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April 2021 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

BETRIEBSTECHNIK INSTANDHALTUNG

26.–27.10.2021 26. 27.10.2021 Messe Stuttgart www.in-stand.de #instand21

Konditorei Coppenrath & Wiese senkt Ausfallzeiten um 40 Prozent. Seite 35 Das Aufzug-Monitoring bestehend aus der Sensorik, der Software und dem Service. Es sorgt für schnelle Fehlerbehebung und deutlich kürzere Ausfallzeiten. Bild: Hans Braxmeier auf Pixabay

TOP NEWS Sonderteil Schauplatz Messe ... was Sie 2021 auf der maintenance in Dortmund erwartet hätte Seite 33 Was es mit „LSM“ auf sich hat Zukunftsorientierte Instandhaltung als Wettbewerbsvorteil Seite 10 Warnt vor Kollisionen - proaktiv Schöler Fördertechnik testet intelligentes Assistenzsystem Seite 12 Mit Drohnen Schäden sehen, mit Mikros hören - dank KI Seite 19

THEMEN Nachrichten

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Antriebs- & Steuerungstechnik

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Arbeitssicherheit

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Condition Monitoring 17 Mess- & Überwachungstechnik Drucklufttechnik

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Für ein kontrolliertes Auf und Ab Gerade ältere Aufzüge haben ein erhöhtes Ausfallrisiko. Solche Ausfälle sind nicht nur unangenehm für den Benutzer, sondern auch teuer für den Betreiber. Mit dem Aufzug-Monitoring bringt Bosch Service Solutions nun eine in wenigen Minuten nachrüstbare Lösung auf den Markt, die den Betrieb rund um die Uhr beobachtet und Störungen automatisch erkennt. Eine neue, nachrüstbare Lösung von Bosch Service Solutions zum Überwachen von Aufzügen soll die Ausfallzeiten verkürzen und das Betreiben eines Aufzugs günstiger machen. Der Hersteller spricht von einer Senkung der Betriebskosten um bis zu 30 Prozent. „Mit dem neuen AufzugMonitoring machen wir das Aufzugfahren transparenter und sicherer“, ist sich Henning von Boxberg, Geschäftsführer von Bosch Service Solutions, sicher und erklärt: „Die Kombination aus einer Sensor-Box, cloudbasierter Software und angebundenem Service sorgt dafür, dass Gebäude- und Aufzugsbetreiber zu jedem Zeitpunkt einsehen können, ob ihr Aufzug fährt oder steht.“ Herzstück der Retrofit-Lösung ist eine flache, zehn Zentimeter große Sensor-Box, die auf der Oberseite der Kabine installiert wird. Damit lassen sich die Aufzüge einfach, kostengünstig und in der Regel schon in 15 Minuten nachrüsten - unabhängig von Alter, Hersteller oder Modell des Aufzugs. Die einzige Voraussetzung ist eine Verbindung über das Mobilfunknetz. Diese

Energie-Effizienz

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Facility Management

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Fertigungstechnik

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Industrieservice

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Management & Technologie

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Reinigung

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Wartungs- & Werkstattbedarf

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Zulieferteile

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NEUE KRAFT FÜR IHRE MASCHINEN

Messen & Events

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Impressum

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· Herstellerunabhängig · Neuwertige Instandsetzung und Überholung Ihrer Generatoren – auch vor Ort · Neuer Antrieb für Ihre AC/DC-Elektromotoren

Wolff Publishing www.b-und-i.de

ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

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Fahrstühle jeden Herstellers und Alters lassen sich in rund 15 Minuten per Plug & Play nachrüsten, verspricht der Hersteller. Zudem können Betreiber mit dieser Lösung ihre Betriebskosten um bis zu 30 Prozent senken. Bild: Bosch

muss vor Ort verfügbar sein, um die Daten zu übertragen. Betreiber können sogar eine Vielzahl von Aufzügen, die sich an verschiedenen Orten befinden, in das System einbinden. Die Sensor-Box selber sendet Informationen zum Betrieb in die Cloud, wie zum Beispiel den Funktionsstatus, die Anzahl der Fahrten oder angefahrene Stockwerke. Eine Software wertet diese Sensordaten aus und stellt die Ergebnisse dann als Status-Monitoring den Aufzugsbetreibern wie Facility-Managern, Gebäudebetreibern oder Wartungspartnern per Web- oder Smartphone-Zugang zur Verfügung. Im Falle einer Störung sendet das System eine Meldung an den Betreiber und das Bosch Monitoring Center. Mithilfe der frühen Benachrichtigung lassen sich Reparaturen schneller einleiten und Ausfallzeiten verkürzen. Clever: Im Gegensatz zu einem Aufzugnotrufsystem zeigt das Aufzug-Monitoring auch Störungen an, wenn der Aufzug unbesetzt und defekt ist. Weiter auf Seite 24

24/7 Störungshotline +49 911 9552-150

Mehr zum Thema unter bit.ly/247instabmr

be in motion


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NACHRICHTEN

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Es hätte so schön sein können ...

Es ist kurz nach Ostern. Normalerweise lockt der Frühling und die Blumen sprießen - eine tolle Zeit. Nicht so in diesem Jahr: Mein Blick aus dem Fenster fällt auf verschneite Landschaften. Der Winter hat uns (noch) fest im Griff. Bereits Ende September 2020 hat Markus Söder uns auf einen harten Winter eingeschworen - wobei er das im übertragenen Sinn gemeint

hat. Und leider hatte er damit recht, denn die Corona-Pandemie ist keineswegs vorbei, auch wenn mit den Impfungen nun zumindest ein Licht der Hoffnung am Ende des Tunnels zu sehen ist. Dennoch erkranken zahlreiche Menschen an dieser heimtückischen Krankheit und viele sterben auf den Intensivstationen. Um einer Eskalation vorzubeugen, gelten deshalb massive Einschränkungen. Einschränkungen, die z.B.

auch Fachmessen unmöglich machen. Und so ist die maintenance Dortmund ebenfalls ein Opfer der Pandemie geworden. Sie findet erst wieder im März 2022 statt. Das ist schade für die Branche, für die Aussteller, die ihre neuen Produkte zeigen und über ihre innovativen Lösungen informieren wollten, aber natürlich auch für die Besucher, denen diese wichtige Informationsplattform nun fehlt.

Predictive Maintenance bringt Erfolge Die technischen Hürden von Predictive Maintenance sind überwindbar, so eine Studie Eine aktuelle Studie der Management- und Technologieberatung Bearingpoint kommt zu dem Schluss, dass sich in Sachen Predictive Maintenance bereits viel getan hat. So hat jedes dritte Unternehmen bereits Projekte über die Pilotphase hinweg umgesetzt. Noch vor drei Jahren war gerade einmal jedes vierte Unternehmen in diesem Bereich aktiv. Und: Predictive Maintenance zahlt sich aus. Oftmals sind die Ergebnisse sogar besser als erwartet. Eine aktuelle Umfrage von Bearingpoint ergab, dass sich 75 Prozent der befragten Unternehmen aktiv mit dem Thema Predictive Maintenance auseinandersetzen. Für die Studie Predictive Maintenance wurden insgesamt 203

Unternehmen hauptsächlich aus den Bereichen Maschinenbau, Chemie/Pharma und Automobilindustrie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mittels einer quantitativen Online-Umfrage befragt.

Die teilnehmenden Fachexperten stammen primär aus den Bereichen Instandhaltung, Produktion, Logistik und IT. Laut dieser Studie hat bereits die Hälfte der Befragten Predictive Maintenance (Pilot-)Projekte

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B&I fasst deshalb die Highlights im Sonderteil „Schauplatz Messe“ ab Seite 33 zusammen - eine Messe in der Zeitung sozusagen. Ich hoffe, dass - wenn Sie diese Zeilen lesen -, sich die Situation gebessert hat, dass die Frühlingssonne scheint, und ich bin zuversichtlich, dass es im Herbst 2021 mit der In.Stand in Stuttgart klappt. In diesem Sinne: Bleiben Sie zuversichtlich und uns gewogen. Volker Zwick

erfolgreich umgesetzt. Auf Basis der Experteneinschätzungen konnten Maschinen- und Anlagenstillstandszeiten schon um 18 Prozent sowie die Wartungsund Servicekosten um 17 Prozent reduziert werden. Auch die Ersatzteilbestände ließen sich um durchschnittlich 13 Prozent minimieren.

Servicekosten um 17 Prozent reduziert Diese Werte spiegeln oder übertreffen den von Unternehmen eingeschätzten erwarteten Nutzen und haben damit auch einen maßgeblichen Einfluss auf den Unternehmensumsatz: Bei den befragten Unternehmen nahm der Umsatz innerhalb von ein bis zwei Jahren nach der Umsetzung der Projekte um 10 Prozent zu. Auf Basis der bereits umgesetzten Maßnahmen und der daraus gewonnenen Erfahrungen schätzen Unternehmen technische Hürden wie die IT-Sicherheit, die Auswahl und Verfügbarkeit der Daten oder die Anwendung statistischer Methoden im Vergleich zur Umfrage 2017 mittlerweile geringer ein. Dennoch bleiben die ITSicherheit (44 Prozent), die IT-Infrastruktur (42 Prozent) sowie die Auswahl und Verfügbarkeit der Daten (41 Prozent) die Top drei Herausforderungen von Unternehmen bei der Umsetzung von Predictive-Maintenance-Projekten.

Weitere Infos unter www.fetra.de

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Der in der Vergangenheit als größte Herausforderung eingeschätzte hohe Implementierungsaufwand ist nach wie vor die größte nicht technische Herausforderung und liegt mit 39 Prozent an vierter Stelle. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren für die Implementierung von Predictive Maintenance in Unternehmen haben sich nach Einschätzungen der befragten Experten in den letzten drei Jahren gewandelt. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass in den letzten Jahren bereits zahlreiche Predictive-Maintenance-Projekte mit Fokus auf „Sensorik, Vernetzung und Integration“ sowie zur „IT-Infrastruktur“ umgesetzt wurden. Daher werden diese beiden Erfolgsfaktoren von weniger Unternehmen als (sehr) wichtig eingeschätzt. Des Weiteren haben Unternehmen erste Erfahrungen und Know-how zu Predictive Maintenance aufgebaut, sodass die gezielte Kompetenzentwicklung nur noch von 42 Prozent als (sehr) wichtig eingestuft wird (2017 waren es noch 72 Prozent). Heute stehen vor allem Faktoren wie die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit im Unternehmen (von 58 Prozent als (sehr) wichtig eingeschätzt), die ITSicherheit (56 Prozent) und die Verfügbarkeit von (Echtzeit-)Daten (55 Prozent) im Fokus. Der Anteil von Pilotprojekten und tatsächlich umgesetzten Projekten hat seit 2017 zwar deutlich zugenommen, jedoch geben nur wenige Unternehmen (4 Prozent) an, die möglichen Potenziale ihres Unternehmens damit bereits komplett ausgeschöpft zu haben. „Die technischen Hürden der Maschinenanbindung im Umfeld der Predictive-Maintenance-Projekte stehen bei den Unternehmen nicht mehr im Vordergrund und scheinen genommen. Erste messbare Erfolge geben dem Thema Predictive Maintenance weiterhin Aufwind. Entscheidend ist, dass entsprechende Projekte als Teil einer unternehmensweiten digitalen Transformation gesehen und die Veränderungen aus der Führungsebene heraus vorgelebt werden“, so Frank Duscheck, Partner für Maintenance & Service Management bei Bearingpoint und Experte für Industry 4.0/IoT. www.bearingoint.com


»WENN WIR ES RICHTIG MACHEN, WIRD SICH UNSER GANZES LEBEN DURCH DIGITALISIERUNG VERBESSERN.« Frank Thelen, Start-Up-Investor und Digitalisierungs-Vordenker, bekannt aus »Die Höhle der Löwen«

10X DNA – DAS MINDSET DER ZUKUNFT. Eine Keynote von Frank Thelen 01.07.2021, 13:00 Uhr, Prime Channel

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NACHRICHTEN

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Digitale Instandhaltungsprozesse ... ... als Merkmale echter Vorreiter Die Pandemie hat Grundlegendes verändert und uns turbulente Zeiten beschert. Klar ist: Wer gut durch die Krise kam, war vermutlich in der „richtigen“ Branche tätig und hat im Vorfeld einiges besser gemacht als andere, meint Andreas Dankl von dankl+partner consulting. Diese Forderungen an Instandhaltung kennen wir alle: höchste Verfügbarkeits- und Zuverlässigkeitsziele für Anlagen, Erhaltung der Anlagensubstanz, die Einhaltung der gesetzlichen Richtlinien und„höchste“ Wirtschaftlichkeit. Diese Erwartungen haben sich durch COVID-19 zwar temporär in Richtung Kostensenkung verschoben, haben sich aber nicht grundsätzlich verändert. Jedoch hat die Pandemie aufgezeigt, dass der Einsatz von„Digitalisierungslösungen“ in großem Maße einen Erfolgsfaktor im Anlagenbetrieb und in der Instandhaltung darstellt; dazu zählen unter anderem der Zugriff auf integrierte Produktions- und Instandhaltungsdaten, Auto-IDTechniken kombiniert mit Mobilgeräten für Remote-Support, transparente Bereitstellung von Anlagen- und Leistungsdaten, Dokumenten und Wissensbeständen in allen wichtigen Instandhaltungsprozessen. Im Frühjahr 2020 mussten viele Unternehmen durch den Lockdown ihre Instandhaltungsorganisation sehr zeit- und kostenaufwendig an die coronabedingten Rahmenbedingungen anpassen. Hier haben sich klare Wirtschaftlichkeits- und somit Wettbewerbsvorteile jener Betriebe herauskristallisiert, die sich frühzeitig mit der Digitalisierung in Instandhaltung und im Anlagenmanagement beschäftigt haben.

Insbesonders datenbasierende, also zustandsorientiert optimierte Instandhaltungsstrategien für Anlagen und durchgängig digitalisierte Instandhaltungsprozesse, kombiniert mit dem Einsatz sinn-

B&I Magazin 2021 Dieser Fachbeitrag von Andreas Dankl stammt aus dem neuen B&I Magazin 2021, das vor Kurzem erschienen ist. Dieses Jahresmagazin ist als Ergänzung zu den sechs Printausgaben pro Jahr der B&I Industrie-Zeitung und zu dem werktäglichen B&I-Newsletter konzipiert. Mehr über das neue Magazin finden Sie online unter: www.b-und-i.de

Wisag schließt sich VAIS an Der Verband für Anlagentechnik und Industrieservice e.V. (VAIS) repräsentiert einen bedeutenden deutschen Wirtschaftsbereich und bildet in seiner Aufstellung die Kernthemen der Branche ab. Auch dank eines ausgeprägten Netzwerks können laut VAIS wirtschaftliche und fachliche Belange der Mitglieder bestmöglich gefördert und vertreten werden. „Zero Carbon, Industrie 4.0 oder der demographische Wandel - das alles sind nur einige der Herausforderungen, mit denen wir uns als Industriedienstleister in Zukunft und auch jetzt schon konfrontiert sehen“, erklärt Gerrit Egg, Geschäftsführer der Wisag Produktionsservice GmbH, dem größten Tochterunternehmen der Wisag Industrie Service Gruppe. „Es ist wichtig, dass wir uns mit unseren Kunden und Mitbewerbern vernetzen, um nachhaltige Lösungen für die anspruchsvollen Themen zu entwickeln und diese mit einer gemeinsamen Stimme voranzutreiben“, ergänzt er. Darüber hinaus will der Industriedienstleister mit seinem

voller Technologien, haben hier maßgeblich zu Wirtschaftlichkeitsvorteilen geführt. Studien von MCP International zeigen deutlich, dass bei den Prozessen für Instandhaltung und Anlagenwirtschaft in den meisten Betrieben noch sehr große Optimierungspotenziale vorhanden sind. Durch Steigerung des Planungsgrades und Senkung von Verlustzeiten des Instandhaltungspersonals (z.B. vermeidbare Wegzeiten, Suchzeiten für Ersatzteile und Dokumente, Warten auf fachliche Unterstützung oder auf die Übergabe von Anlagen für terminlich geplante W&I-Maßnahmen) sind Produktivitätssteigerungen bis zu 25 Prozent möglich. Das heißt: Jede vierte Arbeitsstunde des kostbaren Instandhaltungspersonals könnte wertschöpfend genutzt werden. Typische Ursachen der bestehenden Ineffizienzen sind beispielsweise mangelhaft definierte Prozessschritte und Schnittstellen, unzureichend integrierte Datenbestände und IT-Systeme sowie ein unstrukturierter beziehungsweise fehlender Einsatz von digitalen Lösungen.

Effiziente, digitale Prozesse Aufbauend auf der Norm EN 17007 (Instandhaltungsprozess und Leistungskennzahlen) sowie Erfahrun-

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Andreas Dankl, geschäftsführender Gesellschafter von dankl+partner consulting | MCP Deutschland, engagiert sich seit mehr als 20 Jahren für das Thema Instandhaltung mit Fokus auf Instandhaltungsmanagement und Asset Management. Er ist Gründungsmitglied und Geschäftsführer der Trainingsakademie für Instandhaltung und Produktion sowie des Forschungs-Hotspots zum Thema Instandhaltung 4.0, des MCC Maintenance Competence Centers. Bild: dankl+partner consulting

gen aus Prozessprojekten empfiehlt dankl+Partner consulting drei Entwicklungsstufen: Klar definierte Prozesse bzw. Prozessschritte und Organisationsregeln: Das betrifft zum Beispiel Regeln zu Meldungsprioritäten, Reaktionszeiten für Sofortmaßnahmen oder Vorgaben zu Mindestinhalten der Rückmeldungen, aber auch klare Zuordnung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten an den Schnittstellen zwischen Produktion und Instandhaltung. Integration der relevanten ITSysteme und Dokumentenbestände: Zentrales Element ist eine Software für Instandhaltung und Anlagenwirtschaft (IPSA-System/CMMS) mit bedarfsgerechter Funktionalität, Benutzerfreundlichkeit und Systemtechnologie, die eine Anbindung an bestehende ITSysteme mit IH-relevanten Datenund Dokumentenbeständen ermöglicht. Diese Forderungen können mittlerweile die Hälfte der ca. 90 im

DACH-Raum angebotenen Softwarelösungen erfüllen. Einbindung von geeigneten Digitalisierungslösungen und Verknüpfung der relevanten Datenbestände: Durch Anwendung von Mobilgeräten und Auto-ID-Techniken sowie die Integration von Daten aus beispielsweise MES, PLS und Condition-MonitoringTechniken können in Echtzeit die „richtigen“ Entscheidungen und Maßnahmen abgeleitet werden - ggf. unterstützt durch automatisierte Workflows. Die Verbesserung der Prozesse für Instandhaltung und Anlagenwirtschaft birgt ein großes Effizienzpotenzial. Der entscheidende Erfolgsfaktor liegt darin, die relevanten Optimierungsansätze systematisch zu identifizieren und in der richtigen Reihenfolge (Entwicklungsstufen) umzusetzen. Eine erste Bestandsaufnahme der Prozesse ist auf www.excellence-radar.com kostenfrei möglich. Andreas Dankl, www.mcp-dankl.com

NSK übernimmt Brüel & Kjær Vibro … … und baut damit sein CMS-Angebot im Industriebereich aus Mit Wirkung zum 1. März 2021 ist Brüel & Kjær Vibro (B&K Vibro) ein Unternehmen von NSK Ltd. geworden. Damit stärkt NSK seine Kompetenzen im Bereich Condition Monitoring und setzt sich gleichzeitig ambitionierte Ziele: NSK möchte durch die Übernahme einer der führenden Anbieter von CMS-Lösungen im Industriebereich werden.

„Wir freuen uns sehr, dass mit der Wisag einer der bedeutendsten Vertreter unserer Branchen künftig im VAIS mitarbeiten wird“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende des Verbands, Dr. Lothar Meier. Er verspricht sich davon auch eine Signalwirkung für weitere Unternehmen der Branche. Bild: VAIS

Engagement im VAIS maßgeblich zur Sicherung des Industriestandorts Deutschland beitragen. Das Ziel: die Bedeutung der Branche in der öffentlichen Wahrnehmung stärken. www.vais.de www.wisag.de

Saimon Nogami, Senior Executive Vice President der NSK Ltd., Tokio, erläuterte in einer Online-Ansprache an die Mitarbeiter die Ziele, die NSK mit der Integration von B&K Vibro verfolgt: „Mit der Übernahme von B&K Vibro erweitern wir unsere Kompetenz und gewinnen die Möglichkeit, im Industriegeschäft mit anspruchsvollen Condition-MonitoringDienstleistungen zu wachsen. Das entspricht unserer Strategie, nicht nur sehr hochwertige Antriebskomponenten, sondern ebensolche Systemlösungen und Dienstleistungen anzubieten.“ Ziel dabei ist es, so Nogami, aus Kundensicht die Produktivität von Maschinen und die Qualität der Produkte zu verbessern und damit dem Konzept des „Smart Shop Floor“ näherzukommen. B&K Vibro wiederum erhält durch die Übernahme einen deutlich verbesserten Marktzugang zu di-

In einer virtuellen Willkommensveranstaltung erläuterten Dr. Ulrich Nass, Vice President der NSK Ltd. und CEO von NSK Europe (li.), sowie Marcel Van Helten, CEO und Vorsitzender von Brüel & Kjær Vibro (re.) die Strategie nach der Übernahme. Bild: NSK

versen Industriebranchen. Schließlich gehört NSK zu den drei weltgrößten Wälzlagerherstellern und die Überwachung von rotativen Bewegungen mit dem Ziel des Condition Monitoring ist eine der Kernkompetenzen von B&K Vibro. Aus Sicht von Dr. Ulrich Nass, Vice President der NSK Ltd. und CEO von NSK Europe, kann NSK durch die Übernahme zu einem führenden Anbieter von CMSLösungen werden:„Wir werden die

Expertise und die Reputation von Brüel & Kjær Vibro als Inkubator nutzen, um weltweit interessante Projekte für unsere Kunden umzusetzen und ihnen CMSLösungen von hohem Nutzwert bereitzustellen.“ In den kommenden Wochen werden Managementteams von NSK und B&K Vibro eine Roadmap zur konkreten Umsetzung dieser Strategie erarbeiten. www.nskeurope.de


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GFK zustandsorientiert instand halten Wie sich ältere GFK-Behälter makro- und mikroskopisch prüfen lassen Behälter aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) erreichen nach 200.000 Betriebsstunden das Ende ihrer rechnerischen Lebensdauer. Doch oft lassen sie sich auch darüber hinaus sicher weiterbetreiben. Ob Instandsetzungsmaßnahmen notwendig oder Teile auszutauschen sind, erfahren Betreiber mit der Sichtprüfung und Werkstoffanalyse von TÜV Süd. Bei der Herstellung von GFK werden Glasfasern schichtweise in chemisch hochbeständige Kunststoffe (zum Beispiel Vinylund Polyesterharze) eingebettet, die sich aufgrund ihrer Viskosität gut verarbeiten lassen. So lässt sich ein mehrlagiges, festes Laminat herstellen, das trotz seiner geringen Dichte (ein Fünftel von Stahl) mechanisch hoch belastbar ist. Gegenüber metallischen Werkstoffen ermöglicht GFK zudem flexiblere Geometrien für individuell erforderliche Größen und zeigt ein gutes Korrosionsverhalten in aggressiven Umgebungen. Darüber hinaus ist der Werkstoff äußerst temperaturbeständig. Er eignet sich daher bestens für Behälter und Rohrleitungen in der chemischen Industrie, der Umwelttechnik oder auch in Kraftwerken sowie im Anlagenbau. Seine besondere Beständigkeit gegenüber abrasiven Medien wie stark ätzenden Säuren sichert eine Chemieschutzschicht (CSS). Sie weist typischerweise einen hohen Harzanteil und einen niedrigen Glasgehalt auf (unter 30 Prozent). Die CSS ist insgesamt circa 2,5 Millimeter dick und zweigeteilt: Bis zu drei Wirrfaserlagen bilden die Basis, die beispielsweise im

Bild 3: Kopfbereich des HCl-Absorbers: Rissbildungen in der Reinharzschicht der CSS.

zusetzen, bietet die eingehende Prüfung des Behälterzustands Anlagenbetreibern eine klare Auskunft.

Zustand visuell und …

Bild 2: SO2-Absorber: Das sogenannte Schutzhemd schützt den Behälter im Bereich des Rauchgaseintritts vor Abrasion. Oben links im Bereich des Schutzhemds ist auf dem Bild jedoch eine große Blase sichtbar.

Faserspritzverfahren aufgebaut sind. Darauf aufgetragen ist eine hochbeständige Reinharzschicht. In der Mitte folgt auf die CSS ein tragendes Laminat mit deutlich höherem Glasanteil von etwa 45 bis 60 Prozent. So wird die hohe mechanische Belastbarkeit des Verbundwerkstoffs und damit des gesamten Behälters erreicht. Seit mehr als 40 Jahren finden GFK-Behälter daher Anwendung zum Beispiel in Biogas-, Klär- und Müllverbrennungsanlagen und das nicht zuletzt aufgrund ihrer hohen Standzeit: Bis sie erneuert, überholt oder ausgewechselt werden müssen, vergehen zumeist 23 Jahre. Bei der Berechnung der Lebensdauer werden beispielsweise chemische, thermische und mechanische Einflüsse zugrunde gelegt. Sie beeinträchtigen mit der Zeit die Betriebstauglichkeit, wenn sie ihre Spuren an den Bauteilen hinterlassen. Ein weiterer Faktor sind die Umgebungsbedingungen des Aufstellungsorts. Nichtsdestotrotz besteht häufig auch über das Ende ihrer rechnerischen Lebensdauer hinaus die Möglichkeit eines sicheren Weiterbetriebs. Um Instandhaltungsmaßnahmen effektiv zu planen und um-

Rissbildungen und Verformungen im Äußeren und im Inneren eines GFK-Behälters erfassen die Experten zunächst visuell. Sie prüfen vor allem auch auf die sogenannte osmotische Blasenbildung: Dringt ein Medium in das Laminat ein, kann es Glasfasern freilegen. Dabei entstehen Säuren und Laugen, die sie beschädigen. Werden keine Maßnahmen zur Instandsetzung ergriffen, können sich die Glasfasern sogar vollständig auflösen. Unter Umständen destabilisiert sich der Verbundwerkstoff dann. Die Prüfpraxis von TÜV Süd hat gezeigt: In bestimmten Fällen reicht die visuelle makroskopische Bewertung nicht aus. Um eine verlässliche Entscheidungsgrundlage zu erhalten, ist ergänzend manchmal eine Werkstoffanalyse im Labor erforderlich.

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… werkstoffanalytisch bewerten Vor Ort lassen sich mit einem Kernlochbohrer zylinderförmige Proben (Bohrkerne) für mikroskopische Untersuchungen gewinnen. Die Löcher sind mit geringem Aufwand wieder zu verschließen, weil schon geringe Probemengen mit einem Durchmesser von 20 bis 30 Millimeter genügen. Die neutralen, unabhängigen Experten analysieren sie dann im Institut für Kunststoffe. Für die Prüfung sind die Labore nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert. Zum Einsatz kommt ein Rasterelektronenmikroskop mit ener-

giedispersivem Röntgenanalysator (REM-EDX), das besonders geeignet ist, um den Zustand der Glasfasern zu charakterisieren.

GFK-Prüfung im Müllheizkraftwerk Ein Praxisbeispiel zeigt exemplarisch, wie derartige Prüfungen ablaufen. So beauftragte der Betreiber eines Müllheizkraftwerks

Bild 5: HCl-Absorber: REM-Aufnahme der ersten Wirrfaserlage der CSS zeigt Auflösungserscheinungen an den „Seelen“ der Glasfasern.

Bild 4: Im Elementspektrum sind Silicium (Si) und Calcium (Ca) noch sichtbar. Magnesium (Mg) und Aluminium (Al) sind in der Probe kaum noch vorhanden. Gold (Au) stammt von der Probenbedampfung.

Unser Herz schlägt für die smarte Fabrik We love your factory

Bild 1: Zu sanierende Beschädigung am Mannlochhals eines Eindampfbehälters. Bilder: TÜV Süd

die Experten des TÜV Süd Industrie Service, die GFK-Bauteile in der Rauchgasreinigungsanlage wiederkehrend zu prüfen. Die Experten untersuchten diverse Rauchgaskanäle, die Beschichtung der Sole-Anlage, verschiedene Behälter sowie die Schwefeldioxid- und Chlorwasserstoff-Absorber (SO2 und HCl). Weiter auf Seite 6


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Full Service für den gesamten Lebenszyklus Bilfinger vereint drei Tochtergesellschaften mit ca. 3.000 Beschäftigten unter einem Dach Bilfinger fasst große Teile seines Serviceangebots hierzulande in einer Gesellschaft zusammen. Damit möchte der führende deutsche Industriedienstleister (Quelle: Lünendonk) sein Know-how in den verschiedenen Gewerken noch enger verzahnen, um ein Komplettangebot aus einer Hand anbieten zu können. Das reicht dann vom Engineering über die Projektabwicklung bis hin zu integrierten Serviceleistungen in der Instandhaltung und der Digitalisierung. Das Unternehmen sieht hier folgenden Vorteil für den Kunden: Über nur eine Schnittstelle könnten Anwender aus der Prozessindustrie damit ab sofort auf das umfassende Know-how der Experten zurückgreifen. Bilfinger führt zunächst die Tochtergesellschaften Bilfinger Maintenance GmbH und Bilfinger Peters Engineering GmbH in einer organisatorischen Einheit zusammen. Die neue Gesellschaft trägt den Namen Bilfinger Engineering & Maintenance GmbH und wurde bereits Ende Februar 2021 ins Handelsregister eingetragen. Anfang 2022 wird die Bilfinger EMS GmbH ebenfalls integriert. Mit dann rund 3.000 Beschäftigten an über 40 Standorten in Deutschland möchte der Dienstleister mit der neuen Gesellschaft die geografische Abdeckung optimieren und eine noch größere Kundennähe erreichen. Zudem wird der Wissenstransfer zwischen den Teams erleichtert,

etwa beim Thema Digitalisierung, sodass Kunden auf das gesamte Know-how von Bilfinger zurückgreifen können. „In der Praxis arbeiten wir bereits eng zusammen“, erklärt Niklas Wiegand, Executive President Engineering & Maintenance Germany bei Bilfinger. „Nun formen wir auch den organisatorischen Rahmen dafür, bauen bürokratische Hürden weiter ab und schaffen einen starken und breit aufgestellten Partner mit umfassendem Angebot für unsere Kunden.“ Bisherige Kundenbeziehungen und Ansprechpartner bleiben auch in der neuen Gesellschaft bestehen, ebenso wie das Angebot maßgeschneiderter Lösun-

Die neue Gesellschaft erbringt Leistungen entlang des gesamten Lebenszyklus industrieller Anlagen. Das Angebot reicht dabei bis hin zu digitalen Lösungen. Bild: Bilfinger

gen von der Einzelleistung bis hin zum Full-Service- oder EPC-Vertrag (Engineering, Procurement, Construction). „Unseren Kunden können wir als Bilfinger Engineering & Maintenance GmbH umfassende Leistungen entlang des gesamten Lebenszyklus ihrer Anlagen anbieten“, ergänzt Wiegand. Er betont: „Intern erlaubt uns der Zusammenschluss zudem die weitere Professionalisierung vieler Funktionen, etwa im Vertrieb oder Personalbereich. Gleichzeitig steigern wir unsere Attraktivität als solider Arbeitgeber mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten und sichern uns so langfristig hoch qualifiziertes Fachpersonal.“ Das Portfolio der Bilfinger Engineering & Maintenance GmbH umfasst nach eigenen Angaben den gesamten Lebenszyklus industrieller Anlagen vom Consulting und Engineering über den Anlagenbau, die Montage, Inbetriebnahme und Instandhaltung inklusive Turnarounds bis hin zu Modifikationen, Erweiterungen oder dem Rückbau von Anlagen. Über eine weitere deutsche Bilfinger-Gesellschaft - die Bilfinger Arnholdt GmbH können auch die Bereiche Gerüstbau, Isolierung und Korrosionsschutz integriert werden. www.bilfinger.com

Ein „Kaminkehrer” der besonderen Art Mit 1.000 bar reinigt ein Dienstleister einen 30-Meter-Kamin im Asphaltmischwerk Rund 30 Meter hoch ist der Kamin, der als Wahrzeichen des Straßenbauunternehmens Waggershauser im Stadtteil Lindorf von Kirchheim/Teck bei Stuttgart gilt. Das Unternehmen stellt hier seit rund 30 Jahren aus Bitumen und Gesteinskörnungen bis zu 200 Tonnen gebrauchsfertigen, heißen Asphalt in der Stunde her. Als Beschäftigte unlängst einen unangenehmen Geruch bemerkten, der aus dem Kamin kam, war klar, dass etwas nicht stimmte. Beim Blick ins Innere des Kolosses, der einen Innendurchmesser von rund einem Meter aufweist, offenbarte sich das Problem. An den Kaminwänden hatten sich im Laufe der Zeit zahlreiche Ablagerungen gebildet. Der Schlot benötigte dringend eine Reinigung. Werner Schaupp, Leiter der maschinentechnischen Abteilung bei Waggershauser, erinnert sich: „Da haben wir uns vertrauensvoll an Keller Lufttechnik im benachbarten Kirchheimer Stadtteil Jesingen gewandt. Als Spezialisten für reine Luft, dachten wir, wissen die sicher, wie wir unseren Kamin wieder sauber bekommen.“ Und so war es dann auch, denn die Profis von Keller Lufttechnik übernehmen auch Reinigungsaufgaben. „Wir beliefern unsere Kunden mit Absauganlagen, die im Pro-

duktionsprozess entstehende Stäube und Dämpfe sicher absaugen und abscheiden. Und wir sorgen dafür, dass die Anlagen langfristig zuverlässig laufen. Dazu gehört auch die turnusmäßige Reinigung der Filteranlage und aller damit verbundenen Anlagenteile, wie Rohrleitungen und Abluftkamine“, berichtet Martin Kirschmann, Teamleiter des Service-Vertriebs bei Keller Lufttechnik. „Damit eine Absauganlage über Jahrzehnte zuverlässig ihren Dienst tun kann, kommt es auf eine gute Überwachung, Wartung und Instandhaltung an“, erklärt der Servicefachmann und ergänzt: „Dabei unterstützen wir unsere Kunden nach Kräften - egal, ob ihre Anlagen aus unserem Hause stammen oder nicht.“ Weiter auf Seite 7

Mit dem Autokran ließen die Experten eine rotierende Reinigungsdüse im Kamin auf- und absteigen. Mit einem Wasserdruck von 1.000 bar löste das Reinigungswerkzeug die Beläge von den Wänden. Bild: Keller Lufttechnik

Bild 7 - HCl-Absorber: Die REM-Aufnahme der ersten Wirrfaserlage der CSS zeigt die nahezu vollständige Auflösung beziehungsweise Zerstörung von Glasfasern.

Fortsetzung von Seite 5 Weil die Rauchgaskanäle ohne Befund waren, empfahlen die Experten hier eine erneute Prüfung in zwei Jahren. In der Sole-Anlage stellten die Prüfer hingegen Risse und Ablösungen in der Bodenbeschichtung fest und empfahlen, diese Bereiche zu sanieren. Bei den Behältern der Rauchgasreinigung waren keine oder nur geringfügige, unkritische Veränderungen an der Werkstoffoberfläche festzustellen. Hier wurde von Fall zu Fall eine erneute Prüfung in einem beziehungsweise zwei Jahren empfohlen. Anders sah es bei einem Eindampfbehälter aus: Er zeigte an den Außenwandungen zwar keine sichtbaren Schäden, aber im Innenbereich war die CSS am Mannlochhals und Mannlochdeckel beschädigt und bedurfte einer Sanierung (Bild 1). Wenngleich der SO2-Absorber ein halbes Jahr zuvor vollständig saniert worden war, zeigte sich am auflaminierten sogenannten Schutzhemd im Bereich des Gaseintritts eine größere Blase (Bild 2). Diese hatte allerdings keinen Einfluss auf die Standsicherheit oder gegenüber abrasiven Angriffen, weshalb eine Sanierung nicht notwendig war. Demgegenüber identifizierten die Experten verschiedene Schäden im HCl-Absorber: Vor allem zeigten sich abrasive Angriffe und Rissbildungen an mehreren Stellen in der Reinharzschicht der CSS (Bild 3). Um das Schadensausmaß an den Glasfasern zu analysieren, wurden für REMEDX-Untersuchungen auf Betreiberwunsch fünf Kernlochbohrungen entnommen. Das Ergebnis aus den optischen und qualitativen EDX-Punktanalysen im Rasterelektronenmik-

roskop: In allen fünf Proben des Chlorwasserstoff-Absorbers zeigten sich teils erhebliche chemische Angriffe an den Glasfasern der ersten und zweiten Wirrfaserlage. Die „Seelen“ lösten sich bereits auf oder die Glasfasern waren bereits fast vollständig zerstört (Bilder 4 und 5). Das ließ sich mit EDX-Punktanalysen nachweisen: In den Elementspektren waren die dafür typischen Elemente Silicium (Si), Calcium (Ca), Aluminium (Al) und Magnesium (Mg) teils verarmt beziehungsweise nicht mehr nachweisbar (Bilder 6 und 7). Alle fünf Proben zeigten zudem im Frühstadium chemische Angriffe am Übergang der CSS zum Traglaminat.

