeugenden Instandhaltung.

Julian Reime, Manager Messe- und Eventkoordination Bild: Landesmesse Stuttgart

Willkommen zur IN.STAND 2022 Die Fachmesse für industrielle Instandhaltung und Services richtet ihren besonderen Fokus in diesem Jahr auf zwei aktuelle Themenbereiche: Nachhaltigkeit und Sicherheit. In Zeiten von weltweiten Lieferengpässen und unsicheren wirtschaftlichen Beziehungen erweisen sich Ressourcenschonung und Retrofitting noch mehr als Mittel der ersten Wahl, um Produktionsprozesse am Laufen zu halten. Cleveres Ersatzteilmanagement endet dort, wo Handelswege abgeschnitten oder benötigte Ressourcen nicht verfügbar sind. Mit Retrofit stehen die besten Chancen auf Verlängerung der Wertschöpfung durch Maschinen und Anlagen zur Verfügung. Zahlreiche Unternehmen präsentieren hierfür Lösungen auf der IN.STAND. Auch im Vortragsprogramm finden sich interessante Beiträge zu diesem Thema. Dem zweiten wichtigen Trend „Sicherheit für Mensch und Maschine“ tragen wir in diesem Jahr durch ganz besondere Maßnahmen Rechnung. Parallel zur IN.STAND findet die Fachmesse Arbeitsschutz Aktuell statt. Mit dem Messeticket können beide Messen besucht werden. Darüber hinaus findet ein Themenblock im Fachforum statt und eine Guided Tour führt in die benachbarte Messehalle. Mit einem Besuch lassen sich so an zwei Tagen alle relevanten Angebote und Informationen kompakt erlangen.

Stillstandsrisiko sinkt signifikant Smurfit Kappa, einer der weltweit führenden Produzenten von papierbasierten Verpackungen, hat im Werk im niedersächsischen Herzberg das SAP PM in der Instandhaltung eingeführt. Als SAP-Partner hat Argvis (Walldorf) bei der Einführung, Optimierung sowie Mobilisierung mit dem Argvis Maintenance Portal unterstützt – mit beeindruckenden positiven Effekten. Smurfit Kappa fertigt in Herzberg in erster Linie Vollpappeverpackungen für Getränke, Fleisch, Obst und Gemüse, Milchprodukte, Süßigkeiten und andere schnell drehende Güter. Die Erzeugung von Karton und Vollpappe geschieht dabei auf Recyclingbasis. Das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 8,5 Milliarden Euro (2020), hat vor Kurzem im Werk Smurfit Kappa Solid Board in Herzberg das SAP-Modul Plant Maintenance (SAP PM) in der Instandhaltung eingeführt.„SAP PM bietet uns eine Vielzahl von Möglichkeiten und Funktionen, die essenziell für ein produzierendes Unternehmen sind“, betont in diesem Zusammenhang Janina Schröder, Projektmanagerin Instandhaltung im Werk Herzberg. Ziel der Implementierung ist die Vereinfachung, Optimierung und Digitalisierung des gesamten Prozesses, der sich hinter der

Instandhaltung verbirgt. Dies beinhaltet die Dokumentation der Störungen an den Maschinen, die Stammdatenpflege der Bauteile, die Planung der Tätigkeiten der Instandhaltungsmitarbeiter im Tagesgeschäft, die Planung von Reparaturtätigkeiten und die Wartungsplanung. In Zukunft stehen Smurfit Kappa mit SAP PM neben einer guten Informationsgrundlage – dank einer virtuell aufgebauten Anlagenstruktur – auch sämtliche Historien zu ein- und ausgebauten Bauteilen zur Verfügung. Die Planung von Reparaturen und Instandhaltungstätigkeiten wird so wesentlich vereinfacht. „Um Meldungen zu defekten Bauteilen in Echtzeit abzugeben, wollten wir zusätzlich eine mobile, digitalisierte Meldungsabgabe per Smartphone oder Tablet“, berichtet Danny Polske, Maintenance

Manager bei Smurfit Kappa Herzberg Solid Board. „Daher haben wir uns Anfang des Jahres 2022, also parallel zur Implementierung von SAP PM, nach einer mobilen Lösung umgesehen und sind dann beim SAP-Partner und Instandhaltungsspezialisten Argvis auch fündig geworden.“ Das Argvis Maintenance Portal biete eine benutzerfreundliche und übersichtliche Desktopoberfläche und zeitgleich eine App, über die eine mobile Nutzung auf dem Smartphone möglich sei. Wichtige Features für Smurfit Kappa sind dabei vor allem die Abbildung der Anlagenstruktur des Unternehmens auf dem Smartphone, die Plantafel sowie die übersichtliche Auswertung aller instandhaltungsrelevanten Kennzahlen. Weiter auf Seite M4

Als Experte für Maschinensicherheit und Automation begleiten wir Sie bei Analyse, Konzepterstellung, Umbau und Schulung. Wir bieten Retrofitprojekte nach Maß: vom Austausch einzelner Komponenten bis zur CE-Kennzeichnung. IN.STAND, 18.-19. Oktober 2022, Halle C2, Messe Stuttgart

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Programmvorschau auf die IN.STAND 2022

Die wichtigsten Infos zur Messe im Überblick

Fokusthemen in diesem Jahr: Nachhaltigkeit und Sicherheit

Die Instandhaltungs- und Servicefachmesse In.Stand findet vom 18. bis #instand22 19. Oktober 2022 auf dem Stuttgarter Messegelände statt.

In diesem Jahr stehen zwei Themen im besonderen Fokus der Messe: Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, Stichwort Retrofitting, sowie Sicherheit für Mensch und Maschine. 1

Das Vortragsprogramm der IN.STAND gliedert sich in zwei Teile. Das IN.STAND Forum am 18. Oktober 2022 steht im Zeichen von praxisnahen Herstellerinformationen und beinhaltet auch einen Themenblock „Mensch und Maschine“, im Austausch mit der parallel stattfindenden Fachmesse Arbeitsschutz Aktuell. Das Fachforum Instandhaltung powered by Pilz am 19. Oktober 2022 richtet den Blick in die Zukunft. Die Vorträge zeigen auf, was heute bereits technisch möglich ist und welche Trends für die Instandhaltung kommen werden. Die Themen drehen sich u.a. um Smart Maintenance, Energiewende und künstliche Intelligenz.

Guided Tours Wer sich gezielt zu den Themen Software oder Hardware in der Instandhaltung informieren möchte, hat dazu mit den Guided Tours by FIR RWTH Aachen die Gelegenheit. Die Tour Software startet am 18. Oktober 2022 um 10 Uhr vom Stand des FIR. Die Tour zum Thema Hardware findet am 19. Oktober 2022 ebenfalls ab 10 Uhr vom FIR-Stand statt. Spannend dürfte auch ein drittes Tour-Angebot sein, welches am 18. Oktober 2022 um 14 Uhr, nach dem Vortragsblock „Mensch und Maschine“, in die Halle der Ar-

beitsschutz Aktuell führt. Der Austausch zwischen den beiden Hallen C2 und L-Bank Forum (Halle 1) ist problemlos möglich, denn das Messeticket gilt für beide Fachmessen.

Der Call for papers zum Start-up Award läuft noch bis Ende September. Interessierte Startups können sich kostengünstig auf der Innovation Area eine Standbeteiligung sichern.