HCl-Absorber in zwei Jahren sanieren Als die Experten den HCl-Absorber prüften, war dessen Standsicherheit noch nicht akut gefährdet. Doch da der Prozessbehälter schon älter war, empfahl TÜV Süd unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus den REM-EDXAnalysen, eine Sanierung nach spätestens zwei Jahren vorzunehmen. Diese Arbeiten sind allerdings sehr aufwendig. Deshalb wurde dem Kraftwerksbetreiber vorgeschlagen, mit der zu beauftragenden Fachfirma zunächst ein Sanierungskonzept gemäß Wasserhaushaltsgesetz (WHG) zu erarbeiten, das von einem Sachverständigen für Kunststofftechnik geprüft und freigegeben wird. Dipl.-Ing. (FH) Markus Maiwald Sachverständiger für Kunststofftechnik TÜV Süd Industrie Service www.tuvsud.com/kunststoffe

Bild 6: Im Elementspektrum sind Silicium (Si) und Aluminium (Al) noch sichtbar, während Calcium (Ca) und Magnesium (Mg) nicht mehr nachweisbar sind.


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April 2021

So macht Piepenbrock Kompressoren fit Wie ein Industriedienstleister zwei große, tonnenschwere Kompressoren reinigte Die Hofer Hochdrucktechnik GmbH aus Mülheim an der Ruhr beauftragte Piebenbrock, zwei je knapp acht Tonnen schwere und 5,5 Meter hohe Kompressoren zu reinigen. Neben der eigentlichen Reinigung waren auch die De- und anschließende Remontage der Leitungswege, Flansche und Aggregate Bestandteile des Auftrags. Schon die Spezialreinigung war anspruchsvoll, denn es mussten alle Leitungen und Aggregate der Kompressoren mit Aceton gespült werden, um sicherzustellen, dass keinerlei Fett- oder Ölrückstände zurückblieben. Für das Projekt wurde eigens von Piepenbrock ein separater Hallenbereich angemietet. Nach dessen gründlicher Säuberung und der Einhausung der Arbeitsflächen wurde ein Spülbecken angefertigt, um die Aggregatteile und Rohre in Aceton tauchen zu können. Das Auf- und Abladen der beiden Kompressoren mit einer Größe von 2,2 x 5,5 Metern und einem Gewicht von jeweils 7,8 Tonnen übernahm ein Spezialkran. Anschließend wurden die Kompressoren in ihre Einzelteile zerlegt und im Acetonbad gereinigt. „Aceton ist ein Lösungsmittel, das leicht entzündlich ist und die Gesundheit schädigen kann. Man muss wissen, wie man das fachgerecht handhabt“, erklärt Hartmut Lax, Projektleiter Instandhaltung bei Piepenbrock. Er ergänzt: „Vor Beginn des Auftrages haben wir daher die beteiligten Mitarbeiter im Umgang mit dem Aceton und den notwendigen begleitenden Sicherheitsmaßnahmen unterwiesen. Während des

Da die Kompressoren in der Vitaminherstellung eingesetzt werden sollen, durften nach der Reinigung keinerlei Fett- oder Ölrückstände an den Anlagenteilen zurückbleiben. Bild: Piepenbrock

Reinigungsvorgangs mussten sie außerdem einen Atemschutz, einen Ganzkörperschutzanzug und weitere persönliche Schutzausrüstung tragen.“ Die Kompressoren sollen in der Vitaminherstellung eingesetzt werden. Aufgrund der hohen Anforderungen an die Produktionsqualität durften keinerlei Fett- oder Ölrück-

stände an den Anlagenteilen zurückbleiben. Nach der Reinigung mit Aceton wurden diese daher mit UV-Licht auf kleinste Restschmutzpartikel untersucht sowie die Flansche und Leitungsenden luftdicht verschlossen, um eine Kontamination zu verhindern. „In der Produktion werden die Kompressoren mit Gas beaufschlagt.

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Dabei würde noch die kleinste Verunreinigung mit Fetten oder Ölen zu Problemen führen“, erklärt Projektleiter Lax. Nach der eigentlichen Reinigung und Kontrolle erfolgte die Remontage der Kompressoren natürlich inklusive des Austauschs aller Dichtungen. Hierbei musste insbesondere auf die spannungsfreie Installation der gereinigten

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Rohre geachtet werden. Beide Kompressoren wurden fristgerecht am zukünftigen Produktionsstandort aufgestellt. Die Hofer Hochdrucktechnik GmbH als Auftraggeber sowie der Endkunde, der die Kompressoren zukünftig einsetzt, zeigten sich laut Dienstleister sehr zufrieden mit der Leistungsausführung. www.piepenbrock.de

Fortsetzung von Seite 6 des Reinigungsprozesses aus Eine Anlagen-Fernüberwachung dem stattlichen Kamin ab. sowie regelmäßige Inspektionen „Den Erfolg verdanken wir auch und Luftpartikelmessungen vor unserem Partnerunternehmen Ort gehören ebenso zum Ser- Falkenstein Industrieservice aus viceangebot von Keller Lufttech- Schorndorf. Die Reinigungsnik wie turnusmäßige Reinigun- fachleute bringen das entgen belasteter Anlagenteile. sprechende Know-how und die Die Reinigung in diesem Fall war erforderliche Ausrüstung mit“, so allerdings ziemlich aufwendig: Kirschmann. Zu Waggershauser kam der Rei- Werner Schaupp jedenfalls ist nigungstrupp extra mit einem sehr zufrieden mit dem Ergebnis: Autokran und einem speziellen „Der Einsatz klappte reibungslos und die Organisation war einfach, Saugfahrzeug mit großem Tank. Mit dem Autokran ließen die Ex- da Keller Lufttechnik alles hervorperten eine rotierende Rei- ragend koordinierte. Jetzt ist nigungsdüse im Kamin auf- und unser Kamin wieder voll funkabsteigen. Mit einem Wasser- tionstüchtig. Die störenden druck von 1.000 bar löste das Rei- Gerüche sind verschwunden, nigungswerkzeug die Beläge von unser Problem gelöst.“ www.waggershauser.de den Wänden. Rund zwei Kubikmeter Schlacken www.falkenstein-gmbh.de saugte der Tankwagen während www.keller-lufttechnik.de


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MANAGEMENT & TECHNOLOGIE

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Predictive Maintenance: Hopp oder top? Sieben Aspekte, die Unternehmen bei der Evaluierung berücksichtigen sollten Die vorausschauende Wartung (eng. Predictive Maintenance, PM) ist das Paradebeispiel unter den IoT-Anwendungsszenarien. Manche sprechen sogar von einer Killerapplikation. Aber lohnt sich dieser vielgepriesene Use Case wirklich? Der IoT-Spezialist ECS mit jahrelanger Erfahrung im Bereich der diskreten Fertigung nennt sieben kritische Punkte, die Unternehmen vor der Investition in eine Predictive-Maintenance-Anwendung abwägen sollten. Predictive Maintenance ist eine Instandhaltungsstrategie, bei der Maschinen und Anlagen bedarfsgerecht gewartet werden, also bevor es zu Ausfällen, Störungen oder Qualitätsverlusten kommt. Dazu sammelt und analysiert ein Unternehmen Zustandsdaten einer Maschine und kann so den optimalen Wartungszeitpunkt bestimmen. Die vorausschauende Instandhaltung löst damit die traditionelle Instandhaltung ab, bei der Anlagen unnötig früh oder erst bei Auftreten der Störung - sprich zu spät - gewartet werden. Die Vorteile der Predictive Maintenance liegen auf der Hand: Die Anlagenverfügbarkeit steigt und Qualitätseinbußen werden vermieden. Hinzu kommt eine bessere Planbarkeit von Ausfallzeiten, Serviceeinsätzen und Ersatzteillogistik. Insgesamt sinken die Wartungskosten, weil nur bei echtem Bedarf gewartet wird. Doch die Voraussetzungen sind nicht zu unterschätzen. Um verlässliche Vorhersagen zu treffen, gilt es riesige Datenmengen in Echtzeit zu übertragen, zu analysieren und in Verbindung mit Bestandsdaten zu evaluieren. Dies erfordert unter anderem mit Sensoren ausgestattete Anlagen, eine leistungsfähige Netzwerkund Kommunikationsinfrastruktur sowie ausgefeilte Algorithmen. Um einzuschätzen, ob der Nutzen den Aufwand rechtfertigt, sollten sich Unternehmen mit den folgenden Fragen auseinandersetzen:

1. Zielsetzung

ECS rät: Unternehmen, die noch nicht viel Erfahrung auf dem Gebiet gesammelt haben, sollten kritisch hinterfragen, ob die vorausschauende Instandhaltung für das Erreichen der eigenen Ziele der beste Use Case ist. Denn häufig lassen sich beachtliche Einsparungen oder neue Einnahmequellen auch mit weniger komplexen IoT-Szenarien erzielen, Bild: PopTika/Shutterstock.com

weise sogar verbunden mit einem geringeren Aufwand? Müssten dazu Abstriche gemacht werden und wären diese tolerierbar? Außerdem zu beachten: Treten Fehler nicht oft genug auf, fehlen dem Algorithmus schlicht die Daten zum Lernen. Dann läuft Predictive Maintenance ins Leere.

3. Kontext Natürlich muss ein PredictiveMaintenance-Projekt zum Geschäftsmodell und in den Gesamtkontext passen. Eine IoT-Gesamtstrategie und eine definierte Roadmap schaffen da Klarheit. Auch Erfahrungen aus bereits realisierten IoT-Projekten gilt es zu berücksichtigen. Sie helfen operative Aspekte zu klären, zum Beispiel wo das Projekt organisatorisch angesiedelt sein soll.

4. Leidensdruck Soll die vorausschauende Wartung ein bestehendes Problem lösen oder ein neues Angebot schaffen? Geht es um die Instandhaltung der eigenen Maschinen und Anlagen oder um die der hergestellten Produkte? Wichtig ist es an dieser Stelle, genau zu lokalisieren, in welchen Bereichen Predictive Maintenance den größten Hebel hätte, und dort auch anzusetzen. Unternehmen sollten zudem klären, welche Verbesserungen sie grundsätzlich erreichen wollen: Kostenersparnis, Anlagenverfügbarkeit, Kundenservice oder Produktqualität.

2. Alternativen Zur Erreichung dieser Ziele ist Predictive Maintenance meist nicht der einzige Weg. Daher gilt es auch Alternativen auszuloten. Könnten beispielsweise Fernwartung, Asset-Health-Management oder Qualitätsüberwachung ähnliche Ergebnisse liefern, möglicher-

Ob sich Predictive Maintenance rechnet, hängt nicht zuletzt von der Natur des zu lösenden Problems und den damit verbundenen Konsequenzen ab. Jedes Unternehmen sollte deshalb für sich beantworten, wie zuverlässig oder gar ausfallsicher seine Anlagen oder Produkte wirklich sein müssen: Kann ein unerwarteter Stillstand schnell überbrückt werden oder führt er zu hohen Konventionalstrafen? Birgt er gar Sicherheitsrisiken? Des Weiteren gilt es abzuwägen, wie hoch die derzeitigen Wartungs- und Servicekosten sind, wie oft und für wie lange Maschinen oder Produkte ausfallen und ob diese Ausfallquoten eine technologische Lösung rechtfertigen.

5. Investitionen Der Investitionsbedarf variiert je nach Zielsetzung und Digitali-

sierungsgrad erheblich. Organisationen sollten daher klären, welche Messwerte und Diagnosedaten erfasst werden sollen und ob ihre Produktionsanlagen und -stätten bereits über die erforderlichen Sensoren und Kameras verfügen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Netzwerk- und Kommunikationsinfrastruktur. Genügt sie den Anforderungen, die die vorausschauende Wartung mit ihren riesigen Datenvolumina und der Echtzeitverarbeitung mit sich bringt? Undwie sieht es mit IT-Systemen, IoT-Plattform und CloudServices aus - was muss angepasst werden, was neu angeschafft?

6. Know-how Kenntnisse in puncto IoT-Architektur und maschinellem Lernen aber auch Daten- und Analytik-Skills, sind in vielen IT-Abteilungen dünn gesät. Sie zeitnah aufzubauen, ist leichter gesagt als getan. Hilfe versprechen zwei Lösungsansätze: Unternehmen können das fehlende Fachwissen entweder über externe Dienstleister zukaufen; oder sie reduzieren das nötige Know-how durch den Einsatz einer integrierten Datenmanagementund Analytics-Plattform.

Schnelle Absperrung von Rohrleitungen im laufenden Betrieb Die Raffinerie PCK in Schwedt/Oder hatte vor Kurzem ein Problem, für das ein neues Verfahren für die schnelle und kostengünstige Absperrung von Rohrleitungen im laufenden Betrieb nach Angaben des ausführenden Unternehmens Bardenhagen erstmals in Deutschland zum Einsatz kam. Ein defekter Plattenwärmetauscher, der in 15 Meter Höhe in einer Anlage installiert ist, musste ausgekoppelt und repariert werden. Da die vorhandenen Absperrarmaturen nicht mehr einwandfrei schlossen, war eine anderweitige Unterbrechung des DN 100 PN16 Kühlwasserkreislaufes notwendig. Die herkömmlichen Methoden funktionierten in diesem Fall aus mehreren Gründen für die Stahlleitung nicht. So konnte das kostengünstige Rohrfrosten nicht eingesetzt werden, weil der nicht abstellbare Fluss im Medium die Herausbildung eines Eispfropfens unmöglich machte. Außerdem waren die Platzverhältnisse vor Ort nicht ausreichend, um eine Hot-TapMaschine für einen regulären Line Stop aufzubauen. Aus dem gleichen Grund schied auch das Setzen einer Hochdruck-Absperrblase aus. Die Bardenhagen-Niederlassung Schwedt, seit Langem Instandhaltungspartner der PCK, konnte hier eine in Deutschland noch weitgehend unbekannte Lösung anbieten: Eine exklusive Partnerschaft mit einem nordamerikanischen Unternehmen ermöglichte es Bardenhagen, einen sogenannten Eintauchschieber einzubauen. Ein Eintauchschieber ist einsetzbar bei Rohrleitungen von DN 40 bis DN 600 und bei Drücken bis zu 16 bar sowie Betriebstemperaturen bis 100 Grad Celsius. Wasserführende Stahl-, Gussund sogar Kunststoffleitungen können mit diesem Verfahren schnell und einfach angebohrt

Insgesamt benötigten drei Techniker für die Installation des Eintauchschiebers samt Anfräsen und Verschließen der Kühlwasserleitung nur anderthalb Stunden.

und abgesperrt werden, ohne dass Späne in den Medienstrom gelangen. Schweißarbeiten sind dafür nicht nötig. Im Gegensatz zu dem als Hot Tapping bekannten Anbohrverfahren wird bei diesem Verfahren mithilfe eines schwenkbaren Armaturengehäuses über einen Winkel von 120 Grad ein Schlitz in das Rohr gefräst. Die Späne werden während des Fräsens kontinuierlich ausgespült, sodass sie nicht in den Medienstrom gelangen können. Nach Fertigstellung des Schlitzes wird die Fräsmaschine gegen einen mit einem zäh-elastischen Keil versehenen Schieberkopf ausgetauscht, der in der Lage ist, die Rohrleitung sicher zu verschließen. Die Armatur verbleibt nach Abschluss der Arbeiten auf der Rohrleitung und kann bei Bedarf jederzeit als vollwertiges Absperrorgan genutzt werden. Es ist sogar möglich, den Schieberkopf nach dem Einsatz durch einen entsprechenden Stutzen zu ersetzen und so einen neuen Leitungsabgang zu schaffen. Im Vergleich zu den herkömmlichen Verfahren der Leitungsabsperrung bietet das Anbringen eines Eintauchschiebers erhebliche Vorteile: Der Einbau erfolgt innerhalb weniger Stunden, eine Entleerung der gesamten Rohrleitung bzw. eines Abschnittes entfallen ebenso wie Schweißarbeiten und die nachgelagerte Prüfung der Schweißnähte. www.bardenhagen.de

7. Monetarisierung Oft sehen Unternehmen in der vorausschauenden Wartung eine Möglichkeit, ihren Kunden einen Mehrwert zu bieten, die Customer Experience zu verbessern oder sich gegenüber dem Wettbewerb zu differenzieren. Sie sollten aber auch darüber nachdenken, ob sich damit nicht auch neue Einnahmequellen erschließen lassen. Denkbar wäre zum Beispiel, ein zusätzliches Serviceangebot gegen Gebühr anzubieten. Oder ließe sich auf dieser Basis sogar ein ganz neues Geschäftsmodell entwickeln, etwa ein„Pay-per-Use“-Modell? www.ecs-gmbh.de

Der Schieberkopf ist installiert und der Eintauchschieber schließt das Rohr sicher ab. Nach rund fünf Monaten Haltezeit der Absperrung wurden die Reparaturmaßnahmen beendet und die Absperrung aufgehoben. Der Eintauchschieber samt Armatur verbleibt für zukünftige Nutzung auf seinem Platz. Bilder: Bardenhagen


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Keine Kür, sondern absolute Pflicht Die Instandhaltung im Wandel: Entwicklungen und Trends bei digitalen Lösungen Nicht zuletzt und aufgrund des pandemischen Geschehens befinden sich Unternehmen im industriellen Umfeld derzeit im Wandel. In unterschiedlichen Unternehmensbereichen wird verstärkt auf digitale Prozesse gesetzt, so auch im Bereich Instandhaltung. Deren Hauptaufgabe, eine möglichst hohe technische Verfügbarkeit von Anlagen zu gewährleisten, bedarf reibungsloser Instandhaltungsprozesse. Diese Mammutaufgabe ist aufgrund stetig wachsender Komplexität analog nicht mehr abbildbar. Zu vernetzt sind Prozesse in angrenzenden Abteilungen und Bereichen. Zumal Reaktionszeiten immer kürzer werden müssen. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, ist eine Lösung mit digitalem Ansatz erforderlich. Dabei nimmt die Instandhaltungssoftware eine Schlüsselrolle ein. Sie sorgt für eine nahtlose und transaktionssichere Anbindung an das führende ERP-System, ohne manuelle Dokumentation. Daraus resultiert: Die Digitalisierung hält derzeit verstärkt Einzug in den Bereich der Instandhaltung.

greifende Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen und Systemen ermöglicht werden. Um eine höhere Produktivität bei der Instandhaltung zu gewährleisten und Fehler zu reduzieren, muss eine Instandhaltungssoftware auch mit smarten Features wie der Ergänzung von Fotos, Geotagging und automatischer Dokumentation ausgestattet sein.

Aktuelle Herausvorderungen der IH

Speziallösungen passen sich an

Dabei steht die Instandhaltung gegenwärtig gleich vor mehreren Herausforderungen. Neben dem demographischen Wandel (Generationswechsel) herrscht ein Fachkräftemangel und die Komplexität der Aufgaben nimmt prozesssowie systemseitig zu. Somit ist ein produktives und effizientes Arbeiten basierend auf einer mobilen Lösung unumgänglich, zumal das Arbeitsaufkommen ohnehin schon nicht mehr zu bewältigen ist. Genau hier setzt die Digitalisierung in der Instandhaltung an und bietet mit Echtzeitinformationen stets unmittelbare Reaktionen auf Ereignisse, wie auch die Vorhersage von wahrscheinlichen Ausfällen und Störungen (Predictive Maintenance) im Produktionsprozess. Neue Technologien halten Einzug, etablieren sich nachhaltig und treiben die Digitalisierung in der Instandhaltung voran. Dabei gewährleisten digitale sowie automatisierte Prozesse, dass Daten transaktionssicher zur Weiterverarbeitung direkt ins führende ERPSystem gebracht werden. ERP-integrierte Lösungen ersetzen nach und nach Insellösungen, denn diese eliminieren keine menschlichen Fehler und schaffen nur eine punktuelle Effizienzsteigerung, aber keine durchgehende Digitalisierung mit einer vollumfänglichen Wertschöpfung. Somit ist eine digitale Instandhaltung keine Kür, sondern absolute Pflicht, um aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden.

Eine mobile Lösung ist unumgänglich, um dem gestiegenen Arbeitsaufkommen überhaupt noch gerecht werden zu können.

Die Software soll sowohl Unternehmen als auch Anwendern einen deutlichen Mehrwert bieten, indem zum Beispiel fehlerfreie Abläufe garantiert und die Prozesse/Dokumentation automatisiert werden. Im Ergebnis werden dann schnellere Arbeitsabläufe erreicht. Eine einfache und intuitive Instandhaltungssoftware hilft dabei, die Akzeptanz der Anwender zu gewinnen. Eine weitere Grundvoraussetzung ist das vernetzte Arbeiten, gesteuert über das führende ERPSystem. Nur so kann eine über-

Wie auch in vielen anderen Bereichen bietet nur eine Speziallösung, die die „Herausforderung“ der Anwender löst, einen tatsächlichen Mehrwert. Diese kann entlang der Anforderungen gezielt unterstützen und das tagtägliche Arbeiten erheblich optimieren. Ein ganzheitlicher Ansatz schafft die notwendigen Schnittstellen zu relevanten Bereichen wie zum Beispiel dem Ersatzteillager. Außerdem bietet der integrierte Softwareansatz maximale Flexibilität und Modularität. Für die Instandhaltungssoftware ist eine lückenlose Rückverfolgbarkeit sowie hundertprozentige Transaktionssicherheit ins führende System die Grundvorausset-

Da Investitionskosten immer eine Rolle spielen, kann laut Softwareanbieter die Instandhaltungslösung Membrain PAS-PM dank vorhandener Standardkomponenten und Schnittstellen, wie z.B. mit SAP S/4HANA, schnell, einfach und kostengünstig implementiert werden. Bilder: Membrain

zung. Um Projektlaufzeiten sowie Investitionskosten gering zu halten, werden Standardlösungen von den Unternehmen präferiert. Customizing ermöglicht es, die Lösung an individuelle Prozesse anzupassen. Das Thema Modularität spielt häufig eine besonders wichtige Rolle. So kann beispielsweise ein einfacher Hardwarewechsel durchgeführt - in der Industrie steht aktuell ein Hardwarewechsel zu Android im mobilen Bereich an - und dank Skalierbarkeit die Lösung problemlos erweitert werden.

Cloud- und X-as-a-service Bei Industriekonzernen trifft man nach wie vor sehr häufig auf OnPremise-Lösungen. Cloudansätze im Instandhaltungsumfeld spielen derzeit auch noch eine untergeordnete Rolle. Ein möglicher Grund dafür ist, dass es im Bereich der Instandhaltung aufgrund der Komplexität sowie individueller Prozesse trotz Stan-

dards immer noch häufig kundenspezifischer Anpassungen, des sogenannten Customizing bedarf. Dagegen sind in Anwendungsbereichen mit hohen Standardprozessen, wie zum Beispiel im Bereich Asset Management oder bei Business-Apps, Cloudlösungen, von Infrastructure-as-a-Service (IaaS), Platform-as-a-Service (PaaS) sowie als Software-as-a-Service (SaaS) bereits häufiger im Einsatz und regelmäßig auf den ITRoadmaps der Unternehmen zu finden. Eine fortwährende Weiterentwicklung der Instandhaltungssoftware inklusive neuer Funktionen können aktuell auch noch mögliche Hemmschwellen der ITAbteilungen bei Cloudansätzen sein. Technologisch sind aber beide Ansätze für den Bereich Instandhaltung gut geeignet, realisierbar und das starke Wachstum im Cloudumfeld wird sich sicherlich auch noch im Bereich Instandhaltung bemerkbar machen. Christian Jeske, Membrain Schauplatz Messe www.membrain-it.com

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Produktiveres Arbeiten Vorrangiges Ziel einer Instandhaltungssoftware ist die Beschleunigung und Vereinfachung der Arbeitsprozesse. Der ökonomische Aspekt ist natürlich dabei entscheidend, jedoch spielen auch die weichen Faktoren wie Usability und Performance eine nicht zu unterschätzende Rolle.

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April 2021

Handyman jetzt auch mit Raumplaner-Plug-in Instandhaltungslösung punktet mit einigen Neuerungen Regelmäßige Wartung und Instandhaltung sowie dokumentierte Prüfaufträge sind ein wichtiger Faktor, um Anlagen und Maschinen stets einsatzbereit zu halten, Ausfälle zu vermeiden und ihre Langlebigkeit zu garantieren. Mithilfe einer ausgereiften Software werden Planung, Durchführung und Dokumentation der Wartung und Prüfpflichten effizienter und damit wirtschaftlicher. Was eine solche heutzutage zu leisten vermag und wie sie bei der täglichen Arbeit unterstützt, zeigt exemplarisch Handyman, eine Softwarelösung für mobiles Servicemanagement. Ein plötzlicher Maschinenausfall oder eine fatale Fehlermeldung erfordern eine schnelle und gezielte Reaktion und eine dahingehende straff organisierte Informationskette, um den betreffenden Technikern die Bearbeitung der Wartungsaufträge zu erleichtern. Ein solcher Wartungsauftrag besteht oftmals aus zahlreichen zu prüfenden und reparierenden Objekten verschiedenster Art, vorgeschriebenen Prüfpflichten, die erfüllt werden müssen und der Dokumentation jener. Um schnell und akkurat zu arbeiten, bedarf es dementsprechend einer intuitiven Software, die den Technikern mithilfe von gezielter Materialplanung, automatisierter Wartungsplanung und anderem mehr unter die Arme greift. Eine Lösung in diesem Sinne ist die Software Handyman, so der Hersteller der Lösung GS Group. Die mobil einsetzbare Anwendung erlaubt es dem Techniker laut Entwickler, Aufträge und Dokumentationen einfach und zeitsparend digital aufzunehmen. Der Techniker kann außerdem auf seinem mobilen Endgerät, dem Tablet etwa, die komplette Service-Historie des Objekts sehen. So hat er alle vorangegangenen Prüfungen auf einen Blick. Zudem sparen die Techniker Zeit ein, da erfasste Prüfdaten nicht mehr manuell übernommen werden müssen, sondern direkt dem richtigen Objekt zugeordnet werden, wie der Softwarehersteller betont. So erhalten sie nicht nur einen strukturierten Überblick, sondern können das Equipment auch dynamisch verwalten. Mit der Handyman-Materialplanung lassen sich zudem im Vorfeld alle relevanten Bauteile auf den Auftrag buchen. Alle Mitarbeiter haben Zugriff auf auftragsrelevante Daten. Zusätzlich kann die Erstellung der

einen grafischen Lageplan zur Verfügung, in denen einerseits die Standorte der Objekte in den einzelnen Räumen zu sehen sind, zum anderen gibt es grafische Pläne einzelner Anlagen inklusive ihrer Bauteile. Das Ganze ist zudem beweglich, sodass alle Objekte individuell platziert werden können“, so Horun. Doch auch die Kollegen in der Sachbearbeitung profitieren von der digitalen Unterstützung durch Handyman. „Besonders hilfreich sind beispielsweise die visualisierten Kennzahlen im Dashboard. So haben wir und die zuständigen Mitarbeiter jederzeit einen Überblick darüber, was in der Instandhaltung an Kosten anHandyman ist ein offenes System, das auf den einfachen Datenaustausch mit anderen Systemen ausgelegt ist. Praktisch alle Daten und Einstellungen können über die standardisierte XML-Schnittstelle automatisiert importiert und exportiert werden.

Wartungsaufträge automatisiert vonstattengehen. In der Konsequenz minimiert sich dadurch nicht nur der Zeitaufwand bei der Durchführung von Aufträgen, sondern auch das Risiko, Mängel zu übersehen und somit einen Schaden zu riskieren. Neben der Service-Historie bietet Handyman ein sogenanntes Raumplaner-Plug-in, das die GSGroup individuell entwickelt hat. Stefan Horun, stellvertretender Leiter der Instandhaltung sowie Haus- und Klimatechnik bei der König & Meyer GmbH & Co. KG, der bereits damit arbeitet, betont, dass dieses Raumplaner-Plug-in immens bei der internen Instandhaltung seiner Objekte hilft. „Die installierte Basis ist eine hilfreiche Auflistung der zu wartenden Objekte, die die Installationsorte anzeigt - beispielsweise Dreherei, Schweißerei oder Kunststoffabteilung. Der Raumplaner stellt zusätzlich noch

Daten, die der Techniker auf seinem mobilen Gerät erfasst hat, werden automatisch an das führende System übergeben. Dort können sie weiterverarbeitet werden, etwa zur Fakturierung oder zur Lohnberechnung. Bilder: GS-Group

Handyman bietet eine Kombination aus übersichtlicher Verwaltung, automatisierter Erstellung von Wartungsaufträgen und digitaler Lösungen für die mobile Bearbeitung der Prüfchecklisten.

fällt beziehungsweise wie hoch das Arbeitsvolumen ist. In übersichtlichen Grafiken sehen wir zudem alle offenen und abgeschlossenen Aufträge - sowohl nach Kategorien als auch nach Kosten sortiert“, ergänzt der Instandhaltungsleiter. Ein generelles Leitthema in der Wartung und Instandhaltung ist auch das Thema „Prüfpflicht“. An dieser Stelle bietet Handyman jetzt drei Wege, die geforderten Prüfungen nachzuweisen. So hat der Instandhalter die Doku-

mentation ohnehin in Handyman. Er muss also nur die Anwendung öffnen und hat alle notwendigen Informationen zur Hand. Für Dienstleister gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen können sie ihren Kunden die digitalen Auftragsberichte mit den Prüfchecklisten automatisiert zumailen, zum anderen können sie auch Handyman-Web nutzen. Dort lassen sich alle erforderlichen Dokumente online zur Verfügung stellen. Schauplatz Messe www.gsgroup.de

Was es mit „LSM“ wirklich auf sich hat Zukunftsorientierte Instandhaltung als wesentlicher Wettbewerbsvorteil Lean Smart Maintenance (LSM) ist ein wissenschaftlich fundiertes Instandhaltungskonzept, das vom Lehrstuhl Wirtschafts- und Betriebswissenschaften (WBW) an der Montanuniversität Leoben (Österreich) entwickelt wurde. Das Instandhaltungskonzept LSM kombiniert dabei Smart-Maintenance (Effektivität) mit einem angepassten Lean-Ansatz (Effizienz). LSM trägt damit wesentlich zur langfristigen Erhöhung der Wertschöpfung eines Unternehmens bei. In Zusammenarbeit mit Boom Software entstand das gemeinsame Projekt, LSM in die digitale Welt zu bringen. Das LSM-Konzept setzt eine wissensbasierte, datengetriebene Instandhaltung voraus. Erfahrungen und gesammelte Daten mittels Sensorik liefern den notwendigen Input für die Skizzierung von Auswirkungen und Zusammenhängen. Anhand der modellierten Szenarien können Erkenntnisse gewonnen und Lernschleifen angestoßen werden. Das Ziel ist es, durch dynamisch anpassbare Instandhaltungsprozesse die Wertschöpfung im Unternehmen langfristig zu steigern, indem Kosten gesenkt und Kapazitäten erhöht werden. LSM fokussiert die Ressourceneffizienz und Lernorientierung und stellt damit ein effektives und effizientes Instandhaltungsmanagement im Betrieb sicher. Folgende Aspekte beziehungsweise Module sind dabei von besonderer Bedeutung: Criticality & Asset Priority (CAP): Anhand des CAP werden die Anlagen bewertet und priorisiert. CAP verschafft dem Unternehmen mehr Stabilität durch eine risikoorientierte und zielgerichtete Instandhaltung. Das Modul sichert zudem den langfristigen Erfolg der Instandhaltung, indem das Anlagenportfolio über den strategischen Zeitraum kontrolliert werden kann. Damit ist es eine wesentliche Unterstützung für den gegenwärtigen Instandhaltungsmanager und gewährleistet die Entwicklung des Unternehmens.

„Der Boom Maintenance Manager umfasst mehrere Module, die zusammen eine ganzheitliche Instandhaltungslösung ergeben“, erklären die Experten von Boom Software. Bild: Boom Software

Budget Assistance (BA): BA ermöglicht es der Instandhaltung, das Budget für das kommende Jahr aktiv mitzugestalten. Der risiko- und datengestützte Ansatz erlaubt es dabei, Investitionsentscheidungen besser zu begründen und eine ressourceneffiziente Instandhaltung (IH) zu gewährleisten. Die IH kann mit BA zudem wesentliche Meilensteine bereits im Zuge der Budgetplanung berücksichtigen. So unterstützt das Tool das strategisch-operative Management von der Planung über den Freigabeprozess bis hin zum Controlling. Potential Weakness Management (PWM): Über das PWM-Modul wird die Instandhaltung in die Lage versetzt, Schwachstellen zu suchen und zu finden. Der Instandhalter erkennt mit PWM die zugrunde liegenden Ursachen von Fehlern und versteht, warum ein be-

stimmter Störfall aufgetreten ist. Aufgrund dieser Erkenntnisse führt er entsprechende Maßnahmen durch, beseitigt die Schwachstelle und verbessert so die Verfügbarkeit der Anlage. „Gemeinsam mit unseren Kunden verschärften wir das Bewusstsein dafür, wie wichtig das LSM-Konzept für den Erfolg im Wettbewerb ist. Der Grund: Sie optimieren damit Erfolgsfaktoren wie Zeit, Kosten und Qualität ihrer Produktionsanlagen. Auf diese Weise schaffen Sie eine sichere Basis für Flexibilität und Innovation in jedem Umfeld“, betonen die Experten von Boom Software, die den Boom Maintenance Manager, der mehrere Module umfasst, die zusammen eine ganzheitliche Instandhaltungslösung ergeben, aber auch einzeln nutzbar sind, entwickelten. Schauplatz Messe www.lean-smartmaintenance.net www.boomsoftware.com


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Wie ein Klärwerk die Instandhaltung organisiert GKW Bitterfeld-Wolfen setzt bei Finanzen und Instandhaltung auf die Wilken NTS.suite Mit dem Gemeinschaftsklärwerk Bitterfeld-Wolfen hat sich eines der größten Klärwerke hierzulande für die Einführung der Wilken NTS.suite entschieden. Damit kommt diese Branchenlösung für die Energie- und Wasserversorgung nun erstmals in der Abwasserwirtschaft zum Einsatz. Das 1994 in Betrieb genommene Gemeinschaftsklärwerk BitterfeldWolfen zählt zu den modernsten und größten Kläranlagen in Deutschland und beschäftigt rund 60 Mitarbeiter. Hier werden neben den industriellen Abwässern des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen auch

die kommunalen Abwässer aus dem Einzugsgebiet des Abwasserzweckverbandes Westliche Mulde gereinigt. Darüber hinaus ist das Unternehmen zentral im Bereich der Grundwassersanierung am Standort Bitterfeld eingebunden. Im Jahr 2012 wurde die Anlage zudem um

eine anaerobe Abwasservorbehandlungsanlage erweitert. Die umweltgerechte Entsorgung des im Reinigungsprozess anfallenden Klärschlammes erfolgt seit 1996 in einer Klärschlammverbrennungsanlage. Bis 2024 soll ein weiterer Ausbau erfolgen, durch den die Kapazität der Anlage ver-

Lithium-Ionen-Akkus sicher lagern und laden Sicherheitsschränke punkten mit mehrstufigem Warn- und Brandunterdrückungssystem Je mehr Lithium-Ionen-Akkus z.B. in mobilen Werkzeugen, die im Bereich der Instandhaltung zum Einsatz kommen, vorhanden sind, desto höher ist auch das damit verbundene Gefahrenpotenzial. Asecos hat deshalb mit den ION-Line-Sicherheitsschränken Lösungen für das sichere Lagern und Laden von Akkus entwickelt. Ganz neu ist das Modell mit integriertem Schließfachsystem für eine getrennte Aufbewahrung der Energiespeicher sowie dem Schutz vor Fremdzugriff. Schon seit rund zwei Jahren bietet Asecos mit der ION-Line spezielle Sicherheitsschränke zur Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus an. Seither hat sich ein breites Schranksortiment in unterschiedlichen Größen und Ausstattungen etabliert. Die Modelle aus dieser Produktfamilie eint, dass neben einem 90-minütigen Brandschutz von außen nach innen eine identische Widerstandsfähigkeit von innen nach außen besteht - ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf die potenzielle Gefahr einer Selbstentzündung der Energieträger. Zudem warten die Modelle mit einem mehrstufigen Warn- und Brandunterdrückungssystem auf. Mit dem neuen Battery Charge bietet Asecos nun sogar ein Modell mit Schließfachsystem an. Den 60 Zentimeter breiten IONLine-Sicherheitsschrank gibt es in zweifacher Ausführung: In der Ausstattungsvariante mit sieben integrierten Schließfächern lassen sich Lithium-Ionen-Akkus getrennt und vor Fremdzugriff geschützt aufbewahren. Jedes Schließfach bietet den Zugriff auf mindestens zwei Steckdosen - d.h. in jedem Abteil können Akkus über die betriebsbereiten Schutzkontaktsteckdosen geladen werden. Ein zentraler Rauchmelder im Schrank erkennt den Brand und leitet den Alarm an eine Gebäudeleittechnik weiter. Die zweite Schrankvariante mit fünf brandgeschützten Schließfächern verhindert die Brandausweitung im gesamten Schrankinnenraum und schützt die eingelagerten Akkus vor einem Flammenübergriff. Ein weiterer Vorteil: Im Brandfall braucht der Anwender nur das betroffene Schließfach evakuieren. Der restliche Schrank und die weiteren eingelagerten Akkus werden nicht in Mitleidenschaft gezogen. So lässt sich der Schrank nach einem Brandfall in kürzester Zeit wieder instand setzen. In jedem Schließfach ist ein Temperatursensor verbaut. Meldet

Bild: Asecos

dieser eine Brandentstehung, erscheint am Schließfach eine LED-

Funktionsanzeige und am Schrank ein akustischer und optischer Alarm, der an eine Gebäudeleittechnik weitergeleitet wird. Abgerundet werden diese Ladeund Lagereinrichtungsmerkmale durch eine optionale Signalweiterleitung verschiedener Alarmstufen an eine zentrale Leitstelle oder alternativ an Mobiltelefone zu jeder Tages- und Nachtzeit. Dadurch erhält der Betreiber im Brandfall ausreichend Zeit, um das Gebäude zu evakuieren, die Lage zu beurteilen und die notwendigen Schritte sowie Gegenmaßnahmen, wie z.B. die Ausbringung des Schrankes aus dem Gebäude, einzuleiten. www.asecos.com

doppelt wird. Das Klärwerk setzt nun zuerst für die Bereiche Finanzen und Instandhaltung auf die Wilken NTS.suite, eigentlich eine Branchenlösung für die Energie- und Wasserversorgung, die damit auch in der Abwasserwirtschaft zum Einsatz kommt. „Die Anforderungen sind im Grunde ähnlich, nur dass ein Stadtwerk ein in der Fläche verteiltes Netz mit

Alle Prozesse im Gesamtsystem vielen kleinen Anlagen instand halten muss. Unser Netz ist dagegen, von Pumpwerken abgesehen, an einem großen Standort zentriert. Die Zahl der Anlagen ist damit vielleicht geringer, dafür sind diese und die zugrunde liegenden Prozesse komplexer und eher mit Unternehmen aus der chemischen Industrie vergleichbar“, erläutert Illo Vogelhaupt, kaufmännischer Leiter des GKW Bitterfeld-Wolfen.

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Der Grund, warum die Entscheidung für diese Softwarelösung fiel, war für ihn die integrierte Abbildung der Prozesse in einem Gesamtsystem. „Wilken bot hier mit der NTS.suite eine integrierte Standardsoftware, die unsere Anforderungen sowohl in der Breite als auch in der Tiefe am besten abbildete. Zudem setzt die Lösung mit Microsoft auf eine technologische Basis, die uns Investitionssicherheit bietet“, so Vogelhaupt. In einer Technologie- und Entwicklungspartnerschaft mit Wilken will das GKW Bitterfeld-Wolfen nun die Lösung noch besser auf die Anforderungen in der Abwasserwirtschaft ausrichten. In einem ersten Schritt wurden die Module für das Finanz- und Rechnungswesen sowie für die Bauauftragsverwaltung bereits in Betrieb genommen. Die weiteren Module für die Instandhaltung und das Mobile Workforce Management folgen in den nächsten Monaten. www.wilken.de

Die dichte Ansiedlung von Chemieunternehmen seit mehr als 100 Jahren am Standort BitterfeldWolfen hatte in der Vergangenheit zu einer erheblichen Umweltbelastung geführt. Schon vor der Wiedervereinigung musste das damalige Chemiekombinat der DDR daher ein wasserwirtschaftliches Entsorgungskonzept erarbeiten. Heute ist die Gewässerqualität der Region auf einem sehr guten Weg. Das GKW mit seiner modernen und leistungsstarken Klärwerkstechnik war und bleibt der zentrale Baustein. Bild: GKW Bitterfeld -Wolfen


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Stillstandzeiten in bare Münze verwandeln Freie Maschinenkapazitäten erkennen - Ressourceneinsatz steuern Die Lösung Smartblick bildet den Zustand des Maschinenparks in Echtzeit ab und ist dabei selbst mit CNC-Systemen älterer Bauart kompatibel. Auf diese Weise lässt sich die Auslastungsplanung dynamisieren und die Ertragslage verbessern - ohne dass zusätzliche Investitionen nötig sind, so der Hersteller, der auf ein besonderes Preismodell für seine Lösung setzt. Die Zerspaner von der F&M Werkzeug- und Maschinenbau GmbH entwickelten mit Smartblick ein einfach zu integrierendes System zur Steigerung der Lukrativität des CNC-Maschinenparks. Die Basis hierfür bilden leicht montierbare Sensoren, die - so der Hersteller - jeden am Markt verfügbaren Maschinentyp innerhalb kürzester Zeit in eine digitale Datenquelle verwandeln, wobei es keine Rolle spielt, ob es sich um eine Drehmaschine, Fräsoder Universalmaschine handelt. Die Sensoren erfassen an der Stromzufuhr und ohne Eingriff in die Maschinensteuerung kontaktlos die Aktivität der jeweiligen Spindel. Parameter wie die aktuelle Drehzahl und der Leistungsbedarf der Spindel werden sodann als digitale Daten per Webinterface auf beliebige

Endgeräte (Smartphone, Tablet, PC) übertragen und von der Smartblick-Software anschaulich aufbereitet.

Auch für ältere Maschinen Die Installation der Sensoren und deren Kalibrierung können vom Anwender selbst vorgenommen werden. Die gesamte Einrichtung dauert pro Maschine dabei nur rund 20 Minuten, wie die Entwickler des Systems betonen. Aus den fortlaufend übertragenen Spindeldaten entsteht laut Anbieter eine präzise Darstellung der Maschinenzustände: Seit wann welche Maschine mit welcher Leistung in Betrieb ist, welche Arbeitsschritte eines Auftrages gerade aktuell sind oder in

welchem Zeitrahmen die nächsten Wartungsarbeiten fällig werden. Steht eine Spindel über einen bestimmten, individuell festlegbaren Zeitraum ohne erkennbaren Grund still, so signalisiert die Lösung automatisch das Vorhandensein ungenutzter Kapazitäten. Machen sich im Energieverbrauch oder im Spindelrundlauf ungewöhnliche Schwankungen bemerkbar, kann die Maschine noch vor dem Eintreten größerer Probleme einer Wartung unterzogen werden.

Dynamisierung der Auslastungsplanung Kundenanfragen hinsichtlich kurzfristig verfügbarer Fertigungskapazitäten lassen sich so sofort beantworten, und die Report-Funktionen von Smartblick ermöglichen klare Aussagen zur Wirtschaftlichkeit des Maschinenparks oder den tatsächlich anfallenden, auftragsbezogenen Stückkosten. Statt die Auslastung nur anhand von Erfahrungswerten und

Die Basis von Smartblick sind leicht montierbare Hall-Sensoren, die jeden am Markt verfügbaren Maschinentyp innerhalb kürzester Zeit in eine digitale Datenquelle verwandeln. Bilder: F&M

Maschinenspezifikationen zu planen, erlaubt diese Lösung zusätzlich den dynamischen Einsatz aller verfügbaren Ressourcen. Freie Slots auf den Maschinen sind sofort erkennbar und können für weitere Aufträge genutzt werden, die sonst womöglich abgelehnt oder an Dritte vergeben worden wären. In der Retrospektive kann die Effizienz einzelner Schichten exakt nachvollzogen und für die Zukunft optimiert werden, etwa durch gezielte Zuordnung des jeweils am besten geeigneten Bedienpersonals an die einzelnen Maschinen. Je nach Art und Größe eines CNCMaschinenparks kann der Einsatz von Smartblick die Wirtschaftlichkeit um bis zu 20 Prozent und mehr steigern helfen, verspricht

der Hersteller - und das ohne Investitionen und Kapitalbindung. Die Kosten basieren nämlich auf einem Preismodell, das bei monatlicher Abrechnung die Bereitstellung der nötigen Sensorik, der Schnittstelle zur Datenübertragung und der Analysesoftware für jeweils eine Maschine umfasst. Damit entfallen für den Anwender Investitionskosten in Hard- und Software. Der Aufwand kann laut Systemanbieter vielmehr als konsumtive Ausgabe geltend gemacht werden und verursache keine Kapitalbindung. Mithin trage Smartblick direkt zu einer nachhaltigen Verbesserung der Ertragslage bei, in der Serien- oder Lohnfertigung wie auch im Schichtbetrieb oder in der Einzelteilproduktion. https://smartblick.de/

Warnt vor Kollisionen, unterstützt proaktiv Parameter wie die aktuelle Drehzahl und der Leistungsbedarf der Spindel werden als digitale Daten per Webinterface auf beliebige Endgeräte übertragen und anschaulich aufbereitet.

TÜV SÜD Chemie Service Verwurzelt in der chemischen Industrie Seit Beginn der Chemie in Deutschland gab es die Eigenüberwachung. Die TÜV SÜD Chemie Service GmbH ist hervorgegangen aus den Eigenüberwachungen der Chemiekonzerne Bayer, Hoechst und Dow Chemical. Unsere Sachverständigen kommen aus der Chemie und kennen Ihre Anlagen in Theorie und Praxis. Wir sprechen Ihre Sprache.

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Schöler Fördertechnik testet intelligentes Assistenzsystem Die neue Generation des Assistenzsystems Visionary-B CV von Sick soll für mehr Sicherheit und einen besseren Überblick beim Rangieren mit Gabelstaplern und anderen Spezialfahrzeugen sorgen. Hierfür analysiert das nachrüstbare Fahrerassistenzsystem die Fahrzeugumgebung, warnt den Fahrer in kritischen Situationen und unterstützt proaktiv beim Bremsvorgang. Wie gut dies funktioniert, wollte Schöler Fördertechnik im Rahmen eines Pilotprojekts bei der Firma SMP, einem der größten Automobilzulieferer Deutschlands, herausfinden. Dafür wurde das System in einem Flurförderzeug installiert und mit der Fahrzeugsteuerung verbunden. Um Fahrer von Flurförderzeugen zu unterstützen und Kollisionen mit Personen oder Objekten in der Produktionsumgebung zu vermeiden, setzt der international operierende Automobilzulieferer Samvardhana Motherson Peguform (SMP) nun auf eine Technologie von Sick, einem Spezialisten für Sensorenlösungen. In einem erfolgreich abgeschlossenen Pilotprojekt testete der Sensorenhersteller zusammen mit Schöler Fördertechnik die Funktion und die Arbeitsweise des intelligenten 3D-Fahrerassistenzsystems Visionary-B CV. Dazu hat der Gabelstaplerexperte eines seiner Flurförderzeuge bei SMP mit der Plug-andPlay-Lösung von Sick ausgerüstet. Die Erkennungssoftware des Systems nimmt Objekte und Personen auf, wertet die Informationen aus und warnt den Fahrer im Fall des Falles optisch sowie akustisch. Dabei überprüft der 3DVision-Sensor auch schwer einsehbare Bereiche. Spezielle Algorithmen blenden außerdem irrelevante Informatio-

nen aus. Dank 3D-Snapshot-Technologie und integrierter Bildverarbeitung werde der Fahrer laut Lösungsanbieter somit ausschließlich in kritischen Situationen gewarnt. Ein mitgelieferter Monitor bildet die Fahrzeugumgebung ab; gleichzeitig unterstützt das System

proaktiv beim Drosseln der Fahrzeuggeschwindigkeit. Der Visionary-B CV ist laut Anbieter schnell installiert, robust und einfach zu bedienen. Das System lässt sich leicht nachrüsten und eignet sich nicht nur für Flurförderzeuge, sondern auch für den Baustellenbereich. www.schoeler-gabelstapler.de

Nach der erfolgreichen Beendigung des Feldtests ist nun der flächendeckende Einsatz von Visionary-B CV in geeigneten Produktionsumgebungen bei SMP geplant. Bild: Schöler


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Ein Kompressor für mehr als 25 Unternehmen Verdichter von Compair produziert ölfreie Druckluft für den Industriepark Willstätt Der Industriepark Willstätt liegt zwischen Straßburg und Offenburg. Das private Betreiberunternehmen B.I.W. GmbH offeriert als Betreibergesellschaft des Industrieparks seinen gewerblichen Mietern unter anderem eine hocheffiziente Versorgung mit ölfreier Druckluft. Zum Einsatz kommt dafür ein neuer Ultima-Kompressor von Compair. Mehr als 25 Firmen vor Ort nutzen diesen Service, also die ölfreie Druckluft, die in diesem Fall ein einziger Kompressor bereitstellt. Die Grundanforderungen an den Kompressor waren entsprechend hoch.

Mustergültig: Das Druckluftnetz Dass die Druckluftversorgung zum Gesamtpaket gehört, versteht sich von selbst. Alexander Reichert, einer der beiden Geschäftsführer der B.I.W. GmbH, erklärt: „Wir planen und betreiben das Netz mit großer Sorgfalt. Leckagen werden regelmäßig detektiert und beseitigt, und der Netzdruck ist - trotz des weitläufigen Areals - absolut konstant.“ Das fiel kürzlich auch einem Serviceunternehmen auf: Dessen Mitarbeiter vermuteten, der Drucksensor wäre defekt, weil er keine Schwankungen aufgezeichnet hatte - doch die Messergebnisse waren korrekt. Ebenso sorgfältig wird die zentrale Kompressorstation auf dem neuesten Stand gehalten. Aus diesem Grund haben Reichert und sein Team vor einigen Monaten die Investition in einen neuen Kompressor mit großer Sorgfalt vorbereitet. Die Grundanforderungen, abgesehen von der ölfreien Erzeugung, waren anspruchsvoll: Der Kompressor sollte nämlich über ein sehr breites Lieferspektrum mit sehr hoher Effizienz arbeiten, denn auf den konkreten Druckluftverbrauch der einzelnen Unternehmen hat die Betreibergesellschaft keinen Einfluss.

Im Leerlauf verbraucht die Ultima sogar bis zu 45 Prozent weniger Strom als konventionelle zweistu-

(Fast) ohne Leerlaufzeiten Die Ultima-Maschine im Industriepark Willstätt erzeugt mit ihrem 160 kW-Antrieb zwischen 6,5 und 23 Kubikmeter ölfreie Druckluft

Mit der neuen Druckluftstation setzt der Industriepark auf einen einzigen hocheffizienten, kontinuierlich überwachten Kompressor. Ein Wartungsvertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren, der die Wartung beinhaltet und die Verfügbarkeit der Drucklufterzeugung sicherstellt, gehört zum Konzept. Bild: Compair

pro Minute. Reichert betont: „Der Kompressor läuft im 24/7-Betrieb - am Wochenende mit geringerer Leistung, aber ebenso effizient.“ Ein Blick auf das Touch-Panel nach 275 Tagen (das entspricht 6.600 Stunden) Betriebszeit zeigt: Bei einer Betriebsdauer von insgesamt 6.599 Stunden lief der Kompressor 6.596 Stunden unter Last. Das heißt: Es gibt nahezu keine Schaltungen und nur drei Leerlaufstunden in neun Monaten. Das entspricht einem Anteil von 0,05 Prozent. Damit ist die Auslegung nach Herstellerangaben optimal, zumal mit dem serienmäßigen iConn-Modul auch die ständige cloudbasierte Überwachung des Kompressors durch den Compair-Service sichergestellt ist.

gerechten Wartungsplänen, gestützt durch die cloudbasierte iConn-Plattform, umgesetzt werden. Dieser Service ist im Wartungsvertrag inkludiert, den der Industriepark abgeschlossen hat. Über einen Zeitraum von fünf Jahren übernimmt der Kompressorenhersteller proaktiv und zum Festpreis die Wartung und Verfügbarkeit der Drucklufterzeugung - ein Rundum-sorglos-Paket für den Betreiber. Die Effizienz der Druckluftstation ist eine wichtige Voraussetzung, weil mit den Mietern nach Verbrauch zum Kubikmeterpreis angerechnet wird, und das sehr genau. Alexander Reichert verdeutlicht dies: „Wir erfassen pro Monat online insgesamt 12 bis 13 Millionen Verbrauchsdaten für sämtliche Medien.“ Und natürlich unterliegt die RelaVorausschauende Wartung & Monitoring tion von Druckluftmenge und Energieverbrauch der Ultima einem kontinuierlichen Monitoring. Die Effizienz der DrucklufterzeuMit dem iConn Kompressor Service gung ist aber nicht nur aus Kosist die Überwachung von Komtengründen ein gutes Argument: pressoren laut Anbieter ohne Investitionskosten erreichbar: Der „Einige unserer Kunden, vor allem Compair-Service hat die Maschine die in der Chemieindustrie, durchnämlich immer auf dem Bildschirm. laufen regelmäßig Öko-Audits, bei Die Betriebsstunden werden denen auch der druckluftbeüberwacht und jede Fehlerzogene CO2-Ausstoß erfasst und bewertet wird. Hier erreichen wir meldung wird sofort per E-Mail mit der Ultima-Maschine sehr versendet und gespeichert. Damit gute Werte“, so Reichert. kann das Prinzip der vorauswww.compair.de schauenden Wartung mit bedarfs-

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Die B.I.W.-Techniker sondierten den Markt und unterzogen die (wenigen) ölfreien Kompressortypen im gewünschten breiten Leistungsspektrum einer Gesamt-

Energiesparendes Kühlkonzept

fige Verdichter - bei der hier eingesetzten 160-kW-Maschine U160 sind es laut Hersteller nur 8 kWh. Ebenfalls neu und energieeffizient ist das Kühlkonzept der UltimaVerdichter. Ein geschlossener interner Wasserkühlkreislauf führt Wärme direkt dort ab, wo sie entsteht - also an den Motoren, den Frequenzumrichtern und am Verdichterblock. Diese Wasser-/Luftkühlung führt, so der Hersteller, zur entscheidenden Verbesserung der Wärmebilanz im Vergleich mit marktüblichen zweistufigen ölfreien Kompressoren. Wie auch bei anderen Ultima-Einsätzen bestätigen sich im Industriepark Willstätt die Vorteile dieser kompakten Maschinen, die ohne aufwendige Luftkanalinstallationen auskommen, wenn sie an einen Wasserkühlkreislauf angeschlossen sind. Da im Industriepark ausreichend Brunnenwasser zur Verfügung steht, konnte dieser wirtschaftliche Vorteil realisiert werden. Weil der Verdichter in dieser Konfiguration 37 Prozent weniger Stellfläche als herkömmliche ölfreie Kompressoren benötigt, wird außerdem wertvolle Fläche gespart, sodass Nach- und Umrüstungen in Druckluftstationen auch unter eingeschränkten Platzverhältnissen möglich sind. Der niedrige Schalldruckpegel von nur 69 dbA ist ein weiterer positiver Faktor der flexiblen Einsatzmöglichkeiten.

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Gesamtkostenbetrachtung

kostenbetrachtung. Das Ergebnis, so Alexander Reichert: „Letztlich hat die Ultima am besten abgeschnitten.“ Im Februar 2020 wurde der neue Kompressor Ultima U160 installiert. Eine ältere Maschine bleibt aber in der Station. Diese dient als Redundanzanlage und kommt beispielsweise bei einer Wartung der Ultima zum Einsatz. Das zentrale Merkmal des energieeffizienten Antriebs der Ultima-Baureihe sind die HighSpeed-Permanentmagnetmotoren mit exakt auf diese Motoren abgestimmten Umrichtern. Damit werden laut Hersteller präzise regelbare Drehzahlen von bis zu 22.000 U/min erreicht - bei Wirkungsgraden über dem Effizienzstandard IE4. Mit diesem digitalen Antriebskonzept ist es möglich, die Niederdruck- und die Hochdruckstufe mit ihren hochpräzisen Schrauben getriebelos und unabhängig voneinander direkt mit je einem dieser Motoren anzutreiben. Die Steuerung sorgt dafür, dass die Verdichtungsverhältnisse der beiden Stufen zu jeder Zeit und in jedem Betriebspunkt optimal aufeinander abgestimmt sind. Das Ergebnis dieses Antriebskonzeptes aus Anwendersicht: Der aktuelle Druckluftbedarf wird stets bei maximalem Wirkungsgrad der Elektroantriebe bereitgestellt. Das führt in der Praxis zu einer Verringerung der Energiekosten um bis zu 13 Prozent.

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An dem Standort des heutigen Industrieparks Willstätt produzierte ursprünglich BASF Tonbänder und Kassetten. Heute ist das Areal, das sich auf einer Fläche von mehr als vierzig Fußballfeldern erstreckt, ein bedeutender Technologiestandort im Eurodistrict Strasbourg-Ortenau. Insgesamt sind mehr als 25 Unternehmen hier ansässig. Die aus der BASFTradition kommende Nähe zur Prozessindustrie ist dabei immer noch allgegenwärtig. Alle ansässigen Unternehmen profitieren von sehr guten Expansionsmöglichkeiten und nutzen die gemeinsame Infrastruktur. Sie reicht von der Energieversorgung über Gebäude- und Energiemanagement, Sicherheitsdienst und Telekommunikation bis - auch das ein „Erbe“ des Chemiestandortes - zur eigenen Werkfeuerwehr.

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Almig 2021

Bis zu 40.000 Kilowattstunden im Jahr gespart Hersteller von Feinwerkkomponenten setzt auf direktgetriebene Schraubenkompressoren Die Firma Ziegler fertigt am Bodensee hochpräzise Komponenten für die Flugzeug- und Automobilindustrie. Druckluft ist dabei in allen Maschinen im Einsatz. Weil deren Anzahl mit den Jahren zunahm, stießen die bisherigen vier Schraubenkompressoren an ihre Grenzen. Almig ersetzte diese unlängst durch drei direktgetriebene Schraubenkompressoren. Mit ihrer Drehzahlregelung passen sie sich an permanente Lastwechsel an und vermeiden so kostenintensive Leerlaufzeiten. Ziegler kann dadurch bis zu 40.000 Kilowattstunden im Jahr einsparen. Aufgrund der hohen Energieeffizienz bekam das Unternehmen außerdem Fördergelder vom Bund. „Bei uns kommt es auf höchste Präzision an“, sagt Klaus Welte und zeigt auf einen Behälter, in dem

sich blitzblanke und komplex geformte Bauteile befinden. Er ist Teamleiter für den Bereich Präzi-

sionsentgraten und Teileendbearbeitung bei der Ziegler GmbH im baden-württembergischen Bermatingen am Bodensee. „Mit etwa 160 Mitarbeitern fertigen wir hier Bauteile in geringen Stückzahlen“, erklärt Welte. Die Durchschnittsmengen liegen zwischen 50 und Seit Mai 2020 sind die Kompressoren nun im Einsatz. „Wir vermeiden kostenintensive Leerlauf70 Teilen. Diese können nur zeiten und können ordentlich Kilowattstunden im Jahr einsparen“, betont Klaus Welte, Teamleiter wenige Millimeter dünn oder auch für den Bereich Präzisionsentgraten und Teileendbearbeitung bei Ziegler, und ergänzt: „Vor allem mehrere Kilogramm schwer sein. profitieren wir von einer hohen Verfügbarkeit der Druckluft.“ Bild: Almig Zum Einsatz kommen sie in der standen nur 1.750 Liter zur VerAutomobil- und Flugzeugindustrie. diese Fördergelder zu erhalten, erfügung. Die Steuerung Air Control „Sicher spüren wir die Auswirkun- füllen unsere Kompressoren alle erforderlichen Voraussetzungen“, HE von Almig regelt die Komgen der Corona-Pandemie“, bebeschreibt Gräschke. pressoren verbrauchsabhängig im richtet Welte und zeigt in die Halle: Die Schraubenkompressoren VVerbund. Die übergeordnete Der Maschinenpark ist nur zum Teil Drive 75 und die Variable XP 22 geSteuerung wird dabei ebenfalls in Betrieb. „Auch wenn wir das hören zur neuesten Generation. durch das BAFA gefördert. Ende der Krise noch nicht absehen Das Besondere ist ihre optimierte „Steigt der Verbrauch Richtung können, Sorgen mache ich mir keiDrehzahlregelung. Damit erreiMaximalliefermenge der Variable ne. Wir stehen gut da, und haben chen die Anlagen laut Hersteller XP 22, schaltet sich eine V-Drive 75 schon in der Vergangenheit immer einen sehr guten Wirkungsgrad zu und die kleine Anlage nach nur dann investiert, wenn wir uns über den gesamten Drehzahlbeeiner einstellbaren Wartezeit ab. das auch leisten konnten“, ergänzt reich. Die Drucklufterzeugung lässt Dabei wird eine Drehzahlreserve er. sich genau an den tatsächlichen beibehalten. So können keine Zu diesen Investitionen gehören Bedarf anpassen. Druckschwankungen durch Zuauch drei neue Druckluftkomund Wegschalten der Kompressoren von Almig.„Wir haben in Durch die Vermeidung von Leerden vergangenen zehn bis 15 pressoren entstehen, und die laufzeiten sowie permanenten Jahren unser Personal nahezu verLastwechseln - und der damit verStation läuft im wirtschaftlichen bundenen höheren Verdichtung Bereich“, erklärt Gräschke. doppelt. Kontinuierlich ist auch der wird Ziegler erheblich Strom In der Hauptlastphase, also in der Maschinenpark gewachsen“, erläuHauptproduktionszeit, läuft eine Vsparen können. Laut Berechtert der Teamleiter. Damit stieg nungen sollen dies bis zu 40.000 Drive 75. Die zweite V-Drive 75 ist natürlich auch der Bedarf an im Stand-by-Modus. Um eine Kilowattstunden im Jahr sein. Druckluft. Im Einsatz waren bis Im Vergleich mit Kompressoren, gleichmäßige Auslastung sicherdahin vier in die Jahre gekomdie im Last-Leerlauf geregelt werzustellen, erfolgt diese im Grundmene Schraubenkompressoren. den, sparen die neuen Geräte nach lastwechsel. In der SchwachlastAlle Anlagen stammten auch Herstellerangaben schon allein daphase, wenn weniger produziert bisher von Almig mit Sitz in Badendurch rund 30 Prozent Energie. Die wird, läuft nur die Variable XP 22. Württemberg. „Wir konnten über Die Station passt sich automatisch V-Drive 75 lassen sich bei 8 bar zwidie Jahre sehr gute Erfahrungen an das Verbrauchsprofil an. Da sich mit diesen Maschinen sammeln, schen 3,06 und 13,00 Kubikmeter pro Minute regeln, die Variable XP die Maschinen immer im optiinsbesondere bei der Verfügbar22 zwischen 0,85 und 3,70 Kubikmalen Drehzahlbereich befinden, keit“, berichtet Welte. Langsam meter pro Minute. Bei beiden sind sowohl der Energiebedarf als aber sicher stießen sie aber an ihre Grenzen. „Wir wollten sowohl den Typen ist der Betriebsdruck von 5 auch die Geräuschemission gerinsteigenden Bedarf an Druckluft bis 13 bar stufenlos einstellbar. ger. Zudem werden die Maschidecken können als auch dauerhaft „Jeweils einer der beiden V-Drivenenbauteile weniger belastet, was unsere Energiekosten senken.“ Kompressoren übernimmt die Last, sich positiv auf die Lebensdauer Dass die Verantwortlichen weidie vorher die vier alten Maschinen der Kompressoren auswirkt. terhin auf Kompressoren aus dem gemeinsam getragen haben“, erEin weiterer positiver Nebeneffekt: schwäbischen Köngen setzen, war klärt Welte. Der Bedarf an DruckDurch die Steuerung laufen alle keine Frage. Hoch schätzt der luft ist in Bermatingen ganz unterMaschinen etwa 4.000 B/h pro Jahr. Teamleiter auch die Beratung des schiedlich. „Wir arbeiten hier in der Das entspricht dem ServiceinterGebietsverkaufsleiters des KomRegel fünf Tage in der Woche in vall. Somit können alle Komprespressorenherstellers, Volker zwei Schichten“, beschreibt Welte. soren an einem Termin gewartet werden, das senkt die laufenden Gräschke, der das Unternehmen „Vor der Pandemie lag der Tagesbedarf bei etwa neun Kubikmetern Kosten weiter. am Bodensee seit Jahren betreut. „Um die passende Lösung zu finden, pro Minute. Eine V-Drive-Anlage „Von Haus aus sind unsere HE-Steuläuft aktuell nur zu etwa 50 bis 60 erungen mit einem Bilanzierungsführten wir eine Druckluftanalyse Prozent. Die Druckluftstation ist Monitoring-System ausgestattet durch“, berichtet Gräschke. „Auf zurzeit auf 7,8 bar eingestellt und und haben serienmäßig einen dieser Grundlage lieferten wir wird in 0,1-bar-Schritten reduziert, Webserver“, erläutert Gräschke. direktgetriebene, drehzahlgebis wir am Optimum sind. Denn 1 Dieser ermöglicht es, alle relevanregelte Schraubenkompressoren bar macht etwa sieben Prozent ten Daten online auszulesen. zwei der Baureihe V-Drive 75 sowie Energiekosten aus“, so Gräschke. Das Laufverhalten der vergangeeine kleinere Variable XP 22.“ Um die Leckagen möglichst gering nen Betriebstage oder -wochen Weil diese Anlagen energetisch zu halten, werden Druckluftverlässt sich ablesen und anhand der besonders gut arbeiten, konnte luste im Verteilernetz und in den Daten feststellen, wie stark der Ziegler mit Unterstützung des ExMaschinen permanent kontrolliert Kompressor ausgelastet ist und perten Fördergelder beim Bundesund beseitigt. Um das Regelverwann die Wartung ansteht. Zusätzamt für Wirtschaft und Ausfuhrhalten der Kompressoren weiter zu lich werden die verbrauchte kontrolle (BAFA) beantragen. verbessern, wurde ein DruckluftLuftmenge und der EnergieverEin weiterer triftiger Grund für die behälter mit einem Volumen von brauch aufgezeichnet. Fertiger vom Bodensee, in die 3.000 Litern installiert. Vorher www.almig.de neuen Anlagen zu investieren.„Um


REINIGUNG

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So verlieren große Flächen ihren Schrecken Neue Ride-on-Scheuersaugmaschinen für großflächiges Reinigen konzipiert Die neue Scrubmaster B400-R-Linie von Hako bietet eine Flächenleistung von bis zu 14.000 Quadratmetern in der Stunde und erlaubt dank eines Frisch- und Schmutzwassertanks mit einem Volumen von 400 Litern lange Einsatzzeit. Angeboten werden drei Maschinenvarianten für unterschiedliche Reinigungseinsätze, zwei Arbeitsbreiten von 123 und 155 Zentimetern und zahlreiche Optionen für mehr Effizienz, Arbeitssicherheit und Hygiene. Immer größere Produktions-, Logistik- und Lagerhallen, neue Einsatzbereiche - mit jedem Quadratmeter wachsen die Anforderungen an die Flächenleistung und Performance der professionellen Innenreinigung. Dabei bringen Schmutz, Produktionsrückstände und Staubablagerungen im ganz großen Stil viele Reinigungsmaschinen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit. Hako bietet speziell dafür, also für die Reinigung großer Flächen, Lösungen und zwar mit den Modellen aus der neue Scrubmaster B400-RLinie.

Drei neue Modelle in der R-Linie Die neue Produktlinie ist für groß dimensionierte Hallen konzipiert, wie sie z.B. im Industrie- oder Messebereich, aber auch in Flughäfen oder Parkhäusern zu finden sind. Lange Arbeitseinsätze sind laut Hersteller dank der hohen Flächen-

Beim Scrubmaster B400 R handelt es sich um eine reine Scheuersaugmaschine. Für Sauberkeit bis in die kleinste Ecke kann ein OnboardHochdruckreiniger angebracht werden.

leistung, der maximierten Batteriekapazität und des großen Schmutz- und Frischwassertanks möglich. Insgesamt gehören drei unterschiedliche Modelle zur neuen Serie. Die Typen Scrubmaster B400 RH und Scrubmaster B400 RM sind beispielsweise kombinierte Kehrund Scheuersaugmaschinen. Der Scrubmaster B400 RH verfügt hierbei über eine automatische Hochentleerung und hat einen

150-Liter-Kehrgutbehälter. Der Scrubmaster B400 RM mit manueller Grobschmutzentleerung sammelt hingegen das Kehrgut in zwei Behältern mit jeweils 44 Liter Volumen. In Kombination mit der Staubabsaugung sorgt der Dust Stop an den Seitenbesen bei beiden Modellen für ein staub- und feinstaubreduziertes Kehren und eine geringere Staubbelastung der Arbeitsumgebung.

Auf Wunsch mit QuickConnect-System Als reine Scheuersaugmaschine hingegen positioniert sich das Modell Scrubmaster B400 R. Dank der optional angebotenen QuickConnect-System-Schnittstelle lässt sich dieses Modell mit weiteren Zusätzen wie beispielsweise einem Leichtmüllsammler oder einer Mopp- oder Besen-Kehreinheit ergänzten. Überhaupt lassen sich die Maschinen mit vielen Optionen er-

Hier im Einsatz der Scrubmaster B400 RM mit manueller Grobschmutzentleerung.

weitern: Für mehr Sicherheit im Einsatz sorgen zum Beispiel das Fahrerschutzdach, verschiedene Fahrerassistenzsysteme und die StVZO-Ausstattung. Eine starke Reinigungsperformance auch auf Steigungen von bis zu 15 Prozent ist mit der eigens dafür entwickelten X-AC Variante möglich. Ein effizienterer Umgang mit Reinigungschemie wird mithilfe der OnboardDosierung erreicht.

Hohe Anforderungen an Hygiene können außerdem mit der antibakteriellen Tankausstattung erfüllt werden. Zudem erfüllt die neue Maschinenlinie laut Hersteller alle Kriterien einer ergonomischen, rückenschonenden und ermüdungsfreien Arbeitsplatzgestaltung und wurde deshalb auch mit dem Gütesiegel des Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) ausgezeichnet. www.hako.com

Betriebspausen zur Anlagensanierung nutzen Regelmäßige Systemreinigung sorgt für bessere Betriebshygiene und spart Biozide ein Seit Mai vergangenen Jahres gilt die EU-Verordnung 2018/1480, die unter anderem für das Biozid Methylisothiazolinon (MIT) einen Grenzwert von maximal 15 ppm im Endprodukt festlegt. Bei Überschreitung ist das Produkt mit dem Gefahrenhinweis H317 „Kann allergische Hautreaktionen verursachen.“ zu kennzeichnen. Das Problem dabei: Bisher wurden Produktionsanlagen oftmals durch den Einsatz von Bioziden desinfiziert. Dadurch steigt in der Folge der Biozidgehalt im Endprodukt. Kommt eine erforderliche Topfkonservierung zum Schutz der Fertigerzeugnisse wie Farben und Lacken in Behältern vor mikrobieller Schädigung hinzu, wird der Grenzwert im Produkt schnell überschritten. Deshalb suchen viele Unternehmen nach Alternativen. Das Thema Betriebshygiene rückt in vielen Industriebranchen stärker in den Fokus. Dabei sollen vor allem Biofilme in festgelegten Zyklen aus Tanks und Rohrleitungen entfernt werden. Die Betriebshygiene spart dabei unter dem Strich sogar oftmals Kosten ein, da weniger Biozide eingesetzt werden müssen und nicht vor jedem Produktionszyklus gespült wird. Außerdem können sich die Kosten durch Reklamationen sowie Produktmängel und -verluste da-

durch reduzieren. Mittlerweile gibt es für diesen Bereich biozidfreie Systemreiniger, die nicht nur effektiv, sondern auch effizient reinigen. Vink Chemicals entwickelte dafür die biozidfreien Reinigungsmittel Vinkocide SR1 und Vinkocide SR3. Hierbei handelt es sich laut Hersteller um hochwirksame und effiziente Systemreiniger zur Entfernung von Biofilmen in industriellen Versorgungssystemen und Produktionsanlagen. Sie punkten bei Schmutz und

Der Vorher-nachher-Vergleich zeigt die Wirkung der Vinkocide-Systemreiniger: Die Verunreinigungen durch Biofilme und Mikroorganismen wurden entfernt. Bild: Vink Chemicals

mikrobiellen Verunreinigungen. Die Systemreiniger Vinkocide SR1 (alkalisch) und Vinkocide SR3 (sauer) sind als All-in-one-Reiniger mit breitem Anwendungsspektrum konzipiert. Sie sind nach Herstellerangaben wirtschaftlich in der Anwendung und enthalten Biodispergatoren für einen wirksamen Austrag der gelösten Verunreinigungen sowie Tenside für eine effiziente Reinigung. Zudem sind sie laut Hersteller gut ab- und ausspülbar. Biofilme, aber auch Produktreste wie Farben oder Bindemittel werden unterwandert und gelöst. So lassen sich Behälter und Leitungen an unzugänglichen Stellen reinigen. Angewendet werden sie zur grundlegenden Anlagensanierung und dann regelmäßig im Verdünnungsverhältnis 1:5 oder 1:10 zur Aufrechterhaltung der Betriebshygiene. Tobias Rheinländer, Sales Manager Systemreiniger bei Vink Chemicals, empfiehlt, je nach Verschmutzungsgrad alle acht bis zwölf Wochen eine Systemreinigung durchzuführen. Weiter auf Seite 16

Der Scrubmaster B400 RH verfügt über eine automatische Hochentleerung. Bilder: Hako

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REINIGUNG

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Förderbänder effizient und schonend reinigen Großbäckerei setzt auf ein umweltschonendes Bandreinigungssystem Bis zu 45.000 Backwaren pro Tag transportieren die Förderbänder der Biobäckerei Moin aus Glückstadt bei Hamburg. Dabei muss das Unternehmen stets dafür sorgen, dass sich auf den Bändern und Maschinen keine Rückstände von Allergenen und Reinigungsmitteln befinden. Gerade bei den Förderbändern war dies in der Vergangenheit mit sehr viel Aufwand verbunden. Nun nutzt die Biobäckerei das Bandreinigungssystem Bebelt von Beam, das chemiefrei arbeitet. Dieses Reinigungssystem wird als Erweiterung an das HACCP-zertifizierte Dampfsaugsystem Blue Evolution XL+ des Herstellers Beam angeboten. Das Familienunternehmen Moin wurde 1995 in Bremen gegründet und zählt zu den Biopionieren der deutschen Lebensmittelindustrie. Heute ist die Biobäckerei in Glückstadt nördlich von Hamburg ansässig. Rund 60 Mitarbeiter produzieren hier täglich bis zu 45.000 Backwaren und liefern diese an Händler in der ganzen Bundesrepublik. Das Sortiment umfasst Fertigteige, Spinattaschen, Croissants, Schokoladenbrötchen und mehr, die allesamt aus Biolandzutaten und ohne die Zugabe von Aromen und Enzymen hergestellt werden. Diese Backwaren werden mit Förderbändern transportiert und eben diese wurden bislang mühsam in drei Arbeitsschritten mit Wasser, Bürsten und Schwämmen gereinigt. Das Moin-Team musste dabei die Lebensmittelreste zunächst abkratzen und abschwämmen. Anschließend mussten die Bänder zeitaufwendig abtrocknen.