Live auf Sendung

Angebot Master Classes

Im Webportal der IN.STAND wird unter dem Reiter „Live“ das Programm aus dem IN.STAND Studio powered by Wisag eingebunden. Hier wird das abwechslungsreiche Programm, bestehend aus Interviews, Vorträgen und Diskussionen, an beiden Tagen in der Uhrzeit von 10 bis 16 Uhr bzw. von 10 bis 15 Uhr gesendet. In der Vorbereitung ist zudem eine Mediathek, die es erlaubt, alle Programmpunkte im Nachgang zur Messe on demand abzurufen. Das hybride Konzept, mit dem gläsernen Studio direkt in der Messehalle, wird somit auch 2022 fortgesetzt. Die Registrierung und der Login zum Abruf des live gesendeten Programms und zur Mediathek erfolgen direkt im Webportal.

Start-up Award Bewerber um den IN.STAND Start-up Award pitchen in diesem Jahr direkt im Forum. Die Präsentationen finden am 18. Oktober 2022 von 9 bis 11 Uhr statt.

Erstmalig in diesem Jahr wird es Master Classes vom FraunhoferInstitut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), der Siemens AG und der Wisag Produktionsservice GmbH geben. Am 18. Oktober 2022 gestaltet Fraunhofer den Vormittag und Wisag den Nachmittag. Siemens wird ihre Master Class auf den Vormittag des 19. Oktobers 2022 legen. Die Themen und Rahmenbedingungen befinden sich derzeit in der Ausarbeitung. www.messe-stuttgart.de/instand/

18.–19. Oktober 2022 Messe Stuttgart

Veranstaltungsort: Messe Stuttgart, Halle C2 Messepiazza 1, 70629 Stuttgart

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11:20

Zeit: Am Dienstag, den 18. Oktober 2022, ist die Messe von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Am zweiten Messetag, also am Mittwoch, den 19. Oktober, öffnet die Messe ebenfalls um 9.00 Uhr und schließt um 16.00 Uhr. Hygienekonzept Safe Expo: Während des Aufenthaltes auf dem Gelände wird vonseiten der Messeleitung die Einhaltung des Mindestabstands zu anderen Personen generell empfohlen. Außerdem empfiehlt der Veranstalter das Tragen einer medizinischen Maske oder einer Atemschutzmaske (FFP2 oder vergleichbar). Weitere Details hierzu gibt es online. Anreise: Vom Stuttgarter Hauptbahnhof nehmen Sie die S-Bahn S2 oder S3 in Richtung Flughafen (Filderstadt) bzw. Messe. Die Fahrtzeit beträgt 27 Minuten. Für alle, die mit dem Auto über die Autobahn A8 anreisen, stehen Parkplätze in ausreichendem Maß zur Verfügung. Das Messegelände befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Flughafen. Eintrittspreise: Die Tageskarte kostet 30 Euro; die 2-Tages-Karte 40 Euro. Der Besuch der Veranstaltung ist nur mit einem vorab gebuchten Onlineticket möglich. Die Kassen vor Ort sind geschlossen.

Schwingungsdiagnose vermeidet Stillstände GfM thematisiert auf der Messe die Bedeutung des Condition Monitorings Mechanische Antriebe unterliegen zwangsläufig Schädigungseinflüssen. Damit sie dennoch einsatzfähig sind, wenn sie gebraucht werden, gibt es die Instandhaltung. Diese beginnt mit der Feststellung des Schädigungszustands. Denn nur, wenn man weiß, was genau kaputt ist, kann die Instandsetzung exakt geplant und effizient durchgeführt werden. Besonders interessant ist das Wissen um den Schädigungszustand bei Maschinen, die eben nicht in wenigen Stunden repariert werden können und für die es möglicherweise gar keine Ersatzteile im Lager und keine Monteure und Hebezeuge in unmittelbarer Verfügbarkeit gibt. Mindestens genauso interessant ist das exakte Zustandswissen bei Maschinen, die eine Schlüsselstellung im Produktionsprozess besitzen oder beispielsweise aus Gründen der Sicherheit nicht ausfallen dürfen – man denke hierbei beispielsweise an Seilbahnen oder an die Energieversorgung. Spätestens seit den 1960er Jahren werden Schwingungen als Schädigungsindikator genutzt. In den folgenden Jahrzehnten wurden die Techniken verbessert, sodass wir heute umfangreiche und treffsichere Diagnosen zum Maschinenzustand stellen können. Die GfM bietet sowohl OnlineCondition-Monitoring-Systeme an, die fest am Antrieb verbaut werden und den Antrieb ohne weiteres menschliches Zutun auf das Entstehen von mechanischen Unregelmäßigkeiten überwachen, als auch mobile Systeme, mit der man ganze Maschinenparks wiederkehrend überwachen kann. Die Systeme erfassen Schwingungsdaten in hoher Qualität – eine Voraussetzung für eine hohe Diagnosequalität. Die Diagnose erfolgt dann auto-

Die mobile Schwingungsdiagnose wird gerade in der Instandhaltung sehr geschätzt. Schon seit ein paar Jahren kommt hierbei unter anderem das mobile Condition-Monitoring-System PeakStore5 von GfM zum Einsatz. Condition Monitoring liefert nicht nur Informationen zum Schädigungszustand, sondern bestätigt auch die Fehlerfreiheit eines mechanischen Antriebs – das wird oft vergessen. Denn wenn ein Condition-Monitoring-System keinen Schaden identifiziert, liegt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch kein Schaden vor. Bild: GfM

matisiert auf der Grundlage komplexer, intelligenter Algorithmen. Erst wenn objektive Hinweise auf einen Schädigungszustand vorliegen, muss ein Mensch eine Instandhaltungsentscheidung treffen. In der Regel werden Antriebe dann noch weiterbetrieben, während gleichzeitig vorbereitende Instandsetzungsmaßnahmen an-

laufen. Oft liegen zwischen dem ersten Erkennen eines Schadens und der zwingend gebotenen Instandsetzung mehrere Monate, genug Zeit also, erforderliche Stillstände in der Produktion einzuplanen. In.Stand Stuttgart 2022 18. bis 19. Oktober 2022 www.maschinendiagnose.de


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Usability, Flexibilität und Systemoffenheit Softwareexperten nehmen Stellung zu den Erwartungen der Kunden an eine Instandhaltungs-Asset-Management-Software „Seit geraumer Zeit evaluieren wir die Anforderungen unserer Kunden, Partner und Interessenten, und somit auch die Erwartungen an einer Instandhaltungs-Asset-Management-Software“, erklären die Experten von Intec Digital Solutions, Anbieter der Software XMaintain. „Dabei haben sich drei entscheidende Faktoren herauskristallisiert: Usability, Flexibilität und Systemoffenheit, die sowohl direkt als auch indirekt den Return on Investment (ROI) steigern.“