Problem: Hartnäckige Verschmutzungen Trotz dieser aufwendigen Reinigung waren gerade hartnäckige und tief sitzende Verschmutzungen auf diese Weise kaum wegzubekommen. Deshalb suchten die Verantwortlichen nach einer Lösung und wurden fündig bei Beam, einem Hersteller von Dampfreinigungsgeräten aus dem bayerischen Altenstadt. Die Reinigungsexperten bieten mit Bebelt ein mobiles System zur Bandreinigung an, das einfach an das HACCP-zertifizierte Dampfsaugsystem Beam Blue Evolution XL+ angeschlossen wird. Dabei arbeitet es chemiefrei - und es ist mobil, das heißt es kann inner-

Das Bandreinigungssystem ist mobil und kann innerhalb weniger Minuten zur Reinigung von verschiedenen Förderbändern eingesetzt werden. Es wird als Erweiterung an das HACCPzertifizierte Dampfsaugsystem Blue Evolution XL+ angeschlossen. Der Dampfreiniger selber sorgt auch an schwer zugänglichen Stellen für Sauberkeit.

halb weniger Minuten zur Reinigung von verschiedenen Förderbändern eingesetzt werden. „Mit dem Bebelt arbeiten wir jetzt viel effizienter. Er löst selbst Teigreste, Schokolade und klebrige Mohnfüllungen im Handumdrehen vom Förderband und spart uns auch dank seiner einfachen Handhabung bis zu eineinhalb Stunden Zeit pro Tag ein und das bei einem hervorragenden Reinigungsergebnis“, bestätigt Hans-Paul Mattke, der Geschäftsführer der Moin Bio Backwaren GmbH. Und Mattke freut sich auch darüber, dass das Reinigungssystem ganz ohne Reinigungschemie auskommt. „Mit dem Bebelt gehen wir kein Risiko mehr ein, dass Rückstände von Keimen, Schmutz und Putzmitteln auf den Bändern haften bleiben. Das belegen unsere regelmäßigen

Die Vorreinigungseinheit mit Spachtel und Bürste löst zunächst grobe Verschmutzungen. Danach folgt das Finish mit Dampfen und Saugen.

Abklatschtests schwarz auf weiß“, betont er. Marco Wiedemann, der Geschäftsführer der Beam GmbH, hat das Bandreinigungssystem gemeinsam mit Ingenieur Frank Kretzer von Supera engineering sowie Partnern aus der Lebensmittelbranche entwickelt. Er weiß: „Gerade bei teigigen Rückständen spielt der Bebelt seine volle Power aus. Die Vorreinigungseinheit mit integriertem Spachtel und Bürste löst zunächst grobe Teigreste, sodass das Finish mit Dampfen und Saugen danach noch besser klappt. Die Vorrichtung passt sich dabei selbst an unebene Untergründe optimal an und arbeitet absolut bandschonend. Bei besonders rauen Oberflächen oder sehr hartnäckigen Verschmutzungen kann außerdem das Heißwassermodul zugeschaltet werden.“

Angepasst an das jeweilige Förderband Der Bebelt kann bis zu einer Breite von 650 Millimetern maßgefertigt sowie beidseitig über Feinjustierungen millimetergenau an das jeweilige Förderband angepasst werden. Zudem lässt sich die stabile Konstruktion in der Höhe verstellen. Es spielt also keine Rolle, ob die Förderbänder horizontal wirklich zu einhundert Prozent im Wasser stehen oder nicht. Besonders clever: Das Bandreinigungssystem ist so gestaltet, dass es sich oben und unten an den Förderbändern installieren lässt. Damit sind selbst Bänder mit Kühlhauben kein Problem. Für das gute Reinigungsergebnis sorgt laut Hersteller nicht nur die ausgeklügelte Konstruktion des Bandreinigungssystems, sondern vor allem auch das Dampfsaugsystem Blue Evolution XL+, an das es angeschlossen wird. Das Multifunktionsgerät wird dem hohen HACCP-Standard gerecht und überzeugt auch beim 4Felder-Test: Bei der Reduktion der Keimzahl steht es Geräten, die biozide oder chemische Substanzen wie Tenside verwenden, in nichts nach, betont der Hersteller. Hierfür arbeitet das Gerät mit einer Leistung von 7.200 Watt, einem Druck von 10 bar und bis zu 180 Grad Celsius heißem Trockendampf. In der Biobäckerei Moin kommt er deshalb auch bei der Reinigung der Produktionsmaschinen zum Einsatz. Denn durch den minimalen Wassereinsatz wird garantiert, dass die gereinigten Flächen nach dem Saugvorgang sofort

Die Reinigung läuft mit dem neuen Bandreinigungssystem in einem einzigen Schritt und hygienischer als zuvor ab. Mit dem Bandreinigungssystem spart sich die Biobäckerei Moin aus Glückstadt bei Hamburg bis zu eineinhalb Stunden Reinigungszeit pro Tag ein. Das System arbeitet chemiefrei und wird als Erweiterung an das HACCP-zertifizierte Dampfsaugsystem Blue Evolution XL+ angeschlossen. Bilder: Daniel Reinhardt/Beam

wieder komplett trocken sind und Maschinenteile vor Feuchtigkeit geschützt werden. Weiterer Pluspunkt: Mit dem Gerät lassen sich große Flächen genauso reinigen wie schwer zugängliche Stellen wie Ecken, Kanten oder Fliesenfugen. Möglich machen das der über drei Meter lange Schlauch und die verschiedenen Aufsatzdüsen. Neben dem in diesem Anwendungsfall eingesetzten Gerät bietet der Hersteller mit dem Blue Evolution S+ und dem Blue Evolution XXL auch Alternativen. Der Blue Evolution S+ schafft eine Leistung von 3.500 Watt und arbeitet mit einem Druck von bis zu 8,0 bar sowie einer Dampftemperatur von bis zu 170 Grad Celsius. Der Blue Evolution XXL hingegen arbeitet mit 18 Kilowatt, einem Druck von 10,0 bar sowie einem Minimum an Feuchtigkeit, sodass Kugellager, Umlenkrollen und Kettenantriebe geschont werden. Und zwischen diesen beiden ist das Modell Blue XL+ mit Kraft-

stromanschluss angesiedelt, das in der Biobäckerei zum Einsatz kommt. Die Leistungsdaten lauten hier: bis zu 10,0 bar, bis zu 180 Grad Celsius und das bei 7.200 Watt.

Flexibel dank Aufsatzdüsen Die Multifunktionsgeräte verfügen über verschiedene Aufsatzdüsen und ihr Dampfdruck kann nach Entwicklerangaben so reguliert werden, dass alle Oberflächen gründlich und schonend gesäubert werden können. Außerdem haben alle Modelle ein zusätzliches Heißwassermodul für besonders hartnäckige Verschmutzungen. Zu guter Letzt warten sie mit einem BlaulichtEffekt auf, um Keime zu beseitigen. Denn die gelösten Schmutzpartikel landen im Wasserfilter und werden im Wasser gebunden. Die darin enthaltenen Keime werden dann durch das UV-Blaulicht abgetötet. www.beam.de

Das mobile Bandreinigungssystem kann mittels Feinjustierungen millimetergenau an das jeweilige Förderband angepasst werden. „Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden bei uns in allen Bereichen großgeschrieben. Und mit dem Bebelt haben wir auch endlich eine grüne Lösung für die Reinigung unserer Förderbänder gefunden. Beim Green-Cleaning-Konzept von Beam stimmt nicht nur der ökologische Ansatz, hier stimmt auch die Leistung“, betont Hans-Paul Mattke, der Geschäftsführer der Moin Bio Backwaren GmbH.

Fortsetzung von Seite 15 Tobias Rheinländer weiß:„Die Reinigung kann mit relativ wenig Aufwand und zu vertretbaren Kosten während der Betriebspausen durchgeführt werden, beispielsweise über das Wochenende.“ Rheinländer berichtet von vollständiger Ablösung und Austragung sämtlicher mikrobiellen Beläge und erläutert: „Wir haben bei Kunden sehr gute Er-

fahrungen damit gemacht, die Anlage am Freitag mit der Vinkocide-Reinigungslösung zu fluten und gefüllt über das Wochenende stehen zu lassen. Vor Wiederaufnahme der Produktion wird der Systemreiniger mit allen produktschädigenden Verunreinigungen abgelassen und die Anlage steht wieder zur Verfügung.“ https://vink-chemicals.com/


April Sonderteil Condition Monitoring

2021 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Das hätten die GfM-Spezialisten für die Diagnose von wälzgelagerten Industriegetrieben auf der maintenance 2021 gezeigt. Seite 18

Schuler Connect gehört zur Digital Suite des Pressenherstellers. Dazu zählen auch verbesserte Track-and-Trace-Lösungen sowie ein Werkzeug-Überwachungssystem. Bild: Schuler

„Schuler Connect“ reduziert Serviceeinsätze Per Smartphone oder Datenbrille können Anlagenbetreiber nun eine schnelle und effektive Hilfe von Experten erhalten. Dies verspricht „Schuler Connect“, ein für den Support von industriellen Dienstleistungen entwickeltes Portal, das via App für Handy oder Datenbrille Livebilder überträgt. Laut Entwickler bietet die Lösung noch weitere Zusätze für eine optimale Unterstützung bei der Fernwartung. Mit Schuler Connect lassen sich, so der Anbieter, also zeit- und kostenaufwendige Serviceeinsätze reduzieren und damit Stillstände verkürzen. „So blenden unsere Experten mithilfe von AugmentedReality-Technologie zielgerichtet Informationen in das Bildsignal ein, die eine effektive Hilfestellung für den Anlagenbetreiber bieten“, erklärt Ernst Schwoshuber, ServiceVertriebsleiter bei Schuler. Auf die Sicherheit der Datenübertragung habe das Unternehmen großen Wert gelegt, betont Schwoshuber. „Schuler Connect befindet sich schon bei mehreren Kunden in der Testphase, und die ersten Rückmeldungen sind sehr vielversprechend“, ergänzt Torsten Petrick, Service-Geschäftsführer bei Schuler. Unternehmensintern ist das System bereits seit einem Jahr im Einsatz, etwa zur Kommunikation zwischen Konstruktion und Innenmontage, oder zur Qualitätssicherung und Abnahme von Pressen in China. http://digitalsuite.schulergroup.com Wolff Publishing www.b-und-i.de

ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

Abo-Service: b-und-i@vertriebsunion.de

Auf den neuen SKF-Prüfständen im Testzentrum werden alle Arten von möglichen Bedingungen, wie sie in der Praxis zu finden sind, simuliert. Bilder: SKF

Erkennen, Diagnose & Prognose Warum fallen Lager aus? Mit dieser Frage beschäftigen sich Experten von SKF und untersuchen diese Komponenten im Labor und im Praxiseinsatz. In einem neuen Teststand sowie unter Einsatz von künstlicher Intelligenz und Big-Data-Analysen suchen die Experten nach neuen Ansätzen im Kampf gegen ungeplante Stillstandszeiten. Die gute Nachricht zuerst: Mehr als 90 Prozent der Lager halten länger als die Maschinen, in die sie eingebaut sind. Bei den restlichen sieht es hingegen anders aus. Fallen Lager aus, stehen in der Folge oftmals Maschinen und Anlagen still. Diese zumeist ungeplanten Stillstände sind nicht nur ärgerlich, sondern oftmals durch den Produktionsausfall auch immens teuer. „Kunden kommen zu uns, weil wir sie mit unseren Produkten und Dienstleistungen dabei unterstützen, zuverlässiger, nachhaltiger und leistungsstärker zu arbeiten“, erklärt Bernie Van Leeuwen, der Leiter des SKF Research & Technology Developments. „Wir konzentrieren uns aber auch stark auf die Lager, die irgendwann im Einsatz ausfallen”, ergänzt Van Leeuwen. Er führt weiter aus: „So haben wir über die Jahre Modelle entwickelt, mit denen wir

deren Lebensdauer unter bestimmten Betriebsbedingungen ermitteln können, bevor erste Ermüdungserscheinungen auftreten.“ In der Praxis sieht das jedoch meist anders aus. „Kamen die defekten Bauteile von den Kunden an uns zurück, stellten wir durch Analysen fest, dass sich in neun von zehn Fällen die erwarteten Betriebsbedingungen geändert hatten“, weiß der Spezialist und verdeutlicht: „Dazu gehören Schmierstoffmangel, Verunreinigung, Korrosion oder Schäden durch Streuströme.“ Da die Maschinen auch unter schwierigen Bedingungen funktionieren müssen, lässt sich dies nie ausschließen. „Wenn es uns jedoch gelingt, sie sicher vorherzusagen, können wir ihre Folgen verringern“, erklärt der Experte. „Es ist wesentlich wirtschaftlicher, ein Lager während einer ge-

planten Überholung auszutauschen, als eine Fertigungsstraße für Notreparaturen anzuhalten.“ Deshalb arbeitet SKF daran, die Vorhersagbarkeit zu optimieren. Gibt es ein Problem oder besteht die Möglichkeit eines Problems mit meiner Maschine? Welche Ursache liegt dem Problem zugrunde? Kann ich meine Maschine bis zum nächsten geplanten Wartungsintervall weiterbetreiben? Kann ich irgendetwas tun, um sie am Laufen zu halten? „Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir oft ganz neue Technologien heranziehen“, beschreibt der SKF Experte. „Oft hilft es aber auch, gut etablierte Konzepte auf neue Art und Weise anzuwenden.“ Das gilt beispielsweise für Lagerprüfungen. In ihren Laboren betreibt SKF deshalb weltweit zahlreiche Lagerprüfstände. Weiter auf Seite 18

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CONDITION MONITORING

April 2021

Vier Themen, die GfM am Herzen liegen Was die Spezialisten für die Diagnose von wälzgelagerten Getrieben gerne gezeigt hätten Auf der diesjährigen Fachmesse maintenance hätten die Experten der Gesellschaft für Maschinendiagnose über die mobile Schwingungsdiagnose, das Betriebswuchten, das Online Condition Monitoring, ihren Maschinendiagnoseservice, die Endoskopie und das Troubleshooting informieren wollen. Die mobile Schwingungsdiagnose wird gerade in der Instandhaltung sehr geschätzt. Schon seit ein paar Jahren kommt hierbei unter anderem das mobile Condition Monitoring System PeakStore5 von GfM zum Einsatz. Das System besteht im Prinzip aus einem handelsüblichen, industrietauglichen Tablet, welches mit einem Aluminiumgehäuse, das die Datenerfassungshardware enthält, fest verbunden ist. Diese Symbiose hat viele Vorteile: Die Bedienung funktioniert wie bei jedem Tablet oder Smartphone durch Tippen oder Schreiben auf einer vollgrafischen Oberfläche. Dort werden auch alle relevanten Informationen angezeigt und eingegeben und bei Bedarf auch Zeitsignalverläufe von Schwingung und Drehzahl sowie berechnete Spektren und Kenngrößen visualisiert.

Auswuchtmodul für den PeakStore5 Wer will, kann dort die gesamte Analyse durchführen, sich aber auch einen externen Monitor, eine externe Tastatur und eine externe Maus anschließen. Und weil es sich um ein vollwertiges Tablet handelt, kann man auch direkt einen Bericht schreiben und diesen elektronisch versenden. Das Ganze funktioniert aber auch über einen PC oder Laptop. Auch die Datenerfassungshardware ist etwas Besonderes. Die Anforderungen wurden von Diagnoseexperten formuliert: Lange Messzeiten bei einer hohen Abtastrate von über 50 kHz, absolut zeitgleich an allen Eingangskanälen, und gleichzeitige zweikanalige Drehzahlerfassung für die Ordnungsanalyse - und das Ganze bei wahlweise vier, acht oder zwölf Eingangskanälen für Schwingungsdaten. Die Signalanalysewerkzeuge entsprechen dem, was man heutzutage erwarten kann: Schadensfrequenzen lassen sich in die Ordnungsspektren und Hüllkurvenordnungsspektren einblenden. Harmonischer- und Seitenbandcursor ermöglichen die Interpreta-

tisch nach signifikanten Frequenzen gesucht wird, die zu einem Schadensmuster passen. Erst dann muss ein Mensch aktiv werden und eine Instandhaltungsentscheidung treffen. Da sich Abnutzungsschäden an Getrieben und Wälzlagern aber in der Regel mehrere Wochen bis Monate vor dem Ausfall ankündigen, genügt es, auf Alarme während üblicher Arbeitszeiten zu reagieren.

Wer lieber an seinem PC oder Laptop arbeitet, kann beim mobilen Condition Monitoring System PeakStore5 die gemessenen Daten auch dorthin übertragen - und zwar per USB oder noch besser per FTP-Server.

tion. Sowohl Kenngrößen als auch die Amplitude einzelner Schadensfrequenzen sowie Spektren lassen sich als Zeitfunktion darstellen das ergibt dann entsprechend aussagekräftige Wasserfalldiagramme und Spektrogramme. Relativ neu ist das Auswuchtmodul für den PeakStore5 als separate Lizenzoption. Es ermöglicht das Betriebswuchten einer Maschine mit ein oder zwei Ausgleichsebenen bei variabler Drehzahl. Die Berechnung der Auswucht-Gütestufe kann auf der Grundlage von Schwingbeschleunigungsund Schwinggeschwindigkeitssignalen erfolgen. Test- und Ausgleichsmassen können sich an festen oder variablen Positionen an unterschiedlichen Rotorradien befinden. Es kann auch das Entfernen von Massen berechnet werden. Auf der maintenance 2021, die coronabedingt abgesagt wurde, wäre neben dem PeakStore5 auch das Online Condition Monitoring Peakanalyzer zu sehen gewesen. Es punktet laut Hersteller durch seine Diagnosezuverlässigkeit, was unter anderem zahlreiche Installationen an Kranen, an Zementmühlen, Seilbahnen, Papiermaschinen und Windenergieanlagen belegen. Aus hochfrequent erfassten Schwingungssignalen werden in diesem System Ordnungsspektren und Hüllkurvenordnungsspektren gebildet, in denen vollautoma-

Was kann man tun, wenn die Drehzahl während der Messung schwankt, aber nicht gemessen werden kann? Hier liefert die Software von GfM mehrere Lösungen: Am elegantesten ist aber wohl die Möglichkeit, die Drehzahlinformation aus einer Zahneingriffsfrequenz zu generieren.

Peakanalyzer: Online Condition Monitoring Die Anfertigung eines Berichts über Alarme, Quittierungen, Änderungen an den Einstellungen ist zwar für die eigentliche Funktion des Peakanalyzers nicht erforderlich, doch ist es in der Industrie durchaus üblich, relevante Infor-

Fortsetzung von Seite 17 Hier laufen die Produkte bis zum Totalausfall. Die Techniker bekommen dadurch ein besseres Verständnis für Ausfallmechanismen und können so mathematische Modelle verifizieren. „Diese Prüfverfahren sind recht simpel“, sagt Van Leeuwen.

Berechenbare Leistung … „Wir lassen den Prüfstand so lange laufen, bis wir ein Problem beim Lager erkennen. Für unsere Prognosen benötigen wir aber eine andere Art von Prüfung: Sie muss dort ansetzen, wo eine herkömmliche Prüfung endet“, veranschaulicht der Experte. Damit kann SKF analysieren, wie sich ein Schaden in einem Lager entwickelt und wie schnell sich kleine Fehler zu großen Problemen auswachsen. Dazu errichtet SKF derzeit ein Technologiezentrum im niederländischen Houten. „Die Prüfstände im neuen Zentrum tragen den Namen ‚Bearing Rigs for Accelerated Verification Experiments‘ (BRAVE). Sie simulieren die Arten von möglichen Bedingungen, wie sie in der Praxis zu finden sind“, erklärt Van Leeuwen. „Auf unseren Prüfständen können wir bewusst Lagerschäden erzeugen, beispielsweise durch Korrosion, Schmierstoffmangel, Verunreinigung oder elektrische Ströme. Zudem können wir beobachten, wie sich verschiedene Belastungen und Drehzahlen auf die Ausbreitung der Lagerschäden auswirken.“ Sehr viel Raum bei SKF nehmen aktuell die Themen künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen ein. Im vergangenen Jahr

Das Auswuchtmodul für den PeakStore5 wird als separate Lizenzoption angeboten. Bilder: GfM

mationen zu dokumentieren. Bisher war das Anfertigen von Quartalsberichten für den Peakanalyzer in der Tat Handarbeit. Nun hat der Hersteller den Peakanalyzer um einen Berichtsgenerator ergänzt, der das automatisiert erledigt. Der Bereich Services schließlich hätte den Messeauftritt abrunden sollen. Dazu gehört z.B. die regelmäßige wiederkehrende Prüfung von Produktionsanlagen, einmal oder zweimal jährlich. Sie deckt die meisten auf Abnutzung

basierenden Schäden an Industriegetrieben rechtzeitig auf. Dies kann durch die visuelle Beurteilung der Zahnflanken - gegebenenfalls mithilfe eines Videoendoskops - ergänzt werden. Treten Probleme auf, deren Ursache zunächst unklar ist, kann zusätzlich zur Schwingungsdiagnose eine Torsionsschwingungsanalyse erfolgen. In der Regel lassen sich so alle Einflüsse auf einen Antrieb klar visualisieren. Schauplatz Messe www.maschinendiagnose.de

hat das Unternehmen ihre KIGruppe weiter verstärkt. Inzwischen passen die Spezialisten Systeme und Prozesse in der gesamten Organisation daraufhin an. „Beispielsweise können unsere neuesten Prüfstände mit einer höheren Frequenz wesentlich mehr Daten erfassen als ihre Vorgänger“, beschreibt Van Leeuwen. „Wir speichern die Informationen in unserer Cloud, damit Teams weltweit darauf zugreifen können. Sie können so ihre Algorithmen trainieren und neue Ideen ausprobieren.“ Außerdem wenden sie auf dieser Basis automatische Analysen an.

… in einer unberechenbaren Welt „Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist ein laufendes Projekt aus unserem Rekonditionierungsgeschäft“, sagt der Experte. Stahlwerke setzen in ihrer Fördertechnik viele Lager ein. Aufgrund der Größe und Kosten der Bauteile eignen sie sich zur Rekonditionierung. Doch was ist, wenn ein Fehler zu lange nicht erkannt wird, ist es dann überhaupt noch möglich? „Bisher konnten wir das erst feststellen, wenn das Lager bei uns eintraf“, schildert er die Ausgangssituation. Um einen unnötigen Transport zu vermeiden, erprobt SKF ein automatisches Bilderkennungssystem. Die Lager werden beim Ausbau vom Kunden fotografiert. Das System analysiert anschließend ihren Zustand und stellt eigenständig fest, ob es sich instand setzen lässt. Der Kunden erhält damit einen klaren Mehrwert, denn er bekommt einen Bericht über die mögliche Ursache des Schadens. „Einer der interessantesten Aspekte der Arbeit mit Big Data und KI ist

„Auf unseren Prüfständen können wir bewusst Lagerschäden erzeugen, beispielsweise durch Korrosion, Schmierstoffmangel, Verunreinigung oder elektrische Ströme. Zudem können wir beobachten, wie sich verschiedene Belastungen und Drehzahlen auf die Ausbreitung der Lagerschäden auswirken“, verdeutlicht Bernie Van Leeuwen, Leiter des SKF Research & Technology Developments.

die Art und Weise, wie diese sich gegenseitig ergänzen“, sagt Van Leeuwen. „Dank der Kombination aus Daten von unseren neuen Prüfständen, von Sensoren an Kundenmaschinen und von Bildern beschädigter Lager können wir unsere Algorithmen und mathematischen Modelle ständig verfeinern und optimieren.“ Besonders in der Erkennung und Diagnose sind SKF nach eigenen Angaben bereits einige Durchbrüche gelungen. Diese Verfahren werden heute schon bei ausgesuchten Kunden eingesetzt. Angesichts der zunehmenden Zuverlässigkeit und Anwendbarkeit der Methoden plant SKF, in den kommenden Monaten und Jahren neue Werkzeuge, Produkte und Dienstleistungen anzubieten. www.skf.de


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Mit Drohnen Schäden sehen, mit Mikros hören Sensorgestützter Inspektionsservice für Fördergurtsysteme setzt auf KI Continental hat eine Lösung zur Überwachung von Fördergurtsystemen entwickelt. Damit sollen sich Schwachstellen entlang einer Fördergurtstrecke frühzeitig identifizieren lassen - und zwar bevor der Schadensfall einsetzt und ungeplante sowie kostenintensive Stillstandzeiten die Folge sind. Der neue technologiebasierte Ansatz setzt dabei auf eine Kombination aus visueller sowie akustischer Inspektion und ermöglicht nach Entwicklerangaben darüber hinaus eine effiziente datengestützte Planung von Wartungsintervallen. Laut dem Hersteller soll das System den konventionellen und zumeist sehr aufwendigen manuellen Prozess durch sensorgestützte Technologien ersetzen, dabei die Inspektion präzisieren, den Überprüfungsaufwand reduzieren und zu guter Letzt eine vorausschauende Wartung ermöglichen. Die Überwachung und Instandhaltung von Fördergurtsystemen ist oftmals aufwendig und kompliziert. Vor allem die Trag- bzw. Laufrollen sind wichtige Komponenten einer Fördergurtanlage und essenziell für den reibungslosen Transportverlauf. Auf die sollten Instandhalter stets ein Auge haben. Doch das ist gar nicht so einfach: Auf einer mittelgroßen Anlage mit einer Fördergurtlänge von insgesamt 40 Kilometern läuft ebendieser Gurt auf etwa 120.000 Tragrollen. Rund 30 Prozent der Betriebsausfälle von Fördergurtanlagen lassen sich auf Defekte an Tragrollen, die nicht rechtzeitig identifiziert werden konnten, zurückführen. „Herkömmliche und oftmals manuelle Inspektionsverfahren können aufgrund der Bandlänge oder örtlicher Gegebenheiten wie Streckenführung unter Tage und eingehauster Streckenabschnitte sehr zeitaufwendig, unpräzise oder gar gefährlich für den Servicemit-

arbeiter sein“, weiß auch Clemens Panzer von Continental, der federführend an der Neuentwicklung des Überwachungssystems beteiligt und Mitglied des interdisziplinär aufgestellten Projektteams ist. Er verweist auf weitere Problembereiche: „Zudem erfolgt die Dokumentation häufig händisch und erfordert eine anschließende manuelle Eingabe in dafür vorgesehene Datensätze. Wartungsintervalle folgen zudem häufig einem festen Rotationsprinzip, sodass kurzfristige Maßnahmen zwecks Vermeidung von Anlagenausfällen nicht rechtzeitig vorgenommen werden können.“ Eine sensorgestützte Inspektion hingegen ermöglicht eine datenbasierte Fernüberwachung des Systemzustands, sodass drohende Schäden frühzeitig erkannt und vermieden werden können. Ein weiterer Vorteil: „Die gesammelten Daten werden zukünftig automatisch digital über eine benutzerfreundliche Oberfläche bzw. Schnittstelle zur Ver-

Die Erkennung von Tragrollendefekten via Kameradrohne und akustischer Signale ermöglicht eine vorausschauende Wartung und Identifikation von Schwachstellen, bevor der Schadensfall eintritt. Hier inspiziert eine Drohne an offenen Streckenabläufen den Zustand des Fördergutsystems mithilfe einer RGB- und Infrarotkamera. Bilder: Continental

fügung gestellt. Sie sind permanent einsehbar und erlauben eine bedarfsgerechte Planung relevanter Servicezeiträume. Die Entwicklung des Anlagenzustandes über einen längeren Zeitraum kann mit den gespeicherten historischen Daten deutlich besser analysiert werden und auch die voraussichtliche Lebensdauer der Komponenten lässt sich besser abschätzen“, so Panzer. Das neue Serviceangebot von Continental setzt deshalb genau hier an. Es umfasst eine Hybridlösung, die unterschiedliche Anwendungsfälle und Streckenabschnitte berücksichtigt. Zum einen erfolgt die Inspektion bei offenen Streckenabläufen über den Luftweg mittels einer mit Infrarot- und RGB-Kamera ausgestatteten Drohne, die die Fördergurtanlage beidseitig überwacht. Sobald die Drohne die zu prüfende Strecke abgeflogen hat, kehrt sie zu einer autonomen Ladestation zurück, um die gesammelten Daten während des energiebezogenen Ladeprozesses über ein IoT-Modul (Internet of Things) in die dafür vorgesehene Cloud zu transferieren. Die Bilddaten werden mittels eines KI-gestützten (künstliche Intelligenz) Algorithmus verarbeitet und hinsichtlich detektierter Tragrollendefekte analysiert. Zum anderen erfolgt die ständige Wartung in abgeschirmten Streckenbereichen oder UntertageAnlagen über stationäre Mikrofone, die im Abstand von 20 bis 25 Metern installiert werden und mögliche Frequenzabweichungen bei den zahlreichen Tragrollen erfassen. Die Audioaufnahme erfolgt zweimal täglich, die Daten

Gemessen an Zuverlässigkeit XQG(IƂ]LHQ]GHUEHVWH Partner. Alles fürs technische Facility Management aus einer Hand. Messgeräte und Services von Testo.

www.testo.com

In abgeschirmten Streckenbereichen erfassen stationäre Mikrofone mögliche Frequenzabweichungen bei Tragrollen. Kameras und Mikrofone zusammen sorgen für valide Messergebnisse.

werden in die benannte Cloud hochgeladen. Mithilfe eines weiteren KI-gestützten Algorithmus werden dann Ereignisse untersucht, die auf einen Tragrollenschaden hindeuten. Bislang wurde die Lösung in ersten

Feldversuchen erfolgreich getestet. Weitere Pilotprojekte mit potenziellen Interessenten sind geplant. Im Laufe dieses Jahres 2021 soll das System dann einsatzbereit sein. www.continental.com

Thermischer Durchflussmesser mit IO-Link Der EE741 Durchflussmesser von E+E Elektronik misst den Normvolumen- und Massenstrom von Druckluft und technischen Gasen. Er bietet jetzt auch eine IOLink-Schnittstelle und kann damit in entsprechende Automatisierungssysteme eingebunden werden. Der Durchflussmesser ist modular aufgebaut. Er besteht aus der EE741 Sensoreinheit und einem Edelstahl- oder Aluminium-Messblock für DN15/ DN20/ DN25 oder DN32/ DN40/ DN50. Nach dem Einbau des Messblocks kann die Sensoreinheit ohne Auftrennen der Rohrleitung mit wenigen Handgriffen aus- und wiedereingebaut werden. Die Konfiguration des EE741 kann wahlweise über das optionale LCD-Display oder mithilfe der kostenlosen EE-PCS KonfiguratorSoftware am PC erfolgen. Der Durchflussmesser arbeitet nach dem thermischen HeißfilmAnemometer-Messprinzip und eignet sich für die Verbrauchs-

Standardmäßig verfügt der EE741 über zwei Signalausgänge, die je nach Anforderung als Analogausgang, Schaltausgang oder Impulsausgang konfiguriert werden können. Das kompakte Messgerät ist für den Einsatz in Rohrleitungen von DN15 bis DN50 konzipiert. Bild: E+E Elektronik

messung von Druckluft und nicht korrosiven Gasen wie Sauerstoff, Stickstoff, CO2 oder Argon. Das Messverfahren erfordert keine zusätzliche Druck- oder Temperaturkompensation und ist besonders verschmutzungsresistent. Die werksseitige Mehrpunktjustage unter Druck bei 7 bar sorgt für eine hohe Messgenauigkeit selbst im unteren Messbereich, betont der Hersteller. www.epluse.com


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Heiße Fehler jetzt eiskalt entdeckt Neue Wärmebildkamera dokumentiert und verwaltet Wärmebilder automatisch Die Wärmebildkamera 883 von Testo liefert eine Infrarotauflösung von 320 x 240 Pixel, die mit der herstellereigenen „SuperResolution-Technologie“ auf 640 x 480 Pixel erweiterbar ist. Automatisiert ist zudem das Wiedererkennen des Messorts sowie das Abspeichern und Verwalten der Wärmebilder. Dieses Problem kennen Instandhalter: Viele gleichartige Messobjekte - etwa von Schaltschränken - ergeben viele gleichartige Wärmebilder. Um die Bilder nach einem Inspektionsgang eindeutig zuzuordnen, mussten bisher aufwendig Listen angelegt oder jedem Wärmebild ein Sprachkommentar hinzugefügt werden. Die in der neuen Wärmebildkamera von Testo integrierte SiteRecognition-Technologie löst dieses Problem, indem sie das Wiedererkennen des Messorts, das Abspeichern und das Verwalten der Wärmebilder automatisiert übernimmt. Das schließt Verwechslungen aus, vermeidet Fehler bei der Auswertung und spart viel Zeit, weil die manuelle Bildzuordnung wegfällt. Einsetzen lässt sich die

Die Wärmebildkamera 883 ist als Einzelgerät oder als Set mit einem Teleobjektiv, einem Zusatzakku und einer Ladestation erhältlich. Die Bedienung erfolgt über das TouchDisplay und den sogenannten Joystick.

Kamera beispielsweise für die Überprüfung von Schalt-

schränken, elektrischen Verbindungen oder Fotovoltaikanlagen beziehungsweise auch, um Erwärmungszustände in Nieder-, Mittel-, und Hochspannungsanlagen zu beurteilen. Außerdem lassen sich damit Motoren, Lager und Wellen ebenso überprüfen wie man den Verschleiß an Maschinen erkennen kann. Zudem unterstützt die Kamera neben dem Standardobjektiv auch ein Teleobjektiv, um weiter entfernte Objekte präzise zu thermografieren. Die Wärmebildkamera integriert sich zudem in das digitale Messtechnik-Portfolio des genannten Herstellers. So können mit der Thermography-App von Testo Wärmebilder schnell auf dem Smartphone/Tablet analysiert oder mit Kollegen und Vorgesetzten geteilt werden.

Die Messwerte der Stromzange 770-3 von Testo können in das Wärmebild integriert werden, beispielsweise um den Lastzustand der Anlage zu dokumentieren. Bilder: Testo

Auch Messwerte der TestoStromzange 770-3 werden direkt in das Wärmebild integriert. So kann zum Beispiel bei der Überprüfung von Schaltschränken der Lastzustand direkt im Wärmebild festgehalten werden, um den Zustand der Anlage zu-

verlässig zu beurteilen. Die Kamera mit Standardobjektiv kostet laut Hersteller 3.500 Euro. Für das Set mit Zusatzteleobjektiv und Zusatzakku sowie Ladestation werden zusätzlich rund 4.500 Euro verlangt. www.testo.com

Schwerindustrie: Drahtlose Datenübertragung Neuer Industrieschalter ermöglicht das Monitoring großflächiger Förderanlagen Schmersal hat in Zusammenarbeit mit Aconno den Prototypen eines Industrie-4.0-Schalters entwickelt, der bei ausgedehnten Förderanlagen in der Schwerindustrie für eine drahtlose Datenübertragung zum Einsatz kommen kann. Er ermöglicht eine Übertragung von Daten über Distanzen von mehreren Kilometern hinweg. Aufgrund der integrierten Funksender in den Schaltern der HDSBaureihe können Zustandsdaten jedes einzelnen Schaltgerätes über ein gemeinsames Mesh-Funknetzwerk in eine Cloud übertragen werden. Die Prototypen befinden sich derzeit im Praxistest. Die neue Schaltgerätebaureihe HDS wurde speziell für die Anforderungen der Schüttgutindustrie entwickelt. Dabei wurden verschiedene Funktionen auf einer Plattform integriert, sodass sie für unterschiedlichste Anwendungen geeignet ist. Typische Anwendungsbereiche für Schalter aus dieser Baureihe sind zum Beispiel die Not-HaltAbschaltung, die Bandschieflaufüberwachung bei der Förderung von Schüttgütern, die Endlagenüberwachung in der Stahlerzeugung oder die Überwachung des Füllstandes in Materialsilos. In die Not-Halt- und Bandschieflaufschalter dieser Serie wurden Der neue Heavy Duty Switch (HDS): Hier wurden verschiedene Funktionen integriert, sodass der HDS für unterschiedlichste Anwendungen geeignet ist. Bild: Schmersal

jetzt Funksender von Aconno integriert, um Diagnoseinformationen der Schalter schneller und effizienter übermitteln zu können. Die Schalter werden hierfür in ein Mesh-Netzwerk eingebunden, sodass die Statusdaten über Distanzen von bis zu 250 Metern von einem Teilnehmer zum nächsten übertragen werden können. Auf diese Weise ist über eine Reihenschaltung sogar eine Kommunikation über eine Distanz von mehreren Kilometer hinweg möglich. Damit wird insbesondere bei großflächigen Förderanlagen das Monitoring der Schaltgeräte erheblich vereinfacht.

Alle Schaltvorgänge können in Echtzeit und online über jeden Webbrowser auf dem PC oder Smartphone verfolgt und zugeordnet werden. Die Daten aus der Cloud können direkt an die Zentrale oder an das Smartphone der Wartungs- und Servicetechniker vor Ort mittels Web-Anwendung oder App übermittelt werden. Betriebsstörungen an den Fördereinrichtungen werden in der Cloud unmittelbar erfasst, die betätigten Sicherheitsschaltgeräte können trotz ihrer Reihenschaltung eindeutig zugeordnet werden und die Beseitigung der Betriebsstörung kann ohne Zeitverlust durch die Instandhaltung direkt umgesetzt werden. Die langwierige Suche nach Störungen in den Befehls- und Bedienketten der Fördereinrichtungen auf dem Betriebsgelände entfällt damit und Produktionsausfälle lassen sich so auf ein Minimum begrenzen. Infolgedessen wird eine höhere Maschinenverfügbarkeit erzielt. Ein weiterer Vorteil: Je nach Entfernung sowie den Umgebungsbedingungen größerer Förderanlagen betragen die Investitionsaufwendungen für diese Bluetooth-Lösung mit Mesh-Funknetzwerk nur den Bruchteil der Systemkosten üblicher Feldbussysteme mit dezentralen Strukturen. www.schmersal.net

Smartphones werden zu Wärmebildkameras Die Wärmebildkameras Compact, Compact XR und Compact-Pro des kalifornischen Unternehmens Seek Thermal sind in etwa so groß wie ein USB-Stick und für iOS- und Androidgeräte erhältlich. Sie werden auf ein Smartphone aufgesteckt und lassen sich per App steuern. Die universelle Compact richtet sich vor allem an Handwerker und Compact XR wurde speziell für Outdooreinsätze konzipiert. Mit Compact-Pro hingegen lassen sich mechanische und elektrische Anlagen detailliert überprüfen. Das Modell Compact erkennt Temperaturen von minus 40 Grad Celsius bis plus 330 Grad Celsius. Dank eines Blickwinkels von 36 Grad eignet sich das Werkzeug besonders für thermische Prüfungen unter beengten Bedingungen. Mithilfe dieses aufsteckbaren Geräts lassen sich Lecks in Wasserleitungen oder undichte Stellen in Wänden finden. Der integrierte True Thermal Sensor liefert laut Hersteller präzise Ergebnisse, auch beim Überprüfen von elektrischen oder elektronischen Verbindungen. Die Variante Compact XR kann zudem Wärme in 500 Meter Entfernung erkennen und eignet sich

daher unter anderem für Jäger, Bootsführer und Outdoorfans sowie im Sicherheitsbereich. Das Premiummodell Compact-Pro bringt zusätzliche Features mit. Es verfügt über einen 320 x 240 Pixel Temperatursensor und bietet ein 32-Grad-Sichtfeld. Außerdem lassen sich die Einstellungen für thermische Spanne, Aussteuerung und Emissionsgrad regeln. Mit dem Tool können mechanische und elektrische Anlagen detailliert überprüft und gefährliche Umgebungen sicher überwacht werden. www.thermal.com

Bilder: Seek Thermal


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Wärmebild trifft auf erklärende Sprachnotiz Fluke bietet mit TiS55+ und TiS75+ zwei neue, robuste Wärmebildkameras an Die für den Einhandbetrieb konzipierten Infrarotinspektionsgeräte können professionelle Bilder von heißen Stellen an Maschinen und Fabrikanlagen aufnehmen und so potenzielle Probleme erkennen, bevor diese zu Ausfällen führen. Dabei sind die Kameras nach Herstellerangaben nicht nur außergewöhnlich robust, sondern auch gut ausgestattet. So bieten sie beispielsweise Speicherplatz für bis zu 500 Bilder und die Möglichkeit, Sprachnotizen mitaufzunehmen. Beide Modelle können rund 500 Bilder speichern und die auf-

genommenen Bilder über einen integrierten persönlichen Assistenten organisieren sowie um Benutzerinformationen ergänzen. Über die Sprachnotizen können Anwender dabei kurze Anmerkungen von bis zu 60 Sekunden Länge zu jedem Wärmebild aufzeichnen. So gehen wichtige Zusatzinformationen nicht verloren.

hindert damit Fehler bei der Dateneingabe, da die Messungen

Die robusten und genauen Wärmebildkameras - hier das Modell TiS55+ - bieten Sprachkommentare, IR-Photo-Orientierungsbilder, Asset Tagging und weitere Funktionen zur Unterstützung effektiver proaktiver Wartungsprogramme. Bilder: Fluke

Außerdem können Nutzer Fotos aus dem sichtbaren Spektralbereich zur Wärmebilddatei hinzufügen und diese als Referenz bei der Ergebnisanalyse nutzen. Fluke bezeichnet diese Funktionalität als IR-Foto-Orientierungsbilder. Über das sogenannte Asset-Tagging ist es ferner möglich, einen QR-Code auf einer Anlage zur automatischen Organisation und Archivierung von Wärmebildern zu scannen. Diese Funktion ver-

Beide Modelle - im Bild das TiS75+ - verfügen über eine kabellose Schnittstelle zum Aufbau einer einfachen Verbindung zu PCs und tragbaren Geräten wie iPhones und iPads. Zur Erleichterung der Zusammenarbeit mit anderen Wartungsmitarbeitern lassen sich die Messdaten auch über Livevideoanrufe und E-Mails austauschen.

GPS-Transportdatenlogger mit Schockerfassung Beschleunigungssensoren erfassen jetzt gleichzeitig ± 15 g- und ± 200 g-Schockwerte Wo und wann fand während eines Transports ein Ereignis statt, das außerhalb der voreingestellten Toleranzgrenze liegt? Diese Fragen beantwortet der neue MSR175plus Schockdatenlogger mit GPS-Tracking von MSR Electronics - und das beweiskräftig. Frachtgüter sind auf dem Weg oftmals einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Harte Stöße und Schläge beim Beladen, Umladen oder Abladen, zu hohe Temperaturen oder unzulässige Feuchtigkeitswerte gehören dabei zu den häufigsten Schadensursachen. Um diesen auf die Spur zu kommen, eignet sich der manipulationssichere MSR175plus-Datenlogger. Er erfasst mittels hochsensibler Sensoren nicht nur kritische Transportereignisse, sondern zeichnet dazu auch mithilfe von GPS die Position auf. Mit einem Datenlogger können Schockwerte gleichzeitig mit ± 15 g und ± 200 g erfasst und aufgezeichnet werden. Man muss sich also nicht mehr entscheiden, mit welchem Sensor man messen möchte. Dies ist ein entscheidender Vorteil bei Anwendungen, bei denen nicht von vornherein klar ist, welcher der beiden Beschleunigungssensoren gewählt werden soll. Die Gefahr, dass beim Einstellen nicht der richtige Sensor gewählt wird, ist damit vom Tisch. Die gleichzeitige Messung erfolgt beim ± 200 g-Sensor mit 6.400 Hz und beim ± 15 g-Sensor mit 1.600 Hz; somit werden sowohl leichte

Die aufgezeichneten Messdaten sind nicht nur unabdingbar zur Klärung von Haftungsund Versicherungsfragen bei Schadensereignissen, sie helfen auch beim Optimieren von Verpackungen. Bild: MSR Electronics

Stöße als auch starke Schocks und Schläge erfasst - und zwar in allen drei Achsen. Zusätzlich misst und speichert der MSR175plus die für Transportüberwachungen ebenfalls wichtigen Parameter Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Licht. Der Speicher von über vier Millionen Messwerten reicht, um tage- bzw. monatelang Daten aufzuzeichnen. So können problemlos über eintausend Schock- oder Stoßereignisse registriert werden. Um kritische Transportereignisse lokalisieren zu können, ist der neue MSR175plus mit einem integrierten GPS/GNSS-Empfänger ausgestattet.

direkt von der Kamera gespeichert und mit dem Datensatz der Anlage verknüpft werden. Um Zeit zu sparen und die Zuverlässigkeit der Wartungsdaten zu verbessern, lassen sich die Messungen außerdem über das optionale Fluke Connect-System drahtlos synchronisieren. Die Gerätewartungssoftware ermöglicht dabei eine automatische (über die Asset-ID der Kamera) oder manuelle Zuordnung der Bilder zu den Anlagen sowie die Erstellung von Arbeitsaufträgen und einen einfachen Vergleich zwischen verschiedenen Messtypen, wie z.B. mechanischen, elektrischen oder Infrarotbildern.

Wasser- und staubdicht

IR-Foto Orientierungsbilder

Die satellitengestützten Positionsdaten werden vom Datenlogger gespeichert, so lässt sich im Nachhinein der Schadensort für das Transportgut rasch ermitteln und beweiskräftig dokumentieren. Der via USB aufladbare 2400mAh-Lithium-Polymer-Akku sorgt selbst mit aktiviertem GPSTracking laut Hersteller für eine lange Laufzeit. Nach erfolgter Transportüberwachung besteht die Möglichkeit, den Akku zu entfernen. Aufgrund länderspezifischer Vorschriften kann dies relevant sein. Via USB-Schnittstelle lassen sich die vom MSR175plus erfassten Messdaten schnell auf einen Rechner übertragen. Um - beispielsweise zu Dokumentationszwecken - rasch einen kompakten Bericht der Messdaten abzurufen, genügt ein Klick auf den „ReportGenerator“. Für eine detailliertere Messdatenauswertung relevanter Schockereignisse steht dem Anwender die Shock-Viewer-Auswertesoftware zur Verfügung. Und zum Starten eines Aufzeichnungszyklus dient ein Software-Dashboard, das die Konfigurierung des Loggers per PC mit wenigen Mausklicks gestattet. www.msr.ch/de/msr175plus/

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Beide Wärmebildkameras sind erfreulicherweise sehr widerstandsfähig - wichtig im herausfordernden Alltag der Instandhalter. So sind beide sowohl wasser- als auch staubdicht (IP54) und überstehen einen Fall aus zwei Meter Höhe. Beide Geräte besitzen außerdem einen Lithium-Ionen-Akku für bis zu dreieinhalb Stunden Dauerbetrieb. Anwender können zudem ihre eigenen Farbalarme einstellen und eine maximale beziehungsweise minimale Temperaturschwelle für einen bestimmten Hotspot oder einen relevanten Bereich festlegen. Das Modell TiS75+ bietet dabei noch etwas mehr Funktionalität als das Grundmodell TiS55+: Dank seines weiten Sichtfelds kann der Benutzer damit selbst in engen Bereichen die gesamte Szene erfassen.

Zusätzlich lässt sich zur Ermittlung des zeitlichen Verlaufs von Temperaturschwankungen ein radiometrisches Video aufzeichnen, das bis zu fünf Minuten lang sein kann.

Taupunktberechnung integriert Die Wärmebildkamera TiS75+ warnt außerdem nicht nur vor heißen Stellen, sondern erkennt dank einer neuen Taupunktberechnungsfunktion auch Risikobereiche für Feuchtigkeitsschäden. Ist der Taupunkt berechnet, zeigt die Kamera einen TaupunktFarbalarm an. Sämtliche von der Kamera angezeigten Bereiche, die die Taupunkttemperatur erreichen oder unterschreiten, werden dabei als Wärmebild angezeigt. Alle Bereiche darüber werden als Bild aus dem sichtbaren Spektrum angezeigt. Auf diese Weise kann der Benutzer leicht erkennen, wo Kondensation auftritt, und erhält eine Skala, wie weit Objekte unter dem Taupunkt liegen. Jai Gandhi, Sales Program Manager bei Fluke, fasst die Vorteile der Kameras zusammen:„Mit den neuen Wärmebildkameras TiS55+ und TiS75+ benötigen Wartungsteams keine unhandlichen Klemmbretter oder Notebooks mehr, da sie die Messungen drahtlos und in einem einzigen Schritt übertragen können. Dank schneller und einfacher Bedienung lassen sich Wartungsentscheidungen auf der Grundlage robuster und rückverfolgbarer Daten treffen, sodass Fabrikanlagen maximale Verfügbarkeit erreichen können.“ www.fluke.de

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FERTIGUNGSTECHNIK

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April 2021

Digitale Abnahmen und Auditierungen So gehen Sicherheit und Effizienz in Coronazeiten Hand in Hand Eine Abnahme vor Ort ist sowohl für Produzenten von Industriearmaturen als auch für Anlagenbetreiber alltägliches Tagesgeschäft. Vor allem sicherheitsrelevante Bauteile wie Berstscheiben oder Sicherheitsventile müssen beim Hersteller geprüft werden - häufig erfolgt dies durch benannte Stellen wie den TÜV. Viele Betreiber überzeugen sich zusätzlich selbst beim Hersteller vor Ort davon, dass die gelieferten Produkte den gewünschten Spezifikationen und Leistungsmerkmalen entsprechen. Doch Corona macht Abnahmen nun bedeutend komplizierter und letztlich auch risikoreicher für alle Beteiligten. Eine Lösung dieses Problems sind digitale Abnahmen. Der Betreiber oder die Prüfstelle beobachtet dabei per Videokonferenz die Prüfung der Produkte. Voraussetzung dafür ist ein genau definierter Dokumentationsvorgang - schließlich weiß man als Betreiber genau, was gezeigt werden soll. Grundsätzlich sind solche digitalen Abnahmen nur bei bekannten und vertrauensvollen Herstellern zu empfehlen - allerdings gilt dieser Anspruch bei sicherheitskritischen Bauteilen ohnehin immer - also auch abseits von Abnahmen. Rembe ist eine feste Größe im weltweiten Berstscheiben-Markt und bekannt durch einige besondere Produktinnovationen wie die Entwicklung der

flammenlosen Druckentlastung oder die Knickstab-Umkehrberstscheibe KUB. Bis heute heben sich die Leistungsmerkmale der KUB in Bezug auf realisierbare Berstdrücke, Toleranzen und Robustheit der Berstscheibe von vielen anderen Produkten ab, betont das Unternehmen.

Beispiel von digitalen Abnahmen Während die Rembe-Kunden weltweit bisher für Abnahmen ins nordrhein-westfälische Brilon kamen, hat Corona diesem Vorgehen einen Riegel vorgeschoben. Alternativen mussten gefunden werden. Es entstand in der Folge das Rembe Digital Audit.

Von kleineren Berstversuchen oder PMI-Tests bis hin zu großen Abnahmen für Energieanlagen über mehrere Tage und Zertifizierungen durch benannte Stellen war schon alles dabei, berichten die Experten. Im Schnitt finden aktuell zwei bis drei digitale Abnahmen pro Woche statt. Für komplexere Abnahmen gibt es die Möglichkeit eines Testlaufs der Abnahme, sodass die Käufer der Produkte sich ein Bild davon machen können, wie diese vonstattengehen wird und bei Bedarf weitere Anforderungen definieren können. „Abnahmen digital durchzuführen war zu Beginn der Pandemie auch für uns Neuland, gehört aber inzwischen zu unserem Arbeitsalltag. Der Aufwand ist na-

Durch digitale Abnahmen lassen sich Zeit- und Kostenaufwände reduzieren sowie die Dokumentation sichern - denn durch die Aufzeichnungen ist eine Dokumentation in Bild und Ton vorhanden. Außerdem können Kollegen und Partner anderer Standorte weltweit an Abnahmen und Tests teilnehmen - und das sogar kurzfristig. Bild: Rembe

türlich um einiges höher, da vorab sehr genau geklärt werden muss, was der Kunde sehen möchte und alle Kameras und weiteres Equipment entsprechend positioniert werden müssen“, erklärt Stefan Penno, Geschäftsführer der Rembe GmbH. Er ergänzt: „Vor allem bei größeren Abnahmen oder Zertifizierungen durch benannte Stellen stellen wir mit einem Pre-

Test sicher, dass wirklich alles genau so ist, wie es sein soll.“ Neben klassischen Abnahmen sind auch anderweitige Berstversuche, technische Prüfungen wie hydrostatische Tests, Werksbegehungen und Einbaubegleitungen über den Rembe Digital Audit Service möglich. Schauplatz Messe www.rembe.de www.rembe-services.de


ARBEITSSICHERHEIT

April 2021

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt … Eine Anlage im Überseecontainer macht die Absaugung weltweit mobil Ein internationales, im Bereich Service- und Wartungsarbeiten tätiges Unternehmen suchte eine Absaug- und Filtertechnik, die bei Instandsetzungsarbeiten an Maschinen in der Schwerindustrie eingesetzt werden kann. Mit diesem Anliegen wandten sich die Verantwortlichen an den Schweißtechnikfachhändler Lixfeld, der wiederum mit dem Projekt auf seinen Partner Teka zukam. Heraus kam eine Anlage, die samt allem Zubehör fest in einen Überseecontainer eingebaut wurde, um flexibel von Einsatzort zu Einsatzort transportiert werden zu können. Unlängst ging ein Container mit ganz besonderem Inhalt auf die

Reise nach Indien. Er enthielt nämlich eine speziell an die Maße

Die Anlagentechnik musste, so die Vorgaben, tropengeeignet sein. Angesichts von teilweise sehr hohen Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius und einer bis zu 100-prozentigen Luftfeuchtigkeit wurde der Schaltschrank deshalb mit einen Kühler versehen und ein den klimatischen Bedingungen entsprechender Motor eingesetzt. Ein Frequenzumrichter gewährleistet, dass die Anlage bei international voneinander abweichenden Stromspannungen überall auf der Welt genutzt werden kann. Bilder: Teka

Neuer Dehn-Arbeitsschutz-Hauptkatalog 21 Auf fast 200 Seiten wurde das gesamte Arbeitsschutzangebot des Herstellers Dehn im neuen Katalog zusammengefasst. Dazu gehört unter anderem die Schutzkleidung Dehn-care Arcfit gegen Störlichtbogen für Indoor- und Outdooranwendungen ebenso wie das Störlichtbogenschutzgerät Dehn-short. Der Katalog beinhaltet unter anderem auch das umfangreiche Portfolio an Sicherheitsgeräten zum Arbeiten an elektrischen Anlagen entsprechend den fünf Sicherheitsregeln sowie Sicherheitsgeräte für elektrische Bahnen. Zahlreiche neue Produkte und Dienstleistungen werden zudem

Bild: Dehn

hier vorgestellt. Ganz neu ist beispielsweise die geprüfte Schutzkleidung gegen Hochdruckwasserstrahlen. Angeboten werden im Katalog neben speziellen Schutzanzügen in einer Basic- und Advanced-Version auch spezielle 1.000-barSchutzhandschuhe ebenso wie das Sortiment rund um den Fußschutz. Zudem informiert Dehn über seine Expertise für ganzheitliche Störlichtbogenkonzepte und unterstützt dabei, das Risiko einer Störlichtbogenverletzung durch Schutzmaßnahmen so gering wie möglich zu halten. www.dehn.de/de/ arbeitsschutz-katalog

des Überseebehälters und an die extremen Klimabedingungen angepasste Absaug- und Filtertechnik des Absauganlagenherstellers Teka. „Lediglich acht Wochen hat es nach Klärung der erforderlichen Parameter bis zur Umsetzung des Projekts gedauert. Dann ging es auf den Weg nach Indien, wo die Containerabsaugung circa sechs Monate bei teilweise lang andauernden und mit hohem Partikelanfall einhergehenden Schleif- und Schweißarbeiten genutzt wird, bevor die Reise rund um den Globus weitergeht - bis an den nächsten Einsatzort“, erläutert Teka-Vertriebsleiter Inland Berthold Schücker. Der Hintergrund: Ein internationales, im Bereich Serviceund Wartungsarbeiten tätiges Unternehmen suchte passende Absaug- und Filtertechnik, die bei Instandsetzungsarbeiten an Maschinen in der Schwerindustrie eingesetzt werden kann. Die Anlage sollte fest in den Container eingebaut werden, um sie flexibel von Einsatzort zu Einsatzort transportieren zu können.

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mit neun automatisch abreinigbaren Filterpatronen (Filterfläche von 112,5 Quadratmetern) vom Typ Easy Clean plus nano. Bei einer Ventilatorleistung von 7.500 Kubikmetern in der Stunde eignet sich die Anlage vor allem, um große Mengen schadstoffhaltiger Luft zu erfassen und zu reinigen. Ihr vorgeschaltet ist ein Funkenvorabscheider, der schwere und glühende Teilchen abfängt. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme werden die Schleifstäube zunächst über einen Zyklon als

weiteren Vorabscheider gelenkt, um grobe Partikel von vornherein abzufangen. www.teka.me

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Einmaliges Projekt Bislang war dies anders, denn man hatte die riesigen und zig Tonnen schweren Bauteile zur Instandsetzung über weite Strecken transportiert. Nun macht es der Industriedienstleister umgekehrt und hält die entsprechenden Schleif- und Schweißgeräte samt Absaugung direkt am Arbeitsort vor. „Dies spart Zeit und Geld und schont Ressourcen“, so Schücker. Bei der Planung und Installation der erforderlichen Anlagentechnik in den 20-Fuß-Container galt es für den Absaug- und Filteranlagenhersteller aus dem Münsterland, zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen. Zum einen musste viel Technik auf kleinstem Raum untergebracht werden: „Da hatten wir als Herzstück zunächst einmal die Absaug- und Filteranlage vom Typ ZPF, die die verschmutzte Prozessluft an einem Schweiß- und einem Schleifarbeitsplatz aufnehmen sollte“, verdeutlicht der Teka-Vertriebsleiter. Zum anderen mussten Ventilator, Funkenvorabscheider, Zyklon und Schaltschrank so auf beiden Seiten der Filteranlage angeordnet und installiert werden, dass auch für die entsprechende Verrohrung noch ausreichend Platz blieb und alle Teile für künftige Service- und Wartungsarbeiten leicht erreichbar sind. Die W3-zertifizierte ZPF ist bestückt

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FA C I L I T Y M A N A G E M E N T

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April 2021

Pumpwerk Hafenstraße modernisiert Reinigungs- und Modernisierungsarbeiten in der Abwasserentsorgung von Hamburg Am 18. Januar nahm der Wasserver- und Abwasserentsorger Hamburg Wasser mit dem Pumpwerk Hafenstraße ein Nadelöhr der Abwasserentsorgung der Hansestadt für rund acht Wochen außer Betrieb. Anlass waren aufwendige Reinigungs- und Modernisierungsarbeiten. Infolge der Arbeiten veränderte sich die Fließrichtung des Abwassers in einigen Teilen der Innenstadt. Mittlerweile sind die Arbeiten abgeschlossen. Über drei Hauptadern der Hamburger Kanalisation läuft am Pumpwerk Hafenstraße nahezu das gesamte Abwasser aus dem Anschlussgebiet nördlich der Elbe durch natürliches Gefälle zusammen. Von hier pumpt das Pumpwerk das Abwasser per Druckleitung unter der Elbe zum Klärwerk Hamburg. Bis zu sieben Kubikmeter pro Sekunde fließen hier normalerweise in Richtung der Kläranlage. Doch seit Mitte Januar nicht mehr, denn um eine Reinigung und Modernisierung zu ermöglichen, wurden die Pumpen abgeschaltet. Und sie blieben auch für die nächsten acht Wochen aus. Für die Arbeiten musste unter anderem der Zufluss zum Pumpwerk unterbrochen werden. Dazu wurden Dammbalken und spezielle Dichtkissen am Pumpwerk eingebracht. „Aufgrund dieser Stauung kann es vereinzelt zu wahrnehmbaren Gerüchen aus der Kanalisation kommen“, mahnte das Unternehmen.

Zur Umleitung des Abwassers wurden Dichtkissen eingebracht. Bilder: Hamburg Wasser

Der Grund dafür: Durch das Einstauen des Wassers verlangsamt sich dessen Fließgeschwindigkeit. Dadurch setzt sich Schlamm am Boden der Kanalisation ab und in der Folge nehmen natürliche Fäulnisprozesse zu. Dies wiederum kann zu Gerüchen führen. Dass die Arbeiten im Januar begonnen wurden, war kein Zufall: Wegen der kalten Temperaturen entfalten sich Gerüche weniger stark. Außerdem ist die Regenwahrscheinlichkeit in den Wintermonaten in Hamburg geringer als im Sommer. Das ist ein wichtiges Kriterium, denn starke Regenfälle würden nämlich zu einer erhöhten Belastung des Hamburger Sielnetzes führen. Um die Belastung und die Kosten möglichst gering zu halten, hat der Wasserver- und -entsorger mehrere Maßnahmen zu einem Großprojekt gebündelt, wobei drei Einzelprojekte parallel umgesetzt wurden.

Reinigung und Inspektion Am Pumpwerk Hafenstraße kommen insgesamt drei große Siele an, die nahezu das gesamte Abwasser der Innenstadt transportieren. Vor dem Pumpwerk werden sie im sogenannten Sielzusammenführungsbauwerk verbunden. Das Bauwerk wurde vor über 60 Jahren errichtet und musste nun saniert werden. Im Laufe der Jahre haben sich an seinem Boden außerdem mehrere Hundert Tonnen Sand und Fett abgelagert - 400 Tonnen wurden erwartet, letztendlich waren es dann sogar 700 Tonnen. Zur Begutachtung musste das Bauwerk in einem ersten Schritt gereinigt und inspiziert werden. Für die Inspektion des Mauerwerks wurden dann unter

Gute Fundamente für einen sicheren Betrieb Rotierende Maschinen wie Elektromotoren, Pumpen, Getriebe etc. müssen für einen zuverlässigen und verschleißarmen Betrieb gut zueinander ausgerichtet werden. Die Voraussetzung hierfür ist ein stabiles Fundament. Aber viele Betonfundamente sind mittlerweile alt und brüchig. Diese Fundamente können aber mit Epoxid-Gießharzen schnell und einfach ausgebessert werden, betonen die Experten von Propulsion Engineering. Die Harze eignen sich auch für die Aufstellung der Maschinen selbst und

Das Unternehmen bietet alles aus einer Hand an - von der Sanierung alter Fundamente bis zur Aufstellung der Aggregate. Bild: Propulsion

garantieren auf diese Weise eine bestmögliche Ausrichtung. Schauplatz Messe www.prop-eng.com

anderem Bohrkerne gezogen. Die Auswertung dieser Daten dauert noch an. Sie geben dann Aufschluss über den notwendigen Umfang der Sanierung des Bauwerks.

Sanierung des Druckausgleichsturms … In der Hafenstraße kommt das Abwasser im freien Gefälle an und wird dann vom Pumpwerk in eine Druckleitung zum Weitertransport gefördert. Wichtig bei diesem Schritt ist die Funktion des sogenannten Druckausgleichsturms. In dem senkrecht stehenden Turm steigt und sinkt das Abwasser, um den Druck zwischen Pumpwerk und der weiterführenden Druckleitung auszugleichen. Der Druckausgleichsturm des Pumpwerks wurde nun ebenfalls saniert. Dafür wurden in den

Fortsetzung von Seite 1 Auf diese Weise lässt es sich auch vermeiden, dass Personen im Aufzug festsitzen. Beim Aufzugnotruf hingegen melden sich die Personen erst dann über einen Notrufknopf, wenn sie stecken geblieben sind - mit entsprechendem Ungemach. Die Aufzüge lassen sich in dieser Lösung außerdem nach Gebäuden oder Orten gruppieren. Zudem sind die technischen Daten zentral im Portal einsehbar. Über eine Kartenansicht sieht der Anwender auf einen Blick, ob die Aufzüge fahren: Funktionieren sie, leuchten die entsprechenden Punkte auf der Karte grün; gibt es eine Störung, wechselt die Farbe zu Rot. Das System versendet in diesem Fall außerdem eine Statusbenachrichtigung per E-Mail. Bei Bedarf leiten die Servicemitarbeiter des Monitoring Centers zudem die Behebung der Störung ein, indem sie Betreiber oder Wartungspartner informieren. Eine Auswertung der Nutzungsdaten ermöglicht es Betreibern außerdem, die Häufigkeit der Wartung an den tatsächlichen Gebrauch anzupassen. Statt nach festgelegten Intervallen wird ein Aufzug genau dann gewartet, wenn es notwendig ist. Das Aufzug-Monitoring soll künftig um weitere Funktionen erweitert werden. So ist unter anderem eine Eingrenzung der Störungsursache geplant. Die neue Lösung ergänzt die Dienstleistungen, die Bosch Service Solutions innerhalb der Service-Plattform Bosch Elevator

Das Pumpwerk Hafenstraße wurde vor über 60 Jahren errichtet. Nun wurde es gereinigt, inspiziert und saniert. Mit 400 Tonnen Sand und Fett hatten die Experten gerechnet - letztendlich saugten die Arbeiter sogar gut 700 Tonnen heraus. Die Sielzusammenführung wurde ebenfalls inspiziert.

Turm von oben einzelne Polymerbetonringe mit einem kleineren Durchmesser eingezogen. Übereinandergestapelt ergeben sie einen neuen Turm im alten.

… und der Druckleitung Die Druckleitung in der Hafenstraße, die vom Pumpwerk über den Elbedüker zum Klärwerk führt, wurde ebenfalls saniert.

Eingesetzt wurde ein besonders verkehrsschonendes Bauverfahren. Ein in Polyesterharz getränkter Schlauch wurde über sieben punktuelle Baugruben an den Straßen St. Pauli Fischmarkt, Hafenstraße und Große Elbstraße in die Druckleitung eingezogen. Der Schlauch härtet an den Innenwänden des Rohrs aus. Ähnlich wie bei der Sanierung des Druckturms bildet er ein neues Rohr im alten. www.hamburgwasser.de

Das Monitoring ermöglicht es, die Prozesse rund um den Aufzugsbetrieb zu verbessern.

Cloud bündelt: Neben dem Aufzugnotruf, den der Geschäftsbereich seit 1986 anbietet, zählen hier die Personenbefreiung, die Gefährdungsbeurteilung und die Inaugenscheinnahme dazu. Bosch Service Solutions möchte die Bandbreite an Monitoring Services zudem noch in eine ganz andere Richtung erweitern:

Neben zusätzlichen Funktionen für Aufzüge ist nämlich vorgesehen, das Portfolio um weitere Gebäudeelemente wie Heizungsanlagen auszubauen. Ziel sei es, alle störungsanfälligen Anlagen eines Gebäudes über eine Lösung im Blick zu haben, so die Experten. www.bosch-elevatorcloud.com

Dank effizienterer Wartungs- und Reparaturprozesse können Betreiber ihre Betriebskosten um bis zu 30 Prozent senken, verspricht der Hersteller. Bilder: Bosch


April Sonderteil Energie-Effizienz

2021 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Mit Smartphone und Bluetooth analoge Hydraulikventile parametrieren und auslesen wie das geht, lesen Sie auf Seite 26.

Siemens baut für den Seehafen Kiel Deutschlands größte „Schiff-Steckdose“. Die Anlage bekommt ein cloudbasiertes Energiemonitoring. Bild: Siemens

Landstromanlage mit cloudbasiertem Energiemonitoring Der Seehafen Kiel bekommt von Siemens Smart Infrastructure eine cloudbasierte Energiemonitoringlösung für die Landstromanlage. Diese besteht aus vier Geafol Gießharztransformatoren, vier luftisolierten MittelspannungsSchaltanlagen vom Typ Nxair sowie einem 16 MVA Frequenzumrichter. Die Anlage soll am Ostseekai und Schwedenkai den Energiebedarf der anlaufenden Schiffe während ihrer Hafenliegezeiten mit Ökostrom decken. Dies ermöglicht eine Einsparung von jährlich über 8.000 Tonnen CO2. Mit der neuen Monitoringlösung lässt sich der Energieverbrauch im Betriebsgebäude der Landstromanlage sowie an den Anschlüssen am Ostsee- und Schwedenkai messen und in Mindsphere, dem cloudbasierten IoT-System von Siemens speichern. Die Betreiber erhalten zeit- und ortsunabhängig einen Überblick über alle relevanten elektrischen Werte. Dadurch lassen sich sowohl die Verbräuche ermitteln als auch Fehler lokalisieren, Stillstandzeiten vermeiden und Wartungsroutinen besser planen. Alle Daten werden mithilfe von Messgeräten der Reihe 7KM PAC erfasst, über die IoT-Datenplattform Powercenter 3000 gebündelt in Mindsphere übertragen sowie wahlweise über den integrierten Webserver oder eine App visualisiert. www.siemens.com/ smartinfrastructure Wolff Publishing www.b-und-i.de

ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

Abo-Service: b-und-i@vertriebsunion.de

Schon mit vergleichsweise geringen Mitteln lassen sich über ein Retrofit Leistung, Verfügbarkeit und Effizienz einer Anlage wieder auf das Niveau einer Neuanlage anheben. Bilder: Kasto

Höhere Effizienz, weniger Ausfälle Bei langlebigen Investitionsgütern wie zum Beispiel Logistik- und Produktionsanlagen für die Metallverarbeitung ist ein Retrofit häufig die wirtschaftliche Alternative zur Neuanschaffung. Dabei werden Komponenten auf den neuesten Stand gebracht. Das reduziert nicht nur Ausfälle und den Energiebedarf, sondern erhöht auch die Sicherheit und den Arbeitsschutz. Bei langlebigen Maschinen und Anlagen stellen die oft hohen Anschaffungskosten eine beträchtliche Hürde dar - auch wenn diese sich in der Regel durch Leistungsund Effizienzsteigerungen auf lange Sicht amortisieren. Dennoch stehen Betriebe vor der Herausforderung, ihre Wettbewerbs- und Lieferfähigkeit auch in dem aktuell schwierigen Umfeld zu sichern. Veraltete Technologien können dabei schnell zu einem riskanten und teuren Ärgernis werden. Besonders anschaulich zeigt sich dies zum Beispiel in der Lagertechnik: Automatische Langgut- und Blechlagersysteme sind in den meisten Stahlhandelsunternehmen und metallverarbeitenden Betrieben ein unverzichtbarer Teil der Intralogistik. Sie stellen die benötigten Waren schnell, effizient und ergonomisch zur gewünsch-

ten Zeit am gewünschten Ort bereit und sorgen so für einen reibungslosen Materialfluss. Dieser gerät jedoch ins Stocken, wenn die Technik nicht mehr auf dem neuesten Stand ist: Störungen und Ausfälle häufen sich und die Ersatzteilbeschaffung sowie der Support werden zunehmend schwieriger. Darunter leidet die Leistung des Lagers - und damit auch die gesamte Prozesskette. Genau hier bietet sich ein Retrofit als wirtschaftliche Alternative zur Neuanschaffung an, denn die Komponenten der Lagersysteme sind im Wesentlichen aus robustem Stahlbau sowie solidem Maschinenbau - also nahezu unverwüstlich. „Die meisten unserer Langgut- und Blechlager sind auch nach 20 oder 30 Jahren im Einsatz mechanisch noch völlig in Ord-

nung“, erklärt Alfred Schwörer, Leiter Retrofit beim Lager- und SägetechnikSpezialisten Kasto Maschinenbau. Das Unternehmen mit Hauptsitz im badischen Achern unterstützt deshalb auch bei der fachmännischen Modernisierung bestehender Systeme. „Dabei kann schon der Austausch einiger kleinerer Komponenten Großes bewirken“, schildert Schwörer. In diese Kategorie fallen unter anderem die Regel- und Steuerungstechnik sowie Antriebe und Messsysteme, die in den Regalbediengeräten (RBG) verbaut sind. Kasto ersetzt deshalb bei seinen Retrofit-Projekten im Normalfall sämtliche Schaltschränke und wechselt veraltete Steuerungen - hier kommt bei betagten Anlagen häufig noch S5 zum Einsatz gegen moderne S7 aus. Weiter auf Seite 26


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ENERGIE-EFFIZIENZ

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Transparenz und verringert das Risiko von Fehlern. Auch softwareseitig bietet das Unternehmen zum Beispiel mit seinem eigenen Warehouse-Management-System (WMS) modular aufgebaute Lösungen, um die Steuerung und Verwaltung aller Prozesse im und um das Lager einfacher und effizienter zu gestalten. Alternativ oder ergänzend können die Automatiklager über individuelle Schnittstellen auch an die bestehenden ERP-Systeme der Unternehmen angebunden werden, um sie so noch besser in einen durchgängig gesteuerten Materialfluss zu integrieren.

Sicherheit, Arbeitsschutz …

Ein Austausch von Antriebsreglern, Messwertgebern und Sensoren sorgt für eine höhere Performance und verbessert die Energieeffizienz des Lagers.

Fortsetzung von Seite 25 Anstelle vorhandener Gleichstrommotoren rücken effizientere Drehstromantriebe.

Komponenten auf neuestem Stand Ein Austausch von Antriebsreglern, Messwertgebern und Sensoren sorgt für eine höhere Performance und verbessert die Energieeffizienz des Lagers. Neue Kabel und Energiezuführungsketten helfen dabei, die Stromversorgung der RBG

sicherer und zuverlässiger zu machen. Ebenfalls als sinnvoll erachtet der Fachmann einen Austausch von Bedienelementen und Software: „Ältere Systeme verfügen oft noch über Bedienpulte mit Knöpfen, ein Bildschirm fehlt. Diese ersetzen wir dann durch Touchscreens mit grafischer Benutzeroberfläche. Das ist wesentlich intuitiver für den Anwender und ermöglicht einen viel höheren Funktionsumfang.“ So lassen sich unter anderem Auftragsdaten und Bestände besser im Blick behalten - das erhöht die

Eine immer wichtigere Rolle spielt zudem das Thema Sicherheit - und das umfasst natürlich auch die dazugehörige Technik. Schützten etwa vor einigen Jahren noch einfache Lichtschranken die Mitarbeiter vor Verletzungen, schirmen inzwischen komplette Lichtvorhänge die Gefahrenbereiche im Lager ab und schalten die Anlage bei Kontakt automatisch aus. Auch hier bringt Kasto im Rahmen seiner Retrofit-Projekte alles auf den neuesten sicherheitstechnischen Stand, damit die Systeme sämtlichen Anforderungen in Sachen Arbeitsschutz gerecht werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Anbindung von Industrierobotern: Die automatisierten Helfer übernehmen in der Metallbearbeitung immer mehr Aufgaben wie etwa Sortieren, Entgraten oder Stapeln. Damit lässt sich insbesondere in kombinierten Lager-Säge-Zentren ein menschenloser Betrieb vom Einlagern des Rohmaterials bis zum fertig konfektionierten Abschnitt realisieren. Damit die Anlagen selbst bei starker Auslastung störungsfrei laufen, ist außerdem

An die Stelle vorhandener Gleichstrommotoren im Regalbediengerät rücken effizientere Drehstromantriebe. „Mit einem Retrofit können wir in den meisten Fällen die Lebensdauer unserer sowie Anlagen anderer Hersteller deutlich verlängern - bei gleichzeitig höherer Performance, verbesserter Verfügbarkeit und gesteigerter Energie- und Kosteneffizienz“, fasst Alfred Schwörer, Leiter Retrofit beim Lager- und Sägetechnik-Spezialisten Kasto Maschinenbau, zusammen. Bilder: Kasto

Viele Lagersysteme sind auch nach Jahren im intensiven Einsatz mechanisch noch völlig in Ordnung. Deshalb wird bei einem Retrofit nicht das gesamte Lager ausgetauscht, sondern nur einzelne technisch kritische Komponenten - zum Beispiel Schaltschränke und Steuerungstechnik.

eine regelmäßige Wartung wichtig. Hierfür bietet der Spezialist unterschiedliche Lösungsansätze.