Ergonomische Softwarelösungen Nachträglich soll derjenige auch noch aussagekräftige Kennzahlen wie Anlageneffizienz oder die allseits bekannte Overall Equipment Efficiency (OEE) erhalten. Außerdem gilt es zu berücksichtigen, dass mittlerweile die „Millennials“ komplett im Arbeitsmarkt integriert sind. Deshalb sollten in der Anwendung gewisse Standards beibehalten werden, die sich über die Jahre etabliert haben. Um den Schulungsaufwand zu minimieren, muss außerdem eine einfache Bedienung gewährleistet sein, die sich an die etablierten Standards von Windows oder Macintosh anlehnt. Hierzu gehören ergänzende Funktionen wie die Nutzung der Softwarelösung mit allen Standardbrowsern (Edge, Chrome, Firefox oder Safari), eine freie Konfiguration des Dashboards oder Desktops samt KPIs, selbstdefinierbare Icons und Look&Feel, die Konfiguration mittels Drag&Drop oder eine Multidesktop-Funktion innerhalb des Web-Browsers, um nur einige der unzähligen relevanten Kriterien zu nennen. Zusätzlich benötigt der IndustrieAnwender aber eine flexible Lösung. Eine Herausforderung, denn jedes Unternehmen oder jede Produktionsstätte hat

unterschiedliche Arbeitsprozesse, die sich in der Software wiederfinden sollen und müssen. Ob es eine komplexe Anlagenstruktur auf n Ebenen oder ein ganz spezieller Workflow bei der Auftragsbearbeitung von ungeplanten oder wiederkehrenden Instandhaltungsmaßnahmen ist, das Wichtige ist dabei, dass die Software eine ausreichende Flexibilität bietet, um alle Eventualitäten darstellen zu können. Hierbei spricht man über das Customizing einer Unternehmensanwendung und im gleichen Atemzug sollte man auch über die dazugehörigen Kosten sprechen.

Programmierung abkoppeln und lediglich Datenbankkenntnisse notwendig sind, um Systemanpassungen vorzunehmen.“ Zu guter Letzt gibt es ein weiteres Kriterium, welches die Industrie fordert: Eine neu zu akquirierende Software und Unternehmensapplikation muss systemoffen sein. Dies bedeutet, dass die Softwarelösung eine offene Architektur aufweist, die eine Anbindung an Drittsysteme oder an bereits im Unternehmen vorhandene

Kosten des Customizing

Die Instandhaltungssoftware Imaso Maintenance und das elektronische Schichtbuch Imaso Shiftbook haben Updates mit neuen Features erhalten. Diese werden auf der Fachmesse in Stuttgart vorgestellt werden. Die Neuerungen im Überblick: Aufträge, Tickets und Meldungen können im Newsfeed nachverfolgt, kommentiert und bearbeitet werden. Sie werden anhand der letzten Änderung sortiert und je nach Bereich oder für eine bestimmte Anlage dargestellt – für mehr Transparenz für alle. Neuigkeiten können laut Lösungsentwickler über das Dashboard schnell und unkompliziert an alle

„Das Customizing ist neben den Softwarelizenzen eine wichtige Einnahmequelle für Softwareanbieter, jedoch vertreten wir die Meinung bei Intec, dass die Aufwendungen für das Customizing und die Anpassungen nicht mehr als 10 Prozent des Umsatzvolumens der Softwarelizenzen übersteigen sollte. Darüber hinaus sollte ein fairer Softwareanbieter auch die Möglichkeit offerieren, dass der Kunde selbst eigene Layouts und CustomizingModifikationen übernehmen kann, ohne dass teure Manntage für Berater und Programmierer berechnet werden müssen“, so der Softwarehersteller Er verweist dann auf die Vorzüge seiner Lösung: „Dies alles ist mit dem disruptiven Web Development Framework WebRDF und der Instandhaltungssoftware XMaintain möglich, da wir das Customizing komplett von der

Systeme ermöglicht. Somit sollten Programmierschnittstellen für jedes Modul existieren oder zumindest leicht zu realisieren sein. „Die meisten Unternehmen nutzen unterschiedliche Betriebsdatenerfassungssysteme oder MES-Systeme sowie SAP und diverse ERP-Systeme wie Navision oder Infor, die in den Bereichen Beschaffung oder Controlling führend sind. Um für eine optimale Kommunikation zwischen all diesen Lösungen zu sorgen, sind sowohl Cloud-basierte als auch Client-Server Solutions in der Pflicht, die neuesten APITechnologien (Webservices) anzubieten“, betonen die Softwarespezialisten von Intec. Dabei ist nicht nur die Kommunikation zu anderen Systemen ausschlaggebend, sondern auch die Unterstützung unterschiedlicher Datenbanklösungen.

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„Hierbei sollte ein innovatives System sowohl mit den kostenpflichtigen Datenbankvarianten von Oracle und MS-SQL als auch mit kostenfreien Alternativen wie PostgreSQL, die insbesondere für SMEs von Interesse sein können, einwandfrei funktionieren“, so die Softwarexperten weiter. Jedoch erübrigt sich diese Frage, wenn die Wahl des Hostings in einem externen Rechenzentrum des Softwareanbieters getroffen wird oder wenn das Modell SaaS (Software as a Service) gewählt wird. „Bei diesen Modellen, die ebenfalls von Intec angeboten werden, ist der Auftragnehmer derjenige, der die Verantwortung für Datenbanklizenzen, Betrieb und DatenbankPerformance übernimmt“, wie der Softwareanbieter betont. In.Stand Stuttgart 2022 18. bis 19. Oktober 2022 www.intec.de

Neue Features für Imaso Maintenance und Shiftbook

Jetzt auch mit QR-Codes. Bilder: ccc software

Mitarbeiter kommuniziert werden. Das geht auf Wunsch sogar mit einer Lesebestätigung. So erfahren alle Mitarbeiter der Instandhaltung beispielsweise schnell von neuen Dienstanweisungen oder wichtigen Meetings. Auf dem Dashboard können nun individuell Schnelllinks angelegt werden – für den schnellen Zugriff auf die richtigen Aufgaben und Funktionen für alle. So können beispielweise die wichtigsten Aufgaben der eigenen Schicht oder kritische Ereignisse einer ausgewählten Anlage angezeigt werden. Für Anlagen und Assets können mit Imaso QR-Codes erzeugt werden. Durch gezieltes Abscannen ist es möglich, alle wichtigen Informationen zu einer Anlage abzurufen oder Meldungen anzulegen. Dadurch wird der Arbeitsalltag der Mitarbeiter optimiert. Neben den Standardfunktionen können hier auch je nach Anlage individuelle Auftragsvorlagen angelegt werden.

Clever: Die neuen Funktionen können im Rahmen der kostenlosen Demoversion ausprobiert werden. In.Stand Stuttgart 2022 18. bis 19. Oktober 2022 www.ccc-industriesoftware.de

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In der Instandhaltungsbranche, wie auch in vielen anderen Sektoren, bieten Softwarehersteller in erster Linie „Lösungen“ an. Der Terminus Lösung wird in diesem Zusammenhang verwendet, da man mit der zu implementierenden Software in aller Regel eine durchaus schwierige Aufgabe bewältigen, also lösen möchte. In der Praxis sieht es dann aber oftmals anders aus: Da verursacht die Instandhaltungssoftware in vielen Fällen Mehrarbeit und findet häufig keine Akzeptanz bei den Mitarbeitern. „Einerseits haben wir den Mitarbeiter am Shopfloor, der als Instandhalter Aufträge annimmt, an Aufträgen arbeitet, diverse Rückmeldungen erstellt und dies so schnell und einfach wie möglich erledigen möchte. Auf der anderen Seite steht der Instandhaltungsleiter, Instandhaltungsplaner oder Abteilungsleiter, der eine optimale Planung und Verwaltung der ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen möchte“, verdeutlichen die Experten von Intec Digital Solutions die Ansprüche an eine solche Software.