… und Fernwartung Zum Beispiel sind die Langgutund Blechlager des badischen Spezialisten größtenteils fernwartungsfähig. Das bedeutet: Von Achern aus können sich die Helpdesk-Techniker jederzeit online auf die Anlage schalten und so Störungen schnell identifizieren und unkompliziert beheben oder Prozesse optimieren. Die Spezialisten von Kasto betonen, dass die firmeneigene Hotline den Anwendern bei Fragen und Problemen rund um die Uhr zur Seite steht und die Experten des Unternehmens im Ernstfall in kurzer Zeit vor Ort sowie Ersatzteile für alle aktuellen Systeme stets verfügbar sind. Einen neuen Weg verfolgt das Unternehmen mit seinem Wartungskonzept Visual Assistance: Herzstück des Systems ist eine interaktive App für Tablets, Smartphones oder Smart Glasses. Kunden können sich damit per Video- und Audiostream mit den Servicemitarbeitern verbinden. Anwender und Techniker teilen in Echtzeit das gleiche Blickfeld. Das erleichtert das gegenseitige Verständnis und hilft, einzelne Anlagenkomponenten und eventuelle Störungen schnell zu identifizieren. Die Experten haben über die App auch die Möglichkeit, visuelle

Hilfestellung zu leisten und zum Beispiel Markierungen im Livevideo einzublenden. Während der Kunde vor Ort die Wartung oder Reparatur an der Säge oder dem Lager durchführt, bekommt er alle nötigen Informationen per Augmented Reality direkt in seinem Display angezeigt. Nutzt er die Smart Glasses, hat er dazu noch die Hände frei - das erleichtert die Arbeit zusätzlich.

Neue Bedienpulte mit grafischer Benutzeroberfläche erleichtern den Umgang mit dem Lager und verhindern Fehler.

„Aufwendige Schulungen oder teure Anfahrten werden durch Einsatz von Visual Assistance teilweise überflüssig“, betont Schwörer. „Gleichzeitig profitieren Anwender von minimalen Stillstandzeiten sowie einer hohen Verfügbarkeit und Produktivität ihrer Anlagen.“ www.kasto.com

Mit Visual Assistance bietet Kasto eine Lösung zur Fernwartung seiner Anlagen.


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ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

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Industrie-PC und PLC-Steuerung in einem Baumüller zeigte auf der digitalen Hannover Messe seine neue Steuerungsplattform Auf der digitalen Hannover Messe, die vor wenigen Tagen stattgefunden hat, zeigte der Antriebsund Automatisierungsspezialist unter anderem seine neue Steuerungsplattform b maXX PLC. Diese kombiniert die Eigenschaften von Industrie-PCs und PLC-Steuerungen. Die Steuerung ist in zwei Varianten erhältlich - als b maXX PLC mc und als b maXX PLC IoT. Die Steuerung in der Variante b maXX PLC mc steuert MotionControl-Anwendungen und ermöglicht laut Entwickler in Kombination mit den Baumüller-Technologiebibliotheken eine schnelle Umsetzung von Automatisierungsaufgaben. Sie basiert auf einem Intel x86 CPU-System und ist laut Hersteller universell für nahezu jede Automatisierungsaufgabe einsetzbar. Außerdem kann sie flexibel montiert werden, benötigt wenig Platz im Schaltschrank und eignet sich für die Hutschienenmontage.

Die b maXX PLC mc zeichnet sich, so der Hersteller, zudem durch eine sehr gute Performance mit hochsynchronen Echtzeittasks aus. So können komplexe Applikationen mit höchsten Anforderungen an die Leistungsfähigkeit realisiert werden. Durch die Kombination aus SPS und PC können neben den eigentlichen Steuerungsaufgaben zusätzlich die Möglichkeiten des Windows-Betriebssystems genutzt werden. Möglich wird dies durch die Verwendung von Multicore-Prozessoren der Intel Atom-Reihe und

Digitalisierung ganz ohne Kabelaufwand Mit der neu entwickelten Generation von digitalen On-BoardElektroniken für die Hydraulik bietet Bosch Rexroth nun eine wirtschaftliche Skalierungsmöglichkeit zwischen analogen Komponenten und solchen mit Feldbus-/Ethernet-Anschluss. Ohne zusätzlichen Verkabelungsaufwand erschließen sich damit die Vorteile der Digitalisierung. Die neue Generation stellt die offenen Schnittstellen Bluetooth sowie IO-Link bereit. In Verbindung mit einer entsprechenden App können Inbetriebnehmer, Bediener und Servicetechniker mit ihrem Smartphone direkt und unabhängig von der Maschinensteuerung auf die Komponenten zugreifen und Parameter verändern. Die ersten mit der neuen digitalen On-Board-Elektronik ausgerüsteten Komponenten sind neue Proportional-Druckregelventile. Auf der Hardware-Seite bieten sie Verbesserungen mit einer volumenstromunabhängigen Druckregelung sowie einer linearen Sollwert-Druck-Kennlinie in vier Druckstufen. Die Ventile verfügen sowohl über einen integrierten Drucksensor als auch einen Anschluss für externe Drucksensoren. Bei der Erstinbetriebnahme identifizieren sich die Komponenten über ihr digitales Namensschild selbst und nach wenigen Augenblicken lässt sich über das Smartphone die Parametrierung

starten. Eine LED leuchtet während der Verbindung blau und zeigt eindeutig an, mit welchem Proportional-Druckreduzierventil man aktuell verbunden ist. Clever: Inbetriebnehmer können von Bosch Rexroth vordefinierte Parametersätze auswählen oder sie selbst definieren. Diese können sie speichern und auf baugleiche Ventile übertragen. Für Endanwender erhöht die neue digitale On-Board-Elektronik laut Entwickler die Flexibilität für Prozessänderungen erheblich. Wird an einer Presse für eine Produktionsumstellung beispielsweise ein doppelt so schwereres Werkzeug wie bisher genutzt, muss bei bisherigen Maschinen oft ein anderes Ventil eingesetzt werden. Bei der neuen Generation reicht ein Aufrufen der App, um die Parameter entsprechend anzupassen. Damit spart der Endanwender die Kosten für einen Umbau und den damit verbundenen Maschinenstillstand. Zusätzlich lässt sich Condition Monitoring nutzen und zwar ohne zusätzlichen Aufwand. Per App lassen sich mit dem Diagnose-Button Betriebsdaten wie Temperatur oder Betriebsstunden abrufen - das schützt vor Überraschungen. Über IO-Link können Anwender diese Statusüberwachung auch in der Maschinensteuerung automatisiert hinterlegen. www.boschrexroth.de Der neue, zum Patent angemeldete Schieberegler in der App vereinfacht die Optimierung: Beim Verschieben des Reglers zwischen den Ausprägungen „moderat“ und „aggressiv“ passt die Software der App alle entsprechenden Parameter automatisch der gewählten Dynamik an. Bild: Bosch Rexroth

die Aufteilung in ein Echtzeit- und ein Windows-Betriebssystem. Beide arbeiten unabhängig voneinander. So können Anwendungen realisiert werden, die früher mindestens zwei Systeme erDas System ist mit einem fordert haben. Maß von 110 x 90 x 35 Millimetern deutlich kompakter Typisches Beispiel hierfür ist die als die bisherige SteuerungsMaschinenvisualisierung. Dies lösung. Bild: Baumüller spart Platz im Schaltschrank, reduziert die Komplexität und Gleichzeitig können neue GeKosten im Aftersales-Bereich zum schäftsmodelle wie zum Beispiel Beispiel die Ersatzteilhaltung. Neu ist auch die Industrie 4.0- „pay per x“ realisiert werden. Die b maXX PLC IoT ist mit der Software Variante der Steuerung, die b Node-RED ausgestattet, sodass maXX PLC IoT. Mit dieser Version sich individuelle Parametrierunkönnen Daten direkt an der gen zur Analyse von Daten bis hin Maschine gesammelt, vorverarzur Erstellung eigener Dashbeitet und an weitere Endgeräte boards vornehmen lassen. beziehungsweise die Cloud ausDabei können Daten in vergegeben werden. schiedene Clouds geschickt So werden umfangreiche und werden. Durch den OPC-UA-Baukomplexe Datenanalysen und Instein wird die Interoperabilität dustrie 4.0-Lösungen wie auf Maschinenebene sicherPredictive Maintenance und gestellt. Predictive Quality sowie eine VerEs können Daten von Devices verbindung zu KI möglich.

schiedener Hersteller verarbeitet werden. Daten von Baumüller-Produkten, wie z.B. die eines b maXXUmrichters, können parallel zum Feldbus über das interne Protokoll und damit über die Serviceschnittstelle ausgegeben werden. Durch die erweiterten Funktionen kann so die Konnektivität von Baumüller-Geräten, wie etwa mit der b maXX PLC IoT, via OPC UA mit anderen Automatisierungskomponenten hergestellt werden. Beide Varianten sind in der gleichen Bauform erhältlich. www.baumueller.com/de/

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So läuft die Kommunikation in EX-Bereichen Fünf mobile Produktneuheiten für explosionsgefährdete Bereiche Auf der maintenance 2021 in Dortmund hätte die i.safe Mobile GmbH den Besuchern gerne ihre Kommunikationsgeräte und Produktneuheiten für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen vorgestellt. Insgesamt fünf Produkthighlights wollten die Experten dort präsentieren. Ein Mobiltelefon für explosionsgefährdete Bereiche der neuen Generation aus dem Hause i.safe Mobile ist das Modell IS330.1. Das tastengesteuerte Gerät verfügt über eine ATEX-, IECEx- und

Das tastengesteuerte Gerät Modell IS330.1verfügt über eine ATEX-, IECEx- und NEC500-Zulassung.

NEC500-Zulassung. Das Telefon ist Android Enterprise Recommended und mit Android 10 sowie Bluetooth 5.0 ausgestattet. Es ermöglicht laut Hersteller eine störungsfreie drahtlose Kommunikation sowie die Anbindung verschiedener IoT-Endgeräte über große Reichweiten bei gleichzeitig hohen Übertragungsraten. Über die universelle, seitlich positionierte ISM-Schnittstelle können Headsets, Kameras, Remote Speaker Microphone (RSM) oder andere Geräte für den Einsatz in explosionsgefährdeten Umgebungen angeschlossen werden. Das IS330.1 ist MCPTT- und NFCfähig, es verfügt über einen internen Speicher von 64 GB, einen verstärkten Lautsprecher, eine SOS-Taste und eine LoneworkerSchutzfunktion für Notfallsituationen. Das Display ist sogar mit Handschuhen bedienbar - wichtig für Instandhalter. Ergänzend bietet i.safe Mobile

das Industrie-Smartphone IS530.1 an. Dieses verfügt über eine universelle, seitliche ISMSchnittstelle für den schnellen und sicheren Anschluss von Zusatzgeräten und ist Android Das HMT-1Z1 lässt sich in alle von i.safe Mobile zugelassenen Standardschutzhelme integrieren oder an Sicherheitshelme anbringen. Es kann außerdem mit Schutz- oder Korrekturbrillen verwendet werden.

Das 4,5-Zoll-Display des IS530.1 kann mit Handschuhen bedient werden. Das Gerät lässt sich über einen magnetischen Ladeanschluss aufladen.

Einzelpunktschmiersystem spricht Bluetooth Schmiersystem erlaubt mittels Bluetooth-Funktion auch eine entfernte Überwachung Das neue Einzelpunktschmiersystem von Perma-Tec ist für Anwendungen mit einem hohen Schmierbedarf ausgelegt. Es kann mit drei verschiedenen LC-Größen von 500, 750 oder 1.000 Kubikzentimeter Schmierstoffvolumen eingesetzt werden. Dabei erkennt ein integrierter Chip die Größe automatisch. Zudem „spricht“ das System Bluetooth, was einige Vorteile bietet. Das Einzelpunktschmiersystem Perma Ultra, das mit einem elektromechanischen Antrieb ausgestattet ist und über ein Batterieset mit der notwendigen Energie versorgt wird, arbeitet mit einem kontinuierlichen Druckaufbau von bis zu 50 bar. Deswegen eignet es sich laut Hersteller besonders für Schmierpunkte, die lange Schmierleitungen von bis zu 20 Metern benötigen und damit einen sicheren Zugang zur Schmierstelle gewährleisten. Das System, das mit Fette bis NLGI 2 zurechtkommt, lässt sich dabei laut Hersteller sowohl im Innen- als auch im Außenbereich einsetzen. Der Temperatureinsatzbereich liegt hierbei zwischen minus 40 Grad Celsius und plus 60 Grad Celsius. Typische Anwendungen sind zum Beispiel an Schleppförderern, Schwingsieben, Drehrohröfen und Förderbändern. Das vollautomatische Schmiersystem weist, wie der Hersteller betont, ein äußerst präzises Spendeverhalten auf, das unabhängig von Temperatur und Gegendruck arbeitet. Dank wöchentlich oder monatlich einstellbarer Spendezeiten sind mithilfe des vielseitig einsetzbaren Schmiersystems längere und planbare Wartungsintervalle möglich. Die Spendezeiten werden per SET-Taster und LCD

Mithilfe der App lässt sich der Perma Ultra in schwer zugänglichen Arbeits- oder Gefahrenbereichen einfach und zuverlässig, zum Beispiel mithilfe eines Smartphones überwachen. Das erhöht aktiv die Arbeitssicherheit. Die App ist im Google Play Store und App Store kostenlos erhältlich. Für die entfernte Montage gibt es eine große Auswahl an Anschlussteile- und Montagesets. Das Schmiersystem selbst kann mit einer optionalen Schutzkappe geschützt werden und ist deshalb für viele Anwendungen geeignet. Bild: Perma-Tec

Display an der Antriebseinheit oder über eine App von Perma eingestellt. Der Betriebszustand wird mittels grüner und roter LED signalisiert und lässt sich so bequem auch aus der Ferne kontrollieren. Die langlebige, robuste Antriebseinheit ist wiederverwendbar, was Kosten spart. Das System ist serienmäßig mit einer Bluetooth-Funktion ausgestattet. Das bedeutet: Sowohl die Konfiguration, als auch die Steuerung und Wartung sind aus

der Ferne möglich. Möglich macht dies eine spezielle App die Perma Connect App -, mit der sich auch die Spendezeiten einstellen lassen. Clever: Das System verfügt außerdem über eine„Purge-Funktion“. Damit wird eine Sonderspende ausgelöst, um zusätzlich Schmierstoff in die Schmierstelle zu fördern. Diese Funktion kann ebenfalls aus der Entfernung über die App gestartet werden. Schauplatz Messe www.perma-tec.com

Enterprise Recommended für mehr Sicherheit und Effizienz. Das Smartphone ist ebenfalls mit Android 10, Bluetooth 5 und einem 64 GB Speicher ausgestattet. Es punktet außerdem mit einer hohen Kameraauflösung (13 MP AF Rückkamera und 5 MP Frontkamera). Das Smartphone ist international wie folgt Exzertifiziert: ATEX, IECEx, NEC500, INMETRO, KCs, JNIOSH, SANS. Ergänzend bietet der Hersteller mit dem Modell IS930.1 ein 8Zoll-Tablet für den Einsatz in ExZone 1/21 und Cl I Div 1 an, das ebenfalls auf Android 10 setzt und mit Bluetooth 5 und NFC ausgestattet ist. Mit der optional erhältlichen Dockingstation (Multi Charger verfügbar) lässt sich das Tablet auch nahtlos in bestehende Netzwerke integrieren. Das Gerät verfügt über eine SOS-Taste für den Schutz von Alleinarbeitern (LWPfähig über Drittanbieter-App) und ist Android Enterprise Recommended. Vollständig freihändig bedienbar ist das HMT-1Z1, ein eigensicheres Android Head Mounted Tablet für industrielle Umgebungen, das in explosionsgefährdeten Bereichen genutzt werden kann. Es läuft unter Android 8.0.1. Die Apps und Funktionen werden per Sprache aktiviert und gesteuert. Per Video-Fernwartung können mobile Mitarbeiter auf diese Weise Hilfe vom Helpdesk erhalten, technische Dokumentationen einsehen, IoT-Daten herunterladen, Wartungsanweisungen und Skizzen abrufen oder Inspektionsarbeiten aufzeichnen. Das Gerät ist ausgestattet mit

Das Set, bestehend aus dem Trigger Handle und dem Multifunktions-Smartphone IS530.x, ist laut Hersteller einfach zu handhaben.

einer WearHF-Freisprechschnittstelle, Bluetooth 4.1 LE, einer 16 MP Kamera mit 4-fach PDAF und Barcodescanner (über App), einem internen 91 dB Lautsprecher und 4 digitalen Mikrofonen mit aktiver Geräuschunterdrückung. Es verfügt außerdem über ein WVGA-Display mit 20 Grad Sichtfeld und ist PSAkompatibel. Zu den Neuheiten gehört auch der Barcodehandscanner IS-TH1. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Trigger Handle und dem Multifunktions-Smartphone IS530.x für eine zuverlässige Datenerfassung. Das mobile Multifunktionsset verfügt über die Scantechnologie

Das IS930.1-Tablet ist auf Industrie-4.0-Anwendungen der Ex-Zone 1/21 und CI I Div 1 zugeschnitten. Es verfügt über folgende Zulassungen: ATEX, IECEx, NEC500, INMETRO, KCs, JNIOSH, SANS. Bilder: i.safe Mobile

von Zebra und vereint eine Vielzahl von Funktionen und Einsatzmöglichkeiten mehrerer Geräte in einem. Der IS-TH1 ermöglicht nach Herstellerangaben das schnelle und einfache Scannen beliebiger 1Doder 2D-Barcodes im Nahbereich oder in Entfernungen von mehr als 15 Metern. Strom und Daten werden vom angeschlossenen IS530.x mit 13-poliger ISMSchnittstelle (Anschlussmöglichkeit für RSM, PTT-Headset) wie über einen mobilen Computer generiert und verarbeitet. Das IS-TH1 ist in zwei verschiedenen Versionen erhältlich: Das IS-TH1MR mit Zebra SE4750 MR für Reichweiten bis zu sechs Metern und das IS-TH1ER mit Zebra SE4850 ER für Reichweiten über 15 Meter. Schauplatz Messe www.isafe-mobile.com


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So werden aus einem Euro zwei Euro Rendite Über die Rolle der Steigtechnik bei der Arbeitssicherheit Investitionen in die Arbeitssicherheit lohnen sich mehr denn je. „Jeder investierte Euro kommt gleich doppelt zurück“, erklärt der Steigtechnik-Experte und Geschäftsführer der Günzburger Steigtechnik, Ferdinand Munk. Er bezieht sich dabei auf eine internationale Studie, die einen Return on Prevention (ROP) von 2,2 ermittelt hat. Das bedeutet, dass es sich für Unternehmen, die Geld in die Prävention stecken, auszahlt. Ein investierter Euro beschert laut dieser Studie eine Rendite in Höhe von 2,20 Euro, aber auch andere Vorteile - konkret ein Plus an Arbeitsschutz und Effizienz sowie niedrigere Kosten für Unfälle und Betriebsstörungen.

Korrosion und Erosion digital überwachen

Software und Service ermöglichen Betrieb mit maximaler Kapazität und ohne Ausfälle Mit der neuen Rosemount 4390 Serie von Wireless-Messumformern für Korrosion und Erosion und der Plantweb Insight Inline-Korrosionsanwendung bringt Emerson ein Portfolio an digitalen Lösungen zur Korrosions- und Erosionsüberwachung auf den Markt, die sich auch in das digitale Plantweb Ökosystem integrieren lassen. Das Überwachungsportfolio transformiert dabei vorhandene Offline-Korrosionssonden in Online-Tools, um die Risiken von Korrosion und Erosion beispielsweise bei der Öl- und Gasverarbeitung durch eine bessere Überwachung zu minimieren. Die neue Plantweb Insight InlineKorrosionsanwendung für die nicht intrusive Korrosionsüberwachung ergänzt das bestehende Angebot an Plantweb Insight Anwendungen. Die Lösung ermöglicht eine umfassende Korrosions- und Erosionsanalyse an beliebigen Geräten.

In Kombination mit der Emerson Produktpalette an nicht intrusiven Rosemount Wireless Permasense Sensoren zur Überwachung der Metalldicke bietet das Unternehmen nun eine umfassende Lösung zur Überwachung sowohl der Korrosions- und Erosionsrisiken als auch der Auswirkungen dieser Risiken auf die Anlage bzw. Anlagenkomponenten. Bilder: Emerson

Die Rosemount 4390 Serie von Messumformern für Korrosion und Erosion nutzt das WirelessHART-Protokoll für einen zuverlässigen Datenabruf sowie die Emerson InlineSonden zur Messung der Korrosions- und Erosionseigenschaften des Prozessmediums.

Inline-Sonden erlauben die Erkennung von Veränderungen des Korrosionsrisikos in nur wenigen Minuten, wodurch Anlagenbetreiber in die Lage versetzt werden, Abhilfemaßnahmen einzuleiten, bevor es zu Schäden kommt. Die Plantweb Insight Korrosionsanwendungen ermöglichen es Anwendern, auf Daten von Sensoren und Inline-Sonden zur Überwachung der Rohrleitungswandstärke von beliebigen Endgeräten aus zuzugreifen und

I SIE RT

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maß an Arbeitsschutz verlassen“, wie Riebel weiter betont. Bei der Entwicklung solcher individuellen Lösungen übernimmt die Günzburger Steigtechnik das komplette Projektmanagement. Das interdisziplinäre Team aus Vertriebs-, Konstruktions- sowie Fertigungsspezialisten entwickelt nicht nur passgenaue Lösungen, sondern übernimmt außerdem die gesamte Projektierung und Planung - auf Wunsch auch vor Ort und bis hin zur schlüsselfertigen Endmontage durch das Tochterunternehmen Munk Service. Zum Service zählt auch eine kostenlose Wartung ein Jahr nach der Neuanschaffung. Fragen rund um die Maßfertigungen werden im unternehmenseigenen Chat beantwortet. Überstiege, Treppen und fahrbare Plattformtreppen können zudem online mit einem Produktkonfigurator individuell selbst zusammengestellt werden. www.steigtechnik.de

diese zu analysieren. Mithilfe der somit in Echtzeit bereitgestellten fortschrittlichen Analyseergebnisse können die Risiken und Auswirkungen von Korrosion und Erosion auf bestimmte Anlagenkomponenten oder die gesamte Anlage bewertet werden. „Der Wireless-Datenabruf ermöglicht die kosteneffektive Implementierung in großem Maßstab, den Einsatz branchenführender Software zur Datenvisualisierung und -analyse sowie die Bereitstellung zugehöriger Services. Auf dieser Grundlage können unsere Kunden ihre Herausforderungen in den Bereichen Korrosion und Erosion vollumfänglich überwachen und ihre Anlagen mit maximaler Kapazität und Rentabilität betreiben“, ist Jake Davies, Global Product Director des Bereichs Korrosion von Emerson, überzeugt. www.emerson.com

S PE Z I

Arbeitsumgebungen, für ein Plus an Ergonomie direkt am Arbeitsplatz sowie für ein sicheres und ermüdungsfreies Arbeiten. „Investitionen in Arbeitsschutz und Prävention lohnen sich in vielerlei Hinsicht. Sie tragen vor allem zur Gesunderhaltung der Beschäftigten bei“, so Ferdinand Munk weiter.

Mit dem neuen Produktkonfigurator lassen sich Überstiege, Treppen sowie fahrbare Plattformtreppen selbst zusammenstellen.

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„Unsere Lösungen - ganz gleich ob aus dem Seriensortiment oder maßgefertigt - reduzieren Unfälle und Betriebsstörungen und sparen Unternehmen so auch die damit verbundenen Kosten. Außerdem optimieren sie die Prozesse und steigern die Effizienz im Betrieb“, so Ferdinand Munk, Geschäftsführer der Günzburger Steigtechnik. Bilder: Günzburger Steigtechnik

Den positiven Effekt von Investitionen in Arbeitssicherheit bestätigt Andreas Riebel von der „das Stadtwerk Regensburg.Fahrzeuge und Technik GmbH“. Das Unternehmen setzt bei Steighilfen aller Art auf die Lösungen der Günzburger Steigtechnik und hält ihre Busflotte mit einer maßgefertigten Dacharbeitsbühne dieses Herstellers instand. Vor der Neuanschaffung wurde in der Wartungswerkstatt mit selbst gebauten Stahlposten gearbeitet. Diese mussten aber nicht nur mühsam für jeden neuen Vorgang an den jeweiligen Einsatzort gebracht werden, sondern waren auch instabil, schwer und unhandlich. „Ein schwerer Arbeitsunfall eines Mitarbeiters hat uns drastisch vor Augen geführt, dass wir eine andere Lösung brauchen und in Bezug auf die Arbeitssicherheit absolut keine Kompromisse eingehen dürfen“, so Andreas Riebel, stellvertretender Betriebsleiter und Leiter Organisation von „das Stadtwerk.Regensburg“. „Die Investition in den Dacharbeitsstand der Günzburger Steigtechnik hat sich für uns absolut ausgezahlt - unsere Mitarbeiter können sich damit auf ein Höchst-

V I E LFA

Die Studie „Berechnung des internationalen ‚Return on Prevention‘ für Unternehmen: Kosten und Nutzen von Investitionen in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz“ wurde gemeinsam von der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS), der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sowie der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) initiiert. Dabei wurde ein Kosten-NutzenVerhältnis von 1 zu 2,2 ermittelt. „Die Studie belegt es schwarz auf weiß: Investitionen in den Arbeitsschutz und die Prävention fließen doppelt zurück. Damit ist wissenschaftlich bewiesen, was wir schon seit vielen Jahren jeden Tag in der Praxis leben. Denn unsere innovativen Lösungen erhöhen nicht nur die Sicherheit für die Beschäftigten enorm, sie verhindern auch Arbeitsunfälle, steigern die Effizienz und sparen Unternehmen so bares Geld“, betont Ferdinand Munk, Geschäftsführer der Günzburger Steigtechnik Er weiß, dass Sicherheit ein Grundbedürfnis ist. Anstatt auf provisorische Hilfsmittel zu setzen, sollten Unternehmen laut Munk daher immer die passende Steigtechnik für die jeweilige Einsatzsituation auswählen. Für den Aufstieg und kurze Arbeiten eignen sich demnach zum Beispiel hochwertige Leitern. Die Günzburger Steigtechnik bietet hier ein umfassendes Sortiment an TRBS-konformen Lösungen an, die laut Hersteller mit ihren Stufen für einen sicheren Tritt und Stand auf der Leiter sorgen. Für längere Arbeiten in der Höhe sind hingegen Arbeitspodeste, Gerüste wie der Flexxtower oder auch Vertikalmastlifte wie der Flexxlift eine passende Lösung. Diese sind nämlich mit großen Tritt- sowie Standflächen ausgestattet und bieten den Anwendern auch durch die verwendeten Geländerkonzepte laut Entwickler ein Höchstmaß an Sicherheit. Für den Fall, dass die individuellen Kundenanforderungen über das Seriensortiment hinausgehen, entwickeln die Experten der Günzburger Steigtechnik auf Wunsch maßgefertigte Steigtechniklösungen wie Arbeitsbühnen, Überstiege, Laufsteganlagen und Plattformtreppen für vielfältige Produktions- und Wartungsaufgaben, die in vielen Fällen sogar einen neuen Grad der Automatisierung ermöglichen. Sie alle sorgen nämlich für kürzere und sichere Wege sowie Zugänge in verschiedensten

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Dichtigkeit ist bei Weitem nicht alles Nur gut gelüftete Gehäuse verhindern Kondensat effektiv und dauerhaft Es ist gerade bei Elektroinstallationen im Outdoorbereich ein bekanntes Phänomen: Obwohl dort zumeist Verbindungsdosen oder Verteilergehäuse mit hoher Schutzart zum Einsatz kommen, sammelt sich mit der Zeit in ihrem Inneren Feuchtigkeit. Das bedeutet aber nicht, dass die Funktionalität der Gehäuse nicht mehr gewährleistet ist. Viel häufiger ist die Wasserbildung auf Kondensation zurückzuführen, die durch die hohe Schutzklasse sogar noch begünstigt wird. Für die Zuverlässigkeit der Anlage ist es daher entscheidend, die Entstehung von Kondensat, vor allem innerhalb von Gehäusen, zu verstehen und effizient vorzubeugen. Als Kondenswasser wird Feuchtigkeit bezeichnet, die sich an im Vergleich zur Umgebungstemperatur kühleren Gegenständen niederschlägt. Möglich wird dies, wenn wasserdampfhaltige Luft unter ihren Taupunkt abgekühlt wird, sodass weniger Feuchtigkeit in der Luft gebunden werden kann und in einen flüssigen Aggregatzustand übergeht. Deutliche Temperaturschwankungen begünstigen diesen Effekt, den erzeugte Verlustleistungen innerhalb von Gehäusen weiter verstärken. Kommen im Außenbereich besonders dichte Gehäuse zum Einsatz, entstehen bei einem starken An- oder Abstieg der Temperatur zudem Unterschiede in den Druckverhältnissen zwischen dem Gehäuseinneren und der Umgebung. So ist es möglich, dass feuchte Luft von außen in das Gehäuse gesogen wird, dort verbleibt und sich bei einer folgenden Temperaturerhöhung auf einer kalten Fläche, beispielsweise am Deckel niederschlägt. Im weiteren Verlauf ergeben sich dabei zwei Probleme: Zum einen ist der Prozess der Kondensation innerhalb des Gehäuses nur bedingt reversibel. Zum anderen führt ein erhöhter Schutzgrad dazu, dass das Wasser nicht abfließen kann. Je nach Wassermenge und Kondensationshäufigkeit drohen erhebliche Schäden an bestehenden Elektroinstallationen wie Fehlfunktionen, Kurzschlüsse oder Ausfälle der Systeme.

Zirkulation und Druckausgleich Besteht in der konkreten Anwendung der Gehäuse die Gefahr, dass Kondensation auftreten und sich damit Wasser ansammeln kann, müssen nach DIN VDE 0100-520 entsprechende Vorkehrungen für die Abführung von Feuchtigkeit getroffen werden. Hersteller wie Spelsberg beispielsweise treffen aus diesem

Zusätzlich sind Druckausgleichselemente mit luftdurchlässiger und wasserdichter Spezialmembranfolie zur Vermeidung von Kondenswasserbildung erhältlich.

Kondensat wird mittels zwei Belüftungselementen in kürzester Zeit aus dem Gehäuse transportiert. Der permanente Druckausgleich entlastet auch die Dichtung.

Grund verschiedene Vorkehrungen ab Werk und bieten Kunden zusätzlich weiteres Zubehör, mit dem ein kontinuierlicher Luftaustausch und Druckausgleich sowie das Ableiten von Wasser sichergestellt werden. So verfügen Verbindungsdosen der verschiedenen Produktgruppen des Herstellers Spelsberg beispielsweise über ausbrechbare Kondenswasseröffnungen an den hinteren Gehäuse- bzw. Montageflächen. Damit auftretendes Kondensat durch diese entweichen kann, müssen bei der Montage entsprechende Schritte beachtet werden: Die Ausbrüche müssen so vorgenommen werden, dass sie im Installationszustand an der Unterseite des Gehäuses liegen. Darüber hinaus gilt es einen Wandabstand von zwei Millimetern einzuhalten, damit das Wasser ausreichend Raum hat, um ungehindert abzufließen.

Alternativen zu Kondensatöffnungen Werden allerdings erhöhte Anforderungen an den Berührungsund Fremdkörperschutz des Gehäuses gestellt, sind Kondensatöffnungen nicht die richtige Wahl. Spelsberg setzt in diesem Fall beispielsweise auf spezielle Belüftungsstutzen (BST). Die Produkte mit Labyrinthdichtung sind in der Größe M20 in grauer und schwarzer Ausführung erhältlich und können an der Unterseite sowie den Seitenflächen des Gehäuses eingebaut werden. Empfohlen wird eine Anordnung links und rechts in verschiedenen Höhen, die einen sogenannten „Kamineffekt“ erzeugt. Bei sachgerechter Montage bieten die BST M20 zudem einen Spritzwasserschutz nach IP44. Dem Problem unterschiedlicher Druckverhältnisse begegnet der genannte Hersteller mit einem

Druckausgleichselement (DAE) in der Größe M20. Die innen liegende Spezialmembranfolie ist luftdurchlässig, zugleich aber wasserdicht. So passen sich der Luftdruck innen wie außen kontinuierlich einander an, wodurch der beschriebene Kondensationseffekt ausbleibt. Speziell für den Fall extremer klimatischer Bedingungen, wie sie im Outdoorbereich auftreten können, hat Spelsberg das Belüftungselement BEL Air entwickelt. Dieses transportiert auftretendes Kondensat mittels seiner zwei Belüftungselemente in kürzester Zeit aus dem Gehäuse - und das unter Beibehaltung der Schutzart IP65.

VTH warnt vor dem Kauf von Billigware am Beispiel der FFP2-Maske Betriebe, die ihre Beschäftigten wirksam vor Aerosolen und damit vor dem Coronavirus schützen möchten, sollten vom Kauf von FFP2-Billigmasken konsequent Abstand nehmen. Das ist die Empfehlung von Thomas Vierhaus, Hauptgeschäftsführer beim VTH Verband Technischer Handel e.V. Nach seinen Recherchen häufen sich die Nachweise, dass„sehr viele der angebotenen Masken den Anforderungen gar nicht genügen“. Das stehe zum einen mit profitorientierten, fachfremden Anbietern in Zusammenhang, zum anderen mit unbedachtem politischem Handeln: dem „dilettantischen“ Open-House-Beschaffungsverfahren des Bundes und der Zulassung von Prüfinstituten außerhalb der Binnengrenzen durch die EU.

Tests legen Qualitätsmängel offen Der VTH-Qualitätspartner Dräger Safety betreibt ein eigenes Testzentrum. Gegenüber dem ZDF bestätigte Dräger-Sprecherin Melanie Kamann, dass drei Viertel aller untersuchten FFP-Masken nicht den Anforderungen der zentralen EU-Norm EN 149:2001 entsprächen. Das deckt sich mit Erkenntnissen, die die DEKRA und die BAuA veröffentlichten. Und selbst wenn die Filterwirkung stimmt, versagen laut Stiftung Warentest im Februar neun von zehn untersuchten FFP2Masken an anderer Stelle. „Fallen Sie nicht auf Pandemieschutz-Angebote von fachfremden Onlineund Versandhändlern oder Discountern herein, die „nebenbei“ noch Masken, Desinfektions-, Reinigungsund Hautschutzmittel mitverkaufen. Vertrauen Sie stattdessen dem Technischen Handel: Hier kann man sich Rat holen, Zertifikate zeigen lassen, Muster bestellen und minderwertige oder gefälschte Ware ausschließen“, betont der Hauptgeschäftsführer des VTH, Dipl.-Volksw. Thomas Vierhaus. Bild: Kollaxo

Kondenswasser in geschlossenen Gehäusen birgt eine Gefahr für bestehende Elektroinstallationen. Bild: Dirk Quardt

Durch den Luftaustausch kann sich die Luft im Inneren kontinuierlich mit der Umgebung vermischen. Der permanente Druckausgleich entlastet zeitgleich die Dichtung und verhindert, dass mechanische Kräfte auf das Gehäuse einwirken. Während Lösungen wie Druckausgleichsventile einen nennenswerten Druckunterschied zwischen Innen- und Außenraum benötigen, um kurzfristig einen Luftaustausch zu gewährleisten, wird dieser beim BEL Air auch in Einbausituationen mit nahezu konstanter Luftfeuchtigkeit und Temperatur aufrechterhalten. Bereits die sich im Inneren durch Einbauten erwärmende Luft genügt, um eine ausreichende Zirkulation zu bewirken. www.spelsberg.de

Speziell für den Outdoorbereich hat Spelsberg das Belüftungselement BEL Air entwickelt. Bilder: Spelsberg

In einer Flut von Produkten das geeignete finden Was bei Persönlichen Schutzausrüstungen besonders wichtig ist, gilt gleichermaßen für andere Bereiche des industriellen Bedarfs: Es lohnt sich, von Beginn an den Fachgroßhandel einzubinden. Dazu aktuelle Beispiele: Wie ein Möbelbauer mit dem richtigen Klebstoff seine Kunden begeistert Im Labortest des VTH-Qualitätspartners Weicon fand die Firma Tenbrink die richtige Klebstoffmischung für ihre Objekt- und Ladeneinrichtungen. Für die korrekte Klebtechnik schulte der Technische Händler Elsinghorst die Mitarbeiter. Mehr im Video auf der Seite www.vth-erfolgsgeschichten.de

Bild: Weicon

Welche Produkte für den Kontakt mit Trinkwasser geeignet sind Seit dem 21. März ist die „Bewertungsgrundlage für Kunststoffe und andere organische Materialien im Kontakt mit Trinkwasser“ verbindlich. Welche Produkte zur Instandhaltung oder Neuerrichtung von Anlagen für die Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser geeignet sind, wissen die Technischen Händler. Sie vertrauen Markenartikeln von Continental, Bild: GEKA by KARASTO GEKA, Frenzelit und Klinger.


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Für höchste Belastungen auf kleinem Raum Ultraflache Stellmuttern erlauben eine bauraumoptimierte Lagersicherung Die Anforderungen bei allgemeinen Anwendungen im Maschinen- und Werkzeugbau steigen. Beispiel: angetriebene Werkzeuge und Arbeitsspindeln. Hier sollen stetig höhere Drehzahlen bei zunehmend kleinerem Bauraum erreicht werden. Dabei stoßen einfache Wellenmuttern oder Systeme mit radialer Sicherung oft an ihre Grenzen. Die Firma Spieth hat deshalb ultraflache Stellmuttern entwickelt, die ebendiesen hohen Belastungen standhalten und eine bauraumoptimierte Lagersicherung ermöglichen. Moderne Bearbeitungszentren arbeiten mit hohen Drehzahlen und hohen Schnittparametern. Besonders beim Hochgeschwindigkeitszerspanen, dem sogenannten High Speed Cutting (HSC), entstehen durch die starke Dynamik beim Beschleunigen und Abbremsen enorme Belastungen. Auch bei diesen Anforderungen müssen Arbeitsspindeln eine maximale Präzision, Laufruhe, lange Lebensdauer und einfache Wartung gewährleisten. Zusätzlich sollen die Spindeln immer kompakter sein und damit Bauraum einsparen. Bei angetriebenen Werkzeugen und Arbeitsspindeln kann der Einsatz von einfachen Wellenmuttern, die zum Beispiel nach DIN 981 gefertigt werden, oder

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung ISSN: 1864-4554 19. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft. Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 14 Tagen widerrufen werden. Gültig ist die Anzeigenpreisliste 2021. Vertrieb Vertriebsunion Meynen GmbH & Co. KG Postfach 1153 . 65331 Eltville Tel. +49 (0) 6123.9238-251 Fax: +49 (0) 6123.9238-252 E-Mail: b-und-i@vertriebsunion.de

Bei herkömmlichen Lösungen erfolgt die Krafteinleitung an einzelnen Punkten (links). Die ultraflachen Stellmuttern von Spieth (rechts) bieten hingegen rundum einen gleichmäßigen Kraftschluss. Es ist effizient, hochpräzise und sicher. Bilder: Spieth

von Systemen mit radialen Sicherungen bei hohen Drehzahlen aufgrund von Asymmetrien zu Vibrationen führen. In der Folge sind dann der Verlust der Lagervorspannung oder sogar ein Systemausfall möglich, wenn sich die Mutter löst. „Um dies bei gleichzeitiger Bauraumoptimierung zu verhindern, haben wir ultraflache Stellmuttern mit einem hohen Sicherheitsfaktor entwickelt, die eine

optimale Ausrichtung auf dem Gewinde bieten. Ultraflache Stellmuttern bedeuten, dass der Bauraum um bis zu 50 Prozent reduziert werden kann“, erläutert Spieth-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Alexander Hund die Vorteile. Zudem profitieren die Kunden laut Hersteller davon, dass diese ultraflachen Stellmuttern die„höchsten Losbrechmomente auf dem Markt besitzen“ und würden damit auch auch bei hohen Drehzahlen „hervorragende Planlaufeigenschaften und die verlässlichste Lagersicherung“ gewährleisten. Die einteilige Stellmutter von Spieth besteht hierfür aus einem Last- und einem Sicherungsteil, die durch eine Membran miteinander verbunden sind. Bei Betätigung der axialen Sicherungsschrauben richten sich die Gewindeflanken der Stellmutter und des Wellengewindes optimal zueinander aus, jegliches Gewindeflankenspiel wird nach Her-

stellerangaben eliminiert. Gleichzeitig zentriert sich die Stellmutter auf dem Gewinde und erreicht einen hohen Planlauf; dabei bleiben, so die Produktentwickler, höchste Sicherungswerte gewährleistet. Dank dieses Prinzips lässt sich die benötigte Vorspannkraft mit Stellmuttern des genannten Herstellers exakt einstellen und selbst bei hoher Dynamik im Betrieb konstant aufrechterhalten. www.spieth-me.de

Schnelle Reparatur von Fördergurten Repair-Kit zur Reparatur und zur Ausbesserung von Gummioberflächen Das Weicon Belt Repair-Kit ist ein Zweikomponenten-Polyurethan-System zur schnellen Reparatur, Ausbesserung und Beschichtung von Oberflächen aus Gummi. Es verfügt nach Herstellerangaben über eine hohe Aushärtegeschwindigkeit, eine hohe Elastizität und Verschleißbeständigkeit, ist schlagfest und abriebfest, außerdem hat es einen hohen Weiterreißwiderstand. Nach Ausführungen des Herstellers Weicon eignet sich der Belt Repair-Kit für zahlreiche Anwendungen, wie die Reparatur und Beschichtung von Fördergurten und Förderbändern, die Ausbesserung von Gummibeschichtungen, als flexibler Verschleißschutz und zur schnellen Reparatur verschlissener Oberflächen aus Gummi. Der Hersteller verspricht eine einfache und schnelle Verarbeitung, denn das Set beinhaltet neben dem Polyurethan-System noch einen Primer zur Oberflächenvor-

behandlung und einen Spatel, um die Masse gleichmäßig verteilen zu können. Vor der Verarbeitung müssen die zu behandelnden Oberflächen allerdings sorgfältig vorbereitet werden, denn Staub, Schmutz, Öl, Schmiere, Rost und Feuchtigkeit oder Nässe haben einen negativen Einfluss auf die Haftung von Polyurethanharzen. Die besten Ergebnisse werden beim Auftrag auf saubere, feste und gut aufgeraute Oberflächen erreicht. Vor dem Auftrag des

Druck Bonifatius GmbH, 33100 Paderborn Diese Zeitung wurde auf 100 % chlorfreiem Recyclingpapier und klimaneutral gedruckt.

Copyright Diese Zeitschrift und alle enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden. Von namentlich genannten Fremdautoren oder von ausgewiesenen Unternehmen stammende Beiträge stellen nicht zwingend die Meinung der Redaktion dar. Die Publikation dient der eigenen Meinungsbildung durch die Leser.

Bankverbindung Deutsche Bank Hagen, BLZ 450 700 24 Konto 688 9000 USt-IdNr. DE189086853 Erscheinungsort: Hagen Erfüllungs- und Zahlungsort: Hagen Gerichtsstand: Hagen

Die Montage und Demontage der Stellmuttern - hier an einem angetriebenen Werkzeug - gelingt schnell, präzise und einfach. Die Folge sind kürzere Montagezeiten, optimierte Serviceprozesse sowie eine höhere Anwendungs- und Wartungsfreundlichkeit.

Bei Raumtemperatur kann nach etwa acht Stunden die mit den Komponenten des Belt RepairKits behandelte Stelle wieder belastet und mechanisch bearbeitet werden. Bild: Weicon

Urethans sollte die zu beschichtende Oberfläche mit Primer G vorbehandelt werden. Nach etwa acht Stunden bei Raumtemperatur kann die bearbeitete Stelle wieder voll belastet und mechanisch bearbeitet werden. Beispielsweise kann mit einem Winkelschleifer die Höhe angeglichen werden. Um möglichst viele Anwendungsfälle abzudecken, steht neben der klassischen Arbeitspackung, die manuell per Hand verarbeitet wird, noch eine einfach zu handhabende Doppelkartusche zur Verfügung. Aus dieser Doppelkartusche kann das Urethan 85 direkt im passenden Mischungsverhältnis verarbeitet werden. www.weicon.de

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MESSEN & EVENTS

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maintenance Onlinedays und Regiodays Aufgrund der Corona-Pandemie hat der Veranstalter Mitte März offiziell bekannt gegeben, dass die Instandhaltungsfachmesse maintenance Dortmund in dieser Form nicht im Mai 2021 stattfinden kann. Das ist schade für die gesamte Branche, für die Aussteller, die ihre neuen Produkte zeigen und über ihre innovativen Lösungen informieren wollten und natürlich auch für die Besucher, denen diese wichtige Informationsplattform nun fehlt. B&I fasst deshalb die Messehighlights, die eigentlich in Dortmund zu sehen gewesen wären, im Sonderteil „Schauplatz Messe … was Sie 2021 in Dortmund erwartet hätte“ in dieser Ausgabe ab Seite 33 zusammen - eine Messe in

der Zeitung sozusagen. Zudem soll online einiges geboten sein: Damit die Branche in Kontakt bleibt, wird es in der Zeit vom 18. bis 21. Mai 2021, organisiert von easyfairs, nämlich ein Onlineprogramm mit Key Notes, Diskussionsrunden und digitalen Präsentationen der Instandhaltungsfirmen geben. Zudem hat der Messeveranstalter erklärt, dass er die maintenanceSerie um vier regionale, eintägige Veranstaltungen ergänzen wird. Geplant sind die sogenannten Regiodays in Augsburg (6. Oktober 2021), Hamburg (17. November 2021), Friedrichshafen (8. März 2022) und Chemnitz (4. Mai 2022). www.maintenance-dortmund.de www.maintenance-messen.com

Bild: B&I Aufgrund der Corona-Situation wurde die Messe in Dortmund auf den 30. und 31.03.22 verlegt.

Instandhaltungstage 2021 in Salzburg Die Veranstaltung wird von den Unternehmen MCP Deutschland, Messfeld und dankl+partner consulting organisiert. Sie findet in diesem Jahr vom 22. bis 24. Juni in Salzburg statt. Das Programm soll demnächst online verfügbar sein. Zahlreiche Unternehmen sind als Aussteller mit dabei. www.instandhaltungstage.at

„all about automation”Messen verschoben Die für den 5. und 6. Mai 2021 in Hamburg und für den 19. und 20. Mai 2021 in Heilbronn geplanten „all about automation”-Messen wurden pandemiebedingt abgesagt. Die nächsten aaa-Messen an diesen Standorten finden daher erst wieder im Jahr 2022 statt. Es gibt aber auch noch in diesem Jahr (2021) aaa-Messen, nämlich in Friedrichshafen (6. und 7. Juli 2021), Wetzlar als Special Edition (8. und 9. September 2021), Chemnitz (22. und 23. September 2021) und in Essen (27. und 28. Oktober 2021). www.allaboutautomation.de

April 2021

In.Stand 2021 setzt auf hybrides Messekonzept Das hybride Konzept der Instandhaltungsfachmesse, die vom 26. bis 27. Oktober 2021 in Stuttgart stattfinden soll, bietet Ausstellerkontakt und Rahmenprogramm sowohl auf analoger als auch auf digitaler Ebene. Herzstück der Veranstaltung ist das Fachforum. Hier werden an beiden Tagen Best Practice und Trendthemen vermittelt. Es sprechen Experten aus der Praxis der industriellen Instandhaltung und Visionäre aus den forschenden Instituten. In die Fachausstellung integriert steht das Fachforum allen Besuchern vor Ort offen. Als Pendant auf der digitalen Ebene fungiert das In.Stand Studio. Die Inhalte des Studios werden live gestreamt und sind auf der digitalen Plattform abrufbar. Neben dem Vortragsprogramm aus dem In.Stand Studio finden sich hier auch individuelle Firmenprofile der Aussteller. Als neues Modul im Rahmenprogramm wurde die In.Stand Akademie ins Leben gerufen. Als Partner hierfür konnten das FIR e.V. an der RWTH Aachen und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) gewonnen werden. In eineinhalbstündigen Lehrgängen können Teilnehmer spezifisches Fachwissen zu Themen wie Aug-

mented Reality, Controlling, Data Analytics, Ersatzteilmanagement, Grundlagen bzw. Strategie, Instandhaltungsplanungssoftware oder Prozessmanagement in der Instandhaltung erlernen. Die Teilnehmer der Akademie erhalten am Ende der Schulungen ein Zertifikat des jeweiligen Anbieters. www.messe-stuttgart.de/instand

Sebastian Schmid, Abteilungsleiter Technologie bei der Messe Stuttgart, erklärt: „Als moderne Servicegesellschaft tragen wir mit einem hybriden Messekonzept den aktuellen Anforderungen sowie dem anhaltenden Megatrend Digitalisierung Rechnung.“ Bild: Landesmesse Stuttgart

26.–27. Oktober 2021 Messe Stuttgart

Instandhaltung schafft und bewahrt Werte: Egal ob klassische Instandhaltung mit dem Schraubenschlüssel oder digitale Services mit der Datenbrille. Die Themen auf der IN.STAND reichen von Reinigung, Wartung und Ersatzteilmanagement, über Retrofit und Monitoring, bis hin zu Predictive Maintenance und softwaregestützter, mobiler Instandhaltung. Bleiben Sie auf dem neuesten Stand und vernetzen Sie sich mit anderen Experten! Jetzt informieren und anmelden! www.in-stand.de #instand21


Schauplatz MESSE

... wurde für 2021 leider abgesagt. Neuer Termin:

30. - 31. März 2022

... was Sie 2021 in Dortmund erwartet hätte DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Wie die Instandhaltung der Antriebstechnik Anlagenstillstände vermeidet. Seite 35

Akkubetriebenes Hochdruckaggregat für hydraulische Drehmomentschrauber. Seite 40 Der Spezialist für Field Service Management und mobile Lösungen unterstützt seine Kunden durch Standardsoftware zur Optimierung mobiler Geschäftsprozesse in Service und Instandhaltung.

Instandhaltung clever abwickeln Die MobileX AG wollte auf der Messe in Dortmund das neueste Release ihrer Field-ServiceManagement-Lösungen für die Instandhaltung zeigen. Die Version 9.1 bietet unter anderem einige Neuerungen für mobileX-CrossMIP, also für die App für die mobile Instandhaltung. Doch es gibt noch mehr zu entdecken und zwar nicht nur in der App … René Noël von Abus erklärt das 4-SäulenPrinzip bei Lockout & Tagout. Seite 40

Warum die Messe in Print stattfindet ... Seit vielen Jahren begleitet die B&I unter anderem mit der Messezeitung die maintenanceFachmessen hierzulande. Doch in diesem Jahr ist es anders. Aufgrund der Corona-Pandemie hat sich der Veranstalter entschlossen, die Messe in Dortmund, die bereits vom Februar in den Mai verlegt wurde, für 2021 komplett abzusagen. Das ist schade für die Branche, für die Aussteller, die ihre neuen Produkte zeigen und über ihre innovativen Lösungen informieren wollten und natürlich auch für die Besucher, denen diese wichtige Informationsplattform fehlt. B&I fasst deshalb auf den folgenden Seiten die Messehighlights zusammen, die in Dortmund zu sehen gewesen wären eine Messe in der Zeitung sozusagen. Es bleibt zu hoffen, dass wir uns im kommenden Jahr wieder alle gesund und munter in Dortmund sehen. Der Termin steht bereits: 30. bis 31. März 2022

Ein Highlight der neuen Version ist zweifellos die Meldungsanlage und -bearbeitung in der App mobileX-CrossMIP. Der Instandhalter kann damit nun vor Ort Meldungen anlegen und bearbeiten. Dies kann zum Beispiel aus einem Vorgang heraus geschehen, wenn der Techniker feststellt, dass ein Teil einer Anlage defekt ist. Dabei kann er aus verschiedenen Meldungstypen auswählen, wobei die Unternehmen diese Vorgaben individuell konfigurieren können. Mögliche Meldungstypen können zum Beispiel eine Störmeldung, eine IH-Anforderung oder eine Tätigkeitsmeldung sein. Im Feld „Position“ beschreibt der Techniker dann die Art des Schadens und gibt den Objektbezug an. Unter „Ursache“ lässt sich der Grund für den Schaden erfassen und unter „Aktionen“ lassen sich vom Techniker Maßnahmen zu dessen Behebung hinterlegen. Auch Textrückmeldungen lassen sich hier erstellen. Ferner können Fotos zur Dokumentation des Schadens an die Meldung angehängt werden.

Die mobilen Lösungen, mobileX-MIP for Field Service und mobileX-CrossMIP, bieten dem Techniker auf Laptop, Smartphone und Tablet Zugriff auf Auftragsdaten aus dem ERP- oder CRM-System und übermitteln Rückmeldungen und Berichte direkt ins Backoffice. Bilder: MobileX

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Das Release 9.1 bietet mit dem Modul mobileX-CrossForms außerdem nun dynamische Formulare für die App mobileXCrossMIP. Damit können Unternehmen sowohl statische als auch dynamische Formulare, z.B. für Checklisten, über eine WebIDE selbst erstellen und verteilen. Neben den PDF-Forms, die seit Anfang 2020 verfügbar sind und mit denen PDFFormulare direkt bearbeitet und verbucht werden können, steht damit nun eine weitere Funktion für Anwendungsfälle rund um Formulare zur Verfügung. In der Lösung zur Wartungsplanung, mobileX-Dispatch, hat sich ebenfalls einiges getan. So wurde der Szenariogenerator überarbeitet. Dies ist ein zusätzliches Modul, mit dem Unternehmen eine langfristige Planung ihrer Ressourcen und Kapazitäten in der Instandhaltung vornehmen können. Damit lassen sich auf Basis von historischen Daten aus der Einsatzplanung wie z.B. dem Auftragsbestand des letzten Geschäftsjahres hypothetische Szenarien für die Zukunft erstellen und miteinander vergleichen. Weiter auf Seite 34

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Warum billig in der Praxis häufig teurer ist Es reicht bei C-Teilen nicht, nur auf den Anschaffungspreis zu achten, betonen Experten „Wir stellen bei Neu-, aber auch Bestandskunden immer wieder fest, dass notwendige, aber eher als ,nicht wichtige‘ angesehene Produkte wie zum Beispiel Filter von sehr vielen unterschiedlichen Lieferanten zum bestmöglichen Preis bezogen werden. Dies führt zu einer großen Menge an anfallender Arbeit und Zeit, wenn man das Lieferantenmanagement, die Anzahl an Bestellungen, die Rechnungen, die Kontrolle der Lieferungen zu jedem dieser Vorgänge mitberücksichtigt“, erklärt Ulrich Bräunlich von der Filteron GmbH. Und es gibt noch weitere Nachteile ... Auch bei vielen C-Teilen - und das gilt unter anderem besonders für Filter - muss ein Unternehmen auf die Ausführung und Qualität achten. Sonst vergleicht man schnell Äpfel mit Birnen und hat auf einmal ein minderwertiges Produkt in der Hand. Eine Anwendung aus dem Bereich der Filter verdeutlicht die Problematik. So ist beispielsweise ein Taschenfilter in einem Standardmaß üblicherweise mit acht Taschen ausgestattet. Fragt man diesen aber bei verschiedenen Filterlieferanten an, ist es möglich, dass man unterschiedliche Produkte angeboten bekommt. Die Standardabmessung stimmt zwar bei allen Angeboten überein, sonst passt der Filter ja physikalisch nicht, aber in der Produktbeschreibung und -ausführung findet man unter Umständen große Unterschiede. Der teuerste Filter bietet die für die Filteranlage notwendigen acht Taschen an. Der Filter, der zum mittleren Preis angeboten würde, hat möglicherweise nur sechs Taschen und der günstigste Anbieter schickt vielleicht sogar das Modell eines Taschenfilters mit fünf oder gerade einmal vier Taschen ins Rennen. Je nachdem, mit wie vielen Taschen der Filter hergestellt wurde, ergeben sich natürlich Preisunterschiede aufgrund der

Ulrich Bräunlich von der Geschäftsfeldentwicklung der Filteron GmbH betont, dass billige Filter oftmals nicht den Anforderungen gerecht werden, häufig den Energieverbrauch unnötig nach oben treiben und zumeist auch deutlich früher ausgetauscht werden müssen. „Hierdurch wird aus der vermeintlichen Kostenersparnis im Endeffekt eine Kostensteigerung“, weiß der Experte aus Erfahrung. Bilder: Filteron

ABUS ARBEITSSCHUTZ

Material- und der Zeiteinsparung in der Fertigung. Preisunterschiede, die dann auch an den Kunden weitergegeben werden. Auf den ersten Blick und wenn man nur die reinen Zahlen auf dem Papier betrachtet, hat man also eine deutliche Kostenersparnis, wenn man zum günstig-

V E R T R A U E N I S T G U T, ABGESCHLOSSEN IST BESSER

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sten Produkt greift. „Nun folgt das Große aber, auf welches wir in Kundengesprächen und bei Vorträgen immer hinweisen und weshalb wir betonen, dass Techniker und Anwender im produzierenden Gewerbe bei Einkaufsentscheidungen stets miteinbezogen werden müssen, um die korrekte Produktausführung zu bestimmen“, erläutert Bräunlich. Der Filter mit den vier Taschen hat nämlich eine deutlich kleinere Filterfläche - und das hat Folgen: Setze man nämlich den günstigsten Filter mit vier Taschen anstelle des Filters mit den vorgesehenen acht Taschen ein, versucht die Lüftungsanlage - um die vorgegebene Luftmenge zu fördern -, diese mit mehr Druck durch die kleinere Filteroberfläche zu pressen. Um diesen notwendigen Druck zu erzeugen, wird aber wesentlich mehr Energie verbraucht, als wenn man einen Filter mit den acht Taschen eingesetzt hätte. Die vermeintliche Ersparnis wird also bereits an dieser Stelle durch den erhöhten Energieverbrauch und die damit einhergehenden Kosten geschmälert. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Je mehr Staub der Filter im Laufe der Zeit speichert, umso höher wird der Gegendruck, den der Filter dem Luftstrom entgegensetzt. Nach relativ kurzer Einsatzdauer steigt der Druck bei diesem 4-TaschenFilter nun weiter an - und das deutlich schneller als bei einem Modell mit zusätzlichen Taschen und damit größerer Filterfläche. „Bei Erreichen der voreingestellten Druckdifferenz zeigt die Anlage dann an, dass die Filter getauscht werden müssen. Dies geschieht jetzt deutlich früher, da weniger Filterfläche vorhanden ist, welche aber die gleiche Menge Staub, wie sonst auch üblich, aufnehmen muss“, verdeutlicht der Spezialist. Man benötigt also, wenn man hier auf ein vermeintlich günstigeres Modell greift, bereits nach etwa der Hälfte oder zwei Dritteln der üblichen Wechselzeitspanne einen Ersatz. Der Instandhalter braucht also nicht nur früher neue Filter, sondern muss außerdem Zeit investieren, um diese zu tauschen. „Hierdurch wird aus der vermeintlichen Kostenersparnis im Endeffekt sogar eine Kostensteigerung“, bringt es Bräunlich auf den Punkt. Einsparungen können mit dieser Herangehensweise also nicht erreicht werden. Stattdessen empfiehlt der Experte folgende Herangehensweise: „Da es unzählige unterschiedliche Arten und Ausführungen von Filtern gibt, sollte man, um den bestmöglichen Preis und die bestmögliche Verfügbarkeit und Lieferzeit zu erreichen,

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Produktneuheiten von Filteron Die Experten von Filteron, die Filterelemente für Luft, Wasser oder Hydraulik im Portfolio haben, wollten in Dortmund auch einige Produkte direkt am Stand zeigen. Zu sehen sein sollte unter anderem die uCube-Farbnebelbox, ein universeller Würfel zur Farbnebelabscheidung in Lackieranlagen. Dieser Filter wurde von Aerem, dem Erfinder des Andreae-Faltkartonfilters für Lackierabsaugungen, entwickelt und wird nun von Filteron als Premiumpartner von Aerem angeboten. Mit dem uCube ist es laut Hersteller möglich, über 30 Kilogramm pro Box an Farbnebel aufzufangen - und das bei einem Wirkungsgrad von bis zu 99,8 Pro-

zent (abhängig von Luftgeschwindigkeit und Betriebsbedingungen). Dieser Lackierfilter ist in zwei Varianten für Einbautiefen von 300 oder 500 Millimetern verfügbar. Der uCube-300 besteht aus einem Außenkorpus in der Größe von 487 x 487 x 297 Millimetern. In diesem wird ein sogenannter „Loader“ für den größten Anteil an Farbnebel und dahinter der „Perfector“ als zweite Filterschicht eingeschoben, um auch möglichst die letzten Farbpartikel vor dem Abluftschacht abzufiltern. Der größere uCube-500 hat sogar noch eine Zwischenschicht mit dickem Polyestervlies: den sogenannten Catcher.

Die uCube-Farbnebelbox lässt sich zur Farbnebelabscheidung in Lackieranlagen einsetzen. Damit lassen sich bis zu 30 Kilogramm pro Box an Farbnebel aufzufangen.

mithilfe eines Filterspezialisten eine Auflistung der benötigten Produkte und wenn möglich die benötigen Jahresmengen zusammenstellen.“ „Filteron bietet anhand solch einer Verbrauchsliste Paketkonditionen an und erarbeitet mit den Kunden zusammen einen sehr risikoarmen Abrufauftrag. Dieser regelt in welcher Zeit, welche Anzahl an Produkten abgenommen wird“, ergänzt Bräunlich. „Auf diese Weise sind alle notwendigen Filter stets

Fortsetzung von Seite 33 In der aktuellen Situation können Unternehmen damit auch eine niedrigere Auftragslage und den Ausgleich durch Kurzarbeit für bestimmte Zeiträume, Regionen und Teams simulieren. Ebenfalls neu: Neben Kerberos können Anwender ab der Release 9.1 auch OAuth2 oder

innerhalb kürzester Zeit verfügbar und zum bestmöglichen Preis zu bekommen“, verspricht der Filterspezialist. Oftmals rentiert es sich auch, sich von einem Experten des Filteranbieters beraten zu lassen, um auf einen anderen höherwertigen Filter umzusteigen, damit man beispielsweise eine bessere Qualität erhält oder die bisherigen Wechselintervalle reduzieren kann. www.filteron.de

OpenID Connect für ihre einmalige Authentifizierung der mobileX-Lösungen nutzen. Des Weiteren kann eine Zweioder auch Multi-Faktor-Authentisierung über Identity Provider angeboten werden, um die Sicherheit für Anwender noch weiter zu erhöhen. www.mobilexag.de


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Konditorei senkt Ausfallzeiten um 40 Prozent Coppenrath & Wiese setzt dafür auf den „Kurzcheck“ von SEW-Eurodrive Ein defekter Motor in einer der Produktionslinien der Konditorei Coppenrath & Wiese hat weitreichende negative Auswirkungen: Es drohen Produktionsstillstände von mehreren Stunden und wertvolle Waren wie Sahne, Teige oder Cremes müssen entsorgt werden - der wirtschaftliche Schaden ist immens. Seitdem das Unternehmen die Motoren in den Produktionslinien regelmäßig im Rahmen der Serviceleistung „Kurzcheck“ durch Experten von SEW-Eurodrive überprüfen lässt, konnten die Ausfallzeiten aber deutlich verringert werden. Zusammen mit anderen Maßnahmen reduzierten sich die Ausfallzeiten um über 40 Prozent. Das Aroma von frisch gebackenen Brötchen weht um die Nase, wenige Schritte weiter strömt der Duft von Bienenstich durch die Luft, um dann im nächsten Raum von dem süß-herben Geruch von Schokolade abgelöst zu werden. Schließt man die Augen, erinnert man sich an die kleine Konditorei aus der Kindheit. Dabei weist das Mettinger Werk von Coppenrath & Wiese gänzlich andere Dimensionen auf als eine Dorfkonditorei: Hier werden 260.000 Sahnetorten, 4,2 Millionen Brötchen und 90.000 Kuchen gebacken - am Tag. Dazu verarbeiten die rund 3.000 Mitarbeiter vor Ort täglich 100.000 Liter Sahne, 80 Tonnen Äpfel und 900.000 Eier. Trotz dieser Dimensionen:„Die Prozesse und Arbeitsschritte sind die Der Servicetechniker überprüft einen Mischerantrieb. gleichen wie beim handwerklichen Konditor - nur eben ist vieles Schaden“, so der Abteilungsleiter. davon automatisiert. Wir sind aber Um derartige Schäden immer weiimmer noch eine Konditorei mit ter zu reduzieren bzw. zu elimiviel Handarbeit, weil wir mit Rohnieren, verfolgt Freude mit seinem ware arbeiten, die aus der Natur kommt“, betont Manfred Freude, Team verschiedene Ansätze. Abteilungsleiter Instandhaltung für Produktionsanlagen bei CopWichtiger Hebel: penrath & Wiese. Instandhaltung Die Verwendung empfindlicher Rohware bedeutet aber auch, dass Ein Fokus dabei ist die AntriebsAusfälle der Anlagen große Austechnik: Zwischen 5.000 und 7.000 wirkungen haben, so Freude weielektrische Antriebe halten die Förter: „Bei einem Stillstand müssen derbänder, Mischer und Froster wir viele Massen - Teige, geschlagene Sahne, Cremes - entsorgen. der Produktionslinien am Laufen. Denn wenn sie länger stehen, ver- „Früher haben wir die Antriebe oft erst ausgetauscht, wenn ein Motor ändern sie sich so, dass wir sie kaputt war, in der laufenden Pronicht weiterverarbeiten können.“ duktion“, erinnert sich Freude. EntDer Stillstand eines Anlagenteils wirkt sich also direkt auf vor- und sprechend groß waren die Auswirkungen auf die Produktionsnachgelagerte Prozesse aus. effizienz. „Die Ursache eines Stillstands zu beheben, dauert vielleicht nur eine „Um die Gesamtanlageneffektivität zu steigern, war die Instandhalhalbe Stunde. Aber insgesamt getung der Antriebstechnik daher ein hen im Prozess vier, fünf Stunden wichtiger Hebel“, betont der verloren. Jeder Stillstand bedeutet Spezialist. Der Instandhaltungsalso einen großen wirtschaftlichen leiter und sein Team entschlossen sich, dazu einen Mix verschiedener Maßnahmen umzusetzen - angefangen bei einer regelmäßigen Inspektion über eine zählerbasierte Instandhaltung bis hin zu einer entsprechenden Ausbildung des Produktionspersonals.

um die Inspektion und Wartung von Antrieben. Wichtigster Bestandteil des Kurzchecks ist dabei das Abhören der Motor- und Getriebekomponenten. Mit dem Stethoskop lauscht ein Servicetechniker von SEW-Eurodrive den Geräuschen des laufenden Antriebs, prüft so die Lager und Verzahnung von Motor und Getriebe. Allein an den Laufgeräuschen kann man feststellen, in welchem Zustand der Antrieb ist und ob in absehbarer Zeit ein Ausfall droht. „Diese Beurteilung eines Antriebs erfordert sehr viel Know-how“, so Manfred Freude. Er verdeutlicht: „Eine Schwingungsanalyse oder das Beurteilen des Motorzustands mit dem Stethoskop kann ich als normaler Mechaniker nicht leisten. Jedes Getriebe, jeder Antrieb verhält sich anders. Daher nutzen wir das Wissen der Experten von SEW-

In der Produktion muss alles rund laufen, damit die fruchtigen Blechkuchen und Sahnestücke von Coppenrath & Wiese auf dem Teller landen. Bild: Coppenrath & Wiese

Eurodrive, die speziell darauf geschult sind.“

Service, der sich schnell rechnet Das Stethoskop ist zwar das wichtigste Werkzeug des Servicetechnikers, aber nicht das einzige. Zusätzlich wird das Öl gecheckt und im Klemmkasten nachgesehen, ob zum Beispiel Wasser im Anschluss ist. Dabei konzentriert sich der Servicetechniker vor allem auf die kritischen Antriebe, also auf die, deren Ausfall längere Produktionsstillstände nach sich ziehen würde. So ein kritischer Antrieb ist zum

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Hören, wie es einem Antrieb geht

Die Instandhaltung der Antriebstechnik trägt dazu bei, Anlagenstillstände zu vermeiden. Bilder: SEW-Eurodrive

Ein wichtiger Baustein dabei sind zudem die Kurzchecks, die Experten von SEW-Eurodrive regelmäßig an den Antrieben der Produktionsanlagen durchführen. Dabei werden die mechanischen Komponenten der Antriebe überprüft und ihr Zustand bewertet. Die Kurzchecks sind Teil des Serviceportfolios „Life Cycle Service“ von SEW-Eurodrive rund

Beispiel der Motor im Froster. Der Antrieb steht im Kältebereich. Nur selten kommen Mitarbeiter dorthin. Laufgeräusche durch einen Lagerschaden fallen daher im normalen Alltag nicht auf. Doch fällt dieser Motor aus, ist ein Austausch notwendig. Wenn ein versierter Servicetechniker mit dem Stethoskop dort hineingeht, kann er sehr genau sagen, ob der Motor in Ordnung ist und wie lange der Antrieb noch halten wird. „Wenn ich die Kosten für solch einen Ausfall mit den Kosten für den Service von SEW-Eurodrive gegenrechne, dann amortisiert sich der Einsatz der Experten sehr schnell“, erläutert Manfred Freude. Weiter auf Seite 36

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Herausforderungen durch IFS Food Version 7 Instandhaltungssoftware leistet wichtigen Beitrag zur Lebensmittelsicherheit und -qualität Mit dem IFS Food Standard wurde ein international anerkannter Standard für die Zertifizierung von Lebensmittelherstellern geschaffen, der eine lückenlose Qualitätsprüfung entlang der gesamten Lebensmittelkette ermöglicht. Ab dem 1. Juli gilt verbindlich die neue Version 7 der IFS Food. Zu den wichtigen Neuerungen und Vorgaben zählen ein Wartungsplan für kritische Ausrüstungen sowie eine lückenlos nachvollziehbare Dokumentation aller Maßnahmen. Eine entsprechend ausgestattete Instandhaltungssoftware ist hierbei von entscheidender Bedeutung. Der IFS Food Standard ist eine weltweit anerkannte Zertifizierung der Lebensmittelbranche. Er soll einen konstant hohen Level an Lebensmittelsicherheit und -qualität sicherstellen. Mit der zum 1. Juli 2021 verbindlich geltenden Version 7 werden diese Standards nun erweitert. Das Update wirkt sich in erster Linie auf die Anlagensicherheit, deren Wartung sowie die damit einhergehende Dokumentation der Vorgänge aus. Ein effizienter Weg stellt dabei die Einführung von Softwarelösungen dar, um auch die Kernbereiche der Produktionstechnik im Blick zu behalten. Einschneidende Änderungen von Zertifizierungsvorgaben - wie aktuell die der IFS Food Version 7 - können zum Anlass genommen werden, den eigenen Digitalisierungsprozess auf den Prüfstand zu stellen. Letztlich ist dies eine Chance, die eigenen Prozesse zu optimieren und effizienter zu gestalten.

In den Bereichen, um die es bei den Neuerungen geht - die Wartung anhand von Plänen und die Dokumentation der durchgeführten Arbeiten -, hat sich die TOM Instandhaltungssoftware bereits am Markt etabliert: Seit über 20 Jahren wird die Software bei der Instandhaltungsoptimierung eingesetzt, kontinuierlich weiterentwickelt und an die Bedürfnisse der Endanwender angepasst. Durch die gesammelte Erfahrung und die modulare Bauweise unterstützt die Software nicht nur bei der Umsetzung der Zertifizierungsvorgaben, sondern trägt auch zur Arbeitserleichterung bei. Dabei ist die Instandhaltungssoftware modular aufgebaut. Neben der regulären Auftragsbearbeitung von geplanten Wartungen oder Arbeitsaufträgen am Desktop können Störungen zusätzlich per Webbrowser gemeldet oder mobil über Tablet und Smartphone bearbeitet werden.

Durch einzelne Zusatzmodule lässt sich der Funktionsumfang erweitern und an die Bedürfnisse im Unternehmen anpassen. Neben den Zusatzmodulen bieten die standardmäßig integrierten Kernmodule eine Reihe von Funktionen, die die Umsetzung der IFS Food Version 7 wesentlich erleichtern.

Fortsetzung von Seite 35 Bei Coppenrath & Wiese hat es sich bewährt, die Kurzchecks im Vorfeld der Jahresrevision durchzuführen. „Dabei nehmen wir gebäudeweise die zentralen Anlagen eines Werksbereichs für zwei Wochen aus der Produktion und haben so genügend Zeit für die Wartung und Instandhaltung“, erläutert Freude. Dafür erhält der Instandhaltungsleiter als Ergebnis der zuvor durchgeführten Kurzchecks vom Servicetechniker einen detaillierten Ergebnisbericht jedes einzelnen Antriebs. „Die Daten aus den Kurzchecks speichern wir zudem intern und nutzen sie für einen nachhaltigen Service, zum Beispiel um den Kunden beizeiten daran zu er-

innern, wenn ein erneuter Check eines Antriebs durchgeführt werden sollte“, erläutert Tilo Schröder, der im Technischen Büro von SEW-Eurodrive in Herford Ansprechpartner für Coppenrath & Wiese ist.

Freude betont: „Wir können uns durch die enge Zusammenarbeit mit SEW-Eurodrive auch selbst weiterentwickeln und Know-how für die Instandhaltung der Antriebe aufbauen.“ So nutzen die Instandhalter von Coppenrath & Wiese jetzt selbst einen ÖlcheckMonitor, wie SEW-Eurodrive ihn bei den Kurzchecks einsetzt.