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Fortsetzung von Seite M1 Das Maintenance Portal von Argvis wird bei Smurfit Kappa Herzberg Solid Board in der Wartung und Instandsetzung der Produktionsanlagen, in der Disposition durch die Meister, in der Produktion selbst sowie im Management der Auswertungen eingesetzt. Das große Ziel, das sich die Verantwortlichen mit der Einführung von SAP PM und dem Mainte-

nance Portal für den Standort Herzberg gesteckt haben, ist die komplette Digitalisierung der Instandhaltung. Für Janina Schröder ist nämlich eines ganz klar: „Die Digitalisierung ist der wichtigste und entscheidende Schritt von einer reagierenden, hin zu einer vorbeugenden Instandhaltung.“ Denn nur so könnten Störungen und Ausfälle der Kartonmaschinen und weiterer Aggregate in Herzberg erheblich

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reduziert oder sogar vollständig verhindert werden. Des Weiteren wird durch die Digitalisierung das Ersatzteilmanagement vereinfacht, Wartungspläne werden optimiert und „wir erhalten eine gute Transparenz und Übersichtlichkeit“, so Danny Polske. Bereits heute sind alle SAP PMProzesse durch das Maintenance Portal digital eingebunden und können zudem einfach dargestellt werden. Doch die Grundlage für eine vorausschauende Instandhaltung ist auch immer eine solide Informations- und Datensammlung. Die große Herausforderung für Smurfit Kappa besteht also auch darin, das umfangreiche Knowhow der Mitarbeiter aufzunehmen und in die virtuelle Anlagenstruktur einzupflegen, „was dank des enorm großen Wissens unserer MitarbeiterInnen sehr gut klappt“, bestätigt die Projektmanagerin Instandhaltung. Die Anforderungen an das SAP PM-Modul auf der einen Seite bestanden also im Wesentlichen darin, die internen Prozesse von Smurfit Kappa Herzberg Solid Board weitestgehend zu verschlanken, aber gleichzeitig nah am SAP-Standard zu bleiben. Der Anspruch an Argvis auf der anderen Seite war, auch ohne viel Flexibilität hinsichtlich des Customizings von SAP PM, „unsere Anforderungen an Design und Usability trotzdem umzusetzen. Hierbei wurden alle möglichen Anpassungen im Argvis Maintenance Portal sofort umgesetzt“, berichtet Schröder.

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„Die Argvis-Lösung funktioniert auch mit unseren anderen SAP-Modulen Materialmanagement und Finanzbuchhaltung einwandfrei“, erläutert Janina Schröder, Projektmanagerin Instandhaltung im Werk Herzberg.

Dadurch erhielt Smurfit Kappa etwa mit der Plantafel ein Tool, das für die Meister die Tagesplanung der Mitarbeiter deutlich erleichtert. Auch das Einspielen der Anlagenstruktur auf die mobile Lösung ist ohne Probleme möglich. Schröder dazu:„Die enge und gute Zusammenarbeit unserer IT-Abteilung und den Implementierungspartnern SAP und Argvis war ein Erfolgsgarant für die erfolgreiche Umsetzung dieses Projektes.“ Dazu kam, „dass der Standard der Argvis-Lösung einen großen Teil unserer Anforderungen auch schon ohne Anpassungen abdeckt“, ergänzt Polske. Die Übersichtlichkeit, die intuitive Bedienung und die gesamte Aufmachung des Dashboards sowie die mobile Nutzung waren für

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Das Maintenance Portal von Argvis wird hier in der Wartung und Instandsetzung der Produktionsanlagen, in der Disposition durch die Meister, in der Produktion selbst sowie im Management der Auswertungen eingesetzt. Bilder: Smurfit Kappa Herzberg Solid Board

Smurfit Kappa die wichtigsten liche Arbeit und anfallenden Punkte bei der Entscheidung für Meldungen mit ein. die Argvis-Lösung. Die Nutzung „Somit wissen alle Abteilungen von sogenannten Gerätelizenzen, über die Ereignisse Bescheid oder bei der mehrere Nutzer Zugangskönnen sie nachträglich einsehen“, daten auf einem Gerät haben, ergänzt Janina Schröder und führte zudem im Schichtbetrieb betont: „Damit sinkt auch das zu einer Verschlankung des Risiko eines ungeplanten MaschiLizenzmanagements. nenstillstandes signifikant, was Zum Einsatz kommt das Portal in uns Zeit und Kosten spart.“ verschiedenen Bereichen in Herzberg, wie Janina Schröder weiß: „Für den alltäglichen Umgang mit aufkommenden Meldungen, für die Reparaturplanung, den Aufbau und für die Datenpflege der virtuellen Struktur wurde eine Arbeitsvorbereitung erschaffen.“ Diese decke die Fachbereiche der Mechanik, Elektronik und Produktion ab. „Des Weiteren nutzen unsere Vorarbeiter der jeweiligen Abteilungen das Portal für die Zuteilung von Arbeiten sowie für das „Die Störungen werden direkt an der Planen von Reparaturtätigkeiten.“ Maschine abgegeben“, verdeutlicht Danny Die Meldungen werden über be- Polske, Maintenance Manager bei Smurfit Kappa Herzberg Solid Board, einen wichtigen reitgestellte Pool-Smartphones Vorteil der nun eingesetzten Lösung. „Die und Tablets abgegeben. Meldungen werden dann von der ArbeitsvorEin besonderes Feature im bereitung verarbeitet und die Aufträge zu Maintenance Portal ist laut den Störungen erstellt.“ Lösungsentwickler das Anhängen Einen weiteren Vorteil führt sie von Bildern und Sprachnachnoch an: „Bei der Materialentrichten bei einer Meldungsnahme erreichen wir durch die abgabe, denn die Qualität einer Störmeldung ist entscheidend, mobile Lösung von Argvis zudem eine deutliche Prozessverschlanum Rückfragen zu vermeiden und kung.“ So wird die Materialentdie schnelle Abwicklung einer nahme automatisch bei RückStörung zu veranlassen. Mit der meldung gebucht – ungeplante Lösung können die StörmelMaterialentnahmen sind per dungen nun sehr spezifisch und Scanner möglich. für jede Person verständlich aufAuch die Übersichtlichkeit der genommen werden. Materialmanagement-Bereiche „Die Störungen werden direkt an (SAP MM) wie Bestellander Maschine abgegeben“, so forderungen und BestellüberDanny Polske, „die Meldungen wachung ist für Schröder ein weiwerden dann von der Arbeitsvorterer Benefit, „um die Verbereitung verarbeitet und die knüpfung von SAP MM und SAP Aufträge zu den Störungen erPM benutzerfreundlich darstellt.“ Die Aufträge können die zustellen“. Vorarbeiter nun unter ihrem Team Autor: Tino Böhler aufteilen. Dieser – dank Argvis In.Stand Stuttgart 2022 heute digitalisierte – Prozess ist in 18. bis 19. Oktober 2022 Herzberg sehr ausgereift und www.argvis.com bindet alle Abteilungen in die täg-

Fünf Nutzen des Argvis Maintenance Portals Es sind vor allem fünf Bereiche, in denen Smurfit Kappa im Werk Herzberg von der Einführung der neuen Lösung profitiert: Erhöhung der Akzeptanz der Mitarbeiter Hohe Informationsdichte für die User Mobile Meldungsabgabe Optimierung des Ersatzteilmanagements Transparenz und Risikominderung eines ungeplanten Maschinenstillstandes


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Mit irgendeinem Filter allein ist es nicht getan Experten unterstützen mit ihrem Know-how bei der Optimierung der Filtration Filter gelten gemeinhin als typische C-Teile. Dabei haben C-Teile definitionsgemäß einen geringen Teilewert und ihre Beschaffung geht mit einem hohen Aufwand und in der Folge mit hohen Beschaffungskosten einher. Dabei hat die Qualität der industriellen Filtration oftmals direkte Auswirkungen auf die Qualität der Produkte, auf die Umwelt und das Arbeitsumfeld der Mitarbeiter. Und letztendlich auch auf die Ökonomie eines Unternehmens. Deshalb sollte man Filtern die notwendige Aufmerksamkeit schenken. Dabei gilt eine einfache Faustformel: Je effizienter die Filtration ist, desto höher sind die potenziellen Kostenersparnisse durch geringe Druckdifferenzen. Diese führen nämlich zu längeren Standzeiten und in der Folge zu einer Verlängerung der Wartungsintervalle – und das alles reduziert die Kosten. Den bestmöglichen Filter für eine Anwendung, für eine Maschine oder Anlage, den gibt es mit Sicherheit, denn Filter werden in einer nahezu unüberschaubaren Vielfalt und Menge angeboten. Es stehen Filter in unterschiedlichsten Arten, verschiedensten Größen und Materialien zur Verfügung. Doch eben diese große Auswahl kann auch ein Risiko sein, denn sie birgt in sich das Risiko einer falschen Filterwahl. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt. Allein mit der Wahl des bestmöglichen Filters, ist es oftmals noch nicht getan, denn auch die korrekte Anlagenauslegung spielt eine wichtige Rolle. Kurz gesagt: Fachmännisch konzipierte Filtrationslösungen sind beispielsweise für eine effiziente Oberflächentechnik unerlässlich, und zwar sowohl in ökonomischer wie auch ökologischer Hinsicht.

Beraten und beliefern Deshalb beraten und beliefern Fachfirmen wie die Filteron GmbH Unternehmen der Oberflächentechnik nicht nur beim Thema Ersatzfilter, sondern sie haben auch die Expertise, um das für den Anwender optimale Filtrationskonzept erfolgreich umzusetzen. Wie groß das Angebot an Filterarten und -materialien ist und welche Möglichkeiten es gibt, die Filtration zu optimieren, zeigen die Spezialisten auf der IN.STAND in Stuttgart. Zu sehen sein werden unter anderem Glasfaser- und synthetische Filtermedien. Sie eignen sich beispielsweise zur Farbnebelabscheidung. Sie speichern die bei Lackierprozessen entstehenden Farbnebel. Neben dem traditionellen Lackierprozess spielt die Pulverbeschichtung mittlerweile eine große Rolle in der Oberflächentechnik. Für die hierbei entstehenden Stäube bietet sich eine Feinstaubabscheidung an, bei welcher Filterpatronen zum Einsatz kommen. Werden die Oberflächen von Werkstücken mittels Strahlverfahren bearbeitet oder müssen im Fertigungsprozess poliert werden, so finden auch hier Filterpatronen Einsatz, da sie mit ihrer hohen Abscheideleistung kleinste Partikel filtern können, und durch die Möglichkeit von mechanischen Abreinigungsverfahren eine hohe Standzeit ermöglichen.

Darüber hinaus werden Filter, welche Einsatz bei Schleifprozessen oder beim Schweißen und Flexen finden, von Filteron angeboten. Hier setzt man auf eine Stufenfiltration, die sich meist aus Metallfiltern gegen Funkenflug, in der Hauptstufe aus Kassetten- und Schwebstofffiltern zur Partikelabscheidung, sowie aus Aktivkohlefiltern zur Rauch- und Geruchsabsorbierung in der Nachfiltration zusammensetzt. Zum Thema Taschenfilter: Die in einem wahlweise aus Kunststoffoder Metallrahmen gefassten, zu Taschen vernähten Filtervliese sind der Standard in Lüftungsanlagen. Sie reinigen große auftretende Luftströme und sichern so das benötigte Prozessklima. Die unterschiedlichen Güteklassen – bis 2018 eingeteilt in G3 bis F9 nach EN779:2012, inzwischen ISO coarse bis ISO ePM1 nach ISO 16890 – sowie die zu beachtenden Volumenströme setzen aber auch hier eine fachmännische Beratung unter Einbeziehung der Anlagenparameter voraus. „Doch nicht alle investieren hier richtig“, wie Ulrich Bräunlich von der Filteron GmbH, betont.

Er verweist in diesem Zusammenhang auf ein häufiges Problem: „Wir stellen bei Neu-, aber auch Bestandskunden immer wieder fest, dass notwendige, aber eher als nicht so wichtig angesehene Produkte wie zum Beispiel Filter, von sehr vielen unterschiedlichen Lieferanten zum bestmöglichen Preis bezogen werden. Dies führt zu einer großen Menge an anfallender Arbeit und Zeit, wenn man das Lieferantenmanagement, die Anzahl an Bestellungen, die Rechnungen, die Kontrolle der Lieferungen zu jedem dieser Vorgänge mitberücksichtigt.“

Richtig investieren und sparen Hinzu kommt, dass man bei vielen C-Teilen – und das gilt natürlich und in ganz besonderer Weise für Filter – auf die Ausführung und Qualität achten muss. „Sonst vergleicht man schnell Äpfel mit Birnen und hat auf einmal ein minderwertiges Produkt in der Hand“, mahnt er. So können Filter von außen sehr ähnlich aussehen, aber technisch sehr unterschiedlich sein, beispielsweise hinsichtlich der ge-

Eine fachmännisch konzipierte Filtrationslösung muss nicht nur den technischen, sondern auch den ökonomischen und den ökologischen Anforderungen einer Anwendung gerecht werden. Bei einer vergleichsweise komplizierten Fertigungskette mit der Verarbeitung diverser Materialien in mehrstufigen Produktionsprozessen ist hierfür eine intensive Kommunikation zwischen dem Anwender, dem Anlagenbauer sowie dem Filterhersteller unerlässlich. Bild: Filteron

botenen Filterfläche. Ist diese kleiner als bei einem anderen Modell, versucht die Lüftungsanlage – um die vorgegebene Luftmenge zu fördern –, diese mit mehr Druck durch die kleinere Filteroberfläche zu pressen. Und um diesen notwendigen Druck zu erzeugen, wird aber mehr Energie verbraucht, als wenn gleich von vornherein ein optimaler Filter zum Einsatz kommt, auch wenn dieser möglicherweise etwas teurer ist. Die vermeintliche Kostenersparnis durch den Einsatz eines Billigfilters wird also häufig durch einen erhöhten Energieverbrauch und kürzere Wartungsintervalle aufgezehrt. Der Instandhalter braucht nämlich nicht nur früher einen neuen Filter, sondern muss