Zu jedem Antrieb wird ein detaillierter Bericht mit Empfehlungen zur Wartung erstellt.

Kontinuierliche Verbesserung Nachhaltig wirken die Kurzchecks auch auf andere Weise, wie Instandhaltungsleiter Manfred Freude erzählt: „Wenn wir im Rahmen der Kurzchecks die Häufung von Schäden an bestimmten Antrieben feststellen, prüfen wir gemeinsam mit SEWEurodrive, ob es sich dabei um ein generelles Problem in unseren Anlagen handelt und wie wir das künftig vermeiden können.“ Ein Beispiel für so eine Optimierung ist der Einsatz von lüfterlosen Antrieben, die bei Coppenrath & Wiese heute im Herstellungsbereich Standard sind. „Früher hatten die meisten Antriebe bei uns Lüfter. Weil viele Motoren mit dem Lüfter nach oben ausgerichtet waren, konnte immer wieder Wasser in das obere Lager eintreten. Die Folge war dass in den Kurzchecks überdurchschnittlich oft Schäden an diesen Motoren festgestellt wurden.“ Durch den Wechsel auf lüfterlose Antriebe erledigte sich dieses Problem für Coppenrath & Wiese. Aber die Nachhaltigkeit des Service zeigt sich nicht nur in Antrieben, die immer besser auf die Produktionsbedingungen der Konditorei abgestimmt sind.

Kernmodul Vorgangsmanagement In diesem Kernmodul werden alle Aufgaben und Tätigkeiten zusammengefasst. Die Nutzer behalten damit einen detaillierten Überblick über aktuelle, zukünftige sowie überfällige Termine und Fristen. Durch zahlreiche Selektionsmöglichkeiten lassen sich diese übersichtlich in einem Kalender darstellen, bearbeiten und revisionssicher archivieren. Das Vorgangsmanagement erfüllt damit die neuen IFS Food Vorgaben, Über-

Ungeplante Ausfälle wesentlich reduziert „Wir wenden den bei unseren Großgetrieben an“, so Freude. „Damit können wir beurteilen, ob wir mit dem Öl noch ein halbes Jahr länger fahren können oder ob ein Ölwechsel notwendig ist.“

„Wir haben durch die Kurzchecks wesentlich weniger Ausfälle durch defekte elektrische Antriebe“, berichtet Manfred Freude, Abteilungsleiter Instandhaltung, Betrieb Mettingen, Coppenrath & Wiese.

TOM Instandhaltungssoftware kann bei der Umsetzung der IFS Food 7 unterstützen. Bild: M.O.P.

prüfungen, Justierungen und Kalibrierungen akribisch zu dokumentieren.

Kernmodul Messmittelverwaltung

Zudem lassen sich dazugehörige Protokolle und Dokumente unkompliziert hinterlegen und sind im Bedarfsfall schnell zur Hand.

Zusatzmodul Gefährdungsbeurteilung

Zudem schreibt die Version 7 vor, sämtliche Störungen oder Prozessabweichungen zu melden und aufzuzeichnen sowie sämtliche Messmittel in den vorgeschriebenen Intervallen zu prüfen und zu kalibrieren. Die Messmittelverwaltung als Kernmodul unterstützt Anwender bei der Umsetzung dieser Vorgaben: Hier lassen sich alle verwendeten Messmittel administrieren. Damit bleibt stets der Überblick über wichtige Kontrollen, Prüfungen und Termine zur Kalibrierung beziehungsweise Eichung erhalten.

Zu den wichtigsten Neuerungen der IFS Food zählt vor allem ein Wartungsplan für kritische Ausrüstungen. TOM Instandhaltungssoftware liefert nach eigenen Angaben mit dem selbstlernenden Zusatzmodul „Gefährdungsbeurteilung“ das passende Werkzeug. Mit minimalem Erfassungsaufwand lassen sich laut Softwareanbieter Gefährdungsbeurteilungen für relevante Arbeitsmittel und Betriebseinrichtungen erstellen. www.tominstandhaltungssoftware.de

Entsprechend ist Manfred Freude überzeugt vom Service von SEWEurodrive: „Ich kenne keinen anderen Antriebshersteller, der Kurzchecks in diesem Umfang anbietet. Wir haben jetzt wesentlich weniger ungeplante Ausfälle durch defekte elektrische

Antriebe. Durch all unsere Maßnahmen, bei denen die Kurzchecks von SEW-Eurodrive ein wichtiger Baustein sind, konnten wir die Ausfallzeiten in den letzten fünf Jahren um mindestens 40 Prozent senken.“ www.sew-eurodrive.de/ kurzcheck

Kurzschecks in der Servicephase Begleitende Dienstleistungen und unterstützende Tools werden bei Antriebs- und Automatisierungsprodukten immer wichtiger. Das Service- und Dienstleistungskonzept „Life Cycle Services“ von SEW-Eurodrive trägt dieser Entwicklung Rechnung. Es ist den sechs Lebenszyklusphasen einer Maschine beziehungsweise Anlage zugeordnet. In der Nutzungsphase geht es darum, die Verfügbarkeit und Produktivität der Anlage stetig zu verbessern. Mit dem Service Kurzcheck, so wie im Anwenderbeitrag von Coppenrath & Wiese exemplarisch dargestellt, lassen sich die Betriebssicherheit und Anlagenverfügbarkeit erhöhen, aber auch die Instandhaltungskosten optimieren. Die Durchführung der Kurzchecks kann sowohl für Antriebskomponenten von SEW-Eurodrive als auch für Fremdfabrikate erfolgen. Dabei wird eine visuelle Überprüfung auf Ölleckagen, eine Kontrolle des Ölstandes sowie aller Wellendichtringe und Dichtungen am Getriebe vorgenommen. Bei der Klemmkastenkontrolle werden die Dichtungen, Ver-

schraubungen und die Verdrahtung am Klemmbrett überprüft. Zudem wird kontrolliert, ob ein möglicher Wasser-/Öleintritt vorliegt. Ferner erfolgen eine Bremsenverschleißkontrolle sowie eine mechanische und elektrische Funktionsprüfung der Bremse (einschließlich Reinigung der Bremse und Überprüfung der Verdrahtung auf festen Sitz am Gleichrichter bzw. an derKlemmleiste). Kontrolliert wird zudem bei aufgesetzter Antriebselektronik sowie bei Servo-Antriebstechnik die einwandfreie Installation. Das Servicepersonal führt außerdem eine Sichtprüfung auf Beschädigungen durch. Schließlich erfolgt eine Sichtkontrolle von Anbauteilen (z.B. Riemenscheiben, Kettenräder, Kupplungen usw.) auf oberflächliche Beschädigungen, fehlende oder unzureichende Schutzabdeckungen sowie Ölleckagen. Auf die überprüften und in Ordnung befundenen Antriebskomponenten (Dichtelemente ausgenommen) werden zwölf Monate Funktionsgarantie gegeben.


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Wenn Ultraschalltechnik auf das IoT trifft Könnte so die Zukunft der Zustandsüberwachung aussehen? Wenn eine leistungsstarke und vielseitige Technologie wie Ultraschall auf das Internet der Dinge trifft, ergeben sich neue Lösungen, die die Zustandsüberwachung von Maschinen und Anlagen auf ein völlig neues Niveau heben. Davon sind die Experten von UE Systems überzeugt und betonen: „Die Entwicklung von Ultraschallsensoren und deren Integration in Datenerfassungspunkten verspricht eine entscheidende Rolle bei der kontinuierlichen Fernüberwachung von Industrieanlagen zu spielen.“ Was dabei heute schon möglich ist beziehungsweise in naher Zukunft möglich sein wird, erklärt dieser Fachbeitrag. Luft- und Körper-Ultraschall hat sich zweifellos zu einem wichtigen Bestandteil der Zustandsüberwachung entwickelt. Früher nur als Leckagesucher betrachtet, beginnen immer mehr Instandhaltungs- und Reliability-Fachleute alle Vorteile des Einsatzes von Ultraschall in den verschiedenen Zustandsüberwachungsanwendungen zu erkennen. Warum dies der Fall ist, erklärt sich mit der P-F-Kurve beziehungsweise mit dem P-F-Intervall: Hierbei werden die Änderungen des Zustands einer Anlagenkomponente mithilfe von Langzeitanalysen bestimmt. Sie verlaufen von einem sehr guten zu einem immer schlechter werdenden Zustand. Dabei gibt es einen Startzeitpunkt der Zustandsverschlechterung und einen Zeitpunkt danach, an dem ein potenzieller Fehler (P) erkannt wird, sowie einen Zeitpunkt F, an dem der funktionale Fehler auftritt. Das Intervall zwischen diesen Zeitpunkten P und F wird als P-F-Intervall oder P-F-Kurve bezeichnet. Ultraschall gilt dabei als eine der ersten Anzeigemöglichkeiten gegen ungeplante Ausfallzeiten, da beispielsweise Lagerausfälle mit dieser Methode sehr früh erkannt werden können. Außerdem ist Ultraschall für seine Vielseitigkeit bekannt: Die Technologie kann in verschiedenen Bereichen wie bei der Leckagesuche, der Überwachung des Lagerzustands sowie deren optimaler Schmierung, bei der Inspektion von Kondensatableitern und Ventilen sowie zur Unterstützung bei der elektrischen Inspektion angewendet werden. Ursprünglich und auch heute noch wird die Ultraschalltechnologie in Wartungs- und Zustandsüberwachungspraktiken mit Handgeräten umgesetzt. Diese haben mittlerweile ihre ganz

den Messstellen in Form von dBMesswerten und senden sie an zentrale Geräte, die die Daten verarbeiten. Diese Technologie birgt ein großes Potenzial für die Verbesserungen von Wartungs- und Zuverlässigkeitsprogrammen. Es lassen sich jetzt Alarme und Benachrichtigungen einrichten, die den Zustand von Anlagenteilen berücksichtigen - automatisch, nahtlos und unter Ausnutzung der bekannten Vorteile der Ultraschalltechnologie.

Sensoren für mechanische Anlagen

Anwender können ihre eigenen Alarmstufen und Benachrichtigungen einrichten.

eigenen Entwicklungsprozesse durchlaufen und viele von ihnen sind hoch entwickelte Messgeräte und Datensammler, die jedes Zuverlässigkeitsprogramm erheblich verbessern können.

Der Anstieg der Ultraschallsensoren Die Ultraschallhandgeräte spielen sicherlich immer noch eine wichtige Rolle, aber wenn man die Technologie mit den Funktionen des Internets verbindet, lassen sich mithilfe von Ultraschallsensoren, die an netzwerkfähige Geräte angeschlossen sind, wesentlich leistungsstärkere Überwachungslösungen realisieren. Die Sensoren messen dabei permanent, als ob ein menschlicher Prüfer immer da wäre, um das Anlagenteil kontinuierlich rund um die Uhr zu inspizieren. Sie sammeln hierfür Daten an

Ein Beispiel macht klar, was möglich ist: Angenommen es gibt ein Lager in einer Anlage, welches ein hochkritisches Bauteil ist. Es darf also unter keinen Umständen ungeplant ausfallen. Hier kann nun ein Ultraschallsensor dauerhaft auf dem Lager montiert werden, der kontinuierlich dB-Messwerte sammelt und diese an eine Datenverarbeitungseinheit sendet. Ist der dB-Wert abweichend, bekommen die verantwortlichen Instandhalter umgehend eine EMail- oder SMS-Benachrichtigung. So haben sie immer den Überblick über die Anlage und deren Bauteile. Alarmwerte können dabei individuell eingerichtet werden, beispielsweise wenn ein Lager geschmiert werden muss oder es beschädigt ist. Es lässt sich aber auch eine Tonaufnahme des Lagers erstellen, wenn ein Alarmschwellenwert erreicht ist.

Sensoren mit Einzelschmierstellen Wenn Sensoren vorhanden sind, die ständig den Zustand der

Es gibt einfach zu implementierende Lösungen, die Ultraschalltechnologie mit Sensoren und netzwerkfähigen Geräten verbinden und eine kontinuierliche Fernüberwachung ermöglichen.

Von Handgeräten bis zu verbundenen Sensoren - dies ist der natürliche Fortschritt der Ultraschalltechnologie, wenn sie in industriellen Umgebungen zur Instandhaltung, Zustandsüberwachung und Zuverlässigkeit eingesetzt wird. Bilder: UE Systems

Lager überwachen, können die gesammelten Daten auch für eine optimale Schmierung verwendet werden. Eine Welt, in der die Schmierung aus der Ferne, basierend auf dem Zustand des Lagers, von jedem Gerät aus durchgeführt werden kann, ist damit Realität. Eine Lösung wie der Smartlube von UE Systems ist ein Beispiel dafür, wie integrierte Sensoren die Schmierpraktiken verändern können. Dieser Fernschmieras-

sistent überwacht die Lager 24/7 und benachrichtigt, wenn eine Schmierung erforderlich ist. Bei Bedarf schmiert der Assistent das Lager präzise basierend auf dem Ultraschallverfahren, um ein Überschmieren zu vermeiden. Die bedarfsgerechte Fernschmierung verspricht der neue Standard für vorausschauende Wartung zu werden, sind die Experten von UE Systems überzeugt. Weiter auf Seite 38

Die Systeme erlauben auch einen Blick in die Historie.


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Ein noch besserer Einblick in Ausfallzeiten Ultimo Enterprise Asset Management Software jetzt mit erweiterter Funktionalität Unternehmen, die Asset Management Software verwenden, haben häufig ein klares Bild von der Anzahl der aufgetretenen Störungen. Wenn es sich jedoch um ungeplante Ausfallzeiten handelt, die zu Produktionsausfällen führen, erhalten sie häufig sehr viel weniger Hintergrundinformationen. Dabei wären diese immens wichtig, um die Anzahl derartiger Ausfälle zu minimieren. Diesen Aspekt hat der Softwarehersteller Ultimo in der neuesten Version seiner Enterprise Asset Management-Lösung nun besonders im Blick. Ungeplante Ausfallzeiten, die einen Produktionsverlust zur Folge haben, beeinflussen auch Umsatz und den Ertrag, die Zuverlässigkeit und andere versteckte Kosten. Deshalb besteht hier ein hohes Bedürfnis nach mehr Transparenz. Aus diesem Grund wurde die Ultimo Enterprise Asset Management-Software nun um eine neue Funktion erweitert: die Asset Verfügbarkeit. Dank dieser Funktionalität erhalten die Verantwortlichen in den Unternehmen einen besseren Einblick in ungeplante Ausfallzeiten, sodass sie diese analysieren und antizipieren können, so der Softwarehersteller. Der Prozess funktioniert dabei wie folgt: Als Erstes legt der Anwender fest, bei welchen Installationen ungeplante Downtime aufgezeichnet werden soll. Schließlich führt nicht jeder Stillstand an jeder Maschine oder Anlage direkt zu Produktionsverlusten. Daher sollten zunächst die Engpässe im Prozess ermittelt werden. Bei diesen produktionsrelevanten Anlagen werden dann die ungeplanten Ausfallzeiten erfasst - und zwar von der Produktion oder Operation und nicht vom technischen Dienst.

Von dort aus - also direkt aus der Produktion - wird dann entweder ein Arbeitsauftrag für den technischen Dienst gemeldet oder angegeben, dass die Ursache des Stillstands bereits behoben wurde. In beiden Fällen wird aber stets ein Arbeitsauftrag registriert, indem die Anlage (oder die Komponente der Anlage), die den Stillstand verursacht hat, sowie die Ursache der Störung festgehalten werden. Auf diese Weise erhalten Anwender einen umfassenden Einblick in die Ausfallzeiten, die zu Produktionsverlusten führen. Sie können beispielsweise analysieren, welche Komponenten die häufigsten oder längsten Ausfallzeiten verursachen. Auf dieser Grundlage lässt sich dann der Wartungsplan entsprechend anpassen. Produktionsverluste werden dadurch effektiver reduziert.

Integration in Dashboards Im Bereich der Analyse gibt es innerhalb der Ultimo-Lösung vielfältige Möglichkeiten. So lassen sich beispielsweise Standardberichte erstellen oder die Daten zu Excel exportieren.

Anwender, die die Ausfallzeiten auf klare, visuelle Weise abbilden und analysieren möchten, sollten sich für die Integration in eine Reihe von Power BI-Dashboards entscheiden. Diese Dashboards sind klar und übersichtlich.

Integration im Bereich Sicherheit

Die höchstmögliche Verfügbarkeit von Anlagen und Maschinen ist für viele Unternehmen zusammen mit der Sicherheit ein sehr wichtiger Punkt. Die Experten von Ultimo haben ihre Enterprise Asset Management Software diesbezüglich weiter optimiert. Bild: Ultimo

Die Ultimo EAM Software integriert neben dem Bereich Instandhaltung auch die Sicherheitsaspekte. So bietet die Lösung eine Reihe von Sicherheitsmodulen, mit denen sich Risiken in den Be-

reichen Sicherheit, Qualität, Umwelt und Gesundheit identifizieren und vermeiden lassen. Eines dieser Module ist die „Schichtübergabe“. Die Asset-Verfügbarkeit-Funktionalität ist ebenfalls vollständig in dieses Modul in-

tegriert, wodurch laut Lösungsanbieter eine noch genauere Registrierung und eine bestmögliche Kommunikation zwischen Produktion und technischem Dienst gewährleistet werden. www.ultimo.com

Fortsetzung von Seite 37 Gleiches gilt für Ultraschallanwendungen, die Sensoren für Luft-Ultraschall erfordern, wie z.B. im Bereich der elektrischen Inspektionen. Werden hier Sensoren an kritischen Geräten angebracht, lassen sich auch diese ständig überwachen. Sobald die Sensoren etwas Ungewöhnliches erfassen, werden Daten in Form von dB-Messwerten und Tonaufnahmen an

und einer zentralen Verarbeitungseinheit, die über WLAN, Ethernet oder Mobilfunkdaten mit dem Netzwerk verbunden werden kann. Die Daten der Sensoren können problemlos auf jedem Laptop, Tablet oder Handy angezeigt werden. Echtzeiteinblicke und -benachrichtigungen können verwendet werden, um die Schmier- und Zustandsinformationen ständig zu überwachen. Darüber hinaus können Daten in Cloudplattformen wie Azure, AWS, Google, IBM Watson, PTC, Thingworkx usw. integriert werden. Eine weitere Lösung für die Lagerüberwachung ist das 4Cast, das mit den RAS (Remote Access Sensors) von UE Systems arbeitet. Bis zu 4 Sensoren können an eine 4Cast-Box angeschlossen werden, die dann über Ethernet mit dem Netzwerk verbunden wird, um Dateninformationen aus den Lagern zu erhalten. Diese Daten werden dann in der UE Systems DMS 6-Software analysiert. Der große Vorteil des 4Cast ist seine zusätzliche Fähigkeit zu der

dB-Wert-Speicherung, die Geräusche von den überwachten Lagern aufzunehmen und zu speichern. Diese Funktion, zusammen mit der Fähigkeit, bei Erreichen von individuell eingestellten Alarmwerten zu reagieren, macht den 4Cast zu einer großartigen Lösung für kritische und langsam drehende Lager. Für die elektrische Sicherheit gibt es die 4Site als Lösung. Ähnlich wie beim 4Cast können dB-Messwerte und Geräuschbeispiele von bis zu 4 Sensoren aufgezeichnet und gespeichert werden. In diesem Fall, da es sich um elektrische Inspektionen handelt, sind diese Sensoren kontaktlos montiert. Die kontinuierliche Online-Ultraschallüberwachung kann in allen Spannungsbereichen (Nieder-, Mittel- und Hochspannung) eingesetzt werden und dient zur Erkennung von Korona, Kriechströmen, Lichtbogenbildung und mechanischen Schwingungen (lose Verbindungen/Bauteile). Frank Ragwitz, Regional Manager UE Systems www.uesystems.eu

Sensoren für elektrische Anlagen eine zentrale Verarbeitungseinheit gesendet, die nach Erreichen von individuell eingestellten Alarmwerten Benachrichtigungen auslöst. Ultraschall hat sich als hervorragende Technologie erwiesen, wenn es darum geht, elektrische Fehler wie Korona, Kriechströme, Lichtbogenbildung oder mechanische lose Bauteile/Verbindungen aufzuspüren. In Verbindung mit Onlinesensoren können die Sicherheits- und Inspektionsmethoden erheblich verbessert werden.

Neue ultraschallbasierte IoT-Lösungen Es gibt bereits einfach zu implementierende Lösungen auf dem Markt, die Ultraschalltechnologie mit Sensoren und netzwerkfähigen Geräten verbinden und eine wirkliche kontinuierliche Fernüberwachung ermöglichen. Für Lager und andere mechanische Anlagen gibt es beispielsweise den On-Trak, ein remote IoT-Lagerüberwachungssystem, das die Ultra-Trak 750-Sensoren von UE Systems verwendet. Das System besteht aus 16 Sensoren

Wie bei anderen Technologien bringt auch die Integration der Ultraschalltechnologie in die IoT-Welt erhebliche Fortschritte.


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Einfach ins Web einloggen und sofort loslegen Greengate lanciert browserbasierte Instandhaltungssoftware Offshorespezialisten machen es, Versorger machen es und Industriedienstleister auch. Sie alle managen irgendwie ihre Instandhaltung und Betriebsführung - aber keineswegs einheitlich, sondern teils softwaregestützt, teils noch mit Klemmbrett, Zettel und Stift, teils auch hybrid. Um den Einstieg in eine durchgehend softwaregestützte Instandhaltung drastisch zu vereinfachen, setzt Greengate auf die browsergestützte IT-Anwendung GS-Web. Der Anwender hat es hier mit einer einfachen Oberfläche der Anwendung zu tun, die auf allen internetfähigen Endgeräten genutzt werden kann. Die Funktionsweise von GS-Web ist laut Greengate einfach: Instandhalter loggen sich über das Intra- oder Internet im Smartphone, Tablet oder Desktop-PC auf einer Website ein und legen in der vorstrukturierten Anwendung sofort los. Dabei führen beispielsweise Kartendienste zum Ziel und umfangreiche Checklisten leiten die Instandhaltungsaufgaben an. Hinterlegt sind weiterhin Informationen wie digitale Zwillinge von Produkten, Prozessen und Anlagen, Handbücher, Zertifikate, Betriebsanweisungen etc. Die Dokumentation der geleisteten Arbeit erfolgt parallel direkt im System, das im Grundsatz ein Anzeigen, Bearbeiten und Analysieren von Inhalten ermöglicht. Das Bereitstellen von Dokumenten ist gemäß den Anwendungsentwicklern damit ebenso einfach möglich wie das mobile Erfassen von Objekten und deren Attributen.

Bottom-up statt Top-down Auf den mobilen Clients lassen sich alle wichtigen Scanmöglichkeiten wie Barcodes, QR-Codes und NFC/RFID-Tags nutzen. Sprachnachrichten, Videos zur Dokumentation oder das Einstel-

len von Schadensfotos werden zur einfachen Nebensache. Das neu aufgesetzte Werkzeug von Greengate entspricht der Erkenntnis, dass weniger das top down verordnete Werkzeug der zentrale Erfolgsfaktor ist, sondern die Menschen und deren Mindset. „Das von oben verordnete ,einfach mal machen‘ hat speziell in den letzten Jahren für viel Frust im Instandhaltungsumfeld und in den IT-Abteilungen der Unternehmen gesorgt“, weiß Frank Lagemann, Vorstandsvorsitzender der Greengate AG, aus Erfahrung. Er fährt fort: „Vor allem, weil mit dem lockeren Spruch die Vorstellung von Selbstläufern verbunden war. Das ist mit komplexen IT-Systemen aber nicht machbar.“ Lagemann ist der Auffassung, dass die Komplexität bei der digitalen Transformation der Instandhaltung erheblich reduziert werden muss. Er verdeutlicht: „Wir müssen bei aller Konsequenz empathisch agieren, also voraussetzungs-, aber nicht kopflos und auch nicht komplett oversized, wie die vielen fehlgeschlagenen AR-, VRund Predictive Analytics-Projekte aufzeigen.“ Gerade handwerklich geprägte Instandhalter - also beispielsweise Maschinenschlosser, Elektroniker, Bereichsmeister, Lageristen, Schweißer - forderten zu

Recht einen einfachen Einstieg in eine softwaregestützte Aufgabenabarbeitung. „Bei der Konzeptionierung von GS-Web gingen wir davon aus, dass der Endnutzer nichts kann und auch Neues nicht unbedingt will. Deswegen ist GS-Web als reine Deployment-Anwendung gestaltet, bei der der Nutzer außer mit der intuitiv bedienbaren Oberfläche mit rein gar nichts zu tun hat. Warum auch? Wir wollen nur einen einfachen Einstieg und die Nutzung der Anwendung, mehr braucht es doch gar nicht“, so Lagemann. Da passt es ins Bild, dass die Synchronisation mit der zentralen Datenbank beim Onlineeinsatz automatisch in Echtzeit vorgenommen wird. Aktuell eingesetzt wird GS-Web von Flächenversorgern, Solarparkinstandhaltern, von Offshore-/OnshoreDienstleistern aus dem Windkraftsegment und Betrieben der Prozessindustrie mit weit verteilten Infrastrukturen. „Das hängt auch damit zusammen, dass gerade diese Branchensegmente oft Fremddienstleister mit einbinden, Schulungen aus Ressourcengründen aber flachfallen. Anwender benötigen bei GS-Web nur eine Einweisung. Im Prinzip ist es radikal einfach gedacht“, betont der Spezialist. Das prädestiniere die Lösung laut Anbieter zunächst für den Einsatz bei Instandhaltern oder Lagermitarbeitern, wobei sich die Funktionen und Ausstattungsmerkmale skalieren lassen. Zudem kann die Benutzeroberfläche umfangreich konfiguriert werden, um für jeden Anwender rollenbasiert genau die richtigen Inhalte zur Verfügung zu stellen. Benutzerberechtigungen steuern die Sichtbarkeiten von Objekten, Mitarbeitern und Ressourcen. Als zentrale Anlaufstelle für das Auftragsmanagement, die Ereignismeldung oder das Auswerten von Daten und Prozessen ist GSWeb laut Entwickler prädestiniert für das Arbeiten im Team. Über eine neue Funktion lassen sich Aufgaben parallel statt ausschließlich sequenziell bearbeiten. Möglich ist mit GS-Web unter anderem eine Objektverwaltung mit direktem Zugriff auf Betriebsobjekte, Aufgaben und Personen, Dokumentenmanagement, Repor-

Blick in die Praxis

Frank Lagemann, Vorstandsvorsitzender der Greengate AG, betont: „Die Kombination aus mobil, responsiv und vor allem anderen einfach eröffnet etliche Einsatzszenarien, die auch instandhaltungsferne Mitarbeiter über GS-Web je nach Rechtekonzept einbinden.“

ting und Analyse, Ressourcenplanung und neben Materialwirtschaft zudem der End-to-endDatenaustausch z.B. mit Enterprise-Resource-Planning-Systemen.

GS-Web punktet mit umfangreicher Kartenintegration, Tourenmanagement mit Arbeitspaketen, Auftrags-Dashboard sowie Auftrags- und Maßnahmenmanagement (Aufgaben, Tätigkeiten, Ereignisse). Bilder: Greengate

Damit bietet diese IT-Anwendung von der klassischen Mängelerfassung und Zählerablesung über die rechtssichere Einhaltung von Normen und Standards bis hin zur Aufgabenquittierung externer Techniker die ganze Bandbreite heutiger Betriebsführung, so die Experten von Greengate. Die Anwendung lässt sich auch als Steuerungsinstrument und Informationsplattform nutzen: beispielsweise vom Instandhaltungsleiter, der sich bei der morgendlichen Zugfahrt zur Arbeit am Tablet schon einmal einen Überblick über den aktuellen Stand in der Produktion verschafft. Oder vom Betriebsmeister, der zwischendurch in Kläranlage A auf dem Smartphone prüft, was in Pumpwerk 137 rund 25 Kilometer entfernt aktuell passiert. Oder vom Schichtleiter am stationären PC, der Fremddienstleister punktgenau zu anstehenden Terminen und Aufgaben, aktuellem Stand der In-

standhaltung, Rechnungen, Freigaben etc. informiert.

Integrative Plattform Lagemann betont: „Es ist immer auch von Vorteil, bei Nachfragen, täglichen oder wöchentlichen Besprechungen ad hoc auf die notwendigen Informationen zurückgreifen zu können.“ Er führt weiter aus: „Die Kombination aus mobil, responsiv und vor allem anderen einfach eröffnet demnach etliche Einsatzszenarien, die auch instandhaltungsferne Mitarbeiter über GS-Web je nach Rechtekonzept einbinden.“ Die Produktion kann in GS-Web in Echtzeit an der Mangelerfassung mitarbeiten und sich mit der Instandhaltung terminlich abstimmen. Die kaufmännische Abteilung wiederum erhält Einblick in Kosten und Projekte und informiert über erteilte Freigaben. www.greengate.de


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Ein Akku - 104 Schraubverbindungen Akku-Hochdruckpumpe für hydraulische Drehmomentschrauber und Hubzylinder Die mit einem vertikalen Aluminium-Multirippentank ausgelegte Hochdruckpumpenserie ITH Hydro-DAX V wurde unlängst um eine Akku-Version erweitert. Die Neuentwicklung mit der Bezeichnung Hydro-DAX V18 Battery wird mit leistungsstarken 82 V Li-Ionen-Akkus betrieben. Verfügbar sind Kapazitäten von 2 Ah, 4 Ah oder 5 Ah. Damit lassen sich, so der Hersteller, mit einem Akku bis zu 104 Schraubenverbindungen M30 bei 1.650 Nm anziehen. Und auch danach geht es ohne Unterbrechung weiter, denn im Lieferumfang inbegriffenen ist ein Austauschakku. Die neue akkubetriebene Hochdruckpumpe ITH Hydro-DAX V18 Battery hat ein Gewicht von rund 23,5 Kilogramm. Der bürstenlose und damit verschleißarme 1,5 kWMotor bietet laut Hersteller ein hohes Fördervolumen. Der maximale Arbeitsdruck von 850 bar (12.330 Psi) ist nach Angaben von ITH der höchste in diesem Marktsegment. Zur technischen Ausstattung gehört außerdem die sogenannte LoadSense-Technologie: Sie erhöht die Drehzahl des Motors ab einer gewissen Last automatisch - für eine konstante Leistungsabgabe und ein effizientes Akku-Management. Mit dieser Ausstattung ist das mehrstufige Hochdruckaggregat geeignet für Serviceeinsätze oder für den Einsatz in Arbeitsbereichen, in denen eine Stromoder Druckluftversorgung gar nicht oder nur eingeschränkt verfügbar ist. Da keine Strom- oder Druckluftversorgungskabel gelegt werden müssen, reduziert sich in der Folge die Rüstzeit enorm. Außerdem erhöht sich die Arbeitssicherheit, da mögliche Unfallursachen wie lange Kabel, die zu Stolperfallen werden, oder beschädigte Versorgungskabel einfach nicht vorhanden sind. Im Lieferumfang inbegriffen sind zwei leistungsstarke 82 V Akkus, basierend auf Li-Ion-Akkutechnologie und mit integrierter LEDLadestandsanzeige. Je nach Anwendung und Bedarf können Nutzer zwischen unterschiedlichen Kapazitäten wählen: 2 Ah, 4 Ah oder 5 Ah. Ein einfaches Austauschen gewährleistet das frontseitig positionierte Akku-Schubfach mit Akku-Schnellarretierung und Sicherungsschlüssel.

Die Schnellladestation (110 V oder 230 V) mit Kühler und DiagnoseFunktion informiert den Anwender über den Batteriestatus und den Ladefortschritt. Realisiert werden schnelle Ladezeiten von bis zu 30 Minuten (2 Ah). Rückseitige Bohrungen bieten die Option zur Wandmontage. Zu den Neuentwicklungen gehört auch ein optionales Digitalmanometer (relative Messgenauigkeitsklasse ± 0,5 % bis hin zu ± 0,1 %), welches beim Betrieb von hydraulischen Drehmomentschraubern das aktuelle Drehmoment und den Druck anzeigt. Dies sei, so der Hersteller, einzigartig im Markt. Ferner werden im Display angezeigt: der Druck (bar oder Psi) bis max. 1.000 bar (14.500 Psi), gegebenenfalls Drehmomente (Nm oder ft·lb), die Temperatur (in Grad Celsius oder Grad Fahrenheit) sowie der Druckaufbau-Fortschrittsbalken - dieser stellt die prozentuale Auslastung des maximal zulässigen Drucks dar. Zudem ist der Anzeige der gewählte Modus - also entweder ITH Drehmomentschraubertyp oder individuell - zu entnehmen. Hierzu werden die im Menü hinterlegten ITH hydraulischen Drehmomentschrauber nach Typ ausgewählt. Für andere Fabrikate oder den Betrieb von Hubzylindern können entsprechende Betriebsmodi individuell gewählt werden. Im Standard verfügt die HydroDAX V18 Battery über ein mit Glyzerin gefülltes Manometer mit Mehrfarbskalen sowie ein stufenloses Druckeinstellventil mit Arretiermechanismus. Zur Ausstattung gehört außerdem der verschraubte Schutzrahmen. Er bietet laut Hersteller deutliche Vorteile gegenüber geschlos-

senen Gehäusen. So wird unnötiges Gewicht vermieden und die Zugänglichkeit zu allen Komponenten für Instandhaltungsmaßnahmen ist höher. Apropos Instandhaltung: Der integrierte digitale Zyklenzähler ermöglicht nach Herstellerangaben ein professionelles Instandhaltungsmanagement, da die Wartungsintervalle vorausschauend geplant werden können. Der Wärmeaustausch wird durch den vertikalen Multirippentank aus Aluminium ermöglicht. Der oberseitig positionierte Kabelträger erlaubt ein praktisches Ver-

Die mobile, akkubetriebene Hochdruckpumpe Hydro-DAX V18 Battery bietet einen maximalen Arbeitsdruck von 850 bar, bei einem Gewicht von 23,5 Kilogramm. Bild: ITH

stauen der Zuleitung zur Fernbedienung sowohl beim mobilen Transport als auch bei der Lagerung. Die ITH Hydro-DAX V18 Akku ist kompatibel zu hydraulischen Drehmomentschraubern mit Einschlauch- und mit Zweischlauch-

systemen bis 850 bar (12.330 Psi) unabhängig vom Fabrikat. Des Weiteren besteht die Möglichkeit des Betriebs von einfach oder doppelt wirkenden hydraulischen Mehrzweckhubzylindern aller Fabrikate. www.ith.de

Es geht um mehr als nur um das Schloss Experten von Abus erklären die Details von einem Lockout/Tagout-System Es greift zu kurz, wenn man das Thema Lockout/Tagout und den Prozess des Verschließens allein auf Verriegelungsprodukte und Schlösser reduziert - obwohl dies gerne gemacht wird. Abus hingegen setzt auf das 4-Säulen-Prinzip. Das 4-Säulen Prinzip von Abus verbindet nach eigenen Angaben unterstützende Dienstleistungen, die Kernkompetenz Schloss und professionelle Verriegelungsprodukte mit dem Thema Aufbewahrung und Organisation zu einem Systemprogramm. Einen systematischen Einstieg finden Unternehmen, die sich das erste Mal mit der Thematik Lockout (Verriegeln) und Tagout (Kennzeichnung) beschäftigen, im Dienstleistungstool Abus IMP. Vom Erstellen der ersten Betriebsanweisung bis hin zum Training der betroffen Mitarbeiter ist dies laut Abus das Fundament für ein gut funktionierendes Lockout/TagoutSystem - und damit die erste Säule. Bei der zweiten Säule geht es um das Schloss an sich. Abus als Her-

steller von Sicherheitslösungen mit einer Erfahrung von fast hundert Jahren stellt hier die Kernkompetenz sowie die Erfahrung in den Fokus. Ergänzt wird dies durch das Know-how des Traditionsherstellers in der dritten Säule, den Verriegelungsprodukten.

Das 4-Säulen-Prinzip Um beispielsweise Energien sicher und zeitsparend zu verriegeln, bietet das Verriegelungsprogramm des genannten Herstellers zahlreiche Lösungen - und zwar für den elektrischen als auch für den mechanischen Bereich. Abgerundet wird das Programm durch das modulare System Lock-

Point. Die Lock-Points sind nach Herstellerangaben unkompliziert im Umgang, selbsterklärend im Aufbau und lokal an nahezu jedem Bedarfspunkt einsetzbar. Ziel ist es, die Prozessabläufe mit den logistischen Anforderungen so zu verknüpfen, dass der LockPoint zum idealen Tool für nahezu alle Lockout/Tagout-Anwendungen im Unternehmen wird. Ein besonderes Augenmerk wurde in diesem Zusammenhang auf eine entsprechende Funktionalität gelegt. So ermöglicht die Lösung beispielsweise Gruppenprozesse mit Freigabe-Dokumenten oder die Unterbringung von Mehrfachverriegelungen und multiplen Energieabschaltungen in Kombination mit der Aufbewahrung aller notwendigen Dokumente, die diese Abläufe autorisieren. www.abus.com/LoTo

Lockout/Tagout (LoTo) sind technische Einrichtungen, die sicherstellen, dass Instandhaltungsarbeiten sicher ablaufen können. Dabei steht „Lo“ für „Lock out“, also das sichere Blockieren von Energien und „To“ für „Tag out“, das Kennzeichnen von laufenden Instandhaltungsarbeiten. Es geht also um mehr als nur um ein Schloss - wenngleich das Schloss eine der vier Säulen des Systems von Abus darstellt. Bild: Abus

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 2 (April 2021)  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

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