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außerdem früher und damit häufiger Zeit investieren, um diese zu tauschen. „Hierdurch wird aus der vermeintlichen Kostenersparnis im Endeffekt sogar eine Kostensteigerung“, bringt es Bräunlich auf den Punkt und empfiehlt stattdessen folgende Herangehensweise: „Da es unzählige unterschiedliche Arten und Ausführungen von Filtern gibt, sollte man, um den bestmöglichen Preis und die bestmögliche Verfügbarkeit und Lieferzeit zu erreichen, mithilfe eines Filterspezialisten, eine Auflistung der benötigten Produkte und wenn möglich die benötigen Jahresmengen zusammenstellen.“ In.Stand Stuttgart 2022 18. bis 19. Oktober 2022 www.filteron.de


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18.–19. Oktober 2022 Messe Stuttgart

Von reaktiv zu präventiv – so geht’s Wie die Industrie 4.0 die Instandhaltung von Grund auf revolutioniert Die „intelligente Fabrik“ – nach der Dampfmaschine, der Elektrizität und der Elektronik hat die vierte Revolution zur Modernisierung der Fertigung begonnen. Und immer mehr Unternehmen schließen sich dieser an. Doch welche Vorteile ergeben sich für die Instandhaltung aus diesem Wandel und der Einführung innovativer Technologien? Viele sagen, dass analog besser sei als digital. Und das stimmt in manchen Fällen wohl auch: Zum Beispiel haben analoge Synthesizer den Ruf, einen besseren Klang zu erzeugen als ihr digitales Pendant. In der Instandhaltung ist es aber von Nachteil, in einer modernen Welt Wartungsaufgaben analog, auf eine alte Art und Weise zu erledigen. In den meisten Fällen zwingt eine Wartung mit alter oder unzureichender Technologie nämlich die Instandhalter dazu, einen korrektiven Wartungsansatz anstelle eines präventiven Ansatzes zu verfolgen. Ohne die Fähigkeit, Fehler zu erkennen, bevor sie auftreten, ist die Wartung reaktiv – mit ihr ist es nur möglich, Maschinen und Anlagen zu reparieren, nachdem ein Schaden aufgetreten ist. Abgesehen von dringenden, unvorhergesehenen Maschinenausfällen hat dieser Ansatz zahlreiche weitere Nachteile: So bleiben beispielsweise kleinere Fehler unbemerkt und entwickeln sich zu kostspieligen Ausfällen. Außerdem ist es schwierig oder gar unmöglich, Zeitpläne zu erstellen. Es kann den Energieverbrauch, die Umweltbelastung und sogar das Risiko von Arbeitsunfällen erhöhen. Kurz gesagt: Die korrektive Instandhaltung ist für einfach zu ersetzende oder kostengünstige

Maschinen ausreichend. Aber sie ist nicht ideal für eine moderne Produktionslinie mit einem teuren Maschinenpark, vor allem wenn es darum geht, bestehende Normen für das Anlagenmanagement wie ISO 55000 einzuhalten. Hier ist der präventive Ansatz eindeutig vorzuziehen. Jedoch sind sich viele Instandhaltungsleiter nicht sicher, wie sie am besten vorankommen. So könnten sie sich auf veraltete Technologie verlassen und riesige Datenmengen manuell in bunte Excel-Tabellen exportieren. Zudem werden viele unweigerlich auf ungewöhnliche Lösungen ausweichen, welche unnötig kompliziert und sehr fehleranfällig sind. Obwohl das funktionieren kann, ist es definitiv nicht der effizienteste Weg.

Säulen der proaktiven Instandhaltung Instandhaltungsexperten definieren die drei proaktiven Instandhaltungssäulen als zustandsbasiert, geplant und präventiv: Zustandsbasierte Instandhaltung bedeutet, Informationen von einer Anlage zu erhalten, um die richtige Wartungsmaßnahme zur richtigen Zeit zu finden. Geplante Instandhaltung bedeutet, Aufträge gemäß

Kalenderplan oder Betriebszeit auszuführen. Vorausschauende Instandhaltung ist eine Form der zustandsbasierten Instandhaltung, die sich heute oft auf das Sammeln, Analysieren und Verarbeiten von Messdaten mit intelligenter Technologie bezieht. Mit ihr ist es beispielsweise möglich, den besten Zeitpunkt für den Austausch von Öl oder einem Kugellager in einer Maschine zu ermitteln. Im Vergleich zu seinem reaktiven Gegenstück zielt die vorausschauende Instandhaltung darauf ab, alle unnötigen Wartungsaktivitäten zu vermeiden, um die Anlagen für ihren gesamten Lebenszyklus in Topform zu halten. Der Ansatz kann effektiv dazu beitragen, Ausfälle zu vermeiden, die betriebliche Effizienz zu erhöhen und Kosten zu senken. Um diesen drei Säulen gemäß den Wartungsstandards zu folgen, kann der Einsatz von IoTSensoren helfen. Wenn sich diese Sensoren problemlos in eine CMMS-Plattform integrieren lassen, welche Arbeitsaufträge, Terminplanung und Inventur verwalten kann und so einen Überblick über den gesamten Maschinenpark gibt, wird der Einstieg in die Industrie 4.0 einfacher. Um die betriebliche Effizienz auf breiter Front zu verbessern, sind die richtigen Werkzeuge er-

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Die drei proaktiven Instandhaltungssäulen sind zustandsbasiert, geplant und präventiv. Einen korrektiven Wartungsansatz anstelle eines präventiven Ansatzes zu verfolgen, ist weder zeitgemäß noch sinnvoll. Bild: Maintmaster

forderlich, damit die Herausforderungen einer guten In-

Zukunftssichere Instandhaltung standhaltung gemeistert werden können. Dies ist insbesondere mit Blick auf die Einhaltung inter-

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nationaler Instandhaltungsstandards der Fall. Aber es gibt einen enormen Unterschied zwischen Lösungen, die basierend auf diesen Standards erstellt wurden. Während technisch versierte IT-Mitarbeiter die meisten modernen Lösungen anpassen können, ist dies bei anderen oft ein teurer und komplizierter Weg, welcher zukünftige Anpassungen nicht berücksichtigt. „Mit einer Lösung, die speziell auf allen Aspekten von Instandhaltungsstandards wie ISO 55000 und EN 13306:2017 basiert, müssen Sie nicht zweimal überlegen, ob Sie konform zu dieser arbeiten. Wenn Sie Ihre Wartungssoftware wie vorgesehen einsetzen, folgen Sie automatisch den internationalen Best Practices – und sichern Ihre Instandhaltungspraktiken für die Zukunft ab“, betonen die Experten von Maintmaster und machen deutlich: „Wir bei Maintmaster glauben, dass Industrie 4.0 mit vorbeugender Wartung eine Vielzahl von Chancen bietet.“ Was das im Detail bedeutet, das erklären die Experten von Maintmaster auf der In.Stand in Stuttgart. Das Unternehmen bietet nach eigenen Angaben mit Maintmaster IPS und damit verbundenen IoT-Sensoren eine Lösung aus einer Hand an, „stets mit dem Blick auf internationale Standards – was sowohl die vorbeugende als auch die korrektive Instandhaltung zu einem Kinderspiel macht“. In.Stand Stuttgart 2022 18. bis 19. Oktober 2022 www.maintmaster.com


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Sieben einfache Schritte: Retrofit von A bis Z Pilz zeigt auf der In.Stand seine Lösungen für einen „sicheren“ Retrofit Was tun, wenn eine Maschine in die Jahre gekommen ist? Neu investieren oder das „alte Eisen“ auf den aktuellen Stand der Technik bringen? Ein Retrofit inklusive Update der Sicherheitstechnik kann für einen echten Effizienzschub sorgen und damit eine Neuinvestition überflüssig machen. Mit einem umfassenden Dienstleistungsportfolio begleitet Automatisierungsexperte Pilz Betreiber bei der Umsetzung eines Retrofits. Um Maschinen und Anlagen nicht nur zu modernisieren, sondern gleichzeitig auch„safe“ zu machen, bietet sich eine ganzheitliche Betrachtung an. Im Zuge eines Retrofits wird deshalb Schritt für Schritt vorgegangen, um Maschinen und Anlagen wieder auf den Stand der Technik zu bringen – höhere Verfügbarkeit und längere Lebensdauer inklusive.

des Retrofits – ein Beratungsteil, der fließend in die Implementierung übergeht, der die Hard- und nach Möglichkeit auch die Software umfasst. Dabei gilt es zu klären, welche Komponenten ausgetauscht werden sollten, damit die Verfügbarkeit erhalten bleibt.

Um die Sicherheit der Maschine zu garantieren sowie die Verfügbarkeit und Produktivität zu erhöhen, werden beispielsweise passende beweglich trennende oder nicht trennende Schutzeinrichtungen ausgewählt. Gewappnet für mehr Industrial Security kann die Maschine oder Anlage außerdem

1. Die Gefährdungsbeurteilung Im ersten Schritt erfolgt vor Ort eine Gefährdungsbeurteilung der zu betrachtenden Maschine oder Anlage: Wo weicht diese vom Stand der Technik nach aktueller Norm ab? Welche sicherheitstechnischen Lücken müssen geschlossen werden? Und wie? Zu den Inhalten zählen die Ermittlung der geltenden harmonisierten Normen und Vorschriften, die Bestimmung der Grenzen der Maschine, die Ermittlung sämtlicher Gefahren innerhalb jeder Lebensphase der Maschine, die eigentliche Risikoeinschätzung und Gefährdungsbeurteilung. Am Ende der Gefährdungsbeurteilung wird schließlich die weitere Herangehensweise besprochen.

2. Das Sicherheitskonzept Im Rahmen eines Sicherheitskonzepts werden grundlegende Vorschläge zum Erreichen der mechanischen wie auch sicherheitstechnisch erforderlichen Schutzziele gemacht. Das Sicherheitskonzept beschreibt die technischen Maßnahmen und gewährleistet die Sicherheit der Maschinen in Übereinstimmung mit national und international harmonisierten Normen. Ein gutes Sicherheitskonzept löst das immer wieder auftretende Spannungsfeld zwischen Schutzeinrichtungen und Produktivität. Es berücksichtigt unter anderem den Einsatz fester und beweglicher Schutzeinrichtungen, Systeme zum Stillsetzen von Maschinen und Anlagen, Möglichkeiten zum sicheren Abschalten elektrischer Energie sowie unter Druck befindlicher Flüssigkeiten und Gase und das Erkennen von Arbeitern in gefährlichen Bereichen.

3. Das Sicherheitsdesign Wenn gewünscht, erstellen die Experten von Pilz ein detaillierteres Safety-Design für die Umsetzung

Bild: Pilz/iStock.com/Portra

In.Stand Fachforum Instandhaltung Das die Fachmesse begleitende „In.Stand Fachforum Instandhaltung powered by Pilz“ findet am 19. Oktober auf der Messe statt. Experten aus Verbänden, Wissenschaft und Industrie stellen aktuelle Lösungen in der Instandhaltung vor, blicken auf

die Bedeutung von Industrial Security sowie Digitalisierung und geben wertvolle Tipps aus der Praxis. Je nach persönlichem Schwerpunkt können alle Vorträge einzeln und ohne vorherige Anmeldung kostenlos besucht werden.

Mit einem maßgeschneiderten Dienstleistungsangebot für Retrofitmaßnahmen sorgt der Automatisierungsexperte für mehr Sicherheit und Produktivität. Bild: Pilz

mit elektronischen Systemen zur Zugangsregelung ausgestattet werden, denn sie verbessern den Manipulationsschutz. Ziel des Sicherheitsdesigns ist es, durch eine detaillierte Ausarbeitung der notwendigen Schutzmaßnahmen eine Reduzierung oder Beseitigung der Gefahrenstellen zu erreichen. Konkret geht es um die Gestaltung von Mechanik, Elektrotechnik, Elektronik, Softwareund Steuerungssystemen und die Auswahl der Komponenten. Die Beratung passt sich individuell an die Bedürfnisse des Kunden an – von kleineren bis hin zu größeren Retrofitumfängen – und ist dabei zunächst auch völlig produktneutral. Anschließend kann der Kunde entscheiden, wie und mit wem er das Retrofit angehen möchte. Auf Wunsch bekommt er von Pilz alles aus einer Hand: Beratungsleistung inklusive Engineering und Integration. Um die richtigen Komponenten auswählen zu können, muss der zu erreichende Performance Level

(PLr) oder Safety Integrity Level (SIL) nach EN ISO 13849-1 / EN IEC 62061 bestimmt und verifiziert werden.

4. Auswahl der Komponenten Unterstützung bei diesem aufwendigen Verfahren bieten entsprechende Berechnungstools. So validiert etwa der Safety Calculator PAScal von Pilz die tatsächlich erreichten Werte einschließlich der geforderten oder verlangten Vorgabewerte PLr bzw. SIL.

5. Die Systemintegration Mit den aus der Gefährdungsbeurteilung und dem Sicherheitskonzept gewonnenen Ergebnissen werden die ausgewählten Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Weiter auf Seite M8

Wälzlagerprüfung mit mit Wälzlagerprüfung

SONAPHONE®® NEU: Sensor, Sensor, App App und und Webmodul Webmodul NEU: für die die Wälzlagerprüfung Wälzlagerprüfung für Variabler Bandpassfilter Bandpassfilter von von Variabler kHz bis bis 128 128 kHz kHz 11 kHz ƙʧ˰ɤ‫ڒ‬LjǸΥɤ‫ڒ˰̇ͅ ڒ‬ՅƙLj Ն‫ڒ‬Ǹ΄ʅ‫ڒ‬ Time Wave Form (TWF) auf SONAPHONE && DataSuite DataSuite SONAPHONE Bestimmung der der WiederholWiederholBestimmung frequenzen in in der der DataSuite DataSuite frequenzen Im SONAPHONE SONAPHONE integrierter integrierter Im CREST Faktor Faktor CREST


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18.–19. Oktober 2022 Messe Stuttgart

Aufwand überschaubar, Nutzen immens Daten aus heterogenen Lösungen in eine Instandhaltungssoftware integrieren In vielen Instandhaltungsabteilungen ist das Klemmbrett und die Erfassung von relevanten Daten auf Papier längst passé. Fast überall werden die Daten mittlerweile elektronisch erfasst, allerdings oftmals keineswegs stringent und in den unterschiedlichsten Anwendungen: Listen werden gerne in einer Tabellenkalkulation geführt, Arbeitsanweisungen in der Textverarbeitung, die Terminverwaltung erfolgt in der Kalender-App und die Verwaltung des Ersatzteillagers in einer Datenbank. Auf diese Weise bleibt das Potenzial der Digitalisierung ungenutzt – und das wissen die meisten. Doch sie scheuen den Aufwand, der mit dem Datenex- und -import in eine neue Instandhaltungssoftware einhergeht. Zu Unrecht, so die Experten der M.O.P GmbH. „Anfängliche Bedenken über den zu erwartenden Aufwand für die Einrichtung weichen bei der Nutzung immer wieder den Vorteilen, die die TOM Instandhaltungssoftware mit sich bringt“, ist Christian Wendler, Geschäftsführer der M.O.P GmbH, Hersteller der Instandhaltungssoftware TOM, überzeugt.

Datenimport leicht gemacht „Neben einer Erleichterung des Arbeitsaufwandes werden Ausfallzeiten beachtlich verringert und gleichzeitig kann die Produktivität signifikant gesteigert werden. Zudem werden durch eine durchdachte Vorbereitung schlankere und effizientere Strukturen geschaffen“, ergänzt Wendler. Doch wie kommen die Daten nun in die neue Anwendung? Als modular aufgebaute Instandhaltungssoftware bietet TOM gleich mehrere Möglichkeiten für den Datenimport. Die einfachste ist die manuelle Eingabe. Wenn noch keine Daten erfasst sind, ist dies durchaus praktikabel – schließlich müssen die Daten ja irgendwann einmal erfasst werden. Die meisten bevorzugen aber den Import von bereits vorhandenen Daten über eine entsprechende Schnittstelle. Das geht beispielsweise über die universelle Importschnittstelle von TOM. Hierbei handelt es sich um einen halbautomatischen Import, der universell an den Kunden angepasst werden kann. Der Import erfolgt über eine flexible, excelbasierte Schnittstelle.

Mittels dieser Schnittstelle lassen sich beispielsweise Adressdaten, historische Vorgänge, Materialstammdaten, Objektdatensätze oder Wartungsserien importieren. Zusätzlich können auch individuelle Extradatenfelder importiert werden. Die zu importierenden Daten werden im Vorfeld über Excel konfiguriert und lassen sich anschließend in TOM importieren und verarbeiten. Die andere Variante ist die Nutzung einer individuellen Importschnittstelle: Diese kann bei vernetzten Anlagen, der Implementierung in bestehende ERP-Systeme oder bei einem Wechsel der Instandhaltungssoftware zu TOM die effizientere Lösung sein. Allerdings sind solche Lösungen in der Regel kein Standard und bedürfen im Vorfeld eines konkreten Briefings, um die Anforderungen an die Schnittstelle zu ermitteln. Im Fokus steht dabei die Beantwortung folgender Fragen: Welche Daten (beispielsweise Material-/Lagerbuchungen, Zählerstellen/-stände) sollen importiert werden? In welchem Format werden die Daten bereitgestellt? Wie oft soll der Abgleich vonstattengehen? Erfolgt der Datenabgleich unidirektional oder bidirektional? Was ist bei einem bidirektionalen Abgleich das Bindeglied zwischen den beiden Systemen? Wie werden Daten im bestehenden System verarbeitet? Hier wird meist ein Partner der aktuell vorhandenen Software benötigt.

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Mit den Erkenntnissen des Briefings lässt sich eine passgenaue Schnittstelle entwickeln, mit der Daten durch TOM übernommen werden können.

ERP bleibt das Hauptsystem Dadurch lässt sich die TOM Instandhaltungssoftware laut Entwickler problemlos in vorhandene Systeme integrieren. Dabei bleibt das bestehende ERP-System in der Regel das Hauptsystem. „Die Entwicklung von angepassten Schnittstellen für unsere

Fortsetzung von Seite M7 Das umfasst die Zusammenarbeit und die Auswahl geeigneter Lieferanten, Beschaffung von Komponenten und Umsetzung von Systemlösungen, Projektierung von Steuerungen und Erstellung von Visualisierungsoberflächen, elektrische Installation von Maschinen und Anlagen, Ausrüstung von mechanischen Schutzmaßnahmen und hydraulischen Komponenten sowie die Überprüfung und den Bau von Schaltschränken.

6. Verifizierung und Validierung Vor dem Abschluss einer Modernisierung stehen noch die Verifizierung und Validierung der getroffenen Sicherheitsmerkmale aus – essenziell für den Beweis, dass Maschinen sicher sind. Wichtig ist, dass jeder Schritt auf

Auf der Messe in Stuttgart stehen Experten der M.O.P GmbH bereit, die Fragen zum Thema Datenim- und -export zu beantworten. Bild: James Osborne, Pixabay

Kunden gehört zum festen Bestandteil unseres Portfolios. Unser fachkundiges Team kann daher kurzfristig und effizient den individuellen Anforderungen gerecht werden. Zudem sind für verschiedene Softwarelösungen anderer Hersteller bereits nutzbare Schnittstellen vorhanden:

Bei einem Wechsel zu TOM Instandhaltungssoftware kann mit den Bestandsdaten direkt weitergearbeitet werden“, betont Christian Wendler abschließend. In.Stand Stuttgart In.Stand Stuttgart 2022 18. bis 19. Oktober 2022 www.mop-zwickau.de

seine Richtigkeit hin geprüft wird: Also, ob die Schutzmaßnahmen korrekt umgesetzt wurden und ob die Sicherheit im Zusammenhang mit der Maschinensteuerung richtig konzipiert und nach den Sicherheitsbestimmungen umgesetzt wurde. Zur Nachbetrachtung gehören auch die Durchführung einer Funktionsprüfung und Fehlersimulation des Sicherheitssystems sowie verschiedener Messungen (z.B. Schutzleiter, Schallpegelemission). Normativ erforderliche Protokolle belegen hier nachvollziehbar jeden Schritt.

Schulungsangebot, das beispielsweise Seminare für sicherheitsgerichtete Software, Hardware, Konstruktion sowie auch Maschinensicherheits- und CESeminare einschließt.

7. Das Schulen der Mitarbeiter Maschinenbediener und Wartungspersonal sollten mit dem Maschinenupgrade auch in ihrem Berufsalltag gut und unkompliziert umgehen können. Dafür bietet Pilz ein umfassendes

8. Die CE-Zertifizierung Mit dem Anbringen der CE-Kennzeichnung auf seinem Produkt bestätigt der Hersteller oder Inverkehrbringer schließlich, dass sein Produkt in seinen zugesicherten Eigenschaften und bei bestimmungsgemäßer Verwendung allen gesetzlichen Anforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und Auflagen entspricht. Alle Maschinen, die aus Nicht-EULändern importiert werden, benötigen ebenfalls eine CEKennzeichnung. Das Anbringen der CE-Kennzeichnung erfolgt dabei in alleiniger Verantwortung durch den Hersteller oder Inverkehrbringer selbst und bedarf keiner behördlichen Zustimmung. Vor dem Retrofit empfiehlt Pilz grundsätzlich die Prüfung auf eine wesentliche Änderung an der Maschine. Denn eine wesentliche Änderung macht unumgänglich die (erneute) CE-Kennzeichnung der Maschine erforderlich. Diese gründliche Vorgehensweise bei einem Retrofit ist erforderlich, um eine Maschine oder Anlage auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Für den Betreiber bedeutet das Plus an Sicherheit durch eine strukturiert geplante Instandhaltung auch eine Kosteneinsparung: Die Maschinenverfügbarkeit kann maximiert werden, ohne dabei Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen. In.Stand Stuttgart 2022 18. bis 19. Oktober 2022 www.pilz.com